Wer hält eigentlich die Staatsschulden?

by weissgarnix on 26. November 2009

Eine gute Frage, die da vorhin in den Kommentaren zum Vorbeitrag gestellt wurde. Weil es mich mal selbst interessiert hat, bei wem der deutsche Staat eigentlich genau mit wieviel in der Kreide steht, habe ich mir auf die Schnelle folgende Aufstellung aus diversen BuBa-Berichten gebastelt. Ohne Anspruch auf Exaktheit (give or take ein paar Milliarden), müsste das Bild ungefähr wie folgt aussehen:

Deutschland, deine Gläubiger (für Vergrößerung klicken)

Deutschland, deine Gläubiger (für Vergrößerung klicken, Quelle: Bundesbank, eigene Berechnungen)

In den Spalten habe ich die einzelnen Gebietskörperschaften aufgeschlüsselt, in den Zeilen die Banken mit ihren Forderungen wie auch die in Wertpapieren verbrieften Schulden. In der Spalte “Öffentliche Anleihen” zudem auch noch die Summen an Schuldpapieren, die von den einzelnen Bankengruppen gehalten werden, aber leider weist die BuBa da nicht aus, wieviel auf Bund, Länder und Gemeinden entfällt.

Jedenfalls beträgt die Staatsschuld derzeit insgesamt roundabout 1,8 Billionen Euro, von denen 1,1 auf den Bund und seine diversen Sondertöpfe und 700 Milliarden auf Länder, Gemeinden und Sozialversicherungsträger entfallen. Von diesen 1,8 Billionen wird etwas über der Hälfte vom Ausland gehalten, und etwa 56% des inländischen Anteils von den deutschen Banken. Rund 44% des inländischen Anteils bzw 375 Milliarden entfallen auf deutsche Privatanleger und Unternehmen.

Hinter den “Kreditbanken” verbergen sich vorwiegend die Deutsche Banks, Commerzbanks und Postbanks dieser Welt, hinter den “Banken mit Sonderaufgaben” die KfW als auch die diversen Förderbanken der Länder.

Was einem aber natürlich auf den ersten Blick ins Auge sticht, ist die vergleichsweise hohe Bedeutung der Landes- und der Hypothekenbanken. Und zwar jeweils für Länder und Gemeinden. Womit vermutlich klar sein dürfte, warum sich die Landes- und Kommunalpolitik so intensiv um diese Institute kümmert, und sich bislang jeder vernünftigen Reform (= Eliminierung) vehement entgegengesetzt hat.

Auch sehr interessant, auf welchen Umfang mittlerweile die KfW und die regionalen Förderbanken angeschwollen sind. Bei denen schuldet sich der Staat die jeweiligen Beträge quasi selber, daher eher eine lustige Angelegenheit.

So sieht’s also aus Freunde.

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1 Volksbetrügswirt 26. November 2009 um 17:44

Der Staat schuldet sich selbst Geld….

Merkst Du, daß es mit den Staatsschulden und der Volkswirtschaft irgendwie nicht stimmen kann?

Hattest Du auch schon mal Schulden bei Dir selbst?

Schau auf meinen Namen… :-)

2 genova 26. November 2009 um 17:47

Und wie hoch sind die Zinsen, die für die Schulden gezahlt werden? Rund 50 Milliarden Euro jährlich alleine im Bundeshaushalt, wenn ich mich nicht irre.

Wäre interessant, mehr darüber zu erfahren, wo das Geld genau hinfliest.

3 soffi 26. November 2009 um 17:50

supi. danke.

das hat mich schon immer mal interessieert.

was ich noch nicht gecheckt habe sind die 375 Mrd. von inl. Nichtbanken. die zahl bekomme ich nicht zusammen.

wenn ich das richtig deute, sind 27% bankschulden und der rest anleiheschulden. werden die anleihen eigentlich alle von privatleuten gehalten?

danke.

4 Nanuk 26. November 2009 um 17:50
5 weissgarnix 26. November 2009 um 17:56

@soffi

Nein, in der Spalte “Öffentliche Anleihen” siehst du doch, wieviele Anleihen von welchen Banken gehalten werden.

6 topi 26. November 2009 um 18:07

@ wgn
“Auch sehr interessant, auf welchen Umfang mittlerweile die KfW und die regionalen Förderbanken angeschwollen sind. Bei denen schuldet sich der Staat die jeweiligen Beträge quasi selber, daher eher eine lustige Angelegenheit.”

Kannst du das weiter aufschlüsseln, mit Papierchen und Sicherheiten und so?

7 egghat 26. November 2009 um 18:10

Ah danke. Die Bedeutung des staatlichen Bankensektors mal so in Zahlen zu sehen ist gut. Denn so flappsig in die Diskussion geworfen habe ich die These, dass die Politiker die Landesbanken so gerne retten, um sich selber zu retten, schon einige Male. Wenn man Leute kennt, die bei der WestLB arbeiten, kommt man zu dieser Erkenntnis ausnahmsweise allerdings auch mal ganz ohne Zahlen …

8 Michael 26. November 2009 um 18:15

Wenn wir davon ausgehen, dass das BIP 3,4 Bill. € ist und die Staatsschulden bei 60% BIP lagen, bis Ende 2010 steigen sie auf 80 % BIP, kommen wir auf etwas höhere Zahlen.

Nicht, dass die von Weissgarnix falsch wären, aber es gibt offensichtlich noch ein paar schwarze Kassen, in denen sich Ende 2010, zukünftige “Bankenrettungen” exclusive, eine weitere Billion Euro versteckt, deren Zinsen ebenfalls aus Steuern und Abgaben zu begleichen sein werden.

Sieht übel aus, was soll es, ändern können wir das nicht mehr. Nachdem die Bankdaten auch noch an die Ostküstenganoven durchgereicht werden sollte man über die Produktion von Heimtresoren und Geldkoffern als Weihnachtsgeschenk, aber auch für den Alltag nachdenken. Hilft auch bei der Inflationsbekämpfung. Denn die Zinsen auf genau diese Schulden sind auch unter dem Namen Steuern, Neuverschuldung und Inflation bekannt. Ich hasse es! :-x

9 Volksbetrügswirt 26. November 2009 um 18:16

Vergeßt die Staatsschulden und Handelsbilanzüberschuß reichen doch aus, um sofort die Staatsschulden zu begleichen…

Zuerst natürlich die Schulden gegen sich selbst….

Oh oh, das sind schon scharfe Beiträge hier ;-)

10 dwl 26. November 2009 um 18:19

Aha. Ohne Angabe von Quellen für die Daten in dieser Tabelle bleibt man wohl lieber beim Namen des Blogs: weissgarnix. Ersatzweise könnte das Blog in bringtgarnix umbenannt werden. Schade um die viele Arbeit … aber evtl. lässt sich das ja noch nachreichen? Dann wäre weisswas auch ein Name.

11 Fabian Lindner 26. November 2009 um 18:21

@ dwl

BuBa heißt Bundesbank. “Diverse Berichte” sind damit Berichte der Bundesbank – und zwar verschiedene. Weissgarnix weissdochwas.

12 weissgarnix 26. November 2009 um 18:28
13 Michael 26. November 2009 um 18:28

@dwl
Doch, er weiß schon was. Die Zahlen kannst Du dir von der Bundesbank, monatlich aktualisiert, zusammensammeln. Die BuBa ist eine der nützlichsten Behörden, wenn man sich nicht jeden Tag aufs Neue von Volkswirten und Spinnern wie Sinn & co. verarschen lassen will.

14 weissgarnix 26. November 2009 um 18:29

@dwl

Herzlich Willkommen- ich mag dich schon jetzt.

15 Michael 26. November 2009 um 18:32

@wgn
Tschuldigung ich muß mich in irgendwelchen Tabellen mit großen Zahlen vertan haben. Kernaussage bleibt trotzdem.

16 lemming 26. November 2009 um 18:35

@wgnx
Bei denen schuldet sich der Staat die jeweiligen Beträge quasi selber, daher eher eine lustige Angelegenheit.

Nana, die Banken haben doch nicht ihr eigenes Geld (EK) da angelegt, sondern das Geld ihrer Anleger!

17 holger 26. November 2009 um 18:37

@ Fabian # 11

hinlesen ist nicht jedermanns Sache. Das versaut einem schon die Grundschule, die hohe Kunst des deuten der Zeichen, ist meist nur dem Tut Ench und den Hohepriestern vorbehalten.

18 Volksbetrügswirt 26. November 2009 um 18:43

#17

Bildung war noch nie die Stärke der BRD.
Von daher sind auch Bildungsabschlüsse im akademischen Bereich ziemlich wertlos.

19 Nanuk 26. November 2009 um 18:44

Ich glaube ich habe einen neuen Freund… ;)

20 holger 26. November 2009 um 18:46
21 holger 26. November 2009 um 18:48

Nanuk

bitte Videofrei ja? :-D Abgemacht?

22 Morph 26. November 2009 um 18:54

sehr interessant, vielen Dank! Wenn man nun @lemming#16 und die staatliche Bankenrettung mit (zukünftigen) Steuereinkommen zusammendenkt, dann, äh…

23 13 26. November 2009 um 18:57

Wer hält eigentlich die Staatsschulden?

Sind da eigentlich auch die ganzen “Sondervermögen” mit drin?

24 weissgarnix 26. November 2009 um 18:58

@lemming

Also, wenn eine Bank, die dem Staat gehört, dem Staat 65 Milliarden leiht, und die Landesbanken, die den Ländern gehören, selbigen nochmal 120 Milliarden leihen – dann finde ich das schon recht amüsant.

Aber andererseits: Defacto gehören dem Staat mittlerweile eh alle Banken, also macht das im Prinzip auch keinen Riesen-Unterschied mehr.

Es sind halt very interesting times, indeed.

25 weissgarnix 26. November 2009 um 18:58

@13

Sind sie.

26 Nanuk 26. November 2009 um 19:02

@wgnx
Kapitalismuss Simulation halt…

27 Wat. 26. November 2009 um 19:02

# 24

Und warum macht dann der Staat von seinen Eigentümer-Rechten keinen Gebrauch und diktiert, was in den Banken zu geschehen hat?
Wenn dem so wäre, könnte er ja locker administrativ eingreifen.

Oder ‘gehört’ der Staat jemand anderem, daß Staat auf dieses ‘Recht’ verzichtet, da über anderem Weg ‘eingegriffen’ wird?

28 Nanuk 26. November 2009 um 19:05
29 weissgarnix 26. November 2009 um 19:07

@Wat

Die Antwort lautet: Die deutsche Politik weigert sich leider beharrlich, in diesem schnuckeligen kleinen Blog mitzulesen.

Und dabei gebe ich mir soviel Mühe, es für die Jungs und Mädels amüsant und informativ zu gestalten – viel amüsanter und informativer jedenfalls als beim Sinn, dem Hüther und diesen ganzen anderen neoklassisch, neokeynesianisch, monetaristisch, IS-LM, usw fehlgeleiteten Langweilern aus der allabendlichen Talkshow-Ökonomie.

Aber sie wollen offenbar dumm und schlecht unterhalten bleiben.

30 Nanuk 26. November 2009 um 19:09

Was war denn das Geld Leihen an die Subprime Jungs und Mädels anderes als Zahlungsmittel zur verfügung stellen… ;)

31 Wat. 26. November 2009 um 19:10

@ Wgn – die haben vielleicht eins kapiert, von ‘gut unterhalten’ kann man sich keine Brötchen kaufen.
Sie hoffen nur, daß ‘wir’ das wenigstens noch eine Weile ‘glauben’ ;-)

Und bis jetzt ‘unterhalten’ wir uns doch ganz gut…

32 holger 26. November 2009 um 19:10

@ Nanuk # 28

lass uns doch erstmal klären, wem die Luftballone gehören. Bitte.

33 Nanuk 26. November 2009 um 19:12

@holger
Das werden wir nicht herausfinden…

34 MacT 26. November 2009 um 19:15

Ich finde es auch interessant, dass die Landesbanken und die KfW dem Staat so viel Geld leihen. Letztlich werden diese die Kredite an den Staat wohl bei der EZB an Sicherheiten hinterlegen und sich dort entsprechendes Geld leihen.

Ich glaube nicht, dass es gewünscht ist, dass die EZB über die Erzeugung von Geld dem Staat seine Schulden finanziert. Wenn sich das ausweitet haben wir vermutlich ein Problem.

35 Mash 26. November 2009 um 20:08

Guten Abend,
was geschieht eigentlich im System, wenn die Staaten ihre Schulden zurückzahlen.Bricht das System ab?Oder? Da wird doch viel Geld vom System verschwinden und die Haushalte und Unternehmen können die Lücke nicht ersetzen.

36 Ratioso 26. November 2009 um 20:16

@Wat. 31
Sehe ich ganz ähnlich so.
Wgn, Du unterhältst uns alle hier ganz prächtig. Ich muss sagen, ich brauch diesen Stoff hier eigentlich fast täglich. Ich sag jetzt aber nich, wieviele Stunden …
Das Problem der Politiker ist doch, zumindest derjenigen welche den Schlammassel erkannt haben, wie kommen wir da wieder raus. Geht nich? Ok, dann muss das Spiel irgendwie verlängert werden.
Am Ende gilt für mich aber folgender, unbedingt in Stein zu meißelnder Satz: “Einkommen lässt sich auf Dauer nicht durch Kredit ersetzen.” Stammt glaube ich, vom genialen Wirtschaftsquerschuss, Steffen Bogs.
Insofern ist es relativ gleichgültig wer unsere Schulden hält und uns langsam aber sicher zinstechnisch aussaugt.

37 13 26. November 2009 um 20:18

Und warum macht dann der Staat von seinen Eigentümer-Rechten keinen Gebrauch und diktiert, was in den Banken zu geschehen hat?

Wat., du Diktatorin, weil die Bankleute es selbstverständlich besser können. Das ist ja gerade der Witz. Wofür haben sie sonst jahrzehntelang in dumm-devot-ahnungslose, aus der Hand fressende Po-litiker (s. o. Bild) “investiert” und die sie betreffenden Gesetze selbst geschrieben. Man spendiert den Abgenordeten wahlweise Urlaub, Hotel, Mittag- oder Abendessen und ansonsten haben diese Po-litiker “bei Fuß” zu gehen..

38 Wat. 26. November 2009 um 20:21

psssst @13 das sollte doch bestimmt niemand wissen…

39 13 26. November 2009 um 20:28

“Die Realwirtschaft muss mit den Banken Tacheles reden. Das kann nicht alles die Politik machen”

weissgarnix, meld dich doch einfach unaufgefordert beim großen merkelschen Krisenbewältigungsgipfel am 2. Dezember an..

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kolumne-lucas-zeise-darf-s-ein-bisschen-mehr-sein/50041386.html?page=2

40 Wat. 26. November 2009 um 20:34

@ 13

Das Wgn-Zitat ist so schlecht gar nicht…

Gäbe es, wenigstens theoretisch (weil, bis diese das kapieren, scheint auch dieser Zug abgefahren) eine Möglichkeit, daß sich Realwirtschaft ‘untereinander’ organisiert, daß diese keine Überbrückung durch Kredite von Dritten (Banken) brauchen? Müßte doch eigentlich gehen, vorausgesetzt, sie sind nicht de facto über längst eingegangene Schulden im Eigentum von Banken…, was bei den allermeisten wohl der Fall sein dürfte(?)

41 keiner 26. November 2009 um 20:53

Aber die Banken reichen doch zumeist (jetzt mal von öffentlichen Banken abgesehen) privates Geld durch. Also sind sie nur eine Zwischenstation. Wer sind die großen, ausländischen Anleger in Bunds? Institutionelle wie private…

42 Wat. 26. November 2009 um 20:54

Ergänzung zu # 40

Ich gebe zu, diese Variante wäre ‘echt blöd’ für (rein) leistungslose Einkommen vom Kapital-/Finanzmarkt…

Aber was wollt Ihr – Reale Wirtschaft und damit reales Leben oder Luftballons und bunte Tapete vor den Fenstern, auf denen steht: Das Leben ist schön.

43 Sven 26. November 2009 um 20:55

@13 “Man spendiert den Abgenordeten wahlweise…”

Sehe ich etwas anders. Ganz grob: die Lobby der Wirtschaft, insbesondere des Finanzsektors, liegt an wie der böhmische Wind. Der Souverän liegt überhaupt nicht an, höchstens motzend in den Kommentaren der Blogs oder den Leserbriefabteilungen der Holzmedien.

Ich bin überzeugt, daß nicht wenige Politiker die Situation schon nicht ganz verkehrt bewerten können. Aber denen fehlt eine Argumentation gegenüber der Lobby. Mit einem Generalstreik im Rücken bspw. kann er schon nicht-lobby-konformen Handlungsbedarf vollziehen.

Ich denke mal, es führt kein Weg dran vorbei: Solange wir uns nicht in größeren Stückzahlen auf den Plätzen oder in den Büros der Abgeordneten blicken lassen, haben selbst die Willigen unter den Politikern kein Standing gegenüber der Lobby.

44 turing_machine 26. November 2009 um 21:15

@mash #35
“Guten Abend,
was geschieht eigentlich im System, wenn die Staaten ihre Schulden zurückzahlen.”

Der Witz war gut!
Soll ich auch die Wahrheit über den Weihnachtsmann erzählen?
;-)

45 Sven 26. November 2009 um 21:20

@turing_machine “Der Witz war gut!”

Sag Du, wo ist der Witz? Stell Dir doch mal vor, der Staat würde beginnen seine Schulden abzustottern, ohne das die Löhne steigen und der Export anzieht (warum sollen unsere Nachbarn den Fehler 2x machen und sich weiter deindustrialisieren lassen)? Die Summe allen Konsums würde sinken. Na dann viel Spaß beim Lachen…

46 13 26. November 2009 um 21:26

Sven, der Abgeordnete heißt so, weil er von seinem Wahlkreis beauftragt wurde, den von dir angesprochenen “Souverän” nach freiem Gewissen zu vertreten. Mancher Abgenordete wartet jetzt darauf, daß ihn der “Souverän” in Berlin (oder anderswo) besucht, um ihm zu sagen, was er tun soll. Das ist der Unterschied.

47 holger 26. November 2009 um 21:30

Nun, ab und zu geht auch jemand freiwillig in den Ruhestand:

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Norbert-Walter-wird-Rentner-article608599.html

Machs gut Nobbi.

48 EuroOptimist 26. November 2009 um 21:32

@ wgn
“Was einem aber natürlich auf den ersten Blick ins Auge sticht, ist die vergleichsweise hohe Bedeutung der Landes- und der Hypothekenbanken. Und zwar jeweils für Länder und Gemeinden.”
Das sollte jeder wissen, der sich z.B. bei boerse-stuttgart.de mal die Anleihen angesehen und gefragt hat, was es denn mit all den (Jumbo-)Pfandbriefen dieser Häuser auf sich hat. Mit Immobilien haben die nichts zu tun, und sie tragen manchmal ein “Öffentl.” im Namen.

49 holger 26. November 2009 um 21:36

nur ein kleier Auszug aus der Quelle von # 47

The New One, the stage is yours

–>Der 55-jährige Mayer ist derzeit Europa-Chefvolkswirt der Bank. Zuvor arbeitete er am Kieler Institut für Weltwirtschaft, beim Internationalen Währungsfonds sowie bei Salomon Brothers und Goldman Sachs. Der 65-Jährige Walter ist seit 1987 beim größten deutschen Kreditinstitut tätig.”

R.I.P.

Ratten Interessiert Papier (nicht)

Welcome Mr. Mayer

lets get ready to ruuuuumble

50 Alvar Hanso 26. November 2009 um 21:36

@keiner #41
“Aber die Banken reichen doch zumeist (jetzt mal von öffentlichen Banken abgesehen) privates Geld durch. ”

Die Banken reichen Luftgeld durch, welches vom privaten Geld/Wert gedeckt ist bzw sein sollte(!).

(Klein-)Kredit-Initiativen von Privat zu Privat sind bekannt.
Gibt da ja mittlerweile diverse Plattformen für sowas.

51 13 26. November 2009 um 21:37

Ja, die harte Lobbyarbeit “die Löhne müssen fallen” war ein Knochenjob. Wo bleibt das Bundesverdienstkreuz durch Herrn Kollegen Köhler?

52 holger 26. November 2009 um 21:58

@ 13

ist doch wie mit Jung, als Verteidigungsidiot, kann man sich nicht um den Krieg kümmern, wenn man nebenbei auch noch Geld dazu verdienen muss, um sein Studium zu finanzieren.

Da wird man schnell Arbeitsochse, um den Bachelor zu schaffen. Zum Master reichts eh nicht.

53 FM Schäuble 26. November 2009 um 22:12

@Lemming #16

>Nana, die Banken haben doch nicht ihr eigenes Geld (EK) da >angelegt, sondern das Geld ihrer Anleger!

Ich habe ja eigentlich keine Ahnung von Geld, aber kann es nicht auch so sein:
Deutschland GmbH emittiert Staatsanleihe. Geschäftsbank kauft Staatsanleihe, reicht sie bei der Zentralbank(ZB) ein, bekommt dafür ZB-Geld und kann dem Staat nun Giralgeld gutschreiben.
Plus das ZB-Geld mit 50 multipliziert (2% Mindesreserve) dafür nutzen ein bisschen im Casino zu spielen?

Oder habe ich bei den Youtube Aufklärungsvideos was falsch verstanden?

54 Frankie Bernankie 26. November 2009 um 22:21

@wgnx

“Also, wenn eine Bank, die dem Staat gehört, dem Staat 65 Milliarden leiht, und die Landesbanken, die den Ländern gehören, selbigen nochmal 120 Milliarden leihen – dann finde ich das schon recht amüsant.”

Was ist daran so amüsant? Dem Staat gehört die Bank ja nur. Entscheidend ist doch die Frage, WESSEN Geld die KfW oder die Landesbank dem Staat vermittelt. Wenn das ganze Bankensystem noch ein bisschen Bodenhaftung hat, dann muss es doch irgendeine Form irgendeiner Einlage geben , auf die sich ein Kredit rekurriert, oder nicht?

Bitte, bitte sagt mir dass das so ist…oder hat der Willem Buiter doch recht: “…während jede normale Branche Anstengungen wie F+E , Investitionen, Ausbildung unternehmen muss um ihr Geschäft auszuweiten, genügt es bei Banken , an jeder Seite ihrer Bilanz eine 0 anzuhängen , um ihr Geschäft zu verzehnfachen…”

55 13 26. November 2009 um 22:24

holger, du solltest mehr Verständnis haben. Es kann nicht jeder wie Gottschalk Gummibärchen verteilen und abgemagerte Topmodels abknutschen..

Hier noch mein Gute-Nacht-Video

http://www.youtube.com/watch?v=L6NqBFDphm0

56 holger 26. November 2009 um 22:28

@ 13 Noch mehr Verständnis?

Wohin soll das führen?

57 Frankie Bernankie 26. November 2009 um 22:36

@WAT 27

“Und warum macht dann der Staat von seinen Eigentümer-Rechten keinen Gebrauch und diktiert, was in den Banken zu geschehen hat?
Wenn dem so wäre, könnte er ja locker administrativ eingreifen.”

Was hast Du, macht er doch, der Staat.

Er hat Basel II verordnet, deshalb gibts jetzt keine Kredite mehr für die dreckige, verschwitzte, schon mal angetrunken am Arbeitsplatz auftauchendwe Realwirtschaft, die immer wieder mal einen Kredit gegen die Wand fährt.

Da legt man billiges Zentralbankgeld gleich mal wieder unter seiner Bankleitzahl ( was übrigens nichts anderes ist als die Kontonummer der Bank bei der BuBa ) sauber bei der Zentralbank an.

Wurde ja so verordnet, vom Staat.

58 turing_machine 26. November 2009 um 22:37

@Sven

Schulden werden NIE getilgt, nur prolongiert und weginflationiert.
So lief es 1789 in Frankreich und nach dem 1. und 2. WK in D.

Alles andere sind nur Träume, ob Wunsch- oder Albträume, kannst du selbst entscheiden.

Außerdem, was sollen die armen Rentiers mit den Bundesschatzbriefen machen, wenn der Staat auf einmal keine neuen mehr ausgeben sollte? Das Geld etwa ausgeben? Geht nie und nimmer!

59 holger 26. November 2009 um 22:38

@ 13

–>abgemagerte Topmodels abknutschen.”

Yep dafür bekommt man ja auch einen einwandfreien sixpack, wenn man ihn den klickt

60 Frankie Bernankie 26. November 2009 um 22:46

Nach dem zweiten Gals Rotwein muss ich jetzt doch noch mal diesen link setzen, weil’s so passt wegen Boomtown Dubai.

Boom, Boom , Out go the lights!

http://www.youtube.com/watch?v=4USzwOkBAOo

Eigentlich DIE Kapitalismushymne, wenn mans recht bedenkt.

61 weissgarnix 26. November 2009 um 23:11

@Frankie

>oder hat der Willem Buiter doch recht: “…während jede normale Branche Anstengungen wie F+E , Investitionen, Ausbildung unternehmen muss um ihr Geschäft auszuweiten, genügt es bei Banken , an jeder Seite ihrer Bilanz eine 0 anzuhängen , um ihr Geschäft zu verzehnfachen…”

Würde ich Buiter jemals widersprechen?

Aber im Ernst: bezogen auf eine einzelne Bank ist es nicht so, die muß im Treasury schon gucken, wo sie die Knete herkriegt, die sie ausleiht. Bezogen auf ALLE Banken (i.e. als Sektor) ist es aber genauso, wie Buiter sagt.

Schematisch läuft es ungefähr so:

1) Bank A gibt Kunde K einen Kredit über 100 und bucht: Per Kreditforderung an Sichteinlage K 100
2) Blöderweise will K sein Geld aber seinem Lieferanten L bei Bank B überweisen. Dafür benötigt A aber Zentralbankguthaben, die sie nicht hat. Was macht sie also? Borgt sich auf dem Geldmarkt von Bank B (oder C, D, E, F) genau die 100, die sie braucht, um auf Ebene der Zentralbank von ihrem Konto auf das Konto von Bank B überweisen zu können. Bank B bucht also “Per Interbankforderung A an ZB-Guthabenkonto 100″ und Bank A bucht “Per ZB-Guthabenkonto an Interbankverbindlichkeit B 100″. Klar soweit?
3) Bei der Überweisung bucht Bank A “Per Sichteinlage K an ZB-Guthabenkonto 100″ und Bank B bucht “Per ZB-Guthabenkonto an Sichteinlage L 100″.
4) Die Sichteinlage von K ist also jetzt bei Bank B und dort auf dem Konto von Lieferant L. Was zwischen Bank A und Bank B bestehen bleibt, ist die Interbankenforderung von B an A. Um die muß sich Bank A weiterhin bemühen, die kommt nicht von selber, und auch nicht automatisch. Aber bei der Betrachtung des Bankensektors als Ganzes wird sie wegkonsolidiert.
5) Bank A und Bank B zusammen hatten vor 1) folgende (konsolidierte) Bilanz: ZB-Guthaben 100 (i.e. das von B), Gegenposition entweder Eigenkapital, Einlage oder sonstige Verbindlichkeit von B
6) und nach Schritt 3): ZB-Guthaben B 100, Kreditforderung A 100, Summe Aktiva 200 SOWIE EK (oder Einlagen oder Schulden von B) 100 und Sichteinlagen L 100, Summe Passiva 200

Der Bankensektor in Summe hatte also sowohl Aktiv- als auch Passivseite verdoppelt, ohne dass mehr Einlagen (“Geld”) ins Spiel gekommen wäre. Ein gewisser Josef Ackermann hat ja in seiner Dissertation geschrieben, dass im heutigen Bankenverkehr regelmäßig keine Großbank sich mehr um ZB-Guthaben sorgen muss, weil sie im Zahlungsverkehr genügend ZB-Guthaben gutgeschrieben bekommt, sodass sie ihre eigenen Ausgänge locker decken kann. Allenfalls müssen nur noch Spitzen über Interbank-Ausleihungen abgedeckt werden. Damit kommt das Ganze dem, was Buiter schreibt, schon sehr, sehr nahe.

62 aifran 26. November 2009 um 23:12

… nur nicht verzagen, die Propagandamaschine kämpft an vorderster Front …
http://www.youtube.com/watch?v=p8D126NPTrU&feature=player_embedded#

und übrigens – … ich forde die sofortige Freilassung von B. Madoff … er hat nichts anderes gemacht als die übrige “Bankenlandschaft” auch

B. Madoff raus – oder alle anderen rein zu ihm!!! – alles andere ist Lüge

63 topi 26. November 2009 um 23:20

@ wgn

Schön.
Aber wie läuft das denn zwischen LB/KFW und Staat und ZB?

64 aifran 26. November 2009 um 23:35

100% Geld und schon ist schluß mit einem Teil der Probleme die vom “Kreditgeld” ausgehen …..

http://www.amazon.de/100-Money-100-Geld-Irving-Fisher/dp/3879984514
offensichtlich will Amazon kein Wort über den Inhalt des Buches verlieren und schreibt statt dessen Unfug in der Buchbeschreibung ….
Kurzbeschreibung
Das Buch ist eine Biographie des Yale-Professors Irving Fisher. Zu seinem 60ten Todestag kam erstmals eine deutsche Übersetzung des Buches welches er 1935 geschrieben hatte herraus

worums wirklich geht … siehe Rezension bei Amazon:

Das Buch ist KEINE Biographie des Yale-Professors Irving Fisher, wie in der Produktbeschreibung angeführt (zum Zeitpunkt dieser Rezension).

Richtig ist, dass es eine deutsche Übersetzung des Buches ist, welches er 1935 geschrieben hat.

Der Autor war amerikanische Nationalökonom – und der wohl bedeutendste seiner Zeit.

Sein Buch – 100 % Money – ist die zentrale Anaylse des “fractional banking” und warum dieses “Mindestreservesystem” der Banken zum Scheitern verurteilt ist.

Aus der Erfahrung, die Irving Fisher in der Zeit der großen Depression machen konnte, hat er den Schluss gezogen, dass die Banken ihre Schuldentürme nicht mehr auf dem dünnem Boden einer Mindestreserve errichten sollten. Als Lösung hat er das System des – 100-%-Money – entwickelt. Es ist auch als Vollgeldsystem oder Volldeckung oder Vollgeldsicherung bekannt geworden.

Fast alle seiner Theorien sind heute bereits umgesetzt. Seine wichtigste Theorie – die des 100-%-Money – wartet noch immer auf ihre Verwirklichung, obwohl Ökonomen wie Milton Friedman haben sein Konzept aufgegriffen und vorangetrieben haben.

Aktualisiert wurde dieses Konzept von Joseph Huber:
Geldschöpfung in öffentlicher Hand

65 unwissender 26. November 2009 um 23:42

@aifran

Ja!

Wobei das hier noch besser passt! ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=xp6l59mZojM&feature=related

@weissgarnix 61

Du bist auf dem richtigen Weg! ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=sLo0a3czZmA&feature=related

66 topi 26. November 2009 um 23:47

Friedman als Referenz für ein sichereres Geldsystem.

Also das überrascht. :roll:

100%, sicher. (obs hundert sein müssen, ist diskutabel)
Allerdings: Fühlen wir uns wirklich besser, nur weil die FED ganz genau steuern kann, wieviel der grünen Scheinchen herumfliegen?
Hat sie denn irgendein Interesse an einer Begrenzung?

67 aifran 27. November 2009 um 00:07

… nun Friedmann ist wahrlich keine Referenz … aber der Schreiber wollte wohl ein gutes Wort für ihn einlegen wollen … aber vielleicht reichte es Friedmann ja auch das Recht des Stärkeren/Größeren zu sichern … die starken lieben den freien Markt, die unsichtbare Hand die dort waltet … da guckt er dann der kleine Kaufmann wenn die große Kaufhauskette kommt und ihn in den Orkus pustet.

ach ja die “Fed” – wer hat den dort das Sagen? Goldmänner und die anderen großen des “Fractional-reserve banking Systems”

68 topi 27. November 2009 um 00:16

“ach ja die “Fed” – wer hat den dort das Sagen? Goldmänner und die anderen großen des “Fractional-reserve banking Systems””

Eben.

Eines wäre jedoch gewonnen: Man müsste sich nicht mehr über Texte ärgern, mit dem Inhalt: “Aber was kann die Zentralbank denn tun.”

:whistle:

69 Bernhard 27. November 2009 um 01:20

Meine verschwörungstheoretischer Beitrag:

Zitat von ganz oben: “Von diesen 1,8 Billionen wird etwas über der Hälfte vom Ausland gehalten,”

Wer ist Herr/Frau Investor “Ausland”? Vielleicht verbergen sich hinter Investoren des Auslands Einige, die mehr als 365/2 Tage in Deutscheland verweile. Aber unser Berlusconi vom Main und seine MMM (Merkel-Mafia-Mama oder so) schütze diese Leute, gelle.

Wenn man als obere Grenze ansetzt: 4% von 1,800000000000/2 €uro – dat wäre wahrlich ein Paradies für die Steuerfahnder, die gemobbt wurden.

Verweihnachtliche Grüße aus hessisch-Absurdistan
Bernhard

70 Peter Lehmann 27. November 2009 um 01:42

@Merkel:
“Die Realwirtschaft muss mit den Banken Tacheles reden. Das kann nicht alles die Politik machen.”
Es stellt sich die Frage, ob Ideologie wirklich das Opium des Volkes ist – oder nicht vielleicht doch eher das bevorzugte Selbstbetäubungsmittel der Regierenden und jener, die ihnen tatsächlich oder vermeintlich den Schutz ihres Besitzes verdanken.

Denkbare Handlungsperspektiven für eine reformselig-pflichtvergessene Elite zeigt die folgende neuseeländische Dokumentation aus dem Jahr 2002 auf:
http://bit.ly/5UG5ec
Egon W. Kreutzer hat den unverhältnismässig drastischen Arbeitsplatzabbau im öffentlichen Dienst hierzulande näher beleuchtet: http://bit.ly/qg8M8

In den USA hat Prof. Wray vorgeschlagen, die demnächst anstehende Heraufsetzung des Schuldenlimits ausfallen zu lassen. De facto würde dies den Verzicht auf eine Gegenfinanzierung des Defizits bedeuten. Um dann in der Folge eine Inflation zu verhindern, müsste ein Staatsausgaben-Tempolimit eingeführt werden, das bei einsetzenden Preissteigerungen dazu verpflichtet, entweder durch Steuererhöhungen oder Anleihenverkäufe Kaufkraft abzuschöpfen oder die Ausgaben wieder zurückzufahren.

71 aifran 27. November 2009 um 01:44

topi 68
Vollgeld würde auch die absurde und verwirrende Geldmengenartistik rund um – M1 – M2 – Mxxx – M-wuschidbusch – M zippeldizapp usw. unnötig machen …

Derzeit wird es benötigt damit die “Banksystembetreiber” zumindes halbwegs die Kontrolle, den Überblick, über ihre eigenen Betrügereien – fractional reserve banking System – behalten zu können. (die Gigantische Dimension der dafür nötigen Organisation entspricht der Dimension des Betruges an den Menschen )

… Zeit Vorhänge zur Seite zu schieben, Dinge klar beim Namen zu nennen …
http://www.youtube.com/watch?v=YWyCCJ6B2WE&feature=player_embedded#

leider sind die “Sytemstrukturen” und “Zauberer” hinter dem “Geldsystemvorhang” nicht so nett und freundlich wie dieser “Zauberer” im Video (was verständlich ist – denn es geht um nichts anderes als eines IHRER “GOLDENE EIER” legenden Hühner)

72 Peter Lehmann 27. November 2009 um 03:56

Forts. #70:
Der Sinn des Vorschlags von Prof. Wray ist natürlich, im Inflationsfall Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen gegenüber Anleihenverkäufen zu priorisieren. Sie wären in der Tat überflüssig. Und im Deflationsfall gibt es kein künstliches Finanzierungslimit für Staatsausgaben.

@100%-Geld:
Was ist das? Niedliche Idee. 100% wovon? Und wenn dieses X dann gefunden ist: warum gerade dieses X? Inwiefern trägt die Wahl dieses X zur Herstellung eines Gleichgewichts bei? Normalerweise befinden wir uns nur durch ständige Justierungen in einem als Gleichgewicht wahrnehmbaren Zustand. Eine Fixierung auf 100% von X verhindert doch gerade Ausgleichs- und Anpassungsprozesse. 100% von X ist die Aussage, dass Radfahren eine ungeeignetere Fortbewegungsart als Gehen ist, weil sie ein höheres Mass an Balance erfordert. Da ist aber ein Regress ad infinitum im Spiel. Als krabbelnder Säugling empfindet man das aufrechte Gehen nämlich wahrscheinlich nicht als Goldstandard der Problemlösung, wenn es darum geht, den einen Meter bis zum Schnulli hinter sich zu bringen. Laufen ist Silber, Krabbeln ist Gold – 100% garantiert und unfallfrei.
Das Preisniveau ist das einzige “X”, das eine direkte Beziehung zum Lebensstandard der Menschen hat. Die Geldmenge – wie auch immer sie definiert sein mag – hat diese direkte Beziehung nicht. Und deshalb gibt es keinen Qualitätssprung zwischen 99% von X und 100% von X. 100% – das ist das Verlangen nach Urgeld, nach endgültigem Geld. Gibt es aber ebensowenig wie den endgültigen Tag (Sonnenuhrtag -> mechanisch gemessener Tag -> Atomuhr-Tag). Oder den endgültigen Meter, das endgültige Kilogramm. Entscheidend sind Genauigkeit und Standardisierung der Messmethode, nicht die Einfachheit des Konzepts – sonst würden wir immer noch von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang rechnen. Ist doch “für praktische Zwecke” ausreichend. Wer wird denn gleich Wettersatelliten in die Atmosphäre schiessen wollen?

73 goodnight 27. November 2009 um 04:34

Nope, die interessantere Frage ist doch:
Warum erlässt der Staat sich nicht seine “EIGENEN” Schulden?

Verschwörung? Urschuld? Oder gar doch Kommunikation? Man weiss es nicht….;-)

74 R.Greiler 27. November 2009 um 07:58

Danke an Weißgarnix für diese überaus bedeutsame Übersicht, denn sie beschreibt im Kern, wo die volkswirtschaftlich größte Geldmengen- bzw. Staatsschuldenblähung erfolgt, wo man also den Rot-Stift ansetzen muß, um einen akuten Wirtschaftsanschub zu bewirken und die Enkelgeneration vorm Zinsenwucher zu erlösen.
Ich habe am 31.3.2009 gewagt, im “Das gelbe Forum” einen Thread mit demTitel: “Staatsentschuldung durch Bankenverstaatlichung” zu eröffnen, für den ich so schnell gesperrt wurde, daß ich keinen Satz mehr auf die “Das geht nicht” – Abwehrtiraden erwidern konnte.

75 zoniman 27. November 2009 um 08:43

Und das ist wieder von MARX!! ;-)

Nach der Julirevolution, als der liberale Bankier Lafitte seinen compère , den Herzog von Orléans, im Triumph auf das Hôtel de Ville geleitete, ließ er das Wort fallen: “Von nun an werden die Bankiers herrschen.” Lafitte hatte das Geheimnis der Revolution verraten.

Die eigentliche industrielle Bourgeoisie bildete einen Teil der offiziellen Opposition, d.h., sie war in der Kammer nur als Minorität vertreten. Ihre Opposition trat um so entschiedener hervor, je reiner sich die Alleinherrschaft der Finanzaristokratie entwickelte und je mehr sie selbst nach den in Blut erstickten Emeuten 1832, 1834 und 1839 ihre Herrschaft über die Arbeiterklasse gesichert wähnte.

Durch ihre Finanznot war die Julimonarchie von vorn herein abhängig von der hohen Bourgeoisie, und ihre Abhängigkeit von der hohen Bourgeoisie wurde die unerschöpfliche Quelle einer wachsenden Finanznot. Unmöglich, die Staatsverwaltung dem Interesse der nationalen Produktion unterzuordnen, ohne das Gleichgewicht im Budget herzustellen, das Gleichgewicht zwischen Staatsausgaben und Staatseinnahmen. Und wie dies Gleichgewicht herstellen ohne Beschränkung des Staatsaufwandes, d.h. ohne Interessen zu verletzen, die ebenso viele Stützen des herrschenden Systems waren, und ohne die Steuerverteilung neu zu regeln, d.h. ohne einen bedeutenden Teil der Steuerlast auf die Schultern der hohen Bourgeoisie selbst zu wälzen?

Die Verschuldung des Staates war vielmehr das direkte Interesse der durch die Kammern herrschenden und gesetzgebenden Bourgeoisfraktion. Das Staatsdefizit, es war eben der eigentliche Gegenstand ihrer Spekulation und die Hauptquelle ihrer Bereicherung. Nach jedem Jahre ein neues Defizit. Nach dem Verlaufe von vier bis fünf Jahren eine neue Anleihe. Und jede neue Anleihe bot der Finanzaristokratie neue Gelegenheit, den künstlich in der Schwebe des Bankerotts gehaltenen Staat zu prellen – er mußte unter den ungünstigsten Bedingungen mit den Bankiers kontrahieren. Jede neue Anleihe gab eine zweite Gelegenheit, das Publikum, das seine Kapitalien in Staatspapiere angelegt, durch Börsenoperationen zu plündern, in deren Geheimnis Regierung und Kammermajorität eingeweiht waren.

76 Morph 27. November 2009 um 08:57

@goodnight
ja, Kommunikation, aber eine, deren paradoxe Grundlage kurz davor steht, ihren Latenzschutz einzubüßen. Wenn sich die Selbstläufigkeit medial regulierter Kommunikation nicht mehr hinreichend an ‘Wirklichkeiten’ reibt und rückversichert (Stw. symbiotische Mechanismen der symb. gen. Komm.-Medien), dann zeigt sich die Paradoxie der Form und das Medium verliert seine Orientierungs- und Motivationsfunktion. Soweit kann man mit systemtheoretischen Mitteln sehen. Wann, wie und wie lange sich solche mediale Störungen auswirken, lässt sich systemtheoretisch nicht modellieren, da sie nur Ausdifferenzierung beschreiben und erwarten kann, nicht aber Störung und Kollaps. Man kann mit Luhmann manches sehen, aber nicht alles (kann man mit keiner Theorie, die mehr anzubieten hat als Stimulanzien mystischer Versenkung). Luhmann ist eben ein typischer Theoretiker des ‘goldenen Zeitalters’ (Hobsbawm) eines ungekannten Wirtschaftswachstums, Urbanisierung, Technisierung usw. Dass Theorien Grenzen haben ist, wenn man einsieht, dass Blindness & Insight nur miteinander zu haben sind, ist keine Kritik; und auch dass eine Theorie durch die historischen Umstände ihrer Formulierung geprägt sind, ist keine Kritik. Das sind Befunde. Man kann das heute wissen, hätte Luhmann gesagt.

77 Nanuk 27. November 2009 um 09:27

Zu Dubai passt wohl eher das…
http://www.youtube.com/watch?v=Nm1g8FFRArc
„Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen;
was ich im Herzen erwäge,
stehe dir vor Augen,
Herr, mein Fels und mein Erlöser“

78 guang_hualu 27. November 2009 um 10:09

@Frankie Bernankie

“Was ist daran so amüsant? Dem Staat gehört die Bank ja nur. Entscheidend ist doch die Frage, WESSEN Geld die KfW oder die Landesbank dem Staat vermittelt. Wenn das ganze Bankensystem noch ein bisschen Bodenhaftung hat, dann muss es doch irgendeine Form irgendeiner Einlage geben , auf die sich ein Kredit rekurriert, oder nicht?”

Das stimmt. Es muss irgendeine Form einer Einlage geben auf die sich der Kredit rekurriert. Aber hast Du Dir das auch mal in der Praxis angeschaut, was für eine Einlage das ist? Wenn ja, würdest Du wahrscheinlich nicht mehr davon reden, dass diese Einlage bodenhafitig ist…..

Die Landesbanken refinanzieren sich in der Regel über den Geldmarkt, d.h. über Tages- und Wochengeld.[1] Ein PC mit DSL-Flatrate reicht dafür aus. In der Hoffnung, dass die BuBa nur fleissig Liquidität in den Markt pumpt, fallen die paar “Sauger” an den PC’s der Landesbanken doch gar nicht auf….

Und wie Du unter #57 geschrieben hast:
“Da legt man billiges Zentralbankgeld gleich mal wieder unter seiner Bankleitzahl ( was übrigens nichts anderes ist als die Kontonummer der Bank bei der BuBa ) sauber bei der Zentralbank an.”

Wieso bei der BuBa anlegen, wenn die PC Freaks an den Handelskonsolen der Landesbank Dir einen höheren Zins versprechen und Du Dir der Staatsgarantie fälliger Verpflichtungen der Landesbank zu 100% sicher sein kannst? Mit Bodenhaftung hat dies aus meiner Sicht aber nichts zu tun. Übrigens für die privaten Geldbanken immer eine gute Alternative für das von Ihnen von der BuBa geschenkte Geld doch noch einen risikofreien Ertrag reinzuholen.

Frankie, dies ist keine Verschwörungstheorie. Landesbanken und Depfa refinanzieren sich tatsächlich über den Geldmarkt. Auch Du kannst das machen, wenn Du willst. Nur mit den Unterschied, dass der Steuerzahler für Deine Verluste nciht einspringt….

http://www.youtube.com/watch?v=cT223AceHIc

[1] Anm.: Nur der Vollständigkeit hier erwähnt. Den kurzfristigen Zins aus dem Tagesgeld drehen die Landesbanken über Zins-Swaps in einen langfristige Zinssatz um in der Zinsbilanz ausgeglichen darzustehen. Dadurch sind sie in zweifacher Hinsicht verwundbar, 1.) Fehlende Anschlussfinanzierung auf dem Geldmarkt in Panikzeiten 2.) Ausfallsrisiko der Derivat-Geschäfte (d.h. der Fremdwährung- und Zinsswaps mit dessen Hilfe sie diesen Krug der schwarzen Witwe zu glauben gefunden zu haben…

79 Cylo 27. November 2009 um 10:38

Eins verstehe ich nicht:

Wenn dem Staat die Banken quasi gehören, warum verpflichtet er sie dann nicht die Staatsanleihe abzunehmen? Die müssen doch nicht ins Ausland gehen. Japan macht es doch genauso. Dort werden die Anleihen regelmäßig von inländischen Banken und Versicherungen aufgekauft und Japan refinanziert sich dadurch zu einem lächerlich günstigen Zinssatz von 1,1%. Und das bei einer 3mal so hohen Schuldenquoten gemessen am BIP.
Warum geht das in Dtschl nicht? Zumal im Fall der Fälle bei Überschuldung zuerst die Zinsen und später die Anleihen selbst per Gesetz für null und nichtig erklärt werden könnten ohne gleich eine Kriegserklärung ausgesprochen zu bekommen.

80 guang_hualu 27. November 2009 um 10:50

@Cylo

Bei den von mir unter #78 beschriebenen Verfahren verdienen die privaten Geldbanken gut mit. Für die privaten Geldbanken gibt es keinen Grund, dieses sichere “Geschäftsmodell” aufzugeben. Herr Ackermann wird sich bei Dir sicherlich bedanken, wenn Du ihm vorschlägst Staatsanleihen zwangsweise abzunehmen….Tatsächlich reicht der Einfluss der Banken in die Politik und nicht umgekehrt. Letztere hat sich hier im Lande tradionellerweise zum Erfüllungsgehilfen gemacht.

81 holger 27. November 2009 um 11:03

wann lösen wir uns endlich, von diesem Begriff “Staat”?

@ guang_hualu hat es richtig beschrieben

Der so genannte “Staat” ist die “Verwaltung und Beschützer” der privaten “Banken”.

82 aifran 27. November 2009 um 11:12

erstaunlich …. und niedlich 100% Zentralbankgeld …ist richtig öde, dann wäre nur mehr die fade Diskussion über “M1″ möglich … sowas macht doch keinen Spaß –

Es gibt kein “Geldschöpfungsmonopol” es gibt nur ein, aus zigzigtausend einzelnen überwiegend PrivatenTeilnehmern bestehendes “Gewerbe” welche über diese Monopol verfügt und nach einem Bizarren – Huhn das Goldene Eier legt – Regelwerk operiert. Der Staat – mit der abgabe des “Geldschöpfungsmonopol” an dieses – überwiegend “Private Gewerbe” hat er das “Zepter des Herrschers” an sie mit abgegeben! Der Staat hat “abgedankt” —

Was ist Geld? ZB – Geld Giralgeld Buchgeld Geldderivate Alice im Wunderland Geld …. ????
Geldmenge M1
Geldmenge M2
Geldmenge M3
Geldmenge M xx
Geldmenge M ??
Geldmenge M schwurbeldiwurb
Geldmenge M blubbibidibluubb
Geldmenge M wabbeldiwusch

je höher der Variantenreichtum der Begriffsdefinitionen um so Bizarrer und unmöglicher die “Enwirrung” ….

83 unwissender 27. November 2009 um 11:32

Und da wir gerade bei Staatsschulden sind.

Hier noch einige Feinheiten über den “Aufschwung” auf dem privaten US-Immobilenmarkt! ?

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/11/new-home-sales-mit-62-zum-vormonat.html

84 13 27. November 2009 um 12:08

Warum erlässt der Staat sich nicht seine “EIGENEN” Schulden?

och nö, das kann er doch nicht machen, dieser hauptsächlich von der FDP, Arbeitgebern und willfährigen Medien mühsam aufgebaute Popanz “Die Deutschen Staatsschulden”. Mir würde direkt was fehlen. Diese Vogelscheuche wird doch gebraucht, ist not – wendig für die W..xtumsbeschleunigung, also um Himmels willen, wie sollte man sonst den Leuten die dringend erforderlichen staatlichen Rehformen, Verschlankungen, Dere-gulli-erungen, Steuersenkungen für Großkotzerne, 1€-Yobs und das Abstreifen von völlig überflüssigem Sozialklimbim schmackhaft machen..

(und mal im Ernst: wer wüßte in Deutschland dann noch, wie spät es ist, wenn es nicht die deutsche Schuldenuhr geben würde?)

85 HAM 27. November 2009 um 12:15

ceterum censeo:

Der Kapitalismus ist (noch?) nicht in der Krise,
in der Krise ist die Klasse der Lohnarbeit.

86 Nanuk 27. November 2009 um 12:19

@Ham
“Der Kapitalismus ist (noch?) nicht in der Krise,
in der Krise ist die Klasse der Lohnarbeit.”

Hey look at me in the spotlight
Ripped jeans and rock and roll hair
Feeling so cool but I’d be such a Fool
Singing to no one out there
So Hey take a bow every band needs a crowd
And I’ve got a song we can sing

http://www.youtube.com/watch?v=W2CEGSBHBZQ

87 13 27. November 2009 um 12:20

hier noch ein Blick über den Teich/Tellerrand..

Die USA sind also auf dem Weg zu einer zunehmend staatsgesteuerten Wirtschaft, die mit Märkten nicht mehr viel zu tun hat.

Große Teile der Finanzmärkte werden staatlich gestützt und beeinflusst. Gleichzeitig baut die Produktionswirtschaft in wachsendem Ausmaß auf den Absatz militärischer Güter. Der Staat finanziert sich über Anleihenkäufe der Zentralbank, das Sozialgefüge zerfleddert offensichtlich und der Präsident schwadroniert über ein neues Gesundheitssystem, während bereits heute gut 50% der Steuereinnahmen für die Programme Medicare und Medicaid ausgegeben werden. Viel Spaß bei der Party.

Es gilt das, was auch für Bankbilanzen gilt. Liquidität kauft Zeit. Nicht weniger aber auch nicht mehr. Darauf können Sie bauen – wenn Sie möchten.

http://iloapp.bankhaus-rott.de/blog/blog?Home&post=57

88 holger 27. November 2009 um 12:21

Let´s have a look at Dubai

the frontpage : http://business.timesonline.co.uk/tol/business/markets/the_gulf/article6934261.ece

The Eid al-Adha religious holiday in the Middle East, and the closure of financial markets in the United States for Thanksgiving, exacerbated the sense of uncertainty in markets that were open for business.
A computer crash at the London Stock Exchange, which by coincidence is 21 per cent owned by the Dubai Government, left dealers unable to trade for three and a half hours.

Die einen Werfen mit Truthahn Knochen um sich und haben keine Zeit zum Traden, einige befragen Runen, Glaskugeln und Hühnerkochen, andere wiederum machen Holiday, lassen Schweinepfötchen eh links liegen. Und Elliotwellen, müssen wieder mit Lockenwicklern gerichtet werden.

Ab und zu wenn es der Zufall so will, fallen die Computer aus. Auch wenn man 21% am Stock geht sich daran fest hält, und noch nicht voll invalide ist.

89 HAM 27. November 2009 um 12:25

@Nanuk

Wenn die Klasse der Lohnarbeit sich für den Kapitalismus entscheidet,
dann soll sie über Armut nicht jammern.

90 Nanuk 27. November 2009 um 12:27

@Ham
Ohne Lohnarbeit gibt es auch keine Arbeitgeber das bedingt sich das eine geht nicht ohne das andere…
Herrscher brauchen immer beherrschte!

91 13 27. November 2009 um 12:31

Du-buy, du wolle Rose kaufe..

92 HAM 27. November 2009 um 12:34

Die meisten Lohnarbeiter scheinen es immer noch nicht begriffen zu haben, dass ihnen die Kapitalisten und deren Manager schon längst die „Sozialpartnerschaft“ aufgekündigt haben.

Und die KM-Unternehmer haben überhaupt noch nicht begriffen, dass sie Teil der “arbeitenden Klassen” sind.

93 Nanuk 27. November 2009 um 12:36

@HAM
und du willst nicht begreifen das sie das nicht können ohne den Ast abzusägen auf dem sie sitzen…

94 Nanuk 27. November 2009 um 12:38

So wie die Unterschicht ihre Freiheit verliert tun sie es auch bestes beispiel Konto Daten…

95 aifran 27. November 2009 um 12:41

…die frei entscheidenden gut abgerichteten “Hündchen” wissen immer was zu tun ist um Herrchen/Frauchen Freude zu bereiten …. hol das Stöckchen …. rasch rasch (kriegst auch ein so ab und an ein “Hundekeks” extra – Stöckchenholen braucht Kraft, Elan und Schwung ….)

http://www.myvideo.at/watch/901873

96 HAM 27. November 2009 um 13:00

@Nanuk
und du willst nicht begreifen das sie das nicht können ohne den Ast abzusägen auf dem sie sitzen…

Irgendwann werden sie sowieso von DIESEM Ast runter müssen.

Die glauben ja noch, dass sie von Schwarz-Gelb gerettet werden.

Wie war der Spruch mit den dümmsten Kälbern?

So wie die Arbeitskraftbesitzer glaubten, dass Arbeiterverarscher von der Spezial-Partei für ihren Wohlstand sorgen.

97 aifran 27. November 2009 um 13:04

Sozialpartnerschaft? … wozu – ist doch jeder seines Glückes Schmied … möge der Bessere äääh Stärkere/Mächtigere gewinnen. Die unsichtbare Hand des Marktes hat ein Auge darauf … und obendrein ein klein wenig Titti … und extraviel -tainment für die hinten nachtorkler …..
Hols Stöckchen – guck Millionenshow im TV und werde Millionär – Reicher als Reich mit Rubbellos und Eurolotto

98 Nanuk 27. November 2009 um 13:13

@aifran
Es ging in der Sozialen Marktwirtschaft mal darum die Klassengesellschaft aufzulösen… und da ist es sehr hilfreich wenn weite Teile der Bevölkerung kapieren das sie in einer Klassengesellschaft leben… über die Wege läst sich streiten…

99 HAM 27. November 2009 um 13:17

Wie schon der Josef G., der „Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“, ein Ex-Sozialist, den Volkscharakter beschrieb:

„Die Deutschen verstehen es vielleicht nicht, zu leben, aber sterben können sie großartig!“

100 HAM 27. November 2009 um 13:28

Zur Lebenskunst gehört eben auch, rechtzeitig den Absprung zu schaffen.

Gilt für den „Ast“ genauso wie für die „Titanic“.

NEVER STAY ON A SINKING SHIP!

101 aifran 27. November 2009 um 13:30

Nanunk 98
… die eine Million Euro Frage – wer sagt es ihnen, wem glauben sie – bei all ihrer angelernter “Expertengläubgkeit” – bei all den Sonntagspredigern die von der Gier des einzelnen plappern (die Gierigen warn´s – nicht das System)

Frodos Weg ist ein schwieriger …. das “Meinungsmanagement” mächtig – der “tipping Point” noch weit

102 Nanuk 27. November 2009 um 13:30

@HAM
Wo willste denn hin?Meinst du die Schweiz ist die Insel der Seeligen…

103 HAM 27. November 2009 um 13:33

Nicht eine Insel der Seligen, aber der Wohlhabenden.

104 HAM 27. November 2009 um 13:36

Und etwas Besseres als HartzIV findet man vielerorts auf dieser Welt.

105 aifran 27. November 2009 um 13:37

… die Schweizer mögen es mir verzeihen – die Schweiz ist/war ein Neutrale Ort auf den sich die Piraten einigten dort ihre “Schätze” trotz aller sonstiger “Streitereien” sicher zu verwahren.

Ein Neutraler Dienstleister …… die “Beutezugskriege tobten/toben an Orten

106 froZ 27. November 2009 um 13:38

@ Peter Lehmann #70

Ja, der Egon Kreutzer in dem Link hat in der Tat auf ein bizarres Mißverhältnis hingewiesen: Der Staat ist bereit, 3,5 Mrd. € an Subventionen zu geben, um 15.000 Opel-Arbeitsplätze (vorläufig) zu retten. Gleichzeitig sollen in Sachsen 18.000 Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst abgebaut werden, in Brandenburg laut rot-rotem Koalitionsvertrag bis zu 10.000. (Dafür kriegt die Linke dort jetzt jährlich 40 Mio. € Spielgeld, um in einem ÖBS prekäre Beschäftigung zu organisieren.)

107 Nanuk 27. November 2009 um 13:38

@Ham
Das wird dir nix bringen wenn rings um Armut herrscht sie werden kommen Bomben Legen und dann ist auch deine Freiheit dahin… In Massen werden sie in Wohlstandsoase flüchten und angst und Schrecken verbreiten… Es gibt keine Mauer die Homo Saphiens aufhält…

108 HAM 27. November 2009 um 13:41

Not macht (manchmal) erfinderisch.

109 Nanuk 27. November 2009 um 13:42

“Das Geheimniß jeder Macht besteht darin: zu wissen, daß Andere noch feiger sind, als wir.”
Ludwig Börne

110 HAM 27. November 2009 um 13:45

Wer weiss, vielleicht stehen die Massen in 20 Jahren für Visa nach China an.

111 aifran 27. November 2009 um 13:51

… der “Kristallpalst” wankt … Doppeltplusgut Großdenk Peterle (Sloterdijk) schlottert bereits vor angst und schreit nach de “Ko-Immunisierung

… gab es nicht in den 70iger 80iger Jahren einen sehr guten BBC Fernsehfilm in dem geschildert wurde wie plötzlich Hunderttausende Afrikanische “Hungerleider” mit ihren “Booten”an den Küsten Europas auftauchten um ins Land in dem Milch und Honig fließen einzudringen …….

112 Frankie Bernankie 27. November 2009 um 13:55

@guang_halu #78 und wgnx #61

Danke für die Aufklärung; irgendwie spür ich ja , dass es so läuft, aber man glaubt es halt nicht; ich bin ja Betriebswirt, also jemand mit schlichten Gemüt, der immer noch an das Gute in der Bilanz glaubt…

Wie schon John Kenneth Galbraith sagte:

“Der Prozess, mit dem Banken Geld schöpfen, ist so einfach, dass sich der Verstand dagegen wehrt.”

Passend, was dazu der Fricke im ftd-Wirtschaftswunder schreibt :

“Seit 1970 hat sich der Anteil des Finanzsektors an der nominellen Wertschöpfung der US-Wirtschaft von vier auf acht Prozent verdoppelt, ebenso wie der Anteil der Gehälter – bei, Achtung, fast unverändertem Anteil Beschäftigter, wie Ökonomen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft herausfanden. Ein Wunder. Können Bankangestellte wirklich derart dramatisch an Produktivität gewonnen haben?”

Wobei, wenn man Produktivität definiert als das Verhältnis zwischen Input und Output, dann stimmt das wahrscheinlich schon, dass die Bankangestellten deutlich produktiver geworden sind. Nur womit?
Indem sie einen immer grösseren Teil der Zukunft mit Schuldverschreibungen und Zahlungsversprechen belegen.
Und daraus ihre Tantiemen für die Gegenwart destillieren.

Bande. Deshalb:

Entreisst den Raubbänkern endlich die Kontrolle über die Liquidität!

Liquidität ist ein öffentliches Gut und zu schade, als es von Bankstern für ihre spinnerten Geschäfte zugrundegerichtet wird!

Für die Errichtung der 4. Säule der staatlichen Gewalt!

Für die Errichtung einer Liquidative!

113 guang_hualu 27. November 2009 um 13:58

#98 Nanuk
“Es ging in der Sozialen Marktwirtschaft mal darum die Klassengesellschaft aufzulösen…”

Wirklich? Wann war das? Oder meinst Du die Propaganda nach WWII zur Wiedereinführung des Kapitalismus in Westdeutschland?

114 Peter Lehmann 27. November 2009 um 14:00

Es ist natürlich nicht so, dass eine Lösung nur praktikabel und sinnvoll sein muss, um sofort als Problembekämpfungsvorschlag akzeptiert zu werden. Es werden Mehrheiten benötigt. Und Mehrheiten in der Politik setzen entsprechenden “mindshare” in der Öffentlichkeit sowie in der Wissenschaft voraus. Davon sind wir weit entfernt. Und wenn man sich die radikalen Beschlüsse anschaut, die der US-Senat im Jahr 1930 gefasst hat (mit denen sich der damalige US-Senat, um es in Termini des heutigen politischen Koordinatensystems zu formulieren, links von den Positionen der heutigen deutschen Linkspartei verortet hat), dann ist klar, wie weit der Weg und wie langwierig die Lernprozesse sind, die “wir” noch zu bewältigen haben. (Übrigens sind diese Beschlüsse in den USA damals nicht umgesetzt worden. Diese Tatsache kann man natürlich marxistisch oder vollgeldtheoretisch interpretieren und damit den Termin möglicher Fortschritte auf den Sankt-Nimmerleinstag oder aufs Datum der laut HAM nur ca. alle 100 Jahre auf der Tagesordnung stehenden Revolution verschieben. Hilfreicher wäre vermutlich, wenn wir uns fragten, warum Dinge, die in der Vergangenheit schon am Rand der Umsetzung standen, heute undenkbar scheinen.)

@Luhmänner: Ein verehrter akademischer Lehrer schlug mir einst ein Luhmann-basiertes Arbeitsthema vor. Er dann so: “Und daraus lässt sich auch ein Promotionsthema entwickeln. Und ein Habilitationsthema.” Ich habe auf die Luhmann-gestützte akademische Karriere verzichtet, weil die Systemtheorie heute ein automatisierter Diskurs ist, der auf Leistungsansprüche lediglich mit wortreichem Schulterzucken reagiert. Ihr Hauptanwendungsgebiet ist de facto das Ausfiltern “unterkomplexer” Ansätze. Diese Funktion bedient aber bereits der Falsifikationismus. Und als literarische Reinterpretationsmaschine und Wiederaufbereitungsanlage ist Luhmanns Werk nicht mehr überbietbar. Wer eine Bauanleitung für Echokammern sucht, wird bei ihm fündig. Zweifellos ist dies auch eine Form der Widerspiegelung von Wirklichkeit, aber der Vorwurf an den Theorie-Narziss lautet schliesslich nicht, dass er sich weigere, sich selbst ins Gesicht zu schauen. Teile von Luhmanns Rekonstruktion der Ideengeschichte als Hypertext sind ausserdem einfach unzutreffend. Er hat einige Links gesetzt, hinter denen sich bloss eine 404-Seite verbirgt.

@Frankie: Verstehst Du jetzt, dass eine Liquidative gar nicht erst errichtet werden müsste?
@Cylo: Deutschland ist hier überhaupt nicht die relevante Bezugsgrösse. Wir haben europäisches Geld.

115 Nanuk 27. November 2009 um 14:02

@guang_hualu
Das war mal so gedacht.Selbst wenn es nur Propaganda war die verselbständigt sich ja des öfteren… Die Geister die ich rief hier sind sie…
http://www.youtube.com/watch?v=7rZbvi6Tj6E :)

116 unwissender 27. November 2009 um 14:09

WÄREN SIE NUR IN DER SCHWEIZ GEBLIEBEN ! ;-)

Neues aus der Rubrik “Glamour” bei ftalphaville! :-)

http://ftalphaville.ft.com/blog/2009/11/26/85506/im-a-celebrity-get-me-out-of-dubai/

117 HAM 27. November 2009 um 14:11

Spannende Fragen:

Wie kam es, dass sich Deutschland vom „Modell Deutschland“ verabschiedete?

War es der Preis für die „Wiedervereinigung“?

118 unwissender 27. November 2009 um 14:15

Außerdem sind die Schweizer Berge viel schöner als der

Burj Dubai tower ! :-(

http://www.youtube.com/watch?v=8eU5QpFZAfo

119 guang_hualu 27. November 2009 um 14:23

@Frankie Bernankie

“Für die Errichtung der 4. Säule der staatlichen Gewalt!”

So etwas fällt doch nicht vom Himmel. Nun gut, fordern und wünschen kann man sich ja alles….Sorry, für die Ironie ;)

120 keiner 27. November 2009 um 14:23

Kinder, was IHR braucht ist eine Shoutbox oder einen Chatroom. Hier lässt sich doch kein Gedanke mehr weiterverfolgen…

121 HAM 27. November 2009 um 14:28

@keiner
Hier lässt sich doch kein Gedanke mehr weiterverfolgen…

Warum?

Auswandern ist doch eine Möglichkeit, individuell den Staatsschulden zu entkommen.

122 guang_hualu 27. November 2009 um 14:28

@Nanuk

Soziale Markwirtschaft?

“Das war mal so gedacht.”

Von wem? Von den Amis die Nazi-Deutschland erobert hatten? Wollten die Deutschland nicht eher zu einem Agrarland machen, das nie wieder in der Lage wäre einen Krieg zu führen? Oder meinst die Puppen, welche die Amis einsetzten um Deutschland neu zu organisieren? Adenauer? Tracy Chapman war glaublich nicht dabei.

123 Nanuk 27. November 2009 um 14:31

@guang_hualu
Siehste das eine gibt es nicht ohne das andere… :)

124 guang_hualu 27. November 2009 um 14:34

“Siehste das eine gibt es nicht ohne das andere…”

Adenauer geht nicht ohne Tracy? Oder Marktwirtschaft geht nicht ohne sozial? Versteh nicht… :o

125 aifran 27. November 2009 um 14:35

… das Modell Deutschland (Soziale Marktwirtschaft ohne Neoliberale Begriffsumdeutung) war wichtigster Bestandteil des “Ostwalls” im großen “Krieg” – - der Krieg ist vorbei – die zurückgehaltenen “Systemzwänge/mechanismen” (Kondratieff usw.) erledigen den Rest …

… naja der Totale Zusammenbruch des Gegner eröffnete für kurze Zeit neue “Märkte” aber auch diese waren auf “Sumpfigen” Boden gebaut – ab 2001, bereits mit nassen und schlammigen Socken zur weiteren Wirtschaftsankurbelung rasch noch Frieden und Demokratiebringer – Rohstoffsicherungsaktivitäten – (Krieg ist ja ein Pfui Wort) nachgeschoben … Versinken im Sumpf und Treibsand der “Zwangsjacke” Systemzwänge ….. Systemgläubiges gezappel der auf die ankunft der Ausserirdischen hoffenden – Neue Märkte auf dem Mars – wann wann???

126 Nanuk 27. November 2009 um 14:36

Adenauer geht nicht ohne Tracy…

127 guang_hualu 27. November 2009 um 14:42

@Nanuk

Habe ich gerade in Youtube gefunden. Ganz lustig…
http://www.youtube.com/watch?v=GhXZleZxOQ8

Freiheit durch Begrenzung. Daher müssen wir das soziale im System einschränken. Ist doch logisch. :)

128 HAM 27. November 2009 um 14:42

„Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. (…) Inhalt und Ziel (einer) sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“

Tracy oder CDU?

129 guang_hualu 27. November 2009 um 14:46

#128
Klingt so wie das Ahlener Programm der CDU… :)

130 froZ 27. November 2009 um 14:50

@ unwissender #116

Soso, englische Fußballer sind also stark in Dubai-Immobilien engagiert. Dann wundert mich freilich nichts. Those guys… don’t they always miss the target?

http://www.youtube.com/watch?v=t1eXnY7Mofg

131 Nanuk 27. November 2009 um 14:50

@guang_hualu
Freiheit durch Begrenzung

Genau die Politische und Persönliche Freiheit weg um Wirtschaftliche Freiheit zu schaffen…

132 guang_hualu 27. November 2009 um 14:53

@HAM

In Westdeutschland hat man nach dem Krieg wieder die Wölfe zu den Hütern der Schafe gemacht. Denn den Schafen hat man diesen Job nicht zugetraut. Damals war es ein wichtiges Ziel eine effektive Blockade gegenüber den kommunistischen Osten aufzubauen.

133 guang_hualu 27. November 2009 um 14:55

@Nanuk #131

Genau. Und deshalb verstehen sich die Banker auch als die 4. Säule der Macht im Staat. Denn Freiheit geht nur, wenn Du viel, viel Geld hast…

134 Nanuk 27. November 2009 um 14:57

Und deshalb verstehen sich die Banker auch als die 4. Säule der Macht im Staat. Denn Freiheit geht nur, wenn Du viel, viel Geld hast…

Ja genau so ist es!Nur das es das versprechen gibt das allen zu ermöglichen! Wird es nicht erfüllt Tracy wartet!

135 HAM 27. November 2009 um 15:17

@guang_hualu #132
In Westdeutschland hat man nach dem Krieg wieder die Wölfe zu den Hütern der Schafe gemacht.

Die Schafe scheinen dies anders zu sehen.
Denn sie sind es, die sich ihre Hüter wählen.

136 aifran 27. November 2009 um 15:23

… haben wohl noch nie was von “Kreidefressenden Wölfen” gehört … denken wohl Märchen sind immer Märchen

137 keiner 27. November 2009 um 15:24

@HAM
Warum?
Auswandern ist doch eine Möglichkeit, individuell den Staatsschulden zu entkommen.

Wandert man damit nicht in die nächsten Schulden ein? Und in das nächste Sozialsystem, mit allen Vor- und Nachteilen?

Nenn’ mir mal deine Top 5 der Auswanderungsländer, ich bin gespannt wie ein Flitzebogen!

138 HAM 27. November 2009 um 15:26

Sie sitzen zu viel vor der Glotze.

Wenn sie ihren Kindern Märchen vorlesen würden, dann hätten sie die Chance, Zusammenhänge besser zu verstehen.

139 Frankie Bernankie 27. November 2009 um 15:26

@guang_halu #119

“Für die Errichtung der 4. Säule der staatlichen Gewalt!”So etwas fällt doch nicht vom Himmel. Nun gut, fordern und wünschen kann man sich ja alles….”

Natürlich fällt sowas nicht vom Himmel , das weiss ich auch.
Deshalb habe ich ja auch einen Brief an die Fr. Merkel geschrieben, dass sie das gefälligst einführen soll, meinetwegen auch mit vorheriger Abstimmung im Bundestag, da hätte ich jetzt auch nichts dagegen.

Bei Bedarf stünde ich auch beratenderweise zur Verfügung (stundenweise ).

Mal sehen.

140 Morph 27. November 2009 um 15:34

@peter lehmann #114 (wg. Luhman)

“Ihr Hauptanwendungsgebiet ist de facto das Ausfiltern “unterkomplexer” Ansätze.” – Denke ich auch.

“Diese Funktion bedient aber bereits der Falsifikationismus.” – Denke ich nicht. Selbst in den Experimentalwissenschaften, in denen der Falsifikationismus einigermaßen gut anwendbar ist, ist er etwas grobschlächtig und trifft nicht wirklich die Praxis der Paradigmenentwicklung, und im Bereich der Sozialwissenschaften gibt es einfach nicht die Art starker empirischer Gegenevidenzen gegen eine theoretische Perspektive. Da ist die Luhmansche Distanzierungstechnik von normativen Vorgaben der Perspektivierung schon sehr erhellend und nützlich, finde ich.

“Und als literarische Reinterpretationsmaschine und Wiederaufbereitungsanlage ist Luhmanns Werk nicht mehr überbietbar.” – was angesichts der Vorstellung, dass Philosophie ohnehin ein einziges Reinterpretationssunternehmen ist (Whitehead: abendländische Philosophie als ‘Fußnoten zu Platon’), ein überaus großes Lob wäre (wenn es denn zuträfe, ich bin da skeptisch, auch wenn ich Luhmann für einen ganz eminenten Autor halte).

M.E. ist ein Denker dann gerechtfertigt, wenn er polarisiert. Und das tut Luhmann offenbar (immer noch). Bloß falsche Theorie ist einfach uninteressant und provoziert keine Stellungnahmen. Wer sich von einer Theorie kritisch provoziert fühlt, sollte sich m.E. fragen, was ihm an ihr so nahe geht, dass er es nicht einfach so stehen lassen kann. Meistens sind das epistemologisch ‘wunde’ Punkte, die sich weder einfach beschreiben, noch einfach (er)klären lassen. Auf die hinreichend schmerzhaft zu tippen ist schon eine beachtliche Leistung von Theorie.

Ansonsten: Das Phänomen, dass auf der Basis von Theorie-Jargons akademisch Karriere gemacht wird, ist universell, Heideggerei, Frankfurter Schule, strukturale Semiotik, Marxismus, Dekonstruktion, Foucault’sche Diskursanalyse, Gender, Medientheorie, Cultural Studies, Actor-Network-Theory usw. usf. Da ist der Luhmansche Jargon keine Ausnahme. Allerdings helfen Luhmann’sche Begriffe, genau das zu verstehen und als normalen Effekt der Ausdifferenzierung von Fachdisziplinen zu begreifen. Aus der Perspektive der Person, die aus einem Sachinteresse sich für Forschung interessiert, ist das ärgerlich und abstoßend, aber im Ganzen ist es nicht zu ändern. Man kann nur selbstkritisch versuchen, einigermaßen Abstand zu halten.

141 keiner 27. November 2009 um 15:37

@HAM

Awas. Eigentlich hab ich die erste “Auswanderung” schon hinter mir. Aber man lernt ja nie aus (Kopf kratz). Also nu, Butter bei die Fische: Wohin soll man auswandern? Georgien? China? Indien? Brasilien? Wat nu?

142 guang_hualu 27. November 2009 um 15:38

@HAM

“Die Schafe scheinen dies anders zu sehen.
Denn sie sind es, die sich ihre Hüter wählen.”

Meinst Du die letzte Bundestagswahl???

@Frankie Bernankie

Na, dann Toi, toi, toi…

143 aifran 27. November 2009 um 15:51

Auswandern … dorthin vielleicht

http://www.youtube.com/watch?v=WLynM-GI_Mk&feature=player_embedded

… das schöne “erträumte Exil” mit Hauschen unter Bäumen, zusammen mit der Liebsten ist hier leider “abgeschnitten” (war es übrigen auch in der US Kinoversion)

144 aifran 27. November 2009 um 15:56

… ach da ist es ja das erträumte Happy End

http://www.youtube.com/watch?v=6RCvs3cA6PU&feature=related

145 HAM 27. November 2009 um 15:58

@keiner #141
Wohin soll man auswandern?

Dass hängt doch von individuellen Voraussetzungen und Prioritäten ab.

Mit 1000 € Rente kann in der Schweiz niemand leben, in anderen Ländern schon.

Gibt es eigentlich schon „Auswanderungsberater“?

Auswanderersendungen sind doch heute jeden Tag beim deutschen Privatfernsehen im Programm.

Schau einfach in die Statistiken, welche Gruppen aus Deutschland in welche Länder auswandern und welche Gruppen nach Deutschland aus welchen Ländern einwandern.
Und auch die Rückkehrer.

Die Abstimmung mit den Füßen ist immer sehr interessant.

146 aifran 27. November 2009 um 15:59

sorry – wieder mal nicht genau hingeguckt … alles da alles dran und dringewesen – sorry

147 Goldkind 27. November 2009 um 16:00

@ WGN
habe noch nicht alles gelesen, aber…es kann doch gar nicht sein, dass sich eine ganze Republik so verarschen lässt.. oder doch???

148 keiner 27. November 2009 um 16:05

@Goldkind

…es ist wohl alles viel schlimmer, die ganze Welt auSSer Goldman&$achs is nackt.

149 topi 27. November 2009 um 16:07

Das ist ja Goldig!

;–)

150 HAM 27. November 2009 um 16:08

P.S.

Frauen haben übrigens meist eine doppelte Chance:
a) Job
b) Heirat

151 Dietmar Tischer 27. November 2009 um 16:10
152 froZ 27. November 2009 um 16:11

Wohin auswandern? Hier, der ultimative Fluchtpunkt für alle Eskapisten:

http://www.youtube.com/watch?v=8w5-Do03ROw&feature=related

153 holger 27. November 2009 um 16:17

@ HAM

–>Frauen haben übrigens meist eine doppelte Chance:
a) Job
b) Heirat”

das kleine Zeh fehlt

c) Scheidung ohne Ehe Vertrag :D oder mit, oder heirate einen Jopie H.

154 Nanuk 27. November 2009 um 16:58

Bender ein Katholik geht ein Protestant kommt… merkt ihr noch was?
Ihr Anhänger der Katholischen Soziallehre?

155 joergtokyo 27. November 2009 um 17:09

und in Amiland werden die Kurse schon wieder perfekt nach oben manipuliert. Ich wette der Doofe Jonas steht Mitte 2010 auf Alltime High als wäre der Wilde Westen die beste aller Konjunkturwelten.

cheers

Jörg

156 HAM 27. November 2009 um 17:10

Grundsätzlich meine ich, dass „grenzüberschreitende Mobilität“ auf Seiten der „Arbeitskraftunternehmer“ immer wichtiger und immer mehr zur Normalität wird.

Und was interessiert dann die Staatsverschuldung?

Viel wichtiger ist, dass sich die „Arbeitskraftunternehmer“ nicht selbst verschulden, um sich nicht die Chance zu „grenzüberschreitenden Mobilität“ zu nehmen.
Das Gleiche gilt für viele KM-Unternehmer.

157 keiner 27. November 2009 um 17:12

@ HAM

GENAU SO mach ich das, schon seit Jahren… Alleine mir gehen die Ziele aus. Doch ein Häuschen am breiten Sandstrand? Da ist dann wieder keine Schule… Na, dann in ein paar Jahren…

158 keiner 27. November 2009 um 17:13

PS: Was sind KM-Unternehmer?

159 HAM 27. November 2009 um 17:17

@
Die Unternehmer von KMUs.

160 salokin 27. November 2009 um 17:19

Gut, hätten wir geklärt, wie sich die lächerlichen 14 Milliarden € an Krediten auf verschiedene Banken aufteilen. Was ist mit den lächerlich anmutenden >1 Billiönchen an Anleihen? Wieviel % der “deutschen” Banken, die etwa 25% der Anleihen (250 Milliarden €, fast das 20-fache des Kreditvolumens) gehören denn da wiederum dem Ausland?

161 unwissender 27. November 2009 um 17:23

@Nanuk

“Ihr Anhänger der Katholischen Soziallehre?”

Dubai! Religion!
In diesem Zusammenhang fällt mir noch das hier ein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Turmbau_zu_Babel

Hatten die damals auch schon Finanzierungsprobleme?

Und bestehen Zusammenhänge? ;-)

http://www.faz.net/s/RubC9401175958F4DE28E143E68888825F6/Doc~E799653238C8F4A26AA7D2544350A9D9F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

http://mises.org/journals/scholar/Thornton4.pdf

162 HAM 27. November 2009 um 17:44

OT

Dr. Kristina Köhler, CDU

„Fachpolitikerin für Islam, Integration und Extremismus“
http://www.kristina-koehler.de/zur-person/lebenslauf/

wird neue Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Ist ja auch Fachfrau dafür.

163 topi 27. November 2009 um 17:54

Dann muss ja die Uschi Arbeitsministerin geworden sein.

Nachdem sie die FDP nicht in die Gesundheit gelassen hat, ein guter Schritt, sich wieder mehr der Familie zu widmen. :roll:

164 Pacifist 27. November 2009 um 18:37

@HAM #159
>Grundsätzlich meine ich, dass „grenzüberschreitende Mobilität“
>auf Seiten der „Arbeitskraftunternehmer“ immer wichtiger und
>immer mehr zur Normalität wird.
Das gerade du den Wanderarbeiter zum (positiven) Zukunftsbild machen würdest, hätte ich nicht gedacht. Aber manchmal macht es ohnehin den Eindruck, als posteten und deinem Nick unterschiedliche Personen.

Dieser Ansatz blendet eine Menge Dinge aus, u.a.:
- Das gewachsene soziale Umfeld ist ein “geldwerter Vorteil” den in aller Regel kein Beschäftigungsverhältnis ausgleicht. Viele schaffen es, dies ein, bis zweimal im Leben einigermaßen neu zu erwerben, aber dies ist eben keine beliebig herstellbare/vermehrbare “Ware”.
- Die Kehrseite des kurzfristigen Vorteils der jungen, agilen, ungebundenen Wanderarbeiter, die dem “Ruf des Marktes” folgen, sind zumeist die zurückbleibenden Alten, Kranken, immobile Familien und (aus Sicht des Marktes) sonstigen Nutzlosen, die sozial gesehen die Zeche zahlen.

Und wieviel Prozent der hochmobilen Arbeitsnomaden haben am Ende selbst soviel “Gewinn” (Vermögen, Rentenansprüche usw.) erwirtschaftet, um sich später von der Arbeit der nachfolgenden Generation auskömmlich ernähren lassen zu dürfen.

Sowas ist ein Lebensmodell wie es der klassische sozialdarwinistisch orientrierte Liberalismus der Klasse der “Arbeitskraftverkäufer” als virtuelle Karotte vorhalten mag, aber jenseits der “herrschenden Klassen” sollte darauf niemand mit eingermaßen analytischem Denkvermögen auf diese Propaganda des zivilisatorischen Rückschritts hereinfallen.

Aber vielleicht habe ich dich ja auch nur missverstanden ;-)

165 froZ 27. November 2009 um 18:49

Das transnationale Arbeitskraft-Nomadentum und seine Kehrseite, Beispiel Moldawien:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1124/seite3/0001/index.html

Die Lektüre des Artikels sei auch allen Fans der “Weltgesellschaft” empfohlen.

166 Wat. 27. November 2009 um 20:05

@ Pacifist

Ich denke, es ist wichtig ‘heraus zu bekommen’ aus welchen Blickwinkel, von welchem Standpunkt aus (positive) Zukunftsvisionen gesehen, erwünscht, hergeleitet werden.

Es wurde hier im Blog schon viel über ‘Bewußtsein’ gesprochen, nennen wir es, verkürzt, aber der Einfachheit wegen mal ‘persönliche Erfahrung’. Erfahrungen, die sich aus Gehörten, Erlesenem, Erstudiertem und Erlebtem ergeben.

Der Unterschied kann gewaltig sein, schon zwischen den ‘eingebildeten’ und ‘tatsächlichen Ausgangspunkten’ und dann noch einmal zu den ‘historisch überlieferten’. (Mag ich nicht näher ‘klassifizieren’ müssen)

Ob jemand Bürgerlicher Freiheit ‘nachtrauert’ oder endlich frei (ausschließlich der Höflichkeit) leben können möchte. (Vorläufige Realisierbarkeit einmal dahingestellt).
Und ob evtl. das ‘Reicht auf Gleichwertigkeit’ der ‘Gleichmacherei’ identisch gesetzt wird.
Ich kann auf einen produktiven Arbeiter nicht abwertend reagieren und trotzdem dessen ‘Grenzen’ im ‘Freiheitswillen’ und seiner ‘Intellektualität’ verachten – dh. ich kann das nicht, aber so etwas soll es (auch) geben…
Und wenn dann wirklich niemand da ist, der ‘für mich’ etwas ‘richtet’, dann scheint es eben besser, gesünder und weniger anstrengend zu gehen.

167 Pique 27. November 2009 um 20:19

DubaiWorld

es wird wieder interessant, das Schattenbankensystem via CDS wird wieder einiges ans Tageslicht zerren…. ;-) Part 2 of the Rocky Horror Picture Show

168 lemming 27. November 2009 um 22:50

@Morph
Da habe ich mich gestern noch gefragt, ob meine übermütig-kryptische Sentenz “die second order der second order sei wieder die first order” irgendwie beispielhaft deutlich zu machen wäre, und dann lieferst du das Beispiel selber:
Da ist der Luhmansche Jargon keine Ausnahme. Allerdings helfen Luhmann’sche Begriffe, genau das zu verstehen und als normalen Effekt der Ausdifferenzierung von Fachdisziplinen zu begreifen.
Jaja: die Jargons, die die jeweils anderen Jargons erklären – so meinte ich das. Und die “Ausdifferenzierung” steht natürlich in einem ebenso unmittelbaren wie unklaren Verhältnis zur “Komplexität” und deren “Reduktion”, die bedingen sich, d.h. wer das eine akzeptiert, der schluckt auch das andere. Besser wäre, schon den ersten Schritt nicht mitzugehen.
Kannst du mir dazu was sagen?

169 HAM 28. November 2009 um 00:00

@Pacifist #164
Das gerade du den Wanderarbeiter zum (positiven) Zukunftsbild machen würdest, hätte ich nicht gedacht.

Das ist eine nicht zutreffende Interpretation.

Für mich ist das eine vorgefundene Realität. Was meine eigene Biographie betrifft, so kenne ich es nicht anders.

Nach dem Abitur habe ich meinen Geburtsort verlassen, bin nie zurückgekehrt. Studium an mehreren Orten, Jobs an mehreren Orten. Schichtdienst, Nachtdienst, Wochenenddienst, dies alles kenne ich. Auch Pendeln über lange Distanzen.

Der entscheidende Unterschied zu heute: Ich hatte Wahlmöglichkeiten und habe das für mich so frei gewählt. Mich hat niemand dazu gezwungen.

Wenn mir ein Arbeitsplatz nicht passte, habe ich gekündigt. Es waren alles unbefristete Arbeitsverträge. Niemand hat mir gekündigt.

Übrigens: Ich war auch sehr lange Zeit selbständig.

Freunde von mir haben einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen. Einer ist beispielsweise Lehrer geworden, arbeitet seit über 30 Jahren an derselben Schule und lebt in demselben Haus. Und wird auch dort bleiben.

Früher konnte meine Generation noch ihr Leben weitgehend nach ihren Bedürfnissen gestalten.

Wenn es nach mir ginge, wäre es auch heute noch so.

Heute leidet der eine darunter, dass er an seinem Arbeitsplatz gefesselt ist, obwohl er diesen hasst. Ein anderer möchte seinen Ort und sein soziales Umfeld nicht verlassen, aber er muss es, weil er vor der Alternative steht, entweder Hartz IV oder einen Job weit weg.

Mein Vater hatte so gut wie nie Wahlmöglichkeiten. Nach Abschluss seiner Lehre war er arbeitslos. Die große Arbeitslosigkeit. Während des Faschismus kam er zwangsweise zum Militär. Häufiger Standortwechsel. Dann der Krieg: Ostfront – Westfront. Danach Kriegsgefangenschaft. Anschließend stand er vor dem beruflichen Nichts. Heimatvertrieben, arm wie eine Kirchmaus. Aber glücklich darüber, dass seine Frau überlebt hatte.

Wann kapiert endlich diese Gesellschaft, dass die guten Zeiten vorbei sind?
Dass heute der „Terror der Ökonomie“ herrscht?

Das gewachsene soziale Umfeld ist ein “geldwerter Vorteil” den in aller Regel kein Beschäftigungsverhältnis ausgleicht. Viele schaffen es, dies ein, bis zweimal im Leben einigermaßen neu zu erwerben, aber dies ist eben keine beliebig herstellbare/vermehrbare “Ware”.

Pacifist, was willst Du damit mitteilen?

Lieber „HartzIV“ als „Wanderarbeiter“?

Wer heute versucht, sich bei HartzIV einzurichten, muss damit rechnen, da niemals mehr herauszukommen. Bis zum Lebensende.

Sorry, das ist die Realität.

170 topi 28. November 2009 um 00:12

Realität, sicher.

Allerdings: Gottgegeben? Natürliche Ordnung?

Oder durch menschliches Handeln, also auch veränderbar?

Bayern, jahrzehntelang am Tropf des Finanzausgleichs, scheint mir ein ganz gutes Beispiel zu sein.

171 HAM 28. November 2009 um 00:20

@topi #164
Allerdings: Gottgegeben? Natürliche Ordnung?

Selbstverständlich NICHT.

Oder durch menschliches Handeln, also auch veränderbar?

Theoretisch schon, aber wie praktisch?

172 Morph 28. November 2009 um 00:24

@lemming

“Besser wäre, schon den ersten Schritt nicht mitzugehen.”

Ja, besser für die eigene intellektuelle Integrität. Besser angesichts der Gefahr, nicht mehr selber zu sprechen, sondern von Jargons gesprochen zu werden. Um das sagen zu können, was man aus eigener Erfahrung heraus sagen möchte (habe ich gerade ‘Erfahrung’ gesagt? ;-) ). Andererseits bleibt man dann im eigenen Kämmerlein, ohne Anschluss an Zusammenhänge, die den eigenen mikrosozialen Horizont übergreifen, es sei denn, man ist ein verdammtes Genie und das, was Foucault vom Autor verlangt, nämlich ein wirklicher Diskursbegründer zu sein (mit der teuflischen Strafe, dass das dann wieder zu einem Jargon nivelliert wird).

- Hm. Ich weiß nicht. Es ist so ein bisschen wie mit der Wirtschaft. Eine Subsistenzwirtschaft, die für alle Beteiligten transparent ist, in der jeder nach seinen Fähigkeiten zur Produktion beiträgt und in der jeder nach seinen Bedürfnissen vom Produkt abbekommt, ist eine schöne Idee, aber for the time being nicht realisierbar, genauso wenig wie eine Wissenschaft, die diesen Namen verdienen würde. Man wurstelt sich durch. Das zu leugnen, ist für mich ebenso verlogen wie die pathetische Klage dagegen, so als gäbe es eine auf der Hand liegende Alternative. Es geht um situative Plausibilitäten, denke ich. Was z.B. für mich heißt, dass ich gerade in dem, was landläufig unter Wissenschaft verstanden wird, mir einen Ort zu schaffe versuche (denn es gibt Themen, die mich ernsthaft interessieren und für die es praktisch kaum einen anderen Auseinandersetzungsort als den der institutionalisierten Wissenschaft gibt – mein Thema ist, grob gesagt, die ästhetische Form des Subjekts, die Frage, wie individuelle und kollektive Freiheit und Handlungsmacht in Künsten und Medien erscheint -), und das bedeutet für mich, zu versuchen, meine Überlegungen an laufende Diskurse anzuschließen, ohne naiv der neuesten Theoriesau nachzurennen, aber auch ohne naiv nur auf die eigene Privaterfahrung und ihre idiosynkratische Beschreibung zu vertrauen. Und in dem Zusammenhang ist die Perspektive der Metaperspektive (in mehrfacher Hinsicht) hoch plausibel (second oder ist immer auch first order, natürlich, anders kann es doch gar nicht gehen, und deshalb ist second order fakultativ und nicht obligatorisch, ganz klar, alles andere ist mythisch-mystischer Schmarrn).

- Aber ja, im Grunde wäre es besser, schon den ersten Schritt nicht zu gehen. Aber was ist, wenn man den ersten Schritt schon gegangen ist? “Das erste steht uns frei, beim zweiten sind wir Knechte”. Bzw. man kann natürlich im Spiel auch wieder auf Anfang gesetzt werden. Und dann stellen sich diese Fragen ganz anders und ganz neu.

173 topi 28. November 2009 um 00:34

Erstmal: Nicht verbreiten, dass es eben so ist. ;-)

Dann brauchts natürlich eine Abkehr vom Exportwahn.
Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Energieerzeugung beispielsweise, gibt es doch sehr gute Beispiele.

Man kann dann immer von ineffizienter Kapitalverwendung reden, aber hey: effizienter als Lehmann ist wohl alles. :roll:

Außerdem sollte man sich als Größter in einer Währungsunion ohnehin nicht zuweit von der Entwicklung der anderen abkoppeln, sonst fliegt das Ganze noch eher auseinander.

174 topi 28. November 2009 um 00:35

173 @ HAM 171

Gute Nacht!

175 Pacifist 28. November 2009 um 02:04

@HAM #169
>> Das gerade du den Wanderarbeiter zum (positiven)
>> Zukunftsbild machen würdest, hätte ich nicht gedacht.
> Das ist eine nicht zutreffende Interpretation.
Danke für die Klarstellung, deine weiteren Ausführungen haben diese Interpretation („grenzüberschreitenden Mobilität“ = bewahrenswerte (?!) Chance) allerdings nahegelegt.
Vgl.
>Viel wichtiger ist, dass sich die „Arbeitskraftunternehmer“ nicht
> selbst verschulden, um sich nicht die Chance zu
>„grenzüberschreitenden Mobilität“ zu nehmen.
> Das Gleiche gilt für viele KM-Unternehmer.

> Für mich ist das eine vorgefundene Realität.
Die ich aber bezogen auf das soziale Phänomen durchaus anders bewerten würde als im konkreten Einzelfall.
Im ersteren Fall führt diese Mobilität nämlich üblicherweise zu einem Sinken des Anteils am globalen “BIP” bei der Gruppe der abhängig Beschäftigten (und einer Übernahme eines Teils des unternehmerischen Risikos ohne jede Gegenleistung), im zweiten Fall kann es – je nach konkreter Situation und persönlichen Präferenzen – mitunter zu einer Verbesserung der eigenen Lebensumstände führen. (“Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.”)

>Der entscheidende Unterschied zu heute: Ich hatte
>Wahlmöglichkeiten und habe das für mich so frei gewählt.
>Mich hat niemand dazu gezwungen.
Wie du schon sagst: Hier besteht ein “Unterschied zu heute”.

> Wann kapiert endlich diese Gesellschaft, dass die guten
> Zeiten vorbei sind?
> Dass heute der „Terror der Ökonomie“ herrscht?
Pessimist: “Nie.”
Optimist: “Wenn es weh genug tut.”
Realist: “Wenn sie es denn kapiert, so zeigt die historische Erfahrung, dass die Chance für einen dadurch ausgelösten zivilisatorischen Fortschritt geringer sind, als für einen weiteren Rückfall. Aber immerhin kann ich dabei/bis dahin mein Quantum in die Waagschale werfen, so klein es auch sein mag.”

> Pacifist, was willst Du damit mitteilen?
Beispielsweise dass die multimediale Beschallung “Da ist doch Arbeit – prügelt die Arbeitslosen damit sie dorthin gehen!”, “Du bist frei, denn du kannst dir global deinen Arbeitsplatz suchen und musst dir von niemandem etwas gefallen lassen!” (speziell unter heutigen Bedingungen) nicht nur menschenverachtend ist, sondern als Verallgemeinerung auch extrem kurzsichtig.

Aber ich denke, da ist zwischen uns kein großer Dissens, oder?

> Lieber „HartzIV“ als „Wanderarbeiter“?
> Wer heute versucht, sich bei HartzIV einzurichten, muss damit
> rechnen, da niemals mehr herauszukommen. Bis zum
> Lebensende.
Stimmt. Aber was ist die Konsequenz: “Alles ist besser als HartzIV?” – “Egal wieviel Brotkrumen für mich tatsächlich abfallen und wer darunter zu leiden hat, ich spiele das Spiel mit und laufe der Karotte hinterher!” (Brotkrumen? Karotte? Sorry – schiefes Bild)

> Sorry, das ist die Realität.
„Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.“ (Zweimal Adorno in einem Posting – ich gelobe Besserung – aber es passt einfach.)

Ich habe oft genug erleben müssen, wie “vorauseilender Gehorsam” bzw. “Verinnerlichung der medialen TINA-Propaganda” und Entsolidarisierung das verbleibende Terrain noch viel schneller und umfassender preisgaben und zudem noch Chancen verschenkten, als es der Druck der Verhältnisse erzwingen hätte können.
Es mag kein richtiges Leben im Falschen geben, aber (durchaus bewertbare) Unterschiede bleiben doch.

Und auf die Propagandamärchen des “Neo-Retro-Liberallala-Libertär-Liberalismus” hereinzufallen ist etwas, wozu ich nicht beitragen (bzw. beigetragen sehen) möchte. (Daher das Beharren auf Klarheit in diesem Punkt. )

176 HAM 28. November 2009 um 11:15

@Pacifist

Das generelle Ziel muss aus meiner Sicht die Überwindung des Kapitalismus und der kapitalismustypischen Lohnarbeit sein.

Natürlich wird es auch in einer nach-kapitalistischen Gesellschaft „Lohnarbeit“ im Sinne von bezahlter Arbeit geben: Durch den technologischen Fortschritt wird die gesellschaftlich notwendige Arbeit auf ein Minimum reduziert sein (geschätzt: 10 – 20 Std./Woche)

Der Arbeitszwang entfällt, weil es für alle ein bedingungsloses Grundeinkommen geben wird. Natürlich werden dann dennoch mehr Menschen regelmäßig oder unregelmäßig einer bezahlten Arbeit nachgehen als heute, wo die faktische „Arbeitslosigkeit“ längst über 20% beträgt.

Wie hoch war in den 60-er Jahren – der Zeit der Vollbeschäftigung – der Anteil der „Arbeitsscheuen“? Meiner Schätzung nach dürfte die Zahl bei ca. 1% gelegen haben.

„Grenzüberschreitende Mobilität“ ist offensichtlich ein Bedürfnis vieler Menschen, was man gerade in der Urlaubszeit beobachten kann. Die Reisewellen haben Massenfluchtcharakter.

Deutschland sehe ich als „untergehendes Schiff“ an.

177 HAM 28. November 2009 um 11:36

@topi #173
Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Energieerzeugung beispielsweise, gibt es doch sehr gute Beispiele.

Weißt Du, wie lange das hier schon diskutiert wird?

Genossenschaften, Dezentrale Ökonomie, Alternativökonomie etc.?

Vor 40 Jahren gab es wieder eine Re-Aktualisierung dieser alten Ideen. Das eine oder andere Projekt aus dieser Zeit mag sogar überlebt haben. Die meisten sind jedoch eingegangen, nicht wenige wurden zu kapitalistischen Betrieben (Transformationsgesetz).

Was nicht dagegen spricht, solche Projekte nach wie vor zu versuchen. Da gibt es ganz vernünftige Ideen. Es gibt ja einige Kommunen, die in diese Richtung gehen (wollen). Aber diese Projekte haben mächtige Feinde. Und daran werden sie – leider – scheitern. Mehr als Sisyphos-Arbeit kommt nicht heraus. Aber vielleicht irre ich mich.

178 guang_hualu 28. November 2009 um 15:36

Off-Topic. Habe gerade im Internet von der Absetzung Brenders erfahren (ja, ich habe kein Fernseher, daher bekomme ich einige Nachrichten verspätet erst mit…).

Als ich das las, hatte ich spontan folgende Idee für einen Science Fiction Roman. Ein Land von Philosophen wird durch Stasi Generäle geführt. Während die Generäle ihre Ziele unverhohlen durchsetzen, rechtfertigen die Philosophen auf liebenswerte und originelle Weise das Verhalten der Generäle. Der Grossteil der Bevölkerung hingegen sei in dieser Geschichte von einer “Schlafkrankheit” befallen, die nur durch tägliches mehrstündiges Starren auf eine bunte und mit immerfort neuen Bildern bewegende Mattscheibe zeitweilig gelindert werden könne.

179 13 28. November 2009 um 16:43

guang_huala, das nennt man Pragmatismus.

Entstanden ist so ein deregulierter Hofstaat, in dem jeder gegen jeden um die Gunst des Herrschers antrat. Man konnte dabei zusehen, wie aus ein paar meist jungen und unerfahrenen, aber von verzehrendem Ehrgeiz getriebenen ….. blasierte Wirtschaftsbosse wurden, die ihre berufliche Unsicherheit hinter Arroganz und Groessenwahn verbargen und zugleich tunlichst darum bemueht waren, den Herrscher von schlechten Nachrichten fernzuhalten.

(von http://www.dubai-speed)

alles so menschlich, nicht, aber die Frage ist: Kann ich auf solche Steine (Novemberthema) wirklich bauen?

hier noch zur Linderung ein “Trostbild” für dich.

180 13 28. November 2009 um 16:51

und noch eins, denn zum Ausgleich geht Nicht-ganz-besenrein-Pleitier Middelhoff ins Pflegeheim.

http://www.cafe-future.net/gv/news/pages/protected/Marseille-Kliniken-Gescheiterter-Arcandor-Chef-Middelhoff-soll-Aufsichtsrat-werden_18960.html

Also, geht doch!

181 Andreas Kreuz 28. November 2009 um 17:06

@topi #170

Bayern, jahrzehntelang am Tropf des Finanzausgleichs, scheint mir ein ganz gutes Beispiel zu sein.

Dort ist fast genau so viel auf Sand gebaut, wie in Dubai.
Nur die Vegetation verdeckt es besser… ;-)

182 guang_hualu 28. November 2009 um 17:50

@13 #179

Ich hatte mich in meinen Posting auf D. bezogen. Nicht auf Dubai.

1) Zu D.
Aus meiner Sicht besteht in D. die Tendenz die Idee des Staates durch Regeln und Mechanismen zu perfektionieren, welche im ungünstigen Fall in Stasi Methoden umschlagen kann. Siehe z.B. auch den Fall Filbinger. Wurde im Justizwesen ein Bruch mit der NS Kultur durchgeführt? Oder hat man pragmatisch auf den alten Strukturen aufgebaut? Oder der Fall des Staatswesens. Aktuell die Absetzung Brender durch Koch. Und warum muss man GEZ Gebühren für die Benutzung von Computern bezahlen? In D. ist der Einfluss der Staates in die Privatsphäre der Bürger gross. Aber profitieren die Bürger davon?

2.) Zu Dubai. Mir ist nie klar geworden, wieso man eine Stadt in der Wüste baut. Es würde mich wirklich interessieren wieso. Dubai ist frei und unkontrolliert, aber das sind andere Städte auch. Die geopolitische Lage würde ich bei einem solchen Investement nicht ausser Auge lassen.

Ausser meiner Sicht ein sicheres Investement ist z.B. Singapur:
http://www.visitsingapore.com/publish/stbportal/de/home.html

183 holger 28. November 2009 um 18:08

Dabei wolle der Staat den Banken mit Mitteln des Deutschlandsfonds in großem Stil Risiken abnehmen und Forderungen im Umfang von zehn Milliarden Euro abkaufen. Das ermögliche den Banken nach Berechnungen von Fachleuten eine Kreditvergabe in einem Gesamtumfang von rund 100 Milliarden Euro.

Quelle: so stehts im Onlineformat der FAZ
unter dem Aufmacher : Merkel drängt Banken zu umfassender Kreditvergabe.

Na geht doch oder? Die Lichtbringerrin, versteht doch was von Hebeln. Physikstudium doch nicht vergebens, wenn Fachleute ihr das schon flüstern. F1 mal L1 = F2 mal L2

Daraus kann man auch ein Drehmoment errechnen, und nach fest kommt ab (alte Schlosser Regel) bloß die sind nicht unter den Fachleuten.

Mein Vorschlag liebe Göttin des Lichtes:

Nehme sie ganz viel Geld auf zu 1% Zins, soviel, dass jeder der 80 Millionen über 2 Millionen verfügen kann. Und verschenken sie das Geld an die Untertanen, die die 2 Millionen für 5% fest anlegen müssen. Dann holen sie das 1% Zins über die Steuer zurück, und bezahlen damit die Zinsen.

So sind wir alle ganz schnell saniert. Automatisch.

Meine Göttin, überlegen sie sich das bitte. Es geht.

184 holger 28. November 2009 um 18:08

sollte nicht alles fett

185 aifran 28. November 2009 um 18:29

… wer ist der Hüter und Verteiler der “Gutscheine”? – wer steht an der Rampe und sagt: … Du, Du, Du nicht, Du nicht, Du nicht, Du nicht, Du ……Nein Nein Nein Nein Nein Ja Nein Nein Nein Nein …….

186 holger 28. November 2009 um 18:40

@ aifran

jeder in D bekommt 2 Millionen und legt die feste an zu 5%. Da gibt es keine Verteilung.

Bei der Göttin, in der FAZ so geschrieben, handelt es sich um “Mediatoren”. Das ist vermutlich ein Mischling aus Schamane und Erdferkel.

187 holger 28. November 2009 um 18:48

hier hat man noch das Ton und Bilddokument in der Mediathek

http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/DE/Homepage/home.html

rechts oben, einfach anklicken. Grüner Elefant auf grüner Flagge erscheint dann. Quasi mit dem Hintergrund verschmolzen.

188 guang_hualu 28. November 2009 um 18:53

@holger

Interessant finde ich, wie die Kanzlerin die Hände hält. Ich dacht immer so etwas gäb es nur bei den Buddhisten?

http://www.tibet-tours.com/zjwh/ShowArticle.asp?ArticleID=2139

189 guang_hualu 28. November 2009 um 18:58

“jeder in D bekommt 2 Millionen und legt die feste an zu 5%. Da gibt es keine Verteilung.”

Das gab es schon mal in der Weimarer Republik.

190 guang_hualu 28. November 2009 um 18:59

noch mal zur Ergänzung zu #188

Ich glaube es ist die Dhyana Hand Geste…

191 aifran 28. November 2009 um 19:01

Holger 186

… Verteilung – es ist mir schon klar wie dein Vorschlag (Vision :-) ) gemeint war – (Verteilung an alle – ganz ohne Selektion)
… das Aktuelle System der “Gutscheinhüter” jedoch selektiert … überprüft das Gebiss, schaut nach dem Gesundheitszustand, prüft die Muskeln.

Ganz wie in den alten Zeiten als in Afrikas Häfen Menschliche Ware verfrachtet wurde. Verrotte “Ware” die in Meer geworfen werden musste war schließlich dem Gewinn abträglich …

192 holger 28. November 2009 um 19:02

@ guang_hualu

ganz extremer Energiefluß. Willensstärke… Meditation mit dem Telepromter… USB Anschluß für Anfänger.

193 holger 28. November 2009 um 19:05

@ guang 189

da waren aber auch andere Zustände. Da war ja noch Infla. angesagt.

194 13 28. November 2009 um 19:10

Gebt mir eine Parkbank…..äh….einen festen Punkt und ich hebe euch die ganze Welt an..

http://de.wikipedia.org/wiki/Archimedischer_Punkt

195 Michael 28. November 2009 um 19:10

@holger
warum erinnert mich das so an
http://www.youtube.com/watch?v=KX_ov86H4ZU&feature=related

:-) :-) :-)

196 13 28. November 2009 um 19:14

Realwirtschaft und Finanzindustrie im Scheidungsprozeß, jetzt brauchts “Kreditmediatoren”, das ist ja mal was..

Merkel:„Ich setze auf die Verantwortlichkeit aller, die unser Land nach vorne bringen wollen“

Noch weiter nach vorne?

197 holger 28. November 2009 um 19:16

@ guang_hualu

ich hab da so ein Buch, ISBN 3-502-65034-9

von O.W.Barth. das nennt sich

“Avatamsaka-Sutra”

Alles ist reiner Geist.

Ich muss mal schauen, ob da die Angela drinnen vorkommt;-)

198 ppp 28. November 2009 um 19:29

Mensch, da war man tatsächlich verunsichert, ob nun wirklich eine (außerordentliche) Kreditklemme herrscht…und jetzt stellt sich raus, dass das Gerede von der Kreditklemme nur ein weiterer, lang laufender Propagandakniff war/ist, um erneut Steuergeld lockerzumachen, um das Finanzcasino am Laufen zu halten.

Vielleicht stellt Josef Angie ja ne Quittung aus.

199 holger 28. November 2009 um 19:31

@ Michael 195

das Dingen ist gut. :D

200 aifran 28. November 2009 um 19:43

Holger 197

…. Alles ist reiner Geist –

Ich Denke also bin Ich … grübel, grübel, grübel … also IST was ich Denke – ICH BIN GOOOOTT
Viele Götter leben in den Weiten des Universums …. alle Denkend, Erschaffend
Das Universum vollgefüllt mit Wellen „Göttlichen Denkens

Durch das aufeinandertreffen dieser „Göttlichen Wellen“ – bilden sich …. oh Schreck, Muster, grauenhafte Muster der “Realität” – Interferenzen
Interferenzen sind die unausweichliche Realität – grübelnd hocken die „Götter“ davor … grübel, grübel, grübel … :-)

201 holger 28. November 2009 um 19:52

@ aifran

und wenn sie nicht gegrübelt sind, dann Leben sie noch heute. ;-)
Ich grübel nur noch aus Hobby, Spaß an der Freud. Nach 20 Jahren Ehe, lernt man auch damit umzugehen, dass der Spiegel (nicht das Magazin) doch der beste Freund des Mannes ist oder auch nicht. Jedenfalls wenn Mann von oben runterschauen will, ob noch alles da ist. z.B. die Füße.

202 guang_hualu 28. November 2009 um 20:23

@holger

Als ich das Vid von der Kanzlerin in Deinem Link oben sah, hatte ich den Eindruck, dass sie die Hände bewusst so hielt. Vielleicht, weil ihr jemand gesagt hätte, dass dies beruhigend auf den Zuschauer wirke. Oder weil sie in einem Buch gelesen hätte, das man dies als guter Redner tut. Wer weiss… Kann mich auch täuschen. Aber mein Eindruck war, dass ihre Gesten und ihre Haltung einstudiert waren und nicht natürlich waren. Und wenn schon,….bereits vor ihr haben ja schon Regierungschef vor dem Spiegel zu gestikulieren geübt. Sie wäre also nicht die erste, die dies täte.

http://www.youtube.com/watch?v=rZcJE7ExhtY&feature=related

203 holger 28. November 2009 um 20:43

@ guang_hualu 202

–>Aber mein Eindruck war, dass ihre Gesten und ihre Haltung einstudiert waren und nicht natürlich waren.”

wo du “vermutlich” Recht hast, da hast du es.

204 holger 28. November 2009 um 20:51

schau bei deinem vid link auf die Augen. Von Charlin.

Trenn die linke Gesichtshälfte von der Rechten. Halte ein Blatt darüber. Und schau dir das Vid zweimal an. Einmal Links einmal Rechts.

205 q 28. November 2009 um 22:07

Links zwo drei vier…

Hier sind ja richtige Durchblicker am Werk…

206 q 28. November 2009 um 22:10

“So sieht’s also aus Freunde.”

Dieser letzte Satz ist schon bemerkenswert.
Alles andere nicht.

207 holger 28. November 2009 um 22:22

@ q 205

die Auuuuugen…….? Links zwo drei vier…Links zwo drei vier…
das Auge……….? Abteiluuuuuuung halt…. Kehrt Maaaaarsch……
Links zwo drei vier…Links zwo drei vier…

Ist ja richtige Formalausbildung hier.

208 guang_hualu 29. November 2009 um 14:54

@Holger
# 189 Das gabs schon mal i.d. WR
” da waren aber auch andere Zustände. Da war ja noch Infla. angesagt.”

Die werden wir in D. in ein paar Jahren auch wahrscheinlich auch wieder haben. (Kannst Du alles hier im Blog nachlesen..)

#204
“schau bei deinem vid link auf die Augen. Von Charlin.”

Konnte leider kein Geheimnis entdecken. Ist nicht eher auch der Text wichtig?

zu Dubai (off-topic)
Die deutschen lieben ein geregeltes Leben. Das Chaos in Dubai oder Indien schreckt sie ab. In den Massenmedien wird die Unordnung in anderen Ländern oft benutzt, um zu unterstreichen wie gut wir es zuhause eigentlich haben. Also warum nörgeln wir ständig? Sehen wir nicht alles zu pessimistisch? Wollen wir wie in Dubai leben? Nö. Da kauft man sich lieber ein Buch und liest wie schrecklich es da drausen im Ausland ist bei einem Glas Rotwein im Wohnzimmer während der Fernseher läuft.

@holger, noch mal zu #203
Auffallend finde ich bei der Präsentation im Vid oben im Link von Dir, wie Frau M. ihre Körpersprache zurücknimmt. Dadurch wirkt sie sachnlich überzeugend. Die “alten” Diktatoren oder auch Chaplin oben im Link gestikulierten oft stark mit Augen oder Körper, was auf uns heute hilflos und wie das Agitieren von Hampelnmännern wirkt. Die Bewertung der Körpersprache hat sich geändert. Was früher überzeugend wirkte, wirkt heute lächerlich auf uns. Heute wird Sachlichkeit gefordert. Nicht Emotion. Daher darf der Körper und die Augen bei der Präsentation von Erklärungen an das Volk nicht zu sehr bewegt werden.

209 politikus 30. November 2009 um 09:21

Das Perverse daran ist, dass dieser Drecksstaat sich Geld von den Banken leiht, um die Banken zu retten, weil er selber nichts hat, bzw. alles verprasst hat, was er den Steuertzahlern abpresst!

210 staph.aureus 30. November 2009 um 10:11

Bemerkung zu aifran #62:
“B. Madoff raus – oder alle anderen rein zu ihm!!! – alles andere ist Lüge”

Argentinische Staatsanleihen nähern sich nach einem kurzen Zwischentief wieder der Bewertung deutscher Staatspapiere an.

AAA: steht das für dreimal Argentinien ?

211 staph.aureus 30. November 2009 um 10:30

Korrektur:
Kfz-Kennzeichen “A” steht nicht für Argentinien,
sondern für ein südliches Nachbarland mit soliden Staatsfinanzen ;-)

212 Melanie Gatzke 1. Dezember 2009 um 14:36

Da bleibt einem doch die Spucke weg.
Alle versinken im Schulden-Sumpf und das ganze Volk schaut zu– einschließlich ICH.
Die wirtschaften das land in Grund und Boden—- wir alle baden es aus. Kriminelle Banden , wo man hinschaut.
Und alle schauen zu– alle fügen sich, alle nehmen es hin.
Kann man denn diese Veruntreuer nicht zum Teufel jagen?
Warum lassen wir das zu? Warum glauben wir denen, die sagen:
Das muß so sein? Die Banken muß man retten, lieber sollen die Bürger verrecken. Wir steuern auf ein auswegloses Desaster zu.

Uns allen wird bald das Lachen vergehen.

213 13 1. Dezember 2009 um 16:45

“Wir waren reich, kultiviert und anständig. Heute sind wir arm, schlecht erzogen und korrupt.”

Marcos Aguinis (argentinischer Schriftsteller)

214 13 1. Dezember 2009 um 17:07

Warum glauben wir denen, die sagen:
Das muß so sein? Die Banken muß man retten, lieber sollen die Bürger verrecken. Wir steuern auf ein auswegloses Desaster zu.

Liebe Melanie, Du glaubst nicht, ich glaube nicht, das ist doch schon mal ein toller Anfang, oder..?

Außerdem, in welchem Armenhaus, in welcher Hölle würden wir erst stehen, wenn wir nicht dieses Supidupiwachstum…höherschnellerweiter…boni…aufpump… in den letzten fast vierzig Jahren gehabt hätten? Wir hätten schon längst einen Sozialstaat im tiefroten, negativen Bereich mit all seinen gräßlichen, menschenunwürdigen Folgen, nicht? Den angeblichen Brüdern und Schwestern (meist verstorbene Großtanten/onkels) aus dem kalten Osten hätten wir dann auch keine Bananen, Videogeräte, Autobahnen, immer neue Kreditlinien und den Regierungschefposten auf dem Silberteller servieren können. Seit €-Einführung sind noch ein paar weitere “Brüder und Schwestern” um uns herum dazugekommen, die auch nicht mit Eisenbesteck dinieren wollen. Herr Ackermann sieht das übrigens genauso. Ohne Daytrader-Investment-Banken gäbs uns wahrscheinlich gar nicht mehr und Wohlstand schon dreimal nicht.

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:ziemlich-dicke-lippe-ackermanns-gegenangriff/50044654.html

Im übrigen denke ich, daß “die Veruntreuer” jeden Tag ein bißchen mehr zum Teufel gejagt werden..

215 Sabine Kurjo 4. Dezember 2009 um 20:33

#214
Nee, nee, so einfach geht das leider nicht. Das einzige Wachstum, das existiert, ist das der Mengen an KREDITgeldern, ohne dass irgend jemand Zinsen schafft. Dass mit Krediten die Bananen finanziert werden, davon profitieren vor allem die, die ZINSEN kassieren.

Und das ist auch das grosse “Geheimnis” der Staatsschulden. Egal wo auf der Welt.

Toll, dass sich so viele Leute für das Thema interessieren!!!

Sabine
Nationale Schulden

216 Philipp 1. März 2010 um 22:48

ich hab nicht alles gelesen jetzt und weiß nicht ob schon jemand dieses video zu dem thema gepostet hat. fand ich sehr aufschlussreich und hab mich im gleichen maße drüber geärgert anschließend…
http://video.google.com/videoplay?docid=6433985877267580603#

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