Über Hooker & Hookers

von weissgarnix am 10. Februar 2010

Meinen Beitrag über Malcolm Gladwell in der FAZ vom letzten Samstag hat der eine oder andere vielleicht gelesen. Hierunter die ungekürzte Originalfassung:

„General Joseph Hooker war so dermaßen den Frauen zugeneigt, dass man meinen könnte, der Ausdruck „Hookers“ für amerikanische Prostituierte wäre auf ihn gemünzt worden. Er ist es zwar nachweislich nicht, aber er hätte es sein können.“ Mit dieser Anspielung auf die unstillbare Libido des legendären Nordstaaten-Generals im Sezessionskrieg eröffnet Malcolm Gladwell eine weitere seiner zahllosen Anekdoten, anhand derer er einem Millionenpublikum die Welt erklärt.

Gladwell („Tipping Point“, „Blink“, „What the dog saw“) ist ein Bild von einem Bestseller-Autor: charmant; eloquent; gescheit. Und eine witzige Erscheinung ist der Kanadier mit Wohnsitz New York obendrein: Frisur im Art Garfunkel-Look (wenn auch in schwarz statt blond) und immer einen kessen Spruch auf den Lippen. So stand er mir unlängst gegenüber und sprach über „Leadership“. Das heißt: er stand – am Rednerpult nämlich; ich saß – inmitten eines circa hundertköpfigen Publikums. Ort der Handlung war der Southern Comfort eines Luxusressorts in der Nähe von Charleston, South Carolina.

Gladwell sprach also über Leadership und bediente sich dafür einer Episode aus dem amerikanischen Bürgerkrieg: der legendären Schlacht von Chancellorsville. Diese trug sich zu zwischen dem 30. April und dem 6. Mai 1863 und führte zur direkten Konfrontation zweier ausgesprochener Alphawölfe: des besagten Joseph Hooker auf der Seite der Nordstaaten und des bis dahin ungeschlagenen Robert E. Lee in Diensten der Konföderation. Letzterer hatte wenige Monate zuvor bei der Schlacht von Fredericksburg einen triumphalen Sieg davongetragen und damit die Union in Schockstarre versetzt. Ihre Armee war demotiviert, die militärische Lage brisant: Gelänge Lee jetzt ein weiterer Sieg, stünde er mit seinen Truppen bald vor Washington. Hooker war deshalb von Lincoln persönlich beauftragt worden, Lee am Rappahannock River zu stellen und in die Konföderierten-Hochburg Richmond zurück zu schlagen. 120.000 Mann hatte er dafür zur Verfügung, rund doppelt so viele wie Lee. Als Feldherr war er ein Genie: Er nutzte modernster Mittel der militärischen Aufklärung, erkundete die feindlichen Stellungen u.a. vom Heißluftballon aus. Er wusste mehr über seinen Gegner, als dieser über sich selbst wusste. In einem Manöver, dessen taktische Raffinesse Experten auch heute noch begeistert, gelang es Hooker schließlich, zwei Drittel seiner Armee im Schutz der Dunkelheit über den Fluss und an Lees linker wie auch rechter Flanke in Stellung zu bringen. Damit hatte er ihn in der Zange – als einziger Ausweg bliebe Lee nur noch der Rückzug gen Süden. Und auf diesem sollte ihn die Armee des Nordens angreifen und bis nach Richmond vor sich hertreiben. So dachte jedenfalls Hooker. So hatte er es bis ins kleinste Detail geplant. Von seinem Vorhaben war er so felsenfest überzeugt, dass er in einer Ansprache vor Soldaten sagte: „Selbst Gott der Allmächtige wird mir den Sieg nicht nehmen können.“ Doch es kam anders: Lee zog sich nur scheinbar zurück, nutzte die Tücken des Terrains um nun seinerseits Hookers Truppen zu überraschen. Die labten sich am Vorabend der erwarteten Schlacht an einem improvisierten Barbecue. Lees Attacke traf sie daher völlig unvorbereitet. Angesichts des urplötzlich, mit aufgesetzten Bajonetten über sie herfallenden Feindes blieb ihnen nichts anderes übrig, als Hals über Kopf die Flucht zu ergreifen. Ein grandioser Triumph für Lee. Doch er sollte ihn nicht lange auskosten dürften. Denn – Ironie des Schicksals – nun war es an ihm, aus dem Kelch der Hybris zu trinken: Beflügelt von seinem Erfolg am Rappahannock stieß er schon kurz danach und gegen alle militärische Logik ins feindliche Hinterland vor. Dort kam es zwei Monate später zur entscheidenden Schlacht bei Gettysburg. Der Rest ist Geschichte.

Und die Moral? Grenzenlose Selbstsicherheit seitens der verantwortlichen Eliten sei der Grund für die großen Debakel der Weltgeschichte, so Gladwell. Am Rappahannock führte der Hochmut des Spitzenpersonals gleich zweimal zum Fiasko: zunächst auf Seiten von Hooker, der sich in trügerischer Gewissheit ob der vermeintlichen Perfektion seines Plans nicht dazu entschließen wollte, den entscheidenden Schlag auszuführen, solange er die Gelegenheit dazu hatte; und im Anschluss auf Seiten von Lee, der besser abgewartet und seinen Vorstoß Richtung Washington gewissenhaft vorbereitet hätte. Sowohl Hooker als auch Lee seien Opfer ihrer eigenen Hybris geworden.

Hinsichtlich der Finanzkrise kommt Gladwell zur gleichen Einschätzung: Die Banker hätten sich in der Vorstellung gefallen, dass ein Mehr an Information automatisch zu richtigen Entscheidungen führe; dass alles unter Kontrolle sei, und nichts mehr passieren könne. Eine trügerische Sicherheit, über die er in seinen Büchern bereits in anderem Zusammenhang schrieb: in „What the dog saw“ z.B. der Challenger-Katastrophe oder dem Untergang des Börsenspekulanten Victor Niederhoffer. In seinem Vortrag stützt er sich hingegen auf Erkenntnisse aus der klinischen Praxis: Zahlreiche Untersuchungen hätten gezeigt, dass ein Mehr an Patientendaten die Diagnosen keineswegs zuverlässiger mache; weshalb man in den USA bei der Erkennung von Herzattacken dazu übergegangen sei, nur noch eine Handvoll von Parametern in Betracht zu ziehen.

Die Bankenkrise sei für ihn deshalb keine Frage der Inkompetenz, sagt Gladwell: Führungskräfte mögen zwar bisweilen inkompetent sein, aber damit schaffen sie es in der Regel nur in untergeordnete Positionen; aus denen heraus können sie meist keinen großen Schaden anrichten. Wesentlich gefährlicher seien die Leute an der Spitze; doch ihr Leiden sei nicht Inkompetenz sondern Hochmut: Ihr unbedingtes Vertrauen darauf, die Dinge „im Griff“ zu haben, herausgebildet und verstärkt in einer Kultur, die ein mehr an Wissen automatisch mit einem Mehr an Sicherheit assoziiere, führe sie mitunter auf den direkten Weg in die Katastrophe. Umso überzeugter sie seien, umso heftiger würde die Realität zurückschlagen: Bear Stearns-Boss James Cayne habe bei einem Bridge-Turnier gesessen, während über seiner Investmentbank die Wogen des Schicksals zusammenschlugen. Sein Blackberry sei ausgeschaltet gewesen – wichtige Dinge erforderten eben ungestörte Konzentration.

An den bitteren Konsequenzen der elitären Übergewissheit hätten wir alle zu tragen. Das sei das Problem. Was erwartet Gladwell daher von verantwortungsbewussten Leuten in den Top-Etagen? Ganz einfach: Mehr Demut, sagt er.

Hat er Recht? Im Zusammenhang mit der Challenger-Explosion schrieb Gladwell bereits früher, dass es sich um einen jener Zwischenfälle handle, für den man zwar typischerweise nach Schuldige suche, die einen singulären „Unfall“ zu verantworten hätten. Doch sei das zu kurz gegriffen: Es handle sich bei derartigen Ereignissen nicht um Unfälle im eigentlichen Sinne, bei denen an entscheidender Stelle fatale Fehler gemacht worden wären. Womit wir es vielmehr zu tun hätten, sei die unvermeidliche Konsequenz steigender Komplexität in technischen und organisatorischen Prozessen: Jeder einzelne Schritt folge dabei durchaus dem vorgeschriebenen Protokoll und sei für sich genommen fehlerfrei; aber in Summe ende die ganze Angelegenheit womöglich trotzdem im Desaster. Und zwar deshalb, weil niemand mehr in der Lage sei, das große Ganze zu durchschauen. Gleichwohl gäben wir uns nur zu gerne der Vorstellung hin, dem wäre nicht so; als hätten wir weiterhin alles unter Kontrolle. Was uns in Wahrheit also zum Verhängnis werde, so Gladwell, sei unsere trügerische Selbstsicherheit inmitten immer komplizierter werdender Abläufe.

Sein Fazit daher: Die Finanzkrise und diverse frühere Katastrophen ähnlichen Musters sind nur ein Vorgeschmack auf das, was da zukünftig noch kommen wird. Wir sollten uns also besser an derartige Zwischenfälle gewöhnen.

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1 Logik-Ratio Februar 10, 2010 um 19:09

und daher bin ich gegen kernkraft – weil ich dieser analyse zustimme

2 Ich Februar 10, 2010 um 19:09

Sorry, aber die Chellenger Katastrophe war Inkompetenz.
Feynman, der die Sache untersuchte hat später herausgefunden, dass der Leiter des Teams, der für das Defekte Teil verantwortlich war, zwar ein OK von der Mehrheit seiner Ingenieure hatte, aber gefragt, welche er im Allgemeinen für seine Fähigsten Leute hielte genau auf die verweisen musste, die von einem Start abgeraten hatten. Raketen sind halt nicht demokratisch.
Darüberhinaus sind auch auf jeder Ebene um “Vorstandseinfach” zu machen immer mehr Details in den Informationen gekürzt worden. Aber Raketen sind eben “rocket science” und daher ist “vorstandseinfach” eben zu einfach.
Das Problem WAR also Inkomeptenz auf der Ebene der Entscheider.

Das gleiche dürfte auf Lehman zutreffen, auch wenn ich es natürlich nicht genau weiß. Aber z.B. in den Rating Agenturen gab es jede Menge Leute, die wußten was los war.
Natürlich gab es keinen Verstoß gegen das vorgeschriebene Protokoll, aber wenn das Protokoll sagt, dass man sich auf die nicht-bindende Meinung von Agenturen verlassen soll, die viel Geld dafür bekommen “AAA” auf Dinge zu schreiben ohne das geringste Risiko eingehen zu müssen – dann ist das Protokoll eben absolut blöd und offensichtlich so.

3 Ich Februar 10, 2010 um 19:13

@Logik-Ratio,
eine Kernschmelze tötet wahrscheinlich weniger Leute als ein Kohlekraftwerk, im Normalbetrieb. Die Panikmache vor Strahlung hatte zur Zeit des kalten Krieges den Zweck, den Frieden zu erhalten, weil niemand einen nuklearen Krieg riskieren wollen sollte – der in der realen Welt nicht das Ende der Welt bedeuten würde und daher eine strategische Option hätte sein können.

4 holger Februar 10, 2010 um 19:27

Duhu Weissgarnix,

ein “richtiger” Boss ist sich nicht zu schade, über fast alles in seinem Laden zu wissen. Der redet auch freundlich mit der Putzfrau. Die weiss nämlich sehr viel und sieht und hört auch viel, weil sie nebenbei noch als Friseuse jobben geht.

Er weiss sehr gut Bescheid. Aber unsere Elite verlässt sich gerne auf die untergeordnete Elite Harvard etc. mit dicken Bonus. Die Saftärsche entschuldige meine Kraftausdrücke, komme von der Strasse, sind der Untergang, nicht der alte Patriarch. Die Schnösel in unserem alter, die per Knopfdruck sell und buy, und auch den Knopf destroy finden. Und wenn es nur im Koks Wahn ist.

5 ceteris Februar 10, 2010 um 19:29

Ach, die Finanzkrise ist nur einer dieser dummen, aber unvermeidlichen “Zwischenfälle” an die man sich “gewöhnen” sollte?
Weil ja alles viel zu komplex für uns ist, in Wirklichkeit, die Wirklichkeit – für die kann ja keiner was – die ist uns eben einfach über, auch wenn wir uns gern anderes einreden.
Homiletik nach Pater Luhmann.
Geht’s noch tiefer?

6 aifran Februar 10, 2010 um 19:40

… was macht Bob der Baumeister wenn alle – die es sich leisten können – ihr Häuschen (oder was immer) gebaut haben? ….. den Prolos Geschichten aus dem Bürgerkrieg erzählen? … dabei auf Wunder hoffend (Erdbeben, Kriege und so)

aber fürchtet euch nicht – das “Wirtschaftswachstumsbeschleunigungsgesetz” wird die in die Jahre gekommene Wirtschaft (Kondratieff???) wieder in Fahrt bringen ….

sagt ja auch Bob der Baumeister – “Wir schaffen das ……”

7 hacedeca Februar 10, 2010 um 19:49

Selbst nach einigem Suchen finde ich folgende Geschichte, an welche ich mich zumindest noch gut zu erinnern glaube, nicht mehr im Internet:

War es nicht so, dass sich schon vor der Krise einige Banker, darunter von Goldmann Sachs und der Deutschen Bank, in einem Café trafen, um zu besprechen, wie man aus eben dieser Krise Profit schlagen könnte?

Die Herren von Lehman Brothers und Bear Stearns waren offensichtlich nicht dabei… – dachten aber vielleicht, dass ein solches informelles Treffen demnächst anberaumt wird – wie sonst auch immer. Sie fühlten sich also mit ihrem Eigenhandel toxischer Papiere so sicher, nicht weil sie überheblich waren, sondern dazu erfahrungsgemäß jedes Recht hatten.

Der Tabubruch wäre dann also gewesen, dass Wallstreet aufeinander losging. Eine neue Qualität vielleicht?!

Jedenfalls zu unterstellen, dass den Bankern der Überblick fehlte, das erscheint mir noch gewagter zu sein.

Es hat ja seinen Grund, warum Deutschmann, Arrighi und wie die Veteranen der Warner rund um die allgemeine Rentabilitätskrise des Kapitalismus und die Gefahren der Finanzialisierung noch heißen, kein Geld verdienen, Banker aber wohl – Wahrheit ist eine Frage des Timings.

Und bei diversen Bankern stimmt das Timing – soviel jedenfalls ist Fakt!

8 Logik-Ratio Februar 10, 2010 um 19:49

@Ich

Ich denke es lohnt sich das Thema Kernkraft als weiteres Basisthema zu verwenden, um anschaulich zu machen, wie ich wgn interpretiere.

Es geht um Komplexität von Entscheidungen und Modellen und der Irrglaube, dass diese komplexen Entscheidungen um so besser werden, um so mehr Informationen die Entscheider besitzen.

Dabei wird der entscheidende Faktor nicht berücksichtigt: der Mensch, der Entscheider. Ob Black Swan, oder Hybris im Falle Hooker (u.a.), ein vernünftiger, bescheidener Mensch weis, dass er nicht alle Eventualitäten berücksichtigen kann. Im Gegensatz zum Schachspiel, in dem die Wettkampfbedingungen genau definiert sind, ist in der Wirtschaft, oder im Krieg, der “Ereignis”-Hoizont offen. Es gibt immer unberücksichtige Optionen des Gegenspielers, es gibt immer Zufälle, die wir noch nicht kontrollieren oder gar vorhersagen können. (z.B. Haiti, Taifung in Asien)

Lehmann war höchstens im Zeitpunkt unvorhersehbar, dass diese Art zu wirtschaften früher oder später scheitern musste, war offensichtlich. Finanzprodukte schaffen keinen realen Gegenwert, es braucht eine REALWirtschaftm, die Ressourcen in reale Güter umwandelt. Finanzinnovationen können höchstens helfen, diese zu finanzieren, mit Rohstoffen zu versorgen.

Daran ändert die Beobachtung von 100 Parametern nichts. Es verschleiert sogar diese Grundweisheit, weil es vorgaukelt durch diese Kontrolle die fundamentalen Zusammenhänge aushebeln zu können.

Im Falle der Niederlage von Hooker ist es ein altes taktisches Manöver, dass bereits Napoleon die Niederlage in Waterlow eingebracht hat.

Auf die Atomkraft angewandt, muss man auch hier feststellen, dass fundamentale Denkfehler begangen werden: Es wird weder die gesamte Leistungskette analysiert (Abbau der radioaktiven Grundressourcen in afrikanischen Ländern, Finanz und Garantiekosten für den Bau und Betrieb des Kraftwerks, und die Folgekosten für die Entsorgung, so wie Risikokosten für Unfälle, menschlicher oder technischer Natur.) In jeder Investitionsrechnung dürfen auch Opportunitätskosten nicht fehlen – die Abwegung ob andere Projekte nicht vorzuziehen sind.

In der Kernkraft werden alle Teilaspekte aus ideologischen und politischen Gründen nicht kompetent analysiert. Es wird suggeriert, dass alle Ebenen und Eventualitäten kontrolliert werden können. Und hier kommt genau meine Gegenrede ins Spiel: Eine Technologie muss auch im Unfalls beherrschbar sein.

Genau diese Aspekte spielen bei Finanzverflechtungen eine Rolle, wie auch bei Kernkraftwerken. Was passiert wenn wirklich ein unverhersehbarer Unfall eintritt? Wenn wirklich eine Bank nach der anderen zu kollabieren droht? Beides gilt und galt in vielen Kreisen als “unmöglich” – als es dann doch eintrat trägt niemand mehr die Verantwortung.

Wie sieht es mit der Asse aus? Wie sah es mit dem Shuttle aus? Wie mit Lehmann, mit dem Cross-Border-Leasing u.a.? Tragen die Entscheider für ihre Fehlentscheidungen die Konsequenzen und zücken den Geldbeutel?

Daher würde ich den Text von wgn mit dem Ausruf erweitern – seid bescheiden und handelt so, dass es beherrschbar bleibt, wenn ihr euch irrt und tragt dafür auch die Verantwortung durch persönliche Haftung.

Außerdem möchte ich neben der Hybris der Entscheider auch die hybris der politischen Linie erwähnen. Wie schon im letzten Text erwähnt, sowohl bei Worldcom als auch in Griechenland, konnte jeder sehen, der sehen wollte. Aber für wieviele andere Gegebenheiten trifft dies ebenfalls zu?

Kein Krieg in Afghanistan – Wiederaufbau – weil pol. gewollt.
Keine Probleme mit der Finanzbranche – weil pol. gewollt.
Keine Probleme mit Kernkraft und Entsorgung – weil….
Keine Probleme mit Steuerhinterziehung und Steuerfahndern – ….
Keine Probleme mit sittenwidrigen Löhnen, Hartz IV -…..

In jeder Disksussion ist meine Bestrebung objektiv zu diskutieren. Die Dinge durchzudenken, soweit es mir mit meinen beschränkten Horizont möglich ist. Doch ich stelle zunehmend fest, dass die meisten Diskutanten nicht an einem Zugewinn an Informationen interessiert sind, sonder eher ihre Lebensgewohnheiten beibehalten wollen, als ihre Weltanschauung zu ändern.

9 Logik-Ratio Februar 10, 2010 um 19:56

@hacedeca

Das ist die Realität! Und es geht noch weiter – ist es so sicher, dass Goldm. und die DB nicht mehr Informationen hatten als andere Banken? In einer Welt, in der Informationen alles sind, wer verhindert Absprachen zwischen Zentralbanken oder Geheimdiensten? Wer verhindert Spionage usw.?

Sobald der Kuchen nicht mehr wächst, kann man nur noch wachsen, wenn man Konkurrenten auffrisst. Außedem muss die Geschichte des Schneeballsystems stimmen. Erst mit Häusern und Derivaten Kohle verdienen und dann mit Anleihen und Staatsinterventionen. WEr ein Schritt weiter denkt und die meisten Informationen hat, kann aus jeder Entwicklung profit schlagen.

Das ist doch eben auch ein großes Tabu – das undemokratische Finanzsystem kann in sich nicht stabil sein, es ist undemokratisch und unfair. Aber an dem System zweifelt niemand – wie auch an der Kernkraft viele nicht zweifeln – auch nicht nach Tschernobyl, Asse, u.a. “unglücklichen Unfällen”

10 Steffen Februar 10, 2010 um 20:29

Bear Stearns-Boss James Cayne habe bei einem Bridge-Turnier gesessen, während über seiner Investmentbank die Wogen des Schicksals zusammenschlugen. Sein Blackberry sei ausgeschaltet gewesen – wichtige Dinge erforderten eben ungestörte Konzentration.
Ich weiß, dass Amerikaner von Leistungsträgern erwarten rund um die Uhr erreichbar zu sein, aber auch die wichtigsten Leute (die mit dem Finger am Knopf mal ausgenommen) müssen auch mal komplett ausschalten dürfen. Was wäre denn gewesen, wenn Funkloch, oder Blackberry defekt oder, oder, oder. Die Fehler wurden doch vorher gemacht.

Und zwar deshalb, weil niemand mehr in der Lage sei, das große Ganze zu durchschauen. Gleichwohl gäben wir uns nur zu gerne der Vorstellung hin, dem wäre nicht so; als hätten wir weiterhin alles unter Kontrolle.
Wir sind bei weitem noch nicht so weit, dass es nicht mehr zu überblicken wäre. Bezugnehmend auf die Finanzkrise sei gesagt, es war zu sehen. Es gab genügend Leute, die vor dieser Krise gewarnt haben. Es ist wohl eher so, dass man sich mit unnützen Informationsmüll überlädt, statt auch mal bei Gelegenheit über Fundamentaldaten zu schauen.

Sein Fazit daher: Die Finanzkrise und diverse frühere Katastrophen ähnlichen Musters sind nur ein Vorgeschmack auf das, was da zukünftig noch kommen wird. Wir sollten uns also besser an derartige Zwischenfälle gewöhnen.
Na dann, gute Nacht!

11 topi Februar 10, 2010 um 20:46

Wir müssen uns also dran gewöhnen.

Oder wir lassen einfach denUnsinn “modernes leistungsfähiges Finanzsystem” einfach sein.

Na gut,nicht ganz einfach.

12 Nanuk Februar 10, 2010 um 21:22

Ja aber wir befinden uns garnicht im Krieg und da gibt es auch kein Naturgesetz wie beim Radioaktiven zerfall…
Es ist einfach unsere Dämlichkeit.
Sollten wir uns doch im Krieg befinden und ich Trottel hab das nicht gemerkt wird es höchste Zeit für Friedensverhandlungen.

13 Nanuk Februar 10, 2010 um 21:25

@Logik-Ratio
Das Problem der Kernkraft ist das sie sich eben nicht lohnt das ist ein hochsubventioniertes Geschäft… Die dinger sind nicht mal Haftpflichversichert…

14 Nanuk Februar 10, 2010 um 21:32

So ein Ding ist nur profitabel wenn die Allgemeinheit die Folgekosten übernimt das wissen alle und trotzdem wird verblödet was das Zeugs hält….

15 Logik-Ratio Februar 10, 2010 um 22:11

@ Nanuk

Dieses Prizip ist eben nicht nur anwendbar auf Kernkraft, sondenr auf viele der von wgn geschilderten “Unfälle”.

Erst kürzlich habe ich ein Interview gelesen in dem ein Manager von Eon bestätigt hat, dass ohne staatliche Subvention keine neuen Kernkraftwerke gebaut werden.

Das ist doch die Quintessenz vieler Diskussionen – es geht nicht um Objektivität sondern um Ideologie. Das wird auch beim Shuttleabsturz so gewesen sein – die besten Experten sind für eine Verzögerung, die Politik dagegen – und hinterher wird gejammert….

16 ergo sum Februar 10, 2010 um 22:13

Die jetzige Finanzkrise entstand letzten Endes auch nur durch einen Dominoeffekt, denn die relativ belanglosen Subprimes waren lediglich der Auslöser. Gerade deshalb ist jetzt wieder das relativ harmlose Griechenland so gefährlich, weil heute alles mit allem verknüpft ist und überhaupt nicht abzusehen ist, wo es noch hinführt. Auch schon die vorige Weltfinanzkrise, die in Thailand harmlos begann, endete ein Jahr später mit dem Zusammenbruch der gesamten russischen Wirtschaft.

17 Susanne Februar 10, 2010 um 22:14

Die elitäre Übergewissheit braucht nicht mehr Demut, sondern mehr Wissen darüber wie Systeme funktionieren. Sie haben gegen das System gehandelt und ihre Intuition nur noch in ihren Eliten-Kreisen ausgebildet. Darum haben sie versagt.

Von Prof. Peter Kruse gibt es auf Youtube ein Video in dem er es erklärt

05 Wie reagieren Menschen auf wachsende Komplexität ?
http://www.youtube.com/watch?v=m3QqDOeSahU

18 Dietmar Tischer Februar 10, 2010 um 22:31

@ wsgn

Was ist die These?

A.
Folgenschwere Ereignisse entspringen der Fehleinschätzung, dass ein Mehr an Informationen zur richtigen Entscheidung führt bzw. dafür sorgt, dass alles unter Kontrolle ist und nichts mehr passieren kann.

Oder

B.
Folgenschwere Fehler sind die unvermeidliche Konsequenz steigender Komplexität in technischen und organisatorischen Prozessen.

Oder

C.
Zum Verhängnis wird uns die trügerische Selbstsicherheit inmitten immer komplizierter werdender Abläufe.

Das sind drei unterschiedliche Thesen.

A und C könnte man verknüpfen, B und C auch.

Ist eine der Thesen richtig und wenn so, welche?

Egal, wenn:

>Sein Fazit daher: Die Finanzkrise und diverse frühere Katastrophen ähnlichen Musters sind nur ein Vorgeschmack auf das, was da zukünftig noch kommen wird. Wir sollten uns also besser an derartige Zwischenfälle gewöhnen.>

Denn DIESE Schlussfolgerung kann man aus JEDER der drei Thesen ziehen.

Wahrlich luxuriös, Southern Comfort eben.

PS:

Da Sie sehr genau jedes Wort umdrehen, wie z. B. unlängst bei FAZ.NET, haben Sie ein Anrecht darauf, dass es auch mal jemand bei Ihrem Text tut:

„… der Ausdruck „Hookers“ für amerikanische Prostituierte wäre …

muss heißen:

„ … der in USA für Prostituierte gebrauchte Ausdruck „Hookers“ wäre …“

19 froZ Februar 10, 2010 um 22:39

@ ergo sum

“Auch schon die vorige Weltfinanzkrise, die in Thailand relativ harmlos begann, endete ein Jahr später mit dem Zusammenbruch der gesamten russischen Wirtschaft.”

Nein, also die asiatische Grippe war vielleicht der unmittelbare Auslöser, aber der Zusammenbruch des russischen Finanzsystems war im wesentlichen hausgemacht. Der russische Staat mit seinem damals völlig intransparenten Haushalt hatte sich durch eine Pyramide kurzfristiger hochverzinslicher Staatsobligationen refinanziert und gleichzeitig die eigene Währung nach oben manipuliert. Da war eigentlich klar, daß das Kartenhaus beim ersten Windstoß umfallen würde. Zusammengebrochen ist dann auch nur der Finanzsektor, der aber für die Realwirtschaft seinerzeit nicht von so existentieller Bedeutung war. Die Realwirtschaft hat sogar relativ schnell vom Rubelabsturz profitiert. Was z.B. verarbeitete Lebensmittel angeht, so dominierten 1998 in den Läden irgendwelche asiatischen, v.a. chinesischen Produkte. Schon ein Jahr später waren wieder viele einheimische Artikel zu sehen.

20 ceteris Februar 10, 2010 um 22:46

Wahrlich luxuriös, Southern Comfort eben.
Ja, das behagliche Geschäft der wildfrisierten Pausenclowns für die jetsettenden Weissgarnixe der Welt, der wohlige Schauer angesichts der Fatalitäten, die man anrichtet, sich aber gern als unvermeidliche Folgen der “Komplexität der Wirklichkeit” vortragen lässt.
Die werden sich vielleicht wundern, wenn eines Tages die Große Gemeine Einfachheit gegen ihre Villentüren poltert…

21 rapheth Februar 10, 2010 um 22:48

Solange die Spitzengehälter steigen und Reallöhne weiter sinken, bleiben die Fronten die alten. Demut ist da gefragt und Verstand.

P.s.: Die obige Geschichte erinnert an den Schaukampf Hu vs. Obama.

22 topi Februar 10, 2010 um 22:49

@ ergo sum
“Gerade deshalb ist jetzt wieder das relativ harmlose Griechenland so gefährlich, weil heute alles mit allem verknüpft ist und überhaupt nicht abzusehen ist, wo es noch hinführt”

Gefährlich.

Man kann aber auch das Glas halbvoll sehen, eine neue Chance die Banken zu kippen.

Ok, unrealistisch.
Aber dann, Spanien + Italien, das reicht.

23 Dietmar Tischer Februar 11, 2010 um 00:24

@ Logik-Ratio

>Was passiert wenn wirklich ein unverhersehbarer Unfall eintritt? Wenn wirklich eine Bank nach der anderen zu kollabieren droht? Beides gilt und galt in vielen Kreisen als “unmöglich” – als es dann doch eintrat trägt niemand mehr die Verantwortung.>

Was genau heißt „unvorhersehbar“?

1) Ist etwas unvorhersehbar aufgrund MÖGLICHER, aber UNTERLASSENER Informationsbeschaffung?

2) Ist etwas unvorhersehbar, weil es zu komplex ist, d. h. auch dann ein DEFIZT an Informationen herrscht, wenn man sich BESTMÖGLICH um sie bemüht?

3) Ist etwas unvorhersehbar, weil ANDERE uns auch bei an sich einfachen Geschehen vor Situationen stellen, die wir nicht voraussehen können, weil wir deren Handeln nicht kennen können?

4) Ist etwas unvorhersehbar, weil wir es unter bestimmten Umständen nicht sehen WOLLEN und daher in die „falsche Richtung“ schauen?

Was genau heißt „unmöglicher Eintritt“?

1) Logisch ausgeschlossener Eintritt?

2) Logisch zwar möglicher, aber praktisch auszuschließender Eintritt?

Was genau heißt „Verantwortung tragen“?

1) Sich die Ursachen eines Geschehnisses zuzurechnen?

2) Unabhängig von der Ursache und dem Verursacher für die Folgen des Geschehnisses aufkommen müssen?

Das sind acht MÖGLICHE Alternativen – und es können wohl noch mehr sein.

Überlegen Sie doch einfach mal, was SIE meinen und sagen Sie es uns.

Dann wird es in der Diskussion auch einen deutlichen Zugewinn geben können.

Ist nur ein Vorschlag.

24 topi Februar 11, 2010 um 00:55

@ DTischer

Er schreibt es doch klar: “unmöglich”.

Es wird von Interessengruppen so apostrophiert.
Beim “unvorhersehbar” fehlen sie, die Gänsefüßchen, erschließen sich aber aus dem Zusammenhang.

Und es war nicht nur vorhersehbar, dass Banken dominoartig kollabieren, es war und ist sogar zwangsläufig.

25 Wilma Februar 11, 2010 um 01:11

Leider habe ich nicht Volkswirtschaft studiert. Ich kann mich aber gut an ein Beispiel der Komplexität erinnern. Der Flughafenbrand in Düsseldorf. Zu der Zeit arbeitete ich in einem Cateringbetrieb. Der unvorhergesehne Unfall hat gezeit, dass die älteren und langjährigen Mitarbeiter mit Erfahrung die einzigen waren, die wussten welche Anordnungen welche Abteilungen betragen. Also die Zusammenhänge eines Betriebes. Die Oberen haben sich in diese Niederungen nie herabgelassen. Die haben die Zahlen der Controller gelesen und waren zu diesem unvorgesehenen Vorgang ratlos. Es hat dann doch noch einigermaßen funktioniert, weil gute Mitarbeiter wussten, welche Abteilungen alle von den Besonderheiten betroffen waren und dies waren mehr als gedacht. Ein zweites Beispiel sehe ich in dem Schnellschuss der Mehrwertsteuersenkung für Hotels. Hier hat man auch nicht bedacht, das jetzt 2 getrennte Rechnungen erstellt werden müssen und die Wähler (Geschäftsreisende) nicht profitieren sondern alles viel komplizierter wurde. Ob Finanzindustrie oder Politik oder Geschäftsführer oder, oder, die denken nicht zu Ende.

26 Andreas Kreuz Februar 11, 2010 um 06:05

@Wilma #25

Zusammenhänge?

Was ist das denn?

Es geht um die Senkung der Kosten – für mich.
Und es geht um die Abschiebung der Verantwortung – von mir.

Das sind seit Jahren die einzigen Kriterien,
um nach ‘oben’ zu kommen.

27 weissgarnix Februar 11, 2010 um 07:43

@Tischer

Ich würde sagen: A, B und C treffen gleichermaßen zu. Dass ein Mehr an Information grössere Sicherheit verschaffen könne, ist sozusagen das Generalthema; dass man sich deshalb an komplexere Vorgänge herantraut, soferne man nur über “ausreichend” Information verfügt, eine Folge daraus; und dass man dabei einer trügerischen Selbstgewissheit unterliegen kann, ditto.

Lässt sich übrigens in genau dieser Kombination sehr schön nachlesen bei Bernstein “When Genius failed” zum LTCM-Debakel. Die Jungs wußten auch, dass sie “pennies in front of steam rollers” aufpickten – nur trauten sie sich das zu, weil sie dachten, sie wüßten alles, was es über pennies in front of steam rollers zu wissen gäbe.

28 weissgarnix Februar 11, 2010 um 08:09

@ceteris

>für die jetsettenden Weissgarnixe der Welt

Auch die Beschäftigten in den 5-Sterne-Ressorts wollen sichere Arbeitsplätze.

>sich aber gern als unvermeidliche Folgen der “Komplexität der Wirklichkeit” vortragen lässt.

Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, ob ich derartige Komplexitäten dann überhaupt zulasse. Die Antwort könnte ja auch lauten: nein.

Dabei ist die Challenger-Katastrophe eigentlich ein schlechtes Beispiel: denn dabei überwogen eindeutig die “Risiken” (die den Entscheidern/Handelnden zurechenbar sind) die “Gefahren” (die sich für Unbeteiligte ergeben). Bei Atomkraft oder im Kreditwesen scheint es aber mittlerweile umgekehrt zu sein: die Risiken für die Entscheider sind minimal, die Gefahren für die Unbeteiligten aber gewaltig. Und das muss man ja keineswegs gut finden.

>wenn eines Tages die Große Gemeine Einfachheit gegen ihre Villentüren poltert…

Schön. Und was macht die “große gemeine Einfachheit” danach?

29 keiner Februar 11, 2010 um 08:22

Nichts. Die träumen von Rache und reinigender Katharsis. Punkt. Reset. Schau mer ma, dann seh mer scho.

30 hansz Februar 11, 2010 um 08:56

tja ,lieber weissgarnix
etwas Demut wuerde ich mir von Dir von ganzem Herzen wuenschen.
Damit Du uns hoffentlich noch recht lange zur Seite stehst.

31 weissgarnix Februar 11, 2010 um 09:01

@hansz

bin sogar sehr demütig – auf hohem Niveau, sozusagen. :-)

32 Morph Februar 11, 2010 um 09:04

@wgn

das Interessante an Malcolm Gladwell ist, finde ich, die Diskursform, mit der er so erfolgreich ist, nämlich die Illustration einer einigermaßen fasslichen These durch eine Reihe von repräsentativen Anekdoten. Die These ist dabei gar nicht so unerhört aufregend und kontrovers, sondern leuchtet dem gesunden Menschnverstand rel. unmittelbar ein.

Der Eindruck von Brillanz entsteht durch die Differenz zwischen dem Wissen der These und dem Unwissen der in den Anekdoten handelnden Akteuren und den zunächst uninformierten Zuhörern. Gladwell funktioniert da wie Hitchcock, dessen Filmerzählungen eine ganz ähnliche Brillanz ausstrahlen. Wobei bei Hitchcock das natürlich ein künstlerischer Selbstzweck ist, bei Gladwell aber mit dem Versprechen realitätsmächtiger Einsichten verknüpft ist. Die werden aber von ihm nicht wirklich geliefert (zumindest nicht über das hinaus, was dem gesunden Menschenverstand ohnehin geläufig ist). Insofern kann sich dann ein leichtes Katergefühl einstellen, wenn der sprudelnde Erkenntnisschwips, den Gladwell vermittelt, nachlässt, oder?

Viel interessanter wäre doch die Frage, warum Leute sich meistens nicht ihrem gesunden Menschenschenverstand entsprechend verhalten. Da würde man Systemprogramme thematisieren müssen, die sich leider nicht so gut narrativieren lassen wie das, was die Menschen tun und erleben.

Gladwells Erfolg und seine Erkenntnis- und Vermittlungsleistung klaffen ziemlich weit auseinander. Leider verlangt wirklichkeitsverändernde Erkenntnis von Leuten, die sich diese aneignen wollen, extrem viel ab, das geht nicht so easy peasy.

Insofern: Gladwell als Medienphänomen, als Geschäftsmodell – sehr aufschlussreich! Als Produzent und Vermittler von Einsichten und Modellen – Katastrophe!

33 wols Februar 11, 2010 um 09:13

@wgn
> Schön. Und was macht die “große gemeine Einfachheit” danach?

Das was sie schon immer danach gemacht hat. Ein Teil der revoltierenden Mittelschicht wird die neue Oberschicht und es geht so weiter wie bisher.

34 hansz Februar 11, 2010 um 09:15

weissgarnix,
gut dies zu hoeren, es waere schoen wenn Dein blog
zu den Dauerhaften zaehlen koennte.
Ich denke , dass diese Schuldenkrise und die daraus
resultierenden Umwaelzungen ALLES was nicht Demut zeigen wird gnadenlos ausmerzen wird.
auch das hohe Niveau !!

35 weissgarnix Februar 11, 2010 um 09:18

@Morph

Ich hätte es nicht besser sagen können. Mich fasziniert Gladwell als Geschichtenerzähler mehr als alles andere. Ich konterte übrigens in bewusster session mit einem Einwand: “over-confidence” sei, aus einer Meta-Perspektive, nicht selten der Treiber hinter menschlichem Fortschritt gewesen; und das bereits seit der Antike (man vergleiche Ovids Metamorphosen). Ich schloss mit dem Satz: “wäre nicht Kolumbus seinerzeit over-confident gewesen, den Seeweg nach Indien zu entdecken – wir würden heute vielleicht nicht hier sitzen und Ihrem Vortrag zuhören”. Fand er nicht so gut.

Der zentrale Punkt liegt meiner Meinung nach in der Dualität von Risiko und Gefahr: es könnte der Welt nicht unwichtiger sein, ob Astronauten in einem Raumschiff verglühen, Kolumbus mitten auf dem Atlantik ersäuft, Jimmy Cane beim Bridge eine Herzattacke erleidet oder ein Spekulant namens Niederhoffer Haus und Hof verjubelt; was völlig anderes ist es aber, wenn Entscheidungen, die im Übermut getroffen werden, weniger zum Risiko für die Entscheider werden, denn zur Gefahr für die Nicht-Entscheider (Anrainer, Steuerzahler, usw). Dann haben seine Ansichten meines Erachtens durchaus Relevanz.

36 weissgarnix Februar 11, 2010 um 09:20

@wols

Danke. Genau so sehe ich das nämlich auch.

37 klausz Februar 11, 2010 um 09:25

#36
TINA spricht.
Wie niedlich.

38 keiner Februar 11, 2010 um 09:27

Morph, zusammengefasst: Anschlauliches, unterhaltsames Geschwurbel, ohne wirklichen Erkenntnisgewinn. Den Eindruck hatte ich auch.

39 Nanuk Februar 11, 2010 um 09:28

Ha hier können die Macher mal richtig Hose zeigen… die letzte Bastion echter Männlichkeit…
Leider habt ihr den.
http://www.youtube.com/watch?v=AcRqo_iy734

40 Nanuk Februar 11, 2010 um 09:45

alle Menschen werden Brüder auch wenn man eine Schwester hat…

41 Nanuk Februar 11, 2010 um 09:49
42 Nanuk Februar 11, 2010 um 09:51

und wer nicht Imagine will der wird plattgemacht…

43 Nanuk Februar 11, 2010 um 09:53

Man reiche mir eine Tonne!

44 Nanuk Februar 11, 2010 um 10:09

Der Mensch ist eben nicht nur Freud sondern auch C.G.Jung :)

45 Morph Februar 11, 2010 um 10:11

@wgn#35

der Witz der Dualität von Risiko und Gefahr liegt, wenn ich’s richtig sehe, nicht darin, dass es seit jüngster Zeit Eliten gibt, deren Entscheidungen ein geringes persönliches Risiko mit ‘großen’ Gefahren für andere verbinden. Gefahren sind, zumindest wenn man in der Begrifflichkeit Luhmanns an das Thema geht, nicht berechenbar (können daher auch nicht unterschiedlich groß sein). Gefahren sind sozusagen absolute, qualitative Werte.

Die Unterscheidung Risiko/Gefahr zielt m.E. nicht so sehr auf das Verhältnis zwischen tragbaren und untragbaren Formen des Risikomanagements, sondern darauf, dass die moderne Gesellschaft im Vergleich zur vormodernen Gesellschaft ein anderes Verhältnis zur Eintrittswahrscheinlichkeit unerwünschter Ereignisse hat. Die Quelle unberechenbarer Gefahren wird nicht mehr außerhalb der Gesellschaft lokalisiert (in Naturgewalten z.B.), sondern in der Gesellschaft selbst. Die Gesellschaft wird sich in Form des ungebremsten und unkontrollierten technischen Fortschritts (dessen allgemeines Motiv gerade die Transformation von Gefahren in berechenbare Risiken ist) selbst zur Gefahr (eine der typisch Luhmannschen Volten, die ich so aufschlussreich finde). Genau dies motiviert Protestbewegungen einerseits und forcierte Gutgläubigkeit andererseits (à la: ‘die Experten wissen schon, was sie tun’). Das Dumme ist, dass dort, wo die Entscheidungen getroffen werden, die Gefahren nicht erlebt werden, da die Entscheider prinzipiell nur Risiken (und Chancen) sehen können. Das verunmöglicht die Kommunikation zwischen Entscheidern und Betroffenen (wenn sie nicht bewusst und kontraintuitiv die Perspektive der anderen Seite übernehmen wollen, was durch den Comment der Eigengruppe stark behindert wird).

Weil Gefahren unberechenbar sind, ist Protest kommunikativ auch so wenig effizient (solange die Formen des Protests nicht von politischen Organisationen und ihren Risikokalkülen funktionalisiert werden können, und ob diese Funktionalisierung dann im Sinne der Protestbewegung und ihres Gefahren- und Problembewusstseins ist, kann die Protestbewegung nicht steuern – siehe APO/Feminismus/Öko einerseits und Politik der Grünen andererseits (wg. Verantwortung f. dt. Gesch. Krieg auf dem Balkan und so Scherze).

46 keiner Februar 11, 2010 um 10:16

Was “nicht berechenbar” ist kann trotzdem einen absoluten Wert haben. Und damit können Unterschiede schon real sein. Aber halt mit vorhandenen Methoden nicht quantifizierbar.

47 Morph Februar 11, 2010 um 10:24

@keiner

selbstverständlich.

48 Nanuk Februar 11, 2010 um 10:28

@Morph
Risiko/Gefahr
Angriff/Verteidigung

Was seid ihr Eidechsen wird zeit erwachsen zu werden…
http://www.youtube.com/watch?v=oXY00RqAuTQ
Sind die Titten deiner Lehrerin dir einerlei dann ist Pubertät vorbei.

49 Steffan Februar 11, 2010 um 10:29

Bezüglich der Bemerkung zum Über-Selbstvertrauen:

Die Ursache der resultierenden Katastrophen ist nicht das Selbstvertrauen oder die Menge der Informationen, sondern schlichtweg die Bewertung derselbigen. Gefährlich sind die Gefahren, die man nicht sehen will und nicht die, die man nicht sieht. Eine Sache, die in Management-Seminaren immer wieder durchgekaut wird.
Aus dem obigen Grund sind in Deutschland noch keine Reaktoren hochgegangen, da man sich der Gefahren durchaus bewusst ist. Ein AKW ist kein Spielplatz der Eitelkeiten, sondern eine Ingenieurs-Leistung, i. G. zum Bankwesen, Politik, etc.
Leider versagt Gladwell total, er bringt zwar haufenweise Beispiele, wie Hochmut zur Katastrophe führt, aber leider attributiert er einige Details falsch, indem er eine mangelhafte Bewertung der Fakten als Hybris bezeichnet. Das führt zu einer Entfremdung zwischen den Beispielen und den Leuten, die diese goutieren. Keiner der Zuhörer hält sich für grössenwahnsinnig, aber ein grosser Teil würde sicherlich die Frage bejahen, ob sie manchmal Fakten nicht richtig bewerten.
Da stellt sich also die Frage, ob Demut, wie sie von vielen von Top-Managern heutzutage gefordert wird, völlig deplaziert ist. Solides Handwerk ist gefragt.
http://gallery.me.com/sdiedrichsen/100024/how_to_work_better/web.jpg?ver=12658804110001

;-)

50 Nanuk Februar 11, 2010 um 10:35

@Steffan
“Solides Handwerk ist gefragt.”

Genau so schauts aus…
http://www.amazon.de/Das-Handwerk-Freiheit-Entdeckung-eigenen/dp/3596156475

51 keiner Februar 11, 2010 um 10:46

Nanuk, wo gräbst du immer diesen abseitigen Kram aus? Den ganzen Tag im Müll stöbern, oder wat?

52 topi Februar 11, 2010 um 10:46

@ morph
“Die Quelle unberechenbarer Gefahren wird nicht mehr außerhalb der Gesellschaft lokalisiert (in Naturgewalten z.B.), sondern in der Gesellschaft selbst. Die Gesellschaft wird sich in Form des ungebremsten und unkontrollierten technischen Fortschritts () selbst zur Gefahr (). Genau dies motiviert Protestbewegungen einerseits und forcierte Gutgläubigkeit andererseits (à la: ‘die Experten wissen schon, was sie tun’). Das Dumme ist, dass dort, wo die Entscheidungen getroffen werden, die Gefahren nicht erlebt werden, da die Entscheider prinzipiell nur Risiken (und Chancen) sehen können. ”

Wieso “können sie prinzipiell nur”?
Deine Trennung zur Gefahr scheint mir künstlich, aber gut; das heißt doch dann aber nicht, dass der Entscheider keine Gefahr sehen kann. Vielleicht sehen will, ok.

Und gerade der Punkt, dass sie von den negativen Folgen nicht bzw. in Bezug zum Schaden kaum betroffen sind, führt zum NichtSehenWollen.

Nur ganz wenige Atombefürworter wollen die Bude auf ihrem Hof haben.
Aus der Konzernzentrale sieht das anders aus.

Bei technischen Großprojekten gäbe es ja ein einfaches Kriterium: die Versicherbarkeit. Dann hast du für fast alles eine Risikobewertung, und wenn es keine gibt (oder die keiner tragen will), ist die Sache doch klar.

Im Finanzunwesen sind die Versicherungen dagegen natürlich Teil des Problems.
Die Ansicht, in dem Bereich alles zu lassen, dessen Wirkung man nicht genau und sicher vorhersagen kann, ist einfach und gut begründbar.

53 Nanuk Februar 11, 2010 um 10:53

@keiner
Youtube Eidechse das Eidechsen so handeln ist mein angeeignetes wissen… die Funktionieren zu grösten Teil nur mit ihrem Hirnstamm.
Hirnstamm wenn sich den Begriff nicht ein Mann ausgedacht hat dann weiss ich auch nicht mehr weiter. :)

54 Dipfele Februar 11, 2010 um 11:17

@wgn

Was macht die “Große Gemeine Einfachheit”?

Matthias Beltz hat die Antwort gegeben:
“Parmesan und Partisan, wo sind sie geblieben?
Partisan und Parmesan, alles wird zerrieben…”

55 Logik-Ratio Februar 11, 2010 um 11:22

“Dietmar Tischer 11. Februar 2010 um 00:24

1) Ist etwas unvorhersehbar aufgrund MÖGLICHER, aber UNTERLASSENER Informationsbeschaffung?

2) Ist etwas unvorhersehbar, weil es zu komplex ist, d. h. auch dann ein DEFIZT an Informationen herrscht, wenn man sich BESTMÖGLICH um sie bemüht?

3) Ist etwas unvorhersehbar, weil ANDERE uns auch bei an sich einfachen Geschehen vor Situationen stellen, die wir nicht voraussehen können, weil wir deren Handeln nicht kennen können?

4) Ist etwas unvorhersehbar, weil wir es unter bestimmten Umständen nicht sehen WOLLEN und daher in die „falsche Richtung“ schauen?

Was genau heißt „unmöglicher Eintritt“?
6) Logisch ausgeschlossener Eintritt?
7) Logisch zwar möglicher, aber praktisch auszuschließender Eintritt?

Was genau heißt „Verantwortung tragen“?
8) Sich die Ursachen eines Geschehnisses zuzurechnen?
9) Unabhängig von der Ursache und dem Verursacher für die Folgen des Geschehnisses aufkommen müssen?

Das sind acht MÖGLICHE Alternativen – und es können wohl noch mehr sein. Überlegen Sie doch einfach mal, was SIE meinen und sagen Sie es uns. Dann wird es in der Diskussion auch einen deutlichen Zugewinn geben können. Ist nur ein Vorschlag.”

Danke für die Anregungen – ich möchte meine Aussagen präzisieren: (im übrigen habe ich diese genauere Beschreibung absichtlich unterlassen, weil Sie umfänglich werden wird, Sie sind vorgewarnt :)

1-4 sind alles Punkte die ich so miteinbeziehen möchte – nur mit unterschiedlicher Gewichtung – aber vor allem ist ein weiterer Punkt für micht der entscheidende Fehler: Das Fehlen von Visionen bzw. das Fehlen einer Bereitschaft die Handlungen bis zum Ende durchzudenken, die zukünftigen Konsequenzen in die heutige Kalkulation miteinzubeziehen.

Was meine ich damit konkret?
1) UNTERLASSUNG von Informationsbeschaffung und 4) “das Ignorieren” von Informationen gehen Hand in Hand, wobei 1) ein fahrlässiger Akt und 4) eine bewusste Entscheidung darstellt. In der Praxis macht sich 1) dadurch Bemerkbar, das kritische Stimmen gar nicht erst wichtige Positionen besetzen können, sondern viele Posten mit stomlinienförmigen Ja-sagern besetzt werden. 4) greift sobald es bei einem Banker zu einem Umdenken kommt und er über Fehlentwicklungen informiert, oder bei öffentlichen Diskussionen zur Politik (Geschäfts, Wettbewerbs, Staats, Währungs, Notenbank (Politik) usw.)

3) Ist ein entscheidender Punkt – gerade in mathematischen Modellen wird unterstellt, dass auch die unabwägbaren Handlungen von Individuen und anderen Akteueren, von den Modellen einberechnet werden können. Da viele Menschen von Mathematik keine Ahnung haben, sehen Sie diese als eine Art Gralsbringer, die das Unmögliche möglich macht.

Mathematiker sind oftmals viel zu sehr in Ihrer eigenen Welt um zu erkennen, dass das Modell meist vollkommen logisch ist, dass die Annahmen aber immer (mehr oder weniger) fragwürdig bleiben, weil eben auch Akteure das Geschehen durch ihre Handlungen beeinflussen können.

Kommen wir zu 2: Ist es mit den “bestmöglichen Informationen” auch unmöglich bestimmte Entwicklungen vorherzusagen? Ich würde dies mit JA beantworten. Aber das ist nicht das Hauptproblem. Ich sehe das Hauptproblem in mit den Punkten 2) und 3) eng verbundenen Punkt 5) ein falsches Weltbild, gepaart mit falschen Modellen, einer mangelnden bereitschaft die Entwicklungen weiter zu denken und einem fehlenden Willen 1-4) aus objektiver Perspektive durchzudenken.

Dieser 5. Punkt manifestiert sich für mich in der Art und Weise wie diskutiert wird und wie anschließend mit den Entwicklungen umgegangen wird. Seit 2004 diskutiere ich mit Personen über die fatalen Ungleichgewichte der US Außenwirtschaft und über die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von US Firmen auf dem Weltmarkt, bzw. dass der Wert von US Banken massiv überbewertet ist und in den Geschäftsstrategien große Risiken verborgen sind.

Sagen wir es kurz – sobald ein D. USA hörte greft sein Untertanengen und er akzeptiert nahezu alles an Unsinn, was über den Atlantik herüberschwappt. Gepaart mit einer katastrophalen Ausbildung an Universitäten, ergibt sich eine gefährliche Mischung aus Unwissenheit, Egoismus, Naivität und Duckmäusertum, welches eine objektive Diskussion unmöglich macht.
(Eben die gleichen Reflexe beobachte ich auch in Diskussion über eine ideale Energieversorgung, z.B. Atomkraft, den Afghanistaneinsatz – in dem das Wort Krieg seit Jahren vermieden wurde, usw……)

Ganz konkret auf den aktuellen Fall bezogen:
Hätte man nur noch 10 weitere Jahre die Wachstumsraten der Häuser mit einer konstanten/steigenden 2. Ableitung, der Beschleunigung des Wachstums, hochgerechnet, hätte jedem auffallen müssen, dass diese Entwicklung nicht nachhaltig ist.

Auch hätte man die aktuelle Entwicklung einmal mit geschichtlichen Entwicklungen abgleichen können, auch hier wäre aufgefallen, dass massiv steigende Häuserpreise ungewöhnlich sind (in der Breite) und das auch in dieser Anlageform risiken verborgen sind.

Auch das Verhalten meiner Schuldner ist doch relevant für meine Bonitätsbewertung – investieren die Menschen das Geld sinnvoll oder verkonsumieren Sie es? 4. Wagen, 2. Quad, Swimmingpool, usw.

Daher greift der Punkt 2) zu kurz – es müsste lauten – wäre es MÖGLICH RISIKEN abzuschätzen bei einer ausreichenden BILDUNG und bei der KENNTNIS von THEORIEN (wie z.B. einem black Swan) oder noch besser – können sämtliche Risiken ausgeschlossen werden, so dass aus Vorsichtsgründen, Vorbereitungen für das Eintreten von Worst Case Szenarien (die den Namen auch verdienen) getroffen werden müssen?

Damit leite ich über zu den Punkten 6-9:

Logisch auszuschließen sind die wenigsten realen Entwicklungen – Sie können höchstens als UNWAHRSCHEINLICH eingestuft werden. Aber genau hier greift wieder Punkt 4) – oftmals wird in Diskussionen sogar die MÖGLICHKEIT des Eintretens von bestimmten Ereignissen bestritten. Der Kollabs von Banken war in den Augen von vielen Menschen UNMÖGLICH – mit keiner positiven Eintrittswahrscheinlichkeit verknüpft.

Eine saubere Trennung zwischen theoretisch Unmöglich und Unwahrscheinlich findet nicht statt – es wird sogar nicht einmal über einen hyothetischen Zusammenbruch diskutiert.

Erst kürzlich habe ich eine Diskussion mit Herr Jung im Fernsehen gesehen, in der er offen zugibt, dass es erst seit 2008 eine Gesamtstrategie aller Verbündeten in Afghanistan gibt. Davor war man relativ Strategie und Planlos – selbst heute existiert keine Strategie mit einzelnen Wegmarken, z.B. Aufbau einer Polizeitruppe, die sich und ihre Familien von ihrem Einkommen ernähren können.

Das korelliert doch auch deutlich mit 4) – mit dem nicht sehen wollen.

Aber ich nutze die Gelegenheit um zur Verantwortung überzuleiten. Einerseits sollten die Eliten die Verantwortung übernehmen, wenn Ereignisse eintreten, die sie als “unmöglich” eingestuft haben und sie auf diese Ereignisse nicht vorbereitet sind.

Stuft man Ereignisse als unwahrscheinlich ein, bereitet sich aber auf den Ernstfall vor, ist es schon eine andere Sachlage.

Insgesamt sollten die Eliten doch auch unabhängig von persönlicher Verantwortung ihr Weltbild überprüfen. Doch insbesondere dies ist nicht geschehen. Die gleichen Theorien und Ansichten herrschen unverändert in den Köpfen der Entscheidungsträger, so als ob nichts geschehen wäre.

Da kann man sogar der NASA zurechnen, dass Sie lernfähiger war. Sie Verbot u.a. Power Point Präsentationen, weil diese Zusammenhänge in der Komplexität soweit reduzieren, dass der Aussagegehalt schrumpft und Zusammenhänge übersehen werden.

Hier tritt der erwähnte Effelt auf, dass in anonymen und komplexen Situationen, keiner mehr die Verantwortung trägt, weil Fehler und Kosten keinem Entscheider direkt zugerechnet werden können.

Daher ist es wichtig auch Menschen zu bestrafen, die nicht vor Problemen gewarnt haben, denn diese sind nicht in der Lage verantwortungsvoll ihren Aufgaben gerecht zu werden. D.h. sowohl die aktiven Fehlentscheider, als auch die Mitläufer, sind als Problemfälle zu identifizieren.

Es reicht eben nicht zu sagen – ich habe keine Fehlentscheidungen getroffen – sondern alleine die Warnung bzw. richtige Entscheidungen sollten exculpierend wirken.

Zusammenfassend: Einige Ökonomen sehen als größte Neuerung des berühmten Keynes die Neubewertung von Zukunftseinschätzungen. Die Neoklassik geht von einem rationalen Entscheider und indirekt von “vorhersehbaren” Ereignissen aus – Keynes bestreitet dies und weist darauf hin, dass man über die Zukunft einfacht nichts weis und auch nichts wissen kann.

Bei der Bewertung von Zukunftsszenarien müssen daher vergangene Entwicklungen berücksichtigt werden, wie auch die Frage, welche Entwicklungen könnten möglich sein. Ist es UNMÖGLICH einen schwarzen Schwan zu finden?

Ob Kernkraft, Afghanistan oder die Bankenbranche – sprechen physikalische Gesetze gegen eine bestimmte Entwicklung – oder historische Erfahrungen? Welche Auswirkungen hätte ein unwahrscheinlicher Eintritt eines Ereignisses – könnten Schutzmaßnahmen gegen diese Eventualität getroffen werden – wieviel würden diese Kosten? Gibt es alternative Möglichkeit?

All dies wird noch nicht einmal diskutiert – in den Köpfen der Entscheider hat kein Umdenken statt gefunden. Sie versuchen sich selbst als Opfer von Staatsversagen darzustellen – und plötzlich wird selbst die quasisozialistische Rettung von Banken als marktkonform dargestellt. Die gleichen Fehlentscheider und Mitläufer profitieren von Millionenzahlungen, welche nicht thematisisert werden, auf Kosten der Allgemeinheit. Gleichzeitig wird der Missbrauch von Hartz IV bemängelt und auf die faulen Schweine eingedroschen, obwohl wir Kurzarbeit haben und einfach nicht genügend Jobs existieren.

D.h. es sollte jedem vernünftigen Menschen dämmern, dass ein Neustart ohne einen Austausch der Eliten nicht möglich ist.

Denn diese saubere Trennung der Argumentation, welche Sie von mir bis ins kleinste Detail fordern, wird noch nicht einmal im Ansatz von den mächtigen Menschen eingehalten. Daraus kann ich nur folgern, dass Sie entweder unfähig sind – also inkompetent – oder unwillig. Beides sind trifftige Gründe die Eliten auszutauschen.

Die Entscheidungssituationen sind nicht zu komplex – es mangelt den Menschen eher am Rüstzeug der Bewertung:

a) Wissen über die Zusammenhänge von Systemen (z.B. Rückkopplung, Sättigung, Kipppunkte usw.)
b) Kenntnisse über die Gefahr von exponenziellen Kurven (und ihre Unnatürlichkeit)
c) die Gefahren einer Extrapolation von vergangenen Daten auf die Zukunft
d) die Frage was wäre wenn – wie sähe die Welt aus, wenn meine Annahmen 5, 10 , 20 Jahre in die Zukunft fortgeschrieben würden.
e) Bestimmt das Sein das Bewusstsein? Sollte ich mich nicht einmal anderen Lebenssituationen ausetzen um objektivere Entscheidungen treffen zu können?

Obwohl die Ereignisse der Kritiker eingetroffen sind, kassieren die gleichen Entscheider immer noch die dicken Gehälter und spielen das gleiche Spiel – das hat nichts mehr mit Objektivität und Leistung zu tun, sondern ist einzig ein Ausdruck von der Feudalgesellschaft in der wir Leben.

56 Nanuk Februar 11, 2010 um 11:23

@Dipfele
“Parmesan und Partisan, wo sind sie geblieben?
Partisan und Parmesan, alles wird zerrieben…”

Kleines Kind

Wenn meine Welt in Flammen steht,
sich mein Leben nicht auf 45 und nicht auf 33 dreht,
dann kommt sie zurück die Zeit,
in der das Kind in mir schreit und bitterlich weint.
Dann such’ ich einen Schoß, der warm ist,
eine Hand, die einen hält, wenn man fällt,
die bedingungslos da ist.
Doch Suchen heißt nicht Finden,
und ich merke, wie die Bretter unter meinen Füßen schwinden.
Und dann kommt er – der Freifall gratis.
Der Flug ist umsonst, weil der Aufprall zu hart ist.
Du spürst den Flug, den Wind und dann kommt die Angst,
und auf einmal wird dir klar,
dass du nicht mehr stoppen kannst.
Du fällst und du fällst immer schneller
in ein tiefes schwarzes Loch.
Es wird nur dunkler und nicht heller.
Dann liegst du am Boden, und es ist still,
und du weinst wie ein Kind, das zu seiner Mami will.
Nie mehr Kind, nie mehr klein, nie mehr unschuldig sein.
Jetzt hab’ ich diese Angst und ich kann mich nicht befreien.
Noch einmal die Last von den Schultern
- noch einmal das Wissen, ich bin nicht schuld dran,
noch einmal das Gefühl, das ich verlor.

”Refrain:”
Es kommt schon vor, da wünscht’ ich,
ich wäre wieder ein kleines Kind…

Was ist bloß mit mir los?
Ich fühle diesen großen Kloß in meiner Kehle.
Ich zähle quälende Stunden, Minuten und Sekunden.
Meine Seele ist elendig geschunden.
Freunde, wo seid ihr? Bleibt hier und erkennt:
ihr seid mein Fundament, meine 100 Prozent.
Nah den Tränen
sehn ich mich nach jenen Tagen, in denen
ich in Gummistiefeln im Regen lief,
fröhlich und naiv, auf Wolken schlief.
Wieviele Spiele haben wir zusamm’ gespielt?
Verdammt, sag mir, warum unsere Liebe nicht hielt.
Tagtäglich standst du früher vor meiner Tür
und nachträglich dank ich dir dafür.
Es ist schwer zu beschreiben:
ich wollte ewig dein Herzbube bleiben,
doch jeder kroch in sein Loch,
verschlossen und verschwiegen
und da liegen wir immer noch.
Heute nach so einer langen Zeit
bleibe ich Gefangener meiner Vergangenheit

”Refrain:”
Es kommt schon vor, da wünscht’ ich,
ich wäre wieder ein kleines Kind…

Ich bin so müde, so schläfrig,
doch bleibe ich wach und schwer,
treibe schwach umher,
wie ein Tier im Käfig.
Entziehe ich mich der Schranken,
fliehe in Gedanken
zurück als ich noch ein Kind war.
Nachts ruhig schlief,
so naiv und unwissend blind war.
Wie einfach muss alles wohl gewesen sein.
Meine Welt hatte Ordnung und war besenrein.
Es ist umgekehrt.
Ich leb’ nicht mehr so unbeschwert.
Hab erkannt,
dass diese Freiheit im Alltag verschwand.
Und am Ende wende ich mich wieder Problemen zu,
denn ich schätz,
ich leb nicht in der Vergangenheit sondern jetzt.
Ich bin so müde, habe schwere Lider.
So schlaf ich ein und wünsche mir,
ich wäre wieder ein kleines Kind.

”Refrain:”
Es kommt schon vor, da wünscht’ ich,
ich wäre wieder ein kleines Kind…

geht aber nicht…

57 holger Februar 11, 2010 um 11:26

Tja, wir reagieren eben nur auf Dinge, die so um uns herum passieren. Agieren tut keiner. Wie denn auch. So, dann ist die Frage: wie geht der Probant damit um, eine Entscheidung zu fällen, die nichts anderes ist, wie eine Reaktion auf ein zuvor eingetretenes und beobachtetes Ereignis. Man könnte auch die Frage nach dem Gefühl stellen, wie Reporter das gerne machen: “Wie fühlten sie sich… als sie die Treppe hinunter stürzten.”

Nehmen wir doch mal unser Informationszeitalter. Wer ist denn in der Lage, all diese Informationen in immer “schnell” werdender Zeit aufzunehmen, und wie reagiert er darauf? Das gilt für die Elite, wie für jeden anderen auch.

Das ist das TINA Syndrom. In Zeiten wie diesen, müssen Entscheidungen im Sekundentakt, gefällt werden. Was für Auswirkung, die Reaktion darauf und daraus folgend, die Entscheidung hat, ob wenig positiv oder positiv, sei dahin gestellt. Der “moderne” Mensch ist vermutlich mit der Informationsflut vollkommen überfordert. Er steht ständig unter Erfolgsdruck und versagt im Alltäglichen, das was man Leben nennt. Und dann kommt Burn Out oder einfach gesagt ein Kapitulieren vor dem vermeintlichen Erfolg. Es geht dann nix mehr. Und in diesen Momenten werden Drogen rein geworfen, auch am Arbeitsplatz. Diese Drogen verändern die Reaktion und die Entscheidungsfindung. Hinzu kommen noch die Hormone die ein wenig verrückt spielen. Das geht so lange, bis ganz viele in der Klapse sitzen.

TINA ist nichts anderes, wie die Hörigkeit und Zugehörigkeit im selbst geschaffenen System. Für diese Spezies, wird es keine Alternative geben. Sie würden sich selbst verleugnen. Deswegen werden auch immer abstrusere Entscheidungen getroffen. Die in den Augen der TINAs vollkommen gerechtfertigt sind. Es werden sich schon Alternativen aufzeigen, doch vorher muss der “geistige” Kollaps, alle TINAs dahinraffen.

58 Logik-Ratio Februar 11, 2010 um 11:36

P.S. es mangelt den Menschen einfach auch an DEMUT – die Zukunft kann nicht vorhergesagt werden. Wir können uns allerdings darauf vorbereiten, in dem wir vorsichtig sind und uns auf Gefahren vorbereiten.

z.B. ist eine vergrößerte Lagerhaltung nicht immer “Verschwendung” – höchstens in guten Zeiten – in den Zeiten des Black Swans sind es sinnvolle Investments. Diese Zusammenhänge werden in unserer Wirtschaft systematisch vernachlässigt.

Auch möchte ich hier wgn zustimmen und seine Argumente übernehmen – gerade weil die NASA die Gefahren/Kosten nicht sozialisieren kann, musste Sie umdenken.

Weil die Entscheider glauben, es ist egal was das Volk denkt, (Weil Sie keine UDSSR mehr als Gegengewicht sehen), genieren Sie sich auch nicht auf Seite 1 erst zu schreiben – 600 Milliarden für die Banken, Rekordboni für Leistungsträger – um daneben eine Absenkung von 30% für Hartz IV bezieher zu fordern, weil 6 Mio Leute zu faul sind Arbeit zu finden, oder dem ÖD vorwerfen mehr Geld zu fordern, obwohl die Kassen leer sind.

Jeder Idiot kann hier 1 und 1 zusammenzählen.

59 holger Februar 11, 2010 um 11:37

Und die Sache mit Challenger und so, kann eh keiner Beurteilen.

Nehmen wir doch den Fall WGNX. Warum ist er den in die USA geflogen, hat sich den Gladwell angehört, und wie ist er zur Entscheidung gekommen, die zur Diskussion zu stellen. Ferner hat er ja auch Reaktionen da gezeigt, in dem er eine oder mehrere Wortmeldungen abgegeben hat. Und warum ist Gladwell darauf nicht so eingegangen, wie WGNX es sich vermutlich erhofft hatte.

Seht ihr, selbst am Fall WGNX Gladwell kann man sich über Ebtscheidungen trefflich Gedanken machen.

60 holger Februar 11, 2010 um 11:42

@ Logik Ratio #58

es ist doch wunderbar, dass das immer offensichtlicher wird. Weil nach TINA wirds was anderes geben. Und zwar “richtigen” Fortschritt.
Man kann TINA nicht retten.

61 Morph Februar 11, 2010 um 12:04

@topi#52

“Die Trennung zur Gefahr scheint mir künstlich”

ja sicher, jede Unterscheidung ist künstlich. Der Sinn der Unterscheidung liegt darin, dass berechenbare Risiken und unkalkulierbare Gefahren dasselbe aus verschiedenen Blickwinkeln begreifen und unterschiedliche Möglichkeiten des Umgangs ermöglichen. Z.B. kann eine Versicherung die entstehenden Kosten, die aus einer bestimmten Schadensart für sie erwachsen z.T. gespenstisch genau vorhersagen. Für den Einzelnen bleibt es bei der unkalkulierbaren Gefahr.
In Bezug auf Technologien, die Gefahrenpotenziale bergen ist es schlicht so, dass Organisationen, die über den Einsatz bestimmter Technologien entscheiden, Chancen und Risiken des Einsatzes und des Nichteinsatzes (!) der Technologie gegeneinander abwägen. Denn auch der Verzicht auf eine Technologie birgt Risiken. Was Risiken angeht, bedeutet Entscheiden sehr oft vor ‘tragic choices’ zu stehen, d.h. in jedem Fall mit der Möglichkeit unerwünschter Ereignisse rechnen zu müssen. Entscheiden ist oft Pest vs. Cholera. Und das sollten Leute, die gegen die Gefahren eines Technologieeinsatzes protestieren, wissen, damit sie nicht lediglich versuchen, ihren Standpunkt zu vertreten, sondern sich auch Gedanken darüber machen, wie sie eine Entscheidung in ihrem Sinne dadurch begünstigen, dass sie die Risiken der Entscheidung für die Technologie möglichst drastisch erhöhen (!).
Es reicht nicht zu sagen: AKW – nee! und mächtig zu agitieren, Aufmärsche, Hearings, Blockaden und was weiß ich zu veranstalten. Alle argumentations- und ereignisbezogenen Protestformen können nur dazu dienen, das System der Potestkommunikation zu reproduzieren, an der Tatsache, gegen die protestiert wird, ändert der Protest zunächst einmal überhaupt nichts, so eindrucksvoll die Artikulation des Protests auch sein mag. Erinnert sich noch wer an die Demos gegen den Irak-Krieg. Sooooo viel Aufwand, für NICHTS!!
Ein Protest, der etwas bewirken will, muss Umstände schaffen, die die abzuwendende Entscheidung aus Sicht der Risikokalkulation der Entscheidenden Organe (!) demotiviert. Die unerwünschten Realeffekte (!), die von den entscheidenden Gremien aus Verantwortung für die Organisation zu berücksichtigen sind, müssen stärker zu Buche schlagen als die errechneten Chancen.
Ein Unternehmen kann z.B. nicht auf gute Worte, besetzte Werkshallen, Boykottaufrufe usw. reagieren (allenfalls die PR-Abteilung wird versuchen, die öffentliche Meinung gegen den Protest zu beeinflussen, d.h. der Protest versendet sich im massenmedialen Betrieb). Unternehmen können prinzipiell nur dann auf Protest im Sinne des Protests reagieren, wenn der Entscheidung, die abgewendet werden soll, drohende Verluste zugerechnet werden müssen. Protestbewegungen müssen sich Gedanken machen, wie entsprechende Faktenlagen herzustellen sind.

62 Dipfele Februar 11, 2010 um 12:08

@Nanuk

Zwei Drittel Lebens sind getan.
Ich steh am letzten Bogen.
Im besten Mannesalter bin ich Kind.
Der Schrecken schreckt mich und
das Dunkle macht mich blind.
Ich lache unbegründet, weine schnell.
Man soll mir Märchen sagen.
Die tägliche Gemeinheit macht mich krank.
Zwei Drittel Lebens sind getan.
Ich steh am letzten Bogen.
Ich bin dem Leben nicht gewachsen.
Mein Beruf ist Kind.
(Franz Xaver Kroetz)

63 Nanuk Februar 11, 2010 um 12:36

@Dipfele
Das glaub ich denen sogar die benehmen sich ja auch wie welche…
Aber wie gesagt man muss damit Leben lernen ich will kein Vergewaltiger werden darum geh ich in die Tonne… und lach mich kaput.

64 Nanuk Februar 11, 2010 um 12:40

Silence is golden…

65 Tina Februar 11, 2010 um 14:06

@Nanuk #63
„darum geh ich in die Tonne… und lach mich kaput.“

Und lass mein Kapital für mich arbeiten.
Von irgendetwas muss ich ja in der Tonne leben …
:-D

66 Virus Februar 11, 2010 um 14:12

@Nanuk’48

“Sind die Titten deiner Lehrerin dir einerlei dann ist Pubertät vorbei.”

Dann muss es wohl auch Fälle von Dauerpubertät geben. Lol

67 Nanuk Februar 11, 2010 um 15:39

@Tina
Der Weg ist das Ziel.
Du verstehst es nicht und willst es nicht verstehen.
So bleinst du immer im TINA gefangen…

68 Nanuk Februar 11, 2010 um 15:41

@Tina
Wenn ich mal Sterbe dann steht auf meinem Grabstein er hat es versucht was steht auf deinem?

69 Tina Februar 11, 2010 um 15:53

@Nanuk
„Der Weg ist das Ziel.“

Sagte der Hamster und lief weiter …

„Wenn ich mal Sterbe dann steht auf meinem Grabstein er hat es versucht „

Das könnte auf fast jedem Grabstein stehen.
Wie langweilig.

was steht auf deinem?

Vielleicht:
Klug, wie sie war, mied Tina untaugliche Versuche.

70 Nanuk Februar 11, 2010 um 15:56

@Tina
Da muste aber aufpassen das da nicht irgendwann jemand drüber schreibt
Dumm wie sie war verpasste sie die Chance…

71 Nanuk Februar 11, 2010 um 15:58

@Tina
“Wie langweilig.”
Ich muss dich entäuschen ich bin auch nur ein Mensch :)

72 keiner Februar 11, 2010 um 16:25

..und ich hatte auf Grund der vielen Posts schon an eine multiple Persönlichkeit geglaubt… ;-)

73 Wat. Februar 11, 2010 um 16:29

@ keiner – nicht nur deshalb ;-)

74 Nanuk Februar 11, 2010 um 16:35

The rest is Silence!

75 holger Februar 11, 2010 um 16:40
76 keiner Februar 11, 2010 um 16:48

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/714/502943/text/

SOLCHE Sorgen möcht ich haben….

77 ceteris Februar 11, 2010 um 19:52

@wgnx #28
Schön. Und was macht die “große gemeine Einfachheit” danach?
Woher soll ich das wissen? Wird ihr schon was einfallen, muss ja auch nichts Neues sein. Aber das ist ja nur der eine Teil der Frage – der andere heisst: Was machen die Villenbewohner dann?

78 Rüdiger Kalupner Februar 11, 2010 um 20:45

Schon etwas von Macht- und Erfolgs-Wahn und -Blindheit gehört? Diese Blindheit ist von der Evolutionsgenialität so gewollt. Damit zerstört die KREATIVE Evolutionsgenialität immer die herangewachsenen Macht- und Erfolgsgebilde – und das im 50 Jahreabstand. Ob die nun unter dem Namen Hitler, Lenin oder als geheime Wissensherrschaft in der Form eines Rumpelstilzchen-/Wachstumszwang-Regime laufen. Die exponentielle Steigerungslogik in den Dingen läßt die Machtspitzen und -Systeme kippen. Diesem Schicksal entgehen solche Exponentialsystem nur durch eine Steuerungssystem-Revolution, die Steigerungslogik des Systems von exponentiell in logarithmisch austauscht. Das geht meist nur durch einen Crash. Demut hilft hier überhaupt nicht – nur Wissen, Evolutionsprozess-Wissen

Erst auf dieser Evolutionstheorieebene wird die Aufstiegs- und Abstiegs-Geschichte komplexer Gesellschaftssystem leicht überschaubar und steuerbar. Daran ist aber niemand interessiert. Alle Feuilletonisten – wie Mr. Gladwell – und alle anderen Schreiber, alle Dramatiker usf. wollen auf den Betrachtungsebenen u n t er h a l b der Evolutionsprozess-Musterebene bleiben.

Es schreibt sich so schön über die Schicksale der Blindgänger. Und alle Profiteure des exponentiell wachsenden Gesellschaftssystems ebenso. Die Zahl der Profiteure ist groß. Fast alle Subsysteme-im-Crashsystem profitieren von der ‘Kontinuität des Irrtums’, von der Rudolf Augstein sagte, dass sie die Geschäftsgrundlage des SPIEGEL sei. Voraussetzung ist,
1. dass Leservolk von der genial-einfachen Ebene der Evolutionsprozess-Muster und -Gesetze keine Ahnung hat – und
2. die Profiteuere verhindern können, dass die revolutionäre Steuerungssystem-Lösung gegen das Exponetialwachstum ins Spiel kommt. So sind alle Erfolgreichen/Profiteure auf Crash programmiert. Auch jene, die hier unterhalb der Evolutionsmuster-Ebene sich austauschen – wie auf diesem Blog.

79 Virus Februar 11, 2010 um 21:07

@Rüdiger Kalupner

Piratenpartei also?! Junge, du hast noch rein gar nichts begriffen. Der Inhalt von euch Parteiheiligen ist immer der gleiche alte Mist. Einstein hätte es angeekelt, wenn er es hätte mit ansehen müssen, wer sich da auf ihn bezieht.

80 Virus Februar 11, 2010 um 21:20
81 Rüdiger Kalupner Februar 11, 2010 um 21:23

Wie kommen Sie auf PIRATENPARTEI? Doch eher DIE KREATIVEN, 1. evolutionistische Partei der Welt . Sie agiert auf der obersten Evolutionsprozess-Musterebene – und ist damit übermächtig, weil mit der Durchsetzungmacht im Evolutionsprozess verbündet. Albert Einstein wäre unser glücklichstes Mitglied, weil er wüßte, dass damit alle anderen konfliktkampfgeborenen Anti-KREATIV-Parteien überflüssig werden.

82 unwissender Februar 11, 2010 um 23:37
83 Virus Februar 12, 2010 um 09:31

@Rüdiger Kalupner

Geschwafel! Machtstrukturen, und dazu zählen nunmal auch Parteien sind der Abschaum der jegliche Kreativität zerstört. Menschen die auf die “förmliche” Anrede “Sie” bestehen sind mir von Kindheitstagen an suspekt geblieben. Es handelt sich dabei nicht um eine Form der Höflichkeit, sondern um eine Form der Autorität – also genauso unkreativ. Einstein Mal so und Mal so zu betrachten ist schon sehr kreativ – ist eben alles relativ – nee mein Lieber, so nicht. Die hier werden sicherlich am Tage X sehr kreativ werden (aber ohne eine Partei der Kreativen – Lol):

http://www.youtube.com/watch?v=CHn5M2At2R8&feature=player_embedded#

84 Nanuk Februar 12, 2010 um 10:52

@holger
Ich meine so tolle Erfindungen wie das hier…
http://www.youtube.com/watch?v=V1yv0ETlEls

85 Nanuk Februar 12, 2010 um 11:04

@keiner
Siehste die bekommen das Autoritäre jetzt auch zu spüren und das ist erst der Anfang…

86 topi Februar 12, 2010 um 11:06

Da sag noch einer, ohne Erwerbsarbeit kann man sich nicht sinnvoll beschäftigen! :daumen:

87 Rüdiger Kalupner Februar 12, 2010 um 12:36

@virus
Meine Erfahrung bestätigt sich auch hier wieder, dass die Gruppe der Menschen, die evolutionsprozess-systemisch denken können und hinzulernen wollen, sehr klein ist. Die alten Kategorien und Seins-Muster sind ja soooooo vertraut und bewährt. In den ‘Meistersingern von Nürnberg’ ist dies u.a. in Szene gesetzt. Wenn Sie sich auf dieser Seite wohlfühlen, dann ist es ja gut.

88 Nanuk Februar 12, 2010 um 13:04

@topi
Ist doch ne einfache Frage…
Wollt ihr das totale Schlaraffenland oder nicht?
Stahl rein Schiff raus…mit Alu geht das auch davon ist genug da.
Sind wir mal Pessimistisch 20 Jahre…
http://www.pemamek.fi/eng/products/?PAGE=4

89 Virus Februar 12, 2010 um 14:03

@Rüdiger Kalupner

Ausgrenzung! Nur mein Glaube ist der wahre Glaube. Wunderbar! Kann es sein, dass Rassismus genau da anfängt? Noch was. Waren und sind es nicht gerade die Unternehmensberater, die Lobbyismus in Form von Korruption fördern. Und das hat sogar was kreatives und systematisches. Vielleicht ist das ja auch gemeint. Nur für den Fall, dass der Unternehmensberater auch wieder abgestritten werden sollte, hier der Beleg:

http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=67&t=7436

Und nein, ichfühle mich auf dieser Seite (blog) nicht wohl. Aber ich suhle mich gerne Mal eine Weile im Dreck – quasi als Unterhaltung.

90 Virus Februar 14, 2010 um 17:54

@Rüdiger Kalupner

Na du Heißluftballon biste geplatzt?

91 Ich Februar 15, 2010 um 12:52

@Nanuk,

die Kernkraft mag subventioniert sein, aber die Kohle ist es noch mehr, da der Klimawandel die groesste Katastrophe ist, die die Menschheit in den letzten 10000 Jahren erlebt hat.
Die Verbrennung von Erdgas traegt auch zum Klimawandel bei, und wenn bei der Foerderung Erdgas direkt austritt, hat Erdags einen 30 mal so hohen Effekt auf das Klima wie CO2.

Die negativen Effekte des Klimawandels treten vor allem in armen Laendern auf, daher interessieren sie die meisten nicht besonders. Aber global waere es das moralische Gebot erst die Kohle abzustellen, dann die meisten Erdgasanlagen, und erst dann die Kernkraft, selbst dann wenn wir alle 10 Jahre in Europa ein Tschernobyl haetten und den Restmuell einfach ins Meer kippen wuerden.

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