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	<title>Kommentare zu: Was Steve Forbes nicht sah aber Malcolm Gladwells Hund schon</title>
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	<description>Wirtschaft, Politik und alles andere auch</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Sep 2010 13:50:47 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Titus</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2010/02/03/was-forbes-nicht-sah-aber-gladwells-hund-schon/#comment-53414</link>
		<dc:creator>Titus</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 21:49:12 +0000</pubDate>
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		<description>@epikur 158
was soll das bitteschön heissen...?
darf man denn keine vernünftige frage hier stellen, ohne das man blöde angepflaumt wird? ich bin auf die seite gestossen und habe keine ahnung, obs ne alternative zum bestehenden system wäre...
und da hier alle, auch du, so oberschwuchtelig von oekonomie reden, sollte doch auch eine vernünftige frage auch eine vernünftige antwort wert sein...
nach sandkasten hören sich allerdings deine vielen kommentare an, alles irgendwie ohne substanz...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@epikur 158<br />
was soll das bitteschön heissen&#8230;?<br />
darf man denn keine vernünftige frage hier stellen, ohne das man blöde angepflaumt wird? ich bin auf die seite gestossen und habe keine ahnung, obs ne alternative zum bestehenden system wäre&#8230;<br />
und da hier alle, auch du, so oberschwuchtelig von oekonomie reden, sollte doch auch eine vernünftige frage auch eine vernünftige antwort wert sein&#8230;<br />
nach sandkasten hören sich allerdings deine vielen kommentare an, alles irgendwie ohne substanz&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Dietmar Tischer</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2010/02/03/was-forbes-nicht-sah-aber-gladwells-hund-schon/#comment-53410</link>
		<dc:creator>Dietmar Tischer</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 21:18:08 +0000</pubDate>
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		<description>@ Morph

Danke, eine (wie immer) überlegte, bedenkenswerte Antwort. 

&gt;„Von den ersten Anfängen der Menschheit bis zur Gegenwart durchzieht, allen Schwankungen zum Trotz, ein Kontinuum die menschliche Entwicklung: das Wachstum aller wesentlichen Faktoren (Bevölkerung, Produktion, Produktivität, Zahl der Erfindungen, Kontakte, Konflikte, Zerstörungskraft der allgemeinen wie der Kriegstechnik). Abstrakt lässt sich dieses existenzielle Wachstum mit einer Exponentialkurve ausdrücken, die zuletzt immer steiler und rasanter ansteigt.“ (Immanuel Geiss, Geschichte im Überblick)&gt;

Das war mir so nicht bewusst. 

Demnach nähern wir uns anscheinend einer Art „Endzeit“.

Jedenfalls wird es spannend werden.

Ich vermute – auch wieder spekulativ, aber nicht nur – dass die ANZAHL der Menschen in den Nationen bzw. Blöcken (kritische Masse?) und ihre LEIDENSFÄHIGKEIT die wesentlichen Faktoren sind, die in den Auseinandersetzungen, die ich sehe, den Ausschlag geben werden.  

Wenn das stimmt, hat der Westen schlechte Karten. 

&gt;Historiographie ist nicht allein Periodisierung, sondern auch und vor allem eine Faktualität beanspruchende Erzählung von Ereignisfolgen. Wie immer selektiv Geschichtsschreibung sein mag, sie ist nicht komplett fiktional. Es gibt historische Fakten, die Verläufe erkennen lassen.&gt;

Gewiss. 

Wirklich bedeutende Geschichtsschreibung, denke ich, ist überhaupt nicht fiktional.

Entscheidend ist die Auswahl und Akzentuierung der Ereignisse und ihrer Verknüpfung, wobei die meiner Ansicht nach nicht nur kausal sein muss. 

froZ könnte wohl Fundierteres dazu sagen. 

&gt;Modern scheint mir vor allem die Intensität der Interdependenzen zu sein.&gt;

Da ist etwas dran.

Diese Moderne ließe sich vermutlich leicht in die zukünftige Moderne, in der es sicher andere Interdependenzen als heut gibt, transferieren. 

&gt;Ja, und die spannende Frage ist, welche Möglichkeiten gibt es da zwischen freiem Markt, Planungsperiode und konditionierter Selbstorganisation, zwischen Raub-, Tausch- und Geschenkwirtschaft (um mal von den uninspirierenden Dualen Kapitalismus vs. Sozialismus, Freiheit vs. Sicherheit usw. wegzukommen).&gt;

Möglichkeiten.

Gegenwärtig sehe ich in den westlichen Gesellschaften eine Tendenz zu „sozialer Dominanz“, im Sinne von sichern.

Dafür lassen sich unterschiedliche Gründe benennen.

Einer, der einmal nicht auf die bedeutsamen objektiven Gegebenheiten abhebt:

Ich bin der Meinung, das ältere und wohlhabendere Menschen nicht mehr so viel riskieren wie jüngere, die auf ihre Lebenszeit bezogen noch Perspektiven haben und nichts zu verlieren haben. 

Aber gleich dazu gesetzt: 

Die jüngeren riskieren HEUTE mehr, wenn sie etwas riskieren, als diejenigen, die vor Jahrzehnten jung waren und damals etwas riskierten.    

@ ceteris

&gt;Wie der materielle Überfluß uns zu Materialisten gemacht hat, wird der materielle Mangel uns zu etwas anderem machen, zu anderen Zielen bringen, wenn nicht zwingen.&gt;

JA.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Morph</p>
<p>Danke, eine (wie immer) überlegte, bedenkenswerte Antwort. </p>
<p>&gt;„Von den ersten Anfängen der Menschheit bis zur Gegenwart durchzieht, allen Schwankungen zum Trotz, ein Kontinuum die menschliche Entwicklung: das Wachstum aller wesentlichen Faktoren (Bevölkerung, Produktion, Produktivität, Zahl der Erfindungen, Kontakte, Konflikte, Zerstörungskraft der allgemeinen wie der Kriegstechnik). Abstrakt lässt sich dieses existenzielle Wachstum mit einer Exponentialkurve ausdrücken, die zuletzt immer steiler und rasanter ansteigt.“ (Immanuel Geiss, Geschichte im Überblick)&gt;</p>
<p>Das war mir so nicht bewusst. </p>
<p>Demnach nähern wir uns anscheinend einer Art „Endzeit“.</p>
<p>Jedenfalls wird es spannend werden.</p>
<p>Ich vermute – auch wieder spekulativ, aber nicht nur – dass die ANZAHL der Menschen in den Nationen bzw. Blöcken (kritische Masse?) und ihre LEIDENSFÄHIGKEIT die wesentlichen Faktoren sind, die in den Auseinandersetzungen, die ich sehe, den Ausschlag geben werden.  </p>
<p>Wenn das stimmt, hat der Westen schlechte Karten. </p>
<p>&gt;Historiographie ist nicht allein Periodisierung, sondern auch und vor allem eine Faktualität beanspruchende Erzählung von Ereignisfolgen. Wie immer selektiv Geschichtsschreibung sein mag, sie ist nicht komplett fiktional. Es gibt historische Fakten, die Verläufe erkennen lassen.&gt;</p>
<p>Gewiss. </p>
<p>Wirklich bedeutende Geschichtsschreibung, denke ich, ist überhaupt nicht fiktional.</p>
<p>Entscheidend ist die Auswahl und Akzentuierung der Ereignisse und ihrer Verknüpfung, wobei die meiner Ansicht nach nicht nur kausal sein muss. </p>
<p>froZ könnte wohl Fundierteres dazu sagen. </p>
<p>&gt;Modern scheint mir vor allem die Intensität der Interdependenzen zu sein.&gt;</p>
<p>Da ist etwas dran.</p>
<p>Diese Moderne ließe sich vermutlich leicht in die zukünftige Moderne, in der es sicher andere Interdependenzen als heut gibt, transferieren. </p>
<p>&gt;Ja, und die spannende Frage ist, welche Möglichkeiten gibt es da zwischen freiem Markt, Planungsperiode und konditionierter Selbstorganisation, zwischen Raub-, Tausch- und Geschenkwirtschaft (um mal von den uninspirierenden Dualen Kapitalismus vs. Sozialismus, Freiheit vs. Sicherheit usw. wegzukommen).&gt;</p>
<p>Möglichkeiten.</p>
<p>Gegenwärtig sehe ich in den westlichen Gesellschaften eine Tendenz zu „sozialer Dominanz“, im Sinne von sichern.</p>
<p>Dafür lassen sich unterschiedliche Gründe benennen.</p>
<p>Einer, der einmal nicht auf die bedeutsamen objektiven Gegebenheiten abhebt:</p>
<p>Ich bin der Meinung, das ältere und wohlhabendere Menschen nicht mehr so viel riskieren wie jüngere, die auf ihre Lebenszeit bezogen noch Perspektiven haben und nichts zu verlieren haben. </p>
<p>Aber gleich dazu gesetzt: </p>
<p>Die jüngeren riskieren HEUTE mehr, wenn sie etwas riskieren, als diejenigen, die vor Jahrzehnten jung waren und damals etwas riskierten.    </p>
<p>@ ceteris</p>
<p>&gt;Wie der materielle Überfluß uns zu Materialisten gemacht hat, wird der materielle Mangel uns zu etwas anderem machen, zu anderen Zielen bringen, wenn nicht zwingen.&gt;</p>
<p>JA.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: ceteris</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2010/02/03/was-forbes-nicht-sah-aber-gladwells-hund-schon/#comment-53405</link>
		<dc:creator>ceteris</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 20:54:49 +0000</pubDate>
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		<description>@Morph
Das bedeutsamste in Tischers Kommentar ist für mich &quot;ANDERE Lebensziele&quot; - genau darum wird es gehen. Ob marktförmig oder &quot;kollektivistisch&quot;, also die Organisationsform ist dabei zweitrangig angesichts der Tatsache, dass das Modell Wachstum-G&#039;-Fortschritt nicht mehr funktionieren wird. Die Entwicklung der Produktivität wird sich nicht mehr in MEHR messen, sondern in WENIGER. Das tut er ja jetzt auch schon, aber nur auf der Seite der Produktion, nicht der der Konsumtion. Sie wird sich also nicht mehr auf der Basis monetären Wachstums messen lassen.
Die zu erwartenden realen Knappheiten werden paradoxerweise die bisherige Logik gewollter Knappheit außer Kraft setzen, die sich lediglich in einem Preis manifestierte.
Wie der materielle Überfluß uns zu Materialisten gemacht hat, wird der materielle Mangel uns zu etwas anderem machen, zu anderen Zielen bringen, wenn nicht zwingen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Morph<br />
Das bedeutsamste in Tischers Kommentar ist für mich &#8220;ANDERE Lebensziele&#8221; &#8211; genau darum wird es gehen. Ob marktförmig oder &#8220;kollektivistisch&#8221;, also die Organisationsform ist dabei zweitrangig angesichts der Tatsache, dass das Modell Wachstum-G&#8217;-Fortschritt nicht mehr funktionieren wird. Die Entwicklung der Produktivität wird sich nicht mehr in MEHR messen, sondern in WENIGER. Das tut er ja jetzt auch schon, aber nur auf der Seite der Produktion, nicht der der Konsumtion. Sie wird sich also nicht mehr auf der Basis monetären Wachstums messen lassen.<br />
Die zu erwartenden realen Knappheiten werden paradoxerweise die bisherige Logik gewollter Knappheit außer Kraft setzen, die sich lediglich in einem Preis manifestierte.<br />
Wie der materielle Überfluß uns zu Materialisten gemacht hat, wird der materielle Mangel uns zu etwas anderem machen, zu anderen Zielen bringen, wenn nicht zwingen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Morph</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2010/02/03/was-forbes-nicht-sah-aber-gladwells-hund-schon/#comment-53310</link>
		<dc:creator>Morph</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 16:12:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.weissgarnix.de/?p=4009#comment-53310</guid>
		<description>@d. tischer

„Interessante Diskussion – aber auch eine spekulative.“ - Wie so oft. Kann es überhaupt DISKUSSIONEN von Interesse geben, deren Thema nicht mindestens halbspekulativ wäre? ;-)

„Beschleunigung: So erscheint es uns HEUTE, mit Blick auf das – sagen wir – letzte halbe Jahrhundert.“

Dazu ein Zitat: „Von den ersten Anfängen der Menschheit bis zur Gegenwart durchzieht, allen Schwankungen zum Trotz, ein Kontinuum die menschliche Entwicklung: das Wachstum aller wesentlichen Faktoren (Bevölkerung, Produktion, Produktivität, Zahl der Erfindungen, Kontakte, Konflikte, Zerstörungskraft der allgemeinen wie der Kriegstechnik). Abstrakt lässt sich dieses existenzielle Wachstum mit einer Exponentialkurve ausdrücken, die zuletzt immer steiler und rasanter ansteigt.“ (Immanuel Geiss, Geschichte im Überblick)

Die Akzeleration des gesellschaftlichen Wandels ist durchaus keine Auslegungssache oder ein perspektivisches Artefakt. Man kann sie an vielen empirisch unstrittigen Kennzahlen festmachen.
„Wir grenzen geschichtliche Perioden gegeneinander ab anhand von Kriterien, die WIR als signifikant ansehen.“ Ja, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar folgt unser Bild von Geschichte aktuellen Bedürfnissen der historischen Rückversicherung, das Bild der Geschichte ist daher geschichtlich geprägt und veränderlich. Aber unter den aktuellen Bedürfnissen der Rückversicherung gibt es ein Grundbedürfnis, das von den anderen immer mitaktualisiert wird und dass historisch unveränderlich ist. Und das ist das Bedürfnis wissen zu wollen,wie &#039;es&#039; gewesen&#039; ist, das Bedürfnis nach korrekter Beschreibung vergangener Ereignisse.

Historiographie ist nicht allein Periodisierung, sondern auch und vor allem eine Faktualität beanspruchende Erzählung von Ereignisfolgen. Wie immer selektiv Geschichtsschreibung sein mag, sie ist nicht komplett fiktional. Es gibt historische Fakten, die Verläufe erkennen lassen. Und manche Periodisierungen bringen die beobachtbaren Trends, Zyklen und Zäsuren ganz gut auf den Begriff. 

„Was ist MODERN an der modernen Wirtschaft?“

 Modern scheint mir vor allem die Intensität der Interdependenzen zu sein. Die wirklich staunenswerte Rationalität einer weltweit vernetzten Just-in-time-Produktion, die aber auch ziemlich sensibel ist für lokale Störungen.

Mir geht es nicht um die &#039;wahre&#039; Periodisierung der Geschichte und die Voraussage eines Epochenschnitts, sondern um gegenwärtige Funktionalitäten, die ersichtlich nicht kontinuieren können. Z.B. produziert das Wachstum der Weltbevölkerung, dessen Rate menschheitsgeschichtlich rel. stabil ist (!), erst seit dem 19. Jh. Zuwächse in absoluten Zahlen, die den Eindruck einer 
Bevölkerungsexplosion hervorrufen. Mit dieser Explosion einher geht die Explosion von persönlichem Eigensinn, Rationalität und Produktivität – die Signaturen des bürgerlichen und industriellen Zeitalters. 

Seit geraumer Zeit wissen wir, dass dieser Expansion harte Grenzen gesetzt sind, die ganz anderer Art sind als die durch Technologie überwindbaren. In den 1970er Jahren entsteht dadurch ein neues politisches Motiv, das total schräg steht zu den klassischen politischen Motiven des bürgerlichen Zeitalters (Freiheit, Glreichheit, Brüderlichkleit), nämlich: ökologische Verträglichkeit. Mir scheint das ideengeschichtlich etwas vollkommen Neuartiges zu sein. In den darauf folgenden drei Jahrzehnten scheint dieses Motiv in die klassische Politik eingewoben worden zu sein. Dieser Eindruck täuscht aber. Die Ökologie ist programmatisch immer noch ein fremdes Anhängsel, das so pflichtschuldig abgenudelt wird wie der Hinweis auf Arzt und Apotheker am Ende der Arzneiwerbung.  

Die Biosphäre kann nur eine begrenzte Menge von Menschen und nur einen bestimmten durchschnittlichen Ressourcenverbrauch des Einzelnen unterhalten. Und das ist keine Klage oder ein Protest, sondern schlicht ein Befund: Das Wachstum der Weltbevölkerung wird irgendwann in den nächsten 50 bis 150 Jahren auf Null sinken. Definitiv: auf Null.

Das kann man mit Sicherheit wissen. Da ist einmal die  TINA-Formel durchaus angebracht.

Wir wissen nicht, welche Implikationen das hat (Die zahlenmäßig tendenziell stagnierenden Angestelltenkulturen des Westens verführen zu falschen Schlüssen, denn sie setzen systematisch die sich noch entwickelnden Weltgegenden als Wachstumszonen voraus). Wir können nicht wissen, wie sich das menschheitsgeschichtliche Einmalereignis Nullwachstum vollziehen und seine Nachhaltigkeit sichern wird. Durch Kriege, Epidemien, Hungersnöte? Oder aber durch: Geburtenkontrolle, das heißt durch politische Steuerung, eine Strategie, die sehr weit gehende Eingriffe in Persönlichkeitsrechte erfordert? Jedenfalls wird sich unser Zusammenleben ziemlich drastisch ändern. 

Von mir aus kann man das dann immer noch Kapitalismus nennen; Diskussionen über lables sind ja nicht im guten Sinne spekulativ und interessant, sondern relativ fruchtlos. 

Aber es sollte schon zu denken geben, wenn man über Kennzeichnungen nachdenkt wie „Kapitalismus ohne Kapitalisten“ (@froZ), solche Halbparadoxa zeigen an, dass das zu Grunde liegende Beobachtungsmodell offenbar nicht (mehr) ganz realitätsgerecht ist (man könnte übrigens auch ergänzen: Kapitalismus ohne Kapitalisten und Proletarier – denn auch diese Institution gerät ja, wie @froZ mit Robert Castel immer wieder betont,  zunehmend unter Druck). Auch wenn unter dem Eindruck der aktuellen Finanzkrise Begriff und Idee des Kapitalismus in aller Munde sind, vielleicht ist das ja nur die letzte Blüte eines schon längst obsolet gewordenen Begriffs.

Luhmann jedenfalls konnte, anders als sein ambitionierter Epigone @goodnight, mit dem Begriff Kapitalismus nicht viel anfangen. 
„Kommende Generationen werden andere Lebensziele haben (MÜSSEN) und diese zumindest mit einer DE FACTO anderen Wirtschaftsverfassung zu erreichen suchen.“ Ja, und die spannende Frage ist, welche Möglichkeiten gibt es da zwischen freiem Markt, Planungsperiode und konditionierter Selbstorganisation, zwischen Raub-, Tausch- und Geschenkwirtschaft (um mal von den uninspirierenden Dualen Kapitalismus vs. Sozialismus, Freiheit vs. Sicherheit usw. wegzukommen).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@d. tischer</p>
<p>„Interessante Diskussion – aber auch eine spekulative.“ &#8211; Wie so oft. Kann es überhaupt DISKUSSIONEN von Interesse geben, deren Thema nicht mindestens halbspekulativ wäre? <img src='http://www.weissgarnix.de/wordpress/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>„Beschleunigung: So erscheint es uns HEUTE, mit Blick auf das – sagen wir – letzte halbe Jahrhundert.“</p>
<p>Dazu ein Zitat: „Von den ersten Anfängen der Menschheit bis zur Gegenwart durchzieht, allen Schwankungen zum Trotz, ein Kontinuum die menschliche Entwicklung: das Wachstum aller wesentlichen Faktoren (Bevölkerung, Produktion, Produktivität, Zahl der Erfindungen, Kontakte, Konflikte, Zerstörungskraft der allgemeinen wie der Kriegstechnik). Abstrakt lässt sich dieses existenzielle Wachstum mit einer Exponentialkurve ausdrücken, die zuletzt immer steiler und rasanter ansteigt.“ (Immanuel Geiss, Geschichte im Überblick)</p>
<p>Die Akzeleration des gesellschaftlichen Wandels ist durchaus keine Auslegungssache oder ein perspektivisches Artefakt. Man kann sie an vielen empirisch unstrittigen Kennzahlen festmachen.<br />
„Wir grenzen geschichtliche Perioden gegeneinander ab anhand von Kriterien, die WIR als signifikant ansehen.“ Ja, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar folgt unser Bild von Geschichte aktuellen Bedürfnissen der historischen Rückversicherung, das Bild der Geschichte ist daher geschichtlich geprägt und veränderlich. Aber unter den aktuellen Bedürfnissen der Rückversicherung gibt es ein Grundbedürfnis, das von den anderen immer mitaktualisiert wird und dass historisch unveränderlich ist. Und das ist das Bedürfnis wissen zu wollen,wie &#8216;es&#8217; gewesen&#8217; ist, das Bedürfnis nach korrekter Beschreibung vergangener Ereignisse.</p>
<p>Historiographie ist nicht allein Periodisierung, sondern auch und vor allem eine Faktualität beanspruchende Erzählung von Ereignisfolgen. Wie immer selektiv Geschichtsschreibung sein mag, sie ist nicht komplett fiktional. Es gibt historische Fakten, die Verläufe erkennen lassen. Und manche Periodisierungen bringen die beobachtbaren Trends, Zyklen und Zäsuren ganz gut auf den Begriff. </p>
<p>„Was ist MODERN an der modernen Wirtschaft?“</p>
<p> Modern scheint mir vor allem die Intensität der Interdependenzen zu sein. Die wirklich staunenswerte Rationalität einer weltweit vernetzten Just-in-time-Produktion, die aber auch ziemlich sensibel ist für lokale Störungen.</p>
<p>Mir geht es nicht um die &#8216;wahre&#8217; Periodisierung der Geschichte und die Voraussage eines Epochenschnitts, sondern um gegenwärtige Funktionalitäten, die ersichtlich nicht kontinuieren können. Z.B. produziert das Wachstum der Weltbevölkerung, dessen Rate menschheitsgeschichtlich rel. stabil ist (!), erst seit dem 19. Jh. Zuwächse in absoluten Zahlen, die den Eindruck einer<br />
Bevölkerungsexplosion hervorrufen. Mit dieser Explosion einher geht die Explosion von persönlichem Eigensinn, Rationalität und Produktivität – die Signaturen des bürgerlichen und industriellen Zeitalters. </p>
<p>Seit geraumer Zeit wissen wir, dass dieser Expansion harte Grenzen gesetzt sind, die ganz anderer Art sind als die durch Technologie überwindbaren. In den 1970er Jahren entsteht dadurch ein neues politisches Motiv, das total schräg steht zu den klassischen politischen Motiven des bürgerlichen Zeitalters (Freiheit, Glreichheit, Brüderlichkleit), nämlich: ökologische Verträglichkeit. Mir scheint das ideengeschichtlich etwas vollkommen Neuartiges zu sein. In den darauf folgenden drei Jahrzehnten scheint dieses Motiv in die klassische Politik eingewoben worden zu sein. Dieser Eindruck täuscht aber. Die Ökologie ist programmatisch immer noch ein fremdes Anhängsel, das so pflichtschuldig abgenudelt wird wie der Hinweis auf Arzt und Apotheker am Ende der Arzneiwerbung.  </p>
<p>Die Biosphäre kann nur eine begrenzte Menge von Menschen und nur einen bestimmten durchschnittlichen Ressourcenverbrauch des Einzelnen unterhalten. Und das ist keine Klage oder ein Protest, sondern schlicht ein Befund: Das Wachstum der Weltbevölkerung wird irgendwann in den nächsten 50 bis 150 Jahren auf Null sinken. Definitiv: auf Null.</p>
<p>Das kann man mit Sicherheit wissen. Da ist einmal die  TINA-Formel durchaus angebracht.</p>
<p>Wir wissen nicht, welche Implikationen das hat (Die zahlenmäßig tendenziell stagnierenden Angestelltenkulturen des Westens verführen zu falschen Schlüssen, denn sie setzen systematisch die sich noch entwickelnden Weltgegenden als Wachstumszonen voraus). Wir können nicht wissen, wie sich das menschheitsgeschichtliche Einmalereignis Nullwachstum vollziehen und seine Nachhaltigkeit sichern wird. Durch Kriege, Epidemien, Hungersnöte? Oder aber durch: Geburtenkontrolle, das heißt durch politische Steuerung, eine Strategie, die sehr weit gehende Eingriffe in Persönlichkeitsrechte erfordert? Jedenfalls wird sich unser Zusammenleben ziemlich drastisch ändern. </p>
<p>Von mir aus kann man das dann immer noch Kapitalismus nennen; Diskussionen über lables sind ja nicht im guten Sinne spekulativ und interessant, sondern relativ fruchtlos. </p>
<p>Aber es sollte schon zu denken geben, wenn man über Kennzeichnungen nachdenkt wie „Kapitalismus ohne Kapitalisten“ (@froZ), solche Halbparadoxa zeigen an, dass das zu Grunde liegende Beobachtungsmodell offenbar nicht (mehr) ganz realitätsgerecht ist (man könnte übrigens auch ergänzen: Kapitalismus ohne Kapitalisten und Proletarier – denn auch diese Institution gerät ja, wie @froZ mit Robert Castel immer wieder betont,  zunehmend unter Druck). Auch wenn unter dem Eindruck der aktuellen Finanzkrise Begriff und Idee des Kapitalismus in aller Munde sind, vielleicht ist das ja nur die letzte Blüte eines schon längst obsolet gewordenen Begriffs.</p>
<p>Luhmann jedenfalls konnte, anders als sein ambitionierter Epigone @goodnight, mit dem Begriff Kapitalismus nicht viel anfangen.<br />
„Kommende Generationen werden andere Lebensziele haben (MÜSSEN) und diese zumindest mit einer DE FACTO anderen Wirtschaftsverfassung zu erreichen suchen.“ Ja, und die spannende Frage ist, welche Möglichkeiten gibt es da zwischen freiem Markt, Planungsperiode und konditionierter Selbstorganisation, zwischen Raub-, Tausch- und Geschenkwirtschaft (um mal von den uninspirierenden Dualen Kapitalismus vs. Sozialismus, Freiheit vs. Sicherheit usw. wegzukommen).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Dietmar Tischer</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2010/02/03/was-forbes-nicht-sah-aber-gladwells-hund-schon/#comment-53231</link>
		<dc:creator>Dietmar Tischer</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 12:35:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.weissgarnix.de/?p=4009#comment-53231</guid>
		<description>@ Morph &amp; froZ

Interessante Diskussion – aber auch eine spekulative.

&gt;Wie immer man gesellschaftliche Ordnungsmuster auffasst, in jedem Fall erscheint die Menschheitsgeschichte als Beschleunigung des gesellschaftlichen Wandels.&gt;

Beschleunigung:

So erscheint es uns HEUTE, mit Blick auf das – sagen wir – letzte halbe Jahrhundert.

Die MenschheitsGESCHICHTE als Beschleunigung:

Wir grenzen geschichtliche Perioden gegeneinander ab anhand von Kriterien, die WIR als signifikant ansehen.

Waren es auch die Kriterien für die Menschen, die in der jeweiligen geschichtlichen Periode lebten?

Und wenn so, sind diese Kriterien über die (gesamte) Menschheitsgeschichte gültig?

&gt;Unter diesem Gesichtspunkt wäre davon auszugehen, dass der modernen Wirtschaft eine weitaus geringere Dauer beschieden ist als der alteuropäischen Wirtschaftsverfassung.&gt;

Was ist MODERN an der modernen Wirtschaft?

Wenn man darunter beispielsweise so etwas wie das „materielle Versorgungsmaximum für möglichst Viele“ versteht, kann eine so verstandene Wirtschaft von geringer Dauer sein.

Wenn man bestimmt Organisationsformen des Wirtschaftens darunter versteht, z. B. den Markt, dann kann die Dauer – bei Abkehr von einem materiellen Versorgungsmaximum für … – möglicherweise deutlich länger sein. 

&gt;Aber gerade weil der wissenschaftlich-technologische Fortschritt im 19. Jh. die bestehenden Wachstumsgrenzen auf phantastische Weise erweiterte, könnte es sein, dass die Grenzen, die sich uns heute zeigen, nicht mehr so wundersam gesprengt werden können.&gt;

Wir stehen alle unter den phantastischen Ergebnissen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts.

Er ist das allgemein verbindliche ERFOLGSMODELL.

Deshalb wird es global von praktisch ALLEN mit hoher Intensität „gelebt“.

Je eher man an den Grenzen dieses Modells stößt, d. h. sein Potenzial, die REALEN Möglichkeiten ausgeschöpft sind, desto eher werden seine Grenzen gesprengt.

Heißt:

Die Bedingungen des Zusammenlebens werden sich ändern.
Insofern sind die physischen Knappheiten schon interessant.

&gt;Mir scheint aber trotzdem die Frage relevant, ob eine Ökonomie vor dem Hintergrund zurückgehenden Wohlstands eine andere Wirtschaftsverfassung ausbildet als eine typische Wohlstandsökonomie, wie wir sie zwischen ‘45 und ‘00 beobachten konnten.&gt;

Eine sehr relevante Frage (für Ihre Kinder):

Meine Meinung:

Kommende Generationen werden andere Lebensziele haben (MÜSSEN) und diese zumindest mit einer DE FACTO anderen Wirtschaftsverfassung zu erreichen suchen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Morph &amp; froZ</p>
<p>Interessante Diskussion – aber auch eine spekulative.</p>
<p>&gt;Wie immer man gesellschaftliche Ordnungsmuster auffasst, in jedem Fall erscheint die Menschheitsgeschichte als Beschleunigung des gesellschaftlichen Wandels.&gt;</p>
<p>Beschleunigung:</p>
<p>So erscheint es uns HEUTE, mit Blick auf das – sagen wir – letzte halbe Jahrhundert.</p>
<p>Die MenschheitsGESCHICHTE als Beschleunigung:</p>
<p>Wir grenzen geschichtliche Perioden gegeneinander ab anhand von Kriterien, die WIR als signifikant ansehen.</p>
<p>Waren es auch die Kriterien für die Menschen, die in der jeweiligen geschichtlichen Periode lebten?</p>
<p>Und wenn so, sind diese Kriterien über die (gesamte) Menschheitsgeschichte gültig?</p>
<p>&gt;Unter diesem Gesichtspunkt wäre davon auszugehen, dass der modernen Wirtschaft eine weitaus geringere Dauer beschieden ist als der alteuropäischen Wirtschaftsverfassung.&gt;</p>
<p>Was ist MODERN an der modernen Wirtschaft?</p>
<p>Wenn man darunter beispielsweise so etwas wie das „materielle Versorgungsmaximum für möglichst Viele“ versteht, kann eine so verstandene Wirtschaft von geringer Dauer sein.</p>
<p>Wenn man bestimmt Organisationsformen des Wirtschaftens darunter versteht, z. B. den Markt, dann kann die Dauer – bei Abkehr von einem materiellen Versorgungsmaximum für … – möglicherweise deutlich länger sein. </p>
<p>&gt;Aber gerade weil der wissenschaftlich-technologische Fortschritt im 19. Jh. die bestehenden Wachstumsgrenzen auf phantastische Weise erweiterte, könnte es sein, dass die Grenzen, die sich uns heute zeigen, nicht mehr so wundersam gesprengt werden können.&gt;</p>
<p>Wir stehen alle unter den phantastischen Ergebnissen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts.</p>
<p>Er ist das allgemein verbindliche ERFOLGSMODELL.</p>
<p>Deshalb wird es global von praktisch ALLEN mit hoher Intensität „gelebt“.</p>
<p>Je eher man an den Grenzen dieses Modells stößt, d. h. sein Potenzial, die REALEN Möglichkeiten ausgeschöpft sind, desto eher werden seine Grenzen gesprengt.</p>
<p>Heißt:</p>
<p>Die Bedingungen des Zusammenlebens werden sich ändern.<br />
Insofern sind die physischen Knappheiten schon interessant.</p>
<p>&gt;Mir scheint aber trotzdem die Frage relevant, ob eine Ökonomie vor dem Hintergrund zurückgehenden Wohlstands eine andere Wirtschaftsverfassung ausbildet als eine typische Wohlstandsökonomie, wie wir sie zwischen ‘45 und ‘00 beobachten konnten.&gt;</p>
<p>Eine sehr relevante Frage (für Ihre Kinder):</p>
<p>Meine Meinung:</p>
<p>Kommende Generationen werden andere Lebensziele haben (MÜSSEN) und diese zumindest mit einer DE FACTO anderen Wirtschaftsverfassung zu erreichen suchen.</p>
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