Was ermöglichte die Notenpresse?

by weissgarnix on 7. Februar 2010

Ich lach mich schlapp: Die Urmutter aller Druckerpressen, mittels derer Banknoten gedruckt und wunderhübsche Kreditexpansionen in Gang gesetzt werden konnten, wurde wie finanziert? Na mit einem Kredit natürlich! Zumindest steht das so in dem schlauen Buch, das ich gerade lese, “History of Money” von Glyn Davies.

Johann Gutenberg war für seine Basteleien zwischen 1450 und 1452 auf ein Darlehen angewiesen. Es belief sich auf 1600 Gulden und stammte von einem Mainzer Bankier namens Johann Fust. Dieser muss wohl ziemlich “profit-minded” gewesen sein, was man von Herrn Gutenberg aber nicht gerade behaupten konnte: Weil er immer wieder in Zahlungsverzug geriet, musste er Fust schließlich den Großteil aller zukünftigen Gewinne abtreten, die sich aus der kommerziellen Verwertung seiner Erfindung ergeben würden.

Nach einigem Hin und Her endete das Ganze schließlich mit der Klage Fusts über insgesamt 2.026 Gulden. Dieser wurde vom Gericht stattgegeben, worauf Fust in Gutenbergs Vermögen vollstreckte. Er setzte seinen zukünftigen Schwiegersohn Peter Schoeffer als Geschäftsführer ein, und am 14. August 1457 erschien das erste gedruckte Buch der Weltgeschichte, der “Mainzer Psalter”. Herausgegeben von Fust und Schoeffer.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Gutenbergsche Presse dann für die Münzprägung adaptiert, unter kräftigem Zutun von Leonardo da Vinci, wie es scheint. Aber erst 200 Jahre später sollte Europa auf die Idee verfallen, dass man damit ja eigentlich auch einfaches Papier bedrucken und das dann als Geld verwenden könnte.

Ja, Freunde – so war das damals.

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Euro-Links: Kirse und Miese? • Börsennotizbuch
8. Februar 2010 um 15:13

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1 holger 7. Februar 2010 um 19:06

Gibts da eine Quelle zu Leonardo?

das wäre Nett.

2 Virus 7. Februar 2010 um 19:53
3 weissgarnix 7. Februar 2010 um 20:07
4 holger 7. Februar 2010 um 20:09

Danke schöööön :D

5 Virus 7. Februar 2010 um 20:28

Oh Bitte, wahr nur eine Kleinigkeit!

6 holger 7. Februar 2010 um 20:55

@ WGN

ein schöner Satz: wegen Leonardo aus deiner Quelle:

“His (Leonardo) work seems to have left some permanent impressions on the practice of the papal ( papal=päpstlich) mint…”

Der Papst und der Leonardo sollen sich gar nicht gemocht haben.

Und dann folgt der Hinweis auf “Ben-venuto Cellini” (Nennen die sich alle Ben?)

“… which were fully developed shortly afterward by Benvenuto Cellini”

Und wenn ich mir die Geschichte von Benv. Cellini ansehe, stimmt irgendetwas nicht.

Gut, er war Goldschmied und Bildhauer, sind aber 7 bis 10 Jahre “shortly afterward?” Denn Cellini soll erst 1500 geboren wurden sein. Und Leonardo war von 1513 bis 1516 in Rom vielleicht sogar auch bis 1519. Wie ist Cellini an die Aufzeichnungen von Leonardo gekommen, um das Werk zu vollenden? Entweder hatte die der Papst, oder nicht. Ich glaube ehr letzteres.

@ Virus

das Zeugs interessiert mich nicht.

7 ergo sum 7. Februar 2010 um 21:01

Hübsche Geschichte, wenn’s auch nicht ganz stimmt, denn bekanntlich prägten schon die Römer Millionen von Münzen. Der gelernte Juwelier Gutenberg erfand nicht die Presse, sondern nur die beweglichen Metall-Lettern. Als Presse bediente er sich einer alten Mainzer Weinpresse, wie sie allenthalben seit Jahrhunderten in Gebrauch waren.

8 holger 7. Februar 2010 um 21:07

@ Ergo Sum

es geht doch um das Papier Geld. Welches “industriell” produziert wird. Heut sinds ja nur noch Bits und Bytes.

9 holger 7. Februar 2010 um 21:17

Ich glaube es waren die medici und die Innovation der needle machine

10 Virus 7. Februar 2010 um 21:31

Schau nach China!

11 Virus 7. Februar 2010 um 21:36
12 Biene 7. Februar 2010 um 21:59

zu #7 und auch zum OP..

An der Geschichte bleibt nicht viel Wahres…

Fust war gelernter Anwalt – aber niemals Bankier.
Er war Unternehmer.
Das erste Buch kam von Fust und Gutenberg.

Tja – so isser halt unser weissvongarnix….

13 weissgarnix 8. Februar 2010 um 08:51

@Biene

Was im 15. Jhdt als “Bankier” anzusehen war und was nicht, wird wohl schwammig bleiben. Auch die Fugger und die Welser waren in diesem Sinne keine “Bankiers”, und doch waren sie die größten Financiers ihrer Zeit.

In der Tat weiß ich aber über die näheren Umstände dieser Gutenberg-Geschichte so gut wie nichts. Davies gilt allerdings als Standardwerk der Geldgeschichte.

14 topi 8. Februar 2010 um 09:23

Na dann: schnell weg damit!

Man vergleiche die aktuellen STandardwerke zur Ökonomie. :roll:

15 racoon@none.de 8. Februar 2010 um 20:48

Warum auf einmal das Thema “Notenpresse”? Ich dachte, dass WGN eine eine inflatorische Entwicklung auf grund eines Inudstrie-resizings und Angebotsverknappung erwartet? Hat sich die Meinug des geschätzten WGN geändert? Is that a hint?

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