Wehrt Euch gegen die Hätschelkinder!

by weissgarnix on 24. Januar 2010

Fangen wir mit dem furiosen Finale an:

“Der Staat macht das nicht aus moralischen Motiven der Gerechtigkeit, sondern aus eiskaltem politischen Kalkül. Er macht sich seine Bürger zu abhängigen Untertanen und erwartet dafür Dankbarkeit in Form von Wählerstimmen.”

Booaaaahhh. Ein Satz aus Stahl. Wie von Hemingway. Dramatik pur. Pulverdampf im spanischen Bürgerkrieg. Politisches Kalkül. Eiskaltes. Mir läuft es den Rücken hinunter. Ich frage Sie, liebes Premierenpublikum: Um wen oder was kann es in einem Text nur gehen, der mit einer solch bombastischen Ansage schließt? Welcher Halunkentat sind die Autoren da wieder auf die Schliche gekommen? Wer treibt hier sein Unwesen?

Ich sag’s Ihnen: Die Hätschelkinder sinds. Die Hätschelkinder der Nation. Nein, nicht die Banker. Und auch nicht die Hoteliers. Wer meinen Sie? Die bayrischen Erben? Auch falsch. Viel schlimmer.

Die Rede ist von – den Alleinerziehenden.

Kein Scherz. Die Alleinerziehenden bringen uns alle um. Finanziell meine ich. Steht in der FAZ. Und Sie wissen ja: Kluger Kopf und so… Im Wirtschaftsteil der FAZ retten Rainer Hank und Georg Meck die Republik. Vor besagten Alleinerziehenden. Sie seien die “Hätschelkinder der Nation”. Eine gefährliche Mission. Eine erbitterte Schlacht. Todesmut ist da gefragt. Richtige Männer. Denn das Gegenüber besteht zu 95% aus Frauen. Und da verliert man schon mal leicht die Übersicht: “Frau und Technik, Frau und Organisation, Frau und Kommunikation”. Eben. Davon 40% auf Hartz IV. Wahnsinn. Wer soll das bezahlen? Und das alles nur, weil in den Sechzigern “das Scheidungsrecht entmoralisiert” wurde, wie Hank und Meck schreiben. Scheiß Weiber. Nur wegen der paar Prügel gleich dem Mann davon laufen? Und dann soll der Steuerzahler dafür auch noch einspringen? Geht ja gar nicht.

Das Problem ist von gigantischen Proportionen: 1,6 Millionen zählt der Feind. Davon 60% die ihr eigenes Geld verdienen. Bleiben 40%, vulgo 640 Tausend. Eine riesige Zahl. Glatt 0,8% der Bevölkerung. Nicht zu fassen, dass dieser Skandal erst jetzt aufgedeckt wird.

Der weise alte Mann des deutschen Ökonomie-Fernsehens assistiert: „Die staatliche Unterstützung nimmt den Charakter einer Trennungsprämie an.” Sagt Hans-Werner Sinn. Er hat recht. Für 359 Euro im Monat lässt man sich sofort scheiden. Das kennt man ja. Aber erst, nachdem man seine Schwiegermutter verkauft hat. Und das für weniger.

Hank und Meck kämpfen gegen Windmühlen: “Was die staatliche Förderung der Alleinerziehenden aber insgesamt den Steuerzahler kostet, hat bislang noch niemand errechnet.” Aber ein kleiner Kniff hilft: “Hinter der Intransparenz steckt Methode. Denn verschleiert wird, wie weit der Wohlfahrtsstaat sich unterdessen von seinem Gründungsgedanken entfernt hat.” Verschwörungstheoretiker argumentieren genau so: Nein, Informationen haben ma keine. Aber nur deshalb, weil die Mächte der Finsternis ihre Veröffentlichung verhindern. Genial. So wird aus dem Vorurteil der Aufmacher.

Und noch etwas läuft dem Angriff quer: “Dass es insgesamt noch nicht gut gelungen ist, alleinerziehende Mütter in Arbeit zu bringen, auch wenn sie das wollen, lastet Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fehlenden Krippenplätzen an und dem Ressentiment ihrer Betreuer im Jobcenter: „Ach, die hat ein Kind, da kann man eh nichts machen.“ Aha. Halten wir also fest, dass sich alleinerziehende Mütter offenbar sehr wohl um Jobs anstellen, aber keine vermittelt kriegen. Klar: Dann muss man natürlich von der redaktionellen Kanzel auf sie eindreschen. Das zeichnet den besonders Tapferen aus. Respekt!

Und gleich noch ein Schlauberger meldet sich zu Wort: Ein gewisser Klaus Schrader. Bestimmt ein Professor. Er doziert: “Eine Mutter mit zwei Kindern erhält 1500 Euro staatlicher Unterstützung. Im Dienstleistungssektor könnte sie entsprechend ihrer Qualifikation nur ein Einkommen von 1493 Euro erzielen. Warum sollte sie sich der Strapaze unterziehen?“ Ja warum? Wo doch jeder weiß, dass alleine zwei Kinder großziehen das reinste Honigschlecken ist. Warum sollte sie sich da die “Strapazen” antun und anschaffen gehen, wenn sie doch bequem von früh bis spät im Bett liegen könnte? Das machen doch Mütter mit zwei Kindern im Allgemeinen so, nicht wahr?

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chefarztfraulicher:beobachter » Das Private ist das Politische
25. Januar 2010 um 13:30
Alleinerziehende – Die Hätschelkinder der Nation at Mit piratigen Grüßen
27. Januar 2010 um 10:00
Razzia im Hätschelkinderhaus liefert Beweis « Geheimrätins Archiv
29. Januar 2010 um 22:13

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1 SQN 24. Januar 2010 um 17:14

Waehlen denn jetzt die Alleinerziehenden Muetter DEN STAAT (kenne die Partei ueberhaupt nicht / aber den Staat selber kann man ja nicht waehlen / hoechstens die agierenden Parteien – oder ist das Maennerlogik?!?)

2 weissgarnix 24. Januar 2010 um 17:16

@SQN

>oder ist das Maennerlogik?!?

Nein. Das ist nur Hank/Meck-Logik.

3 H.H.Schmidt 24. Januar 2010 um 17:19

Damit auch weiß wes Geistes Kind dieser Wolfgang Kersting aus Kiel auch ist, darf ich doch einmal an einen Beitrag im “Cicero” erinnern.

Wie schrieb er im Jahre 2004 Aber die Neoliberalismuskritik unterscheidet sich nicht nur durch ihre vollständige Theorielosigkeit und ihr eintöniges moralisches Lamentieren von der marxistischen Kapitalismuskritik, sondern auch durch ihren Konservativismus. Der Marxismus verstand sich als fortschrittliche Alternative, die den Kapitalismus mit geschichtlicher Notwendigkeit dann ablösen würde, wenn dieser aufgrund seiner klassengesellschaftlichen Verkrustetheit zu einem Hemmnis der Entfaltung der Produktivkräfte werden würde. Die Neoliberalismuskritik hat jedoch kein Alternativkonzept im Köcher. Sie hat keine Verheißungen. An ihr zeigt sich das ganze Elend der Fundamentalkritik. Sie ist nichts anderes als ohnmächtige Ablehnung, aufbegehrendes Gekränktsein. Sie existiert nur als Kritik der moraldestruktiven Dynamik eines entfesselten Kapitalismus.

und führt dann schon zu Beginn weiter aus:

“Die Neoliberalismuskritik ist nicht politisch, sondern moralisch. Sie stellt sich keinem Wettstreit überzeugender Ideen, sondern trachtet danach, Affekte zu mobilisieren. Sie polarisiert, beutet das Unbehagen vieler an der Moderne aus und bietet den Bequemen und Änderungsunwilligen moralische Deckung. Der von ihr kritisierte Neoliberalismus ist eine Karikatur, ein dämonischer Homunculus, gezüchtet in der Retorte des Konservativismus, zusammengerührt aus einer Vielzahl längst bekannter und die Selbstkritik der Moderne seit Rousseau durchziehender illiberaler Gemeinplätze. Auf der tagespolitischen Oberfläche zeigt sich die Neoliberalismuskritik vor allem als hysterische Ideologie sozialstaatlicher Besitzstandswahrer, die vor keiner Reformgeschichtsklitterung zurückschrecken.”

Das sollte eigentlich reichen, um zu verstehen wie solch Aussagen, solch in Stein gemeißelte Sätze den Weg in die öffentlichkeit finden und auch hier schon eingangs zitiert werden.

4 aloa5 24. Januar 2010 um 17:29

Das ganze ist Unfug. Üblicher Unfug. Würden alleinerziehende dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen hätten sie natürlich sofort Arbeit.

Das ist die “schrödersche”, rein angebotsorientierte Logik dahinter. Muss man gar nicht weiter hinterfragen. Die VWL-Leerkörper der Nation an den Universitäten leert das immer noch. (ja “e” und kein “h”)

Grüße
ALOA

5 13 24. Januar 2010 um 17:32

Rainer, Georg, Hans-Werner usw. mußten sich halt ein bißchen Kohle verdienen. Asoziales Geschreibsel hat einen hohen Marktwert. Wen interessierts..

6 Epikur 24. Januar 2010 um 17:39

Nun! Assis im Palast und am Hofe.

Aber die Schreiberlinge entsorgen sich doch gerade selber. Also bitte, billiger geht es doch wirklich nicht mehr. Ganz ohne Zwang.

Und dann sind sie irgendwann in der Situation, in der sie sozusagen aus der ersten Reihe berichten können – wenn es dann noch jemanden gibt, der es lesen will.

7 kassberg 24. Januar 2010 um 17:41

Der Hank läuft schwarz aus, wenn man ihn ansticht. Nach dem Lesen ärgere ich mich immer wieder über meine verlorene Zeit.

Sie werden es jedoch nicht schaffen : Das Bundesverfassungsgericht wird demnächst der Regierung auftragen , die Regelsätze für Kinder und Erwachsene zu überprüfen – und zu erhöhen.

8 froZ 24. Januar 2010 um 17:43

Na, dann sollten wir vielleicht Zwangsverheiratung doch straffrei stellen? Irgendwann wird ein sogenannter “Ehrenmörder” sich vor Gericht noch auf deutsche Philosophieprofessoren und Wirtschaftsredakteure berufen.

Habe selten solch einen reaktionären Schwachsinn gelesen.

9 snozin 24. Januar 2010 um 17:48

Selbst Hemingway wird jetzt hier in Stellung gebracht. Gegen den großen post-erhardschen Ökonomen Rainer Hank kann aber auch das nur vergebliche Mühe sein. Dazu kommt, dass wie Hank auch Meck ohne Mühe die Alleinerziehenden entlarvt.

Der von Hank/Meck vermutete Partner im Obergeschoss oder der Nebenwohnung ist ein weiteres Indiz, dass Deutschlands Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China in Gefahr geraten.

10 belzebub 24. Januar 2010 um 17:52

bitte wieder löschen, sobald gelesen.

Ich habe dramatische Erlebnisse bezüglich Alleinerziehenden,
und auch mit bereits Erwachsenen die von Alleinerziehenden stammen.
Es handelt sich dabei um Erfahrungen mit Kindern von ehemaligen Heroinabhängigen. (teilweise verstorben)

Ich denke tatsächlich schlecht über Alleinerziehende, und genauso über deren Kinder.
Denn ich glaube daß diese potentiell genetisch anders sind,
oder soziale Komponenten fehlen.
Ob man sie fördern oder hätscheln soll,
das ist eine andere Frage.
Lösungen habe ich dafür keine, aber gutheißen kann ich diese Entwicklung nicht.

Später werden die Kinder der jetzt Alleinerziehenden zum Problem.
Jedenfalls für diejenigen die sich gegen sie wehren werden müssen.

11 ceteris 24. Januar 2010 um 18:08

@wgnx
hast schon peinliche Kollegen da, bei dieser BILD für die geBILDeten Stände. Da muss man sich einfach mal rhetorisch empören, sonst könnte noch einer auf den Gedanken kommen, du gehörst dazu.
Und das wäre doch schlimm, wenn das rauskäme…

12 bommel 24. Januar 2010 um 18:29

@ ceteris

Quark. Für die “Zeit” schreibt auch ein gewisser Joffe, dem ich in 95% der Artikel weder zustimmen, geschweige denn zuhören mag. Trotzdem hab ichn Abo, weil die Qualität der Zeitung nicht an einzelnen hängt.
Und genau so isses auch bei der FAZ. Und siehs ma so: Unser Lieblingsösi hier wertet sie doch eher auf als ab, meinste nich ?

13 joergtokyo 24. Januar 2010 um 18:31

Der folgende Absatz ist auch klasse! Ich vermute einen redaktionellen Fauxpas. Da ist beim Einsortieren ein “Titanic” Artikel untergeschoben worden. Man tut denn genannten Schreibern sicher unglaublich unrecht. Die Schlingel vom Satiremagazin betreiben gerne Rufmord.

“Partner verheimlicht

Als „alleinerziehend“ gelten nach dem Gesetz Personen, die ohne Partner mit einem oder mehreren Kindern im Haushalt leben. Ob es in Wirklichkeit doch einen Partner gibt, der auf demselben Stockwerk in der Nachbarwohnung lebt oder drei Blocks weiter stadtauswärts gemeldet ist, spielt keine Rolle. Das ginge auch niemanden etwas an, lebten nicht mehr als 40 Prozent aller Alleinerziehenden von staatlichen Unterstützungsleistungen, mithin vom Steuergeld der Allgemeinheit. Selbst die Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht darin eine Einladung zum Missbrauch und spricht von einer hohen Dunkelziffer nur scheinbar Alleinerziehender vor allem in Städten.”

14 Nanuk 24. Januar 2010 um 18:41

The Myth Of The Welfare Queen…
Dafür gab es mal nen Pulizer aber sowas strebt bei FAZ und in der Deutschen Medienlandschaft ja niemand mehr an…

15 weissgarnix 24. Januar 2010 um 18:49

@joergtokyo

>sieht darin eine Einladung zum Missbrauch und spricht von einer hohen Dunkelziffer nur scheinbar Alleinerziehender

Nach den Schein-Selbständigen also die Schein-Alleinerziehenden. Und in den Redaktionen die Schein-Heiligen. Da fragt man sich doch: Wo ist er nur hin, der schöne Schein?

16 Nanuk 24. Januar 2010 um 18:53

@wgnx
Hier ist er noch der schöne Schein.
“Wenn jemand so phantasielos ist, eine Lüge mit Beweisen zu stützen, kann er ebenso gut gleich die Wahrheit sagen.” Oscar Wilde

17 weissgarnix 24. Januar 2010 um 18:58

@HH Schmidt

Dummerweise hat Kersting mit dieser Aussage recht: Die Kritik am Neoliberalismus kam über Moralisieren nicht hinaus. Ich habe selber öfters geschrieben, dass vor allem die Politik auf den Moralkurs eingeschwenkt hat, wo es um ihre ureigenste Zuständigkeit geht. Märkte sind moralfrei – That’s it. Da braucht man sich nicht lange mit aufhalten. Und meine Meinung: Sie sollen auch moralfrei sein.

Was aber noch lange nicht heißt, dass sie nicht innerhalb einer gewissen Ordnung ablaufen sollen. Für die ist aber nicht die Moral zuständig, sondern die Politik. Moral ist individuelles Handeln, Politik ist Staatshandeln. Mit ihrer andauernden Appellitis nach dem Motto “Die Banker sollen…”, “Die Firmen sollen …”, “Die Arbeitnehmer sollen …” lenkten Merkel & Co, vor allem aber so Heinis wie Müntefering und Steinmeier, von ihrem eigenen Versagen ab.

Wir brauchen keine moralische Kritik des Neoliberalismus, sondern eine politische. Wir brauchen eine Politische Ökonomie der Globalisierung.

18 hacedeca 24. Januar 2010 um 18:58

““Eine Mutter mit zwei Kindern erhält 1500 Euro staatlicher Unterstützung. Im Dienstleistungssektor könnte sie entsprechend ihrer Qualifikation nur ein Einkommen von 1493 Euro erzielen. Warum sollte sie sich der Strapaze unterziehen?“ Ja warum? Wo doch jeder weiß, dass alleine zwei Kinder großziehen das reinste Honigschlecken ist.”

Steht so im letzten Absatz. Stimmt also? Na ja, ist doch dann eine Perspektive für Mädels, sich einen zu suchen, der den Papi macht…

Jungs haben es da schwerer. Für die bleibt nur die Bundeswehr, damit kommt man dann aber in exotische Länder.

So ist das eben in der Zone! Für die pragmatischen, die sich ob der Armut nicht radikalisieren…

19 Epikur 24. Januar 2010 um 19:00

Qualitätszeitungen! Jetzt weiß ich warum Du der “bommel” bist.

20 froZ 24. Januar 2010 um 19:01

@ joergtokyo

Nach dem “Scheinselbständigen” könnte dann auch die “Scheinalleinerziehende” das deutsche Sprachbiotop bereichern. Ich melde hiermit Urheberschutz für den Begriff an! Kinder könnten von Mitarbeitern der Arbeitsagentur in der Schule befragt werden, ob und wie oft die Mama von einem “Onkel” besucht wird. Und für die Herren der Schöpfung gilt:

Wer zweimal mit derselben pennt,
dem wird das Einkommen gepfändt’

21 Epikur 24. Januar 2010 um 19:02

Und was ist eigentlich mit den “Scheinpolitikern”?

22 froZ 24. Januar 2010 um 19:02

@ wgnx

Mist! Wer zu spät kommt…

23 Manuel 24. Januar 2010 um 19:04

Dieser Hans-Werner Sinn werde ich gerne zwei Patronenn in das bischen Neuromase was er besitzt anfeuern.

Soooo ein Arsch

24 Epikur 24. Januar 2010 um 19:06

Die “Qualitätszeitungen” schreiben auch, daß der Herr Bin wieder im Laden ist! Alles klar? Noch Fragen?

25 Isquierda 24. Januar 2010 um 19:08

Ein sehr schöner Eintrag. Als Frau steht man ja bei Kritik gegen solchen Unsinn sofort im Verdacht, den eigenen Status quo zu wahren, das macht es dann unfair. Darum bin ich hocherfreut, wenn sich Männer gegen diesen Unsinn wehren.

LG

Isi

26 Nanuk 24. Januar 2010 um 19:09

Aber in der Realität ist das alles leider ganz unromantisch.Wenn nämlich das Bundesverfassungsgericht denen in Berlin sagt is zu wenig für die Blagen gibt es keine Alternative als Steuererhöhungen… und da man beim “Asozialen Pack” sparen will bleibt nix anderes übrig als mehr Kontrolle…

27 Epikur 24. Januar 2010 um 19:12

@ Isquierda

Aha! Auf der eigenen Internetseite fett schreiben: Kapitalismus ist schei…e und gleichzeitig alles voll Werbung! Das nennt man wie? Genau, echt schei…e!

28 keiner 24. Januar 2010 um 19:17

Letzte Entlastungsangriffe der FDP-Lobbyisten vor einem neue Parteispendenskandal. Je schriller das Thema, desto besser, umso stärker der Ablenkungseffekt.

So einfach kann die Welt sein!

Let’s talk about: MONEY!

29 13 24. Januar 2010 um 19:36

Märkte sind moralfrei – That’s it. Da braucht man sich nicht lange mit aufhalten. Und meine Meinung: Sie sollen auch moralfrei sein.

Was aber noch lange nicht heißt, dass sie nicht innerhalb einer gewissen Ordnung ablaufen sollen.

und genau dafür brauchte man Agenda2010/HIV, ich meine ganz moralfrei selbstverständlich….

30 Nanuk 24. Januar 2010 um 19:36

Was für mich ein viel grösseres Problem darstellt was machen wir eigendlich mit denen wenn die glauben was sie schreiben.

http://www.franz-sales-haus.de/
Vieleicht ist das ja eine möglichkeit?

Der Mensch steht im Mittelpunkt
Im Franz Sales Haus werden Menschen mit geistigen, psychischen und mehrfachen Behinderungen in ihrer Eigenständigkeit gefördert und dort unterstützt, wo Hilfe notwendig ist.

31 holger 24. Januar 2010 um 19:45

ah, das ist doch wohl ein Versprecher:

–>Er doziert: “Eine Mutter mit zwei Kindern erhält 1500 Euro staatlicher Unterstützung. Im Dienstleistungssektor könnte sie entsprechend ihrer Qualifikation nur ein Einkommen von 1493 Euro erzielen. Warum sollte sie sich der Strapaze unterziehen?“”

Befragen wir mal Huren Peter H. aus Wolfsburg dazu: Der hätte bestimmt die Frage gestellt: “Warum sollte sie sich noch Strapse unterziehen, bei dem üppigen Gehalt, welches ich selbst unter schwierigsten Bedingungen ausgehandelt habe ?”

32 ppp 24. Januar 2010 um 19:47

Und erst der Kommentarbereich bei FAZ.de… da kommen sie aus ihren Löchern gekrochen. Da isses, das selbsternannte deutsche Bildungsbürgertum…

33 Epikur 24. Januar 2010 um 19:55

@ Nanuk

Leider ist das aber ein katholisches Haus! Das ist ein wenig so wie religiöse Anarchisten – das hat immer etwas beunruhigendes an sich! Ich meine das nicht böse Nanuk.

Allerdings wäre so ein Haus in einer anarchistischen Welt nichts ungewöhnliches.

34 13 24. Januar 2010 um 19:57

In den Internationalen Wirtschaftsbeziehungen sehen wir: Die Öffnung, die Entgrenzung der Finanzmärkte weltweit, die Zulassung fast aller Arten von Wetten an den Börsen, die Ideologie Staaten als Wettbewerber auf Unternehmensfunktionen der Gewinnmaximierung zu reduzieren, haben letztlich dazu geführt, in entwickelten Staaten, die Rechts- und Aufsichtsstrukturen abzuschaffen oder durch Entgrenzung wirkungslos zu machen, die die Gesellschaften in 150 Jahren als Reaktion auf Probleme aufgebaut hatten, die in einem entfesselten Kapitalismus auftraten.

http://www.solon-line.de/nachruf-auf-claus-noe.html

In Bangladesh wären diese HIV/Fickfehler/Hätschelkinder längst ertränkt worden….so what….worüber reden wir?

35 D.F. 24. Januar 2010 um 19:57

Diese Replik ist irgendwie noch mehr Polemik, als der Ausgangsartikel.
Ja, Kinder sind Ziele von unglaublich vielen Frauen, Partner dabei nicht unbedingt notwendig. Darf aber nicht sein, weil p.c. sind Alleinerziehende ja per se OpferInnen, deswegen muss man auch nicht fragen, wieso.
Und nein, die Alleinerziehenden sind der Grund der Staatsverschuldung. Aber es gibt einen zunehmenden Trend in Richtung des Alleinerziehens und der Alimentation durch den Staat, bevorzugt vor lästigen Beziehungen, wo man doch immer Kompromisse eingehen muss.

36 Nanuk 24. Januar 2010 um 20:12

@D.F.
Du Intelligenzbolzen

Dem Solopsiismuss der zunächst aus der vereinsamung des für sich entdeckten puren Selbst in der entfremdeten Welt folgt und nach seiner Praktischen Seite einzig die Lösung von den weltlichen Verklammerungen Steigerung der der Differenz kurz Entweltlichung des isolierten Selbst fordert gesellt sich ohne ihn aufzuheben eine soteriologische Brüderethik die aber von der diesseitigen Gesellschaftsethik der Antike weltenweit absteht…

einzig die Förderung der Erlösung im Anderen d.h. seiner Entweltlichung die jedem zu Vehiculum der eigenen wird ist das ziel dieser Ethik ihr Subjekt nicht das konkrete Individuum sondern nur noch sein unpersönlicher nichtweltlicher Kern der Funke der in allen identisch ist und die Basis die dieses miteinander stiftet worin seine konstitutive Begegnung stattfindet gemeinsame einsamkeit in der zur Fremde gewordenen Welt.
Hans Jonas

so jetzt ersetze Funke und Kern durch Markt und schwubs Gnostik ade… Willkommen im 21jh…

37 13 24. Januar 2010 um 20:54

da es hier nicht weitergeht:

Hätschelkinder 2010

Gerhard Schröder
Wolfgang Clement
Angela Merkel
der schwule Liftboy aus der Möwenfickpartei
Sparkassendirektor Köhler
Roland Berger
Mount McKinsey
Hyporealestate
WestLB
HSH Nord
Commerzabnk
die Rateagenturen

….

(wer mag, kann erweitern oder fortsetzen)

38 Hermann Keske 24. Januar 2010 um 20:54

In der Tat: Das wohlfeile kritische Gesabbel über die herrschende Heilslehre in der Blogszene überlebt sich langsam. Es ist längst alles gesagt (wenn auch noch nicht von jedem, Karl Valentin), und es nützt nicht die Bohne. Wir werden hier weiter mehr oder weniger geistvoll Sytemkritik üben, den grotesken politischen Unsinn bechreiben und lächerlich machen, und nichts, aber auch gar nichts passiert. Stattdessen werden wir selbst schon verhöhnt, wie man gerade sieht.

Dabei trifft es uns alle. Wir werden intelligent kommentierend, aber leider absolut untätig sehenden Auges hinnehmen, dass nach den faulen Arbeitslosen nun die Alleinerziehenden in die Gruppe der faulen Volksschädlinge einsortiert werden, die angeblich unsere Wirtschaft ruinieren, und inzwischen wird man die Kosten einer spektakulären Finanzkrise mehr oder weniger offen auf Rentner, Hilfeempfänger und Niedriglöhner abwälzen. Das Geld da zu holen, wo es ist, fällt niemandem ein. Das Casino ist wieder eröffnet, die Gewinner der letzten Spielrunde machen ihre Einsätze, ihre Gewinne dürfen sie behalten – und sie werden steuerlich entlastet, weil das so günstig für die Volkswirtschaft ist und Arbeitsplätze schafft.

Das geht langsam an die Selbstachtung. Ich fühle mich beleidigt, wenn mir die Medien diesen elenden Dreck jeden Tag auf´s Neue präsentieren. Da kommen Gewaltgelüste auf.

Warum tun wir nichts? Warum verständigt sich die Bloggemeinde nicht auf eine Aktion? Machen wir Schlecker platt. Drei Monate Boykott, und die saumässigen Arbeitsbedingungen sind Geschichte. Aldi ist dann der nächste – sollte einer auf die Idee kommen, die höheren Löhne über höhere Preise statt über einen sinkenden Gewinn auszugleichen, kann er seinen Laden gleich ganz dicht machen.

Natürlich braucht man Kapital, aber doch keine Kapitalisten. Die Schlecker-Läden, die ihm gehören, übernimmt man in eine Genossenschaft. Wer nicht weiss, wie es geht, kann sich bei Mondragon eine Vorstellung verschaffen und Muster abholen. Qualifiziertes Personal wie Betriebswirte und gelernte Kaufleute finden sich bei den Arbeitslosen, bei denen das akademische Personal gerade stark zunimmt. Genossenschaften sind grundsätzlich im Wettbewerbsvorteil: Sie müssen keine Gewinne für eine Unternehmer erwirtschaften, und Genossen arbeiten wesentlich effizienter als geschundene Leiharbeitssklaven.

Wir können natürlich auch warten, bis sich Wut entlädt. Ich ziehe intelligente Nutzung von Marktmöglichkeiten zerstörerischer Wur vor.

Aber nochmal: Gequasselt ist jetzt genug. Äktschn tut Not, unterhaltsame Clowns bei Hofe braucht es nicht.

39 Dietmar Tischer 24. Januar 2010 um 21:04

Man nehme eine vielleicht pointierte, aber nicht haltbare Extremmeinung, heize wie der Hausherr mit berechtigter, aber auch billiger Häme an – und schon schlagen alle drauf.

Das übliche Heimspiel danach:

Wir sind schlau und wissen es wieder mal unisono besser, weil die anderen dumm sind.

Welch ein Triumph!

Nur mal eine Anregung, wie man über das Thema diskutieren könnte, ansatzweise jedenfalls:

1. Es kann überhaupt keine Diskussion darüber geben, dass Alleinerziehende unter Um-ständen staatlich unterstützt werden. Darüber muss man nicht eine Sekunde diskutieren, weil hinreichend bekannt ist, dass es jede Menge unverantwortlicher Männer gibt, unter denen Frauen lebenslang leiden mussten und heute noch müssten, wenn sie wirtschaftlich keine Alternative – welcher Art auch immer – haben. Von den Kindern rede ich mal gar nicht.

Wenn die FAZ stattdessen von „Dankbarkeit in Form von Wählerstimmen“ rumfaseln lässt, disqualifizier sich dieses Blatt in einer Art und Weise, die bei seinem Anspruch nicht nachzuvollziehen ist.

2. Die staatliche Unterstützung muss ein GARANTIELEISTUNG sein. Wir sind keine Gesellschaft, die auf freiwillige Hilfen und Mitleidseffekte setzt und überlassen das Problem deshalb nicht privaten Wohltätigkeitsorganisationen.

3. Da die staatliche Garantieleistung für ihre Gewähr und die Höhe des Anspruchs an Bedingungen gebunden sein muss, liegen Vergleiche mit anderen Garantieleistungen auf der Hand. Solche Vergleiche sind legitim und auch notwendig, dürfen aber nicht das Prinzip infrage stellen.

4. Es muss auch anerkannt werden, dass staatliche Garantieleistungen nicht NUR einklagbare Leistungen für den Fall der Fälle sind. Sie können auch EINKALKULIERT werden, wenn man bestimmte Entscheidungen treffen will. Und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass sie mitunter einkalkuliert werden. Wie oft, von wem und unter welchen Bedingungen ist schwer zu erfassen. Es deshalb abstreiten zu wollen, ist bestenfalls Augenwischerei, schlimmstenfalls eine bewusste Ausblendung der Wirkungen von Sozialstaatsleistungen.

5. Die Tatsache, dass die Garantieleistungen einkalkuliert werden können und mitunter auch werden, ist per se kein Grund auf sie zu verzichten – in diesem Fall schon gar nicht.

6. Zu überdenken ist aber, wie wir staatliche Garantieleistungen VERSTEHEN wollen: Ist alles, was nach Hilfe ruft, ein Fall für staatliche Hilfe (wenn nur in hinreichend großer Zahl laut genug gerufen wird) und wenn so, in welchem Maß und mit welchen ABSICHTEN wollen wir sie gewähren. Hilfe ist nicht Hilfe und manche Hilfe mag bei genauerem Hinsehen auch schaden. Das das muss in den Überlegungen auftauchen – nicht zuletzt in Fairness denen gegenüber, die sich zu garantierter staatlicher Hilfe bekennen und sie selbstverständlich leisten wollen.

40 ergo sum 24. Januar 2010 um 21:06

Eine Nation mit viel zu niedrigen Geburtenziffern und einer demographischen Prognose von 30% Senioren sollte ihre wenigen Kinder und deren Eltern noch viel mehr hätscheln.

41 Goldkind 24. Januar 2010 um 21:09

Will Deutschland keine Kinder mehr? Wenn die meisten jungen Männer keine Kinder mehr möchten, die jungen Frauen aber wohl, was ist da zu tun?

Was sollen Mütter machen, wenn die Ehe nicht mehr geht? Sollen sie ihre Kinder abgeben oder was?

Im armen Ostdeutschland konnten alleinerziehende Mütter voll arbeiten, ihren Lebensunterhalt verdienen, weil die Kinder betreut wurden. Warum geht das nicht im “reichen” Westen?

42 Epikur 24. Januar 2010 um 21:12

Genau, mit wgnx in den Kampf! Ich lach mich gleich tod. Nein, lieber H. K. Du wirst Geduld haben müssen, bis alles kaputt ist.

43 Epikur 24. Januar 2010 um 21:15

@ Goldkind

“Im armen Ostdeutschland konnten alleinerziehende Mütter voll arbeiten, ihren Lebensunterhalt verdienen, weil die Kinder betreut wurden. Warum geht das nicht im “reichen” Westen?”

Na ganz einfach, weil zuviel Arbeit/Jobs da sind! LOL

44 Hermann Keske 24. Januar 2010 um 21:38

Ich nehme mich zurück. Nach Herrn Tischers Beitrag schlage ich vor, erst einmal innezuhalten und darüber zu diskutieren, wie man sinnvoll diskutiert, wie man sinnvolle Diskussionthemata formuliert, und welchem Verständnis von öffentlichen Vorgängen man folgen sollte, also zum Beispiel darüber, wie wir staatliche Hilfen verstehen wollen. Erst wenn wir damit fertig sind, sollten wir darüber diskutieren, ob wir sinnvolle Themata konkretisieren können.

Ich erinnere mich an die Diskussion über den Heiligen Martin mit dem Mantel, den er teilt und einem Frierenden gibt. Man kann darüber diskutieren, ob diese Hilfe im Prinzip vernünftig war. Man könnte diskutieren, ob es nicht besser gewesen wäre, an jener Stelle eine Fabrik zu bauen, in der sich der Frierende durch eigene Arbeit und in seiner vollen Würde seinen Mantel selbst verdient. Anschliessend diksutieren wir, ob der Tod des Frierenden Markt- oder Staatsversagen ist, weil die Baugenehmigung für die Fabrik solange gedauert hat. Am Ende – wir arbeiten gründlich und sorgfältig – diskutieren wir noch, ob der Bau einer Fabrik mit Rücksicht auf einen Frierenden nicht volkswirtschaftlich verfehlt ist. Theoretisch und mit Rücksicht auf Humanität könnte man auch noch diskutieren, ob das Erfrieren in Würde, also ohne Hilfe, nicht menschlicher ist
als die Fortsetzung eine Lebens in Armut und Unwürde.

Und so weiter. Also, ich bin doch eher für Äktschn.

45 Dipfele 24. Januar 2010 um 21:44

Zitat aus einer Replik auf Rainer Hank, der schon 2006 zu einem Rundumschlag gegen den “fürsorgenden Sozialstaat” ausgeholt hatte und das jetzt einmal mehr durchdekliniert:

“In das Grundgesetz, Artikel 20 und 28, hat er offensichtlich nicht geschaut. Oder er vertraut auf das Bundesverfassungsgericht, dessen Präsident drei Tage vorher in der Werktags-FAZ verkündet hatte: “Der Gesetzgeber kann den Sozialstaat neuen Gegebenheiten anpassen und gegebenenfalls auch zurückbauen. Er muß dabei die Grundrechte und rechtsstaatliche Prinzipien beachten. Es gibt aber kein allgemeines verfassungsrechtliches Verbot eines Rückbaus.” Wohlgemerkt: das Rechtsstaatsprinzip und nicht das Sozialstaatsprinzip. Das hat nämlich, so Hans-Jürgen Papier, “tatsächlich auch eine freiheitliche Dimension. Die Grundlagen unserer Verfassung basieren auf dem Prinzip der Eigenverantwortung.” Soll heißen, dass der Gestaltungsspielraum nur in Richtung ‘Renaturalisierung’ ausgeschöpft werden darf. Denn nach der “Ethisierung der Verfassung” werden die Bedingungen der Freiheit, unter denen der Einzelne aus eigener Kraft imstande sein soll, für sich zu sorgen und staatlicher Beistand verweigert werden darf, immer schon im Sinner der “objektiven Wertordnung”, wie sie nach dem liberalen Maßstab der konservativen Mehrheit definiert ist, mitgedacht, aber nicht mehr thematisiert.”
http://www.wahl-stimmen.de/trans_html/012Der%20reine%20Wahlsinn/Anstandslos.html

Zu dem Hank-Pamphlet bemerkte Mathias Greffrath in der TAZ vom 21.06.2006: “Dass kein kühler Kopf des ideellen Gesamtkapitalisten den kapitalistischen Anarchismus und die Staatshetze seiner literarischen Angestellten ausbremst, verheißt Turbulenz.” Worauf er aber wieder einmal keine Antwort habe, an diesem Sonntagmorgen am Frühstückstisch mit der F.A.S. in der Hand, “das ist die Frage: warum die linken Bürger und sorgenden Familienväter im Lande keine kraftvolle Grundsatzdebatte über die ‘Grenzen der Wirksamkeit freier Märkte’ und die Aufgaben des modernen Staates im 21. Jahrhundert in Gang bringen”. Greffrath weiter: “Warum sitzen und schweigen da bestimmt zweihundert Leute im Parlament, von denen ich annehme, dass sie genauso denken? Warum geht so etwas durch: “Der fürsorgliche Staat demütigt die Menschen”? Warum reißt der rote Faden unserer Geschichte immer wieder ab und endet in Melancholie?”

46 Nanuk 24. Januar 2010 um 21:57

Da glaub doch tatsächlich das Heute Journal ich währe dämlich bin ich aber leider nicht ich kann nen Usbeken von nem Paschtunen unterscheiden…

47 13 24. Januar 2010 um 22:21

Ich bin für 7. bis 46tens. Tischer und Keske, könnt ihr das nicht mal ebenerdig ausdiskutieren? Nehmt noch die grüne 68er Claudia E. T. Roth dazu, auch so ein Hätschelkind..

wie das ZDF, FAZ..

Sprecher: Nun, da sich der Vorhang der Nacht von der Bühne hebt, kann das Spiel beginnen, das uns vom Drama einer Kultur berichtet.

http://www.youtube.com/watch?v=tZTMshAPNgI

48 Werner 24. Januar 2010 um 22:23

“Die Zunahme der Ungleichheit in der Einkommensverteilung dämpft die Konsumnachfrage „strukturell“, und damit auch die Erträge der Unternehmen aus realwirtschaftlicher Tätigkeit.”

Warum ist eine Wirtschaftspolitik wie Willy Brandt nicht mehr möglich?

Warum sollen im öffentlichen Dienst pernament die Entlohnungs,-Sozial und Arbeitsstandards gesenkt werden?

GLOBALISIERUNG.

HAHAHAHAHAHAHA!

49 ceteris 25. Januar 2010 um 00:15

@wgnx
Dummerweise hast du mit dieser Aussage vollkommen unrecht:
Dummerweise hat Kersting mit dieser Aussage recht: Die Kritik am Neoliberalismus kam über Moralisieren nicht hinaus.
Nicht im mindesten hat die Kritik am Neoliberalismus mehr moralisiert als dieser selber, mit seinem sozialdarwinistischen und verlogenen Freiheits- und Effizienz-Ethos. (lustige Kombination, übrigens, aber so sind sie.)
Kritik am Neoliberalismus ist NICHT GLEICH Polit-Sprechblase, moralisierende, die nämlich von der durchaus berechtigten und richtigen Kritik am Neoliberalismus gerade ABLENKT, und dies auch soll.

Auch interessant aber:
Wir brauchen keine moralische Kritik des Neoliberalismus, sondern eine politische. Wir brauchen eine Politische Ökonomie der Globalisierung.
Sehr schön. Aber wo soll diese Politische Ökonomie denn ihre Maßstäbe hernehmen, wenn nicht aus einer Vorstellung von Sinn und Zweck der Ökonomie – also einer Moral? Politik ist Auseinandersetzung, nicht Begründung.
Stimmt doch, Nanuk, oder? :-)

50 ceteris 25. Januar 2010 um 00:28

@HKeske
Also, ich bin doch eher für Äktschn.
Ick ooch. Habe gerade die Scheiben einer Bankfiliale eingeschmissen.
Jetzt muss der Schweinekapitalismus zusammenbrechen, keine Frage.

51 Degnaphta 25. Januar 2010 um 08:38

““Eine Mutter mit zwei Kindern erhält 1500 Euro staatlicher Unterstützung. Im Dienstleistungssektor könnte sie entsprechend ihrer Qualifikation nur ein Einkommen von 1493 Euro erzielen. Warum sollte sie sich der Strapaze unterziehen?“

So schlichte wie krasse Lüge. 1500 dürfte in etwa für eine vier- oder gar fünfköpfige Bedarfsgemeinschaft drin sein … wenn sie denn ‘humane’ Elendsverweser als Ansprechpartner hat.
Wer jetzt mit dem ‘Mietargument’ kontern will, möge sich vor Augen halten, daß diese weder pünktlich noch umfassend gezahlt wird. Heizkosten werden ebenfalls nicht ausreichend übernommen … und die begleitende ‘Behandlung’ der Überflüssigen läßt sich nicht in monetären Defiziten benennen.
daß die FAZ sich für sonen Mist herzugeben bereit ist, verwundert mich nicht, nachdem ich die Wandlung des Spiegels zum Stürmer miterleben mußte.
Man bediene den nächstbesten h4-Rechner.

52 weissgarnix 25. Januar 2010 um 08:50

@Dietmar Tischer

>Nur mal eine Anregung, wie man über das Thema diskutieren könnte, ansatzweise jedenfalls

Schon klar. Aber ich bin halt das hämische Pamphlet, wo Sie das nüchterne Sachbuch sind. So ist für jeden was dabei.

>disqualifizier sich dieses Blatt in einer Art und Weise, die bei seinem Anspruch nicht nachzuvollziehen is

Nicht das ganze Blatt. Aber es kann halt nicht jeder im Feuilleton schreiben.

>Zu überdenken ist aber, wie wir staatliche Garantieleistungen VERSTEHEN wollen: Ist alles, was nach Hilfe ruft, ein Fall für staatliche Hilfe

Natürlich nicht. Aber dieses Problem könnte man auch dann diskutieren, wenn/falls es sich mal stellt. Hank polemisiert nach dem Muster pars pro toto – und das auf Basis von Zahlen, die schon der Summe nach lachhaft sind. 640 Tsd H4-Alleinerziehende: wenden wir die üblichen 10-20% an Missbrauch darauf an, dann sind das rund 100 Tsd Personen. Die jetzt stellvertretend für die Allgemeinheit abzuhandeln und dann mit einem rhetorischen Stahlgewitter zu schließen, von wegen wir marschieren direkt in den Totalitarismus, ist so lächerlich, wie ich versucht habe, es darzustellen.

53 Nanuk 25. Januar 2010 um 09:45

@ceteris
ohne Grund keine Moral…
http://www.youtube.com/watch?v=Yu_UFHrC02k

54 Nanuk 25. Januar 2010 um 09:52

@ceteris
Der Mann Aristoteles
war blöd, doch ich erzähl es:
Er spielte Philosoph
und fragte wie Klein Doof:
“Warum ist etwas da,
das da vorher noch nicht war?
Hmm…das hat bestimmt ‘nen Grund!”
Vielen Dank für diesen Fund.
http://www.youtube.com/watch?v=E8Ilr_YtEjs

55 Hermann Keske 25. Januar 2010 um 10:01

@ ceteris # 50

Wenn einem beim Kampf gegen den real existierenden Kapitalismus nichts anderes einfällt, als bei eine Bank eine Scheibe einzuwerfen, dann bleibt man in der Tat besser bei seinem Rechner sitzen und schreibt Blogbeiträge.

Da wird dann der Kapitalismus unter den vielen kleinen Nadelstichen zusammenbrechen, die ihm die Blogschreiber zufügen. Wenn ich noch richtig höre, ächzt er schon.

56 Nanuk 25. Januar 2010 um 10:13

@Hermann Keske
Kann man den Kapitalismuss wegdenken?
Vieleicht kann man ihn ja weg Tanzen versuchen die Suffis und Derwische auch… vieleicht geht es ja auch nur darum zu glauben das die Welt in der wir leben nicht das ende aller Tage ist…
http://www.youtube.com/watch?v=Lz-PMDqq-L8

57 Nanuk 25. Januar 2010 um 10:15

Also Dichtet was das Zeugs hält!

58 Nanuk 25. Januar 2010 um 10:21

„Letztendlich ist es sehr dumm, nur mit der Pest zu leben. Ein Mensch muss natürlich kämpfen […]. Aber wenn es damit endet, dass er sonst nichts mehr liebt, wofür ist dann das Kämpfen gut?
Albert Camus

59 belzebub 25. Januar 2010 um 10:39

Ich würde einen Teufel tun und auf die Schwachen hauen,
also Frauen im besagten Fall.
Verallgemeinerungen sind zwar falsch, aber wenn etwas zu 90% richtig ist, und nur zu 10% falsch,
dann ist es besser man richtet sich nach den 90%.
Frauen brauchen einen Mann.
Das Problem ist daß es soviele unbrauchbare Jungs gibt.
Und wo kommen die her ?
Siehe da, wieder ist die Frau schuld.
Und warum ist das so ?
Weil Männer ursprünglich für deren eigene Selektion zuständig waren.
Heute hat jeder Depp ein Kind, egal was für en Arsch es ist.

60 Nanuk 25. Januar 2010 um 10:40

@belzebub
Sieg heil!

61 keiner 25. Januar 2010 um 10:49

Nichtdooooch Nanuk, früher gab’s regelmäßig mal nen Krieg oder ne Hungersnot, wo nur die richtig Kriminellen überlebt haben. Heute sammelt sich diese Meute vor den Killerspielen und bereitet den bewaffneten Kampf vor. Fragt sich nur: Wogegen?

62 CDS 25. Januar 2010 um 10:59
63 aloa5 25. Januar 2010 um 11:00

@Degnaphta

In diese Berechnung wurden vermutlich die “kostenlose” Krankenkasse für Kinder einrechnen usw.. Wenn man will findet man für jeden eine ganze Menge an Kosten welche er den Leistungsträgern aufbürdet. Die Frage nach dem Sinn der Aufrechnung ist jeweils relativ eng mit dem Sinn des Staates verbunden.

Grüße
ALOA

64 Kindesvater 25. Januar 2010 um 11:18

zu #51 und #63

Nicht erwähnt wurde, daß in der BRD der Erzeuger der Kinder stattlichen Unterhalt zahlt.
Mehr als H4 für das Kind.
Also zahlt der Vater auch einen beträchtlichen Teil für die Mutter mit.
Zieht einfach mal 600-800 Euro von den 1500 ab, dann sind wir in der Realität.
Der Kindesunterhalt wurde zum 1.1.2010 um
VIERZEHN Prozent erhöht.

Sowas steht in dem Revolverblatt namens FAZ nicht….

65 Nanuk 25. Januar 2010 um 11:19

@CDS
Ja ja die Heilige Familie auch so ein reformatorischer Müll… wie gut das Maria alleinerziehend war… wenn es dieses unerzogenen bildungsfernen Rotzlöffel Jesus nicht gegeben hätte man müste ihn erfinden…

66 Kindesvater 25. Januar 2010 um 11:25

zu #64

Würde die Mutter arbeiten gehen, würde Sie 1500 Euro plus
Kindesunterhalt plus Kindergeld bekommen – also so um die
2600 Euro.

Denn Kindergeld und Unterhalt werden auf H4 angerechnet.

Tja – toll recherchiert die FAZkes aus Hessen…
Dummheit ist grenzenlos.

67 Kindesvater 25. Januar 2010 um 11:38

zu #66

Und die komplette Rechnung bei H4 sieht so aus:

Kindesunterhalt für 2 Kinder 800 Euro
Kindergeld 368 Euro

Macht 1168 Euro.

Das kostet die Mama sage und schreibe noch 332 Euro!!!

Aber des Meisters Hauspostille hat nur gute Schreiberlinge….

68 Hen Hermanns 25. Januar 2010 um 11:48

Möge Käptn Ahab Sinn doch endlich mal auf Moby Dick platz nehmen und mit ihm in den Orkus reiten.

69 Kindesvater 25. Januar 2010 um 11:52

@wgnx

Du hast ebensowenig Ahnung wie die FAZkes.
Ansonsten wäre Dein Artikel kritischer ausgefallen.
Du merkst nicht einmal, wie Tatsachen verdreht werden.

Es geht also um ca.332 Euro bei diesen 640Tsd. Müttern.
Aber nie um 1500 Euro.

Im Übrigen:
Daß Kindergeld bei Millionären ausgezahlt wird – aber bei H4 nicht, stört dich auch nicht im Geringsten.
Du schwafelst was über Erziehungsarbeit.

Mach weiter so!

70 Kindesvater 25. Januar 2010 um 11:59

@wgnx

Und noch was:

Das “Enteignungsbeschleunigungsgesetz” half ja den systemrelevanten Hotels mit einer Mrd. Euro.

Es erhöhte auch die Kinderfreibeträge. Daran gekoppelt die Unterhaltszahlungen für Kinder.

Die Kinderfreibeträge wirken sich übrigens nur bei Gutverdienern aus – Hoteliers, Apotheker, Ärzte, Beamte, Abgeordnete usw.usf.

71 KL 25. Januar 2010 um 12:05

@Hermann Keske

Die Vermutung scheint mir nicht unangemessen: geredet und geschrieben worden ist genug, auch hier.
Und doch gilt es noch immer nachzudenken, etwa wie denn nun innerhalb der ökonomisch kapitalistisch verfaßten Gesellschaften Wege in ein produktives und würdiges Leben für die Mehrheit, schließlich für alle, zu bahnen sind.

Wie wäre es, wenn wir uns nicht an Schlecker aufhielten – ein akuter und symptomatischer, aber kleiner Fall, scheint mir -, sondern versuchten, zu formulieren, daß es weder Normalrente mit 67 geben muß noch unbeschränktes Grundeinkommen geben kann, sondern z. B. ein Grundeinkommen vom, sagen wir , 18ten bis 25sten und vom 50sten bis zum letzten Lebensjahr geben kann – und soll. Dann wäre vielleicht die Möglichkeit geschaffen, sowohl der Funktionsbedingung der Kapitalverwertung gerecht zu werden, nämlich Menschen zu haben, die arbeiten *müssen, um zu überleben, als auch dem unmäßigen materiellen Reichtum unserer Kultur zur Verteilung zu verhelfen. Das könnte vielleicht den blinden Verteidigern grenzenloser Marktlogik den Wind aus den Segeln nehmen – und zugleich den blinden Revoluzzern, die nur die Kapitalverwertung wegschaffen wollen, ohne aber eine Alternative nennen zu können, die nicht zur bürokratischen Zwangsverwaltung führt.
Wir brauchen ein Projekt und das muß formuliert werden. Insofern ist nicht Action statt Reden nötig, sondern ein zündendes Programm – das richtige Reden.

Oder wissen wir nicht, was wir wollen?

Vielleicht erinnern wir uns, wie wertvoll das Marxsche Projekt war, als es die Arbeiter aufgrund ihrer gesellschaftlichen Funktion, die Reichtümer durch Arbeit zu erzeugen, zum Salz der Erde ausrief. Auch wenn es illusionärer Überschuß war. Wir müssen solchen Überschuß nicht bemühen. Warum gründen wir nicht etwas wie eine Antisolipsistische Bewegung, die mit intelligenten Aktionen und klugen Parolen unser aller Wissen um die wechselseitige Abhängigkeit aller Lebenden unüberhörbar öffentlich darstellt. (Denn das Krebsgeschwür der Gegenwartskultur ist doch wohl die uferlose Blödheit des rasenden Egoismus. Jeder Besserverdiener ein Homunculus seiner selbst, nie hat eine Mutter ausgetragen, nie ein Vater einen Sohn ermutigt, nie ein Lehrer leidenschaftlich Geist geweckt, nie ein Spezi eine Chance verschafft – alles aus eigener Kraft geschafft! Denkste.)

Etwas wie eine “Antisolipsistische Liga” …
Werde weiter überlegen …
Beiträge willkommen …

Grüße,
KL

72 Nanuk 25. Januar 2010 um 12:15

@KL
“Vielleicht erinnern wir uns, wie wertvoll das Marxsche Projekt war, als es die Arbeiter aufgrund ihrer gesellschaftlichen Funktion, die Reichtümer durch Arbeit zu erzeugen, zum Salz der Erde ausrief.”

Ja ja die Leistungsträger… sind das Salz der Erde. Marx is back und keiner merkt es.

73 Chefarztfrau 25. Januar 2010 um 12:21

Danke für die treffliche Replik, Herr Strobel!

74 froZ 25. Januar 2010 um 12:33

@ CDS

Eine Passage aus Uschi Weidenfelds Elaborat verdient es, hier nochmal wörtlich wiedergegeben zu werden, sie bedarf auch keines Kommentars.

“Maria hat alles daran gesetzt, den eigenen Sohn auf den richtigen Weg zu bringen. Sie hat sich dafür in eine stabile Beziehung, mit Josef, geflüchtet. Ob die Sache erfolgreich zu Ende ging, hängt vom Glauben des Betrachters ab.”

@ Hermann Keske

Man kann durch einen Aufruf im Internet nicht “Schlecker plattmachen”. Man erreicht nicht die kritische Masse an Konsumenten. Vor einem Jahr in der Zeit des “Emmely”-Prozesses gab es in Berlin den Boykottaufruf gegen Kaisers Tengelmann. Eigentlich eine einfache Sache, möchte man meinen, es ist in der Großstadt nicht schwer, eine Supermarktkette zu boykottieren. Hat aber nicht funktioniert, auf die Umsatzzahlen von Kaisers hat es sich nicht wesentlich ausgewirkt.

So Aufrufe wirken wohl nur, wenn man mit begrenzter Anzahl von Mitmachern schon einen Effekt erzielt. Also vielleicht per Flashmob eine lokale Filiale blockiert, in der es besondere Mißstände gibt. Die großen strukturellen Schweinereien kann man so aber nicht angehen.

Bei Schlecker geh’ ich trotzdem nicht einkaufen.

75 Tina 25. Januar 2010 um 12:42

Rentner, Beamte, Sozialhilfebezieher, Ehegattensplittingbeansprucher, Krankenkassenausnutzer …

und jetzt Alleinerziehende.

Die FAZisten entdecken immerzu weitere Einsparungspotentiale.

76 Dietmar Tischer 25. Januar 2010 um 12:56

@ wsgn

Ich verstehe ja, dass der Schirrmacher seine „Früher-war-alles-besser“-Klientel (Variante „Westdeutschland“) ab und an einen Knochen hinschmeißen lassen muss. Das darf auch unterirdisch sein, weil es lediglich um einen Bestätigungsreflex geht.

Das ist ihm wahrscheinlich selbst sehr peinlich.

Aber muss man deshalb diesen Unsinn aufnehmen und gleich ein Thema draus machen?

77 keiner 25. Januar 2010 um 13:01
78 froZ 25. Januar 2010 um 13:06

@ D. Tischer #76

Nun, gelegentlich, nach heftigeren Kontroversen, in deren Verlauf es auch mal etwas unter die Gürtellinie ging, da muß auch der wgnx seiner Bloggemeinde mal einen Knochen hinschmeißen, also ein Thema, das sie wieder weitgehend zu einer Gemeinde vereint. Was den – oder einen – Hintergrund des FAZ-Textes angeht, da bin ich aber etwas anderer Meinung, dazu in Kürze noch was.

79 Tina 25. Januar 2010 um 13:26

@KL

„Dann wäre vielleicht die Möglichkeit geschaffen, sowohl der Funktionsbedingung der Kapitalverwertung gerecht zu werden, nämlich Menschen zu haben, die arbeiten *müssen, um zu überleben, als auch dem unmäßigen materiellen Reichtum unserer Kultur zur Verteilung zu verhelfen.“

Der Kapitalismus ist ein KAPITALVERWERTUNGS-System kein Volksversorgungssystem.

Und daher müssen alle Kosten minimiert werden, welche nicht der Kapitalverwertung dienen.

Der Sozialstaat ist – heute(!) – eine KAPITALVERWERTUNGS-Bremse!

Wer den Kapitalismus aufrechterhalten will, muss die Bedingungen für eine erfolgreiche KAPITALVERWERTUNG schaffen:
Löhne senken, Sozialausgaben kürzen, Renten senken usf.

Sind fürs Kapital alles „faux frais“. Ist schon bei Marx nachzulesen:

„Die Losung […] lautet: Produziere, so billig du kannst, und räume auf mit den faux frais der Produktion (das heißt mit allen überflüssigen, unnötigen Produktionskosten). Und diese Losung wendet sich nicht nur an die einzelne Privatperson, sondern vor allem an die ganze Nation.“

Und in diesem Sinne weist die FAZ – das mediale Flagschiff des Kapitals – auf die Kosteneinsparpotentiale bei den Alleinerziehenden hin.

Das weiß WGN natürlich. Aber ab und zu braucht seine Fangemeinde einen Schnuller.

80 unwissender 25. Januar 2010 um 13:27

@keiner

http://www.youtube.com/watch?v=43-ILToDnqU

Warum wohl?

Da hilft auch Frau Aigner aus D nicht ! ;-)

81 Hermann Keske 25. Januar 2010 um 13:37

@ unwissender # 80

Die Empfehlung der Verbraucherschützer ist süss. Aber eine Kleinigkeit ist doch übersehen worden, nämlich die, dass der Berater schon mal was von seiner wissenschaftlichen Verpflichtung gehört hat, seinen Nutzen zu maximieren.

Wenn der Berater nun für die Beratung vom Kunden direkt bezahlt wird, dann kassiert er sein Honorar – und verkauft dem Kunden die Versicherung, die ihm, dem Berater, die höchste Provision einbringt.

Das nenne ich eine vernünftigen Vorschlag.

82 Tina 25. Januar 2010 um 13:45

@Hermann Keske

Auch Verbraucherschutz ist eine KAPITALVERWERTUNGS-Bremse!

Und wird daher ständig abgebaut.

83 froZ 25. Januar 2010 um 14:17

So, dann nochmal zu dem FAZ-Text (und Uschi Weidenfelds Tagesspiegel-Kommentar).

Kurzfristig mag vielleicht auch eine Rolle spielen, daß die FDP nach beabsichtigter Zwangsprivatversicherung in der Pflege und Hotelspendenskandal nicht gut dasteht und die schwarz-gelbe Bundesratsmehrheit in NRW kippen könnte. Dazu kommt, daß die weiteren Steuersenkungspläne selbst in bürgerlichen Milieus angesichts der sprunghaft angestiegenen Staatsverschuldung nicht gut ankommen. Da braucht es dann ein Ablenkungsmanöver, so nach dem Prinzip: Guckt mal da, die Alleinerziehenden sind es, die die öffentlichen Kassen plündern!

Aber die Sache hat m.E. noch einen weiteren Hintergrund, und man mag es mir nachsehen, daß ich mich mal wieder auf Robert Castel beziehe, dessen Buch ich wirklich sehr gut finde. Er beschreibt mit langem historischen Rückbezug, wie die soziale Frage umgedeutet wurde: Von der isolierten Betrachtung “entkoppelter”, sozusagen dem Gesellschaftskörper nicht richtig zugehöriger marginalisierter Gruppen hin zu einem Verständnis der aus ihrer ökonomischen Stellung her per se “verwundbaren” Lage breiterer Schichten, eben eines großen Teiles derer, die von Lohnarbeit leben. Der Übergang von einem Sozialpaternalismus unterhalb der Schwelle verbriefter gesetzlicher Ansprüche hin zu einem komplexen Sozialversicherungswesen ist ein Ausdruck dieses Wandels. Heute wird versucht, das Rad zurückzudrehen, und ein Teil dieses Versuchs ist das mediale Dauerfeuer mit dem Ziel, die soziale Frage von den ökonomischen Verhältnissen abzutrennen und zu einer Frage individueller Defizite und devianten Verhaltens zu erklären. Während größere Teile der Arbeiterschaft – etwa durch die Ausweitung unregulierter Leiharbeit und durch die Mängel der “Agenda”-Gesetzgebung – aus der Zone der Sicherheit wieder in die Zone der Verwundbarkeit abrutschen, wird dem verunsicherten “gefühlten Bürgertum”an der massenmedialen Front versichert, daß letztlich das deviante Verhalten einer entkoppelten Unterschicht (nicht wir!) zu einer Verschärfung sozialer Ungleichheiten und zum Ansteigen der Sozialkosten führt.

Der Diskurs, der heute dem Sozialabbau vorangeht, ist deshalb nicht unähnlich dem Diskurs, mit dem Ende des 19. Jh. die Liberalen den Aufbau eines Sozialstaates zu verhindern suchten. Damals war es in der öffentlichen Wahrnehmung der trunksüchtige, verantwortungslose und sparunwillige Prolet, der sich von einem akademischen Auftragsschreiber wie Joseph Lefort vorhalten lassen mußte, freiwilliges Sparen sei immer möglich “aufgrund der wunderbaren Elastizität der Bedürfnisse, die unendlich ausdehnbar und zugleich unglaublich komprimierbar sind.” – Heute ist es die sich kaninchengleich vermehrende Unterschicht zwischen Glotze und Bierflasche, der jeglicher Gewerbefleiß abgeht. Die Sache mit den Alleinerziehenden ist nur eine Abwandlung dieses Themas, die sich an eine etwas andere Zielgruppe wendet. In allen Schichten gibt es ja wohl Männer, die Angst vor selbstbestimmten oder gar libertinen Frauen haben; diese Komplexe werden mit solcherart Hetze gegen die Alleinerziehenden angesprochen.

Was den Diskurs so besonders widerlich macht, ist der Umstand, daß hier der Appell an einen Standesdünkel kombiniert wird mit einem versteckten Appell an Restbestände eines sexuell repressiven Verständnisses von Geschlechterbeziehungen. Allerdings glaube ich fast, daß das in diesem Falle ein Schuß in den Ofen wird, weil die Mehrheit der Zielgruppe zu einer solchen Regression nicht mehr bereit ist.

84 unwissender 25. Januar 2010 um 14:52

@hermann keske

Der Berater – nennen wir ihn besser Verkäufer – sollte selbstverständlich im Rahmen der Honorarberatung nur ungezillmerte – ohne Abschlußkosten kalkulierte – Tarife empfehlen. Inkl. der Berücksichtigung von Kick-Backs usw. !

Ich denke, das wird noch kommen und die Kontrolle erfolgt durch BaFin und co. – oder die Bundesbank! ;-)

p.s.

Amüsant wirds dann, wenn der Mitarbeiter eines Strukturvertriebs oder einer Bankfiliale auf Honorarbasis beraten soll und dann noch physisches Edelmetall als Teil der Asset-Allocation empfehlen wird! Dann wird die Verwirrung der Kunden groß sein!

Viel Glück – lieber Verbraucher ! ;-)

85 Tina 25. Januar 2010 um 15:03

Mit dem Rückgang der Löhne und dem Anstieg des Prekariats sinkt der Bedarf an Verbraucherberatung.

86 Tina 25. Januar 2010 um 15:23

P.S.

Wann stellen die Verbraucherberatungsstellen auf 1-€-Jobber um?
Ist doch eine gemeinnützige Tätigkeit.

Oder benötigt man als Verbraucherberater Konsumentenerfahrung?

Richtig lustig wird es jedoch erst dann, wenn die Bundesagentur für Arbeit ihre Berater durch 1-€-Jobber ersetzt.

87 Stephan 25. Januar 2010 um 16:20

Ja, der Artikel war auch mein Highlight vom Sonntag. Bleibt die Frage warum schreiben die FAZ Jungs einen solchen Beitrag und vor allem, warum veröffentlichen sie diesen als “Hintergrund” und nicht als “Meinung” oder “Kommentar”?

Hank, Meck, Sinn, et al. können doch sicher noch zur OECD site surfen und auch ein Excel-Sheet aufmachen? Oder ist die OECD für die FAZ zum Zentralorgan der Linken mutiert? Da finden sie dann die Stats über die Hätschelkinder der Nation.

OECD Armutsdefinition: Haushaltseinkommen 50% unter dem Median-Haushaltseinkommen.

Single-Haushalt mit Kindern – Arbeit: 56%
Single-Haushalt mit Kindern + Arbeit: 26%

Bei den Zahlen sind Transfereinkommen bereits berücksichtig. Und dann noch die absurde These, die alleinerziehende Frau würde sich nur wegen dem Status “Alleinerziehend” keinen neuen Partner suchen, um die staatliche Trennungsprämie weiter zu kassieren. Das Armutsrisiko in einem Mehrpersonen-Haushalt ist deutschlich geringer.

Na ja. Wenn ich mir die Kommentare auf der FAZ anschaue, dann findet der Artikel hauptsächlich Zustimmung von ein paar Nachtwächterstaat-Fanatikern und von Unterhalt zahlenden sich betrogen fühlenden Vätern.

88 Nanuk 25. Januar 2010 um 16:21

@froZ
Wie gesagt die Erlösung des anderen.Von allem Weltlichem!

89 Eclair 25. Januar 2010 um 16:43

@ Stephan

“Und dann noch die absurde These, die alleinerziehende Frau würde sich nur wegen dem Status “Alleinerziehend” keinen neuen Partner suchen, um die staatliche Trennungsprämie weiter zu kassieren. Das Armutsrisiko in einem Mehrpersonen-Haushalt ist deutschlich geringer.”

Neenee, den Partner haben sie ja, bloß irgendwo versteckt, damit dessen Einkommen nicht angerechnet wird…
Der Klassenkampf ist in vollem Gange.

Und die Kommentare auf der FAZ-Seite sind natürlich gruselig. Aber das ist ja auch nichts Neues. Besonders kalt lief es mir vor einer Weile den Rücken runter, als ich die Kommentare las, die Guttenberg vor Kritik in der Kundus-Affäre verteidigten…

90 Trümmerfrau 25. Januar 2010 um 16:46

@eclair

Tja, den Diktatoren geht der Arsch auf Grundeis…
Die fahren alle Geschütze auf – zur Zeit noch verbal…

91 Eclair 25. Januar 2010 um 16:47

@ Tina

“Die FAZisten entdecken immerzu weitere Einsparungspotentiale.”

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2010/01/19/wer-sind-die-sozialschmarotzer_1289/comment-page-4#comments
Kommentar 25 ;)

92 Stephan 25. Januar 2010 um 16:55

@Eclair
Das hab ich schon verstanden. Ich hab mich auf folgende Stelle bezogen:

„Hartz IV schafft nicht unbedingt Anreize, in eine Partnerschaft zurückzukehren“, bestätigt die Sprecherin der Bundesanstalt. Ökonomen drücken dies noch viel radikaler aus: „Die staatliche Unterstützung nimmt den Charakter einer Trennungsprämie an“, urteilt der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn.

Aber egal. Der Artikel ist so grotesk, dass man eine lange Diskussion darüber eigentlich zu viel der Ehre ist.

93 Dietmar Tischer 25. Januar 2010 um 17:35

@ froZ # 83

Eine überzeugende Analyse.

Sie haben Recht, es wird eine bestimmt Gruppe herausgegriffen, um ein EXEMPEL zu statuieren.

Im Grunde wird versucht mit der GEZIELTEN Pflege von Ressentiments, die dann extrapoliert werden, Politik gemacht.

Ich glaube auch, dass damit außer bei ein paar Älteren und Unverbesserlichen kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Zu bedauern ist, dass solche Themen nicht ernsthaft und seriös diskutiert werden. Denn so sehr es um gesellschaftliche Wirklichkeit geht, der wir uns selbstverständlich stellen müssen, so wenig lässt sich verschweigen, dass mit der Ausweitung der sozialen Sicherungssysteme auch die Versuchung zur individuellen Leistungsadaption durch darauf abzielende Änderung der Lebensverhältnisse zunimmt. Das muss noch nicht mal illegaler Missbrauch sein. Man stellt sich eben darauf ein und nimmt mit, was geht.

Die Frage – eine Frage statt Niedermachen – müsste deshalb sein:

Wie fördern wir Verantwortlichkeit mit der Hilfe, die wir leisten wollen und auch leisten?

Wie auch immer, die FAZ will ein Weltblatt sein.

Wie man sich auf ein solches Niveau herablassen kann, ist mir rätselhaft.

Aus meiner Sicht schadet sich das Blatt mit solchen Beiträgen selbst.

Aber Schirrmachers Marketing-Abteilung wird es besser wissen.

94 kleines m 25. Januar 2010 um 17:48

@Hermann Keske:
Finde das Genossenschafts-Ding auch super, hat da jemand mehr Infos dazu? Habe mir extra das Buch von Peter Zudeick gekauft, der hatte mal ne Sendung im hr dazu- letztendlich war das dann aber nur die Verschriftlichung des schon Gehörten. Wer mehr weiß möge Bescheid geben.

95 Nanuk 25. Januar 2010 um 17:53

@Tischer
Man stellt sich eben darauf ein und nimmt mit, was geht.

Das hast du noch vor zwei Tagen gefordert anpassen… entscheid dich mal!

Aber nein auf einmal wird es wird Zeit sie zur wahren Erkenntniss zu führen damit sie erlöst werden von der ehlenden Welt und aufsteigen in die Sphären der unendlichen Gnosis damit sich um das wärmende Feuer des Marktes in trauter Einsamkeit versammeln können.

Einzig die Förderung der Erlösung im Anderen d.h. seiner Entweltlichung die jedem zu Vehiculum der eigenen wird ist das ziel dieser Ethik ihr Subjekt nicht das konkrete Individuum sondern nur noch sein unpersönlicher nichtweltlicher Kern der Funke der in allen identisch ist und die Basis die dieses miteinander stiftet worin seine konstitutive Begegnung stattfindet gemeinsame einsamkeit in der zur Fremde gewordenen Welt.
Hans Jonas

96 Stephan 25. Januar 2010 um 18:04

@Tischer
“Wie man sich auf ein solches Niveau herablassen kann, ist mir rätselhaft. Aus meiner Sicht schadet sich das Blatt mit solchen Beiträgen selbst.”

Das glaub ich nicht. Ich glaub eher, dass ist eine neue Taktik speziell für die FAS. Der Artikel “Sozialismus: Gar nicht so übel” am 4. Adventsonntag hat einen Aufruhr unter den FAZ Bürgern verursacht. Und dann kam die “War alles nur Spass” Sozialismus-Serie. So bindet man Leser.

“Sex sells” ist für die FAZ leider keine Option. Mich würd’s zwar freuen, aber Herr FAZ-Mustermann wär schockiert. Also dreschen wir ein bisschen auf den Sozialstaat ein. Das kommt immer gut bei FAZ-Mustermann, der ja angeblich die Party bezahlt und dann nicht mal eingeladen wird.

97 Tina 25. Januar 2010 um 18:05

@Eclair #91

Einsparungspotentiale  Kommentar 25

Das wird der neue deutsche Volkssport, Einsparpotentiale bei anderen zu entdecken.

98 Stephan 25. Januar 2010 um 18:31

@Tina #97
Net wirklich. Laut Welt ist der neue Volkssport: Online Dating (http://bit.ly/6X79Lf). Aber das eine schliesst das andere ja auch nicht aus. Ich date 5x pro Woche. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind ein paar verhätschelte Alleinerzieherinnen dabei. Und ich kann nach dem Small-Talk gleich mal ein paar Einsparungspotentiale ausloten. Oder in Erfahrung bringen, ob ich als zukünftiger Partner in den Untergrund gehen muss damit die viele Kohle weiter fliesst.

99 Michael 25. Januar 2010 um 18:35

Der größte Teil dieser “armen” Alleinerziehenden ist ja in dem Status, weil ihr Alleinerziehen weitaus mehr einbringt als dem Kerl noch die Wäsche zu waschen oder zu kochen. Der @Kindesvater hat Unrecht. Wenn ein Gutverdiener geschieden wird, zahlt der ganz andere Beträge. Dass in Deutschland derartig viele Ehen geschieden werden und immer weniger Kinder geboren werden liegt schlicht daran, dass die Gesetzgebung offenbar auf Grundlagen aus Kaisers Zeiten beruht. Damals haben Frauen überwiegend nicht gearbeitet und mußten unterstützt werden. Heute schläft der Ehemann mal ganz schnell unter der Brücke, wenn er sich nicht mittels Ehevertrag abgesichert hatte und Madam mit einem Alter um 35 freidreht. Das gibt es häufig und ist die Ursache vieler Familientragödien. Aber unsere Politiker sind halt a bisserl blöde.

100 Stephan 25. Januar 2010 um 18:39

@Michael #99
Du stehst also auf dem Standpunkt, dass die meisten Ehen in DE aus ökonomischen Gründen geschieden werden? Also Frauen in neoklassischer Manier die besseren “Utility Maximizing Agents” sind.

101 Degnaphta 25. Januar 2010 um 18:50

„Hartz IV schafft nicht unbedingt Anreize, in eine Partnerschaft zurückzukehren“, bestätigt die Sprecherin der Bundesanstalt. Ökonomen drücken dies noch viel radikaler aus: „Die staatliche Unterstützung nimmt den Charakter einer Trennungsprämie an“, urteilt der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn.

Das muß man sich mal auf der analytischen Zunge zergehen lassen.
Die Änderung im Unterhaltsgesetz führt unter anderem auch dazu, daß Stiefväter für die Blagen ihrer Neuen herangezogen werden dürfen (Oma und Opa sind ünrigens auch mit im Zahlerboot)
Die armen alleinerziehenden bleiben also in zukunft alleine, weil sie ganz schlicht keinen mehr abkriegen, der das noch löhnen kann.

Ekelhaft finde ich diese ganze Hetze gegen die Hilfsbedürftign auch deshalb, weil bereits in Vorhartz-Zeiten die Gruppe der Alleinerziehenden als ’statistischer Bodensatz’ zu den Gebeuteltsten des damals schon unzulänglich funktionierenden Sozialstaats zählten.
Skandinavien hat diese Problematik ganz anders gewuppt, was ja Zeichen dafür ist, daß es eben auch anders geht als über gezielte Ausgrenzung oder vorsätzliche und gezielte Segregation der Gesellschaft oder wie man diese Form des Staatterrorismus auch immer nennen mag.

102 Nanuk 25. Januar 2010 um 18:56

@Stephan
“Utility Maximizing Agents”
Ja was meinst du denn warum so einer ne Frau abkriegt?
http://www.faz.net/m/%7B777B878A-FA7D-4FDA-BA63-5223D9FC9D0E%7DFile1_4.JPG

103 Michael 25. Januar 2010 um 19:09

@Stephan
Ich bin mir extrem sicher, dass insbesondere deutsche Frauen in ungewöhnlich hohem Maße sehr materiell eingestellt sind. Es gibt auch Ausnahmen, aber die sind sehr selten und ausgesprochen “wertvoll”, ohne, dass sie auf Herdprämie geeicht sind. Ich kenne genug Fälle, die sind einfach nur grausig verlaufen. Fast immer Frauen um 35, die noch mal so richtig ihre Qualitäten beweisen wollen. Weil es ihnen zu gut ging.

Haus fertig, Scheidung, bum, der Kerl hat ausgedient und flöge raus. So läuft das oft. Alle paar Wochen gibt es genau das, ab und an rotten die verzweifelten Ehemänner ihre ganze Familie aus. Fürchterlich. Das findet man dann vielleicht in der Presse. Besonders in Zeiten wie diesen gehäuft auftretend.

104 holger 25. Januar 2010 um 19:29

@ Michael

–>Fast immer Frauen um 35, die noch mal so richtig ihre Qualitäten beweisen wollen.”

Hat der Heesters schon wieder ne Neue?

105 Stephan 25. Januar 2010 um 19:56

@Michael #103
Sorry. Aber das Statistische Bundesamt hat andere Erfahrungen gemacht. Die meisten Scheidungen (absolut) gibt’s im Bereich Ehejahre 16-20: 31.344 Und da die durchschnittliche Frau erst mit 29,6 Jahren heiratet, sind also die >45 Jahre alten Damen die wirklichen “Utility Maximizing Agents”.

Meine Erklärung dieser Statistik ist eher frauenfreundlich. Die Damen spielen mit bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind und dann kommt Judgment Day. Dann lassen sie ihren Liebsten wissen, dass 5 Sätze am Tag leider nicht reichen und sie es gerne wieder mal so richtig krachen lassen wollen.

Wie der Ökonom weiss: Utility ist nicht nur Kohle, sondern auch Fun, Sex and Rock’n Roll.

106 pansen 25. Januar 2010 um 20:09

@all…Zum besseren Verständnis von hoch-gehypten Problemzonen der Gesellschaft…

divide et impera

Gibt es noch viel mehr dazu zu sagen?
Vielleicht noch dies:
War es jemal anders, als dass sich die Benachteiligten gegenseitig zerfleischten, als es “enger” wurde?

107 Ahnungsloser 25. Januar 2010 um 21:10

divide et impera

Ja logo. Die sch*** Alleinerziehenden, rumbumsen und noch mehr Welfare Queens heranziehen. In 18 Generationen überrennen sie uns alle mit ihrem quadratischen Wachstum! Das induviduelle Wachstum der Population via Frost-Diät-Pizza-Diät dazugenommen, werden wir alle STERBEN! Mathematisch belegt!!!

108 Michael 25. Januar 2010 um 21:58

@Stephan
Nun gut oder schlecht, da kenne ich einen nicht statistischen Teil. Traf wahrscheinlich sowieso nicht zu, denn hier ging es um die Gehartzten. Das scheint mir wert, näher erläutert werden zu müssen. Weil eben doch fragwürdig. Schlimm genug für alle Beteiligten ist es allemal.

Deiner Statistik glaube ich aus den mir sehr bekannten und nahestehenden Fällen jedenfalls nicht. Die zeichnen von den Damen ein außergewöhnlich übles Bild. Diese Herzchen geraten allerdings nicht ansatzweise in den Verdacht jemals von Hartz leben zu müssen.

109 Wat. 25. Januar 2010 um 22:05

@ Michael – könnte es nicht auch damit zusammenhängen, daß die Braut-Schau über ‘Kohle’ ergockelt wird… mein ja mal nur so.
Scheint mir logisch, daß dann ‘Renditefixierte’ auch ‘zugreifen.

110 hammerwerfer 25. Januar 2010 um 22:10

Super! Jetzt habe ich auch endlich mal eine Idee:
Wir brauchen dringend eine staatliche …äh… Rekombinationsprämie (oder so) für Kerle, die eine Alleinerziehende dauerhaft mit auf ihre Steuerkarte nehmen. 2,5kEUR sollten locker drin sein.

111 Johannes 25. Januar 2010 um 22:13

Aha, also sämtliche alleinerziehenden Mütter sind vor prügelnden Männern geflüchtet. Interessant, wußte ich nicht. Kann aber passieren, wenn Frau so auf coole Alpha- Männchen abfährt!

Gerüchteweise habe ich gehört, dass Frauen oft ein Kind gebären, weil sie glauben, damit die Beziehung zu retten oder zu stimulieren, oder…….. Ist zwar auch ein Blödsinn, aber weil wir gerade dabei sind…

Danke, habe wieder viel gelernt.

112 weissgarnix 25. Januar 2010 um 22:20

@Johannes

>Danke, habe wieder viel gelernt.

Siehste: Kriegst du hier alles umsonst.

113 Johannes 25. Januar 2010 um 22:25

@ weissgarnix

Ja, vielen Dank dafür.

Interessant finde ich weiters auch, dass die Männer dier Frauen erst dann zu verprügeln beginnen, wenn das Kind geboren wurde.

Jetzt hab ich endlich wieder eine Ausrede für meine Freundin, kein Kind zu bekommen.

Wennst nicht verprügelt werden willst, müssen wir kinderlos bleiben.

Mir sind eh schon sämtliche Ausreden ausgegangen, danke dafür!

114 Degnaphta 25. Januar 2010 um 22:40

Die Kommentare bestätigen meinen Verdacht, daß die ganze Emanzipationsgeschichte grandios an die Wand gefahren wurde. ob gezielt oder aus versehen, mag im Auge des Betrachters liegen.
War vor der Emanzipationswelle der Damen umfassendes Glück mit den drei Ks Kinder Küche Kirche genau umschrieben, ist die Innovationsrakete Kinder Küche Karriere als Ersatz gestartet worden.
Wäre ich ne Frau, fühlte ich mich mächtig veräppelt.

Als Alleinerziehender, der scheinbar zu den 5% der nicht gebashten zählen darf, kann ich jedoch nur bestätigen, daß noch nicht einmal ne Behinderung als Zusatz-feature den kaltherzigen Amtsleuten irgendwelche Goodies entlockt.
Wer als krüppel nicht mit Dauergrinsen rumläuft, unendlich optimistisch ist und ne Anmeldung bei den Paralympics am Start hat, ist für die schleichende Euthanasierung vorgesehen im virtuellen Gulag, der dank Ansiedelung im nicht-euklidischen Raum der selektiven Wahrnehmung des Restes der verwirrten Menschen leider zum Opfer fällt.

Das Märchen von der besonderen Unterstützung für Alleinerziehende sieht bei meiner Tochter so aus, daß sie für den Einsatz als meine Pflegerin den Alleinerziehungzuschlag verweigert bekommt … ich sei ja schließlich über 18, tolle Wurst!

115 belzebub 25. Januar 2010 um 23:27

Offensichtlich geht es ungerecht zu auf dieser Welt.
Die Schlauen beschaffen sich Vorteile wo sie nur können,
während Intelligente selten gefördert werden.
In Zukunft werden mehr Intelligente Leute gebraucht,
List ist nur vorübergehend erfolgreich.
@Degnaphta , es werden bessere Zeiten kommen, irgendwann..(kann 100 jahre dauern)

116 Peter 26. Januar 2010 um 00:32

@ceterix: hey du dämlicher mutterficker, mach noch einmal weissgarnix an und ich komme dir auf die Schliche und poliere deine dämliche fresse. WGNX hat Mumm in den Knochen, du hingegen bist ein beschissenes Weichei das Nix in der Birne hat. Komm nach Paris und ich brech dir die Knochen

117 J.Kramer 26. Januar 2010 um 00:40

Wir brauchen keine moralische Kritik des Neoliberalismus, sondern eine politische. Wir brauchen eine Politische Ökonomie der Globalisierung.

Wir müssen akzeptieren, das Mensch selbst Ware ist.
Kein MediaMarkt Verkäufer käme auf die Idee, seine Ware unter Einstandspreis anzubieten.

118 J.Kramer 26. Januar 2010 um 00:48

Eigentlich müssten die Kampagnen gegen Arbeitslose, Alleinerzieher u.a. Gruppen zahlenmässig doch schnell ad adsurdum zu führen sein. Der Staat nimmt 562 Mrd ein und zahlt 40 Mrd ALGI/II. So dolle ist das gar nicht, finde ich.

Waren nicht vor ein paar Jahren die Asylanten die Bösewichte und Abzocker? Komisch, es gab trotz der seinerzeit staatsgefährdenden Zuströme von Ausländern sogar Wirtschaftswachstum? :-)

119 J.Kramer 26. Januar 2010 um 00:56

#117

Was hast du gegen Schwuchteln ? Bin selbst eine. Lass`uns gemeinsam einen Abend verbringen und du wirst deine Meinung ändern.

120 Eclair 26. Januar 2010 um 08:44

Das Schicksal der SPD erklärt:
“Wenn eine Volkspartei Politik auf dem Rücken von Leistungsträgern macht, braucht sie sich wie die SPD über ihren Absturz nicht zu wundern.”
http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E6A27BC0906AF41F49A0DA412A7F1B3D5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

121 Nanuk 26. Januar 2010 um 09:11

Haha das wird noch viel Ekelhafter heute Morgen entdeckt die FAZ die faule Ausländerbrut… und bei den Ameisen findet die FAZ die Gottgegebene Ordnung. Bäh wiederlich…
Hätte nie gedacht das mir noch mal so Gedanken kommen.Danke FAZ ich fühl mich heute Morgen wieder richtig Jung …
http://www.youtube.com/watch?v=MZBR18Tnvuc

122 keiner 26. Januar 2010 um 09:54

OT: Nanuk, was macht eigentlich der Golfstrom, das Wetter ist doch nicht normal…

123 Nanuk 26. Januar 2010 um 10:00

@keiner
Die Anomalie gibt es nur im Sommer… ob es da einen zusammenhang gibt mit dem Kalinka Wetter?Ich weiss es nicht kann aber durchaus sein… Singen hilft gegen den Winter.Die Finnen singen mehr darum sind die auch nicht so vergnatzt wie die Schweden oder Norweger ;)
http://www.youtube.com/watch?v=C_A7Hu0uKNw

124 Degnaphta 26. Januar 2010 um 10:01

@belzebub
das ‘finstere Mittelalter’ dauerte eher 500 denn 100 Jahre … leider deuten die Zeichen auf länger andauernde Zustände ohne jegliche Moral und Werte, die eigentlich ja Fundament der humanistischen Demokratien sein sollten.
wgn sieht Märkte per se ohne Moral … und das sei gut so.
Die Sharia beispielsweise bietet ein alternatives Modell.
Der ‘ehrbare Kaufmann’, der im HGB Erwähnung findet (fand?), kann ebenfalls als alternatives Modell herangezogen werden.

Obwohl es noch den Straftatbestand des Betruges im Strafgesetzbuch gibt, dürfen windige Geschäftemacher Dumme mit schwerverständlichenn bis undurchschaubaren Verträgen über den Tisch ziehen. Das ist dann kein Betrug, sondern der Dumme ist halt selbst dran schuld.
Ich nenne sowas Intelligenz-Faschismus. Mit dem Geist meines Lieblingsgrundgesetzes hat das mal garnix mehr zu tun.

125 keiner 26. Januar 2010 um 10:17
126 Nanuk 26. Januar 2010 um 10:53

@Degnaphta
“Die Sharia beispielsweise bietet ein alternatives Modell.”

Siehste vor ein paar Monaten hat man noch gelacht als ich gesagt hab wenn wir es nicht tun bringen uns die Taliban bei wie man moralisch handelt… Die Muslime werden uns schon vor unserem eigenem Kulturellen Untergang bewahren und uns in die neue Zeit katapultieren da können wir ihnen heute noch dankbar für sein.Ohne die hätte es die Renaissance nie gegeben…

127 Degnaphta 26. Januar 2010 um 11:25

Neben den Gebrüdern Grimm und Andersens Märchen zählten auch die Geschichten aus Tausen und einer Nacht zum Lesefutter meiner Kindheit … alles auf derselben Augenhöhe.
Die ähnlichkeiten zwischen Sindbad, dem Seefahrer, und dem okzidentalen Odysseus haben mich zwar etwas verwirrt damals, aber beide Geschichten empfand ich als spannend und inspirierend.
Was heutzutage von den ‘Qualitätsmedien’ diesbezüglich geboten wird, kann man sich anhand pro7-Film-Verarsche (O-ton Senderwerbung!) vor Augen führen … wenn man denn in diese Tiefen herabtauchen möchte … vielleicht als Akt des ‘intelektuellen Ritzens’ ;-)

128 Nanuk 26. Januar 2010 um 11:39

@Degnaphta
‘intelektuellen Ritzens’

Ne dafür lese ich die FAZ und die FT… :)

129 Nanuk 26. Januar 2010 um 13:13

Wer weiss ob die Zeit nochmal kommt wo man wieder andere Lieber singen muss…
http://www.youtube.com/watch?v=55yCQOioTyY

130 M. Grohmann 26. Januar 2010 um 14:21

Die FAZ hat es heute wieder getan:
http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E6A27BC0906AF41F49A0DA412A7F1B3D5~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Und wieder mit dem üblichen “fantasievollen” Umgang mit Fakten und Statistiken. Unbeirrbar, unbelehrbar.

131 Karl 26. Januar 2010 um 14:25

@ keiner, Nanuk

Sonnenflecken Minimum zusammen mit Hochs und Tiefs, die dieses Jahr fast nur aus dem Norden oder Osten kommen. Beide sind kälter, als das was wir sonst so gewöhnt sind.

132 keiner 26. Januar 2010 um 15:31

Ja, und warum 4 Monate nur Ostwind? Das ist doch nich normal!

http://forum.wetteronline.de/showthread.php?t=26047
(warum sie wohl den Accoun tvom Wetterfan gesperrt haben?)

http://forum.wetteronline.de/showthread.php?t=24899

133 Susanne 26. Januar 2010 um 16:00

Das sind doch alles nur Testballons die gestartet werden. Die Gruppe der Hartz4-Empfänger ist im ganzen zu groß um als Schuldige zu gelten. Es werden jetzt einfach Gruppen herausgenommen, der Öffentlichkeit präsentiert und die Gruppe bei der die Mehrheit dann sagt:”Ja, das sind diejenigen die das System ausnutzen.”, auf die kann sich dann die ganze Wut konzentrieren. Die FAZ versucht nur den Puls der Zeit zu ertasten.

134 Nanuk 26. Januar 2010 um 16:41

@keiner
Das interesante ist das es sich dabei um ein globales Phänomen handelt denn im Pazifik bzw bei den Aleuten befindet sich auch so eine Anomalie das sind sozusagen die Achillesfersen der thermohalinen Zirkulation… da findet der Wärmeaustausch statt.Aber wie gesagt nix genaues weiss man… Da haste wieder das Problem das man sich nie sicher ist!

135 Nanuk 26. Januar 2010 um 17:04

@keiner
Falls es interesiert…
http://www.iten-online.ch/klima/europa/russland/wladiwostok.htm
Das währe ohne Golfstrom das Klimadiagram von Bordeaux…

136 Susanne 26. Januar 2010 um 17:44

Bevor ihr euch hier weiter Gedanken über das Wetter macht:
Kleiner Tipp: “El Nino”

El Ninos führen in Europa zu ungewöhnlich kalten Wintern.

137 Nanuk 26. Januar 2010 um 17:50

@Susanne
und bevor ich hier irgendwelche Thesen aufstelle die vieleicht Unwissenschaftlich sind oder besser nicht belegbar verweise ich an diese Adresse…
http://www.wzforum.de/forum2/read.php?6,1768422,1768422#msg-1768422

138 Degnaphta 26. Januar 2010 um 18:17

@ Nanuk
Es könnte so einfach sein, hätte der Poetenmund nur mehr Durchschlagskraft.
(ganz gegen meine Gewohnheit auch mal per video-message)

139 Degnaphta 26. Januar 2010 um 18:19

mistiger html-Dreck .. so sollte es werden:
Der tote König

140 goodnight 26. Januar 2010 um 18:30

Yep, in die Fresse hauen, b*msen und zum Schluss das Wetter.
Dorfkneipe hier.
Und Ihr nehmt Euch raus, ne bessere Welt einzufordern?
Mit Euch?
Lustig!

141 Nanuk 26. Januar 2010 um 18:46

@goodnight
Du bist der erste der im Gullag landet mein lieber! :)
http://www.youtube.com/watch?v=Kxwrg_o8i5w

142 keiner 26. Januar 2010 um 18:52

…bin ich auch für…

143 Susanne 26. Januar 2010 um 18:53

an Nanuk

Nur eine passende Meinung rausnehmen ist zu simpel:

Einfach mal in dem Forum im gleichen Thread weiterlesen, dort wir auch über El Nino diskutiert und was kommt raus?:

Ein Forschungsschwerpunkt war dabei die starke und andauernde El Niño-Situation von 1939 bis 1942, in dem die 2 kältesten Winter des 20. Jahrhunderts auftraten und dessen Auswirkungen den 2. Weltkrieg entscheidend beeinflussten. Gerade der Winter 1941/42 zeichnete sich durch einen stark negativen NAO-Index aus (Druckschaukel zwischen Islandtief und Azorenhoch), über Russland zeigte sich dementsprechend häufig sehr hoher Luftdruck. Die Westwindzone war nach Süden verschoben und brachte daher im Mittelmeerraum mehr Niederschläge, während sie in Nordeuropa abnahmen. Nicht nur im Winter gab es dabei unterdurchschnittliche Temperaturen, auch in den anderen Jahreszeiten war es relativ kühl. Ein ähnliches Muster, wenn auch nicht mit so extrem kalten Temperaturen, gab es während des El Niños 1957/1958

144 Nanuk 26. Januar 2010 um 18:57

@Susanne
Werte Dame…
http://weather.unisys.com/surface/sst_anom.gif
Der Golfstrom ist tot… warum weiss niemand! Ob er morgen wieder anspringt weiss auch niemand!

145 Wat. 26. Januar 2010 um 20:28

@ Degnaphta # 114

Die Kommentare bestätigen meinen Verdacht, daß die ganze Emanzipationsgeschichte grandios an die Wand gefahren wurde. ob gezielt oder aus versehen, mag im Auge des Betrachters liegen.
War vor der Emanzipationswelle der Damen umfassendes Glück mit den drei Ks Kinder Küche Kirche genau umschrieben, ist die Innovationsrakete Kinder Küche Karriere als Ersatz gestartet worden.
Wäre ich ne Frau, fühlte ich mich mächtig veräppelt.

Das ganze Leben wird von ökonomischen Verhältnissen dominiert, weshalb sollte ausgerechnet das Vhs Mann/Frau da ausgenommen sein.

Veräppelt? Fühle ich mich eher dadurch, daß ich nach der Wende das Gefühl hatte, wieder weiter ins Mittelalter zurückgeworfen zu sein.

Nach meiner Auffassung bin ich nicht mehr und nicht weniger als ein ‘weiblicher Mensch’.

Ich weiß nicht, ob das nun besonders fortschrittlich oder gar besonders rückständig ist, daß ich da nichts besonderes für mich herausnehme.
Jedenfalls nicht mehr besonderes, als jeder einzelne Mensch für sich etwas besonderes ist.

Ich weiß (nur), daß die ‘Gattung Mensch’ nur Bestand hat, wenn sowohl Mann als auch Frau zusammen für die ‘Reproduktion’ wirken. ;-)

Das auf Augenhöhe, mit der Anerkennung der eigenen und der des anderen Schwächen und Stärken unabhängig vom jeweiligen Geschlecht, das scheint mir für die Zukunft das Wesentliche.

Und ich meine davon Ansätze ‘früher’ erlebt zu haben.

Als Mann würde ich mich ‘veräppelt’ fühlen, gut, nicht veräppelt, aber so doch ordentlich verunsichert.

Wenn Frauen sich der Zeit ‘anpassen’, haben sie (nur) zu gewinnen, (ich nehme mal die paar Hanseln, auch dort waren es ja nicht ‘alle Frauen’, aus den Osten heraus) wenn das Männer nun müssen, geben sie dabei immer drauf – Ökonomische Hoheit, Deutungshoheit, ‘Moral’-Hoheit, Kompetenzhoheit usw.

Wenn ‘wir’ uns in Bereiche vorwagen, gibt es Selbst- und Fremdbestätigung, daß wir ‘ja doch was können’.
Machen das Männer, beschimpfen sich die ‘Hähne’ gegenseitig als ‘Warmduscher’ und ‘Weichei’.

Btw. eins gab es darum ‘früher’ auch, mancher Mann hätte freiwillig das Bad geputzt, nur um nicht das Treppenhaus im Mietshaus wischen zu müssen, wo es jeder sieht, daß er nicht die ‘Hosen’ an hat.

Ist sicherlich für alle Beteiligten nicht leicht, die eigene Konditionierung zu verlassen.

Es geht um Menschen, vielleicht sollten wir die ‘künstlichen’ Kampfzonen langsam mal ad acta legen…

146 Dietmar Tischer 26. Januar 2010 um 21:49

@ Eclair # 120 & M. Grohmann # 130

Sie beziehen sich auf denselben Beitrag.

Es ist wirklich unsäglich, was man da vorgesetzt bekommt.

Genauso bestürzend:

Wenn sich die FAZ mit solchen Beiträgen ungestraft als DIE maßgebende Meinungsmacherin für die maßgebenden Macher etablieren kann, sieht es im Lande hinsichtlich des Beurtei-lungsvermögens dieser Macherelite zappeduster aus.

Ich glaube nicht, dass sich im angelsächsischen Raum eine vergleichbare Publikation dieses Niveau leisten könnte.

147 Nanuk 26. Januar 2010 um 22:07

@Susanne
Das vieleicht noch als Nachtrag wenn sie Gewissheit darüber erlangen wollen machen sie ein paar Millionen locker dann Chartern wir uns ein Schiff mit Crew nehmen aber keiner mit als anstands wau wau sonst macht meine Frau ärger… oder aber wenn sie so eine Summe locker machen können fragen sie den Kurti aus dem Golfclub ob der uns seinen Kahn leiht… muss aber schon was robustes sein das Nord Atlantik Hilton hat um diese Jahreszeit leider geschlossen. ;)

148 Susanne 26. Januar 2010 um 22:18

an Nanuk

Jetzt war ich ernsthaft beunruhigt und wollte gerade aufbrechen um selber nachzumessen, da habe ich das bei Worldpress gefunden:

Im Nordatlantik ist eine sehr seltene Abweichung des Golfstroms vom normalen Verlauf aufgetreten: Er fließt nicht wie gewohnt, aus der Karibik kommend, vor der Küste Floridas nach Westen, um letztendlich Europa und dort vor allem die britischen Inseln mit wärmerem Meerwasser zu verwöhnen, sondern bleibt an der US-Küste.

149 Nanuk 26. Januar 2010 um 22:20

http://www.youtube.com/watch?v=tfEo6E6nElE
Die Schippern grade am Nord Atlantik Hilton vorbei…

150 Susanne 26. Januar 2010 um 22:26

an Nanuk

Schon nur von gucken werde ich seekrank. Heißt das Hotel nicht
Nord Atlantis Hilton.

151 Nanuk 26. Januar 2010 um 22:27

@Susanne
Da können sie mal sehen was hier für schlaue Jungs Kommentieren hier gibt es alles zu erfahren wie in alten Zeiten auf dem Pariser Grossmarkt…

152 Nanuk 26. Januar 2010 um 22:30

@Susanne
Wenn ich ehrlich bin ich hab es immer nur vom Flugzeug aus gesehen da kann man das Schild so schlecht lesen…

153 Nanuk 26. Januar 2010 um 22:36

@Susanne
Zu später Stunde noch ein Tip man wird nicht Seekrank das Essen war verdorben.Alter Seemans Trick von meinem Opa der war der Marine… Ist nämlich nur Psychologie das mit der Seekrankheit.

154 Susanne 26. Januar 2010 um 22:45

an Nanuk

Ich versuche gerade einen Zusammenhang herzustellen zwischen alleinerziehenden Hartz4-Frauen und dem Golfstrom. Erschließt sich mir nicht. Vielleicht sollte ich Golf und Strom trennen, ergibt es dann einen Sinn? Und dann Golf wie Auto oder Golf wie golfspielen. Strom wie Fluss oder Strom wie elektrisch.

Seekrank werde ich manchmal schon nur vom Denken.

155 Nanuk 26. Januar 2010 um 22:54

@Susanne
Also ist doch ganz einfach nachdem die FAZ eine neue Eiszeit eingeleutet hat wollte keiner wissen ob es an der Anomalie liegen könnte das die Meisterhirne der FAZ so einen Müll von sich geben.Jetzt haben wir festgestellt es könnte durchaus sein…

156 Susanne 26. Januar 2010 um 23:01

an Nanuk

eine vortreffliche Analyse. Da werden globale Zusammenhänge endlich mal aufgedeckt. Wer hätte das gedacht. Vielleicht haben die auch deshalb bei der FAZ die besten Wettervorhersagen. Bestimmt Insiderwissen. So kommt alles ans Tageslicht.

157 Nanuk 26. Januar 2010 um 23:04
158 RiesenLCDBildschirm 26. Januar 2010 um 23:26

Na ja so lassen sich 2 Milliarden Euro einsparen.

“Das Sozialgericht Dortmund entschied mit einem Urteil vom 13. April 2007 (AZ:S 11 (9) AS 205/06), dass Alleinerziehende einen Anspruch auf einen Zuschlag zum Arbeitslosengeld II haben. Eine Grundvoraussetzung für diesen Anspruch ist allerdings, dass sich die Mutter, der Vater bzw. der Erziehungsberechtigte tatsächlich auch ausschließlich alleine um ein Kind kümmern müssen.

Sollten dagegen die Eltern lediglich getrennt voneinander leben, sich aber abwechselnd um das Kind bzw. ihre Kinder kümmern, entfällt der Anspruch auf Mehrbedarf.
Der Zuschlag bezieht sich auf den Regelsatz und berechnet sich nach der Anzahl und nach dem Alter der Kinder, welche im Haushalt leben. Zum Beispiel erhält ein alleinerziehender Elternteil mit einem Kind unter sieben Jahren von der Arge einen Zuschlag von 36 Prozent auf den Regelsatz. Die Bedarfsgemeinschaft hätte damit etwa 681 Euro zur Verfügung. 347 Euro für den Erwachsenen, 209 Euro für das Kind und als Mehrdarf weitere 125 Euro.”

http://www.sozialleistungen.info/news/04.07.2007-alg-ii-zuschlag-fuer-alleinerziehende/

Was erlaubt sich das Sozialgericht!

Abgesehen vom wirtschaftspolitischen Unfug.
Wird das Geld doch zu 100% nachfragewirksam.
Glaube ich schon lange nicht mehr an das Märchen von den zu hohen Arbeitskosten, die Ursache der Arbeitslosigkeit sein sollen.
Das geht jetzt 30 Jahre schon so.
Die Arbeitskosten sinken, und die Arbeitslosigkeit steigt!

159 Jack 27. Januar 2010 um 00:36

@all

Keynes vs. Hayek Rap Anthem:

http://www.youtube.com/watch?v=d0nERTFo-Sk

160 Degnaphta 27. Januar 2010 um 00:53

@ Wat. #145
Möglicherweise stellt sich reflexhaftes Denken schnell ein bei der Thematik.
Also mir geht es gehörig auf den Sack, daß Frauen als ‘nur Mutter’ abgetan werden, wenn sie keinen Job nebenbei machen. Genauso empfinde ich es als ewiggestrig, wenn ‘Hausmänner’ und ‘nur Väter’ als nicht vollwertig erachtet werden.
Wenn sich ein Paar entschließt, das alte Modell mit einer Geld beschaffenden Person und einer für Nestwärme sorgenden Person zu wählen, dann ist doch die für die Nestwärme zuständige Person keine Lusche oder Nullnummer oder sowas.
Klar, nen lauen Lenz kann man sich davon machen, aber das gelingt nem Drückeberger auch auf Maloche. Also was soll das?
Zwei Halbtagsjobs wären ein theoretischer Ausweg, aber das gab der Arbeitsmarkt niemals her in relevanter Zahl.
Was mich auch ziemlich auf die Palme bringt, ist der Lügendreck mit der Emanzipation der afghanischen Frau, für die wir auf Ziegenhirtenjagd gehen, aber gleichzeitig bestehen hier noch geschlechtsspezifische Entlohnungsdifferenzen, die dem Mann die geldbeschaffende Rolle aufdrücken und die Frauen wieder an den Herd treiben. Da kann man nix als gelungen bezeichen.
Und wenn ich dann lese, daß bourn-out zur Volkskrankheit wird, und meine Heimatzeitung bietet als Lösung an “Einfach mal entspannen! Nur ein paar Abstriche machen und kürzer treten” dann frage ich mich, wo denn jetzt der Einsatz gekürzt werden soll. Auf Arbeit? Wer kann sich das erlauben? Also bei den Kindern … und das finde ich pervers, nimmt die Wohlstandsverwahrlosung ständig zu.
Die üblen Rabauken bei uns in der Gegend kommen weniger aus den gebashten h4-Familien oder aus alleinerziehenden Kreisen, sondern aus ‘normalen Familien’, wo beide rackern wie die Blöden, aber nicht wissen, was der Nachwuchs für Musik hört. Das finde ich echt krank!
Und in den Medien drehen sie voll am Rad. Zur prime-time überschwemmt amerikanische Prüderie (Körperflüssigkeiten sind Oberpfui und gekuschelt wird nur unter der Decke) die Bildschirme. Und nächtens werden Seitensprungportale beworben, als sei partnerschaftliche Treue wie ein Furunkel am Mund. Das ist doch Irrwitz in Reinkultur.
Die jungen Paare, die ich durch meine Kinder so kenne, sind schon fast wieder in den 50ern angelangt. Da ‘verbietet’ sie ihm, ‘in den assi-Klamotten aufzulaufen, und er verbietet ihr das Gespräch mit Bub XY oder den kurzen Rock oder ähnlichen Schwachsinn… ab ins Mittelalter und alle schreien dabei “Hurra, wir sind topmodern! Was wären wir ohne Innovation”
Dein Eindruck, es könne nur bergauf gehen, wird von mir keineswegs geteilt. Es kann leider noch ein gutes Stück bergab gehen … und es sieht so aus, als ließe sich das nicht einmal verhindern.

161 Systemfrager 27. Januar 2010 um 08:15

“Fear the Boom and Bust” a Hayek vs. Keynes Rap Anthem
http://www.youtube.com/watch?v=d0nERTFo-Sk&feature=player_embedded#

162 keiner 27. Januar 2010 um 08:34

Gaaaaaanz großes Kino! Thanx!

163 Nanuk 27. Januar 2010 um 09:47

@keiner
Das noch zum Golfstrom… haha wie lächerlich das ganze Wirtschaftsgelaber wird…
http://www.youtube.com/watch?v=0xZhYhg09lk

164 13 27. Januar 2010 um 11:40

heir, das ist Quallitätsjournalis-mus

Topfmanager erklären Krise für beendet

165 Nanuk 27. Januar 2010 um 12:01

@13
Das sind ja auch Top Manager und keine Risk Manager… die sind Top das Risk tragen wir.

166 Billigflug Australien 27. Januar 2010 um 12:24

Natürlich! Jetzt, da viele Arbeitsplätze weggefallen sind, die Löhne in den Keller gerutscht sind und die Menschen Angst haben ihr Geld auszugeben, ist die Krise vorbei. Und was hat man gemerkt? Rein garnichts. Wer weitergelebt hat wie bisher ist jetzt nicht pleite. Und wer gedacht hat, geb ich mein Geld mal lieber aus, bevor es nichts mehr Wert ist, der sieht sich heute in der Situation, alles Geld ausgegeben zu haben, obwohl es wieder an Wert gewinnt. Tja, ein bisschen aufgeklärtes Denken täte vielen Leuten nicht schlecht.
Die Predigen der Medien und der Politiker sind doch nichts als Angstmache. Als ob es uns hier so schlecht gehen würde, dass wir nicht mehr Leben könnten. Uns geht es einfach zu gut. Jeder arme Mensch in Afrika würde sich beide Arme abhacken um so leben zu können wie wir. Und dann jammern wir auch noch…

167 ceteris 27. Januar 2010 um 15:34

Jetzt will ich aber auch mal! Tuben.
Hier das einzige und letzte, das mir zu den FAZisten noch einfällt:
http://www.youtube.com/watch?v=girA-la1RDA

…mitten in die Fr*sse rein…

168 13 27. Januar 2010 um 15:59

Im vergangenen Juli holte der Leiter des Wormser Freizeitbads seine Kassiererinnen zu sich ins Büro. Der Vorwurf: Die vier Frauen führten eine Schwarzgeldkasse, es bestünde der Verdacht auf Korruption. “Ich habe erst gar nicht gewusst, von was der spricht”, erinnert sich Andrea Z. “Wir hatten ja nur eine Kaffeekasse.” Bereits seit Jahren stünde eine Tupperdose für Kleingeld auf dem Tresen. Ihr Inhalt an diesem Tag: 1,32 Euro. Auf Nachfrage holten die Frauen eine weitere Kasse aus dem Spind, in der sie das Geld sammelten, darin 32,70 Euro.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,673805,00.html

Alles Hätschelkinder, wir stehen im globalen Wettbewerb, schmeißt sie endlich achtkantig raus…..”diese” Schlampen!

(PS. die im Koma am Staatstropf hängende Commerzienratbank (wir erinnern uns: Bonus = “leistungsabhängige Mehraufwandsvergütung”also ungleich Bonus) hat in diesem Jahr neben ihren “Mehraufwandsvergütungen” 200 Milliarden, also 200.000 Millionen Euro Schulden zu bedienen. Aus welchen Tupperdosen sie sich die wohl holen wird?)

169 Andreas Kreuz 27. Januar 2010 um 16:39

Ich stelle mal etwas mit Substanz hier hin.
Nur gegen manche seitenlange Hirnwixxerei…

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4480

170 keiner 27. Januar 2010 um 16:54

Warum wird nur bei Bedarf mal die Kirche herbeigezerrt? Es den ganzen “Klimbim” in Bausch und Bogen über Bord und dann bei Bedarf wieder her damit. So wird das nix.

171 Degnaphta 27. Januar 2010 um 17:59

Die Käßmann war eigentlich in einer fruchtbaren Spur, als sie sagte, es sei nix gut in Afghanistan.
Dann kam der erwartete Aufschrei aus den Mietmäulern “Wie politisch darf Kirche sein?”, was ich umformuliert eher so sehe:”Wie politisch muß Kirche sein?”
Beim change in der EX-DDR waren sie doch eine unverzichtbare Komponente, wenn ich das richtig mitgeschnitten habe.

172 upps 27. Januar 2010 um 18:14

Die EX-DDR war ja auch keine Diktatur so wie diese Republik…

173 keiner 27. Januar 2010 um 18:51

Sagen wir mal so: Unsere gute, deutsche Demokratur sitz relativ fest im Sattel.

btw: WER hält eigentlich die Zügel?

174 paul 27. Januar 2010 um 19:25

Warum so schüchtern – nennen wir doch das Pferd beim Namen…

175 KL 27. Januar 2010 um 19:40

@ Wat. 145

“… daß ich nach der Wende das Gefühl hatte, wieder weiter ins Mittelalter zurückgeworfen zu sein.”

Es war beeindruckend, 1990 derart plastisch soziologischen Unterricht am Leben zu bekommen, zugleich eine höchst unangenehme Erfahrung: wie die emanzipierten Ostfrauen binnen weniger Monate ihr Selbstbewußtsein verloren, mindestens zu verbergen begannen. Ein Beleg für die feminine Fähigkeit, atmosphärische Veränderungen wahrzunehmen – und ein trauriger Vorgang, denn die freimütigen, libertinen und verständigen ostdeutschen Frauen verschwanden und das Feld beherrschten Kampfemanzen. Aber inzwischen traure ich schon diesen nach – sie sind auch verschwunden.
Wir wissen jetzt, was es heißt, daß Geld die Welt regiert. Wer im Stahlbad der täglichen Konkurrenz nicht mithält, ist nicht wert, geachtet zu werden.

Interesting times, really.
But I don’t want to live there.

KL

176 paul 27. Januar 2010 um 19:45

Die BRD hat keine Verfassung.
Die BRD hat keine Staatsbürgerschaft.
Die BRD ist ein Verwaltungsinstrument der Alliierten.

Möge jeder für sich selbst diese Fakten überprüfen.

Im Netz gibt es genügend Material dazu.

177 paul 27. Januar 2010 um 20:23

Die BRD hat und hatte noch nie ein Bildungssystem.
Die BRD hat mit die niedrigste Geburtenrate weltweit.
Die BRD bedeutet Zerstörung des Menschen.

178 snozin 27. Januar 2010 um 21:08

Dieses (nicht)Echo hast du verdient. Du vergeudest dein Talent. Ich selbst kann nicht mehr, als all dieser verkrüppelten Torschlussideologie ab und an eine Portion Hohn und Spott unterzurühren. In eine allseits verständliche Form zu bringen, was der als Wirtschaft verkleideten Komplett-Idiotie entgegenzuhalten ist, reicht, um ehrlich zu sein, mein Ausdrucksvermögen nicht aus. Und deshalb sollte ich wohl immer öfter die Klappe halten. Zumindest das ist mir bewusst. Dass man Schrott auf dem Schrottplatz findet, bedarf m. E. keiner Hinweisschilder mehr.

179 unwissender 27. Januar 2010 um 21:37

@Paul

Ich fasse mal #176 und #177 zusammen:

Zu 1: richtig, nur Grundgesetz.

Zu 2: nun gut, aber geht es den US-Bürgern oder Schweizern viel besser? Was würden Thomas Jefferson und George W. heute sagen?

Zu 3: noch, denn die befinden sich gerade im Niedergang!

Zu 4: es ist nicht gut, aber reformabel!

Zu 5: das kannst auch Du ändern! ;-)

Zu 6: dies läuft in andern Ländern ähnlich!

Also bleib beruhigt vor Deinem PC sitzen und genieße den Frieden und den bescheidenen Wohlstand, welcher Dir diese “Demokratie” ermöglicht!

180 unwissender 27. Januar 2010 um 21:39

….. welchen …..

181 unwissender 27. Januar 2010 um 22:33
182 Kapitulation 27. Januar 2010 um 22:43

Wenn gar nichts hilft, Paul, dann denk doch mal darüber nach, wie die DDR-Bürger ihr System geändert haben. Die DDR ist nämlich nicht untergegangen, weil einige Bürgerrechtler sich in Kirchen getroffen und monatgs auf die Straße gegangen sind. Das ist ein Mythos. Sie ist auch nicht untergegangen, weil die Staatsführung sich besonnen und auf Gewalt verzichtet hat oder sich jemand auf einer Pressekonferenz versprochen hat. Und sie ist auch nicht untergegangen ,weil irgendein russischer Staatslenker oder irgendwelche Allieerten die Zeit für reif hielten. Sie ist untergegangen, nachdem eine breite Bevölkerungsschicht in jahre-, teilweise jahrzehntelanger Kleinarbeit hartnäckig und beharrlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten daran gearbeitet haben, systematisch die wirtschaftliche Basis der DDR zu untergraben, durch

-> Dienst nach Vorschrift -> Artbeitsverweigerung -> Sabotage

Wenn ich Hartz4 bekommen würde und zum Straße kehren verpflichtet werden würde, dann würde ich das selbstverständlich machen. Das gab es in der DDR auch. Wenn ich Leiharbeiter wäre, bei einem ominösen Ausbeuterbetrieb, weil mich das Amt dazu zwingt, dann mache ich auch das. Und wenn ich irgendeine Arbeit für sittenwidrigen Lohn annehmen soll, der mich mit H4-Aufstockung wieder auf Existenzminimumseinheitlohn bringt – dann mache ich das auch. Ich würde sogar bei dubiosen kommunalen Beschäftigungsanstalten des öffentlichen Sektors Puzzels legen, um sie auf Vollständigkeit zu überprüfen.

Nur kann es sein, dass ich sehr lange brauche, schwer von Begriff bin, viele Fehler mache, die eventuell auch finanziellen Schaden anrichten, mich für bestimmte Arbeiten als gänzlich ungeeignet erweise, über eine angeschlagene Gesundheit und schlechte Manieren verfüge und die Arbeitsvorschriften sehr gut kenne.

Das alles weiß der R. Koch natürlich. Der kennt das Anreizsystem. Er war ja daran beteiligt. Der weiß, dass ein Großteil der H4 und Niedgriglohnbezieher wissen, dass sie in diesem System keine Chance haben. Der weiß auch, dass die wissen, dass sie in diesem System keine Chance bekommen werden. Nicht unter der Kapitalmarktpolitik, die unter dem Label Arbeitsmarktpolitik verkauft wird, weil sich das Marketing an den Mittelstand richtet und nicht an die Arbeitslosen. Wenn er jetzt also auf die Kacke haut, dann weiß er, dass er Leute beschimpft, die sich gemäß der Regeln verhalten, die u.a. er selbst geschaffen hat. Und das negative Echo ist bei den Betroffenen deshalb so groß, weil die wissen, dass er das auch weiß.

Das ist, als ob der Koch sagt, bring mir die Schuhe dann kriegste ne Mark, ansonsten kleb ich Dir eine links und eine rechts – und wenn ich sie ihm dann hole, haut er mir auf den Kopf. Wenn ich wüßte, dass das Beste was ich zu erwarten habe ein Hieb auf den Kopf ist, dann hol ich ihm die Schuhe. Es kann nur sein, dass es etwas dauert – und mitunter habe ich auch einen verloren.

Von was man sich dann aber veranschieden muss – und das war in der DDR auch nicht anders – ist der Anspruch auf ein gewisses Wohlstandniveau sowie politische und gesellschaftliche Mitbestimmung. Die Strategie ist dann der Rückzug ins Private, Freunde und Familie, eine Veränderung des Wertesystems, die Suche nach Verwirklichung in einer Gemeinschaft, auf die Staat und Wirtschaft keinen Zugriff haben, das Bilden von Parallelgesellschaften. Viele unserer ausländischen Mitbürger haben das längst erkannt. Die waren und sind schon länger exkludiert. Das ist eine vernünftige Strategie, sofern man noch (!) in der Minderheit ist.

Vor allem aber sichert diese Strategie die Würde bzw. stellt sie wieder her, die einem innerhalb eines anti-moralischen und anti-humanen Systems versagt bleibt. Macht kaputt was Euch kaputt macht. Wenn es versagt ist, das System zu ändern, und wenn es aussichtslos ist, es zu bekämpfen, und wenn es unmöglich ist, dem System zu entkommen, dann entziehen wir dem System die Grundlage auf der es gebaut es – und das sind wir !

Kapitulation

183 keiner 28. Januar 2010 um 07:59

Was hast du gegen Robert Koch? Der hat das mit den Tuberkeln ganz gut hinbekommen und war ein schlauer Mann…

184 Johannes Bechtel 28. Januar 2010 um 08:32

Spätestens seit die FAZ in einem Leitartikel den Rassisten Thilo Sarrazin dem Mann, der in der U-Bahn erschlagen wurde, als er jemandem helfen wollte, gleichgestellt hat, weil gleichermaßen zivilcouragiert seien, kaufe ich die FAZ nicht mehr. Ich sehe keinen Unterschied zwischen den Leitartikeln der FAZ und dem Geschreibsel der Jungen Freiheit – nur platziert die FAZ sowas zwischen seriösen Artikeln, damit sie weiterhin ernstgenommen wird.

185 Epikur 28. Januar 2010 um 19:38

Betrifft: Wehrt Euch gegen die Hätschelkinder!

http://www.jungewelt.de/2010/01-29/020.php

So isser der wgnx!

186 Sulukol 28. Januar 2010 um 21:07

Zitat aus dem Artikel der FAZ:

“Viele Alleinerziehende (81 Prozent) haben über ihre Ansprüche auf staatliche Unterstützung hinaus auch Unterhaltsansprüche für sich und ihre Kinder an frühere Partner. Im Durchschnitt sind das etwa 400 Euro (mit drei oder mehr Kindern 750 Euro). Das heißt allerdings nicht, dass diese Ansprüche auch bedient werden. Häufig ist der Erzeuger längst über alle Berge; das Arbeitsamt hat keine Handhabe, den Namen des Vaters zu erfahren: „Es ist nicht unser Auftrag, dies zu erforschen.“ Aber immerhin jede zweite Unterhaltsberechtigte erhält den Unterhalt regelmäßig in voller Höhe, hat Renate Köcher vom Institut für Demoskopie in Allensbach im Herbst 2008 herausgefunden.”

Solche Formulierungen (besonders der erste Satz) können nur der bewussten Irreführung dienen. Als jemand der sich ein bisschen mit der Materie auskennt (Anwalt für Familienrecht) kann ich ich nur den Kopf schütteln und mich fragen, wie man es bloß schafft so viel Unsinn in einen Absatz zu packen.

Danke an wgn für die tolle Erwiderung!

187 Nanuk 28. Januar 2010 um 22:29

Ob WGNX wohl ne Schwarze hinbekommt? Oder sieht der im Moment nur Rot ;)

188 Askari 29. Januar 2010 um 18:27

Dass das Armutsrisiko bei Alleinerziehenden besonders groß ist, erklärt doch das Zustandekommen dieses Artikels zur Genüge. Wird ja auch schnell auf die eingegrenzt, die zusärtliche Transfers empfangen.
Für ein werbefinanziertes Medium nicht relevante Bevölkerungsruppe eben, könnte man auch als “potenzielle Neo-Juden” abkürzen.
In die Rest Bevölkerung nicht integrierte Einzelschuldige waren in Krisenzeiten schon immer wertvolle Hassobjekte.

189 paul pretzel 31. Januar 2010 um 10:59

haceda (post # 18) beobachtet richtig.

wohingegen weissgarnix wohl die schrift an der wand nicht erkennt.

das soziale der drei-punkte-liberalen geht, so ähnlich wie auch bei den grünen, über eine gewisse bordeaus-bonhomie nicht hinaus.

wir erinnern uns, dass der schöne schido mit der parole steuern senken! zum gefühlten wahlsieger ende september 2009 wurde.
gerade bei den gebildten ständen, die doch so stolz auf ihr allgemeines niveau an kenntnissen und informationen sind und der meinung, sich nicht für dumm verkaufen zu lassen. warum gerade dort die bereitschaft, auf die abgeschmackteste parole von allen hereinzufallen?

bei der kundschaft, denen der genannte gern auch als leistungsträger schmeichelt, greift verunsicherung und unzufriedenheit um sich. eigentlich hat man einen guten beruf und verdient gutes geld, tatsächlich bleibt am ende des geldes noch monat übrig. schuld sind die hohen steuern und die hohen sozialabgaben, mit anderen worten: schuld sind die anderen.

die anderen sind schuld! wird in zukunft die sozialen auseinandersetzungen der republik prägen. schluss mit verständnis oder gar dem versprechen des aufstiegs, schluss mit der nivellierten wohlstandsgesellschaft, wer jetzt seine sozialen besitztümer nicht agressiv verteidigt, verliert sie, so die befürchtung.

schuld sind für die einen die sozialschmarotzer und ihre hellfershelfer.
für die anderen die eiskalten neoliberalen.

kauft kämme, es kommen kausige zeiten.

190 Nanuk 1. Februar 2010 um 09:29

@all
Ich habe gestern gelernt das der Grad der Automatisierung in Deutschland ungesund war… hab ich heute morgen meiner Frau erzählt als ich die Kaffeemaschine in den Müll werfen wollte…
Ganz wichtig dabei “Ich trinke nur Tee.”
Geh arbeiten hat sie geantwortet mir währe das Wochenende nicht bekommen da ich nur Flausen im Kopf habe…
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst/#/kanaluebersicht/476/sendung/nachtstudio/

und am Ende gab es die Internationale und ich sach noch wir brauchen Gulags Gulags wir brauchen Gulags damit solche Schwätzer lernen was arbeit ist!

und Merkel endeckt die Kernfusion… entsteht auch Radioativer Müll bei aber hey Halbwertzeiten sind nur 1000 Jahre so aus dem Gedächtniss und das tausend jährige Reich werden wir schon noch erschaffen. Herr lass Hirn vom Himmel regnen!

191 Huuh (Rrah) 1. Februar 2010 um 09:40

Das Dorf wartet. Wo bleibt die neue Sau?

192 Epikur 1. Februar 2010 um 09:42

@ Nanuk # 190

Hirn? – da kommt nur Schei…e runter. Such Dir lieber eine Insel.

193 Nanuk 1. Februar 2010 um 09:42

http://de.wikipedia.org/wiki/Weißmeer-Ostsee-Kanal
Schaufel in die Hand und ab gehts!Ist jetzt auch genau das richtige Wetter da kommt freude auf!

194 Epikur 1. Februar 2010 um 09:50

@ Nanuk

Du bist sicher gar kein Anarchist, sondern einer, der große Lust verspürt sich selber zu quälen. Wie erklärst Du sonst, daß Du dauernd solche Sendungen schaust?

195 Nanuk 1. Februar 2010 um 09:52

@Epikur
Wer nicht arbeitet soll auch nicht Essen…
http://www.youtube.com/watch?v=W8vWww5g5-0

196 Nanuk 1. Februar 2010 um 09:54

@Epikur
Es belustig mich über die Dummheit anderer zu lachen da bin ich ganz Kyniker.

197 Epikur 1. Februar 2010 um 10:00

@ Nanuk

Diogenes hat das auch getan – auf besonders lustige Art. Leider sind diese Charaktere ausgestorben. Aber ich bin mir da nicht mehr so sicher, ob es schlichte Dummheit ist oder…

198 Nanuk 1. Februar 2010 um 10:05
199 Epikur 1. Februar 2010 um 10:12
200 topi 1. Februar 2010 um 14:16

Huuh (Rrah)

Das Dorf wartet. Wo bleibt die neue Sau?

tanzt Charleston. ;)

201 Goldkind 1. Februar 2010 um 15:00

Würde eher sagen, die Männer jagen dem Geld nach bzw. haben kaum was am Hut mit Kind und Kegel daheim und suchen Bestätigung im Job. Frauen müssen sich um das Meiste zu Hause kümmern, egal, ob sie arbeiten oder nicht und bringen am Ende noch weniger Geld heim, als er, was er aber immer wieder betont. Kommen Männer nach dem anstrengendem Tagwerk nach Hause, möchten sie am liebsten in Ruhe gelassen werden. Da nerven Gespräche mit der Frau nur. Und hat die Frau keinen Bock mehr auf so eine Beziehung, bekommt, aber leider keinen Job welcher die Kinderbetreuung zulässt, heißt es gleich sie ist geldgierig, wenn sie zusieht, wo sie und die Kinder bleiben, um nicht unter der Brücke zu landen.

Klar, dass junge Männer, die im Bekanntenkreis sehen, was Bekannte an ihre Ex abtrücken müssen keinen Bock mehr haben, Kinder in die Welt zu setzen.

Auf der anderen Seite frage ich mich, nach heutigen Gesetzen, wie eine Frau mit mehreren Kindern einen Partner finden soll. Soll der Neue für Frau und Kinder mit aufkommen? Bekommt das Paar eine Karenzzeit oder muss der Neue gleich ab der 2. Nacht löhnen und ihr wird das Geld gestrichen? Ab wieviel Wochen ist man ein Paar? Alles so Fragen, die keiner, der diese Gesetze gemacht hat, beantworten kann.

202 lebowski 4. Februar 2010 um 08:17

Dummerweise hat Kersting mit dieser Aussage recht: Die Kritik am Neoliberalismus kam über Moralisieren nicht hinaus. Ich habe selber öfters geschrieben, dass vor allem die Politik auf den Moralkurs eingeschwenkt hat, wo es um ihre ureigenste Zuständigkeit geht. Märkte sind moralfrei – That’s it. Da braucht man sich nicht lange mit aufhalten. Und meine Meinung: Sie sollen auch moralfrei sein.

Es gibt durchaus Alternativkonzepte (und ganz ohne Moral!), wenn man sich mal im Internet auf die Suche macht.
Interessanterweise sieht man solche Vertreter einer alternativen Ökonomie nie im Fernsehen oder den diversen Talkshows. Denn nur via Glotze wären sie in der Lage, ihre Ideen unters Volk zu bringen.
Und so hat man gerade in Talkshows immer die altbekannte Konstellation: da tritt der Gewerkschafter oder Linkspolitiker gegen Hans-Werner Sinn und Co. an. Wobei jener gegen einen eloquenten Professor meistens schlecht aussieht.
Und schließlich ist so ein Professor ja schon qua Beruf der Wahrheit verpflichtet. Es sind eben nur neutrale Wahrheiten, die die Sinns dieser Welt aussprechen, auch wenn sie hart sind.

Dass der Neoliberalimus eine Theorie unter vielen ist und dass sich die Grundlage dieser Theorie irgendwo im Religiösen verliert, wird wohlweislich verschwiegen.

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