Es ist mal wieder an der Zeit, ein wenig Werbung für unsere lieben Freunde vom Statistischen Bundesamt zu machen. Ich tu das gerne, denn die Jungs und Mädels dort geben sich richtig Mühe, das dröge Datenmaterial ansprechend aufzubereiten, da sollte man ihnen durchaus ein wenig Applaus spendieren.
Das interaktive Inflations-Kaleidoskop habe ich ja kürzlich schon vorgestellt, heute präsentiere ich den “Interaktiven Außenhandelsatlas” – ebenfalls ein sehr feines Teil.
Wer auf den Link oder das Bild klickt, erhält einen Bildschirm mit besagtem Atlas. Ein Doppelklick in ein x-beliebiges Land, und es öffnet sich ein Fenster (in meinem Sreenshot China), dass die Exporte, Importe und Salden der letzten 3 Jahre anzeigt. Klickt man oben links auf “Tabelle”, dann erhält man statt der Karte eine Länderliste, die man durch Klick auf “Waren wählen” hinsichtlich Warengruppen, Import/Export/Saldo und Bezugsjahr parametrisieren kann. Eine nach Handelsbilanzdefiziten 2008 absteigend sortierte Liste sieht also zB so aus:
Diese Jungs hier nehmen's von uns
Jaja, Herrschaften: Soviel zum Thema “Wir verkaufen den Chinesen die Maschinen, auf denen die ihren Tand produzieren, mit dem sie die USA überschwemmen” – 32 Milliarden drückten wir ihnen netto letztes Jahr in die Hand, da ist jegliche Diskussion über 3 Mark Fuffzig Entwicklungshilfe ja wohl absolute Zeitverschwendung. Und wer wissen will, was zum Henker wir wohl für 1,5 Milliarden netto aus Bangladesch importieren, der kann sich das natürlich anhand der einzelnen Warengruppen anzeigen lassen.
Im Vergleich dazu, hier die Liste mit den Handelsbilanzüberschüssen absteigend sortiert:
Und von denen holen wir es uns zurück
Gell – Vive la France!, möchte man da ausrufen. Und wir Ösis bescheren unseren deutschen Freunden noch immerhin eine halbe Milliarde mehr Profit als die buuhaaah Mega-Wirtschaftsnation USA – das sollten wir hier mal ausdrücklich festhalten, denke ich. Und bitte nicht mehr über die auf Pump lebenden Spanier schimpfen – wir haben 22 Milliarden Gründe, ihnen dafür sehr dankbar zu sein.
Mein unbestechliches Urteil daher: Eine weitere Applikation von destatis, die es wirklich bringt. So macht Volkswirtschaftslehre wirklich Spaß, man hat einen tollen, unkomplizierten Zeitvertreib, und lernt auch noch was dabei. Ein html-Link also, der in keiner Favoritenliste fehlen sollte.





















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Der Link funktioniert bei mir nicht. Wohl aber http://ims.destatis.de/aussenhandel/Default.aspx
danke, hab’s korrigiert
Schön.
Soviel irische Butter hat mich dann doch überrascht.
Vereinigte Arabische Emirate
Boom-Staat Dubai bettelt um Zahlungsaufschub
Luxus, Wolkenkratzer, Ölreichtum: Das arabische Emirat Dubai hat atemberaubende Jahre hinter sich. Doch jetzt schockt eine Meldung der Regierung die Finanzwelt.
http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/BoomStaat-Dubai-bettelt-um-Zahlungsaufschub/story/16126050
@ wgnx
Sehr schöne Sache. Vielen Dank für den Hinweis. Was derartiges habe ich vor einiger Zeit mal vergeblich gesucht.
@ topi
Irland hat mich auch überrascht. Aber keine Butter. Der irische Überschuß kommt fast ausschließlich aus “pharmazeutischen u.ä. Artikeln”. Für 9 Milliarden importieren wir (die selbsterklärte “Apotheke Europas”) offenbar Pharma-Produkte daher. Kann das jemand aufklären?
Die Erklärung liefert uns doch die Pharmalobby: Wenn die
Medikamenten-Preise in Deutschland nicht noch weiter vom Normalwert entfernt sind, muss Forschung und Produktion ins Ausland verlagert werden.
Oder so.
Yep. Die Jungs & Mädels da hätten weit mehr verdient als nur ein bisschen Applaus. Allerdings hier:
Soviel zum Thema “Wir verkaufen den Chinesen die Maschinen, auf denen die ihren Tand produzieren, mit dem sie die USA überschwemmen”
wäre ich doch ein bisschen vorsichtiger. Die Portugiesen hatten möglicherweise eine ähnliche Handelsbilanz, obwohl sie den Wein (Rohstoff) und die anderen das Leinen (Produkt) geliefert haben. Bilanzen abstrahieren halt, auf VoWi-Ebene ganz besonders, weshalb man eben schon darauf achten muss, WAS hier gerade, der visuellen Schön- und Eindeutigkeit zuliebe, wegabstrahiert wurde.
Kurz gesagt: die Nummer mit der “Tandüberschwemmung” könnte trotzdem stimmen. Und wenn sie nicht stimmt: Was/wie erklärt dann diese Zahlen? Haben wir den Franzosen nur Audis oder auch Investitionsgüter geliefert? Da hilft dann Clickie-Buntie auch erstmal nicht weiter…
@froZ
Für 9 Milliarden importieren wir (die selbsterklärte “Apotheke Europas”) offenbar Pharma-Produkte daher. Kann das jemand aufklären?
Klar: entwickelt (subventioniert) und zugelassen wird hier, die Massenproduktion und -verpackung lief dann in Irland, praktisch, weil EU, da ist der Transfer einfach, die Zulassung auch. Die “forschenden Pharma-Unternehmen” forschen ja nicht nur nach neuer Medizin, sondern auch nach optimalen Entwicklungs-/Produktions-/Absatzmärkten.
Aber ich glaube, Irland ist durch, alte Zahlen…
Der Atlas sieht schön aus, kann aber fast nix!
Verschwörungstheoretiker könnten behaupten, er sei dazu da, neugierige Erstbesucher von den brisanten Publikationen der Behörde abzulenken
Wenn man wissen will, was so mit Bangladesh im Handel geht, muss man sich nach wie vor durch die Niederungen des destatis-xls Shops kämpfen, “Warengruppen für Land” anzeigen kann der Atlas nämlich nicht.
Aufregend, wgn! Da gibt’s wirklich jede Menge Überraschungen. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich vieles völlig anders als man dachte. Ganz toll ! Der von Dir zitierte Satz: “Unsere Maschinen, die den Tand produzieren, mit denen die Chinesen die USA überschwemmen” ist so ein Ammenmärchen. Tatsächlich bleiben fast 80% von Chinas Exporten in Asien, noch nicht einmal 10% entfallen auf die USA, wovon wiederum fast die Hälfte an Walmart geht, der den Tand in allen Ländern der Welt weiter verhökert.
Im Zuge der Globalisierung werden die vorgeblich “chinesischen” Exportangaben immer undurchsichtiger und fragwürdiger. Es würde mich interessieren, wenn hierzu jemand mal Stellung nehmen könnte. GM und Volkswagen “exportieren” beispielsweise ihre Autos aus ihren chinesischen Werken nach ganz Südostasien. Europäische Pharmaproduzenten stellen ihre Pillen in China her und “exportieren” sie dann zu uns. Sollte man das wirklich alles weiterhin als “chinesische” Exporte ansehen, wie es bis heute noch der Fall ist?
Wie ist es möglich, in einer ‘globalisierten Welt’ Warenströme richtig darzustellen,
ohne die jeweiligen Eigentümer aufzuzeigen?
Bei “Erdöl und Erdgas” kommt bei mir immer eine Fehlermeldung. Schade.
Wir kaufen für 8.5 Milliarde Pharma bei den Iren und verkaufen für 10 Milliarden an die Beligier? Soll ich das glauben? Da sitzen doch die ganzen Ableger von US und sonstigen Multinationalen…
PS Wieso kaufen wir für 5 Mio Getränke in Afghanistan? Und verkaufen den Afghanene dafür für 100 Mio Autos?
Fragen über Fragen…
Interessant wird es, wenn man sich die klassischen “Globalisierungsprodukte” mal ansieht. Ich hätte zwar zB erwartet, dass wir Bekleidung en gros aus China beziehen, aber ich wäre im Leben nicht draufgekommen, dass Bangladesch der drittgrößte Lieferant ist und 3x soviel liefert wie zB die Italiener.
@wgnx
In Italien und Frankreich sitzen nur noch Lagerfeld und konsorten und machen striche auf Papier… arbeiten das sollen doch Kinder in Bangladesch machen die haben doch so flinke Hände die bekommen jetzt auch 1 Euro Turnschuhe von Adidas dafür… wir müsten für unsere Schuhe und Kleidung nicht mal mehr bezahlen was meinst du was die für Margen haben…
@keiner
Erdöl und Erdgas…
http://www.youtube.com/watch?v=EbjQeW8KRn0
Gier, ungezügelte Gier, wohin man schaut—
@ Andreas Kreuz 12
nicht öffentlich aufgeführt, aber hier werden die Daten vermutlich gesammelt.
http://www.icc-deutschland.de/
übrigens schönes Spielzeug.
@keiner
Spontane Selbstorganisation
http://www.youtube.com/watch?v=WVaXuGdIegk
Bei diesen Zahlen kommt mir ja der ungeheuerliche Verdacht:
Autos kaufen doch Autos
Werden halt gegen alle Vernunft erst mal in allen Einzelteilen durch die ganze Welt geschippert.
@ Andreas Kreuz noch ein Nachtrag zu #19 und aus gleicher Quelle
Bislang entscheidet die US-amerikanische Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) über die Grundlagen der Verwaltung von Namen und Adressen im Internet und beschließt technische Verfahrensstandards. ICANN wurde als Zusammenschluss verschiedener Interessenverbände aus den Bereichen Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Nutzer gegründet. Mittlerweile gibt es das Bestreben zahlreicher, oft internetfeindlicher Regierungen, die Verwaltung des Internets und die Ausgestaltung von Informations- und Kommunikationsabläufen in Eigenregie zu kontrollieren. Damit steht zu befürchten, dass ihre Entscheidungen in Zukunft an Gewicht und Einfluss gewinnen.
Nur mal so nebenbei. Da die Daten von den Bankkunden aus EU ja jetzt auch in die USA fließen werden. Es gibt nichts, was nicht geregelt werden kann. Es findet sich immer ein Grund. Und wenn es nicht die Eselreiter aus dem Hindukush sind, kommen andere.
@holger
Tja die haben uns bei den Eiern…
und das beste ist jetzt können die Goldmänner endlich sehen was der Deutsche Mittelstand wert ist und Perlen picken…
Ne liebe FDP
http://www.youtube.com/watch?v=Nqxqe9Gkea0
@ nanuk
die Götter wissen alles, bei dem Textauszug #22, werden die auch nicht explizit erwähnt. Die Joes
Ach da war ja nochwas aus gleicher Quelle:
Vor diesem Hintergrund und im Nachgang zum World Summit on the Information Society (WSIS) der International Telecommunication Union (ITU) in Tunis 2005 rief die ICC im Jahr darauf BASIS ins Leben. Sie ist die Stimme der Weltwirtschaft in Fragen der Internet Governance und der Informations- und Kommunikationstechnologien. Durch das weltweite Netzwerk der ICC ist bei BASIS sichergestellt, dass die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt werden.
Wirtschaft=Dollar=Information
Nett, wie die zum Killer mutierten Neonfische letztes Jahr bei Sizilia die Seeübertragungskabel Richtung nahen Osten, durchgebissen haben.
@holger
Was denkst du denn warum die USA die Bankdaten haben wollen für den Weltfrieden oder?
@ nanuk
Na aber sicher doch alles andere wäre Blasphemie
@Holger
Vor allem Russland und China sind in dieser Hinsicht sehr aktiv, aber auch die USA zögern nicht, auf vertrauliche Informationen bei ihren Verbündeten zuzugreifen.
http://www.networkcomputing.de/verfassungsschutz-warnt-vor-wirtschaftsspionage/
@weissgarnix
“Interessant wird es, wenn man sich die klassischen “Globalisierungsprodukte” mal ansieht. Ich hätte zwar zB erwartet, dass wir Bekleidung en gros aus China beziehen, aber ich wäre im Leben nicht draufgekommen, dass Bangladesch der drittgrößte Lieferant ist und 3x soviel liefert wie zB die Italiener.”
Schau Dir ruhig mal Dein Hilfiger-Polo-Shirt für 89,95 Euro genauer an. Dreh mal innen das Schildchen um und schau was auf der Rückseite steht. Richtig! Made in Vietnam.
Bangladesch und Vietnam sind in. Chinesische KOnzerne lassen in Vietnam fertigen – zu Hause ist es ihnen zu teuer!
http://www.vietnamesemade.com/home/
@WGN
Mit wem treiben wir’s denn da aller?
Diese Jungs hier nehmen’s von uns
Ja, da wird es einem ganz warm ums Herz, wenn WHN von „WIR“ und „UNS“ spricht.
Da ist sie, da lebt sie – unsere Volksgemeinschaft.
WIR exportieren – Du und Du und Du … und ich.
Und zusammen sind wir Exportweltmeister.
P.S.
Aber eigentlich müsst WGN als Ösi von „ihr“ und „euch“ sprechen.
@ HAM
du kennst ja nicht seinen Vorfahren
Vielleicht gibt es ja noch das ein oder andere Geheimdokument.
@HAM
>Aber eigentlich müsst WGN als Ösi von „ihr“ und „euch“ sprechen.
Ist für mich ein- und dasselbe. Aus meiner Sicht sind alle Deutschen Österreicher – ich habe da keinerlei Vorurteile.
@weissgarnix
Ist schon ein Hammer!
Bei Transnationalen Konzernen irgendetwas zu einem bestimmten Land zuzuordnen….
Wie das funktionieren soll, ist wohl das wichtigste.
@wgnx
http://www.youtube.com/watch?v=8llhDc6c5ko
Was ist das für eine komische „Volkswirtschaft“, die keine Autonomie hinsichtlich Währung und (Wirtschafts-)Rechtssetzung besitzt und ihre Bankdaten an die USA abliefern muss?
Die Diskussion zeigt, wie unsinnig es ist, im Zusammenhang mit der BRD das Konstrukt „Volkswirtschaft“ zu verwenden.
@Nanuk
Naja – man muss es deshalb nicht gleich übertreiben.
@HAM
>Die Diskussion zeigt, wie unsinnig es ist, im Zusammenhang mit der BRD das Konstrukt „Volkswirtschaft“ zu verwenden.
Nicht meine Meinung. Man sollte ein solches Argument sicherlich nicht als Ausrede für die fatale Wirtschaftspolitik Deutschlands seit den 1980ern verwenden – und damals war Deutschland sehr wohl noch autonom.
@unwissender
>Dein Hilfiger-Polo-Shirt
tzzz…
Gibt es eine Antwort zu #35?
@weissgarnix
Noch was!
Ich hab da mal auf die Rückseite meines Wiener Philharmonikers geschaut. Da steht nix von Bangladesh, Vietnam, China ….. ?
@wgn: Danke für die Verlinkung. Was man hier sehr schön sieht, ist übrigens auch, dass das Gros unserer Exporte zu unseren europäischen Nachbarn fließt, also in Europa verbleibt. Wir sollten uns langsam daran gewöhnen, Europa als unseren Binnenmarkt zu sehen und nicht allein auf die nationalen Grenzen als Volkswirtschaft zu schauen. Dann sehen auch die Exportüberschüsse, auf die ihr hier so gerne schimpft und die die deutsche Politik so liebt, gleich ganz anders aus. Schließlich miss auch keiner mehr ernsthaft Handelsbilanzüberschüsse oder -defizite zwischen Bayern und Schleswig-Holstein, auch wenn Herr Seehofer da vielleicht gerne wieder hinmöchte.
@nixweiß
Sorry, ich hatte das nicht als Frage verstanden. Ja klar ist das schwierig. Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht an unseres Lieblingsökonomen HW Sinn ultimative Wirtschaftsweisheit von der “Basarökonomie”?
Aber trotzdem: soferne man nur die Salden aus Importen und Exporten betrachtet, sieht man ja, wieviel Wertschöpfung wo genau geblieben ist.
Ja, wär natürlich schon gut zu wissen, wo aus einem Quantum Export oder Import dann tatsächlich Einkommen und Steuereinnahmen in welcher Höhe entstehen. Aber die Anwendung gibt’s wohl noch nicht.
@ unwissender
Wozu kann man so einen Philharmoniker eigentlich gebrauchen? Als Senkblei beim Angeln?
@Ergo Sum
“GM und Volkswagen “exportieren” beispielsweise ihre Autos aus ihren chinesischen Werken nach ganz Südostasien. Europäische Pharmaproduzenten stellen ihre Pillen in China her und “exportieren” sie dann zu uns. Sollte man das wirklich alles weiterhin als “chinesische” Exporte ansehen, wie es bis heute noch der Fall ist?”
Wenn Opel einen Pkw nach Frankreich liefert, ist das ein deutscher Export. Ebenso verhält es sich mit chinesischen Exporten westlicher Tochterfirmen in China in andere Staaten. Entscheidend für die Zurechnung in der Handelsbilanz ist, wo die Wertschöpfung stattfindet. Damit zusammenhängend entstehen auch Arbeitsplätze, Infrastruktur etc. Die Eigentümerstruktur wird hierbei vernachlässigt.
Aber einmal anders gefragt, Mercedes Aktien sind zu 9,1 % in der Hand des Emirats Abu Dhabi. Die wollen ihren Anteil auf 15% erhöhen. Willst Du dann die Mercedes Exporte auch zu den entsprechenden Anteilen aus der deutschen Handelsbilanz herausrechnen und den Arabern zurechnen?
@weissgarnix #39
Nicht meine Meinung. Man sollte ein solches Argument sicherlich nicht als Ausrede für die fatale Wirtschaftspolitik Deutschlands seit den 1980ern verwenden – und damals war Deutschland sehr wohl noch autonom.
War die BRD nach dem WKII jemals politisch „autonom“?
Nope, sie war es nie.
Und mit dem EU-Vertrag haben alle beteiligten Staaten ihre politische Autonomie auch formal aufgegeben.
Aber dies muss erst einmal ins Bewusstsein der EU-Bürger.
@bilbo
>Wir sollten uns langsam daran gewöhnen, Europa als unseren Binnenmarkt zu sehen und nicht allein auf die nationalen Grenzen als Volkswirtschaft zu schauen.
Nope. Solange sich die Sozial- und Fiskalpolitik nur innerhalb der Landesgrenzen entfalten kann, ist es völlig falsch, die EU als “Binnenmarkt” zu titulieren. Das sieht man ja auch bestens an den gänzlich konträren Reallohnentwicklungen innerhalb der EU, mit Deutschland als einsames Schlusslicht.
@weissgarnix #44
Das heißt:
Ein Opel aus Eisenach, der zu 100 % GM gehört, zählt als dt. Exportgut?
Obwohl z.B. 80 % der Einzelteile auch nicht in Dt. gefertigt wurden?
Und Dt. hat, wenn dieser Opel nach Polen wandert, einen Exportüberschuß gegenüber Polen?
Alles sehr fragwürdig..
Genau, 20 Mrd. sind nach dem Reich der Mitte, nur durch Elektronik Artikel geflossen. D.h. jeder Bundesösterreicher schickt im Average 250 Euronen im Jahr in Richtung neue Mitte.
@HAM
>Nope, sie war es nie.
Doch, war sie. Und insbesondere die Bundesbank hat starken Gebrauch davon gemacht.
Versteh mich nicht falsch: Unmittelbar nach dem Krieg war eine Politik der hohen Ersparnisse/Kapitalbildung natürlich nicht verkehrt. Aber irgendwann so anfang/Mitte der Achtziger hat man wirklich den Wendepunkt verpasst, finde ich.
@weissgarnix #48
Das sieht man ja auch bestens an den gänzlich konträren Reallohnentwicklungen innerhalb der EU, mit Deutschland als einsames Schlusslicht.
Sein wann werden die Reallöhne vom Staat bestimmt?
@wgn: “Solange sich die Sozial- und Fiskalpolitik nur innerhalb der Landesgrenzen entfalten kann, …”
-> Yep und nope
Genau an der europäischen Sozial- und Fiskalpoilitk sollten wir arbeiten, nicht an einem wieder stärker werdenen Protektionismus und einem Einschließen in die eigenen vier Wänder. Nationalökonomie ist doch voll retro. Globalökonomie ist angesagt.
@nixweiß
Er zählt zu 100% als “Export” aber zu 80% gleichzeitig als “Import” – insoferne gibt der Saldo von 20% die Verhältnisse schon akkurat wieder.
Ich betrachte in meinem Eingangstext nur Salden. Exporte und Importe isoliert sind bisweilen tatsächlich verwirrend.
@bilbo
> Nationalökonomie ist doch voll retro. Globalökonomie ist angesagt.
Halte ich für ziemlichen Bullshit. Außer, wir führen vorher die “Globalpolitik” ein, dann ja. Aber das werden du und ich nicht mehr erleben, fürchte ich.
@ HAM
–>Sein wann werden die Reallöhne vom Staat bestimmt?
seit dem, wir Arbeitlose Vorweisen können, die Gewerkschaften lieber mit den Bossen Skat spielen, Clement bei Adecco angeheuert hat, Grete Weiser Tod ist, und der alte DutchÖsi Heesters eine 80 jahre Jüngere vermutlich “geschwängert” hat. Das war aber schon vor 60 Jahren. Kann sein, nix genaues weiß man nicht.
@HAM
>Sein wann werden die Reallöhne vom Staat bestimmt?
Indirekt natürlich – über Art und Struktur der Wirtschaft. Habe ich ert gestern was zu in mein Buch geschrieben: Wenn deine VoWi stark davon abhängt, dass die Maschinenbauer/Automonteure/Chemiearbeiter am Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben, dann übt das nicht nur Druck auf deren Reallöhne aus, sondern natürlich auch den aller im Binnenmarkt beschäftigten. Weil der Friseur, der Briefträger und der Italiener dürfen eben dann nur soviel kosten, dass ihn sich die im Export beschäftigten (und alle nachgelagerten Branchen) auch leisten können. Und irgendwann wird dann plötzlich “Geiz ist geil” zum Generalmotto, und ein Jahrzehnt der Reallohnstagnation ist die Folge.
Was anderes wäre es, wenn deutsche Firmen auf dem Weltmarkt nicht über die Kosten, sondern tatsächlich über Innovation und Technologieführerschaft konkurrieren würden. Das schaffen zwar zweifellos ein paar, aber bei weitem nicht alle oder gar eine Mehrheit. Die deutsche “Exportweltmeisterschaft kraft überlegener Technik” ist eine glatte Marketing-Lüge, wie dieser nicht ganz doofe Herr bereits 2007 festgestellt hat:
http://www.welt.de/wams_print/article722159/Exportweltmeister_na_und.html
@wgn:
Selbstverständlich nicht im Sinne eines einzigen großen Weltstaates, auf kleinerer Ebene aber schon. Was sehen wir denn in Europa? Das ist bereits “Globalpolitik” und ich glaube fest daran, dass uns die Verhältnisse auch hier zu einer intensiveren politischen Zusammenarbeit drängen werden. Und das werden dann vermutlich auch wir zwei noch erleben, auch wenn es heute noch nicht in den Herzen und Köpfen der Menschen angekommen ist. Spätestens geänderte Machtverhältnisse aufgrund eines stärkeren China werden uns politisch schon dazu bringen.
@ WGN
“Aber trotzdem: soferne man nur die Salden aus Importen und Exporten betrachtet, sieht man ja, wieviel Wertschöpfung wo genau geblieben ist.”
Wo es verbucht wurde, ja; ansonsten frag mal den Steuerberater deines Vertrauens.
@froZ
“Wozu kann man so einen Philharmoniker eigentlich gebrauchen? Als Senkblei beim Angeln?”
Das hat mein Vermögensberater aus dem Strukturvertrieb auch gefragt!
Ich weis es auch nicht?
Ich habe von Schmuck, Geld, BWL und VWL keine Ahnung.
Den hab ich mal von meinem Großvater geschenkt bekommen und der meinte das Vermögende und irgendwelche skrupelosen Investmentbanker sowas auch hätten.
Wobei mein Großvater beim Angeln immer ein Senkblei aus Blei dabei hatte – das wäre billiger – hat er gesagt?
@ irgendeiner
“Willst Du dann die Mercedes Exporte auch zu den entsprechenden Anteilen aus der deutschen Handelsbilanz herausrechnen und den Arabern zurechnen?”
Das wird niemand machen, per definitionem stellt die Handelsbilanz das ja nicht dar. Aber wenn die funktionale Einkommensverteilung sich zugunsten der Kapitaleinkünfte verschiebt, diese aber bei manchen DAX-Konzernen zu über 50% außerhalb Deutschlands anfallen, dann ist das ja schon nicht unerheblich. Das taucht dann in der Leistungsbilanz auf, die deshalb sicher noch aussagekräftiger ist. Wenn ich nicht irre, ist für D der Saldo aus Vermögenseinkünften aber noch positiv.
@ unwissender
Ach, ich wollte das Geschenk Deines Großvaters nicht abwerten. Ich hab von meinem eine Briefmarkensammlung, die ist als Anschauungsmaterial gewiß interessanter, schon allein was Währungsgeschichte angeht. Sie nimmt aber auch viel mehr Platz weg.
@ wgn
“>Sein wann werden die Reallöhne vom Staat bestimmt?
Indirekt natürlich – über Art und Struktur der Wirtschaft. Habe ich ert gestern was zu in mein Buch geschrieben: Wenn deine VoWi stark davon abhängt, dass die Maschinenbauer/Automonteure/Chemiearbeiter am Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben, dann übt das nicht nur Druck auf deren Reallöhne aus, sondern natürlich auch den aller im Binnenmarkt beschäftigten. Weil der Friseur, der Briefträger und der Italiener dürfen eben dann nur soviel kosten, dass ihn sich die im Export beschäftigten (und alle nachgelagerten Branchen) auch leisten können. Und irgendwann wird dann plötzlich “Geiz ist geil” zum Generalmotto, und ein Jahrzehnt der Reallohnstagnation ist die Folge.”"
Wirklich in diese Richtung?
Der Staat bestimmt die Exportorientierung der Industrie?
Sicher auch, aber gerade in den letzten Jahren ist doch die andere Richtung deutlich wichtiger.
Der Staat drückt durch seine Maßnahmen die Löhne, massiv. Zwar nicht direkt in den Exportbereichen (die Einstiegstarife sind oberhalb staatlichen Einflusses), aber in vielen Branchen, die auch als Dienstleistung direkt in die Exportpreise gehen.
Und natürlich über Verlangsamung des Preisanstiegs insgesamt auch dort Löhne weniger stark steigen lässt.
Und übver die Propaganda, der Auswahl seiner “Experten” und Sachverständigen etc.
Ich bin ja kein Freund der tollen Makromodelle; hat jemand so ein Spielzeug?
Dann sollte man doch mal rumspielen können, um wieviel das Lohnniveau hier steigen könnte, um einen ausgeglichenen Außenbeitrag zu erreichen.
@WGN
Die Reallohnentwicklung wird natürlich AUCH vom „Staat“ beeinflusst.
Sowie von anderen Faktoren: Technologieentwicklung, Produktivität, Weltmarkt etc.
Logischerweise kann nur das verteilt werden, was als „Mehrwert“ übrig bleibt.
Darum dreht sich der Verteilungskampf zwischen Kapitaleignern, den Managern als de facto „Kapitalbesitzern“ und den Lohnarbeitern.
Niedrige Löhne bei hohem Stand der Technologieentwicklung. Produktivität und Weltmarktkonkurrenzfähigkeit sind in erster Linie Resultat des angesprochenen Verteilungskampfes.
Und den hat die deutsche Lohnarbeiterschaft für sich nicht erfolgreich gestalten können.
Warum?
Aus Dummheit, Faulheit und Feigheit.
@topi
>Der Staat bestimmt die Exportorientierung der Industrie?
Der Staat bestimmt über Ordnungspolitik, Steuer- und Sozialsystem welche Art von wirtschaftlicher Betätigung relativ gesehen die besseren Erfolgsaussichten hat. Er bestimmt auch über politische Botschaften und Leitmotive, welche Art von Wirtschaft die besseren Erfolgsaussichten hat. Wir sind bekanntlich nicht nur “Export-” sondern auch seit Jahren “Sparweltmeister”. Und gleichzeitig schaffen wir es nicht, unser ganzes Erspartes in eine größere Dynamik des Binnenmarkts zu investieren, sondern kaufen amerikanische Lehman-Zertifikate und Subprime-Papiere, damit die das dort können. Warum ist das wohl so? Und warum ist es in einer sich öffnenden Welt für jeden Exporteur interessanter, Produktion in Billigländer zu verlagern, wenn er ohnehin den dortigen Markt im Blick hat?
Und gleichzeitig schaffen wir es seit Jahren nicht, die Zugangshürden zum deutschen Binnenmarkt zu senken, dank Handwerker-Ordnung, Konzessions- und Gebietsschutzregelungen, einer völlig überfrachteten Gewerbeordnung und noch immer einer der längsten Bearbeitungsdauern der industrialisierten Welt, wenn es um die Gründung eines Unternehmens geht.
Nein – das hat mit Politik natürlich alles überhaupt nichts zu tun.
@HAM
>Darum dreht sich der Verteilungskampf zwischen Kapitaleignern, den Managern als de facto „Kapitalbesitzern“ und den Lohnarbeitern.
Ich kann den Mehrwert bekanntlich auch durch den Konsum steigern. Indem Kapitalisten ihren Gewinn konsumieren, wie es bei Kleingewerbetreibenden ja durchaus üblich ist. Eine Belebung des Binnenkonsums ist daher keine Frage der Verteilung, sondern der Erhöhung des Mehrwerts.
>Produktivität und Weltmarktkonkurrenzfähigkeit sind in erster Linie Resultat des angesprochenen Verteilungskampfes.
In zweiter Linie vielleicht. In erster Linie sind sie die Folge einer kapitalintensiven Produktion, deren Erhalt und Rentabilisierung entsprechend hohe Gewinnanteile des BIP erfordert. Für die Beschäftigten bleibt dann eben nicht mehr übrig.
@ WGNX # 65
das würde ich auch gerne wissen. Warum? ist es so wie es ist.
Da hat sich schon manch ein VTer die Zähne dran ausgebissen.
Genau die Fragen, die du aufwirfst. Sind die, die dir keiner Beantworten wird. Die lösen sich irgendwann von selbst auf.
@froZ
http://www.youtube.com/watch?v=IIs4g6rtYho
:- )
@unwissender
http://www.youtube.com/watch?v=KcyzF06ridc
@Nanuk
http://www.youtube.com/watch?v=JrIYxtSaB9E
http://www.youtube.com/watch?v=Xijhp0pKP4I&feature=related
@WGN
Staatliches Handeln ist Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Die Lohnarbeiterschaft glaubte, dass „IHRE“ SPD schon für höhere Löhne sorgen würde. Da hat sie die Quittung dafür bekommen.
Jetzt glaubt ein Teil, dass „IHRE“ Linkspartei dafür sorgt, dass es den Hatz4lern und den Niedriglöhnern besser geht.
Dieses in Deutschland weit verbreitete magische Politik- und Staatsverständnis ist ein entscheidender Grund, dass Deutschland bei den Reallohnentwicklungen innerhalb der EU als einsames Schlusslicht dasteht.
Da fehlt es völlig an Klassenbewusstsein und Solidaritätsbewusstsein.
In Deutschland ist es kein Problem, die Mehrheit der Lohnarbeiterschaft gegen die Kämpfe für Lohnerhöhungen von anderen Berufsgruppen aufzuwiegeln.
The Right Bubble
for everybody, coming soon
http://www.youtube.com/results?search_query=the+dollar+bubble&search_type=&aq=f
@ wgn
“Nein – das hat mit Politik natürlich alles überhaupt nichts zu tun.”
Sagt wer?
Die direkten Lohnsenkungen durch Zeitarbeitsregelung und der flächendeckende Kombilohn (Polanyi?) sind allerdings ganz direkte Maßnahmen der Politik.
Die natürlich die Exportfähigkeit stärken und die Importe senken.
Die Subprime-Blase war nur ein Symptom einer Nachfragekrise. Es war der verzweifelte Versuch eines kranken Systems, sich mit Krediten die Nachfrage zu verschaffen, die es dringend brauchte, um die steigende Produktion absetzen zu können. Die Subprime-Blase hat etwa sieben Billionen Dollar «künstliche» Nachfrage generiert und damit die Weltwirtschaft auf Trab gehalten.
Woher diese Nachfrageschwäche kommt, kann man im neusten Wage-Report der Internationalen Arbeitsorganisation nachlesen. Danach sind in den zehn Jahren bis 2008 weltweit die Löhne im Schnitt 20 Prozent langsamer gestiegen als das Bruttoinlandprodukt. Aktuell hinkt die Zuwachsrate der Lohneinkommen sogar 40 Prozent hinter dem BIP-Wachstum her.
Im jüngsten Gutachten des Sachverständigenrates in Deutschland steht, dass die Löhne allein zwischen 1999 und 2007 um 11 Prozent hinter der Produktivität zurückgeblieben sind. Anders gesagt: Die deutschen Unternehmer haben ihren Arbeitnehmern den Gürtel um anderthalb Monatslöhne zu eng geschnallt. Die Differenz ging in den Exportüberschuss und der Erlös aus diesen Überschüssen ist inzwischen weitgehend in wertlosen Subprime-Papieren verpufft. Wer zu viel spart, den bestraft die Finanzkrise.
http://www.cash.ch/news/kolumne/was_zuerst_aufschwung_oder_bankrott-845555-567
“Wir” müssen viel mehr arbeiten, Sonn/Feiertage abschaffen (Weihnachten würde sich jetzt anbieten), Büro/Ladenöffnungszeiten auf 25 Stunden ausweiten, denn wir sind seit Jahrzehnten nicht mehr wettbewerbsfähig..
Zahlungsbilanz
http://www.rmoser.ch/downloads/t26.pdf
Da war letztens so eine Sendung auf Phönix, die hatten genau die gleiche Weltkarte, die während der ganzen Sendung gezeigt wurde (war vielleicht das gleiche System) und da wurde dann das weltweite Wirtschaftswachstum visualisiert. Da hab ich doch tatsächlich einen neuen Begriff gelernt: Finanziellisierung!
Damit hat es folgendes auf sich: Das Wirtschaftswachstum in den asiatischen Ländern basiert hauptsächlich auf den Niedriglöhen, die dort die Exportwirtschaft ankurbeln. Die arabischen Nationen haben Wirtschaftswachstum, weil sie über Rohstoffe verfügen, die der Rest der Welt dringend braucht. Die osteuropäischen Nationen – obwohl auch mit viel Rohstoffen gesegnet – haben dagegen rückläufiges Wirtschaftswachstum (rauchen und trinken zuviel, Korruption, …). Die entwickelten Industrienationen – Westeuropa, USA – haben Wirtschaftswachstum weder aufgrund von Billiglöhnen noch wegen Rohstoffen noch wegen Realgüterproduktion sondern nur noch aufgrund der “Finanziellisierung” ihrer Volkswirtschaften.
Ich hätte da vielleicht einen eingänglicheren Begriff: Sie hätten statt “Finanziellisierung” “Virtualisierung” sagen sollen. Das trifft’s auf den Punkt.
@WGN #55
Ich kann den Mehrwert bekanntlich auch durch den Konsum steigern. Indem Kapitalisten ihren Gewinn konsumieren, wie es bei Kleingewerbetreibenden ja durchaus üblich ist.
Eine Variante der Trickle-down-Theorie?
„Der Begriff Trickle-down-Theorie (engl. trickle = sickern) bezeichnet die These, dass Wirtschaftswachstum und allgemeiner Wohlstand der Reichen nach und nach in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickern (Trickle-down-Effekt).“ (wikipedia)
@ wgn
“Ich kann den Mehrwert bekanntlich auch durch den Konsum steigern. Indem Kapitalisten ihren Gewinn konsumieren, wie es bei Kleingewerbetreibenden ja durchaus üblich ist. Eine Belebung des Binnenkonsums ist daher keine Frage der Verteilung, sondern der Erhöhung des Mehrwerts.”
Also manchmal haust du Sachen raus.
Die Existenz verschiedener Sparquoten ist dir bekannt, nehme ich an?
Kleingewerbetreibende, tststs.
Es geht nichtmal nur um strukturelle verteilung, auch um die simple Höhe. Stichworte: “Lohnspreizung”; “Collapsing bottom”.
Ok, mehr Profite, mehr Millionenboni, damit die armen endlich mal ihre Häuser streichen lassen können!!!
@13
Ja was hast du denn gedacht…
http://www.youtube.com/watch?v=RUdyqJuJOAs&yt
#77…Ham, da wird aber recht gute “Dachpappe” benutzt..
Ihr seht das alles viel, viel zu negativ.
http://www.youtube.com/watch?v=9vz4xHW8_6k
Nanuk, ja, das Lied war die ironische Antwort auf Kohls W..xtumsbeschleunigungsgesetz. Und was hatten wir zwischen 1999 und 2007? – Richtig, die Kohlera!
@BB #76
Die entwickelten Industrienationen – Westeuropa, USA – haben Wirtschaftswachstum weder aufgrund von Billiglöhnen noch wegen Rohstoffen noch wegen Realgüterproduktion sondern nur noch aufgrund der “Finanziellisierung” ihrer Volkswirtschaften.…
Vielleicht sollte an einfach zwischen „virtuellem Wirtschaftswachstum“ und realem Wohlstand unterscheiden!
Bei letzterem geht es bekanntlich für viele – die meisten? – US-Amerikaner mehr oder minder steil bergab.
http://www.youtube.com/watch?v=fP7gETHVZic
durchhalten alles hat ein Happy End wir sind ja nicht in Hollywood…
Und die Reichen konsumieren durchaus.
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/eliten/EatTheRich-VMS.htm
@Nanuk
“durchhalten alles hat ein Happy End wir sind ja nicht in Hollywood… ”
Den Vergleich mit der Titanic finde ich auch sentimentalen Gründen interessant. Wir sind Beobachter unserer Zeit, nicht deren Akteure. Einen Untergang der Titanic konnte sich viele Passage bis zu letzt nicht vorstellen, denn das Schiff galt als eine technische Glanzleistung. Nach meinen Kenntnissen ist das Schiff aufgrund von Konstruktionsmängeln gesunken. Die Schuld dem Kapitän zuzuweisen wäre aus meiner Sicht ungerecht. Lies mal die Kommentare hier im Blog, dann weist Du was ich damit meine.
nur nebenbei, das Schwesterschiff die G i g a n t i c (k) wurde nach dem Untergang der Titanic in Britannic umgetauft..
OBEN wird aufgebaut
UNTEN wird weggerissen
Grundlagen verhökert
Löcher in den Maschinenraum gekloppt,
Wasser strömt ein, alles differenziert sich aus..
Zeit schwimmen zu lernen, oder..
zu #85
“Und die Reichen konsumieren durchaus.”
Müssen sie doch auch, damit es der Wirtschaft wieder gut gehen kann. Ohne Konsum, kein Wirtschaftswachstum…..hehehehehe
http://www.youtube.com/watch?v=gk3NKyUfuN0
@guang_hualu
Ich bin zu jung um Baumeister zu sein
http://tinyurl.com/y9vjj2b
Deren Welt fliegt gerade auseinander…
Das Problem der Reichen ist, dass ihr Reichtum so schnell wächst, dass sie mit dem Konsum nicht hinterherkommen.
“Das Problem der Reichen ist, dass ihr Reichtum so schnell wächst, dass sie mit dem Konsum nicht hinterherkommen.”
Und ich dachte immer die Millardäre wären zufrieden mit der gegenwärtigen Welt-Situation? Und es sind die Armen, die unzufrieden sind? Aber nein, die Armen das sind wir ja nicht.
http://www.youtube.com/watch?v=xqTnwZWbnEE
#91 Nachtrag zu obigen Vid in Youtube… Wir sind nur der Wärter und tun unsere Pflicht…oder? Also…alles nur selbst-reflektierende Träger im Sinne Luhmanns systemtheoretischen Ansatzes?
Jo, die Jungs von destatis aber auch von der BuBa machen wirklich einen tollen Job. Das darf ruhig mal anerkannt werden.^^
@topi/HAM
Nix da “trickle down theory” – sondern Verteilungsökonomie nach Michael Kalecki (für mich mit Keynes noch immer der größte Ökonom des 20. Jahrhunderts).
Ich kann selbstredend den Gewinn einer VoWi erhöhen, indem ich möglichst viele Unternehmer hineinsetze, die Gewinne erzielen, aber diese Gewinne dann selber konsumieren. Das ist weder neu noch besonderes originell, hat aber nichts mit adeligen Minenbesitzern zu tun, die Dienstpersonal beschäftigen, sondern mit Handwerkern und sonstigen Kleingewerblern, die von ihrem Gewinn leben müssen. Im Prinzip ist das die Soziale Marktwirtschaft, wie sie sich ihre Väter mal tatsächlich vorgestellt haben, in der möglichst atomistisch angeordnete Akteure sich gegenseitig Leistungen erbringen und damit Gewinn verschaffen. Aber eben keine “Akkumulation” im klassischen Sinn, denn die Gewinne marschieren ja schnurstracks in den Konsum.
Bei Marx ist es übrigens nichts anderes als die “einfache Reproduktion” – wenn ich mich recht entsinne, hat der diese Möglichkeit im Kapital sogar angesprochen.
Alle diejenigen, die sich für eine Stärkung des Binnenmarkts stark machen, haben natürlich ein genau solches Modell im Kopf, egal ob sie Flassbeck, Lafontaine oder weissgarnix heißen. Ich bin aus diesem Grund ziemlich davon überzeugt, dass die “echte” Partei der Handwerker und Kleingewerbler nicht die FDP, sondern die Linke ist. Und wenn die SPD nicht so dermaßen von Blindfischen dominiert würde, hätte sie sich diese Weisheit längst zueigen gemacht und wäre massiv an diese Wählergruppe rangegangen.
@wgnx
Nur daran haben sie nicht gedacht…
Kaum ist der Sieg errungen, so wendet die Klasse des mobilen Reichtums, die Bourgeoisie, die Waffen rückwärts, schließt mit dem alten Gegner Frieden und bekämpft die Plebs im Namen des Legitimismus oder wenigstens einer üblen Mischung legitimistischer und scheinliberaler Argumente.
Franz Oppenheimer…
@ wgn
Sehr schön, die Lanze für den Kleingewerbler und Handwerker.
Gehen die überhaupt als Kapitalbesitzer durch?
Wenn du sagst, es ist keine Frage der Verteilung, dann stehen die Kleingewerbler über oder unter dem Strich?
Und wer bezahlt die Dienstleistungen?
Und womit?
Vielleicht doch die Lohnempfänger, die durch staatlich getriebene Lohndrückungsprogramme dafür kein Geld mehr haben?
Oder die Mittelschicht mit bis zu 65% Grenzbelastungssatz (incl. Riester, ohne Kirchensteuer)?
Oder die Millionenbonitisten und Vermögensbesitzer?
Die, die 25 Prozent ihres Einkommens sparen, könnten sich doch jede Dienstleistung jetzt auch leisten, egal, wie der Marktzugang behindert wird. Da spielt doch der Preis keine Rolle.
@topi
>Gehen die überhaupt als Kapitalbesitzer durch?
Maybe yes, maybe no. Jedenfalls nicht als “Akkumulierer” – oder, wie Keynes es so schön sagte: nicht als “Katzenbesitzer, die nicht ihre Katze lieben, sondern die Kätzchen ihrer Katze, und die Kätzchen der Kätzchen, und deren Kätzen … und immer so weiter, bis zum Ende des Katzentums”
>Wenn du sagst, es ist keine Frage der Verteilung, dann stehen die Kleingewerbler über oder unter dem Strich?
Was meinst du mit “Strich”? Sie erzielen Gewinneinkommen, bilden aber keine Ersparnisse. Damit sind sie weder unter noch über dem Strich, sondern sie konsumieren viel, wenn sie erfolgreich sind, und wenig, wenn sie nicht erfolgreich sind.
Und wenn die SPD nicht so dermaßen von Blindfischen dominiert würde
“Hier” der ehemalige Finanzminister Peer Irgendwas bei seinem Antrittsbesuch in den Thyssen Aufsichtsrat. “Aufsicht” (also bitte wegsehen) können sie am besten..
( Merck Finck & Co sagt heute zu der Aktie: VERKAUFEN!)
“Strich”
Verteilungsfrage—-> einer mehr, ein anderer weniger, irgendwo in der Mitte muss ein Strich sein.
Bei rein struktureller Verteilung egal, aber Verteilung doch sinnvoller als Eigentumshöhe, denke ich.
Aber wir könnens denen ja nicht einfach geben.
Sicher, deine “Gewerbefreiheit” etc. ist sinnvoll. (wobei ich hier auch “Lenkung”, also Umweltstandards oä einwerfen will; natürlich nur zur Internalisierung externer Effekte)
Aber die Einkommensverteilungsänderung, besser gesagt die Rücknahme des Einbruchs unten, um die Dienstleistungen zu bezahlen, scheint mir nicht weniger wichtig.
@ wgnx
Zitat aus dem von dir verlinkten Artikel aus der Welt:
” Eine Reihe von europäischen Partnerländern wie Irland, Dänemark, Großbritannien, Spanien und die Niederlande sind seit den frühen 1990er-Jahren auch dadurch stark gewachsen, dass sie neben privaten Investitionen in Forschung und Entwicklung echte Wertsteigerungen geschaffen haben. Auch haben sie internationalen Wettbewerb in ihren Märkten und ausländische Investitionen in ihren Unternehmen akzeptiert.
Man muss sich vor Augen halten, dass jede der betreffenden Regierungen für offene Märkte und mehr Wettbewerbsdruck auf die nationalen Unternehmen eingetreten ist, statt sich auf sogenannte wettbewerbspolitische Maßnahmen zu verlassen wie Deutschland. ”
Zitat Ende.
Ist ja wohl in den letzten Monaten vom Lauf der Geschichte “aktualisiert” worden. Mehr als “nicht ganz doof” ist der Herr also wirklich nicht.
Aktuell 2009:
Gr0ßbritannien- pleite, ZB muss sogar schon für 200 Milliarden die eigenen Gilts kaufen.
Spanien-der ganze schöne Aufschwung kam nur durch Immobilienblase und private Verschuldung.
Irland-auch pleite, ebenfalls Immoblase. Kein anderes Land im Euro-Raum hat aktuell so eine Verschuldung, ca. 13% vom BIP.
@turing_machine
Die sind halt an ihren “echten Wertsteigerungen” kaputtgegangen.
Da sind die k.u.k. Wirtschaften doch bedeutend klüger.
@weissgarnix
Das Bundesamt braucht auch seine Daseinsberechtigung.
Die Aussagekraft solcher Statistiken ist allerdings vergleichbar mit einem Taschenbuch von Konsalek.
Sei’s drum, wir publizieren – also leben wir….
Na, jemand hier in den letzten 3 Jahren auf Kredit in den Immomarkt von Dubai eingestiegen – und hat noch nicht verkauft?
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:furcht-vor-insolvenz-dubai-kaempft-gegen-pleiteaengste/50042585.html
@unwissender
Nicht, daß die auch noch an ihrem “echten Wachstum” verrecken….
Die Welt ist doch so ungerecht.
Aber es finden sich bestimmt Ökonomen, die das alles mit Modellen erklären können…
@unwissender
Ein paar tröstende Worte für die Dubai Investoren…
http://www.youtube.com/watch?v=OENjixZd_Oo
@Nanuk
Das ist mir alles zu positiv !
Ich denke schon an die Zeit “danach” !
http://www.youtube.com/watch?v=WEwqi3Q8s2A
@WGN
Ich bin aus diesem Grund ziemlich davon überzeugt, dass die “echte” Partei der Handwerker und Kleingewerbler nicht die FDP, sondern die Linke ist. Und wenn die SPD nicht so dermaßen von Blindfischen dominiert würde, hätte sie sich diese Weisheit längst zueigen gemacht und wäre massiv an diese Wählergruppe rangegangen.
Nun, ich weiss nicht, ob das ein guter Tipp ist, für einen KM-Unternehmer in die Linkspartei zu gehen, zumindest nicht gut fürs Geschäft.
Vielleicht im Osten, wenn die Linkspartei den Bürgermeister stellt.
Ansonsten gehen die KM- Unternehmer in Parteien, um Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und um an öffentliche Aufträge heranzukommen.
Die SPD als Partei eines „antimonopolistischen Bündnisses“, wie von der DKP in den 70-er Jahren propagiert? Nee, die SPD wird nicht von „Blindfischen“, sondern von Politkarrieristen dominiert.
Da müssen Du und Frank Luebberding schon eine eigene Partei gründen, die sich die Verkleinerung der Großbanken, die Förderung des Konsums der Reichen etc. auf die Fahnen schreibt. Sympathisanten gibt es hierfür sicherlich viele unter den Lesern dieses Blogs.
Ich bezweifele, dass wir einen Handelsbilanzüberschuss im Handel mit den USA haben.
IPods , Barbiepuppen, und vieles anderes werden in China im Auftrag gefertigt. Und sind keine Exporte Chinas.
http://www.philmug.ph/forum/showthread.php?t=21246
@unwissender
http://www.youtube.com/watch?v=W2CEGSBHBZQ
@ unwissender
Wie schön und elegisch. Aber vielleicht kann man dem großen Crash auch so begegnen:
http://www.youtube.com/watch?v=le7_j_U3M-0&feature=related
@froZ
Ja, so ähnlich könnte es aussehen.
Und hier noch ein Vorschlag, durch welche Straße sie feiernd ziehen könnten!
http://www.stuttmann-karikaturen.de/animation_single.php?id=2983
Na toll…
im Moment kommt da nur:
Server Error in ‘/aussenhandel’ Application.
Runtime Error …
Bei Heise.de kennt man das ja – der Server wurde “geheiset”. Aber das wgn das jetzt auch schon hinzubekommen scheint… Respekt!
)
Hoffentlich gehts bald wieder, mich würde der Atlas ja *auch* interessieren…
Leider kann man bei dem Atlas zur Zeit noch nicht anzeigen lassen, gegenüber welchen Staaten Deutschland einen Exportüberschuß und gegenüber welchen ein Defizit erwirtschaftet. Doch stellt man die Klasseneinteilung auf gleiche Klassenbreiten und nur zwei Kassen, erkennt man das Muster halbwegs: Gegenüber fast allen Staaten, darunter auch Niedrigstlohnländer erwirtschaftet Deutschland einen Exportüberschuß. Sehr aufschlußreich für alle, die vor dem angeblichen Massenexodus deutscher Exportunternehmen warnen.
“Was die Welt nicht braucht”
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/china852.html
Ich bin seit über 20 Jahren im exportintensiven deutschen Industrieumfeld unterwegs, in verschiedenen Branchen.
Diese Tabelle hätt ich auswendig runterleiern können, das ist überhaupt keine Überraschung für alle, die dort tätig sind.
Was aber doch immer wieder überrascht, ist , wie wenig das eigentlich bekannt ist im interessierten Publikum – merke ich an manchen verwunderten Beiträgen hier ob der positiven Aussenhandelbilanz Deutschlands gegenüber so vielen Partnern.
Allerdings, der Titel “Exportweltmeister” dürfte ein Euphemismus sein, zumindest was den relativen Anteil des Exports am BSP betrifft. Da heissen die wahren Meister Belgien, Niederlande oder Dänemark.
Wär auch mal ne Statistik wert.
“Allerdings, der Titel “Exportweltmeister” dürfte ein Euphemismus sein, zumindest was den relativen Anteil des Exports am BSP betrifft. Da heissen die wahren Meister Belgien, Niederlande oder Dänemark.”
Was jetzt nicht überrascht.
Singapur sagt man übrigens 200% Exportquote nach. :–)
“Überproduktion in China”
Besonders problematisch: Diesen ganzen Schund, den die da für “uns” herstellen, wollen sie doch selber überhaupt nicht haben
Allerdings halte ich Abgesänge auf China für fehl am Platze.