Politik ohne Subjekt

von h.huett am 30. Juni 2010

Der countdown läuft. Die Bundesversammlung geht ihrem Geschäft nach. Rechtzeitig vorher äußert sich Kandidat Wulff:

„Ich bin ganz zuversichtlich, dass es gelingen wird, der zehnte Bundespräsident zu werden (…) Das ist ein wichtiger Tag, und ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, heute eine faire und eindrucksvolle Wahl in der Bundesversammlung durchzuführen.“

Wem auch immer was auch immer an diesem Tag gelingen wird, steht in den Sternen. Christian Wulff ersetzt Lewis  Carrolls Grinsen ohne Katze durch subjektlose Sätze.

Hinter der Leere lauert das Entsetzen. Glück auf!

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1 Dipfele Juni 30, 2010 um 12:54

Naje, das kommt dabei heraus, wenn sich nicht einmal einer der 1244 Delegierten bereit findet, die Bewerbung Lothar Dombrowskis zu unterstützen. Selbst Konstantin Wecker ist der Aufforderung nicht gefolgt.

2 Nanuk Juni 30, 2010 um 13:05

Alice “Zu einem verrückten gehe ich auf keinen fall”
Grinsekatze “Danach wirst du garnicht gefragt”

3 Wilma Juni 30, 2010 um 13:21

Noch ein paar Beispiele aus dem Setzkasten:
“Wir müssen den demografischen Wandel gestalten”
“Die zentrale Aufgabe wird sein, Mut zu machen”
“Wir brauchen eine große Debatte über Werte”
(aus Spiegel /26)
Der Setzkasten müsste mal abgestaubt werden.

4 Jörg Buschbeck Juni 30, 2010 um 13:44

Politik ohne Subjekt – wie schauerlich

Politik ohne Inhalt und Konzept – ist nicht ganz so schlimm, wer interssiert sich schon für so was.

aber ohne Subjekt, WER soll dies objektiv aushalten?

5 BB Juni 30, 2010 um 13:53

Da bisher alle immer nur darüber nachdenken, ob man den BP direkt wählen sollte oder die Wahl freigeben sollte oder was auch immer, mache ich jetzt einfach mal den neuen, überaus originellen Vorschlag, den ich bisher nirgends sonst vernommen habe, deshalb neu:

“Schafft den Bundespräsidenten ab!”,

denn ich wüsste nicht, dass ein Bundespräsident jemals etwas Wichtiges geleistet hätte und ein Präsident Weizäcker, der vielleicht drei gute Reden gehalten hat, rechtfertigt einfach die Kosten für das Amt nicht.

6 ergo sum Juni 30, 2010 um 14:36

Seit die Bundespräsidenten nicht mehr auf den Briefmarken abgebildet sind, haben sie ihre letzte Funktion eingebüßt. Trichet kann wenigstens seine Unterschrift auf die Geldscheine setzen.

7 E1chelburg Juni 30, 2010 um 15:24

Durchgefallen Herr Wulf, danke
you made my day !
http://uxmadexmyxday.wordpress.com/

8 holger Juni 30, 2010 um 15:26

@ H. Huett

Hinter der Leere lauert das Entsetzen.

das war und ist ja schon prophetisch. Respekt. Normalerweise ist das aber mein Job. :D Wulff ist eine leere Hülle. Und hat keinen Arsch in seiner Advokaten Hose. Wie viele ! aber nicht alle seiner Zunft. Ein recht überflüssiges Gewächs. Welches an Gesetze glaubt, die in regelmäßigen Abständen gebrochen werden.

9 Hans Hütt Juni 30, 2010 um 15:34

ach, es gibt hier auch Propheten? Habe die Ehre!
Ich lege nach: Der zweite Wahlgang wird noch schlimmer ausfallen für Frau Merkel und Herrn Westerwelle. Ihre Basis will einen glaubhaften Neuanfang mit neuen Köpfen. Wem auch immer.
This is gonna be the day of reckoning

10 13 Juni 30, 2010 um 15:39
11 holger Juni 30, 2010 um 15:43

–>ach, es gibt hier auch Propheten?”

aber natürlich, mit Hühnerknochen, toten Schamanenfüßen, Runen und Glaskugeln ausgestattet und einer perfekten Technik, die man durchaus bei mir am Wochenende für 500 Euronen erlernen kann :D

Voraussetzung das beide kleine Zehen noch am Fuß sind, und die rhytmischen Schwingungen des Nudelholzes meiner Frau, in Resonanzträume umsetzen kann. Sofern es direkt auf der Fontanelle aufsetzt. Ist aber echt leicht zu erlernen. ;)

Wulff ist ein Bleichgesicht. Ich hab hier schon mal, wo weiß ich nicht mehr geschrieben, so Spannend wird dann Weihnachten und Sylvester auch nicht mehr.

12 weichspüler Juni 30, 2010 um 15:44

#9 Propheten? Welche macht hat Euch berufen?

Ich empfehle – mit mindestens gleicher Trefferquote –
das Gummibärchenorakel.

http://www.gummibaerchen-orakel.ch

13 klaus baum Juni 30, 2010 um 17:04

Du kennst die Grinsekatze? Klasse. Endlich mal ein Blogger, der auch Weltliteratur zitiert. :–))

14 Au. Weia Juni 30, 2010 um 19:37

Schliesslich ist auch der Phyrrussieg ein Sieg. Zumal in einer Zeit thymotischer Umwälzung (habe mich sattelfest gemacht) der Verlust von Kriegselefanten leicht als gewichtige Einsparung verbucht werden kann.

Den Auftritt von Propheten und Wahrsagerinnen aus moldawischen Hinterzimmern betrachte ich aber als direkten Angriff auf meine Wettbewerbsfähigkeit. Und deshalb verkünde ich heute, dass die Reise nach Südafrika nicht zur huldvollen Beklatschung eines Elfmetersieges werden wird, sondern zur Entgegennahme einer echten, deftigen Klatsche.

15 Dipfele Juni 30, 2010 um 19:57

Mal sehen, wieviel Demokraten dem Appell von Wolfgang Lieb gefolgt sind:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6041

16 Hans Hütt Juni 30, 2010 um 20:07

Dipfele:
Ich vermute, dass die Enthaltungen zwischen 70 und 100 liegen werden. Welche Folgen hätte eine solche inversive Politik? Bekräftigt sie politische Anomie? Delegitimiert sie? Und was träte an die Stelle?

Klaus Baum:
Die Grinsekatze ist ein Liebling – unter vielen.

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