Ich komme langsam aber sicher ans Ende meiner Lektüre von “Deutsche Zustände” (Folge 8), das jüngste Werk von Wilhelm Heitmeyer, den ich am Donnerstag abend in einer Podimusdiskussion Berlin treffen werde (mit Barbara Nolte als Dritte im Bunde).
Mein Fazit: Die Zustände, die das Buch beschreibt, sind durchaus beklemmend – alleine: ändern wird sich daran in absehbarer Zeit wohl nichts. Es dominiert nämlich weithin – so die empirischen Ergebnisse – der “Glaube an die gerechte Welt”, der es einem erlaubt, die eigene Situation auf Leistung und besondere Verdienste zurückzuführen, während man auf alle, die es nicht “geschafft” haben, hinabblicken kann. Entweder haben sie es nicht besser verdient, oder sie sind einfach faul – das kennt man ja zu Genüge, vor allem aus dem Munde von Guido Westerwelle und seinen freiheitlichen Freunden. Ebenso ausgeprägt der “überwertige Realismus”, in dem die Menschen den Status Quo lieben lernen, selbst diejenigen, die der Meinung sind, dass sich in der Gesellschaft dringend was ändern müsse. Auf politische Alternativentwürfe zum aktuellen System hat keiner so richtig Lust, auch und vor allem die Angehörigen der unteren Schichten nicht – Herbert Marcuses “Ende der Utopien” grüßt recht freundlich.
Am besten fand ich den sozusagen “dritten Teil” des Bandes, in dem Theorie und Empirie nun anhand von Fallbeispielen illustriert werden. Daraus nun ein kurzes Zitat aus dem Beitrag von Eva Müller, in dem sie das Schicksal von Kindern aus Hartz-IV-Familien in Bochum-Wattenscheid schildert, hier zum Beispiel ihren Schulalltag:
“Christoph Graffwegs vorrangiges Ziel ist es, seine Schüler auf das Leben, das sie erwartet, vorzubereiten. Was das heißt, spürt man deutlich im Unterricht der älteren Schüler. Das Unterrichtsmaterial des Rektors: ALDI-Prospekte der letzten Woche. “Ich möchte, dass ihr aus den Angeboten ein Frühstück zusammenstellt, möglichst billig.” Christoph Graffweg ist seit vier Jahren Rektor an der Fröbelschule. Da in seiner Zeit hier nur vier seiner Schüler nach dem Abschluss einen Ausbildungsplatz bekamen, hat er den Lehrplan der oberen Klassen umgeworfen. Neben Geometrie und Grammatik steht nun auch Hartz IV auf dem Stundenplan. “Ich sehe als einzige Perspektive für sie im Moment die Arbeitslosigkeit, Hartz IV”, sagt der Rektor. “Und wie sie damit umzugehen haben, lernen sie hier im Unterricht, mit diesen ganz besonderen Inhalten. Denn in normalen Mathe-Büchern wird mit Krediten gerechnet, da werden Häuser gebaut und Fahrradtouren gemacht. Meine Schüler werden keine Häuser bauen, die machen keine Fahrradtouren, aber sie werden einkaufen müssen, und vor allem billig einkaufen müssen, und das üben wir hier.” (…) Ob er seinen Schülern nicht die Hoffnung nimmt, die Motivation, fragen wir. “Welche Hoffnung? Ich kann ihnen keine Hoffnungen machen. Für manche hier ist es natürlich noch schwierig, die Realität so zu akzeptieren, wie sie ist. Aber das ist das, was sie nach der Schule erwartet.” (…)
Für viele in Wattenscheid ist das, was Rektor Graffweg an seiner Schule macht, die Bankrotterklärung des Bildungssystems. Kindern mit fünfzehn, sechzehn zu sagen, dass aus ihnen nichts wird – das sei unmenschlich und brutal. Rektor Graffweg kennt die Argumente: “Nicht weil ich diesen Unterricht anbiete, sind die Schüler in dieser Situation”, sagt er. “Sie sind in dieser Misere, weil es in dieser Gesellschaft keinen Platz für sie gibt. Man muss sich fragen, ob das Problem an meiner Schule oder ob der Fehler im System liegt”, sagt er. (…)”















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Traurig aber wahr. Wir hatten mal zu einer Veranstaltung in die Uni eine Lehrerin aus einer Hauptschule in NRW eingeladen, die hatte das imho etwas besser gelöst:
sie gründete eine Schülerfirma, wo dann entsprechend die Schüler eines Jahrgangs reindurften nach einer Aufnahmeprüfung. die Schülerfirma bot einen Catering-Service auf Basis nachhaltiger Ernährung an (also Obst & Gemüse vom Bauern nebenan, Fleisch usw ebenso, alles unbehandelt, möglichst fettarme Küche etc pp). neben der eigentlichen Arbeit des Catering-Services, also zubereiten und liefern, mussten die Schüler auch die Warenkalkulation uä übernehmen, im späteren Schritt dann auch die Bewertung und Auswahl der nachrückenden Schüler.
das Konzept hatte den Vorteil, einmal den Schülern eine gesunde Ernährung näher zu bringen und zum anderen, dass die Quote der Schüler mit Schulabschluss, die einen Ausbildungsplatz im Anschluss bekommen haben, von 20 auf 80 Prozent hochschnellte. zwar nur die Schüler, die in der Schüler-Firma mitgemacht hatten und auch nur in der Gastronomie/Hotellerie, aber immerhin.
das erschreckenste neben der Desillusion von Kindern in der sechsten Klasse ob ihrer Zukunftschancen war leider das Verhalten in ihrem Kollegium, da gab es wohl einige Lehrer, die Knüppel in die Projekt-Beine geworfen haben, nur damit sie weiter in der Mittelmäßigkeit nicht negativ auffallen…
Besten Gruß,
M
Es dominiert nämlich weithin – so die empirischen Ergebnisse – der “Glaube an die gerechte Welt”
Darauf kommt’s nicht an.
[Eno/Byrne, My life in the bush of ghosts]
Mit anderen Worten: Geschichte passiert nicht (nur), weil die Menschen etwas ändern wollen, sie passiert (sogar häufiger) weil sie nichts ändern wollen. Auch wer sich in sein Schicksal fügt, verändert seine Haltung, indem er genau dies tut. Die Folgen kann er gar nicht absehen.
WGN:
„Auf politische Alternativentwürfe zum aktuellen System hat keiner so richtig Lust, auch und vor allem die Angehörigen der unteren Schichten nicht – Herbert Marcuses “Ende der Utopien” grüßt recht freundlich.“
„Weiß wirklich gar nichts“ lässt grüßen:
Zum einen heißt das Buch „Das Ende der Utopie“.
Zum anderen ist genau das Gegenteil gemeint, nämlich, dass die Möglichkeit einer radikalen Veränderung der Welt KEINE Utopie mehr ist.
http://www.marcuse.org/herbert/pubs/60spubs/67endutopia/67EndeUtopieProbGewalt.htm
Herzlichen Glückwunsch an den gerechten ALDI – Blog!
Wir glauben jetzt an die schöne neue Debitismus – Welt!
Inwiefern sollte denn ein anderes System aus diesen jugendlichen etwas anderes, erfolgreicheres machen? Bzw.: was müssen sie werden können?
Grüße
ALOA
…aber auf dem Gymnasium lernen sie weiter anhand von Abwrackprämie, Kilometerpauschale, Transaktionssteuer und Wachstumsbeschleunigungsgesetz;)
Schon gibt’s geeignete Schulbücher für dieses pädagogische Konzept:
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e19b5e0b04904.php
Wahrscheinlich mit einem Vorwort von Thilo Sarazzin.
So sehen Gesellschaften aus die Verfallen…
Ohne Hoffnung ist langsames sterben angesagt.
Willkommen wir haben die japanische Krankheit besser Seuche mal schaun wann die vorbei geht in Japan scheint es langsam aber sicher besser zu werden.
http://www.youtube.com/watch?v=yNO9zDfnkW8
Tja liebe Generation X haben wir wohl pech gehabt.
Soviel also zum Thema “Ausbildungspakt”
Es ist eine Schande, was dieses Land im Namen des Neoliberalismus seinen Kindern antut.
Erschreckend!
Aber was ist die Hauptschule noch wert?
Was sagt überhaupt das Zeugnis aus?
Spiegelt es wirklich die Intelligenz wieder?
Sagt es überhaupt etwas aus?
Ich hab als Selbständiger die Erfahrung gemacht, dass ein Zeugnis nichts über den Menschen aussagt.
kurz: Kann man denjenigen gebrauchen zum arbeiten!
Ich hab schon einige junge Menschen ausgebildet, mit guten oder schlechten Zeugnissen, meist schau ich mir sie nicht mal an. Auch jetzt hab ich grad ne neue Auszubildende, keine Ahnung wie ihr Zeugnis aussieht, doch sie ist freundlich zu den Kunden, immer pünktlich, lacht viel und lernt schnell, kurz: es ist ne Freude mit ihr zu arbeiten. Viele meiner Azubis kommen/kamen aus zerrütteten Familien, Scheidungen ect…, ich glaube das sich dieser Aspekt auch in den Zeugnissen wiederspiegelt! Doch mit ein bischen Gedult und Freundlichkeit hab ich jeden Azubi durch die Prüfung bekommen, manche haben ihr Abi nachgemacht andere eben nicht, doch alle haben feste Jobs bekommen und niemand ist arbeitslos geworden. Ich glaube fest das der soziale Aspekt bei vielen Firmen vernachlässigt wird, in einer Gesellschaft, wo viele den Halt in der Familie nicht mehr haben und nurnoch Anhand des Geldes was du verdienst, der Wert eines Menschen gemessen wird. DAS ist kein politisches Problem, sondern es hat was Erziehung und Werteverständnis zutun, das was uns unsere Eltern vorleben. Bin ich für meine Mitmenschen da wenn er mich braucht, und beschäftige ich mich auch mit seinen Problemen, oder bin ich schon so abgestumpft, dass das keine Rolle mehr spielt! Wo werden wir hinkommen, wenn keiner mehr für den Anderen einsteht und alle nurnoch an sich selbst denken? Wer ist Vorbild, wenn es nicht die Eltern mehr sind? Doch die Menschen mit denen ich zutun hab, Freunde, Arbeitskollegen, die Chefs und auch die Lehrer. Deshalb kann es nicht der Sinn sein, den Kindern keine Perspektiven aufzuzeigen ausser H4!
@GM
“DAS ist kein politisches Problem”
und ob es eins ist aber es hat in Japan 20 Jahre gebraucht bis man das eingesehen hat.
@Nanuk
“und ob es eins ist aber es hat in Japan 20 Jahre gebraucht bis man das eingesehen hat.”
Nein, absolut nicht…es ist immer leicht den Fehler bei anderen zu suchen, das ist mir aber zu einfach! Ich denke das was wirklich fehlt sind Werte(christliche wenn ihr sie so nennen wollt), die nicht mehr vermittelt werden, und die lebt nicht die Politik vor! Möglich das sie ihren Anteil daran hat, durch falsche oder oder keine Rahmenbedingungen, doch das Groh liegt auf jeden Fall bei der Gesellschaft ansich. Mit dem zunehmenden Rückgang des Einfusses durch die Kirchen, die sonst auch christliche Werte vermitteln durften, weniger Kinder und hin zu Familien wo beide arbeiten um den Lebenstand zu erhöhen, keine Großfamilien, wo die Großeltern noch Anteil hatten, dieser unbegreifliche Hang zu immer mehr Geld, Geld, Geld…dazu ein nicht vorhandenes soziales Verständnis der Führenden Gesellschaft, was Recht und Gesetz angeht(z.B. Zumwinkel,…)alles Vorbilder die den Kindern heute fehlen, oder falsche sind!
@GM
christlich? Lass es bitte bei ethisch/moralisch…bei christlich denke ich ich entweder an die verkommene Kirche oder an kleine Idioten die ein schönes Bild vom Jenseits benötigen.
@GM
Christlich?
Wie hätten sie es denn gerne …
Kartäuser ,Franziskaner, Jesuiten, Benediktiner, Salesianer um mal nur einen hauch von möglichkeiten zu erwähnen oder gar die Pop Religion der Evangelikalen?
So einfach ist das alles garnicht.
Die meisten wissen überhaupt gar nicht mehr wie gross die Unterschiede sind und das hat viel verdammt viel mit Bildung zu tun.
@joergtokyo
Der Begriff „Christliche Werte“ wird auf Wertvorstellungen angewendet, denen ein Bezug zum Christentum unterstellt werden sollte. Dies kann im Rahmen der theologischen Ethik zu begründen versucht werden (damit ist auch die Forderung verbunden, dass der christliche Glaube die Grundlage für soziales Handeln und soziale Normen bilden sollte)
Hm,…das hab ich damit nicht gemeint, ich rede nicht von verkommenen Pastoren, oder eigenartigen und total überholten Regeln der katholischen oder evangelischen Kirche, es ging mir lediglich darum einen Sammelbegriff für soziale Werte zu verwenden. Das sind durchaus christliche Werte, die haben nichts damit zutun was die eigentlich zu vermittelden Personen daraus gemacht haben(schlechten Ruf, wenn du so willst)!
Dieser Bierkasten am frühen Vormittag scheint mir zielführend zu sein. Ich meine, so lange er sich auf dem Boden der freiheitlichen Grundordnung bewegt. Zur Hälfte mit vollen, zur Hälfte mit leeren Flaschen bestückt, bewegt er sich erst mal, eskortiert von acht Halbwüchsigen beiderlei Geschlechts, schräg über die Hauptstraße auf ein freudiges Gebrüll zu, das von drei weiteren Mitgliedern unserer oder eurer offenen Gesellschaft ausgestoßen wird. Der Verkehr der Fahrzeuge mit den hart arbeitenden Hausmeistern wird nicht ernsthaft behindert, da diese wegen der gut rentnergefüllten Straßenbahnen ohnehin bremsen müssen.
Es ist ein sonniger Tag und die beschriebene fröhliche Jugend strebt nichtsahnend ihrer Weiterbildung zu. Außerdem spielt morgen wieder Deutschland.
Dresden-Löbtau. Ganz obendrauf auf unser aller Zukunftserwartung vielleicht bald Gauck. Wer hätte das gedacht. Die cross-border-geleasten Straßenbahnen, deren Fahrpreise im nächsten Jahr krass geil steiler werden, weil wir endlich sparen müssen, fahren jetzt bis zu den Baumärkten hoch, denen es nicht wirklich richtig gut geht. Ach so, Aldi. Da wollte ich gerade hin.
@Nanuk
Es geht nicht darum welchen Glauben du vertrittst, es ist wenn du so willst der Grundgedanke der hinter allem steht, natürlich ist die Bibel die Grundlage dafür, also Liebe, Nächstenliebe, Vergeben, die Zehn Gebote,….Normen die die Gesellschaft zusammenhalten sollen, viele im GG festgelegt! Dies ist auch nicht schwer zu vermitteln, es sind doch ganz einfache Dinge die jedes Kind verstehen kann, wenn sich jemand die Zeit nimmt es zu vermitteln!
@GM
Die Werte sind nicht das Problem das Problem sind die Konsequenzen (Handlungsanweisungen) die sich daraus ergeben ich kann dir mit Christlichen Werten auch Harz4 begründen…
Armut als Ideal.Das man dann mit einem Zynischem selbst gewählt Kommentieren kann obwohl dem nicht so ist.
“Politik” vs. “Gesellschaft”
Natürlich ist die Gesellschaft verantwortlich, wie sich junge Menschen entwickeln.
Selbstverständlich müsste es Aufgabe der Politik sein, auf veränderte gesellschaftliche Zustände so zu reagieren, dass junge Menschen trotzdessen Chancen haben (von Chancengleichheit will ich gar nicht phantastisieren).
Und das ist nur zum Teil mit Gerechtigkeit (Chancengerechtigkeit als wichtiges Versprechen für die Akzeptanz von Ungleichgewichten) zu begründen, sondern bei veränderten Produktionsprozessen schlichte ökonomische Vernunft.
Früher war s ja normal, dass man auch ohne (besseren) Schulabschluß integriert wurde, es gab genug einfache Tätigkeit, und Menschen, die sich der jüngeren annahmen, und wer etwas konnte/lernen konnte konnte etwas lernen.
Schön @GM, dass es das heute auch noch gibt (meine Verkäuferinnen habe ich auch nicht nach Zeugnis ausgesucht, die eine hatte gar eine Bewerbung abgegeben, die nach gängigen Massstäben ohne Ansehen weggeflogen wäre).
@GM/46
>>>>> DAS ist kein politisches Problem, sondern es hat was Erziehung und Werteverständnis zutun, das was uns unsere Eltern vorleben.
Es hat auch etwas mit der moralisch-intellektuellen Fundierung zu tun, die ja von vielen Meinungsmultiplikatoren in Medien und Wissenschaft bestritten wird. Nur zwei Produkte, die mir in den letzten beiden Tagen diesbezüglich aufgefallen sind:
http://www.buecher.de/shop/evolutionaere-psychologie/angeber-haben-mehr-vom-leben/uhl-matthias-voland-eckart/products_products/detail/prod_id/10907504/
Herr Professor Voland wurde im WDR interviewt, wo er erstens zugab, selbst ein Angeber zu sein, was zweifellos nicht falsifizierbar ist und im übrigen ein Loblied auf die Angeberei sang.
Typisch für diese Art von Wissenschaft ist die unkritische Übertragung von Erkenntnissen aus fachfremden Bereichen (hier Biologie) auf die Soziologie. Die geistige Richtung ist sofort identifizierbar an Formulierungen wie: “Auch der, der nicht angeben kann (bzw. auch gemeint: ein Handicap hat, wie die erkennbar nicht überzeugte Moderatorin vom WDR einwarf), findet in einer ausdifferenzierten Gesellschaft seine Nische”.
Zweitens: Frank Schirrmacher – Wie man ein verdammt guter Politiker wird
>>>> Zitat: “Politische Glaubwürdigkeit im neuen Medienzeitalter ist keine moralische, sondern eine literarische Kategorie.
Der Artikel kommt zwar nicht zu einer klaren Haltung, was denn nun ein guter Politiker wäre, strotzt auf dem Weg dorthin aber nur so von “Blut und Tränen”-Horror gegen die angeblich “weiche” Baby-Boomer-Generation (für die derWulff stehen soll), und auf die jetzt härtere Zeiten zukommen wegen des angeblichen Demographie-Problems.
Solche Artikel bereiten die die Werbebotschaften der Versicherungswirtschaft vor. Wer kennt nicht den Werbespot: “Die Rente reicht nicht im Alter, Du musst was tun”. Dabei werden simple mathematische Zusammenhänge einfach ignoriert, z.B. dass der Wohlstand für alle auch bei geringeren Geburten und älter werdender Bevölkerung für alle steigerbar ist.
Nur 1% Teilhabe der breiten Bevölkerung an der Produktivitätsentwicklung von 3% im Jahr bedeutet eine Verdoppelung des Wohlstandes für alle alle 70 Jahre. Davon ließen sich Rentensteigerungen, Demographieprobleme, technischer Fortschritt im Gesundheitswesen und längere Lebenserwartung locker finanzieren. Man muss allerdings dafür sorgen, dass es Reallohnzuwächse und keine Reallohnverluste gibt.
Dieser Zusammenhang ist fast schon trivial, aber er wird von dieser Art Meinungsmacher einfach ignoriert.
Die einen erzählen “Vermarkte Dich dann haste Erfolg” und die anderen “Versichere Dich privat, dann bist Du im Alter nicht arm”.
Das Problem hat weniger “mit Erziehung und Werteverständnis zu tun, das was uns unsere Eltern vorleben”, sondern vor allem mit dem Werteverständnis, das uns über die Medien und die Wissenschaft vermittelt wird. Dort sitzen die Verantwortlichen.
Schön, dass wir von der soziologischen Systemtheorie so langsam in die empirische Sozialforschung kommen. Die sagt nämlich auch mal was über’s wahre Leben da draussen aus
@Au. Weia
Nationalstolz wird wieder vorgelebt, zumindest beim Fußball, warum nicht auch anderes wieder vorleben! Oder kurz:
Deutschland wird Weltmeister! Prost!=)
Hier noch der betreffende Schirrmacher Artikel:
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E4EB62D0D7F564CC28E1DA88877B094DF~ATpl~Ecommon~Scontent.html
@ WGN
Ach Gottchen, die Zukunftslosigkeit bei der unteren Mittelschicht und Unterschicht.
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Fragen wir doch mal wo in D die Ausbildungs- und Arbeitsplätze so liegen? Richtig: im Mittelstand. Der definiert sich als Unternehmen bis 50 Mio Umsatz, bis 500 Angestellte.
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Zahlen: guckst Du hier: http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89
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Viel Handwerk, viele freie Berufe: http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=99
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Teilbertrachtung zum Handwerk: früher (70er) fanden viele schlecht beschulte junge Menschen im handwerk Arbeit. Schlimmstenfalls ging man “auf den Bau”.
Kleine Fragen: Wie viele Stunden muss ein Klempner arbeiten um sich eine Stunde Fliesenleger – auf Rechnung – leisten zu können ? Wieviel Gartenpflege kann sich ein Rentner (diese sind dafür die wachsende Zielgruppe) – auf Rechnung – so leisten?
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Viele Kinder “ohne Zukunft” haben aus Gründen, die man allein mit den vier Grundrechenarten beantworten kann keine.
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Ja das Handwerk. Früher der goldene Boden und der aufnahmebereite Acker für Haupt- und Realschüler. Aus der Frage der bezahlbarkeit (gegen Rechnung mit allen sozialen etc. Abgaben) schliessen sich viele Fragen an – die sich allesamt mit so drögen Sachen wie Binnennachfrage, Arbeits- und Ausbildungsplätzen wie auch der jammerig vorgetragenen Salbaderei nach der “Gerechtigkeit des Systems etc.” befassen müssten.
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Who cares. Devil take the hindmost.
„Auf politische Alternativentwürfe zum aktuellen System hat keiner so richtig Lust, auch und vor allem die Angehörigen der unteren Schichten nicht …
Ist die Systemfrage eine Frage der Veränderungslust?
Diese fehlt – so Strobls Diagnose – „auch und vor allem d[en] Angehörigen der unteren Schichten“.
Warum sind die da unten so lustlos? Zuviel bequeme Hängematte, noch zuviel Sozialstaat?
Wer profitiert vom System? Was ist mit Herrschaft und Ausbeutung?
Wo bleibt der Verstand?
Frank Schirrmacher vertritt oft mit ungeheurer Heftigkeit – irgendetwas. Aber niemand weiß, was.
@ HAM # 25
Lieber HAM,
bei der Frage nach der “Hängematte” drängt sich doch stets die Alterantive zum de-facto zwangsweisen Verweilen in der Hängematte auf.
Eine Alternative wäre sicher ein Job – einer der erstens nachgefragt wird / werden kann (d.h. für potenzielle Nachfrager der Leitungen/Ergebnisse des Jobs bezahlbar ist) und der sich zweitens relativ leicht machen lässt und drittens die Perspektive auf eine eigene Zukunft in relativer Wohlhabe zulässt.
@ HAM # 25
Frage: “Wer profitiert vom System?”
Antwort:
Von oben Leute wie Lloyd Blankfein.
Von unten Leutchen wie die “Treberhilfe Berlin” http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,678856,00.html und die Industrie der Verwaltung, Bespassung und Kujonierung derer “ohne Zukunft”.
@GM
Deutschland wird Weltmeister! Prost!=)
Deutschland wird Exportweltmeister!
Praktisch so ein Nationalstolz oder?
Wettbewerb wie im Fussball da darf die Blutgrätsche nicht fehlen… ist zwar ein Faul und es gibt die gelbe Karte aber wenigstens hat er ein Tor verhindert.
http://www.focus.de/politik/deutschland/bundeshaushalt-sarrazin-fordert-einschnitte-bei-der-bildung_aid_514600.html
@Lebemann
Hierbei fällt mir spontan dieser Satz ein, weiß auch nicht wer den gesagt hat:=)
Mehr Netto vom Brutto!
Kaum zu glauben, aber selbst im sozialdemokratischen Lager beginnt eine neue Nachdenklichkeit:
Was ist lebendig und was tot an der sozialen Demokratie?
http://www.b-republik.de/aktuelle-ausgabe/was-ist-lebendig-und-was-tot-an-der-sozialen-demokratie
Zumindest veröffentlichen die zeitgeistlos echophrasierenden “Modernisierer” das in ihrer Hauspostille “Berliner Republik”.
Da wird sich Lübbi aber freuen.
@ GM #30
Lieber GM, danke für den Einwurf.
Und er ist ja so bezeichnend für den aktuellen Diskurs – so ist der Einwurf “Hierbei fällt mir spontan dieser Satz ein, weiß auch nicht wer den gesagt hat:=) Mehr Netto vom Brutto!” völlig neben der Sache und zieht den Diskurs nur wieder auf die Ebene “Bist Du Leoliberallala oder für die DDR light?”.
@Nanuk
> Deutschland wird Weltmeister! Prost!=)
Was, schon wieder? Die waren das doch erst gerade:
http://www.wahl-stimmen.de/trans_html/012Der%20reine%20Wahlsinn/Unsichtbare_Erfolge.html
Es gibt ja legendäre Interviews mit Ausbildungsplatzbewerbern, bspw. der junge Mann, der nicht den aktuellen Bundeskanzler kannte, als Hauptstadt Spaniens Italien vermutete, und als angehenwollender Maler nicht die Wand von 3 mal 4 Metern ausrechnen konnte und den Wassereimer auf 1 Liter Inhalt schätzte.
Sicher erschreckend, aber auch nicht so, dass man bei entsprechnder Anleitung nicht ein vernünftiger Maler werden kann.
Es gibt immer noch viele einfache Tätigkeiten, aber nicht mehr wie früher, wo man mit dem Hammer in der Hand ein Leben lang auskam, sondern vielfältigere Tätigkeiten, die mehr Flexibilität erfordern.
Was natürlich die Ansprüche an die Lehrlinge hebt, ebenso wie der jahrelange Lehrstellenmangel.
Und jetzt holen wir lieber junge Polen, statt mal die Altbewerber zu befähigen.
Diverse Untersuchungen zeigen das Ausmaß des Schreckens, ca. ein Fünftel der 15-jährigen sind quasi Analphabeten.
Wesentliche Einflüsse dafür:
*völlig verfehlte Einwanderungspolitik (“Gastarbeiter” die ja bestimmt wieder gehen)
*sich verfestigende Arbeitslosigkeit, besonders im Zusammenhang mit bildungsferne katastrophal, wenn in der Familie, zunhemend in größerem sozialem Umfeld, auch kein Rollenbild mehr da ist
* Bildung zu sehr als individueller Wert, bzw. gleich reduziert als Ausbildung
*kein Wille, die gesellschaftlichen Veränderungen durch Veränderungen im Bildungswesen auszugleichen
Und da sind hochgradig politische Einflussmöglichkeiten, gar -notwendigkeiten.
p.s.: Die fehlenden Werte müssen nun wahrlich nicht “christlich” sein, die Japaner bspw. scheinen mir nicht sonderlich christlich geprägt, und trotzdem nicht vollkommene Barbaren im sozialen Umgang zu sein.
@ topi # 34
Herzlichen Dank für den interessanten Beitrag. Sicher liegt einiges in der Bildungsbefähigung im Argen, wie man ja am vom Genossen WGN vorgetragenen Beispiel des Lehrers, der seine Schützlinge planvoll für eine Nicht-Zukunft vorbereitet, sehen kann. Es stellt sich dort die Frage aus welcher Motivation einer dieser bedauernswerten Schüler noch die Motvation zu irgendwas anderem haben sollte als zum geflügelten Wort “ich mach Hartz 4″. Das nur am Rande.
Die Bildung ist sicher ein Thema. Nur ist Bildung allein, was immer auch darunter zu verste ist, garnichts. Wenn es denn nichts gibt was man damit anfangen kann. Verkürzt: wenn das wan einer kann von niemandem nachgefragt wird / werden kann, da z. B. schlicht unbezahlbar, dann nützt die Bildung nichts.
Bildung an sich hat keinen Wert wenn es um das Bestreiten des Lebnensunterhaltes als Basis für eine eigenständige Zukunft und Lebensplanung (=Motivation den Arsch hoch zu nehmen) geht. Viele Soziologen und Politologen die einen im Taxi chauffieren sind ein beredetes, wenn auch anekdotisches, Beispiel.
Die in diesem Thread von vielen ventilierte Begeisterung “am System” zielfrei herumzuändern gemahnt an die Rückkehr des Aberglaubens in neuer Gewandung: Mit dem neuen, besseren “System” stellt man sich einen neuen Hausgötzen in den Schrein, den man dann anbetet bzw. anschreit, wenn es doch nicht besser wird.
@Lebemann
“Viele Soziologen und Politologen die einen im Taxi chauffieren sind ein beredetes, wenn auch anekdotisches, Beispiel.”
Föllig Richtig, der Ansatz etwas zu verändern muss/darf sich nicht bloß auf eine Region beschränken, obwohl die Taxifahrten sonst interessanter wären!:=)
@ GM #36
Herzlichen Dank für die Zustimmung!
Nur hatte ich Ihren Einwurf:
“Föllig Richtig, der Ansatz etwas zu verändern muss/darf sich nicht bloß auf eine Region beschränken, obwohl die Taxifahrten sonst interessanter wären!:=)”
Nicht zur Gänze verstanden. Mögen Sie ihn ausführen? Danke.
@Lebemann
Nur ist Bildung allein, was immer auch darunter zu verste ist, garnichts. Wenn es denn nichts gibt was man damit anfangen kann.
Bildung ist ein Wert in sich nicht alles aber sie hilft ungemein sich nicht verarschen zu lassen… und das obrige ist keine Bildung es ist eine Ausbildung zum Harz4 bezieher…
Man lernt nicht für das Leben man lernt weil es freude macht etwas neues zu erfahren Kinder sind Neugierig die wollen alles wissen unsere Bildungseinrichtungen (das Wort offenbart schon eine Perversion des denkens) töten diese neugierde ab weil sie nurnoch Ausbilden…
1. Mensch lernt nie aus es ist nahezu unmöglich alles zu wissen und zu verstehen…
2. Mensch weiss nie wofür man es gebrauchen kann also erstmal aufsaugen abspeichern…
Diese Grundhaltung kann man doch jedem beibringen so schwer ist das doch garnicht.
Ich hatte ihre Ausführungen so verstanden. Bildung produzieren doch keine entsprechenden Arbeitsplätze vorhanden. Gleicht einer Waage, somit hab ich zwar viel in die Bildung gesteckt aber bekomme meine Schäfchen nicht in die entsprechenden Jobs,….somit würde mein Taxifahrer zwar einen entsprechend interessanten Gesprächspartner abgeben, doch nicht das vollbringen wofür er eigentlich vorgesehen war. Somit muss nicht bloß ein Zuwachs an Bildung erfolgen, sondern auch ein Zuwachs an Arbeitsplätzen in der entsprechenden Bildungskategorie! Bildet einen Kreis wenn man so will!
@GM
“doch nicht das vollbringen wofür er eigentlich vorgesehen war.”
Wer bestimmt denn wofür eine Person vorgesehen ist?
Die oben erwähnten sind halt als Harz4 Empfänger vorgesehen…
@ Nanuk #38
Herzlichen Dank für den spannenden Beitrag, der vieles Richtiges nennt und zum Nachdenken anregt.
Mein obiger Gedankengang richtet sich nicht “gegen” oder “für” Bildung. Es ging mir lediglich darum, zum Nachdenken anzuregen ob es denn nicht zielführend wäre der Nicht-Zukunft entgegen zu wirken indem die Möglichkeit geschaffen bzw. erweitert werden könnte bezahlbare und damit auch nachfragbare Jobs, gerade für diejenigen jungen Menschen denen eine Zukunft in Abrede gestellt wird, zu eröffnen.
Der Gedankengang sich der Lösung der Problematik der “Nicht-Zukunft” von der Seite der bezahlbaren und damit nachfragbaren Jobs zu nähern fehlt zu meiner Überraschung im wahrgenommenen politischen und öffentlichen Diskurs. Ebenfalls, so meine Vermutung, wäre die realistische Aussicht auf Jobs mit Zukunft jenseits der H4-Grenze und mit ordentlich Luft nach oben eventuell ein grosser Anreiz für viele junge Menschen mit der in D dann doch recht grosszügig angebotenen Bildung ganz anders umzugehen als den Unterricht dauerhaft zu schwänzen oder an sich vorbei gehen zu lassen – weil es ja doch keine Zukunft jeneits von H4 gäbe.
Anekdotisch: Man behauptet ja immer wenn man nur die Hälfte des in der Schwarzarbeit erwirtschafteten Sozialproduktes in solches aus regulärer Beschäftigung wandelte, wären die Steuer- und Sozialkassenprobleme Deutschland gelöst. Nur leider ist der Ansatz hier bislang ein immer wachsender Kontroll- und Repressionsapparat, der bislang wenig Erfolge zu verzeichnen hat.
Aber ich mag ja falsch legen und eine grundlegendde “Systemdiskussion” würde erfolgversprechender sein.
@ GM #39
Herzlichen Dank für die Erläuterung.
Sie weicht in einem, aber einem wesentlichen Punkt, von meinem Gedankengang ab (ohne den Ihren in irgend einer Weise herab setzten zu wollen).
Nämlich, das es bezahlbare und nachfragbare (d.h. auch von rgendwem nachgefragte) Jobs geben muss.
Am beispiel des Soziologen als Taxifahrer in Ihren Ausführungen:
“.. Somit muss nicht bloß ein Zuwachs an Bildung erfolgen, sondern auch ein Zuwachs an Arbeitsplätzen in der entsprechenden Bildungskategorie! Bildet einen Kreis wenn man so will! …”
Nur eben war der Soziologe mit dem von ihm erarbeiteten Handwerkszeug wohl von keinem für diese “Kategorie” nachgefragt. Denn auch Sie suchen am Taxistand am Bahnhof keinen Soziologen, sondern einen Taxifahrer der Sie von A nach B fährt. Dafür zahlen sie ihm Geld. Wenn er zufällig Soziologe ist und das Gesprächwährend der Fahrt gut war, fällt sein Trinkgeld besser aus.
Das ” … Somit muss nicht bloß… sondern auch ein Zuwachs an Arbeitsplätzen in der entsprechenden Bildungskategorie!…” bedeutete ja “irgendwer” oder “irgedwas” müsse für alle Soziologen entsprechend irgendwie angemessene, irgendwomit standesgemäss bezahlte Arbeitsplätze schaffen.
Eben dies ist nicht einleuchtend.
@Lebemann
> Die in diesem Thread von vielen ventilierte Begeisterung “am System” zielfrei herumzuändern gemahnt an die Rückkehr des Aberglaubens in neuer Gewandung: Mit dem neuen, besseren “System” stellt man sich einen neuen Hausgötzen in den Schrein, den man dann anbetet bzw. anschreit, wenn es doch nicht besser wird.
Dazu schreibt Tony Judt in dem oben verlinkten Artikel in der “Berliner Republik”:
“Unvollkommene Verbesserungen als Antwort auf unbefriedigende Umstände – das ist das Beste, worauf wir hoffen können, und vermutlich sollten wir auch gar nicht mehr anstreben. Andere haben die vergangenen drei Jahrzehnte damit zugebracht, alle diese Verbesserungen systematisch wieder rückgängig zu machen und zu destabilisieren: Darüber sollten wir viel wütender sein, als wir es sind. Es sollte uns auch besorgt stimmen, und wenn auch nur aus Gründen ganz praktischer Vernunft: Warum sind wir in solch großer Eile gewesen, die Deiche niederzureißen, die unsere Vorgänger unter großen Mühen gebaut hatten? Sind wir so sicher, dass keine Fluten mehr kommen werden?
Für eine Sozialdemokratie der Angst lohnt es sich zu kämpfen. Die Anstrengungen eines ganzen Jahrhunderts aufzugeben, ist Verrat nicht nur an denen, die vor uns da waren, sondern auch an künftigen Generationen.”
@ Dipfele #44
Herzlichen Dank für das Zitat von Herrn Judt. Es klingt gefällig.
Nur erlauben Sie mir eine Frage: was meint Herr Judt – bitte ganz genau – mit den Deichen:
“… Warum sind wir in solch großer Eile gewesen, die Deiche niederzureißen, die unsere Vorgänger unter großen Mühen gebaut hatten? …”
Könnte es – nur ein Beispiel – sein das einer der der eingerissenen Deiche ist das z.B. mittlerweie ein Klempner ca. 4 Stunden arbeiten muss um 1 Stunde Fliesenleger zu zahlen (gegen Rechnung) und daher die Schwarzarbeit ausweglos zunehmen musste? Mit allen Folgen für das Sozialsystem?
Oder meint er nur wieder den Giiii-doh und dessen Versicherungsvertreter-Motivatons-Parolen?
@Lebemann
Wenn jemand einen Anreiz braucht etwas zu lernen ist die Neugierde schon gestorben… mit der Peitsche lernt man Gehorsam sonst nix…
@ Nanuk #46
Auf Ihren Einwand “…. Wenn jemand einen Anreiz braucht etwas zu lernen ist die Neugierde schon gestorben …” hin mag man antworten : Manchmal ist das Leben halt ein Misstrauensvotum gegen sich selbst.
Im Ernst: So rasant viele Schüler haben nicht aus reiner Neugierde den Dreisatz oder die Mengenlehre erlernt.
Andererseits: geht man von der Gültigkeit ihrer These aus, dann ist an den Rütlischulen Berlins die Neugierde schon ewig tot. Das kann ich jedoch – trotz aller Bemühungen des zuständigen Senates die Richtigkeit Ihrer These tatkräftig zu belegen – nicht ganz glauben.
Tja, das traurig, aber auch sowas von gestern
http://www.ftd.de/politik/international/:kolumne-thomas-fricke-nieder-mit-arm-und-reich/50129784.html?mode=print
dauert wahrscheinlich wieder, bis die nächste Generation ran darf. Die Guidos haben ja den ideologischen Kohl der 80er bei Kohl gefressen…
@Lebemann #45
„Könnte es – nur ein Beispiel – sein das einer der der eingerissenen Deiche ist das z.B. mittlerweie ein Klempner ca. 4 Stunden arbeiten muss um 1 Stunde Fliesenleger zu zahlen (gegen Rechnung) und daher die Schwarzarbeit ausweglos zunehmen musste? Mit allen Folgen für das Sozialsystem?“
Warum ist das so gekommen?
Wer hat denn die ausländischen Arbeitskräfte – trotz Massenarbeitslosigkeit – weiter importiert mit welchem Interesse?
Wer weigert sich denn, die Massenarbeitslosigkeit zu beseitigen, indem das vorhandene Arbeitsvolumen auf die Arbeitsfähigen umverteilt wird?
Wer vergrößert denn die Massenarbeitslosigkeit durch Erhöhung der Wochenarbeitszeit und der Lebensarbeitszeit?
Niedriglöhne, Massenentlassungen und Massenarbeitslosigkeit sind gut für die Profite der Betriebe und schlecht für die Gesamtökonomie.
Wenn in diesem System
- Kinder 10 Jahre auf die Hauptschule geschickt werden, um dann danach lebenslang als Hartz IV-ler dahinvegetieren zu müssen
oder
- Kinder 13 Jahre aufs Gymnasium gehen und anschließend 5 Jahre studieren, um danach sich als Taxifahrer, Leiharbeiter oder Hartz IV-ler durchs Leben schlagen zu müssen,
dann handelt es um systembedingte Ressourcenvergeudung.
Der Grund dafür, dass „ein Klempner ca. 4 Stunden arbeiten muss um 1 Stunde Fliesenleger zu bezahlen“, ist, dass wir hier ein Wirtschaftssystem haben, welches aufgrund seiner Mängel eine ständige Ausweitung staatlicher Ausgaben erfordert und daher die Steuern und Sozialabgaben so hoch sind.
Dass die Sozialausgaben ständig wachsen, hat doch die Ursache im kapitalistischen System.
Dieses System ist ökonomischer Irrsinn!!!!!!!
Fazit:
Wir können uns den Kapitalismus nicht mehr leisten!
Wir brauchen ein neues System!
Ansonsten werden gesellschaftlicher Niedergang und Zerfall weitergehen.
Das Schulbeispiel erinnert mich an den südafrikanischen Bildungsreformer Patrick van Rensburg. Er hat in den 80er Jahren in Botswana das Projekt (später auch eine Stiftung) “education with production” aufgebaut und so marginalisierten Jugendlichen zu einer Ausbildung und beruflichen Qualifikationen verholfen. Aus der Ferne grüßt die polytechnische Oberschule der “ehemaligen DDR”, wie sie Angela Merkel gern nennt.
Mit skills for survival wird es nicht getan sein. Für die Kinder, die das nutzen können, ist es nützlich. Die nächsten Bildungsreformen werden wieder zurück in die späten 20er und frühen 30er Jahre gehen und eine Neorenaissance der Reformpädagogik einläuten. Eines der ersten Gesetze, die Barack Obama ausfertigte, war der Edward M. Kennedy Serve America Act – eine Präventionsmaßnahme gegen das Risiko einer verlorenen Generation. Man muss etwas Ähnliches in Deutschland gewiss nicht wieder Arbeitsdienst nennen. Auch Westerwelles populistisches Wüten ist bloß dumm.
Es geht vielmehr darum, die Erfahrung von Sinn mit Lernen und Freude an Arbeit wieder zusammen zu bringen – und dafür nicht entwürdigende Almosen zu zahlen.
cf: http://www.reden-fuer-eine-neue-welt.de/?p=816
Für eine Sozialdemokratie der Angst lohnt es sich zu kämpfen
So einen Satz bringt nur ein Sozialdemokrat zustande. Er enthält seine eigene Widerlegung zusammen mit der Hasenfüßigkeit des Untertanen, dessen “Kampf” vor allem der mit sich selber ist, so wie seine Angst die um sich selber.
@ HAM #49
Das Thema scheint Ihnen nahe zu gehen, Sie haben meine Sympathie.
Nur folge ich Ihrem Schuss:
“… Dass die Sozialausgaben ständig wachsen, hat doch die Ursache im kapitalistischen System. …”
Das, was gemeinhin als “Manchesterkapitalismus” in England bezeichnet wird hat ja weitaus “kapitalistischere” Züge als die Zustände in D heute. Und doch sind die Sozialausgaben vergelichweise in D höher als damals in England.
Kann es sein das die steigenden Sozialausgaben, unter die ja durchaus recht erstrebenswerte Dinge fallen, politisch, ja in ihrer Wirkung gar gesellschaftlich, gewollt sind?
Wie würde Ihnen denn eine radikale Senkung der Sozialausgaben – auch unter Einbeziehung eines “Systemwechsels” als umsetzbar erscheinen?
Und: Macht Ihnen demnächst das Klo nicht ein Klempner sondern zwei davon, die ihre Arbeitszeit untereinander aufteilen? Arbeitet jeder dann von denen für die Hälfte oder zahlen Sie doppelt?
Ferner: wenn jemand 13 Jahre Gymnasium macht, dann Soziologie studiert und dann greint das keiner ihn in dem von ihm freiwillig erlernten Berufsbild (Soziologie) für gutes Geld dauerhaft einstellen will, was dann? Verbieten Sie das Studium der Soziologie? Möchten Sie Bildungs- und Lebenswege von Amts wegen zuteilen? Hätte der Mensch nicht was anderes machen können? Hätte man ihn nicht warnen müssen das er sehr wahrscheinlich ins Messer läuft? Ist der “Kapitalismus” schuld?
@ ceteris #51
Herzlichen Dank für den Beitrag. Einen sehr guten Beitrag, darf ich anmerken.
@ HAM #49
Ihre Ausführung:
“… Niedriglöhne, Massenentlassungen und Massenarbeitslosigkeit sind gut für die Profite der Betriebe und schlecht für die Gesamtökonomie. ..”
Wäre eines breiteren Kommentars Wert. Wer sind die “Betriebe”? Sind es die ca. 1 Mio. Kleinst- und mittelgrossen Betriebe vielfach in Handwerk und freien Berufen? Also die die, gemessen an ihrer Grösse, die Hauptzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in D stellen?
Oder meinten Sie etwas anderes?
@Lebemann
“So rasant viele Schüler haben nicht aus reiner Neugierde den Dreisatz oder die Mengenlehre erlernt.”
Das wissen ob der Kuchen gerecht verteilt ist ist ja auch unerwünscht und anscheinend hat das mit der % Rechnung und der Peitsche nicht gut gefruchtet sonst könnte wohl kaum die Deutsche Bank 20% mehr Gewinn machen während die Weltwirtschaft nur um 5% wächst und alle schreien juhu… da würde sich doch eher die Frage stellen wem hat sie das denn geklaut oder?
@Lebemann #52
„Das, was gemeinhin als “Manchesterkapitalismus” in England bezeichnet wird, hat ja weitaus “kapitalistischere” Züge als die Zustände in D heute. Und doch sind die Sozialausgaben vergleichweise in D höher als damals in England.“
Nein, eben nicht. Das war eine frühe Stufe der kapitalistischen Entwicklung.
„Kann es sein das die steigenden Sozialausgaben, unter die ja durchaus recht erstrebenswerte Dinge fallen, politisch, ja in ihrer Wirkung gar gesellschaftlich, gewollt sind?“
Sicher, es war und ist politisch gewollt.
Denn es war von vornherein klar, dass Massenentlassungen etc. zu steigenden Sozialausgaben führen.
Und die steigende Staatsverschuldung macht die Reichen reicher. Die Diskussion darüber hatten wir schon ausführlich.
„Und: Macht Ihnen demnächst das Klo nicht ein Klempner sondern zwei davon, die ihre Arbeitszeit untereinander aufteilen? Arbeitet jeder dann von denen für die Hälfte oder zahlen Sie doppelt?“
Völlig untaugliches Beispiel. Sie argumentieren betriebswirtschaftlich statt makroökonomisch.
„Ferner: wenn jemand 13 Jahre Gymnasium macht, dann Soziologie studiert und dann greint das keiner ihn in dem von ihm freiwillig erlernten Berufsbild (Soziologie) für gutes Geld dauerhaft einstellen will, was dann? Verbieten Sie das Studium der Soziologie? Möchten Sie Bildungs- und Lebenswege von Amts wegen zuteilen? Hätte der Mensch nicht was anderes machen können? Hätte man ihn nicht warnen müssen, dass er sehr wahrscheinlich ins Messer läuft?“
Es geht nicht um das Soziologie-Studium:
Davon sind alle Studiengänge betroffen (mit zeitweiligen Ausnahmen bei wenigen Studiengängen). Ca. einem Drittel aller Studierenden geht es so.
„Ist der “Kapitalismus” schuld?“
Wer sonst?
@ Nanuk #55
Herzlichen Dank für den bedenkenswerten Beitrag. So hatte ich das noch nicht gesehen.
Ist es denn richtig davon auszugehen das Sie glauben das die mangelhafte Beherrschung des Dreisatzes ursächlich darauf beruht, das bestimmte Kräfte verhindern wollen, das die Bevölkerung nachrechnet wie ungerecht der Kuchen verteilt ist?
Können Sie uns mitteilen wer diese Kräfte sind, die das Erlernen des Dreisatzes sabotieren?
Denn dort liegt, so darf ich dann sicher aus Ihrer Ausführung folgern, sicherlich Ihrer Auffassung nach auch die Ursache der um sich greifenden Lese- und Rechtschreibschwäche an den Schulen – kann es sein das selbige Kräfte auch verhindern wollen das man die über die ungerechte Verteilung des Kuchen nachlesen kann und darüber schreiben kann?
G. Sorel, les illusions du progrès
@ HAM #56
„Ist der “Kapitalismus” schuld?“
Wer sonst?
Vielleicht die Juden?
@Lebemann #54
„Wer sind die “Betriebe”? Sind es die ca. 1 Mio. Kleinst- und mittelgrossen Betriebe vielfach in Handwerk und freien Berufen? Also die die, gemessen an ihrer Grösse, die Hauptzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in D stellen?“
Gelten da andere betriebswirtschaftliche Gesetze?
Können Sie den Sinn Ihrer Frage erläutern?
Und noch zum “akademischen Taxifahrer”:
Es ist schlimmer, seinem Bestreben nach Erkenntnis nicht zu folgen, als Taxi zu fahren. Wer sich seine “Bildung” vom Markt vorsagen läßt, wird nie anderes verstehen als den Markt.
“Denn dort liegt, so darf ich dann sicher aus Ihrer Ausführung folgern, sicherlich Ihrer Auffassung nach auch die Ursache der um sich greifenden Lese- und Rechtschreibschwäche an den Schulen”
Ja an einem miesem Bildungssystem… ob das gewolt ist oder nicht war eine kleine Polemisierung von mir liegt vieleicht auch an meiner Bestrebung im allerletzten Unsinn einen Sinn entdecken zu wollen…
@ HAM #60
Gerne beantworte ich die Frage.
Ich wollte lediglich wissen was Sie – genau – im Zusammengang Ihres betreffenden Postings unter dem Begriff “Betriebe” verstehen. Nicht mehr, nicht weniger.
@ HAM #56
Zu dem Punkt:
“.. „Und: Macht Ihnen demnächst das Klo nicht ein Klempner sondern zwei davon, die ihre Arbeitszeit untereinander aufteilen? Arbeitet jeder dann von denen für die Hälfte oder zahlen Sie doppelt?“
Völlig untaugliches Beispiel. Sie argumentieren betriebswirtschaftlich statt makroökonomisch. …”
Doch, es ist sogar ein sehr gutes Beispiel. Die Makrooökonomie ist hier eine Nebelbombe.
Nehmen wir an, der Klempner der ihr Klo machen soll ist ein ein-Mann-Betrieb, was im Handwerk nicht unüblich ist. Wie soll man die Arbeistzeit auf mehrere verteilen? Kommt Klempner 1 für die erste halbe Stunde und dann Klempner 2 für die zweite halbe Stunde? Rechnet Klempner 1 eventuell zwei Stunden für eine Stunde ab und führt die zweite berechnete Stunde an eine Verwaltungsbürokratie ab, die die Kohle nach irgendeinem Schlüssel irgendwie an irgendwen ausgleichend verteilt? Anmerkung: derzeit haben wir in D eine Abwandlung der zweiten dargestellten Alternative.
@ HAM
Zur Klärung in Sachen begriff “Betriebe”:
Sie schruben:
“… Niedriglöhne, Massenentlassungen und Massenarbeitslosigkeit sind gut für die Profite der Betriebe und schlecht für die Gesamtökonomie. …”
Der Lebemann frug:
“… „Wer sind die “Betriebe”? Sind es die ca. 1 Mio. Kleinst- und mittelgrossen Betriebe vielfach in Handwerk und freien Berufen? Also die die, gemessen an ihrer Grösse, die Hauptzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze in D stellen?“ ..”
Ist es so das Sie der Auffassung sind das die ca. 1 Mio. Kleinst- und mittelgrossen Betriebe, vielfach in Handwerk und freien Berufen, die Nutzniesser von “Niedriglöhne, Massenentlassungen und Massenarbeitslosigkeit” sind, gerade vor dem Hintergrund das sich deren Kundenkreis hauptsächlich aus der breiten, ganz normal arbeitenden Bevölkerung rekrutieren?
Sind weniger und weniger zahlungskräftige potenzielle Kunden Ihrer Überzeugung nach somit “gut für die Profite” der vorgenannten Betriebe?
@ ceteris # 61
Völlige Übereinstimmung, herzlichen Dank für den Beitrag.
Man sollte dann aber vielelicht anfügen: “Aber Jammern, wenn man sich vergalloppiert hat, gilt dann nicht.”
@Lebemann
Wissenschaft und Maschinen sind heutzutage entscheidend für den gesellschaftlichen Reichtum.
Handwerker besitzen makroökonomisch nur noch eine marginale Bedeutung.
@Lebemann
Wenn niemand Profitiert wie sie ja anscheinend meinen warum wählt dann besagter Personenkreis genau die Deppen die das weiter Fortschreiben wollen… Es muss am 3 Satz liegen ich hab da sonst keine Erklärung für.
@ HAM #67
Lieber HAM, fällt Ihnen auf das Sie sich, wenn Sie argumentativ nicht weiter kommen, stets mit “der Makroökonomie” daher kommen? Und was soll die in dem Zusammenhang sein, wenn sie denn zuhaus ist?
Bitte bleiben Sie beim Thema und gehen Sie auf die vorliegenden Punkte ein, oder sollen wir Sie etwa für einen Schwätzer halten?
Im Übrigen: doch, das Handwerk (an dem hier beispielhaft aufgehängt wurde) ist in D ein nicht gerade unwichtiger Faktor. Beschäftigen Sie sich spasseshalber mal mit den Zahlen.
Zum Zitat HAM
“Wissenschaft und Maschinen sind heutzutage entscheidend für den gesellschaftlichen Reichtum.”
Klingt, als hätte es auch von Stalin kommen können. Und wie wir wissen: Opel kaufen Opel. Und nicht Menschen.
Deswegen gehen Opel ja schon immer wie warme Semmeln. Käufer haben allenfalls noch eine marginale Bedeutung.
So makroökonomisch gesehen, jedenfalls.
@Lebemann
Käufer haben allenfalls noch eine marginale Bedeutung.
Ob du es glaubst oder nicht das haben jahrelang Ökonomen erzählt und die Menschen haben genickt und ja und Amen gesagt.
Das geht nur in einem Land in dem man den Menschen den 3 satz mit der Peitsche beibringt.
@Lebemann
Unter den KMUs gibt es zwar auch einige, die von der Entwicklung des Kapitalismus profitieren, aber in zunehmendem Maße gehören sie zu den Verlierern der Wirtschaftsentwicklung.
Dieser Trend wird sich fortsetzen und verschärfen.
Auch der Anteil früherer Unternehmer, die sich als Taxifahrer über Wasser halten müssen oder Hartz IV beziehen, wird zunehmen.
Da werden viele von den deklassierten Ex-Unternehmern froh sein, wenn es noch einen Sozialstaat gibt, auf den sie früher so geschimpft haben.
@ Nanuk #71
Tatsächlich? Gäbe es da Quellen oder müssten wir uns da ganz auf Ihr Wort verlassen?
Aber irgendwie werden Sie schon recht haben: z.B. Apple macht das iPad was objektiv kein Mensch (=Käufer) braucht und trotzdem geht deren Aktie ab wie die Feuerwehr.
Wer steckt hinter dieser Verschwörung?
@ HAM #72
Pah!
Die sind alle makroökonomisch allenfalls marginal interessant. Muss keinen kümmern.
Selbstverständlich ist Bildung ein Wert an sich.
Der wichtigste in unserer menschlichen Entwicklung, wenn man denn seine Elementarbedürfnisse gedeckt hat.
Und: aufbauend auf wirklicher Bildung ist es leicht, sich Ausbildung anzueignen.
Ob es gezieltes Vorgehen ist, der Mehrheit Erkenntnisse vorzuenthalten, kann man diskutieren.
Offenbar ist es jedoch systematisch, die “Elementarbedürfnisse” mit mehrfachem Urlaub und Neuwagen etc. so hoch zu schrauben, dass die Jagd danach den größten Teil der Zeit beansprucht.
Die jetzige Situation, dass ein großer Teil der Schulabgänger nicht mal Maler werden kann (von beiden Seiten), ist jedenfalls katastropal.
Zumindest wenn man in normalen Kategorien denkt.
Es ist durchaus nicht so, dass in den Schulen gar nichts passiert; nur viel zu langsam, und mit viel zuwenig finanziellen Mitteln, wenn man sich die Vergleiche anschaut, und immer noch bei weitem nicht ausreichender ANerkennung der veränderten sozialen Situation vieler Kinder, aus der ander Aufgaben der Schulken erwachsen.
@WGN & Alle
DER WEISSHEIT LETZTER SCHLUSS:
“Wissenschaft und Maschinen sind heutzutage entscheidend für den gesellschaftlichen Reichtum.” (HAM, Hobby-Makroökonom)
HAM hat mich überzeugt:
Die von WGN eingangs so barmend zitierten, den Umgang mit ALDI-Phamphleten erlernenden, Schüler sind makroökonomisch bedeutungslos. Vergesst sie. Hegt sie ein. Wissenschaft und Machinen sind wichtig, Käufer und Konsumenten sind nebensächlich.
Daher ist das Land D aktuell genau auf dem richtigen Wege. Ich würde Giii-doh wählen, wenn er nicht so ‘ne Sch*uch*el wäre.
How, ich erkläre diese Diskussion für abschliessend geklärt. So makroökonomisch gesehen.
@Lebemann #74
„Die sind alle makroökonomisch allenfalls marginal interessant. Muss keinen kümmern.“
Deshalb gehen die Milliarden und Billionen des Staates an die Banken.
Und das Gros der KMUs kennt nur eine Richtung: abwärts.
@Lebemann
Ich möchte da nur an Unsinns ausspruch Autos kaufen Autos erinnern…
Das ist auch keine Verschwörung da stecken knall harte Interessen dahinter das kann auch jeder sehen der will.
@ HAM #77
Ich verweise auf Post #76.
Sie haben mich vollumfänglich überzeugt. Vergesen Sie die. Die sind makroökonomisch irrelevant. Gehen Sie an die frische Luft.
@Lebenmann #76 +77
Wären Ihre Kommentare ernst gemeint, dann hätte man noch Hoffnung haben können, dass Sie etwas von den größeren Zusammenhängen begriffen haben.
@ Nanuk # 78
Ich gebe zu, ich hielt Ihre Einlassungen zunächst für die eines Deliranten. Ich habe mich getäuscht, verzeihen Sie bitte.
Es ist alles wahr, was Sie sagen. Halten Sie sich besonders vom iPad fern, es ist des Teufels Werk!
@ HAM #80
Sind Sie noch da? Warum sind sie noch nicht an der frischen Luft?
Ich glaube Ihnen doch alles, auch die allergrössten Zusammenhänge. Unter Makroökomomen vertraut man einander blind.
@Lebemann
Sehen sie es bringt aber überhaupt nichts Gesamtgesellschaftlich wenn sich ganze Kohorten von Unter und Mittelschichtlern für ein Ipad verschulden die Auswirkungen können sie in den USA sehen… wo der Kredit Sozialtransfers ersetzt hat.
und wissen sie was das Wunderbare daran ist meine Generation also sagen wir mal grob alle nach 1970 Geborenen dürfen die ganze scheisse wegräumen… da sagen wir schonmal danke…
http://www.youtube.com/watch?v=4069PUk3aM0
@ Nanuk #83
Sie haben ja Recht mit der gesamtgesellschaftlichen Kritik am iPad.
Mit unnützem Kram der ja später nur die Müllkippen verstopft und dann später als Ballast von Steuerspar-Fonds-finanzierten Containershiffen nach Fernost geht von Kinderarbeitern in China auseinader gepult wird wird die nächste grosse Konsumblase aufgepumt. Das gilt ja nicht nur für den iPad, insbesondere auch für den Kindle und die Wii-Spiele und deren Abkömmlinge.
Platzen wird die planmässig zum nächsten Bailout der diese Blase finanzierenden Banken.
Meine Grosseltern waren auch ohne iPad glücklich.
wieso? der lehrer hat recht. wenn man die kinder aufs leben vorbereiten will, muss man das tun, indem man sie lehrt, mit hartz4 zurechtzukommen und mit der ungenutzten zeit halbwegs sinnvoll umzugehen.
denn selbst wenn sie einen job kriegen, wird sie der kaum über den alg2-satz bringen. denn die demographische entwicklung wird vorläufig nicht dazu führen, dass die arbeitslosen schneller aussterben als die arbeitsplätze.
aber wahrscheinlich gibt es auch zu dieser politik keine alternative: die bildungsmisere von heute zu einer bildungskatastophe von morgen weiterzuentwickeln.
@Lebemann
Schonmal mit so einem arbeitsplatzschaffenden Mittelständler – am besten einem Einzelhändler – persönlich gesprochen?
Über Makroökonomie?
Warum die Mehrheit kein Vermögen besitzt und der Staat immer so klamm ist?
Weil die alle “nicht mit Geld umgehen können”. Statt das die lohnabhängigen Trottel ihr Gehalt “sparen” (damit meistens gemeint: anderen ihren Wertschöpfungsanteil vorenthalten), verkonsumieren die immer alles. So kann das nix werden.
Und der Staat ist ja am schlimmsten, was ma da allein im Straßenbau einsparen könnte, wenn man sich nur die billigen Rumänen besorgen würde die letztens die Einfahrt geteert haben….
Nein, nein, wenn alle nur rein betriebswirtschaftlich agieren würden – inklusive Staat – wäre alles in Ordnung.
Und braucht keiner zu Glauben, das die Steuersenkungspartei aus Versehen 15% bekommen hat.
Nein, da winkt zum Abschied der Mittelstand.
Was ist zu tun?
1.Tacheles reden und Zinszahlungen der Gebietskörperschaften einstellen.
2. Guthaben, welche den Staatsschulden gegenüberstehen in nationale Steuergutschriften umformen.
3.Unverzinsliche Taxgeldschöpfung, zur Vor-Finanzierung der öffentlichen Aufgaben, für diese Körperschaften zulassen.
4.Nur (alle) monetären Transaktionen, sowie Ressourcen besteuern. Einkommens und Lohnsteuer abschaffen.
5.Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Bürger.
6.Gehälter- Finanzierung von den Unternehmen in die Verantwortung der privaten Haushalte oder deren Vertreter übergeben.
7.Das Leben genießen und lernen, dass wir arbeiten um zu leben und nicht leben um zu arbeiten.
Nachtrag zu # 87
Und um für diese Kampagne besser werben zu können, sollte man die Kassen derjenigen Parteien leeren, welche uns den ganzen Hartz 4 Salat eingebrockt haben. Die SPD kommt mir da als erste in den Sinn…
Lebemann
Nur zu den glücklichen Großeltern: Also meine beiden Onkel väterlicherseits wären an der Ostfront mit oder ohne I-Pad auch nicht glücklicher geworden. Sind beide gefallen.
Nur als Hinweis. Glück ist tatsächlich etwas anderes.
Enrico
Finanzen der SPD sind Flasche leer. Wie Frankreich in Südafrika … . Als letzter lebender außenpolitischer Gaullist bin ich wirklich unglücklich … .
@enrico
Unterschreibe ich. Jeden der einzelnen sieben Punkte einzeln.
@ts-dagewe
der lehrer hat recht. wenn man die kinder aufs leben vorbereiten will, muss man das tun, indem man sie lehrt, mit hartz4 zurechtzukommen und mit der ungenutzten zeit halbwegs sinnvoll umzugehen.
Exatk. HIV ist das Pilot-BGE. Dass es überhaupt existiert, spricht schon deutlich für die Richtigkeit eines BGE. Wir müssen lernen zu leben, ohne arbeiten zu können, ohne die Zwangs-Nichtarbeit mit unproduktiver Zwangs-Arbeit und anderen Schikanen zu sanktionieren. Alternativ könnten wir natürlich Wissenschaft und Maschinen abschaffen, das würde die Arbeitsmenge bis zur Vollbeschäftigung, ja bis zu realen Lohnerhöhungen steigern.
Womit ich dann beim @Lebemann wäre:
Sie sind ein Troll. Wünsche gute Reise an andere interessante Plätze der Netzwelt…
Schularbeiten, welche die Schüler auf das Leben in Arbeitslosigkeit vorbereiten — also wenn das nicht die Höhe ist. Schlimm genug finde ich es bereits, dass junge Leute bei uns heute nicht mehr davon ausgehen, dass sie es eines Tages weiter bringen werden als die Eltern. Das ist für junge Leute in Australien oder Kanada auch heute noch selbstverständlich. Und à propos Schularbeiten: eine kanadische Mutter beklagte sich in der Zeitung, dass ihr elfjähriges Töchterchen als Hausaufgabe einen sechsseitigen Reiseprospekt im Leporelloformat vorzubereiten habe. Andere Länder, andere Schulanforderungen !
@fl
Finanzen der SPD sind Flasche leer.
Dafür sind die Flaschen der Ex-Mandatsträger völlig voll.
Würde ich als Lobbyist im Falle der SPD ja auch machen, also nicht an diese verkommene Organisation zahlen, sondern direkt an die einzelnen Figuren, die diese Partei für so dumm verkaufen wie sie eben ist.
enrico #87
wir werden es erleben. Es wird von ganz alleine kommen müssen.
ceteris #91
–> Wir müssen lernen zu leben, ohne arbeiten zu können , ohne die Zwangs-Nichtarbeit mit unproduktiver Zwangs-Arbeit und anderen Schikanen zu sanktionieren.”
der einzige Weg. Und doch wird man sich eine Aufgabe suchen. Ohne geht auch nicht.
+Gruß
@ergo sum
Schlimm genug finde ich es bereits, dass junge Leute bei uns heute nicht mehr davon ausgehen, dass sie es eines Tages weiter bringen werden als die Eltern.
Warum sollten sie? Was würde diese Annahme rechtfertigen?
Das ist für junge Leute in Australien oder Kanada auch heute noch selbstverständlich.
Mag sein, das sind wohl die Überreste der Pionier-Tradition, die schon vergessen hat, dass der große Treck in die unbekannten Weiten und neuen Welten sich längst schon von hinten auf die Schuler getippt hat. Die Erde ist nunmal eine Kugel, egal wie schnell man drumrumläuft… man kommt immer wieder zurück.
Les illusions du progès – ich zitierte dieses schöne Werk oben, das es mW leider auf deutsch nicht gibt. Sorel gehört zu den Denkern, die wohl noch einen 2. Frühling vor sich haben.
Australier und Kanadier müssen es erstmal weiter in den Winter bringen und ihre Zuversicht an der “Ost-” bzw “Westfront” erproben, mit iPad sogar… aber es sieht nicht gut aus, die Perspektive heisst nicht “vom Tellerwäscher zum Millionär”, sondern eher anders herum.
Da wird es auch nicht helfen, sich seiner Amoral – aka “Zahlungsfähigkeit als Moralersatz” – durch Ankauf von BP-Aktien zu versichern. Die Nachfahren werden es ihrem “Ahnherrn” nicht danken. Im Gegenteil. Verfluchen werden sie ihn, und mit Recht.
@holger
Und doch wird man sich eine Aufgabe suchen. Ohne geht auch nicht.
Wahr gesprochen. Und dann wird man sehen, dass es vieleviele bessere, schönere, interessantere, erfüllendere Aufgaben gibt als seine Konten zu füllen. Amen. (d.h. “so sei es”)
+ herzlichen Gruß zurück!
@ceteris/holger
jawohl!
Hätte Punkt 5. so formulieren sollen:
5.Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Bürger, zur Ermöglichung von freiwilliger Arbeit, einführen.
(Mir wären z.B. Lehrer, die freiwillig und gerne unterrichten, für unsere Kinder lieber, als solche, welche nur an den nächsten Urlaub denken.)
Ja, unser Bildungssystem ist eine Bankrotterklärung.
Vielleicht brauchen wir so etwas wie den Deutschen Traum nach Vorbild des Amerikanischen. Zu wissen, dass es nicht jeder schaffen kann, es aber Tag für Tag versuchen. Und dann, wenn man es selbst nicht geschafft hat, aber der Nachbar, ihm einfach auf die Schulter klopfen und ohne Missgunst gönnen können.
glaubt eins wie hier bereits mehrfach gesagt, es fehlt noch der funke. kommt dieser dann entlädt sich hier frust der seines gleichen sucht. brot und spiele ist bald für einige eine bittere erfahrung. ich würde eine wette eingehen das die spareinlagen der bürger bereits in den usa sind.
@m schumacher
Zu wissen, dass es nicht jeder schaffen kann, es aber Tag für Tag versuchen. Und dann, wenn man es selbst nicht geschafft hat, aber der Nachbar, ihm einfach auf die Schulter klopfen und ohne Missgunst gönnen können.
Niedlich. Bleibt nur die Frage nach der Statistik – also wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen Nachbarn zu haben der “es” (was GENAU? kein HartzIV? andere Transfereinkommen als den Kapitalzins?) geschafft hat. Ich denke nicht so von ungefähr, dass diese Wahrscheinlichkeit drastisch gesunken ist und weiter sinkt. Das ist dann nicht der amerikanische Traum, sondern nicht nur mein Alptraum, der der amerikanische übrigens auch immer war, denn er ging und geht vorzugsweise über viele Leichen vorwärts um die wenigen Überlebenden umso euphorischer zu heroisieren – aber das nur nebenbei, ebenso nebenbei, dass die “gated communities” nur ein invertierter Gulag sind, die amerikanische Version davon, sozusagen.
Also, mal so grundsätzlich zu ALDI vs ALL DIE, die es nicht geschafft haben weil es ja nicht alle schaffen können, sondern nur die wenigsten und selektiv immer wenigeren: Ordnung basiert immer auf Hierarchie und Hierarchie basiert in ihrer Reproduktion immer auf Knappheit, heisst: es muss immer mehr Indianer geben als Häuptlinge, es muss Selektion geben, um Ordnung zu schaffen. Das Basisphänomen ist also eins der Stratifikation, wie man modern “systemjargonisch” sagt, und nicht etwa eins der “Differenzierung”, “Vernetzung” etcetc. Es ist also gerade KEIN Problem der Ökonomie, diese ist nur ein Schleier, der über die Scheingleichheit und Scheinheiligkeit des gleichgültigen Universalkriteriums der Zahlungsfähigkeit (ohne Ansehen der Person, nur in Ansehung des Geld-Scheins) die Illusion einer Anonymität erzeugt, in der einer dem anderen gleich ist, es also jeder schaffen kann und darum auch die vielen Verlierer den wenigen Gewinnern zum Abschied auf die Schulter klopfen dürfen, wenn sie denn noch Gelegenheit dazu bekommen.
Ich nehme mir darum die Freiheit, diese Freiheit des Zahlen-Könnens als das zu bezeichnen, was die dazugehörige Freiheit des Profitieren-Könnens bedingt: einen niederträchtigen Sch..ßdreck.
Moin.
Hatte ich hier was vom taxifahrenden Soziologen gelesen? – Da kann ich mithalten. Politologe (1973), Berufskraftfahrer Fachrichtung Güterverkehr (1979) und Industriemeister FR Kraftverkehr (1986). Dazwischen 20 Jahre Praxis als Fernfahrer, also Besichtigung der Industriekultur in Europa und aktive Teilnahme an derselben arbeitstäglich. Ich kenne also die Fraktionen der Arbeiterklasse (1. Haustarifvertrag Metall oder Chemie, 2. Tarifvertrag und Betriebsrat, 3. Marktmäßiger Pauschallohn ohne sonstwas, 4. prekäre Verhältnisse diverser Leih- oder sonstwie-Konstruktionen.
Fraktion 1 + 2 behandeln 3+4 wie den letzten Dreck. Dafür muss man nur mal in einem Automobil- oder Chemiewerk anliefern oder abholen fahren. Das ist aber nur in Deutschland und – verschärft – in Österreich so. Dort habe ich in ihren Vor-EG-Zeiten die Zollbediensteten (Kiefersfelden, Sterzing) kennengelernt. Zu diesen Charakteren möchte ich bemerken: Streck- und Nagelbrett, Teeren und Federn wären noch Vorzugsbehandlungen. Da waren noch die DDR-Grenzer zartfühlende Genossen gegen.
Zur Sache: Wenn ich jemanden a priori unterstelle, er sei blöd, weil H4 etc., muss ich mich nicht wundern, dass der “zumacht”. Stelle ihm einen Lastzug hin, erkläre, was das Ding technisch kann und was man alles lernen muss, um damit umgehen zu können: die sind alle begeistert. Das der Beruf mit Dreck, schweren Teilen (Reserverad mit 120 kg) und blöden Zollbeamten zu tun hat, das kann man alles lernen. Man hat bei uns leider solche “niederen Berufe” diskreditiert. Nur der Politologe zählt.
Vorschlag: wir schicken den wgn mal zum Palfinger, damit er lernt, wie die Dachpfanne auf´s Dach kommt. Mit dem Ladekran. Und was man alles wissen muss, den richtig zu bedienen, lernt er da auch. Dass man heute Hauptschülern beibringen muss, Lesen- und Schreiben und Grundrechenarten zu lernen, ist doch nix Neues. Das habe ich als Berufschulpauker 74/75 schon machen müssen. Nannte sich “Berufsvorbereitungsjahr”. Also: nicht quengeln über die dösigen Schüler. Anpacken.
gruß fb
@Matthias Schuhmacher #99
Vielleicht brauchen wir so etwas wie den Deutschen Traum nach Vorbild des Amerikanischen. Zu wissen, dass es nicht jeder schaffen kann, es aber Tag für Tag versuchen. Und dann, wenn man es selbst nicht geschafft hat, aber der Nachbar,den Nachbarn einfach umnieten.
Entschuldigung, Matthias Schuhmacher, aber einfach einen amerikanischen Traum zu beschwören, das ist mir jetzt zu unterkomplex.
Das hat jetzt zuviel “Esoterik-Ecke” und “magische Steine”.
Nunja.
Man werfe die schlechtetesten Schüler zusammen mit den schlechtesten Lehrern in einen Topf. Gebe die niedrigsten Geldmittel pro Schüler, pro Jahr, hinzu. Würze das Ergebnis mit den ärmsten und am wenigsten gebildeten Eltern.
Das nennt man Hierzulande einen “Bedarfsgerechte Förderung” Eintopf, oder so ähnlich.
Der Geschmack ist ebenso vorherhersagbar, wie wohl auch gewünscht.
Die Angst vor der Unterschicht ist, wie sich zeigt wohl zurecht, Geschwunden. Wenn es mit unserem System noch lange so weiter geht, was ich nicht glaube, sind eher Massenunterkünfte und eine Aufhebung der Schulpflicht für Hartz Dings Empfänger Kinder zu erwarten, als Besserung.
Das alles oben Genannte läuft Zwangsläufig auf das Selbe hinaus!
Unseren Kindern fehlen die Vorbilder, sei es durch die Politik mit den richtigen Ansätzen, durch die Eltern mit zu wenig Zeit, sei es durch das Gewerbe/Betriebe/Industrie ohne soziale Aspekte.
Jetzt die Lösung: (da kritisieren immer toll ist, aber uns nicht weiterbringt)
Wir brauchen eine Kampangne, vielleicht so wie nach dem 2 Weltkrieg, wo dem einfachen Volk die soziale Marktwirtschaft nähergebracht wurde. Natürlich unter Einbeziehung der neuen Medien und größer.
Was soll diese Kampangne vermitteln:
- Nationalen Stolz(nicht den falschen, sondern einen gesunden, wie zur WM) allgemein ein Gefühl des anpackens, des Aufwindes wenn man so will, etwas gemeinsam erreichen.
- Spaß an der Arbeit(klingt sallop) aber vielleicht gemischt mit Möglichkeiten/Vorraussetzungen für den oder den Job
Vielleicht auch mal gute Beispiele für soziale Betriebe
- Neue Ideen wie es weitergehen kann.
- Ein Vorbild, das wird schwer, es müsste ein Alfatier geben, was die ganze Sache anführt, jemand der nicht aus dem politischen Lager kommt, wirtschaftliche Kompetenz besitzt, und noch wichtiger Glaubwürdigkeit. Ich denke da z.B. an den Chef von Trigema, Wolfgang Grupp.
Das ganze dürfte sich nicht nur auf die Medien beschränken, sondern müsste in Zusammenarbeit mit Arbeitnehmer und Arbeitgeberverbänden, Wissenschaft und auch Umweltverbänden, Schulen ect… ich denke da an einen G20 Gipfel der superlative, wo im Prinzip alle großen Verbände/Vereinigungen Interessen aller Deutschen anteil haben.
Vielleicht jedes Jahr, mit verschiedenen Aufgaben/Hausaufgaben für die einzelnen Vereinigungen, etwas herauszuarbeiten. Man könnte ihn den Bürgergipfel/Zukumftsgipfel nennen o.s.ä….
Richtig aufgezogen und ordentlich vermarket könnte das dazu führen das neue Wege gegangen werden und das Auge der Öffentlichkeit sich nach vorne richtet, zumal die Politik durch das gestiegenden öffentliche Intresse dazu gezwungen ist sich damit zu befassen.
Wie finanzieren: Ich schlage hier eine ganz einfache Finanzierung vor, durch die Einführung der Transaktionssteuer von 0,05%(27Mrd) wär das alles in grünen Tüchern.(hier ein schmunzeln meinerseits)
Also, mit Deutschland gehts bergauf, warum bewerb ich mich nicht mal als Bundespräsident?
@ GM #105
Lieber GM, das sind Rezepte von Gestern!
Viemehr brauchen wir, wie schon der Genosse “holger” im Post #94 anmerkte, vom Genossen “ceteris” sekundiert:
Eiune Ausbildung für unsere jungen Menschen, auch OHNE ARBEIT LEBEN ZU KÖNNEN.
D.h.: den Tag herum zu kriegen. Mit den aktuellen Unterschichtenprogrammen von RTL, Super STL, PRO7 etc. sind wir diesem ein gutes Stück entgegen gekommen.
Die Erziehung des von WGN oben erwähnten Lehrers ist löblich: er erweitert das “Unterschichten-TV-Lebensgefühl” um wichtige Ernährungsfakten. Ansonsten würden die jungen Menschen in Kürze verlernen, vor dem Verzehr in Fett umwickelten Fettes die Verpackung abzumachen.
@GM
Wir brauchen eine Kampangne, vielleicht so wie nach dem 2 Weltkrieg,
Wieso wie NACH dem 2. Weltkrieg?
Die Kampagnen davor waren doch viel wirkungsvoller!
Und dadurch entstanden in der Folge auch wirklich Arbeitsplätze! Ganz ohne “good will” und auch für Minderqualifizierte – es reichte, einen Backstein hochheben zu können.
@ Lebemann
Ihr Humor ist köstlich, ich empfehle hier oft einen der modersten Philosophen unser Zeit, der auch bei der Jugend ankommt und sie zum Nachdenken anregt. Bei Interesse diesen Link:
http://www.youtube.com/watch?v=MgZJaV7AuYw
@ceteris
Welche Kampagne, wie aufgebaut, is völlig egal! Aktuell muss sie sein und eine Aufbruchstimmung verbreiten, denn erstmal muss der Gedanke da sein sich zu verändern, sonst passiert nichts!
@ GM
der ceteris ist doch schon längst in der zynischen (oder doch die fatalistische? ) Phase; es ist keineswegs egal, welche Kampagne, die ceterissch’ gemeinte wollen wir glaub ich alle nicht wirklich.
Ansonsten könnte man sich fragen, warum denn die Situation so ist.
Und da muss man neben der individuellen Situation in den Familien und im engen Umfeld sich auch ansehen, wieso denn auf diese jahrzehntealte Tendenz nicht institutionell reagiert wird.
Wenigstens mit Geld!
Das Thema Bildungspolitik ist hochemotional, mit Schulstrukturdiskussionen werden ganze Länderwahlkäpmfe bestritten.
Die simple Frage, wieso sich das Land nicht nur nicht sehr hihe, sondern sogar erschreckend niedrige Bildungsausgaben leistet, während sonst für jede Interessengruppe eine Subvenbtion machbar ist, muss propagiert werden!
Natürlich ist jede Menge Ideologie in dem Thema; die Lösung des Strukturstreits ist jedoch einfach, lasst die Kinder und Schüler entscheiden.
Wer also sein dreigliedriges Schulsystem (auch mit mehr Geld) behalten will, schickt seine Kinder weiter dahin, und daneben wird anderes mit neuen Strukturen, bspw. auch der engeren Verbindung zur Arbeitswelt.
Und das gibt es im EInzelnen alles durchaus, in Modellen, die dann auch etwas besser finanziert sind.
Bundesarbeitsgericht kippt Tarifeinheit
Na Super!
Mal sehen wie lange es dauert, bis aus dieser mit “Freiheit” und “Benachteiligung kleinerer Gewerkschaften” begründeten Entscheidung die nächsten Blüten der Zerreibung anständiger Arbeitsplätze treiben.
- der ceteris ist doch schon längst in der zynischen (oder doch die fatalistische? ) Phase;
Schade, den soweit ich weiß, hat uns noch kein Zyniker weitergebracht, nur doch Opptimismus lässt sich was bewegen, bestes Beispiel:
http://www.youtube.com/watch?v=iEMXaTktUfA
Bundesarbeitsgericht kippt Tarifeinheit
- Na Super!
Mal sehen wie lange es dauert, bis aus dieser mit “Freiheit” und “Benachteiligung kleinerer Gewerkschaften” begründeten Entscheidung die nächsten Blüten der Zerreibung anständiger Arbeitsplätze treiben.
Die Möglichkeit mit dem Fuß aufzustanpfen bleibt uns noch, wie wärs mit der Neueinführung der Montagsdemonstrationen!
@topi
der ceteris ist doch schon längst in der zynischen (oder doch die fatalistische? ) Phase
Ich bin in der “post-ökonomischen” Phase.
Wenn die Kaufleute und Koofmichs alles gegen die Wand gefahren haben, kommt wieder eine Zeit der Krieger.
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