Bankrott – Die zarteste Versuchung seit es Duplo gibt

von f.luebberding am 25. April 2010

Politik ist nicht immer rational. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Die Gründe liegen nur selten in der Dummheit der Politiker. Zumeist hat das etwas mit ihrem Handlungsbedingungen zu tun. Politik orientiert sich an zwei Dingen – Macht und Legitimation. Fehlende Legitimation führt bei uns zum Machtverlust in Form verlorener Wahlen. In NRW droht der Regierungskoalition dieses bedauernswerte Ereignis. Da werden die Hilfen für Griechenland schnell zu einem unkalkulierbaren Risiko – bei den Wählern. Deren ökonomischen Kenntnisse korrelieren nämlich mit ihrer Abneigung, den Griechen aus der Patsche zu helfen. Die Griechen sollen sehen wo sie bleiben, ruft der Volksmund. Also muss die Politik die Griechen mit tausend Forderungen unter Druck setzen. Sie sollen sparen, sich gedulden, Forderungen erfüllen. Im deutschen Politiktheater führt man das Stück „Die Standhaften“ auf. Standhaft schützt man den deutschen Steuerzahler vor griechischem Schlendrian.

Griechenland erscheint bei uns wie der Bittsteller in der Fußgängerzone. Abgebrannt ist er auf die Mildtätigkeit seiner Umgebung angewiesen. In Wirklichkeit sitzt dieser Bittsteller auf einer ökonomischen Atombombe. Nicht die Griechen haben jetzt ein Problem, sondern ihre Gläubiger. Staaten können nicht Bankrott anmelden, sondern stellen schlicht ihre Zahlungsverpflichtungen ein. Was bedeutet die Einstellung der griechischen Zahlungsverpflichtungen? Es bekäme von niemandem mehr Kredit und müsste seine Importe drastisch reduzieren. Es wäre zu einer ausgeglichenen Handelsbilanz verurteilt. Ein schweres Schicksal übrigens für eine Volkswirtschaft, die die Defizite anderer Staaten für ihr wichtigstes ökonomisches Credo hält. Griechenland erwirtschaftete aber weiterhin Devisen – vor allem über die Überweisungen der Arbeitsmigranten und durch den Tourismus. Gleichzeitig wären griechische Unternehmen ihre ausländische Konkurrenz auf dem Binnenmarkt los. Heute kaum noch wettbewerbsfähig, erlebten sie einen rasanten Aufschwung. Nur die Konsumenten wahrscheinlich rasante Preissteigerungen – und einen drastischen Verfall beim Konsumangebot. Neue Autos würden so selten wie auf Kuba; chinesische T-Shirts und Socken zur Schmuggelware. Beim Öl wäre man zu einem verantwortlichen, sprich so ökologischen wie teuren Umgang gezwungen. Das Land würde wahrscheinlich zu einem Vorreiter auf Weltklimakonferenzen werden. Griechenland würde damit zugleich aus der Eurozone austreten. Ansonsten wäre nicht nur der Außenhandel, sondern auch die Binnenwirtschaft ruiniert. Griechenland könnte mit diesem Szenario leben, zumal seine Bürger als EU Bürger weiterhin Freizügigkeit genießen würden. Der Schmuggel wäre eine Boombranche, an der ausnahmsweise Goldman-Sachs nicht mitverdienen könnte. Es könnte damit vor allem deshalb leben, wenn man die Alternative durchdenkt: Die Einschränkungen für die Bürger wären kaum höher als wenn Griechenlands Regierung die von deutschen Politkern und Ökonomen geforderte Sparpolitik durchsetzte – und innenpolitisch viel bekömmlicher.

Der sogenannte Bankrott wäre plötzlich für die Griechen die zarteste Versuchung seit es Duplo gibt. Erst feiert man mit den niedrigen Zinsen seit der Euroeinführung ein schmuckes Fest. Verschuldet sich anschließend bis zum Hals unter anderem bei deutschen Banken – und lässt dann die Gläubiger in der schönen Frühjahrs-Sonne stehen.

Wenn die Griechen also heute ihre Zahlungsverpflichtungen einstellten, hätte das Folgen. In dem Fall aber nicht nur für die Griechen. Sie könnten damit morgen die europäischen Großbanken, einen Haufen Zocker mit Kreditversicherungen und schließlich die Eurozone sprengen. Nicht wegen der Höhe ihrer Schulden, im Euroraum sind 300 Milliarden € nicht existentiell, sondern weil der politische Umgang mit der Krise den Einzelfall zu einem Fanal gemacht hat. Sie hat das Vertrauen in die politische Reaktionsfähigkeit der Europäer zerstört. Rette sich wer kann! Nach Griechenland würden Portugal, Spanien und Italien an die Reihe kommen. Zeitgleich alle wackligen Osteuropäer von Ungarn bis Lettland. Aus einem Brandherd wäre ein Flächenbrand geworden – und der einzige Verantwortliche ist die Feuerwehr namens Politik. An der Spitze die Bundesregierung als wichtigster Akteur in Europa. Das möchte ich sehen, wer sich sich dann noch inEuropa unseren ganzen schönen Krempel leisten kann: Von Autos bis zum Maschinenbau.

Es gibt in Deutschland gute innenpolitische Gründe zum Griechenland-Bashing. Ökonomisch sind die Griechen auch ein schlechter Witz, davon einmal abgesehen. Aber so ist das nun einmal: Wenn ein Privatmann 10.000 € Schulden bei der Bank hat und nicht zahlen kann, hat er ein Problem. Bei 100 Millionen € die Bank. Die Griechen sitzen am längeren Hebel – und nicht der deutsche Finanzminister. Die Alternative zur finanziellen Rettung Griechenlands wäre wohl nur das Schicken des Gerichtsvollziehers.

Aber der Einmarsch der Bundeswehr in Athen steht wohl nicht zur Debatte.

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1 griba2 April 25, 2010 um 17:35

“Aber der Einmarsch der Bundeswehr in Athen steht wohl nicht zur Debatte.” Da wäre ich mir nicht so sicher.
Mit einiger Verwunderung habe ich bei der jüngsten Gefallenen-Gedenkfeier hören müssen, daß wir uns wieder daran gewöhnen müssen, daß im Krieg in Afghanistan und anderswo auf der Welt, deutsche Soldaten fallen werden.
An welchen anderen Krieg mag der Kaplan dabei gedacht haben?

2 f.luebberding April 25, 2010 um 17:39

grba2

Der hat nur an seinen Urlaub gedacht. Ganz sicher. Höchstens vielleicht noch daran, ob nicht der schmucke Meßdiener mitfahren will …. .

3 Michael Schöfer April 25, 2010 um 17:54

Guter Artikel! Aber ich habe gehört, die Spekulanten (Verzeihung: die ehrenwerten Banken) hätten sich längst per CDS gegen eine Pleite von Griechenland gewappnet. Wie dem auch sei, am Ende zahlt ohnehin wieder der Steuerzahler die Zeche. So oder so.
Übrigens: Ich bin gegen Verallgemeinerungen und ziemlich sicher, dass in Griechenland nicht alle von den Sünden der Vergangenheit profitiert haben. Wahrscheinlich haben auch dort bloß bestimmte Schichten den Rahm abgeschöpft, während die anderen jetzt in Form von Lohnkürzungen die Suppe auslöffeln sollen. Letzteres kommt in der Berichterstattung leider zu kurz.

4 EuroOptimist April 25, 2010 um 18:05

@ wgn
Guter Artikel. Der Gläubiger sitzt hier an keinem längeren Hebel.

@ Michael Schöfer
“Aber ich habe gehört, die Spekulanten (Verzeihung: die ehrenwerten Banken) hätten sich längst per CDS gegen eine Pleite von Griechenland gewappnet.”
So, so, und wer ist die Gegenpartei bei dem CDS? Höchstwahrscheinlich auch eine Bank. Wenn Griechenland pleite geht, sind solche Banken auch Pleite und die Käufer der CDS können ihren Schutz vergessen. Deshalb macht sich der Herr Ackermann ja auch für die staatliche Rettung der Griechen stark. Er will nur den Arsch seiner Bank und damit den seinigen retten – auf Ihre Kosten und auf meine!

5 BB April 25, 2010 um 18:10

>>>>>> Sie könnten damit morgen die europäischen Großbanken, einen Haufen Zocker mit Kreditversicherungen und schließlich die Eurozone sprengen.

Punkt I erwünscht, Punkt II Supiiiii!, Punkt III Quatsch!

Warum ist Punkt III Quatsch: Nicht von Dir belegt! Begründung beruht auf spekulativer Psychologisierung:

>>>>> ….. Krise den Einzelfall zu einem Fanal gemacht hat. Sie hat das Vertrauen in die politische Reaktionsfähigkeit der Europäer zerstört.

Mit dieser Argumentation ernenne ich Dich zum “Botschafter der Deutschen Bank”, denn genauso würde die uns das auch verkaufen!

6 hacedeca April 25, 2010 um 18:13

So einfach ist es mit einem Staatsbankrott nicht! Eben weil es kein Konkursgericht und keine offizielle Insolvenz gibt, bleiben die Schulden also bestehen, selbst wenn sie nicht bedient werden.

Geht es dem bankrotten Staat dann besser, können seine Gläubiger dann mit Forderungen nach Nachverhandlungen kommen. Und weil heute Verluste, die irgendwelche Banken machen, gerne verstaalicht werden, wären dann die Gläubiger andere Staaten, mächtige Staaten.

Das wäre der Unterschied zu z.B. Argentinien, welches bis dato nur Privatschuldner geprellt hat.

Zur politischen Situation mit diesen Wahlen in NRW: Das ist so ähnlich, wie mit den Söldnern im Irak. Die Neoconservativen Amerikas sind oft so alt, dass sie die Demonstrationen gegen Vietnam noch erlebt haben, wenn sie nicht sogar teilnahmen. Um sich das zu ersparen, führen sie Kriege ohne Wehrpflicht. Volkes Stimme kann also sagen, dass alle Toten doch für gutes Geld in den Krieg zogen. Statt der Wehrpflichtigen nimmt man für die nötige Manpower also Söldner, um sich Volkes Unwillen zu ersparen.

Und unsere Politiker denken wohl, dass sie sich damals eine solche Ausplünderung hätten nicht gefallen lassen, insbesondere nicht durch die CDU. Deshalb also dieses Lavieren. Sie übersehen aber, dass die allfällige Verblödung längst epidemische Ausmaße erreicht hat und Geld halt nur Geld ist – ein unverstandener Zauber.

Nur deshalb konnte man doch auch anlässlich der Einführung von HartzIV verkünden:”Heute ist ein guter Tag für die Arbeitslosen”.

Apropos HartzIV: Hätte Kohl nie durchsetzen können. Dazu brauchte es schon eine linke Regierung. Ebenso die gewaltigen Banken-Rettungen durch Obama! Hätte ein George Bush nie durchsetzen können.

Für die Illuminaten sind die Pferdeflüsterer von links also immens wichtig.

Willkommen zurück, Herr Luebberding!

7 Michael Krause April 25, 2010 um 18:23

“Fehlende Legitimation führt bei uns zum Machtverlust in Form verlorener Wahlen.”

Unfug, Wowereit hat bei den letzten Wahlen zum Senat gerade einmal 17,9% der Wahlberechtigten (30,8% bei 58% Wahlbeteiligung) hinter sich vereinigt, ist Regierender Bürgermeister und geriert sich als der nächste Kanzlerkandidat.

8 EuroOptimist April 25, 2010 um 18:25

Jetzt erst sehe ich es auch: es war gar nicht wgn, sondern f.lübberding. Deshalb die Floskeln über politische Handlungsfähigkeit (,die sich darin zeigt, dass man alles rettet, was nicht zu retten ist).

9 f.luebberding April 25, 2010 um 18:26

Schöfer

Man kann sich nicht gegen eine Pleite der Griechen versichern. In dem Fall würden diese sogenannten Versicherungen sofort fällig werden – und dann müsste man sich auf die Zahlungsfähigkeit seiner Vertragspartner verlassen … . Also ich bin ja nicht mehr auf dem Laufenden, aber AIG wird in diesem Fall wohl ausfallen. Und ob der US Fiskus und die FED noch einmal Lust hat, auch in diesem Fall einzuspringen, wage ich doch zu bezweifeln. Aber das sind auch kein Versicherungen. Also ich biete hier jetzt an, 100 Millionen € griechische Staatsschulden zu versichern. Also nehmen wir einmal eine entsprechende hohe Prämie an, weil das Ausfallrisiko zur Zeit sehr hoch eingeschätzt wird. Das war ja schon einmal anders. Da gab es das billiger. Die Zockerei funktioniert jetzt so, dass jemand solche günstige Versicherungen schon hat und sie etwas günstiger anbieten kann. Also die Prämien waren schon einmal niedriger. Solche Versicherungen hat vielleicht die Deutsche Zockerbank aus Castrop-Rauxel. Die gibt man jetzt gegen einen nettten Aufschlag ab. Dann hat man zwar keine Kreditversicherung mehr, aber vielleicht hat man ja auch gar keine griechischen Anleihen? Oder man hat welche, will aber lieber vorher mit den Kreditversicherungen etwas verdienen, bevor man die Metaxa Anleihen abschreiben muss? Also wird jetzt ein schwunghafter Handel mit dem Zeug im Schattenbanken Universum getrieben. Das ist fast so schön wie mit CDOs auf US Immobilien zu spielen. Das funktioniert natürlich nur, wenn alle sicher sind, dass die Griechen nicht die Zahlungen einstellen. Wer bietet schon Versicherungsschutz, wenn man sicher ist, dass dieser fällig wird? Niemand, noch nicht einmal die Allianz … . Also das Volumen scheint aber noch keine kritische Größe zu haben. Kann ich jetzt aber nicht beurteilen. Das hat aber mit Versicherungen nichts zu tun. Das ist Schwarzer Peter für Investoren, auf ähnlichem Niveau, nur unreguliert … . Ob das die Auswirkungen auf den Spread der griechischen Bonds zu den deutschen hat, wie bisweilen unterstellt, wage ich persönlich zu bezweifeln. Die Griechen müssen immer höhere Zinsen zahlen, weil man andauernd eine Lösung hinausschiebt. Wahrscheinlich bis es den Griechen zu bunt wird … .

10 f.luebberding April 25, 2010 um 18:28

BB

“Warum ist Punkt III Quatsch: Nicht von Dir belegt! Begründung beruht auf spekulativer Psychologisierung:”

Ohne Zweifel. Aussagen über die Zukunft sollen immer dieses Problem haben … .

11 Sucram April 25, 2010 um 18:29

Griechenland wird nicht den Weg des Gerichtsvollziehers gehen, auch wenn es das wöllte und vielleicht die sauberster Lösung für das griechische Volk wäre. Aber man wird sie nicht lassen, dass geht heute nicht mehr, nicht in Europa. Man wird sie an den Tropf hängen, auf die finanziellen Intensivstation zwingen, an das Bett fesseln, sie werden am Leben gehalten, mit neuen Krediten, geschenkten Zinsen, Umstrukturierung der Schulden (mit freiwilliger Teilnahme der aussländischen Gläubiger natürlich), Erlassen, etc. Ohne Rücksicht werden die Blutkonserven injiziert, die geschwind aus aller Welt eintreffen, den Steuerzahlern der Nationen abgpresst. Natürlich wird die Demütigung der Griechen ungeahnte Ausmasse annehmen, sie werden am meisten bluten, bis sie merken, das da aber nichts nachgeschossen wird, es wird Unruhen geben… Aber keine Sorge: in solch einem Falle haben wir ja unsere Afganistan erprobte Bundeswehr…Was könnte da noch schief gehen? Gruss

12 weird, goldmine April 25, 2010 um 18:36

Die Amerikaner wundern sich uebrigens ueber die Deutschen – warum Sie sich das mit dem Euro immer noch antun.
Warum lassen wir Griechenland nicht fallen ?
300 Milliarden sind eine Grössenordnung die man noch sehr schön kontrolliert ausbuchen kann, wie damals bei Lehmann.

13 f.niederländer April 25, 2010 um 18:47

Kann mir mal jemand erklären, wie man das ethisch, politisch und volkswirtschaftlich rechtfertigen will: Die Banken spekulieren und treiben die Zinsen für die griechischen Staatsanleihen solange in die Höhe, bis die Griechen am Markt kein Geld mehr auftreiben können. Wenn dieser Punkt erreicht ist und ein Staatsbankrott droht, springen europaweit die Steuerzahler ein?

14 Wat. April 25, 2010 um 19:00

# 13

Ist Dir schon einmal aufgefallen, daß Otto-Normal-Staatsbürger so und so zahlt, egal was DB und Co. ‘veranstalten’.
Fragst Du Dich da auch, wie man das ethisch, politisch und volkswirtschaftlich rechtfertigen will: Die Banken spekulieren [...] springen europaweit die Steuerzahler ein?

Nee, machst Du nicht – machen andere auch nicht – Kapitalismus ist eben immer noch toll.

Naja, wenn ihr meint, daß sind alles nur ‘Ausrutscher’ – dann ‘meint’ mal weiter. :-)

15 ppp April 25, 2010 um 19:00

@ f.niederländer “Wenn dieser Punkt erreicht ist und ein Staatsbankrott droht, springen europaweit die Steuerzahler ein?”

Ja, und die Steuerzahler in ganz Europa, insbesondere in Deutschland, werden zugleich von ihren Eliten gegen die Griechen aufgehetzt, damit sie ihre Wut eben gegen diese wenden, und nicht gegen das Finanzsystem und ihre politischen Handlanger wenden .

Genauso ist es ja schon eben auf dem FDP-Parteitag gelaufen…wegen den Griechen gäbe es keine Steuersenkungen.

Ottmar Issing und Konsorten werden, wenn immer neue Hilfszahlungen fällig werden, gleichsam immer die Schuld auf die Griechen schieben, weil diese nicht hart genug gespart hätten – dieses Spiel mit dem Kanalisieren und Schüren von Emotionen lässt sich bekanntlich ziemlich lange treiben.

16 MNB April 25, 2010 um 19:01

@f.niederländer: Mit Sachzwängen, Richtlinien der EU, Alternativlosigkeit (TINA). Hat bisher immer geklappt…

17 goodnight April 25, 2010 um 19:07

Yep…Lehman haben wir auch überlebt…einfach mal den Stecker ziehen…ist böse, tut weh, aber Entropie führt ansonsten ins Chaos…denn ohne Bankrott kein Kapitalismus….live and let die.

18 Hermann Keske April 25, 2010 um 19:11

@ f.niederländer # 13

Wenn dieser Punkt erreicht ist und ein Staatsbankrott droht, springen europaweit die Steuerzahler ein?

Das ist eine kurze, aber zureichende Beschreibung des Geschäftsmodells. Nur “springen” trifft es nicht ganz genau. Sie zahlen halt – springen ist nicht nötig. Das müssen sie nämlich nicht selbst entscheiden.

19 Huuh (Rrah) April 25, 2010 um 20:20

@ F. Niederländer

“Kann mir mal jemand erklären… Wenn dieser Punkt erreicht ist und ein Staatsbankrott droht, springen europaweit die Steuerzahler ein?”

Das ist im Moment schwer zu erklären. Die Lehrbücher dazu müssen noch geschrieben werden. Und dann müssen auch die fünf Weisen wieder unter den einen Hut.

20 Sachertorte April 25, 2010 um 20:24

Sinn hat gosse Bedenken, die Löhne und Sozialleistungen der Griechen zu senken.
Er glaubt wirklich, dass sonst ganze Produktionsstandorte von Deutschland nach Griechenland verlagert werden.
Ist ja auch letztlich auch der Zweck der Forderung unserer Ökonomen.

Die ständige Verlagerung.

21 holger April 25, 2010 um 20:33

Ich weiß, dass der kommende Vergleich hinkt: Staats-Schulden mal etwas anders betrachtet: Nämlich auf eine Bevölkerung von 80 Mio. hochgerechnet. (Alles ca. Zahlen). Pro-Kopf ist immer so beschämend klein, die Zahl. Also mal mit D vergleichen. Und sich einfach denken, was wäre wenn der GR I ESP P IR auch so viele Köpfe hätte. Das BIP habe ich Außen vorgelassen, weil ich annehme, dass dieses BIP weiter sinken wird. Wo? weiß ich nicht. Man kann es ja auch an Quadratmeter Bauland festmachen, die “Verschuldung”. Besser wie die Griechen waren nur die Irländer. Määääh.

D= 8o Mio. StS = 1.800 Mrd.
GR= 11 Mio. StS = 300 Mrd. (NEU 80M) =2.200 Mrd.
I = 60 Mio. StS = 1.760 Mrd.(NEU 80M) =2.300 Mrd.
ESP= 46 Mio. StS = 560 Mrd. (NEU 80M) =970 Mrd.
P = 10 Mio. StS = 126 Mrd. (NEU 80M) =1.008 Mrd.
IR= 4 Mio. StS = 105 Mrd. (NEU 80M) =2.100 Mrd.

Haben ESP und P versäumt sich zu Verschulden? Z.B. Infrastruktur oder Industrie? Wo ist das Geld hingeflossen von GR und IR? Nur im Verhältnis zu D gesehen. Was hat D nach WKII nicht alles noch an Schulden, Wiederaufbau der Industrie, Verkehrswege, usw. usf. stemmen müssen, im Gegensatz zu manch anderem Staat. Ich lasse Italien mal außen vor. Das Land hat nämlich andere Probleme. Es ist zu lang und zu gebirgig und mit zwei Marktwirtschaften ausgestattet. Die werden nicht Hilfen beantragen müssen, davon bin ich fest überzeugt.

Nur mal so

22 Michael April 25, 2010 um 20:55

Griechenland ist Pleite. Daran ändern irgendwelche “Rettungen” garnix, auch wenn ich sehr optimistisch bin, dass die “gerettet” werden. Das Experiment am lebenden Griechen wird so enden, wie es kommen muß, der Patient stirbt um so qualvoller. Er hätte nur einen schmerzhaften Ausweg, Austritt aus dem Euro und Schuldenmoratorium. Soll nicht sein ? Na gut, dann lassen wir ihn gaanz langsam und vollgedröhnt ….

23 ergo sum April 25, 2010 um 21:12

Griechenland ist Europas Präzedenzfall. Gibt man Griechenland jetzt weitere Milliarden — in welcher Verkleidung auch immer — dann reitet es noch tiefer in seinen Schuldenmorast. Lässt man Griechenland jedoch in geordneten Konkurs gehen, so kann es Euroland verlassen, die Drachmen wieder einführen und sich mit Hilfe des IWF (und Inflation) schnell sanieren. Lediglich die Banken verlieren, und um deren Rettung geht es ja überhaupt nur.

So wie Griechenland wird es dereinst den anderen PIIGS ergehen.
Noch haben wir die Wahl, ehe wir den Präzedenzfall etablieren.

24 holger April 25, 2010 um 21:14

@ Michael

Natürlich ist GR Pleite… wer aber nicht? Sind alle Pleite. Solange, Schuld bzw. “Guthaben” “Investition” gegen “Sicherheit” eingetauscht wird. Geh doch hin, hol dir ein Stück Akropolis. Die Mrd: bekommen die Griechen doch gar nicht in die Hand. Die KfW oder der IWF oder sonstwer, können die Kohle doch gleich Joe Blankfein und Kumpanen überweisen. Mumpitz Muuuuumpitz.

25 f.luebberding April 25, 2010 um 21:24

Zwei interessante Kommentare, gerade weil sie nicht meiner Meinung sind:

http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E3D23BF5731574C858073BFCE76FB80AA~ATpl~Ecommon~Scontent.html

und Das Kapital

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-lasst-die-griechen-doch-einfach-in-ruhe/50105803.html

Der Unterschied besteht vor allem in der Folgenabschätzung. Beide glauben nicht an die Dominotheorie, wenn Griechenland seine Schulden nicht mehr bedient. Während die FTD Merkel auf dem Weg der Bankenrettung sieht, weist Braunberger zurecht auf unsere überragende Kompetenz zur Bankenrettung hin. In der Disziplin sind wir tatsächlich total in Übung … . Das griechische Problem ist seit dem Ausbruch der Krise kein ökonomisches gewesen. Dafür ist das Land zu klein. Es geht um Politik. Wenn Griechenland einen teilweisen Schuldenerlaß bekommt (und ein Bankrott hätte diese Folgen), werden sich tausend Fragen stellen. Warum Griechenland? Warum nicht Portugal oder Irland? Das wirkte wie eine Prämie für rücksichtsloses Handeln. Unter den Bedingungen der EU Mitgliedschaft ist dieser allenthalben geforderte Bankrott also alles andere als eine Strafe. Das stellt die Politik unversehens vor moralische Fragen, nämlich warum alle anderen brav bezahlen sollen, nur halt die Griechen nicht mehr … . Aber das hätte auch ganz praktische Folgen für die Finanzmärkte: Wer wird der Nächste sein? Die Zahlungsunfähigkeit von Staaten wäre nicht mehr das Problem von Haiti oder Argentinien, oder irgendwo in Afrika, sondern findet dann wie im 19. Jahrhundert mitten in Europa statt. Das kann man geordnete Insolvenz nennen …. , aber löst wohl vor allem politisches Chaos aus.

Griechenland wird seine Schulden genausowenig wie Island vollständig inclusive Zinsen zurückzahlen. Das weiß auch jeder. Es gilt den politischen Schein zu wahren. Dafür braucht man Zeit – und muss den Griechen zugleich den Eindruck vermitteln, dass das Entgegenkommen nicht wie eine Prämie auf den de facto Bankrott wirkt … . Im 19. Jahrhundert waren halt Staatsbankrotte etwas ganz Normales. Bisweilen auch nützlich, um dann als Gläubiger die Marine zu schicken und andere Konzessionen durchzusetzen. Im 21. Jahrhundert scheint mir das im EU Rahmen nicht unbedingt sinnvoll zu sein … .

26 Michael April 25, 2010 um 21:26

@Holger
Ich las letzens, die könnten Kreta verpachten… Das ginge. Aber “Rettung” endet traurig…. Wir können ja schon mal eine griechische Tragödie üben, zur “Beerdigung” oder so… Schluchz… :-( Du hast schon Recht, die Rettungsgelder gehen wohl weniger bis garnicht an die Griechen.

27 f.luebberding April 25, 2010 um 21:35

“Ich las letzens, die könnten Kreta verpachten… ”

An wen? Deutsche Fallschirmjäger … ? Die pachten nicht, die landen … .

Holger

“Die Mrd: bekommen die Griechen doch gar nicht in die Hand. Die KfW oder der IWF oder sonstwer, können die Kohle doch gleich Joe Blankfein und Kumpanen überweisen.”

Das ist aber für solche Kredite nicht ungewöhnlich … . Wer soll die Milliarden sonst bekommen? Die Griechen haben Kredite aufgenommen, die sie heute nicht mehr zurückzahlen können. Das ist ihr Problem. Drakonische Zinssätze gab es auf diese Anleihen gerade nicht. Das war ja die Prämie für den Euro. Unsere Zinssätze. Ohne den Euro hätten die Griechen das gar nicht machen können, da haben Kritiker wie Hankel recht.

28 holger April 25, 2010 um 21:37

@ Michael

–>Du hast schon Recht, die Rettungsgelder gehen wohl weniger bis garnicht an die Griechen.”

Und somit auch nicht in die “Rettung” GR. Weil die Kohle mal wieder nur virtuell durch die Gegend geschossen wird. Das ist nur ein Buchungssatz. Mehr nicht. Kein Produkt steckt dahinter und wenn es nur Syrtaki tanzen wäre. Der Grieche hat von dem Geld gar nix.

29 holger April 25, 2010 um 21:42

@ Frank luebberding 27

siehst du wie bescheuert das alles nun ist? Natürlich hat Hankel recht. Aber der war ja auch Jahrelang bei der KfW. Der kennt das Geschäft.

30 holger April 25, 2010 um 22:11

@ Frank Lübberding

–>Die Griechen haben Kredite aufgenommen, die sie heute nicht mehr zurückzahlen können. Das ist ihr Problem. ”

Nein eben nicht, das ist nicht IHR Problem, das ist das Problem der Gläubiger. In GR möchte ich kein Gerichtsvollzieher sein. Da gibts was auf die Nuss. Und das ist richtig so. Da können ganz viele Inseln in Brief und Siegel verhedged worden sein. Knüppel aus dem Sack.

31 goodnight April 25, 2010 um 22:27

Nope…
Eine Institution wie die EU lebt und stirbt über In- und Exklusion.
Wenn eine Instituion nicht die Kraft zur Exklusion besitzt….dann geht sie unter.
Sie muss solche Entscheidungen treffen…und dann überleben können.
So wie die Amis Banken auslöschen konnten.
Wer meint den Kapitalismus bändigen zu wollen, der muss bei großen Summen und Konsequenten einfach standhalten…und den Stecker ziehen. Das bedarf Mut…aber nur so bleibt man auf Augenhöhe.

32 Frankie Bernankie April 25, 2010 um 22:37

Bei Anne Will läuft gerade eine Griechenland-Beschimpfung allerersten Ranges, wobei ich die Gesprächsrunde nicht für geeignet halte, Licht ins Dunkel zu bringen.

Oberpeinlich ist dieser Wüllenweber vom Stern. Dass man sowas einlädt , nur weil der in seinem Käseblatt eine intellektuell unaufwändige Griechenschmähung produziert hat!

33 Frankie Bernankie April 25, 2010 um 22:48

@goodnight

“Wenn eine Instituion nicht die Kraft zur Exklusion besitzt, geht sie unter.”

O mei.
Goodnight’sche Simplifizierung sonntagabends. Wird Zeit, dass Du ins Büro kommst, um Dich intellektuell wieder aufzuladen.

Exklusion?
Da würde mir aber noch einiges mehr einfallen, um z. B. die Institution Deutschland zu retten: z.B. Meck-Pomm exkludieren, und die nördliche Oberpfalz, und die Dialyse-Patienten auch.
Rentner? Zumindest , wenn sie anfangen, Geld zu kosten?

Manchmal muss man , yep, Entscheidungen treffen, um überleben zu können.

Und, goodnight, was oder wer wird denn bitteschön “exkludiert”, wenn in Amerika ne Bank schliessen muss?

34 goodnight April 25, 2010 um 23:40

@Frankie Bernankie

“Und, goodnight, was oder wer wird denn bitteschön “exkludiert”, wenn in Amerika ne Bank schliessen muss?”

=>Yep….wer wohl? Die Marktversager! Sowas hat mal der Schumpeter geschrieben…der alte Simplizist…weil, alles ist immer eine Einheit einer Differenz..und man muss sich entscheiden..zwischen den beiden Seiten der Einheit….nur so entsteht Sinn….und wenn die Menschen keinen Sinn erkennen, dann fühlen sie UNGERECHTIGKEIT…yep…und das ist es….easy as f.ck….es geht um Regeln, die eingehalten werden müssen.
Kein System kann lange gegen seine eigenen Regeln (wie z.B. Verbrecher bestrafen, Verlustbringer vom Markt nehmen, etc.) verstoßen…selbst die heilige römische Kirche muss reagieren, wenn zuviele Kinder betascht werden….und Bischof-köpfe rollen lassen….
Es ist doch allen klar, dass die Griechen weitermachen wie bisher…und die Spanier und Italiener auch….gottchen…Kultur ändert keiner….aber was rede ich…für Spekulanten sind entscheidungsschwache Mädchen als Kanzlerin das beste was passieren kann….

35 Nanuk April 25, 2010 um 23:52

@goodnight
“für Spekulanten sind entscheidungsschwache Mädchen als Kanzlerin das beste was passieren kann…”

Genau so ist es!
Aber vergiss bitte nicht die weinerlichen Schreihälse…

36 Nanuk April 26, 2010 um 00:03

Darum gehören Bankster ja auch in den Knast… Staatsanwaltschaft morgen früh Durchsuchung bei Deutschen Banken… Anklage §129a
schade nur das die Staatsanwaltschaften von der Politik kontroliert werden… 305a dürfte gegeben sein oder ist unsere Währung kein Arbeitsmittel…

Wer rechtswidrig ein fremdes technisches Arbeitsmittel von bedeutendem Wert, das für die Errichtung einer Anlage oder eines Unternehmens im Sinne des § 316b Abs. 1 Nr. 1 oder 2 oder einer Anlage, die dem Betrieb oder der Entsorgung einer solchen Anlage oder eines solchen Unternehmens dient, von wesentlicher Bedeutung ist, oder ganz oder teilweise zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

37 Ackermann, too big to be jailed (aka keiner) April 26, 2010 um 08:33

Frage zur Geschäftsordnung: Warum taucht dieser “Bankrott – Duplo” Beitrag nicht in der Rubrik “Auf einen Blick” auf?

38 Frankie Bernankie April 26, 2010 um 08:57

@goodnight #34

“weil, alles ist immer eine Einheit einer Differenz..”

Richtig. Und deshalb gibt es exkludierende Veranstaltungen und inkludierende Veranstaltungen.

Der Kapitalismus ist exkludierend, die Exklusion ist sogar das Wesensbildende des Kapitalismus; denn ihm liegt Eigentum zugrunde.
Und entscheidend am Eigentum ist ja nicht etwa, daß man die Verfügungsgewalt über ein Gut hat, sondern dass man diese Verfügungsgewalt einem anderen verwehren kann bzw. gegen die Überlassung einer Eigentumsprämie gewähren kann. Also reine Exklusion.

Aber weil Exklusion nicht reicht , um soziale Organisationen, Gemeinwesen aufrechtzuerhalten, und weil der Mensch ein Mensch ist und es nicht aushält , dass ihm Liebgewordene beim geringsten Marktversagen ( was ja schon eine Krankheit, oder mangelnde Schlagfertigkeit in wichtigen Situationen sein kann) exkludiert werden, deshalb hat er inkludierende Veranstaltungen geschaffen: Gemeinden, Familien, Staaten, Stämme, Sozialversicherungen, Sportvereine, EU…

Also Differenz Exklusion/Inklusion, beides brauchts aber.

39 vod gatitten April 26, 2010 um 09:01

f.luebberding: “Wer bietet schon Versicherungsschutz, wenn man sicher ist, dass dieser fällig wird? ”
genau das gleiche hab ich mich gestern auch gefragt – Markus Frühauf schreibt bei FAZ.NET: “In einer Studie verwiesen die Analysten der französischen Großbank BNP Paribas Ende Januar auf Marktgerüchte, wonach griechische Banken eine hohe Schadenssumme über CDS versichert haben.”
http://www.faz.net/s/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3/Doc~EC22CF3FE26F8487A9B4E8E99B0DA384E~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Da die griechischen Banken natürlich bis obenhin voll mit griechischen Staatsanleihen sind ist das ein mehr als genialer Deal: “Wenn ich pleite gehe zahl ich Dir X mio €” rofl

40 keiner April 26, 2010 um 09:42

Ethnologisches zum Thema Exklusion durch Kapitalismus:

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/817/508955/text/

41 unwissender April 26, 2010 um 10:44
42 keiner April 26, 2010 um 17:09
43 Wat. April 26, 2010 um 17:21

@ Ackermann, too big to be jailed (aka keiner) # 37

Frage zur Geschäftsordnung: Warum taucht dieser “Bankrott – Duplo” Beitrag nicht in der Rubrik “Auf einen Blick” auf?

Taucht er ja.

Bitte einmal auf den ‘f.luebberding-Kopf’ klicken ;-)
…der da neben Thomas Strobl/weissgarnix.

Wenn wir ihn (den Beitrag) gaaaanz oft anklicken, dann landet dieser vielleicht auch unter den ‘drei Sternen’.

Naja, hast Du inzwischen bestimmt schon selbst heraus gefunden… war halt nur lange kein ‘zweiter Wgn’ mehr hier.

44 keiner April 26, 2010 um 17:38

Üüüps, sorry, ich dachte, die wären chronologogisch sortiert, in der “Auf einen Blick” Rubrik. Sorry für OT!

45 Frankie Bernankie April 26, 2010 um 20:27

@keiner #40

Kenn ich, hervorragender Film, habe ich zuhause auf DVD.

Vielleicht aktuell der beste Dokumentarfilm über Geld – viel besser jedenfalls als dieser unsägliche “Lets make money” von diesem Ösi mit seinen spekulativen Schaubildern.

46 Tim April 27, 2010 um 11:57

“Aber der Einmarsch der Bundeswehr in Athen steht wohl nicht zur Debatte.” Leider. Gründe gäbe es. In Griechenland wäre “Nation Building” angesagt. Die politische und ökonomische Klan-Wirtschaft reformieren. Eine transparente und verlässliche Steuerverwaltung einführen. Der Landbevölkerung wirtschaftliche Perspektiven geben. Feuerwehr, Gesundheitswesen und andere Institutionen der Daseinsfürsorge modernisieren. usw.

Bei der Kritik geht es doch nicht um ein paar Milliarden mehr oder weniger. Entscheidend ist, dass da Finanzmittel in ein Fass ohne Boden gesteckt werden. Dafür hat der Bürger ein Gespür – nur deswegen kann ja die Blöd-Zeitung mit dem Griechenland-Bashing landen.

47 egghat April 27, 2010 um 11:59

Meine Idee:

Griechenland Geld geben. Direkt mit CDS absichern (kostet 7% , ist also locker zu verkraften…). Dann Plan zum Austritt aus der Eurozone und/oder Restrukturierung des Schulden erarbeiten. Der Austritt aus der Eurozone würde die Griechen wahrscheinlich sofort wieder so wettbewerbsfähig machen, dass die ihre Schulden bedienen können. Im andere Fall (mit Euro) wird es wohl nicht ohne Haircut gehen.

Was wir bekommen werden: Griechenland wird mit “billigen” Krediten geholfen. Und um die Pläne zu Euroaustritt oder Umschuldung macht man sich keine weiteren Gedanken. Man ist ja nur für 4 Jahre gewählt und Problem verschoben heißt für Politiker Problem behoben …

48 f.luebberding April 27, 2010 um 12:05

egghat

Wo kommen diese Kredite für die Griechen wohl her? Von der KfW? Oder doch von der EZB, die die Staatsbanken mit den entsprechenden Mitteln versorgt? Das ist das Tolle an Herrn Weber. Er gibt den Kämpfer für die reine Marktwirtschaft, macht aber in der Praxis wohl eher das Gegenteil … .

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