Grupp ist cool

von weissgarnix am 5. März 2010

Man kann über Trigema-Boss Wolfgang Grupp, in seiner kargen Freizeit bevorzugt in den Talkshows der Republik anzutreffen (hier sein jüngster Auftritt bei Maischberger), sicherlich eine Menge Witze reißen: moralisierender Familienpatriarch mit Villa neben der Fabrikshalle, in der die versammelte Familie des Abends zum gemeinsamen Müsli-Fassen verdonnert wird … diese und zahlreiche andere Facetten des Burladinger Textilunternehmers verleiten in unseren knallharten Zeiten der globalen Megacorporations zur heiteren Herablassung des Publikums.

Aber auf seine Art verkörpert Grupp noch immer all das, was mal gut war am “rheinischen Kapitalismus”. Und je mehr ich von und über Schumpeter lese (und das war in den letzten Monaten eine ganze Menge), umso mehr gelange ich zur Überzeugung, dass der Weltökonom Menschen wie Grupp im Sinn gehabt haben muss, als er den Unternehmern ein Denkmal setzte. Grupp verbreitet zwar nach außen nicht gerade das Flair des “kreativen Zerstörers” – aber dennoch: eisern durchzuhalten, während alle anderen von der Bildfläche verschwinden, und dabei noch die traditionellen Werte hochzuhalten … Das verdient Respekt. Je mehr ich drüber nachdenke: Ich muss ja eigentlich nicht immer Nike oder adidas kaufen. Vielleicht sollte ich demnächst mal einen Stapel Trigema ordern.

Mein Befürchtung ist jedoch, dass Grupp so oder so eines der letzten Exemplare einer aussterbenden Gattung ist – eben genau so, wie es Schumpeter seinerzeit vorausgesagt hat. Die Unternehmerehre verschwindet, wenn auch der letzte Laden von Leuten gesteuert wird, die sich nur noch als “leitende Angestellte” begreifen und sich den “Marktzwängen” beugen müssen. Früher war das anders – da ließen sich die großen Unternehmenslenker tatsächlich noch mit Statements wie diesem vernehmen, das aus heutiger Sicht ziemlich weltfremd klingt:

“Wir treiben unsere Dividendenpolitik so, daß wir unsere Aufgaben in erster Linie darin sehen, die Gesellschaft gesund zu erhalten (…) Ich sehe eine viel größere moralische Verpflichtung darin, den 125.000 Menschen, die unsere Firma mit den indirekt zugehörigen Firmen jetzt beschäftigt, eine gesicherte Existenz zu gewährleisten, als der schwankenden Konjunkturpolitik oder den schwankenden Einnahmen folgend, einfach immer die Dividende auszuschütten, soweit das möglich ist.“

Es handelt sich dabei um eine Aussage des früheren Vorsitzenden der IG Farben, Karl Bosch, zitiert nach Pritzkoleit, “Bosse, Banken, Börsen”. Man stelle sich einmal vor, ein heutiger CEO würde sich mit so einer Ansage vor die Analysten und die Presse wagen.

Oder – wie meine Oma immer zu sagen pflegte: Es war halt doch nicht alles schlecht, früher.

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1 aloa5 März 5, 2010 um 16:26

Amen!

Grüße
ALOA

2 hacedeca März 5, 2010 um 16:52

Eben so, wie die Politik den Rahmen setzen muss und kann – was sie macht, weshalb eben ausgelagert wird, was sich politisch durch das Ziel der gleichen Lebens- und Arbeitsverhältnisse innerhalb der EU rechtfertigen soll,

genau so

stehen auch Manager unter Rahmenbedingungen, die ihnen die Aktionäre mit ihren Renditeerwartungen setzen, deren Verfehlung zum Aktienverkauf, zum sinkenden shareholder value und also zur Entlassung der Manager führen.

Es sind Getriebene!

Wer aber bestimmt die Politik und wer hält Aktien? Was muss sich ändern? Was stimmt an der Demokratie nicht und was an den Riester-Renten?

Verantwortlich für das Unglück der Welt ist Herr Müller und der hat etwas angelegt!

3 Systemfrager März 5, 2010 um 16:54

@ WGNX

Und je mehr ich von und über Schumpeter lese (und das war in den letzten Monaten eine ganze Menge), umso mehr gelange ich zur Überzeugung, dass der Weltökonom Menschen wie Grupp im Sinn gehabt haben muss, als er den Unternehmern ein Denkmal setzte.

Ich brenne vor Neugier. Ja, ich übertreibe jetzt ein bisschen – interessieren würde mich dies wirklich. Oder schreibst du einen Aufsatz (Blog) – das wäre was für mich. Also sag was über Schumpeter. (Bitte.)

(Schumpeter ist auch bei mir jetzt an der Reihe (sein Kreditgeld) – in wenigen Wochen bin ich so weit.)

4 Cheeta März 5, 2010 um 16:57

Traurig welches (Marken)-Potential hier verschwendet wird.
Allein dieser unsäglich bescheuerte Schimpansen-Werbespot
kostet mehr Umsatz bei jeder Zielgruppe unterhalb der Stütz-
strumpfgeneration als Herrn Grupp verständlich sein dürfte.
Schade eigentlich.

5 aifran März 5, 2010 um 16:59

… und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

http://www.dailymotion.com/video/x8ss3r_der-gute-hirte_people

6 Südlicht März 5, 2010 um 17:02

Oh, da würde mir noch ein weiterer erfolgreicher Unternehmenslenker einfallen, der seinen Aktionären seit 1996 keine Dividende mehr gezahlt hat, heute auf einem Batzen Cash & Cash equivalents von knapp 40 Mrd. USD sitzt und kürzlich trotz sprudelnder Gewinne verkündet hat, dass er auch weiterhin keine Notwendigkeit sieht, von seiner bisherigen Dividendenpolitik abzurücken. Ja, das ist die Firma mit dem angebissenen Apfel…

Es gibt sie also noch, aber sie sind wohl vom Aussterben bedroht…

7 Delphin März 5, 2010 um 17:04

Die Welt ist rund.

Wäre Hr. Müller im gleichen Maße an der Rendite der Aktien beteiligt, mit der er andererseits durch die Renditegetriebenheit der AG’s seinen Job oder die Höhe seines Gehalts riskiert, dann wäre für ihn ein Aktieninvestment lohnenswert.

Aber das schafft Hr. Müller normalerweise nicht.

Sagen wir so, in schlechten Zeiten ist das Modell Grupp sicherlich verlockend, in guten Zeiten ist es ‘veraltet’. Veraltet weil kein intelligenter Berater mal eben auf die schnelle ein paar Prozente mehr herausfiltern kann. Das geht nur bei den Märklins und den Schiessers und mit den bekannten Konsequenzen.

Fragt mal die Angestellten was Ihnen lieber wäre und fragt vor allem was sie üblicherweise zukünftig zu erwarten haben, wahrscheinlich nämlich die Gehälter des Modells Trigema und die Sicherheit des Modells Schiesser. Also das schlechteste aus beiden Welten.

8 Wat. März 5, 2010 um 17:49

Mr Grupp muß durch die Talkshows ‘tingeln’, er muß für einen Mindestlohn sein, ihm brechen sonst einfach die Kunden weg…

9 Frankie Bernankie März 5, 2010 um 17:55

@Cheeta #4

“Allein dieser unsäglich bescheuerte Schimpansen-Werbespot
kostet mehr Umsatz bei jeder Zielgruppe unterhalb der Stütz-
strumpfgeneration als Herrn Grupp verständlich sein dürfte.
Schade eigentlich.”

Ich weiss nicht wie es der Trigema geht, aber leidet das Unternehmen unter dem von Dir beschriebenen Makel?
Wenn nicht, dann gilt Regel 1 der freien Marktwirtschaft:

Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg.

Auch wenn Dir der Markenauftritt nicht passt, ästhetisch.
Zum Thema Marke, Markt und Marktforschung noch das schönste Zitat von Henry Ford hinterdrein:

“Wenn ich auf meine Kunden gehört hätte, dann hätte ich ein schnelleres Pferd bauen müssen.”

10 Andreas Kreuz März 5, 2010 um 18:00

Der Spiegelfechter hat den Auftritt etwas detaillierter betrachtet:

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2057/der-anachronist-und-die-talkshow

11 Frankie Bernankie März 5, 2010 um 18:10

Überhaupt , das Unternehmertum , wie es Schumpeter befeiert: das Schöne daran ist, das damit eine Melange aus Intuition, Starrsinn, Wille, Fortune und Rücksichtslosigkeit beschrieben wird, die nahezu nicht dekonstruierbar ist. Und somit auch nicht konstruierbar ist.

12 syrlins März 5, 2010 um 18:13

Ja, Unternehmer von früher hatten EIER, heute gibt es fast nur noch SCH…ZLUTSCHER!

Gruß, Markus

13 hacedeca März 5, 2010 um 18:25

@Frankei Bernankie, #9

“Überhaupt , das Unternehmertum , wie es Schumpeter befeiert: das Schöne daran ist, das damit eine Melange aus Intuition, Starrsinn, Wille, Fortune und Rücksichtslosigkeit beschrieben wird, die nahezu nicht dekonstruierbar ist.”

Ja, weil der Mensch nicht dekonstruierbar ist! Noch fehlt es an künstlicher Intelligenz und also auch am Terminator. Schumpeter inkludiert also den Menschen, den kreativen Menschen in die Wirtschaftswissenschaft.

Das ist sein Verdienst! Denn alle anderen Schulen konzentrieren sich auf das Setzen von Rahmenbedingungen. Schumpeter erinnert uns, mit unserer wachsenden Schar von Pisa-Dödeln, aber daran, dass der Mensch im Mittelpunkt steht – der kreative Mensch. Ohne ihn läuft nix, er ist Sinn und Zweck und Ziel, Steuersenkung hin, Umverteilung her.

14 Frankie Bernankie März 5, 2010 um 18:51

@südlicht #6

“Es gibt sie also noch, aber sie sind wohl vom Aussterben bedroht…”

Und deshalb: Baut kleine, geile Firmen auf:
http://www.youtube.com/watch?v=TZ2MT4FSOFA

15 froZ März 5, 2010 um 19:07

@ wgnx, Du hast da ja eine hinterhältige kleine Provokation eingebaut, die offenbar noch niemand mitbekommen hat. Die Oma mit dem Spruch von den guten alten Zeiten anzuführen und das ausgerechnet auf ein Zitat des IG-Farben-Vorstandschefs zu beziehen, ts ts… Das darf sich nur ein Ösi trauen.

Man muß zur Ehrenrettung von Carl Bosch aber sagen, daß er schon 1935 vom Vorstandsvorsitz zurücktrat und 1940, vor dem finstersten Kapitel in der Geschichte der IG Farben, starb. Obwohl er ideologisch mit den Nazis nichts am Hut hatte, hat er sie aber zunächst doch finanziert, offenbar weil er sich von einem deutschen Autarkiestreben Staatsaufträge für die Produktion synthetischer Treibstoffe erhoffte.

Eine sehr interessante Person der Technik- und Wirtschaftsgeschichte; von dem müßte es auch mal eine Biographie geben! Nobelpreisträger für Chemie war er auch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Bosch

16 Nanuk März 5, 2010 um 19:24
17 Systemfrager März 5, 2010 um 19:57

@ Nanuk

Ja, zum Wochenende findest du immer was …

Da fragt sich ein (noch naiver) Mensch, wäre es überhaupt möglich, dass SIE ES NICHT WISSEN

Nein, sie wissen es, sie wissen alles, und sie lachen darüber …

So ist eben der Mensch

18 Nanuk März 5, 2010 um 20:01

@Systemfrager
Ja ich weiss die Wirklichkeit ist grausam…
darum weiter singen
http://www.youtube.com/watch?v=qFHbwikzNds

19 Systemfrager März 5, 2010 um 20:04

@ Nanuk

Meine Frau und Abba … das lässt sich nicht aushalten …

Aber ist (trotzdem) prima

20 Julian März 5, 2010 um 20:16

Von “früher war nicht alles schlecht” und den IG Farben ist Herr Grupp nicht weit entfernt, er klingt einfach nach Nationalsozialismus in einer möglichen, wirklichkeitsfremden Interpretation, die diese widersprüchliche Kombination zweier Worte erlaubt: Einfach den Deutschen höhere Löhne zahlen, den Arbeiter in Bangladesh in Bangladesh lassen und die amerikanischen Kapitalisten, inkl. fiesem Grinsen und Zigarre, verteufeln. Das ist es nicht, und das wusste auch schon Schumpeter: Der Unternehmer, wie er ihn sicherlich ganz expressiv darstellt, ist ausgestorben und Firma ist heute auch “nur” noch internationale Bürokratie.
Ich fand die Sendung laut und derart simplifizierend, da habe ich schon besseres gesehen. Die Begeisterung des Spiegelfechters kann ich auch nicht teilen.

21 weissgarnix März 5, 2010 um 20:39

@froZ

Gut erkannt. Aber tatsächlich sagte er das Mitte der Zwanziger Jahre – und man kann nicht alles, was damals passierte, negieren, nur weil ein paar Jahre später die Nazis das Ruder übernahmen.

22 Nanuk März 5, 2010 um 20:46

@wgnx
“nur weil ein paar Jahre später die Nazis das Ruder übernahmen.”

Die Nazis wurden von den “feinen Herren” uns schmackhaft gemacht…

23 Wat. März 5, 2010 um 20:47

So ist das aber mit den Wechselwirkungen.

Und man kann es nicht negieren, nur weil – sondern man kann es nicht negieren, weil deshalb.

Btw.
Ursache und Wirkung.
Wesen und Erscheinung…

24 Dietmar Tischer März 5, 2010 um 20:55

Wie wäre es dann mit folgendem Gedankenexperiment:

Grupp kann seinen Unternehmer-Charakter in drei Unternehmen unterschiedlicher Branchen seiner Wahl einbringen und dort genau so agieren wie in seinem Trigema-Laden (oder auch anders). Startbedingungen wie der Durchschnitt in der jeweiligen Branche.

Wenn es dreimal gut geht über längere Zeit, dann würde ich sagen:

Es liegt an den Unternehmern, dass es wieder so gut wird wie früher, als nicht alles schlecht war.

Wenn es dreimal nicht gut geht über längere Zeit, dann würde ich sagen:

Sein Unternehmertum kann nichts daran ändern, dass es nicht so gut ist wie früher, als nicht alles schlecht war.

In diesem Fall kann man sagen:

Der Mann agiert in einer Nische und sein Gehabe täuscht die Öffentlichkeit über das, was möglich ist.

25 Andreas Kreuz März 5, 2010 um 21:12
26 Wilma März 5, 2010 um 21:16

Nike- und Adidas T-Shirts sind ja nicht billiger als Trigema-Shirts. Wenn Nike u.a. z.B. in China ihre Waren herstellen lassen, so geschieht dies doch oft in den gleichen Fabriken, die auf für KIK arbeiten. Der Gewinn verbleibt wahrscheinlich beim Marketing und den Anlegern. Deshalbn ärgert es mich immer wenn man berechtigterweise die Produktionsbedingungen für Billigprodukte anprangert, diese Bedingungen aber auch für hochpreise Waren herrschen (war das bei Schiesser nicht so?) Da kauf ich doch lieber Herrn Grupp. In dem Zusammenhang frage ich mich, ob Markenware nur was mit dem Namen zu tun hat oder mit Qualität, wie man uns Käufern weißmachen will.

27 froZ März 5, 2010 um 21:23

@ wgnx #21

Ja, sicher. Es liegt mir völlig fern, die ganze deutsche Geschichte
vor 1933 immer wie gebannt von diesem Datum aus zu betrachten und da eine Zwangsläufigkeit hineinzuinterpretieren. Ich fand nur, die widersprüchliche Vita von Carl Bosch wäre eine Anmerkung wert, da Du ihn schon hier eingeführt hast. Aber ich wollte jetzt um Himmels Willen keine Nazi-Debatte vom Zaun brechen.

@ Wat.

“weil deshalb… Ursache und Wirkung…”

Soll man das so verstehen, daß die Machtübernahme der Braunen verhindert worden wäre, wenn die IG Farben mehr Dividende gezahlt hätte?

Abgesehen davon: Man mag den Grupp ja sympathisch finden, aber es wird doch hoffentlich niemand im Ernst annehmen, irgendein heutiges wirtschaftliches oder gesellschaftliches Problem ließe sich durch mehr unternehmerischen Paternalismus ausräumen.

28 ceteris März 5, 2010 um 21:25

@Wilma
Der Gewinn verbleibt wahrscheinlich beim Marketing und den Anlegern.
Genau, das lässt der schlaue Grupp Affen für sich machen, die können das genauso gut und kosten nur ein paar Bananen!
(vmtl. ist das die heimliche “message” dieser komischen spots…)

29 ceteris März 5, 2010 um 21:29

@froZ
aber es wird doch hoffentlich niemand im Ernst annehmen, irgendein heutiges wirtschaftliches oder gesellschaftliches Problem ließe sich durch mehr unternehmerischen Paternalismus ausräumen.
Nee, aber vielleicht mit ein bisschen Maternalismus dazu? vdLeyen mit “Herz und Härte”? Dann muss es doch einfach klappen, wenn Mama und Papa einig sind, müssen die Kinder spuren!

30 Wilma März 5, 2010 um 21:36

@ceteris
Ich gehe nur davon aus, dass die Gewinnspannen bei Markenprodukten, die in Billiglohnländern hergestellt werden, enorm sein müssen. Ich glaube nicht, dass Herr Grupp mit diesen Margen rechnet, trotz der Affen-Spots.

31 Nanuk März 5, 2010 um 21:43

@centris
Die ganzen Blagen in Berlin nenen das Merkel ja auch Mutti wenn der olle Ödipus das wüste der wurde glatt aus Griechenland auswandern…

32 ceteris März 5, 2010 um 21:53

Ich gehe nur davon aus, dass die Gewinnspannen bei Markenprodukten, die in Billiglohnländern hergestellt werden, enorm sein müssen.
Tatsächlich?

„Bei Jeans von Calvin Klein dürfte der Preisaufschlag das Vier- oder Fünffache des Einkaufspreises betragen“, schätzt Feniger, heute geschäftsführender Direktor der Handelsfirma SSPartners. Zuvor war er viele Jahre lang verantwortlich für die Produktion in Fabriken der Warnaco Gruppe, die Marken wie Calvin Klein, Nautica und Chaps besitzt. Ein Polo-Shirt von Ralph Lauren wird laut Feniger in China für rund 3,50 Dollar produziert und in den USA später für rund 30 Dollar verkauft.

http://www.cicero.de/dossier_detail.php?ress_id=6&item=1356?

33 Dietmar Tischer März 5, 2010 um 21:53

@ Wilma # 30

Kommt darauf an.

Wenn genügend Wettbewerber die Markenprodukte im Billiglohnländern herstellen lassen, müssen die Gewinnspannen nicht enorm sein.

Die Herstellungskosten sind gering – verglichen mit dem, was sie bei uns wären.

34 froZ März 5, 2010 um 22:06

@ ceteris

“Herz und Härte”

http://xtranews.de/wp-content/uploads/2009/06/14764.jpg

Auch auf Deine letzte Antwort im BGE-Thread will ich übrigens noch reagieren, aber das schaffe ich heute nicht mehr.

35 Wilma März 5, 2010 um 22:10

Vielleicht hab ich da auch einen Dreher im Kopf. Ich habe angenommen, dass ein Shirt von Kik und eine Shirt von Adidas zum gleichen Preis hergestellt werden. Der Unterschied zwischen Verkaufs- und Herstellungspreis plus Werbung e.t.c. ist der Gewinn. Deshalb mein Gedanke, dass die angeblichen “Qualitätsunterschiede” der Waren, meist am Namen liegen. Und wenn nun ein Shirt Adidas, welches in China hergestellt wurde, und eins von Trigema den gleichen Preis haben, ist der Gewinn der Firma Trigema wahrscheinlich geringer, weil ja teurer hergestellt.
Gleichzeitig gebe ich Herrn Tischer recht, wenn alle in Billiglohnländern produzieren, müssen die Gewinnspannen nicht enorm sein. Aber trotzdem sind ja einige Produkte, obwohl zu gleichen Bedingungen hergestellt, das zehnfache teurer.

36 Wat. März 5, 2010 um 22:16

@ froZ # 27

” “weil deshalb… Ursache und Wirkung…”

Soll man das so verstehen, daß die Machtübernahme der Braunen verhindert worden wäre, wenn die IG Farben mehr Dividende gezahlt hätte?

Abgesehen davon: Man mag den Grupp ja sympathisch finden, aber es wird doch hoffentlich niemand im Ernst annehmen, irgendein heutiges wirtschaftliches oder gesellschaftliches Problem ließe sich durch mehr unternehmerischen Paternalismus ausräumen.”

Nee, bestimmt nicht.

Aber wenn er aus seinem ‘Laden’ eine Genossenschaft gemacht hätte und die anderen auch… wer weiß…

Quak, die brauchten damals Rendite, brauchen heute Rendite… und das so lange, wie wir meinen, daß das alles so seine Richtigkeit hat.

Kapitalismus eben – der globalisiert, da ist es schon verständlich, daß Grupp auf eine ‘nationale Rettungsaktion’ hofft, wie damals eben Bosch.
Konsequenzen sind da Nebensache – Kapitalrendite geht vor.
Auch Grupp kann ich mir schlecht als ‘Arbeiter’ vorstellen…
Und ‘hinterher’ hat’s wieder keiner ‘gewollt’.

37 ceteris März 5, 2010 um 22:19

@Tischer
Wenn genügend Wettbewerber die Markenprodukte im Billiglohnländern herstellen lassen, müssen die Gewinnspannen nicht enorm sein.
Verstehe ich nicht. Gerade im Textilbereich lassen doch schon so gut wie alle Hersteller von Marken- besser: “Image-”produkten in Billiglohnländern produzieren. Die Gewinnspanne entsteht aus dem “ideellen Mehrwert”, Markenwert, Image, heißer Luft. Der kostet auch nicht zu knapp.
Wenn wir hier wieder Näher beschäftigen, werden die Werber, Designer und sonstigen Markenfuzzis arbeitslos.

Jedenfalls entsteht diese Spanne wirtschaftlich aus der Ausnutzung von Kaufkraftdisparitäten und fehlender “Sozialität” der Herstellerländer. Auch so ein liberaler Zynismus, Armut, Überangebot von billiger Arbeitskraft und Kaufkraftunterschiede à la Ricardo via “komparativem Vorteil” als Beweis der Effizienz der Globalisierung zu betrachten. Aber das hat sich bald, wenn sich die Imagedeppen hierzulande den Krempel einfach nicht mehr leisten können, weil ihnen der Arbeitsplatz fehlt, Omas Rentenkonto auch nichts mehr hergibt und die HIV-Sätze gekürzt werden.
Schon eine tolle Sache, die Freiheit der Märkte!

38 Johannes März 5, 2010 um 22:23

Was mich immer so wundert, ist die Tatsache, dass niemand kritisiert, dass alles auf Monopolstellungen bei Unternehmen hinausläuft.

Das Geldsystem wird als das Übel schlechthin geprießen, was ja auch seine Richtigkeit haben wird.

Nur heißt es ja, Geld = Schuld. Im Umkehrschluss heißt es nichts anderes, dass es auch heißt: Schuld = Geld!

Das Geld für die Schuld ist ja vorhanden, nur müsste es gerechter verteilt werden. Und an diesem Punkt kommt man wieder zu den Quasi- Monopolen.

Immer mehr an kleinen und mittelständischen Unternehmen gehen bankrott, weil diese mit den großen nicht konkurieren können. Weder im Einkauf noch im Verkauf.

Daher muss hier angesetzt werden, um eine Trendwende einzuleiten.

Ich wäre also dafür, die Marktmacht der Groß-Unternehmen in die Steuergesetzgebung einzubauen.

Als Beispiel mal Microsoft hergenommen, welches glaube ich 90% Marktanteil hat. Warum nicht 90% Mehrwertssteuer/Umsatzsteuer auf MS- Produkte? Das selbe für Energieversorger, Saatgut, PKW, etc.

Mit einer solchen Maßnahme könnten wieder neue Unternehmen entstehen, Innovationen eingeleitet werden, Arbeitsplätze geschaffen werden, evt. konkurrenzlose Billigimporte wieder im Land erzeugt werden,…….

Es muss ja nicht plötzlich passieren, aber Schritt für Schritt anheben.

Das wäre für mich ein Kartellrecht, das Wirkung zeigen würde und auch, zumindest für mich, sinnvoll erscheinen würde.

So, lange genug erstmals!

Für das Aufdecken von Denkfehlern bin ich wie immer dankbar! ;)

39 Wat. März 5, 2010 um 22:31

@ Johannes

Wer sollte das umsetzen?
Der Staat?
Wer oder was ist der Staat?
Und warum macht er das jetzt schon nicht einfach?

Sorry, ich mache es lieber mal mit Gegenfragen – vielleicht hast Du ja dann selbst noch eine ‘Idee’ ;-)

40 ergo sum März 5, 2010 um 22:58

@ Wilma 26:
Adidas lässt zwar seine Schuhe in China fabrizieren, um deutsche Löhne zu sparen, aber Nikes Schuhfabriken in den USA waren während der ganzen Krise voll beschäftigt.

41 ceteris März 5, 2010 um 23:02

@Johannes
So auf den ersten Blick hat deine Idee ja einen gewissen Charme.
Als Beispiel mal Microsoft hergenommen, welches glaube ich 90% Marktanteil hat. Warum nicht 90% Mehrwertssteuer/Umsatzsteuer auf MS- Produkte? Das selbe für Energieversorger, Saatgut, PKW, etc.
Aber doch bitte nicht ausgerechnet die MEHRWERTSTEUER! Die zahlt doch nicht M$, sondern direkt der Kunde, für M$ ist das nur ein durchlaufender Posten. GERADE bei einem Monopolisten würde das nichts nützen: Auch wenn Windows7 50% teurer würde – was würdest du, mit dem Rechner voll von monopolistisch-basierten Softwareprodukten, statt dessen nehmen können?
Und wenn man den Gewinn besteuerte, käme letztlich auch nichts anderes raus. Ordoliberal gesehen müsste man diese Monopole zerschlagen, aber wie zerschlägt man ein Betriebssystem/Software?
Am besten: die Firma in eine Organisation wie ICANN verwandeln und die Software zu open source machen. Das ist dann aber nicht mehr ordoliberal, sondern “Sozialismus light”.
(Und der Energiesektor, wie alle “natürlichen” Monopole, also wirtschaftliche Aktivitäten, die auf dem Aufbau, den Betrieb einer Infrastruktur basieren, Energie, Wasser, Verkehr, Telekommunikation hätte nie privatisiert werden dürfen.)

42 Salve März 5, 2010 um 23:07

Der technisch wissenschatliche Fortschritt ist intakt.

http://media.caltech.edu/press_releases/13325

Ich habe wirklich Probleme mit Schumpeter.

Zwar gab es auch die Unternehmer die Erfinder waren, aber die sind die absolute Ausnahme.

Warum ist Taylor nicht der reichste Mann der Welt geworden.

In meiner Stadt gibts nicht mal ne Taylorstreet.

Bill Gates hat sicher was geleistet.

Aber Erfinder war er nicht.

43 ceteris März 5, 2010 um 23:12

@ergo sum
Hast du da eine Quelle, um welche, wieviele und wie anteilig große Fabriken in den USA es sich da handelt?
Ich habe nur das:

Where does Nike produce shoes?
1- During the 1970′s, most Nike shoes were made in South Korea and Taiwan. When workers there gained new freedom to organize and wages began to rise, Nike looked for “greener pastures.” It found them in Indonesia, China and most recently Vietnam – countries with no protective labor laws, endless supplies of cheap labor, and authoritarian leaders who outlaw independent labor unions.
2- By 1992, Nike had eliminated nearly all of their U.S. work force in favor of low-wage Asian producers.

http://www.thirdworldtraveler.com

44 Dietmar Tischer März 5, 2010 um 23:33

@ ceteris

>Gerade im Textilbereich lassen doch schon so gut wie alle Hersteller von Marken- besser: “Image-”produkten in Billiglohnländern produzieren.>

Richtig.

>Die Gewinnspanne entsteht aus dem “ideellen Mehrwert”, Markenwert, Image, heißer Luft.>

Jeder bemüht sich, dadurch seine Gewinnspanne zu erhöhen – wenn er nicht Discounter ist und es über die Masse macht.

>Der kostet auch nicht zu knapp.>

Eben, weil das Marketing nicht Billiglöhner machen.

Und das kommt auf die Billiglöhne oben drauf.

>Wenn wir hier wieder Näher beschäftigen, werden die Werber, Designer und sonstigen Markenfuzzis arbeitslos.>

Ja, aber aus einem anderen Grund als den, den Sie annehmen.

Wenn wir hier wieder Näher beschäftigen, werden die Herstellungskosten so hoch, dass die Textilien nicht mehr zu verkaufen sind – da nützen dann die Markenfuzzies auch nichts mehr und werden gar nicht erst beschäftigt.

Wenn ALLE hier – und nur hier – Näher beschäftigen, dann wird es einen Kampf um die geringere Anzahl von Käufern dieser hochpreisigen Textilien geben.

Dann werden die oder einige Markenfuzzies beschäftigt.

>Jedenfalls entsteht diese Spanne wirtschaftlich aus der Ausnutzung von Kaufkraftdisparitäten und fehlender “Sozialität” der Herstellerländer.>

Nein.

Wenn jemand durch die Billiglöhner gewinnt, dann in der Regel der deutsche Konsument.

Wir kaufen eben billig ein – Textilien ebenso wie Elektronik oder den Urlaub in den Billiglohnländern.

Die Rendite der Unternehmen wird durch die Billiglöhner nicht in exorbitante Höhen getrieben.

Die Billiglöhner sorgen lediglich dafür, dass die Unternehmen überhaupt noch eine Rendite machen.

Es ist ein Denkfehler zu glauben, dass die große Lohndifferenz zwischen uns und den Billiglöhnern notwendigerweise hohe Renditen zur Folge haben müsse.

45 ceteris März 5, 2010 um 23:46

@Tischer
mal rückwärts:
Es ist ein Denkfehler zu glauben, dass die große Lohndifferenz zwischen uns und den Billiglöhnern notwendigerweise hohe Renditen zur Folge haben müsse.
Stimmt. Es ist aber nicht MEIN Denkfehler. Und der Denkfehler besteht auch eigentlich nur darin, dass man einen Abfluss von Kaufkraft zugunsten der Profiteure dieser Differenz auf Dauer stellen kann. Die Rendite aus dieser Differenz wird abschmelzen, und zwar nicht, weil der “Kapitalismus ein System des sozialen Ausgleichs” ist, wie ~HG~ hier immer wieder sagte, unfreiwillig naiv-zynisch, das gestehe ich ihm zu – sondern weil er ein System des ASOZIALEN Ausgleichs ist, also ein System des allgemeinen gegenseitigen Ruins. Wir haben das vor Augen, wer es nicht sehen will, der sieht es eben nicht.

Wenn jemand durch die Billiglöhner gewinnt, dann in der Regel der deutsche Konsument.
Er gewinnt eben nicht, wenn genau aufgrund dieser “Arbeits/Verbrauchsteilung” sein Einkommen aus Arbeit SINKT! Das kompensiert diesen Effekt und zwar in der Logik einer Abwärtsspirale. Es erhöht sogar den Lohndruck noch in den Billiglohnländern, weshalb da auch ständiges Nomadisieren angesagt ist: Von Taiwan nach China nach Vietnam. Aber die Erde ist rund. Am Ende kommen sie hier wieder an, aber eben nicht eine Spur allgemeinen Wohlstands hinterlassend, sondern eine allgemeiner Verelendung.

Wenn ALLE hier – und nur hier – Näher beschäftigen, dann wird es einen Kampf um die geringere Anzahl von Käufern dieser hochpreisigen Textilien geben.
Sage ich doch: d.h. die “hochpreisigen” Textilien werden im Preis sinken müssen, um sich dem Sinken der Kaufkraft anzupassen. Das ist Markt. Es wird keine “hochpreisigen Textilien” dieser Art mehr geben. Höchstens noch Manufakturware für die obersten 0,1%.

46 Wilma März 5, 2010 um 23:47

@Dietmar Tischer
Dass durch die Billiglohnländer der Konsument gewinnt, glaube ich nur für Billigprodukte, wie oben geschrieben. Bei hochpreisigen Produkten glaube ich eher, dass das Unternehmen gewinnt. Und wieso soll das ein Denkfehler sein, anzunehmen, dass die hohe Lohndifferenz zu höheren Renditen führt. Außerdem denke ich, dass man allgemein mal fragen müsste, was hohe Renditen sind. Sind es 5 % oder etwa 25 %.

47 Wilma März 5, 2010 um 23:51

P.S.
Hat sich wohl gerade überschnitten. Aber besser ausgedrückt von
Ceteris. Danke

48 hacedeca März 5, 2010 um 23:55

@salve, #42

“Ich habe wirklich Probleme mit Schumpeter. Zwar gab es auch die Unternehmer die Erfinder waren, aber die sind die absolute Ausnahme.”

Vielleicht solltest Du erst mal nachgucken, was Schumpeter so unter Kreativität subsumiert, also was er als Leistung des Unternehmers ansieht, bevor Du ihn kritisierst?

Mein Lieblingsbeispiel, auch wenn ich mich wiederhole, eines schumpterschen Unternehmers ist der legendäre Aviator Howard Hughes nach dem 2ten Weltkrieg. Alle glaubten, jetzt käme der große Friede, aber Howard Hughes engagierte auf eigene Kosten 3.000 (!) Professoren und Doktoren und organisierte diese in einem Forschungszentrum für Rüstungselektronik.

Als dann der Kalte Krieg voll ausbrach, konnte er all diese Gadgets anbieten – Lenkraketen, Radarsteuerungen, Satelliten – und wurde also logischerweise der Monopolanbieter für fortschrittlichste Rüstungsgüter der westlichen Welt und also ebenso logisch der reichste Mann derselben.

49 unwissender März 6, 2010 um 00:12

Und …..

….. “schumpetersche” Unternehmer haben auch durchaus Humor! ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=xAbvqx5GlWg

50 Dietmar Tischer März 6, 2010 um 00:50

@ ceteris

>Wenn jemand durch die Billiglöhner gewinnt, dann in der Regel der deutsche Konsument.
Er gewinnt eben nicht, wenn genau aufgrund dieser “Arbeits/Verbrauchsteilung” sein Einkommen aus Arbeit SINKT!>

Nein.

Wer kein Einkommen hat (und auch keine Ersparnisse) gewinnt natürlich nicht – weil er KEIN Konsument ist (ich habe Konsument gesagt).

Diejenigen, die nur ein geringes Einkommen haben, z. B. durch Hartz IV, sind nur mit geringem Budget KONSUMENTEN. Soweit sie das mit dem Konsum von Billiglöhner-Produkten sind, profitieren auch sie davon.

Wer normal oder besser verdient, profitiert entsprechend seines Konsums von Billiglöhner-Produkten.

>Sage ich doch: d.h. die “hochpreisigen” Textilien werden im Preis sinken müssen, um sich dem Sinken der Kaufkraft anzupassen.>

Das ist ein Teil des Problems.

Ein anderer besteht darin, dass hochpreisige Produkte VERSTÄRKT im Wettbewerb mit anderen Produkten stehen – egal wie hoch das Budget ist.

Es werden eben weniger Mercedes als Fahrräder gekauft.

Der Kapitalismus IST ein System des sozialen Ausgleichs.

Der Ausgleich besteht darin, dass wir – gemessen an UNSERER Vergangenheit – (auch) durch die Billiglöhner an Wohlstand einbüßen (das sehen Sie ja ganz richtig), während die Billiglöhner – gemessen an IHRER Vergangenheit – (auch) durch uns an Wohlstand gewinnen.

Der Kapitalismus ist KEIN System des sozialen Ausgleichs.

Denn der Kapitalismus gleicht nicht die Kluft zwischen Beschäftigten, die nur geringfügig durch Billiglöhner betroffen sind, und den nicht Beschäftigten, die sehr durch Billiglöhner betroffen sind, aus.

@ Wilma

>Dass durch die Billiglohnländer der Konsument gewinnt, glaube ich nur für Billigprodukte, wie oben geschrieben. Bei hochpreisigen Produkten glaube ich eher, dass das Unternehmen gewinnt.>

Ja, das würde stimmen, wenn die hochpreisigen Produkte nicht von Billiglöhnern hergestellt werden können (ein Wohnhaus z. B.) – UND der Wettbewerb nicht stark ist zwischen den Anbietern von hochpreisigen Produkten (was bei „normalen“ Wohnhäusern, wie sie Bauträger anbieten, in der Regel nicht der Fall ist).

Deshalb ist Gewinn von Bauunternehmungen bzw. Bauträgern im Wohnhausbereich nicht gerade berauschend.

Unternehmen gewinnen mit hochpreisigen Produkten, wenn es Nischen- oder Kultprodukte sind.

Beispiele:

Porsche, aber auch die Textilmarke „Regent“ mit u. a. hochwertigen, handgefertigten Mäntel.

Kennzeichen: vergleichsweise eringe Stückzahlen und relativ wenig Beschäftigte.

>Und wieso soll das ein Denkfehler sein, anzunehmen, dass die hohe Lohndifferenz zu höheren Renditen führt.>

Es ist ein Denkfehler, weil die hohe Lohndifferenz zwischen uns und den Billiglöhnern sich NICHT in den Produkten niederschlägt.

Sie schlägt sich nicht nieder, wenn/weil in die Herstellungskosten NUR die Billiglöhne eingehen.

Unsere hohen Löhne fallen aus der Betrachtung für Produkte wie T-Shirts.

51 Johannes März 6, 2010 um 08:02

Lieber Wat. (5. März 2010 um 22:31)

“Wer sollte das umsetzen?
Der Staat?”

Ja, der Staat. Wenn der Druck groß genug wäre, müsste er es machen.

“Wer oder was ist der Staat?”

Ich lebe noch im Glauben, dass wir alle der Staat sind.

“Und warum macht er das jetzt schon nicht einfach?”

Um eben jene Quasi- Monopolisten zu schützen. Nur wird der Zorn auf diese immer stärker werden und eine Lösung gefunden werden müssen.

52 Johannes März 6, 2010 um 08:11

Lieber ceteris (um 23:02)

Gerade über die Mehrwertssteuer müsste es meiner Meinung nach laufen, weil das die einzige Steuer ist, die nicht so einfach umgangen werden kann.

Es würde nichts, absolut nichts bringen, in ein anderes Land zu gehen, um sich diese Steuer zu ersparen.

Und ja, es zahlt der Kunde, wie jede andere Steuer auch, die Unternehmen auferlegt werden.

“GERADE bei einem Monopolisten würde das nichts nützen: Auch wenn Windows7 50% teurer würde – was würdest du, mit dem Rechner voll von monopolistisch-basierten Softwareprodukten, statt dessen nehmen können?”

Aktuell Apple, Linux und weitere, für die es sich wieder auszahlen würde, etwas zu programmieren. Evt. würden Softwarefirmen, die sich auf etwas spezialisiert haben, auch hier tätig werden. Eben Vielfalt statt “Einfalt” oder so ähnlich! ;)

53 Salve März 6, 2010 um 09:04

@Billiglohnländer

Würden Kapitalverkehrs- und Devisenkontrollen den Arbeitsmarkt schließen.
Und die Lohnquote, wie es die Demografie zwangsläufig tun wird, nach oben ziehen.
Hatte Lafontaine also doch recht?

PS: Die armen Riesterrentner und Lebensversicherten. Die Rendite aus den Verträgen zeigt nur eine Richtung, nach unten.

54 Delphin März 6, 2010 um 09:27

#4 Cheeta

Soweit ich weiss, legt Hr. Grupp grossen Wert darauf KEINE Marke aufzubauen. Okay sein Shop muss irgendwie heissen, also Trigema, aber nochmal, er will seine T-Shirts, Socken, usw. überall verkaufen können, ohne dass es gross auffällt wer die hergestellt hat.
Und er will Qualität.
Und soweit ich weiss, braucht er auch kein Advanced Pricing Modul um seine VK’s zu errechnen:
1 T-Shirt 7 €
1000 T-Shirt 7000 €
100.000 T-Shirt 700.000 €
Wie, ohne Rabatt, will Aldi nicht kaufen? – Kein Problem, Wiedersehen!
Oft genug kauft Aldi, dann wohl doch bei Hrn. Grupp, weil er die 100.000 T-Shirts auf Lager (!) hat und in zwei Wochen liefern kann! So schnell ist kein Schiff.

Und man mag das altmodisch nennen, wenn ein Chef darauf besteht, die Gehälter seiner Angestellten zu 100 % aus dem Erlös seines Unternehmens zu begleichen. Ich kann jedenfalls verstehen, dass er wütend wird, wenn seine Konkurrenten einen Teil der Gehaltslast vom Staat aufstocken lassen. Ich werde darüber ebenfalls sauer, da ich mit meinen Steuern den Gewinn der letzteren Unternehmen mit finanziere und dadurch dazu beitragen muss, die Löhne zu drücken.
Wohin das führt sieht man bei den Steuereinnahmen der BRD 2009 (Minus 12 %). Da ist ein Mindestlohn und als mögliche Konsequenz keine Arbeit der billigen Art wohl doch die besser Lösung, oder?

55 Nanuk März 6, 2010 um 10:43

@Johannes
“Ich lebe noch im Glauben, dass wir alle der Staat sind.”

Tja das dürfte das Problem sein…WGNX will ja immer Könige wählen… Das Problem ist Könige wählt man nicht und in Frankreich funktioniert das auch nur weil die Franzosen zur not den Élysée-Palast anstecken würden…um den Sarko loszuwerden… und was noch wichtiger ist alle Franz. Präsidenten wissen und wusten das.

56 Michael März 6, 2010 um 11:07

“Mein Befürchtung ist jedoch, dass Grupp so oder so eines der letzten Exemplare einer aussterbenden Gattung ist “

Es gibt drei Dinge, die sich herauskristallisieren. Erstens verstärkter “Protektionismus”. Zweitens soll das Gesundheitssystem hier auf eine Kopfpauschale eingestanzt werden. Drittens der Euro steht keineswegs wegen Spekulanten unter Druck.

Richtiger hatten Spekulanten massiv gegen den Dollar und die USA gespielt. Die können sich schon mal als Zitronen betrachten. Einschließlich Hochtreibens der Rohstoffpreise. Mit einem schwächeren Euro wird die Produktion in der Euro-Zone attraktiver. Nur die Energie- und Rohstoffpreise machen einen “Aufschwung”, selbst vom Kanzlerinnen-Typ, unmöglich. Es bleibt bei dieses Rahmenbedingungen eine längere Phase des noch etwas anhaltenden Rückganges und später der Stagnation auf tieferem Niveau.

Ich überlegte schon, ob es sich nicht lohnt, in Anbetracht der “globalen Erwärmung” auf deutlich höhere Reispreise zu spielen. Kein Wasser, kein Reis. Den Chinesen soll es ja behauptet unglaublich gut gehen. Nur die ungeheuren Geldsummen auf 1,3 Mrd. Menschen verteilt, ergäbe ein anderes Bild. Also lasse ich die Schlankheitskur für Asiaten, die uns dann die Amphlora wegkaufen würden, mal sein. :o )

57 Andreas Kreuz März 6, 2010 um 11:23

@Tischer

>>Wenn wir hier wieder Näher beschäftigen, werden die Herstellungskosten so hoch, dass die Textilien nicht mehr zu verkaufen sind – da nützen dann die Markenfuzzies auch nichts mehr und werden gar nicht erst beschäftigt.<<

Könnte es nicht sein, dass bei einer geringeren Gewinnspanne der Preis konstant bliebe?

So eine Denke ist wohl jenseits des Vorstellungsvermögens einiger Diskussionsteilnehmer?

Ja, ja, ich weiß,
die Menschen sind alle gierig,
genetisch bedingt…. ;-)

ich kenn sehr arbeitsintensive Produktionszweige sehr genau,
wie zum Beispiel den wissenschaftlichen gerätebau.
Da haben die Lohnkosten wirklich den größten Anteil an den Herstellungskosten.

Verlagerns Sie die mal in Gegenden mit ungelernten Arbeitskräften….

58 johaupt März 6, 2010 um 11:26

Ich denke Unternehmer wie Ford, Bosch und Grupp, waren schon IMMER die Ausnahme. Es braucht eine bestimmte Konstellation aus Charakter, Eigentum, Selfmademan und Glück, damit ein solcher Unternehmer groß wird und sich trotz seiner, ach so verantwortlichen Haltung, am rücksichtslosen Markt behaupten kann. Man (vor allem die konservative Presse) braucht diese Leute als (positive) Identifikationsfiguren für ein System, welches ansonsten ja vor allem Unsymphaten und Gefühlskrüppel hervorbringt. Und zwar zu allen Zeiten, auch bei Oma war das nicht generell besser.

Ich habe selbst mal in einer kleinen Klitsche gearbeitet, deren Chef so ein Selfmademan “mit Charakter” war. Von denen gibt es viele, aber die wenigsten von denen schwimmen im Haifischbecken schnell und lange genug um der Welt aufzufallen. Es ist auch durchaus nicht selten, dass deren Handlungsweise sich von ihren Äußerungen unterscheidet. Auch sie sind letztlich nur Sklaven des Systems, mit dem Unterschied, dass sie uns glaubhaft machen können, dass es sie selbst irgendwie anwidert.

Und nimmt man als Angestellter nicht gleich viel leichter einen Hungerlohn in Kauf, wenn man weiß, der Chef leidet auch darunter? So ist man über einen “harten Hund” (wie man Grupp hier bei uns auch nennt) sogar noch dankbar, weil er sowas wie eine Moral hat. Selten genug.

Leider haben solche Unternehmer fast nie genügend Einfluß um unsere Diktatoren auf Zeit vom nächsten Freihandelspakt mit einem dritte-Welt-Land abzubringen. Letztlich grunzen die richtigen Schweine halt doch am lautesten (dazu passt: “Arbeitgeber” machen Druck auf Merkel).

59 guggel März 6, 2010 um 11:31

Was kann man ändern?

Das Aktienrecht muss geändert werden. Und zwar so, dass wenn z.B. eine Dividende von 1 Millionen ausgeschüttet werden soll, diese je zur Hälfte an die Aktionäre und die Arbeitnehmer der Firma aufgeteilt wird. Damit hätten die Arbeitnehmer einen monetären Schutz gegen Heuschrecken und allzu gierige Aktionäre die aus übernommenen Firmen noch das letzte rauspressen bevor sie diese zerstückeln und dann auflösen.

60 johaupt März 6, 2010 um 11:51

@guggel

“Das Aktienrecht muss geändert werden. Und zwar so, dass wenn z.B. eine Dividende von 1 Millionen ausgeschüttet werden soll, diese je zur Hälfte an die Aktionäre und die Arbeitnehmer der Firma aufgeteilt wird.”

Generell eine gute Idee.

“Damit hätten die Arbeitnehmer einen monetären Schutz gegen Heuschrecken und allzu gierige Aktionäre die aus übernommenen Firmen noch das letzte rauspressen bevor sie diese zerstückeln und dann auflösen.”

Die Heuschrecken pressen ja nicht notwendigerweise Dividente heraus. Es reicht die Firma mit Krediten zu übernehmen und diese (samt Zinsen für unsere Banken) dann indirekt den Arbeitskräften aufs Auge zu drücken. Wenn man sich nicht verspekuliert hat und das Unternehmen ist gut genug positioniert und geht nicht insolvent, verkauft man es nach einigen Jahren schuldenfrei wieder und ist reich.

Gegen diese Schweinerei würde schon eine Steuer auf Veräußerungsgewinne reichen, ja, genau die, die Schröder seinerzeit abgeschafft hat, die selbe, die Banken-Merkel natürlich nicht wieder einführen will.

61 Eribo März 6, 2010 um 12:00

Eine kleine Anfügung:
Chiapello und Boltanski haben in “Der neue Geist des Kapitalismus” einen konsistenten Vorschlag vorgelegt, wie solche Unterschiede im Geist des Kapitalismus verstanden werden können.

Als Geist des Kapitalismus ist hier ganz im Sinne Webers eine ideologische Figur zu verstehen, die notwendig ist, um die Beschäftigten überhaupt an den unersättlichen Akkumulationsprozess zu binden. Das bezieht sich nicht so sehr auf das Proletariat, als auf die Funktionseliten mit knappen Kompetenzen, die gerade wegen erheblicher Informationsasymmetrien nicht ohne weiteres zur Leistungsbereitstellung gezwungen werden können.

Der zweite Geist des Kapitalismus ist eine autoritär familienweltliche Vorstellungswelt. Befehl und Gehorsam gegenüber Autoritäten stabilisieren die durchreglementierte fordistische Arbeitswelt.
Der dritte Geist des Kapitalismus fordert gemäß der Künstlerkritik Selbstverwirklichung und Spontaneität, ja sogar das Begehren soll mit zweckentfremdetem Lacan die Kreativität der Beschäftigten freisetzen.
Entscheidend ist hier, dass diese ideellen Figuren nicht im Sinne von Überbau als falsches Bewusstsein zu verstehen sind, sondern ihre eigenen Gerechtigkeitsnormen einhalten müssen. Chiappello und Boltanski nennen diese kleinen Institutionen “Bewährungsproben”, als Beispiel darf das Senioritätsprinzip für den zweiten Geist herhalten. Nur wenn glaubhaft ist, später aufzusteigen, ist jetzt Gehorsam plausibel.

Bemerkenswert an dem Buch der beiden Franzosen ist die transparente und konsequente Argumentationslinie. Was ich hier aufs gröbste verlürzt habe, ist den beiden 700 Seiten Argumentation wert. Es handelt sich bei meinen Argumenten also eher um eine stark verkürzte Leseempfehlung.

Ich muss mich entschuldigen, das ist argumentativ nicht so ordentlich ausgemalt, wie es sein müsste, aber Luhmann zwingt mich heute seine Komplexität zu reduzieren.

Beste Grüße.

62 Rüdiger Kalupner März 6, 2010 um 12:16

Die Menschengruppe, die hier als Trigema-Grupp und Schumpeter-Unternehmer verhandelt wird, nenne ich KREATIVE EVOLUTIONÄRE. Das sind Menschen, die das evolutionsprozesseigene Erfolgsprinzip leben: den subjektiven Maximalismus. Sie sind – politologisch gesprochen – als 5. Klasse zu erkennen.

Erst wenn die Partei der 5. Klasse die Mehrheit in den Parlamenten errungen haben wird, werden alle Menschen – auch die Unternehmer – aus dem Gefängnis der hergestellten Notwendigkeiten, d.h. aus den Systemzwängen der konfliktkämpferisch gewachsenen Machtstrukturen befreit werden. Es ist dies das Reich der Freien, der KREATIVEN, von denn u.a. Karl Marx sprach. Auf diese menschheitsgeschichtliche Befreiungsrevolution, auf den Sturz des 2%Wachstumszwang-Regimes der KAPITALSTOCKMAXIMIERER läuft die derzeitige 5%Wachstumsabsturzkrise in Deutschland hinaus. Man lese zur Rolle der Regierung und des Volks der GRIECHEN meinen Leserkommentar in der taz v. 4.3. :

http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/kommentarseite/1/griechenland-wirbt-um-vertrauen/kommentare/1/1/

Dies solle nur ein erneuter Hinweis darauf sein, dass allein mit einer umfassenden (katholischen) Evolutionsprozess-Theorie die Dinge klar werden und leicht zu ändern, zu korrigieren sind. Es kommt auf das Bündnis mit der Evolutionsprozess-Logik und der Übergangspotenziale an.

Ohne eine solche Theoriegrundlage und ohne die Machtübernahme durch die KREATIVEN EVOLUTIONÄRE hängt Joseph Schumpeter leider in der politischen Wolke und in der Luft, denn die hergestellten Systemzwänge des Etablierten machen es dem ‘schöpferischen Zerstörer’, den Neuerer, denjenigen, die zur nachhaltigen Effizienz, zum Fortschritt und dem möglichen Produktivitätsfortschritt beitragen wollen, extrem schwer.

KREATIVE EVOLUTIONÄRE vereinigt Euch!

63 Michael März 6, 2010 um 12:21

@guggel
Die AN bekommen ihren Lohn. Wenn sie eine andere Meinung haben, können ihre “Gewerkschaften” einen höheren Lohn aushandeln. Man kann ihnen aber Aktienoptionen statt einer Betriebsrente auszahlen. Um die Nachhaltigkeit zu fördern. Die würden ihrem “Management” in dem Fall ganz anders Beine machen, als es bisher der Fall ist. Aktienrückkäufe würden nicht die Dividenden verbessern, sondern in den betriebseigenen Rentenfonds gehen. Die Erträge nach Zinsen Steuern und Abschreibungen gehen üblicherweise zur Hälfte in die Schuldentilgung. Zur anderen Hälfte an die Aktionäre.

Der größte Teil “deutscher” Aktiengesellschaften gehört angloamerikanischen Finanzfirmen. So müssen die Finanzgebaren dieser Zockerbuden auch verstanden werden. Die haben ihr Geld in den seltensten Fällen durch Produktion und Verkauf ihrer Güter erzielt. Sie leben auf Kosten dummer Aktionäre. Deren Aktienkurse werden im Wesentlichen durch Indexbewegungen des DOW und der bei uns €/$-Wechselkurse, mittels vollautomatischer Handelssysteme, binnen Sekunden auf- und niedergespielt generiert. Das kann jeder selbst nachrechnen. Echte Käufe stehen nicht dahinter, die Kurse werden gemakelt. So stünde der “Performance-”DAX zur Zeit in Anbetracht massiver Dividendenkürzungen und -streichungen ungefähr 130 Punkte zu hoch und sollte irgendwann in der Zukunft um diese stärker fallen, als es aus DOW und €/$ zu berechnen wäre.

64 Rüdiger Kalupner März 6, 2010 um 12:26

Um die vorrevlutionäre Dimension der Lage noch klarer darzustellen, poste ich meinen zweiten taz-Leserkommentar vom …

… 04.03.2010 22:03 Uhr: Rüdiger Kalupner
“Mich erinnert die Lage in Griechenland sehr an die vorrevolutionäre Entwicklung im Absolutismus in Frankreich der Jahres bis 1789: der Staat ist zahlungsunfähig und die Profiteure der bisherigen Finanzierungs- und Verschuldungs-Politik und des Steuersystems wollen sich nichts nehmen lassen.

Die Parallelen der geschichtlichen Entwicklungen zwischen 1789 und 2010 fallen ist Auge, wenn man diese denn sucht. Vor allem die totale Zwickmühlenlage (= Sparprogramme kosten Wachstum kosten Steuereinnahmen usf.) und Finanzzusagen der EU führen zu Volksaufständen (= deutsche Finanzhilfen kosten Wählerstimmen für die B’Regierung) weisen auf eine revolutionäre, systemsprengende Exodusdramatik. Das Ancien Régime kann die Systemkrise nicht mehr beenden. Es muß über seinen Sanierungsversuch stürzen.

Wenn jetzt noch die Erkenntnis über die nachfolgende, postrevolutionäre Ordnung der Gesellschaft und Wirtschaft hinzuträte, wäre der Sturz des Ancien-2%Wachstumszwang-Régimes, das eine fast-geheime, absolute Herrschaft errichtet hat, nur eine Sache von wenigen Wochen.”

Ich hoffe wir sind uns alle einig, dass es darauf ankommt das KAIROS-Augenblick zu ergreifen, d.h. die Welt nicht nur immer anders zu interpretieren, sondern ihre Wechselwirkungen durch Erkenntnisse und Taten zu maximieren – und das können wir nur, wenn wir als Subjekte uns als KREATIVE MAXIMALISTEN verhalten.

65 hacedeca März 6, 2010 um 12:42

@guggel, #59

“Und zwar so, dass wenn z.B. eine Dividende von 1 Millionen ausgeschüttet werden soll, diese je zur Hälfte an die Aktionäre und die Arbeitnehmer der Firma aufgeteilt wird.”

Hm, mal angenommen, die Aktienkurse des Unternehmens sind seit jeher und absehbar stabil, die Dividende also der einzige Grund, das Papier und damit Miteigentum am Unternehmen zu erwerben. Warum sollte man das bei halber Dividende tun? Weil sich entsprechend bei Umsetzung Deines Vorschlages auch sofort der Aktienkurs halbiert?

Verstehe! Wertvernichtung ist also Dein Ziel! Aber wahrscheinlich sparst Du ja auch kein Geld an, etwa für eine private Altersversorgung, hast auch sonst keine Versicherung, die zumindest teilweise auf Aktien basiert, da kann Dir ja der Aktienkurs egal sein.

Aber was ist, wenn es wenigstens noch einen Menschen in Deiner Familie gibt, der nicht im Öffentlichen Dienst arbeitet, oder HartzIV bezieht, sondern in einem Unternehmen auf Aktien? Dieses Unternehmen gerät jetzt in Schwierigkeiten, Krisen kommen ja immer wieder, und will sich retten, indem es neue, zusätzliche Aktien ausgibt – Aber Du hast eben den Aktienkurs halbiert! Also müssen jetzt doppelt so viele Aktien ausgegeben werden.

Und hier greift die Dynamik der Börse: Der Kurs wird dadurch nicht linear sinken, sondern exponentiell. Denn was steht schon dafür, dass dies die letzte Aktion war? Die Aktien sind jetzt Pennystocks, Zockerpapiere und locken also genau jene Heuschrecken und Firmen-Raider an, welche Deine Idee fernhalten sollte.

Werte vernichtet, Firma den Heuschrecken ausgeliefert, welche den Laden ausschlachten und endgültig ruinieren – Buy, buy, buy? Bye, bye, bye!

66 Wat. März 6, 2010 um 12:50

@ Rüdiger Kalupner – och nööh, was ist bitte daran revolutionär?

‘Nen Grupp wird niemals freiwillig auf seinen Gewinn verzichten, erst recht nicht auf sein wohl schloßähnliches Haus und schon gar nicht wird er ‘arbeiten’, wie seine Mitarbeiter.
Es bleiben nämlich seine Mitarbeiter – nicht seine Mit-Unternehmer in seinem Unternehmen…

Irgendwie muß ich da ‘nen völlig anderen Marx gelesen haben.

‘Meiner’ sagte da was von einer ‘Assosziation freier Produzenten’.
Nach mA wäre das also entweder Grupp ohne Angestellte/Arbeiter oder Grupp mit Mit-Unternehmern (in einem(!) Unternehmen, nicht seinem(!) )

67 hacedeca März 6, 2010 um 13:14

@Wat, #66

“schon gar nicht wird er ‘arbeiten’, wie seine Mitarbeiter”

Hast Du nicht gestern, oder war es ein anderer, behauptet, dass Grupp mit seiner immergleichen Masch durch die Talkshows tingelt, weil er so eben Werbung macht? Wie kannst Du dann behaupten, er würde nicht arbeiten, er macht doch PR?

Abgesehen davon ist er der “Kombinatsdirektor”: Sein gehobener Lebensstandard stünde ihm doch auch in einem entwickelten Sozialismus zu, so mit Villa in Wandlitz und einem dicken Auto und ‘ner knackigen Sekretärin, oder nicht?

68 johaupt März 6, 2010 um 13:15

@hacedeca

“Weil sich entsprechend bei Umsetzung Deines Vorschlages auch sofort der Aktienkurs halbiert?”

Hör doch auf mit diesem Unsinn. Als ob Aktienkurse allein die Dividentenzahlungen wiederspiegeln, dann müssten einige hochbewertete Aktien eigentlich nahe Null liegen.

Eine Kapitalertragssteuer mag ja sinnvoller sein, aber der psychologische Zusammenhang zwischen Dividentenausschüttung und erzwungener Gewinnbeteiligung ist äußerst reizvoll.

“Aber Du hast eben den Aktienkurs halbiert! Also müssen jetzt doppelt so viele Aktien ausgegeben werden. ”

*Gähn* Und? Dann muss das arme arme Unternehmen halt einen Kredit aufnehmen, so wie jedes andere nicht-Aktien-Unternehmen auch. Mir kommen die Tränen.

“Werte vernichtet, Firma den Heuschrecken ausgeliefert, welche den Laden ausschlachten und endgültig ruinieren”

Blabla. Eine (politisch gewollte) Fehlentwicklung als Begründung zu nehmen um Verbesserungsvorschläge abzuwürgen, ist schlechter Stil. Sorry.

69 hacedeca März 6, 2010 um 13:21

@johaupt

“Hör doch auf mit diesem Unsinn. Als ob Aktienkurse allein die Dividentenzahlungen wiederspiegeln, dann müssten einige hochbewertete Aktien eigentlich nahe Null liegen.”

Habe ich auch nicht behauptet! Was willst Du mir hier unterstellen?

70 aloa5 März 6, 2010 um 13:35

Das geht so oder so nicht. Gewinne sind Eigentum der Inhaber. Man wird kein Recht einführen können welches als Inhalt eine Enteignung enthält. Es zu besteuern ist zwar auch eine Form der Enteignung aber eine legalisierte welche nichts mit einer willkürlichen Enteignung zugunsten von Privatpersonen zu tun hat.

71 johaupt März 6, 2010 um 13:40

@hacedeca

“Habe ich auch nicht behauptet! Was willst Du mir hier unterstellen?”

Du hast behauptet, dass sich mit Halbierung der Dividente auch der Aktienkurs halbiert. Zumindest kam das bei mir so an. Tatsache ist doch, dass die Dividente bei den Spekulanten nur eine Nebenrolle spielt. Ich hatte selbst schon Aktien und kenne die Psychologie die dahinter steckt. Viel wichtiger ist der Gesamtmarkt, die Prognose wie die Aktie sich wohl entwickeln wird, wie billig das Spielgeld zu bekommen ist, kombiniert mit den Manipulationen der Big-Player im Hintergrund.

Sonst wäre eine lächerliche Hausse, wie sie im Casino gerade wieder um sich greift, schlicht nicht vorstellbar. Und das mitten in der größten Krise seit Jahrzehnten! Die Börse ist weder effektiv, noch transparent und die Realität spielt dort stets nur eine Gastrolle. Das muss man immer mal wiederholen um den unsäglichen und falschen Aktien-Mythen entgegenzuwirken.

72 hacedeca März 6, 2010 um 13:48

@Johaupt,

> “Du hast behauptet, dass sich mit Halbierung der Dividente auch der Aktienkurs halbiert.”

Nö ,habe ich nicht, sondern:

“Hm, mal angenommen, die Aktienkurse des Unternehmens sind seit jeher und absehbar stabil, die Dividende also der einzige Grund, das Papier und damit Miteigentum am Unternehmen zu erwerben.”

>”Ich hatte selbst schon Aktien”

Hast sie dann aber verkauft, weil die Rendite nicht stimmte, weshalb der Aktienkurs fiel, weshalb der gutherzige Manager gefeuert wurde und durch einen harten Hund ersetzt, der erstmal das Personal ausdünnte.

Aha! Worauf wolltest Du noch einmal hinaus?

73 johaupt März 6, 2010 um 13:53

@aloa5

“Gewinne sind Eigentum der Inhaber. ”

Bist du Anwalt im Wirtschaftsrecht oder sowas? Ich hab meine Zweifel ob deine Darstellung so stimmt.

“Man wird kein Recht einführen können welches als Inhalt eine Enteignung enthält.”

Klar kann man, in einer Demokratie kann man alles, sogar das Eigentum abschaffen, wenn das eine Mehrheit will. Ob die Machtverhältnisse, insbesondere in D, das zulassen, ist eine ganz andere Frage.

“Es zu besteuern ist zwar auch eine Form der Enteignung aber eine legalisierte welche nichts mit einer willkürlichen Enteignung zugunsten von Privatpersonen zu tun hat.”

*lol* Nun ein Dividentenbeteiligungsgesetz mit festen Regeln ist auch keine willkürliche Enteignung und ebenfalls staatlich legitimiert.

74 Wat. März 6, 2010 um 14:04

@ hacedeca # 67

Nein, das war nicht ich.
Ich meinte weiter oben nur, daß ihm halt nichts weiter übrig bleibt.

Den Quatsch mit dem ‘entwickelten Sozialismus’ schreibst Du immer wieder – er wird deshalb nicht richtiger (Punkt)

75 johaupt März 6, 2010 um 14:05

@hacedeca

“Hast sie dann aber verkauft, weil die Rendite nicht stimmte, weshalb der Aktienkurs fiel, weshalb der gutherzige Manager gefeuert wurde und durch einen harten Hund ersetzt, der erstmal das Personal ausdünnte.”

*lol* nein, weil ich ein armes Schwein bin und das Geld für reale Investitionen brauchte, anstatt fürs Roullette spielen.

“Aha! Worauf wolltest Du noch einmal hinaus?”

Darauf dass der Vorschlag von “guggel” ganz gut war und du ihn mit dünnen und fadenscheinigen Argumenten kaputtreden wolltest. Ich denke das ist jetzt hinreichend klar geworden.

Denn selbst wenn dein Szenarion von der “seit jeher stabilen AG” eintritt (wieviele gibts wohl davon?) und deren Kurs sich halbiert, hält sich mein Mitleid in Grenzen. Die Reaktion wäre vermutlich eh eine Einsparanstrengung um letztlich wieder die alten Dividenten ausschütten zu können, ist ja bei Steuern ganz ähnlich. Das Volk lebt nur davon, dass trotzdem immer was hängenbleibt.

76 Otto März 6, 2010 um 15:00

Es hat seinen Grund, warum Grupp mit seiner Firma in Württemberg sitz! Meine Frau ist geborene Reutlingerin, von der habe ich viel gehört über die ‘Schwaben’!

Ausserdem lese ich immer wieder die Biographie über das Leben von Robert Bosch, geschrieben von Theod. Heuss, auch einem Schwaben.

Bosch war genau der Firmenlenker, den sich unsere heutigen ‘Manager’ zum Vorbild nehmen sollten. Leider werden sie es nicht tun! Bosch war so weitsichtig seine damalige AG wieder in eine GmbH zurückzuverlagern und als Stiftung zu installieren. Da haben die Heuschrecken (und auch die Familie, siehe Grohe u.a.) keinen Zugriff!

Ich hatte über 3 Jahrzehnte die Ehre, als freier, kleiner Unternehmer diese Firma hier bei uns auf einem speziellen Gebiet zu vertreten.
R.Bosch ist bis heute mein Vorbild geblieben! Ich habe mal vom Niederlassungsleiter einen Druck seines Portraits bekommen; diese Bild hat immer noch einen Ehrenplatz in meinem Haus!

Und Grupp ist genau so ein Mann mit der Ethik der ‘alten Schwaben’!

Gruss
Otto

77 froZ März 6, 2010 um 15:03

Also mir erscheint @guggels Idee auch mehr als fragwürdig. Erstens hätte sie den gleichen Effekt wie eine Neuemission von Aktien im Umfang von 100% der bereits bestehenden Marktkapitalisierung, und natürlich würde der von @hacedeca beschriebene Effekt einer Ausdünnung und damit eines Wertverlustes bestehender Eigentumsrechte eintreten, wenn auch vielleicht nicht sofort im Verhältnis 1:1. Auch sind die rechtlichen Barrieren m.E. unüberwindbar. Zum dritten gäbe es dann sehr starke Anreize seitens der Aktionäre, die Zahl der Stammbelegschaft mit Quasi-Eigentümerrechten zu minimieren und weite Teile von Produktion und unternehmensnahen Dienstleistungen an Subunternehmer “outzusourcen” die nicht in Form einer Kapitalgesellschaft organisiert sind.

Man sollte das lieber vergessen. Die erhofften Effekte lassen sich anders einfacher erreichen, durch Veränderungen im Steuer- und Arbeitsrecht.

78 Dietmar Tischer März 6, 2010 um 15:07

@ Andreas Kreuz # 57

>>Wenn wir hier wieder Näher beschäftigen, werden die Herstellungskosten so hoch, dass die Textilien nicht mehr zu verkaufen sind – da nützen dann die Markenfuzzies auch nichts mehr und werden gar nicht erst beschäftigt.>

Nein sie ist nicht jenseits des Vorstellungsvermögens, jedenfalls nicht meines.

Es ist nur eine Denke, die den Realitäten nicht gerecht wird.

Heißt als Antwort auf Ihre erste Frage:

Rechnerisch ja, aber praktisch nicht.

Wenn die Gewinnspanne geringer wird und damit die Attraktivität für das Kapital sinkt, hiesige Näher zu beschäftigen, wird es sich aus diesem Segment zurückziehen, so dass es in letzter Konsequenz keine Textilien aus hiesiger Produktion mehr geben wird.

Dann gibt es dafür auch keine Angebotspreise.

>ich kenn sehr arbeitsintensive Produktionszweige sehr genau,
wie zum Beispiel den wissenschaftlichen gerätebau.
Da haben die Lohnkosten wirklich den größten Anteil an den Herstellungskosten.>

Ja, der WISSENSCHAFTLICHE Gerätebau.

Wenn die Geräte aufgrund ihrer Eigenschaften sonst keiner herstellen kann und sie aufgrund ihrer Eigenschaften unverzichtbar sind, dann können die Lohnkosten hoch, sehr hoch sein – und es werden dennoch Gewinne erzielt.

Maschinen- und Gerätebau – da sind die Nischen, in denen wir sozusagen die Investitionsgüter- Porsche herstellen.

Das ist etwas anderes als T-Shirts.

79 Dietmar Tischer März 6, 2010 um 15:13

@ Andreas Kreuz

Nachtrag, weil nicht mein ganzer Beitrag angenommen wurde.

Nach dem Zitat anfangs kommen zwei Fragen von Ihnen:

>Könnte es nicht sein, dass bei einer geringeren Gewinnspanne der Preis konstant bliebe?

So eine Denke ist wohl jenseits des Vorstellungsvermögens einiger Diskussionsteilnehmer?>

Dann geht es weiter wie vorher mit:

Nein sie ist nicht jenseits des Vorstellungsvermögens, jedenfalls nicht meines.

80 Andreas Kreuz März 6, 2010 um 16:04

@Tischer #78 #79

Ich wollte es nur mal da geschrieben stehen sehen:

Es ginge auch anders.
Wenn ‘man’ wollte… ….mehrheitlich… ;-)

81 Salve März 6, 2010 um 17:10

Das Langzeitarbeitslosenproblem wird in Kürze gelöst sein.

Was fordert die SPD?

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spd-hartz-iv-empfaenger-sollen-gemeinnuetzige-arbeiten-verrichten;2541479

Mindestlohn und gemeinnützige Arbeit.

Es dürften sich bei einem Mindestlohn von 8,5 Euro ~ 90% der Langzeitarbeitslosen bereit finden, diese Jobs auszufüllen.
Es bedürfte nicht des geringsten Zwanges.

Was bedeutet das für die Renditen der Banken und sonstigen Kapitaleinkommen?

Besser kann man das Arbeitsangebot nicht verknappen.

82 Stefan März 6, 2010 um 17:34

@ ergo sum

Seit wann hat Nike eine Schuhfabrik? Und dann auch noch in den in den USA?

83 guggel März 6, 2010 um 17:57

Ui, so viel Reaktion auf meinen Vorschlag :)

Es kam die Mär vom “Aktienkursverfall” auf. Worüber ich nur lächeln kann da der Aktienkurs zuerst einmal nur den Wert des Unternehmens wider spiegelt. Es gab (vielleicht gibts die auch noch) AGs die über längerem Zeitraum keine Dividende ausgeschüttet haben um die Gewinne in die Firma selbst zu investieren. Dort war festzustellen dass der Aktienkurs nicht verfiel, ja häufig sogar die Aktie für Anleger interessanter wurde da die Firma langfristig über die Investitionen mehr Gewinne und Marktmacht generieren kann.
Seit dem aber die “Renditeschwätzer” von 25% und mehr reden, seit dem werden auch Aktien immer mehr für kurzfristiges Renditehandeln benutzt. Und gerade in diesem Fall ist die Dividende das Sahnehäupchen auf den Renditeprozenten. Kappt man dieses Sahnehäupchen, dann wird diese Firma für die “Kurzfristigen” weniger interessant. Steigt trotzdem jemand ein und zwingt durch Mehrheit zur Dividende, dann bekommen die AN auch etwas ab – und zu Recht, denn eine Firma die nicht mehr in eigene Produkte investieren kann weil sie Dividende zahlen muss (Telekom?) verliert Marktanteile und ist früher oder später weg vom Markt. Und damit die AN arbeitslos. Mit der Dividendenteilung hätte aber auch der Binnenmarkt direkt etwas vom Geldmarkt, denn die AN würden dadurch den Binnenkonsum mehr ankurbeln.
Weiterhin wäre es auch nicht weiter schlimm wenn dann, wie vorgeschlagen, die Arbeitsplätze in kleinere Firmen im Binnenmarkt ausgesourced werden – sie bleiben ja dadurch trotzdem erhalten. Was die Aktionäre dadurch aber haben könnten – k.a. Es würden dann ja trotzdem Kosten durch die “Leiharbeiter” entstehen. Gut, sie werden anders verbucht aber sonst? Die Regulierung der kleinen Firmen ist dann wieder ein anderes Thema welches sowas wie Mindestlohn ect. einschließt. Sprengt hier aber glaub ich den Rahmen.

84 Jörg Buschbeck März 6, 2010 um 18:06

Ein guter Kommentar beim Spiegelfechter bringt n.m.E.
das Wesentliche auf den Punkt:

“3.Chat Atkins am 3. März 2010 um 18:10
Die gesellschaftliche Konfliktlinie verläuft heute nicht zwischen ‘Leistungsträgern’ und ‘Leistungsverweigerern’, sie verläuft zwischen ‘Verantwortungsträgern’ und ‘Verantwortungsverweigerern’, also zwischen Grupp und Ackermann, zwischen Geißler und Westerwelle, um das Ganze auch mal zu personifizieren.”

Eine nicht zuletzt seit der 68er “Egomanierevolution” zur “gelebten Verantwortungslosigkeit” tendierende westliche Gesellschaft fährt gerade mit Volldampf gegen die Wand.

85 snozin März 6, 2010 um 18:06

“…diese und zahlreiche andere Facetten des Burladinger Textilunternehmers verleiten in unseren knallharten Zeiten der globalen Megacorporations zur heiteren Herablassung des Publikums.”

Hier wäre zu ergänzen:

…falls man in einer rosaroten Nebenwolke schwebt und aus der heraus zweimal wöchentlich etwas Kamelle ins Publikum wirft.

Ich jedenfalls habe während des Maischberger-Events von heiterer Herablassung nicht viel mitbekommen.

86 Prof. h.c. März 6, 2010 um 18:51

@snozin

Das eben ist wohl das Problem. Leute die ein BGE erhalten, verlieren jeden Sinn für die Realität.

Von daher sind Diskussionen über das BGE mit Leuten, die es erhalten, ziemlich sinnlos.

Das war so an meiner UNI, das ist hier so.

87 Nanuk März 6, 2010 um 18:56

@Jörg Buschbeck
Thatcher und Reagan waren 68ziger?
Haste kompromittierende Bilder davon…

88 Nanuk März 6, 2010 um 19:01

http://www.youtube.com/watch?v=okHGCz6xxiw
Lol immer noch der gleiche Dreck den wir erzählt bekommen…
http://www.youtube.com/watch?v=yigMWCHm_EM

89 Prof. h.c. März 6, 2010 um 19:02

zu #87

Die waren 68er.
Haben Drogen genommen und Scheisse erzählt.

Fehlt noch was für diese Qualifikation?

90 Prof. h.c. März 6, 2010 um 19:04

zu #83

Wo war dein Vorschlag?
Will mit nicht den ganzen Müll antun, bevor ich ihn finde.

91 Nanuk März 6, 2010 um 19:09

@Prof. h.c.
Gesoffen haben die Kiffen hätten se sollen das hilft auch gegen Arbeitsgeilheit… :)

92 Wilma März 6, 2010 um 19:31

Mir fällt da noch ein anderes Unternehmen ein, welches nicht als AG arbeitet. C&A. Aus meinem Verwandtenkreis weiß ich, dass die sich die leitenden Mitarbeiter nach vielen Kriterien (z.B. Katholisch-Sein)
aussucht und selbst ausbildet- Zwingend ist nicht ein BWL-Studium sondern eben eine firmeninterne Ausbildung. In dieser Zeit müssen alle, die später in höheren Managementpositionen kommen, durch fast alle Filialen der Häuser. Sie lernen also das Kaufhaus von der Basis her kennen. Das macht schon den Unterschied zu den Arcondor
(Karstadt)-Managern aus, die sich nicht mit ihrem Haus identifizierten. Auch C&A lässt in Billiglohnländern produzieren. Als Familienunternehmen tragen sie aber wohl noch Verantwort. Trotz Krise hat man nichts von Entlassungen e.t.c. gehört.

93 Prof. h.c. März 6, 2010 um 19:39

Jaja; bevor hier die Liste aller kommunistischen Unternehmen kommt:

Habt ihr auch die Gehälter parat?

94 froZ März 6, 2010 um 22:20

@ guggel

“Weiterhin wäre es auch nicht weiter schlimm, wenn dann, wie vorgeschlagen, die Arbeitsplätze in kleinere Firmen im Binnenmarkt ausgesourct würden – sie blieben dann ja trotzdem erhalten.”

Mal abgesehen davon, daß Löhne und Arbeitsbedingungen dort in der Regel schlechter sind: Im Extremfall hast Du dann am Ende eine Firma, in der nur noch die leitenden Angestellten unmittelbare Mitarbeiter der Kapitalgesellschaft sind, während alle anderen in Personengesellschaften ausgelagert sind, die als Subunternehmer für die Kapitalgesellschaft fungieren. Die wenigen verbliebenen unmittelbaren Mitarbeiter der Kapitalgesellschaft hätten dann gemäß Deiner Idee zusammen aber immer noch Anspruch auf 50% der Dividende. (Und natürlich wären sie es, nicht die Altaktionäre, die den Personalabbau forcieren würden; da hatte ich mich oben nicht richtig ausgedrückt.) – Unsere CEOkraten würden sich also für Deinen Vorschlag herzlich bedanken; da könnten sie die Unternehmen dann auf Kosten von ausgelagerten Mitarbeitern UND Altaktionären noch hemmungsloser ausplündern, als sie das heute schon tun.

Ist wirklich kein guter Vorschlag, sieh es ein.

95 snozin März 6, 2010 um 22:31

@ Professor ehrenhalber

Vier Beiträge. Vier mal erwartbar und standesgemäß unverständlich.

96 guggel März 6, 2010 um 22:32

@froZ

No prob.

Vorstand und Aufsichtsräte dürfen vom eigenen Unternehmen keine Aktien halten.

Betriebsrat hat Vetorecht bei Entlassungen.

AN können in einer direkten Abstimmung den Betriebsrat überstimmen.

97 froZ März 6, 2010 um 22:50

@ guggel

Also ich sehe, Du müßtest gleich einen ganzen Haufen Gesetze und dazu vermutlich auch noch die Verfassung ändern, damit Dein Vorschlag zumindest irgendwie praktizierbar wäre.

Sorry, so funktioniert das nicht. Man kann kein Puzzleteil entwerfen, das nur dann hineinpaßt, wenn auch noch das ganze Puzzlespiel drumherum sofort ausgetauscht wird. Institutioneller Wandel vollzieht sich graduell, und ein neues Zahnrad muß erst noch eine ganze Weile mit dem alten Getriebe weiterlaufen. Es gibt keinen gesellschaftlichen Wandel, den man in einem großen Gesamtentwurf am Reißbrett kreieren könnte.

98 Frank Benedikt März 7, 2010 um 02:21

Für einen “Linken” wie mich ist es ja theoretisch ein Ärgernis, mich als “Konservativer” zu outen, aber wo der Mann (Grupp) recht, hat er recht :-) Da reklamieren auch wir inzwischen den Terminus “wertkonservativ” für uns, da ihn die eigentlich Konservativen u.E. nicht mehr führen dürften.

99 guggel März 7, 2010 um 09:51

@froZ

Aber das ist ja die Krux mit der Gesetzgebung! Da sitzen dann unterschiedliche Lobbyvertreter im Plenarsaal und jeder kämpft für seine Geldköfferchen. Am Ende gibt es dann ein Gesetz, welches bei den einzelnen Lobbys zu Kompromissen führt und die Differenz von denen bezahlt wird, welche keine Lobby haben: Dem einfachen Bürger!

Deswegen muss das komplett neu aufgesetzt werden und die von dir genannte “graduelle Veränderung” hat IMMER auf Grund der Kompromisse ein Hintertürchen für die, die eigentlich durch das Gesetz gemassregelt werden sollen.

100 MelvinUdall März 7, 2010 um 20:33

Grupp ist natürlich nicht cool. Als autochtomer, in dessen Nähe wohnender Schwabe, der allerdings etwas über den “Tellerrand der Schwäbischen Alb” blickt, kann ich Ihnen sagen: Die “Grupp-Masche” mag noch eine Weile laufen, was jedoch nur daran liegt, daß er irgendwo hinter Burladingen mit Leuten produziert, die 1.noch diese “bösen” deutschen Tugenden haben u. 2.das Patriarchat ihres Chefs mangels Alternative akteptieren. Ich kanns nicht verheben, es ist nur die Wahrheit, die aber keiner mehr ertragen kann: Wenn der seinen Laden in einem Vorort von Frankfurt hätte und mit den z.Zt. zugewandernden Rotationseuropäern o.ä. führen müsste, hätte er sich längst mit seinem Einstecktuch aufhängen können. ….(gut, jetzt dürfen sie mich natürlich ein rechtes Dreckschwein nennen………..)

101 Goldkind März 8, 2010 um 14:45

Mit wachsendem Interesse verfolge ich schon eine ganze Weile die Meinungsäußerungen des Herrn Grupp und ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass er ein Vorbild für alle Unternehmer sein müsste. Nach dem Motto: Leben und leben lassen. Letzteres vergessen fast alle Unternehmer in letzter Zeit und da ist es mir völlig gleichgültig, was für Motive/Ursachen dahinter stecken. 99 % der Reichen schert sich einen Dreck darum, wie es den anderen Menschen geht vorzugsweise auch denen, die ihren eignen Reichtum mit ihrer Hände Arbeit erzeugen und mehren! Nicht so Grupp!

P.S. Die Menschen sind n i c h t alle „von Natur aus“ gierig! Man kann schon auch noch an das Gute im Menschen glauben, auch wenn uns die fehlgeleiteten Medien was anderes weiß machen wollen.

Übrigens @Otto 76 fand ich gut!
Und auch @84

102 Free tattoo designs Mai 14, 2010 um 19:42

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103 CorneliaCarver Juli 10, 2010 um 12:38

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