Ein Leser machte mich auf den letzten Monatsbericht der Bundesbank aufmerksam, in dem sie sich “Zur Problematik makrokonomischer Ungleichgewichte im Euro-Raum” äußert (S. 17-40). Jedoch: Bereits im ersten Satz wird deutlich, dass die BuBa den wahren Ursachen nicht auf den Grund gehen mag:
“Seit Beginn der dritten Stufe der Währungsunion Anfang 1999 hat in einigen Mitgliedstaaten an der geographischen Peripherie des Euro-Raums ein Wirkungsgeflecht aus kräftigem Nachfragewachstum, vergleichsweise starkem Preisauftrieb und gravierender Erosion der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zu persistent hohen Leistungsbilanzdefiziten geführt.”
Und trotz dieser “gravierenden Erosion der preislichen Wettbewerbsfähigkeit” ist es allen diesen Ländern gelungen, Schulden zu machen, als gäbe es kein Morgen. Man stelle sich vor, dass die analoge Begründung von Börsenanalysten für die finanzielle Situation von Einzelunternehmen verwendet würde: “Mangels Wettbewerbsfähigkeit ging es dem Unternehmen ABC immer schlechter, die Verluste wurden immer größer und deshalb waren die Kreditgeber auch in immer höherem Maße bereit, dem Unternehmen Geld zu leihen” – man würde diese Analysten für völlig gaga erklären. Stattdessen würde man sagen, dass die Verluste des Unternehmens und seine prekäre finanzielle Situation überhaupt nur entstehen konnten, weil sich jemand dazu bereit fand, die Finanzierung zu übernehmen. Aus welchen rationalen oder irrationalen Motiven auch immer. [Weiterlesen →]
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