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Ein Leser machte mich auf den letzten Monatsbericht der Bundesbank aufmerksam, in dem sie sich “Zur Problematik makrokonomischer Ungleichgewichte im Euro-Raum” äußert (S. 17-40). Jedoch: Bereits im ersten Satz wird deutlich, dass die BuBa den wahren Ursachen nicht auf den Grund gehen mag:

“Seit Beginn der dritten Stufe der Währungsunion Anfang 1999 hat in einigen Mitgliedstaaten an der geographischen Peripherie des Euro-Raums ein Wirkungsgeflecht aus kräftigem Nachfragewachstum, vergleichsweise starkem Preisauftrieb und gravierender Erosion der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zu persistent hohen Leistungsbilanzdefiziten geführt.”

Und trotz dieser “gravierenden Erosion der preislichen Wettbewerbsfähigkeit” ist es allen diesen Ländern gelungen, Schulden zu machen, als gäbe es kein Morgen. Man stelle sich vor, dass die analoge Begründung von Börsenanalysten für die finanzielle Situation von Einzelunternehmen verwendet würde: “Mangels Wettbewerbsfähigkeit ging es dem Unternehmen ABC immer schlechter, die Verluste wurden immer größer und deshalb waren die Kreditgeber auch in immer höherem Maße bereit, dem Unternehmen Geld zu leihen” – man würde diese Analysten für völlig gaga erklären. Stattdessen würde man sagen, dass die Verluste des Unternehmens und seine prekäre finanzielle Situation überhaupt nur entstehen konnten, weil sich jemand dazu bereit fand, die Finanzierung zu übernehmen. Aus welchen rationalen oder irrationalen Motiven auch immer. [Weiterlesen →]

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Tragischer Diskurs

von f.luebberding am 18. Juni 2010

Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bisher gab es in der deutschen Debatte einen ökonomischen Konsens. Danach war der südeuropäische Schlendrian für die Eurokrise verantwortlich zu machen. Am deutschen Wettbewerbs- und Standortsicherungswesen sollte die EU genesen. Wenn alle Europäer ihre Hausaufgaben mit deutscher Gründlichkeit erledigten, wird alles wieder gut. So der Tenor. Das hat sich geändert. In der FAZ ist heute ein bemerkenswerter Appell vier wichtiger deutscher Ökonomen erschienen. Clemens Fuest, Martin Hellwig, Hans-Werner Sinn und Wolfgang Franz sind die Autoren. Sie reden in ihrer Krisenanalyse (fast) wie Heiner Flassbeck. [Weiterlesen →]

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Sparen bis zum Bürgerkrieg

von weissgarnix 24.04.2010

Die FAZ nimmt sich ein Herz und lässt ausgerechnet Vertreter jener Zunft den Hilferuf Griechenlands kommentieren, die gerade eben erst bewiesen hat, dass sie vom Lauf der Welt nicht immer sehr viel Ahnung hat. Die Überschrift “Ökonomen sehen Verstoß gegen den Maastrich-Vertrag” versieht mein innerer Schweinehund daher gleich mit zwei recht trockenen Kommentaren, nämlich:
1) Wie [...]

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Und die USA deutscher?

von weissgarnix 11.03.2010

In Ergänzung zum jüngsten Beitrag aus der FT ist dieser Artikel des SPIEGEL natürlich der Super-Brüller: Ausgerechnet die USA wollen also auf Deutschlands Spuren wandeln und zur Export-Nation werden. Schön.
Warum halte ich das – ohne Ansehen des ökonomischen Gehalts – für absolut respektabel? Weil hier eine Regierung tatsächlich die Schneid hat, einen wirtschaftspolitischen Kurs zu [...]

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Schirrmacher-LESER wissen mehr

von weissgarnix 20.12.2009

Frank Schirrmachers neues Buch „PAYBACK“ wirft eine Menge Fragen auf. Interessante Fragen und weniger interessante, zum Beispiel die, warum sich viele Leute dazu berufen fühlen, auf einen Text hin „Gegenpositionen“ zu veröffentlichen, den sie offenbar nicht gelesen haben; und warum sich Medien wie der SPIEGEL dann auch noch dazu herablassen, derlei halbseidenes Säbelzahntiger-Geschwafel in proto-intellektueller [...]

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Aus Willi Röpkes Buchstabenkiste

von weissgarnix 08.10.2009

Ein deutscher Ökonom, den ich sehr gerne lese, ist Wilhelm Röpke. Nicht nur, weil der Mann zweifellos den Durchblick hatte, was ihn zum einsamen Hirschen unter den vielen Bewohnern des tiefen, dunklen Waldes machte, sondern auch, weil er seine Gedanken in gnadenlos gute Worte fassen konnte. Bisweilen ließ er Polemiken vom Stapel, die problemlos für [...]

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