Ich hatte in meinem Buch ursprünglich ein eigenes Kapitel zur Sozialen Marktwirtschaft, ca 30 Seiten lang, das mir aber jetzt nicht mehr gefällt. Thematisch passt es nicht mehr zum Rest, und Platz habe ich dafür eigentlich auch keinen. Das ganze Kapitel fliegt daher raus und erscheint auszugsweise hier im Blog. Nachfolgend Teil 1:
Die Frage, die einem an dieser Stelle durch den Kopf geht, ist die, warum liberale Ökonomen wie Müller-Armack und Röpke sowie ein nicht minder liberal gesinnter Ludwig Erhard überhaupt ihr Herz für das Soziale entdeckten. Röpke z.B. hatte die Möglichkeit eines „dritten Weges“ zwischen Marktwirtschaft und Sozialismus kurz davor noch auf das Schärfste zurückgewiesen. Woher also der plötzliche Sinneswandel?
Der historische Kontext gibt die Antwort: Deutschland hatte gerade den Zweiten Weltkrieg verloren, die Nazi-Herrschaft war zu Ende, die jahrelang unter zentraler Lenkung und primär auf die Rüstung ausgerichtete Wirtschaft war gelähmt und der einzige Markt, der florierte, war der Schwarzmarkt. Eine neue Wirtschaftsordnung müsse her, so Müller-Armack. Und dabei war es keineswegs selbstverständlich, dass die Wahl auf die Marktwirtschaft fallen würde: Im Bewusstsein der Öffentlichkeit war die zentrale Wirtschaftslenkung durchaus noch positiv besetzt, sie galt vielen Leuten als sozial, während die Marktwirtschaft unter dem Generalverdacht des verhassten „Laissez-faire“ stand. Darüber hinaus waren die Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise noch wach und deren Ursachen machte man bei einer allzu liberalen Einstellung gegenüber dem Markt aus. Arbeiterproteste waren an der Tagesordnung, die großen Industriekomplexe sollten nach dem Willen der Gewerkschaften verstaatlicht werden. Forderungen, die in der Öffentlichkeit auf breite Zustimmung stießen. Am 12. November 1948 kam es in der so genannten britisch-amerikanischen „Bizone“ zu einem Massenprotest, der zwar in die offizielle deutsche Geschichtsschreibung nicht unter dem Titel „Generalstreik“ Einzug gehalten hat, aber den üblichen Kriterien nach durchaus als ein solcher bezeichnet werden muss. Lediglich in der französischen Besatzungszone blieben großflächige Arbeitsniederlegungen aus, nachdem sie von der dortigen Militärverwaltung ausdrücklich verboten worden waren. In der Bizone hingegen streikten in der Spitze rund 9 Millionen Menschen, was rund 70% der Beschäftigten entsprach. Auch hier hatten die Militärgouverneure Streikaktionen nur unter der Bedingung genehmigt, dass es dabei zu keine Kundgebungen der Arbeiterschaft kommen dürfe, aus Furcht vor politischen Unruhen.
Was war der Stein des Anstoßes? Die Reformen Ludwig Erhards. Ausgerechnet der Mann, den die Nachwelt als Initiator des Sozial Gerechten in der deutschen Wirtschaftspolitik im Andenken bewahren sollte. Er hatte im Juni desselben Jahres mit einem als „Währungsreform von 1948“ überlieferten Maßnahmenbündel die Aufhebung vieler Preiskontrollen durchgesetzt, und damit den vehementen Protest der Arbeiterschaft provoziert, der dadurch reale Einkommensverluste drohten.
Letztlich stand zu dieser Zeit das zukünftige Wirtschaftsmodell Deutschlands zur Debatte; die Frage, ob kapitalistische Marktwirtschaft oder zentrale Lenkung durch den Staat. Die alliierte Besatzung bevorzugte unter der Führung der Amerikaner zweifellos die Marktwirtschaft, stärkte Erhard bei seinem Vorhaben daher den Rücken. Jürgen Stark, Mitglied des Direktoriums und des Rates der Europäischen Zentralbank, verwies auf diesen Zusammenhang erst vor kurzem, in seiner Festrede am 20. Juni 2009 anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Währungsreform 1948: Es bestünde wohl kein Zweifel, so Stark in seiner Rede, dass „eine demokratisch gewählte deutsche Nachkriegsregierung einen derartigen Währungsschnitt, der mit erheblichen Belastungen und einer Umverteilung zugunsten von Sachvermögensbesitzern einherging, politisch nicht hätte durchstehen können.”
Damit hat Stark zweifellos recht: Einige Wochen vor den November-Protesten war es in Stuttgart schon zu Streiks und Demonstrationen gekommen, in denen die Arbeiter für Preisregulierung, Lohnerhöhung und unternehmerische Mitbestimmung auf die Straße gingen. Diese Kundgebungen endeten in schweren Unruhen, welche die Militärpolizei nur mithilfe von Tränengas beenden konnten. Dass die politische Atmosphäre äußerst angespannt war und ein radikal-liberales Wirtschaftsprogramm kaum öffentlich goutiert worden wäre, liegt daher auf der Hand. Dennoch wollte Erhard die Marktwirtschaft durchsetzen: Und da kamen Müller-Armack und Kollegen ins Spiel.
Die aus der Koproduktion der drei deutschen Professoren stammende Formel verlieh Ludwig Erhards wirtschaftspolitischem Kurs jenes moralische Versprechen des gesellschaftlichen Ausgleichs und der allgemeinen Teilhabe, dem selbst die am Boden ihres plebiszitären Ground zero liegende deutsche Sozialdemokratie des Jahres 2009 noch mit Wehmut hinterher trauert. Mit dem griffigen Slogan „Wohlstand für alle!“ auf den Plakaten und der Unterstützung der alliierten Besatzungsmächte im Rücken überstand Ludwig Erhard alle Versuche seiner politischen Gegner, ihn klein zu kriegen. Die Gewerkschaften hingegen erlebten ihr Waterloo: Erhards Kurs wurde zum wirtschaftspolitischen Leitmotiv nicht nur seiner, sondern auch aller folgenden Regierungen der Bundesrepublik – die gewerkschaftliche Vision einer sozialistischen Arbeiterdemokratie sollte nie wieder eine realistische Chance auf Verwirklichung bekommen.




















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Ja so war’s damals gewesen. Das wussten wir doch aber schon.
Nun liegt die “Soziale Marktwirtschaft” also im Abfalleimer, auf dem Müllhaufen der Geschichte, wie mal jemand sagte.
Da liegt sie nicht verkehrt.
Damals.
Wann gehts denn weiter?
Dass die soziale Marktwirtschaft nicht mehr praktiziert wird, ist das eine.
Müller-Armack definiert: “Wir sprechen von ‘Sozialer Marktwirtschaft’, um diese dritte wirtschaftspolitische Form zu kennzeichnen. Es bedeutet dies, dass uns die Marktwirtschaft notwendig als das tragende Gerüst der künftigen Wirtschaftsordnung erscheint, nur dass dies eben keine sich selbst überlassene liberale Marktwirtschaft, sondern eine bewusst gesteuerte, und zwar sozial gesteuerte Marktwirtschaft sein soll.”
Was aber sollte die Alternative zur sozialen Marktwirtschaft sein?
Was aber sollte die Alternative zur sozialen Marktwirtschaft sein?
Sie wollte ja selber eine sein – angeblich, man darf den betreffenden Protagonisten nämlich keineswegs aufs Wort glauben – ein “dritter Weg” sozusagen, aber das war Propaganda. Woher ich weiß, dass sie das war? Abgesehen von historischen Details: Weil Müller-Armack und Konsorten “vergessen” haben, dazu zu sagen WIE und VON WEM diese soziale Marktwirtschaft gesteuert werden soll. Wer kapitalistische Marktwirtschaft akzeptiert, der akzeptiert auch die Steuerung durch die Verwertungsinteressen des Kapitals, aka Profit, G’. Der Rest sind Sonntagsreden – und das waren sie schon damals.
@weissgarnix
Zu Ludwig Erhard fallen mir auch noch diese Herren hier ein!
Erwähnst Du sie auch in Deinem Buch!
http://de.wikipedia.org/wiki/Mont_Pelerin_Society
Das beste wurde schon mal zu “Röpkes Buchstabenkiste” am 8. Oktober verlinkt: http://www.jungewelt.de/2009/09-19/023.php
Fand wgnx damals “verdammt genial”, ist ihm aber zwischenzeitlich wohl versehentlich auch in den Abfalleimer gefallen…
Die offenen Feinde und ihre Gesellschaft…
und das lustige ist jetzt standen sie tatsächlich vor der Wahl Sozialismuss oder Tot und was haben sie gewählt… die aufrechten Liberalen… lächerlich sind sie alle zusammen…
@ wsgn
So war es.
Jetzt aber den Mülleimer durchsortieren.
Soziale Marktwirtschaft heißt heute:
Marktwirtschaftlicher Sozialstaat.
Erhard hatte sich zwar durchgesetzt.
Aber den Wandel konnte er nicht verhindern.
Wie auch:
Wer Wohlstand für alle verspricht, der hat auch schon versprochen, wie es weiter geht, wenn die Marktwirtschaft das Versprechen nicht mehr einlösen kann:
Dann muss eben das Soziale liefern.
Die Leute haben es kapiert.
Und machen Dampf.
@Nanuk
Wir müssen Ökonomie von der humorvollen Seite sehen!
http://www.ftd.de/politik/international/:hayek-vs-keynes-jahrhundertoekonomen-liefern-sich-rap-battle/50069781.html
Oder wie sagte bereits Hayek:
“Wer nur ein Ökonom ist, kann kein guter Ökonom sein.”
http://el.toonpool.com/user/195/files/oeko_logisch_242455.jpg
Man denke nur mal an das berühmte Ahlener Programm der CDU
“die jahrelang unter zentraler Lenkung und primär auf die Rüstung ausgerichtete Wirtschaft”
Hm, ich würde die Wirtschaft zu dieser Zeit nicht unbedingt als zentral gelenkt bezeichnen. Und gerade die entscheidende Rolle des Großkapitals, das sich ja auch zum größten Teil bereitwillig den Rüstungsprogammen angeschlossen hat, sollte man nicht vergessen.
Insgesamt halte ich eine Marktwirtschaft mit starker sozialer Komponente für das beste Wirtschaftsmodell, nur reicht sie für mich nicht aus, wenn nicht auch eine nachfrageorientierte Globalsteuerung der Wirtschaft und starke Mitbestimmungsrechte hinzukommen.
Schade nur, dass wir solch eine seit 1982 nicht mehr haben, gerade unter maßgeblicher Mitwirkung der Partei, die sie erfunden hat.
Marktwirtschaft – Soziale Marktwirtschaft – usw., nennt es wie ihr wollt, es ist und bleibt KAPITALISMUS. Die Dummheit in diesem blog scheint grenzenlos zu sein. Es bleibt immer wieder festzustellen, ihr kennt das eigene System nicht. Worüber redet ihr hier eigentlich?
Religion?
@unwissender
Das ist der Fortschritt durch die Krise die Ökonomen haben ihre Autorität verloren… Geistiger Fortschritt ist Zerstörung von Autorität.
@epikur
Worüber redet ihr hier eigentlich? Religion?
Die Herrschaft einer kleiner Minorität im Namen einen von allen anzuerkennenden Autorität.Markt heist die Autorität…
Exakt darüber reden wir…
@ Nanuk
Ach so!
Dann hat das wohl nix mit Anarchismus zu tun.
Der Markt also. Welcher denn?
Der Fischmarkt? Oder der Gemüsemarkt? Ich glaube ich hab’s… der Fleischmarkt – vulgo der Menschenmarkt … meintest Du den?
..wer sucht, der findet ..!
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4483
http://www.nachdenkseiten.de/?p=4497#more-4497
et: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1809/die-schweiz-das-geld-und-die-moral
@Nanuk
Markt ? Hallo Witz ! Wir leben in der Eurokratie, solange, bis diese Mißgeburt stirbt. Das kann dauern. Es hat mit allem, aber nicht mehr mit “Markt” zu tun. In einem “Markt” hätte der Staat niemals die bankrotten Banken auf Kosten der Steuerzahler gerettet. Die Verbindlichkeiten wären an die Zentralbanken gegangen und die Finanzinstitute hätten darauf Zinsen gezahlt. Das ist etwas anderes, als wenn der Steuerzahler für die “Rettung” an die Pleitebanken Zinsen zahlt. Erkennt ein Blinder mit nem Krückstock. Wobei die Amis eindeutig mehr Ahnung haben. Die Deutschen machen, wie immer, die Oberdeppen.
@ Michael
Du redest irr!
@ Michael #17
Versteh ich zwar nicht, weil die Zinsen muss ja irgendwer erwirtschaften (Debitor)(macht keine Bank), und wenn das nicht mehr geht, dann müssen die Zinsen eben virtuell ausgezahlt werden (Bail Out)(oder die Bank kann es nicht, und geht über die Wupper) über den Tax Payer als Counterpart. Oder denk ich da jetzt falsch?
Daher sind die ganzen Rettungsaktionen, genau richtig mMn, denn auf Dauer, geht das nicht so weiter- das Retten der Ratten-. Daran wird der ganze Laden zerbrechen. Weil die Herren und Damen der “Elite”, nur auf Zeit ihr eigenes “Vermögen” gerettet haben (Überbrückungszins), es wird nicht mehr lange Dauern, dann werden wieder welche SOS funken. und wieder. und wieder. Weil keiner mehr die Zinseinnahmen erbuckeln kann, wo nicht gebuckelt wird, gibts auch keine Erträge in der Geldbörse, keine notwendigen Steuern für die Bondzinsen, usw. Der Großkopferte will aber Zinsen haben. Woher nehmen wenn schon gestohlen?
———
Was oben im Thread Thema fehlt, von WGN, ist wenigstens der Hinweis auf das ERP(Marshallplan), KfW, H.J. Abs, DeuBa, Wirtschaftsrat der Bizone. Aber egal ist ja in der Tonne.
Hmmmmmmm … Ist die „Soziale Marktwirtschaft“ ein „richtiges Thema”?
Soll das Buch von WGNX mehr ökonomisch ausgerichtet sein, ist seine Entscheidung folgerichtig. Unter dem Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ findet man nämlich keine ökonomische Inhalte – nur ein Gelaber in einer schwerfälligen und konfusen Sprache der traditionellen deutschen Philosophie und SozialWi.
Aber damit verzichtet WGNX auf ein sehr spannendes politisch-ideologisches Thema. Eine Bemerkung:
Müller-Armack: Ein SS-Man
Eucken und Erhard: Kariere unter Hitler
Und gerade Müller-Armack hat Erhard den guten Tipp „Soziale Marktwirtschaft“ gegeben
@systemfrager
Eben. Ich dachte am Anfang noch, Politik und Moral würden dazupassen, aber am Schluss nicht mehr. Was ich zu sagen habe, soll unabhängig davon gelesen werden, welcher Meinung man jetzt zu sozialer Gerechtigkeit und dergleichen anhängt. Das Buch enthält zwar noch immer Passagen über Verteilungsungleichheiten, aber dann eher aus ökonomischer Perspektive.
Wichtig erscheint mir aber vor allem eines: das Ganze wird kein “Ökonomie-Fachbuch”. Selbst Leser, die mit Wirtschaft absolut nix am Hut haben, werden sich dabei über 280 Seiten recht gut unterhalten und dabei noch nicht mal wissen, dass sie Keynes, Schumpeter, Minsky und Luhmann zu sich nehmen (außer sie folgen den Endnoten). Aber eben in extrem leicht und feuilletonistisch geschriebener Form. Im Gegenzug werden sich vermutlich viele Ökonomen fragen “Was soll das?” Obwohl die es erst recht lesen sollten.
Die Nazi-Biografien von irgendwelchen Leuten sind mir übrigens wurscht. Was täte es zur Sache?
“Der historische Kontext gibt die Antwort: Deutschland hatte gerade den Zweiten Weltkrieg verloren, die Nazi-Herrschaft war zu Ende, die jahrelang unter zentraler Lenkung und primär auf die Rüstung ausgerichtete Wirtschaft war gelähmt und der einzige Markt, der florierte, war der Schwarzmarkt. Eine neue Wirtschaftsordnung müsse her…”
How do businessmen or corporate executives come to terms with accusations of criminality? S. Jonathan Wiesen (Assistant Professor at Southern Illinois University at Carbondale) raises this question in his study of West German industry’s publicity and public relations efforts in the first decade after the Second World War. Because industrialists were reinventing their public image as entrepreneurs (“Unternehmer”), it is assumed that they were repressing memories of the Nazi past. However, Wiesen convincingly illustrates that industrialists were pre-occupied with the Nazi past by going behind the scenes to discover how they developed their public relations tactics through such venues as industrial organizations, publications, and trade fairs. While Wiesen is primarily interested in formal, institutional behavior, he also scrutinizes the endeavors of individual industrialists. He raises questions of universal importance about the place of morality in corporate behavior and how memory can be engineered and promoted.
Aus: West German Industry and the Challenge of the Nazi Past, 1945-1955 | Book Reviews
Quelle: http://eh.net/bookreviews/library/0503
@wgn:
Erst einmal vielen Dankfür das Einstellen der “nutzlosen” Seiten. Für mich als ehemaligen Ossi sehr interessant. Danke und ich bin gespannt auf die Serie hier im Blog!
@ wgnx 21
Du weißt selber – ich erinnere nur daran -, was so ein Satz bringt:
Dann wird erwidert, dass die WiWi nicht wertfrei sein kann. Es ist zwar so, dass die Moral den Menschen ausgerechnet dann auf einmal einfällt, wenn in dem Kapitalismus was wirklich schief läuft. Und da sind die Gutmenschen am lautesten, die keine Argumente (Ahnung) haben.
Aber – das ist jetzt meine feste Überzeugung (da bin ich bei Smith, dem Frühliberalismus, … ) – die WiWi kann nicht wertfrei sein. Die Logik kann nämlich nicht sagen, warum wir eine oder andere Welt haben wollen.
Dies nur am Rande (vergessen wir es)
Zusatz zu #22
“Der historische Kontext gibt die Antwort: Deutschland hatte gerade den Zweiten Weltkrieg verloren, die Nazi-Herrschaft war zu Ende,….”
Der dritte Teil, überschrieben “Die Fortsetzung”, ist für mich persönlich am bedrückendsten, weil er sich mit unserem eigenen, sich selbst als Rechtsstaat verstehenden, Staat befasst. Ingo Müller zeigt, dass die bundesdeutsche Justiz bei der Bewältigung des Nazi-Unrechts fast komplett versagt hat. Nazi-Täter wurden oft gar nicht, oft unvertretbar mild bestraft. Kein einziger Nazi-Richter ist jemals wegen Rechtsbeugung verurteilt worden, wobei bundesdeutsche Gerichte die Urteile der NS-Justiz oft genug als vertretbar oder sogar richtig bezeichneten. Erschreckend ist auch der von Ingo Müller ausführlich dargestellte Umstand, dass einerseits ehemalige Nazi-Juristen, auch wenn sie schwere Schuld auf sich geladen haben, ihre Karriere unbehindert fortsetzen konnten, während NS-Opfern unter den verschiedensten Vorwänden Rehabilitierung und Entschädigung vorenthalten wurde. In diesem Zusammenhang räumt Ingo Müller mit noch einem Märchen auf: Die Bundesrepublik wurde nicht etwa deshalb mit alten Nazis aufgebaut, weil es keine anderen geeigneten Bewerber gab. Vielmehr wurden die in den Nachkriegsjahren eingestellten demokratischen und unbelasteten Beamten gezielt entlassen, um Platz für ehemalige Nazis zu schaffen. Ich gestehe, dass mich gerade bei der Lektüre dieses dritten Teils oft die schiere Fassungslosigkeit packt.
Aus: Rezension zu: Furchtbare Juristen. Die unbewältigte Vergangenheit unserer Justiz
Quelle: http://www.amazon.de/Furchtbare-Juristen-unbew%C3%A4ltigte-Vergangenheit-unserer/dp/3426039605/ref=cm_cr_pr_product_top
Unter der Nummer 21 schreibt wgn seinen besten Satz:
“Was soll das?”
@Nanuk, @Epikur
Markt … Fleischmarkt? Theater bildet:
“Es ist kalt auf Chicagos Schlachthöfen. Das muss auch Johanna Dark erfahren, als sie zum (aussichtslosen) Kampf gegen das Kapital antritt.
Ihr Kontrahent ist der Fleischkönig Pierpont Mauler – ein Geschäftsmann durch und durch, aber mit der Sehnsucht nach Höherem.
Johanna will Gott wieder aufrichten – unter den Armen. Sie meint, auch Mauler zur guten Sache bekehren zu können. Der will sich von Johanna den unter aller Profitgier schlummernden menschlichen Kern bestätigen lassen. Die Idealistin und der Kapitalist – eine unmögliche Liebesgeschichte.
Denn trotz aller humanitären Sehnsucht führt der Spekulant Mauler die Fleischindustrie Chicagos in die Krise – und nimmt dabei bewusst die existentielle Not der Arbeiter in Kauf.
Johanna erfährt die soziale Kälte schließlich am eigenen Leib und muss erkennen, dass eine Veränderung des Systems nur durch Gewalt möglich ist.”
http://www.theaterkonstanz.de/tkn/veranstaltungen/02194/index.htm
Aber vorher wird sie gekreuzigt. Zu ihren Füßen verkündigt Mauler seinen Sieg, streicht Arbeitsplätze und kürzt den Lohn. Schlachthofarbeiter, Fabrikbesitzer und Börsenmakler schütteln sich die Hände und alle singen: “Ruhe und Ordnung”.
http://www.theaterkonstanz.de/imperia/md/audio/theaterkonstanz/swr_johanna.mp3
Und man wird es kaum glauben, da schreibt der wgn unter #21 tatsächlich:
“Die Nazi-Biografien von irgendwelchen Leuten sind mir übrigens wurscht. Was täte es zur Sache?”
Das ist schon harter Toback! Man erkennt daran aber seinen wahren Charakter.
Zur Frage inwieweit die Nazi Herrschaft 1945 endete hier weitere Literaturhinweise:
Henry Leide: NS-Verbrecher und Staatssicherheit. Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR.Vandenhoeck & Ruprecht, 2007. Gebunden, 448 Seiten
Klaus-Detlev Godau-Schüttke: Der Bundesgerichtshof. Justiz in Deutschland. Berlin: Tischler, 2005. Gebunden, 480 Seiten. «Justizkritische Buchreihe»
Wolfram Wette, Hg.: Filbinger – eine deutsche Karriere. Springe: Zu Klampen, 2006. 191 Seiten
Marc von Miquel: Ahnden oder amnestieren?Westdeutsche Justiz und Vergangenheitspolitik in den sechziger Jahren. Göttingen
Norbert Frei. Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS- Vergangenheit. München: DTV, 1999
Norbert Frei, Sybille Steinbacher. Beschweigen und Bekennen. Die deutsche Nachkriegsgesellschaft und der Holocaust. Göttingen: Wallstein, 2001. Taschenbuch – 168 Seiten
Hans-Jürgen Döscher: Seilschaften. Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amts. Propyläen 2005. Gebunden, 320 Seiten
Norbert Frei. Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945. Campus, 2001. 364 Seiten
Joachim Perels: Das juristische Erbe des Dritten Reiches. Beschädigungen der demokratischen Rechtsordnung. Campus 1999. Taschenbuch, 228 Seiten
Joachim Perels: Entsorgung der NS-Herrschaft. Beiträge zur unaufgearbeiteten Vergangenheit. Hannover: Offizin, 2004. Broschiert, 384 Seiten
“Die Nazi-Biografien von irgendwelchen Leuten sind mir übrigens wurscht. Was täte es zur Sache?” (#21)
Um sich zu rechtfertigen, soll Filbinger gegenüber Presseleuten geäußert haben: „Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.“
Aus: Hans Filbinger
In den Strömungen der Zeit
Quelle: http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E37E7ADA1B796485CBD2C1C2D8EBD13F3~ATpl~Ecommon~Scontent.html
@Nanuk #7
http://www.perlentaucher.de/buch/20714.html
> Das ganze Kapitel fliegt daher raus …
Ist ja auch schon geschrieben:
http://www.perlentaucher.de/buch/25784.html
@unwissender #5
Apropos Wikipedia: Bei den Dogmatikern dort hätte wgn wohl keine Chance, seine Wahrheit unterzubringen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Soziale_Marktwirtschaft#Erneuter_Versuch.2C_eine_nicht_konsente_Formulierung_im_Artikel_zu_ersetzen
Und das geht schon seit Jahren so – mit immer den selben Gralshütern (unter wechselnden Namen).
@ Dipfele
Applaus, Applaus, Applaus…
http://www.youtube.com/watch?v=TylvUGJIi_w
Ob das doch ein blog der “…???…” ist? Wenn ich mir so das Bild von WGN ansehe…hmmm…so mit Glatze…ist schon eigenartig nicht wahr…vielleicht liegt das aber auch am Schampoo…in Ösi-Land kann man nie ganz sicher sein…ich meine wegen des Föns und so…aber wie paßt da das Lübberding hin?…Fragen über Fragen… … …
@ guang
Guang der Versuch eines “Chinesen” LOL
http://www.jungewelt.de/2010/02-06/016.php
@Systemfrager
Natürlich kann die WiWi nicht wertfrei sein. Wie sollte sie es? Wenn ich in der Argumentation nur weit genug zurück gehe, dann werde ich immer auf ein Werturteil stoßen, von dem alles seinen Ausgang nimmt. Wenn man so will, dann ist das in meinem Buch ein grundsätzliches Bekenntnis zum Liberalismus; allerdings nicht in der “Hurra”-Version von Merz und Westerwelle, sondern so, wie es der französische Philosoph Jean-Claude Michéa in Anlehnung an Churchill ausgedrückt hat: die schlechteste aller Formen, mit Ausnahme aller anderen, die wir kennen.
Von diesem Punkt ausgehend entwickle ich also meine Story des Kapitalismus. Und zwar so, dass sich jeder seinen Teil über Märkte, Verteilungsgerechtigkeit, Ineffizienz, Krisenanfälligkeit usw denken kann – ohne dass ich auch nur ein einziges Mal den mahnenden Zeigefinger erheben müßte.
@ #36
Boaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!
2010. Die fette Kaiserin läuft nackt durch die Gegend. Wir einigen uns aber aus Anstand und Moral darauf, ihr Kleid Soziale Marktwirtschaft zu nennen.
@Epikur
Ich habe (erneut) den Eindruck, dass dieser Blog nicht das richtige für dich ist.
@ WGN
Man muß aber mit den Finger auf EUCH zeigen, damit hinterher nicht wieder alle sagen: Wir haben nix gesehen!
weissgarnix, daß Du mit Deinem Buch (dem ich hiermit viel Erfolg wünsche) eher die Leser/innen meinetwegen der cosmopolitain, Brigitte, Für Sie usw. ansprechen willst, macht Dich mir sympathisch. Aber laß bitte solche bombastischen Sätze wie
Die aus der Koproduktion der drei deutschen Professoren stammende Formel verlieh Ludwig Erhards wirtschaftspolitischem Kurs jenes moralische Versprechen des gesellschaftlichen Ausgleichs und der allgemeinen Teilhabe, dem selbst die am Boden ihres plebiszitären Ground zero liegende deutsche Sozialdemokratie des Jahres 2009 noch mit Wehmut hinterher trauert.
lieber raus. Ich mußte ihn mir 5 Mal durchlesen, bis ich ihn kapiert hab.
Grüße
Epikur ist ein Sabbelheini. Sehr dünn alles.
@ 13
Wer nur schwafelt, der muß solche Sätze schreiben! Nix neues, passiert jeden Tag, ansonsten ständen sie ja alle nackt dar.
@ 13
Ja 13, die dicken Dinger kamen immer von RECHTS!
@wgnx
die schlechteste aller Formen, mit Ausnahme aller anderen, die wir kennen.
Hatte ich mir gedacht. Ich nenne das die “excuse of last resort”, ein Klassiker.
@ Epikur
Wie verzweifelt und dumm muss jemand sein, dem nichts anderes einfällt als
… du mit der Glatze …
… du aus Ösi-Land …
WGNX:
Naja … es hat auch Vorteile, dass sich hier auch diejenigen melden, die sich geistig bei unseren rrr-Eliten prostituieren. Man sieht, mit welchen Ganoven, Unmenschen und Vollidioten man zu tun hat. Nicht war Epikur?
@ Systemfrager
Oho, Du hast Dich also gerade im Spiegel betrachtet.
@Dipfele
Ja da hat der Kapitalismus aber pech gehabt ist er doch Idealismus in perfektion…
Als 1945 die Nazis den WWII verloren hatten, standen sie mit den Unternehmern zusammen vor dem Problem ein rechtliches Gebilde zu errichten, welches von den Allierten als verbindlicher Rahmen einer sogenannten neuen Wirtschaftsordnung akzeptiert werden könnte. Ich bin der Meinung, aus historischen Gründen könnte man diesem Thema ein Kapitel widmen.
Die liberealen Kapitalisten haben ein ganz großes Hindernis, sich selbst gebaut. Kapitalismus funktioniert nur so lange, wie es Kapitalisten in ausreichender Zahl gibt, die mit Kapital ausgestattet sind. In the long run RIP. Weil durch Akkumulation maximal nur noch ein paar wenige liberale Kapitalisten im Jahr 2222 existieren. Der Rest der Gesellschaft ist weder in Freiheit lebend, noch ist es ihr möglich, am einseitigen, liberalen Kapitalismus teilzunehmen.
Und dann gibt es danach den liberalen Kanibalismus. Weil das, wird tatsächlich durch den Markt geregelt. Aber bitte, wer nicht hören kann, der muss eben irgendwann fühlen. Übrigens, das passiert auch mit dem sozialistischen Kapitalismus. Da brauch man gar nicht sich freuen.
In the long Run RIP es kommt nur darauf an, wie man stirbt.
I=S ? oder X=U ?
@ guang 49
Wäre nicht schlecht. Aber der westliche Kapitalismus lebt nur deshalb, weil ihm in den letzten Jahrzehnten gelungen ist, den Untertanen einzureden, sich für die GESCHICHTE UND TATSACHEN nicht zu intressieren.
Mein Eindruck ist, dass sich hier, bei den Kommentatoren, noch kein richtiger Historiker gemeldet hat.
@ holger
Egal wie: Der Kapitalismus als solches wird am Ende als das größte Weltverbrechen in den Büchern stehen. Die Zahl der Opfer übersteigt schon heute alles Vorstellbare. Aber was werden die “Jünger” des Kapitalismus darauf anworten? Jedes verhungerte Kind ist eben selber Schuld, wenn…
@Epikur #52
Wer hat den bösen Kapitalismus denn aus den Zoo gelassen?
Oder ist der vom Himmel gefallen?
@ guang
…erkläre es doch dehen hier:
http://www.news.at/articles/0643/img/155071_i.jpg
@ Epikur
nicht “der Kapitalismus”, jedenfalls nicht der idealtypische, ist das größte Weltverbrechen. Es ist der Faktor Mensch der da drinne nur zu seinem “Monetären-Vorteile” wühlt. Und dieses noch als Liberal verkauft. Wenn das Großkapital der Welt, den größten Fehler nicht erkennt oder erkennen kann, nämlich auf der Forbes-Liste zu stehen, dann tut es mir nicht Leid um diese.
Wann ist denn bei denen, endlich mal Schluß auf dem Konto? Bei der Trillion oder Galaktiarde? Ich will denen doch nicht die Milliarden wegnehmen. Die sollen doch immer denken, das sie Reich wären. Ist doch gut so. Aber wo ist Obergrenze? Ich behaupte, 90% wollen nicht stinkreich sein. Die wollen nur ihr Leben einigermaßen über die Bühne bringen. Die wollen den Reichen nix wegnehmen. Und genau das versaubeutelt der lieberale und der sozialistische Kapitalismus gleichermaßen. Immer und immer wieder.
@Epikur
Mein Lieber, bei aller Sympathie für eine kapitalismuskritische Einstellung – aber wie wär’s mal mit etwas konstruktiveren Beiträgen zur Diskussion hier anstelle von reflexhaftem Bashing auf alles, was sich bewegt? Und dann gar noch zum Thema, das wäre das höchste der Gefühle!
Nur mal so, zur Anregung.
@ holger
KAPITALISMUS…bleibt…KAPITALISMUS…aber die Welt ist scheinbar doch noch eine Scheibe…
@holger
Ich bin für die Einführung eines Arschlochfaktors…
@Epikur
Es geht nicht um Kapitalismus oder Sozialismuss oder irgendwelche Systeme…
Es geht um Arschloch vs Nett… nur haben im Moment erstere die Überhand.Darum sag ich nochmal den Satz den ich hier schonmal gesagt habe. Wenn die Engel schlafen regiert der Teufel…
@ nanuk
die Sitzen doch schon in den privaten Ratingagenturen.
@holger, #55
Gut gesagt. Tatsächlich ist der Faktor Mensch der grundlegende Unruhestifter, in allem. Eigentlich offensichtlich, aber immer so leicht zu übersehen – ich trage doch nicht bei zu sowas, oder? Leider doch, und leider meist ohne es zu ahnen. Das Problem ist tatsächlich unsere Wahrnehmung der Welt und unsere Ego-Konstruktion – und ähnliches sind da nur die Spitze des Eisbergs: “Weil ich meines eigenen Wertes in dieser Welt unsicher bin, brauche ich vor allem erstmal Geld” – bis hin zur Galaktilliarde. All diese “Leistungsträger” und Millio-, Billio-, Galaktillionäre sind, psychologisch betrachtet, vor allem anderen erst einmal arme Würstchen – innerlich jedenfalls. Denn ohne die Kohle, die sie über die anderen erhebt, sind sie nichts.
Naja, meine zwei Cents, fürs erste. Auch wenn’s mit der Sozialen Martwirtschaft erstmal nicht direkt was zu tun hat.
Na super, mal wieder vertippt.
Das Ganze sollte unter dem Titel “Symbolische Selbstergänzung laufen” – wer immer es korrigieren kann, der korrigiere. Mir sind an meinem Ende des Internet hier die Hände gebunden.
Gab’s nicht mal ‘ne Editier-Funktion?!?
@ceteris
Ja natürlich ist es das. Ist sicher auch eine Frage, aus welchem Kulturkreis du kommt. Ein Mitglied einer intakten Stammesgesellschaft oder eines wie immer sonst gearteten, funktionierenden Kollektivismus würde das sicher anders sehen.
Mein persönliches Problem ist: ich kenne keine funktionierenden Kollektivismen. Daher also mein eingeschränktes Bekenntnis zu Liberalismus und Individualismus – und damit notwendigerweise ein Werturteil.
Möglicherweise resultieren die hier im Blog auftretentenden Differenzen aus einer Verwirrung hinsichtlich der Begriffe Kapitalismus, Liberalismus sowie bürokratische Markwirtschaft. Erstere beide haben deutsche Politik beeinflusst waren m.E. aber zu keinem Zeitpunkt maßgeblich.
“ich kenne keine funktionierenden Kollektivismen. ”
Ich schon da sieh mal einer Kuck…
http://www.youtube.com/watch?v=PxtuEc4hrRU
Ihr werdet euch noch alle umschauen…
Die normative Kraft des Faktischen sollte man nicht unterschätzen.
http://www.youtube.com/watch?v=ZBR2G-iI3-I
und das hier auch nicht…
@WGNX
“Mein persönliches Problem ist: ich kenne keine funktionierenden Kollektivismen. ”
Wie wäre es mit diesem: http://www.weissgarnix.de/
LoL
@guang
Das ist zu Kompliziert…
Hier gleich zwei.
http://www.youtube.com/watch?v=9iJ0yk2y4kA
@guang
Ok als Entschuldigung kann man anmerken bei der Fussball Nationalmannschaft kann man schonmal den glauben an funtionierende Kollektive verlieren…
LOL
Vielleicht sollte man solchen Hirnis,
Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hat eine drastische Absenkung des Hartz-IV-Regelsatzes gefordert.
http://www.n-tv.de/politik/Experte-will-Hartz-IV-kuerzen-article715394.html
die Hände abhacken, und ihm nicht beim Popeln helfen. Das wäre soziale Marktwirtschaft, ohne Lohndumping.
@holger
Die können fordern was sie wollen… Das Verfassungsgericht wird ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung machen.
http://www.youtube.com/watch?v=g4ZxjZEanT0
Ich fordere auch mal was…
Ich fordere ab sofort jeden Tag Sonnenschein.
#74
http://www.flemings.u-net.com/masereel.jpg
@ Nanuk
mir ging es jetzt nicht um das kürzen, sondern, dass diese hoch “intelligenten” Probanten, an jeder Ecke Lunten anzünden müssen. Sind die eigentlich bescheuert? Das passiert ja Momentan im Sekundentakt. Was soll der Kerl oder besser gesagt Drecksack sein?
Chef der Wirtschaftsweisen?
Das ist ein Wissenschaftlicher-Terrorist, der den inneren Frieden stört. Es herrscht heilloses Durcheinander. Genau diese hochkriminelle Gehirnmasse verteilt auf viele “Eliten”, hat den “Kapitalismus” zu dem gemacht, was er jetzt ist. Ich sags ja, wenn der Schnee schmilzt, kommt viel Scheixxe zum vorschein.
Wir brauchen nicht einen Einbürgerungstest, wir brauchen einen Ausbürgerungstest. Gleich Weg, ich habe gehört in Afghanistan werden solche Leute gesucht. Da wird nämlich Demokratie aufgebaut.
@wgnx
ich kenne keine funktionierenden Kollektivismen. Daher also mein eingeschränktes Bekenntnis zu Liberalismus und Individualismus
Das Thema hatte ich nun gerade ad nauseam mit Herrn Tischer. Ohne Kollektivismus, d.h. Sozialität, geht auch kein Liberalismus und Individualismus. Letztere sind Früchte am Baum des ersteren, schnell faulende allerdings. Der Liberalismus funktioniert zB nur in einer Gesellschaft mit kollektiven (sic) liberalen Überzeugungen, nur unter dieser Voraussetzung ist das Handeln der anderen vorab einschätzbar, also Kooperation möglich. Ohne diese gäbe es keinen Liberalismus, sondern “Kirche, Clan und Colt”.
@ Ceteris
–>Ohne diese gäbe es keinen Liberalismus, sondern “Kirche, Clan und Colt”.”
Kirche = Gott = Lloyd Blankfein…
Clan = Trust = Monsanto & Co.KG…
Colt = ein verhandlungsstarker Partner und treuer Weggefährte.
@holger #72
Der Wirtschaftswaise Franz hat sich vor einiger Zeit auch nicht entblödet (sinngemäß) zu sagen: micht interessieren empirische Studien zum Mindestlohn nicht, ich bin kateggorisch dagegen.
Deshalb ist er waoh auch Nachfolger von dem Versicherungsvertreter geworden.
@Nanuk #48
Meintes Du ‘Perfektion’ oder ‘Perversion’?
@Dipfele
um das festzustellen muss ich ne idealistische Position einnehmen wir haben doch gelernt das das doof ist… und man dann zum Mörder wird…
Um noch mal zum Ausgangstext von wgn zurückzukommen:
Dort wir ein historisches Detail nicht berücksichtigt, welches, in meinen Augen, durchaus erwähnenswert ist: die Existenz der Sowjetzone.
Die soziale Marktwirtschaft als Antwort auf deren Existenz, als spezifisch deutsche Antwort im Systemvergleich ist doch hinreichend beschrieben.
Und nicht ohne Grund wurde mit dem Untergang des Ostblockes -speziell der DDR – in der Bundesrepublik versucht, auch die soziale Marktwirtschaft untergehen zu lassen, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Warum also ignorierst Du dieses Faktum in Deinem Text, wgn?.
Warum also ignorierst Du dieses Faktum in Deinem Text, wgn?
Weil wgnx Ordoliberalismus schick findet, das ist moralisch und sozial gepimpter Kapitalismus, auch rhetorisch altväterlich-sämig mit leichtem Restduft von “deutschem Sonderweg”, also besser als der Rest der Welt.
Natürlich nur, so lange man nicht hinter den Vorhang guckt, hinter dem einem sehr unschöne Visagen entgegenstarren.
Darum tut er’s nicht.
@nkb
>Warum also ignorierst Du dieses Faktum in Deinem Text, wgn?
Tu ich ja nicht. Die Amerikaner werden gewußt haben, warum sie sich damals glasklar auf Seiten der Marktwirtschaft positioniert und so gut wie nichts vom ursprünglichen Morgenthau-Plan umgesetzt haben. Darf daran erinnern, dass der aus Deutschland im Großen und Ganzen einen Agrarstaat gemacht hätte, und den hätte man ja nicht unbedingt kapitalistisch bewirtschaften müssen.
Das war nur im Kontext meines Buches nicht mein primäres Interesse. Und wie gesagt: dafür wurde der obige Text ursprgl. geschrieben.
Also eine ähnliche Basis wie die Bismarkschen Sozialgesetze. Um den Arbeitern die Luft aus den Segeln zu nehmen wird ihnen gerade so viel zugestanden, dass sie zufrieden sind.