Genial: Keynes vs Hayek

by weissgarnix on 8. Februar 2010

Man kann es schlicht nicht anders bezeichnen als “genial”: Keynes und Hayek in einer Jam-Session, mit Lyrics, die meiner Meinung nach absolut zutreffend sind. Dass beide gemeinsam in den Refrain “There’s a boom and a bust” einstimmen zeugt zudem davon, dass die Macher wirklich verstanden haben, was die beiden verband – und was sie trennte. Hayeks Textzeile “Es ist der Boom, wo die Troubles anfangen” ist nicht 1:1 Keynes, aber dafür 99,5% Minsky. Nur mit seiner Ansicht zu Zins und Zentralbank liegt er in meinen Augen total daneben. Seine abschließende Punchline, dass die Politik nichts von dem versteht, was sie zu steuern versucht, ist hingegen wieder absolut zutreffend. Keynes würde ihm da aus heutiger Perspektive unumwunden zustimmen. Hayek-Fans werden zudem die Metapher mit der Glaspyramide sehr hübsch finden – natürlich nur, sofern sie seine Bücher gelesen haben. Was ja leider auf die Wenigsten zutrifft.

Quelle: econstories.tv

Via @Frankie Bernankie

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Erst war es eine CD, dann zwei – und mittlerweile scheint ein ganzes CD-Gewitter über deutsche Steuerhinterzieher hereinzubrechen. CDs in Hessen, CDs in Baden-Württemberg, CDs aus der Schweiz, CDs aus Liechtenstein – der Neid der Plattenindustrie auf den Boom bei Bankdaten-CDs könnte größer nicht sein. Deutsche Steuerhinterzieher haben es aktuell nicht leicht.

Und seit gestern Abend wird ihr Los erst recht unerträglich geworden sein, dank der Herren Sprenger und von Bechtholsheim, die bei Anne Will so dermaßen dummdreist zum Thema argumentierten, dass selbst Hans-Olaf Henkel nach Luft schnappte. „Die Steuerhinterzieher wehren sich ja nur gegen das System.“ Aha. „Kapitalflucht ist Pflicht.“ Soso. “Vermögende brachten ihr Geld aus Angst vor den Russen in die Schweiz.” Tatsächlich? Leichte Beute also für Sahra Wagenknecht, die redete wie ein Maschinengewehr; Statistiken runterkurbelte, als wollte sie sich bei Destatis für einen Praktikumsplatz bewerben.

Die Geldwirtschaft differenziert immer weiter aus – das haben wir hier schon oft genug festgestellt. Zu Bruch gehen dabei alle Arten von traditionellen Bindungen, Moralvorstellungen und Loyalitäten. Vor diesem Hintergrund steht der Steuerhinterzieher vor einem paradoxen Problem: Er verhält sich aus persönlicher Geldgier regelwidrig, muss dabei aber davon ausgehen, dass sich andere, die ihm dabei helfen, nicht auch so verhalten. Und nicht ihrer eigenen Geldgier stattgeben. Sich also selbst für zweieinhalb Millionen nicht zum Bruch des Bankgeheimnisses verleiten lassen. Sich ihm gegenüber loyal verhalten, obwohl man ihnen vielleicht das Zig-fache ihres Gehalts bietet.

Mit anderen Worten: Der Steuerhinterzieher postuliert eine Umwelt, die moralisch besser ist als er selbst.

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Was ermöglichte die Notenpresse?

by weissgarnix 07.02.2010

Ich lach mich schlapp: Die Urmutter aller Druckerpressen, mittels derer Banknoten gedruckt und wunderhübsche Kreditexpansionen in Gang gesetzt werden konnten, wurde wie finanziert? Na mit einem Kredit natürlich! Zumindest steht das so in dem schlauen Buch, das ich gerade lese, “History of Money” von Glyn Davies.
Johann Gutenberg war für seine Basteleien zwischen 1450 und 1452 [...]

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Das Ganze nochmal grafisch

by weissgarnix 07.02.2010

Offenbar habe ich mich in meinem letzten Beitrag missverständlich ausgedrückt.  Ich nehme daher einen erneuten Anlauf und versuche es wie der Pauli Krugman mal mit einer Grafik:
Wir sehen eine grüne Arbeitsangebotsfunktion, die bei Hartz IV startet und mit der Lohnhöhe steigt. Die These lautet also, dass unter Hartz IV niemand arbeitet, weil er das gleiche [...]

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Theorie vom fehlenden Arbeitsanreiz macht keinen Sinn

by weissgarnix 06.02.2010

In der FAZ-Wirtschaftsredaktion haben sie offenbar eine Studie des Kieler Weltwirtschaftsinstituts ausgegraben, die den Abstand zwischen Erwerbseinkommen und Hartz-IV-Leistungen thematisiert. Quintessenz:  Es lohne sich für Geringqualifizierte nicht mehr, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, weil man mit Hartz IV das gleiche oder nur ein unwesentlich geringeres Einkommen erzielen kann.
Der Gedanke allein hat in meinen Augen schon etwas perfides, [...]

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Aus meinem Abfalleimer: Soziale Marktwirtschaft

by weissgarnix 05.02.2010

Ich hatte in meinem Buch ursprünglich ein eigenes Kapitel zur Sozialen Marktwirtschaft, ca 30 Seiten lang, das mir aber jetzt nicht mehr gefällt. Thematisch passt es nicht mehr zum Rest, und Platz habe ich dafür eigentlich auch keinen. Das ganze Kapitel fliegt daher raus und erscheint auszugsweise hier im Blog. Nachfolgend Teil 1:
Die Frage, die [...]

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