Uncle Sam kauft alles

von weissgarnix am 6. Januar 2010

Hier mal was Schönes für alle Freunde von Verschwörungstheorien via FT Alphaville: Die US Regierung kauft heimlich die Börsen hoch. Sie und die FED stecken hinter der Rally seit März letzten Jahres – sonst niemand.

Der das behauptet, heißt Charles Bidermann und sitzt nicht in irgendwelchen obskuren Börsenforen sondern leitet einen recht passablen Research Service namens “Trim Tabs”, an dem sogar die Gottesversteher von Goldman Sachs eine Beteiligung halten. Trim Tabs ist darauf spezialisiert, Kursverläufe aus den Anlagevolumina vorherzusagen, die sich jeweils auf der Angebots- und Nachfrageseite der Märkte positionieren. Deshalb haben sie die “Flow of Funds” eigentlich immer recht gut im Blick, aber seit neuestem ein Problem: Sie wissen nicht, wo das Geld herkommt, das amerikanische Aktien kauft, ihrer Rechnung nach 6000 Milliarden Dollar. Daher ihr Verdacht: Die Regierung selbst ist im großen Stil long gegangen!

“Wir haben keinerlei Beweise”, sagt Biderman, “aber wir wissen, dass hinter dem Börsenboom weder die Wirtschaftsdaten noch die traditionellen Kapitalquellen stehen”.

Denn immerhin, so Bidermann:

  • Sind die Unternehmen selbst nicht auf der Kauf- sondern auf der Verkaufsseite engagiert und haben seit April 133Mrd Dollar an neuen Aktien emittiert.
  • Können es den Daten nach die Retail-Investoren via Fonds oder direkt auch nicht gewesen sein
  • Hat das Ausland zwar für 109 Mrd Dollar gekauft, aber das würde den Boom nicht erklären und sollte sich zudem zum Jahresende hin deutlich abgeschwächt haben
  • Kommen Hedgefonds zwar prinzipiell in Frage, aber angesichts gleichzeitiger Mittelabflüsse wohl kaum im o.g. Umfang

Daher, so Bidermanns Überlegung: Wenn die Regierung sich schon so offenherzig bei der Rettung von Automobilfirmen zeigte, warum dann nicht gleich den ganzen restlichen Markt im großen Stil stützen? Rechtlich gesehen dürfte sie das und von den benötigten Mitteln her betrachtet, wäre das ja erst recht kein Problem:

“Ein Weg, den Markt zu manipulieren, bestünde darin, dass die FED oder das Treasury im Nominale von 60-70Mrd pro Monat S&P500-Indexfutures kaufen. Unter der Berücksichtigung von Margin-Erfordernissen würden sie dafür nicht mehr als 5-15Mrd Dollar pro Monat benötigen. Peanuts, im Vergleich zu dem, was anderswo gestemmt wurde.”

{ 113 Kommentare… Lesen Sie sie nachfolgend oder schreiben Sie einen }

1 topi Januar 6, 2010 um 15:57

Bi(e)dermann und die Brandlöscher, na warum auch nicht.

Meine Theorie ist ja, dass sämtliche Theorien bei bestehenden herumwabernden (Real komplett verzichtbaren) Überschußgeldmengen hinfällig sind, da niemand sinnvolle Annahmen formulieren kann.
Insofern unüberraschend, dass sich wieder mal jemand überrascht zeigt, dass seine Theorie nicht (mehr) stimmt.

2 MacT Januar 6, 2010 um 16:02

Wenn die Regierung (oder wer auch immer) für 60 Mrd USD S&P500 Futures kauft, dann braucht man nur einmal 15 Mrd USD Margin. Nachdem ersten Anstieg des S&P500 ist das Margin-Konto soweit im Plus, dass ein Nachkauf locker drin sein sollte.

Kommt mir ziemlich unplausibel vor.

3 weissgarnix Januar 6, 2010 um 16:04

@MacT

Ich muß gestehen: Nach so Dingen wie “Abwrackprämie” halte ich mittlerweile Alles für möglich.

4 ceteris paradox Januar 6, 2010 um 16:27

Für Sprott, die vor Jahren mit einem sehr schlüssigen Nachweis von Manipulationen des Goldmarktes durch die Notenbanken bekannt wurde, ist damit klar, dass nur ein einziger Investor übrig bleibt, und zwar die Fed selbst, die im Zuge ihres “Quantitative “Easings” im 2. Quartal fast die Hälfte und im 3. Quartal 30 Prozent der gesamten Staatsschuldenemissionen übernommen haben soll.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31798/1.html

5 Shiraz Januar 6, 2010 um 16:51

Ich dachte das ganze letzte Halbjahr, der Anstieg der US-Börsen sei auf einen intra-amerikanischen Carry Trade zurück zu führen. Das Geld wird sich gegen nullkommanix Zinsen geliehen, und sogleich in die steigenden Börsenmärkte investiert.

6 joergtokyo Januar 6, 2010 um 17:28

Wundern würde es mich nicht. Wenn das dann allerdings eines Tages herauskäme wäre es der Anfag vom Ende des Kapitalismus, bzw. der Anfang der VEB-Wallstreet.

7 froZ Januar 6, 2010 um 17:32

Das wirft ja ein etwas anderes Licht auf die Münchhausen-Metapher und die Frage, ob die Politik die Wirtschaft steuern kann.

Nick Leeson mußte am Ende einsehen, daß er als Schwanz nicht mit dem Hund (Markt) wedeln konnte. Aber wer ist hier Schwanz, und wer ist Hund? Bzw., wer führt den Hund an der Leine? Wird es am Ende heißen, man kann auch mit hohem Einsatz nicht dauerhaft gegen den Markt zocken… der aber von der Politik gesteuert wird… die wiederum von der Plutokratie gesteuert wird… ? Oder können wir die Politik als Zwischeninstanz streichen?

8 ceteris paradox Januar 6, 2010 um 18:18

@froZ
Nein: wir streichen den sagenumwobenen “Markt” als historisch überflüssige Zwischeninstanz. Und die besagten umwebenden Sagen, aka Neo-, Retro-, Ultra- Liberalismus, natürlich gleich mit…

9 Gast Januar 6, 2010 um 18:19

Ein vertrauenswürdiger Banker (man traut sich das ja fast nicht zu behaupten) hat schon lange die Meinung geäußert, dass die US-Börsen manipuliert seien. Mir war es nicht wichtig, da ich aus grundsätzlichen Erwägungen die Finger von US-Märkten lasse. Enron, Worldcom etc. …. never again.

10 froZ Januar 6, 2010 um 18:24

@ joergtokyo

Der Anfang vom Ende des Kapitalismus wäre das wohl keineswegs. Vielleicht wäre es ein Schritt hin zum Ende der liberalen Illusion von der Existenz freier Märkte, auf denen sich prinzipiell freie und gleiche Vertragspartner tummeln. Aber das Kapitalverwertungsprinzip als Prinzip der erweiterten Reproduktion wäre davon ja nicht negativ betroffen, im Gegenteil.

Warum nur ist diese Gleichsetzung des Kapitalismus mit dem freien Markt und diese Dichotomie Kapitalismus-Sozialismus so hartnäckig im Denken verfestigt? Als wäre dem real existierenden Kapitalismus von jeher das Prinzip der Macht völlig fremd und äußerlich… (Ist gar nicht wertend gemeint.)

Übrigens fragt man sich ja: Wenn das mit dem S&P geht, wie sieht es dann auf den in der Krise vergleichsweise illiquiden Aktienmärkten mancher Schwellenländer aus? Muß man nicht davon ausgehen, daß diese ständig von politischen bzw. korporatistischen Spielern manipuliert werden?

11 spiritformoney Januar 6, 2010 um 18:29

Was ist eine Verschwörung?
Eine alltägliche Methode durch Kooperation gemeinsame Ziele zu erreichen. Also nichts Ungewöhnliches. Das Gerede von den freien Märkten ist ja wohl ein Märchen für die Kinder die auch ein wenig mitspielen dürfen.
Auch hier bezüglich des obigen Themas beschrieben:
http://info.kopp-verlag.de/news/marktmanipulationen-und-das-plunge-protection-team-die-unsichtbare-hand-des-staates.html

Verwunderlich wäre, wenn Diejenigen die manipulieren können dies NICHT tun.

12 Gast Januar 6, 2010 um 18:30

Die eigenen Vermögenswerte mit der Weltwährung hoch zu halten ist eigentlich keine dumme Idee. Mit “gedrucktem Geld” in außerhalb den USA Unternehmen, Rohstoffe etc zu kaufen ist die konsequente Fortsetzung.

Das ganze funktioniert m.E. nur deshalb, weil die Verkäufer der Güter dabei keinen Nachteil erleiden.

Eine symptomatische Reaktion auf diese Marktvorgänge könnte sein, dass selbst Notenbanken anfangen Devisenreserven in Gold zu tauschen. Sozusagen als Flucht vor der unaufhaltsamen Dollar-Schwemme.

Die Druckerpresse einer Weltleitwährung zu besitzen ist ein Wohlstands-Joker. Wie ignorant muss ein Volk sein, dieses Gut durch übermäßigen Missbrauch aufs Spiel zu setzen.

13 Rossäpfel Januar 6, 2010 um 18:46

“Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben.”

US-Präsident Franklin D. Roosevelt, 1933

http://www.rossaepfel-theorie.de/Mindestlohn.htm

Ist auch ein Ausweg für die Riesterrente.

Versicherungsgesellschaften legen das Geld am Aktienmarkt an.

Staat garantiert Kurse.

Aus welchem Grund sollten die USA es sonst machen müssen?

Hättet ihr doch ein Umlagesystem!

14 Sven Januar 6, 2010 um 18:46

@froZ: “Der Anfang vom Ende des Kapitalismus wäre das wohl keineswegs. Vielleicht wäre es ein Schritt hin zum Ende der liberalen Illusion von der Existenz freier Märkte, auf denen sich prinzipiell freie und gleiche Vertragspartner tummeln.”

Wir haben keinen freien Markt. Der freie Markt würde Subventionen wie die Absenkung der Mwst für die Hotellerie oder marktbeherrschende Privat-Konzerne wie Microsoft, unsere 4 Stromriesen, die Telekom etc nie zulassen. Für Hüter der freien Marktwirtschaft wäre spätestens bei (aus dem Bauch heraus) 5 Mrd. $/€ Jahresumsatz der Aufruf zur Unternehmenszerlegung implizit. Es gäbe starke Gewerkschaften, damit auf beiden Seiten des Arbeitsmarktes Vertreter auf gleicher Augenhöhe säßen. – Sorry, aber ich verstehe die freie Marktwirtschaft als mittelständisch-regionalisierte Wirtschaft ohne Dauersubventionen.

Zum Startthema: wo ist denn nun der Unterschied, ob private (wie 1929, wenn auch nur für Stunden gelungen) oder staatliche Marktteilnehmer den Markt faken? Ich finde das Befremden befremdlich. Ist doch alles eine Soße…

15 spiritformoney Januar 6, 2010 um 18:51

@froz #10
Ergänzend hierzu:
http://info.kopp-verlag.de/news/das-geheimnis-der-chinesischen-wunderwirtschaft-die-banken-gehoeren-der-regierung-nicht-umgekeh.html

@Gast #12
Die Frage ist doch was passiert wenn der Dollar abstürzt? Eine neue Währung kann ja geschaffen werden. Nur, frei nach der Eigentumstheorie von Heinsohn etc., wer bekommt nach dem Reset wieder Kredit? Wer hat welche Sicherheiten zu bieten?
Wenn die USA-Elite unbegrenzt Dollars zur Verfügung hat, worin wird sie wohl investieren – für die Zeit mit der neuen Währung?

16 joergtokyo Januar 6, 2010 um 18:54

@froz

stimmt, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Bei mir im Kopf ist Kapitalismus fälschlicherweise auch mit vom Staat nicht manipulierten Börsen in der gleichen Schublade. Ist halt irgendwie schon eine Grenzübertretung mit ungeahnten Konsequenzen…

17 spiritformoney Januar 6, 2010 um 18:58
18 Haifisch Januar 6, 2010 um 19:09

Bert Brecht
Wenn die Haifische Menschen wären

“Wenn die Haifische Menschen wären, fragte Herrn K. die kleine Tochter seiner Wirtin, “wären sie dann netter zu den kleinen Fischen?”

“Sicher”, sagte er. “Wenn die Haifische Menschen wären, würden sie im Meer für die kleinen Fische gewaltige Kästen bauen lassen, mit allerhand Nahrung drin, sowohl Pflanzen als auch Tierzeug. Sie würden dafür sorgen, dass die Kästen immer frisches Wasser hätten, und sie würden überhaupt allerhand sanitärische Maßnahmen treffen, wenn z.B. ein Fischlein sich die Flosse verletzten würde, dann würde ihm sogleich ein Verband gemacht, damit es den Haifischen nicht wegstürbe vor der Zeit.

Damit die Fischlein nicht trübsinnig würde, gäbe es ab und zu große Wasserfeste; denn lustige Fischlein schmecken besser als trübsinnige.

Es gäbe natürlich auch Schulen in den großen Kästen. In diesen Schulen würden die Fischlein lernen, wie man in den Rachen der Haifische schwimmt. Sie würden z.B. Geographie brauchen, damit sie die großen Haifische, die faul irgendwo rumliegen, finden könnten. Die Hauptsache wäre natürlich die moralische Ausbildung der Fischlein. Sie würden unterrichtet werden, dass es das Größte und Schönste sei, wenn ein Fischlein sich freiwillig aufopfert, und sie alle an die Haifische glauben müßten, vor allem, wenn sie sagten, sie würden für eine schöne Zukunft sorgen. Man würde den Fischlein beibringen, dass diese Zukunft nur gesichert sei, wenn sie Gehorsam lernten. Vor allen niedrigen, materialistischen, egoistischen und marxistischen Neigungen müßten sich die Fischlein hüten, und es sofort melden, wenn eines von ihnen solche Neigungen verriete.

Wenn die Haifische Menschen wären, würden sie natürlich auch untereinander Kriege führen, um fremde Fischkästen und fremde Fischlein zu erobern. Die Kriege würden sie von ihren eigenen Fischlein führen lassen. Sie würden die Fischlein lehren, dass zwischen ihnen und den Fischlein der anderen Haifische ein riesiger Unterschied bestehe. Die Fischlein, würden sie verkünden, sich bekanntlich stumm, aber sie schweigen in ganz verschiedenen Sprachen und könnten einander daher unmöglich verstehen.Jedem Fischlein, das im Krieg ein paar andere Fischlein, feindliche, in anderer Sprache schweigende Fischlein, tötete, würde sie Orden aus Seetang anheften und den Titel Held verleihen.

Wenn die Haifische Menschen wären, gäbe es bei ihnen natürlich auch eine Kunst. Es gäbe schöne Bilder, auf denen die Zähne der Haifische in prächtigen Farben, ihre Rachen als reine Lustgärten, in denen es sich prächtig tummeln läßt, dargestellt wären.

Die Theater auf dem Meeresgrund würden zeigen, wie heldenmütige Fischlein begeistert in die Haifischrachen schwimmen, und die Musik wäre so schön, dass die Fischlein unter ihren Klängen, die Kapelle voran, träumerisch, und in der allerangenehmste Gedanken eingelullt, in die Haifischrachen strömten.

Auch eine Religion gäbe es ja, wenn die Haifische Menschen wären. Sie würde lehren, dass die Fischlein erst im Bauche der Haifische richtig zu leben begännen.

Übrigens würde es auch aufhören, dass alle Fischlein, wie es jetzt ist, gleich sind. Einige von ihnen würden Ämter bekommen und über die anderen gesetzt werden. Die ein wenig größeren dürften sogar die kleineren fressen. Dies wäre für die Haifische nur angenehm, da sie dann selber öfter größere Brocken zu fressen bekämen. Und die größeren, Posten innehabenden Fischlein würden für die Ordnung unter denn Fischlein sorgen, Lehrer, Offiziere, Ingenieure im Kastenbau werden.

Kurz, es gäbe erst eine Kultur im Meer, wenn die Haifische Menschen wären.”

19 ossi Januar 6, 2010 um 19:26

Sehr schön.
Dazu braucht man nichts weiter zu sagen, wenn man damit aufgewachsen ist….

20 Wat. Januar 6, 2010 um 19:31

Haifisch – echt klasse!
(nicht der Haifisch, aber der Text)

21 ossi Januar 6, 2010 um 19:37

@Wat.

Sag bloß, das war neu für dich.
Mein Sohn wollte dies unbedingt posten – ich meinte, tu was du nicht lassen kannst…

22 Wat. Januar 6, 2010 um 19:42

Ja, dicke Bildungslücke… oder Demmenz… was ist nun besser. :roll:
Ossi und BertBrecht? Ich mein(t)e an der Setzung des Vornamens immer die Herkunft ableiten zu können, naja, alles ist veränderlich.

23 Wat. Januar 6, 2010 um 19:46

Sorry – Demenz – noch so ‘ne Leistung… auweia

24 Pique Januar 6, 2010 um 20:00

ich Träume von einem Staat der sich nicht verschulden darf. Das Gemeinwesen muss aus den Steuereinnahmen finanziert werden. Es wäre meines Erachtens ein wirklich demokratischer Staat, in dem nicht Schulden anonymisiert aufgenommen werden können, ohne die Rückzahlungmodalitäten offen zu legen und special interest bedienen zu können. Innerhalb einer Legislaturperiode dürfen Schulden aufgenommen werden, müssen aber bis zum Ende der Legislaturperiode wieder zurückgeführt werden. Wer im Wahlkampf sein Clientel mit Versprechungen bedienen will, muss am Ende der Legislaturperiode das Geld wieder einsammeln und wird dann sicherlich nicht wieder gewählt. Als 4. Gewalt sehe ich eine unabhängige Zentralbank, die für die Geldversorgung im Rahmen der gesellschaftlichem Produktivität und der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes verantwortlich ist. Unternehmen werden von Steuern befreit, können damit Eigenkapital aufbauen und unabhängig von Banken ihre Geschäftsmodelle finanzieren. Damit ist der Unternehmer frei Innovationen unabhängig von Bankenexperten zu finanzieren.
Habe ich etwas vergessen?

25 MacT Januar 6, 2010 um 20:01

@wgn: Also prinzipiel halte ich es auch für möglich. Es würde mich zwar wundern, wenn sich die Regierung eines demokratischen Landes am Parlament vorbei so eine Menge Geld beschaffen kann, aber nach den Bankenrettungsfonds ist auch das denkbar.

Aber warum sollen es eigentlich die USA sein und nicht beispielsweise China, Saudi-Arabien oder wer sonst noch 50 Mrd Cash hat?

26 Wat. Januar 6, 2010 um 20:09

@ Pique

Was vergessen?
Auf die Schnelle zb. mal eben das:

Kapitalakkumulation, Produktivität(sstand), Marktsättigung, Nachfragemangel…

Woher nimmt der steuerfinanzierte Staat das Geld, wenn Unternehmer befreit sind um Eigenkapital bilden zu können?

Woher nimmt Staat oder wer auch immer Geld oder anderes um die vielen, die wegen der hohen Produktivität in der Produktion nicht mehr gebraucht werden am Leben oder an der Existenz zu halten?

An wen verkauft der Unternehmer seine Produkte, die er herstellt oder leistet, wenn x-Menschen kein oder nur ein dürftiges Einkommen haben…

27 aifran Januar 6, 2010 um 20:25

Alternative -

http://www.monetative.de

28 Wat. Januar 6, 2010 um 20:30

@ afrain

Alternative – in einem nach-kapitalistischen System oder wenn Du hier alles platt gemacht hast und wieder wie nach WKII alles (neu) aufbauen kannst…

Ansonsten – siehe meine (Minimal-)Punkte oben – FARCE

Es sei denn, Du meinst, Staat druckt Geld um die Illusion noch eine Weile (länger) aufrecht zu erhalten … aber das Alternative nennen?
Ich nicht.

29 holger Januar 6, 2010 um 20:33

@ Wat et Pique

entweder hat der Otto Normal Fuzzi genügend in der Tasche, das er verprassen kann, oder nicht. Punkt aus Ende Mickey Mouse

Da hilft kein Führer, Steiner, Stalin, Hytlar, Genossen(in) ! Keine Kommunikation, kein (Key)nes, Marx Brothers oder Tischers.

Entweder ist was in der Tasche drin oder nicht.

So einfach ist das. Und wenn die oberen Ochsen meinen, alles für sich behalten zu müssen, dann gibt es irgendwann einen auf die Nuss.

Namen sind bekannt. Den Rest regelt die Natur. Und das regional.

30 Wat. Januar 6, 2010 um 20:39

@ holger

Köpfe einer Hydra wachsen immer wieder nach – die Erbschaft hilft u. v. a. dabei kräftig….

Nur ‘auf die Nuß geben’ isset also auch nicht.

31 wisi Januar 6, 2010 um 20:41

Als wäre dem real existierenden Kapitalismus von jeher das Prinzip der Macht völlig fremd !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Genau, die FED, der CIA, the government, Weltbank und Währungsfond usw bis EU werden alle von selbstlosen, dem Wohl der Menschheit verpflichteten realen PERSONEN geführt;
sie haben weder Familien noch Interessengruppen – die Bilderberger sind n Swingerclub und Peter Hartz n Samariter, der die Arbeitslosen beglücken wollte ohne sie zu f……n

wer das nicht glaubt ist ein Verschwörungstheoretiker

32 holger Januar 6, 2010 um 20:47

@ Wat

–>Köpfe einer Hydra wachsen immer wieder nach – die Erbschaft hilft u. v. a. dabei kräftig….”

Welche Zöpfe muss man dann abschneiden? Hat man wissentlich bei der Franz. Rev. leider vergessen. Sagt mein Opa auch.

Andererseits, das Proletariat ist zu Blöd zum Denken und Lenken.

Würde mich schlapp lachen wenn der DGB die Bundesregirung stellen müsste.

33 Wat. Januar 6, 2010 um 20:58

@ holger # 32

“Welche Zöpfe muss man dann abschneiden? Hat man wissentlich bei der Franz. Rev. leider vergessen. Sagt mein Opa auch.

Das, was Du immer nicht hören möchtest, weil es das ja eh nicht gibt, wie Du wieder und wieder sagst, und ich Dir immer wieder widerspreche, weil es die gesellschaftliche Vereinbarung darüber sehr wohl gibt – Privates Eigentum!

Bei der Französich-Bürgerlichen Revolution wüßte ich nicht, was da vergessen wurde.
Hat doch den entgültigen Durchbruch des Kapitalismus geschafft, das stand damals auf der Tagesordnung – die Produktivkräfte waren ‘soweit’ und die ‘Produktionsverhältnisse’ wurden durch diese Revolution ‘passend’ gemacht.

Vielleicht meinte Dein Opa die andere französische Revolution, da gab’s noch eine – genannt ‘Pariser Kommune’ – und da hat man sehr wohl was ‘vergessen’ oder auch nicht gewußt oder nicht für notwendig erachtet – Bankenenteignung/überhaupt Enteignung.

Ich nenne das ja nicht Enteignung, nur weil nun nicht mehr nur ein einzelner über etwas ‘verfügt’ sondern alle – aber (fälschlich) wird es (ideologisch?) immer so genannt.

34 aifran Januar 6, 2010 um 20:59

…. Köpfe einer Hydra wachsen immer wieder nach …..

Schuldfrei geschöpftes Geld …. und gegen die Hydra ……. 100% Besteuerung ab einem Einkommen/Vermögen in der Höhe von ……???

ohne radikalen Paradigmenwechsel keine Änderung …….

35 Pique Januar 6, 2010 um 21:05

@Wat

“Woher nimmt der steuerfinanzierte Staat das Geld, wenn Unternehmer befreit sind um Eigenkapital bilden zu können?

Woher nimmt Staat oder wer auch immer Geld oder anderes um die vielen, die wegen der hohen Produktivität in der Produktion nicht mehr gebraucht werden am Leben oder an der Existenz zu halten?

An wen verkauft der Unternehmer seine Produkte, die er herstellt oder leistet, wenn x-Menschen kein oder nur ein dürftiges Einkommen haben…”

*****

Einkommenssteuer, vor allem Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Energiesteuern, es bleiben genügend Steuern übrig um den Staat zu finanzieren. Ein demokratischer Staat, bei dem das Staatsvolk über Volksentscheide Einfluss über die Ausgaben hat. Eine Umverteilung von unten nach oben würde so nicht mehr funktionieren. Without debts, we would live within our means!

36 Wat. Januar 6, 2010 um 21:16

@ Pique # 35

Einkommensteuer, Erbschaftsteuer, Vermögensteuer – sagt der Unternehmen – sorry, ist mein Eigenkapital für Unternehmen.
Mineralölsteuer, Energiesteuer sind seine Betriebsausgaben … falls er als mal als Unternehmer für irgendetwas Mehrwertsteuer als Endverbraucher zahlen muß, setzt er das davon ab.
Zahlt also nur der ‘Verbraucher’ – und wer ist das, den es am ehesten (schmerzlich) erwischt.

Warum träumst Du von etwas, was es (eigentlich) schon gibt – weil der Unternehmer noch nicht genug hat – warte noch ein Weilchen – wird mehr, für die Unternehmer, die den Konkurrenzkampf überleben. Aber die sind sonst, wenn sie denn wirklich Unternehmer sind, auch nicht vor Wettbewerb bewahrt.

Demokratie oder so etwas in der Art wäre dann, wenn das ‘Staatsvolk’ oder die Gemeinschaft nicht nur Einfluß sondern Entscheidung nicht nur bei Ausgaben sondern vor allem auch bei den Einnahmen hat.
Oder was meinst Du, würde ‘Volk’ in seiner ‘Breite’, bei Wahrung ihrer Interessen entscheiden?
Krieg in Afghanistan, Bankenrettung, Mehrwertsteuererhöhung oder was…

37 ergo sum Januar 6, 2010 um 21:26

Letzten Endes spielt es selbstverständlich nicht die geringste Rolle, ob die Fed mehr Geld druckt oder mehr Aktien kauft, aber Deine Quelle, lieber Weißgarnix, ist leider nur ein relativ obskures Organ namens Alphaville, der sich seinerseits wiederum auf eine noch weit obskurere Organisation namens Trim Tabs als Quelle bezieht. Für unsere eifernden deutschen Verschwörungstaktiker ist dies natürlich ein gefundenes Fressen, aber ich halte Quellen wie Bloomberg, die sich nur auf Tatsachen beschränken, immer noch für zuverlässiger.

38 holger Januar 6, 2010 um 21:27

@ Pique

“without depts” Woher kommt wohl das Wort “Dept”

Das haben die bayrischen Lehmann Brüder eingeführt.

Das Wort ist abgeleitet von “Depp” so schauts aus.

39 holger Januar 6, 2010 um 21:30

i bin ja a gedeppt

40 Pique Januar 6, 2010 um 21:32

@WAT 36

wir sind gar nicht weit auseinander. Ich kenne noch ein Unternehmertum, was nicht nur auf Basis von Ausbeutung funktioniert, wir werden alle super fair bezahlt, egal ob angestellt oder freiberuflich und haben Freiräume von denen viele vielleicht träumen und wir sind sehr erfolgreich. Themen sind Kundenorientierung und Service. Wenn wir Unternehmer nur verteufeln, dann kommen wir sicherlich nicht weiter. Wie gesagt ohne die Scheinwelt von Kredit wären wir heute mehr mit der Realität verbunden. Okay wir hätten nicht den aus der Zukunft geschöpften Reichtum, aber damit vielleicht auch nicht den Stress, diesen zu bedienen. That`s my thought my 2 cent

41 ceteris paradox Januar 6, 2010 um 21:35

@ergo sum
aber ich halte Quellen wie Bloomberg, die sich nur auf Tatsachen beschränken, immer noch für zuverlässiger.

Wie beantworten denn diese zuverlässigen Quellen die Frage nach den Abnehmern der Bonds? Gar nicht? Ja warum denn nicht?
(Alphaville ist, wie oben @#4 gepostet, nicht die einzige Quelle)

42 Pique Januar 6, 2010 um 21:36

@Holger

bist Du gut über das Jahr gekommen? Ich mache mir Sorgen, ;-) what`s up?

43 Pique Januar 6, 2010 um 21:42

soweit ich weiss, hat Bloomberg eine Klage gegen die FED am laufen, bzgl. Offenlegung der Fed-Geschäfte, Aktienmarktmanipulationen! Also ist Alphaville doch nicht soweit vom Mainstream weg.

44 holger Januar 6, 2010 um 21:44

@ Wat

–>Das, was Du immer nicht hören möchtest, weil es das ja eh nicht gibt, wie Du wieder und wieder sagst, und ich Dir immer wieder widerspreche, weil es die gesellschaftliche Vereinbarung darüber sehr wohl gibt – Privates Eigentum!”

Nein, gibt es auch nicht. Privates Eigentum ist ein Rechtstitel. Ein Claim. Den man in der Not erst mal vollstrecken muss. Eigentum und Besitz. Meine Vermieterin, ist zwar Eigentümerin. Doch muss sie ihr Recht erst mal durchsetzen, auch den Besitz zu bekommen.

Mietrecht und Pachtrecht. Verdammt heikle Sache.

45 Wat. Januar 6, 2010 um 21:46

@ Pique # 40

Wir sind dann nicht weit von einander entfernt, wenn Du Dich von Kapital/Kapitalakkumulation/Kapitalismus und damit eben auch von Lohnarbeit (geistig) trennst.
Das ist Ausbeutung – ob ‘nett gefühlt’ oder nicht.

Sonst könnte der ‘Laden’ laden locker als Genossenschaft funktionieren! Und wenn er das kann – dann macht das!

Ich verteufel ‘Unternehmer’ nicht, wenn sie denn ‘unternehmen’, dann ist der KMU nicht viel anderes als alle anderen.
Er bringt sich ein.
Er kann alleine/selbst machen, was er ‘will’ und mit sich will. Braucht er andere ‘zur Unterstützung’ unternehmen diese mit – machen sie ja wirklich, denn alleine sähe er in den meisten Fällen mehr als ‘alt’ aus.

Will er Geld verdienen, und das ist und muß hier sein erstes Interesse sein, leider ohne Rücksicht auf Verluste bei ‘seinen Leuten’, wenns ‘hart auf hart’ kommt – issa nicht Freund – dann denkt er, er ist Haifisch oder könnte einer werden…

46 holger Januar 6, 2010 um 21:46

@ Pique 42

danke der Nachfrage, das Lebbe geht weiter :D

47 Pique Januar 6, 2010 um 22:04

@WAT

sicherlich werden erst einmal Volksgerichte kommen, die mit dem ganzen Chaos aufräumen, danach sind die Regeln wieder eindeutig und somit kann wieder Vertrauen entstehen. Diese Phase würde ich aber lieber im Ausland miterleben, als Teil dieser Karthasis zu sein. Das diese Scheinwelt der Manipulation, der konditionierten Glaubenssätze implodiert, dürfte gesichert sein.

48 ergo sum Januar 6, 2010 um 22:18

Wie bereits gesagt, ist es für die Weltwirtschaft völlig gleichgültig, ob die Fed es vorzieht Geld zu drucken oder Aktien und andere Wertpapiere aufzukaufen. Stimmen mag es ohne weiteres, denn Bernanke hatte eine solche Aktion bereits mit erwähnt, als er vor dem Kongress die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zitierte. Übrigens war die Schweiz schon im vorigen Jahr die erste Zentralbank, die damit begann, Wertpapiere aufzukaufen.

49 Wat. Januar 6, 2010 um 22:19

@ Pique # 47

Vorher kommen die ‘Volksgerichtshöfe’ – da brauche ich dann in kein Ausland mehr gehen… und falls die mich ‘vergessen’ und hier eine ‘kleine Gruppe’ (eine Partei) sich den Mehrheitswillen unterwerfen will, holen mich dann (doch) ‘deren’ Volksgerichte.

Ich rede nicht von dem, was immer als ‘real-existierender’ bezeichnet wird, ich spreche von etwas, das sich die Mehrheit selbst ‘geschaffen’ hat – diese Mehrheit scheinen für mich die Lohnarbeiter zu sein, die, die nichts weiter haben, als sich und ihre (Ware) Arbeitskraft. Gegen ‘Unternehmende’ haben die bestimmt nichts, aber gegen Eigentümer, die sie weiter von der (gemeinsamen) Teilhabe ausschließen.

(Der real-existierende hatte Lohnarbeit!, das Proletariat hat nicht ‘geherrscht’, sondern eine von einer Besatzungsmacht eingesetzte (Partei-)Führung, das Eigentum war staatlich und gehört ganz genau genommen, nicht mal der (Partei-)Führung sondern der ‘Kolonialmacht’!)

50 holger Januar 6, 2010 um 22:24

@ Wat

Warum? sind diese Menschen denn erst Lohnarbeiter geworden?
Weil einer das runde Rad erfunden hat, der andere es patentiert hat, und der nächste es produzieren lässt.

Ohne die “Erfinder” gäbs auch keinen “Lohnarbeiter”. Er schafft nix ausser es in Massen herzustellen.

Also muss man die Lohnarbeiter, an das Patent mit teilhaben lassen.

Auch der Lohnarbeiter kann Patente anmelden. Dann sind wir wieder beim geistigen Eigentum.

51 holger Januar 6, 2010 um 22:26

das heißt : dem Patent

und dann fehlen noch, die das finanzieren. Damit der Lohnarbeiter, mit Trillerpfeife, auf Lohn verzichtet.

52 ceteris paradox Januar 6, 2010 um 22:41

@ergo sum
Wie bereits gesagt, ist es für die Weltwirtschaft völlig gleichgültig, ob die Fed es vorzieht Geld zu drucken oder Aktien und andere Wertpapiere aufzukaufen.
Nicht: “oder”, sondern “um”. Für “die Weltwirtschaft” mag das gleichgültig sein, für das Vertrauen in das Funktionieren der Märkte ist es sicher nicht gleichgültig. Und dann fragt sich, was “die Weltwirtschaft” ohne funktionierende Märkte dann eigentlich auf ihrer kapitalistischen Bahn halten soll.
Wenn es stimmt, ist das ein Offenbarungseid auf allen Ebenen, nicht mehr und nicht weniger. Heli-Ben mag das solange gleichgültig sein, bis er sich mit den Goldmännchen unter der Laterne vor dem Großen Tor trifft.

53 Wat. Januar 6, 2010 um 22:42

@ holger # 50

Warum sie Lohnarbeiter geworden sind? Sie waren vorher kleine Bauern oder Leibeigene oder kleine Handwerker.

Der Bauer und der Handwerker konnten sich mit ihrer Parzelle bzw. ihrem Betrieb nicht mehr (allein) ernähren oder haben diese verloren.
Der Leibeigne wurde mit Beginn der Industrialisierung ‘nen büschen unpraktisch, den muß ich nämlich den ganzen Tag ernähren, außerdem ist der ja durch die Bindung an seinen (einen) Herrn äußerst ortsgebunden.

Ein doppelt freier Lohnarbeiter ist da weit aus praktischer. Er ist frei von Frohn und frei von Eigentum (deshalb doppelt frei), er muß also wenn er essen, trinken, wohnen will, verkaufen, was er (noch) hat – seine Arbeitskraft. An wen – an den, der diese ‘einkauft’. Aber der kauft eine Arbeitsleistung ein, zu einem Preis, den er selbst bestimmt und der hat nichts mit dem erwirtschafteten Gewinn zu tun, außer, daß er überhaupt nur zahlen kann, wenn er einen hat. Die Höhe ist jedenfalls außen vor.

Die Rad-Erfindung war es nicht, aber das Rad nicht nur für sich zu nutzen oder es allen einfach zur Verfügung zu stellen – das war es.
Und mit der Produktion von immer mehr Rädern viel Geld verdienen, um noch mehr Räder herzustellen und (noch mehr) Eigentum für sich zu sichern und auch mehr Konsum für sich zu gewährleisten.

Die Menschheitsgeschichte fing nicht mit dem Patentamt an – den Faustkeil gabs lange vorher gut ohne.

54 Pique Januar 6, 2010 um 22:43

@Wat

ich als Münchner und Freiberufler habe bei den letzten beiden Wahlen für die Linke gestimmt, obwohl ich mit ihrer Sozialpolitik nicht d’accord bin. Aber um das zu vertiefen, fehlt mir heute Abend die Zeit. Ansonsten empfinde ich die Linke als die authentischste Partei in Deutschland im Bundestag. Ich sage nur mal, in Dänemark verdient eine Friseusin 14 Euro, weil Mindestlohn. Viele Menschen die an den Brennpunkten der Gesellschaft tätig sind, Altenbetreuung, Sozialarbeit, Pflege haben sicherlich ein Anrecht auf mehr Teilhabe am Volkseinkommen, aber das kann nur durch ein Paradigmenwechsel und Mentalitätswechsel in der Gesellschaft angestossen werden. Ohne eine Währungsreform oder einem Staatsbankrott wird sich Deutschland nichts verändern, weil das Interesse, dass es irgendwie weitergeht von der Politik als Rettungsanker befördert wird. WGN versucht ja mit Keynes auch weiterhin die Kurve zur Heilung der bestehenden Verhältnisse auszuloten. Erst mit GO werden die Karten neu verteilt.

Good night & good luck

55 froZ Januar 6, 2010 um 22:52

Einschlägige Spekulationen – Stichwort “Plunge Protection Team” – gab’s ja schon seit längerem:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/unsichtbare-hand-des-staates;1218502;0

Nur daß speziell die Fed ja auch nicht “der Staat” ist, sondern eine etwas undurchsichtige privat-staatliche Korporation. “Bevollmächtigte Banken” gab es auch in den 90-ern in Rußland, das waren Privatbanken, die hoheitliche Aufgaben ausführten, so etwa vorübergehend das Budget der Hauptstadt Moskau verwalteten (wobei es natürlich enge personelle Verflechtungen zwischen Staatsbeamten und Privatbankern gab). Damals hielt ich das für eine Anomalie des russischen Günstlingskapitalismus…

56 Pique Januar 6, 2010 um 22:58

@froZ

mit der Zeit wird die unsichtbare Hand des neoliberalen Wirtschafts- und Finanzsystem sichtbar. Den Marktgläubigen wird sich diese Hand noch an die Gurgel legen…. ;-) Gottes (Goldman & J.P. Morgans) Werk und Beelzebubs Beitrag….

57 topi Januar 6, 2010 um 23:03

@ Pique 24
“ich Träume von einem Staat der sich nicht verschulden darf.

Unternehmen werden von Steuern befreit, können damit Eigenkapital aufbauen und unabhängig von Banken ihre Geschäftsmodelle finanzieren. Damit ist der Unternehmer frei Innovationen unabhängig von Bankenexperten zu finanzieren.
Habe ich etwas vergessen?”

Den letzten Punkt solltest du lieber vergessen. ;–)
ALso nicht die Unabhängigkeit von den Banken (wobei noch die Frage wäre, wie definiert man “Bank”), sondern die ausschließliche Investitionsfinanzierung aus Gewinnen.

Es ist doch ein lösbares Problem, ein geeignetes System zur Verteilung von Überschüssen hin zu Investitionswilligen zu finden.
Natürlich könnte man prinzipiell auf Unternehmenssteuern verzichten und alles bei den Menschen abholen; aber wie sagt man so schön im Mafia-Film: warum ein Risiko eingehen.

58 Wat. Januar 6, 2010 um 23:06

Sorry @ Pique – allein ein ‘GO’ verteilt hier gar keine Karten neu.

Dann ist wohl Geld weg, aber die ‘Alten’ zücken ihre Kataster-Auszüge, Patentrechte, Rechtstitel auf Eigentum aller Art – und alles geht weiter, statt mit ‘bunter Knete’ mit ‘grauer Knete’.

Es gehe einige krachen, aber die Creme, die bleibt.

Die bleibt sogar, wenn sie hier alles verwüßten, dann vielleicht etwas länger, weil in aufholendender Wirtschaft die Marktsättigung noch nicht wieder gleich erreicht ist.

Die Karten sind das Eigentum und so lange der Kartengeber nicht wechselt, ändert sich gar nichts!

Die Linke war die einzige, die noch so etwas wie Opposition zeigte. Aber an den wirklichen Verhältnissen will sie doch auch nichts ändern, die wird doch mehr und mehr Sozialdemokratie – und die ist für Lohnarbeit und Kapital – ok, in ‘besseren Zeiten’ für mehr Lohn, aber was ändert das, außer für nen Moment das Gefühl, nicht die Realität.

Nenne mir irgendeinen, der sich Gedanken macht, wie man von diesem Lohnarbeit/Kapital-Spiel weg kommen will.

Der würde wenigstens versuchen für die Zukunft einen ‘Ausweg’ zu suchen, ob er ‘ihn’ trifft ersteinmal noch dahingestellt.
Aber die wirklich brennende Frage, was wird aus den Menschen, wenn es in der Arbeitswelt immer weniger zu kapitalisierende Arbeitsplätze gibt, der stellt sich doch keiner.

Zwangsarbeit – war hier mal ein Vorschlag – prima, das Geld dafür darf sich ‘Staat’ dafür dann drucken, denn die Eigentümer brauchen Wachstum – Wachstum ihres Eigentums, denen kannst Du also auch nicht mehr nehmen, wenn dieses System hier denn unbedingt bleiben soll…

59 Pique Januar 6, 2010 um 23:13

@topi

auch ein Unternehmer muss Einkommenssteuer aus seinem Einkommen bezahlen, umso höher das Einkommen, umso höher die Steuer, wir reden nicht über die jetzige Besteuerungssystem, sondern über das Zukünftige. Wenn der Gewinn in dem Unternehmen bleibt und für Investionen genutzt wird…. that`s fine. Meine Gedankenanstösse beziehen sich nicht auf die heutige Scheinwelt, sondern auf die zukünftige Realität. Jeder Unternehmer der mit seinem Vermögen für sein Geschäftsmodel haftet, ist ein Held und für das Risiko als Kreativer sollte er belohnt werden und damit seine Mitarbeiter.

60 topi Januar 6, 2010 um 23:13

@ wat

Man man man, da schildert Pique seinen Traum, und du machst ihn mit Grundsatzfragen nieder. ;-)

Ich habe ja nun prinzipiell nichts gegen deinen “Genossenschaften!!” – Einwand.

Nur hast du immer etwas gegen ein “Super-Dänemark”.
Weil es es nicht geben kann grundsätzlich, oder weil es grundsätzlich immer noch ein Übel ist.
Mir scheint das zu verwischen?

61 topi Januar 6, 2010 um 23:20

@ Pique

“Meine Gedankenanstösse beziehen sich nicht auf die heutige Scheinwelt, sondern auf die zukünftige Realität. Jeder Unternehmer der mit seinem Vermögen für sein Geschäftsmodel haftet, ist ein Held und für das Risiko als Kreativer sollte er belohnt werden und damit seine Mitarbeiter.”

Zukünftige Realität, schön; und die Scheinwelt-Menschen kommen erstmal in Umerziehungslager? :roll:

Wer etwas unternimmt, ist ein Held, und soll dafür entlohnt werden, richtig.
Wer Eigenkapital zur Verfügung stellt, ist auch ein Held, und soll dafür entlohnt werden.

Reicht aus.
Und beides besteuert.

62 topi Januar 6, 2010 um 23:29

@ wat
“aber was ändert das, außer für nen Moment das Gefühl, nicht die Realität.”

Gefühl und Realität, un dgefühlte Realität?

Wenn Mensch einer erfüllenden/sinnvollen/zumindest geachteten Arbeit nachgeht mit guter Bezahlung in nettem Betriebsklima mit relativ wenigen Stunden, in wirklicher sozialer Sicherung und Bildungschance, was wäre denn dann die Realität, auch wenn es einen Kapitaleigner (der offensichtlich deutlich weniger vom Kuchen erhielte als jetzt, aber eben mehr als bei seiner Liquidierung) gibt?

63 topi Januar 6, 2010 um 23:30

@ weissgarnix

eine Frage noch:

Ist das ganze frische FED-Geld für Aktien und Bonds immer noch endogen??

64 Pique Januar 6, 2010 um 23:34

@Topi

und die Scheinweltmenschen bekommen bis zum Eintritt in die Realität eine Grundsicherung und kein Almosen….

65 Wat. Januar 6, 2010 um 23:36

@ topi # 60

Die armen Dänemarker, die noch nicht so arm sind… ich wünsch denen ja meinetwegen, daß es noch lange so bleibt und noch mehr, daß sie das noch lange so gut finden.

Mein Einwand war, wenn sich die ‘Dänemarker’ einmal, so wie die ‘Deutschen’ die gesellschaftliche Vereinbarung über ihre realen jetzigen Verhältnisse ‘wegnehmen’ lassen, kriegen die das auch nicht mit ein paar Reden in der Zeitung wieder.
Und unter der Haube wird da auch so einiges versucht, denn deren ‘Wirtschaft muß auch wachsen’, da beißt die Maus keinen Faden ab, sonst ist es kein Kapitalismus (mehr), der es ja trotz konstitutioneller Monarchie, wegen der Produktionsverhältnisse ist.
Sie sind nicht in der EU, auch ein sehr entscheidender Unterschied.

Und bevor nun noch wieder die ‘Neuseeländer’ kommen, die ja auch einen gewissen Paradigmenwechsel vorgenommen haben. Wenn hier mal so lange Stromausfall wäre, wäre alles so in Aufruhr, daß dieser hier wohl auch käme, nur um grundsätzlich das bestehende System zu erhalten, die haben dann eben ihre Stromriesen wohl verstaatlicht.
Wenn ‘unsere’ ihre Netze nicht anständig warten, gibt es ‘dudu’ und Geld vom Staat und der brave Bürger ist beruhigt…

66 Wat. Januar 6, 2010 um 23:49

@ topi # 62

Kapital muß wachsen… muß… muß… muß – sonst isset kein Kapital im eigentlichen Sinne.
Und wenn Kapital nicht im eigentlichen Sinne über Akkumulation wachsen kann, ist es kein Kapitalismus. (G – W – G’)
Was meinste, warum Wgn ‘so rudert’.

Wenn Du ‘am Markt’ bestehen willst, muß Du immer mehr erweitern, investieren oder, falls Du Deine alten Produkte nicht absetzen kannst und Dir nicht Neues dafür einfällt, bei ‘Deinen Leuten’ einsparen… Edelmut bringt Dich in diesem System leider nicht weiter, die Konkurrenz schläft nicht, die hat die gleichen Sorgen/Herausforderungen.

Die Leute, die Du eingespart hast, die Deine Konkurrenten eingespart haben, finden aber nicht unbedingt neue Arbeit, sie haben damit weniger Geld, damit weniger Kaufkraft, damit hat der Unternehmer weniger Absatz… die Schleife geht nach unten.

Produktivität kann was wunderbares sein, wenn sich Dich nicht als total ‘überflüssig’ stempelt, und in diesem System bist Du das, wenn Du nicht ‘kapitalisierbar’ bist, da kannst Du noch so toll sein.

67 ceteris paradox Januar 6, 2010 um 23:55

Wer etwas unternimmt, ist ein Held, und soll dafür entlohnt werden, richtig.
Wer Eigenkapital zur Verfügung stellt, ist auch ein Held, und soll dafür entlohnt werden.

So wunderschön heldenhaft romantisch fing die Geschichte ja auch an – in den einschlägigen Märchenbüchern – Hobbes und Smith sahen das ein wenig realistischer… die Märchenschreiber waren schon Ghostwriter…
Wie die Story endet, enden muss, erleben wir gerade. Und da gibt es Leute, die schreiben “Nochmal, nochmal – zurück auf Anfang an bitte! War so schön..!”
Nope, war nicht toll und wird’s erst recht nicht, wenn das Ende der Geschichte bekannt ist.
Wat. hat recht: Es liegt am Eigentum, dem privatem, dem individuell angeeigneten gesellschaftlichen Mehrwert, der die Gesellschaft zu seiner weiteren Akkumulation zwingen will. Die Zukunft ist sozialistisch (im direkten Wortsinn, also im Unterschied zu privat-familiär-dynastisch-feudalistisch, nicht im Sinne von Umerziehungslager und ähnlichem Quatsch) oder sie wird nicht sein.

68 Wat. Januar 6, 2010 um 23:56

So ich verkrümel mich, bin schon wieder seit gut 20 h auf den Beinen…

69 froZ Januar 7, 2010 um 00:04

@ Pique #59

Vor längerer Zeit schon hab ich hier mal einen Vorschlag wiedergegeben, dessen Urheber mir nicht mehr erinnerlich ist, der mir aber durchaus sinnvoll erschien.

Zwei unterschiedliche Spitzensteuersätze. Ein moderater Steuersatz für persönlich haftende Unternehmer. Und ein richtig fetter Spitzensteuersatz für nicht persönlich haftende Gesellschafter & Angestellte.

70 topi Januar 7, 2010 um 00:51

@ wat

da waren sie wieder, deine zwei Argumentationsstränge.
Solange die Dänemarker sich ihre gesellschaftliche Verabredung nicht wegnehmen lassen, funktioniert es.

Aber eigentlich auch nicht, weil ja Kapitalismus nicht funktionieren kann.

Und ein zurück gibt es niee.

Es gab ein zurück, ein gewaltiges, historisch.

Und es gibt jederzeit Entscheidungen, die getroffen werden.
Natürlich gegen enormen Druck. Da hilft nur Gegendruck.

Mein Hauptargument ist ja, dass Stellschrauben (Steuern und Abgaben in erster Linie) im System, die auch noch mindestens 70% nutzen, viel leichter umsetzbar sind als eine Revolution.
Gute Nacht.

71 topi Januar 7, 2010 um 00:57

@ ceteris paradox
“Wie die Story endet, enden muss, erleben wir gerade. Und da gibt es Leute, die schreiben “Nochmal, nochmal – zurück auf Anfang an bitte! War so schön..!””

enden muss, so ein kleiner Einschub.
Nichts muss, nichts TINA.

Kapitalakkumulation, Rendite sinkt, passt Kapitaleignern nicht.
Ergibt allerdings keinen Zwangspfad.

Übrigens geht es nicht um den Anfang, sundern ums Super-Dänemark.
Als ALternative zum Utopia.

Wenn du einen halbwegs gangbaren Weg nach Utopia mit Zeithorizont hast, bittesehr.

72 Wat. Januar 7, 2010 um 04:56

@ topi – Guten Morgen!

Sorry, was soll das – Kapitalismus ‘funktioniert’ hervorragend – für das Kapital.

Und wenn es dann nicht mehr hervorragend für dieses ‘funktioniert’, lebt niemand, der ohne dieses ist, mehr.

Soweit konnte es ‘bloß’ noch nie getrieben werden.
Bisher haben Kriege, Kolonialisierung und Kapitalisierung weiterer (neuer) ‘Bereiche’ gereicht.

“Es gab ein zurück, ein gewaltiges, historisch.”

Zurück, naja, ‘Teilresett’- zu welchem Preis!

Du scheinst völlig auszublenden, daß dafür ein Weltkrieg notwendig war, der nicht nur Europa in Schutt und Asche legte!!!

Dessen Ausgang auch anders ‘geplant’ war!

‘Blöderweise’ hat sich ausgerechnet das einzige Land, was einen anderen Weg versucht hat, ‘ordentlich’ gewehrt.
Alle anderen waren mehr oder weniger ‘Maulhelden’, die erst eingriffen, als die ‘Rosinen’ entgültig von dannen zu schwimmen begannen.
Denen ging der ‘A… so auf Grundeis’, die hätten auch ihre zweite Großmutter verraten, nur um wenigstens noch einen Fuß in der Tür zu haben.

Nun spinntisiere mal von diesem Punkt an noch einmal von neuem los – und nur so (!) ist da ‘Eintritt’ für Dein Super-Dänemark oder die hier glorifizierte Soziale Marktwirtschaft!

Hier ist alles platt, in Schutt und Asche. Warum sollte hier irgendwer Kapital investieren, daß hier ‘produziert’ wird, ‘Werte’ im Kapital-Sinn geschaffen werden. Das produzieren ‘die’ einfach woanders, wir waren ja nicht mehr die einzigen, die das konnten. Die Menschen werden hier als verlängerter Verkaufstisch gebraucht, zu nichts anderem!

Und heute auf Gewinn verzichten, investieren um morgen mehr zu haben – macht Kapitalist nur, wenn dies seine einzige(!) Alternative ist.

Er hat andere bei denen er das nicht braucht und ‘wir’ sind lange nicht (mehr) der Nabel der Welt, auch wenn uns immer noch( in allen gesellschaftlichen Ebenen!) die ganze Welt ‘durchfüttert’.

73 Nanuk Januar 7, 2010 um 10:16

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/77/499355/text/

Payback wie wir für Frau Klatten zahlen werden… der gehört der Saftladen nämlich.Schreit es hinaus in die Welt mit Anschrift und Telefonnummer! Sozusagen als Service Nummer!
http://de.wikipedia.org/wiki/Verantwortung

74 Einwurf Januar 7, 2010 um 12:19

Angestellte von Wohlfahrtsorganisationen im walisischen Swansea berichteten der Londoner Zeitung Metro von Rentnern, die in Läden für Bedürftige gezielt nach dicken Hardcover-Bänden fragen, welche sie nicht lesen, sondern als billigere Alternative zu klassischen Brennstoffen nutzen. Besonders beliebt sind dem Bericht nach Lexika.
http://www.heise.de/tp/blogs/2/146855

Das nenne ich doch eine gute Perspektive!
Da zeigt sich doch mal wieder, wie gut der Kapitalismus ist.
Da werden alle Bedürfnisse abgedeckt.

75 Morph Januar 7, 2010 um 12:30

@wat
“‘ordentlich’ gewehrt”?
HS-Pakt, den Gegner sich in den Weiten des eigenen Landes brutalstmöglich austoben lassen. Bezahlt aus der demographischen Portokasse. 20. Mio. Hat der Club der Zyniker ein neues Mitglied bekommen, @wat?

76 Systemfrager Januar 7, 2010 um 12:36

@ Einwurf 74

Jetzt kann man sehen, wie dieses „Krämervolk“ uns nur beneiden kann. Unsere geistige „Elite“ schreibt doch Hardcover-Bände wie auf dem Fließband.
;-)

Adam Smith schrieb 13 Jahre sein Wealth of Nations, und in der restlichen Zeit reichte es gerade noch für ein einzgies Werk. Unser Luhmann schreibt mit Links (pardon “Rechts”) 13 Wälzer pro Jahr. Wenn dies nicht ein endgültiger Beweis für sein Genie ist?!
;-)

77 unwissender Januar 7, 2010 um 12:54

@weisswgarnix

“Hier mal was Schönes für alle Freunde von Verschwörungstheorien”

Weissgarnix, ….. Du hast einfach Humor :!: ;-)

….. und das gefällt mir so an diesem Blog!

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2010/01/federal-reserve-system-fed-welche.html

Soviel zum Thema “Federal RESERVE” !

78 Systemfrager Januar 7, 2010 um 12:57

@ Einwurf 74 bzw. 76

Und vor seinem Tod ließ Smith alles, was noch auf dem Papier stand, verbrennen, weil er den Eindruck hatte, dass diesen Materialen noch die nötige Konsistenz fehlt und er konnte noch nicht alles empirisch ausreichend untermauern.

Ja, man kann es nicht fassen! Es gab auch solche Ökonomen. Aber das ist schon sehr sehr sehr lange her.

79 Einwurf Januar 7, 2010 um 13:17

In der Tat!
Damals gabe es noch Ehre und Moral….

80 unwissender Januar 7, 2010 um 14:13

@Einwurf

Na, nicht ganz!

Dieser Herr hier hält die Tradition von Hayek, Mises und co. auch heute noch aufrecht !

http://www.hayek-institut.at/img/media/70/270/mediacenter270.pdf?PHPSESSID=52aemqumoq0d35c6hfack89be4

Und das sogar hier! ;-)

http://www.frankfurt-school.de/content/de/who_we_are/faculty/faculty_alphabetisch/Polleit.html

81 Systemfrager Januar 7, 2010 um 14:56

@ unwissender 80

Welchen Herrn meinst du? Ich kann es nicht erraten. … Weißt du, die Ideologen und Volksverdummer haben immer behauptet, ich wäre ein schwieriger Fall. Ein hoffnungsloser Fall! Das war schon in der ersten Klassen so, als ich noch in die Schule ging.
;-)

82 unwissender Januar 7, 2010 um 14:58
83 Systemfrager Januar 7, 2010 um 15:23

@ unwissender

Gut …….. dann vergessen wir meinen letzten Kommentar.
;-)

84 holger Januar 7, 2010 um 16:32

@ unwissender ‘ 82

habe ich irgendwo schon mal gelesen ;) , “Im Auge des Hurrikans” nicht schlecht zusammengefasst.

Auszug: fett von mir

Dass die Ökonomieelite mit ihren esoterischen mathematischen Gleichgewichtsmodellen keine der seit 1998 in immer kürzeren Abständen auftretenden Finanzkrisen vorhersagen konnte, und dass ihre volkswirtschaftlichen –keynesianischen – Theorien offensichtlich keinen größeren Erklärungswert haben als das Weltbild des Mittelalters: „Die Erde ist eine Scheibe, und die Sterne sind auf einen Vorhang gemalt“, stört die grandios an der Realität gescheiterten Mainstream Ökonomen nicht im geringsten; denn schließlich ist ja, wie es der Wirtschaftsnobelpreisträger von 1998 – Maurice Allais – sogar einmal bemerkte, nicht „die Theorie falsch, sondern die Wirklichkeit.“

Und so wissen die Ökonomen, die bis heute großen Einfluss auf das politische Handeln haben, selbstverständlich wieder genau, mit welchen Maßnahmen diese Krise überwunden werden kann.

:D :D

85 holger Januar 7, 2010 um 16:40

wer es gerne einfach lesen möchte “Im Auge des Hurrikans”, wo man sich auch gleich durch die Links klicken kann, ist hier beim Frank Meyer auch gut aufgehoben.

http://frank-meyer.eu/blog/index.php?p=1476&more=1&c=1&tb=1&pb=1#more1476

86 Wat. Januar 7, 2010 um 17:22

@ Morph # 75

Zyniker? Ich?
Ich bin bestimmt eine ganze Menge, irre, lebensmüde – aber das wäre mir dann doch neu…

‘ordentlich gewehrt’ – damit ist ja wohl gemeint, daß sie einen eindeutigen Angriffskrieg abwehrten, sich nicht, wie geplant ihre Rohstoffe wegnehmen lassen wollten und nicht haben – die aber der Aggressor unbedingt brauchte, sollte seine ‘Keynes’-Variante(?) und Kapitalismus selbst bei ihm weiter funktionieren. Die brauchten wie heute Wachstum, Wachstum, Wachstum… und dafür die (erweiterten) Ressourcen!

Was hätten sie tun sollen – ihm das geben – ist das nicht zynisch?

Wir brauchen beide, denke ich, über Stalin und seine politischen Methoden nicht reden, nichtsdestotrotz war da eine Ecke der Welt in dem das alte angestammte Kapital ‘nichts zu sagen hatte’. Fanden die sicherlich noch viel weniger lustig, als das, was mit den Menschen dort geschah.

Trotzdem, diese haben nicht nur AH und Gefolge aus ihrem eigenen Land gejagt, sondern sich nach Berlin aufgemacht. Stalingrad war Jahreswende 1942/43, die Eröffnung der zweiten Front erst im Juni 1944! Sie mußten da einfach endlich ‘eingreifen’, sonst wäre der ‘Russe’ in Berlin und ‘ihr’ tolles Europa futsch…

87 Pique Januar 7, 2010 um 19:54

yep ich habe einen Verbündeten…. Steve Keen :-)

http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~EE812E98924024354BC1DDBD34A5406C4~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

Im Kern muss man gegen die Schuldung vorgehen. In Ländern wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien oder Australien dienten sie in erster Linie zur Finanzierung von Vermögenspreisspiralen. Die Verantwortung dafür liegt auf der Gläubiger- und weniger auf der Schuldnerseite.

88 ossi Januar 7, 2010 um 19:59

@pique
Schließlich wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die etablierten Ökonomen das wahre Problem sind.

Aus dem Link. Sehr schöner Satz…

89 holger Januar 7, 2010 um 20:39

@ Pique 87

nein, du hast mindestens zwei :D

90 ossi Januar 7, 2010 um 20:42

huhu… es sind mehr als zwei – @Holger…

91 holger Januar 7, 2010 um 20:44

Auszug:

Hätte Alan Greenspan im Jahr 1987 nicht „rettend“ auf den damaligen Aktiencrash reagiert, so hätten wir damals eine reinigende Minidepression gehabt, die vergleichsweise leicht zu überwinden gewesen wäre.

Das konnte und wollte der Sack gar nicht.

A) Zinsdienst USA von 1945 bis 1986 –> 2.600 Mrd.
Neuverschuldung USA von 1945 bis 1986 –> 1.900 Mrd.

B) Zinsdienst USA von 1986 -2009 ca. 7.600 Mrd.
Neuverschuldung gleicher Zeitraum 10.900 Mrd.

92 Systemfrager Januar 7, 2010 um 20:44

@ Pique, holger

Ich bin der DRITTE !!!

Ich denke, nach und nach wird klar werden, dass die Krise noch nicht vorbei ist. … Der Kern ist: Konventionelle ökonomische Theorien können nur sehr schlecht erklären, wie der Kapitalismus funktioniert. … Schließlich wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die etablierten Ökonomen das wahre Problem sind.

Man fragt sich aber wann? Wird der Dritte Weltkrieg nötig werden?

93 holger Januar 7, 2010 um 20:45

@ ossi

dann sinds mindestens drei ;)

94 ossi Januar 7, 2010 um 20:48

Man fragt sich aber wann? Wird der Dritte Weltkrieg nötig werden?

Amen!
So sicher ist das.
Die Wirklichkeit muß der Theorie angepaßt werden.

Sagt einer, der das schon mal erlebt hat….

95 Pique Januar 7, 2010 um 21:31

keine Apokalypse heute Abend, wir sind vernünftig und verrechnen debt and sin, sorry Guthaben miteinander ;-)

96 holger Januar 7, 2010 um 21:40

@ Pique

was is denn nun schon wieder eine Akopalypse? Einen Punsch geht ja noch hol ich mir jetze. :D

97 Pique Januar 7, 2010 um 22:02

@ Holger
eine kreative Aufarbeitung der Apokalypse

This video shows the winner of “Ukraines Got Talent”, Kseniya Simonova, 24, drawing a series of pictures on an illuminated sand table showing how ordinary people were affected by the German invasion during World War II. Her talent, though admittedly a rare one, is mesmeric to behold.

http://www.youtube.com/watch_popup?v=vOhf3OvRXKg

enjoy Punsch & Video

98 unwissender Januar 7, 2010 um 23:21

@Holger

Ich hab da noch was! ;-)

http://www.lips-institute.ch/einfuehrung.html

Röpke – köstlich!

99 Gast Januar 8, 2010 um 09:34

Aus aktuellem Anlass zur Conti-Rettung (Kapitalerhöhung):

Goldman Sachs darf sich seit der Finanzkrise direkt bei der FED mit Geld versorgen.
In der FTD von heute (8. Januar) heisst es dazu:
“Dibelius dagegen war sich sicher: Die Milliarde kann er über eine Art Privatplatzierung schneller auch auf kurzem Dienstweg einsammeln, wenn er nur das richtige Dutzend großer Investoren anspricht.”

Meine Interpretation: GS versorgt sich mit frisch Gedrucktem und kauft ….

GS verhandelt und konzipiert – aber tatsächlich wäre das gar nicht nötig (GS kann jeden Deal machen – am Geld mangelt es nicht).

100 Gast Januar 8, 2010 um 09:42

Fortsetzung….

Ein interessantes Phänomän ist es m.E. auch, dass die Nachteile eines fundamental zur Schwäche neigenden Dollars durch eine überbetonung der Griechenland-Problematik und den damit verbundenen Druck auf den Euro überkompensiert werden. Dagegen werden die Zahlungsprobleme der acht größten Volkswirtschaft Kalifornieren ausgeblendet.

101 staph.aureus Januar 8, 2010 um 09:46

Der Satz ist so schön, daß ich ihn nochmal lesen wollte. Genau hier:

“Denn das Geniale am Kapitalismus ist seine Fähigkeit, noch jede Revolte zu absorbieren und in einen Stil zu verwandeln – in etwas, das man konsumieren und mit dem man Geld machen kann. Che Guevara und Mickymaus – beide eignen sich gleich gut, um T-Shirts zu verkaufen.”

http://www.welt.de/kultur/article5720619/Elvis-Presley-wird-auch-den-Islamismus-zersetzen.html

102 holger Januar 8, 2010 um 09:48

@ Gast

schauen wir mal was der Telegraph bringt:

http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/banksandfinance/insurance/6948020/AIG-told-to-keep-quiet-about-payments.html


Tim Geithner’s NY Fed told AIG to keep quiet about $105bn paid to banks

Tim Geithner’s Federal Reserve Bank of New York urged American International Group (AIG) to remain silent on $105bn (£65bn) of payments made to banks including Goldman Sachs and Deutsche Bank at the height of the financial crisis.

Es gibt keine Regeln in diesem Spiel. Ob Fed GS oder sonstige Akteure. Siehe den kleinen Finger von Hank Paulson. Knick Knack.

103 Systemfrager Januar 8, 2010 um 09:58

@ staph.aureus 101

In der Tat ist der Satz so schön, dass er gar nichts anderes als ein Schwachsinn sein kann
;-)

104 staph.aureus Januar 8, 2010 um 11:06

Schwachsinn ? Der Hausherr dieses blogs scheint doch ähnlich zu argumentieren, statt MickyMaus mit Tom&Jerry.
http://www.weissgarnix.de/2009/12/30/munchhausen-und-die-animal-spirits/
(Man könnte jetzt sagen, daß Tom mit Nachnamen Geithner heisst, und seine Truppen mit Micky-Maus-Bilanzierung arbeiten… )

105 Lästermaul Januar 8, 2010 um 17:24

Wie war das noch mit dem Krug?

106 Andreas Kreuz Januar 8, 2010 um 20:37
107 caesar4441 Januar 8, 2010 um 21:08

Nachdem der große Zampano über 10 Billionen im Zuge der Finanzkrise aus den Volkswirtschaften via “Bankenrettung” eingesackt hat,war natürlich die Frage offen was er damit tun wird und wie er das Geld,das ja nur Altpapier ist , in echte Werte umwandelt.6 Billionen könnten da jetzt aufgetaucht sein,wobei er sich der FED bedient.Da er ja weltweit Politiker und Bankster voll im Griff hat ist das kein Problem.

108 lupo cattivo Januar 8, 2010 um 22:38

@ Gast
“Wie ignorant muss ein Volk sein, dieses Gut durch übermäßigen Missbrauch aufs Spiel zu setzen.”

es ist nicht das Volk, das amerikanische Volk wurde von der FED
in den letzten 100 Jahren bei Laune gehalten, indem es am parasitären FED-System Rothschilds via “Wohlstand” – “Land der unbegrenten Möglichkeiten” partizipieren durfte.
Damit ist jetzt Schluss, das Spiel ist aus.
Das Rothschild-Imperium hat sich bis auf Nord-Korea, Iran, Syrien, Libyen und Kuba alles an Sachwerten gesichert, was irgendwo von Belang ist für die Zukunft.

Kapiert aber fast keiner.

109 topi Januar 9, 2010 um 00:25

@ lupo cattivo

“Das Rothschild-Imperium hat sich bis auf Nord-Korea, Iran, Syrien, Libyen und Kuba alles an Sachwerten gesichert, was irgendwo von Belang ist für die Zukunft.”

“Sachwerte gesichert”;
na mal abwarten, Eigentum erwerben mit Papier heisst nun nicht zwingend Besitz sichern beim Papierverfall.

110 joergtokyo Januar 9, 2010 um 06:35

Auch zu Wochenschluss wieder im Plus der DOW…trotz grottenschlechter Arbeitsmarktdaten. War Uncle Sam wieder shoppen?

111 Gast Januar 9, 2010 um 12:27

@topi
“na mal abwarten, Eigentum erwerben mit Papier heisst nun nicht zwingend Besitz sichern beim Papierverfall.”

Richtig. Letztlich ist Macht (Marktgröße, Einfluss, Militär) die Voraussetzung zur Durchsetzung von Eigentumsinteressen.

Macht, Einfluss und finanzielle Basis verdanken Staaten und Unternehmen Investoren und Spekulanten. Jeder einzelne entscheidet mit seinem Anlage- / Spekulationsverhalten darüber mit, ob ein Misstand gefördert oder gehemmt wird.

Ich verzichte auf US-Finanzanlagen und auf Anlagen bei Unternehmen mit von mir nicht akzeptierten Geschäftsmodellen (z.B. Monsanto).

112 AllesManipuliert Januar 11, 2010 um 10:40
113 sunbringer Januar 11, 2010 um 20:45

Hier ist ein Video vom obengenannten Biderman. Ein gutes Zitat: “Who is going to trust a market if he knows that the government is the only buyer.”

http://www.zerohedge.com/article/more-observations-federal-reserve-buying-stocks

Hinterlassen Sie einen Kommentar

{ 3 trackbacks }