Paul Krugman ist verzweifelt, weil niemand verstehen will, was die Liquiditätsfalle ist. “Nobody understands the liquidity trap“, schrieb er vor ein paar Tagen in seinem Blog. Das Problem ist: Krugman selbst versteht sie auch nicht.
Ich hatte hier und hier schon mal erklärt, warum ich an das Konzept der Liquiditätsfalle per se nicht glaube. Und ich glaube auch weiterhin nicht daran. Kein “echter” Keynesianer sollte das, denn der Liquiditätsfalle eine bedeutsame Rolle einzuräumen hieße, den Zinsen die entscheidende Bedeutung für die Investitionsnachfrage beizumessen. Und das haben sie nicht – zumindest nicht bei Keynes. Der sah in der “Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals” die entscheidende Größe (heute würden wir sagen: die interne Verzinsung von Investitionsprojekten) und damit in den Erwartungen von Unternehmern im Bezug auf eine unsichere Zukunft.
Im Zins sah Keynes hingegen lediglich die Größe am Wirken, die das Angebot an verleihbarem Geld mit der Nachfrage nach Krediten in Abstimmung bringt. Unter der Einwirkung von Zukunftsunsicherheit, so seine These, würden Leute immer eine bestimmte Menge Geld halten wollen, die demnach für die Anlage in längerfristigen/illiquiden Krediten und Anleihen nicht zur Verfügung steht. Das Maß für diese ”Liquiditätspräferenz” sei eine Liquiditätsprämie, die diese Leute verlangen würden, um sich für eine gewisse Zeit von der Sicherheit zu trennen, die mit der unmittelbaren Verfügung über Geld einhergeht.
Soweit es nun die “Liquiditätsfalle” betrifft, machte Keynes dazu in einer kurzen, nicht mal halbseitigen Passage in der General Theory ein paar Bemerkungen, ohne den Begriff als solches zu verwenden. Was Krugman & Co heute sozusagen als Generalproblem des entwickelten Finanzmarktkapitalismus diagnostizieren, und das offenbar weltweit, war für Keynes ein seltener Spezialfall. Nämlich der, wo
“sogar eine starke Vergrößerung der Geldmenge nur eine vergleichsweise geringe Auswirkung auf den Zinssatz hat”
Aus diesem Satz machte die Schule der Bastard-Keynesianer um Hicks, Samuelson & Co dann das allgemein akzeptierte Paradigma, dass man für die Ankurbelung der Wirtschaft nur die Zinsen zu senken brauche, und holladrio: schon gehe es konjunkturtechnisch wieder flott dahin.
Wie so oft in der praktischen Applikaton des Meisters, war man auch hier nur gewillt, den ersten Teil der Botschaft zur Kenntnis zu nehmen, den entscheidenden zweiten Teil aber unter den Tisch fallen zu lassen. Schon im nächsten Satz schreibt Keynes nämlich über den Grund für einen solchen Zustand:
“Weil eine große Ausweitung der Geldmenge eine dermaßen hohe Unsicherheit zur Folge haben kann, dass die Liquiditätspräferenz, die aus dem Motiv der Sicherheit resultiert, verstärkt wird. Während gleichzeitig die Meinung über den zukünftigen Verlauf der Zinssätze so einhellig ist, dass es zu einer Massenflucht in die Geldhortung kommt.”
Klar, was damit gemeint ist? Die Geldpolitik der Zentralbank schafft sich ihr Problem selbst! Was Keynes mit dem ”Motiv der Sicherheit” meint, hat nichts mit den Zukunftserwartungen von Konsumenten und Unternehmern zu tun, sondern bezieht sich ausschließlich auf eine ganz bestimmte Furcht der Sparer: Dass sie nämlich bei niedrigen Zinsen eine Anleihe kaufen (bzw einen Kredit vergeben), und dann während der Laufzeit die Zinsen steigen. Dann würden sie nämlich bei Veräußerung der Anleihe einen Verlust erleiden bzw beim Direktkredit zumindest Opportunitätskosten. Die “Unsicherheit”, die Keynes hier zum Ausdruck bringt, bezieht sich also auf nichts anderes als den zukünftigen Zins selbst!
Jeder, der schon mal in eine längerlaufende Anleihe investiert hat, weiß, was gemeint ist. Und weiß selbstredend auch, dass das Problem zu allen Zeiten schlagend werden kann, nicht nur am “Zerobound” (Notenbankzins gleich null), wie Krugman andauernd schreibt. Der einzige Grund, der eine solche Interpretation rechtfertigt, ist, dass die Zentralbank an diesem Punkt ihr Pulver definitiv verschossen hat: Sie kann nicht mehr damit locken, die Zinsen zukünftig noch weiter zu senken, denn tiefer als Null geht halt nicht. Krugmans Idee von Zentralbankpolitik ist nämlich die, dass sie zu jedem Zeitpunkt in der Lage sein müsse, die Zinsen nicht nur zu senken, sondern erfolgreich zu vermitteln, dass sie sie zukünftig noch weiter senken werde.
Ich halte diese Interpretation für extravagant – um es mal freundlich zu sagen. Insbesondere wenn aus der Feder von Leuten, die sich auf Keynes berufen. Dem war das Zinsniveau als solches nämlich wurscht. Was ihn interessierte, was im Fokus seiner Theorie stand, war das Verhältnis von Zins und Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals. Das eine hatte keine Bedeutung ohne das andere. Jeder, der in seinem BWL-Studium einen Kursus über Betriebliche Investitionsrechnung gemacht hat, kann Keynes’ Gedankengang sehr gut nachvollziehen: Zunächst wird aus zukünftigen Cash Flows eines möglichen Investitionsprojekts der interne Zinsfuß ermittelt; und dieser dann im zweiten Schritt mit dem (risikolosen) Alternativzins (i.e. auf Staatsanleihen und dergleichen) verglichen. Liegt er höher, wird die Investition getätigt, liegt er niedriger, dann nicht. Und wer das Ganze dann in der täglichen Praxis von Unternehmen miterlebt hat (comme moi), der wird wissen, dass zur Not eben die zukünftigen Erwartungen, die dem Investitionsantrag zugrundeliegen, zurechtgebogen werden; aber eine Investition so gut wie nie daran scheitert, dass die Zinsen zu hoch wären. Umso mehr, als börsennotierte Großkonzerne längst mit Alternativzinsen aus WACC-Modellen rechnen, die die Kosten des Eigenkapitals mitberücksichtigen und damit mit den Notenbankzinsen so gut wie nichts mehr gemein haben.
Folgt man Keynes’ Sicht der Dinge, dann müsste die drohende Aussicht auf das Einsetzen einer Liquiditätsfalle aus Zentralbanksicht sofort dazu führen, dass das Gegenteil von dem passiert, was Krugman sich vorstellt: Die Geldmenge sollte umgehend verringert, auf keinen Fall aber weiter ausgedehnt werden! Denn das würde das Problem logischerweise nur verschlimmern bzw perpetuieren. Wenn die Zinsen einmal bei null sind, dann können sie zukünftig nur noch steigen – was sonst? Man sollte daher mit Recht skeptisch sein, was die langfristigen Aussichten von Zentralbankpolitik betrifft: Zinssenkungen auf Teufel komm raus sind in der Realität keine Lösung, wenn sich an den Zukunftsaussichten von Investitionen nichts ändert. “Ich für meinen Teil bin skeptisch, was den Erfolg einer rein monetären Politik betrifft, die den Zinssatz beeinflussen will”, schrieb Keynes wortwörtlich in die General Theory. Vielleicht wurde dieser Satz aus der US amerikanischen Ausgabe des Werkes ja gestrichen, wer weiß. Dass ausgerechnet die US Keynesianer auf die Liquiditätsfalle so abfahren, ist mithin für mich nichts anderes, als die wohlfeile Ausrede, in die man sich angesichts eines enttäuschten ökonomischen Machbarkeitswahns geflüchtet hat, auf den sich der ganze Hype um Greenspan und Bernanke gründete; diese elende Zentralbankfolklore, die postulierte, dass FED-Direktoren und EZB-Häuptlinge einen bestimmenden Einfluss darauf hätten, wie die Weltwirtschaft läuft.
Kommen wir damit zurück zu Krugman: Seine Interpretation der Liquiditätsfalle ist zwar grundsätzlich falsch, aber zumindest im Augenblick richtig, weil das, was Keynes damit meinte, bei Nullzins auf jeden Fall gilt (solange die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals nicht negativ werden kann, wovon auszugehen ist). Im Prinzip hat er also damit Recht, dass orthodoxe Geldpolitik am Ende ist und unkonventionelle Maßnahmen à la Quantitative Easing jetzt das einzige sind, was noch geht. Aber um welchen Preis, wenn man das Ganze zu Ende denkt? Ich gebe allen denjenigen Recht, die sagen, dass eine Zentralbank, die einmal damit anfängt, nie wieder davon loskommen wird. Das ist in der Tat für mich so sicher wie das Amen in der Kirche. Denn jede Abkehr müsste – bei wieder steigenden Zinsen – mit einer gleichzeitig steigenden Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals einhergehen. Anders gesagt: Die Unternehmer müssten wieder einen Grund finden, positiv in die Zukunft zu blicken und zu investieren. Diesen Grund will ich, und an dieser Stelle reichen sich Keynes und Hayek meiner persönlichen Ansicht nach die Hände, einfach nicht sehen. “Fiscal is the only game in town”, schrieb Krugman einmal – und damit hatte er deutlich stärker Recht, als mit seiner Herleitung der Liquiditätsfalle. Mein Credo daher: Fangen die Staaten weltweit an zu sparen, kommt die Kacke zum Dampfen. Der ”große Kladderadatsch”, wie es August Bebel nannte, ist dann nicht mehr fern.
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PS: Bei nochmaliger Lektüre stellte ich gerade fest, dass dieser Beitrag viel zu “technisch” geraten ist. Sorry an alle Nichtökonomen unter den Lesern – aber es musste wirklich mal sein.
Word!
Woraus folgt: Monetaristen sollten besser nicht gefühlte 95% der VWL ausmachen wie derzeit.
Als Nichtökonom bedanke ich mich ausdrücklich für die eher technische Darstellung.
Man will ja auch mal etwas dazulernen…
http://econ.economicshelp.org/2007/03/uk-economy-under-mrs-thatcher-1979-1984.html
hier mal das gegenbeispiel man glaubte auch hier in diesem fall die Inflation würde am Moneysupply liegen dabei war es der Ölboom…
an den Trümmern die gut 30 Jahre falsche Politik hinterlassen haben knabbern die Briten heute noch…
Wenn wir schon dabei sind. Hier noch ein netter Artikel zur Inflation ebenfalls aus UK: “Is the china effect over?”
http://www.bbc.co.uk/blogs/thereporters/evandavis/2007/04/is_the_china_effect_over.html
@wgnx
Ende 2008 hast du noch geschrieben, dass QE das Gegenteil dessen bewirken wird, was es soll, da es die Unsicherheit erhöht. Nun schreibst du, dass “unkonventionelle Maßnahmen à la Quantitative Easing jetzt das einzige sind, was noch geht.”
Also ich für meinen Teil gehe fest davon aus, dass Investitionen auch am Zins hängen, aber eben nicht nur. Zu behaupten, Investitionen würden fast nie am Zins scheitern, ist daher m.E. durchaus gewagt. Den Zins weiter nach unten zu drücken, ist daher richtig, allerdings längst nicht ausreichend. Soweit ich Krugman verstehe, behautet er aber auch nicht, dass alleine dadurch die (US-)Wirtschaft wieder in Schwung kommt. Im Gegenteil, er fodert in erster Linie mehr Fiskalpolitik.
Krugman hat durchaus auch eine monetäre Antwort auf das Problem der Erwartung zukünftig steigender Zinsen.
Er hat schon häufiger geschrieben, die Zentralbank sollte sich dazu bekennen, die Zinsen noch eine längere Zeit lang niedrig zu halten, selbst dann, wenn die Inflation wieder anspringt. Das könnte durchaus eine Möglichkeit sein, auch das, was du beschreibst du bekämpfen. Wie wirksam das ist, kann ich nicht beurteilen.
Zum Effekt von Zinsen: Empirisch ist festzustellen, dass Zentralbankzinsen Auswirkungen haben. Ich glaube es war auch Krugman in seinem Blog, der geschrieben hat, dass es vor allem Real Estate/Baubranche sei, die auf Zinsänderungen reagiert.
Das ergibt durchaus Sinn, da hier die Einnahmen relativ gut vorgersagbar sind und die Investitionskosten recht hoch. Dabei spielen gerade in den USA nicht nur Unternehmen sondern auch Privathaushalte eine große Rolle.
Was passiert, wenn man zu häufig die Konjunktur durch einen Boost auf dem Bau stützen möchte, kann man in den USA ja gut beobachten.
Wie passen übrigens die niedrigen langfristigen Zinsen auf Staatsanleihen zu der Idee, dass die Leute am liebsten Bares halten?
Sollten wir nicht eine sehr steile Zinskurve in den USA sehen, weil die Leute ihr Geld lieber nicht langfristig zu niedrigen Zinsen ausleihen wollen?
Das passt eher zu Krugmans Theorie, dass die Nullzinsen ein Problem sind – und die Erwartung, dass Japan droht – eine Zeit, in der Bares schon eine Rendite abwirft, die in der Realwirtschaft kaum zu überbieten ist.
Vielleicht gibt es tatsächlich die Möglichkeit einer ähnlichen Krise abseits der Nullzinsgrenze, aber die Bedingungen der Nullzinsgrenze sind doch recht speziell. Die Zinsen mögen nicht jede Entscheidung beeinflussen, aber vielleicht ein paar. Und wir sprechen ja letztlich doch über kleine Effekte. Die Weltwirtschaft ist schließlich nur wenige Prozente eingebrochen. In Deutschland zunächst ein bisschen mehr, wegen der konjunkturabhängigen Produktpalette, aber inzwischen gibt es in einigen Firmen, in denen vor noch nicht allzu langer Zeit noch Kurzarbeit gab, schon wieder Überstunden.
“Bei nochmaliger Lektüre stellte ich gerade fest, dass dieser Beitrag viel zu “technisch” geraten ist. ”
Ähm, nö, wo ist das Problem? Ist doch logisch nachvollziehbar, wenn man auch nicht weiß was WACC ist, das spielt für den Zusammenhang keine Rolle. Eher mehr daven!
PS: Jetzt noch ein paar Details zum “großen Kladderadatsch” (Ablauf etc.) und das Bild wird rund. Oder muß man dafür das Buch kaufen?
Kladderadatsch = Satirezeitschrift
(das läßt doch hoffen, noch Fragen?)
@wgn #1
Danke für den Tiefenblick.
KL (Nichtökonom)
Aldi-Süd scheint die Falle schon erkannt zu haben..
Es ist aber auch verflixt sowie und als auch zugenäht.
mit keinem Wort erwähnt der Herr WGN was er nun mit der eingesammelten Erbschaftssteuer oder mit dem Spitzensteuersatz macht. Damit rückt er nicht raus. Meister Strobl. Eines ist uns beiden klar. Die einen haben was, und die anderen zu wenig. Ob Keynes das nun sagt, oder Rockefeller. Völlig wurscht. Da kann die Generale Theorie so manches noch zum Vorschein bringen. Auch mit den Zinsen, die es automatisch gibt. Und wenn es nur 1% ist. Also nochemals
wie kommt die Kohle dahin, wo sie hin sollte? Mach mal ein Coming Out. Los erbarme Dich. Sag es.
@13: Heute nen Kasper gefrühstückt, wa?
@holger: Mich interessieren VIIIIEL mehr die Freibeträge, sowohl bei der Vermögens- wie auch bei der Erbschaftssteuer.
“Die Unternehmer müssten wieder einen Grund finden, positiv in die Zukunft zu blicken und zu investieren.”
Ein schöner Satz und auch einer der Gründe dieser Krise. Weil nämlich 50 Prozent der Wirtschaft Psychologie sind und man also dem scheuen Reh Kapital gut zureden muss und es nicht verschrecken darf, wurde und wird positiv bestärkt – also gelogen und manipuliert.
Statistiken, Aussichten, Kennziffern, ratings – nix ist heilig.
Vielleicht sollte man hier anfangen? Es könnte auch nicht schaden, den strukturellen Gründen der Krise zu Leibe zu rücken, also etwa dem Preisverfall amerikanischer Immobilien mit einem in der Ex-DDR schon bewährten Rückbau zu begegnen, die Landschaft der bankrotten Kleinbanken zu konsolidieren, endlich den Krieg gewinnen, oder beenden.
Abgesehen davon verwandelt sich Amerika, wie alle anderen Länder des Westens auch, mehr und mehr in eine Art Brasilien, nur eben von oben.
Es gäbe also viel zu tun. Dass der Staat einfach Geld ausgibt, hat als Antwort auf die Krise also keine Berechtigung. Und auch, dass der Staat mal eben faule Anleihen von Unternehmen und anderen Staaten aufkauft, ist gefährlich. Für die Banken ist das sicheres Geld. Sicherer jedenfalls, als irgendein Investieren in wirtschaftliche Projekte. Das kann dazu führen, dass die Banken werden verstaatlicht werden müssen, mit der Begründung, dass die Realwirtschaft sonst nicht zu retten ist.
So kann ein Idiotiekreislauf sich immer mehr ausweitender Verstaatlichungen beginnen, wie man ihn im Venezuela Chavez’ beobachten kann.
Der einzige der sich ohne Sicherheiten verschulden kann ist Väterchen, solange er Steuern eintreiben kann. Aha, deswegen Erbschaftsteuer? und Steuer Erhöhungen? Wie lange geht das gut, wenn überhaupt? (Schwarzmarkt) Na, Du bist mir einer. Oben spricht man vom “kalkulatorischen Zins” und das die Rendite darüber legen müsste, und die Dellekom bietet, dauerhaft 7%.
@ keiner
schau mal eben unter das Stiftungsrecht. Was da so alles kommt, erstaunlich.
….wie jetzt, jüdische Erbschaften für alle (über 50 Mio)?
@ keiner
Quatsch
les es dir mal durch. In D brauchst du in bestimmten Bundesländern, nur deine 25.000 Euronen, und in manchen eben gar nix. Du musst nur verdammt “Gemein und Nützig” sein. Geht. Sobald du diesen Status hast, it alles va bene. worldwide. nicht umsonst hat Jim Lukas Buffet, sein Vermögen “verschenkt” kommt rechtlich keiner dran. Versuch einer Klage ist möglich.
Und am schönsten ist die Liechtensteiner Version. Mit oder ohne CD
Ja, wo ich ausreichende Mittel besessen habe, war ich auch mal da. in Vaduz.
@Thomas Müller
>Ende 2008 hast du noch geschrieben, dass QE das Gegenteil dessen bewirken wird, was es soll, da es die Unsicherheit erhöht. Nun schreibst du, dass “unkonventionelle Maßnahmen à la Quantitative Easing jetzt das einzige sind, was noch geht.”
Das einzige, was aus Sicht der Zentralbank noch geht – das war gemeint. Ich war und bin hingegen nicht überzeugt, dass die ZB das tatsächlich machen sollte. Meine Überzeugung war eigentlich immer die, dass die Zentralbank mit den Zinsen am besten überhaupt nichts macht, sondern sie schlicht und einfach in Ruhe lässt.
>Also ich für meinen Teil gehe fest davon aus, dass Investitionen auch am Zins hängen, aber eben nicht nur. Zu behaupten, Investitionen würden fast nie am Zins scheitern, ist daher m.E. durchaus gewagt.
Das habe ich ja auch nicht behauptet. Im Rahmen des obigen Artikels wollte ich vielmehr sagen: Wenn eine Liquiditätsfalle vorliegt, wie Krugman meint, dann würde die expansive Geldpolitik nach Ansicht von Keynes bereits mehr Schaden stiften als Nutzen. Man müsste sie demnach umgehend beenden bzw womöglich sogar zurückdrehen.
Und wie aus dem obigen Text unschwer herauszulesen ist, glaube auch ich keineswegs, dass der Zins keine Rolle spielt; er spielt nur nicht die entscheidende Rolle, das habe ich geschrieben.
>Den Zins weiter nach unten zu drücken, ist daher richtig, allerdings längst nicht ausreichend.
Insofern, als diese Zinssenkung in der Lage ist, die Inflationserwartungen zu erhöhen, gebe ich dir recht; dann wirkt sie nämlich unmittelbar auf die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals. Ansonsten bin ich mir keineswegs sicher.
>Im Gegenteil, er fodert in erster Linie mehr Fiskalpolitik.
Und darin gebe ich ihm ausdrücklich Recht – habe ich oben ja auch geschrieben.
@Ich
>Das könnte durchaus eine Möglichkeit sein, auch das, was du beschreibst du bekämpfen. Wie wirksam das ist, kann ich nicht beurteilen.
Ja, aber das mit der Liquiditätsfalle nicht das Geringste zu tun (die wirkt ja wie gesagt auf Seiten der Sparer), sondern mit den zukünftig erwartbaren Renditen auf Investitionsvorhaben (wirkt also auf Seiten der Unternehmer). Die Idee stammt von Keynes selbst: Er war der Meinung, dass die Erwartung von zukünftiger Inflation dazu führen müsste, dass gegenwärtige Investitionen angeregt werden. Warum? Ganz klar: denn wenn ich jetzt zu tieferen Preisen investiere, als meine Konkurrenten in Zukunft, dann habe ich einen Kosten- und Wettbewerbsvorteil. Ist sozusagen das Gegenteil zum Attentismus bei erwarteten Deflationen.
Analog Krugman: Lass die Unternehmer glauben, dass zukünftig alles teurer wird – dann sollten sie sich eigentlich beeilen, jetzt noch schnell zu investieren. Problem dabei: In der globalisierten Wirtschaft gibt es natürlich auch noch andere Wege, einem erwarteten Preisanstieg auszuweichen, nämlich durch Verlagerung in Billigländer. Wie sehr diese Überlegung daher heute noch zutrifft, wage ich nicht zu sagen.
@wgnx
Also m.E. liest es sich bei dir schon so, dass der Zins praktisch keine Rolle spielt (“Investitionen scheitern so gut wie nie an zu hohen Zinsen”). Aber sei’s drum, der Punkt ist doch, in einer Zeit massiver Unterauslastung und beinahe Deflation muss alles unternommen werden, was möglich ist.
Dass die Geldpolitik aktuell nicht mehr sehr effizient ist, wird glaube ich von niemandem bestritten (der Streitpunkt drüfte eher sein, wie gross der Einfluss normalerweise ist). Niedrige Zinsen und QE leisten nun vielleicht nicht viel, erhöhen aber sicherlich die Inflationserwartungen und senken die Finanzierungskosten des Staates.
Und, da die Zentralbanken nun einmal angefangen haben, QE zu betreiben, würde es die Unsicherheit vermutlich noch wesentlich mehr erhöhen, die expansive Geldpolitik plötzlich zurückzudrehen. Man hätte diese Politik bei Vorliegen eine Liquiditätsfalle also möglicherweise nicht beginnen sollen. Wenn man sie aber einmal begonnen hat, ist es nicht mehr das sinnvollste, diese Politik sofort zu beenden.
Können Investitons- und Liquiditätsfalle nicht auch gleichzeitig auftreten?
@wgnx
Die Ausführung sind super ausführlich. Aber mal zu Krugman, da sollte man auch mal das Umfeld beachten in dem er Argumentiert.
Also da ist mal die “housing bubble” gespeist durch niedrige Zinsen und überzogene Erwartungen dann sind da die “freshies” bei denen Erwartungen bzgl. Investitionen eher untergeordnet betrachtet werden.
Wir eine Investitionsentscheidung in einem normalen wirtschaftlichen Umfeld getroffen gibt es schon einen Abtausch Zinsen Erwarteter Cash Flow. Es gibt immer Ausnahmen
>Innovation
>Bubble – überzogene Erwartung
> Rezession – keine Erwartungen
Krugis Argumentation war doch bis jetzt immer so.
In der Liquiditätsfalle kann die Investionstätigkeit nur durch die Erwartungen angeregt werden.
Das können die Haushalte durch Konsum. Nun der US Konsument fällt da eher aus. Also bleibt nur der Staat, der durch ein Investitionsprogramm die Erwartungen drehen könnte. Krugi argumentier aber, dass mit dem Staat nicht zu rechnen ist, weil der Senat jedes Programm zu stark kürzt um einen Effekt zu haben.
Konsequenz, die Fed müsste die Zinsen Negativ setzten können um das politische Versagen ausgleichen zu können, allerdings mit ungewissen Ausgang
Ich würde seine Kommentare eher auf das Unverständnis, des Senates und der “Angst” der Obama Administration vor dem selben beziehen.
Wer sagt eigentlich, wann viel Geld auf dem Markt ist, und wann wenig? Wie viel ist “viel” ? und wie viel ist “wenig” ? Juckt das überhaupt einen? Meinetwegen vor 100 tausend Jahren, konnte man bei den Naendertalern, das noch für Inflation und Deflation zum Anlass nehmen darüber nach zu denken. Weil die physisch bezahlt haben. Die Geldmenge, entscheidet überhaupt kein bißchen mehr darüber, ob Angebot und Nachfrage was weiß ich… ob Infla oder Defla. Man, wenn die Menge kein Bock mehr hat oder eben keine Kohle mehr ausgeben kann, weil nicht da. Dann raschelt es. Mit Keynes oder ohne. So schwer kann das ganze doch nicht sein. Aber anscheinend doch. Also, wie kommt das Prekariat der Unter bis Mittelschicht, wieder an die Kohle? Ohne Sicherheiten vorlegen zu müssen, die andere eben nur geklaut haben, und das bewusst. Ja, die Renntiere sind Verbrecher. Die ganzen Börsenanleger Fuzzis, auch. Die smarten Trader von IBM auch. Es sind einfach nur skrupelose Verbrecher. Mehr nicht mehr. Ein Dreckshaufen. Und diesem Dreckshaufen, von smarten Invstors, gehört das Handwerk noch nicht mal gelegt, ich würde ihr Spiel weiter laufen lassen. und dafür eine Gebühr verlangen, für ihr Schmarotzertum. Und dann können sie Traden und sich Gegenseitig bescheißen, bis die Hütte abfackelt. Anders geht es nicht.
“Die Unternehmer müssten wieder einen Grund finden, positiv in die Zukunft zu blicken und zu investieren. Diesen Grund will ich, und an dieser Stelle reichen sich Keynes und Hayek meiner persönlichen Ansicht nach die Hände, einfach nicht sehen. “Fiscal is the only game in town”, schrieb Krugman einmal – und damit hatte er deutlich stärker Recht, als mit seiner Herleitung der Liquiditätsfalle. Mein Credo daher: Fangen die Staaten weltweit an zu sparen, kommt die Kacke zum Dampfen. Der ”große Kladderadatsch”, wie es August Bebel nannte, ist dann nicht mehr fern. ” Kladderadatsch hin oder her, zur Zeit ist der einzige geeignete Zeitpunkt für eine kleine Entzugskur für die Junkies. Es sei denn, jemand wünscht sich Sozialismus. Der kann ihn nicht erlebt haben. Man sollte irgendwo eine sozialistische Musterrepublik einrichten. Dorthin würden die deportiert, die meinen Staatswirtschaft wäre besser als banaler ungerechter Kapitalismus.
MM
Die üblichen Verdächtigen haben dieses Mal das Protokoll des Open Market Committee der FED besonders kritisch kommentiert. Hier die minutes: http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/files/fomcminutes20100623.pdf
Tatsächlich war es so, dass die Vorsitzende des Economic Council, Frau Rohmer, im Winter 2008 einen Rahmen von 1,5 Bio. Dollar vorgeschlagen hatte. Geithner, Summers und vor allem der Stabschef Rahm haben aus politischen Gründen dafür plädiert, unter eine Billion zu gehen. In seinem heutigen op-ed istKrugman auf die politischen Folgen für Obama und die Demokraten eingegangen: https://www.nytimes.com/2010/07/19/opinion/19krugman.html?_r=1&hpw
Das System der checks & balances zwischen Präsident und Senat mit Angst zu beschreiben, ist verwegen. Dieser Senat ist in der Geschichte Amerikas der bei weitem obstruktivste. Wir werden ab September einen Wahlkampf erleben, der das zum Thema macht. Sollten die Demokraten die Mehrheit im Senat behalten, werden sie zu Beginn der nächsten Sitzungsperiode die Geschäftsordnung mit einfacher Mehrheit ändern. Dann sieht das Spiel graduell anders aus.
@Thomas Müller
>Also m.E. liest es sich bei dir schon so, dass der Zins praktisch keine Rolle spielt (“Investitionen scheitern so gut wie nie an zu hohen Zinsen”).
Soweit es meine berufliche Praxis betrifft, kann ich dir nur sagen: Mir ist kein einziges Projekt untergekommen, das am Zins (als Barwertfaktor in der Investitionsrechnung) gescheitert wäre. Und wo das im Raum stand, wurden die Parameter des Vorhabens eben etwas “bullisher” abgeändert. Und andererseits: Projekte, die nicht durchgingen, gingen mit oder ohne hohe Zinsen nicht durch.
Darüberhinaus: Die Diskontfaktoren, mit denen ich zu tun hatte, lagen stets weit über den Kapitalmarktzinsen, weil sie unter Einschluss von Eigenkapitalkosten (Verwässerungseffekten usw) als langfristige “WACC” (Weighed average cost of capital) bemessen wurden.
Auch danach, als ich deutschlandweit für Mittelständler Finanzierungen an Land zog, war der Zinssatz nicht das ausschlaggebende Kriterium; sondern “Sicherheiten” – oder eben die Qualität der Investitionspläne selbst bzw die Solidität der geplanten Einnahmen.
All das findet bei Keynes sehr wohl seine Berücksichtigung (sein Konzept von “Lender Risk” und “Borrower Risk” wird Minsky später für seine Instabilitätshypothese nutzen) – hat aber mit “Liquiditätsfalle” nicht das Geringste zu tun. Der Begriff als solches macht nur bei Hicks & Co Sinn (IS-LM-Diagramm), wo die Beschäftigung als direkte Funktion des Zinssatzes aufgefasst wird.
Sorry, aber ich kann mich den allgemeinen Lobgesängen nicht anschließen…
Gerade weil es die Liquifalle gibt, stößt jede Zins politik über kurz oder lang an ihre Grenze. Und was die Investitionsrechnung angeht: Kapitalwerte reagieren sehr empfindlich auf Änderungen des Kalkulationszinsfußes, deswegen dämpft ShareholderValue ja auch so prächtig die Sachinvestitionen.
Mfg, Volkswirt
“Die Unternehmer müssten wieder einen Grund finden, positiv in die Zukunft zu blicken und zu investieren.” Ihre Verschuldung, die Pflicht zum Preise ihres Unterganges mindestens die Zinsen darauf zu erwirtschaften, das ist ja das Fiese, wenn man im Hamsterrad rennt, läßt sie wieder und wieder “optimistisch” in die Zukunft blicken. Bis dann irgendwann doch endgültig das Licht ausgeht. Um dem zu entkommen, wurde “too big to fail” erfunden, die überaus “systemrelevanten” Schrottbuden meinen wichtig genug zu sein, um durch Subventionen gerettet zu werden.
@WGNX
Ok, meine Erfahrung ist da anders, vielleicht weil die Leute, die den Zins erhalten, keinen Einfluss auf das Projekt selbst haben. Aber mag sein, dass ich aus meiner Erfahrung raus, die Bedeutung der Zinshöhe überschätze. Ich möchte ja auch gar nicht widersprechen, dass Sicherheiten und andere Dinge sehr wichtig sind.
Nun haben wir aber die Situation, dass die Geldpolitik den Weg eingeschlagen hat. Nun das QE zu stoppen oder gar zügig zu revidieren, würde die Unsicherheit erhöhen und wäre somit gerade im Sinne deiner Argumentation kontraproduktiv.
Ein Ausstieg wäre nur schadlos möglich, wenn die anderen Faktoren – Sicherheiten, Nachfrage etc. – wieder in Ordnung kämen, was aber wiederum einen massiven Fiskalimpuls voraussetzen würde. Der wird nicht kommen, also haben wir nun Zombie-Banken, eine stagnierende Wirtschaft und steigende – interne wie externe – Konflikte. Eine gute Kombination.
Merkwürdige Theorie.
Läßt man dem Marktgeschehen seinen Lauf, ist es zum Nutzen aller, da die gegebenen Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden.
Mehere Millionen Menschen werfen Jahr um Jahr z.B. ihr altes noch funktionstüchtiges Handy in den Müll, wracken ihr funktionsfähiges Auto ab, werfen Millionen Tonnen noch essbarer Lebensmittel in den Müll, usw.
An der Theorie kann etwas nicht stimmen, da die Einkommensverteilung ja so wie sie ist, die bestmögliche Verwendung der knappen Ressourcen wiederspiegelt.
Quatitative Easing:
Es macht schon einen Unterschied wie der Staat das per Anleihen begebene Geld ausgibt.
Ob es zusätzliche Einkommen schafft. Oder eine 2008 gegebene Vermögensverteilung konserviert.
@wgnx
Und wo das im Raum stand, wurden die Parameter des Vorhabens eben etwas “bullisher” abgeändert.
Und dieses erfolgreiche Verfahren hast du dir besonders gut gemerkt, stimmt’s? Diese Änderungen erfolgen meist mit dem beruhigenden Hintergedanken, dass “in the long run” wir sowieso alle tot sind, oder wenigstens die Verantwortlichen schon neue Jobs haben, und die Nachfolger die Sache ausbaden dürfen.
Das ganze jetzt auf die Frage der Schulden, speziell der Staatsschulden angewendet – und voilà… Wirtschaft à la WGNX, Kraut an Rüben.
wohl bekomm’s…
Unter der Einwirkung von Zukunftsunsicherheit, so seine These, würden Leute immer eine bestimmte Menge Geld halten wollen, die demnach für die Anlage in längerfristigen/illiquiden Krediten und Anleihen nicht zur Verfügung steht.
Es sei denn, diese Zukunftunsicherheit bezöge sich ausgerechnet auf das Geld selber…
zu technisch? ich fand den text (als nichtökonom) erfreulich verständlich. das gilt übrigens für die meisten texte hier, abgehoben wird es in der regel erst in den kommentaren. aber dazu sind die ja auch da…
@ceteris
nein, @wgn ist tief drin ein ganz Guter, der es richtig doof findet, wenn Reiche immer reicher werden und Arme immer ärmer. Wenn’s nach ihm ginge, hätten alle Menschen auf der Welt Topberaterposten mit Privatjet!
Und wenn irgendwelche Nachfolger kein Land mehr sehen, dann haben die Deppen einfach versagt, bei der Neuverschuldung die Parameter noch ‘bullisher’ abzuändern.
Denn solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, ist das Konstrukt doch nicht von der Hand zu weisen, dass in irgendwelchen fernen Galaxien noch irre Marktchancen auf uns warten, die paar Jahrzehnte bis zum Warpantrieb-Kondratieff überbrücken wir mit Geschichtenerzählen und Wegkucken.
Und ist es nicht klasse? AIDS könnte vielleicht ein Beobachtungsfehler sein, weiß man’s? Und das mit dem NS, heute sieht man’s so, früher sah man’s anders, wie man morgen drüber denken wird, schaun mer mal… (wenn nur dieser bescheuerte §130 nicht wäre, der ein experimentelles Ausloten der Deutungszonen so blöd erschwert).
@Morph
ist tief drin ein ganz Guter
Ja, ist er. Alle Besitzbürger sind gut. Einzeln. Dann reden sie sich drauf raus, dass ja sonst ein anderer die BP-Aktien gekauft hätte, das ist doch der Markt und auf dem ist doch alles irgendwie egal, was ein kleiner Einzelner da tut oder unterlässt. (Das Geld ist dann nicht GANZ so egal, aber von Geld reden wohlerzogene Leute nur, wenn sie als Chefökonomen reden.)
Vor der Verantwortung ist da jeder der Stellvertreter jedes anderen. Alle sind einzeln gut aber insgesamt schlecht. Das sind die SYSTEME, die schlecht sind, der Mensch ist hilfreich und gut, also jedenfalls tief drin ist er das.
Es ist wirklich eine Schande, dass die Systeme so schlecht sind und dass es überhaupt so viele schlechte Menschen gibt, Leute die jeden Quatsch nachplappern, in den Medjen, weil sonst würde es ja jemand anderes machen – und wer weiss? – Vielleicht wäre man das sogar selber?
Aber die Hauptsache ist sowieso die Gesundheit, und dass die Kinder nicht missraten..noch etwas Tee?
@ WGNX
>Meine Überzeugung war eigentlich immer die, dass die Zentralbank mit den Zinsen am besten überhaupt nichts macht, sondern sie schlicht und einfach in Ruhe lässt.
Na sowas … jetzt sind wir schon drei: Friedman, du und ich
Wo ist uns nur Keynes abhanden gekommen ??????????
So verwirrend ist das alles doch gar nicht, wie es immer wieder dargestellt wird.
Selbstverständlich sind die Zinsen zur Belebung der Konjunktur sehr wichtig und man hat sie ja auch gleich kräftig gesenkt, nachdem die EZB noch bis zum Sommer 2008 meinte, die Zinsen erhöhen zu müssen, um irgendwelche “Inflationsgefahren” zu bekämpfen. Die Zinssenkung war richtig und notwendig.
Nun kann es sein, dass bei einem Zentralbankgeldsatz von Null die Belebung der Konjunktur immer noch nicht erfolgt. Besonders bei einer deflationären Depression. Wenn die Preise fallen, wie etwa 1929-33, ist ein Zinssatz von Null immer noch viel zu hoch. Dass die Zinsen für langfristige Papiere dann immer noch höher stehen, ergibt sich aus dem Kursrisiko. Das ist aber alles nur ein Nebenaspekt der Deflation und wird völlig unnötig aufgebauscht, auch von Krugman.
Bei Deflation muss der Staat die Konjunktur anstoßen durch Erhöhung seines Haushaltsdefizits und durch Ausgaben, die bei den Massen der Bevölkerung ankommen. Also keine Steuersenkung für Reiche finanzieren, keine Investitionszulagen für das Kapital, sondern bessere Sozialleistungen, Infrastruktur.
Dann muss von Regierung und Notenbank ein Bekenntnis zu künftig steigenden Preisen kommen, damit die Unternehmen ihre Investitionen vorziehen. Steigende Löhne können politisch angestoßen werden mit Mindestlohngesetzen, Arbeitszeitverkürzung, höheres Arbeitslosengeld.
Vor allem gilt es, eine Umverteilung von den reichen Sparern zu den armen Konsumenten zu betreiben. Also das Gegenteil der neoliberalen Politik der letzten dreißig Jahre. Der Zuwachs der Ökonomie der USA ist in den letzten dreißg Jahren zu 2/3 in die Taschen des obersten Prozents geflossen. Dass da die Konjunktur lahmt, braucht nicht zu wundern.
Das ganze Problem mit dem Nullzins ist aber die Folge der Stabilitätspolitik. Bei einer angestrebten spürbaren Inflation kann die Notenbank eben auch negative Realzinsen zur Ankurbelung der Konjunktur einsetzen. Bei Preisstabilität geht das nicht. Daher muss der Stabilitätspolitik endlich eine Ende gemacht werden.
… Robert Kurz zu den Problemen – ist die Antwort auf die Fragen aller Fragen tatsächlich “42″ (“Autobahnbau” durch die Galaxis)
oder vielleicht doch nicht …..
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32931/1.html
@Keynesianer
Alles sehr hübsch. Aber hier hakt es:
Bei einer angestrebten spürbaren Inflation kann die Notenbank eben auch negative Realzinsen zur Ankurbelung der Konjunktur einsetzen.
Das kann sie eben nicht bei einer nur “angestrebten” Inflation, sondern erst bei einer eintretenden.
Und so prinzipiell: diese ganze “Ankurbelungsnummer” ist doch höchst suspekt: Wieso stottert der Motor überhaupt, oder ist er gar verreckt? Und wie lange soll man denn kurbeln? So lange, bis das Kurbeln dauerhaft die Motortätigkeit ersetzt – so ungefähr kommen mir wgnxens Empfehlungen vor. Das kann aber nicht gutgehen, so wenig wie man durch Schuldenmachen reich werden kann. Das ist die Spekulantenkalkulation des “Zeit-Kaufens”, wo in desperater Situation der Preis erstmal keine Rolle spielt.
So lange es keine neuen Investitionsmöglichkeiten (Basisinnovationen! heiliger Kondratjeff sei bei uns!) gibt sondern nur unausgelastete Kapazitäten, wird kein Unternehmen investieren – da kann die Preiserwartung sein wie sie will, denn wenn die Preise steigen, na umso besser für die schon getätigten aber noch nicht amortisierten Investitionen! – und höhere Mindestlöhne und Sozialleistungen würden das Investitionsfeuerwerk wohl auch nicht gerade anheizen…
naa, vielleicht ist der wgnx ja doch ein ganz abgefeimter Schlingel:
Ja, soll er Schulden machen der Staat, bis zum getno. Crowding out soll er machen, bis er der einzige Schuldner auf der Welt ist.
Und dann: rrtsch! obidraht (K.Kraus)
Ungarn sollte von der Kanzlerin lernen
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IWF, EU und Banken erpressen Ungarn: Bankensteuer wieder in Frage gestellt
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Ein kleines Beispiel wie die Systempresse berichtet und internationale Organisationen Druck auf Staaten ausüben, als wären sie privat.
@aifran
Der Robert Kurz und seine “Wertkritiker” sind die Fünfte Kolonne der Neoliberalen zur Abwehr der Keynesianer. Der verteufelt seit dreißig Jahren keynesianische Politik, das wäre eine verkürzte Kapitalismuskritik, über Zinsen und die Geldpolitik zu reden sei struktureller Antisemitismus und alles, was nicht gleich die Weltrevolution ist, wäre Systemstabilisierung.
Wann seine Weltrevolution kommen soll und ob überhaupt, kann er uns immer noch nicht sagen, auch nicht, wie die dann aussieht. Er möchte aber mit dieser Idee seiner Weltrevolution im Kopf schon heute jede keynesianische Maßnahme als unzureichend diffamieren.
Da die Ankunft des marxistischen Himmelreiches wohl noch etwas auf sich warten lässt, sollten wir das Gewäsch von Robert Kurz ignorieren und uns auf die Vorschläge keynesianischer Politik konzentrieren. Sonst geht es hier nämlich weiter mit dem Neoliberalismus, was ja der Zweck der “Wertkritik” ist, denn so naiv kann der Kurz ja auch nicht wirklich sein, nicht zu ahnen, wer von ihm da profitiert.
“noch etwas Tee?”
Aufwachen es stehen harte zeiten an der Moslem steht vor der Tür mit Zins und Schweinshacksenverbot da hilft nur eins zur gegenwehr Burkaverbot! Sofort!
http://www.expo-revival.de/Christus-Pavillon/08-Der-Bischof-Die-Nonnen.jpg
und die Priester werden zwangs beglückt von Alice Schwarzer!!!!Zolibat? Das müssen Perverse sein ich poppe mit jeder die nicht bei 3 auf den Bäumen ist….
http://www.youtube.com/watch?v=IIc7DerT5EA
Nanuk
–>und die Priester werden zwangs beglückt von Alice Schwarzer”
@Keynesianer
Mit Verlaub, solche Kritik an Kurz ist selbst diffamierend. Kurz diffamiert nicht, er argumentiert auf Basis der zentralen Thesen der ‘Wertkritik’. Wenn diese richtig ist – wofür nicht zuletzt auch die richtige Beschreibung heutiger Zustände und Zwickmühlen vor schon gut 15 Jahren spricht – dann sind keynesianische Maßnahmen zwar immer noch ‘netter’ als neoliberale, bieten aber eben auch keine ‘Lösung’ des grundlegenden Dilemmas.
Die Darstellung als ‘fünfte Kolonne’ ist schon deshalb daneben, weil er den Neoliberalismus mindestens genauso ‘diffamiert’. Ich habe auch noch keinen Vertreter dieser ‘Lehre’ gesehen, der sich ausgerechnet auf Kurz meint beziehen oder berufen zu müssen. Weil sie ihn erstens vermutlich überhaupt nicht kennen, und sich zweitens und andernfalls erst recht hüten werden – der Bumerang wäre ihnen sicher.
Im übrigen fordert er selbst, trotz seines oft genug zweifelhaften Rigorismus, ‘keynesianische Maßnahmen’ sogar bis zum Abwinken, unter Inkaufnahme einer ‘Überdehnung’ des Systems. Für ‘lebenserleichternde’ Maßnahmen im Hier und Jetzt einzutreten und gleichzeitig die ganze Veranstaltung grundsätzlich zu kritisieren und abzulehnen ist nämlich auch kein Widerspruch, Kurz hin oder her. Man kann ohne weiteres beides gleichzeitig vertreten.
Ich könnte Sie natürlich jetzt dahingehend diffamieren, dass im Gegenteil Sie eine ‘fünfte Kolonne’ derjenigen seien, die den status quo der kapitalistischen Verwurstung unbedingt aufrechterhalten wollen und sich grundsätzlicher Kritik einfach nicht stellen wollen. Das ginge aber ebenso am Punkt vorbei – und der lautet schlicht: sind die Thesen der sog. ‘Wertkritik’ grundsätzlich haltbar oder sind sie’s nicht? Die Frage, wer wessen fünfte Kolonne ist und wer nicht, will oder soll nur davon ablenken.
Hab jetzt beide Artikel von Robert Kurz auf Heisegelesen un find die ganz erleuchtend, auch wenn es ein bisken nach KABDumm riecht. Der Punkt mit den zwei Defizitkreisläufen is doch klar und deutlich ausgedrückt. Also neben ZombiBanken die mit billigem Notenbankgeld am leben erhalten werden, gibt es jetzt auch noch ZombieExportFabrikanten, durch wertlose Defizite aus Usa und Südeuropa zum exportieren verdammt. Das erhellt doch das Umfeld in dem Krugman seine Aufrufe für mehr Staatsausgaben schreibt.
Unklar ist mir noch, warum nur Kapital aus Arbeitskraft Mehrwert schaft, derja so sehnsüchtig herbeigewünscht wird.
@ Keynesianer
Da könnte ich alles – Wort für Wort – unterschreiben (nur man braucht dem Ganzen analytische Fundamente unterzuschieben)
@ superguppi
Ja, wir sind offensichtlich so weit wie damals. Nur die Faschisten können die gestrandete extremliberale Wirtschaft retten. Diesmal fängt dasselbe halt nicht in Italien, sondern in Ungarn an
“Unklar ist mir noch, warum nur Kapital aus Arbeitskraft Mehrwert schaft, derja so sehnsüchtig herbeigewünscht wird.”
Das wiederum ist der zentrale Punkt der marx’schen Arbeitswertlehre, wonach konstantes Kapital (= Maschinen etc) den in ihnen steckenden Wert auf die mit ihnen hergestellten Güter nur übertragen können (was auch mit der Konkurrenz zusammenhängt) und nur das variable Kapital (= menschliche Arbeitskraft) dadurch ‘Mehrwert’ schaffen kann, als ihnen per Lohn zur eigenen Reproduktion weniger ‘Wert’ ausbezahlt wird, als sie während ihrer Arbeitszeit neu erschaffen. Wer effektiver ausbeutet, gewinnt. Und das kann durchaus derjenige sein, der sogar besser zahlt – solange seine Produktivität entsprechend höher ist.
@thairat
Die Stagflation in den 70ziger Jahren hatte andere Gründe die Opec hat dem Westen den Ölhahn zugedreht tada…
Prices rising hight!
http://www.youtube.com/watch?v=yigMWCHm_EM
Aber oje da ist ja Öl in der Nordsee
Deflation here we go!
Das ist immer das selbe spiel Technische neuerungen wirken immer Deflationär sonst würde man sie nicht einführen…
Bis jetzt konnte das immer mit moar kompensiert werden aber 7 DVD Player braucht niemand genauso wie 70 Autos man kann bekanntlich immer nur eins Fahren will man den Autokonsum ankurbel schafft man die Führerschein pflicht ab… so einfach kann Kapitalismuss sein.
http://www.youtube.com/watch?v=MTKLq5sSZUE
Als Nicht-Ökonom musste ich tatsächlich zwei Mal lesen, um alles zu verstehen
… aber man lernt ja gerne dazu und der Kopf ist dazu da, dass man ihn benutzt.
“Die wenigsten haben eine Vorstellung davon, wie der Mechanismus von Angebot und Nachfrage funktioniert, oder davon, wie beide Elemente in der Regel (wiewohl nicht immer) zur Balance tendieren, ohne dass jemand in besonderer Weise nachhelfen müsste. Und gleichermaßen scheint bei den Menschen eine natürliche Tendenz zu der Meinung zu herrschen, dass in all den Fällen, in denen der Arbeitsmarkt versagt – wenn etwa die Wirtschaft in eine Rezession gerät -, der Fehler gleich bei den Wurzeln des Systems gesucht werden muss. Viele halten es für unsinnig, ja sogar für unanständig, wenn man daruaf hinweist, dass die Ursache für soviel Leid schlicht und einfach mit einem technischen und folglich reparierbaren Versagen zu tun hat, nämlich damit, dass der Staat nicht genug Geld druckt. Ich weiß, dass man diese These für einen schlechten Scherz halten mag – nur ist es eben keiner.”
Paul Krugman, Schmalspurökonomie, 1997 Seite 18.
Er behauptet sogar dass die Fed durch den Zinssatz dass Beschäftigungsniveau festlegen kann.
Im Kontrast nennt er als Ursache für 13% Arbeitslosigkeit 1997 in Frankreich, Bürokratie, zu viel Kündigungsschutz usw.
Warum kann die Zentralbank den Zins nicht unter Null senken? Wäre das noch “unkonventioneller” als QE bzw. zu unkonventionell?
@Peinhardt
“Arbeitswertlehre”
Im “Roten Oktober” blieb hier eine Frage offen, da Du Dich ja auskennst:
http://www.weissgarnix.de/2009/10/12/marxsche-okonomie-fur-dummies-teil-1/#comment-40148
Und Erfindungs- und Organisationsleistungen gehören bei Marx tatsächlich zum konstanten Kapital? Das wäre noch meine Frage. Hier z.B.:
http://www.weissgarnix.de/2009/10/13/marxsche-okonomie-fur-dummies-teil-2/#comment-40203
Falscher, letzter link:
http://www.weissgarnix.de/2009/10/13/marxsche-okonomie-fur-dummies-teil-2/#comment-40231
@DummerLaie
Das hat WGX doch erklärt (in einem Kommentar), beruht auf dem Mechanismus, mit dem “Zinssenkungen” in den Markt gedrückt werden. Würde in den Ruin führen war sein Resumee…
61 keiner:
Aha, danke. Hätte da jmd. zufällig einen Link parat? Das würde mich interessieren.
@Keynesianer
>Selbstverständlich sind die Zinsen zur Belebung der Konjunktur sehr wichtig
Nope. Es sind nicht die Zinsen, sondern das Verhältnis der Zinsen zu den erwartbaren Renditen von Investionen.
>und man hat sie ja auch gleich kräftig gesenkt, nachdem die EZB noch bis zum Sommer 2008 meinte, die Zinsen erhöhen zu müssen, um irgendwelche “Inflationsgefahren” zu bekämpfen.
Ich hielt die letzte Zinssenkung damals für richtig und tue das immer noch. Die EZB macht insgesamt eine weit bessere, und in gewissem Sinne “keynesianischere” Zinspolitik als die FED und die BoE, die in meinen Augen nur beide ziemlich planlos herumexperimentieren.
>Nun kann es sein, dass bei einem Zentralbankgeldsatz von Null die Belebung der Konjunktur immer noch nicht erfolgt.
Ja. Weil die erwarteten Investitionsrenditen (das was Keynes “marginal efficiency of capital” nennt) noch tiefer gerutscht sind. Was nach einem Monumentalcrash wie dem zuletzt gesehenen auch nicht weiters verwundern sollte.
>Besonders bei einer deflationären Depression. Wenn die Preise fallen, wie etwa 1929-33, ist ein Zinssatz von Null immer noch viel zu hoch.
Stimmt. Aber die Frage lautet: Warum fallen die Preise?
>Dass die Zinsen für langfristige Papiere dann immer noch höher stehen, ergibt sich aus dem Kursrisiko.
Nein – das ist in der Tat die Liquiditätsfalle, wie Keynes sie meinte. Bzw der Umstand, dass traditionelle Notenbankpolitik sich nicht direkt um das lange Ende der Zinskurve kümmert (vgl insbesondere die Kapitel 13 und 15 der GT)
>Das ist aber alles nur ein Nebenaspekt der Deflation und wird völlig unnötig aufgebauscht, auch von Krugman.
Nein – gerade das nicht! Natürlich sind es die langfristigen Zinsen, die entscheidend sind. Ob eine Liquifalle daher tatsächlich vorliegt oder nicht, weiß man im Grunde erst, nachdem die Zentralbank zur “unorthodoxen” Politik übergegangen ist, d.h. versucht Bonds über alle Laufzeiten zu kaufen. Wenn dann die langfristigen Zinsen noch immer oben bleiben (bzw die Spekulationskasse ins Uferlose wächst): Dann handelt es sich tatsächlich um eine Liquifalle!
>Bei Deflation muss der Staat die Konjunktur anstoßen durch Erhöhung seines Haushaltsdefizits
Damit kommen wir der Sache schon näher.
>und durch Ausgaben, die bei den Massen der Bevölkerung ankommen. Also keine Steuersenkung für Reiche finanzieren, keine Investitionszulagen für das Kapital, sondern bessere Sozialleistungen, Infrastruktur.
Klingt sehr schön, abe raus ökonomischer Sicht ist es vor allem wichtig, dass die Unternehmensgewinne (und damit die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals) angehoben werden. Und das würde in einer geschlossenen Ökonomie mit regem Binnenmarkt tatsächlich am besten über die Masseneinkommen funktionieren; aber bei der völlig verqueren Situation, in der sich die Weltwirtschaft heute befindet … schwierig. Auf jeden Fall geht es nur im Rahmen internationaler Kooperation. Nach dem Motto: Deutschland, wir Amis, Chinesen und Franzosen importieren weiterhin deine BMWs und Miele-Waschmaschinen, unter der Bedingung, dass du uns dafür iPhones, Spielsachen und Blauschimmelkäse abkaufst bis zum Abwinken.
>Dann muss von Regierung und Notenbank ein Bekenntnis zu künftig steigenden Preisen kommen, damit die Unternehmen ihre Investitionen vorziehen.
Yep – leichter gesagt als getan. Insbesondere in Sparernationen wie Deutschland, in denen die EZB gottgleichen Status genießt.
>Steigende Löhne können politisch angestoßen werden mit Mindestlohngesetzen, Arbeitszeitverkürzung, höheres Arbeitslosengeld.
Schon – aber das wird nicht unbedingt helfen. Im aktuellen Zustand würden wichtige Sektoren der deutschen VoWi dadurch verlieren, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
>Vor allem gilt es, eine Umverteilung von den reichen Sparern zu den armen Konsumenten zu betreiben.
Schon besser. Der Staat könnte bei den Vermögenden Geld über eine Zwangsanleihe einsammeln, wenn er vor höheren Steuern schon zurückscheut; das erschiene mir in der aktuellen Situation absolut vernünftig.
>Daher muss der Stabilitätspolitik endlich eine Ende gemacht werden.
Nope. Eine stabile, langristig planbare Zinsentwicklung ist nach wie vor das Beste. Allerdings gebe ich dir in dem Punkt recht, dass 2% Inflation schon recht niedrig sind. 4% oder vielleicht sogar 6% wären deutlich besser.
@wgnx
Klingt sehr schön, abe raus ökonomischer Sicht ist es vor allem wichtig, dass die Unternehmensgewinne (und damit die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals) angehoben werden.
Der war gut! Wenn das Kapital keinen Gewinn mehr machen kann, schenkt ihm der Staat welchen.
Wenn das so einfach ist, gehen wir herrlichen Zeiten entgegen…
@Volkswirt
>Sorry, aber ich kann mich den allgemeinen Lobgesängen nicht anschließen…
Das ginge auch am Ziel dieses Blogs vorbei. Wir sind ja nicht das Zentralkommittee.
>Gerade weil es die Liquifalle gibt, stößt jede Zins politik über kurz oder lang an ihre Grenze.
Exakt. Und anders als Krugman meint, kann das lange vor dem “Zerobound” passieren. In der GT schreibt Keynes sinngemäß: “Ein langfristiger Zinssatz von 4% gibt mehr Anlass zur Sorge denn zur Hoffnung”. Besagte 4% waren übrigens der Zins, der üblicherweise in Vorlesungen und Seminaren als liquifallen-verdächtig genannt wurde, als ich in den 80ern an der Uni war.
>Und was die Investitionsrechnung angeht: Kapitalwerte reagieren sehr empfindlich auf Änderungen des Kalkulationszinsfußes, deswegen dämpft ShareholderValue ja auch so prächtig die Sachinvestitionen.
Ich habe nichts anderes behauptet. Die Alternativanlage von Geld bei positiv erwartetem Realzins ist es überhaupt erst, was Investitionsvorhaben knapp macht und daher eine gewisse Rendite verspricht.
Aber wir sind uns einig, dass auch in diesem Punkt nicht der Zins als solches der bestimmende Faktor ist, sondern das Verhältnis von Zins und Renditeerwartungen. Ändern sich beide (egal in welche Richtung) passiert gar nichts. Ändern sie sich zueinander (egal, was sich bewegt und was stabil bleibt), dann ändert sich über die Investitionsnachfrage und die effektive Nachfrage auch die Beschäftigung und das Volkseinkommen. Keynes bekanntlich der Meinung, dass die Renditerwartungen extrem instabil und die langfristige Zinserwartung eher stabil (kraft “Konvention”, wie er es nannte).
“4% oder vielleicht sogar 6% wären deutlich besser.”
Steinigt ihn!
@ceteris
Aber selbstverständlich – genau darauf läuft es aus ökonomischer Sicht hinaus. Was denkst du denn? Abwrackprämien, Subventionen, Kurzarbeitergeld … das alles dient der Stabilisierung von Gewinnerwartungen.
Dummerweise ist die deutsche Wirtschaft nicht so organisiert, dass man ihr verkaufen könnte, dass eine Ausweitung und Erhöhung der Sozialleistungen 1:1 zu ihrem Vorteil führt. Wer primär auf den Weltmarkt schielt, für den sind das halt alles nur Kosten, aber nicht gleichzeitig Erträge.
Hartz4ler kaufen selten BMW und Miele… Da ist D halt irgendwie falsch “aufgestellt”, mit seiner “Premiumsegment”-Philosophie.
1:1?
Doch wohl eher nicht. Wenn der Staat sich 1000 leiht, zu 5%pa, hat er eine Zahlungsverpflichtung von 1050.
Es kommen also schon mal nur 1000 direkt “im Markt” an. Nehmen wir nun an, die werden komplett für heimische Produkte und Dienstleistungen ausgegeben. Erhöhen sich dann die Gewinne um 1000? Natürlich nicht, sondern, sagen wir mal so um 10%, wenn die Umsatzrendite eben da liegt. Macht 100.
Für diese 100 Gewinnzuwachs müssen aber 1050 Staatsschulden bedient werden. Und woraus werden nun die Steuern bezahlt? Auch aus Gewinnsteuern. Das Unternehmen bezahlt über die Steuern seinen Gewinn letztlich selber. Daher auch der “Merkelantismus” von INSM & Co. Staatsverschuldung ist prima, stabilisiert die Gewinnerwartungen, yep – aber doch nicht, wenn es der Staat macht, dem wir Steuern zahlen!
Naja, die restlichen 900 landen ja als Lohnkosten und Lohnsteuern z.T. auch wieder beim Staat. Und Gewinnsteuern zahlen doch nur Doofe (in D)…
@ceteris
>Erhöhen sich dann die Gewinne um 1000? Natürlich nicht
Natürlich schon, wenn die Herstellung der konsumierten Waren und Dienstleistungen zu 100% im Inland erfolgt und man von (zunächst) konstanten Faktorkosten sowie 100% Konsumneigung ausgeht. Du verwechselst die Situation von einzelnen Unternehmen mit ALLEN Unternehmen als Gruppe.
@wgnx
Sozialismus für die Reichen und Kapitalismus für die Armen…
http://www.youtube.com/watch?v=B8PwqQ5guYk
Sieht man vom Konsumentenkredit ab, so hat die Kreditaufnahme – wie jede kapitalistische Wirtschaftaktivität – die Funktion, aus G -> G´ zu machen.
Nur letzteres zählt. Selbst mit 0,1% Zins nimmt kein Kapitalist einen Kredit auf, wenn er kein positives G´ machen kann.
Ohne Profiterwartungen gibt es keine Investitionen.
Ich verstehe, dass den Freunden der Marktwirtschaft deren Ende seelischen Schmerz verursacht. Aber ohne (neue) Märkte gibt es eben kein Wachsen der Marktwirtschaft.
Das Kasino ist nur ein Nullsummenspiel. Das ist nichts mit realem Wachstum.
So folgte der Marktwirtschaft eine Staatswirtschaft, die im Wesentlichen nur Bankster- und Gangster-Wirtschaft sein kann.
@ceteris
Nicht ganz korrekt. Mit den 1000 Euro wird im angenommenen Fall sicher ein zusätzliches BIP von 1000 Euro erzeugt. BIP ist m.E. der “Gewinn” der Volkswirtschaft. Es wird je nach Investitionsart aber noch BIP darüber hinaus erwirtschaftet (Umlaufgeschwindigkeit, Beschäftigungs-/Konsumwirkung usw…. der beschäftigte HartzIVer würde ja noch mehr konsumieren).
Bezahlt würden die Kosten nicht alleine von den Gewinnsteuern sondern von allen Steuern.
Trotzdem: Das Problem ist, das beim genannten Modell nicht wirklich vorgesehen ist jemals eine Tilgung vorzunehmen. Aus dem aktuellen Jahr könnte es bei einer Steuerquote von sagen wir 25% nur bei einem BIP von 4000 Euro (dem vierfachen) dazu kommen . Das kann man vergessen. Akkumulieren kann man die #bip-Zuwächse nicht da im Folgejahr ja ebenfalls wieder die 1000 Euro vom Staat geliehen werden müssen. Also fährt das Modell zwangsweise an die Wand.
Die Geschwindigkeit des Vorganges kann verlangsamt werden oder gar ins positive gehen wenn man die Steuerquote erhöht und dadurch sowohl die Kreditsumme senkt als auch den Rückfluss erhöht.
Ich halte es für wesentlich effektiver an richtiger Stelle (m.E. Sparquote, ggfs. Vermögen u. Export) moderat/niedrig Steuern erhebt und diese an Stelle von Kreditaufnahnen setzt. Das Volumen dabei ist viel niedriger weil sich die Wirkung durch das absenken der vakanten Kreditgelder schon beim besteuern entfaltet.
Grüße
ALOA
@wgnx
Natürlich schon
Ich bin ja auch nur ein Dummie, also verstehen tu ich das nicht, besonders nicht im Kontext der o.g. Gewinnerwartungen auf Investitionen.
Wenn jeder Teilnehmer an einer VoWi eine Umsatzrendite von 10% hat, dann soll gesamtwirtschaftlich aber dennoch Umsatz = Gewinn gelten? Wie kann das denn angehen?
Und wie sollte es dann jemals Probleme mit der Gewinnerwartung geben? In einer Vowi wird ja nicht nur produziert und verkauft, sondern auch verbraucht und abgeschrieben…
@hacedeca
Die damaligen Antworten waren schon größtenteils korrekt: die Arbeit, die in Erfindungen und technische Verbesserungen des Produktionsprozesses einfliesst, wird damit Teil des konstanten Kapitals (siehe auch ‘Allgemeine Arbeit’). Auch die notwendigen Organisations- und Verwaltungsaufgaben können so aufgefasst werden, auf jeden Fall jedoch sind sie für die eigentliche Mehrwertproduktion un- bzw sogar ‘kontra’-produktiv, indem sie nämlich von dem ausschließlich in der ‘eigentlichen’ Produktion erzeugten Mehrwert zehren müssen. Einfache Überlegung dazu: könnte ein Betrieb auf die Erledigung dieser Aufgaben verzichten, könnte er mehr Mehrwert sprich Gewinn erzielen. Verzichtet der Betrieb hingegen auf die Produktion, fährt er gor nix mehr ein. Da die Organisationsaufgaben aber nicht beliebig verzichtbar, sondern im Gegenteil notwendig sind, gehen sie auch in den Wert der produzierten Güter ein (im Sinne des gesellschaftlich notwendigen durchschnittlichen Arbeitsvolumens bei der Erzeugung einer Ware) – schaffen aber dabei wie gesagt selbst keinen Mehrwert, verhalten sich in der Hinsicht also tatsächlich auch wie konstantes Kapital.
@Peinhardt
Hmmm…. Interessant, nicht? Für Marx war also der in die prinzipiell unbekannte Zukunft hinein planende, kreative, organisierende, erfindende Mensch in seiner unnachahmlichen Tätigkeit dem Maschineneinsatz gleichgestellt.
Ist das schon Erklärung genug für die technische Inkompetenz aller bisher stattgefunden habenden sozialistischen Experimente? Oder siehst Du da noch andere Ursachen?
“Für Marx war also der in die prinzipiell unbekannte Zukunft hinein planende, kreative, organisierende, erfindende Mensch in seiner unnachahmlichen Tätigkeit dem Maschineneinsatz gleichgestellt.”
Das ist wohl doch ‘leicht’ überzogen – nur weil die Tätigkeit in bestimmter Hinsicht ähnlich ‘verbucht’ wird, ist das noch lange keine ‘Gleichstellung’.
“Ist das schon Erklärung genug für die technische Inkompetenz aller bisher stattgefunden habenden sozialistischen Experimente? Oder siehst Du da noch andere Ursachen?”
Diese Inkompetenz sehe ich erstmal grundsätzlich nicht. Ich finde die technisch-wissenschaftlichen Leistungen insbesondere der Sowjetunion trotz Abkoppelung und Boykott durch die ‘entwickelteren’ Industrieländer sogar eher beeindruckend.
@wgnx (63)
Ich will nur mal auf den prinzipiellen Puinkt eingehen:
“Aber die Frage lautet: Warum fallen die Preise?”
Die Preise sind in der Großen Depression gefallen, weil die Geldpolitik eine Absatzkrise erzeugt hat. Das war teilweise durch den Goldstandard erzwungen, den man kurz zuvor wieder weltweit mit zuletzt dem Beitritt von Frankreich eingeführt hatte.
Die Absatzkrise ist das, was mit dem Sayschen Theorem geleugnet wird. Sie entsteht ganz einfach durch restriktive Geldpolitik, wird also mit hohen Zinsen ausgelöst, danach verstärkt sich das über steigende Unsicherheit, einbrechende Nachfrage und Produktion und restriktive Kreditvergabe der Banken und Angstsparen der Konsumenten von selber.
Durch Massenarbeitslosigkeit und Absatzkrise fallen die Löhne und Preise. Das ist ein alter Hut und man weiß, wie man das macht, sonst hätte die Bank von England den Goldstandard nicht managen können.
Regierung, Notenbank und Bankensystem können jederzeit wieder auf eine expansive Finanz- und Geldpolitik umschalten und die Belebung der Konjunktur erzwingen. Auf dem Tiefpunkt der Großen Depression hat es ja erst mal mit dem New Deal einigermaßen und dann mit dem Weltkrieg auch endgültig geklappt.
Krieg ist prinzipiell nicht nötig, nur sind ohne Krieg die Widerstände aus den Kreisen der Rentiers und der Ausbeuter gegen eine expansive Geld- und Finanzpolitik meist zu stark. Irgend jemand profitiert immer von einer Krise, daher werden die Krisen inszeniert.
Fangen die Staaten weltweit an zu sparen, kommt die Kacke zum Dampfen.
Scheint als kenne man deinen Blog nicht in Japan…vllt. mal Zeit ihn ins japanische zu übersetzen.
http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE66J0AP20100720
daraus: “…Japan will im Kampf gegen den ungebremst wachsenden Schuldenberg einen Deckel auf seinen Haushalt legen.
Für das kommende Haushaltsjahr bis März 2012 soll die Neuverschuldung eingefroren werden, teilte die Regierung am Dienstag mit. Zudem sollen die Ausgaben, ohne Kosten für den Schuldendienst, das Niveau vom laufenden Jahr nicht übersteigen….”
Na mal sehen wer die Einsparungen kreditär ausgleicht? Wie gut dass Japan weltwirtschftlich einen eher unbedeutende Rolle spielt…wie gut dass J. erst 14 (oder waren es 15) Monate in Folge negative CPI Zahlen (y/y) gemeldet hat.
Tja, auch das neue Sparprogramm wirds nicht bringen (warum haben die vorher das Geld mit beiden Händen zum Fenster rausgeworfen wenn es jetzt falsch sein soll?).
Bin mal gespant wann wir hier und in den MSM was über ausbuchen bei den Gläubigern lesen…? Dann wirds so richtig lustig…
Defla-Gruß McShorty
OK, man muss dem Verbraucher also nur Geld geben, damit er kauft. Dann wird die Nachfrage erhöht und die Unternehmer fangen wieder an zu investieren.
Was, wenn a) der Verbraucher in den USA auch bis zur Halskrause verschuldet ist und zusätzliches Geld zur Erhöhung der Sparquote nutzt und b) das verkonsumierte Zeuchs alles aus dem Ausland kommt?
Man kann auf die aktuelle Nummer schauen wie man will: Die Diagnose ist – unabhängig von der Herleitung – einfach: Zu hohe Schulden auf allen Ebenen –> Schuldenabbau ist angesagt. Deleveraging wie in Japan. Keine schnelle Lösung in Sicht.
(Wenn man das konsequent weiterdenkt, müsste man für den effizienten Einsatz der Konjunkturmaßnahmen den am niedrigstverschuldeten am meisten Geld geben, weil diese es ja nicht nutzen können, um Schulden zu senken, sondern es tendenziell verkonsumieren. ob man da mit Geldern an Hartz IVler richtig liegt, weiss ich auch nicht …)
@egghat #81
In einem muss ich dir mal ausnahmsweise Recht geben. In den USA wird es keine Erholung geben wenn der “credit cycle” nicht komplett durch ist. Das heisst Schulden abschreiben. Hässlich aber so ist der Kapitalismus nun mal. Die Gläubiger kriegen eine neue Frisur verpasst. Ich hab da auch wenig Mitleid. Der Friseur wartet sowieso hauptsächlich auf das Top-Quintil. Und seid wann stehen die unter Naturschutz?
Trotzdem kann die US Regierung was machen. Statt “lender of last resort” umschalten auf “employer of last resort”. Und wenn es das berühmte Löcher graben und wieder zuschütten ist. Keynes war nie begeistert von dieser Lösung. Aber wenn nix anders geht dann eben so. Ich sehe nicht ein warum 33 Mrd US$ Arbeitslosenhilfe ein Riesenproblem für den Kongress ist? 700 Mrd US$ weitere Stütze für Wall Street aber nicht mal diskutiert werden?
http://www.reuters.com/article/idUSN2010140720100721
Was Deutschland betrifft. Hier schaut’s ein bisschen anders aus. Deutschland ist ein Netto-Gläubiger. Wenn hier nicht bald einmal ein neuer Wind weht dann hast auch du bald einmal einen neuen Haarschnitt. Und wenn ich mir das Deutsch-Französische Arbeitspapier von heute durchlese stehen die Chancen auf eine Glatze für egghat nicht schlecht.
naja, ich glaube nicht, dass die USA die schnelle Lösung für den Schuldenabbau mit dem Haarschnitt wählen, sondern die langsame Lösung (Japan, minimum 2 Jahrzehnte). Das Problem bei den Haircuts: Man schneidet damit nicht das Top-Quintil, sondern auch den Banken, Versicherungen, etc. so tief in die Bilanz, dass die alle die Grätsche machen … Es wird einfach zu viel Geld indirekt gehalten/verwaltet, als man wirklich nur die Vermögenden mit einem Haircut treffen könnte.
Ich war übrigens gerade beim Friseur
Die Glatze überlasse ich wgn
Aber die “Employer of last resort”-Idee ist für die USA vielleicht wirklich eine sexy-Idee. Ob uns das in D hilft? Da machen wir das über Hartz IV ja schon …
(Welches Arbeitspapier meinst du?)
@ceteris
Du denkst viel zu kompliziert. In einer (geschlossenen) VoWi gibt es aggregiert keine “Umsatzrendite” – es gibt lediglich sektorale Einkommen. Unterteilen wir sie der Einfachheit halber in “Löhne+Sozialleistungen” und “Unternehmensgewinne+Kapitalerträge”. Und bei gegebener Beschäftigung gilt: was der eine hat, kann der andere nicht haben. Jeglicher Lohn und jegliche Sozialleistung, die nicht unter dem Kopfkissen gehortet wird (wovon nicht auszugehen ist), fließt daher zwangsweise in die Unternehmensgewinne. Würdest du das System nach einem vollen Zyklus “anhalten” können, dann würdest du das auch genau so sehen. In der Praxis kannst du das natürlich nicht, d.h. Einkommen (sofern voll verausgabt) oszillieren c.p. zwischen den Sektoren hin und her.
@egghat
“Wirtschaftspolitische Steuerung in Europa – Deutsch-französisches Positionspapier”. Gibt’s beim Finanzministerium zum Download. Und wegen des Haarschnitts: schau dir mal diese Grafik an.
http://www.flickr.com/photos/51018245@N03/4820200287/
Die Makroökonomie besteht “nur aus Reihe banalster Selbstverständlichkeiten” (Zitat: Silvio Gesell). Die Frage ist: Warum ist der “Normalbürger” nicht in der Lage, sie zu verstehen?
Er darf sie gar nicht verstehen, denn solange das Wissen nicht zur Verfügung stand, wie eine Liquiditätsfalle zu verhindern ist, durfte das arbeitende Volk nicht wissen, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – unvermeidlich ist. Anderenfalls hätte das, was wir heute “moderne Zivilisation” nennen, gar nicht erst entstehen können.
Die gezielte Programmierung von Untertanen zur Anpassung an eine noch fehlerhafte (kapitalistische) Makroökonomie nennt sich Religion (Rückbindung auf einen künstlichen Archetyp):
http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html
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