Der arme Kredit hat dieser Tage eine so schlechte Presse – da dachte ich mir, ich schreib ihm mal ein paar tröstende Zeilen:
„Mach bloß keine Schulden!“, sagte meine Mutter immer zu mir. Ihnen erging es da womöglich genau so. Schulden hat man nicht. Über den netten Unternehmer in der Nachbarschaft wussten wir ja immer schon: Haus, Auto, Boot – „das gehört doch in Wahrheit alles der Bank“. Wer Schulden hat, lebt moralisch fragwürdig, so will es die populäre Alltagsethik. Auch heute noch: Das abendliche Insolvenz-Entertainment im Fernsehen verzeichnet Spitzenquoten; Dutzende Ratgeber zum Thema „Raus aus den Schulden“ führen die Bestsellerlisten an. All diese Menschen können nicht irren: Schulden waren und sind ein moralischer Makel.














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Du hast immer noch nicht begriffen, wie der Kapitalismus funktioniert.
Ja Herr Strobl,
und dann kam Hadrian, mit einem Schuldenerlass, irgendwo so um die Jahrhundertwende nach Chr. hin war er wohl 138 n.Chr. und hat die Gläubiger gleich mitaufgeknüpft. Quasi in “Sicherheitsverwahrung” genommen.
Tja, so kann es passieren.
Nachtrag zu #2
Die Zeit jener Schuldentilgung ist unzweifelhaft das Jahr 118, denn dies ergibt sich aus der Inschrift, welche den zweiten Consulat des Kaisers neben Fuscus Salinator verzeichnet hat. Münzen, welche den Schuldenerlaß mit dem 3. Cons. Hadrians bezeichnen, sind nur Wiederholung dieser Liberalität. Birag. 170.
Offenbar stand der Gnadenact im Zusammenhange mit den Feierlichkeiten zu Ehren Trajans, da die Schuldscheine auf dessen Forum verbrannt wurden.
Hadrian hat wol in derselben Zeit noch andre Acte der Freigebigkeit erlassen, wie Geldausteilungen an das Volk, Bestimmungen für die standesgemäße Ausstattung der Senatoren und die Entlastung der Provinzen von den Kosten der Reichspost.
Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=946&kapitel=8&cHash=efa8287d44hadr107#gb_found
@holger
Gläubiger aufknüpfen war immer schon ein hübscher Brauch. Dass Keynes dann nur noch für den “sanften Tod des Rentiers” eintrat, war so gesehen also eine riesige Kulturleistung.
Meine private Rentenversicherung (Cosmos) hat 2009 aus 5000 Euro 28 Euro Überschüsse erwirtschaftet.
Die gesetzl. RV wirtschaftet gar nicht.
Was bekommt ein Rentner im Eintrittsjahr 2035 wohl so auf die Hand?
Drogen?
@ WGNX #4
dös is ja nur a Zeitfaktor. Und der kann mal schnell sein, oder auch mal behäbig dahin gezogen werden. Im Long Run, … weißt du ja. Hat auch was mit der Lebenserwartung was zu tun. Die Leit werden ja auch immer älter. Was willst machen. Neue Hüfte hier, die Dritten dort, kein Krieg in Europa in Aussicht. Wo soll denn die Kohle auch hin?
Botox und Silikon sind vergeben. Jeder sieht aus wie … und der Dutch Ösi Jopi lebt ja auch noch. Es kann gar nix so mehr verlaufen. Die Welt ist schön. Haben wir sie noch a bisserl Lieb die Zeit.
Schulden sind Leistungsversprechen. Wer sie eingeht, muss um das berühmte Quentchen besser sein, um sie einlösen und damit gleichzeitig wieder loswerden zu können.
in Zeiten, wo nach vorausgehender (Schulden)Party für einen erlesenen, ausgewählten Kreis samt (mit Schulden eingekaufter) Po-litikdarsteller, private Billionen Schulden auf den Staat (also alle) abgewälzt werden, ist das hehre Theorie.
Wir werden da auf so manche versprochene Leistung wohl noch länger warten können… das einzige, was diese (Daytrader-, Nach mir die Sintflut-)Typen versprechen können, sind allenfalls (zu ihrem eigenen Nutzen) noch mehr Schulden..
… bekanntlich wächst Geld ja ausschließlich auf den “Kreditbäumen” – sagen die Eigentümer der “Kreditplantagen” (Banken)
Alternativen? – Ja! Schuldfrei geschöpftes Geld …………
(je lauter “es gibt keine Alternative” geschrien wird, umso mehr gilt es zu “übertönen”)
by the way, wann gründet Griechenland sein Bad Griechenland?
(oder gibts das schon irgendwo in Bayern?)
@Gott
Hmm, Cosmos Direkt, passt irgendwie zu einem Gott!
Sag mal, bist Du irgendwie mit @Halbgott verwandt?
Vieleicht sogar sein Erziehungsberechtigter – zusammen mit Deiner irdischen Gefährtin?
“Meine private Rentenversicherung (Cosmos) hat 2009 aus 5000 Euro 28 Euro Überschüsse erwirtschaftet.
Die gesetzl. RV wirtschaftet gar nicht.”
28 €uro aus 5.000 €uro – das ist eine beachtliche Rendite, entschuldige “Überschuß” ! Aber Du hast ja noch den garantierten Rechnungszins – je nach Beginn Deines Vertrages so zwischen 3,5 und 2,25% – vor Kosten versteht sich und erst bei Erleben des Vertragsablaufs. Aber die sind beim himmlischen LV Cosmos ja zum Glück etwas geringer als im Branchendurchschnitt.
Mich beschleicht jedoch das Gefühl, daß es in den letzten 10 Jahren erheblich bessere Anlageformen als diese gab. Aber was solls, man streut brav nach Markowitz und als Gott musst Du Dich um solch irdische Dinge wie Altersvorsorge, Vermögensanlage oder realer Vermögenserhalt eh nicht groß kümmern!
http://www.youtube.com/watch?v=bpZNRSbRC6c
@Gott
“Die gesetzl. RV wirtschaftet gar nicht.”
Ja, Gott sei Dank wirtschaftet die nicht!
Was meine Rente betrifft, ziehe ich Umlage vor.
(also, dem echten Gott sei Dank natürlich, und nicht Dir, mit diesem bescheuerten nick…)
@ wsgn
Hier leuchten die Augen: zum Kredit die große Rundum-Saga mit erlesenen Namen.
Marx, Engels, Schumpeter, Thomas Mann, Buddenbrooks, Goethe, Benjamin, Tacitus, Kaiser Tiberius – haben alle was vom, über und zum Kredit zu sagen.
Hätten Sie es gewusst, liebe faz.net-Leser?
Sehen Sie, deshalb sind Sie faz.net-Leser.
Und haben Sie etwas verstanden, z. B. diese Sätze:
>Der Kredit ist der Wohlstandsmotor des Kapitalismus. Er treibt eine Zeitmaschine an, mit der wir in die Zukunft reisen. Dort pflücken wir die Früchte von morgen, um sie bereits heute zu genießen. Nur so kommt Wachstum zustande>?
Macht nichts, müssen Sie auch nicht verstehen.
Und trösten Sie sich:
Auch Marx, Engels, Schumpeter … hätten sie nicht verstanden.
Das ist eben faz.net
Mit der Kredit-Saga, die so noch nicht geschrieben wurde: faustisch – bis in die intimen Lebensbereiche.
Ein schöner Artikel! Nur das mit den Nachschuldnern verdient noch mehr Beachtung. Wer sind denn diese Nachschuldner? Im besten Falle doch neue schumptersche Pionierunternehmer?! Oder wir alle? Und wie geht das?
Mir fiel das nur noch heute einmal ein anläßlich der Zahlen von Goldman Sachs: Die haben erst die Immobilienblase und also -krise mit verursacht und verdienen jetzt daran, dass sie gegen ihre vormaligen Kunden wetten und auch gegen ihr eigenes Land.
Früher gab es Pierpont Morgan. Der besorgte erstmal Geld in Europa und verlieh es in Amerika. Eisenbahnen wurden damit gebaut. Und weil Netze als natürliche Monopole damals so nicht das Thema waren, bauten diverse Gesellschaften ihre Linien nebeneinander – nach kurzem war keine davon mehr profitabel und Pierponts europäische Kunden liefen Gefahr, ihr Geld nie wieder zusehen, und Profite natürlich erst recht nicht. Eine klassische Blase!
Pierpont Morgan fusionierte daraufhin diese Linien, legte Überkapazitäten still, erhöhte die Tarife, die Profite sprudelten wieder, Amerika hatte ein funktionierendes Eisenbahnsystem und die europäischen Gläubiger bekamen ihr Geld wieder, samt Zinsen.
“Rückbau” war also das Zauberwort. Und die sanierten Linien konnten daraufhin natürlich in neue Territorien vorstoßen.
Goldman Sachs heute aber saniert nicht und betreibt keinen Rückbau! Amerika ist voller kleiner Banken, die praktisch wertlos sind und faule Kredite für Gewerbe- und Wohnimmobilien in den Büchern haben. Übernehmen, fusionieren, Überkapazitäten rückbauen. Nicht nur die europäischen Geldgeber verlieren heute Geld, auch die Amis selbst – in dem Maße, in welchem ihre Immobilien an Wert verlieren, verlieren sie nicht nur Eigentum, sondern auch die Möglichkeit, als Schuldner in Erscheinung zu treten.
Goldman Sachs tut sich aber nicht darin hervor, den Immoblienmarkt durch Stilllegung der Überkapazitäten zu heilen und die lokalen Kleinbanken zu fusionieren. Sie wetten und agieren gegen ihr eigenes Land. Sie sind schlimmer, als Osama bin Laden und nicht etwa die “Ephoren des Kapitalismus”.
Amerika – Dein Feind sind nicht die towel heads, sondern Deine Banker!
Nur was macht ein Land mit solchen verkommenen Banker? Bail out, oder die Lösung bei @holger, # 2 und 3?
Durch die bail outs hat jedenfalls unwiderruflich der Etatismus begonnen! Möge dann doch lieber Keynes siegen!
@13
“by the way, wann gründet Griechenland sein Bad Griechenland?
(oder gibts das schon irgendwo in Bayern?)”
Bayern und Griechenland haben tatsächlich mehr Gemeinsames als man zunächst vermutet.
http://www.gallien.org/serendipity/index.php?/archives/682-Warum-die-griechische-Fahne-Blau-Weiss-ist-und-sich-die-Bayern-mit-y-schreiben.html
Dass dieser gemeinsame Weg der beiden Länder nach so langer Zeit nun auf dem Feld des staatlichen Finanzdilettantismus fortgeführt wird, rührt mich doch ein wenig an.
Ich glaube, ich muss am Wochenende mal wieder in die Glyptothek, und dann zum Griechen, verbranntes Fleisch in zuviel Öl zu mir nehmen.
@tischer
“Und haben Sie etwas verstanden, z. B. diese Sätze:
Der Kredit ist der Wohlstandsmotor des Kapitalismus. Er treibt eine Zeitmaschine an, mit der wir in die Zukunft reisen. Dort pflücken wir die Früchte von morgen, um sie bereits heute zu genießen. Nur so kommt Wachstum zustande”
Ja natürlich habe ich das verstanden.
Was soll daran so schwer zu verstehen sein?
Kapitalismus ist ein wenig Heute, ganz viel Morgen und überhaupt kein Gestern, nicht anderes sagt wgnx, und so stimmt es auch.
goldman sachs?
http://www.youtube.com/watch?v=wKz0LV2EUhk
@ Frankie Bernankie
Sie sind ein ganz Schlauer, weil Sie diesen Satz verstehen:
>Dort pflücken wir die Früchte von morgen, um sie bereits heute zu genießen.>
Kein Normalsterblicher – Sind Sie wirklich keiner? – versteht diesen Satz, und unter den Ökonomen erst recht keiner.
Was nicht heißt, dass man ihn nicht verständlich machen könnte.
Aber bitte nicht bei faz.net.
Es wäre ja noch schöner, wenn man dort auch noch etwas erklärte.
Unser wirtschaftlicher Wohlstand ist daher im wahrsten Sinne des Wortes der Zukunft geschuldet.
und ihre wirtschaftliche Armut selbstverständlich auch, denn wenn ich auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung in Deutschland in den letzten vierzig Jahren schaue, kann ich nur sagen, hier wurde und wird weiterhin tagtäglich per Kredithebel ein unmenschliches Zwangssystem perpetuiert und von Zeitbanditen güterzugweise menschliche Zukunft geklaut.
Falls die Schere heute oder morgen zu weit auseinanderklafft, ist es überhaupt nicht ausgemacht, daß hier überhaupt noch irgendwelche Renten ausgezahlt werden im Jahr 2035, denn Rente gibts immer nur soviel, wie die dann noch tätigen (?) Generationen bereit sind, abzugeben bzw. zu gewähren.
Jeder Schuldvertrag ist ein Pakt über die Zukunft, der das Morgen bereits im Heute verfügbar macht. Ein teuflischer Pakt, denn die Zukunft ist unsicher: Sie kann so oder so eintreten, aber auch noch ganz anders.
So ist es.
“Denn werdet ihr erst die Materie tiefer und tiefer erkennen, so wird euch auch ihr schnöder Wert desto klarer in die Augen springen. Und ihr werdet sehen, daß im Tode nicht gut wohnen ist. – Amen. ” (J.Lorber)
Genau, nämlich:
Viel wird gemutmaßt über das Geld, den Zins, das Exponentielle. Und nur eines ist dabei sicher: Nämlich dass all diese Käufe auf Ziel, die Kredite, die schuldenfinanzierten Investitionen in die Zukunft verweisen.
Bei den normalen Auseinandersetzungen um Macht, um Einfluß, bei denen wird nur erkämpft, erraubt, herbeikonkurriert, was heute schon da ist.
Geldgeschäfte aber verteilen prinzipiell nicht was ist, sondern was da sein wird, denn der größte Teil der Geldmenge sind nicht Münzen und Scheine! Die Piraten und Krieger des Virtuellen besiegen hier ihre Opfer-Gegner auf einem Schlachtfeld namens Zukunft, dass diese nicht einmal erkennen.
Die boshaften RaubRitter der vierten Dimension nehmen dabei den rückständigen Brutalinskis des “hier und jetzt” das Mojo für das Morgen ab. Geistige Raffinesse triumphiert dabei über plumpe Gewalt.
Jedenfalls vorerst: Denn bis jetzt kam noch immer einer, der mit noch plumperer Gewalt die Ordnung des Primitiven wieder herstellte und die Welt des Menschen wieder auf drei Dimensionen reduzierte. Da treffen sie sich alle wieder.
Heidewitzka Herr Kapitän,
watt ein müder Artikel. Hat WSGN sich jetzt der Verblödung des Mainstreams verschrieben? Ich finde es jedenfalls außerordentlich hilflos sich runde 150 Jahre nach Marx noch dessen Begeisterung hervorzuheben, obwohl sich der Gute wohl im Grab umdrehen dürfte bei dem Mist den man heutzutage Kapitalismus nennt. Dagegen hat man damals noch vernünftig gewirtschaftet.
“Falls die Schere heute oder morgen zu weit auseinanderklafft, ist es überhaupt nicht ausgemacht, daß hier überhaupt noch irgendwelche Renten ausgezahlt werden im Jahr 2035, denn Rente gibts immer nur soviel, wie die dann noch tätigen (?) Generationen bereit sind, abzugeben bzw. zu gewähren. ”
Tja, wenn es keinen mehr gibt der die Rente bezahlt gibt es auch keinen der einem Vermögenswerte abkauft, dolle Sache, was?
Grüße,
KP
Nein, meine Lieben,
hier hat Herr Tischer mal wirklich und gänzlich recht, was jeder sehen kann, der diesen Satz sich mal auf dem Hirn zergehen lässt:
Dort pflücken wir die Früchte von morgen, um sie bereits heute zu genießen.
Das ist bullshit pur. Denn die Früchte von morgen, die sind noch gar nicht DA – also kann sie auch keiner pflücken, geschweige denn genießen.
Schumpeter, um hier wenigstens einem der von wgnx missbrauchten, gedroppten, “names” die Ehre zu geben, die von wgnx gelesen, aber keineswegs verstanden wurden, wusste das schon viel besser:
Der Kredit konkurriert als “geschöpft” (woraus? jedenfalls nicht aus pflückreifen Früchten!) mit anderen Geldmitteln um eine existierende, nicht etwa erst morgen vorhandene!, Produktionskapazität, aka Ressourcen: Er erteilt Aufträge, gibt Zahlungsversprechen und zahlt mit kreditärem Geld in Konkurrenz zum gesparten/gewonnenen Geld. Da liegt der Haken im System, oder auch sein Trick, dass zwischen realem Geld und versprochenem Geld nicht unterschieden werden kann, das Geldmirakel. Die Liberalen verstehen das nicht, aber wgnx noch weniger. Das ‘ in seinem G-W-G’, auf das er so stolz ist, ist eben genau das, was er sowas von gar nicht kapiert hat, dass man das nur in Verdummungsjournalen wie der faz noch publizieren kann.
Wgnx ist halt Feuilletonist und nicht etwa Ökonom, geschweige denn Verständiger. Das sind Seifenblasen, um eine Leserschaft zu kitzeln, die nicht den Hauch einer Ahnung hat, warum sie eigentlich hat – und andere gar nichts.
An der Dummheit der Kapitalisten wird der Kapitalismus letztlich scheitern, so wie alle Systeme an der Dummheit scheitern, an den blinden Flecken, die sie so sturzbesoffen machen, dass auch sowas nicht nur geschrieben, sondern sogar prominent publiziert wird.
gute Nacht, ansonsten und im übrigen…
it’s the stupidity, stupid!
Ich verstehe das nicht!
Kann man echt auf Kosten der Zukunft leben?
Muss nicht alles in der Gegenwart produziert werden was wir in der Gegenwart konsumieren?
@ ceteris
“Die Liberalen verstehen das nicht, aber wgnx noch weniger.”
Das stimmt so nicht.
“Unser” Retroliberaler hat das jedenfalls ganz genau verstanden, sag ich mal.
Insgesamt scheint es allerdings mit der Erkenntnis nicht weit her zu sein.
Flassbeck hat ja an seinem Werft-Beispiel (wenn ich recht erinnere) ‘gezeigt’, dass durch Kredit eben doch zusätzliches entstehen kann. Ubd geißelte deshalb die Notenbankpolitik als restriktiv, quasi immer. Nun ja.
Hier wäre eine wirkliche Aufgabe für “Finanzinnovationen”; Ersparnisse in neue Projekte fließen lassen, ohne den ungebremsten Kreditwahnsinn.
Ich wette, das wäre im long run nicht weniger Produktionspotenzialsteigernd.
Dass widerspricht allerdings ihrem Eigentinteresse, privates Banking, außerhalb des Schlafmützenbereichs, gehört eben einfach verboten
Noch eine kleine Anmerkung: “am” wird im Deutschen (
) anders verwendet; weiß gar nicht, ob jeder potentielle Leser über dem Äquator das als liebenswerte Ösi-Manier wahrnimmt.
@ Stupid!
” Ich verstehe das nicht!
Kann man echt auf Kosten der Zukunft leben?
Muss nicht alles in der Gegenwart produziert werden was wir in der Gegenwart konsumieren?”
Aber die ganzen unausgelasteten Kapazitäten!!!
Als Volkswirtschaft gilt es selbstverständlich, und die Freunde der ALtersvorsorge im Ausland seien wiederholt auf die Bilanzen der letzten Jahrzehnte verwiesen.
Aber man kann selbstverständlich auf Kosten der Zukunft leben: indem man nicht investiert.
Oder ungedecktes Papiergeld einführt.
@ceteris, #21
“Der Kredit konkurriert als “geschöpft” (woraus? jedenfalls nicht aus pflückreifen Früchten!) mit anderen Geldmitteln um eine existierende, nicht etwa erst morgen vorhandene!, Produktionskapazität, aka Ressourcen: Er erteilt Aufträge, gibt Zahlungsversprechen und zahlt mit kreditärem Geld in Konkurrenz zum gesparten/gewonnenen Geld.”
Ich kann eigentlich nicht erkennen, wo Du WGNX widersprichst, außer bei Deinem “ad hominem”, also unterstelle ich Dir jetzt etwas…
Klar, Wirtschaften ist das Umgehen mit knappen Ressourcen, aber die müssen eben nicht schon “da sein”! Sieht man ja bei diesen merkwürdigen Futures auf Schweinebäuche. Diese Schweine sind noch nicht geboren, da sind ihre Bäuche schon handelbar. Ebenso die jetzt vom Winterfrost geschädigten Orangen aus Miami. Die sind noch nicht gepflückt, werden aber schon gehandelt.
Deine Äußerung stellt den Kapitalismus eingefroren im “hier und jetzt” da. Wirtschaften ist aber eben das Handeln in eine prinzipiell unbekannte Zukunft hinein. Hat die Evolutionstheorie recht und die Lebewesen passen sich per Mutation und Selektion an die Umwelt an, dann leben wir in dem Zeitalter, das echte Propheten hervorbringen wird, denn das bisschen Sternenkunde zur Vorhersage der Nilflut und der Jahreszeiten reicht heute nicht mehr.
Die Zukunft ist die Handelsware, das Heute für den Markt völlig uninteressant. Deshalb ja auch das Scheitern des Sozialismus: Die Genies der zentralen Planungskommissionen waren nicht prophetisch genug. Kein Zufall, dass sie eher früher als später nicht mehr die Zukunft planten, sondern den Mangel verwalteten!
(Natürlich ist der Sozialismus nicht hauptsächlich ein Planungs- und Logistikproblem! Durch die Abwesenheit wirtschaftlicher Freiheit tötet er vor allem verantwortliche Initiative ab – Und der Mensch steht ja im Mittelpunkt, hier also der zu Initiativlosigkeit gebrachte.)
@topi
>Kann man echt auf Kosten der Zukunft leben?
“Leben” kann man auch aus der Gegenwart. Gewinn machen kann man allerdings nur unter Einbezug der Zukunft. Nota bene: Gewinn auf Ebene des Gesamtsystems, also ALLE. Einzelne können natürlich jederzeit einen Überschuss verzeichnen, der anderen in gleichem Ausmaß fehlt. Das ist aber dann nur Umverteilung. Aber ein “Mehr” im Sinne von “Wachstum” wird durch nichts anderes geschaffen als einen Ausgriff in der Zeit.
@ceteris 21
“hier hat Herr Tischer mal wirklich und gänzlich recht, was jeder sehen kann, der diesen Satz sich mal auf dem Hirn zergehen lässt:
Dort pflücken wir die Früchte von morgen, um sie bereits heute zu genießen.
Das ist bullshit pur. Denn die Früchte von morgen, die sind noch gar nicht DA – also kann sie auch keiner pflücken, geschweige denn genießen.”
Natürlich hat Tischer nicht recht , und zwar aus 2 Gründen:
1. weil Tischer von Haus aus nie recht hat
2. Natürlich kann man die Früchte des Morgen heute schon geniessen.
a) der Schuldner leistet sich heute etwas auf Pump, was er durch Horten irgendwelcher Güter erst nach -zig Jahren oder gar nie sich leisten könnte, das ist seine Frucht des Morgen. Da bei hilft ihm
b) der Gläubiger, der die stets unsichere Zukunft des eigenen Eigentums ( vulgo der Eigentumsprämie ) abzusichern will , soweit das irgendwie geht. Dazu muss er verleihen – das ist seine Frucht des Morgen.
Soso, wieder mal bei der FAZ unterwegs und wieder ganz staatstragend…
Ist KONSUM auf Pump wirklich wünschenswert? Oder eher INVESTITIONEN auf Kredit?
Was gibt es noch verfünftigerweise zu konsumieren? Fragen über Frage…
@Tischer
>Hier leuchten die Augen: zum Kredit die große Rundum-Saga mit erlesenen Namen.
Gell? Bin selber auch ganz begeistert.
>Marx, Engels, Schumpeter, Thomas Mann, Buddenbrooks, Goethe, Benjamin, Tacitus, Kaiser Tiberius – haben alle was vom, über und zum Kredit zu sagen.
Hätten Sie es gewusst, liebe faz.net-Leser?
Sehen Sie, deshalb sind Sie faz.net-Leser.
Ich habe halt ein Herz für das bürgerliche Publikum; das will ich gar nicht bestreiten.
Und haben Sie etwas verstanden, z. B. diese Sätze:
>Der Kredit ist der Wohlstandsmotor des Kapitalismus. Er treibt eine Zeitmaschine an, mit der wir in die Zukunft reisen. Dort pflücken wir die Früchte von morgen, um sie bereits heute zu genießen. Nur so kommt Wachstum zustande>?
Wüßte nicht, was da im Kontext unverständlich sein sollte. Die “Früchte der Zukunft” sind Einkommen, die über eine statische Kreislauflogik hinausgehen. Ein bisschen Metaphorik macht das Leben schöner, finde ich. Chanel verkaufen ihr “No. 5″ ja auch nicht im einfachen Plastikfläschchen.
>Auch Marx, Engels, Schumpeter … hätten sie nicht verstanden.
Verstanden hätten die das wohl, aber sie hätten meine Meinung nicht in allen Punkten geteilt. Marx mußte bekanntlich die Goldbergwerke hinzudichten, Schumpeter hing fest im walrasianischen System. Aber ich muß ja nicht jeden Unsinn mitmachen, nur weil er vor 100 und 150 Jahren von recht berühmten Namen schon mal gemacht wurde.
>Das ist eben faz.net
Das Feuilleton auf faz.net – das ist der entscheidende Unterschied
>Mit der Kredit-Saga, die so noch nicht geschrieben wurde: faustisch – bis in die intimen Lebensbereiche.
So ist es in der Tat. Binswanger hat sie allerdings bereits geschrieben. Und sie ist gut.
@wgnx, #26
“Einzelne können natürlich jederzeit einen Überschuss verzeichnen, der anderen in gleichem Ausmaß fehlt. Das ist aber dann nur Umverteilung. Aber ein “Mehr” im Sinne von “Wachstum” wird durch nichts anderes geschaffen als einen Ausgriff in der Zeit.”
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Das stimmt so nicht! Es gibt nicht nur die Zukunft, sondern auch den solaren Input, wenn ich da mal an meine Apfelbäumchen erinnern darf.
http://www.weissgarnix.de/2009/09/20/ein-stabiles-finanzsystem-konnen-wir-uns-nicht-leisten/#comment-36527
http://www.weissgarnix.de/2009/10/18/marx-und-die-krise-oder-fallt-die-profitrate-wirklich/#comment-41013
@wgn
“Gewinn machen kann man allerdings nur unter Einbezug der Zukunft. Nota bene: Gewinn auf Ebene des Gesamtsystems, also ALLE. ”
Draw a distincion:
1. Vermögen des einen / Schuld des anderen
2. Gewinn des einen / Verlust des anderen
Wenn gilt: “Gewinn auf der Ebene des Gesamtsystems, also für ALLE” durch Einbezug der Zuklunft, dann gilt m.E. auch: Verlust auf der Ebene … (usw.) UNTER EINBEZUG DER ZUKUNFT.
Du lässt die andere Seite der Unterscheidung Gewinn/Verlust, den Verlust, dadurch verschwinden, indem Du “seine Zukunft” ausblendest. Und Du glaubst dazu systematisch berechtigt zu sein, da die Zukunft unendlich ist. Du verschiebst den Verlust sozusagen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.
Bisher ist dieser imho ideologische Taschenspielertrick deshalb nicht aufgeflogen, weil die Ressourcen der gesellschaftlichen Produktion unbegrenzt schienen. Deren Grenzen sind aber seit mindesten 30 Jahren in Sichtweite.
An anderer Stelle (DGF) bist Du mal nach den Wachstumsbegrenzern Ökologie und Energie gefragt worden und Du hast das leichthin damit abgetan, dass diese Wachstumsbegrenzer “durch Erfindungsreichtum aufgelöst” werden könnten.
Genau das aber ist nach allem, was wir heute wissen können, nicht richtig. Die Szenarien sind bekannt. Die technische Substitution der (begrenzten) natürlichen Bedingungen der Produktion wird nicht stattfinden.
Dass die zukunftsoptimistische Wirtschaftsweise an eine prinzipielle Grenze gelangen wird, ist nicht schon deshalb unwahrscheinlich und ein Hirngespinst von Ökospinnern, weil sie bisher noch nicht an diese Grenze angestoßen ist. There are black swans.
Und für den übergroßen Teil der Weltbevölkerung, der am allgemeinen Gewinn beteiligt ist, insofern auch für ihn ein Stundenlohn von 10 cent gegenüber der geldlosen Subsistenzwirtschaft, aus der er herausgeworfen wurde, ein Gewinn darstellt (allerdings ein so zweifelhafter, dass das Wort “Gewinn” an Zynismus kaum zu überbieten ist), wird dieser Kollaps der modernen Wirtschaft besser zu verkraften sein als für uns.
Dass Leuten, die sich mit der Logik moderner Wirtschaft beschäftigen, angesichts dieser Situation nichts besseres einfällt, als das System zu verteidigen (Kredit, geheiligt werde Dein Name) und damit zu empfehlen aufs Gaspedal zu treten, ist schon ziemlich irrwitzig.
Na ja, das kann man sich so hindenken
Der Kredit ist der Wohlstandsmotor des Kapitalismus. Er treibt eine Zeitmaschine an, mit der wir in die Zukunft reisen. Dort pflücken wir die Früchte von morgen, um sie bereits heute zu genießen. Nur so kommt Wachstum zustande
Es tut mir echt leid, aber weder der Kredit noch das Verwalten und vermehren, treibt eine Zeitmaschine an mit der man in die Zukunft reisen kann.
Es sind immer noch die Köpfe, die eine Zukunftsvision träumen und haben, Geld kann das nicht hervor bringen. Den Wohlstand den du meinst, kannst du ja auch erst im Nachhinein als Wohlstand betrachten und dann immer nur im Vergleich zu irgendwem anders.
Die Früchte von morgen die du meinst, sind vergangene Visionen anderer, die jetzt erst in der Realität für dich und mich greifbar sind. Ohne ein Einkommen, würdest du auch keinen Kredit bekommen. Das was du nun Wachstum nennst, ist nichts anderes, als das sich jetzt ein jeder, wenn er kann, mit diesen alten Visionen eindecken kann.
Mit keinem Geld der Welt wirst du in die Zukunft reisen können. Das können nur Menschen in ihren Gedanken durch die Vorstellungskraft. Utopisten und Zukunftsverrückte. Und du musst schon ganz schön durchgeknallt sein, so Denken zu können. Es gibt Menschen, die gehören nicht in ihre Zeit. Berühmtester Vertreter für mich, Leonardo da Vinci.
Wir ernten die Frucht aus der Saat der Vergangenheit, und die, die es sich leisten können, die ein Einkommen haben, und sich Verschulden können decken sich damit (Wachstum) ein. Aber aus der Zukunft, vernascht gar keiner was.
http://www.youtube.com/watch?v=anzcexEXtzg
Bei akutem Zeitmangel Ratiopharm… alles andere ist ja Ideologisch schon durch.Sozialverträgliches ableben sozusagen!Aber bitte erst ne Erbschaftssteuer Reform…
Schon richtig den Kredit muss man geschmackvoll machen wo soll das Geld für die Rendite denn sonst her. Da darf man die unschöne Sachen auch fallen lassen. Das Schöne am Kredit aufs ganze System aufreiben die unschöne als „nicht immer eine glückliche Hand“ abschreiben.
Versucht Uns Weissgarnix zu sagen kreditfinanzierte Investition bezahl sich selber ?
Natürlich wenn keine Zinsen fürs Kredit und keine Renditeerwartung im Spiel sind.
Hagenström kann ach ohne Kredit überholen wenn Thomas Buddenbrook wenig glückliche Hand hat, mit Kredit selbst hat es wenig zu tun. Damit Hagenström Chance mit Kredit hat muss noch mehr Kredit-Geld kommen nämlich für seine Rendite und den Zins oder andere Investoren mit Eigenkapital MUSSEN wenig glückliche händhen haben.
Also wenn wir alle in die Zukunft Vorgreifen und heute investieren kriegen wir Superwachstum und sind alle reich oder machen wir die reich die vor uns auf Kredit investiert haben und deren Gläubiger?
Erzeigen wir mit vielen neuem Kredit-Geld Inflation, wenn frühere Kredit-Investoren nicht genug Kredit-Geld dem System durch Tilgung und Renditen mit anschließender Hortung entziehen, und anschließende Deflation wenn Produktion und Tilgung ansetzt?
Mein vorläufige Ergebnis: wenn man Gläubige oder Kreditinvestiert ist, ist Kredit eine Supersache wenn die Andere dass machen, wo soll das Geld für die Rendite denn sonst her?
FAZ.Net werden das schon schlucken wenn man Marx, Engels, Schumpeter, Thomas Mann, Buddenbrooks, Goethe, Benjamin, Tacitus, Kaiser Tiberius erwähnt.
@holger
Aber aus der Zukunft, vernascht gar keiner was.
http://www.youtube.com/watch?v=KJh9GxEU5oE
Einfach die Uhren langsamer laufen lassen?
Muss man nur ganz langsam machen dann merkt keiner was macht die Sonne auch so.Huch schon wieder dunkel…
Nochmal als Nachtrag zu 33
http://www.youtube.com/watch?v=ytpdPZIrkJk
Es könnte ja auch Ehrgeiz sein… aber pssssst.
http://www.youtube.com/watch?v=ytm4XaRUuiE
@Morph
> Du lässt die andere Seite der Unterscheidung Gewinn/Verlust, den Verlust, dadurch verschwinden, indem Du “seine Zukunft” ausblendest.
Ich blende die Zukunft keineswegs aus. In meinem FAZ-Beitrag ist ihm die gesamte zweite Hälfte gewidmet, wo es heißt, dass diese Einkommen, die da aus der Zukunft geholt werden, dorthin auch wieder zurück müssen. Samt Zinsen.
Aber ansonsten hast du recht: Der Kapitalismus ist ein System, dass nur eine Seite der Unterscheidung betrachtet, nämlich das des Gewinns bzw der Akkumulation. Was dabei nicht gesehen wird ist, dass es eine andere Seite gibt, die zwangsweise in Vorleistung geht.
Das ist für mich der alles entscheidende Punkt. Einer, über den wir uns systematisch hinweglügen.
>Und Du glaubst dazu systematisch berechtigt zu sein, da die Zukunft unendlich ist.
Berechtigt zu was? Den Leuten zu sagen, wo ihr “Wohlstand” in Wahrheit herkommt? Glaube schon.
>Du verschiebst den Verlust sozusagen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.
In der Tat liegt die ganze Kunst darin, für eine “ewige” Zukunft zu arbeiten. Siehe auch Schumpeters Aussagen zur “kapitalistischen Ethik” in Beiträgen der letzten Wochen.
> Bisher ist dieser imho ideologische Taschenspielertrick deshalb nicht aufgeflogen, weil die Ressourcen der gesellschaftlichen Produktion unbegrenzt schienen. Deren Grenzen sind aber seit mindesten 30 Jahren in Sichtweite.
Welche Grenzen? Öl, Wasser, CO2 usw? Glaube nicht, dass das “Grenzen” sind. Die Grenzen sind vielmehr solche der Imagination; dahingehend, aus diesen energetischen/ökologischen “Grenzen” ein Geschäft zu machen.
>An anderer Stelle (DGF) bist Du mal nach den Wachstumsbegrenzern Ökologie und Energie gefragt worden und Du hast das leichthin damit abgetan, dass diese Wachstumsbegrenzer “durch Erfindungsreichtum aufgelöst” werden könnten.
Genau. Aber nach herkömmlichem Muster: die einen haben dann, die anderen nicht.
> Genau das aber ist nach allem, was wir heute wissen können, nicht richtig. Die Szenarien sind bekannt. Die technische Substitution der (begrenzten) natürlichen Bedingungen der Produktion wird nicht stattfinden.
Sagt wer? Du meinst im Ernst, dass wenn Öl 1000 Euro/Barrel kostet sich nicht einige interessierte Companies dahinterklemmen, und Alternativen suchen?
Daran glaube ich nicht eine Sekunde.
> Dass die zukunftsoptimistische Wirtschaftsweise an eine prinzipielle Grenze gelangen wird, ist nicht schon deshalb unwahrscheinlich und ein Hirngespinst von Ökospinnern, weil sie bisher noch nicht an diese Grenze angestoßen ist. There are black swans.
Natürlich. Aber jede neue Krise ist bekanntlich eine neue Gelegenheit.
>Und für den übergroßen Teil der Weltbevölkerung, der am allgemeinen Gewinn beteiligt ist, insofern auch für ihn ein Stundenlohn von 10 cent gegenüber der geldlosen Subsistenzwirtschaft, aus der er herausgeworfen wurde, ein Gewinn darstellt (allerdings ein so zweifelhafter, dass das Wort “Gewinn” an Zynismus kaum zu überbieten ist), wird dieser Kollaps der modernen Wirtschaft besser zu verkraften sein als für uns.
Kann gut sein. Glaube es zwar nicht, will es aber nicht ausschließen.
>Dass Leuten, die sich mit der Logik moderner Wirtschaft beschäftigen, angesichts dieser Situation nichts besseres einfällt, als das System zu verteidigen (Kredit, geheiligt werde Dein Name) und damit zu empfehlen aufs Gaspedal zu treten, ist schon ziemlich irrwitzig.
Falsch: Es ist aus unserer aktuellen Perspektive heraus absolut logisch. Und genauso wird es in Wahrheit ja auch gehandhabt, von der Wirtschaft selbst wie auch der Politik. Und mein Eindruck ist, die Öffentliche Meinung applaudiert dazu. Ich schreibe also in meinem Text überhaupt nichts Neues oder gar Außergewöhnliches; sondern sage den Leuten nur, was sie implizit selber auch sagen. Ich formuliere die Dinge von der “anderen Seite” der Unterscheidung. Sich “Wachstum” auf die Fahnen zu schreiben, aber dann über steigende Schulden zu jammern, ist ignorant, naiv oder beides zugleich.
Lieber Weissgarnix, Deine Mutter hatte schon recht, wer nämlich Schulden hat, muß sich unterwerfen. Deshalb funktioniert der Kapitalismus (und der Staat), weil alle unter dem Joch der Schuld leisten müssen. Hätten sie keine, würden sie morgens sagen, ach, hab grad so schön geträumt, ich bleib noch liegen.
Deshalb funktioniert der Kapitalismus so schön und es werden so schöne Türme gebaut und auch sonst ziemlich viel Mist und die Mächtigen können ihre Macht ausüben und die Heerscharen für sich arbeiten lassen mit dieser sublimen Gewalt.
Und die ganzen Debatten drehen sich im Grunde nur darum, wie die Zellen tapeziert werden und ob die Ketten vielleicht rot sind oder golden oder mit Samtauflage.
@rimm
> Schon richtig den Kredit muss man geschmackvoll machen wo soll das Geld für die Rendite denn sonst her.
Das ist in der Tat die Frage. In einem kapitalistischen System zumindest. Nur darf ich bei dieser Gelegenheit daran erinnern, dass in einer Marktwirtschaft das komplette BIP dadurch entsteht, dass Leutchens auf der Suche nach Rendite sind. Und dabei en passant auch Lohneinkommen und Steuern ins Leben rufen.
>Da darf man die unschöne Sachen auch fallen lassen.
Nope, mein Freund. In dem ganzen Beitrag geht es um nichts anderes als die “unschöne Sache”. Sie ist die andere Seite der Bilanz, das Kompliment zum “Wachstum”. Der Kapitalismus sollte besser “Debitismus” heißen, schrieb PCM bereits in den Achtzigern. Er hatte recht.
>Das Schöne am Kredit aufs ganze System aufreiben die unschöne als „nicht immer eine glückliche Hand“ abschreiben.
Ich glaube ja nicht, dass die zahlreichen Pleitiers dieser Welt plannvoll und aus Lust an der Sache bankrott gingen.
>Versucht Uns Weissgarnix zu sagen kreditfinanzierte Investition bezahl sich selber ?
Nein, eben genau das nicht. Was ich sage ist, dass unser heutiges Wachstum nur deshalb zustande kommt, weil jemand in der Zukunft dafür bezahlen wird (müssen).
>Hagenström kann ach ohne Kredit überholen wenn Thomas Buddenbrook wenig glückliche Hand hat, mit Kredit selbst hat es wenig zu tun.
Nicht bei Thomas Mann.
>Also wenn wir alle in die Zukunft Vorgreifen und heute investieren kriegen wir Superwachstum und sind alle reich
Nein, leider nicht alle. Vor allem die Reichen werden noch reicher.
>oder machen wir die reich die vor uns auf Kredit investiert haben und deren Gläubiger?
Yep. Gut erkannt.
> Erzeigen wir mit vielen neuem Kredit-Geld Inflation, wenn frühere Kredit-Investoren nicht genug Kredit-Geld dem System durch Tilgung und Renditen mit anschließender Hortung entziehen, und anschließende Deflation wenn Produktion und Tilgung ansetzt?
Kann sein, muß aber nicht. Frage halt, was du genau unter “Inflation” verstehst.
> FAZ.Net werden das schon schlucken wenn man Marx, Engels, Schumpeter, Thomas Mann, Buddenbrooks, Goethe, Benjamin, Tacitus, Kaiser Tiberius erwähnt.
Gell? Cooler Trick von mir, finde ich auch.
@Lando
>Lieber Weissgarnix, Deine Mutter hatte schon recht, wer nämlich Schulden hat, muß sich unterwerfen.
Ja, klar.
>Deshalb funktioniert der Kapitalismus (und der Staat), weil alle unter dem Joch der Schuld leisten müssen. Hätten sie keine, würden sie morgens sagen, ach, hab grad so schön geträumt, ich bleib noch liegen.
Das vielleicht nicht, aber sie würden Arbeit erledigen, die auch jenseits von marktwirtschaftlichen Prinzipien Sinn (und Spaß) macht.
@weissgarnix
>>;)<Nicht bei Thomas Mann.
“Sind einem gegebenen Menschen, unter gegebenen Umständen, zwei Handlungen möglich, oder nur Eine? – Antwort aller Tiefdenkenden: Nur Eine.”
Die Frage ist woher kommen die Umstände…
Die einen werden sagen Natur die anderen sagen Gehirn der dritte sagt Gott… ich sag keine Ahnung aber im Normalfall liegt es an jemandem mit Motiv… so Sherlock Motivsuche bitte.
@ wgnx
““Leben” kann man auch aus der Gegenwart. ”
Auch?
(Fast) Auschließlich.
Vielleicht auch eine zeitlang aus dem Speicher.
Aber nie aus der Zukunft.
Ich sprach vom Gesamtsystem.
“Gewinn machen kann man allerdings nur unter Einbezug der Zukunft. Nota bene: Gewinn auf Ebene des Gesamtsystems, also ALLE. Einzelne können natürlich jederzeit einen Überschuss verzeichnen, der anderen in gleichem Ausmaß fehlt. Das ist aber dann nur Umverteilung. Aber ein “Mehr” im Sinne von “Wachstum” wird durch nichts anderes geschaffen als einen Ausgriff in der Zeit.”
Nein. Also zumindest nicht in deinem Sinn.
Wachstum wird heute geschaffen, durch Faktorkombination. Mit heutigen Leistungen, Arbeit und Investitionsgütern, heute hergestellt.
Dass der Allokator (ist der verwandt mit der ähnlichklingenden Echse? ) einen Teil erst morgen bezahlt, ändert doch nationalökonomisch gar nichts.
Wie Holger richtig sagte, es braucht für die Investition die ‘Vorstellung’, dass morgen mehr zurückkommt. SOnst keine Investition.
Aber was sollte man tun mit seinen Überschüssen?
Wie gesagt, Faktorkombination zu Zukunftsmehrerträgen ist auch ganz ohne Kredit denkbar, natürlich schwierig;
aber mit konkretem, immer dinglich gebundenem Kredit ohne weiteres genau so gut funktionierend im long run wie die Verschuldungsmaschine.
Wenn du denn wenigstens den notwendigen Haarschnitt erwähnt hättest, bevor du dem neuen Zyklus huldigst.
@wgn
“Sich “Wachstum” auf die Fahnen zu schreiben, aber dann über steigende Schulden zu jammern, ist ignorant, naiv oder beides zugleich.”
Soweit d’accord, alles andere: glaube ich nicht.
Denn die unerhörte Spreizung der IMMATERIELLEN Geldvermögen (die aus nichts anderem als aus vebrieften Ansprüchen auf menschliche Arbeit bestehen) gelingt nur unter den Bedingungen eines permanenten MATERIELLEN Wohlstandswachstums für ALLE in der GEGENWART.
Ich glaube es gibt da einen Tippingpoint. Sobald ein genügend großer Anteil genügend agiler und organisationsfähiger Menschen sich keinen individuellen materiellen Fortschritt auf Baiss der Geldwirtschaft verspricht, verlieren die verbrieften Ansprüche auf Arbeit (Geld) ihre gesellschaftliche Anerkennung.
Früher glaubte man mal, dass die bloße Einsicht in die Irrationalität des Systems ausreichen könnte und eine gewisse Solidarität der nichts und weniger Habenden. Diese Vorstellung hat sich als falsch erwiesen. Ich denke, dass die gesellschaftliche Konstruktion der modernen Wirtschaft dann endgültig in sich zusammenbrechen wird (und nicht bloß eine der vielen Krisen erlebt), wenn die reale, materielle Hyperproduktivität nicht mehr im warsten Sinn des Wortes befeuert werden kann. Energie war der Schlüssel des industriellen Take offs, sie ist auch der Schlüssel des industriellen Touch-downs.
Die fossilen Energieträger sind hinsichtlich ihres Nettoenergieertrags mittelfristig durch keine Energiequelle zu ersetzen (nenn mir eine statt nur an den unendlichen Erfindungsreichtum der Menschen zu GLAUBEN).
Die Bewirtschaftung der Böden und der Meere ist nach allen Studien an der Ertragsgrenze und die Regenerierung der Böden und Meere findet ganz offenbar nicht statt (zeig mir andere Studien, wenn Du sie hast). Usw. usf.
Und die Crashs werden häufiger, oder nicht? Zwischen dem Platzen der Dotcom-Blase und der Housingbubble liegt weniger als ein Jahrzehnt!
@ wgnx
“Es ist aus unserer aktuellen Perspektive heraus absolut logisch. Und genauso wird es in Wahrheit ja auch gehandhabt, von der Wirtschaft selbst wie auch der Politik. Und mein Eindruck ist, die Öffentliche Meinung applaudiert dazu.”
Oha, der Applaus sei dir vergönnt.
Ob dann allerdings etwas richtiges gesagt werden kann?
@morph
“Die fossilen Energieträger sind hinsichtlich ihres Nettoenergieertrags mittelfristig durch keine Energiequelle zu ersetzen…”
Ach Energie… nur wo soll ich meine Zähler aufstellen.
http://www.youtube.com/watch?v=c4aE7E8bzd0
@Morph
Zum ersten mal seit Erfindung des Stromzählers läuft der Rückwärts verstehste Morph wie haben zuviel davon…
@Morph
>gelingt nur unter den Bedingungen eines permanenten MATERIELLEN Wohlstandswachstums für ALLE in der GEGENWART.
Das glaube ich gerne, aber die Frage lautet natürlich: Was bedeutet das ganz konkret? Wenn ich die Realeinkommen der Arbeitnehmer Jahre lang stagnieren lasse, aber gleichzeitig per Massenmedien die Globalisierung, die Kreditkrise, die Chinesen usw als permanentes Untergangsszenario zeichne, dann denken sich viele ja womöglich nicht: “Scheiße, ich verdienen seit Jahren keinen Cent mehr”, sondern: “Gottseidank, ich konnte trotzdem meinen Status halten”. Und über die wachsende Einkommens- und Vermögensspreizung, so wie wir sie hier zB diskutieren, weiß das Gros der Leute nichts. Oder will nichts wissen. Wesentlich relevanter ist da, wie man sich relativ zu Referenzgruppen (Nachbarn, Verwandtschaft, usw) entwickelt.
Ich glaube jedenfalls, dass sich aus der Einkommensspreizung allein KEINE politisch relevante Bewegung ergeben wird. Die Kunst für die Haves wird vielmehr weiterhin darin liegen, die Have-Nots glauben zu lassen, dass es ihnen inkrementell besser geht bzw anderweitig noch schlechter ginge. Und im Großen und Ganzen stimmt das ja auch, zumindest soweit es das Materielle anbelangt. Kulturell, sozial usw is a totally different story, aber da erscheint es mir müßig, andauernd Erkenntnisse wiederzukäuen, die von Tönnies & Co. bereits Ende des 19. Jahrhunderts gemacht wurden.
@topi
>Oha, der Applaus sei dir vergönnt.
Danke, aber ich meinte nicht mich. Sondern das, was allgemein geschieht, findet unterm Strich Zustimmung. Was Merkel über das Wachstum sagt, findet Zustimmung. Ich präsentiere in meinem Text nur die logische Entsprechung dazu. Nicht mehr und nicht weniger.
@ Morph
“Früher glaubte man mal, dass die bloße Einsicht in die Irrationalität des Systems ausreichen könnte und eine gewisse Solidarität der nichts und weniger Habenden. Diese Vorstellung hat sich als falsch erwiesen.”
Das gilt immer noch.
Für die wichtigen Akteure ist es doch immer noch rational.
Das wird sich ändern, entweder bei der nächsten, spätestens bei der übernächsten Krise.
Fall Out statt Bail Out.
Siehst du ernsthaft die Energie als Begrenzung?
Die Sonne scheint, der Wind weht. Mittlerweile brauchts nur noch 160 Windmühlen für ein Gigawatt, und das ist nicht das Ende.
Bei Solarzellen sind Effizienzsprünge in der Pipeline, etc.pp.
Man braucht auch keineswegs den heutigen Nettoenergieertrag, wenn Energie Geld kostet.
In einigen Jahren kann man mit 2 Litern aus der Großserie fahren, mit etwas weniger Höchstgeschwindigkeit, durch Generator wahrscheinlich sogar ähnliche Beschleunigung, gleicher Komfort.
Oder nicht?
@ Nanuk
du meinst Mütterchen, na aber, ab und zu fliegt da mal was großes vorbei.
http://soho.esac.esa.int/data/LATEST/current_c2small.gif
ansonsten dreht se sich ja noch
@ wgnx
“Danke, aber ich meinte nicht mich. Sondern das, was allgemein geschieht, findet unterm Strich Zustimmung. Was Merkel über das Wachstum sagt, findet Zustimmung. Ich präsentiere in meinem Text nur die logische Entsprechung dazu. Nicht mehr und nicht weniger.”
Eben. Wenn sie dich nur richtig verstehen, kriegst du auch den Applaus.
Allerdings: wofür?
Kann der Applaus für das richtige sein?
@holger
Was für ein Monster…
@Morph
>Und die Crashs werden häufiger, oder nicht? Zwischen dem Platzen der Dotcom-Blase und der Housingbubble liegt weniger als ein Jahrzehnt!
Davon bin ich überzeugt, aber aus anderen Gründen. Du solltest dir bei deinen Überlegungen nochmals diese Luhmann-Rezension von WideGes vor Augen führen: Es wird bei den Ressourcen nichts “ersetzt”. Sondern es ändern sich die Preise. Öl wird teurer, Wasser, Strom, vermutlich wird schon bald auch die Luft was kosten. Aber was heißt denn das? Dass irgendetwas nicht mehr “da” wäre? Oder dass sich daraus erneut Änderungen bei der Einkommensverteilung (Bifurkationen) ergeben? Meiner Ansicht nach letzteres. Marx, Polanyi und Fromm schreiben, die moderne Gesellschaft sei krank? Fein. Tausende von Psychiatern sowie ein Gutteil der Pharma- und Wellness-Branchen lebt von nichts anderem. Und zusätzlich kriegen wir Facebook und all diese schönen Dinge…
Verstehst du was ich meine? Genau so wird das auch bei den Ressourcen laufen. Tut es in einigen Ländern ja auch heute schon.
Ob das gut oder schlecht oder moralisch das Allerletzte ist, dass ist hier nicht mein Thema. Ich habe aufgegeben, mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Aber das bestehende ökonomisch/politische System wird dadurch nicht erschüttert, davon gehe ich aus.
@holger #2,3, wgn #4
Das war unter Hadrian wohl die verschärfte Variante des Haircut.
Ganz anders übrigens noch die guten alten Römer. Nach dem Zwölftafelgesetz durfte der Gläubiger den Schuldner, dessen Schuld nicht bis zum 3. Marttage beglichen war, “trans Tiberim vendere” (über den Tiber verkaufen) oder ihn auch gleich töten. Die Misere der Gläubiger begann wohl erst, als man so ab 100 v. Chr. den Gläubigern nur noch den Zugriff auf das Vermögen des Schuldners gestattete.
Für nur wenige Schuldner ist es wohl heute noch so, wie es Thomas Mann die Tochter des Konsul Buddenbrock sagen lässt: “…, Bankrott …, das war etwas Grässlicheres als der Tod, das war Tumult, Zusammenbruch, Ruin, Schmach, Schande, Verzweiflung und Elend”
Statt allein die Schöpferkraft des Kredits zu betonen, hätte man mE diese Gegenseite der Medaille ruhig auch in dem FAZ-Artikel erwähnen dürfen. “Die Quelle des Konkurses ist der Kredit” schrieb Leopold Levy 1926 am Anfang seines Lehrbuches zum Konkursrecht. Recht hatte der Autor.
“Aber das bestehende ökonomisch/politische System wird dadurch nicht erschüttert, davon gehe ich aus.”
Davon nicht.
Aber dass der Papiergeldzyklus (oder Nachschuldnerfindungszyklus oder wie immer du es nennen magst) nicht endlos ist, hast du doch selbst oft genug gesagt.
Oder nicht?
@wgnx
“Aber das bestehende ökonomisch/politische System wird dadurch nicht erschüttert, davon gehe ich aus.”
Ne das wird von der Langeweile erschlagen.
@wgnx #48
” Ich glaube jedenfalls, dass sich aus der Einkommensspreizung allein KEINE politisch relevante Bewegung ergeben wird. Die Kunst für die Haves wird vielmehr weiterhin darin liegen, die Have-Nots glauben zu lassen, dass es ihnen inkrementell besser geht bzw anderweitig noch schlechter ginge.”
Nicht so verzagt.
Laut einer Umfrage waren im Jahre 2003 noch 39% der US – Amerikaner davon überzeugt , dass sie zu den reichsten 2% ihres Landes gehören oder in naher Zukunft dazugehören werden.
Diese ( zwar naive, aber durchaus sympathische , und für Buffet, Adelson, Walton & Co sehr beruhigende ) Autosuggestion der amerikanischen Bevölkerung hat durch die Ereignisse der letzten Jahre doch Schaden genommen; und schon haben sie einen schwarzen “Sozialisten” ( Greer, Jolie, fox news ) zum Präsidenten gewählt.
@topi
“Das gilt immer noch.” Die Solidarität der weniger Habenden hat den modernen Sozialstaat ermöglicht hat und damit eine ganz wesentliche Stütze der modernen Geldwirtschaft darstellte, aber das System als solches nicht ernsthaft gefährdet und im Übrigen immer weniger in Frage gestellt hat.
Mich verblüfft wirklich, wie wenig die ökologischen Probleme der Gegenwart und die ökologischen und technologischen Zukunftsszenarien bekannt sind. Da reichen sich Liberale und Sozialisten ja gern die Hand.
Ich kann nur – etwas patzig, entschuldige – sagen: Informier Dich! Es geht nicht um Energieeffizienzmodelle, die das einzelne Haus oder das einzelne Auto betreffen, sondern es geht um den Energiebedarf z.B. eines chinesischen Wirtschaftswachstums von, sagen wir, 8 bis 12 %. Und wenn wir sagen Wachstum, sprechen wir von einem exponentiellen Ressourcenverbrauch.
Das fährt gegen die Wand, gar keine Frage. Wenn ich @wgn wäre, würde ich sagen: Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche
@wgn
klar, die Haves können sich von den Have-nots noch ganz gut abgrenzen (buchstäblich: gated communities etc.). Aber Haves und Have-nots sind ja auch sehr abstrakte Begriffe. Die Have-nots sind ja nur relative Have-nots. In mancherlei Hinsicht sind sie auch Haves. Z.B. was Waffen angeht. In Los Angeles sind in der letzten Generation 10000 junge Männer erschossen worden, mehr als in Nordirland. Die Rodney-King-Riots Anfang der 1990er haben gezeigt, welche Sprengkraft Elendsrevolten in den Ballungszentren der Industrieländer haben können. Und in Reaktion darauf könnte sich in den absinkenden Mittelschichten (die sich nicht in gated Communities verschanzen können) schon so etwas wie ein politisches Bewusstsein bilden, oder nicht?
“In LA 10000 junge Männer erschossen worden, mehr als in Nordirland” – drei Mal so viele, um genau zu sein.
Man kann vieles ausblenden, so wie wgnx und Co.
Das nennt man Hörigkeit.
@topi
>Aber dass der Papiergeldzyklus (oder Nachschuldnerfindungszyklus oder wie immer du es nennen magst) nicht endlos ist, hast du doch selbst oft genug gesagt.
Oder nicht?
Doch natürlich. Deshalb glaube ich ja auch, dass sich die Finanzkrisen häufen und noch sehr viele Geldvermögen vernichtet werden.
#11
Was meine Rente betrifft, ziehe ich Umlage vor.
LOL!
Wenn dann in 20 Jahren auf einen Rentner ein halber Beitragszahler kommt – wird bestimmt eine üppige Rente….
@Morph 60
Ja das ist gelebte Marktwirtschaft.
Survival of the Fattest…
http://www.youtube.com/watch?v=-SeN5OLF9Eo
@ morph
” Und wenn wir sagen Wachstum, sprechen wir von einem exponentiellen Ressourcenverbrauch.
Das fährt gegen die Wand, gar keine Frage.”
TINA, auch du? 8o
Was heißt denn Wachstum 10% ?
Die “outputs” der Cities “wachsen” um zig Prozent, Ressourcenverbrauch unerheblich.
Wachstum auf dem Papier findet zu Preisen statt, da muss gar keine Ressource zusätzlich verbraucht werden (vor allem mit hedonistischer Kerninflationsberechnung
).
Natürlich kann es vor die Wand fahren; was aber nur heißt, dass der Umstellungsprozess sehr schmerzhaft und mit Verlust realen Wohlstands einhergeht.
Muss aber nicht. Wenn ich mich hier umsehe, oder ansehe, was ich bis jetzt so hatte: ersetzt durch wirklich gute langlebige DInge wären doch mindestens 80% verzichtbar gewesen.
Gleicher Lebensstandard, bei entsprechender Bepreisung auch mit Wachstum möglich.
@Morph
>Und in Reaktion darauf könnte sich in den absinkenden Mittelschichten (die sich nicht in gated Communities verschanzen können) schon so etwas wie ein politisches Bewusstsein bilden, oder nicht?
Na klar. Daher meinte Luhmann ja auch immer, die Italiener hätten in Wahrheit gar kein Interesse daran, die Mafia im Süden zu beseitigen; weil sie sich dann um das ganze soziale Elend, dass sie kaschiert, selber kümmern müssten.
Ich glaube also 100% daran, dass es Sub- und Mikrostrukturbildungen gibt. Nur glaube ich nicht, dass die an der offiziellen Politik irgendwas grundlegendes verändern werden. Womöglich haben sie daran auch gar kein Interesse.
@ Gott
“LOL!
Wenn dann in 20 Jahren auf einen Rentner ein halber Beitragszahler kommt – wird bestimmt eine üppige Rente….”
Na dann hilft es ungemein, wenn man bei seinem privaten Rentenversicherer Fantastillionenn im Buch stehen hat.
Oder man hofft auf vietnamesische Rückzuahlungen, könnte vielleicht eventuell klappen. :daumen:
@topi
Privatrente um Steuern zu sparen. Nicht wegen Erträgen.
Was sind vietnamesische Rückzahlungen?
@ wgnx
>Aber dass der Papiergeldzyklus (oder Nachschuldnerfindungszyklus oder wie immer du es nennen magst) nicht endlos ist, hast du doch selbst oft genug gesagt.
Oder nicht?
Doch natürlich. Deshalb glaube ich ja auch, dass sich die Finanzkrisen häufen und noch sehr viele Geldvermögen vernichtet werden.
Und lieferst theoretische Erläuterungen, wieso denn Schuldenanhäufungen der richtige, gar der notwendige Weg ist.
Du bist ja ein ganz Schlimmer!
Wie schonmal gesagt, manchmal hat es den Anschein, da stecken diverse weissgarnixe hinter den Texten.
@wgn#54
“Aber das bestehende ökonomisch/politische System wird dadurch nicht erschüttert, davon gehe ich aus.”
Das kommt, denke ich, darauf an, wie man das Verhältnis von Politik und Ökonomie modelliert. Nach der Vorstellung, dass es sich bei Politik und Ökonomie um autopietisch operierende Funktionssysteme handelt, die nach je eigenen Logiken Irritationen verarbeiten, muss man davon ausgehen, dass zwischen Politik und Ökonomie gar kein bestimmter Zusammenhang besteht, der entscheidend erschüttert werden könnte.
D.h. wenn Du nicht glaubst, dass es eine irgendwie bemerkenswerte Veränderung im Verhältnis zwischen Politik und Ökonomie geben wird, dann liegt das daran, dass das Modell mit dem Du beobachtest, eine solche Erwartung von vornherein (!) ausschließt.
Dein Vertrauen in die Systemlogik ist IN DER IMMANENZ DES MODELLS vollkommen gerechtfertigt, gar keine Frage. Wenn man aber unter Politik und Wirtschaft etwas anderes versteht als Luhmann (und diese Möglichkeit würde ein Luhmann nicht für unsinig halten); wenn es nicht um Codes der Kommunikation geht, sondern um die psycho-physischen Bedingungen und Effekte von MachtAUSÜBUNG und die Modi der Produktion und Verteilung von Waren, dann ist dieses Vertrauen vollkommen unangebracht und trügerisch.
@ 68
“Privatrente um Steuern zu sparen. Nicht wegen Erträgen.”
Aber woher kommt dann im Alter das Brötchen und die Pflegedienstleistung?
“Was sind vietnamesische Rückzahlungen?”
Die Hoffnung, dass man als alternde Gesellschaft im Ausland “angelegte” Überschusse später mal zurückkriegt; wird oft als Scheinargument für kapitalgedeckte Rentensysteme gebracht (Vietnam ist meine Konkretisierung, kannst auch was anderes nehmen)
Wie man sieht, Brötchen und Pflegedienstleistungen eher nicht, dann doch lieber vietnamesiche Bäcker und Pflegerinnen.
@Morph
“sondern um die psycho-physischen Bedingungen und Effekte von MachtAUSÜBUNG und die Modi der Produktion und Verteilung von Waren, dann ist dieses Vertrauen vollkommen unangebracht und trügerisch.”
Da hab ich WGNX schonmal ein Liedchen geträllert…
http://www.youtube.com/watch?v=qFHbwikzNds
@topi
Weder Umlage noch Kapital funktionieren.
Im Alter solltest du viele Kinder haben, die dich durchfüttern.
@topi#65
Du glaubst also nicht, dass es einen ziemlich engen Zusammenhang zwischen den Zahlen des chinesischen Wirtschaftswachstums und z.B. der Tatsache gibt, dass in China jeden zweiten Tag ein Kohlekraftwerk ans Netz geht?
Ohne eine immer massivere Ausbeutung der natürlichen Ressourcen lässt sich das WirtschaftsWACHSTUM, ohne das die Geldwirtschaft nicht so funktioniert, wie sie heute funktioniert, nicht verwirklichen.
@Morph
“das WirtschaftsWACHSTUM, ohne das die Geldwirtschaft nicht so funktioniert, wie sie heute funktioniert, nicht verwirklichen.”
Wenn du Ehrlich zu dir selbst bist würdest du dem eine Träne nachweinen?Also ich nicht…
@Gott #73
“Weder Umlage noch Kapital funktionieren.
Im Alter solltest du viele Kinder haben, die dich durchfüttern.”
Also doch keine Steuern sparen durch private Rentenversicherung (wie oben gepostet ) sondern Steuern sparen durch viele Kinder machen?
Jetzt hast Du aber schnell aufgegeben. Ich glaub, Du bist gar nicht Gott.
#76
Steuern kannst du sparen, wenn du steuerpflichtig bist.
Und gut verdienst.
Als Rentner hast du kein Einkommen.
Du verstehn?
@Morph
>muss man davon ausgehen, dass zwischen Politik und Ökonomie gar kein bestimmter Zusammenhang besteht, der entscheidend erschüttert werden könnte.
Nicht, was das Ergebnis betrifft, klar. Aber natürlich könnte die Politik massiv in die Programme der Wirtschaft eingreifen, um nach bestimmten Differenzen Erfolge vorweisen zu können (und andere entsprechend auszublenden). Ein bundesweiter Mindestlohn zB würde garantiert zum “Erfolg” – wenn ich nur auf die Entwicklung der untersten Lohnschichten abstelle (was von den entsprechenden Politikern dann ja auch gemacht würde). Alle anderen Differenzen, also zB steigende Arbeitslosigkeit in diesem Segment könnte man dann ja den bösen Unternehmern in die Schuhe schieben, der schlechten Weltkonjunktur, der EU-internen Immigration oder was weiß ich. Aber in ihrer ganz bestimmten Unterscheidung käme die Politik natürlich zu ihrem “Erfolg”.
Das hat auch goodnight nicht richtig verstanden, mit dem ich mich da im Sommer ewig lang gestritten habe: so viel Einfluß hat die Politik auf jeden Fall.
>dass es eine irgendwie bemerkenswerte Veränderung im Verhältnis zwischen Politik und Ökonomie geben wird, dann liegt das daran, dass das Modell mit dem Du beobachtest, eine solche Erwartung von vornherein (!) ausschließt.
Nein. Die Systemtheorie sagt ja lediglich, dass die Politik nicht wissen kann, welche Effekte ihre Irritation anderer Funktionssysteme hervorruft. Sie kann natürlich bestimmte Variablen steuern; aber sie kann nicht sagen, welche Verhaltensweisen dadurch provoziert werden.
Ich glaube aber vielmehr, dass die Politik erst gar nicht den Versuch unternehmen wird, der Ökonomie allzu sehr ins Handwerk zu pfuschen. Weil dazu müßte sie ja das Risiko auf sich nehmen, dass mit solchen Eingriffen verbunden ist. Und das trauen sich weder Merkel noch Westerwelle. Schröder war der Letzte, der sich das getraut hat – Folgen bekannt.
Kritische Masse heist das Zauberwort… Streng Materialistisch gesehen müssen nur genug Quanten in der Raumzeit rumhoppeln einen Kurzschluss im Gehirn erzeugen und schwups ist alles dahin…Ein Neutron stört eine Elektron kurz vor einem Nervenende und zack…
http://www.youtube.com/watch?v=CNzJHFpfNyo
@ Morph
“Du glaubst also nicht, dass es einen ziemlich engen Zusammenhang zwischen den Zahlen des chinesischen Wirtschaftswachstums und z.B. der Tatsache gibt, dass in China jeden zweiten Tag ein Kohlekraftwerk ans Netz geht?”
Natürlch gibt es den.
Allerdings gibt es nicht den Zwang dazu.
manche Leute glauben ja an die Möglichkeit eines stetigen Wirtchaftswachstums jenseits der materiellen Grenzen der Ökosysteme, denen der Mensch nicht entkommen kann. Die reden dann in einer kompletten Gedankenverwirrung von QUALITATIVEM Wachstum. Ich kenne Leute, die z.B. glauben, dass das Immer-mehr, Immer-bunter auch durch virtuelle Waren und Dienstleistungen erreicht werden kann, die in keinem eindeutigen Verhältnis zu den materiellen Ressourcen stehen, die sie verbrauchen.
Wer auch nur rudimentäre Kenntnisse von den materiellen Bedingungen des Internet hat – Geräteverschleiß, energetischer Aufwand etc. – dem ist klar, dass das kein Ausweg ist. Wir können den materiellen Constraints unseres Zusammenlebens nicht entkommen. Wir können sie höchstens ignorieren. Durchaus bis wir tod sind, keine Frage. Es gibt keinen Erkenntniszwang.
@Morph
Wann hast du denn deine Priesterweihe du glaubst also unsere Lebensweise ist wiedernatürlich.Katholische Dogmatik in Reinform…
http://www.youtube.com/watch?v=xR0DKOGco_o
@wgn
“Aber das bestehende ökonomisch/politische System wird dadurch nicht erschüttert, davon gehe ich aus.”
Irgendwelche ihrer Nachfolger in nicht allzu ferner Zukunft werden gar keine andere Wahl haben als diese Risiken einzugehen. Z.Zt. ist die Stimmung, die durch die Massenmedien dargestellt wird (und die ist ja die Referenz für ‘Politikermut’ und ‘Politikerfeigheit’, aka -professionalität) natürlich noch ganz “Keine Experimente!”, aber warum sollte sich das nicht ändern?
Man schaue sich mal die Unterhaltungsmedien an: Früher musste sich der Mensch gegen Außerirdische verteidigen (Paradigma: Naturbeherrschung), heute wird die menschliche Zivilisation in “Avatar” (und zwar funktional gegliedert in: Militär/Business/Wissenschaft) in die Position des Aliens gerückt, der die Welt bedroht. In den 1960er Jahren hätten Kinozuschauer einen solchen Plot nicht kapiert und ihr Geld zurück verlangt. Man hätte das bestenfalls für die krankhaften Visionen irgendwelcher Hippie-Hirne gehalten. Heute ist das Mainstream. Und Filme wie Avatar sorgen dafür, dass es noch mehr Mainstream wird. Es gibt da einen selbstverstärkenden Trend des Unbehagens an unserer Lebensweise. Dieses Unbehagen war früher eine Luxusempfindung solcher Leute wie Fromm. Heute ist das anders.
@ WGNX
Wenn man mich fragen würde … (Ist aber egal!), was würde ich sagen? Dies als Motte des FAZ-Artikels nehmen:
Naill Ferguson, Politik ohne Macht, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 2001, S. 133
“Die Droge der Ökonomie” ist ein ausgezeichneter Artikel, … aber (!) … wenn (!) … es diese zwei Sätze nicht gäbe:
Ich hatte einen Freund, der das Thema Rhetorik und Metapher zur Promotion hatte. (Seine Passion war Luhmann zu verspotten. Auf den Treffen der Soziologen hat er sich deswegen immer wieder ungeliebt gemacht – was ihn zumindest nicht störte. Aber dass ist jetzt unwichtig.) Was würde mein Metapher-Experte über diese Sätze sagen? Er würde sagen: ein Vorzeigebeispiel für eine „schiefe Metapher“.
- „Dort [in der Zukunft] pflücken wir die Früchte … “ – Sollten wir Früchte, die morgen reif sind, schon heute essen, wäre dies aber sehr schwierig, wenn wir sie erst morgen pflücken werden
- „… um sie bereits heute zu genießen“ – es klappert (furchtbar) nach. Ist nicht griffig!
Aber dies ist nur der rhetorisch-syntaktische („poetische“) Aspekt. Jetzt zum inhaltlichen Teil.
Du wirst mit „heute essen“ die klassische, marxistische (organische Z. des K.), neoliberale, maxweberianische, usw., usw., … Auffassung ausstoßen, wonach man heute, morgen und besser noch auch übermorgen nichts essen sollte, damit man überübermorgen mehr essen könnte.[1]
Du wirst mit „heute essen“ sagen, dass ein innovatives Wachstum kein reales Sparen voraussetzt und verlangt. [2]
Und dann schießt du dir aus der vollen Kraft eigenes Tor. Die Früchte kann man nicht zwei Mal essen. Wenn wir Früchte von gestern schon heute gegessen haben, die wird man morgen nicht noch einmal essen können. Naja. Wenn wir morgen aufwachen, wird es eigentlich wieder heute sein. In der Tat! Aber eine solche Spitzfindigkeit kann keine (gute) Metapher vertragen. Im Endergebnis bedeutet deine Metapher: Heute auf Kosten von Morgen leben. Und das wolltes du doch nicht. Oder?
—————————————————————————–
[1] + [2] Ich kann wetten, dass du dir nicht vorstellen kannst, wie wir uns in dieser Sache einig sind.
@wgn
sry, falsches Zitat, ich meinte Deine Aussage zu Merkel/Westerwelle
@nanuk
“glaubst also unsere Lebensweise ist wiedernatürlich. Katholische Dogmatik in Reinform”
also, dass ich was mit Katholiken am Hut haben könnte, das ist bisher noch keinem eingefallen. Wow.
Unsere Lebensweise widernatürlich? Aber nein, auch eine Algenpopulation, deren Reproduktionsweise im Sommer einen Teich umkippen lässt, lebt ja nicht widernatürlich. Unvernünftig! That’s the word!
@Morph
“Unvernünftig! ”
Na die Ecke ist schon ein paar Jahre älter der Logos ist natürlich… wir sind ja keine Muslime.
En archē ēn ho Logos kai ho Logos ēn pros ton Theon kai Theos ēn ho Logos…
Joh 1,1
@ Nanuk
Ich gehe immer wieder hin
http://www.youtube.com/watch?v=IS7Og1zvdy8
und ich muss immer wieder lachen. Herrlich!
Du hast immer eine tolle Überraschung fürs Wochenende
@wgn
“Das hat auch goodnight nicht richtig verstanden, mit dem ich mich da im Sommer ewig lang gestritten habe: so viel Einfluß hat die Politik auf jeden Fall. ”
=>äh….Sie meinen…? Zunächst: Nope! Weil Luhmann explizit darauf hinweisst, dass Macht immer “gegeben” wird, d.h. bottom up verläuft, d.h. die Politik kann nur da durchgreifen, wo sie das Volk durchgreifen lässt, oder wie jeder intelligente Jurist weiss: Da, wo das Rechtssystem eingreifen muss, da hat es schon verloren.
)
Daher gibts ja sowas wie MAFIA: Wo das Volk der Mafia vertraut, yep, da ist der Staat machtlos, da kann er verhaften wie er will. Dergleichen gilt für den Kapitalismus: Den kann man einführen wo man will…durchsetzen ist was anderes, siehe Russland! Da haben sich die Berater dumm und dusselig verdient…und trotzdem ist der Russe ansich bettelarm und bringt nix zustande, also bezüglich Wachstum und Fortschritt und so, nope der lebt von Rohstoffen und verballert alles Geld (Yep, ist nicht p.c. aber mal so pauschal mt der Keule, liebe rusischstämmige Mitleser
Yep, und damit kommen wir mal zu einer interessanten Frage:
Warum ist der Kapitalismus nicht immer sofort da, wo die Menschen “mehr” wollen…gierig sind, Gewinne und Fortschritt wollen? WGNs Modell ist ja da eher einfach, da hängen Wachstum und Kapitalismus kausal zusammen, so auch das Modell der westlichen Berater der ehemaligen UDSSR in den 90er Jahren….
Und dann kommt die nächste Frage: Warum ist technischer Fortschritt nicht exponentiell, d.h. je mehr Kapitalismus uns mehr Fortschritt…wenn beide kausal miteinander und so?
Yep…..der nächste Sommer kommt bestimmt
@ wsgn
Sie stehlen sich vom Acker.
Ich habe ja gesagt, dass man Ihr Kreditverständnis ERKLÄREN kann und bin auch der Meinung, dass es einiges erklärt. Wie viel, ist wieder etwas anderes.
Sie müssten nur sagen was die Voraussetzungen sind, wie die Funktionalität ist und was die für Folgen sein MÜSSEN, damit das PERMANENT klappt mit >Die “Früchte der Zukunft” sind Einkommen, die über eine statische Kreislauflogik hinausgehen.> Kann man, um bei den Früchten zu bleiben, an Gemüse- und Obstbaueren festmachen, wenn die für den Augenblick der Erklärung die Volkswirtschaft sind.
UND: unter welchen Bedingungen es eben nicht mehr klappt.
Nein, Sie erzählen den Lesern, dass die GESAMTE Volkswirtschaft eine Junkie-Gesellschaft ist, die permanent kifft und garnieren das mit den Reflexionen einiger prominenter Auch-Kiffer. Vom Staat als GRÖSSTEM, fast allmächtigem Drogenbeschaffer ist außer dem Begriff „Staatschulden“ nicht die Rede. Klar, Merkel, Steinbrück und Schäuble sind graue Mäuse, die kann man im Feuilleton von faz.net nicht mal erwähnen.
Und dann sagen Sie den Kiffern zum Schluss noch:
>Für Drogen gilt seit Jahrtausenden die immer gleiche Regel: in der richtigen Dosierung ein belebendes Elixier, in der falschen jedoch tödliches Gift. Beim Kredit ist das nicht anders: Er ist die Droge der Ökonomie.>
Die RICHTIGE Dosierung – die Tasse Kaffee und ab und an eine Zigarettenpause.
Das versteht jeder.
Ist das die Dosierung, mittlerweile, hierzulande und weltweit ODER macht der permanent steigende Drogenkonsum kaputt?
Schau mer mal – auf die „Früchte der Zukunft“.
Ohne Worte
http://www.youtube.com/watch?v=NQsZEwAWQDw
Ach einen hab ich noch heute fragt doch ein Junges Mädel wo gegen die Jugend Revolutzen soll weil ja schon alles gesagt ist… wen alles gesagt ist wird es Zeit zu handeln oder und an die werten Taliban mal so unter uns…
„Es ist eine Illusion zu glauben, dass einige Kilo Dynamit genug sein werden, um gegen eine Koalition von Ausbeutern zu gewinnen.“
Kropotkin
@Systemfrager
und das ist Gottes Beitrag zur Feuerdiskusion…
http://www.youtube.com/watch?v=17jymDn0W6U
@ Nanuk
Unglaublich
@goodnight
>Warum ist der Kapitalismus nicht immer sofort da, wo die Menschen “mehr” wollen…gierig sind, Gewinne und Fortschritt wollen?
Ich komm’nicht drauf. Bitte sag’s mir.
Alles schon mal dagewesen. Sogar im römischen Reich. Das Problem ist, dass von so einer geplatzten Spekulationsblase im Altertum und Mittelalter kaum jemand etwas mitgekriegt hat.
Heutzutage hängt sogar davon das Leben afrikanischer Kleinbauern ab, selbst wenn die nicht mal wissen, was Spekulation bedeutet.
Von daher ist nicht die Dosierung des Gifts das Problem, sondern die Zahl der Junkies.
@Lebowski
“die Zahl der Junkies.”
Nicht die Zahl die Macht!
Der Zustand:
Nehmen wir nur mal gelegentlich einen Zug oder hängen wir schon an der Nadel?
Die Fragen der Fragen (was auch immer der gegenwärtige Zustand ist):
MÜSSEN diejenigen, die bereits in irgendeiner Form auf Droge sind, IMMER MEHR und IMMER HÄRTERE Drogen nehmen, weil ihr Organismus das verlangt?
Und:
Werden IMMER MEHR drogenabhängig, weil das System es verlangt?
Zur Beantwortung genügen keine Kalendersprüche von der Dosierung.
@ Senior Tischer
–>MÜSSEN diejenigen, die bereits in irgendeiner Form auf Droge sind, IMMER MEHR und IMMER HÄRTERE Drogen nehmen, weil ihr Organismus das verlangt?”
Das hat der Herr Pispers schon 2004 schon geklärt
http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY
und gleich noch einen hinterher
http://www.youtube.com/watch?v=csuqZHLbGdg
Zu viel Theorie, keine Praxis.
Nir Geschwätz.
Die Praxis sieht so aus:
http://www.welt.de/finanzen/article5945800/In-China-bahnt-sich-ein-gewaltiger-Crash-an.html
@ goodnight
Nun, Kapitalismus braucht Vertragsdurchsetzung, Rechtssicherheit von Eigentum und Investitionen.
Wo der Staat dies nicht garantiert, können informelle Strukturen (Mafia) an dessen Stelle treten, allerdings ist der Umfang und die Verbindlichkeit dieser informell gewährleisteten Garantien begrenzt, weshalb so ein veritabler Mafiakapitalismus auch meist nur Akteure mit kurzen Zeithorizonten hervorbringt.
Aber kapitalistisch ist die heutige Wirtschaftsordnung in Rußland ohne Zweifel. Was sonst? Ich würde sie auch nicht mehr als reinen Mafiakapitalismus bezeichnen. Sie weist Züge davon auf, wie unsere Ordnung in geringerem Maße auch. Der Unterschied scheint mir zunehmend ein gradueller, nicht ein qualitativer zu sein.
Man kann die Systemtransformation in Rußland aber überhaupt nicht verstehen, wenn man “Staat” und Mafia” voneinander trennt. Charakteristisch für die spätsowjetische Zeit war ein hochgradig fragmentierter Staat, und die einzelnen Interessengruppen innerhalb der staatlichen Bürokratie gingen jeweils Bündnisse mit Akteuren der Schattenwirtschaft ein. (Man kann sich fragen, woher diese Fragmentierung des Staates kam, und dann wird man vielleicht zu dem Ergebnis gelangen, daß der Staat in einer Zentralverwaltungswirtschaft gar nicht anders als fragmentiert sein kann, wenn diese Wirtschaft sich sektoral und territorial ausdifferenziert.)
Der Fehler der ausländischen Berater (oder besser: die von Beginn an bestehende Sinnlosigkeit von solcherart Beratung) bestand darin, daß diese glaubten, 1991 mit dem Zusammenbruch der formalen staatlichen Institutionen sei eine Art “Tabula-Rasa”-Situation eingetreten, in der man sozusagen neue Institutionen am Reißbrett kreieren könne. In der Realität aber bestanden die schon in sowjetischer Zeit etablierten informellen Arrangements fort; man kann sagen, daß sie wie ein Küken unter der Schale der formalen sowjetischen Institutionen herangewachsen waren, 1991 dann dieses Schutzes nicht mehr bedurften und sich der lästigen Hülle entledigten. Der junge Raubvogel ließ sich dann natürlich auch nicht mehr in eine neue Schale zwingen, die zunächst ahnungslose westliche Berater per “institutional design” für ihn zu fertigen versuchten. Heraus kam nur ein hybrides Etwas, aber auf jeden Fall eine unter vielen denkbaren Spielarten einer kapitalistischen Wirtschaft. (Eine später beginnende formal-institutionelle Eingrenzung ist dann autochthon erfolgt, im Gegensatz zu Ostmitteleuropa, wo der Acquis communautaire der EU wohl eine wichtige Rolle gespielt hat.)
Einige der Ex-Berater sind offenbar richtige Spaßvögel. So hat Anders Aslund, der in der Zeit des schlimmsten Chaos Wirtschaftsberater in der Ukraine war und als solcher auf ganzer Linie scheiterte, gerade ein Buch verfaßt mit dem Titel: “How Ukraine Became a Market Economy and Democracy”. Das werde ich mir bei Gelegenheit wohl sogar mal ausleihen, man muß ja positiv zu denken versuchen…
Irgendwie komme ich hier auf den Brüning.
@zwodrei
http://en.wikipedia.org/wiki/Gordon_G._Chang
Nein, ist es nicht.
Es ist der potentiellen Zukunft geschuldet, also der Summe des möglichen oder unmöglichen.
Dieser Unterschied ist keine unwichtige Kleinigkeit. In Konsequenz ist es das was den Kapitalismus gegenüber “langsameren” Modellen überlegen macht. Leider überholt man sich gewissermaßen irgendwann einmal dabei selbst und wechselt eben von der Summe des möglichen auf Unmöglichkeiten. Vielleicht sogar zwangsweise.
Sich innerhalb des Rahmens zu bewegen ist schwer… denn man weiß nicht wirklich wie der Rahmen aussieht.
Grüße
ALOA
@ wgnx
Vielleicht kommt ein Großteil der Kritik an den faz.net-Text daher, daß Du da eine Erklärungsstufe ausgelassen hast, die Du hier schon gelegentlich explizit gemacht hast. Also, wenn ich es richtig verstanden habe: Die Früchte, die wir ernten, sind natürlich in der Vergangenheit gewachsen, aber derjenige, der in ihren Anbau investierte, konnte dies nur im Vertrauen darauf, daß zum Zeitpunkt (x+1) wieder aus Investitionen entstehende Einkommen generiert werden, die ihn aus den Früchten ein G’ realisieren lassen. Diese heutigen Investitionen wiederum sind nur möglich, wenn der heute auf ein G’ hin rechnende Investor von einer entsprechenden Investitionsnachfrage in der Zukunft ausgeht, wodurch das stetige Wechselspiel aus Kreditaufnahme und Investitionen zwangsläufig immer als Erwartung in die Zukunft prolongiert werden muß. Also ist der Ausgriff in die Zukunft natürlich kein realer, sondern ein perzeptiver, für den Bestand des Wirtschaftssystems aber gleichwohl unerläßlich. Soweit halbwegs richtig?
Wenn ich mich recht erinnere, ging der ganze Streit danach ja darum, ob es kreditfinanzierte Nettoinvestitionen braucht, oder ob eine nur aus “retained earnings” finanzierte kapitalistische Wachstumsordnung denkbar ist. Aber das ist dann vielleicht doch eher ein akademischer Streit.
Man muss sich das bildlich vorstellen. Wir ernten heute Früchte von Bäumen(B) welche anno tobak gepflanzt wurden. Damals sind jedoch (B+x) Bäume gepflanzt worden mit einer Energie I von einer Summe aus M (Menschen). Damals war nicht oder nur begrenzt vorhersehbar welche dieser Bäume groß werden würde und welche der groß gewordenen Bäume denn auch wirklich Früchte tragen oder ob sie eingehen.
Wo will man die Axt ansetzen. An der Größe des Feldes (B), an der Energie-Menge I oder an der Anzahl M.
Die Frage ist nicht trivial. Der Nachbar wird von einem gleichen Startpunkt aus die gleiche Überlegung vornehmen. Kommt auch nur einer auf den Trichter jeweils die maximalen Mittel aufzuwenden wird das sicher erfolgreich sein…. eine gewisse Zeit lang die erfolgversprechendste Methode. In dieser Zeit wird er alle anderen überflügeln und i.d.R. wohl auch schlucken sollten die sich nicht gleich/ähnlich verhalten.
@froZ
“Heraus kam nur ein hybrides Etwas” – prima Stichwort. Hybride Etwasse sind das, womit wir es in allen Bereichen (und zunehmend) zu tun haben. Und in einer Situation der gesellschaftlichen ENTDIFFERENZIERUNG, die für unsere Lebenszeit und die unserer Kinder maßgeblich sein wird, müsste es politisch darum gehen, die schlechteren hybriden Etwasse von den besseren zu unterscheiden. “There’s a difference between bad and worse” (Lou Reed).
Ein sehr schöner Artikel. Sehr gut recherchiert. Aber die Kommentare in diesem Blog offenbaren leider das Unverständnis mancher Ihrer Leser. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sorgfältiger Ihre Artikel läsen, anstatt immer gleich zu kritisieren.
Was die FAZ abdruckt wae schon mal besser.
Der Sparzwang führt dazu, daß alles gedruckt wird, was verfügbar ist.
Herr Strobel,
ein wirklich rundum gelungener Artikel.
Selbst mir als Glas/Gebäudereiniger leuchtet alles ein.
Sie schreiben so, daß der einfache Mann von der Strasse es versteht.
Weiter so!
Kredit mag in bestimmten Situationen förderlich sein; zum Problem wird er dann, wenn die Kapitalbesitzer (Geld- und Sachkapital) das ‘Eigengeld’ der Wirtschaftssubjekte (WSE) aus dem Wirtschaftskreislauf ziehen und es allenfalls noch als ‘Leihgeld’ wieder dorthin zurückfließen lassen: dann trocknet der finanzielle Blutkreislauf der Wirtschaft immer mehr aus: “monetärer Vampirismus” würde ich sagen.
Aktuell wird es einen großartigen Aufschwung so wenig wie 1929 ff. geben, weil dafür heute wie damals ‘eigenmonetäre’ Basis fehlt, d. h. den Verbrauchern und dem Staat fehlt es an EIGENEM Geld. Liquiditätsinfusionen helfen nicht dauerhaft, wenn sie erneut im Kreditwege erfolgen und die Schulden nur noch erhöhen.
Wir erleben derzeit, was ich als Artos-Phagen-Ökonomie modellhaft visualisiert habe ( http://beltwild.blogspot.com/2010/01/die-okonomie-der-artos-phagen-warum.htmlv ):
1) Bauer baut Getreide an und verkauft es an Müller; bekommt 1.000,- €.
2) Müller mahlt Mehl und verkauft dieses an Bäcker; erhält 2.000,- €.
3) Bäcker backt Brot (altgriech. “artos”) im Wert von 3.000,- € und verkauft davon für jeweils 1.000,- € an Bauer und Müller; den Rest im Wert von 1.000,- verputzt er selbst.
Kassenstand meiner 3 (selbständigen) Wirtschaftssubjekte (WSE) danach:
4) Müller 1.000,- €; Bäcker 2.000,- €
So leben die 3 WSE glücklich und zufrieden bis zur nächsten Erntesaison; dann heißt es erneut:
5) Müller zahlt 1.000,- an Bauer,
6) Bäcker zahlt 2.000,- an Müller …
ein perfekter Geldkreislauf!
Denken wir uns nunmehr die Warenmengen und Geldsummen verdoppelt, dann bleibt noch was über für, zum Beispiel, einen Kapitalisten.
Diesem gehören Äcker, Mühe und Backofen; bei jeder Transaktion greift er z. B. 20% ab.
Wenn er dafür selbst in vollem Umfang Brot kauft, ist das kein Problem, weil er das Geld wieder in Umlauf bringt. Hortet er das Geld (teilweise, denn konsumieren muss er ja auch was), stockt die Wirtschaft und kann auf Dauer mangels Geld überhaupt nicht mehr funktionieren.
Damit habe ich bewiesen, dass eine geldbasierte Eigentumswirtschaft nicht funktionieren kann – im Basismodell.
Da sie offensichtlich doch über lange Zeiten ganz gut funktioniert, muss es Elemente geben, die diese “Blutentnahme” durch den Kapitalisten neutralisieren. Zumindest auf folgenden Wegen wird das entzogene Geld wieder in den Kreislauf eingespeist:
- Investitionen des Kapitalisten in die Realwirtschaft (speist Geld wieder in Kreislauf ein)
- Inflation (entwertet sein ggf. gehortetes Geld, während gleichzeitig die Wirtschaftswelt von Kippern, Wippern, oder Bernanken mit frischen Prägungen, Grünzeug oder Digital-Nullen gefüllt wird.
- Steuern.
Wirtschaftswachstum und Giralgeldschöpfung komplizieren das Bild natürlich, aber das Modell liefert -2- nützliche Vermutungen, eine heuristische und eine realitätsbezogene:
- Wir kommen den Krisenursachen nicht auf den Grund [viele wollen das zweifellos auch gar nicht], wenn wir die ‘Krankheit’ untersuchen. Nicht diese ist erstaunlich; verwundernswürdig ist im Gegenteil die langjährige Gesundheit des Kapitalismus.
Wenn wir erforschen, warum funktioniert hat, was ‘eigentlich’ nicht funktionieren kann, können wir die nächste Frage stellen:
Welches von denjenigen Elementen, die den funktionsunfähigen Kapitalismus in Funktion gehalten haben, ist momentan weggefallen bzw. zu schwach geworden, und aus welchen Gründen?
Die Antwort liegt, zumindest im Sinne eines “anecdotal evidence” auf der Hand (und ist gewiss keine “Entdeckung” von mir): Das Geld hat sich zunehmend zu den Kapitalbesitzern hingezogen gefühlt, die Wirtschaft ist ausgetrocknet bzw. läuft nur noch mit Leihkapital, aber das zieht zugleich (zu) viel Geld heraus (jedenfalls wenn die Wirtschaft nicht mehr entsprechend wächst).
Offensichtlich waren die o. a. Counterbalances zu schwach (Stagnationsphase des Kapitalismus: Marx, Keynes …).
Da sich auch momentan keine großartigen Investitionsmöglichkeiten anbieten, muss der Geldentzug immer größer werden, der Staat wird immer mehr die Nachfragelücke ausfüllen müssen.
[En passant: ich bin kein Ökonom und kein Keynes-Kenner; frage daher die Leser: wie hat sich der John Maynard eigentlich das Finale vorgestellt? Selbsttragender Aufschwung bei schuldenverkrüppeltem Staat? Wie das? Wie kommen die WSE an Eigengeld, wenn die Kapitaleigner keine Anreize haben, die Kohle wieder - über Investitionen - als Eigengeld - statt Leihgeld - für andere in Umlauf zu bringen?]
Folgerung: Wir müssen die Staatschulden durch eine konfiskatorische Besteuerung tilgen; teilweise weggesteuert werden müssen (zeitweise) das Geldkapital und alles was “Zinsen” im weitesten Sinne bringt (Gewinne, Mieten, aber auch Gewinne aus einem Betrieb; der Begriff Zins ist also vorliegend noch etwas breiter gefasst als z. B. in dem einschlägigen Wikipedia-Artikel).
Inflation ist dafür untauglich, weil sie nur die Geldbesitzer trifft – selbst jene, die nur brav auf ihrem Sparkonto für einen Autokauf ansparen. Konfisziert werden muss aber ein Teil des ‘Entzugspotentials’, d. h. der Gewinnquellen der Kapitalbesitzer (nicht der Kleinsparer, die für Auto, Haus oder Alter Geld zurücklegen).
Ich will übrigens gar nicht prinzipiell “gegen die Reichen” vorgehen: meinetwegen kann auch die Villa im Tessin im Wert von 100 Mio. € steuerfrei bleiben.
Entscheidend ist, dass wir die Absaugschläuche des Geldkapitals aus der Realwirtschaft vorübergehend (nicht auf Dauer, das wäre motivationsfeindlich und systemwidrig, und das kapitalistische System möchte ich, faute de mieux, keinesfalls beseitigen) abschnüren.
Ich sehe keine andere Methode um das zu gewährleisten (Inflation oder Freigeld treffen einseitig die Geldbesitzer, die aber nicht die alleinigen Geldscheffler sind), als eine konfiskatorische Besteuerung.
Strobl und FAZ lobpreisen den globalisierten Sklavenstaat.
Wer mag da widersprechen.
Denn beide glauben an Demokratie und Wohlstand.
Und das allein ist doch genug.
Halleluja!
Ich glaube aber vielmehr, dass die Politik erst gar nicht den Versuch unternehmen wird, der Ökonomie allzu sehr ins Handwerk zu pfuschen. Weil dazu müßte sie ja das Risiko auf sich nehmen, dass mit solchen Eingriffen verbunden ist. Und das trauen sich weder Merkel noch Westerwelle. Schröder war der Letzte, der sich das getraut hat – Folgen bekannt.
Der Wählerverarscher und Erfüllungsgehülfe der Ökonomie Schröder-Köpf hat also nach deiner Sicht mit seiner Agenda2010/HartzIV-Reform der Ökonomie ins Handwerk gepfuscht oder wie ist das sonst zu verstehen?
http://www.youtube.com/watch?v=gUnURw_Ln7c&feature=related
@Cangrande
“En passant: ich bin kein Ökonom”
Ja, schade! Dabei kann man doch überall studieren, wenn einen die Ökonomie interessiert.
Für Drogen gilt seit Jahrtausenden die immer gleiche Regel: in der richtigen Dosierung ein belebendes Elixier, in der falschen jedoch tödliches Gift.
Für die deutsche Gesellschaft war die Kreditdroge von 1914-1945 belebendes Elixier oder tödliches Gift?
Ein belebendes Elixier war sie vielleicht allenfalls von 1950 bis 1970 für den Wiederaufbau.
Seit den sechziger Jahren, Anfang siebziger, seitdem offenkundig ist, daß Kredit nicht mehr an die Erde gebunden ist und von da ab in beliebigem Ausmaß hergestellt werden kann, haben die Schrottalchimisten mit Banklizenz (Ephoren des Kapitalismus –> stinknormale Ganoven in Nadelstreifuniformen) nur noch tödliches, immer weiter umzuschuldendes, “verheerendes” Gift in Umlauf gebracht, sich selbst dabei auf Kosten der Gemeinschaft aber über alle Maßen bereichert (wem gehören heute deutsche Innenstädte, Rathäuser, Regierungen? – der gescheite Bankier von Welt geht eben eher gleich gestern oder heute einkaufen als morgen in einer mehr als ungewissen Zukunft, er versteht wohl am besten “seine Produkte”) und dabei jeden Kredit gründlich diskreditiert.
Der arme Kredit…und der “arme” Dealer.
@ 13 #112
Ja, wie er darauf kommt, verstehe ich auch nicht. Meint er vielleicht die Steuerbefreiung für realisierte Beteiligungsgewinne von Kapitalgesellschaften?
Hmmm – Drogen….
Hallo WGN,
habe den Eindruck, dass der Meister hier an seine kognitiven Grenzen stößt…
Lass uns scherzeshalber mal davon ausgehen, dass die Analogie des Kettenbriefes für den Kapitalismus zutreffend ist, dann gilt auch die Wachstumsdynamik des Selbigen.
Das bedeutet aber, dass zur Befriedigung des (virtuellen) Bedürfnisses, mehr Produkte auf dem Markt zu erleben, diese auch tatsächlich produziert werden müssen. Und zwar im friedlichsten Falle mit der gleichen, monumentalen Wachstumsdynamik, mit der die Gläubiger ihr Kapital verzinst haben möchten, da wir dann die nominale mit der realen Sphäre in zärtlicher Zweisamkeit bewundern dürfen…
Gehen wir nun davon aus, dass aus jedem einzelnem Atömchen jedes noch so tollte Teil, noch so oft hergestellt und kaputtet werden kann (geht ja nix verloren) wie wir wollen, dann läßt sich die Wachstumsdynamik in einer unendlich gedachten Wachstumskurve nur dann aufrechterhalten, wenn die Herstellung und Zestörung immer schneller vonstatten geht. Klar so weit?
Tja, und nun kommt leider Gottes die Physik ins Spiel (die Biologie auch…aber)
Reibung erzeugt Hitze, wissen wir alle spätestens seit dem ersten Date auf der Rückbank des VW-Käfers…Und viel Reibung erzeugt viel Hitze….Und immer mehr Hitze erzeugt: Trockenheit (hängt mit der Atmosphäre zusammen)
Irgendwann in unvorstellbar ferner (oder naher) Zukunft muss unsere Art zu Wirtschaften zu einem Anstieg der mittleren Temperatur dieses Planeten führen.
Irre oder?
Ich sage muss, denn es sollte klar sein, dass bei der Umformung von Natur in Kultur immer Abwärme frei wird. Besonders augenfällig wird dies im Bereich Transport, in dem HomoSapiens in den letzten 50 Jahren tatsächlich eine satte, exponentielle Kurve hingelegt hat.
Weiter so, und irgendwann schmelzen uns die “Yoghurtbecher on Demand” beim Flug von Weihenstephan nach Xinyuan, weil die Atmosphäre dafür zu heiß geworden ist.
Spätestens dann kommt warscheinlich für uns Konsumenten der lichte Momment, wo wir uns fragen werden, ob der Deal mit Prometheus wirklich so durchdacht war…
Aber gut, irgend ein epochaler Nachkomme eines Ökonomie-Nobelpreisträgers kann das bestimmt sehr elegant, und vor allem mathematisch auflösen.
Frage also: Hat der Kapitalismus in letzter Instanz ein termisches Problem?
gruss pansen (natürlich glaube ich nicht, dass diese Story tatsächlich eintritt…Es gibt meiner bescheidenen Meinung nach weit früher soziologische Sollbruchstellen im System…)
@ Bafög (113): Wozu Ökonomie studieren? Damit ich nach der Gehirnwäsche ebenso viel von wenig verstehe wie die Ökonomen?
Die sind doch offenkundig nicht in der Lage, das System insgesamt in den Blick zu bekommen; sie laborieren auf technischer Ebene herum. Schulden langsam weginflationieren (vgl. aktuell z. B. das Welt-Interview mit Thomas Mayer, dem neuen Chefökonomen der Deutschen Bank – http://www.welt.de/wirtschaft/article5935397/Oekonom-der-Deutschen-Bank-warnt-vor-Euro-Crash.html ) ist die Lösung, welche denen einfällt.
Die kann nur dann funktionieren, wenn die Realzinsen negativ sind. Wenn die Wirtschaftssubjekte Inflation antizipieren, werden sie wohl nicht negativ bleiben.
Wenn doch, werden sich erneut Blasen bilden (Rohstoffe usw.), da bekanntlich Negativzinsen dafür ein idealer Nährboden sind.
Was im übrigen die US-Häuslebauer angeht, haben die wohl größtenteils variable Kredite aufgenommen; auch insoweit wird es also nichts mit dem weginflationieren.
Das System des monetären Vampirismus findet man (ohne diesen Begriff) in hunderten von Texten in Internet beschrieben. Daraus sollten wir nun endlich mal etwas lernen, und uns nicht mit der Nase in die Niederungen einer rein geldtechnischen Debatte [deren Kenntnis natürlich nicht schaden kann, wenn man darüber hinaus blickt] herabdrücken lassen.
sag ich doch
permanent sture Verweigerung der Tatsache, dass Menschen hier ein Spiel spielen
geldtechnische Debatte als Ablenkungsmanöver
hiervon, nämlich
“Es ist die Finanzmafia, die die Regierung und Wall Street kontrolliert. Wenn die Regierung nun von den Großbanken Geld für die Steuerzahler zurückfordert, ist das nichts als eine Show. Celente nennt es das »Gegacker« aus Washington. Denn was sind die Tatsachen?”
vielleicht qualifiziert sich hier der eine oder andere:
“Sie brauchen die besten kriminellen Hirne, die für Geld zu kriegen sind, um solche Komplotte auszuhecken. ”
http://info.kopp-verlag.de/news/gerald-celente-wall-street-ist-die-regierung-und-die-regierung-ist-wall-street.html
@13 @froz
Natürlich sind z.B. Hartz-Gesetzgebung und Riester-Rente Eingriffe in die Ökonomie – Vulgo: hat Einfluss auf Wirtschaft, Beschäftigung, Geldfluss usw..
Schröder hat etwas gemacht. Das ist in dieser Form risikobehaftet – im guten wie im schlechten. Auch Ulla Schmidt hat etwas gemacht. Das man sowohl bei Schröder, Riester alsauch bei unser aller Ulla schon mit halbwegs gesundem Menschenverstand sehen konnte das das begonnene zu nichts taugen würde steht auf einem anderen Blatt. In Zeiten von Frau Merkel waren wohl einzig Wolfgang S. und Ulla S. diejenigen welche auf den Putz hauen durften das es spritzt. Der Rest verharrte im Stillstand.
Politik ist Beamtenmikado. Wer sich bewegt hat verloren. Merkel hat das perfektioniert und hat es verstanden sich den Genscher zu geben. Sie hat sich zusätzlich das Miasma des Postens des Außenministers angeeignet. Ohne große politische Wichtigkeit einfach da sein und eine gute Figur abgeben. Andere, wenn sie denn das Risiko tragen wollen, haben das selbst zu verantworten. Sie dürfen alles, daher auch loyal bis in die Knochen.
Wo waren wir? Ach ja. Bei Brüning. Wer etwas macht hat verloren. Das gilt vor allem wenn man was falsches macht. Nur wenige bekommen die Mehrheiten für etwas anderes. Schwarzenegger ist daher ökonomisch wohl auch eine tragische Figur.
Vielleicht hängt das Volk selbst ja an der Nadel. Wohin das an die Wand fahren führt weiß man ja nicht wirklich. Politiker wie Volk fahren halt mal eben. Irgendwie wird es schon weitergehen – ohne etwas getan zu haben. Was glauben SIE denn wieso es die Forderung nach einem Bedingungslosen Grundeinkommen gibt? Merkel ist Schuld.
Grüße
ALOA
@ Cangrande 118
Ein sehr inspirativer Kommentar.
Jawohl. Seit zwei Jahrhunderten produziert die WiWi nur Techniken, Metapher und Anekdoten, aber es ist ihr keine wirklich neue originelle Idee eingefallen. Naja. Zumindest damit ist sie doch sehr originell.
Ja, seit Keynes hat sich die WiWi auf ihre monetären Inseln zurückgezogen. Aber! Keynes war noch ein richtiger Ökonom, der wusste, dass Waren mit Waren gekauft werden und auch noch viel viel mehr. Seine Nachfolger und die Monetaristen von der Angebotsseite haben davon keine Ahnung – sie sind hochglanzverpackten Geldtalibans.
Es hat heute auch damit zu tun, dass man Angst hat, es könnte der Kapitalismus für die heutige Krise verantwortlich gemacht werden. Dann lieber dem „dummen Volk“ erzählen, dass es wirklich nur die „bösen Bankster“ waren. (Hexenjagd) Und wenn man in den monetären Bereichen der Wirtschaft noch ein paar Kleinigkeiten erledigt, wird wieder alles gut sein: Ende der Geschichte.
Ja, das ist der Stand der heutigen WiWi. Mit der Realität hat dies gar nichts zu tun.
machen wir mal ausnahmsweise Synthese
und sagen, das System führt immer wieder in Krisen – nun in die Endkrise -wie manche meinen
und das wissen die “bösen Bankster” und mutieren zur Mafia, die wegträgt was sie kann, die sich einen Jux daraus macht Politiker und Volk zu täuschen und auszunehmen und ihren Einfluß auf den Neustart nehmen
warum das eine vom anderen trennen?
OT
„Treffen in Göttingen 1.0
27.11.09
Hier werden demnächst, Angebote für Unterkünfte mit Bildern versehen, oder die Lokalitäten, die zur Verfügung stehen verlinkt werden.“
http://weissgarnix-lädt-zum-streit.de/
Große Sprüche klopfen im Netz ist eben etwas anderes als im „Real Life“ etwas zustande zu bringen.
Das Internet als Tummelplatz für politisch impotente Schwätzer?
@ aloa 05
Wgnx sprach von “Eingriffen” in die Wirtschaft und davon, “der Ökonomie ins Handwerk zu pfuschen”. Das würde ich nun so verstehen, daß eine Regierung und Parlamentsmehrheit das Primat der Politik gegenüber organisierten wirtschaftlichen Interessen behaupten und durchzusetzen versuchen. Bei der Schröder-Regierung konnte ich solches nicht erkennen; Du kannst gern Gesetze anführen, welche das Gegenteil belegen. Aber Riester, Hartz… das meinst Du doch nicht ernst.
Was Du meinst, ist offenbar, daß jegliche gesetzgeberische Tätigkeit bestimmte Anreize für das Handeln von Wirtschaftsakteuren setzt und das Umfeld verändert, in dem sie ihre Entscheidungen treffen. Das gilt dann für Schröders Steuersenkungen und Sozialgesetze ebenso wie für Merkels Konjunkturpakete. In beiden Fällen würde ich aber nicht im engeren Sinne von “Eingriffen” in die Wirtschaft sprechen, und wenn doch, dann im zweiten Falle noch eher als im ersten.
Daß Merkel an den Forderungen nach einem BGE “schuld” sein soll, ist ja eine steile These. Gerade schaue ich noch mal in Wolfgang Englers Buch “Bürger, ohne Arbeit”, wo das ausführlich diskutiert wird und wo eine Reihe derartiger Konzepte referiert werden – und siehe: Es ist 2005 erschienen, nach sieben Jahren Schröder, nach Rezession, Sozialreformen und angesichts einer sich ausweitenden gesellschaftlichen “Zone der Verwundbarkeit” (wie R. Castel sagen würde).
@ HAM
Schön. mal wieder was von Dir zu lesen, da sieht man Dir doch glatt nach, daß es sich um eine Publikumsbeschimpfung handelt. – “Leider ist das, was Sie suchen, nicht hier.” Ja, so ist es meist im Leben, ich frage mich, ob eine Konversion zum Katholizismus daran etwas ändert. Vielleicht wirst Du Dich aber daran erinnern, daß mir die ganze Göttingen-Idee von Beginn an suspekt war.
@ HAM
Siehe hier: (26.11.09)
http://www.weissgarnix.de/2009/10/08/weissgarnix-ladt-zum-streit/#comment-46083
… danach folgte (nur zur Erinnerung), daß sich der eine oder andere wegen ‘bringt mir hier im Blog nix’ verabschiedete…
@ HAM
Jawohl! Schluss damit “die Welt zu erklären”, sondern man muss sie endlich “ändern”. So der Prophet. Und einer hat ihn verstanden. Er sagte:
und dann sagte der Erleuchtete auch
und dann ging er mit gutem Beispiel voran:
http://www.youtube.com/watch?v=IS7Og1zvdy8
@Systemfrager
http://www.youtube.com/watch?v=j40o9bDxeP0
froZ:Das würde ich nun so verstehen, daß eine Regierung und Parlamentsmehrheit das Primat der Politik gegenüber organisierten wirtschaftlichen Interessen behaupten und durchzusetzen versuchen.
Eben, und deshalb hat sich der Schauspieler Schröder rein gar nix getraut, er hat (faul und inkompetent wie er war) die Wirtschaft die Gesetze schreiben lassen, sich seine Reden dazu für den Bundestag schreiben lassen, seinen nicht mitmachenden Genossen mit Rücktritt gedroht und ansonsten Rotwein gesoffen und Cohiba gepafft..
(und ich bin überzeugt, das tut er heute noch in seiner “neuen” Funktion)
Mutig geht anders.
Das lustige an HAM ist er will ja garnichts ändern er will sich in der Schweiz verstecken…
Cangrande #118
Ich vermute, dass Du den Begriff Vampierismus gewählt hast, weil sich innerhlab eines Systemes ein schmarotzendes Subsysem gebildet hat.
Sich komfortabel von Anderen ernährend…Das hat schon was.
Aber: Vampire haben noch eine spezielle Eigenschaft, die sie von ihrem “Futter” unterscheidet. Sie sind untot…und bei entsprechender Pflege auch unsterblich.
Systemfrager…#121
…was mich unmittelbar zu der Frage führt:
Kansnt Du Dich noch an meine subversive Story zum Hauskauf ohne Nutzungskonzept erinnern?
Wie ich auch damals schon richtig vermutet hatte, bekamen wir beide von WGN keine Antwort auf die Frage, was denn wohl “Zeit” im ökonomischen Sinne sein könnte….
So lange die Ökonomie aber diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten kann, wird ein stimmiges Konzept für geregelte, negative Rückkopplungseffekte innerhalb des Systemes auf sich warten lassen.
Ungeregelte, chaotische….immer weiter hinausgezögerte “Anpassungs-Implosionen” (mir fällt leider kein passenderer Begriff ein…) kennen wir bereits, bzw. erwarten wir bereits wieder kennenzulernen. (Martins G-O.)
Daher bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Mainstream-Ökonomie an einer sehr grundlegenden Fehlanalyse unseres Wirtschaftsprozesses laboriert.
gruss pansen
@froZ
Was wgn gemeint hat weiß ich nicht, das muss er beantworten.
“Organisierte wirtschaftliche Interessen” mit “Ökonomie” gleichzusetzen wie von Dir angenommen wäre wenig sinnig.
Sondern? Mindestlöhne/Lohnpolitik/Hartz, Abgabenpolitk, Ökosteuern für die Rente usw. sind jeweils nichts anderes als eminente Eingriffe bzw. Veränderungen bestehender Eingriffe in die Ökonomie. Nichts anderes forderten doch Franz/Koch unlängst mit dem in Angriff nehmen eines neuen Speenhamland-Versuches. Irgendwelche Auto-Zuschüsse von einmalig ein paar Mrd Euro sind ökonomisch doch ein Witz.
Das ist ja das Problem! Wenn “Wirtschaftsökonomen” oder wohl besser “Monetaristen” an Ökonomische Eingriffe denken dann denken sie eben in diesen Kategorien. Einmalige Aktionen, Zinserhöhungen/ -senkungen, Zentralbanken, vielleicht noch Kapitalrenditen über die Körperschaftssteuer ….. das ist deren (ganze) Welt. Die Verengung der Definition wie auch der Funktionsweise auf diesen Pfad ist weder schlüssig noch zielführend (oder auch schlichtweg: falsch).
Ich habe mich in Bezug auf Merkel vielleicht nicht ganz richtig ausgedrückt. Frau Merkels Mentalität ist die eines BGElers. Merkel ist ein BGE-Vorbild. Die Unbeweglichkeit, die Hoffnungslosigkeit, das paralysierte starren auf die Zukunft an welcher man so oder so nichts ändern und/oder jedenfalls nicht zum besseren wenden kann – all das verkörpert Sie. Was dieser Rohrkrepierer Obama in den USA an “we can” verkörperte – ebenso wie sein Deutsches Pendant Schröder schon davor – geht Mdme völlig ab. Was man ihr daher zugute halten kann ist: sie macht nichts verkehrt. Gut… sie macht überhaupt nichts wirklich, aber immerhin hat sie bislang nur andere wie Ulla Schmidt, V.d.L. u,ä. was verkehrt machen lassen (wie jetzt auch den Rösler).
Von der Seite des “es fällt alles schon irgendwo was positives vom Himmel” ist Merkel ein BGE-Wunder welche dem dm-Fürsten und Anthroposophen das Wasser reichen kann.
Wo haben wir denn Ökonomen? Wofür sind die gut? Für Abwrackprämien und EZB-Zinssätze? Managergehälter-Beschränkung, Körperschaftssteuer-Sätze, Aktienkurse?
Manchmal habe ich den Eindruck dem ist so. Die Einengung machen die Ökonomen selbst. Gerne genommen und gefördert von der Politik, muss man denn auch nicht mehr machen als abwarten oder einmal ein oder zwei Mrd hin- und herverschieben oder auf die EZB verweisen. Die “andere” Ökonomie besteht aber aus dem unbequemen Rest. Diese Entscheidungen sind dauerhafter und weitreichender (“realer”) als die verwaltende Schreibtisch-Ökonomie welche der Politik am liebsten wäre. Dort etwas zu verändern macht richtig weh und macht auch Mühe — und hat tiefgreifende Konsequenzen.
Vor der Arbeit und vor den Konsequenzen hat die Politik Angst. Gewaltige Angst. Zu Recht. Denn Politiker sind i.d.R. Dünnbrettbohrer welche noch nicht einmal ein “Zugangserschwernisgesetz” oder etwas ähnliches verfassungsgerecht oder auch nur formal richtig formulieren können. Die Kenntnisse in Ökonomie beschränken sich daher wohl auf das gleiche “Ausmaß”. Und wer lässt sich schon auf einen Handel ein dessen Ausmaße er überhaupt nicht begreift. Ich meine außer Politikern wenn es sie gerade Mal nicht möglicherweise selbst betrifft?
Grüße
ALOA
@pansen
Wir wissen noch nicht mal Zeit im Physikalischem Sinne ist und da glaubst du ein Ökonom könnte das lösen.Köstlich Herr Sinn was ist Zeit öhm ja öhm…
Die Grenzen sind vielmehr solche der Imagination; dahingehend, aus diesen energetischen/ökologischen “Grenzen” ein Geschäft zu machen.
Genau. Die einzige Grenze für das Geschäft ist die Imagination, die einzige Grenze für die Imagination ist das Geschäft.
Das nenne ich ein wohlgerundetes Weltbild. Je teurer das Wasser, das Öl, desto einträglicher das Geschäft.
Da macht es doch gar nichts, heute schon die Früchte des übermorgen zu verzehren: wir verballern Öl und Wasser, geben dafür aber der Zukunft unbegrenzt Kredit, damit kann sie sich dann ein Geschäft machen, oder eine Imagination oder beides.
@froZ # 124
„Vielleicht wirst Du Dich aber daran erinnern, daß mir die ganze Göttingen-Idee von Beginn an suspekt war.“
Wer im Blog plaudern unverbindlich möchte, der kann dies gern tun.
Jedoch erinnert die Art der Kommunikation in diesem Blog an Arbeitslosen- oder Obdachlosenzeitungen. Dort trösten sich Prekarisierte mit der Illusion, sie könnten damit irgendetwas erreichen.
Meine Kritik wendet sich (nur) gegen die Illusion gesellschaftlicher Relevanz dieser Art von Kommunikation. Ist – wie schon geschrieben – ähnlich wie Speakers Corner im Hyde-Park. Wobei im Hydepark wenigstens noch konkrete Menschen miteinander kommunizieren, nicht nur anonymisierte Nicks.
Für einen Teil der Teil der damaligen „Blog Community“ war es m. E. ein Bedürfnis gewesen, sich im „Real Life“ als konkrete Personen zu begegnen, um die Möglichkeit zu schaffen, etwas Nachhaltiges zu entwickeln.
Deshalb die Idee mit Göttingen.
@HAM
“Jedoch erinnert die Art der Kommunikation in diesem Blog an Arbeitslosen- oder Obdachlosenzeitungen. Dort trösten sich Prekarisierte mit der Illusion, sie könnten damit irgendetwas erreichen.”
Junge wenn ich hier auch nur einen von meiner Denkweise überzeugt habe oder zum Denken angeregt habe habe ich mehr erreicht als du mit deinem zynischem gelaber HAM…
@ aloa 5
Nun gut, nennen wir etwas einen Eingriff in die Ökonomie, was relative Preise ändert und deshalb die Geschäftsmodelle von Wirtschaftsakteuren beeinflußt, dabei einzelne davon besser, andere schlechter stellt (egal über welchen Zeitraum).
Hartz IV hat dies gewiß bewirkt, allerdings weitgehend zu Lasten der am wenigsten mit Ressourcen ausgestatteten Marktteilnehmer, die nur ihre Arbeitskraft ohne zusätzliche Positionsmacht in den Verwertungsprozeß einbringen konnten. Vermutlich hätte das Gesetz anders ausgestaltet sein und gegenteilige Effekte bewirken können, wenn etwa der Zwang zur Arbeitsaufnahme an Tariflöhne, vorherige Einkommen, Mindestlöhne oder so gekoppelt gewesen wäre. Daß dies nicht geschah, sagt aber einiges über den Gestaltungswillen des damaligen politischen Establishments und die in ihm zur Geltung kommenden Interessen aus.
Trotz aller Sonntagsreden war Hartz IV wohl doch vor allem als Gesetz zur Entlastung der öffentlichen Haushalte gedacht. Daß dieses Ziel nicht erreicht wurde, hängt damit zusammen, daß die Politik eben gerade nicht bedacht hat, in welchem Maße der veränderte Rahmen das Verhalten der Spieler beeinflussen würde: daß etwa junge Leute wegen der Gestaltung des Bedarfsgemeinschaftsprinzips früher das Elternhaus verlassen und eine eigene Wohnung anmieten würden. Und, vor allem natürlich: daß der entstehende Druck auf die Löhne zu einer massiven Ausweitung des Aufstocker-Sektors führen würde, also der Gruppe jener geringverdienenden Erwerbstätigen, die zusätzlich zu den Markteinkünften noch Transferleistungen beziehen müssen. Da tat der Clement doch so, als würde das alles ihn sehr überraschen und als hätte man überhaupt nicht damit rechnen können.
Dann hat speziell das 1-Euro-Jobbertum Geschäfts-Schemata hervorgebracht, wo “freie Träger” mit solcherart von den ArGes Verpflichteten als Vorleister für gewinnorientierte Unternehmen in Erscheinung treten und die Lohnstandards natürlich noch einmal nach unten drücken. Das sind so Sachen schon halb im Bereich der Schattenwirtschaft (es gab mal ‘ne ARD-Dokumentation dazu), unlautere Konkurrenz, deren Ermöglichung sicher als Eingriff in die Ökonomie verstanden werden kann. Aber da glaube ich nicht, daß das vorab von Schröder & Clement intendiert war, so hoch will ich den bewußten Destruktionswillen der damaligen Regierung denn doch nicht einschätzen. Überwiegend kann man das wohl als einen Ausdruck von Unfähigkeit ansehen, die Folgen des eigenen Regierungshandelns abzuschätzen.
Ein unstreitiger Eingriff in die Ökonomie war wohl das Einspeisungsgesetz für erneuerbare Energien, unter Schröder eingeführt, unter Merkel weitergeführt. Da sieht man allerdings auch, welche Art Eingriff am ehesten möglich ist und am wenigsten Widerstand findet: Ein Eingriff, der wenige Profiteure hat, die sich fortan als Pressure-Group organisieren können (siehe “Logik des kollektiven Handelns”), dessen Belastungen aber so breit auf die Allgemeinheit verteilt werden, daß der Einzelne sie nicht zu verspüren meint.
Ob nun die Regierungschefin oder einzelne Minister aktiv werden, ist doch egal; letztlich handelt die Regierung als Ganzes. Ich bin kein CDU-Anhänger, aber persönlich ist mir Merkels Politikstil sympathischer als der von Gerhard Gernegroß, das ist jedoch eigentlich unerheblich.
P.S. – im letzten Absatz wäre wohl genauer gewesen:
“Ob nun die Regierungschefin oder einzelne Minister das nach außen kommunizieren…”
Aber da glaube ich nicht, daß das vorab von Schröder & Clement intendiert war
Natürlich nicht. Die hatten schlicht keine Ahnung was sie machen. Dafür hat man ja Wirtschaftsweise wie den Herrn Franz als oberster solcher der ja vor wenigen Tagen vor Koch hergelaufen ist(1). Lustig ist das nicht. Man will “oberster Blindgänger” sagen angesichts der Erfahrungen aus dem Speenhamland. Schröder und Clement mögen in Wissen und Handeln zu beschränkt gewesen sein. Aber “Weise” sollten doch etwas mehr können(2)? Absicht? Ignoranz? Oder doch Unvermögen in den WiWis?
Ja, HartzIV ist wie die Sparkonzepte für die Renten und Krankenkassen eben “Sparen”. Brüning lässt wie Krugman grüßen.
Gerhard Schröder war inkl. seiner Nebenmänner wie Clement und Riester sowie Ulla Schmidt…. schlicht unfähig. Er wollte durchaus etwas verändern (Durchsetzungsvermögen hatte er) aber das kognitive Potential dafür etwas zum positiven zu wenden war absolut unterirdisch. Merkel ist anders. Ich mag Schröder so wenig wie Merkel. Merkel sitzt viel leiser auf der Macht. Sie hat aber weder den Willen noch das Personal etwas wirklich anzupacken und ist daher für eine Krisenbewältigung ebensowenig zu gebrauchen.
Worauf will man aber angesichts der Politiker-Pleiten in Berlin noch hoffen? Auf ein Wunder? Ich weiß es nicht. Ich sehe keinen Silberstreif. Weder eine Partei noch einen Namen könnte ich nennen der/dem ich etwas zutrauen würde. Selbst oder gerade wenn alles den bach hinunter gehen würde sitzen für mich in Berlin derzeit lauter BGEler. Dort wartet man bestenfalls darauf das jemand anderes was zustande bringt. Im schlimmeren Falle versucht man es selbst. In der Qualität von Schröder. Gott stehe uns bei.
Grüße
ALOA
1) http://tinyurl.com/ye9qpdz
2) http://tinyurl.com/yghsuyl
Merkels Politikstil resultiert aus der Erkenntnis, daß der schwere Schatten, den die Wirtschaft mit ihren geschriebenen Gesetzen (die Politik selbst war zu inkompetent und feige) auf das Land gelegt hat, nicht mehr wegzuleugnen ist. Tiefe Nachdenklichkeit hat in politischen Kreisen eingesetzt. Die Schröder/Merkel Berater von Pierer, Zumwinkel und andere Korruptis mußten sich wie geschlagene Hunde von dannen schleichen. Gut so. Nun hat sie nur noch Joe und den schwulen Starfriseur als Berater. Der bescheinigt ihr immer wieder gute “Image”-Werte. Ihre FDJ-Vergangenheit ist nur insofern hilfreich, als sie weiß, wie man die Leute/Massen tagtäglich in Schach hält. Sie lebt zwischen Baum und Borke und wartet…
PS. Vielleicht wars ja auch gar keine asiatsche Ente mit dem Merkel Rücktritt vor ein paar Tagen. Wer weiß das schon..
@13
Wenn die CDU die wahlen in NRW verhaut ist die Koalition am Ende…
Nanuk, gibts denn eine wirkliche Opposition in dem Land? – Ich denke nicht.
Die macht sich die CDU dann selbst was da nach aussen gedrungen ist das ist schon ne halbe Revolution in der CDU… vom Trümmerhaufen in Bayern rede ich mal garnicht.
Auch wenn die FAZ sie nicht finden will es gibt sie noch die Katholischen Milieus zwar seltener aber es gibt sie noch.
Für mich ist Sekularisierung sowieso nur ne Mode lass die Zeiten mal noch schlechter werden dann sind die Kirchen auch wieder voll.Klingt jetzt Zynisch aber die Kerzen werden auch wieder mehr…
@ froz
Ich stimme vielem zu, z. B.:
>Trotz aller Sonntagsreden war Hartz IV wohl doch vor allem als Gesetz zur Entlastung der öffentlichen Haushalte gedacht.>
Aber:
>Daß dieses Ziel nicht erreicht wurde, hängt damit zusammen, daß die Politik eben gerade nicht bedacht hat, in welchem Maße der veränderte Rahmen das Verhalten der Spieler beeinflussen würde: daß etwa junge Leute wegen der Gestaltung des Bedarfsgemeinschafts-prinzips früher das Elternhaus verlassen und eine eigene Wohnung anmieten würden …
DIESES Ziel wurde erreicht, weil erheblich weniger für Arbeitslosigkeit bezahlt werden musste. Hier steht der Bund für die AfA immer mit Steuergeldern in der Pflicht.
Auch ein ANDERES Ziel wurde erreicht: Die Beiträge zu Arbeitslosenversicherung konnten von mehr als 6% auf unter 3% erheblich gesenkt werden. Aus heutiger Sicht war das zu viel, aber immerhin hatten die Arbeitnehmer mehr NETTO in der Tasche.
AUSSSERDM: Die Arbeitskosten sanken, weil der Arbeitgeberanteil an der Arbeitslosenversicherung parallel zum Arbeitnehmeranteil geringer wurde.
Das war kein Konzept, das UNFÄHIGE erfunden hatten. Hier liegt aloa 5 falsch. Dass die Umsetzung von Unfähigkeit zeugt, ist eine ganz andere Sache, die auch mit unserem föderalistischen System zu tun hat.
Schröder und Clement waren allerdings unfähig, der überrumpelten Bevölkerung und insbesondere den eigenen Genossen den Sinn und Zweck überzeugend darzustellen.
Allerdings MUSS man – den Erfolg in ein realistisches Bild rückend – auch hinzufügen:
Ohne die boomende Weltwirtschaft wären die genannten Effekte nicht so groß gewesen.
Insofern kann man keine quantitative Zuordnung vornehmen.
Aber ohne jeden Zweifel:
Es waren Erfolge, jedenfalls insoweit es die Aspekte betrifft, auf die ich hier verwiesen habe.
Dies nur zu Ihrer Aussage.
Ich will desweiteren keine Debatte über Hartz IV und werde mich an keiner beteiligen, weil ich die schon hinreichend hinter mir habe.
Kirchen sind ok, ent-scheidend ist aber der Geist der in ihnen wohnt. Laß einfach häufiger Weih-Nachten sein..
“Aber, wohlgemerkt, Ich bin kein kleiner, sondern ein übergroßer Gott.
Wer mich daher erfassen will, der breite seine Arme weit aus, d. h. der muß Mich vollkommen umfassen und nicht nur denken, daß Ich helfen könnte, so Ich wollte.
Sondern er muß denken, daß Ich auch allezeit am allermeisten helfen w i l l.”
(J. Lorber)
(Danke für den link in 35, Nanuk)
Das ist Ansichtssache. Weder Clement noch Schröder wussten was sie taten. Das andere es wussten (also: Vorsatz) ist nur indirekt eine Entschuldigung für die Beiden.
Das mit der Arbeitslosenversicherung hatte auch mit einen Grund in der Umgestaltung der Finanzierung. Das weniger an die Arbeitslosen gezahlt und damit die Kaufkraft geschmälert wurde ist kein Verdienst, die gleichzeitige Zunahme der Sparquote und das ansteigen der Unternehmensgewinne das folgerichtige Resultat.
Volkswirtschaftlich wurde über die Umwandlung von Kaufkraft in Sparvolumen (von Hartz bis Riester) Raubbau betrieben. Deutschland steht damit natürlich nicht alleine da. Die Vorgehensweise wie auch die Folgen sehen wir ja derzeit. Mindestlöhne sind im übrigen der gleichen Denke zuzurechnen.
Grüße
ALOA
Das war kein Konzept, das UNFÄHIGE erfunden hatten… Dass die Umsetzung von Unfähigkeit zeugt, ist eine ganz andere Sache..
aha, es muß wohl an den Radreifen gelegen haben..
(der Kopf ist gut, nur die Schwanzflosse will nicht so recht, gell?)
O doch, das Konzept haben TOTAL UNFÄHIGE erfunden.
@ D. Tischer
“…weil erheblich weniger für Arbeitslosigkeit bezahlt werden musste…”
Ein verbreiteter, aber doch ein Irrtum. Für spätere Jahre ist es immer schwer zu sagen, weil viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Aber für 2005 gibt es eine Hochrechnung hypothetische Gesamtausgaben nach altem Recht gegenüber Gesamtausgaben nach neuem Recht. Nach neuem Recht wurde an eigentlichem Arbeitslosengeld zwar weniger, inclusive Wohnkosten und Verwaltungsaufwand aber mehr aufgewendet.
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/060608_Unterrichchtung_I.pdf
Interessant wäre es, die Ausgabenentwicklung im weiteren Verlauf mal nach Bund und Kommunen aufzuschlüsseln.
Die Mehrausgaben wäre die Sache m.E. wert gewesen, wenn die Lage und Verhandlungsposition des Prekariats sich im Ergebnis verbessert hätte. Hat sie aber im Ganzen sicher nicht. Um Robert Castels Begrifflichkeit zu nutzen: Die Zone der Entkopplung ist etwas kleiner geworden, die darüberliegende Zone der Verwundbarkeit aber deutlich größer.
“Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung konnten von über 6% auf unter 3% deutlich gesenkt werden.”
Wenn ich mich recht erinnere, so ist das damals überwiegend durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer finanziert worden. Später hat man in Boomzeiten so getan, als könne man die konjunkturbedingt günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt einfach in die Zukunft extrapolieren. Und sofern der demographische Effekt eine Rolle spielt, hätte das Absenken der ALV-Beitragssätze eigentlich durch einen Anstieg der Beiträge zur Rentenversicherung kompensiert werden müssen, oder?
@ Senior Tischer 144 oder so
–> Auch ein ANDERES Ziel wurde erreicht: Die Beiträge zu Arbeitslosenversicherung konnten von mehr als 6% auf unter 3% erheblich gesenkt werden. Aus heutiger Sicht war das zu viel, aber immerhin hatten die Arbeitnehmer mehr NETTO in der Tasche.”
Und wer hat sich die mehr NETTO Kröten gleich von Links nach Rechts in die Taschen gesteckt?
Die EVUs vielleicht? Wer sitzt denn da ganz oben vorne an?
So langsam aber sicher wird mein Husten kalt. Mann mann mann.
Natürlich werden sie mir wieder kommen: Das kann man so nicht sehen.
Jedes was der allgemeine doofe Michel mehr in der Tasche haben könnte, ist schon längst im Auto-Tank, in der Heizung, in der Stromrechnung, in den Gebühren von anderen verplant.
So blind kann doch gar kein Mensch sein.
Wenn ich mir so anschaue, wie ihr euch hier an heiteren Plaudereien über Hartz IV, Gerhard Schröder, Göttingen, Gott und die Welt delektiert, dann komme ich dezidiert zu dem Schluss, dass es uns verdammt noch zu gut geht.
Und wenn unser Taktgeber Thomas Strobl die Wirkmechanismen von Kredit ver-zaubert, dann mag er auf einer ersten Ebene Recht haben (“es geht um die Schaffung frischen Geldes und damit zusätzlicher Kaufkraft aus dem buchstäblichen „Nichts“ ” ). Die Frage, ob (eine neue Form von) Buchgeldschöpfung die Krisenursache ist, habe auch ihr mir schon gestellt (“Neuartige Buchgeldschöpfung im Finanzsystem als Ursache der Finanzmarktkrise: Heureka oder Denkfehler?” http://beltwild.blogspot.com/2009/02/neuartige-buchgeldschopfung-im.html sowie “Kipper, Wipper, Notenbanken” – http://beltwild.blogspot.com/2009/01/die-credit-default-swaps-als.html ).
Aber ganz so mystisch aus dem Nichts kommt das Geld nun auch wieder nicht. Voraussetzung für eine Kreditvergabe ist eine Geldeinlage; erst dann, wenn der Kredit erneut als Einlage zurückläuft (ins Bankensystem, nicht notwendig zur ausgebenden Bank), funktioniert Buchgeldschöpfung alten Stils (oder irre ich da?)
Eigentlich ist es also der (Wieder-)Einleger, der das Buchgeld schafft. Und eigentlich ist es ja er, der die Kreditforderungen hat. Die Zusatzleistung (oder ‘Eigenleistung’) der Finanzintermediäre besteht ja, im klassischen Kreditgeschäft, hauptsächlich (oder nur?) in den 3 Transformationen: Losgrößentransformation, Fristentransformation und Risikotransformation.)
Jeder Einleger hat also einen Vormann, an den er seinen Kredit – mit Zinsaufschlag – zurückzahlen muss. Wenn der Einleger-Kreditnehmer Waren produziert hat, und der “Vormann” nimmt diese als Bezahlung an, ist es gut.
Wenn aber, im Extremfall, niemand mehr Waren haben will, sondern alle nur noch Geld, geht das nicht gut.
Vielleicht habe ich mit meinen o. a. Bemerkungen die Problematik noch nicht voll erfasst.
Eines habe ich aber sicherlich nicht getan: sie mystifiziert.
Den Vorwurf einer Mystifikation kann ich, bei aller Wertschätzung, unserem Taktgeber Thomas Strobl nicht ersparen.
Er (und natürlich auch Sie und Sie und wir alle) sollte(n) sich/uns bemühen, den “Geldschleier” zu zerreißen und hinter diesen zu blicken.
Nicht auf die angeblich fundamentalen Tauschvorgänge, wie das anscheinend Teile der Wirtschaftswissenschaft tun (“Money does not matter”), sondern auf die Zinsziehenden Nutznießer des Systems.
Deren Status entspricht (entsprach auch wohl schon früher – vgl. meinen Blott “Keynes in Kempten” – http://beltwild.blogspot.com/2009/11/keynes-in-kempten.html) nicht in ausreichendem Maße ihrem ökonomischen Rollenbild als Investoren.
Das hatte Keynes schon vorausgesagt (“Der sanfte Tod des Rentners”). Das große Rätsel (für mich zumindest – wenn Sie mehr wissen, sagen Sie’s nur!) ist nun freilich, weshalb die Zinsen trotz eines horrenden Kapitalübergangs (im Vergleich zur Kapitalabsorptionsfähigkeit der Realwirtschaft) nicht längst nahe Null pendeln. Auf welche Weise hat es das bourgeoise Pack gepackt, die Realwirtschaft ohne Gegenleistung immer mehr ausräubern?
Andererseits verkenne ich nicht, dass negative Realzinsen, die wir eigentlich bräuchten, um den Kapitalüberschuss abzuschmelzen, problematisch für die Kapitalallokation sind (noch mhr Geldabwanderung in die Spekulation: Rohstoffblasen usw.)
In was für einem Teufelskreis stecken wir da, und könnte uns eine konfiskatorische Vermögensbesteuerung daraus befreien?
Ok, Sie müssen meine Perspektive natürlich nicht annehmen.
Was ich aber (nicht nur hier im Blog von Weissgarnix sondern vor allem auch im gesamtgesellschaftlichen Diskurs) erwarte, ist intellektuelle Radikalität.
Geistvolle Apercus im Stil von „Der Kapitalismus ist vermutlich der erste Fall eines nicht entsühnenden, sondern verschuldenden Kultus“ habe aus meiner Sicht eher eine verschleiernde denn eine aufklärende Funktion. Das ist intellektuelle Masturbation, welche den “Erkennenden” glücklich macht. Da ist aber niemand auf der anderen Seite, welchen er, im lutherbiblischen Sinne, “erkennt” und somit auch keine Produktion von neuer Erkenntnis!
Wer meinem Text bis hierher gefolgt ist, hat sich eine Belohnung redlich verdient: Er (oder natürlich auch sie) darf nun weiterschlafen!
@ CAngrande
–> Voraussetzung für eine Kreditvergabe ist eine Geldeinlage”
Nein, es ist die Solventheit des Debitors. Und das vorhandensein von solventen Debitoren. Und nichts anderes. Das kannst du Geld einlegen wie du möchtest.
Was macht der Husten, holger?
Nichts anderes?
Soso, dann kann ich also eine Bank mit -0- Einlagen aufmachen und in die Kreditvergabe einsteigen?
Es geht schon lange nicht mehr um W – G – W, wir sind im Kapitalismus, also G – W – G’
Natürlich geht es nun nicht gegen die einzelne Person, trotzdem meine Frage: Wie blöd (sorry) muß man eigentlich sein, daß man nicht sieht, daß sich alles auf G – G’ reduziert.
Das ist nicht ‘chic’, aber dürfte in der Logik der Sache liegen, wenn man meint, allein mehr ‘Geld’ haben zu ‘müssen’. G’ ist entscheidend, alles andere irrelevant. Geld kann ja schließlich alles kaufen…
In was für einem Teufelskreis stecken wir da
Dieser ‘Teufelskreis’, der kein ‘Kreis’ ist, nennt sich Kapitalismus.
Durch G’ nimmt die Kapitalkonzentration immer weiter zu, irgendwer muß dann ja auch ‘mal’ weniger haben. Und diese können leider, leider die Produkte, wenn es sie denn (noch) gibt (siehe Realwirtschaft), nicht kaufen. Also ist G’ in Gefahr und versucht sich selbst ‘zu produzieren’ – man kann es auch Gelddruck nennen.
Gibt nun (wenigstens) zwei Möglichkeiten.
Ich halte diesen ‘Zirkus’ für menschenverachtendes Theater und beende es oder … ich meine weiter schön von Zinsen leben zu wollen oder wenigstens ein Zubrot ‘verdienen’ zu können und warte auf einen oder mehrere, aber zumindest andere, mit einer ‘tollen’ Idee.
@ 13
ich wollte erst, von den 12 Stunden- von Lorber- hier die erste Stunde reinsetzen, lass ich lieber. Ich habe alle abgetippt, weil es die i Latainischer Schriftform noch nicht gibt, jedenfalls habe ich keine gefunden.
@ Cangrande
Von was lebt der Kreditor? Eigenkapital der Banken 2-4%. Woher kommt dieses Eigenkapital?
@ holger
>Und wer hat sich die mehr NETTO Kröten gleich von Links nach Rechts in die Taschen gesteckt?>
Das ist ein ANDERES Thema.
Sie wissen, dass ich es nicht mag, Themen zu vermischen.
Das führt zu nichts.
Die zwischenzeitlich hohe Rechnung für den Auto-Tank hatte vor allem etwas mit Spekulation zu tun, die Stromrechnung nicht nur, aber auch etwas damit, dass wir auf Teufel komm raus die Solarenergie subventioniert haben – bis zum Vielfachen des Marktpreises.
Das alles hat nichts, aber überhaupt nichts mit Hartz IV zu tun.
Und mit Blindheit auch nichts.
@ Tischer
–> Das ist ein ANDERES Thema.”
Ich hab es genau gewusst. Ich habs gewusst. Das dieses wieder kommt. Nein, es ist kein anderes Thema. Denn das Leben ist nicht ein ausdifferenzierte Sache. Es ist komplex. Wenn bei mir die Halswirbel mal wieder streiken, streikt auch mein Bein.
Und das hat mit HIV nichts zu tun, es ging um mehr “Brutto vom Netto” falls es nicht aufgefallen ist. Und das wenig mehr Netto wird schon richtig verteilt werden. Und wenn es nur 5 Euronen pro Artzbesuch ist. Oder mein Sohn kleiner Sohn (12) schon für Medikamente zahlen muss.
Das ist alles außerhalb ihrer Reichweite.
@ Tischer Nachtrag
wir haben Beitragsbemessungsgrenzen, ist das richtig? also wer hat von dem Senken Quantitativ denn profitiert?
@ holger 157
Ja, siehst du, es kommt davon, dass man Tischer mit Antworten hofiert hat. Er verstreut hier nur seine krämerisch-neoliberalen Stammtisch-Floskel. Da gibts keine Tiefe, keine Einsicht, kein Realitätsbezug, …
@ System
das hat doch mit hofieren nix zu tun. Wenn jemand an einer Stelle in meinen Augen recht hat, dann soll er das doch auch haben, auch du. Stell dir doch mal vor, jeder wäre wie du. Wär doch auch mist, oder nicht? Dann hättest du kein Alleinstellungsmerkmal.
Auch Tischers Radio funktioniert ohne Strom nicht.
@ holger
>Das ist alles außerhalb ihrer Reichweite.>
Ja, wenn ich über ein anderes Thema DISKUTIERE.
Nein, wenn es um Feststellungen zur REALITÄT geht.
Dies schon deshalb nicht, weil ich – Sie werden es vielleicht nicht glauben – zu Teilen davon BETROFFEN bin.
>Auch Tischers Radio funktioniert ohne Strom nicht.>
Korrekt.
Und:
Es funktioniert nicht einmal immer, wenn es an die Steckdose angeschlossen ist (wenn Sie das mit „Strom“ gemeint haben sollten).
Denn wo ich lebe, fällt öfter der Strom aus.
@ Tischer
dann empfehle ich ein Stromaggregat (Diesel), kein Schnelläufer 1.500 rpm mit 16 kVA cos.phi 0.8 nach VDE 0108 ausgelegt.
Bachten sie bitte die Derating Tabelle
@ holger
Danke für die freundliche Empfehlung.
Aber mein Radio braucht keine 16 kVA.
Einfach mal nicht Radio hören.
Auch das gehört zur Erholung.
@ Tischer
–> Aber mein Radio braucht keine 16 kVA. ”
Ne, aber die ganzen Aufladestationen für die Hilfsmittel des Weibsvolkes, erzählen sie mir nicht das sie das noch hinbekommen
@Cangrande
“Voraussetzung für eine Kreditvergabe ist eine Geldeinlage; erst dann, wenn der Kredit erneut als Einlage zurückläuft (ins Bankensystem, nicht notwendig zur ausgebenden Bank), funktioniert Buchgeldschöpfung alten Stils (oder irre ich da?)”
Die Zauberworte sind 1) notenbankfähige Sicherheiten und 2) fractional reserve banking. Oder anders: Wie wäre es mit Bafög?
@Nanuk #135
Den Kern meiner Kritik hast Du nicht verstanden, nämlich Internet-Talk als illusionärer Ersatz für politisches Handeln.
Statt die politische Handlungsfähigkeit der Subjekte zu fördern, wird hier Kommunikation zum Mittel politischer Regression.
Pseudo-politische Kommunikation als Teil eines (selbst-)organisierten Tittytainments.
@ HAM
jetzt mal Butter bei die Fische
Vor dem Internet Talk, hattest du viele Chancen zu talken, in deinem Leben (Telefon, persönliche Gespräche bei Kongressen)? ist das richtig? Und was hat es bewirkt? Nullkommanix. Oder bist du dafür Verantwortlich, was wir heute vorfinden?
–>Statt die politische Handlungsfähigkeit der Subjekte zu fördern”
Was stellst du dir darunter vor? “politische Handlungsfähigkeit”
–>Tittytainments.
Und nun? Deine ganze Brut (Akademische Gesellschaft) hat auf langer Sicht versagt. Nichts anderes. Und es gibt wenige in den deinigen Reihen, die das erkennen. Und auch dazu stehen.
@ HAM
Keine Grundsatzdiskussion zwischen uns.
Aber meinen Sie wirklich, dass es an der POLITISCHEN HandlungsFÄHIGKEIT der Subjekte liegt?
Bei immer geringerer Wahlbeteiligung, die ohne Zweifel etwas darüber aussagt, dass die bestehende politische Handlungsfähigkeit immer weniger AUSGEÜBT wird, wage ich Ihre These zu bezweifeln.
Die Leute interessiert Politik offensichtlich immer weniger.
Meine These – auch nur eine These:
Die Menschen sind der Meinung, dass sich ihre Stimme an der Urne immer weniger auszahlt bzw. dass sie mit ihrer Stimme immer weniger bewirken können. Deshalb:
Es ist egal, ob ich wähle oder nicht – es ändert sich ja eh nichts.
Damit könnten sie subjektiv recht haben.
@HAM
“politische Handlungsfähigkeit der Subjekte zu fördern,”
Ich habe hier schonmal gesagt ich habe kein Interesse an Macht die ist mir zu langweilig das ist was für beschänkte Kleingeister… ich fördere lieber das Denken.Wer denken kann ist klar im Vorteil wer Macht hat nicht.
@Ham
Für dich vieleicht auch noch mal…
http://www.youtube.com/watch?v=u5fNCyqo7NI
@HAM
politische Handlungsfähigkeit der Subjekte
gibt es gar nicht. Das Subjekt als solches ist nicht politisch, nicht im Singular und nicht im Plural. Politisch und politisch handlungsfähig sind Gruppen, Kollektive.
Hier aber reden Singuläre, Subjekte. Angeführt von ihrem subjektiven Stichwortgeber wgnx.
“Göttingen” war nur die Frage, ob hinter dieser mehr oder weniger zufälligen Konstellation von Subjekten sich eine potentiel politische Konstellation verbirgt. Die Antwort ist unterdessen vollkommen eindeutig.
Vielleicht ist es sogar noch schlimmer, und die mediatisierte Vorstellung von “politischer Handlungsfähigkeit” auch nur höheres tittytainment.
Dann hätte unser solipsistischer Katholik Nanuk recht.
Wert ist vergangene produktive Arbeitszeit, dern Produkt verkauft wurde,
Kredit ist juristischer Titel auf zukünftig erzeugten Wert, die Verpfändung der Zukunft.
Phase 1: Kredit wird (mit Zins) getilgt.
Phase 2: Nur noch Zinsen werden gezahlt.
Phase 3: Für die Zinszahlung wird neuer Kredit aufgenommen.
Phase 4: Die juristischen Titel werden annulliert. ZB durch Staatsbankrott, Revolution, Hyperinflation. Oder in ewige Dauerzahlungen prolongiert.
Wenn der Staat zur Bankenrettung seine künftigen Steuereinnahmen verpfändet wird der Staat privatisiert und werden seine Bürger in die Schuldknechtschaft geführt. Dh., der Proletarier braucht seine Arbeitskraft garnicht mehr verkaufen, weil sie bereits verpfändet wurde. Letzteres wäre auch ein Ende vom Kapitalismus. Nämlich die kapitalistische Version des Sozialismus. Kann man Schumpeter so verstehen?
@ Bafög (166): “Die Zauberworte sind 1) notenbankfähige Sicherheiten und 2) fractional reserve banking. Oder anders: Wie wäre es mit Bafög?”
Ich glaube nicht, dass mir ein Studium, mit oder ohne Bafög, in dieser Frage zu einer tieferen Erkenntnis verhelfen würde. Es sollte klar sein, dass ich, wenn ich hier von “Banken” sprach, das gemeint habe, was man üblicherweise darunter versteht, also die Geschäftsbanken.
Zusammenwirken. Schließlich hat eine Bilanz immer -2- Seiten, und was, wenn nicht die Einlagen (+ etwas Eigenkapital) stände auf der Sollseite den Krediten auf der Habenseite gegenüber?
Die können ohne Einlagen im Kreditgeschäft [bei gewissen anderen Transaktionen - CDS z. B. - bin ich mir da weniger sicher] kein Buchgeld ohne Einlagen erzeugen; d. h. nicht die Bank macht das Buchgeld, sondern Einleger + Banken in ‘kollusivem’
Dass allerdings die Notenbanken Geld nun wirklich aus dem Nichts erzeugen können (heute sogar elektronisch und damit noch mehr aus dem Nichts als es selbst Münz- und Banknotenfälschern möglich ist), ist unstreitig. Nur sind es dann eben die, welche die Geldbasis, englisch so anschaulich u. a. auch als “high powered money” bezeichnet, produzieren; die Geschäftsbanken verteilen dieses “richtige” Geld nur. Und vermehren es – aber eben nicht (oder nur ausnahmsweise) durch Geldschöpfung innerhalb des Bankensystems.
[Bei den wunderbaren neuen Finanzinstrumenten mag es eine Geldschöpfung außerhalb des Kreditsystems gegeben haben; allerdings fehlen mir sowohl Fakten- aus auch Bilanzierungswissen, um dazu eine klarere Vorstellung zu gewinnen. Ich halte es aber für zumindest hinterfragenswert, ob die Bankgewinne und Bankerboni in der Vergangenheit nicht teilweise auch aus internen Geldschöpfungsmechanismen des Bankensystems generiert worden sein können - welches sich die Rechnung jetzt von der Realwirtschaft bezahlen lassen will.]
Aber bei aller gibt es limitierende Faktoren (deren Elastizität – wann platzt eine Blase? – manche über ihre Realität hinwegtäuscht): die Notenbanken setzen Grenzen für ihre Kreditvergabe (aktuell geben sie wohl grenzenlos Geld gegen “Sicherheiten”, aber das ist nicht der Normalfall) und für das Buchgeldschöpfersystem von Einlegern und Banken zusammen bildet die monetäre Basis letztlich irgendwo irgendwann dann doch eine Grenze.
In absoluten Beträgen ist die Geldschöpfung durch die Notenbanken übrigens sehr gering – sagt zumindest Banking-Professor Richard Werner in dem FTD-Interview “Ein untragbares System” (http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:interview-mit-richard-werner-ein-untragbares-system/50042398.html ):
Frage: “Aber Notenbanken regeln die Geldströme. Dort kommt doch die Geldmenge her.”
Antwort: “Das glaubt die breite Masse. Nur ein bis zwei Prozent der Geldmenge kommt von den Zentralbanken. Es wird nur der Eindruck erweckt, dass Zentralbanken die Geldmenge erzeugen. In Wirklichkeit erfüllt dies eine PR-Funktion. Die Bevölkerung soll in diesem Glauben bleiben. 98 Prozent der Geldmenge schaffen Banken.”
Wie auch immer: Auf Kredite sind Zinsen zu zahlen, und wenn die Reichen (oder auch die Armen – vermittelt über Kapitalsammelstellen) nur noch einen statt zwei Porsche pro Jahr kaufen, und den Rest des Geldes auch nicht in Aktien und im Ergebnis in Betriebsmittel investieren, sondern nur als Kredit für die Autoproduktion an Porsche ausleihen wollen (und dann als Rückzahlung und Zinszahlung erneut kein Auto annehmen, sondern auf Geldzahlung bestehen), dann kann das System auf Dauer nicht funktionieren.
Und das gilt nicht nur (auch wenn die öffentliche Diskussion es leider oft darauf verengt) für Kredite; es gilt für alle Formen des “Zinses”, also auch für Mieten, Unternehmergewinne usw.
Mich beeindruckt weder die herrschende noch die marxistische Interpretation der Ökonomie. Der Marxismus hat offenkundig versagt, das gegenwärtig herrschende Paradigma wird offenkundig versagen, bzw. es wird uns alle immer mehr in die Sch’e herabdrücken.
Andererseits: worüber beklage ich mich eigentlich? Schließlich habe ich doch selbst bewiesen, dass unsere Umwelt nur dadurch wieder aufblühen kann, dass wir verblühen (“Nur die totale Entfesselung des Kapitalismus rettet unsere Umwelt!” – http://www.beltwild.de/drusenreich_vier.htm#Entfesselung_Kapitalismus ).
@ holger 168 – HAM-betreffend
Soviel ich es beurteilen kann, ist HAM noch immer ein Marxist. Ich habe in meiner Marxismuskritik zuerst darauf hingewiesen, dass alle empirisch nachprüfbaren (!) Tatsachen der Theorie widersprechen. Der Beweis, dass die Theorie in sich widersprüchlich (logisch falsch) ist, war bei mir für später geplant. (Dort, wo ich meinen neuen analytischen Ansatz präsentiere.) Jetzt bin ich so weit. Ich dachte mir, ich werde HAM es sagen, aber ich glaube jetzt nicht, dass es einen Sinn hätte. Wenn jemanden interessiert ist, es sind die ersten 3 Aufsätze unter dem Titel
A – Schlüsselbegriffe und Grundannahmen der realen Nachfragetheorie
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/steuerung.php?tbch=ca&schp=rnachfrE
Warum ist es gut zu wissen, dass die Theorie von Marx theoretisch total versagt hat – dass sie ein logisch falsches Denken ist. Dies ist ein handfester Beweis, dass in den WiWi auch die Ratio zählt, dass man sich nicht gegen die Ratio stellen darf – dass also auch für die SozWi dasselbe gilt, was auch für die NaturWi.
@ Nanuk 170 – HAM-betreffend
Ja, da sprichst du mir aus der Seele. Ich habe dies einmal so formuliert: Nicht die Geschichte oder die Kapitalakkumulation hat die Dampfmaschine, Flüssigkeits-Motoren und Elektromotoren geschaffen, sondern zuerst war das Wissen da und dann die Tat.
Die Feuerbachs-These von Marx, dass man die Welt nicht „erklären“, sondern „ändern“ soll, ist ein Schwachsinn. Richtig ist: zuerst erklären und erst dann ändern.
@blue_frisbee
Nein, das wäre nicht das Ende des Kapitalismus sondern das vorweg nehmen des Gesellschen Staates. Kapitalfeudalismus.
@Canagrande
Bafög hat es schon geschrieben. Es gibt neben der Geldschöpfung durch die Banken auf “altem” Wege auch den Zentralbankkredit. Hinterlegt wurden allerdings in letzter Zeit mehr oder minder wertlose Dinge bei der Zentralbank. Außerdem sind alle Hinterlegungen davon abhängig das sie werthaltig sind. Das schließt auch und insbesondere Versprechen auf zukünftige Einnahmen mit ein. Kommt eine Krise – oder der nächste Aufschwung/Zyklus nicht schnell genug – dann fällt das Kartenhaus in sich zusammen. Das Geld wird jedoch auch auf “altem” Wege schon etliche Male vervielfältigt durch die schiere Geschwindigkeit.
Dazu vielleicht lesen von Stephan Schulmeister: “Geld als Mittel zum Selbstzweck”
http://stephan-schulmeister.priv.at/fileadmin/homepage_schulmeister/files/Lech_Geld_Text_0908_mit_abb_und_tab.pdf
Dort steht einiges über die wi er es nennt “selbstreferenzielle Vermehrung” von Geld und die typische Tauschsequenz Geld-Geld-Geld. Das/selbige wird m.E. auch mit anderen sog. “Systemen” wie der Freiwirtschaft o.ä. nicht ausgemerzt. Ich zweifle etwas daran das dies möglich ist. Wenn, dann ist es vielleicht zivilisiert beherrschbar wenn man das vorhanden sein des Problemes akzeptiert. Viele sind jedoch entweder vom Problem nicht überzeugt oder davon überzeugt das man es beseitigen könne. Beides meines erachtens Irrwege.
Grüße
ALOA
@Systemfrager
“Die Feuerbachs-These von Marx, dass man die Welt nicht „erklären“, sondern „ändern“ soll, ist ein Schwachsinn. Richtig ist: zuerst erklären und erst dann ändern.”
Da siehste mal was für Marxisten wir geworden sind indem wir die Macher zu Halbgöttern erheben und das denken als Schwätzen abtun… Marx und Murx… mit dem einfachen Grundsatz erst denken dann handeln hätte sich vieleicht auch die Finanzkrise vermeiden lassen das Problem ist dumme Menschen sind sich immer so verdammt sicher.
@ Nanuk 177
“Das Problem ist, dass dumme Menschen sich immer so verdammt sicher sind”
… und so mutig sind: Wir tun was! – hat einer dieser Sorte immer wieder so stolz verkündet.
@ Nanuk hier haste mal wieder einen:
Wenige Tage vor der Afghanistan-Konferenz in London hat Außenminister Guido Westerwelle ein Aussteiger-Programm für Taliban-Kämpfer angekündigt. Viele Menschen hätten sich nicht aus fanatischer Überzeugung den Extremisten angeschlossen, sondern aus wirtschaftlicher Not, sagte Westerwelle der “Bild am Sonntag”. Diesen Menschen und ihren Familien wolle die Regierung eine wirtschaftliche und soziale Perspektive bieten und dafür auch zusätzliches Geld in die Hand nehmen. “Darum wird es in London auch einen völlig neuen Ansatz zur Wiedereingliederung von Aufständischen in die Gesellschaft geben”, erklärte der Vizekanzler.
Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Westerwelle-will-Taliban-locken-article693648.html
Hier wird sich über HIV gestritten, 20 Euro zu viel gezahltes Kindergeld zurück gefordert. Und da kommt dieser Heini wieder mal auf eine Idee. Natürlich werden einige 1000 Kämpfer auch in D integriert mit Familiennachführung. Bekommen ein Startguthaben von 100.000 Euronen und und und…
Am 1.1.11 ist Hirnschmeiß Hirn vom Himmel Tag. Nutzen wirds wohl nix.
sollte heißen Herr schmeißt Hirn vom Himmel Tag
@holger
“Fordern und Fördern” für Taliban hat ja in DE schon so gut funtioniert. Guido als Stalinist das Sein bestimmt das Bewustsein…
@holger # 179
Immerhin kann man dafür einen Kredit aufnehmen,
sozusagen die Zukunft verfrühstücken…
Schade, mein smily ist auf der Strecke geblieben …. :lachweg:
@ Nanuk
Vor einem Jahr wolltest noch unterm Pflaumenbaum rein in der Vorstellung leben und uns daran nicht mehr teilhaben lassen.
Jetzt aber willst du der Welt das Denken aufzwingen. Das geht nur durch Ausüben von Macht, du bist also schon längst Machtmensch.
@mylli
“Jetzt aber willst du der Welt das Denken aufzwingen.”
Das geht überhaupt garnicht!Ich kann dich garnicht zwingen zu denken wie ich es tue… ich kann nur sagen so denk ich denk mal drüber nach vieleicht hat ja der Nanuk irgendwie recht… das ist meine Hoffnung.
und das Denken brauche ich niemandem aufzwingen man kann nicht nicht denken.
@mylli
Ist ja Sonntag also Zeit eine Wundermaschine zu bauen.
Die Wundermaschine währe in der Lage dein denken zu meinem denken zu machen und zwar so das du und ich exakt das selbe denken mal abgesehen davon das das physikalisch schon unmöglich ist…
Bin ich dann noch ich oder bin ich dann du?
Langweilst Du Dich hier eigentlich nie Nanuk?
Ich habe hier eigentlich immer nur geschaut, um zu sehen wie weit die Panik bei den Woodoo-Ökonomen fortgeschritten ist. Die Erde ist nur noch eine riesige Spekulationsblase – von jeder Art Sinn befreit.
@Cangrande
Wenn “Unternehmergewinn” ein “Zins” ist, dann ist der Marktpreis ein Zins und Löhne sind es demnach m.E. ebenfalls. Wenn denn das alles “Zins” ist und der Zins als solches schon der Schöpfungsprozess darstellt – woher kommen dann die 98% welche die Banken an “Geldmenge Schaffen” sollen?
Grüße
ALOA
holger #168
„Deine ganze Brut (Akademische Gesellschaft) hat auf langer Sicht versagt. Nichts anderes.“
Hier manifestiert sich undifferenziertes Ressentiment gegenüber akademisch Gebildeten und der Scientific Community, basierend auf Neid und Hass.
@ceteris #172
Das sehe ich ähnlich.
Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft ist die Fähigkeit von Kollektiven, notwendige und mögliche Lösungen zu realisieren.
Die rationale Realisierung von Interessen des Gemeinwesens bedarf der praktischen Organisation.
Im Stadium gesellschaftlicher Dekadenz sind die vereinzelten Einzelnen nicht (mehr) in der Lage, sich auf rationaler Basis im „Real Life“ selbstbestimmt zu organisieren.
Hamsterradexistenz, Tittytainment, Irrationalismus und Fatalismus bestimmen den Alltag dieser Individuen. Wie Süchtige müssen sie weiter machen und dabei ihr zwangsläufiges Scheitern verleugnen.
Das „irre Ganze“ (Adorno) zeigt sich in einer irren Subjektivität der Individuen, die nicht (mehr) zur rationalen Verfolgung von elementaren Lebensinteressen in der Lage sind.
Allerdings betrifft dieser Dekadenzprozess nicht die gesamte Menschheit, sondern es gilt zwischen jenen Gesellschaften zu unterscheiden, welche sich im Niedergang befinden und anderen, welche in der Aufwärtsbewegung sind.
@ HAM 190
siehste, das ist die Kunst des weglassens. Ich habe geschrieben:
–>Und nun? Deine ganze Brut (Akademische Gesellschaft) hat auf langer Sicht versagt. Nichts anderes. Und es gibt wenige in den deinigen Reihen, die das erkennen. Und auch dazu stehen.”
und das hat mit deiner Aussage:
–>Hier manifestiert sich undifferenziertes Ressentiment gegenüber akademisch Gebildeten und der Scientific Community, basierend auf Neid und Hass.”
überhaupt nix zu tun. Das ist weder Neid , auf wen auch? oder Hass.
Da schließ ich mich dem Ernst Häckel gerne an. Und ein wenig differenzieren kann ich schon.
@ alle, HAM
Das wird jetzt wirklich spannend:
Könnte mir jedman verraten, wer zu den
HAM – akademisch Gebildeten und
HAM – Scientific Community
gehört?
Wenn man schon hassen und beneiden muss, sollte man zumindest wissen, wen
@HAM
es gilt zwischen jenen Gesellschaften zu unterscheiden, welche sich im Niedergang befinden und anderen, welche in der Aufwärtsbewegung sind.
“Der Verfall der Menschheit unterscheidet sich von ihrem Aufstieg durch die Herrschaft kühler Abstraktionen, die von einem ästhetischen Inhalt völlig abgelöst sind.”
A.N.Whitehead
@Systemfrager
Mich bitte hassen und beneiden…
@Epikur
“Ich habe hier eigentlich immer nur geschaut, um zu sehen wie weit die Panik bei den Woodoo-Ökonomen fortgeschritten ist.”
So hat es bei mir auch angefangen ist irgendwie zur Gewohnheit geworden mich hier zu belustigen.Wenn man herzlich lachen will Kommentare beiWGNX.de lesen.Schade das die INSM nicht mehr vorbeischaut die waren immer besonders lustig.Aber sind ja bald wieder Wahlen dann krauchen die wieder aus ihren Löchern.
@ceteris
… wenn die kalte Berechnung über die Moral herrscht.
@ wgn
Wirfst du eigentlich mal einen Blick in das Blatt, für das du als Autor tätig bist?
Ist dein obiger Beitrag schon schwurbelmäßig auf dem Niveau eines Prof (Un)Sinn anzusiedeln, wofür man dich eigentlich in verstehnix umbenennen müßte, schlägt die FAZ aktuell mit Interviews von Koch und der neuen ‘Fa,ilienmimisterin’ sämtliche Lügenrekorde eines Münchhausens.
Die Kommentarbereiche schäumen über vor FDGO-verleugnenden Haßtiraden gegen die Verlierer des Systems.
Und da schwimmst du sehenden Auges, begreifenden Verstandes und fühlenden Herzens mit?
Deine ständigen Beteuerungen, ‘der Wähler wolle es ja so’, zeigen doch leider auch nur, wie konsequent du zur Mietfeder degenerierst. Wer es nötig hat, die veröffentlichte Meinung als öffentliche Meinung umzudichten, um daraus argumentatives Potential zu schöpfen, sollte mal grundsätzlich über seine Positionierung zu den sogenannten Grundwerten der westlichen Staaten nachdenken.
Neusprech&Doppeldenk sollten doch einen wgn nicht ernsthaft verwirren können. Überdurchschnittliche Intelligenz, weitreichende Belesenheit sowie eine humanistische Grundlage sollten Rüstzeug genug sein, um den menschenverachtenden Wirren der Neuzeit zu begegnen.
Warum mutierst du nun immer offener zum TINA-Sänger? Gibt’s da einen Trog, den du ohne diese Wandlung nicht erreichst? Wurde die Erschießung deiner Kinder angedroht?
Was kann es nur sein, daß dich dermaßen gegen die ‘Have-nots’ aufbringt?
@ aloa5 # 146
Lassen wir es dabei, dass wir unterschiedlicher Meinung über die Fähigkeit bzw. Unfähigkeit von Clement und Schröder sind.
Über Ihrer Aussage
>Weder Clement noch Schröder wussten was sie taten.>
habe ich noch einmal nachgedacht.
Meine Überlegungen:
Es hat im Nachkriegswestdeutschland/Deutschland bis zur Agenda 2010/Hartz IV die folgende unausgesprochene, aber strikt eingehaltene Verabredung gegeben:
Die Tarifparteien kümmern sich um die Arbeitenden.
Die Politik soll und muss die Arbeitsgesetzgebung betreiben, hat sich aber ansonsten nur um die Arbeitslosen zu kümmern.
Politik, die das Angebot für und die Nachfrage nach Arbeit DIREKT beeinflusst, war tabu.
Die Agenda 2010/Hartz IV hat das geändert:
Das Arbeitsangebot hat sich damit deutlich erhöht.
Das war ein Affront den Gewerkschaften gegenüber, deren Verhandlungsmacht dadurch spürbar geschwächt wurde.
Dabei waren die Gewerkschaften die treuesten, zuverlässigsten und daher auch natürlichsten Verbündeten der Sozialdemokratie.
Sie hat man im Kampf um die Mitte bzw. angeblich neue Mitte verprellt.
Wussten Clement und Schröder was sie taten?
Wussten sie es nicht, ALS sie – fähig oder unfähig – glaubten, die Agenda/Hartz IV umsetzen zu müssen?
Oder wussten sie es und nahmen das Risiko in Kauf, WEIL sie – fähig oder unfähig – glaubten, die Agenda/Hartz IV umsetzen zu müssen?
@Degnaphta
Darum!
http://www.youtube.com/watch?v=qFHbwikzNds
@ Nanuk #195
Sucht?! Als Entschuldigung!!!
Mal ehrlich. Die Kommentare und Sichtweisen eines wgnx und seiner Lemminge sind gruselig, anstrengend und dumm. Sie schaffen es einfach nicht über den Rand des Systems hinaus zu schauen. Da es aber innerhalb des Systems keine Lösung gibt, ist es reine Zeitverschwendung, sich mit diesen “geistigen Größen” zu befassen.
Aber auch die heutigen Anarchisten, lieber Nanuk, sind da oftmals nicht wirklich anders. Sie durchschauen oft das bürgerliche System. Sie sind aber genauso oft unfähig, sich mit den verschiedenen Ansichten in einem – sagen wir mal – weitläufig gefaßten Umfeld auseinander zu setzen. Ich weiß, daß Du das kannst. Damit bist Du aber eine Ausnahmeerscheinung.
Zu @ 198
Sorry, es muss natürlich heißen: Das Angebot von Arbeitssuchenden hat sich damit deutlich erhöht.
@Epikur
Sucht?! Als Entschuldigung!!!
Ja was denn sonst das hab ich bei Familienfeiern gelernt wenn meine Nerven blank liegen “Ich geh mal eine rauchen” das mag der nachweihnachtlichen Stimmung geschuldet sein…
@ Nanuk
Hast Du es mal mit Schweigen auf den geliebten Familienfeiern versucht? Geziehltes Beobachten der betont fröhlichen Familie.
Genauso angestrengt wirken die Beiträge der versammelten Gäste hier, wobei der Gastgeber hier “volltrunken” durchr’s Zimmer rast. Wie sagt der Dieter Nuhr doch so treffend: Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Fresse halten! Aber was tun, wenn die Betreffenden gar nicht wissen, daß sie nichts zu sagen haben?
Mal ehrlich. Die Kommentare und Sichtweisen eines wgnx und seiner Lemminge sind gruselig, anstrengend und dumm. Sie schaffen es einfach nicht über den Rand des Systems hinaus zu schauen. Da es aber innerhalb des Systems keine Lösung gibt, ist es reine Zeitverschwendung, sich mit diesen “geistigen Größen” zu befassen.
Gute Zusammenfassung der über 10.000 Beiträge hier.
Ab und an kann man aber trotzdem schmunzeln.
@ wgn #48 und cangrande #110
Es wird eifrig über den Sinn und Unsinn von Kredit diskutiert, ich habe mich gefragt in welcher Dimension sich der Zins (und folgend Zinseszins) im Weltmaßstab pro Jahr bewegt.
Vorweg zum Zinseszins (Finanzwirtschaft) bei 4% Jahreszins:
1950 Grundkapital = 100%
1968 Kapital = 200%
1986 Kapital = 400%
2004 Kapital = 800%
2010 Kapital = 1000 %
Wenn die Realwirtschaft hier ohne Inflation linear mithalten will sollte das Wachstum so aussehen:
von 1950 bis ‘67 5,5% pro Jahr
von ‘68 bis ‘85 11% pro Jahr
von ‘86 bis ‘03 22% pro Jahr
von ‘04 bis ‘10 33% pro Jahr
Ich glaube, dass Blasen sich nicht sanft weg inflationieren lassen.
Ich suchte also nach der Schuldensumme weltweit um nach meinem einfachen Weltbild der zwei Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit, den Anteil des Kapitals (Zins) zu quantifizieren. Direkt habe ich die Gesamtschuld nicht gefunden, doch findet sich im
IMF Global Financial Stability Report von April 2009 auf Seite 5 die Fig. 1.3
http://www.imf.org/External/Pubs/FT/GFSR/2009/01/pdf/text.pdf
(Hier hätte ich gerne meinen Screenshot eingestellt – wie geht das?)
Ich habe mir erlaubt die verschiedenen Schuldner bei 2007 zusammen zu addieren und bin auf ca. 7,8 x „World GDP“ gekommen. Den „World GDP“ habe ich für 2007 mit 55000 Mrd. US$ woanders gefunden.
Nun teile ich die Welt in einen Kapitalisten (Geldnehmer) und 6,8 Mrd. Arbeitnehmer auf. Bei dieser einfachen Annahme kann ich errechnen, wie viel der Arbeitsleistung für Zins abgezweigt wird und welche Bedeutung das Kapital mindestens für den einzelnen Arbeitnehmer hat. Mit dieser Berechnung trete ich dem System sicher nicht zu nahe, da die Wirklichkeit sicher noch schmerzhafter für den einzelnen Arbeitnehmer ist (Zahl der Arbeitnehmer < 6,8 Mrd. und Annahme von nur 4% Zins).
Weltschuldenstand 2007 = 429000 Mrd. US$
daraus ergibt sich ein Zinsaufwand bei 4% von ca. 13000 Mrd. US$
diese Last aufgeteilt auf die maximal 6,8 Mrd. Beschäftigten ergibt sich eine Zinslast von
mindestens griffigen 2000 US$ pro Jahr und Arbeitnehmer
Wenn das Kapital sich durch Zinseszins exponentiell weiter auf bläht und nicht abgeschmolzen werden kann, weil sich die Besitzenden nicht von Ihrem Geld trennen wollen, steigt auch die Zinslast proportional und ist dann absehbar nicht mehr zu realisieren.
Entweder trennen sich die Reichen clever und wohl dosiert von einem Teil ihrer leistungslosen Kapitaleinkünften, oder sie werden davon abgetrennt werden.
Habe ich die Größenordnung ungefähr richtig erfasst? Wenn Ihr genauere Zahlen kennt was die Finanzwirtschaft weltweit kostet, her damit.
@ Have all
Nun ja, eigentlich ist das aber nicht zum schmunzeln. Diese Typen hier meinen das völlig ernst! Und das ist wahre Kriminalität.
@Dietmar Tischer #198, 201
“Sorry, es muss natürlich heißen: Das Angebot von Arbeitssuchenden hat sich damit deutlich erhöht.”
sowie
“Das Arbeitsangebot hat sich damit deutlich erhöht.”
Erhöht sich durch das Angebot an Arbeitssuchenden nicht auch das Arbeitsangebot? Wieso Ihre Korrektur in der Darstellung?
@epikur
Aber für dich hab ich auch noch was…
Dem Solopsiismuss der zunächst aus der vereinsamung des für sich entdeckten puren Selbst in der entfremdeten Welt folgt und nach seiner Praktischen Seite einzig die Lösung von den weltlichen Verklammerungen Steigerung der der Differenz kurz Entweltlichung des isolierten Selbst fordert gesellt sich ohne ihn aufzuheben eine soteriologische Brüderethik die aber von der diesseitigen Gesellschaftsethik der Antike weltenweit absteht…
einzig die Förderung der Erlösung im Anderen d.h. seiner Entweltlichung die jedem zu Vehiculum der eigenen wird ist das ziel dieser Ethik ihr Subjekt nicht das konkrete Individuum sondern nur noch sein unpersönlicher nichtweltlicher Kern der Funke der in allen identisch ist und die Basis die dieses miteinander stiftet worin seine konstitutive Begegnung stattfindet gemeinsame einsamkeit in der zur Fremde gewordenen Welt.
Hans Jonas
so jetzt ersetze Funke und Kern durch Markt und schwubs Gnostik ade… Willkommen im 21jh…
@Epikur
Ja, die meinen es ernst.
Aber nach 20 Jahren in dieser
Wir-haben-es-doch-so-gewollt-Demokratie
ruhe ich in mir selbst.
@ Nanuk
Weißt Du Nanuk, es ist mir schon gruselig genug, wenn ich diese ganzen Zombies mit ihrem starren und leblosen Blick aufs Handy, jeden Tag an mir vorbeirauschen sehe. Wirklich, da komme ich mir immer vor, wie auf einem anderen Planeten. Da hilft nichts mehr! Keine Literatur, kein Gespräch, keine Philosophie und mit dem Begriff der Entfremdung können die auch nichts anfangen. Die sind ganz bei sich zu Hause.
@ Have all
Mein Lieber Du irrt! Da is nix mit Demokratie, da herrscht die reine Macht – sonst gar nix.
Man kann sich angeekelt abwenden, aber darin ruhen…nee das geht nicht.
@Epikur
“Da hilft nichts mehr! Keine Literatur, kein Gespräch, keine Philosophie und mit dem Begriff der Entfremdung können die auch nichts anfangen. Die sind ganz bei sich zu Hause.”
Das hat sich die Kirche damals auch so gedacht…und dann Scheiterhaufen aufgestellt.
@ Nanuk
Hat der Kirche aber am Ende nicht wirklich viel genutzt. Und aus lauter Frust läuft da heute einer mit schwarzen Augenrändern und roten Schühchen rum und beaufsichtigt einen pedof… Haufen!
@ Brummel
Offensichtlich bin ich heute nicht gut drauf.
Durch Hartz IV hat sich die Nachfrage nach Arbeit erhöht.
Damit erhöht sich der Wettbewerb um Arbeitsplätze und die Arbeitgeber können diese mit tendenziell geringerer Vergütung besetzen.
Gleichzeitig müssen sich diese Nachfrager, die Harzt IV-Empfänger also, auch noch mit niedrigeren Löhnen als den tariflichen zufrieden geben, weil sie durch die Gesetzgebung wegen Sanktionsandrohung zur Arbeitsaufnahme gezwungen werden.
Außerdem ergibt sich mit der Leiharbeit für die Arbeitgeber die möglicherweise sogar legale „Chance“, reguläre, tarifliche Arbeitsverhältnisse zu kündigen und dieselben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu geringerer Vergütung an denselben Arbeitsplätzen zu beschäftigen (so wohl exemplarisch der Fall Schlecker).
Das alles schwächt die Position der Gewerkschaften.
Ich denke, dass dies mit richtiger Begrifflichkeit nun so richtig dargestellt ist.
@ Dietmar Tischer
Gewerkschaften?! Die gibt es schon seit langem nicht mehr. Sozialpartner – und die stehen auf Seiten der Macht und werden von diesen auch als solches Instrument gekauft. Schau genau hin, sie zeigen es mittlerweile ja auch ganz offen. Für’ne Nutte und eine Reise machen die alles!
@Dietmar Tischer
Die Frage ob sich Schröder und Clement des Effektes bezüglich der Gewerkschaften im klaren waren ist nicht wichtig.
Die Frage ist ob sich Clement und Schröder (und Riester im Falle der Riester-Rente) im klaren waren welchen Effekt es überhaupt haben würde. Ich glaube nicht. Ich halte Riester nicht für fähig oder willens zu überblicken was eine kapitalgedeckte Rente (dann auch noch für diese Schichten) für den Kapitalmarkt und Rentner bedeutet. Und ich halte weder Clement noch gar Schröder für fähig oder willens über sagen wir “Vorgaben” von manchen rein “angebotsorientierten” Beratern hinaus zu schauen.
Dabei haben selbst “neoliberale” Personen wie Oliver Landmann aus Freiburg mit seinem two handed approach zumindest vom Vokabular her schon erkannt das dies ökonomischer Irrsinn ist.
Ja. Schröder und Clement haben das getan was sie meinten tun zu müssen. Das ihnen klar war was sie damit erreichen – nämlich nicht wirklich etwas positives – glaube ich nicht. Schon viele in der Geschichte der Armengesetzgebung dachten sie tun “was gutes”. Auch mit einer wesentlich ehrvolleren Intention als “fordern und fördern” ist der Schuss schon nach hinten losgegangen.
De facto befanden wir uns schon eine ganze Zeit lang in etwas wie einer Investitionsfalle. Das ist von vornherein nicht mehr rein über die Angebotsseite zu retten gewesen – und trotzdem hat man es versucht…. und keinen Blumentopf damit gewonnen.
Nun haben wir einen Franz und einen Herrn Koch. Die wollen also noch einen drauf setzen. Koch ist wie Schröder oder Clement. Dahinter sitzt immer ein Franz. Die einen von diesen können nichts sehen, andere sehen nur das was sie sehen wollen.
Grüße
ALOA
@Dietmar Tischer
a) “Das Arbeitsangebot hat sich damit deutlich erhöht.”
b)“Sorry, es muss natürlich heißen: Das Angebot von Arbeitssuchenden hat sich damit deutlich erhöht.”
sowie
c)”Durch Hartz IV hat sich die Nachfrage nach Arbeit erhöht. ”
Unterstellt, das Arbeitssuchende ihre Arbeitskraft auf den Markt zur Verfügung stellen, sind für mich m.E. die Aussagen a) und b) in ihrer Bedeutung identisch.
Mit c) hingegen stellen Sie hingegen die Behauptung auf, dass die Nachfrage nach Arbeit sich durch Hartz IV auf dem Arbeitsmarkt erhöht hat. Diese Aussage finde ich interessant. Eine Erhöhung der Nachfrage nach Arbeit muss tendenziell zu einer Verringerung der Arbeitslosigkeit führen. Leider kann ich ihre Aussage bei Betrachtung der Statistik der Arbeitslosenzahlen aber nicht unterstreichen.
“Das alles schwächt die Position der Gewerkschaften.”
Wird nicht eher die Postion des Arbeitnehmer geschwächt?
So @ Epikur hast Du Dich nun langsam wieder ‘eingekriegt’, nach Deinem pauschalen, undifferenzierten ‘Rundumschlag’.
Es gibt hier einige, die nicht nur ahnen, sondern wissen(!), daß in diesem System kein ‘Blumentopf’ zu holen ist – jedenfalls nicht für Menschen(!). Und jedem, dem es in erster Linie um diese (also um uns alle hier ‘draußen’) geht, wird es schon irgendwann noch begreifen (müssen).
@ Wat.
“(also um uns alle hier ‘draußen’)”
Es gibt also nur Mensnchen dort? Gut, dann ist ja alles in bester Ordnung.
@ Epikur # 219
Es gibt also nur Mensnchen dort?
Ja, egal wie kleingeistig, abhängig, opportunistisch, intelligent, wissen, politisch handelnd oder gar kriminell jemand ist – es ist ein Mensch!
Fangen ‘wir’ an hier nach mehr oder weniger ‘menschsein’ zu ‘differenzieren’, ist das Wort A…loch noch eine nette Umschreibung für uns, ich würde das Faschist nennen.
‘Menschlich’ als handelnde Option ist was anderes, stellt aber nicht ‘Mensch’ mit Lebensrecht in Frage…
@ Wat.
Ah! Ich beginne zu verstehen. Wir fangen jetzt an uns alle zu lieben und dann ist die Welt wieder schön. Nee, so einfach ist das! Man warum bin ich da nicht selber drauf gekommen?
Dumm ist nur, daß mir meine Erfahrung etwas anderes zeigt. Der Typ mit den roten Schlappen und den schwarzen Augenringen zum Beispiel ist sicherlich auch einer von den ganz harmlosen Menschen. Der ist nur noch nicht ganz “reif” für’s “menschsein”. Meintest Du das? Wir sollten ihm also eine Chance geben?
Ich meine, ich verstehe langsam Dich @Epikur.
Wenn jemand sich nicht so verhält, wie es Deinen Vorstellungen von ‘Mensch-sein’ entspricht, dann hat er für immer ‘fertig’.
Du sprichst weiter oben von Systemgrenzen und darüber hinaus denken.
Dann wäre es schön, erst einmal zu wissen, wie dieses hier ‘funktioniert’ – und die Menschen in diesem.
Oder glaubst Du auch an diesen (sorry) Schwachsinn, daß schließlich jeder einen freien Willen hat.
Der ist so ‘frei’ wie hier die ‘Freiheit’ und reicht gerade soweit, wie Dein Portemonnaie – sagte hier mal ein Mitdiskutant.
Btw. egal wer der Typ mit den roten Schlappen usw. ist.
Der Mensch ist ein soziales Wesen, wenn er sich auch oft alles andere als ein solches verhält.
@Epikur
werd’ erstmal selber reif für’s Menschsein. Dann reden wir weiter… klugsch*ißen kann schliesslich sogar ein Automat, und der Typ mit den roten Schlappen kann es sogar besser als du.
@ aloa 5
>De facto befanden wir uns schon eine ganze Zeit lang in etwas wie einer Investitionsfalle. Das ist von vornherein nicht mehr rein über die Angebotsseite zu retten gewesen – und trotzdem hat man es versucht…. und keinen Blumentopf damit gewonnen.<
Es ist auch meine Meinung, dass wir uns schon eine lange Zeit in der Investitionsfalle befanden.
Das ist nach wie vor DAS volkswirtschaftliche Problem.
Ich bin auch der Meinung, dass dieses Problem nicht über die Angebotsseite zu retten gewesen war. Es ist auch jetzt nicht über die Angebotsseite zu retten. Mittel- und langfristig ist das MÖGLICHERWEISE der Fall, wenn wir über die ganze Breite der Bevölkerung deutlich mehr beruflich erstklassig qualifizierte Menschen hätten. Das wäre mein Ansatz, um Investitionen hierzulande zu initiieren.
Ich denke, dass Clement und Schröder in erster Linie die Soziallasten reduzieren wollten, das war jedenfalls Clements wiederholte Aussage. Ob sie glaubten, dass die Agenda 2010/Hartz IV auch nennenswerte Investitionen auslösen würde, weiß ich nicht.
Geschafft wurde es damit jedenfalls nicht, auch nicht als die Weltwirtschaft boomte und Millionen in Arbeit kamen.
Ich habe nie gehört und glaube auch nicht, dass Prof. Sinn und andere, die hinter der Agenda standen und noch stehen, Investitionsanreize als vorrangiges, direkt zu verfolgendes Ziel angesehen haben.
Aber ich will nicht behaupten, dass ich da auf dem neuesten Stand bin.
Übrigens:
Ich bin überzeugt, dass politisch die „Schröder-Politik“ über die wirtschaftlichen Implikationen hinaus weitreichende Konsequenzen hat. Es wurde damit für die Politikergeneration nach ihm schlagend dargelegt, dass die Handlungsmaxime „keine Experimente“ heißen müsse, wenn man an der Macht bleiben will.
Das kann genauso verheerend sein, wie falsche Politik zu betreiben.
@aloa # 176:
Dass Zentralbanken die Möglichkeit der Geldschöpfung haben, sagte ich ja.
Im übrigen danke für den Link zum Schulmeister-Text; der schaut auf den ersten Blick recht substanzhaltig aus.
@ Brummel
Vergessen Sie a) und b); es ist Käse, wie ich mich da ausgedrückt habe.
c) ist die Konsequenz aus der Agenda 2010/Hartz IV.
>Eine Erhöhung der Nachfrage nach Arbeit muss tendenziell zu einer Verringerung der Arbeitslosigkeit führen.>
Jedenfalls dann, wenn – wie ich es dargelegt habe – unter Tariflohn bezahlt werden darf.
>Leider kann ich ihre Aussage bei Betrachtung der Statistik der Arbeitslosenzahlen aber nicht unterstreichen.>
Von 2005 bis 2008 hat es einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen gegeben, wobei ich darauf hingewiesen habe, dass dies unzweifelhaft AUCH dem Boom der Weltwirtschaft geschuldet ist, von dem unsere exportlastige Wirtschaft außerordentlich profitiert hat.
>“Das alles schwächt die Position der Gewerkschaften.”
Wird nicht eher die Postion des Arbeitnehmer geschwächt?>
Mein Argument mit Blick auf Schröder – hat er gewusst, was er (politisch) tat – bezog sich auf die Position der Gewerkschaften. Ihre Verhandlungsmacht ist dadurch eindeutig geschwächt worden.
Aber auch die Position der Arbeitnehmer ist geschwächt worden. Wenn jetzt mehr am Tor stehen und meinen Arbeitsplatz wollen, muss ich letztendlich Zugeständnisse machen. Da gibt es für die Arbeitgeber sicher erfolgversprechende Methoden, die mehr oder minder rechtlich möglich sind, siehe das Schlecker-Beispiel.
Deshalb habe ich ja in der Diskussion um Erfolg oder Misserfolg der ganzen Veranstaltung auch nicht gesagt, dass sie für alle Beteiligten nur erfolgreich gewesen sei bzw. ist. Es hat auch erhebliche „Nebenwirkungen“ gegeben und es gibt sie noch immer.
Ich bestreite das nicht, will es aber im Einzelnen nicht mehr diskutieren.
@ Wat.
Nein, Du verstehst mich nicht!
@ ceteris #223
Geh’ mir aus der Sonne ceteris!
@holger #192
„siehste, das ist die Kunst des weglassens.“
Nur zur Klärung:
Die erste Behauptung war:
„Deine ganze Brut (Akademische Gesellschaft) hat auf langer Sicht versagt. Nichts anderes.“
Danach folgen die Sätze:
„Und es gibt wenige in den deinigen Reihen, die das erkennen. Und auch dazu stehen.“
Das ist eine zweite Behauptung, welche die erste Behauptung nicht relativiert, sondern bestätigt.
Wo ist da eine Differenzierung zwischen progressiven und reaktionären Wissenschaftlern, zwischen ehrlichen, gemeinnützigen und mutigen einerseits und opportunistischen, korrupten und/oder betrügerischen andererseits?
Wer behauptet, dass diese „ganze Brut (Akademische Gesellschaft)“ versagt, zeigt nur, dass er vom dem, was im Wissenschaftsprozess abläuft, keinerlei Ahnung hat und sich zudem durch Form und Inhalt nachhaltig für eine weitere Kommunikation disqualifiziert.
@Epikur
@ ceteris #223
Geh’ mir aus der Sonne ceteris!
Es liegt nicht an mir, dass du im Schatten stehst.
@Tischer
Es wurde damit für die Politikergeneration nach ihm schlagend dargelegt, dass die Handlungsmaxime „keine Experimente“ heißen müsse, wenn man an der Macht bleiben will.
Die Agenda WAR ein Experiment, und sie hat Schröder die Macht gekostet. Und ich würde behaupten wollen, dass er diesen Preis auch kalkuliert hat, weil er nämlich viel mehr als vorbildlicher privater Nutzenmaximierer denn als verantworlicher Politiker gehandelt hat.
Für Politiker ist das maßgebende Statement dieser Figur gewesen, dass er zum Regieren nichts weiter brauche als ” Bild, BamS und Glotze”. Wäre er kein Parvenu, er hätte FAZ und FAS nicht vergessen…
@canagrande
Stephan Schulmeister hat sich inzw. anscheinend zum “führenden Ökonomen” Österreichs gemausert wie ich gelesen habe. Seit ich vor ein paar Jahren auf ihn gestoßen worden bin lese ich ab und an was von ihm. Er steht recht weit links, aber ich denke er kann wirklich was.
Grüße
ALOA
@ aloa5 (canagrande) 232
Mich hat es auch überrascht, dass ein gelddenkender Ökonom dermaßen logisch hell und zusammenhängend denkt (ohne sich ständig durch Techniken, Metaphern und Anekdoten durchzumogeln)
Hast du noch was von ihm zum Down ?????????????
Schulmeister bestätigt somit nur: mit dem Geld alleine lässt sich ziemlich NIX in der Wirtschaft erklären.
Es wäre an der Zeit, dass die Geldökonomen ihre einsamen exotischen Inseln verlassen und zurück auf das Festland kehren. Man wird ihnen zuerst einiges vorwerfen und verübeln, aber man wird sie bestimmt gern wieder eingliedern
@Dietmar Tischer
“Von 2005 bis 2008 hat es einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen gegeben, wobei ich darauf hingewiesen habe, dass dies unzweifelhaft AUCH dem Boom der Weltwirtschaft geschuldet ist, von dem unsere exportlastige Wirtschaft außerordentlich profitiert hat.”
http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=H9NU28
Sehen Sie bitte dazu die Statistik oben im Link. Ihre obige Aussage lässt sich glaube ich nicht halten. In den von Ihnen genannten Zeitraum stieg die Arbeitslosigkeit sogar!
Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass die Agenda 2010 ein Schritt in die richtige Richtung war, dass aber die Massnahmen bei weitem nicht ausreichten, den Arbeitsmarkt anzukurbeln. Ein Problem war insbesondere, dass mit Hartz IV nur die Verhältnisse der Arbeitslosen für den Arbeitnehmer schmackhafter gemachten wurden, dass aber die Gehälter der in Arbeit stehenden Lohnempfänger nicht angefasst wurde. Um den Arbeitsmarkt in Schwung zu bringen, hätte der Kündigunsschutz angepasst werden müssen und die Löhne hätten deutlich (>50 % in mehreren Teilschritten) nach unten revidiert werden müssen.
Können Sie sich dieser Darstellung anschliessen?
@ Brummel 234
Da komt einer, der die klare Sprache spricht. Ein American Pit Bull Terrier!
Um die Reichen noch reicher zu machen, soll man die Armen krepieren lassen. Da muss ich wieder die ketzerische Frage stellen: Waren die Stalins Lager vermeindbar – bei den Menschen die wie Brummel denken?
@Dietmar Tischer
“In den von Ihnen genannten Zeitraum stieg die Arbeitslosigkeit sogar!”
In der Eile teilweise falsch geantwort. Ich wollte natürlich sagen, dass Sie den Zeitraum falsch gewählt haben. Die Agenda 2010 wurde in den Jahren 2003 bis 2005 umgesetzt. Der von Ihnen genannte Aufschwung am Arbeitsmarkt in den Jahren 2005 bis 2008 ist tatsächlich auf die Weltmarkt Situation zurückzuführen und nicht auf die Agenda 2010. Ansonsten würde ich auch nicht wissen warum Reformen am Arbeitsmarkt sieben Jahre benötigten, um Wirkung zu zeigen. Insbesondere der Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigt aus meiner Sicht, dass die Unternehmer die Massnahmen als für nicht ausreichend erachteten, ansonsten hätten sie in Erwartung der Besserung der Arbeitsmarktsituation sich mit (betriebsbedingten) Kündigungen zurückgehalten. Das Gegenteil ist aber der Fall gewesen. Deutschland fiel in den Jahren 2003 bis 2005 im internationalen Vergleich weiter zurück und die Unternehmer waren gezwungen auf diese Situation mit Verlagerung der Produktionsstätten nach Ost-Europa und Asien zu reagieren.
Können wir uns auf diese Formel einigen?
@Systemfrager
Es geht doch nicht um Ihre oder meine Befindlichkeit zu dieser Entwicklung. Dies ist eine Diskussion im ökonomischen Sinne und da steigt nun mal die Nachfrage nach Arbeit mit abnehmenden Lohnniveau und vice versa. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass auf dem Weltmarkt das Produkt Arbeit für ein viertel oder fünftel des Preises zu haben ist, der in Deutschland zu zahlen ist und denken Sie stringent ökonomisch. Was folgt daraus? Oder wollen Sie auf Grundlage einer noch genauer zu spezifirienden Moral von den Arbeitgebern fordern, in Deutschland unternehmerischen Selbstmord zu begehen?
@ Brummel 237
Ach so. Die Globalisierung. Ist klar. Und was war die Globalisierung. Nichts als eine Strategie der Menschen wie du, die nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die Chance gesehen haben, die Arbeiter wider zu versklaven.
„Der Kapitalismus hat der Arbeiterklasse den Krieg erklärt und er hat ihn gewonnen“, schrieb Lester Thurow in den 1990er Jahren.
Aber diese Narren und Dumköpfe haben vergessen, wohin so etas in der Weimarer Zeit geführt hat. Ja, die Geschichte widerholt sich leider:
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ba/40m/ba40m-2klick-winup1.html
@Systemfrager
Wie immer man über die Globalisierung denkt, sie ist das gängige Paradigma der deutschen Politik. Alle Parteien, auch die Linke haben sich diesem Paradigma angeschlossen und unterscheiden sich nur hinsichtlich der Verteilungsfragen der Früchte der Globalisierung.
Also Kopf hoch und der Wirklichkeit ins Auge sehen.
Unterscheiden Sie in Ihrer Kritik zu meinen Kommentaren, ob Sie systemimmanent eine andere Lösung sehen oder ob Sie das System als solches insgesamt ablösen wollen. Im letzteren Fall tut es mir leid, ich kann nicht sehen wie die dritt- oder viertgrösste Volkswirtschaft sich plötzlich fundamental wandeln sollte. Deutschland ist wirtschaftlich immer noch ein Erfolgsmodell. Die hohe Arbeitslosigkeit ändert daran nicht und bleibt wirtschaftlich ohne Auswirkungen solange die Kosten der Arbeitslosigkeit innerhalb der Gesellschaft getragen bleiben und nicht auf den Unternehmer abgewälzt werden.
@ Brummel 239
Ach so. Es gibt auch Länder, denen es noch (viel) schlimmer als Deutschland geht. Ja. Gewiss. Der Globalisierung dank.
Deutschland ist ein Erfolgsmodell! Gewiss. Für immer wenigere, die ganz Reich sind. Die Unterschichten sind ruiniert, und demnächt beginnt das Blutbad für die sog. Mittelschichten. Die Arbeitslosigkeit bei den Akademiker ist sprunghaft gestiegen.
Deutschland ist ein Erfolgsmodell? Wirklich? Und wir sterben biologisch aus. Was für ein Erfolg! Das dies auch den anderen westlichen “Erfolgsmodellen” passiert, ändert an der Tatsache nichts. Es sagt uns nur. Die westlichen, die rafgieren, rücksichtlosen und räuberichen Eliten ruinieren ihre eigene Zivilisation.
@ HAM
–>Wer behauptet, dass diese „ganze Brut (Akademische Gesellschaft)“ versagt, zeigt nur, dass er vom dem, was im Wissenschaftsprozess abläuft, keinerlei Ahnung hat und sich zudem durch Form und Inhalt nachhaltig für eine weitere Kommunikation disqualifiziert.”
Das macht mir doch gar nichts. Es zeigt mir nur mal wieder, was unter einer Kommunikation verstanden wird. Besonders dann, wenn man noch nicht mal “Anonym” ist. Du bestätigst mir nur das, was ich vermutet habe. Wenn ich jetzt so gebildet wäre, wie unsere Wissenschaftseliten müsste ich wahrlich protestieren. Ach Quatsch, energisch protestieren um noch ein wenig zu unterstreichen.
http://www.kriminologie.uni-hamburg.de/wiki/index.php/Wissenschaftskriminalit%C3%A4t
@ Systemfrager
“Deutschland ist ein Erfolgsmodell! Gewiss. Für immer wenigere, die ganz Reich sind. Die Unterschichten sind ruiniert, und demnächt beginnt das Blutbad für die sog. Mittelschichten. Die Arbeitslosigkeit bei den Akademiker ist sprunghaft gestiegen.”
Ist dies ein Blog moral-ethischer Fragen? Es ging doch “nur” um eine rein ökonomische Betrachtung ohne Bezug zu den gesellschaftlichen Fragen, die sich daraus ergeben. Für letztere bemühen Sie bitte die Politikwissenschaftler. Ich kann nur sagen, wie es wirtschaftlich aussieht. Der Zug in die Globalisierung hat für Deutschland erst begonnen. Wir dürfen gespannt sein auf Wirtschaftsreformen der neuen bürgerlichen Volkspartei.
@ Brummel 242
Ach so. Du bist wirklich mit allen neoliberalen Tricks ausgerüstet. Die WiWi sollte eine wertneutrale Wissenschaft sein. Nein. Es gibt keine wertneutrale Wissenschaft. Aber damit nicht genug. Das was du unnter der WiWi versteht, also der Neolberalismus (Neuklassik), ist – mein Lieber – gar keine Wissenschafft. Das ist eine akademischee Idiotie, die deshalb als “WiWi” siegen konnte, weil sie die neue Religion der Reichen ist.
Aber so viele Experten, Doktoren udn Prophesoren würden sich nicht täuschen? Warum nicht. Marxismus hatte bestimmt nicht weniger Experten, Doktoren udn Prophesoren als dein Neoliberalismus heute. (Die Religionen braucht man gar nicht zu erwähnen.)
Damit ich dir Mühe spare: Fang nicht jetzt an, man müsse etwas zuerst verstehen und dann kritisieren. Ja, einige – ich auch – haben sich sehr große Mühe gegeben, deine WiWi zu verstehen und sie sind entsetzt. So ein Unsinn – wo immer man anfängt. Kannst du da reinschauen, wenn du genug mutig bist:
Der Neoliberalismus | für Eilige
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/steuerung.php?tbch=ba&schp=neolib
@Systemfrager
In unserer Verfassung ist verankert dass alle Macht vom Volke ausgeht. Wir leben in einer Demokratie. Was das bedeutet kannst Du erfahren, in dem Du hier z.B. frei Deine Meinung äussern darfst. Aber zu erwarten, dass in diesem Lande sich alles nach Deiner Meinung drehen müsse, wäre wohl ein bisschen zu viel verlangt. Also doch ein Blog für Moralaposteln und Ethiker? Ist ja auch einfacher als sich mit der WiWi zu beschäftigen.
Verfassung?
ah, die hier, http://dejure.org/gesetze/GG/146.html
#245
Ich muß auch immer lachen, daß es tatsächlich ein Land gibt, welches Verfassungsrichter und Verfassungsschutz unterhält, ohne eine solche zu besitzen.
Die perfekte Staatssimulation…
@ Brummel 244
Jetzt sind dir “Argumente” ausgegangen. Stimmt? Ja, es stimmt! Das einzige, was dir bleibt, ist mich zum “Moralaposteln und Ethiker” zu machen. Sehr erbärmlich. Findest du nicht? Es kam doch von dir, dass die Wissenschaft „wertneutral“ ist, und ich habe mich gern zur Verfügung gestellt, über deine „ach-so“ wertneutrale „ach-so“ Wissenschaft zu sprechen. Weißt du nicht wovon du sprichst? Kannst du dein Wort nicht halten?
Und wenn du etwas über unsere Verfassung herumlaberst: Ich bin derjenige, der ihr befolgt, du mit deinen menschenfresserischen Instinkten, die Löhne mehr als halbieren und wenn es nötig ist wegen der Profite verhungern lassen, bist gegen unsere Verfassung:
Grundgesetz (GG): Artikel 1, 14 und 20
@Systemfrager 233
Sicher. Ich bin ein Kind des Netzes. Aber sieh hier:
http://stephan-schulmeister.priv.at/index.php?id=6
Ich empfehle unter anderem dieses hier von ihm zur “Großkrise”:
http://stephan.schulmeister.wifo.ac.at/fileadmin/homepage_schulmeister/files/Grosskrise_AK_MuWG_106.pdf
Meine erste Lektüre von ihm war diese hier – auch ganz interessant:
http://stephan-schulmeister.priv.at/fileadmin/homepage_schulmeister/files/Karl_Marx.pdf
Den Titel fand ich faszinierend (weswegen ich mir das querlesen auch angetan hatte):
“Anmerkungen von Dr. Karl Marx zur wirtschaftlichen Entwicklung seit 1980″
Wie schon einmal gesagt informiere ich mich querbeet durch alle Bereiche der WiWi-Vertreter. Ich finde fast immer Haare in der Suppe. Die findet man aber nur wenn man sich auch mit vielen “Seiten” (oder Ansichten) abgibt.
Grüße
ALOA
@Systemfrager
Du hattest bei der letzten Bundestagswahl die Möglichkeit etwas zu ändern. Ich hoffe, Du hattest Deine Chance genutzt.
Als Bundesbürger hast Du desweiteren auch die Möglichkeit eine neue Partei zu gründen oder in eine bestehende einzutreten.
Falls Du meinst, dass die Wirtschaft gegen die Verfassung verstösst, kannst Du eine Verfassungsklage bewirken.
Ausgangspunkt meiner an Herrn Tischer gerichteten Diskussion war das Axiom das sich Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt über den Preis regelt. Wer dies leugnet verschliesst die Augen vor der Wirklichkeit. Dafür das Menschen nicht verhungern, gibt es Hartz IV. Alles andere ist Gejammer und gehört nicht in den Bereich Wirtschaftswissenschaft aufgrund deren ich versuchte mich mit Herrn Tischer über die Arbeitsmarktproblematik zu verständigen.
Statt grosse Töne zu spucken, würde ich mich über Deinen sachlichen Beitrag hierzu freuen. Aber die Klappe aufreissen ist immer einfacher. Zumal dies ein virtuelles Blog ist, wo man nicht an den eigenen Worten gemessen wird.
@Dietmar Tischer
P.S. Warte immer noch auf eine Antwort von Herrn Tischer zu der Frage unter #236.
Neoliberalismus
Managerlöhne vervierfachen und normale Löhne halbieren.
Und von der SPD als Wachstumskonzept verkaufen lassen.
Und jetzt mit Schwarz-Geld für die Reichen die Steuern nochmals senken und behaupten, dies schaffe Wachstum und finanziere sich selber.
Und WGN „Hand in Hand mit Merkel“.
Schwarz-Gelb ist die legitimierte Regierung Deutschlands. Der oberste Souverän hat es so gewollt. In einer Demokratie sollten auch die Andersdenkenden in diesem Blog sich an diese Spielregeln halten.
@ Epikur
>Gewerkschaften?! Die gibt es schon seit langem nicht mehr. Für’ne Nutte und eine Reise machen die alles!>
Gewerkschaften gibt es noch, sind aber in der Defensive.
Nicht nur wegen der Typen, die im Aufsichtsrat sitzen und auch mal am „großen Geld“ schnuppern wollen.
Sondern auch weil sie eine erhebliche Anzahl von Mitgliedern verloren haben und weil aus bekannten Gründen der Arbeitsmarkt nicht mehr so ist, wie er mal war.
@ ceteris
>Die Agenda WAR ein Experiment, und sie hat Schröder die Macht gekostet.>
Sehe ich auch so.
>Und ich würde behaupten wollen, dass er diesen Preis auch kalkuliert hat, weil er nämlich viel mehr als vorbildlicher privater Nutzenmaximierer denn als verantworlicher Politiker gehandelt hat.>
Es ist die Frage, ob er den Preis des Machtverlusts einkalkuliert hat.
Wenn so, nicht aus den Gründen, die Sie nennen.
Wenn so, dann, weil er ein Problem gesehen hat, nämlich die extrem hohe Arbeitslosigkeit mit enormen Sozialstaatskosten, das unbedingt gelöst werden musste.
Denn:
Schröder ist wie alle Kanzler/innen Machtmensch, der nicht gern verliert.
Und er war als Kanzler ein grandioser Populist und Demagoge (Irak-Krieg, Kirchhoff).
Kaum zu glauben, dass ihn bei der Agenda 2010/Hartz IV sein Machtinstinkt verlassen haben sollte.
Wie auch immer, die Gewerkschaften und einen erheblichen Teil seiner eigenen Partei so brüskiert zu haben, hat ihn die Macht gekostet und die SPD dorthin geschickt, wo sie heute ist.
@ Brummel # 234
>Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass die Agenda 2010 ein Schritt in die richtige Richtung war, dass aber die Massnahmen bei weitem nicht ausreichten, den Arbeitsmarkt anzukurbeln.>
Sie waren ein Schritt in die richtige Richtung, haben Menschen in Arbeit gebracht und die Arbeitslosigkeit gesenkt.
Insofern ist der Arbeitsmarkt „in Schwung gebracht“ worden.
>Um den Arbeitsmarkt in Schwung zu bringen, hätte der Kündigungsschutz angepasst werden müssen und die Löhne hätten deutlich (>50 % in mehreren Teilschritten) nach unten revidiert werden müssen.>
Das wäre sehr kontraproduktiv und nun wirklich nicht die Lösung gewesen.
So sehr ich Prof. Sinn und seiner (damaligen) Argumentation folge, so sehr ist das Thema HEUTE für mich durch.
Die Karte ist ausgereizt.
Die Lösung liegt meiner Ansicht nach in der beruflichen Qualifikation der Menschen – und die ist kurzfristig nicht zu erhöhen.
Politik ist nicht nur, aber vor allem daran zu messen, wie sie auf diesem Gebiet die Weichen stellt.
Ansonsten ist nur zu hoffen, dass der Export kontinuierlich anzieht.
Das würde dem Arbeitsmarkt tendenziell helfen.
Die Politik steht praktisch mit leeren Händen da, sie hat keine lösungswirksamen Optionen und rennt den Problemen fast nur noch hinterher.
Die Bevölkerung gibt ihr jedenfalls kein grünes Licht für irgendeinen „Ruck“.
# 242
>Der Zug in die Globalisierung hat für Deutschland erst begonnen.>
Ist auch meine Meinung.
Das werden noch manchen die Augen tränen, wenn sie sehen, was auf sie noch zukommt.
>Wir dürfen gespannt sein auf Wirtschaftsreformen der neuen bürgerlichen Volkspartei.>
Neue bürgerliche Volkspartei?
Wer soll denn das sein?
Wenn man es genau nimmt, ist „bürgerlich“ und „Volkspartei“ ein Widerspruch.
Falls Sie die meinen, die gerade an der Macht sind, dann müssen sie auf nichts gespannt sein:
Das kommt nichts, Merkel hat gelernt, wie man sich durchlaviert.
Und die FDP ist eine einzige Enttäuschung, um es mal milde auszudrücken.
Was die veranstaltet, ist ein Mischung von Rechthaberei und „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“, die auch Wohlmeinende anwidert.
Man fragt sich, was man überhaupt noch wählen kann.
@ Brummel 249
Ist es dir bekannt, dass Adolf nie die Verfassung außer Kraft setzte? Die Y*** haben sich beklagt, aber das hat Adolf wenig beeindruckt. Heute ist es nicht anders. Alle Machtstellen sind heute durch die Wirtschaft kontrolliert – die Parteien erst recht. Deshalb habe ich letztes Mal nicht gewählt, und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich es nächstes mal tun werde.
Was mir bleibt, ist, es zu eklären – denjenigen die keine Zeit dafür haben, sich selber damit zu beschäftigen -, auf welchen Lügen und Tricks die heutige ökonomische Ordnung beruht – was für eine Idiotie die ganze neoliberale Theorie ist. Und dass ihr einziges Ziel nur die Sklaverei ist.
Höchstwahrscheinlich bin ich gar kein Philanthrop. Sondern ich habe zwei Kinder, und ich will ihnen Revolutionen und Sklaverei ersparen. Deshalb tue ich das, was ich tue. Ich weiß, die Chancen sehen momentan schlecht aus, aber wer weiß … Außerdem bin ich schon genug alt, um zu wissen, dass nichts ewig ist, und die sozialen Zwangsordnungen erst recht nicht …
@Dietmar Tischer
“Sie waren ein Schritt in die richtige Richtung, haben Menschen in Arbeit gebracht und die Arbeitslosigkeit gesenkt.
Insofern ist der Arbeitsmarkt „in Schwung gebracht“ worden.”
Ja, aber nur temporär. Das Problem besteht noch.
” Das kommt nichts, Merkel hat gelernt, wie man sich durchlaviert.
Und die FDP ist eine einzige Enttäuschung, um es mal milde auszudrücken.
Was die veranstaltet, ist ein Mischung von Rechthaberei und „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“, die auch Wohlmeinende anwidert.”
Sehe ich auch so. Es wird ein paar Änderungen im Gesundheitswesen geben. Und wir dürfen gespannt sein auf ein paar Änderungen im Wirtschaftsbereich. Aber an die grossen Themen traut man sich zurzeit (noch) nicht.
” Man fragt sich, was man überhaupt noch wählen kann.”
Eine Wahlbeiteilung i.H. von 70% halte ich für noch vertretbar.
“Die Lösung liegt meiner Ansicht nach in der beruflichen Qualifikation der Menschen – und die ist kurzfristig nicht zu erhöhen.”
Wozu wollen Sie hier ausbilden, wenn Sie die gleiche Arbeitskraft (Qualifikation) in Ost-Europa für ein viertel des Preise erhalten können? Oder sind das keine Menschen?
“Das werden noch manchen die Augen tränen, wenn sie sehen, was auf sie noch zukommt.”
Spätestens dann werden wir uns von Lohngarantie und Kündigungsschutz lösen müssen. Das mag aber keiner der “Angsthasen” in der Regierung jetzt verkünden. Man wartet halt bis zur nächsten Krise und setzt dann in Panik um, was getan werden muss um den Exodus der Produktionsstätten zu verhindern.
Bis dahin hält WGN uns mit Themen der Geldwirtschaft bei Laune.
@ System
wenn ich so etwas lese –>Schwarz-Gelb ist die legitimierte Regierung Deutschlands. Der oberste Souverän hat es so gewollt. In einer Demokratie sollten auch die Andersdenkenden in diesem Blog sich an diese Spielregeln halten.”
Dann frage ich mich, wie in Schleswig Holstein, es doch zu Falschauszählungen kommen konnte.
Und weißte was, was den “Demokratten” überhaupt nicht passt, das ist Artikel 146 des Grundgesetzes. Vielleicht wird der ja noch nachträglich als Volksverhetzung verboten.
Oder ist sogar übelste öffentliche VT. Tischer streitet sich gerne über Begriffe, aber da ist er ganz still. Dann findet man ganz findige Ausreden. und diese auch ganz ganz schnell. Es ist ja nicht so wie es aussieht. 146 GG ist ja nur… weil… ach der ist ja gar nicht da… alles keine richtige Interpretation… wir haben doch eine Verfassung… das ist gar nicht so gemeint…
Nachtrag ich meinte nicht Tischer der soetwas von sich gibt. Kein Zusammenhang herstellen bitte.
Tischer macht reinen Tisch:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die WGNX-Blog ein Vorreiter ist und zeigt, was bald die ganze Gesellschaft erfassen wird. Aber so etwas wird bestimmt kommen.
Rot-Grün heuchelte noch, den Wohlfahrtsstaat retten zu wollen, obwohl man ihn zerschlagen wollte. Im nächsten Schritt wird man es öffentlich verkünden und verordnen. Unsere rrr-Machteliten werden uns ins Gesicht sagen, dass wir uns glücklich schätzen sollten, wenn sie uns nicht aushungern lassen.
Was ich mir aber sicher bin, zweimal haben uns unsere Eliten, als sie durch ihre unbegrenzte Arroganz und Dummhiet alles veramasselt haben, in den Krieg gegen die ganze Welt geschickt. Diesmal werden wir klüger sein. Ganz bestimmt
@ Dietmar Tischer #252
Genau hier liegt das Problem. Ihr begreift nichts. Ihr seht nur was auf dem Schild steht. Ihr achtet nicht auf den Inhalt. Es sind keine Gewerkschaften, sondern gekaufte “Schmarotzer”. Aber glaubt doch was ihr wollt und werdet damit glücklich. Und vergeßt nicht fleißig Beiträge zu zahlen. Ekelhaft!
Diesmal werden wir klüger sein. Ganz bestimmt
Dazu habe ich heute erst einen Beitrag gelesen:
http://www.cicero.de/97.php?item=4563
Ich bin durchaus für Begnadigungen zu haben. Aber der Artikel ist meines Erachtens wirklich gnadenlos. Ich weiß jetzt nicht wie herum man das sehen muss…. also ob zuerst die SPD-Parteimitgliedschaft und dann…. oder umgekehrt? :-/
Grüße
ALOA
Wieso sollte man den Wohlfahrtstaat abschaffen wollen? Es geht nur um ein paar notwendige Anpassungen um das Sozialsystem zu finanzieren, die kommen werden müssen. Sie vergessen in Ihren Analysen, dass Deutschland eine der stärktens Wirtschaftsmächte auf dieser Welt ist. Unsere Produkte werden überall stark nachgefragt. Einen Systemsturz wie zu Zeiten der DDR kann ich da wahrlich nicht entdecken.
@ Brummel 260
Natürlich kannst du es nicht. Hätten die Herrschenden in der Geschichte dies je entdecken können, wäre ihre Herrschaft zeitlos.
@Systemfrager #261
Ja, vielleicht. Aber ersteinmal werden wir ein Comeback der SPD erleben. Die Masse nämlich hält nichts vom Systemwandel und ist stattdessen froh, dass sie das Schreckensgespenst DDR los wurde und in einem freien Land ohne Zensur der Medien leben kann.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,673826,00.html
@ Brummel 262
Ja, die Wirtschaftskapitäne können sich sicher sein, dass auf die alte Tante SPD immer Verlass ist. Wenn auch noch die Menschen so dumm wären, wie es sich die Wirtschaftskapitäne und die SPD-Opportunisten und Karieristen es vorstellen. Aber irgendwann merkt Volk alles … Ich war selber mehr als ein Jahrzent in der SPD … Die Wunder geschehen, das ist eben das Hamuptmerkmal eiens “Wunders”, aber so viel Glück wird die SPD nie mehr haben …
Das Torkeln der SPD ins Nirgendwo:
140 Jahre ohne Ideen und Prinzipien
Der Abschied der SPD ist eingeleitet und er ist unumkehrbar. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis sie aus der Geschichte endgültig verschwindet, weil die Nostalgiker nur langsam (biologisch) aussterben werden und weil es immer genug Karrieristen gibt, die sich um die restlichen politischen Posten bemühen werden. Die endgültige Bilanz der SPD kann aber schon jetzt verfasst werden. Sie wird so lauten:
In 150 Jahren hatte die SPD keinen einzigen Denker von Bedeutung gehabt; nie einen theoretischen Diskurs angestoßen, der aus dem modischen Trend der Zeit herausragte.
In 150 Jahren hatte sie keinen Vorsitzenden oder Kanzler gehabt, der auf irgendeine Weise visionär wäre.
IIn 150 Jahren hat die SPD – der Macht wegen – schon alles verraten, worauf sie je geschworen hat. Sie hat z.B. vor dem 1. Weltkrieg für Kriegskredite gestimmt, während der Weimarer Zeit die verhängnisvollen konservativen Reformen mitgetragen und schließlich – unter Schröder & Co. – die schmutzigen Geschäfte für den ehemaligen Klassenfeind erledigt. So etwas hätte Kohl und seine Regierung nie gewagt.
Natürlich will keiner der SPD vorwerfen, dass sie über soziale und ökonomische Fragen ähnlich wie z.B. die CDU oder FDP denkt. Das Problem liegt anderswo. Die CDU und FDP handeln (mehr oder weniger) so wie sie es sagen. Die SPD spielt dagegen ihren Wählern eine soziale Opposition zur CDU und FDP vor, wohl wissend, dass sie in der Regierung nicht sozialer als sie handeln wird. Das nennt man Zynismus, Heuchelei und Wählerbetrug. Sie gehören zwar zum Geschäft jeder Partei, aber nur für die SPD sind sie von existenzieller Bedeutung. Sie steht und fällt mit ihnen. Deshalb hat sie keine Chance.
@Systemfrager
Aus Deinen Kommentar lese ich Enttäuschung und Selbstbetroffenheit heraus. Du solltest aber nicht mit Hass auf Deine Vergangenheit blicken. Vielleicht kannst Du ja auch ein paar schöne Gedanken mit der SPD verbinden. Vielleicht hattest Du dort z.B. ein paar Freunde getroffen. Oder nette Abende verbracht.
Wo waren wir stehen geblieben, ach ja, Comeback SPD. Ich glaube, der ist unaufhaltsam. Vielleicht wird die gute alte SPD nicht wieder zur alten Stärke finden, aber 30% sind vorstellbar. Den Rückhalt der Medien hat sie. Selbst BILD ist bereit die SPD wieder zu unterstützen. Das sollte Dir zu denken geben. Deutschland wird davon profitieren. Wir brauchen die SPD für die Neugestaltung unserer sozialen Systeme.
Übrigens, in der deutschen Politik ging es nie um grosse Denker oder Philosophen. Der Laden musst nur am Laufen gehalten werden und irgendjemand muss ja diesen Job übernehmen.
@ Brummel
Träum weiter.
Nur weil die Redakteure des Spiegel die spd für ihr schmutziges Spiel benötigen, sollte man nicht glauben, daß die breite Masse diese Verräter-Patei noch als notwendig erachtet.
Wir brauchen die SPD für die Neugestaltung unserer sozialen Systeme.
ich lach mich schlapp..
@13
“Im Mittelpunkt einer neuen SPD-Politik müsse deshalb wieder die Stärkung des Zusammenhalts in der Gesellschaft stehen. „Für alle Menschen muss ein sicheres Leben und Anschluss und Aufstieg durch Leistung und Anstrengung möglich sein.“ An diesem Ziel hätten sich alle SPD-Reformvorschläge und die programmatische Erneuerung der Partei zu orientieren.”
Quelle: http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01/17/spd-klausur-tagung-sozialdemokraten-setzen/voll-auf-links.html
Sorgen um die SPD würde ich mir an Deiner Stelle erst dann machen, wenn die Leute in Deutschland keine BILD und keinen Spiegel mehr kauften.
Bekommst du dein Gebrummel hier eigentlich bezahlt? -Wirkt fast so.
Sie werden sich ihre bunten Luftballone in den Allerwertesten schieben können..
@13
Du kannst ja CDU, FDP, Grüne, DIE LINKEN oder FDP wählen. Aber auch die kommen an dem Problem der Finanzierbarkeit nicht vorbei und werden sich beugen müssen.
Frag’ doch mal WGN. Kannst Du hier alles nachlesen.
Liebe 13, Politik ist doch kein Wunschkonzert.
@Brummel #264
„Vielleicht wird die gute alte SPD nicht wieder zur alten Stärke finden, aber 30% sind vorstellbar.“
Ja, wenn die Wahlbeteiligung bei /unter 50% liegt …
@13
“Bekommst du dein Gebrummel hier eigentlich bezahlt? -Wirkt fast so.”
Ich bin pensoniert. Meine Generation hat dieses Land aufgebaut. Ihr müsst erst noch beweisen, dass ihr was könnt.
@Tina #270
Und wenn schon? Was kann Politik dafür, dass die Leute zu faul sind, zu den Wahlurnen zu laufen. Sorgen würde ich mir aber erst machen, wenn die Einschaltquoten von ARD und ZDF sinken.
@Brummel #272
„Sorgen würde ich mir aber erst machen, wenn die Einschaltquoten von ARD und ZDF sinken.“
Nein, viel wichtiger ist das Unterschichtsfernsehen.
Da die Kaufkraft der Massen rapide sinkt, kommt irgendwann der Zeitpunkt, dass sich Fernsehwerbung bei den Privatsendern nicht mehr für die Unternehmen lohnt, weil die meisten dieser TV-Konsumenten No-Name-Produkte bei Aldi, Second-Hand-Waren im Sozialkaufhaus etc. kaufen.
Dann ist die Finanzierung des Privatfernsehens gefährdet.
Aber auch hier muss sich niemand Sorgen machen.
Wahrscheinlich werden dann die Privatsender staatlich subventioniert werden. Das lässt sich mit der Erhaltung der Medienvielfalt begründen.
#271 bommel
Genau! Die sollen erstmal arbeiten lernen!
Als ich damals mit dem Bollerwagen…
@Trümmerfrau
Siehe SPD Zitat unter 267. Das ist es ja, weshalb ich meine, dass wir die SPD für den Sozialumbau benötigen, nämlich um weiterhin wirtschaftlich für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet zu sein. Nicht jammern, klotzen!
@Trümmerfrau
http://nibis.ni.schule.de/~bbs4bs/k_pflege/2k-mode/fr001-bilder/817_.jpg
eher so
http://www.taz.de/uploads/hp_taz_img/xl/anonyma.jpg
oder so:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Fotothek_df_roe-neg_0001374_003_Gruppenbild_eines_Tr%C3%BCmmerbeseitigungstrupps.jpg
@Brummel #275
„Das ist es ja, weshalb ich meine, dass wir die SPD für den Sozialumbau benötigen, nämlich um weiterhin wirtschaftlich für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet zu sein. Nicht jammern, klotzen!“
Hat die FAZ schon längst erkannt. SPD-Müller durfte dort schon Reklame für die Sozialdemokratie machen:
Gesucht: Ein neuer Willy Brandt
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E49BA4755A2204137B821BAF5B4AC4ED4~ATpl~Ecommon~Scontent.html
@Brummel
Voll Links die SPD
“Im Mittelpunkt einer neuen SPD-Politik müsse deshalb wieder die Stärkung des Zusammenhalts in der Gesellschaft stehen. „Für alle Menschen muss ein sicheres Leben und Anschluss und Aufstieg durch Leistung und Anstrengung möglich sein.“
http://www.youtube.com/watch?v=3rHpOuST-us
@Nanuk
„Für alle Menschen muss ein sicheres Leben und Anschluss und Aufstieg durch Leistung und Anstrengung möglich sein.“
Letztlich wurde im Fernsehen ein Mann als „Aufsteiger“ dargestellt, der es vom HIVler zum Gabelstaplerfahrer – pardon: Fachkraft für Lagerlogistik – mit Niedriglohn geschafft hatte. Netto hatte der allerdings nur unwesentlich mehr als vorher.
@Brummel
http://www.youtube.com/watch?v=bGhJbr7DMmg
@tina #281
Das ist der amerikanische Traum vom Millionär zum Tellerwäscher.
Bommel und ich haben damals Trümmer weggefegt – für einen Teller
Linsensuppe.
@bommel #275
Genau! Also mach dich wieder an die Arbeit und schwatz hier nicht rum.
Ich acker schon seit 12 h um meine Rente aufzubessern.
@Nanuk
besser:
http://www.youtube.com/watch?v=gqLbpH0jHkw&feature=related
http://jobexpress.info/Stellenanzeigen.nsf/view/JJAR-7B8KXY
@Brummel #236
>>Die Agenda 2010 wurde in den Jahren 2003 bis 2005 umgesetzt.<<
Wie hat sich denn die Wirkung von Hartz-IV vor dem 01.01.2005 entfaltet?
@Andreas Kreuz
Herr Kreuz, ich behaupte nicht, dass die Agenda 2010 überhaupt eine grosse Wirkung gehabt hätte. Weder vor 2005 noch danach. Die Massnahmen waren eher ein Tropfen auf den heissen Stein. Wie Sie oben nachlesen können, gehe ich davon aus, dass in Deutschland die Löhne um 50% herabgesetzt werden müssten, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln. Da dies politisch nicht machbar ist, haben sich die beteiligten auf Umvorteilung von Steuergeldern zur Finanzierung eines subventinionierten Arbeitsmarktes geeinigt. Da die Subventionen nicht den Unternehmer belasten dürfen, hat man sich auf Hartz IV geeinigt.
Zur Wirkung von Hartz IV fragen Sie bitte Herrn Dietmar Tischer.
@ Herr Tischer, ich hoffe dieser Verweis auf Sie an dieser Stelle ist gestattet. Ich habe auch noch nicht ganz verstanden, inwieweit Hartz IV eine Wirkung auf den Arbeitsmarkt gehabt haben sollte.
P.S. Auch bei 50% niedrigeren Lohnniveau wären unsere Ingenieure im internationalen Vergleich immer noch zweimal so teuer wie ihre ost-europäischen Kollegen.
@Dietmar Tischer
Herr Tischer, geben Sie mir den wenigtens darin Recht, dass das Problem der Arbeitslosigkeit vorrangig ein Problem der Arbeitnehmer und nicht der Arbeitgeber ist? Vielleicht können wir uns hierauf einigen?
Wie Sie oben nachlesen können, gehe ich davon aus, dass in Deutschland die Löhne um 50% herabgesetzt werden müssten, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln.
Jawoll. Wir müssen wieder Exportweltmeister werden! Anders wird das nicht gehen, weil niedrigere Einkommen heisst ja auch niedrigere Nachfrage, ich weiss auch nicht, ob Lidl&Co die Preise auch so um 50% senken können, ohne dichtmachen zu müssen.
Aber macht ja nix: Unsere Kapitalverwerter werden dann derart astronomische Gewinne einfahren, dass sie einfach investieren MÜSSEN! (Fragt sich nur, worin, ich vermute, es wird ihnen nix übrigbleiben, als den ganzen kostenoptimal produzierten Krempel selber zu kaufen, damit er nicht auf der Halde vergammelt, außerdem könnten sie natürlich für jeden Stiefel einen eigenen Knecht anstellen, 1€ Nachfrage ist schließlich besser als 0€…)
Also Mr Brummel: In welchem Paralleluniversum sinnscher BWL-Phantasmen leben Sie eigentlich?
285, danke für die Selbstdarstellung, dacht ichs mir doch, daß du mit gespaltener Zunge sprichst/schreibst. Das Lispeln ist das Schicksal aller Neo-(Schein)-Liberalen.
@ceteris
Sie vergessen dass unsere Wirtschaft Export getrieben ist. Wünschen kann man sich natürlich viel und hoffen auch. Die Wirklichkeit sieht in Deutschland aber anders aus. Andere Länder in Europa sind weniger Exportabhängiger und können sich daher eine vom Weltmarkt unabhängige Politik leisten. Bei der Gestaltung unserer Wirtschaftspolitik geht es nicht um Aldi oder Lidl, es geht um BASF, SAP, VW, Mercedes, Heidelberger Druckmaschinen,…..die stellen nicht (nur) für den Binnenmarkt her. Schauen Sie sich einmal die Statistik des Aussenhandels an, dann reden wir weiter.
@ Brummel # 271
Ich bin pensoniert. Meine Generation hat dieses Land aufgebaut. Ihr müsst erst noch beweisen, dass ihr was könnt.
Ok, dann unterhalten wir uns über ‘Fusch am Bau’ oder weniger nach Vorsatz klingend, meinetwegen auch ‘Baumängel’.
@Brummel
Ich lese gerade, dass Ihre Meinungsäußerungen von keinerlei Sachkenntnis getrübt sind.
Wen wollen Sie denn erreichen?
Jemand, der seine Sinne beisammen hat,
wird Sie im günstigsten Fall auslachen.
@13 #290
Reine Ironie und Humor über sich selbst lachen zu können. Na und? Was verwundert Sie daran?
@13, #290
P.S. Ich habe mich nie als Neo Liberaler verstanden. Eher als Welt-Bürger in der von WGN in diesem Blog allgemein propagierten Weise.
@ ceteris 289
Warum fragst du im welchen “Paralleluniversum” jemand lebt? Du glaubst wohl selber nicht daran, dass Adolf oder diejenigen aus seiner unmittelbaren Umgebung etwas mit jenen 6 Mill. zu tun hätten. Das mit: Arbeit macht frei. Nein, es waren die anderen, die genetisch so programiert sind, dass so etwas die Begeisterung hervorruft. (Einige von ihnen leben bestimmt noch als Rentner.) Hobbes hatte Recht. Deshalb müssen wir dies zur Sprache bringen. Ffür solche Menschen gelten keine Maßstaben, die etwas mit Moral oder Menschlichkeit zu tun haben. (Jemand hat das schon gesagt.) So ist es einfach.
(Ich will nur deshlab nicht konreter sein, weil mir dies nicht Wert ist, eine Abmahnung von unserem Chef zu riskieren.)
@ Brummel – hier treffen alle möglichen und für manche auch unmögliche (An-)Sichtweisen aufeinander, beinahe irrelevant, was Wgn als dieser ‘propagiert’.
Friedlicher Stellungskampf wird allerdings geführt…
Wat., der Baumangel ist, daß die Politik seit dreißig Jahren ausschließlich ein Banken-Unternehmer-Ronald Berger-Wunschkonzert ist.
(und wer was anderes behauptet, wie dieser Brummer auf meinem Bildschirm, hat seine Augen und Ohren tief geschlossen)
@ 13 – könnte mir durchaus vorstellen, daß das eine Generation @Brummel anders sieht – und aus seiner Sicht, falls anders, warum.
Eine psychologische Erklärung hätte ich selbst, aber das wäre meine Erklärung, ich möchte gern seine.
Es hat sich in diesem Land eine einträchtig-einträgliche Symbiose zwischen Politikern, Bankern, Unternehmern, Medienfuzzis, selbsternannten Showsternchen auf Kosten der bürgerlichen Gesellschaft herausgebildet. Diese wahren Sozialschmarotzer betrachten diesen Staat mittlerweile als ihr Eigentum. Mit der Ernennung des Sparkassendirektors zum Bundespräsidenten dieses Landes war diese Entwicklung abgeschlossen.
Diese Beuteschlager haben mit ihrer konzertanten Maß-losigkeit riesiege Löcher in die Erde, Flora, Fauna, Atmosphäre, jedes Staatssäckel und vor allem SEELEN geschlagen, nur sind sie (arrogant-ignorant wie sie sind) nicht bereit, jetzt mit der Finanzkrise dem von ihrem wahren SELBST herbeigeführten AB-GRUND ins Auge zu schauen..)
Aber auch so: es klopft das von ihnen jahrzehntelang Nichtintegrierte, das Außen an……… und die Leute sind es leid, ihr verlogenes Gejaule und ihre Katzenmusik sich weiter anzuhören. Sie schalten einfach ab. Aus.
@ Andreas Kreuz 293
Ja, so sehe ich es auch. Da haben wir einen (neben dem, den wir schon länger kennen), der im fachlichen Sinne schwer behindert ist, der hier nur seine Spitzfindigkeiten verzapft, die er an dem FDP-Stammtisch angesammelt hat.
@ Brummel # 254
>“Die Lösung liegt meiner Ansicht nach in der beruflichen Qualifikation der Menschen – und die ist kurzfristig nicht zu erhöhen.”
Wozu wollen Sie hier ausbilden, wenn Sie die gleiche Arbeitskraft (Qualifikation) in Ost-Europa für ein viertel des Preise erhalten können? Oder sind das keine Menschen?>
Sie sehen nur den Kostenaspekt.
Die Kostendifferenz ist eine Ursache für unsere Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt – aber eben nur eine. Es geht u. a. auch um hierzulande fehlende Nachfrage und um Zukunftsmärkte.
Der Punkt ist:
Wir müssen uns höher qualifizieren, um DAMIT zu
Wettbewerbsvorteilen zu kommen, die die Anderen mit Kostenvorteilen nicht kompensieren können.
Berufliche Qualifikation würde uns sozusagen gegen das Kostenproblem immun machen.
Deshalb:
Überlegene Qualifikation im Vergleich mit Osteuropa als Ziel.
Das ist natürlich auch ein Rattenrennen, weil diese Strategie überall erkannt wird und viele sie betreiben.
Aber:
Wir haben JETZT noch Vorteile, d. h. eine BESSERE Ausgangsposition als die Allermeisten der Anderen.
Leider wird auch diese mit Ausdauer vergeigt.
@ Dietmar Tischer
Für diese Bildungs-/ Ausbildungs-/ Qualifizierungsoffensive muß der Staat Geld in die Hand nehmen, richtig ‘fett’ Geld.
(Unterstellen wir mal etwas realitätsfern, daß er das wirklich will)
Woher soll er (der Staat) das nehmen – von ganz Unten, von der s.g. Mittelschicht oder woher… die ‘ganz Großen’ haben sich grad ‘retten’ lassen.
Außer Gelddruck ist da nichts mehr übrig, als daß die, die qualifiziert werden sollen, diese Qualifikation selbst bezahlen, von dem, was ihnen vielleicht noch geblieben ist.
Also von wem und woher?
Btw. Wir hatten uns schon einmal darüber unterhalten – beim eindeutigen ‘Woher nehmen können’ blieb es dann aber ’stecken’.
Das ist natürlich auch ein Rattenrennen, weil diese Strategie überall erkannt wird und viele sie betreiben.
Rattenrennen ist das Stichwort. Noch interessanter: wer ist Ratte und wer steht auf der Tribüne mit dem Wettschein in der Hand? Natürlich nicht Brummel und Tischer. Die lesen am nächsten Tag die Ergebnisse in der Zeitung.
@ memoon # 304
Diese ‘haben ja das Land aufgebaut’, ‘wir’ müssen erst noch beweisen, daß ‘wir’ was können’.
Vielleicht beweisen, wie es sich als Nachfolge.Generation, wahrscheinlich erste Nachfolge-Generation überhaupt seit ‘Menschengedenken’, lebt, die nicht eine Vorgänger-Generation hat, die meint(e): “Unseren Kindern soll es mal besser gehen.”
Ob ihnen das überhaupt so bewußt ist…
@ Brummel
>Herr Tischer, geben Sie mir den wenigtens darin Recht, dass das Problem der Arbeitslosigkeit vorrangig ein Problem der Arbeitnehmer und nicht der Arbeitgeber ist? Vielleicht können wir uns hierauf einigen?>
Das kann man so sehen, wenn man sich auf den Standpunkt stellt:
Die Arbeitnehmer, die nicht Arbeit zu dem Lohn annehmen, zu dem sie eine haben könnten, haben ein Problem. Die Arbeitgeber geht das nichts an.
Man muss das Problem aber schon etwas umfassender sehen.
Wir haben eine schleichend wachsende Arbeitslosigkeit in Westdeutschland seit Beginn bis Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gehabt. Dazu kam die ostdeutsche Sondersituation ab 1990.
Dies muss man vor dem Hintergrund tief greifender Veränderungen sehen, hierzu die Stichworte Demografie, technologischer Wandel und Globalisierung.
Nimmt man das alles in Betracht, dann greift man zu kurz, wenn man sagt das Problem der Arbeitslosigkeit ist vorrangig ein Problem der Arbeitnehmer.
Ich sage:
Das Problem TRIFFT vorrangig die Arbeitnehmer.
@ Andreas Kreuz
Von 2003 bis 2005 hat es sicher auch Umsetzungsschwierigkeiten bei der Agenda 2010 und Hartz IV gegeben – und es gibt ja immer noch welche beim Hickhack wer für was zuständig ist.
Von 2005 bis 2008 ist eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen zusätzlich GESCHAFFEN und mit Arbeitslosen besetzt worden.
Das hat nicht nur damit zu tun, dass diejenigen, die zumutbare Arbeit verweigern, mit Sanktionen zu rechnen haben. Die Arbeitslosen werden auch besser betreut.
So sehr ich einen positiven Saldo für die VW ziehen würde, so unbestreitbar ist, dass hier keine Traumergebnisse produziert wurden. Und, ich wiederhole mich, ohne das phänomenale Wachstum der Weltwirtschaft, sähe die Bilanz sehr viel bescheidener aus.
Kritisieren ist selbstverständlich erlaubt, aber ebenso die Frage:
Was wären denn die Alternativen gewesen, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen – oder ist das kein anzustrebendes Ziel?
@Wat.
Interessanter Gedanke. Man kann halt nicht wollen, was man will…
Liest sich hier wie der “Eulenspiegel” anno dazumals…
Besonders tischer, brummel und systemfrager betteln förnmlich um
Lachsalven…
sorry- hatte vergessen wgnx zu erwähnen…
peinlich für mich.
@Brummel #287
„Herr Kreuz, ich behaupte nicht, dass die Agenda 2010 überhaupt eine grosse Wirkung gehabt hätte. Weder vor 2005 noch danach. Die Massnahmen waren eher ein Tropfen auf den heissen Stein. Wie Sie oben nachlesen können, gehe ich davon aus, dass in Deutschland die Löhne um 50% herabgesetzt werden müssten, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln. Da dies politisch nicht machbar ist, haben sich die beteiligten auf Umvorteilung von Steuergeldern zur Finanzierung eines subventinionierten Arbeitsmarktes geeinigt. Da die Subventionen nicht den Unternehmer belasten dürfen, hat man sich auf Hartz IV geeinigt.“
Die Löhne sind in Deutschland schon massiv gesenkt worden, zum Teil durchaus auf 50% oder weniger. Auch und besonders bei hoch qualifizierten Berufen, wie Ärzten, Ingenieuren etc. – und dies sogar unter das Niveau vergleichbarer Arbeitsmärkte. Kommt nach Deutschland ein russischer Informatiker? Nope, der verdient in Russland – kaufkraftbezogen – mehr als hier.
Daher auch der Brain-Drain.
Im Gegensatz zu Ihnen meine ich durchaus, dass Hartz IV als Volksverarmungsprogramm zur Etablierung einer Armutsökonomie durchaus im Interesse derer effektiv ist, die arbeitsfreie Einkommen generieren oder privilegierte Managementfunktionen innehaben.
Insgesamt entwickelt sich die Gesellschaft auf kapitalismustypische Weise, nämlich in Form einer Schere von arm und reich. Das war bis auf die Ausnahme der kapitalistischen Metropolen immer so gewesen (s. kapitalistische III. Welt).
Der globalisierte Kapitalismus benötigt eine derartige – „künstliche“ – Differenzierung von Metropolen und Peripherie nicht mehr, weil er nicht mehr in Systemkonkurrenz zum Sozialismus steht. Anders als zu Zeiten bismarckscher Sozialreformen sind die Herrschenden nicht mehr zu sozialstaatlichen Kompromissen gezwungen, um eine sozialistische Transformation zu verhindern. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil es keine relevante Systemopposition mehr gibt.
@ Wat.
Der Staat muss auf jeden Fall dafür sorgen, dass von ANFANG an die Weichen richtig gestellt werden: Krippenplätze, Kindergartenplätze, Ganztagsschulen – und das mit Gutscheinen, nicht mit „Elterngeld“. Schon das kostet richtig Kohle.
Dann müssten die Strukturbedingungen für berufliche Ausbildung und die weiterführende Bildung verbessert werden.
Hochschulstudium ebenfalls, hier müsste meiner Meinung nach Studiengebühren erhoben, aber auch ein umfassendes Stipendiensystem etabliert werden.
Es geht um QUALITÄT, QUALITÄT und nochmal QUALITÄT.
Das Geld – von wem und woher?
Finanzierung durch Steuern, wobei die gut und besser Verdienen, selbstverständlich mehr bezahlen.
Keine neuen oder „speziellen“ Steuern, wie z. B. den Bildungssoli.
Sondern:
Abbau widersinniger Subventionen und das Volk RIGOROS auf weniger Konsum aus staatlichen Transferleistungen einstellen, angefangen mit mir, indem der Rentenzuschuss von EUR
Mrd. pro Jahr sensibel, aber nachhaltig gekürzt wird.
Wer immer an der Regierung ist, wird allerdings nicht einen Gedanken darauf verschwenden.
Denn 20 Mio. Rentner können nicht irren, wenn sie bei der nächsten Wahl ihr Kreuzchen machen.
@ memoon
Sie phantasieren herum, ohne einen blassen Schimmer – jedenfalls, was mich betrifft.
Und das mit der verkümmerten Spielermentalität: Gewinner und Verlierer.
Weiter kommt nichts.
@ Brummel
da gibts Eichenlaub und Schwerter auf diese Nummer
@ Tina 319
Du hast so großartig Recht. Unsere rrr-Eliten und die sich bei ihnen geistig prostitituierten Experten, Professoren und “Wissenschaftler” werden uns so lange über die “Anapssung” unserer Löhen an die chinesiche erzählen, bis wir irgendwann nicht festgestellt haben, die Chinesen haben uns eigentlich überholt. Dann wird man uns “streng wissenschaftlich” nachweisen, dass wir noch etwa mit Haiti konkurieren, und es ginge nicht anders …
@ Brummel # 271
“Ich bin pensoniert. Meine Generation hat dieses Land aufgebaut. Ihr müsst erst noch beweisen, dass ihr was könnt.”
Eine wirklich glorreiche Generation war/ist das. Sag mal, wenn man in all den Jahren nichts dazu gelernt hat und auch heute noch nicht dazu bereit ist, was für eine Generation soll das sein? Die “Hohle-Köpfe-Generation” vielleicht. Du oller “Labersack”!
@ Systemfrager
ist nun mal so, betreutes Doof sein. Von der Wiege bis zur Bahre. Alles und jeder wird betreut. zum Schluß hängst de ab beim betreuten Wohnen, wo ein Roboter AuPair am kleinen Tischer zieht. Und ein elektronischer Pfaffe später dazu noch ein paar warme Worte erzählt.
Weißt du jetzt, warum der Mensch sterben muss? Stell dir mal vor den ganzen Wichs den wir absondern, könnten wir ewig machen.
@ holger
“Weißt du jetzt, warum der Mensch sterben muss? Stell dir mal vor den ganzen Wichs den wir absondern, könnten wir ewig machen.”
Wäre echt gruselig, dann wäre die Erde ein Borg-Würfel! Und die Merkel…ich darf gar nicht weiter denken…
@ Epikur
reg dich man bloß nicht so über den Brummel auf. Der hat garnix aufgebaut der Halodri
@brummel
Sie vergessen dass unsere Wirtschaft Export getrieben ist.
Sie vergessen, WARUM sie das ist, und Sie wissen offenbar auch nicht, wohin das führt. Da es nun zu genau dem führt, was wir gerade erleben (Lohndruck für Lehman-Zertifikate, statt Wohlstand durch Arbeit), ist es mit der Realitätstauglichkeit Ihrer Wahrnehmung offenbar nicht allzu weit her.
@ Dietmar Tischer # 311
Abbau widersinniger Subventionen und das Volk RIGOROS auf weniger Konsum aus staatlichen Transferleistungen einstellen, angefangen mit mir, indem der Rentenzuschuss von EUR 80 Mrd. pro Jahr sensibel, aber nachhaltig gekürzt wird.
Mir ging es nie darum ‘Jung’ gegen ‘Alt’ und ‘Alt’ gar gegen andere ‘Alte’.
Damit wäre nichts, rein gar nichts ‘gewonnen’.
Liegt es daran, daß ich ‘Frau’ bin, daß ich eher an ‘Oben’ gegen ‘Unten’ denke *schmunzel*.
Nein Hr. Tischer, diese 80 Mrd für die ‘Rentenkasse’ gibt es zb. dafür, daß politisch die Entscheidung getroffen wurde, die Ost-Renter ‘ähnlich’ zu stellen und das aus der Kasse der Versicherungsgemeinschaft (der Renteneinzahler) zu nehmen, in die zwar die Ost-Deutsche Rentenversicherung überführt, aber eben für eine ganz andere ‘Rechnung’ gedacht wurde.
Ansonsten wird eh nur mit laufenden Einnahmen verrechnet.
Da ist kein Topf mit ‘Spareinlage’, wenn es auch viele Rentner so gern ‘glauben’ wollen.
Und die Löhne und Gehälter (nicht nur, aber vor allem in Ostdeutschland) sind so gering, daß sie insgesamt dieses Versprechen nicht einlösen können, deshalb die ständige ‘Geldspritze’.
Daß eine Entscheidung zugunsten dieser Renter getroffen wurde, geht für mich völlig in Ordnung.
Wenn aber ‘Staat’ so etwas politisch beschließt, dann zahlt und wickelt bitte organisatorisch auch ‘Staat’ ab.
Da er das nicht getan hat und nicht tun wird, können Sie ganz schnell gucken, wem ‘es ans Leder geht’, wenn diese Gelder gestrichen , sorry, umdisponiert werden.
Transfer ist nicht gleich Transfer – das bitte ich zu beachten.
Und die Transfers, die wirklich ‘gekappt’ werden könnten, so dieser Staat ein anderer wäre, siehe Kinderfreibeträge für sehr gut ‘Betuchte’ oder Kindergeld für ebendiese – an die kommen wir leider mit einigen Texten hier nicht heran…
Oder sind sie da tatsächlich anderer Auffassung – dann wüßte ich gern wie und durch wen – aber vor allem, wie ‘wir’ dafür ’sorgen’, daß es so werden könnte…
@DT #306
>>Von 2005 bis 2008 ist eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen zusätzlich GESCHAFFEN und mit Arbeitslosen besetzt worden.
Das hat nicht nur damit zu tun, dass diejenigen, die zumutbare Arbeit verweigern, mit Sanktionen zu rechnen haben. Die Arbeitslosen werden auch besser betreut.<<
Den Schmarren können Sie einem von Ihresgleichen erzählen,
der nicht wie ich mit 4 Berufsausbildungen 3 1/2 Jahre in Hartz-IV klemmen musste, um dann als Leiharbeiter mit jetzt 54 Jahren sein Dasein zu fristen. Den 1€-Job bei der Stadt musste ich mir vor Jahren erstreiten.
Das war und ist die Realität.
Und verschonen Sie den Blog mit Ihren realitätsfernen,
nur von Ihnen so genannten 'Argumentationen'.
Entsolidarisierung rächt sich.
Nun driftet ein immer größer werdender Teil der deutschen Lohnarbeiter ab in das globale Lager der Prekarisierten.
Solidarität mit den Ausgebeuteten der III. Welt haben sie nie ernsthaft gezeigt. Noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen.
Wie häufig sind sie mit Herrenmenschenattitüde zu DM-Zeiten in der III. Welt aufgetreten.
Und später – zu HartzIV-Zeiten – haben sie neidvoll streikenden Krankenpflegepersonal oder Kindergärtnerinnen ihre Solidarität verweigert. Das wäre undenkbar in Frankreich.
Es ist nicht die Exportorientierung der deutschen Wirtschaft, welche zu Prekarisierung und Pauperisierung der lohnarbeitenden Massen führt. Sondern ein Mangel an Klassenbewusstsein und Klassensolidarität, welches sie als entsolidarisierte und vereinzelte Einzelne zum beliebigen Objekt von Ausbeutung macht.
Und deshalb fallen sie auf jede noch so primitive Ideologie der Neo-Liberalen hinein, unfähig, auch nur argumentativ Contra zu geben.
Hört auf zu jammern!
Ich selbst bin 45 Jahre, selbständig und arbeite 2 Tage pro Woche.
Ich habe 2 akademische Abschlüsse und meine Kunden sind zu
97 % westdeutsche Firmen.
Machen – nicht nur rumsitzen und jammern!
@ ceteris 318
… Sie vergessen …
… Sie wissen offenbar auch nicht …
Nein, nein … aber das weißt du selber … so ist es nicht! Gar nicht! Du weißt es genau, dass das mit dem “vergessen” und “nicht wissen” auch bei den Leistungsträgern von damals, bei denen von Arbeit macht frei, nicht stimmte …
PS
Da fällt mir was ein. Gerade ist das berühmte Schild gestohlen worden, wurde schon wieder einmal mit Arbeit macht frei geKocht … Tolle Aussichten für die Zukunft …
Und – ich arbeite nur zwei Tage, weil ich Zeit füt meine Kinder haben möchte.
Sozialleistungen beziehe ich nicht. Bevor jemand fragen sollte…
@ holger 317
Der Brummel ist wohl so eine Art Baumeister. Oder doch ein Baumangel?
@parbus #322
>>Ich selbst bin 45 Jahre, selbständig und arbeite 2 Tage pro Woche.
Ich habe 2 akademische Abschlüsse und meine Kunden sind zu
97 % westdeutsche Firmen.<<
Und kein Nobel-Preis für Ihr Produkt?
Merkwürdig!
@ Epikur
ich denke mal Brummel richtet sich sein Zwerchfell gerade.
@ paribus # 324
Und wer stellt das Brot her, welches Du und Deine Kinder an allen Tagen der Woche ißt, wer ‘tut’, daß Du mit ‘Deinem Geld’ etwas kaufen kannst?
Tolle Arbeitsteilung – prima.
@ holger
…und der wgnx liest gerade die nächsten 12 Bücher gleichzeitig…ganz schön hartnäckig, wenn man bedenkt, wie wenig er doch vom Inhalt versteht…
…ach wo ist eigentlich die andere Dame des Hauses geglieben…
Und seid doch einfach stolz auf diesen Staat. Der seit 50 Jahren Menschen aus aller Welt anzieht. Türken, Polen, Vietnamesen….
Und die arbeiten – im Gegensatz zu den dt. Jammerfritzen.
Unsere Verfassung beruht auf Einigkeit und Recht und Freiheit – das ist der Grund für die Attraktivität.
Und gönnt doch mal dem Ösi Strobl, daß er knallharte Fakten erwähnt und schnurgerade Logik durch seinen Blog zieht.
Wir sind Deutschland! Wir sind Papst!
So muß man denken.
@ paribus # 330
Verfassung? – war hier heute schon Thema:
http://www.weissgarnix.de/2010/01/21/die-droge-der-okonomie/#comment-51684
siehe bitte hier:
http://dejure.org/gesetze/GG/146.html
Logik.
#332
bla bla…
Solche Kunstgriffe machen nur Feinde unserer Verfassung.
Wir haben eine.
Das Volk hat sie seit 60 Jahren legitimiert.
@paribus
Ach so, Sie sind Satiriker.
@ Andreas Kreuz
@ paribus
“Ach so, Sie sind Satiriker.”
Und wenn nicht? Was wäre er dann?
@ Epikur
der uneheliche Sohn vom Saumagen. Der auf Tantieme hofft.
@ Epikur 335
Dummkopf?
Außer Beleidigungen kommt nichts.
Aha! Wir gelangen also aus unerklärlichen Gründen, Vorurteilen und Gemeinheiten zu der Annahme, daß es sich bei paribus um eine Schmarozersorte aller übelster Art handeln muß. Gut das wir das geklärt haben.
Doch @ paribus – eine Bitte.
Recheriere doch bitte einmal zur Verfassungsdiskussion 1946/1947 ff. und was und vor allem wo daraus wurde.
Kostet vielleicht einige Minuten, aber Deinen Kindern bist Du das schuldig.
@ paribus #338
Sei froh!
#339
Gute Argumentationskette. Alle Achtung!
ne Omnibus
–>Das Volk hat sie seit 60 Jahren legitimiert.”
und deswegen stets immer noch im GG. Geh wieder heim nach Oggershausen.
@ceteris
> Sie vergessen dass unsere Wirtschaft Export getrieben ist.
>> Sie vergessen, WARUM sie das ist, und Sie wissen offenbar auch nicht, wohin das führt. Da es nun zu genau dem führt, was wir gerade erleben (Lohndruck für Lehman-Zertifikate, statt Wohlstand durch Arbeit), ist es mit der Realitätstauglichkeit Ihrer Wahrnehmung offenbar nicht allzu weit her.
Das habe ich nicht vergessen. Sie können mit einer Industrie für den heimischen Markt keinen Blumentopf gewinnen. Baumärkte und Blumenläden sind vielleicht für das deutsche Gemüt wichtig, aber mit einer Exportwirtschaft lässt sich mehr Profit herausschlagen und nicht alles in Deutschland ist Bankengetrieben wie es der Weissgarnix in diesem Blog es uns bisweilen glauben lassen will. Deutschland ist ein Profiteur der WTO. Ausserdem, wenn ich mich so umschaue kann ich die von Ihnen so viel gepriesene Armut nicht feststellen. Überall diese schicken Autos. Mittlerweile mit Trend zum 4-Rad getriebenen Geländewagen in Grosstädten. Zumindest nicht allen Menschen geht es mit dieser Exportwirtschaft schlechter.
@Dietmar Tischer
“Hochschulstudium ebenfalls, hier müsste meiner Meinung nach Studiengebühren erhoben, aber auch ein umfassendes Stipendiensystem etabliert werden.”
“Es geht um QUALITÄT, QUALITÄT und nochmal QUALITÄT.”
Man könnte diese Aufgabe doch auch den Betrieben überlassen. Es gibt nicht besseres als Learning on the Job. Oder Privatunis fördern. (Bin mir sicher, dass da mit der FDP was zu machen ist). Aber für Leute wie Sie ist es ja einfacher nach dem Staat zu schreien, anstatt bei sich selber anzufangen.
“Denn 20 Mio. Rentner können nicht irren, wenn sie bei der nächsten Wahl ihr Kreuzchen machen. ”
Die Rentner sind aus meiner Sicht noch die Beständigsten und Genügsamsten im Volk. Von denen ist nicht soviel Kritik zu hören wie von Ihnen. Tut mir leid, dass musste aber mal gesagt werden.
Haben Sie sich inzwischen überlegt, ob die Arbeitslosigkeit ein Problem der Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ist? Vielleicht können wir uns wenigtens hierauf einigen.
@Tina #310
Hartz IV war als Volksverarmungsprogramm vielleicht teilweise effektiv, an den Arbeitsmarktproblemen hat es aber nichts geändert. In den anderen Punkten gebe ich Ihnen Recht.
@All
Und was lernen wir daraus? Ist dies ein Blog der Jammerer? Haben wir doch nicht etwa die Politker bezahlt, damit sie für uns diese Probleme lösen sollen/müssen? Und nun tun sie es nicht und stattdessen helfen sie den bösen Unternehmern? Und die vielen Richter und Funktionäre in Gewerkschaft und Gesellschaft. ZDF und ARD. DAK und Verbraucherschutz? Tüv und Ordnungsamt? Die richten es schon für uns. Derweilen sitzen wir mit einem Glas Rotwein vor dem heimischen PC, der Fernseher läuft im Hintergrund, die Kinder schlafen und jammern hier bei WGNX über die böse Welt.
Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel
Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel
Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel
Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel
Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel Brummel
@ Brummel
Ich/i> habe daraus gelernt, daß sich mit dem Kapitalismus diese Probleme nicht lösen lassen, nicht mit Vertretern ‘für meine Wünsche’ und auch nicht, wenn ‘wir’ uns selbst ‘bemühen’.
Das ist meine Erkenntnis, da ich kein gewaltätiger Mensch bin, muß ich nun leider ‘warten’, bis zb. @Brummel und @Tischer das auch so sehen. Wäre schade, wenn sich das ‘Problem’ biologisch’ löste…
@ Andreas Kreuz
Glauben Sie, dass Sie mit 4 Berufsausbildungen einen Anspruch haben, vor Hartz IV verschont zu werden?
Leiarbeiter mit 54 Jahren ist Dasein fristen?
Ja, das ist sicher alles andere als lustig.
Nur:
Sie sind kein Einzelfall und andere mit hochkarätiger Ausbildung hat es auch getroffen.
Ich könnte Ihnen mal meine Geschichte erzählen.
Zu der gehören einige Jahre UNTER Hartz IV.
Wenn für Sie Arbeit nur dann Arbeit ist, wenn damit „Verdienen wie in guten alten Zeiten“ verbunden ist, werden Sie Ihr Dasein mit Illusionen fristen.
Nehmen Sie sich nicht so wichtig und jammern Sie nicht so rum.
@ Wat.
>Mir ging es nie darum ‘Jung’ gegen ‘Alt’ und ‘Alt’ gar gegen andere ‘Alte’.>
Wie kommen Sie darauf, dass es mir darum ginge?
Da ich gern bei mir zuerst anfange und Rentner bin, meine ich, dass die arbeitende Bevölkerung nicht zweimal für mich bezahlen soll mit den Beiträgen zu RV UND mit Steuern.
Nur vier Punkte:
Wenn die Politik glaubt, mit der „Geldspritze“ im Lande herumlaufen zu müssen, dann soll sie wenigstens für gerechte Belastung sorgen, d. h. in der Regel über das Steuersystem, in das diejenigen, die größere Lasten tragen können, diese im großen und ganzen ohne zu großes Murren und Meckern auch tragen.
Es ist ein Kinderspiel für jede Transferleistung oder Subvention einen Grund zu finden, warum gerade da nicht gestrichen werden darf. Da fällt jedem, besonders den jeweils Betroffenen etwas ein. Wer sich darauf einlässt, ist schon verloren.
Man kann durchaus nach denen greifen, die mehr als der Durchschnitt einnehmen und verdienen. An dieser Schraube lässt sich vielleicht noch drehen. Aber: Wenn man überdreht, gibt es Kapitalflucht. Das war immer so und wird immer so sein, solange das Kapital wohin flüchten kann. Konnte es bisher immer. Darauf also keine allzu großen Hoffnungen setzen. Das ist nur etwas für Leute, die nur Milchmädchen gelernt haben.
Man kann jeden EUR nur einmal ausgeben. Deshalb muss man Prioritäten setzen und sagen, was wichtiger als wichtig ist. Solange die Politik und die Bevölkerung sich vor dieser Einsicht drücken, werden Verschuldung, Illusionen und Selbstbetrug wachsen.
@ Tischer, ich wollte evtl. ‘Verdächtigungen’, daß es mir um Jung gg. Alt geht, damit von vorn herein ‘ausräumen’.
Das ist nämlich ‘Schattenboxen’ und lenkt vom eigentlichen ‘Problem’ ab.
Und da stimmt, man kann den Euro nur einmal ausgeben – und auch nur den, den ‘man’ hat. Die wirklichen ‘Schmarotzer’ dieses Systems sind aber nunmal nicht die mit den Transfers, sondern die mit dem ‘leistungslosen Einkommen’ aus Kapital, oft schon vermittelt durch Erbschaft.
@ Brummel 244
Alles klar:
Natürlich dass sich D nicht der Globalisierung entziehen kann. Dänemark – das ist zB was anderes. Ein so groooooßes Land, dort kann man problemlos auch ohne Export mehr als Hungerlöhne zahlen – geschweige Mindestlöhne, aber in D geht es nicht: niemals, unvorstellbar, haben doch unsere “Wissenschaftler” bewiesen, mathematisch genau, …
Meine Frage: Sind solche Menschen nur naiv oder böse; ich würde sagen 10% naiv und 90% böse. Wer ist einer anderen Meinung?
Ergänzung # 348
Das sind allerdings auch Transfers (die leistungslosen Kapitaleinkünfte), denn die ‘Werte’ kommen nur aus der direkten Güter-Produktion..
@DT
>>Glauben Sie, dass Sie mit 4 Berufsausbildungen einen Anspruch haben, vor Hartz IV verschont zu werden?<<
Waren Sie es nicht,
der oben von QUALITÄT gefaselt hat?
@ Systemfrager # 349
Wer ist einer anderen Meinung?
Ich.
@paribus
“Wir sind Deutschland! Wir sind Papst!
So muß man denken.”
Wieso muss? Mit genug Geld lebt es sich auch auf den Kanaren sehr gut, auch ohne dass man Papst ist. Sehe gerade, DAX hält die 5.600 Marke.
Jammerforum.
Brummel macht es richtig.
Ich auch.
Sucht euch einen Job und liegt uns nicht auf der Tasche.
@ paribas #354
Du dummer Mensch!
Immer wenn Du in Zukunft Deinen PC einschaltest, denke bitte nie daran, daß Du ein dummer Mensch bist. Also immer ausblenden.
Wetten Du wirst immer daran denken?
@Systemfrager
>Meine Frage: Sind solche Menschen nur naiv oder böse; ich würde sagen 10% naiv und 90% böse. Wer ist einer anderen Meinung?
Also doch alles nur eine Frage der Moral? Ihr Nickname gibt vor, das System zu erfragen. Ist dies nicht eher ein wissenschaftlicher Vorgang gestützt auf die Methoden der Wiwi als dass es ein moralischer Anspruch an die Weltgemeinschaft wäre? Warum denn sollte aus Ihrer Meinung der Unternehmer etwas von seinem Kuchen freiwillig gerade an Sie abgeben? Vielleicht weil wir ausgerechnet Ihre Wiwi bräuchten? Oder weil Sie in Ihrem Denken so sozial sind? Und wenn Politiker sich nun mal lieber den Problemen der Arbeitgeber hinwenden, anstatt sich den Problemen der Arbeitnehmer zu widmen? Wieso sollten sie es auch nicht tun? Von Leuten wie Ihnen werden Politiker nur beschimpft. Die Herren der Wirtschaft wissen sich wenigtens vor Politikern zu benehmen.
http://www.promi.at/angela-merkel.htm
@ paribus 354
Oder vielleicht so: Wir nehmen von euch das, was uns gestolen wurde. Dann sucht ihr euch einen Job.
Klingt viel besser. Und ist viel gerechter. Nicht wahr?
@ Omnibus
–>Sucht euch einen Job und liegt uns nicht auf der Tasche.”
und mehret euch nicht.
Nehmen Sie sich nicht so wichtig und jammern Sie nicht so rum.
Genau. Friss’ dein Bockwurst, Sklav’ und halt’s Maul.
Anderen geht’s genauso schlecht oder noch schlechter, also sei froh, dass du nicht in Haiti unter den Trümmern liegst.
Vor allem aber:
Untersteh’ dich nie und niemals zu fragen, warum andere viel mehr haben und verdienen als du, obwohl sie viel weniger leisten, oder gar garnix. Sonst bist du ein Kommunist, ein Feind der Freiheit und nichtmal deine Bockwurst wert.
Hiermit endet die Transkription aus dem BrummelTischer-Paralleluniversum…
@Paribus
Vielen Dank Herr Paribus für Ihre Schützenhilfe.
Dieses Blog hat mir ein Freund empfohlen, der sonst eigentlich nur Spiegel Online liest.
Die Artikel von Herrn WGNX lesen sich so verständlich. Herr WGNX bringt alles so schön auf den Punkt. Wenig Theorie, viel Praxis.
@ Brummel
>Haben Sie sich inzwischen überlegt, ob die Arbeitslosigkeit ein Problem der Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ist? Vielleicht können wir uns wenigtens hierauf einigen.>
# 306 lesen.
>Man könnte diese Aufgabe doch auch den Betrieben überlassen. Es gibt nicht besseres als Learning on the Job.>
Lernen in der Uni ist nicht gerade „learning on the job“. Außerdem: Die Mobilität würde leiden, weil die Absolventen – wenn sie vergünstigt studieren dürften in einer Uni mit Unternehmensanschluss – sich an das Unternehmen binden müssten. Das ist generell nicht wünschenswert.
Privatunis:
Im Prinzip bin ich dafür. Da aber hierzulande kaum ein Verständnis dafür herrscht, dass der Unibesuch eine INVESTITION ist, die viel eigenes Geld kostet, speziell wenn er betreuungs- und daher personalintensiv ist, wird das leider nur die Ausnahme sein können.
>Aber für Leute wie Sie ist es ja einfacher nach dem Staat zu schreien, anstatt bei sich selber anzufangen.>
Sie verlieren langsam die Orientierung, ich werde hier doch mit Ihnen in eine Reihe gestellt.
>Die Rentner sind aus meiner Sicht noch die Beständigsten und Genügsamsten im Volk.
Viele sind genügsam, weil sie nicht gerade viel haben. Andere sind dauernd in der Welt unterwegs. Hier nicht alle über einen Kamm scheren.
Beständig ist keine Auszeichnung. Kann nämlich auch heißen, dass sie sich nicht bewegen.
>Von denen ist nicht so viel Kritik zu hören wie von Ihnen.>
Mag sein, wer regelmäßig und pünktlich Geld kassiert, das andere Leute verdient haben, und zudem vor Kündigungen sicher ist, der hat in der Regel auch nicht viel zu kritisieren.
@ Andreas Kreuz
Sind vier Ausbildungen AUTOMATISCH Qualität?
Aber auch Qualität in der Ausbildung ist keine Garantie dafür, dass man nicht bei Hartz IV landet.
@brummel #360
Die Artikel von Herrn WGNX lesen sich so verständlich. Herr WGNX bringt alles so schön auf den Punkt. Wenig Theorie, viel Praxis.
So ist es. Strobl hat die Praxis erlebt und ist in der Lage, sie zu erklären.
Und das sehr feinfühlig und mit guten Argumenten.
Leider ist die graue Masse nicht willens, dies zu erkennen.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article5965624/Gefangen-in-der-Endlosschleife-eines-Albtraums.html?page=11#article_readcomments
die verbildeten Ökonomen haben jeden gesunden Menschenverstand verloren – sag ich doch immer
und sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht – nein sie werden es auch nicht eingestehen – sind voll in der Sackgasse des Denkens
na und dann kommt nur noch Machterhaltungskampf dazu und jede Chance auf ein neues Modell ist gegessen
MP Koch hat recht, wenn er die Millionen Arbeitsscheuen kritisiert.
Ich z.B. suche immer noch einen, der allmorgendlich meine Schuhe
blankwixt…
@Brummel #344
„Hartz IV war als Volksverarmungsprogramm vielleicht teilweise effektiv, an den Arbeitsmarktproblemen hat es aber nichts geändert.“
Natürlich nicht. Wie denn auch?
Dadurch, dass der Preis der Ware Arbeitskraft gesenkt wird, entstehen volkswirtschaftlich keine neuen Arbeitsplätze, sondern man nimmt den Arbeitenden Kaufkraft. Die Folge ist ein Rückgang der Binnenökonomie, welche den Verlust von weiteren Arbeitsplätze mit sich zieht, sowohl bei den Produzenten für den Binnenmarkt wie auch beim Handel (s. Kaufhauspleiten etc.).
Grundsätzlich ist es so, dass technologischer Fortschritt in einer funktionierenden Ökonomie zu einem erhöhten allgemeinen Wohlstand und zu reduzierter Arbeitszeit führt.
Wenn – wie bei uns – das Gegenteil eintritt, dann stellt sich die Frage, warum die Ökonomie so nicht funktioniert?
Das ist die ökonomische Kernfrage.
Das ökonomische System fällt nicht vom Himmel, sondern ist von Menschen gemacht. Und Menschen können es ändern.
Dass dieses kapitalistische System nicht so funktioniert, wie eine rationale Ökonomie funktionieren soll und muss, ist evident.
Also bedarf es einer Diskussion, wie das ökonomische System so ändern ist, dass technologischer Fortschritt zu einem erhöhten allgemeinen Wohlstand und zu reduzierter Arbeitszeit führt.
Wer diese Diskussion nicht führen und für ein neues System nicht kämpfen will, der muss sich eben mit diesen gesellschaftlich Bedingung abfinden, gegebenenfalls mit der Konsequenz, bis zu seinem Lebensende in Armut und Elend zu leben.
Mit Jammerei über das Schicksal ändert sich nichts, man geht nur anderen Menschen auf die Nerven.
@ Brummel
Solche asozialen Dummköpfe wie du, wissen natürlich nicht wer
Alexander Rüstow war. Aber wenn ich mit dir polemisiere, ich tue es nicht deshalb, weil ich der Meinung bin, ich werde etwas bei dir ändern. Du bist mir völlig egal. (So ein asoziales, amoralisches egoistisches Ar**** wie du war auch mein Erzeuger [kein Vater] – ein erfolgreicher Unternehmer). Sondern weil dies von anderen geelsen wird, und sie werden sich dann ihre Meinung bilden. Aber zum Alexander Rüstow:
S. 9 Rede und Antwort, Bei Martin Horch in Ludwigsburg, 1963
#366
Neid ist kein guter Ratgeber. Er macht blind.
Versuch es mal mit Arbeit….
@paribus # 322
„Ich selbst bin 45 Jahre, selbständig und arbeite 2 Tage pro Woche.
Ich habe 2 akademische Abschlüsse und meine Kunden sind zu
97 % westdeutsche Firmen.“
Aber nur im „Second Life“.
Das zu schreiben, haben Sie vergessen.
Macht aber nichts, ist besser als ´ne Jammer-Story.
666 ist die Zahl des Tieres, so viele Kommentare müssen erreicht werden, damit das neue Zeitalter kommt!
Aber was einige hier für Humor und Polemik halten, ist wirklich unterirdisch. Sogar einige “Stützen des Blogs” lassen sich davon anstecken. Da schau ich mir lieber 2. Halbzeit Afrika-Cup an.
#368
Second Hand-Läden betrete ich nie.
Mein Tagessatz liegt bei 1200 Euro.
Und die Wessis bezahlen den gern.
Noch Fragen?
Leute ich geh jetzt nach Hause. Schlagt euch noch ein wenig mit Omnibus, Paracelsus und Blümchen rum, fragt ab und zu Brummel oder Kermit den Frosch evtl. auch Fozzy Bär, noch mal.
nehmt den Tischer und seine Generation gleich mit.
@ paribus
Gier und Ausbeutung sind keine gute Ratgeber. Sie machen blind.
Versuch mal ein Mensch und kein Tier zu sein ….
@ paribus
FU
@paribus #370
„Mein Tagessatz liegt bei 1200 Euro.“
Na, das ist mittelmäßig.
Da würde ich hier nicht so auftrampeln.
Meiner liegt wesentlich höher.
#374
Dann versteht aber niemand, warum du so verkrampft bist.
Trotzdem: Hochachtung!
noch zu #375
Verstehe:
Du machst einen auf F.Engels um einen armen K.Marx zu sponsern…
@ paribus 375
Doch, gerade deshalb. Das verstehen alle, nur du nicht – was auch alle schon gut verstehen können.
@ Wat.
>Die wirklichen ‘Schmarotzer’ dieses Systems sind aber nunmal nicht die mit den Transfers, sondern die mit dem ‘leistungslosen Einkommen’ aus Kapital, oft schon vermittelt durch Erbschaft.>
Ich habe nicht gesagt und sage nicht, dass diejenigen, die Transferleistungen erhalten Schmarotzer sind. Das werden sie von mir nicht hören.
Aber:
Warum ist Einkommen aus Kapital „leistungslos“?
Warum ist der ein Schmarotzer, der sein – von mir aus auch ererbtes Kapital – dafür einsetzt, dass andere beschäftigt werden, es nutzen können oder er es „nur“ konsumiert?
Bitte erklären Sie mir dies einmal.
@ ceteris
>Anderen geht’s genauso schlecht oder noch schlechter, also sei froh, dass du nicht in Haiti unter den Trümmern liegst.
Die Aussage war:
Ich habe vier Ausbildungen und DESHALB darf es mir nicht so schlecht gehen.
Das ist eine Art von (Ausbildungs)-Dünkel, den ich mir nie zu eigen machen würde.
Deshalb habe ich geantwortet, wie ich geantwortet habe.
>Vor allem aber:
Untersteh’ dich nie und niemals zu fragen, warum andere viel mehr haben und verdienen als du, obwohl sie viel weniger leisten, oder gar garnix. Sonst bist du ein Kommunist, ein Feind der Freiheit und nichtmal deine Bockwurst wert.>
Sie sollten mich doch mittlerweile besser kennen.
Man kann alles fragen.
Allerdings:
Man muss so fragen, dass man zu den Ursachen kommt.
Daran hapert es so oft.
Manche fragen auch gar nicht erst.
Müssen die auch nicht, weil sowieso immer die Anderen schuld sind.
@Dietmar Tischer
“Die Arbeitnehmer, die nicht Arbeit zu dem Lohn annehmen, zu dem sie eine haben könnten, haben ein Problem. Die Arbeitgeber geht das nichts an.”
Aha! Also ein Problem der Arbeitnehmer. Aber anschliessend haben Sie sich dann doch wieder auf den Staat bezogen und gesagt, dass man das Problem nicht so einfach sehen könne. Also was denn jetzt. Problem des Arbeitgebers oder Arbeitnehmers?
“Sie verlieren langsam die Orientierung, ich werde hier doch mit Ihnen in eine Reihe gestellt.”
Dazu müsste ich zunächst genauer wissen, welche Meinung Sie hier vertreten.
“Viele sind genügsam, weil sie nicht gerade viel haben. Andere sind dauernd in der Welt unterwegs. Hier nicht alle über einen Kamm scheren.
Da gebe ich Ihnen Recht.
“Im Prinzip bin ich dafür. Da aber hierzulande kaum ein Verständnis dafür herrscht, dass der Unibesuch eine INVESTITION ist, die viel eigenes Geld kostet, speziell wenn er betreuungs- und daher personalintensiv ist, wird das leider nur die Ausnahme sein können.”
Ich komme zurück auf meine These, dass wir gar nicht mehr soviele Ingenieure brauchen werden, weil es die in Ost-Europa günstiger und in unbegrenzter Anzahl bereits ausgebildet gibt.
@Systemfrager
“Da schau ich mir lieber 2. Halbzeit Afrika-Cup an.”
Ja, vielleicht hilft es Dir auf andere Ideen zu kommen. Wie im alten Rom. Das Volk ist belustigt. Brot und Spiele. Was will man mehr.
“Solche asozialen Dummköpfe wie du, wissen natürlich nicht wer
Alexander Rüstow war.”
Sind Dir die Argumente ausgegangen und fängst an die Leute hier zu beschimpfen? Das kommt davon wenn man zulange den Kopf ins Archiv gesteckt hat, anstatt einmal ganz in Ruhe über die Probleme nachzudenken.
Was war eigentlich der Ausgangspunkt Deiner Wut gegen mich? Kannst Du dieses Gefühl verbalisieren? Versuche mir die Punkte bitte kurz zu nennen, damit ich versuchen kann, Dich zu verstehen.
@ paribus
Du bist einfach nur eine sehr traurige Gestalt!
@Dietmar Tischer
“Warum ist Einkommen aus Kapital „leistungslos“?”
Und einmal unterstellt es wäre es, machte es dann einen Unterschied für Sie?
@ Dietmar Tischer # 378
Warum ist Einkommen aus Kapital „leistungslos“?
Warum ist der ein Schmarotzer, der sein – von mir aus auch ererbtes Kapital – dafür einsetzt, dass andere beschäftigt werden, es nutzen können oder er es „nur“ konsumiert?
Bitte erklären Sie mir dies einmal.
Weil dieses Kapital dadurch entsteht, daß die Wertschöpfung(!) des Arbeiters nicht an diesen ausbezahlt, sondern grundsätzlich einbehalten wird. Der kriegt einen Stundenlohn, egal wie niedrig oder sogar hoch, immer unter seinem eigentlichen Wert.
Dafür kann der Kapitalgeber gut zuhaus sitzen und der andere muß arbeitet.
Ich habe es hier schon einmal ausgeführt:
Jeder(!) Mensch muß sich zu allererst reproduzieren, bevor er alles evtl. andere ‘machen’ kann.
Alle müssen was für ihre Reproduktion tun, warum kann der eine einfach andere seinen Teil übernehmen lassen.
Warum reproduzieren/arbeiten nicht alle, und freuen sich, wenn Maschinen ihnen einen Großteil ‘doofer’ Arbeit abnimmt und sie dadurch mehr Freizeit haben, was auch immer sie dann mit dieser anstellen mögen.
… ich weiß – war schließlich schon immer so
@Wat.
“Ich habe es hier schon einmal ausgeführt:
Jeder(!) Mensch muß sich zu allererst reproduzieren, bevor er alles evtl. andere ‘machen’ kann.”
Mich beschleicht der Gedanke, dass das Problem viel tiefer steckt als es oberflächlich für uns aussieht. Der Ansatz der Reproduktion und des Eigentums geht an den Kern des Problems. Ist aber aus meiner Sicht nicht ausreichend für eine umfassende Erklärung gesellschaftlicher Verhältnisse in der Bundesrepublik. Es ist auch eine kulturelle Frage. Eine Frage wie wir uns in Bezug auf Lebensbereiche wie Religion und dem Verhältnis zur Natur definieren. Ist doch eigentlich egal, ob die Neo-Liberalen wie Herr Tischer oder Herr Paribus regieren oder ob ein Herr Systemfrager die Macht übernimmt. Hinter all dem Leid welches sich Menschen gegenseitig antun steckt ein viel tieferes Problem, welches sich mit den Methoden der Wiwi nicht ergründen lässt.
Für die meisten Menschen gibt es da gar keinen Grund selbst zu handeln. Wieso denn auch? Ist doch nicht mein Job mich darum zu kümmern. Dafür gibt es doch andere die dafür bezahlt werden. Aber jammern tut man dann trotzdem ganz gerne mal. Okay, ich gebe es zu, ich auch.
Auf den Einwand, der jetzt ganz sicher kommen wird, kann ich erst morgen antworten.
Gute Nacht.
@Wat.
Gute Nacht.
@Wat.
http://www.anarchismus.at/txt3/patriarchat3.htm
Man könnte dem auch eine Untersuchung des Matriachats entgegensetzen. Meines Wissens wurde letzteres an Ermangelung realen Gesellschaftsbezuges in unserer Welt abgesehen von den Untersuchungen einiger wenigen Völkerstämmen in Indien, auf Bali oder Süd-China nicht weiter verfolgt. Eine Erforschung alternativer sozialer Strukturen kann sich in Ermangelung des Vorhandenseins einer solchen Gesellschaftsform daher infolgedessen entweder nur auf eine fiktive Gesellschaftsbetrachtung beziehen wie dies insbesondere auch in diesbezüglichen science-fictions vorgenommen wird, oder aber müsste sich auf eine Untersuchung von gesellschaftlichen Randgruppen in denen eine derartige Lebensform in der Gegenwart vollzieht vorgenommen werden. Dieser Blog scheint mir für eine Untersuchung jedenfalls nicht geeignet. Eher das Gegenteil ist der Fall. Tiefstes patriachischen Denkens selbsgefälliger Männercliquen.
#386 mindestens ein Grammatikfehler ist mir aufgefallen:
in denen eine derartige Lebensform in der Gegenwart vollzieht
->in denen eine derartige Lebensform in der Gegenwart sich in unserer Gesellschaft vollzieht
@ Brummel
>Aha! Also ein Problem der Arbeitnehmer. Aber anschliessend haben Sie sich dann doch wieder auf den Staat bezogen und gesagt, dass man das Problem nicht so einfach sehen könne. Also was denn jetzt. Problem des Arbeitgebers oder Arbeitnehmers?>
Nicht so schnell und oberflächlich.
Ich hatte geschrieben, dass man es als Problem des Arbeitnehmers sehen kann, wenn man einen bestimmten Standpunkt einnimmt, jedoch hinzugefügt, dass man das Problem UMFASSENDER sehen muss.
Ich habe desweiteren darauf verwiesen, dass sich wesentlich Parameter der VW verändert haben. Das Problem ist daher nicht nur ein Arbeitnehmer/Arbeitgeber-Problem.
Von Staat war da überhaupt nicht die Rede, ich weiß nicht, was Sie lesen.
>“Sie verlieren langsam die Orientierung, ich werde hier doch mit Ihnen in eine Reihe gestellt.”
Dazu müsste ich zunächst genauer wissen, welche Meinung Sie hier vertreten.>
Ich schreie jedenfalls nicht – wie Sie behaupten – einfach nach dem Staat.
Die Anderen lynchen mich hier dafür, aber Sie übersehen das offensichtlich.
>Ich komme zurück auf meine These, dass wir gar nicht mehr soviele Ingenieure brauchen werden, weil es die in Ost-Europa günstiger und in unbegrenzter Anzahl bereits ausgebildet gibt.>
Ich habe von QUALITÄT gesprochen, d. h. BESSERE, KREATIVERE, EFFIZIENTERE Ingenieuren – und nicht nur Ingenieure.
Verstehen Sie doch mal, auf was es ankommt.
Mit NUR der Denke „Kosten“ und „Ausland“ erfassen Sie nicht das WESENTLICHE des Problems bzw. können Sie natürlich keine Lösung erkennen.
@ Wat.
Zu leistungslosem Einkommen aus Kapital:
>Weil dieses Kapital dadurch entsteht, daß die Wertschöpfung(!) des Arbeiters nicht an diesen ausbezahlt, sondern grundsätzlich einbehalten wird. Der kriegt einen Stundenlohn, egal wie niedrig oder sogar hoch, immer unter seinem eigentlichen Wert.>
Dachte mir, dass die Antwort in etwa so lauten würde.
Wenn das so ist – lupenreine Ausbeutung nach Marx – kann ich nur einen Ratschlag geben:
Man sollte es einmal ohne dieses Kapital versuchen.
Das wäre doch die Lösung.
Oder leistet das Kapital doch etwas, weil man nicht auf es verzichten kann?
Hatten wir schon mal als ich lemming während der Marx-Wochen in meinem Sägewerk beschäftigte.
Blättern Sie nach – oder überlegen Sie selbst.
@Dietmar Tischer
“Verstehen Sie doch mal, auf was es ankommt.
Mit NUR der Denke „Kosten“ und „Ausland“ erfassen Sie nicht das WESENTLICHE des Problems bzw. können Sie natürlich keine Lösung erkennen. ”
Die V-Waffe gegen die Arbeitslosigkeit. Also gab/gibt es sie doch? Jetzt bin ich aber mal gespannt. Bitte genauer erklären, sonst verstehe ich es nicht.
@Systemfrager
Vielleicht können Sie sich auch einmal dazu kurz äussern?
@Tischer
Oder leistet das Kapital doch etwas, weil man nicht auf es verzichten kann?
Sie sind doch sonst so ein Akribist:
Dass man nicht auf es verzichten kann, heisst noch nicht, dass es etwas “leistet” in dem Sinne, in dem man Leistung hier verstehen muss, also in dem Sinne in dem Arbeit etwas leistet. Wir brauchen auch Sauerstoff – aber leistet er was?
Und das ist nur der erste Teil:
Das Kapital leistet zwar nichts, aber es bringt seinem Eigentümer, der außer Haben eben nichts leistet, Einkommen. Leistungsloses Einkommen, er übernimmt in der Regel nicht mal das Anlegen selber, sondern hat auch dafür seine Dienstleister.
“Tischer” hat damals weder die Säge produziert, noch ein einziges Holzstück gesägt, dennoch waren es “seine” Holzstücke und der Erlös ebenso. Möglicherweise hatte er sogar einen Unternehmensberater, der ihm den Kauf einer Säge empfohlen hat. Also was hat er “geleistet”?
BESSERE, KREATIVERE, EFFIZIENTERE Ingenieure
Sie sagen doch selber, dass das ein Rattenrennen ist. Warum sollten deutsche Ings besser sein, werden, bleiben, als andere? Dafür gibt es keinen Grund. Es ist lediglich dieselbe Melodie des Wettbewerbs, der Leistungssteigerung ad infinitum, von der Technik auf die “human resources” verlagert. Weil eben allein aus der Arbeitskraft, dem lebendigen Kapital, der Profit wächst, nicht aus dem toten – sagt Marx. Es gibt aber hier kein “infinitum”, so wenig wie woanders. Das Ende vom Rennen zeigt sich im Kostensenkungswettbewerb, der wiederum in Lohndrückerei endet, der wiederum – via Nachfragelücke – zu Unterauslastung der Kapazitäten führt, dies dann wieder zu Preisdruck, dieser dann zu noch höherem Lohnkostendruck, eine Abwärtsspirale. Die Exportwirtschaft versucht eigentlich, diese Probleme zu exportieren, d.h. zulasten anderer hinauszuzögern. Das kann nicht gelingen, egal wie “kreativ” die Ings noch werden, die Verbreitung des know-hows geht schliesslich noch schneller als die der Technik selbst. Entwickeln ist immer aufwendiger und riskanter (d.h. weniger profitabel) als Nachahmen, aber das ist hier gar nicht mal der Kern der Sache, gehört aber dazu, wenn hier vom Produktivitätsfaktor Wissen gesprochen wird, der mit den Ings ja gemeint ist.
@DT #388
>>Ich habe von QUALITÄT gespr