Was treibt’n der US Consumer so?

von weissgarnix am 12. März 2010

Die Jungs vom “Macroblog” der Atlanta-Fed haben ein paar interessante Charts zum US Konsumentenkredit zusammengestellt, die wir uns nachfolgend mal ansehen sollten. Die gängige Story in den Apokalypse-Foren ist ja die, dass der US Verbraucher vor lauter Schulden nur noch japsend das weiße Fähnlein schwingen kann und daher bis auf weiteres abstinent bleiben wird (müssen). Und zwar deutlich stärker als früher. Schlussfolgerung: Der US Konsum müsse überproportional abstürzen.

Danach sieht es aber interessanterweise nicht aus, wenn man sich diesen ersten Chart ansieht:

Erkennen Sie den Unterschied? (Quelle: Macroblog, Atlanta Fed), für Vergrößerung klicken

Erkennen Sie den Unterschied? (Quelle: Macroblog, Atlanta Fed), für Vergrößerung klicken

Wir sehen den Verlauf der US Konsumentenkredite während verschiedener Rezessionen der Vergangenheit und der aktuellen (gestrichelte, gelbe Kurve). Und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der aktuelle Verlauf eigentlich typisch und noch nicht einmal besonders krass ist. Bis auf die Rezession 2001-02 waren alle Einbrüche deutlich schwerer. Also alles easy? Dow Jones 15.000 voraus?

Interessant wird es, wenn man nach “revolvierenden” (also vor allem Kreditkarten) und “nicht-revolvierenden” (für Autos, Urlaub, …) Krediten unterscheidet. Danach ergibt sich folgendes Bild:

Krise? Welche Krise? (Quelle: Macroblog, Atlanta Fed), für Vergrößerung klicken

Krise? Welche Krise? (Quelle: Macroblog, Atlanta Fed), für Vergrößerung klicken

Das sieht in meinen Augen ziemlich stabil aus, zumindest im historischen Vergleich.

Aber jetzt:

Doch nix mit Shoppen? (Quelle: Macroblog, Atlanta Fed), für Vergrößerung klicken

Doch nix mit Shoppen? (Quelle: Macroblog, Atlanta Fed), für Vergrößerung klicken

Was den Absturz der revolvierenden Kredite betrifft, setzt diese Krise tatsächlich neue Maßstäbe. Eigentlich waren es die Kreditkartenschulden, die sich bisher während Krisen stabil entwickelten. Diesmal ist das total anders. Die Autoren führen das zum Teil auf ein neues Gesetz zum Schutz von Kreditkartennutzern zurück, dem Credit Card Act, der wucherische Bankpraktiken ab Mai 2009 verbot. Ein Survey unter Bankmanagern habe gezeigt, dass sie infolge des Gesetzes die Kreditvergabe restriktiver handhaben würden, schreiben sie. Aber das kann man glauben oder auch nicht, aus dem Chart geht das meiner Ansicht nach nicht wirklich hervor.

Wenn man das in der Zusammenschau betrachtet, dann sieht es fast danach aus, als würden die Amerikaner auf Urlaub, Autos und dergleichen trotz Krise nicht verzichten wollen, sich dafür aber beim Alltags-Konsum einschränken.

Muss ich mich also dann wohl auch weiterhin im Karibik-Resort mit den Amis um die Liege am Pool kloppen.

{ 38 Kommentare… Lesen Sie sie nachfolgend oder schreiben Sie einen }

1 Nanuk März 12, 2010 um 22:58

@wgnx
Die Kredite wandern die Nahrungskette rauf wie die Menschen sie runter wandern… ist doch normal und müste doch jedem einleuchten je höher der Status desto wertvoller die Symbole zur Erhaltung des selbigen…

2 Michael März 12, 2010 um 23:25

Q04/09 D war unter aller Sau, weit unter den schlechten Erwartungen. Lauter Dividendenkürzungen bzw -streichungen . Q01/10 zusammengefaßt. Die Unternehmenszahlen werden erbärmlich. Lagerbestände erfreulich gering. Öltanks rappelvoll. Ölpreise beeindruckend hoch (die schlagen normalerweise sofort voll auf den Konsum durch). Konsumenten in Hochform (bei dem Ölpreis stelle ich mir Fragen), aber ihr Optimismus läßt ziemlich untypisch stark zu wünschen übrig. Bei den Immobilien sieht es anhaltend fürchterlich aus. Nun werden gewisse Zahlen seit geraumer Zeit erst mal “besser als erwartet” gehandelt und ein paar Wochen später ziemlich heftig nach unten “revidiert”. “Besser als erwartet” führt zu steigenden Kursen, die Revision auf “grottenschlecht” wird ausgeblendet. Normalerweise geht das 1 bis 2 Quartale gut, aber die sind schon voll ausgereizt.

39 Mill. der “consumers” bekommen monatlich auf ihre Kreditkarte 134 $ (die Hartzis sollten sich diese Zahl einprägen bevor sie weiter die Klappe aufreißen), um davon Nahrungsmittel, zum Überleben kaufen zu können. Das sind über > 10 % der Bevölkerung. Die U-6 Arbeitslosigkeit liegt so um 17 %. U-3 um 10 %. Die Arbeitslosenzahlen waren auf dem Weg der Besserung. Wer da keinen “Aufschwung” erkennt ???

Aber ob das einen DOW 15.000 begründet ? Selbst bei Nullzins, ich bliebe skeptisch, der allseits beliebte Hexensabbat steht kurz bevor. Und derartige Manipulationen der Indizes, wie im abgelaufenen Jahr, waren mir noch nie begegnet. Also frag die Godmans, Kleinanleger sind nicht gut damit beraten, amerikanische Aktien, die ein erhebliches Dollarrisiko zusätzlich beinhalten, anzufassen. Neben der Tatsache, dass die US – blue chips hoffnungslos fundamental überbewertet sind. Sie waren selbst bei einem DOW 6500 fundamental nicht “billig”.

Es bestehen gute Aussichten, dass das eine oder andere Land, insbesondere in Osteuropa, total zusammenbrechen könnte. Das wären bei Panikexzessen Kaufgelegenheiten. Auch Rußland wäre immer mal einen Seitenblick wert. Das Gesamtproblem besteht eher darin, dass die Chinesen sehr gute Chancen haben, in absehbarer Zeit einen Jahrhundertcrash hinzulegen. Vorher würden sie vielleicht einen kleinen Spannungsfall mit Taiwan auf das Parkett legen, das wäre der Gau schlechthin.

Ich kann zwar den Kauf von CHF nicht empfehlen, bin aber noch froh, große Teile meiner Ersparnisse vergangenes Jahr in CHF umgewandelt zu haben. :o

3 ceteris März 12, 2010 um 23:31

Endlich mal wieder schön bunt hier!
Fällt mir zu ein:
Bildchen 1: Eigentlich sollte man nach Entzifferung der Wörter “Inflation adjusted” das Ding sofort weglegen. Guckt man trotzdem weiter, sieht man, dass der New Economy Crash für den US-Verbraucher gar nicht stattgefunden hat, wie sich auch auf
Bildchen 2 zeigt: Non Revolving sind ja wohl vermutlich die besicherten Kredite, die halten sich leidlich.
Bildchen 3 zeigt: Die aktuelle ist die einzige Recession, die auf diesem Chart eine deutliche Marke hinterlässt. (Lustig auch die Jahreshügelchen der 70er, hatte das was mit der Laufzeit zu tun, Konten ausgleichen zum Jahresende, oder sowas?)
Könnte natürlich daran liegen, dass eine erkleckliche Anzahl von Kreditkarten unterdessen schlicht gesperrt worden ist, dann sinken natürlich auch die Gesamtsummen.
Also ich weiss nicht, ob das für die Liegeplätze in Karibik-Resorts der nächsten Saison irgendwas aussagt – über den Charakter der aktuellen Wirtschaftslage sagt es jedenfalls nichts. Man kann sich ja auch an widersprüchlichen Charts beruhigen, so lange die Sache nicht ganz klar ist, gibt es Hoffnung. Und die Möglichkeit, unklare Kurven zu malen, die gibt es immer. Also auf in die Karibik!

4 Z März 13, 2010 um 05:09

Der Chart sagt gar nichts über das Kosumverhalten der US Verbraucher aus, höchstens über die sich ändernden Finanzierungsformen und -bedingungen. Du blendest aus, dass die US Verbraucher Auto, Boot und Urlaub in den letzten Jahren vermehrt über Hypothekenkredite finanziert haben. Ich finde zwei Zahlen, die die derzeitige Lage der US Verbraucher besser verdeutlichen, interessanter: Die Höhe der ausstehenden Hypothekendarlehen der US Privathaushalte ging seit Beginn der Datenreihe der Flow of Funds erst ein einziges mal zurück, in Q3 1982 um 4 Mrd. und die Höhe der gesamten Darlehen der privaten Haushalte ging in der gesamten Datenreihe noch nie zurück, weil lustigerweise genau in diesem Quartal, Q3 ’82, die anderen Darlehen leicht zulegten.

Seit Q2 2008 bis einschließlich Q4 2009 sinken sowohl die Darlehen insgesamt als auch die Hypothekendarlehen kontinuierlich, und seit Q4 2008 sinken auch die Konsumentenkredite. Und das obwohl viele Hypodarlehen derzeit von F&F, der FED und über veränderte Bilanzierungsregeln noch im Bestand gehalten werden, bzw die Banken die Zwangsvollstreckung hinausschieben und eigentlich längst abgeschrieben werden müssten.

Mach Dir also keine Sorgen um Deinen Badestrand.

Btw.: Ich dachte bisher, Karibikurlaub fällt unter Geschäftskredite, aber man lernt ja nie aus.

5 Thomas März 13, 2010 um 08:25

Liegt ein Problem der aktuellen Rezession nicht gerade darin, dass es 2001 in vielen Bereichen eben keine Korrektur gab (Haushaltsverschuldung, Konsumausgaben, Bautätigkeit,…)? Die 2001 nicht erfolgte Korrektur wird nun zusätzlich erfolgen. Darüber hinaus erfolgte ab den 1990ern und verstärkt ab der 2000/01 Rezession eine Ausweitung der Hypothekenverschuldung, die teilweise zu Lasten der Konsumentenkredite ging. Die gesamte Haushaltsverschuldung müsste man daher vermutlich sinnvollerweise betrachten.

6 Hermann Keske März 13, 2010 um 09:07

Da gebe ich einen Tipp, gegründet auf die Erfahrungen der letzten Jahre:

Sobald in der Berichterstattung über die wirtschaftliche Entwicklung der USA das Wort “robust” auftaucht, sollten die Alarmglocken klingeln – robuste Entwicklung der Konsumentenausgaben, robuste Binnenmarktverfassung, robuste Kreditentwicklung, robuste Preisentwicklung pp.

Die Häufigkeit der Verwendung wird, wie beim letzten Mal, zunehmen. Wenn robust mindestens einmal täglich über die Ticker geht, dann stehen wir unmittelbar vor einem robusten Absturz, wie beim letzten Mal. Bis dahin hilft sorgfältig ausgewähltes Statistik-Material.

Erst durch eine gewisse Beharrlichkeit in der Wiederholung stellen sich Lernerfolge ein. Mindestens zwei weitere Male sollte sich das Ereignis wiederholen – dann wird man womöglich anfangen, Robustheit anders zu verstehen.

7 Systemfrager März 13, 2010 um 09:32

Ich weiß, ich bin nicht der erste, der den Stein werfen darf … wenn überhaupt. Ich weiß, ich bin empiriesüchtig … sozusagen ein schrecklicher Amerikaner. Die haben schon seit Jahrhunderten ihre statistischen Methoden fleißig verfeinert und ausgeklügelt. Und? Keine Statistik hat die neue Große Depression geahnt. Unser „alter guter“ Hegel würde dazu nur müde sagen: „Desto schlimmer für die Tatsachen.

Tatsachen OHNE (richtige) Theorie = NIX
Theorie OHNE (richtige) Tatsachen = NIX

Soviel zu den obigen schönen bunten Gemälden

8 weissgarnix März 13, 2010 um 10:13

@Systemfrager

Ich bin empirischer Rationalist, mit starkem Fokus auf das Transzendentale

9 GP März 13, 2010 um 10:22

Und ich bin empathischer Nationalist mit starkem Krokus auf das Transpirante.

10 Systemfrager März 13, 2010 um 10:23

@ WGNX 8

trans|zen|den|tal [mlat. transcendentalis = übersinnlich] (Philos.): a) transzendent; b) vor jeder subjektiven Erfahrung liegend u. die Erkenntnis der Gegenstände an sich erst ermöglichend.

© Duden – Deutsches Universalwörterbuch. 4. Aufl. Mannheim 2001. [CD-ROM].

Verdammt: Wie kriegen wir da die verflixte Empirie rein :( ((((((((

11 Nanuk März 13, 2010 um 10:44

@Systemfrager
Garnicht das Leben ist kein Ponnyhof…

12 Nanuk März 13, 2010 um 10:46

und wgnx gibt heute Pippi Langstrumpf…
http://www.youtube.com/watch?v=ayHzg8oMvV0

13 Nanuk März 13, 2010 um 10:50

@Systemfrager

Ich vertraue einfach darauf das mir der Himmel nicht auf den Kopf fällt… was der Unterschied zu larifari ist ich weiss das ich darauf vertrauen muss das es nicht passiert.

14 Systemfrager März 13, 2010 um 11:01

@ Nanuk 13

Ja, hoffen wir dann, dass und der Himmel nicht auf den Kopf fällt ;-)

15 Nanuk März 13, 2010 um 11:02

Das Problem in dem sich unsere Gesellschaft befindet ist das sie missbraucht worden ist und das zerstört vertrauen… aber anstatt die wirklichen Vergewaltiger in den Knast zu stecken reden wir jetzt über die bösen Kinderschänder… toll oder.Wie ich schonmal Geschrieben habe man kann ein Arschloch sein man muss nur ein noch grösseres finden…

16 Systemfrager März 13, 2010 um 11:07

@ Nanuk

Spiegelfechter hat es gut formuliert:

Hört man sich die Reden eines Herrn Westerwelle an, so könnte man glauben, er sei ein wahrer Saubermann. Subventionen, Vetternwirtschaft, eine zu große Nähe von Wirtschaft und Politik – all dies hat der Marktliberale stets verteufelt, als kranke Deutschland einzig und allein an diesen Dingen. Kaum im Amt, subventioniert die FDP Hoteliers, macht Politik für ihre Klientel und setzt ihre Förderer und Freunde an die Tröge der Macht – völlig ungeniert und maßlos. Westerwelle und seine Mannen haben einfach keine Klasse und kein Gewissen.

17 Nanuk März 13, 2010 um 11:27

@Systemfrager
Dafür hab ich nur einen lakonischen Ruhrgebiets Kommentar übrig…

Buden Oma Pachulke zum Räuber mit Knarre in der Hand:
“Bisse beklopt oder wat willse hier und jetzt verpiss dich”

18 weissgarnix März 13, 2010 um 11:43

@Systemfrager

>Verdammt: Wie kriegen wir da die verflixte Empirie rein

Nicht verzagen – einfach Herrn Kant fragen; oder Herrn Hegel – aber mit dem kenne ich mich nicht aus.

19 Systemfrager März 13, 2010 um 11:57

@ WGNX 18

Ach, das ist doch unwichtig! Wenn ich mich recht erinnere, hat Lenin gesagt, dass Hegel keiner verstanden hat. Er wusste aber, dass er Recht hat. So einfach ist es ;-)

20 weissgarnix März 13, 2010 um 12:37

@Systemfrager

>Er wusste aber, dass er Recht hat.

Komisch – mir geht’s ganz genauso.

21 Nanuk März 13, 2010 um 12:49

@weissgarnix
Man muss Hegel interpretativ lesen hat Adorno mal gesagt…
Ich übersetze ist zwar Müll aber sieht gut aus… Schlottertexte sozusagen… :)

22 ergo sum März 13, 2010 um 13:59

@ Systemfrager (7):
Desto schlimmer für die Tatsachen: Erfreulicherweise wurde die Depression diesmal vermieden, jedenfalls in Amerika.

23 froZ März 13, 2010 um 14:10

Das ist wohl immer das Problem mit den auf der Makroebene aggregierten Daten: Man weiß nicht so recht, was sich wirklich dahinter verbirgt. Ich kenne mich mit den amerikanischen Verhältnissen nicht so aus; eine auf niedrigerer Analyseebene zu prüfende Hypothese sähe ja z.B. so aus: Hinter diesen Kurven könnte sich schlicht der Umstand verbergen, daß unterschiedliche Gruppen der Bevölkerung (etwa getrennt nach Region, Haushaltsgröße, Einkommenshöhe, Vorhandensein von Sicherheiten, Beschäftigung in unterschiedlichen Wirtschaftssektoren…) auch auf unterschiedliche Weise ihr Konsumverhalten anzupassen gezwungen sind, so daß weniger irgendwelche Präferenzen “des amerikanischen Konsumenten” darin zum Ausdruck kommen, sondern ein sektoral oder schichtenspezifisch unterschiedliches Anpassungsverhalten.

@ wgnx

Schön übrigens, daß jetzt auch in der optischen Gestaltung des Blogs der “Zero-Tolerance”-Gedanke zum Ausdruck kommt. Auch was die Kommentare angeht, scheinst Du da vom “Laissez-faire”-Prinzip wieder etwas abgekommen zu sein, oder täusche ich mich? Jedenfalls finden sich jetzt keine Pöbel-Kommentare mehr.

24 weissgarnix März 13, 2010 um 14:23

@froZ

Ja – ich habe keinen Bock auf 300-Kommentare-Threads, die nur aus Schrott bestehen. War vor allem denen gegenüber unfair, die vor dem Schreiben wirklich das Hirn eingeschaltet haben

25 13 März 13, 2010 um 14:48

ihr seid off topic, ihr Pfei……!
(aber kann ja mal passieren)

Zitat von Welt-online:
selbst Banker sagt:
Wer kann denn schon bei den legal manipulierten Bilanzen noch eine Beurteilung über eine Bank abgeben?
Alten kaufmänischen Grundsätzen wurde in den Hintern getreten ( natürlich ebenfalls staatlich abgesegnet).
Meine Bankausbildung (1977) mein Bankbetriebswirt( 1987) kann ich getrost vergessen.
Nichts stimmt mehr!

26 Frankie Bernankie März 13, 2010 um 16:18

@wgnx

“>Er wusste aber, dass er Recht hat.

Komisch – mir geht’s ganz genauso.”

So, das war jetzt zuviel der Hybris.
Dein Buch – das werde ich mir in der öffentlichen Ausleihe besorgen, damit Du’s nur weisst.

@Systemfrager #16

“Westerwelle und seine Mannen haben einfach keine Klasse und kein Gewissen.”

Und überhaupt keine Coolness mehr. Der FDP-Generalsekretär Lindner sagte ja, dass die Diskussion um Westerwelles Incentive-Reisen der Demokratie schade.

Also: was Westerwelle schadet, schadet der Demokratie – darauf muss man erst kommen.

Und im Mai sind NRW – Wahlen – tja, da siehts wohl ganz nach einer Grossen Koalition aus.

27 holger März 13, 2010 um 16:43

hier eine “schöne” Animation von der Arbeitslosen Rate seit 2007 an, bis 2009 in den USA

http://www.youtube.com/watch?v=x18hrNp–NM&NR=1

Wenn man dann noch wissen will, wie das mit der Privatinsolvenz in US läuft, ist der Chapter 7 sehr interessant.

Da geht es ungefähr so: der Creditor bekommt vom Debitor die Assetes (wenn vorhanden), aber eine Lohnpfändung findet nicht statt. Es läuft kein Kuckuck 30 Jahre hinterher. Das Insolvenzrecht, ist sowieso sehr interessant in den US.

Wäre aber einen eigenen Thread mal Wert. Denn die Loser kommen in den US viel schneller wieder auf die Beine (Möglichkeiten) wie in D. Von daher, sollte man vielleicht beachten.

28 Nanuk März 13, 2010 um 16:45

OT aber kann nicht wiederstehen
Man bin ich froh das meine Eltern nie mehr aus mir machen wollten als ich war… da bin ich doch gerne ein assozialer Prolet…
http://tinyurl.com/ydcx5rp
http://www.youtube.com/watch?v=bGhJbr7DMmg

29 holger März 13, 2010 um 17:00
30 Systemfrager März 13, 2010 um 19:00

@ Frankie Bernankie 26

“Er wusste aber, dass Hegel Recht hat.
Komisch – mir geht’s ganz genauso.”

Dein Buch – das werde ich mir in der öffentlichen Ausleihe besorgen, damit Du’s nur weisst.

ICH BITTE DICH – DAS HAT ER NICHT ERNST GEMEINT!

31 weissgarnix März 13, 2010 um 19:38

@Systemfrager

Der Frankie hat das ja auch nicht ernst gemeint: Der kauft sich weder das Buch, noch leiht er es sich aus :-)

32 Systemfrager März 13, 2010 um 19:50

@ WGNX 31

So so, du bist ein richtiger Fuchs. Er kauf es nicht, dann kann er dich nicht attakieren. Dass ein gewöhnlicher Sterblicher soooo schlau sein kann … fast nicht zu glauben ;-)

33 13 März 13, 2010 um 19:53

bei einem Buch von einem Österreicher, dessen Geliebte Eva heißt, kommt das Buch sicher auf den Index..

(Achtung! Dieser Kommentar ist nur zum wissenschaftlichen Gebrauch!)

34 Stephan März 13, 2010 um 20:53

Die Frage ist doch eher: Gibt’s überhaupt noch einen Konsens unter Ökonomen das Nachfrage durch Konsumenten wichtig ist? Wenn ich so vor mich hinlese dann hab ich manchmal das Gefühl in den USA feiert Say’s Law ein grandioses Comeback.

35 Z März 14, 2010 um 05:29

Hallo Weissgarnix, ich hab einen Chart gefunden der fast so aussieht wie Deiner, genauer, der von den consumer credits und der revolving credits in einem Bild:

http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/madoff/US%20Census%20Retail%20Sales%20February.jpg

Das eine sind Retail Sales mit allem pipapo (mein Auto, meine Yacht), das andere Shopping ohne pipapo.

..naja, fast jedefalls, denn Gallup liegt aktuell bei knapp über 60%, während Deine Kreditkarten noch so bei knapp unter 90% gurken. Und ich wette, die Differenz liegt in den Hypotheken: Plasma auf Hypothek ist abgebrannt.

36 Logik-Ratio März 14, 2010 um 14:49

Ich bitte für meine deutliche Kritik bereits im Vorfeld um Toleranz:

Aber diese Charts sind reinster Müll und der Aussagegehalt ist unterirdisch. Ich habe keinerlei Informationen über die Grunddaten – schon gar nicht über den Zeitablauf – und auch sonstige Berechnungsmethoden wurden nicht erwähnt.

Dann können wir noch anfangen über Kreditabgrenzungen zu reden – und am Ende habe ich eine Datenmasse aus der ich alles formen kann, was ich möchte.

Gerade in der Klimaforschung ist über dieses Thema ein großer Streit entbrannt und im Kern kann man die gleiche Kritik auf viele moderne “Charts” übertragen.

Gehen wir auf die konkrete Ebene des US Verbrauchers – leicht und rational nachzuvollziehen:

Woher soll der Otto Normal Konsument sein Einkommen beziehen?

In den letzten Jahren sind die zusätzlichen Einkommen durch höhere Löhne, oder Job, weggefallen, er bekommt von George keinen Check mehr zugestellt und das Haus gewinnt nicht an Wert – nur die Mietrate / Hypothekenrate ist geringer geworden, wegen dem Absinken der Leitzinsen (ist in den USA und GB auch wesentlich wichtiger als in D).

Woher kommt die Kohle für den Konsum?

Hat sich den irgend etwas daran verändert, dass sich die USA international verschulden müssen, um ihren Lebensstandart zu halten?

37 Frank Meyer März 16, 2010 um 02:15

@Michael

Die Indizes (Dow Jones, NASDAQ usf.) sind nicht manipuliert. Die Hausse ist liquiditätsgetrieben und somit “normal”.

Inzwischen ist selbst Marc Faber der Meinung, daß die Indizes NIEMALS (wobei mich diese Formulierung wirklich wundert) mehr unter das Niveau von März 2009 fallen werden.

Schon komisch. Eigentlich müßte jetzt ein sagenhafter Aufschwung kommen…

38 Til März 17, 2010 um 08:39

Ich habe von einer weiteren Einnahmequelle gehört, aber keine Links mehr an der Hand:

Viele Amerikaner sollen die Zahlung an ihre 401-Rentensparpläne eingestellt haben, jüngere Leute das Geld sogar abgezogen habe.

Dies wäre noch eine Reservebatterie für den Konsum – lieber keine Rente, als darauf verzichten zu müssen den Nachbarn mit einem neuen SUV + Großfernseher zu beeindrucken.

Frei nach dem Motto: Es muß einfach besser werden, den Optimismus haben wir Deutschen nicht.

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