Ich sag’s noch mal: Vergesst die Staatsschulden!

von weissgarnix am 24. Juni 2010

Da will die Angie also sparen, aber der Obama lässt sie nicht. Da versuchen die Deutschen, mit ihrer legendären Gründlichkeit den Gürtel enger zu schnallen, und alle Welt regt sich auf. Sogar Edelspekulant George Soros posaunt: Die Deutschen bringen den Euro um. Doch bevor sie das tun, mögen sie sich doch bitte aus der Eurozone verpissen – damit wäre allen anderen sehr geholfen. Die Meinungen zuhause sind geteilt, die Lagergrenzen verworren, ausgerechnet in der ZEIT übt sich heute z. B. Uwe Jean Heuser  im Synchronschwimmen mit dem Mainstream und verteidigt Frau Bundeskanzlerin gegen die internationale Empörung:

Amerika will, dass Deutschland mit neuen Schulden die Konjunktur anfacht. Angela Merkel hat jedoch allen Grund zu verteidigen, dass ihr Land von 2011 an langsam zu sparen beginnt. Nicht alle auf der Welt können oder wollen Schulden machen wie Amerika.”

Heuser betitelt seinen Titelseiten-Beitrag mit “Wer dreimal lügt” und nimmt sich dabei die Freiheit, den Lügen gleich noch ein paar eigene hinzuzufügen: Wie ich es schon mal früher dargestellt habe, ist “Deutschland” überhaupt nicht verschuldet, sondern lediglich der deutsche Staatssektor ist es. Die Rede von den “neuen” Schulden ist daher schlicht falsch. Deutschland ist auf der Welt ein Nettogläubiger, und wenn sein Staatssektor unterfinanziert ist, dann muss er lediglich zusehen, dass er sich entsprechend refinanziert. Dazu gibt’s verschiedene Möglichkeiten, die unterschiedlichen politischen Lagern unterschiedlich zusagen, höhere Steuern wären die nächst nahe liegende, aber hey: Chacun à son goût – die Sache lässt sich auch anders regeln. Deutschland hat also keineswegs ein Schuldenproblem, sondern eines der Einkommensverteilung!

Klar: Sowas kann nur einer schreiben, der unter dem geistigen Schutz des Labels “weissgarnix” hantiert; weil man weiß ja: die Finanzmärkte – Buhuhuh! – wenn die sehen, dass der Staat sich weiter verschuldet, dann werden sie ganz böse und geben kein Geld mehr. Dann ist Schicht im Schacht, aus die Maus – dann muss man ja doch irgendwie Sparen, nicht wahr? Griechenland, Spanien, Portugal und diverse andere machen es doch vor, da sieht man es doch, daran kann man doch erkennen, dass es schlussendlich doch nicht geht. Der weissgarnix muss also ein ziemlicher Trottel sein.

Maybe.

Aber andererseits: Lesen wir doch mal, was der Chefökonom der renommiertesten Kapitalismus-Gazette der Welt schreibt, Martin Wolf sein Name. Er fällt schon im Titel  ”Warum die Zentralbanken recht damit haben, weiterhin Geld zu drucken” quasi mit der Tür ins Haus, diskutiert dann im Text zwei gegensätzliche Studien zum Erfolg von Konjunkturprogrammen, und kommt dann ebenfalls zur Einsicht, dass Sparen in der aktuellen Situation absolut verkehrt ist:

“Unter den aktuellen Umständen ist die Meinung, dass eine konzertiertes Sparen quer durch die industrialisierte Welt zur wirtschaftlichen Expansion führen könne, optimistisch – um es mal milde auszudrücken.”

Aber Martin Wolf ist natürlich ein waschechter Ökonom und kein dahergelaufenes österreichisches Schnuffi, das im Internet billige Häresien zum Besten gibt; ein Martin Wolf muss sich natürlich von den seriösen Lesern der Financial Times fragen lassen, wie er sich das vorstellt, so von wegen wachsende Defizite, und enttäuschte Finanzmärkte und drohendem Staatsbankrott und so. Das weiß der Martin Wolf auch, weil der ist ja schließlich kein Blödie sondern Chefökonom:

“Und jetzt wird natürlich die unvermeidliche Frage kommen: Was ist die Alternative? Wenn diese riesigen Budgetdefizite weitergehen, dann werden die Finanzmärkte in Furcht und Schrecken verfallen, die Zinsen werden emporschnellen und die Schulden werden unerträglich werden.”

Ja genau – das werden sie! Das liest man doch überall. So wird es kommen! Und die Hyperinflation, na klar!

Darauf nun Martin Wolf:

“Ich habe zwei Antworten auf diese Frage:

Die erste ist, dass wir uns bereits in einem Zyklus des Deleveragings befinden, der in den Industrieländern gigantische private Kapitalüberschüsse generieren wird. Dieses freigesetzte Kapital wird entweder in ebenso hohe externe Überschüsse umgeschichtet werden müssen (was korrespondierende Defizite der Entwicklungsländer bedingt), oder aber es wandert in Staatsanleihen. Daraus erklärt sich auch, warum die Zinsen auf die Schulden solventer Staaten anhaltend niedrig sind.

Die zweite Antwort ist, dass Regierungen stets von den Zentralbanken direkt leihen können, wenn sie mittels Haushaltsdefizit die Binnennachfrage stützen müssen. Ja – das ist natürlich “Gelddrucken”. Es ist aber auch die irrsinnige, radikale Politik, die kein geringerer als Milton Friedman 1948 vorgeschlagen hat. Seiner Ansicht nach sollten Regierungen das Geldangebot in Rezessionszeiten ausweiten und während des Aufschwungs wieder zurückfahren. Ein Land, dass über seine eigene, konvertible fiat-Währung verfügt, kann somit also seine Wirtschaft stabilisieren, ohne die Kreditmärkte zu destabilisieren. Das praktische an dieser Vorgehensweise ist, dass man sich nicht zwischen “fiskalischen” und “monetären” Maßnahmen entscheiden muss: Sie sind vielmehr die Seiten ein und derselben Medaille.”

Booooooaaaahhhhhhhh! It’s the Financial Times, Ladies and Gentlemen – not the taz!

Was der gute Herr Wolf hier der Welt ans Herz legt, findet im post-keynesianischen Lager übrigens seine Entsprechung, unter dem Titel “Functional Finance” von Abba Lerner. Ich schrieb darüber schon mal hier.

Daher noch mal: Vergesst die Staatsschulden! Sie sind aktuell wirklich kein Thema. Und sie müssten es auch in zukünftigen Krisen nicht sein, wenn sich die Politik endlich mal zu kreativen Lösungsansätzen durchringen und sich “was trauen” würde, was ihr nicht von den Mainstreamern ins Ohr geflüstert wird. Es gibt Rezepte für alles, hüben wie drüben, und wer nicht auf Keynes steht, der soll sich halt mit Wolf auf Friedman berufen.

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1 Morph Juni 24, 2010 um 10:11

@wgn

“Und sie müssten es auch in zukünftigen Krisen nicht sein, wenn sich die Politik endlich mal zu kreativen Lösungsansätzen durchringen und sich mal “was trauen” würde, was ihr nicht von den Mainstreamern ins Ohr geflüstert wird.”

Mein Eindruck ist, dass Du, anders als im Bereich Wirtschaft, die Politik vormodern betrachtest, als eine Gestaltung der ‘guten’ (nach Maßgabe Deines Interesses: der wirtschaftlich prosperierenden) Gesellschaft (juristisch, künstlerisch, pädagogisch usw. motivierte Beobachter würden die Politik mit entsprechend anderen Aufträgen zu adressieren versuchen).

Der Sinn der modernen Politik ist nicht Probleme ‘kreativ’ zu lösen, sondern Regierungsmacht zu erringen bzw. zu verteidigen.

Das Grundproblem der modernen Gesellschaft, nämlich das Wegbrechen ihrer vorgesellschaftlichen Möglichkeitsbedingungen (natürliche Integrität der ökologischen Lebensbedingungen & die psychische Integrität der Leute) lässt sich mit den Programmen der modernen Gesellschaft, die zu diesem Wegbrechen führten, nicht lösen, weder wissenschaftlich, noch wirtschaftlich, noch politisch, noch juristisch, noch bildungsmäßig, noch medizinisch etc. etc.

Eine ausweglose, apokalyptische Situation.

Die Ausweglosigkeit ist aber bloßer Schein, denn es handelt sich lediglich um den “Untergang der Gesellschaft” (das Buch, das Luhmann zu schreiben vergessen hat), nicht aber um den Untergang der Welt.

2 weissgarnix Juni 24, 2010 um 10:23

@Morph

>Mein Eindruck ist, dass Du, anders als im Bereich Wirtschaft, die Politik vormodern betrachtest, als eine Gestaltung der ‘guten’ (nach Maßgabe Deines Interesses: der wirtschaftlich prosperierenden) Gesellschaft (juristisch, künstlerisch, pädagogisch usw. motivierte Beobachter würden die Politik mit entsprechend anderen Aufträgen zu adressieren versuchen).

Der Eindruck täuscht nicht: Sozusagen der letzte Funke Hoffnung in mir. War noch bis vor 1-2 Jahren deutlich stärker ausgeprägt (sieht man meinen frühen Blogeinträgen sicherlich an), veflüchtigte sich aber im Zuge der letzten 24 Monate zusehends. Kommt aber hie und da immer mal wieder durch, wenn ich – sentimentaler Hund, der ich bin – ohne Sinn und Verstand einfach an das “Gute” im Menschen glauben will…

3 Volkswirt Juni 24, 2010 um 10:23

Endlich spricht jemand mal die Einkommens-bzw. Vermögensverteilung an. Ob hier nicht (und nicht in dem ganzen fiat money Geschwätz) die tiefere Ursache der gegenwärtigen Kalmitäten liegt fragt
Volkswirt

PS Für Herrn Franz ist die Sache natürlich klar: Die Löhne sind zu hoch…

4 MM Juni 24, 2010 um 10:24

Was mich mehr erstaunt ist, dass in Deutschland immer Politiker gewinnen die der Bevölkerung, mehr Einschnitte, mehr Sparen, mehr Ungleichgewicht in der Einkommensverteilung, und weniger verfügbares Einkommen versprechen.
Alle Verbände inklusive Gewerkschaften, machen mit einem erstaunlichem Kadvergehorsam mit. Das ist mir einfach unheimlich.
Dieser feste (fast religiöse) Glaube an, dass “sich aus der Krise Sparen”, der durch nicht zu erschüttern ist…. wie gesagt unheimlich.

5 weissgarnix Juni 24, 2010 um 10:26

@Volkswirt

>Ob hier nicht (und nicht in dem ganzen fiat money Geschwätz) die tiefere Ursache der gegenwärtigen Kalmitäten liegt

Aber NATÜRLICH!!!!!!

Ich schrieb es mal vor ein paar Monaten: “Ökonomie” reduziert sich im wesentlichen auf Fragen der Einkommensverteilung, wenn man den ganzen methodischen Schnickschnack der akademischen Sprechblasen mal aus dem Weg geräumt hat.

Fiat-Money ist insofern ein interessantes Phänomen, als der Staat durchaus könnte, wenn er wollte … und zwar ohne, dass die Welt zusammenbricht.

6 Dipfele Juni 24, 2010 um 10:34

@wgn

> … der ich bin – ohne Sinn und Verstand einfach an das “Gute” im Menschen glauben will…

Das ist ja das Problem, daran glaubt auch die schwäabische, uckermärkische, bayerische usw. Hausfrau. Und das heißt “Sparen”.

7 Hans Hütt Juni 24, 2010 um 10:42

Gestern Abend hat Soros einen interessanten Vortrag in Berlin gehalten. Wer weiß, welche Wirkung er damit entfalten wird.
Vielleicht lesen die Mitglieder der Bundesversammlung, was dem Land blüht, wenn man Strangulation mit politischer Ökonomie verwechselt. Bisher war Strangulation ein Fall für die Pathologie lethaler Lustsuche. Nun soll sie politisch zu höheren Ehren kommen. Abwegig.
http://blog.handelsblatt.com/rhetorik-blog/2010/06/24/citizen-soros/

8 Fauler Willi Juni 24, 2010 um 10:47

@ weissgarnix

Ja, ja, die böse Einkommensverteilung. Und noch viel schlimmer: Die böse Vermögensverteilung. Wo sind bloß Marx, Lenin, Stalin, Erich… , wenn man sie braucht?…

Vor vielen Jahren hab ich mal eine Dokumentation gesehen über eine kleine Sekretärin mit einem kleinen, bescheidenen Einkommen. Die hatte einen Lebenstraum, man könnte es auch einen Tick nennen: Sie hat extrem sparsam gelebt und ihr Einkommen beinhart über viele Jahre so lange gespart, bis sie sich einen Ferrari kaufen konnte. Der Ferrari stand dann praktisch nur in der Garage, weil die Betriebskosten und so…. aber sie war glücklich, weil sich ihr Lebenstraum erfüllt hat.

Ich hab auch noch eine andere Dokumentation gesehen, auch schon länger her. Die war nicht ganz so heiter, weil es sich um einen Betrugsfall handelte. Eine kleine Putzfrau hatte ihr Leben lang gespart und schließlich mit ungefähr 60 Jahren hatte sie dann ein für ihre Verhältnisse völlig erstaunliches, geradezu unglaubliches Sparbuch (das ihr dann ein Betrüger abgeluchst hat).

Warum erzähle ich diese Geschichten? Weil es praktische Beispiele dafür sind, daß man auch mit einem kleinen Einkommen Vermögen, Kapital bilden kann. Das hat natürlich seinen Preis, der Preis sind eben Entbehrungen. Viele (bzw. die Mehrheit) sind an solchen Lebensmodellen nicht interessiert, sie konsumieren lieber im hier und jetzt – was ja auch völlig in Ordnung ist. Aber dann möge sich doch bitte auch keiner darüber echauffieren, daß einzelne Sekretärinnen einen Ferrari in der Garage stehen haben und einzelne Putzfrauen ein dickes Kapitalsparbuch.

9 Systemfrager Juni 24, 2010 um 10:52

Wie sieht die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Vogelperspektive aus:

Die Amis haben damals gesagt: Wir werden Waffen produzieren und mit ihnen die Märkte für die ganze westliche Welt freimarkt-schießen. Weil sich die Waffen aber schlecht verdauen lassen, musst ihr uns ernähren. Wir drucken Dollars und ihr schickt uns Konsumgüter.

Es hat jahrzehntelang prächtig funktioniert. Die Deutschen konnten nach ihren österreichischen Mises-Hayek-Schumpeter Vorbildern die Ökonomie betreiben. (Diese verdammten Österreicher, immer wieder sie bei uns, bei einem Volk der Denker und Dichter …) Nun haben die Amis jahrzehntelang für die Märkte gesorgt, sie schießen fleißig die ganze Welt freimarkt-reif (eine Million Iraker zuletzt auch kein Problem), …

Nun ist es so, die Kriege sind auch für Amis zu teuer geworden. Und die Feinde (China, Indien, Brasilien, Russland, …) sind zu stark geworden. Außerdem stellen die Amis fest, dass sie mittlerweile vergessen haben, wie man ganz normale Konsumgüter produziert. Sie können sich schließlich nicht mehr erlauben, dass der deutsche Michel produziert und sie die Dollars drucken – wie wunderbar es auf den ersten Blick auch sein mag. Irgendwann sind sie nämlich ein völlig deindustrialisiertes Land mit atomaren Zähnen.

Aber der deutsche Michel will das alles nicht begreifen. Das Nachfrageproblem gibt es nicht. Und es ist möglich, dass alle mehr exportieren als importieren – man muss sich nur anstrengen. Ich freue mich aber, dass wir nicht genug Söhne haben, welche dann unsere deutschen rrr-Eliten – die brutalsten und blutgierigsten Eliten der ganzen Welt – wieder gegen den Rest der Welt zu kämpfen schicken

10 Dipfele Juni 24, 2010 um 10:54

@wgn #5

Du wirst es nicht glauben: Die Verteilungsfrage war schon immer die zentrale Frage. Nur hat man ebenso lange versucht, ihr aus dem Weg zu gehen und den “Wohlstand für Alle” aus dem wachsenden Kuchen herauszuschneiden, gepaart mit einer psychotherapeutischen Behandlung der ungesunden Anspruchsmentalität. Wäre ja auch viel bequemer, wenn’s funktioniert.

11 Nanuk Juni 24, 2010 um 10:56

@MM und Dipfele
Das liegt an autoritären Charakter Strukturen… bei den Wählergruppen die CDU und FDP wählen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sublimierung_%28Psychoanalyse%29

klassisches Beispiel.
http://www.focus.de/auto/news/justizministerkonferenz-fuehrerscheinentzug-bei-diebstahl_aid_521557.html

12 J. S. Juni 24, 2010 um 10:57

@Fauler Willi

Also ich habe auch schon erlebt, dass Leute Dokumentationen mit falschen Tatsachen füllen und es dann auch noch Leute gibt, die diese Geschichten in den Dokumentationen glauben.

13 weissgarnix Juni 24, 2010 um 10:58

@Fauler Willi

>Wo sind bloß Marx, Lenin, Stalin, Erich… , wenn man sie braucht?…

In der Kiste – wo sie auch hingehören. Ich jedenfalls brauche keinen der Genannten.

>Ich hab auch noch eine andere Dokumentation gesehen, auch schon länger her.

Gratulation: Fernsehen bildet!

>Weil es praktische Beispiele dafür sind, daß man auch mit einem kleinen Einkommen Vermögen, Kapital bilden kann.

Es gibt auch praktische Beispiele für Menschen, die auf den Mond geflogen sind, die weit über 100 Jahre alt geworden sind, die über ein Vermögen von mehr als 30Mrd Doller verfügen, oder 5x in Serie Wimbledon gewonnen haben… Was also sollen uns all diese Einzelbeispiele noch mal für die Gesellschaft als Ganzes sagen? Hilf mir bitte aus, weil ich steh’ grad auf’m Schlauch.

>daß einzelne Sekretärinnen einen Ferrari in der Garage stehen haben und einzelne Putzfrauen ein dickes Kapitalsparbuch.

Du hast recht: Die Assoziationen “Sekretärin-Ferrari” und “Putzfrau-Kapitalsparbuch” beschreiben die Lebenswirklichkeit der allgemeinen Angehörigen dieser Berufsstände zweifellos zutreffend. Warum vergesse ich das immer wieder bloß?

14 Fauler Willi Juni 24, 2010 um 11:04

@ J. S.

Ja, das gibt es, daß solche Dokus geschwindelt sind. Dummerweise kenne ich solche Fälle aus eigener, persönlicher Bekanntschaft. Aber das ist bestimmt nur (m)eine Halluzination. Und die Mondlandung war ja bekanntlich auch nur ein Fake…

15 Fauler Willi Juni 24, 2010 um 11:10

@ weissgarnix

“Was also sollen uns all diese Einzelbeispiele noch mal für die Gesellschaft als Ganzes sagen? ”

Gerne helfe ich weiter, wo ich kann. Diese Einzelbeispiele sagen uns, daß Talente von Natur aus unterschiedlich verteilt sind. So wie eben auch Einkommen und Vermögen. Und daß das ganz natürlich ist.

“Warum vergesse ich das immer wieder bloß?”

Weil Du eben nix weisst. Oder nix wissen willst. Drum heißt Du ja auch so.

Gruß!

16 Nanuk Juni 24, 2010 um 11:11

@Fauler Willi
Ich kenn einen der einen kennt der einen kennt…
http://www.huppi.com/kangaroo/L-welfarequeen.htm

17 aifran Juni 24, 2010 um 11:13

Griechische Tragödie: Chor der Nutzmenschen

Oh Gott diese Schulden, diese vielen, vielen Schulden …… (dabei die Hände über den Kopf zusammenschlagend)

Dilemma der Regelmacher – (die Unwissenheit über das “Geldsystem” muss erhalten werden!)

Sonst -
“Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh.” Henry Ford, 1863-1947

Der Glaube der Untertanen/Nutzmenschen an das “Geldsystem darf nicht noch weiter zerstört werden. (bis jetzt funktionierte ja die “Sündenbockmasche – Gier, Betrüger, Spekulanten usw.)

Der gewöhnliche Nutzmensch hat gelernt:
….. Kredite nur an Kreditwürdige – Kredite müssen zurückbezahlt werden, Wechselreiterei – schlecht, ganz, ganz schlecht usw.
….. Sparen ist “Gut” (Sparefroh-sozialisiert) usw.

Die Situation würde es jedoch erfordern “Manna” (Geld) vom Himmel regen zu lassen – Helikopter Ben und seine Freunde wissen ja wie es geht ….

Die “Lügen” über das Geldsystem beginnen sich zu rächen Blöderweise haben die Nutzmenschalter ihre in Käfig oder Freilandhaltung lebenden Nutzwesen zur “Schwäbischen” Hausfrau erzogen ……

siehe auch hier
http://www.weissgarnix.de/2010/04/29/wir-basteln-uns-eine-schuldenpanik/#comment-61724

18 enrico Juni 24, 2010 um 11:13

Weissgarnix ist aber halt schon ein Weiss-a bisserl-mehr-aüs-goarnix!

Die Staatsschulden sind das Gegenstück zum kapitalistischen “mehr verschulden als vorher verschuldet gewesen sein“. Das Wissen viele und das weiß vor allem auch WGN.
Wären Staatsschulden nur Buchungen, die darüber Auskunft geben, Wieviel Guthaben, Schulden gegenüber stehen, die niemals auf normalem Wege getilgt werden können, dann müsste man sich darum auch keinen Dreck scheren.
Sie sind aber verzinslich und das macht die Sache giftig. Wenn jetzt schon fast 25% des Bundeshaushalts für den Zinsdienst drauf gehen, dann muss man sich über eine ungleiche Verteilung von Vermögen, Einkommen und Ressourceneigentum auch nicht wundern.
Wenn man die Entwicklung der Staatsschulden seit den 70er verfolgt, sieht man, dass die Schuld-Steigerungsbedräge fast ident mit den gezahlten Zinsen sind.

Wären diese Schulden unverzinst geblieben, sehe die Sache heute sicher ganz anders aus!
Gruß!

19 Sucram Juni 24, 2010 um 11:15

Das Problem ist, dass Europa immer als Einheit gesehen wird, und dann auch (wie jetzt) alle das selbe tun: Sparen.
Europa ist aber keine Einheit, eigentlich weit weg davon. Zwar sind die Länder durch Finanzvertsrickungen irgendwo aneinander gekettet (z.B, mit einer einheitlichen Währung), ticken aber im inneren sehr unterschiedlich. (Erzähle ja nichts Neues).

Die Knoblauchzone (vormals PIGS, Dank an Gaby) zeichnet sich weniger durch eine hohe Netto-Staatsverschuldung als vielmehr durch eine hohe Gesamtverschuldung (privater + öffentlicher Sektor) mit geringer, wirtschaftlicher Perspektive aus.

Deshalb müssen auch die Massnahmen in den einzelnen Volkswirtschaften unterschiedlich sein. Was für Deutschland gut ist (Ausweitung der Verschuldung), muss noch lange nicht für andere EU-Länder gelten und vice versa.

Vielmehr könnten die Deutschen versuchen, mehr Knoblauch zu essen. Soll ja gesund sein. Und dann neutralisiert und relativiert sich auch der “Gestank” des südlichen Nachbarn.

Gruss

20 Nanuk Juni 24, 2010 um 11:17

@Fauler Willi
Diese Einzelbeispiele sagen uns, daß Talente von Natur aus unterschiedlich verteilt sind

Ja aber Vermögensverteilung ist nicht Natürlich mein lieber weil Geld eine Erfindung des Menschen ist… oder willst du mir jetzt erzählen das ist die gottgewolte Ordnung.

21 aifran Juni 24, 2010 um 11:18

nachtrag zu 17
… hab ich doch glatt vergessen

Monetative, 100% Geld – Irving Fisher, J. Huber usw.

dann klappt es vielleicht beim nächsten mal ….. so ganz ohne Krise und Crash

22 Systemfrager Juni 24, 2010 um 11:18

@ Schlauer Willi 15

Ja, die Talente sind ungleich verteilt. Du hast so Recht

Wenn man etwa IQ des obersten Quintils (20%) zu dem IQ des untersten Quintils (20%) in Verhältnis stellt, bekommt man 1,4. Die da oben sind 40% schlauer. Und sie besitzen wieviel mehr? 1.000% oder noch viel mehr?

Aber dass passt bei einem Schlauen Willi. Nicht wahr?

23 13 Juni 24, 2010 um 11:19

Ich schrieb es mal vor ein paar Monaten: “Ökonomie” reduziert sich im wesentlichen auf Fragen der Einkommensverteilung

..und warum steht das dann nicht in der Überschrift, woiss i?

Welche Rolle spielt das Wirtschaftswachstum? Ist ein Wachstum möglich, das eine permanent steigende Verschuldung trägt?

Politisch und sozial gesehen stellt Wirtschaftswachstum eine Wohlstandsverheißung dar. Sie ruft steigende, und oft auch übersteigerte Erwartungen hervor. Mehrverschuldung im Maße des realen Wirtschaftswachstums wäre unproblematisch und ist zur Finanzierung des Wachstums auch erforderlich. In der Regel aber steigt die Verschuldung überproportional und wird damit latent bis offen zur Überschuldung, im Übrigen nicht nur beim Staat, sondern auch als Verschuldung der Unternehmen und Privathaushalte. Natürlich weiß jeder, dass das auf Dauer nicht haltbar ist. Aber man versucht dem eigenen kurzsichtigen Vorteil zuliebe, die Bereinigung der Situation so lange wie nur irgend möglich hinauszuschieben – durch fortgesetzte Noch-mehr-Verschuldung, oder durch Verlustabwälzung auf Kosten von Gläubigern oder des Staates.

Ist das ein Spiel ohne Ende? Oder wohin führt das?

Die fortgesetzte Überschuldung führt zunächst dazu, dass die Bankengewinne und generell die Vermögenseinkünfte auf Kosten der Arbeitseinkünfte überproportional ansteigen. Was auf der Passivseite als Schulden erscheint, das sind auf der Aktivseite verzinsliche Vermögen, genauer gesagt Geldforderungen. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Quote der Vermögenseinkommen im Verhältnis zu den Arbeitseinkommen bei unter 20 Prozent des Nationaleinkommens. Jetzt hat sich das in Richtung 30 Prozent verschoben. Die Quote der Arbeitseinkommen ist entsprechend gesunken. Das ist gravierend. Wird es nicht korrigiert, wird dies infolge relativ sinkender Massenkaufkraft die suboptimale Binnenentwicklung der Realwirtschaft weiter verschlechtern, unter anderem in Form einer noch massiveren Nichterwerbstätigkeit und prekären Beschäftigung mit einem hohen Maß an Erwerbseinkommensarmut. Soziale Unruhen und unwägbare politische Umbrüche sind da vorprogrammiert, und zwar dann, wenn der Staat keinen billigen Kredit mehr bekommt und die Zinslasten der öffentlichen Haushalte ein als skandalös empfundenes Ausmaß erreichen.

http://www.n-tv.de/politik/dossier/Das-Ende-der-monetaeren-Fata-Morgana-article917399.html

Die Vermögensseite (die die Politik zur Show vor sich herlaufen läßt) hat in den letzten dreißig Jahren eindeutig den Bogen zu weit gespannt, ein klassischer Fall von Überdehnung, oder?

(und wen interessiert da schon der Mainstream, Regierungsprecher à la Uwe Jean, Gabor, Giovanni, Wienand von und zu und und…..)

24 Geheimrätin Juni 24, 2010 um 11:21

Wow, schön mal wieder zu hören, dass wir hier in einer ganz “natürlichen Weltordnung” leben

Danke Fauler Willi

@ weissgarnix – ich freue mich noch mehr, zu hören, dass auch du ein sentimentaler hund bist. wo sich ja neuerdings “alle welt” an deinem Blogtitel ergötzt, wissen wir jetzt auch wo der herkommt ;-)

25 weissgarnix Juni 24, 2010 um 11:22

@aifran

>“Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh.” Henry Ford, 1863-1947

Das ist insofern zutreffend, als den Menschen überhaupt nicht klar zu sein scheint, um wie viel stärker sie durch die Arbeitsteilung voneinander abhängig geworden sind. Das genau ist ja das Paradoxe – dass jeder glaubt, in der entwickelten Marktwirtschaft könne er “für sich” irgendwas beiseite schaffen, und nicht versteht, dass alles – aber auch wirklich alles – auf nicht mehr als sozialer Konvention beruht. Fiat Money ist insofern das perfekte Medium, in dem die Sozialität der Arbeitsteilung bzw des zwangsweisen Nexus zwischen “Einnahme” und “Ausgabe” verkörpert wird: Es ist schlicht nichts wert, wenn es nicht ausgegeben wird. Es schöpft seinen Wert alleine aus der Bewegung, nicht aus dem Ruhen. Wenn es liegt, ist es “tot”. Es gibt daher keine “Schatzkammern” mit fiat-Banknoten, allenfalls im Märchen. Modernes Geld ist ein zweiseitiger Sozialkontrakt – sonst nichts. Wer das nicht versteht, wird noch sein blaues Wunder erleben…

26 weissgarnix Juni 24, 2010 um 11:24

@Geheimrätin

>wo sich ja neuerdings “alle welt” an deinem Blogtitel ergötzt,

Sorry, aber weiß gerade nicht, was du meinst. Hilf mir bitte mal auf die Sprünge.

27 Fauler Willi Juni 24, 2010 um 11:26

@ Nanuk

Es waren 2 kleine Brüder. Der eine hat sein Taschengeld stets aufs Sparbuch gelegt und der andere hat es in Eis und Kaugummi und Karussellfahrten investiert. Nach einigen Jahren hatte der eine ein Sparbuch mit einem gewissen Guthabenstand und der andere hatte nichts. Ist diese Vermögensverteilung jetzt natürlich oder gottgewollt oder erfunden oder?…

P.S.: Der mit den Eis- und Kaugumminvestitionen schaut dann auf das wachsende Sparbuchguthaben seines Bruders und brüllt: Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer ärmer! Umverteilung jetzt!

28 Manul Juni 24, 2010 um 11:28

Der größte Witz ist daran noch, dass man grad hier in Deutschland nicht müde wird ständig zu erzählen, dass man ja nicht auf Kosten der Jungen Politik machen sollte, dabei wird schon seit Jahren auf dem Rücken der Jungen gespart. Fast 20% der unter 30 jährigen haben keinen Beruf gelernt, will heissen, dieses Land versagt sogar, wenn es darum geht jungen Menschen ausreichend Möglichkeiten zu bieten einen Beruf zu erlernen. Schulen, Universitäten und Kitas vergammeln, während man noch nicht mal angemessen Steuern eintreibt, von denen, die nur darauf bedacht sind ja keinen Cent dieser Solidargemeinschaft beizutragen und die inzwischen so obszön reich sind, dass sie überhaupt nicht wissen was sie noch mit den Geldbergen machen sollen – außer das Finanzmarktkasino zu finanzieren – während der Rest in präkerer, schlecht bezahlter Arbeit geparkt wird und über Abgaben und indirekte Steuern geschröpft wird.

Das ist aber keine Politik auf dem Rücken der Jungen. Wir, die Jungen, können wohl froh sein, dass wir noch kostenlos atmen dürfen…

29 Dipfele Juni 24, 2010 um 11:29

@Nanuk #11

> Das liegt an autoritären Charakter Strukturen… bei den Wählergruppen die CDU und FDP wählen.

Wirklich? Ich tippe eher auf die eingebildete Lebenserfahrung der “schwäbischen Hausfrau” und des “braven Hausvaters”, die noch weiter verbreitet ist.

Ich habe kürzlich mit einem A28-Ehepaar darüber diskutiert. Die glauben felsenfest an ihre persönliche Erfolgsgeschischte des Sparens, die ja zum Eigenheim im Grünen mit einem Wohnmobil davor geführt hat. Die fürchten, dass ihre Pension an die Griechen und Spanier veruntreut wird, wenn der Staat nicht auch spart – damit er ihren Kindern auch noch die Wohnungsbauprämie zahlen kann. Da hilf auch kein Stützelscher Dreisatz.

30 Nanuk Juni 24, 2010 um 11:33

@Fauler Willi
Siehste das ist das Tolle daran während sich die beiden Brüder die Schädel einschlagen verkaufe ich Kaugummis oder führe das Geld des anderen Gassi… und weil das nicht reicht setze ich mich mit dem der das Geld gassi führt ins Boot und zusammen singen wir dann…
http://www.youtube.com/watch?v=2r2X_p4EClk

31 Geheimrätin Juni 24, 2010 um 11:36

@weissgarnix 26
na ich hatte das jetzt mehrmals in den kommentaren gelesen, dass weissgarnix in wirklichkeit garnixweiss und zudem noch ein magnet für halbwissende sei. darüber wunderte ich mich, mag daran liegen dass ich nochwenigeralsnix weiss. also noch nichtmal halbsoviel, wenns um ökonomie geht. es gibt halt vollhorschte, halbe und ganze oder nixen – kommt wohl auf die tiefe der gewässer an.

ps. ich lese gerade wieder sehr gerne hier! zumindest solange , wie es nicht um den herren heinsohn geht…

32 Geheimrätin Juni 24, 2010 um 11:38

ps. zu deiner info – musste mich grad neu einloggen, mit ner anderen mail addy um kommentieren zur können (???)

33 holger Juni 24, 2010 um 11:39

@ Fauler Willi

–>Der eine hat sein Taschengeld stets aufs Sparbuch gelegt und der andere hat es in Eis und Kaugummi und Karussellfahrten investiert.”

Und der Papa von den beiden war Unternehmer betrieb ein Karussel, und verkaufte dabei noch Eis und Kaugummi.

Und wenn sie nicht gestorben sind, … dann sparen sie noch heute.

34 Sucram Juni 24, 2010 um 11:41

@Fauler Willi #27

Dein Vergleich hinkt. Denn wenn der eine Bruder kein Kaugummi kaufen und nicht ständig auf dem Rummelplatz Karussell fahren würde, dann hätte der andere Bruder auch nichts mehr was er sparen könnte. Alles hat zwei Seiten.

Gruss

35 enrico Juni 24, 2010 um 11:43

[Martin Wolff]… Das praktische an dieser Vorgehensweise ist, dass man sich nicht zwischen “fiskalischen” und “monetären” Maßnahmen entscheiden muss: Sie sind vielmehr die Seiten ein und derselben Medaille.”[]

Tja, und das ist Taxgeldschöpfung! spending and recollecting. (aber unverzinslich muss es halt schon sein!)

36 Fauler Willi Juni 24, 2010 um 11:44

@ Geheimrätin

Wissen ist Macht, nix wissen macht auch nix.

37 Fauler Willi Juni 24, 2010 um 11:48

@ Sucram

Ja, alles hat 2 Seiten. Es braucht beide Brüder – den einen, der spart, und den anderen, der konsumiert. Und beides sollte bzw. muß obendrein in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, sonst gibt’s Brösel.

38 Sucram Juni 24, 2010 um 11:52

@weissgarnix #24

“Es gibt daher keine “Schatzkammern” mit fiat-Banknoten, allenfalls im Märchen. Modernes Geld ist ein zweiseitiger Sozialkontrakt – sonst nichts. Wer das nicht versteht, wird noch sein blaues Wunder erleben…”

Sí, Señor! Das sollte jedes Kind in der Schule 1000 mal aufschreiben, bis es in den Hirnen unlöschbar eingebrannt ist. Nur so funktioniert das Streching des Kapitalismus im Endstadium. Ich hoffe, das wird endlich mal begriffen.

39 enrico Juni 24, 2010 um 11:53

@Manul #28
[] Wir, die Jungen, können wohl froh sein, dass wir noch kostenlos atmen dürfen…[]

Ihr Jungen seid geteilt und könnt, so, leicht beherrscht werden. Geteilt in die Jungen, welche die Guthaben (netto) erben und diejenigen, welche die Staatsschulden (netto) erben.

Einigt euch, wehrt euch und zieht die Staatsschulden einfach von den Pensions- und Rentenansprüchen ab, basta!

40 Dipfele Juni 24, 2010 um 11:54

Nachtrag zu #29

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Ehepaar aus der erwähnten Diskussion hieß nicht Willi und Maja.

41 Frankie Bernankie Juni 24, 2010 um 11:54

@Hans Hütt #7

„Bisher war Strangulation ein Fall für die Pathologie lethaler Lustsuche. Nun soll sie politisch zu höheren Ehren kommen. Abwegig.“

Die Selbststrangulation ist die ästhetische Figur, mit der die deutsche Öffentlichkeit am besten leben kann.

Blut-Schweiss-Tränen – Rhethorik, Verzichtskultur, der Glaube an Schuld-und-Sühne: die Deutschen misstrauen einer Aussicht , dass ein Leben ohne Schnappatmung möglich wäre.

Die Geldhaber in diesem Lande freuts, sie haben in den 15 Jahren auch publizistisch die stolze Bürgerkultur sturmreif geschossen ( aus niederen Beweggründen , I assume).

Zu oft regiert jetzt wieder Demut, Statusbewusstsein, soziale Distinktion, und ein stiller, verzweifelter Kampf darum, wer drinnen ist und wer draussen, bis in die 3. Klasse Grundschule hinein; dort wird den Kindern schonungslos beibebracht, dass sich die Drinnen/Draussen-Differenz bereits schon bei 9jährigen austobt ( die ritzen sich dann ein “L” in die Stirn, für “Looser”, wenn sie den Übertritt nicht schaffen).

42 aifran Juni 24, 2010 um 11:55

zu weissgarnix 25

Fiat Money … da will ich auch gar nicht dran herum-meckern – nur an den “Mindestreservespielchen” – der Privaten Geldschöpfer/Gewinnabschöpfer (Geschäftsbanken – deren Eigentümer usw.) mit ihrem “fractional-reserve banking system”

Staaten werden nach Abgabe ihres “Geldschöpfungsmonopoles” an Private von jenen Regiert/Beherrscht die dieses Monopol/Privileg erhalten haben …… daher zurück zur “Monetative” – Schuldfrei geschöpftem 100% Money -dann klappt es vielleicht auch mit der Demokratie und den WIWIs …. :-)

Demokratie? …… zu den derzeitigen “Demokratiekonstrukten” kann ich nur sagen ….. Demokratie – eine Java-Applikation für das Volk, ohne Zugriff auf das Betriebssystem der Welt. (F. A.)

43 Nanuk Juni 24, 2010 um 12:00

@Sucram
“Das sollte jedes Kind in der Schule 1000 mal aufschreiben, bis es in den Hirnen unlöschbar eingebrannt ist. ”

Lieber nicht die nächste Frage ist dann nämlich Herr Lehrer wofür brauchen wir denn dann Banken und warum verdienen die so viel? Hat doch nur zwei Seiten versteh ich nicht?

44 Sucram Juni 24, 2010 um 12:09

@Nanuk

Ja, die Banken sollten eigentlich dafür Sorge tragen, dass der eine Bruder Kaugummies kaufen und der andere sparen kann. Ist ihr Geschäft, oder nicht?

45 turingmachine Juni 24, 2010 um 12:13

Heräsien???

Ich denke, du meinst du Häresien, oder?

Oder möchtest du von der heiligen Rechtschreibung dudenscher Nation abweichen?

46 13 Juni 24, 2010 um 12:14

Hä, was?

Da will die Angie also sparen, aber der Obama lässt sie nicht.

am besten drückt man beiden (anstelle ihrer Propagandisten) eine Venezuela in die Hand. Wer dem Ins-true-ment die lautesten Pauken und Trom-poeten entlockt, darf über LOS auf Chausseestraße (Eigentümer Goldman Sachs/Deutsche Bank) ziehen..

47 Nanuk Juni 24, 2010 um 12:20

“Ist ihr Geschäft, oder nicht?”

und warum entscheiden Menschen die das ganze Wirtschaftssystem in den beinahe Kollaps gefahren haben über zukünftige Investitionen? Die Lebensversicherung seinem Henker zu überschreiben klingt doch nach ner ziemlich beschissenen Idee oder?

48 weissgarnix Juni 24, 2010 um 12:23

@turingmaschine

Danke. Ich schreibe Begriffe mit “ä” und “e” rägelmeßig falsch.

49 Hans Hütt Juni 24, 2010 um 12:25

Das Label weissgarnix ist nicht ganz so exklusiv, wenn man sich zum Beispiel diesen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung anschaut.
Der Autor nimmt Soros´Gedankenexperiment zum Nennwert und verwandelt es in eine Empfehlung.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzmarkt-euro-krise-isoliert-spekulant-soros-wettert-gegen-deutschland-1.964130

50 Stephan Juni 24, 2010 um 12:40

Interessantes Interview mit Jayati Gosh: “The Germans have gone mad”. Besser als in den 8,5 Minuen kann man die EZ Krise nicht zusammenfassen. Vorhersage: wenn nix passiert ist der Euro in den nächsten 5 Jahren Geschichte.

http://triplecrisis.com/jayati-ghosh-on-the-eurozone-economic-crisis/

51 Sucram Juni 24, 2010 um 12:41

@Nanuk

Wer hat’s uns eingebrockt? Der soll’s auch gefälligst wieder richten. Zerschlagen, Verstaatlichen, was auch immer, gibt da viele, oft hier diskutierte Möglichkeiten. Die Bank an sich ist ja nicht der Henker, sonder das, wozu sie gemacht worden ist….

Gruss

52 Nanuk Juni 24, 2010 um 12:45

@Stephan
Das ist viel Lustiger…
http://www.youtube.com/watch?v=H0a_FA_J6Sw

53 baba Juni 24, 2010 um 12:47

Unsere “Elite” spricht:
Krugman: Spend now, while the economy remains depressed; save later, once it has recovered. How hard is that to understand?
Martin Wolf: ”Warum die Zentralbanken recht damit haben, weiterhin Geld zu drucken”
Milton Friedman: Seiner Ansicht nach sollten Regierungen das Geldangebot in Rezessionszeiten ausweiten und während des Aufschwungs wieder zurückfahren.

Immer wieder faszinierend, mit welchen hohlen Sprüchen man Nobelpreisträger (ist eh mittlerweile negativ besetzt s. Begin, Kissinger, Obama, LTCM-„Brüder“ und die da oben zitierten, nur so als kleine Auswahl)
Genau WEIL sich solche „Könner“ als unsere “Elite” aufspielen, sind wir genau da wo wir sind.
Am Ende bleiben dann doch immer nur die gleichen hohlen Sprüche (ja nur mit dem „later“ und dem „zurückfahren“ und dem „drucken“ gibt es immer so kleine doofe Problemchen)

Wgn: „…. wenn sich die Politik endlich (!) mal zu kreativen Lösungsansätzen (!) durchringen und sich mal “was trauen” würde, was ihr nicht von den Mainstreamern ins Ohr geflüstert wird. Es gibt Rezepte für alles (!) ,….

Ja ja, es wird alles gut, man muss sich nur trauen. —— Schön, ich freu mich

Bei all diesen „Preziosen“ kann ich ja dann auch meine seit Wochen geäußerte „Weisheit“ zum Besten geben „da eh game over, sollten wir „griechischer“ als die Griechen werden, dann sind wir beim unausweichlichen Neustart wenigstens mit einer guten Infrastruktur dabei“

54 Stephan Juni 24, 2010 um 13:09

@Nanuk
JA das Video lustiger! Der einzige Unterschied: It’s a joke. Und Jayati Gosh als Ökonomin ist keine Witzfigur.

55 enrico Juni 24, 2010 um 13:11

@ Frankie Bernankie
[FB]
Zu oft regiert jetzt wieder Demut, Statusbewusstsein, soziale Distinktion, und ein stiller, verzweifelter Kampf darum, wer drinnen ist und wer draussen, bis in die 3. Klasse Grundschule hinein; dort wird den Kindern schonungslos beibebracht, dass sich die Drinnen/Draussen-Differenz bereits schon bei 9jährigen austobt ( die ritzen sich dann ein “L” in die Stirn, für “Looser”, wenn sie den Übertritt nicht schaffen).[]

Dem Statusbewusstsein sind wir wohl alle unterworfen. Wie können wir aber dieses Streben so wirken lassen, dass es am Ende dem Gemeinwohl dient?

Das Bedingungslose Grundeinkommen wäre da sicher ein guter Anfang.
Dann fehlt noch das bedingungslose Teilhaberecht an Grundressourcen wie Grund und Boden.
Der freie Zugang zu (freien) Schulen, Hochschulen und Universitäten. Kein staatliches Lehrmonopol! (das BGE muss so hoch sein, dass freies lehren und lernen jederzeit möglich ist)

Die Freiwilligkeit muss endlich die Schiene zur gesellschaftlichen Anerkennung bilden und nicht mehr das Verdrängen von Talenten und Fähigkeiten. Dann gälte: Sorge dich nicht, du bist immer drinnen, aber es kommt darauf an, was du hier drinnen machs, denn wir brauchen dein Mitwirken. Je höher deine Bereitschaft mit zu arbeiten, desto höher dein gesellschaftlicher Status.
(ich weiß, das ist ziemlich utopisch, aber…)

Liberté Egalité Fraternité!

56 Nanuk Juni 24, 2010 um 13:14

@Stephan
Ne ist kein Joke es ist Europa… :) die Ökonomin ist ein Joke.
Womit wir bei der Frage der Fragen währen bekommen die USA nen Bailout von China?

57 Geronimo Juni 24, 2010 um 13:15

@wgx
“Fiat Money ist insofern das perfekte Medium, in dem die Sozialität der Arbeitsteilung bzw des zwangsweisen Nexus zwischen “Einnahme” und “Ausgabe” verkörpert wird: Es ist schlicht nichts wert, wenn es nicht ausgegeben wird. Es schöpft seinen Wert alleine aus der Bewegung, nicht aus dem Ruhen. ”

man muss das Geld nicht “ausgeben”, es kann auch bei Wetten und Glücksspiel eingesetzt werden, z. Bsp. im Tausch gegen eine BP-Aktie ;-)

58 Angie Juni 24, 2010 um 13:16

@Morph (1) und @wgn (2 ) (25)
die einzige logische Schlußfolgerung, aus den hier geäußerten Ansichten, die ich im übrigen teile, ist doch daß wir uns, ehe alles den Orcus hinunter geht, auf Suche nach einem neuen Grundverständnis, einem neuen Gesellschaftsvertrag und einer neuen Ökonomie kurzgesagt neuen sozialen Konvention machen.

Die allenthalben anzutreffende Hoffnungs- und Hilflosigkeit entspringt doch dem Fehlen von ausformulierten und diskutierten Alternativen
Oder wie Morph so schön schreibt:
„Die Ausweglosigkeit ist aber bloßer Schein, denn es handelt sich lediglich um den “Untergang der ** augenblicklich herrschenden** Gesellschaft” (das Buch, das Luhmann zu schreiben vergessen hat), nicht aber um den Untergang der Welt. „ (** …** Ergänzung von mir)

Um dahin zu kommen, muß man den Mut haben, die theoretischen und praktischen Fundamenten der jetzigen Wirtschafts- und Finanzordnung zu hinterfragen und ggf. zu zerstören, um darauf eine Ordnung für die nächsten 200-300 Jahre (weiter wage ich nicht zu denken) aufzubauen.
Hier nur ohne Gewichtung einige Denkanstöße, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

- dauerhaftes diskriminierungsfreies Einrichten in einer Welt mit 6-8 Milliarden Menschen
- Schaffen von Regularien zur vollständigen Regeneration der verbrauchten Ressourcen (Wasser, Energie, Rohstoffe, Artenvielfalt etc.)
- erfolgreiches Wirtschaften ohne Wachstumszwang mit den dazu notwendigen Paradigmen-Wechsel in Bezug auf Geld-, Kredit-, Bankenwesen,
- Versorgungssicherheit mittels echter Marktwirtschaft durch Entmonopolisierung mit den dazu notwendigen Umbau bezüglich Eigentum an Boden, geitigen Monopolrechten und staatlicher Lenkung
- Definition von weltweit gültigen einheitlichen Rahmenbedingungen für die menschliche Existenz bei Energie (1 KW-Gesellschaft) , Ressourcenverbrauch und Lebensbedingungen, die den o.g. Punkten nicht widersprechen.

Ende des vorigen Jahrhunderts sind wir physisch (Bevölkerung und Ressourcen ) an die Grenzen unseres Raumschiffs Erde angelangt, geistig haben wir diese Begrenztheit aber noch nicht verarbeitet.
Es wird Zeit dies nachzuholen oder die menschliche Rasse wird bald nur ein sehr sehr kleines Kapitel der Erdgeschichte sein.

59 unwissender Juni 24, 2010 um 13:17

Wissenslücken!

Wir brauchen diesen Blog hier – glaubts mir!

http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/detail.phtml?id=151941

;-)

60 holger Juni 24, 2010 um 13:24

@ unwissender

es scheint so zu sein, aber ich vermisse am Donnerstag den Dienstag ein wenig. ;)

61 Stephan Juni 24, 2010 um 13:46

@Nanuk
Die Ökonomin ist ein Joke? Ich glaub eher Nanuk is ne Witzfigur. Die USA brauchen ganz sicher keinen Bailout von China. Die Chinesen haben bei der FED ein Konto. Und dort akkumulieren sie digitale Bestände mit der Bezeichnung US$. So what? Mein letzter Stand der Dinge ist: die US Regierung hat das Monopol auf die Schöpfung von US$ und der US$ ist weder konvertibel (Metall) noch an eine andere Währung gebunden.

62 aloa5 Juni 24, 2010 um 13:55

Nachdem sich in den letzten Blogbeiträgen die Zins- und Währungstheoretiker welche nach Golddeckung, Freigeld u.ä. rufen austoben konnten und bedient wurden nun die Erkenntnis das dies doch nicht der wahre Jakob ist.

Schick.

In der Tat ist es eben ein Verteilungsproblem.

Grüße
ALOA

63 Nanuk Juni 24, 2010 um 14:01

@Stephan
Ich weiss halt nix darum noch ne Frage.
Was passiert eigendlich mit dem Dollar wenn die Chinesen keine Dollar mehr haben wollen?

64 Hans Hütt Juni 24, 2010 um 14:02

wgnx:
ä und e Mutation führt in gewissen Gegenden dieser Republik dazu, Käse wie KEESE auszusprechen.

Es gibt übrigens den Versuch, Paul Krugman zum Nachfolger von Obamas Haushaltsdirektor Peter Orszag zu promoten? Das würde lustig.
http://baselinescenario.com/2010/06/24/tim-geithner-and-larry-summers-need-paul-krugman-to-succeed-peter-orszag/

65 Dipfele Juni 24, 2010 um 14:03

Ja wer sagt’s denn, er gibt sie doch die neuen Denker, die an das alte Denken erinnern:
http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:neue-denker-11-simon-johnson-fuer-ein-ende-der-bankenmacht/50121084.html?mode=print

66 Frankie Bernankie Juni 24, 2010 um 14:07

@enrico #55

“Das Bedingungslose Grundeinkommen wäre da sicher ein guter Anfang.
Dann fehlt noch das bedingungslose Teilhaberecht an Grundressourcen wie Grund und Boden.”

Nein! Nein! Nein!
Ich sags mit allem Pathos , das ich aufbringe: das BGE ist falsch, denn es ist menschenunwürdig!

Ich verweise auf den Beitrag von @rudolph in diesem blog, in dem alles übers Grundeinkommen gesagt ist:

http://www.weissgarnix.de/2009/04/18/am-kredit-hangt-alles/#comment-24265

67 Wilma Juni 24, 2010 um 14:21

Fauler Willi (8)
Noch einmal zu Ihrem Beitrag der schönen Beispiele. War die kleine Putzfrau vielleicht nicht 60 sondern erst 58 Jahre alt? War der Betrüger vielleicht der Staat? Weil die kleine Putzfrau arbeitlos wurde, und der Staat ihr den so sorgsam ersparten Kapitalstock weggenommen hat?

68 Stephan Juni 24, 2010 um 14:31

@Nanuk
Dann haben die Schlitzaugen ein Problem ;-)

Und das hätten sie aus eigener Praxis erahnen können. China begibt nicht 1:1 Anleihen für seine Ausgaben. Genausowenig muss das die USA. Uncle Sam kann seine Rechnungen immer pünktlich bezahlen sofern sie in US$ sind und braucht keine chinesischen Gläubiger dafür. Die Kommunisten wissen wie eine FIAT Währung funktioniert während die Kapitalisten noch immer glauben sie haben Bretton Woods oder einem Goldstandard zu gehorchen. Ist aber logisch aus Finanzmarktsicht. Da gibt’s eine risikolose Rente zu erwirtschaften.

69 Cle.mens Juni 24, 2010 um 14:35

Soweit ich den Artikel richtig verstanden habe, sind die Staatsschulden kein Problem, weil Deutschland in seiner Gesamtheit immer noch ein Nettogläubiger ist und im Privatbereich noch hohe Sparreserven hat.
Ökonomisch ist diese Postion richtig. Nur denke ich, dass die ganze Diskussion von einem Gesellschafts- und Menschenbild ausgeht, das nicht mehr uneingeschränkt haltbar ist.
Diesem Bild zufolge hat der Staat die Verfügungsgewalt, den einzelnen Bürger zu seinem Wohle (und sicher nicht zum Gesamtwohle) schröpfen zu können. Der Einzelne hat sich dieser höheren Gewalt zu fügen.

Aber ist es mittlerweile nicht so, dass sich ein nicht geringer Teil der Bevölkerung als nicht verantwortlich gegenüber diesem Staat fühlt und so eine höhere Belastung des Einzelnen zum angeblichen Wohle der anderen keinerlei Charme mehr entfalten kann.
Sind diese Leute nicht der Meinung, der “Staat” wäre für sie letztendlich ein Verlustgeschäft, in welchem sie nur zahlen müssen und zu dessen Zusagen sie mittlerweile kaum mehr Vertrauen bilden können.

Unterschätzt mir die Flexibilität dieser Gruppe nicht!
Ich rede dabei nicht von den Superrreichen. Im gebildeten Mittelstand ist diese Sicht der Dinge mittlerweile weit verbreitet. Und in den heutigen Zeiten wirtschaftlicher, politischer und kultureller Konvergenz ist Emigration nun wahrlich kein Hindernis mehr.

Dahinter steckt der Kern, dass durch die ökonomischen Entwicklungen der letzten Jahre ein immer größerer Teil der Gesellschaft schutzedürftig wurde, wobei dessen Äquivalent auf der Habenseite immer weniger Veranlassung hat, diese Gruppe zu unterstützen.
Eine moralische Argumentation hilft da nicht weiter. Aktuelle Debatten verlaufen nach dem Muster: Moralisch ist, was mir nutzt.

Ob es für den Staat möglich wird, sich in einer sich individualisierenden gesellschaft imemr komplexerer Subsysteme sich die mögliche Macht zu nehmen, bleibt offen, genauso wie die Frage, bis zu welchem Punkt er dies tun sollte.

70 weissgarnix Juni 24, 2010 um 14:40

@Cle.mens

>Aber ist es mittlerweile nicht so, dass sich ein nicht geringer Teil der Bevölkerung als nicht verantwortlich gegenüber diesem Staat fühlt und so eine höhere Belastung des Einzelnen zum angeblichen Wohle der anderen keinerlei Charme mehr entfalten kann.

Zumindest ist das der Eindruck, den die Medien erwecken; ob er wirklich stimmt, weiß ich nicht. Meine Hoffnung ist, dass nicht.

71 Morph Juni 24, 2010 um 14:55

@angie#58

Deine Denkanstöße gehen von der Prämisse aus, dass es ‘unsere’ Aufgabe sein sollte, eine vernünftige und verbindiche ‘Ordnung’ für das menschliche Zusammenleben weltweit zu formulieren und zu implementieren.

Ich glaube das nicht. Die vernünftige und verbindliche ‘Ordnung’ ist DER moderne Fetisch schlechthin. Alle Ordnungsprogramme, wie gut gemeint und modernitätskritisch auch immer, folgen dem ausgetrenen Holzweg der Moderne. Das ‘unlösbare’ Problem der Moderne ist, dass jedes Ordnungsprogramm die Möglichkeit, Ordnung zielgenau zu implementieren, hoffnungslos überschätzt. Das gilt auch für Deine ‘Denkanstöße’. Wenn Du Dir die noch mal durchliest (Ordnung für 6 – 8 Mrd. Menschen und für 200 – 300 Jahre – “weiter wage ich nicht zu denken”, schreibst Du :-) ), muss Du vielleicht (hoffentlich!) selber lachen. Wenn Ordnungsprogramme tatsächlich zum Zuge kommen, sind sie durch ihre Nebenwirlungen Teil des Problems. Und wenn nicht, erübrigt sich ihre Formulierung.

‘Unlösbares’ Problem schreibe ich deshalb in Anführungsstriche, weil es natürlich keine unlösbaren Probleme gibt. Allerdings gibt es Probleme, die sich nicht technisch aufheben lassen (im Hegelschen Sinn), sondern deren Möglichkeitsbedingungen verschwinden.

72 oxxo Juni 24, 2010 um 15:01

die staatschulden sind irrelevant. da hast du recht.

relevant ist eigentlich nur die divergenz. weil eine divergente funktion tut was eine divergente funktion eben tut, sie divergiert.

wenn eine divergente funktion mathematisch darstellbar ist, kann man ganz lässig berechnen wie schnell sie divergiert, und damit sagen wann das system implodiert oder explodiert.

die systemtheorie sagt: ein system hat nur bestand wenn es keine divergente funktion ohne dämpfungstherm zulässt.
in der natur existiert keine einzige divergente funktion ohne dämpfungstherm. ihr könnt natur auch gerne durch wirklichkeit ersetzen.

existiert ein system mit einer divergenten funktion die mathematisch darstellbar ist, kann ICH (ihr vielleicht nicht?) berechnen wie hoch die lebensdauer des systems ist. wenigstens hier ist die kanonik geklärt.

und jetzt aufgepasst: die zinsfunktion ist divergent.
die lebensdauer eines systems das diese funktion zulässt ist, wie jeder nachrechnen kann auf 80jahre (+-20, hängt von der funktion zins(t) ab, je niedriger der zins umso höher die lebensdauer) begrenzt. die dauer ist unabhängig von dem nominalen wert der einheiten. daher wurden die fiat-leitwährungen im schnitt alle 89 jahre ausgetauscht.

und die sind fast um.
mathe is voll der scheiß, nicht raten, nicht labern, nicht schwätzen sondern einfach nur rechnen.
blüht der ökonomie auch noch, aber erst wenn jemand die kanonik klärt. daran scheitern die ökonomen ohne es auch nur zu ahnen.
naja, ich will nicht rumfrotzeln, wir physiker haben fast 2000jahre gebraucht um die kanonik der physik zu klären, und ihr fangt ja gerade erst an. aber zum glück hat der herr celsius mit dem thermometer begonnen und sich nicht den temperatur-stimmungs-index ohne einheit aus dem arsch gezogen.

apropo ohne einheit, genau hier beginnt kanonik.

p.s.: mathematik ohne kanonik ist so sinnlos wie ein kropf.
theoretisieren ohne kanonik ist stochern im nebel.

73 ceteris Juni 24, 2010 um 15:13

Jaja, die “Chefökonomen” und “Oberspekulanten”.
Glaubt irgendjemand, dass die Ratschläge dieser Experten etwas anderes zum Ziel haben als die Sicherung der angehäuften Vermögen?
Leichtfertigerweise schreibt Wolf das selber: das durch das Deleveraging freigesetzte Kapital braucht derzeit Anlagehäfen, d.h. es braucht das Angebot von Staatsanleihen. Die begibt ein Staat aber eben, um sich zu verschulden, also muss ihm die Verschuldung empfohlen werden.
Und die weissgarnixe schrei(b)en “boooooaaaahh” bei diesem durchsichtigen Manöver….

74 Dipfele Juni 24, 2010 um 15:17

@oxxo

Und wie sieht dämpfungstherm in der Zins-Funktion aus? Oder ist der bei den 80 Jahren gar nicht eingerechnet?

75 13 Juni 24, 2010 um 15:18

Bei der Wiener Walzer Überschrift darf der Hinweis auf the Royal Family natürlich nicht fehlen…..Prost Mahlzeit!

http://www.youtube.com/watch?v=Leru5FuTBmg&feature=related

(so, muß bei dem schönen Wetter jetzt auch ins Horn stoßen….)

76 oxxo Juni 24, 2010 um 15:34

@dipfele:
der sieht gar nicht aus, weil den gibt es nicht, das war doch das worum es mir ging.

andersherum: würde ich die zinsfunktion (genauer: zinseszinseszinses…) mit einem passenden dämpfungstherm ala
e exp -kz(t) multiplizieren würde die funktion konvergieren, und damit das system nicht “explodieren”, außer es existieren andere divergente funktionen im selben system. dann bringt die am schnellsten divergierende es zur implosion oder explosion, je nachdem wohin sie abhaut.

77 Hans Hütt Juni 24, 2010 um 15:36

Ceteris:

In der Tat. Private Equity sitzen auf 500 Mrd. und wissen nicht, wohin damit: http://www.nytimes.com/2010/06/24/business/24private.html?th&emc=th

78 Kornhals Juni 24, 2010 um 15:42

An Cle.mens in 69 und wgn in 70:

Ich glaube nicht mehr an das Märchen der flüchtenden Reichen, zumindest nicht im großen Stil. Es spielen im Leben der meisten Menschen doch noch erheblich mehr Aspekte eine Rolle als nur die Abgabenlast.

Hinzu kommt: Die Art, wie über dieses Thema diskutiert wird – insbesondere natürlich in den Medien – spielt dabei auch eine gewaltige Rolle. Denn steter Tropfen höhlt den Stein. Ich erinnere mich an Berichte über Mittelständler, die versucht haben ihren Betrieb ins Ausland zu verlagern. Getrieben wurden sie v.a. von der allgemeinen zu hörenden Empörung über die “Ausbeutung” der “Leistungsträger” in unserem Land, weniger kam die Entscheidung als Ergebnis einer ökonomisch durchdachten Strategie zustande (so zumindest mein Eindruck). So manche sind jedenfalls reumütig zurückgekehrt, als sie feststellen mussten, dass es hier eben doch auch einige nicht-direkt-monetäre Vorteile gibt, das reicht von Arbeitsmoral bis hin zu Infrastruktur.
Wenn die Medien anders über das Thema schreiben würden, so hätte es IMO viele solcher Versuche gar nicht erst gegeben.

Außerdem, lese ich nicht gerade in Deutschland Jahr für Jahr von neuen Rekordgewinnen bei Unternehmen? Geht die Arm-Reich-Schere nicht immer weiter auseinander? Wird das Sparguthaben nicht mit rasanter Geschwindigkeit immer höher, siehe dazu auch die beeindruckenden Zahlen z.B. hier:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5967

So schlimm kann’s dann doch wohl nicht sein für die Wohlhabenden, oder?

79 ergo sum Juni 24, 2010 um 15:53

@ wgn:
“Synchronschwimmen mit dem Mainstream” — großartig! Jeder plappert nur nach, was er in unseren gleichgeschalteten Zeitungen zu lesen bekommt. Selbst denken strengt an — das überlässt man anderen, die man dann je nach Bedarf verteufeln kann, wenn sie nicht mit der offiziellen Denke übereinstimmen.

80 Cle.mens Juni 24, 2010 um 16:03

@78

Ich habe auch nicht allein auf die Abgabenlast verwiesen.
Die Frage ist doch die des gesellschaftlichen Klimas, ob das zum Wohlbefinden des einzelnen beiträgt.
Natürlich wandert nicht jeder aus. Deutschland hat ja auch vieles auf der Positivseite für diese Personen, neben der gemeinsamen Sprache und Kultur, eine relativ gute Infrastruktur, die Aussicht auf ökonomische Prosperität etc.
Nur dennoch kann es passieren, dass die Seite der Passiva diese positiven Aktivawerte übertrifft.
Und gerade in einer Zeit, wo es stetig einfacher wird, den Staat zu verlassen und die Einbußén dafür imemr geringer werden, sowohl an Komfort als auch an kultureller und wirtschaftlicher Situation ist das eben eine entscheidende Frage.
Eine ähnliche Diskussion führt gerade Gunnar Heinsohn in der FAZ:

http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E9F1ABBF98E934840B59647644EC14C0A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

“Solange also potentielle Einwanderungstalente sehen, dass mehr als die Hälfte ihres Einkommens weggesteuert und -sozialversichert wird, werden sie nicht in Dortmund siedeln, sondern nach Melbourne, Seattle oder Toronto streben, wo man sie ebenfalls dringend benötigt, ihnen aber nur 20 bis 25 Prozent abnimmt.”

Dasselbe Argument könnte man auch als deutscher Emigrant benutzen. Inweifern das stimmt ist natürlich schwierig zu sagen. Auswandererzahlen kann man messen, Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation ist in solch heterogenen Gruppen, die sich nur in diesem Punkt eventuell ähneln, natürlich viel schwerer zu erfassen, besonders dann die eventuell daraus resultierenden Effizienzverluste.
Dies sind soziologische Fragen.

81 Dipfele Juni 24, 2010 um 16:13

@oxxo #76

> der sieht gar nicht aus, weil den gibt es nicht, das war doch das worum es mir ging.

Sind zB ausfallende Kredite resp. die Zinsen darauf keine Dämpfung? Oder ist die vernachlässigbar klein in der Divergenz?

82 Jörg Buschbeck Juni 24, 2010 um 16:16

He WEISSGARNIX,

da ich eh immer mehr Dein After-Blog bin, werde ich meinen jetzt umbenennen in

WEISS_ERST_RECHT_NIX – dann habe ich auch geistigen Schutz, muss man die Zurückhaltung dann auch leben oder genügt die Behauptung?

:-)

Du machst die WER-Fragen -also WER hat gesagt Schulden sind nett und so.

und ich mach die WARUM-Fragen – Staatsschulden- WARUM brauchen wir die Dinger eigentlich.
http://www.global-change-2009.com/blog/super-thomas-und-nun-noch-die-frage-warum/2010/06/

Aber warscheinlich wollen die ganzen WER-Frager nur wieder Deine Beiträge lesen :-(

lG Jörg :-)

83 Fauler Willi Juni 24, 2010 um 16:26

@Wilma #67

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich Sie richtig verstanden habe bzw. ob ich Ihnen in Ihrem Verdacht 100%ig zustimmen kann, aber ich glaube Sie haben durchaus recht: Auch diese Betrugsvariante ist in meiner kleinen Schilderung inkludiert.

Wir werden solche bzw. ähnliche Betrugsfälle zukünftig in großer Breite erleben. Manche Betrugsopfer ahnen es bereits, andere sind noch arglos.

84 Thomas Müller Juni 24, 2010 um 16:41

@80 Clemens

“Solange also potentielle Einwanderungstalente sehen, dass mehr als die Hälfte ihres Einkommens weggesteuert und -sozialversichert wird, werden sie nicht in Dortmund siedeln, sondern nach Melbourne, Seattle oder Toronto streben, wo man sie ebenfalls dringend benötigt, ihnen aber nur 20 bis 25 Prozent abnimmt.”

Seltsam dann bei derartigen Aussagen immer nur auf die staatlichen Abgaben verwiesen wird. Bringt es mir wirklich etwas, wenn die Steuerlast niedriger ist (wobei die deutsche Steuerquote sehr niedrig ist) und dafür die Mieten extrem hoch? Oder wenn die Krankenversicherung privat ist und somit nicht in die tolle Quote einfliesst, aber ich die private Krankenversicherung teuer bezahlen muss?

Zudem geht Heinsohn einfach davon aus, dass es sich bei den deutschen Auswanderern um qualifizierte Menschen handelt. Sicher wandern auch Akadamiker aus, aber sehr wahrscheinlich auch geringqualifizierte “Glücksritter”, die einfach mehr Aufstiegschancen im Ausland sehen. Mit Melbourne, Toronto und Seattle nennt Heinsohn ferner drei der vermutlich lebenswertesten Städte der Welt. Beim Vergleich von München pder Düsseldorf mit Buffalo oder Winnipeg sieht da auch schon anders aus.

Wenn ich mir diese Auswanderersendungen im Fernsehen ansehe, gewinne ich allerdings eh den Eindruck, dass die Auswanderer selten eine genaue Vorstellung von ihrem Ziel haben und erst Recht kennt keiner die tatsächliche Kostenbelastung (die kennt ja kaum ein Deutscher von Deutschland). Insofern spricht doch einiges dafür, dass es eher eine Frage des gesellschaftlichen Klimas und der Kultur ist.

85 Cle.mens Juni 24, 2010 um 18:04

“Bringt es mir wirklich etwas, wenn die Steuerlast niedriger ist (wobei die deutsche Steuerquote sehr niedrig ist) und dafür die Mieten extrem hoch? Oder wenn die Krankenversicherung privat ist und somit nicht in die tolle Quote einfliesst, aber ich die private Krankenversicherung teuer bezahlen muss?”

Ja, das macht einen großen unterschied. Weil darüber je nach BEdarf frei entschieden werden kann, die Steuern aber in einen anonymen Apparat gehen, dem viele nicht mehr vertrauen, weil sie in dessen Versorgungssystem kein Zutrauen mehr haben.
Gerade bei den Abgaben ist das ein Problem. Für junge Besserverdienende ist es sicher attraktiver sich privat um deren Organisation zu kümmern.
Ob das für die Gesellschaft auch das BEste ist ist eine andere Frage. Aber für die Betroffenen sicherlich.

Ansnsten gebe ich ihnen recht. ICh möchte jetzt auch nicht die Panik verbreiten, dass alle Qualifizierte aus Deutschland auswandern werden. Nur wir müssen uns fragen, was der Staat für gewisse Schichten zu bieten hat, und ob diese ihre Kräfte perfekt einsetzen in unserer Gesellschaft.

86 oxxo Juni 24, 2010 um 18:37

@dipfele:
“Sind zB ausfallende Kredite resp. die Zinsen darauf keine Dämpfung? Oder ist die vernachlässigbar klein in der Divergenz?”

das ist eine gute frage.
als ich explosion schrieb, war das ungenau und missverständlich, denn tatsächlich divergiert die zinsfunktion nicht in alle raumrichtungen, sondern ist eher als verschiebung von kapital zwischen aktoren (personen,firmen,länder,..) zu interpretieren aus der eine konzentration von kapital folgt, die immer schneller zunimmt.
das problem ist nicht die vermehrung von geld, sondern die konzentration bei bestimmten aktoren, die dazu führt das die übrigen handlungsunfähig (bzw. funktionsunfähig)werden.
ODER die pleite des einen erhöht die kapitalkonzentration bei den übrigen, egal ob die summe des kapitals insgesammt fällt oder steigt. es ist egal wierum du es betrachtest, das ergebnis bleibt sich gleich (ist doch beruhigend).
je mehr systembereiche oder aktoren handlungsunfähig sind, umso schneller werden umso mehr andere handlungsunfähig. weil es sich um ein netzartiges system handelt.

im laufe der lebenspanne des systems, sollten also die kreditausfallraten und die insolvenzen zunehmen, als ausdruck eben dieser divergenz, je später umso schneller.

87 Michael Juni 24, 2010 um 18:41

@Weissgarnix
Du verstehst es einfach nicht. Es geht doch darum, den Euro loszuwerden. Das macht Frau Kanzlerin völlig richtig. Eine ordentliche schwäbische Hausfrau hält nun mal ihren Haushalt sauber. Die Schluderbande verkostet ja gerade, was es bringt, wenn man überschuldet ist. Und Soros ist wohl neben Krugman ein ganz schlechtes Vorbild für die Deutschen.

Was bei hochen Staatsschulden rauskommt zeigen die Griechen, trotz Stützung sind die Renditen heute über 10% gegangen. Staaten können nicht pleite gehen ? Nö, es ist schon lange bewiesen, dass es keineswegs so ist.

Angie, würg die Schuldner ! Sparen ist prima ! Subventionsabbau wäre noch besser! :-)

88 BB Juni 24, 2010 um 18:42

Habe auch gerade den Heinsohn gelesen und bin mit dem Kopf auf der Tischplatte aufgeschlagen ob der Unverfrohrenheit, mit der bestimmte Leute hierzulande versuchen, das aus ihrer Sicht dramatisch verschlechterte Umfrageklima durch Schüren von Ausländer-Ressentiments umzukehren.

Ich lebe in einem Umfeld mit mindestens 1/3 Ausländern und ich kann nichts von dem sehen, was Heinsohn in seiner angeblichen Analyse beschreibt. Leider muss man viel Zeit verschwenden, um so einen Mist so zu analysieren, dass man ihn im einzelnen widerlegen kann.

Was ich in meinem Umfeld allerdings erlebe, ist, dass viele von den Ausländern eine selbständige Existenz anstreben und das deswegen nicht riskieren oder scheitern, weil z.B. die gesetzliche Krankenversicherung für Selbständige mit kleinen Einkommen viel zu hoch ist, dass die Ladenlokalmieten trotz monatelanger Leerstände nicht runtergehen und von daher der in Randlagen (bzw. im Ruhrgebiet auch ausgedehnteren Lagen) zu erzielende Umsatz diese Kosten nicht amortisiert. Wäre schön, wenn die Politik an diesen Rahmenbedingungen etwas ändern würde, dann würden die Einwanderer viel zur Finanzierung der Sozialsystem beitragen können. Der Bildungsergeiz kommt dann von ganz alleine, sobald beruflich bzw. was die Existenzsicherung betrifft, eine Perspektive entsteht. Den braucht man gar nicht oberlehrerhaft und damit Rassismus-induzierend einfordern.

89 Nanuk Juni 24, 2010 um 18:48

@BB
Ich hab schon zum Frühstück gekotzt…

90 Thomas Müller Juni 24, 2010 um 18:50

@Clemens 85
Frei entscheiden kann man ja nur sehr bedingt darüber. Wer in London arbeitet hat nicht die Wahl zu Magdeburger Preisen zu wohnen, selbst bei “freiwillig” allergrößten Abstrichen an Lage, Größe und Qualität der Wohnung. Viele Kosten werden mehr oder weniger durch den Arbeitsplatz determiniert: Wohnung, Fahrtkosten, aber durchaus auch der Lebensstil allgemein. Also ich gehöre zu den “jungen Besserverdienende” und man würde in meinem Umfeld mindestens seltsam angesehen, wenn ich Kleidung von Kik tragen würde – und das, wo hier nicht einmal besonders Wert auf Statussymbole gelegt wird.

91 Ilse Juni 24, 2010 um 19:19

“Vergesst die Staatsschulden!”

Wenn sowieso schon Geld gedruckt wird bis der Arzt kommt, dann könnte man doch gleich alle Steuern abschaffen und den Staatshaushalt nur noch über Defizite finanzieren.

Falls hier Klagen kommen, dies sei nicht sozial ausgewogen, könnte man relativ einfach mit einem Soli auf Golfschläger, Gesichts-OPs, etc. gegensteuern.

Wenn dann der Staatsbankrott kommt, ist es auch nicht so dramatisch. Immerhin war die Party für die Bürger umsonst und nur die Gläubiger der Staatsanleihen müssen blechen.

92 BB Juni 24, 2010 um 19:23

@Nanuk/89

Medien haben auch eine Verantwortung. Und so einem Machwerk sollten sie deshalb erst gar kein Forum bieten. Das hätte nichts mit Zensur zu tun, sondern eher mit Peer Review.

Der Heinsohn hat sich blamiert mit seiner unwissenschaftlichen Behauptung, in den USA hätte die Sozialhilfe deshalb abgenommen, weil sie nach 5 Jahren gestrichen worden ist. Wer dann nicht mit validen Fakten rüber kommt, was die Empfänger danach gemacht haben, der ist unwissenschaftlich.

Und eine Zeitung, die seriös sein will, bringt so einen dann nicht noch einmal! Aber hinter bestimmten Zeitungen steckt halt ein Chauvi-Kopf.

93 holger Juni 24, 2010 um 19:27

Ilse Ilse keiner will se
weil sie so nach Knoblauch roch
nahm se am Ende doch der Koch. ;)

–>Wenn sowieso schon Geld gedruckt wird bis der Arzt kommt, dann könnte man doch gleich alle Steuern abschaffen und den Staatshaushalt nur noch über Defizite finanzieren.”

3% reichen :D und man könnte alle Steuern abschaffen. :D kapiert noch nicht mal der “Gelbe Onkel Otto” geht ganz einfach. Man muss nur wollen können. ;)

94 Jörg Buschbeck Juni 24, 2010 um 20:08

Holger, dass ist nicht ok so ein Zeugs zu behaupten

ich habe sofort verstanden, dass Du 2mal BIP Steuereinnahmen damit rausholst und Dir spontan meinen anstehenden Nobelpreis dafür abgetreten.

http://www.weissgarnix.de/2010/06/17/sachwerte-sind-auch-keine-losung/#comment-69075

95 Au. Weia Juni 24, 2010 um 20:09

@ Fauler Willi

Erstaunlich fleißig heute. Wäre es nicht an der Zeit, wenn du dich mal wieder auf die Faulheit besinnst?

96 Morph Juni 24, 2010 um 20:12

@BB

“Medien haben auch eine Verantwortung.”

Also bitte, werde nicht kindisch!

97 Morph Juni 24, 2010 um 20:13

Heinsohn polarisiert, bringt Quote, also ‘rein ins Blatt! – Sieht man doch prima, wie gut das läuft, gerade an Deinen Reaktionen, @BB.

98 holger Juni 24, 2010 um 20:20

Schön Jörg,

–>Holger, dass ist nicht ok so ein Zeugs zu behaupten”

Ist doch i.O. wir können uns ja mal darüber unterhalten. Beim Bierchen. Viele Wege führen eben nach ROM. Ich denke eben anders darüber. Aber, wie immer das aber, vielleicht gibt es ja Schnittstellen. Also, lieber Jörg, im August ? Ich komme vorbei. Kein Thema. Aber dann, Auge ins Auge.

99 destello Juni 24, 2010 um 20:24

“Deutschland ist auf der Welt ein Nettogläubiger, und wenn sein Staatssektor unterfinanziert ist, dann muss er lediglich zusehen, dass er sich entsprechend refinanziert.”
Wie soll das denn im Falle eines Falles aussehen? Also, wenn Deutschland als Staat vor dem Bankrott steht und schnell das Geld braucht: Der Staat konfisziert das Vermögen (das Auslandsvermögen) der Deutschen um damit seine Auslandsschulden zu bezahlen?

100 ceteris Juni 24, 2010 um 20:30

Ja, Heinsohn hat’s geschafft in die Riege der medialen Professoren, der “Deutsche Gelehrten” Darsteller, mit markant-klassischer Visage und Originalbarttracht – an die Seite von Baring, Sinn & Co. Die können den ungeheuerlichsten Blödsinn absondern, er ist vom “Gelehrtenpromistatus” gedeckt, das wird schon und auch nur darum für relevant gehalten. Tolle Sache, damit füttern die Medien rekursiv sich selber. Auch ein Grund, warum immer dieselben Torfnasen in den Talkshows sitzen. Aber was soll das Jammern, auch hier werden ja “Chefökonomen” angeführt, als würden sie etwas anderes vertreten als die Interessen des Kapitals. Und daran werden dann wieder die üblichen Ruck und Zuck und Muck und Guck Kommentarschlangen drapiert…

101 Stephan Juni 24, 2010 um 20:30

@Ilse #91
“Wenn sowieso schon Geld gedruckt wird bis der Arzt kommt, dann könnte man doch gleich alle Steuern abschaffen und den Staatshaushalt nur noch über Defizite finanzieren.”

Das mit dem Drucken ist so eine Sache. Schlechter Ausdruck. Besser wäre die Zentralbank kreditiert eine Zahl dem Zentralbankkonto einer Geschäftsbank und belastet das Zentralbankkonto eines Finanzamts. Buchhaltung halt.

Buchhaltung ist überhaupt der Renner in dem Zusammenhang. Das Defizit des einen ist immer der Überschuss des anderen. Alles summiert sich immer auf Null. Wenn der Staat ein Defizit hat müssen wir als erstes immmer schauen wo ist die Gegenbuchung?

Setz mal einem neo-liberalen Ökonomen das Buchhalter Kapperl auf und lass in die Salden durchbuchstabieren und er fängt zum Stottern an. Oder er kriegt Freudentränen in die Augen weil es im Privatsektor (Finanz) mal wieder so gut läuft.

Und ja man kann den Staatshaushalt über laufende Defizite finanzieren. Das machen die USA laufend seit ca. 200 Jahren unterbrochen durch 2-3 Überschuss Perioden. Vater Staat (wenn er nicht in der Eurozone ist) braucht halt kein Sparbuch und hat auch keines.

102 michael Juni 24, 2010 um 20:54

Theoretisch richtig für eine Rezession. ABER, die Rezession wurde schon vor 12 Monaten für beendet erklärt ! Jeden einzelnen Tag werden in den Medien sensationelle Erfolge verkündet. Die Preise in den Kaufhallen steigen sehr signifikant. Die Inflation legt los. Auch wenn die Wissenschaftler in ihren Elfenbeintürmen das Gegenteil behaupten. Es ist richtig in der Lage anzufangen zu sparen und Subventionen abzubauen.

Soros als Beispiel ? Der ist dafür bekannt gegen Währungen gespielt zu haben. Er ist in der Richtung vollkommen unglaubwürdig. Warten wir ab, ob und wann es eine Währungsreform gibt.

103 Dipfele Juni 24, 2010 um 20:56

@destello #99

Ein bisschen geschickter muss der Staat das natürlich schon anstellen. Gaddafi hat kürzlich im SPIEGEL verraten, wie das die Schweiz nach seinen Erkenntnissen macht: Konten durch aktive Sterbehilfe verwaisen lassen. Ein Sonderkommando des Fiskus muss für das sozialverträgliche Ableben millionenschwerer Kontoinhaber sorgen.

104 michael Juni 24, 2010 um 21:26

@Dipferle
Ghadaffi hat wohl aus dem Nähkästchen geplaudert ? Aktive Sterbehilfe traut ihm die Welt garantiert zu. Dabei ist es wichtig, dass die Millionäre keine Erben mehr haben…. Es bedürfte einiger Vorarbeiten….. Die Schweiz hatte sich wohl an einem Prügelprinzen vergriffen ? :-)

105 BB Juni 24, 2010 um 21:33

@Morph/97
>>>>>Heinsohn polarisiert, bringt Quote, also ‘rein ins Blatt! – Sieht man doch prima, wie gut das läuft, gerade an Deinen Reaktionen, @BB.

Meine Reaktion bringt denen Quote? Heute abend ein Klick rein und sofort wieder raus. Erstens habe ich schon lange keine Holz-Ausgabe mehr gekauft und mein Werbeblocker ist scharf eingestellt :-) Wo die da Quote hernehmen wollen, ist mir schleierhaft. Ich hätte ja ein bisschen mehr rumgeklickt heute abend, aber nach dem Artikel … Heynsohn ist schuld, dass ich heute noch nicht den neuen Don Alphonso dort gelesen haben.

106 keiner Juni 24, 2010 um 23:07

Schöner Beitrag, anregende Diskussion!

Bin geade im Urlaub und krieg nicht alles mit, kann mir jemand verraten, wo die Avatare plötzlich herkommen? :-/

107 keiner Juni 24, 2010 um 23:20

“Mein” Avatar is ein Hakenkreuz, kann man das ändern?

108 unwissender Juni 24, 2010 um 23:32
109 Morph Juni 24, 2010 um 23:47

@keiner

also, mich erinnern die Platzhalter an tischdeckchen…
kannste über http://www.gravatar.com ändern

@BB

ich hab den Heinsohn-Artikel in der Faz nur angeklickt, weil er hier verlinkt war, und ich war enttäuscht wegen der Redundanz. Das hat Heinsohn nun schon zum x-ten mal präsentiert…

Ich hab mit ihm mal am Rand einer Vortragsveranstaltung gesprochen, besser gesagt, zu sprechen versucht. Er kam mir sehr arretiert vor in seinem Gedankengebäude. Eigentlich kein Wissenschaftler im modernen Sinn, sondern ein wissenschaftlicher Alleinunternehmer alten Stils, ein unfreiwillig komischer Anachronismus. Maverick an der Grenze. Im fachwissenschaftlichen Kontext eigentlich nicht zitierfähig (was sub specie aeternitatis nichts gegen ihn sagt, aber auch nicht für ihn). Ganz eigenartige Kombi aus Apokalyptiker und Sozialtechnokrat. Und ein merkwürdig verschobenes und verhobenes nationales Motiv.

Seine Eigentumsökonomie ist symptomatisch: Die Eule der Minerva beginnt bekanntlich in der Dämmerung ihren Flug. Dass Heinsohn seine Theorie im Eigentum zentriert, spricht für das Ende des Eigentums als gesellschaftlich zentralem Sachverhalt, ebenso wie Marx’ Zentrierung der Theorie in lebendiger Arbeit für ein Ende der Arbeit als gesellschaftlich zentralem Sachverhalt sprach.

110 ceteris Juni 25, 2010 um 00:24

Sehr schön, @Morph, besser kann man den Heinsohn wohl nicht charakterisieren. Inzwischen würde “Selbstdarsteller” wohl schon besser passen als “Alleinunternehmer”, der medialen Reproduktionsquote wegen… und vor allem der fehlenden wissenschaftlichen Ergebnisse wegen. Das ist alles nur schein-provokantes Blahblubb für FAZ und extern angegliederte Blogs der Schirrmacher-Kumpels – wie diesen hier.

111 ceteris Juni 25, 2010 um 00:30

Sorry, @Morph, den Punkt hatte ich vergessen:
Die Eule der Minerva beginnt bekanntlich in der Dämmerung ihren Flug.
Yep.
Eigentum: am Ende
Arbeit: am Ende
“Kommunikation”/”Systeme”: total am Ende, schon von Anfang an, eigentlich… ;-)
nur:
Die Eule der Minerva ist auch schon lange abgestürzt – wenn du weisst, was ich meine. Diese ganzen Debatten hier scheinen die längst vergangener Avatare zu sein, der Nachhall von Wiedergängern, täglich grüßenden Murmeltieren. Ich fühle mich schon selber wie mein eigenes Echo…

112 Morph Juni 25, 2010 um 00:32

@ceteris

c’mon! Wir maulen doch auch nicht in der Dönerbude über Separatorenfleisch, sondern sagen höflich: Ja bitte, mit viel Scharf. Und zwei Becher Ayran dazu.

http://ahoipolloi.blogger.de/stories/1631395/#1632208

:-)

113 hina Juni 25, 2010 um 01:10

@wgn

anknüpfend an Kommentar Nummer eins möchte ich nochmal auf die politische Komponente hinweisen und dir ein Buch empfehlen:

Eines das mir die Augen regelrecht aufgerissen hat. Weniger weil die Geschichte zwischen 1890 und 1940 in einem anderem Blickwinkel vermittelt wird als in unseren Schulbüchern. Wer damals schuld war oder unschuldig gewesen ist, wäre mir eigentlich ziemlich egal.
Mit diesem Buch habe ich endgültig verstanden und mit zahlreichen und bisher unbeachteten Quellen belegt bekommen in welcher (Finanz-)Welt wir wirklich leben und ich bin dem Ökonomen und Wirtschaftshistoriker Guido Giacomo Preparata (aufgewachsen in den USA, studiert in Californien und London) mit einer einwandfreien Biographie unendlich dankbar für seinen Mut und sein Opfer, die er bringen musste um dieses in Deutschland bisher totgeschwiegene Buch “Conjuring Hitler” zu veröffentlichen.

Seine Homepage: http://www.guidopreparata.com/

Dort findest Du Leseproben, Rezensionen von bekannten Wissenschaftlern und seine Biographie. Weitere Rezensionen auf Amazon.

Aus Wikipedia: Er [Preparata] belegt seine Forschungen, die die Zeit vor dem ersten Weltkrieg ebenso mit einbeziehen wie den Aufstieg der Bolschewiken in Russland mit ökonomischen Überlegungen und Daten und führt damit eine Beweislast ins Feld, die in der üblichen Geschichtsschreibung bisher kaum Beachtung fand.

Zu seinen thesen gehört u.a., dass die Krise 1929 künstlich herbeigeführt wurde…

Würde mich freuen wenn Du das Buch mal anfasst, denn mich würde interessieren was Du davon hälst.

114 Morph Juni 25, 2010 um 01:15

@ceteris

“Eigentum: am Ende
Arbeit: am Ende
“Kommunikation”/”Systeme”: total am Ende, schon von Anfang an, eigentlich…”

Aber “das Ende” ist auch schon sein einigen Jahrzehnten “am Ende”. Damit ist ja u.a. Jean Baudrillard schon sein Mitte der 1970er Jahre durch den akademischen Jet-Set gedüst.

Wir befinden uns in einer Situation geistiger Aporie, wo selbst ein Platon sagen würde: Boooaaah!

Denn ich glaube nicht, dass, sagen wir, ein Soros, oder, in unseren Gefilden, @wgn, mit ihren Verschuldungsappellen lediglich ein durchsichtiges Kapitalinteresse verfolgen, wie Du oben mal insinuiert hast. Die treibt die Hoffnung, dass Kapitalinteresse und Lebensinteresse sich noch irgendwie versöhnen lassen. Wenn @wgn z.B. die Sorge ums eigene Portfolio und die Sorge ums gesellschaftliche Ganze unmittelbar nacheinander artikuliert, dann liegt die Schizophrenie dieser Sequenz von Mitteilungen so offen zu Tage, dass sie eben nicht als Camouflage eines cleveren Partikularinteresses gelten kann. Das ist echtes Engagement. :-)

115 Hans Huett Juni 25, 2010 um 02:58

appreciate ceteris 111

116 ergo sum Juni 25, 2010 um 04:47

@ Thomas (84)
Heinsohn nennt Seattle und Toronto wohl nur, weil sie als “lebenswerteste” Städte an der Spitze vieler Listen stehen. Seattle als Sitz von Microsoft und Boeing dürfte wohl eher das Ziel hochqualifizierter Spezialisten sein — mangelhaft bedarfte Glücksritter wären dort wenig gefragt.

@ dipfele (103)
Der leicht verwirrte, aber stets amüsante Ghaddafi vergaß offenbar, dass er bereits empfohlen hatte, die Schweiz zwischen Deutschland, Italien und Frankreich aufzuteilen. Das verträgt sich nicht ganz mit seinem ingeniösen neuen Plan, die schwyzer Millionäre en masse umzubringen, um den Staatssäckel zu sanieren.

117 oxxo Juni 25, 2010 um 08:22

@morph:
“Wir befinden uns in einer Situation geistiger Aporie, wo selbst ein Platon sagen würde: Boooaaah!”

platon würde eher sagen: ich habs euch doch gesagt.
er schrieb mal was, wie: wenn die demokratie sich weit genug entwickeln könnte, würde sie dazu führen das ausgerechnet die dümmsten die wichtigsten posten inne hätten.

ist ein grauenvoller gedanke, das jemand vor 2400jahren wissen konnte, woran wir heute scheitern.

zu heinsohn: ich find ihn lustig, stellt thesen auf die implizieren das die atomaren zerfallsreihen falsch sind.(meint er das ernst?)
ich wünsche das die macht mit ihm ist, wenn es schon der verstand nicht ist.

@keiner: zu spät, ich hab bereits anzeige erstattet, wegen puplizierung und verbreitung verfassungsfeindlicher symbole. irgendwie muss man den 20.platz in der weltrangliste der politischen verfolgung ja halten.

118 Jörg Buschbeck Juni 25, 2010 um 08:23

@Holger 98
freu mich auf Deinen Besuch im August – kommst gerade rechtzeitig
für die Haushaltsplanung der provisorischen Regierung nach der Oktoberrevolution.

bitte beachte aber folgende Punkte:
Anmeldung an jb@global-change-2009.de
10 € Zwangsumtausch/Tag in “Zschopautaler”
wenn Du aus den alten Bundesländern anreist und das erste Mal in unsere Zone kommst, gibt es 10 Zschopautaler Begrüßungsgeld.

Einreisebestimmungen
keine Waffen und waffenähnlichen Dinge, auf mich werden fast täglich Anschläge verübt, weil ich auch Chefermittler im Missbrauchsskandal der sch(w)äbischen Hausfrauenmafia bin.
http://www.global-change-2009.com/blog/neue-falle-von-schwerem-missbrauch-von-okonomischen-glaubensbrudern-gedeckt-schwabische-hausfrauen-unter-verdacht/2010/05/

Bis bald, Jörg

119 Nanuk Juni 25, 2010 um 08:44

@oxxo
Ich werd lieber von Dummen regiert die wird man leichter los…

120 holger Juni 25, 2010 um 09:01

@ Jörg Buschbeck

–>wenn Du aus den alten Bundesländern anreist und das erste Mal in unsere Zone kommst, gibt es 10 Zschopautaler Begrüßungsgeld.”

:D Ich als Wessi wusste schon, was mir blüht, als man mich 5 Minuten nach der Grenzöffnung fragte, ja, so schnell waren die Trabbis dann… ist ja nicht weit von mir bis zur Zone… wo es denn Vidscheörekörder zu kaufen gäbe. Rück du lieber das Begrüßungsgeld wieder raus, nach dieser Umtauschaktion, da habt ihr doch eure Taschen voll gemacht :D

PS: Ich habe öfters demnächst dort zu tun. Wird schon mal passen. Und da ich immer noch ein wenig (wer weiss wie lange noch) Pazifist bin, komme ich vollkommen unbewaffnet. Hauptsache das Bier steht kalt.

+Gruß

121 13 Juni 25, 2010 um 09:34

Party is over, hier stehen noch ein paar leere Flaschen rum..

http://www.verkaufsdatenbank.henkell-sektkellerei.de/VDB/sekt/ruettgers_club/003ruettgers_club_1-4chep_96x0-75l.jpg/image_thumb

der Tag fängt gut an..

122 Thomas Müller Juni 25, 2010 um 10:02

@destello 99
Deutschland als Volkswirtschaft ist Netto-Gläubiger bedeutet, dass das in Deutschland liegende Vermögen gegenüber dem Ausland netto positiv ist. Der Staat müsste also nicht das Auslandsvermögen konfiszieren. Angesichts des doch eher geringen strukturellen Defizits würde es wohl zudem ausreichen, die Erbschaftsteuer und den Spitzensteuersatz zu erhöhen, um den Staatshaushalt in Ordnung zu halten.
@ergo sum 116
Genau „mangelhaft bedarfte Glücksritter“ werden nicht nach Seattle oder Toronto gehen, sie sind dort nicht gefragt, wollen aber vermutlich auch nicht dorthin. Wie viele der von ihm genannten 160.000 deutschen Auswanderer gehen tatsächlich in diese Städte und nicht zum Kellnern in österreichische Urlaubsgebiete? Heinsohn suggeriert, es handelt sich bei den Auswanderern durchweg um hochqualifizierte Arbeitskräfte, die von den tollen Lebensbedingungen in den genannten Städten angezogen werden. Die Realität sieht wahrscheinlich anders aus.

123 holger Juni 25, 2010 um 10:24

@ Thomas Müller

–>Angesichts des doch eher geringen strukturellen Defizits würde es wohl zudem ausreichen, die Erbschaftsteuer und den Spitzensteuersatz zu erhöhen, um den Staatshaushalt in Ordnung zu halten.”

Nichts gegen dich, aber habt ihr nur diese Instrumente, denen sich die “Wirklichen” mittels Advokaten entziehen können im Sinn? Wen trifft denn eine Anhebung wirklich? Ganz genau den restlichen Mittelstand, der noch übrig ist. Der sowieso kaum noch Kredit bekommt, und wenn dann, dank Basel II noch zu teuer. Aber bitte schön. Wenns es nix anderes geben sollte, dann ist es eben so. Wieso muss der Staat überhaupt saniert werden? Der Staat ist da, weil es Steuerdeppen gibt. Der Staat ist virtuell. Genauso die Aussage von @wgn, D wäre Nettogläubiger. Ja und, wie will denn D die Titel Vollstrecken? Mit was? mit Mist oder Heugabeln?

124 Thomas Müller Juni 25, 2010 um 10:30

@holger
Das ist das FDP-Argument: Die Steuererhöhungen treffen den Mittelstand, nicht die wirklich Reichen, die Schlupflöcher nutzen. Gleichzeitig zahlen die obersten 10% der Steuerzahler aber 50% der EkSt. Irgendwie passt das nicht zusammen. Sicher mag es Einkommensmillionäre geben, die sich arm rechnen, im Durchschnitt zahlen die aber durchaus Steuern – nur halt zu wenig angesichts ihres Einkommens. Also wie schonmal gesagt, würde ich den Spitzenseuersatz sowieso deutlich anheben, aber den Schwellenwwert gleichzeitig spürbar erhöhen.
Sicher ist Deutschland als Volkswirtschaft Netto-Gläubiger und “vollstrecken” muss man hier gar nichts, die Vermögen und auch die Zinsen und Dividenden darauf sind ja da, die müssen nur besteuert werden. Enteignungen und ähnliche Maßnahmen sind (noch) nicht nötig.

125 topi Juni 25, 2010 um 10:56

@ holger

Im Umkehrschluss also den Spitzensteuersatz senken, um “kleiner und mittlere Einkommen weiter zu entlasten” ?

126 PHOENIX Juni 25, 2010 um 10:57

Wir sind wieder mal grausam und zeigen den schlafenden Schmidt auf seiner Prisverleihung in Großaufnahme, harr harr.

127 holger Juni 25, 2010 um 11:06

@ Thomas Müller

ob das FDP oder sonst wer ist, ist mir egal.

–>Sicher ist Deutschland als Volkswirtschaft Netto-Gläubiger und “vollstrecken” muss man hier gar nichts, die Vermögen und auch die Zinsen und Dividenden darauf sind ja da, die müssen nur besteuert werden.”

Die Zinsen und Dividenden sind da? Ja, garantiert durch den Steuerzahler (vermeintlich). Oder Rettung 750 + X. Thomas, da beisst sich wieder der Hund. Weil, eben in die Sicherheiten nicht vollstreckt werden kann, weil der Käufer fehlt um ausreichende Deckung bei der Verwertung zu erzielen. Warum fallen denn Hauspreise? Eben, weil se keiner haben will. Deswegen hat WGN recht, wenn er sagt, “vergesst die Staatsschulden”. Wenn er das sagt, kannst du nämlich auch den Counterpart vergessen.

128 holger Juni 25, 2010 um 11:10

@ Topi

du kennst meine Meinung dazu. Bei mir gäb es solche Steuern nicht. Und noch ein Witz, Taschengeld, was ein HIV Kind von der Oma bekommt, wird als Einkommen angesehen. Wenn es im Jahr eine gewisse Höhe, ich glaube 100 Euronen übertrifft.

129 topi Juni 25, 2010 um 11:17

@ holger

Schönes Taschengeld-Beispiel.
Und solange wir in diesem Steuer- und Abgaben- und Verteilungssystem leben, solltest auch du einer Anhebung des Spitzenzuschlags zustimmen. :)

130 13 Juni 25, 2010 um 11:39

à propos de Taschengeld

von “Mr. Abgeltungssteuer”..

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hoch-bezahlte-vortraege-steinbrueck-missbraucht-sein-abgeordnetenmandat;2606893

Noch einer, der längst alle Staatsschulden vergessen hat..
“Die Grünen sprechen von einem unanständigen Verhalten”, hahaha..

(Fazit: Einmal dreckiges Sozenpack, immer dreckiges Sozenagendapack! Am besten Abschieben in die EU!)

131 Thomas Müller Juni 25, 2010 um 11:39

@holger
Wieso möchtest du denn in irgendwelches Vermögen vollstrecken, es also zwangsversteigern? Wenn der Staat den Spitzensteuersatz etwas erhöht, die Erbschaftsteuer erhöht und die Grundsteuer (ok, ist eine Gemeindesteuer aber gemäß OECD-Definition eine Form der Vermögenssteuer), muss da nichts vollstreckt oder zwangsweise verkauft werden. Wir reden hier von Beträgen von vielleicht 2-4% des BIP, die nötig sind, um den Staatshaushalt mittelfristig auszugleichen und zugleich die Staatsinvestitionen wieder auf ein vernünftiges Maß zu heben.

132 Jörg Buschbeck Juni 25, 2010 um 11:47

@Thomas Müller,

es fehlen aber ca. 8% Nachfrage die jetzt bei den
” Zu_viel_zum_Ausgeben- Mitbürgern landet. Die diesbezüglichen Exportüberschüsse sind spätestens seit 9.Mai den Staatsschulden zuzurechnen.

Grüße, JB

133 holger Juni 25, 2010 um 11:58

@ Topi

kurz bevor ich meine neue Hütte streichen gehe:

–>Und solange wir in diesem Steuer- und Abgaben- und Verteilungssystem leben, solltest auch du einer Anhebung des Spitzenzuschlags zustimmen. ”

Nein tue ich nicht. Weil die, die es eigentlich “treffen” sollte, nicht trifft. Ist so und bleibt so. Nur über den Geldtransfer kann man ihnen was abknöpfen. Brauch ich noch nicht mal empirisch zu beweisen.

@ Thomas Müller

–>Wieso möchtest du denn in irgendwelches Vermögen vollstrecken, es also zwangsversteigern? ”

Davon habe ich nicht gesprochen. Ich stelle nur die Frage auf, was passiert, wenn die Debitoren von D ausfallen. Dann ist Naseputzen angesagt und Tränen abwischen.

So, und jetze wird gemalert.

134 pansen Juni 25, 2010 um 12:24

Hi Thomas WGN #25

Fiat Money ist insofern das perfekte Medium, in dem die Sozialität der Arbeitsteilung bzw des zwangsweisen Nexus zwischen “Einnahme” und “Ausgabe” verkörpert wird: Es ist schlicht nichts wert, wenn es nicht ausgegeben wird.

Ja, aber vergesse er bitte nicht, dass die überwältigende Wachstumsorgie, welche Fiat seit Beginn der 20. Jahrhundert entfesselt hat, ausschließlich im Schulterschluss mit der Umwandlung von Kohle, Erdöl, Uran und Erdgas in was?

In Bewegung…???

möglich wurde.

Knien wir also nieder, und danken unserem Gott Mammon für den überreich-überschwänglichen Maschinen-Park, den er einigen wenigen Generationen bereitet hat.

135 Thomas Müller Juni 25, 2010 um 12:44

“Ich stelle nur die Frage auf, was passiert, wenn die Debitoren von D ausfallen. Dann ist Naseputzen angesagt und Tränen abwischen.”

Klar ist das ein Problem, aber was hat das mit den deutschen Staatsschulden zu tun?

136 Jan Juni 25, 2010 um 12:59

Staatsschulden sind die Zinsen von Kapitaleignern, die der Steuerzahler bezahlt – siehe Geldschöpfung!
Übrigens kann sich kein Staat direkt von der Zentralbank Geld leihen sondern immer nur von Gechäftsbanken – siehe Geldschöpfung.
Wers nicht glaubt, recherchiere nach!

MfG

137 Jörg Buschbeck Juni 25, 2010 um 13:22

@Jan
“Staatsschulden sind die Zinsen von Kapitaleignern, die der Steuerzahler bezahlt ”

Auch,

aber Sie sind auch die gefördete sichere private Altersvorsorge von Lieschen Müller – und zwar nicht nur der Zins sondern auch der Sparanteil.

Und Sie sind eben auch ausgeschüttete Renditen von Unternehmen, nicht wieder investierte Abschreibungen, gesparter Arbeitslohn eines Arbeiters am Band bei VW.

Und die von Dir angesprochene Spassbremse über die GB lässt sich über Aufkaufaktivitäten für Staatsanleihen der Notenbank recht gut neutralisieren. Wir müssen nur wollen – und schon vergessen wir die Staatsschulden – oooomm

138 ceteris Juni 25, 2010 um 15:26

@jörg b
Aufkaufaktivitäten für Staatsanleihen der Notenbank
Und es dreht sich doch, das perpetuum mobile, nicht wahr?
WOMIT kauft denn die Notenbank? Mit der Druckmaschine. Und eben mit dieser wird aus Staatsschulden, die wiederum ausgeschüttete Renditen, Ersparnisse von Bandarbeitern etc. sind, etwas ganz anderes, und zwar so etwas wie eine Neutronenbombe für das Geldsystem: das Geld ist zwar noch da, aber die Preise sind weg.

139 topi Juni 25, 2010 um 15:28

@ Thomas Müller
“Klar ist das ein Problem, aber was hat das mit den deutschen Staatsschulden zu tun?”

Die deutschen Staatsschulden sind kein Problem, weil sie mehrheitlich von Inländern gehalten sind.

Mit dem Ausland sind wir in einer Nettogläubigerposition.
Einige hundert Milliarden werden jedoch auch von Ausländern gehalten; wenn alle unsere Auslandsguthaben uneinbringbar wären, nützte die Nettogläubigerposition jedoch wenig, dann müsste man eben liefern.
Oder man tritt die Forderungen ab. :roll:

140 Thomas Müller Juni 25, 2010 um 15:48

“Einige hundert Milliarden werden jedoch auch von Ausländern gehalten; wenn alle unsere Auslandsguthaben uneinbringbar wären, nützte die Nettogläubigerposition jedoch wenig,”

Stimmt zwar, ist allerdings eine triviale Einsicht. Nun geht es allerdings auch gar nicht darum, auf einen Schlag sämtliche Staatsschulden zu begleichen, sondern lediglich darum, aus der Defizitfinanzierung des Staatshaushaltes eine Steuerfinanzierung zu machen und zwar aus Steuern von den Haushalten, die Staatstitel halten und Zinsen von der Masse der Steuerzahler erhalten. Dafür ist allemal genug da, auch wenn noch einmal ein dreistelliger Milliardenbetrag auf die Auslandsvermögen abgeschrieben werden muss.

141 HAM Juni 25, 2010 um 16:34

@Morph #114
„Denn ich glaube nicht, dass, sagen wir, ein Soros, oder, in unseren Gefilden, @wgn, mit ihren Verschuldungsappellen lediglich ein durchsichtiges Kapitalinteresse verfolgen, wie Du oben mal insinuiert hast. Die treibt die Hoffnung, dass Kapitalinteresse und Lebensinteresse sich noch irgendwie versöhnen lassen. Wenn @wgn z.B. die Sorge ums eigene Portfolio und die Sorge ums gesellschaftliche Ganze unmittelbar nacheinander artikuliert, dann liegt die Schizophrenie dieser Sequenz von Mitteilungen so offen zu Tage, dass sie eben nicht als Camouflage eines cleveren Partikularinteresses gelten kann.“

Wo geht es denen denn ums Lebensinteresse der Menschen?

Das geht denen doch am Arxxx vorbei.

Es ist das Interesse am Systemerhalt.

142 Jörg Buschbeck Juni 25, 2010 um 16:43

@ceteris,

Nein es gibt überhaupt kein Problem momentanen Nachfrageverzicht mit “Druckgeld” auszugleichen, man muss dies nur wieder zurückführen, wenn die Urenkel der schwäbischen Hausfrauen so in 100 Jahren mal in Kaufrausch geraten sollten.
Es ist aber kein Problem Schulden zurückzuzahlen wenn die Guthaben zurückgezahlt werden – und umgekehrt!

NUR – die Angst vor zu viel Zentralbankgeld ist völlig unbegründet – es ist eh nicht mehr der begrenzende Faktor der Kreditvergabe. Uns fehlen ohne und mit Zentralbankgeld die freiwilligen solventen Kreditnehmer. Deshalb ist dass einzige was wir fürchten müssen ein deflationärer Crash. Zumindest in der ersten Welt.

143 Morph Juni 25, 2010 um 17:24

@HAM

das glaube ich nicht. Dafür sind z.B. @wgns ideologisch zu inkonsistent. Das geht nach meiner Wahrnehmung ziemlich abenteuerlich hin und her zwischen offen zur Schau gestellter Schläue (naja, Scheinschläue), wie man sich das leistungslose Einkommen am geschicktesten sichert und dem Wunsch nach einer Regierungsbeteiligung der Linken. Eine solche Haltung wäre, glaube ich vor 15 Jahren noch ziemlich undenkbar gewesen.

Umgekehrt geht es ja auch bei den Kapitalismusgegnern ganz schön, sagen wir, unorthodox zur Sache. Niemand von uns glaubt doch ernsthaft mehr an die Möglichkeit, die Produktion und Distribution der Lebensmittel zentral zielgerecht steuern zu können.

Du z.B. lässt an der DDR kein gutes Haar (woraus ich entnehme, dass die milde Erziehungsdiktatur, die die DDR war, nicht das ist, wofür Du Dich politisch verwenden würdest; wofür aber dann?).

@ceteris z.B. kokettiert mit der Protoform von Politik, nämlich der vordiskursiven Aushandlung der Machtfrage. Er erwartet, ja erhofft, wie mir scheint, die Renaissance des Kriegers. – Ich persönlich fürchte sie eher, und zwar aus ganz egoistischen Gründen: Ich bin nicht mehr im klassischen Kampfalter.

Kurz und gut: Mein Eindruck ist der, dass wir alle im Nebel stochern, das ist unsere gemeinsame Basis, und viel mehr als diese gemeinsame Basis des Nichtwissens, der Aporie, scheint es zur Zeit nicht zu geben. Was erklärt, dass hier so ganz unterschiedliche Charaktere mit so ganz unterschiedlichen Herkünften und Zielintuitionen schreiben.

Das gegenseitige Beharken, den falschen Standpunkt zu vertreten, ist vor diesem Hintegrund irgendwie abwegig, finde ich (und das sage ich zunächst mal auch pro domo).

144 Morph Juni 25, 2010 um 17:28

Mich nervt es ja immer kolossal, wenn @wgn sich hinter dem Titel dieses Blogs zurückzieht, wenn substanzielle Einwände gegen die von ihm vertretenen Meinungen formuliert werden.

Aber unabhägig davon passt der Titel dieses Blogs wie die Faust aufs Auge des gegenwärtigen Tornados!

145 weissgarnix Juni 25, 2010 um 17:54

@Morph

>Mich nervt es ja immer kolossal, wenn @wgn sich hinter dem Titel dieses Blogs zurückzieht

Sorry, habe die letzten paar Postings nicht mitgelesen – was meinst du genau?

146 Morph Juni 25, 2010 um 18:19

@wgn

hab’ grad keine Zeit, die Belege rauszusuchen.

Aber es kommt doch nach meinem Empfinden relativ häufig vor, dass Du Kontroversen aus dem Weg gehst, indem Du Dich als intellektuell minderbemittelt stilisierst. Indem Du z.B. die Verbindlichkeiten des Argumentationsspiels durch die Unverbindlichkeiten des Narrationsspiels zu konterkarieren versuchst.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dir das nicht selbst gegenwärtig ist, dass Du manche Kontroversen nonchalant abbrichst mit der Figur: Hey Leute, was regt Ihr Euch auf, ich bin ein österreichischer Geschichtenerzähler.

Das klingt ganz charmant, ist aber eigentlich ein Affront gegenüber denen, die sch in ihren Beiträgen auf die Regeln des Argumentationsspiels beziehen.

Argumentative Verbindlichkeit anzuspielen, dann aber in die Unverbindlichkeit des Anekdotischen abzudrehen, düpiert diejenigen, die vor dem Hintergrund der zunächst aktualisierten Signale sub specie argumentationis kommunizieren.

Aber ist nicht wirklich wichtig, nur eine Impression :-)

147 Stephan Juni 25, 2010 um 18:29

@Jörg #142
Sehr schön wie du mit einem Posting mit 2 neo-liberalen Märchen aufräumst. Erhöhe Geldmenge M0 ist gleich mehr Kredit über den Money Multiplier. Mit diesem Märchen werden von Mankiw et al noch immer alle VWL Studenten gefüttert.

Aber Obacht! Zuviel M0 = Inflation. Auch so ein trivialer Unsinn. Wenn heute die EZB verkündet auf’s Gehalt gibt’s ab sofort einen monatlichen Aufschlag x 10 courtesy EZB dann vielleicht. Aber so wie ich die deutschen Pappnasen kenne, würden die dann denken: Super jetzt können wir mal richtig sparen!

148 Stephan Juni 25, 2010 um 18:42

Morph #146
Ich glaub das WGN Verhalten kann man mit makro-ökonomischen Argumenten erklären. Er erkennt dass das Publikum sparen will. Also fangt er als erster damit an: mit einer billigen Ausrede ;-)

149 ceteris Juni 25, 2010 um 18:55

@ceteris z.B. kokettiert mit der Protoform von Politik, nämlich der vordiskursiven Aushandlung der Machtfrage. Er erwartet, ja erhofft, wie mir scheint, die Renaissance des Kriegers. – Ich persönlich fürchte sie eher, und zwar aus ganz egoistischen Gründen: Ich bin nicht mehr im klassischen Kampfalter.

Ich bin davon überzeugt, dass die Politik eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln ist und die Ökonomie (Verteilungs- bzw Aneignungsmacht) die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Wenn diese Suspendierung kriegerischer Auseinandersetzung im Namen von Normen, Rationalität, Gerechtigkeit, Prosperität, wenn also der alte Leviathan versagt, sollte man seine Haltung entsprechend ändern. Ich meine damit nicht etwa, gewaltbereit durch die Straßen zu kaspern, sondern auf den Versuch zu verzichten, einen Kompromiss zu finden, eine rationale oder gerechte Regelung des ganzen, wo es kein Ganzes mehr gibt. Legitimität kann dann nicht mehr aus dem Verfahren gewonnen werden, das zu einem einzigen Missbrauchsfall seines ursprünglichen Zwecks geworden ist.
Mit dieser Einstellung des Kriegers lebt man meinem Eindruck nach an den Spitzen unserer Hierarchien bereits seit geraumer Zeit, die Wirtschaft, einst als pazifierender und neutralisierender Faktor schlechthin gefeiert, steht dabei an der Spitze. Lopez und seine “Krieger” würden mir hier zur Illustration einfallen, ebenso natürlich die “masters of universe”. Und von dieser Spitze her fällt das Gebäude zusammen.
Wenn der Politikfriede aufgekündigt wird oder schlicht nicht mehr funktioniert, dann hat es keinen Sinn mehr, ewig dieselben Debatten zu führen, deren Ergebnislosigkeit eben wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage schon vorher feststeht. Es werden dann nur noch die immergleichen Anekdoten ausgetauscht.
Der Zerfall von Ordnung und Verbindlichkeit erfolgt immer von oben. Es wird Zeit, dass er unten ankommt, damit die Luft wieder klarer und die Sicht wieder freier wird.

150 Jörg Buschbeck Juni 25, 2010 um 19:40

@Stephan
danke für die Blumen

Möchte auch mal auf folgendes hinweisen, die Kritik des Monetarismus am Keynesianismus war doch wohl, dass antizyklische Geldpolitik irgendwie nicht das richtige Timing hat,
und man lieber die Geldmengen = Kreditmengen kontinuierlich
WACHSEN lassen sollte.

NUR -wo wächst denn M3? – es WÄCHSTGARNIX

eben weil die Kreditnehmer nicht mehr da sind.

Weshalb wird dann Krugi zum Deppen erklärt? Die Argumente gegen Keynes haben genauso fertig wie die gegen Gesell.

Man muss sich nun nur zwischen den beiden Herren entscheiden.

Wollt Ihr Eure Guthaben dank Minuszinsen selber investieren oder soll es der Staat mit Schulden für Euch machen?

Oder wollt Ihr den totalen Krieg?

Schönes WE, Jörg

151 HAM Juni 25, 2010 um 21:31

@Morph #143
„Umgekehrt geht es ja auch bei den Kapitalismusgegnern ganz schön, sagen wir, unorthodox zur Sache. Niemand von uns glaubt doch ernsthaft mehr an die Möglichkeit, die Produktion und Distribution der Lebensmittel zentral zielgerecht steuern zu können.“

Das wäre auch Nonsens im Zeitalter des Internets. In einer zukünftigen Gesellschaft wird das produziert, was von den Konsumenten nachgefragt wird.
Und dazu benötigt man die Anarchie des kapitalistischen Marktes nicht mehr.
Man muss auch keine künstlichen Bedürfnisse vermittels Werbung mehr schaffen. Es gibt keine Kapitalverwertung mehr.
Etc.

„Du z.B. lässt an der DDR kein gutes Haar (woraus ich entnehme, dass die milde Erziehungsdiktatur, die die DDR war, nicht das ist, wofür Du Dich politisch verwenden würdest; wofür aber dann?).“

Für eine freiheitliche, gemeinwirtschaftliche, nachkapitalistische Gesellschaft.

152 Dipfele Juni 25, 2010 um 21:50

@all

Wer weiß, dass er nichts weiß, weiß mehr als der, der nicht weiß, dass er nichts weiß.

Das wäre doch schon mal ein Erkenntnisgeweinn in diesem Blog.

153 keiner Juni 25, 2010 um 21:51

@Morph: Ich dachte immer, ceteris sei eine Frau… komisch. Übrigends: Fit halten für den Kampf lohnt sich, denke ich!

@ceteris, 149: Und ich dachte immer, Politik und Krieg seien die Vortsetzung von Wirtschaft mit anderen Mitteln…

154 Linus Juni 25, 2010 um 22:49

@Morph

“Kurz und gut: Mein Eindruck ist der, dass wir alle im Nebel stochern, das ist unsere gemeinsame Basis, und viel mehr als diese gemeinsame Basis des Nichtwissens, der Aporie, scheint es zur Zeit nicht zu geben. Was erklärt, dass hier so ganz unterschiedliche Charaktere mit so ganz unterschiedlichen Herkünften und Zielintuitionen schreiben.”

Du hast schon recht, wenn du von Aporie spricht, nur scheint mir die nicht aus der wirtschaftlichen Ecke zu kommen. Hier wird viel darüber diskutiert, was man in der aktuellen wirtschaftlichen Situation anders, ja besser machen sollte. Wäre es tatsächlich nur ein ökonomisches Problem, dann wäre eine Lösung naheliegend: Es wird radikal an alle umverteilt, und schon läuft das System wieder. Damit hätte man Zeit gewonnen,um sich ernsthaft Gedanken über notwendige Umbauten zu machen. Jedoch gerät eine solche Forderung automatisch zu Machtfrage, und damit sind wir beim eigentlichen Problem.
Unser derzeitiges politisches System ist zu solchen Umbrüchen nicht in der Lage, denn es wurde durch die Hierarchie des Geldes usurpiert. Eine Forderung nach Umverteilung würde unseren Staat in Frage stellen.
Intuitiv begreift dies ein jeder, und wer noch was zu verlieren hat, wird die Finger davon lassen, denn es hieße an den eigenen Lebensgrundlagen rütteln. Also ist Devise, sich möglichst in der Mitte des Schwarms zu halten, denn die Erosion erfolgt am Rande, und die Hoffnung stirbt zuletzt. Ist das Herdentrieb oder Lemminge-Verhalten? Jedenfalls eine nachvollziehbare Strategie, auch wenn sie der Vernunft, die ohne Ansehen der Person entscheidet, komplett zuwiderläuft.
So kommen denn die Leute hier in Feierabendstimmung zusammen, machen sich Gedanken über allgemeine Entwicklungen und genießen ihre Meinungsfreiheit, um am nächsten Tag schon wieder mit knallharter persönlicher Betroffenheit konfrontiert zu werden, ohne Entscheidungsfreiheit!
Eine Diskussion über Wirtschaft ist daher wirkungslos und vielleicht deswegen besonders reizvoll. Notwendig wäre aber eigentlich eine Diskussion über unser politisches System, sozusagen eine Neuauflage des Gesellschaftsvertrages.

155 Linus Juni 25, 2010 um 23:02

Nachtrag zu #154:
Die Aporie entsteht aus dem Dilemma, das derzeitige Wirtschaftssystem in Frage zu stellen, dies aber nicht einfordern zu können, da es unseren Gesellschaftsvertrag in Frage stellen würde.

156 Linus Juni 25, 2010 um 23:08

@ceteris #149:
… sehr geschätzt ;-)

157 Nanuk Juni 25, 2010 um 23:48

http://www.wzforum.de/forum2/read.php?6,1899265,1900337#msg-1900337

Hier hab ihr noch ne grusel Geschichte zum einschlafen die Jugend dankt…

158 ceteris Juni 26, 2010 um 00:49

Schön, @Nanuk:
“und zum Schluß das Wetter”
passt. Die Ströme schwächeln halt überall…
Ich sag’ euch: es ist alles gesagt.

159 hacedeca Juni 26, 2010 um 02:18

@Ham

“In einer zukünftigen Gesellschaft wird das produziert, was von den Konsumenten nachgefragt wird.”

Schade nur, dass das geneigte Publikum gar nicht weiß, was es wird haben wollen. Und damit ist nicht unbedingt die Bedürfnisweckung durch Werbung gemeint, sondern die Tatsache, dass eben niemand weiß, dass er ein iPad haben will, solange es das nicht gibt.

Und selbst wenn es das iPad gibt, ist nicht klar, ob es sich verkauft, wie gut und vor allem wie lange.

Aber fragen muss man sich natürlich in einer Welt begrenzter Ressourcen, ob man sich moralisch überhaupt ein iPad leisten kann, solange die Weltrevolut…, äh, solange die Kinder in Afrika hungern.

Heute ist es ja so, dass man die Dinger Dank der chinesischen Kommunisten billig herstellen kann – jump, you f#ckers – aber in einer moralischeren Welt… Ist nicht allein die Idee eines iPad bürgerlich dekadent? Da träumt Steve Jobs vom tragbaren touchscreen PC, statt sich mit Kinderarbeit zu beschäftigen und Umweltverschmutzung. Der Typ hat doch eindeutig nicht das richtige Bewusstsein…

Nun erhöht das iPad natürlich die Menge abgesetzter Waren und die Mehrwertsteuer darauf ist eine gute Sache, auch die Arbeitsplätze, die es schafft, nicht nur in China – jump, you f#ckers, sind eigentlich cool, aber trotzdem: wäre es nicht besser man würde all das Geld für Afrika spenden? Gut, nun hat die bürgerliche Wissenschaft polemisch behauptet:”Afrikas Kriege verschlingen komplette Entwicklungshilfe”, aber heißt das nun wirklich im Gegenzug, dass man sich dort ohne Spenden richtige Kriege gar nicht leisten könnte?
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,510917,00.html

Nein, die zukünftige Gesellschaft würde ganz bewusst auf iPads verzichten! Und auf Auslandsreisen, Haarfärbemittel und natürlich das Internet. Nachher sabotiert Steve Jobs mit seinen dekadenten Ideen noch das Klassenbewusstsein.

160 Nanuk Juni 26, 2010 um 07:59

@Hacedeka
Ne ein Ipad ist einfach hässlich aber für Kapital Akkumulierende Hirne gilt bekanntlich.

“Das Schönste in Tokio ist McDonald’s. Das Schönste in Stockholm ist McDonald’s. Das Schönste in Florenz ist McDonald’s. Peking und Moskau haben noch nichts Schönes.” – Andy Warhol,

161 Nanuk Juni 26, 2010 um 08:05

“Ich weißle, ich weißle!”
Max Frisch Andorra

162 Systemfrager Juni 26, 2010 um 08:50

@ WGNX
Ich sag’s noch mal: Vergesst die Staatsschulden!

Wenn ich so was höre, muss ich nachdenken … und der Gedanke taucht immer wieder in meinem Kopf auf. Ob ich als einer, der auch „nichts weiß“ und als einer den „niemand was fragt“, trotzdem was sagen soll? Ich tue es:

Ja, damals, nach der Großen Depression hat sich die WiWi nach vielen Katastrophen von der idiotischen Vorstellung „Goldstandard“ verabschiedet.
Die neue Krise, die erst begonnen hat, könnte vielleicht dazu führen, dass man sich von der idiotischen Vorstellung „Staatschuldenfrei“ verabschieden wird. Das wäre so fantastisch.

Ja, da sollte/könnte (auch) dein Vorhaben sein. (Das freut mich!) Wenn du aber mit Luhmann & Co versuchen wirst, denen zu imponieren, die dir NIE folgen werden, gerade dann nicht, wenn du alles „richtig“ machen würdest, dann … ich weiß nicht … schade …

(Eigentlich weiß ich nicht, ob du deine Staatschulden überhaupt mit dem Nachfragemangel in Zusammenhang bringst … aber dies jetzt nur nebenbei.)

Dies war nur eine Bemerkung, die keine Reaktion erwartet – einfach nur zum Nachdenken

163 Wat. Juni 26, 2010 um 09:29

@hacedeca

Menschen wollen ‘naturgemäß’ das haben, von dem sie meinen, es ‘unbedingt’ zu brauchen.

Daß dabei die Blickrichtung, was hat der Nachbar/wie ist mein Status, eine ‘Wichtigkeitskomponente’ ist, ist ‘zeitgeistlicher Unfug’.

Wenn iPad, iPhone und anderer ‘liebenswerter Schnulli-Kram’, irgendeine dringende Notwendigkeit, eine Nützlichkeit gegenüber bisher ‘Bekanntem’ hat/hätte, dann wird es so etwas immer geben/und auch geben müssen.

Aber eben nur dann…

164 Nanuk Juni 26, 2010 um 10:00

@Wat
Liebenswerter Schnullikram

Die I-Dings sind nicht Liebenswert die sind farb geruch und geschmackslos darum findet die auch jeder super McDonald’s. halt und das sagt mehr über die Käufer dieser Produkte aus als ihnen lieb sein kann.

Warum gibt es wohl ganze Kohorten von Firmen die dem Imüll mit Aufklebern versuchen Leben einzuhauchen?

165 Wat. Juni 26, 2010 um 10:45

@Nanuk # 164

Warum gibt es wohl ganze Kohorten von Firmen die dem Imüll mit Aufklebern versuchen Leben einzuhauchen?

Weil sie (sorry) für die allermeisten alle(?) unsinnig sind – sonst würde reichen – eine einfache, kurze und einmalige Info unter: Was gibt’s neues.

166 HAM Juni 26, 2010 um 11:36

@hacedeca #159

Da die Menschen in einer nachkapitalistischen Gesellschaft mehr Zeit haben, wird es auch mehr Kreativität, mehr Erfindungen und eine größere Produktvielfalt geben.

Jedes Produkt, was später nachgefragt wird, existiert zunächst als Modell. Was sondt?

„Aber fragen muss man sich natürlich in einer Welt begrenzter Ressourcen, ob man sich moralisch überhaupt ein iPad leisten kann, solange die Weltrevolut…, äh, solange die Kinder in Afrika hungern.“

Warum müssen Menschen heutzutage noch hungern?
Gibt es zu wenig Nahrungsmittel auf dieser Welt?
Nope, der Grund ist allein das kapitalistische Profitprinzip.

„Heute ist es ja so, dass man die Dinger Dank der chinesischen Kommunisten billig herstellen kann – jump, you f#ckers – aber in einer moralischeren Welt… Ist nicht allein die Idee eines iPad bürgerlich dekadent? Da träumt Steve Jobs vom tragbaren touchscreen PC, statt sich mit Kinderarbeit zu beschäftigen und Umweltverschmutzung. Der Typ hat doch eindeutig nicht das richtige Bewusstsein…“

Warum gibt es überhaupt noch Kinderarbeit?
Der Grund ist allein das kapitalistische Profitprinzip.

Apple stellt Spielzeug her.
Genauso wie in den vorkapitalistischen Gesellschaften Spielzeug hergestellt wurde, genauso wird dies in den nachkapitalistischen der Fall sein.

„Nein, die zukünftige Gesellschaft würde ganz bewusst auf iPads verzichten! Und auf Auslandsreisen, Haarfärbemittel und natürlich das Internet. Nachher sabotiert Steve Jobs mit seinen dekadenten Ideen noch das Klassenbewusstsein.“

Warum sollte die nachkapitalistische Gesellschaft auf iPads oder ähnliche Geräte verzichten?

Wer intelligent ist, verzichtet schon heutzutage auf das Apple-Zeug.
Ich besitze davon nichts. Schlechte Funktionalität, völlig überteuert, reparaturunfreundlich, schlechte Kompatibilität.

Die gleichen Idioten, welche kaputte Hosen kaufen und sich tätowieren lassen, kaufen auch das Apple-Zeug. Weil es „in“ ist. Und weil es ein Statussymbol ist. Statussymbol – wofür? Für „Ich kann mir dies leisten, ich habe Kohle!“

Zugleich ist es für mich ein Erkennungsmerkmal:
Apple-Konsument = doof.

167 aifran Juni 26, 2010 um 11:42

… ich habe in iPad – also bin ich …. ob es wohl auch für mich Denkt??? Fragen über fragen :-)

… je größer die Festplatten um so dünner die Inhalte – Homöopathisch sozusagen ….. :-)

168 HAM Juni 26, 2010 um 11:43

@Nanuk #164
„Warum gibt es wohl ganze Kohorten von Firmen die dem Imüll mit Aufklebern versuchen Leben einzuhauchen?“

Weil der Apple-Kram ein Massenprodukt ist und es eine Illusion ist, mit dem Apple-Zeug Individualität auszuweisen. Daher auch der Run auf das Zeug, wenn es neu auf den Markt geworfen wird.

Nur ist die Individualität weg, wenn überall die Konsumaffen mit dem Apple-Zeug auftauchen. Also versuchen sie – doof wie sie sind – das Apple-Zeug mit teueren Applikationen etc. zu „individualisieren“.

169 HAM Juni 26, 2010 um 12:08

@aifran #167
„… ich habe in iPad – also bin ich …. ob es wohl auch für mich Denkt??? Fragen über fragen“

Konsum in dieser Gesellschaft ist kein widerspruchsfreies Phänomen.

Fazit:
Auch intelligente Menschen leisten sich non-intelligenten Konsum.

Nobody is perfect!
:-D

P.S.
@ Apple-Konsumenten

Sorry, ich will niemanden beleidigen!
War nicht ganz ernst gemeint!

170 Nanuk Juni 26, 2010 um 12:39

@Ham
Sich tätowieren lassen und Apple?
Ach so du meinst Pop gekritzel…
Nen Tattoo ist das hier.
http://z.hubpages.com/u/258919_f260.jpg

171 Nanuk Juni 26, 2010 um 12:46

@Ham
Btw das kostet so wie eine gute Stereoanlage auch schonmal soviel wie ein Kleinwagen… und das gibt es auch nicht in 2 Stunden. :) ich bin kein Konsumverächter ich finde nur die Menschen sollten wieder lernen zwischen Müll und Qualität zu unterschieden… heute ist ja ein Scheisshaufen schon ein Dürer.

172 Rüdiger Kalupner Juni 26, 2010 um 12:47

#1 Morph
“Der Sinn der modernen Politik ist nicht Probleme ‘kreativ’ zu lösen, sondern Regierungsmacht zu erringen bzw. zu verteidigen.”

Haben Sie schon an die Möglichkeit gedacht, dass n u r mit dem evolutionsprozess-logischen Umsteuerungsansatz vom konfliktkämpferischen, machtkämpferischen auf den KREATIVEN Entwicklúngspfad die Wachstums- und Verschuldungs-Krise beendet werden kann, und dass Angela Merkel mit einer solchen Umsteuerungspolitik Erfolg haben kann und deshalb nur so ihre Wiederwahl sichern kann? In vorrevolutionären Zeiten eines Gesamtsystems kann man n u r mit der KREATIVEN Ordnungsoption als Politiker überleben. Am Beispiel Gorbi und Erich Honecker ist dies modellartig abzulesen.

Probleme KREATIV zu lösen heißt, die konfliktkämpferische Vorgeschichte der Probleme zu beenden, d.h. sich mit allen gewachsenen Machtkampfstrukturen anzulegen und ihnen mit dem Absturz zudrohen. Das gelingt nur mit einem übergreifenden Ordnungs-/Problemlösungsansatz, die übrigens die Evolutionsprozess-Genialität immer bereit hält.

Tatsache ist nun, dass Angela Merkels erkannt hat, dass die Systemkrise 2010 auf den Exodus aus dem Wachstusmwzang-Regime drängt und dass sie die Inhalte des Umsteuerungsprojekt auf den KREATIVEN Entwicklungspfad kennt und initialisieren will. Sie hat also allen Erkenntnisgrund, sich gegen die honeckerblinden Weiter-so-Wachstumszwang-Kämpfer zu stellen. Es ist evolutionsprozess-logisch, dass sie damit Erfolg haben wird. Sie weiß z.B. Präsident Medwedjew auf ihrer Seite. Wenn der spricht ….

173 Rüdiger Kalupner Juni 26, 2010 um 13:30

#58 Angie und zur Antwort von Morph
Lassen Sie, Angie, sich von dem postmodernen Irrtümern in Sachen Ordnungs- und Evolutionsprozess-Ziel-verweigerung nicht beeindrucken.

Es gibt zwei ganz einfache Ordnungspfade im Evolutions-/Akzelerationsprozess, auf denen der Fortschritt sich organisiert. Das ist der konfliktkämpferische Crash-folgt-Crash-Weg und der nachhaltig KREATIVE, konfliktauflösende Akzelerationsweg. Seit über 5000 Jahren befinden sich der menschliche Kulturfortschritt auf dem Konflikt- und Machtkampf Weg des Fortschritts. Auf diesem war der Kulturcrash oder -Untergang nötig, um die Akzelerationssteigerung zu realisieren.

Jetzt wechseln wir auf den effizienteren Akzelerationspfad. Er wird durch ein neues Instrument der Einkommensverteilung – den EPIKUR-Lohn (mehrdazu auf meiner Webseite – implementiert und stabilisiert. Er ist evolutionprozess-logisch für die Prämierung der KREATIVEN Steigerungsoptionen in der Konkurrenz mit den Machtkämpferischen. Mit diesem EPIKUR-Lohn verlassen wir das 2%Wachstumszwang-Regime der KAPITALSTOCKMAXIMIERER der Ackermanns und Obamas. Das EPIKUR-Projekt löst das KAPITAL-Projekt ab und alle Mächtigen werden dem evolutionären Exodus ins gelobte Land folgen müssen, wenn sie ihre Macht behalten wollen.

Alles Große ist genial einfach. Doch die gelernten Denker der Ancien régime-Verhältnisse können sich das Genial-Einfach einfach nicht vorstellen. Auf geistiger Ebene sind sie das, was Erich Honecker auf politischer Ebene war.

174 Nanuk Juni 26, 2010 um 14:21

@HAM
“Sorry, ich will niemanden beleidigen!”

Ich schon… ich bin Professor für guten Geschmackt und Ästhetik und wenn die Konsumenten sich einreden lassen ein weißer Kasten mit Bildschirm (schönes Wort oder) sei ein Kunstwerk dann mache ich es mir zur Aufgabe es ihnen wieder auszureden… :)

175 Jörg Buschbeck Juni 26, 2010 um 15:00

@Systemfrager

“(Eigentlich weiß ich nicht, ob du deine Staatschulden überhaupt mit dem Nachfragemangel in Zusammenhang bringst … aber dies jetzt nur nebenbei.)”

Nun fang Du auch noch an den WGNX mit der WARUM-Frage der Staatsschulden zu nerven – so ein blödes Thema -WER fragt den so was? :-)

176 Jörg Buschbeck Juni 26, 2010 um 15:23

Staatsschulden sind ein völlig unklares Phänomen was einfach so zu vergessen ist.

Falls es doch jemand berechenbar möchte:

negatives Staatssaldo = privates Kapitalmarktsaldo (S-I) abzüglich Exportüberschüsse

für D aktuell so ca 3 = 8 – 5

stützelsche grüße, Jörg

177 Facepalm Juni 26, 2010 um 18:31

@aifran (#167) “je größer die Festplatten um so dünner die Inhalte”

Und um so länger ein Thread, um so sinnloser manche Postings. m( Also ich brauche meine TBs allesamt…

178 Systemfrager Juni 26, 2010 um 18:34

@ Jörg Buschbeck

NEIN NEIN

WARUM ist eine metaphysiche Frage
WER ist eine ideologische Frage
WIE ist die Frage der Wissenschaft

179 HAM Juni 27, 2010 um 11:37

@ceteris #149
„Ich bin davon überzeugt, dass die Politik eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln ist und die Ökonomie (Verteilungs- bzw Aneignungsmacht) die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“

Die Kriegsmetapher trifft nicht den Sachverhalt.

Zwar wird im Regelfall die Zivilgesellschaft durch Gewalt konstituiert.

Aber nach der Etablierung des bürgerlich-kapitalistischen Staates führen die herrschenden Klassen keinen Krieg gegen die unterworfenen Klassen, es sei denn im Bürgerkrieg.

Die unterworfenen Klassen akzeptieren den „Gesellschaftsvertrag“ – und damit Herrschaft und Ausbeutung – durch stillschweigende Akzeptanz i. S. der Legitimation durch Verfahren.

Verblödung durch Massenmedien, Schulen und Hochschulen ist kein Krieg, genauso wenig wie die Fetischisierung von Handys, Klamotten, Tätowierungen etc.

Der Warenfetischismus beinhaltet Täuschung, aber Verführung ist nicht die Anwendung kriegerischer, sondern psychologischer Mittel.

So ist z. B. niemand mit Gewalt gezwungen, ein teures Apple-Produkt zu kaufen.

„Wenn der Politikfriede aufgekündigt wird oder schlicht nicht mehr funktioniert, dann hat es keinen Sinn mehr, ewig dieselben Debatten zu führen, deren Ergebnislosigkeit eben wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage schon vorher feststeht. Es werden dann nur noch die immergleichen Anekdoten ausgetauscht.“

Es ist nicht der Politikfriede aufgekündigt, sondern die bisherige Geschäftsgrundlage, welche lautete: „Wohlstand für alle und gesellschaftlicher Fortschritt.“
Ansonsten Zustimmung zur nachfolgenden Argumentation.

„Der Zerfall von Ordnung und Verbindlichkeit erfolgt immer von oben.“

Richtig.

„Es wird Zeit, dass er unten ankommt, damit die Luft wieder klarer und die Sicht wieder freier wird.“

Er ist schon längst unten angekommen, aber die Luft wurde nicht klarer und die Sicht nicht freier – im Gegenteil.

Im Übrigen sehe ich Leute wie Sloterdijk und Heinsohn als Zerstörer der Zivilgesellschaft an. Ständig provozieren sie – und welch anderen Zweck haben ihre Provokationen, als zivilgesellschaftliche Konventionen zu brechen und Gewaltlawinen auszulösen?

Gegen alte Menschen, gegen kinderreiche, arme Ausländer und ihre Kinder etc.

Ist es nicht die gleiche Gesinnung, wie die der Mörder von Mölln?
http://de.wikipedia.org/wiki/Mordanschlag_von_M%C3%B6lln

180 Jörg Buschbeck Juni 27, 2010 um 11:55

@Systemfrager

“WARUM ist eine metaphysiche Frage
WER ist eine ideologische Frage
WIE ist die Frage der Wissenschaft”

WER sagt das? :-)

181 Nanuk Juni 27, 2010 um 12:38

@HAM
Verblödung durch Massenmedien, Schulen und Hochschulen ist kein Krieg, genauso wenig wie die Fetischisierung von Handys, Klamotten, Tätowierungen etc.

als ob das Probleme währen…
http://schattenblick.net/infopool/politik/redakt/afka1922.html
Ich währe schon froh wenn Deutsche Minister und Staatssekretäre die sowas decken im Knast landen würden.

182 Systemfrager Juni 27, 2010 um 13:03

@ Jörg Buschbeck

>WER sagt das?

Gesell? Nein … der hat einmal A. Smith gelesen, nichts verstanden und dann seine Krämer-WiWi begrüdnet.

Aber Spaß beiseite:
Ja, das hat etwas damit zu tun, was die Erkenntnistheorie (Epistmologie) im Laufe der 20. Jh herausgefunden hat ;-)

183 HAM Juni 27, 2010 um 15:51

D. Daffke nennt Thomas Strobl einen „nationalkonservativen Eiertänzer“.
http://danieldaffke.wordpress.com/2010/06/27/nationalkonservativer-eiertanzer/

Und fragt:
„Will Strobl in ein paar Jahren eine Mauer bauen, um die an Geld-, Sach- oder Humanvermögen reichen Deutschen im Lande zu halten?“

:-D

184 topi Juni 27, 2010 um 23:49

Na da freuen wir uns doch auf die Replik. :–)

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