Ich stehe in meinem Buch ungefähr bei der Hälfte, und stoße so beim Schreiben und Grübeln auf einen interessanten Gedanken: Die Vorstellung, dass der Markt die erfolglosen Firmen aus dem Verkehr ziehe, und das volkswirtschaftlich zu begrüßen sei, trifft heutzutage so nicht mehr zu. Stattdessen gehen gerade die Firmen pleite, die erfolgreich waren und in ihre Zukunft investierten.
Firmen, die investieren, verschulden sich. Verschulden sie sich zur falschen Zeit, dann können sie ihren Schuldverpflichtungen nicht mehr nachkommen und gehen pleite. Gestern waren sie noch Heroes, heute sind sie dumme Loser. Wie kann man auch nur so dämlich sein, unmittelbar in eine Krise hinein zu investieren, nicht wahr?
Das Problem ist: die erfolgreichen Unternehmen haben gar keine andere Wahl. Insbesondere dann, wenn sie in einer kapitalintensiven Industrie zuhause sind, deren strukturelle Herstellkosten zu einem hohen Anteil fix sind. Weil dann haben Wettbewerber mit Leerkapazitäten einen vernünftigen Grund, eine “Kampfpreis”-Strategie zu fahren und ihre Preise bis knapp oberhalb der variablen Herstellkosten zu drücken.
Paradoxerweise führt das dazu, dass genau die Unternehmen als erstes sterben werden, die sich dem Wettbewerbsdruck stellen, ihre Prozesse rationeller gestalten und dafür investieren wollten. Tun sie das, dann erhöhen sie über die Finanzierungskosten ihre laufenden, fixen Zahlungsverpflichtungen. Während ihre Wettbewerber, die das nicht tun, diese konstant halten oder sogar senken. Eine wegbrechende Nachfrage zum falschen Zeitpunkt, aufgrund einer temporären Absatzkrise oder Verschiebungen von Marktanteilen im Rahmen eines Preiskampfes wird daher eher die belohnen, die passiv blieben und einfach ihre etablierten Claims hegten, während die Schumpeterschen Entrepreneurs reihenweise in die Insolvenz schlittern.
Es ist mehr ein Bauchgefühl als eine gesicherte Erkenntnis, aber mein Eindruck ist, dass man die Plausibilität des Gedanken an den seit langem niedrigen Investitionsquoten der großen Bluechip-Unternehmen ablesen kann, verbunden mit einer geradezu lachhaft niedrigen Verschuldungsquote vieler Großkonzerne von teilweise unter 2x EBITDA. Ein völlig anderes Bild natürlich bei denen, die ihnen unter extremem Wettbewerbs- und Innovationsdruck zuliefern: Die müssen investieren und sich verschulden, sonst brauchen sie erst gar nicht anzutreten.
OK, könnte man jetzt natürlich sagen: Investiert werden muß dann halt aus dem Eigenkapital. Sehr gute Idee. Aber woher nehmen? Schon Schumpeter war klar, dass nachhaltige Gewinne nur durch ständige Innovation oder durch Monopolisierung erzielt werden können. Was für unseren mittelständischen Unternehmer bedeutet, dass er entweder alles Geld, das er hat, in die Company steckt, oder das traditionelle Modell aufgibt und sich Eigenkapitalgeber ins Boot holt.
Notabene: Natürlich killt der Markt in der Regel auch erfolglose Unternehmen – quasi im “laufenden Betrieb” -, das ist ja klar. Aber in Situationen wie den oben skizzierten, in denen ein Nachfrageausfall auf gerade abgeschlossene Investitions- und Finanzierungsrunden folgt, trifft es mitunter gerade die Falschen.




















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Das selbe Bauchgefühl habe ich (ohne Wirtschaftsexperte) zu sein schon seit langem. Gerade die völlig ausgequetschten, auf hohe Innovation, Investitionen und kurze Produktzyklen trainierten Industrien (Auto, Chip) werden immer instabiler. Heute hui, morgen pfui.
Eigentlich müstte der Markt ja sogar im ‘Regelbetrieb’ vorausschauende Unternehmen killen, sofern nicht marktdominant. Denn Nachhaltig ist nicht immer Gewinnmaximierend – und dann gibt’s plötzlich bessere Investments.
Aber zur skizzierten Situation: Das ist vermutlich einfach DER (oder zumindest ein wichtiger) Grund, weshalb Krisen faktisch selbstverstärkend sind. Denn ,,Wie kann man auch nur so dämlich sein, unmittelbar in eine Krise hinein zu investieren, nicht wahr?”
“Aber in Situationen wie den oben skizzierten, in denen ein Nachfrageausfall auf gerade abgeschlossene Investitions- und Finanzierungsrunden folgt, trifft es mitunter gerade die Falschen.”
Man könnte natürlich auch sagen, dass es damit die unsauber finanzierten trifft und die über-optimistischen.
Denn in was für eine Zukunft hinein haben diese Unternehmen denn investiert? Offensichtlich in eine, die so nicht eintrat, also schon einmal am Markt vorbei.
Und so beginnt dann ja auch die “kreative Zerstörung”: Fette Dinosaurier mit hohen Fixkosten werden von kleinen Unternehmen massakriert. Die Lösung für die Dinos? Verschlankung, Teilverkäufe, Outsourcing – Time for *Neutron Jack*…
@keiner
Gerade die völlig ausgequetschten, auf hohe Innovation, Investitionen und kurze Produktzyklen trainierten Industrien (Auto, Chip) werden immer instabiler.
Da stecken alle Staaten so viel ‘rein, das wird schon wieder… (Wer die Augen fest genug zubekommt oder Politiker ist, nennt das ,,Freie Marktwirtschaft”).
Ach so, aber im übrigen ein schönes Argument gegen die “Akkumulation des Kapitals” und eines für die “kreative Zerstörung” ist er schon, der obige Blogbeitrag.
Ich stimme Ihnen nicht ganz zu und möchte das kurz erläutern:
Ich denke, die Krise und der dadurch bedingte Nachfrageeinbruch – primär auf den globalen Märkten! – hat eigentlich nur die Probleme ans Licht befördert, die schon länger in der Wirtschaft existieren. Ein zentrales Problem der Mainstream-Ökonomie ist es ja, dass sie – anders als Schumpeter – wirtschaftlich Entwicklung ausblendet. Insofern ist verständlich, dass den angesprochenen Problemen bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Tatsache ist, dass speziell auf globalen Märkten vielfach dieselben Gegebenheiten vorherrschen: Es gibt auf vielen globalen Märkten eindeutig, und zwar seit längerem schon, Sättigungstendenzen; es herrschen oligopolistische Strukturen vor, wobei eine geringe Zahl von sehr großen Unternehmen den Markt dominiert und zugleich dem Wettbewerb seine Prägung gibt – an ihnen liegt es, dass es einen einseitig auf Kostensenkung und den Preis fokussierten Wettbewerb gibt und eben nicht einen Wettbewerb, bei dem hohe Innovativität entscheidet und auf Differenzierung gesetzt wird.
Wenn man sich einmal – anknüpfend an Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung – das Marktphasenschema vor Augen führt, dann lässt sich sagen, dass die oben genannten sowie viele weitere Marktmerkmale, die gegenwärtig etliche globale Märkte kennzeichnen (z. B. Automobilmarkt, PC, Prozessoren, Pharma, Telekommunikation, Energie u. a.) charakteristisch sind für die Reife- oder eher noch für die Stagnationsphase.
Typisch für diese Phasen ist neben den genannten Merkmalen, das es viele kleine und mittelgroße Zulieferer und Dienstleister gibt, die in hohem Maße von den wenigen großen Oligopolisten abhängig sind. Das bedeutet, dass sie selbst auch auf Kostensenkung setzten müssen – sie können aufgrund der hohen Abhängigkeit oft nicht anders.
Das sind die Unternehmen, die jetzt in der Krise (zusammen mit den Konzernen) ins Trudeln geraten – auch wenn sie bislang erfolgreich waren und investierten. Die Konzerne leiten einen großen Teil des Drucks auf sie ab und das trifft sie hart, vor allem wenn sie noch eine hohe Schuldenlast drückt.
Von Konzernen unabhängige kleine und mittelgroße Unternehmen, die auf Innovation, Qualität und Differenzierung setzen, sind hingegen tendenziell am geringsten von der aktuellen Krise betroffen. Sie stehen viel besser da. Diese Unternehmen werden also nicht für ihre Innovativität und Investitionen bestraft.
Meines Erachtens sind die globalen Märkte das Kernproblem und dort speziell die sehr ähnlichen, aber, wie beschrieben, problematischen Marktstrukturen, die eine echte Innovationsdynamik verhindern.
Auf dem Automobilmarkt veranschaulicht dies sehr schön die Entwicklung des Elektroautos: Hier waren es kleine und praktisch unbekannte Unternehmen, die diese Technologie und das Konzept in den letzten Jahren innovativ vorantrieben und von sich reden machten – nicht die Konzerne! Die bemühten sich vielmehr nach Kräften, diese Entwicklung zu behindern – und sprangen erst auf den Zug auf, als sie ernste Absatzprobleme bekamen. Die Bundesregierung beispielsweise hat indes jetzt damit begonnen, nicht die Technologie an sich zu fördern, sondern die auf den Zug aufspringenden Konzerne und sie will dafür sorgen, dass sie den Kuchen unter sich aufteilen können – die Pioniere bleiben außen vor.
So lässt sich freilich keine innovative Dynamik in Märkte bringen. Das wird erst dann der Fall sein, wenn die Wirtschaftspolitik umschaltet und nicht mehr – so wie in den letzten 40 Jahren – einseitig Großunternehmen fokussiert und damit zugleich innovative kleine und mittelgroße Unternehmen systematisch benachteiligt. Wachstumsträchtige Märkte sind nicht solche, auf denen über Jahre hinweg intensiver Preis- und Kostenwettbewerb geführt wird. Was fehlt ist eine innovative Dynamik und die wird nicht von den Konzernen ausgehen, die dabei viel mehr zu verlieren als zu gewinnen haben – so viel ist sicher. Wir haben nicht zuviel Wettbewerb, sondern zu wenig!
Es ist denkbar, dass dies die eigentliche Ursache der Wirtschaftskrise ist: Gesättigte Märkte, die ihre innovative Dynamik verloren haben, weil kein wirksamer Wettbewerb mehr herrscht.
@hacedeca
>Denn in was für eine Zukunft hinein haben diese Unternehmen denn investiert? Offensichtlich in eine, die so nicht eintrat, also schon einmal am Markt vorbei.
Einverstanden, aber das Nichtwissen um die Zukunft – unter uns beiden keynesianischen Betschwestern ja eine Binsenweisheit – trifft natürlich die wesentlich stärker, die sie aktiv gestalten müssen, als jene, die abwarten und ihre Quasirenten beziehen können, wie der alte John Maynard das so schön formuliert hat.
Insoferne hast du zwar mit deiner Aussage recht, nur sollten wir dann im Alltagsgebrauch die Semantik des Wörtchens “Erfolg” etwas anders ansetzen, als bisher – und vor allem nicht mit einem Werturteil à la “faul oder dämlich” versehen.
@wgn
Gibt es für deine Theorie “Massensterben der Erfolgreichen” auch einen empirischen Beleg? Kleine Liste mit gerade verstorbenen innovativen Unternehmen?
@ WGX
Die niedrige Verschuldung der großen Unternehmen hat wohl auch damit zu tun, dass in den letzten Jahren (besonders unter rot-grün…) die Interessen und damit die Gewinne dieser Unternehmen gepeppelt wurden bis zum Geht nicht mehr. Wir sind ja in der paradoxen Situation, dass der Unternehmenssektor eine Netto-Gläubigerposition hat, also mehr spart als investiert.
Das hätte natürlich nicht geklappt, wenn die Löhne nicht so sehr gefallen wären. Erstens wären die Gewinne nicht so stark gestiegen, zweitens wären sie wahrscheinlich gar nicht zustande gekommen, weil der Lohndruck ja eine reale Abwertung war. Die großen deutschen Unternehmen sind ja vor allem Exporteure.
Dazu kommen noch Goodies aus der Politik: Senkung der Körperschaftssteuer, Anhebung der Mehrwertsteuer (schön für Exporteure) etc.
Gleichzeitig ist auch die Sicherheit langfristiger Beziehungen mit den Banken flöten gegangen. Während vor der massiven Liberalisierung der Finanzmärkte (durch wen? Ach ja, durch rot-grün) noch langfristige Beziehungen zu Hausbanken da waren, hat sich die Finanzierung vor allem der großen immer mehr auf den Kapitalmarkt verschoben.
Die stehen damit auch immer mehr unter dem Druck von Kapitalgebern, die den schnellen Buck machen wollen. Für die Kleinen interessieren sich zumindest die großen Privatbanken dabei immer weniger. Die bringen ja keine große Rendite.
Aber das Ergebnis dieser Politik sehen wir ja jetzt. Während es zwischen 2002 und 2005 vor allem die kleinen Unternehmen waren, die aus Binnnennachfragemangel (und selbstverschuldeter Unmündigkeit der damaligen Regierung) pleite gingen, trifft es jetzt auch die Großen, die vorher wunderbar geschützt und gepeppelt wurden (aber die kleinen auch, die sind ja die ersten, die ihren Kredit nicht verlängert bekommen).
Grüße,
Fabian
Mir fällt da spontan die Diskussion der vergangenen Wochen/Monate mit Quelle und Opel und das Stichwort geordenete Insolvenz ein. Wenn das durch Investition überschuldete Unternehmen trotzdem zukunftsfähig ist, dann wird sich ja sicherlich ein neuer Investor finden der mit besseren Startbedingungen weitermacht. Das neue, alte Unternehmen ist praktisch schuldenfrei und kann jetzt seinerseits die alten Konkurenten hinausdrängen, da diese ja veraltete Technik bzw. Produkte anbieten und weiterhin ihren Kapitaldienst bedienen müssen.
Bei mittelständischen, marktführenden Unternehmen, die es ja zuhauf bei uns gibt, ist das mMn nicht so relevant, da diese ja technologische Marktführer sind und einen Preiskampf nicht so befürchten müssen, wie Massenanbieter.
Steht und fällt halt die ganze Argumentation mit dem Insolvenzrecht…
Glück Auf
Ein Problem könnte sein dass heutzutage vor allem in teure Berater von aussen investiert wird, die neben den Kreditzinsen, die Unternehmen aussaugen.
Und falls das Unternehmen nämlich wirklich tolle Innovationen in der Schublade hat, sollte sich theoretisch immer ein Geldgeber finden der auch einem Unternehmer über schwere Zeiten hilft. Sollte das momentan nicht der Fall sein, dann wäre das ein weiteres Indiz sein dass in unserem System vieles im Argen liegt und die Anreize zu Investitionen falsch angelegt sind.
@Stefan Eichler
>Ich stimme Ihnen nicht ganz zu und möchte das kurz erläutern
Oh, ich werde verwöhnt. Normalerweise heißt es nur “WGN redet Scheiße” – ohne weitere Erläuterung.
>Ein zentrales Problem der Mainstream-Ökonomie ist es ja, dass sie – anders als Schumpeter – wirtschaftlich Entwicklung ausblendet.
Yep – ich schreibe zufällig gerade ein Buch darüber. Wird fast 300 Seiten stark und wirklich sehr, sehr lustig.
>Von Konzernen unabhängige kleine und mittelgroße Unternehmen, die auf Innovation, Qualität und Differenzierung setzen, sind hingegen tendenziell am geringsten von der aktuellen Krise betroffen.
Das halte ich für einen äußerst sympathischen Gedanken, er steht auch klar in der Tradition der “echten” Sozialen Marktwirtschaft, wie sie einmal gedacht war; aber er trifft meiner Meinung nach auf das Gros der Unternehmenslandschaft nicht mehr zu. In Deutschland vor allem deshalb, weil ein großer Teil der Kaufkraft auch indirekt an Großunternehmen hängt, und damit auf die kleinen, innovativen Anbieter durchschlägt, obwohl die nicht klassische Zulieferer sind. Wenn sie demnächst nach Eisenach fahren, werden ihnen viele kleine, innovative Dienstleister und lokale Anbieter begegnen, die pleite sind. Raten Sie mal, warum.
>Meines Erachtens sind die globalen Märkte das Kernproblem und dort speziell die sehr ähnlichen
Insoferne, als sie eine Massenproduktion für den Weltmarkt und daher die Herausbildung derartiger Strukturen wie oben beschrieben fördern: Ja.
>Was fehlt ist eine innovative Dynamik und die wird nicht von den Konzernen ausgehen, die dabei viel mehr zu verlieren als zu gewinnen haben – so viel ist sicher. Wir haben nicht zuviel Wettbewerb, sondern zu wenig!
Ich komme ans Ende Ihres Kommentars und beginne mich zu fragen: “Wo ist die versprochene Entgegnung?” – Defacto stimmen wir ja mit allem überein. Was jetzt genau der Grund für die Großunternehmen ist, darüber können wir uns lange streiten, und uns Marx, Hilferding, Schumpeter, Mancur Olson oder weiß-Gott-wen um die Ohren hauen. Schumpeter antizipierte eine solche Konstellation jedenfalls in seinem Werk, sprach ja davon, dass es ein “allgemeines Gleichgewicht” bzw so etwas wie eine “perfekte Konkurrenz” nicht gibt und nicht geben kann. War aber trotzdem ein Fan von Walras, der arme Kerl – ein Österreicher halt, mein Gott, war ja eigentlich eh klar.
Ratschläge für Manager:
1. Verfallen Sie angesichts von Unordnung nicht in Panik – es ist besser etwas Unordnung zuzulassen und die Information aufzunehmen anstatt sie herauszufiltern und zu übersehen.
2. Nichts kann jemals vollständig erledigt werden – Alles was Sie tun hat Auswirkungen jenseits der beabsichtigten, auch indirekte und langsame Wirkungen.
3. Chaotische Aktivität ist besser als ordentliche Inaktivität – Sinnerzeugung entsteht aus der Aktivität, keine Aktivität erzeugt somit auch nicht viel Sinn.
4. Die wichtigste Entscheidung ist oft die unscheinbarste – Entscheidung darüber, was erhaltenswert in Ordnern, Dateien oder sonstwo vorgehalten wird sind die Grundlage für zukünftige Aktivitäten. Solche Entscheidungen erscheinen unwichtig, aber sie erhalten eine Vergangenheit, aus der wir die Gegenwart und die Zukunft konstruieren.
5. Es gibt keine Lösung – Es gibt keine einfachen Antworten, kaum etwas ist richtig oder falsch. Lernen Sie zu improvisieren, und erhalten Sie ein tolerables Niveau an Vernunft.
6. Vermeiden Sie Nutzen-Denken – Gute Anpassung im Heute reduziert die Optionen für die Zukunft. Die starke Konzentration auf Nutzen im Jetzt kann den zukünftigen Nutzen völlig unmöglich machen. Es ist besser, eine gewisse Unordnung im System zu behalten und so Optionen für die Zukunft zu haben.
7. Die Landkarte ist das Land – Wenn Manager die Vergangenheit analysieren, erzeugen sie eine Erfahrungs-Landkarte. Projiziert man diese Landkarte auf die Zukunft, egal wie stark die Landkarte die Wahrheit auch vereinfacht, dann ist sie eine Richtschnur, die mehrfach durchdacht wurde, und wird damit zum besten verfügbaren Wegweiser.
8. Planen Sie das Organigramm neu – Lassen Sie sich nicht von der konventionellen Darstellung der Organisation einfangen. Formulieren Sie neu, schreiben sie um, und ersetzen beispielsweise die Titel mit der Wirkung, die die Personen auf Sie haben.
9. Visualisieren Sie ihre Organisation als evolutionäres System – Betrachten Sie was sich entwickelt, was sie tun können und was getan werden könnte. Betrachten Sie auch, was nicht getan werden kann und was Sie nicht können.
10. Machen Sie sich selbst kompliziert – Überlegen Sie unterschiedliche Ursachen, alternative Lösungen, neue Situationen, kompliziertere Lösungen und genießen sie es!
@ Szefan L. Eichner 6
Die eigentliche Ursache der Wirtschaftskrise ist: Gesättigte Märkte … weil kein wirksamer Wettbewerb mehr herrscht.
Wenn ich etwas nicht verstehe, dann frage ich einach:
1) War das nur ein Versehen (semantische Konfusion)
2) Eine raffinierte Umformulierung des neoliberalen Unsinns: Mehr Wettbewerb => Mehr Wachstum -=> Mehr Wohlstand => …
3) Etwas völlig andres ?????????
@Interessierter Laie
>Wenn das durch Investition überschuldete Unternehmen trotzdem zukunftsfähig ist, dann wird sich ja sicherlich ein neuer Investor finden der mit besseren Startbedingungen weitermacht.
Nicht automatisch – genau das ist mir gestern nochmal klar geworden, als ich mich intensiv mit Keynes und Minsky für eine Passage in meinem Buch beschäftigte. Das Problem für den Investor liegt ja nach wie vor in einem Horizont, den er nicht sehen kann – der Zukunft. Das heißt: selbst wenn er den Laden schuldenfrei übernimmt, hat er eine Sekunde später bereits ein Vorfinanzierungsproblem, für das er Kapital aufbringen muß. Er weiß aber nicht, ob er auf dieses Kapital zukünftig Rückflüsse erhält. Seine sogenannten “Sicherheitsmargen” (Minsky) bzw “Risikoprämien” (der Begriff, den wir heute eher verwenden) werden deshalb mitunter sehr hoch sein.
Zumal – und jetzt Ladies und Gentlemen sehr gut aufgepaßt! – jede derartige Investition zu einer Portfolioentscheidung verkommt, d.h. einer optimierenden Auswahl unter mehreren Möglichkeiten: Der strategische Investor könnte das Geld auch in den eigenen Laden stecken, der Finanzinvestor stattdessen Anleihen oder Aktien der Konkurrenz kaufen.
Mit anderen Worten: auch eine “schuldenbefreite” Opel müßte plötzlich Zukunftsperspektiven aufweisen, die gegenüber konkurrierenden Anlagen höherer Renditen versprechen. Und das erscheint, angesichts der allgemeinen Situation im Automobilmarkt, doch eher fraglich. Kann sein, muß es aber keineswegs automatisch.
@Stephan
>Gibt es für deine Theorie “Massensterben der Erfolgreichen” auch einen empirischen Beleg?
Habe ich nicht geprüft. Hängt ja auch stark davon ab, was man als “innovativ” bezeichnet. “Subprime” war auf seine eigene, spezielle Art doch sehr innovativ, findest du nicht? Insoferne ja: für das Massensterben in diesem Sektor gibt es empirische Belege noch und nöcher.
@Fabian Lindner
>die Interessen und damit die Gewinne dieser Unternehmen gepeppelt wurden bis zum Geht nicht mehr.
Schon, aber die Eigenkapitalquoten sind ja nicht so dramatisch gestiegen – also wurde vieles auch einfach wieder ausgeschüttet.
Übrigens: hier ein sehr instruktiver Chart zu den EK-Renditen der deutschen Industrie, aus höchst unverdächtiger Quelle. Man wird einige der Zahlen kaum fassen (zB verarbeitendes Gewerbe 25%):
http://www.iwkoeln.de/Portals/0/grafiken/iwd/2009/22/02_09_22_eigenkapitalrendite.gif
Und der Hüther aus dem gleichen Laden schreibt jetzt im Blog der INSM, die EK-Renditen wären “zu niedrig”.
@ Stephan 16
Ja, ich habe auch meine (große) Zweifel. Lügst sich Wgnx jetzt in die eigene Tasche – pardon eigenes Buch?
Es heißt nämlich – udn dies als ganz selbstverständlich: Opel ist so verdammt gut … so innovativ … na ja, unser deutsches Unternehmen kann nur gut und innovativ sein … unsere Ing. sind doch die besten … Na klaro …
Vielleicht konnten wir dies gerade noch den Russen einreden, den Japanern, Chinesen, … aber nicht.
Heute wage ich auch mal eher zu zweifeln.
a) Die Unmenge an innovativen Unternehmen, die aufgrund von zu viel Investitionen Pleite gegangen sind, sehe ich nicht.
b) Die These, dass die Verschuldung der Unternehmen vergleichsweise gering ist, teile ich ebenfalls nicht. Auf die gesamte Wirtschaft kann man das nicht nachweisen (übrigens auch nicht das Gegenteil, der Anteil der Unternehmensschulden ist überraschend konstant).
Klar, du zielst ab auf die Blue Chips, die Quasirenten einfahren, aber wenn mir als Paradebeispiel die Versorger anschaue, sind die Verschuldungsraten dort nicht signifikant gesunken. (Aber ein globaler Überblick ist ein Blick auf RWE und eon natürlich nicht).
c) Die Vermutung, dass Investitionen nicht per se gut sind, sondern durchaus wichtig sein könnte, wofür, wann und wieviel man investiert, hatte ich schon früher … Dabei sind dummerweise auch alle drei Sachen wichtig. Wer zu früh oder zu spät (sowohl aus technologischer Sicht als auch aus Sicht des Konjunkturzyklus), wer zu viel oder zu wenig, wer in den falschen Bereich investiert, kann dabei schnell die Grätsche machen. Man schau sich Q-Cell an. Von der Nummer 1 in der Solarbranche zum Pleitekandidaten. OK, so schnell geht das nur, wenn man zwei der drei Punkte falsch macht: Q-Cell hat zu viel und im Zyklus zu spät investiert. Da nützt die richtige Branche auch nichts mehr …
@wgn
Gibts mir ja damit indirekt recht! Der Investor entscheidet dann, ob wie in Deinem Beispiel Opel zukunftsfähig am Markt ist oder nicht. Wenn es Opel nicht ist (und der Investor damit nicht einsteigt), dann liegt Opels Problem nicht vordergründig beim Kapitaldienst, sondern in fehlender innovativer Technik. In Deinem Ausgangspost gings es aber gerade um zukunftsfähige Unternehmen, die gerade dadurch zukunftsfähig geworden sind, da sie sich verschuldet haben. Und wenn diese das halbwegs gut gemacht haben (was bei Opel zu diskutierbar ist), dann sollte sich ein Investor finden.
Die fehlende Sicherheit in der Zukunft hat der potentielle Investor bei jeder Möglichkeit in seinem Portfolio, Risiko hat er bei jeder Entscheidung abzuwägen.
@wgn #16
Subprime? Ganz schlechtes Beispiel. Die zugrundeliegende eigentliche Innovation ist BISTRO “broad index secured trust offering” 1997 erfunden von JP Morgan Team. Und diese Innovation hat ihren Zweck sehr gut erfüllt. Subprime CDO’s haben die urspüngliche Idee pervertiert (Ratingproblem, Korrelation, etc.)
Reale Innovationen über die ich diese Woche gelesen habe:
Entsalzung
Saltworks Technologies hat eine neue Technologie erfunden. Das erste Werk wird gerade gebaut. (Quelle: http://bit.ly/1k74nx)
Kondome
Richter Hi-Tech liefert eine Kondomfabrik verpackt in zwei Containern aus. Ein Export-Hit! (Quelle: http://bit.ly/3D8BZ2)
Häuser
The Wall AG entwickelt Platten aus Papier. Vorlage sind Bienenwaben. Ein Papierhaus 4.000 Euro. (Quelle: http://bit.ly/32a1JT)
Das verstehe ich unter unternehmerischer Innovation. Ich verstehe deinen Ansatz nur bedingt. Du ziehst gegen die neoklassische Ökonomie in den Krieg. Meiner Meinung nach zu Recht. Aber baust selber ökonomische Luftschlösser, die genausowenig mit der Realität zu tun haben. Ich nehme weil’s einfach Spass macht?
@ wgn #12
Ich habe „nicht ganz“ zugestimmt. … War also gar nicht als Entgegnung gemeint, sondern nur eine Differenzierung. J Nicht alle innovativen Unternehmen bzw. nicht alle erfolgreichen Unternehmen werden bestraft – das wollte ich sagen. Es spielt aber jetzt, in der Krise, sehr wohl eine Rolle, ob der „Erfolg“ in mehr oder weniger großer Abhängigkeit von Konzernen erreicht wurde.
Dass es so viele Betroffene gibt, ist m. E. eine Konsequenz einer seit vier Dekaden auf Konzerne und Effizienzsteigerung ausgerichteten Wirtschaftspolitik. Das bedeutet ein hohes Maß an Abhängigkeit der Volkswirtschaft von dieser „Großunternehmenssäule“. Und gerade deswegen, so denke ich, haben wir (vor dem Hintergrund der oben von mir genannten Charakteristika) ein so hohes Maß an Instabilität der Gesamtwirtschaft.
Was die kleinen innovativen Firmen in Eisenach betrifft: Ich denke, wir stimmen darin überein, dass die Gesamtwirtschaft in hohem Maße auf der „Säule“ Großunternehmen ruht – insofern ergeben sich vielfältige Abhängigkeiten, nicht nur solche direkter Art, wie z. B. bei Zulieferern.
Grüße
SLE
@ Systemfrager #14
Antwort: „3) Etwas völlig anderes.“
Erläuterung:
Die Wettbewerbstheorie – egal ob liberal („freier Wettbewerb“) oder neoklassisch („workable competition“ & „contestable markets“) kennt nur Preiswettbewerb …. weil ihre Marktsicht statisch ist!!!
Wenn sie eine dynamische Marktsicht zugrundelegen – nehmen sie etwa mal das Marktphasenkonzept als Basis -, dann bekommen sie m. E. ein zuverlässige Erklärung der Entwicklung von Märkten nicht hin, wenn sie Wettbewerb immer nur als reinen Preiswettbewerb sehen. Auf ausgereiften Märkten entscheiden Preis und Kosten den Wettbewerb um die Nachfrage. In einer frühen Entwicklungsphase spielen indes Funktionalität und Qualität eine viel größere Rolle als der Preis. Das heißt, im Zuge sich entwickelnder Märkte wandelt sich der Wettbewerb selbst. Wandelt er sich nicht, gerät auch die Marktentwicklung ins Stocken.
“Wirksamer Wettbewerb“ ist in klassischer/neoklassischer Sicht – zu jeder historischen Zeit – „effektiver Preiswettbewerb“. Wenn Sie das so sehen, dann haben sie eine statische Marktsicht und können Entwicklung nicht erklären. Wirksamer Wettbewerb ist, wenn man die Entwicklung von Märkten berücksichtigt, ein sich in der Zeit wandelnder Wettbewerb, was bedeutet, dass sich im Zuge der Entwicklung von Märkten die Bedeutung der Wettbewerbsparameter verschiebt, von Funktionalität und Qualität in den frühen Phasen zu Preis und Kosten in den späten Phasen. Ich nenne das „evolutorischer Wettbewerb“ – das ist eine Wettbewerbstheorie, die ich vor einigen Jahren entwickelt habe.
So gesehen haben wir auf zahlreichen Märkten keinen „wirksamen Wettbewerb“.
Viele Grüße
SLE
@ Stephan 21
>Ich nehme an, weil’s einfach Spass macht?
Ich glaube nicht. Sondern:
Wgnx will auf biegen & brechen Schumpeter mit Keynes versöhnen. Daraus wird NIX. Die Nachfragetheorie braucht keine angebotstheoretische Unterstützung. Es sei, man denkt an Selbstmord. Wenn ich sein Berater wäre, würde ich versuchen, ihm dies auszutreiben. Aber das bin ich nicht.
“Übrigens: hier ein sehr instruktiver Chart zu den EK-Renditen der deutschen Industrie, aus höchst unverdächtiger Quelle. Man wird einige der Zahlen kaum fassen (zB verarbeitendes Gewerbe 25%):”
und dann kommt der alte Gnom und lacht sich ins Fäustchen…
http://www.youtube.com/watch?v=hZUXNpbR6g8
@ Stefan L. Eichner 23
Also, die Marktwirtschaft verfehlt immer mehr die Wünsche der Konsumenten? Und deshalb fehlt ihr die Nachfrage?
Eine sehr gewagte These. Leider: alte Kamele (mit neuen Satteln etwa). Man hat dies früher als Disproportionalitätsthese genannt. Stichwort Marx. Sie kommt, wenn alle Argumente verpufft sind.
Oder wollten Sie was andres sagen? Ich frage einfach … wenn ich etwas nicht verstanden habe.
und wer jetzt was von Inflation erzählen will…
billiger als umsonst geht nicht…
http://www.tafel.de/
@Stephan
“Zu den Wabenhäusern…”
Wo wohnst du? Auf der Strasse?
@Stephan
“Papierhaus 4.000 Euro.”
ein Steinhaus für 2000 Euro
http://www.diia.de/
@Systemfrager
>Es heißt nämlich – udn dies als ganz selbstverständlich: Opel ist so verdammt gut
Nein – Opel hatte ich dabei nicht im Sinn, wie aus einem Kommentar oben bereits hervorgegangen sein sollte.
@Systemfrager #24
“Hochzeit von Schumpeter und Keynes”. Ist das der Plan? Keine Ahnung! Für mich ist das Problem, die Art und Weise wie diese Protagonisten in Stellung gebracht werden im Rahmen von “neuen” ökonomischen Ideen. Das erinnert mich sehr an viele zeitgenössiche Vertreter der Österreichischen Schule.
Die bearbeiten ja jedes erdenkliche Problem mit derselben Methode. Zuerst kommt ein längeres Zitat von Mises oder Hayek. Bevorzugt “Human Action” oder “Road to Serfdom”. Dann wird Exegese betrieben. Wie könnte der Meister das gemeint haben?
Wann gibt’s eigentlich eine bibeltaugliche Kapitel/Vers Ausgabe von “Human Action”? Das würde die Argumentation erheblich erleichtern. Ich finde das sehr ermüdend. Auch wenn jetzt mal zur Abwechslung der Schumpeter herhalten muss. Wirklich weiter bringt einem diese Methode nicht.
Wenn man diese Argumentation mit dem Toulmin Modell betrachtet, dann ist das eine vulgäre Abkürzung. Die Behauptung kommt vom Meister. Und das Backing beruht hauptsächlich auf des Meister’s Autorität.
@egghat
>die aufgrund von zu viel Investitionen Pleite gegangen sind, sehe ich nicht.
Eine reine Frage der Sichtweise. Kauf dir die jüngste ZEIT und lies im Magazin die Story über Eisenbach, dann wird dir vielleicht klar, was ich meine.
>b) Die These, dass die Verschuldung der Unternehmen vergleichsweise gering ist, teile ich ebenfalls nicht. Auf die gesamte Wirtschaft kann man das nicht nachweisen
Dass es eben nicht auf die ganze Wirtschaft, sondern nur auf große Unternehmen zutrifft, habe ich doch oben extra geschrieben. Lies halt vielleicht mal genauer, statt andauernd auf Twitter herumzuhängen.
>Die Vermutung, dass Investitionen nicht per se gut sind, sondern durchaus wichtig sein könnte, wofür, wann und wieviel man investiert, hatte ich schon früher
Schön – nichts anderes als das habe ich oben geschrieben.
@interessierter Laie
Nein – damit ist nicht mehr und nicht weniger gesagt, als dass die Investition in eine komplette entschuldete Firma nicht unbedingt dem momentanen Risiko/Rendite-Profil von Investoren entsprechen muß. Was morgen aber schon wieder ganz anders sein kann.
@Eichner
“Auf ausgereiften Märkten entscheiden Preis und Kosten den Wettbewerb um die Nachfrage. In einer frühen Entwicklungsphase spielen indes Funktionalität und Qualität eine viel größere Rolle als der Preis.”
Yep, genau so ist das, da will ich mir doch die ganze Zeit schon diesen neuen Tesla holen, ganz frühe Entwicklungsphase und so, und da bekomme ich ja sowas von Funktionalität und Qualität und so, da verblase ich alle an der Ampel und alle Girlies lächeln mich an und alles wird ganz wunderbar. Yep, da sind mir die schlappen 100 tsd. Euro aber sowas von egal….. ähh…. yep, ist gelogen, da bin ich doch etwas zu sehr Buchhalter … ähh… zu preissensibel oder so, nope, da fahre ich lieber meinen Benzin-burner weiter. Yep, sollen die ganz Reichen sich so nen Spielzeug leisten, ich als einfacher Arbeiter muss da doch den Preis berücksichtigen, weil, yep, großes Geheimnis des Kapitalismus: Geld ist immer knapp…. und daher Entscheidungsrelevant….weil Preis und Geld stehen ja irgendwie so in einem Zusammenhang
Yep, und deshalb wird das nix mit dem Nobelpreis für Herrn Eichner und seine “Evolutionstheorie”. Sorry, einer musste das ihnen mal sagen, rein funktional … so als Differenz
@ Systemfrager #26
“Also, die Marktwirtschaft verfehlt immer mehr die Wünsche der Konsumenten? Und deshalb fehlt ihr die Nachfrage?“
Die Marktwirtschaft funktioniert nicht mehr richtig, wenn kein wirksamer Wettbewerb vorliegt. Angebotsseitig geht die innovative Dynamik verloren, Märkte verkrusten. Dass die Nachfrage fehlt, ist eine Konsequenz der Form des Wettbewerbs, der auf einer Reihe von volkswirtschaftlich bedeutsamen (bzw. ausgereiften/stagnierenden) Märkten der oben angesprochenen Art vorherrscht: Über Jahre hinweg betriebene Kostensenkung hat die Kaufkraft immer weiter ausgehöhlt. Man kann die Probleme nicht rein angebotsseitig oder rein nachfrageseitig erklären.
@Stephan
>Das verstehe ich unter unternehmerischer Innovation. Ich verstehe deinen Ansatz nur bedingt.
Ich sagte es oben bereits: Die Sichtweise wird stark dadurch bestimmt, was man als “Innovation” bezeichnet. Ich halte mich schlicht an Schumpeters Definition von “neue Kombinationen von Produktionsfaktoren”.
@ Stephan 24
Du … das ist so toll ausgedrückt (ich amüsiere mich so prächtig):
Dann wird Exegese betrieben. Wie könnte der Meister das gemeint haben?
Ja, das ist eine reine Theologie und keine Wissenschaft.
Die WiWi hat – mit wenigen Ausnahmen (Keynes und noch ein paar wenige …) – keine einzige originelle Idee seit fast zwei Jahrhunderten.
Marxismus: Man zieht dem klassischen Liberalismus eine metaphysische Pelerine
Neoliberalismus. Man macht aus dem Modell der klassischen Mechanik von Newton eine WiWi
@Stefan L. Eichner
“Man kann die Probleme nicht rein angebotsseitig oder rein nachfrageseitig erklären.”
Die Tugend in die Mitte sprach der Teufel und setzte sich zwischen zwei Juristen…
@Systemfrager
>Wgnx will auf biegen & brechen Schumpeter mit Keynes versöhnen.
Da käme ich rund 60 Jahre zu spät, mein Lieber. Hat Minsky bereits gemacht, der war Schüler Schumpeters in Harvard und nannte sein erstes großes Werk “John Maynard Keynes”.
Ich fürchte daher, dass mir auf diesem Terrain nicht mehr sehr viel Ruhm zuteil werden wird.
>Daraus wird NIX.
Komisch – das höre ich irgendwie andauernd.
@ Stefan L. Eichner 35
Also, die Disproportionalitätsthese lassen wir weg. Sehr gut.
Über Jahre hinweg betriebene Kostensenkung hat die Kaufkraft immer weiter ausgehöhlt. Man kann die Probleme nicht rein angebotsseitig oder rein nachfrageseitig erklären.
Jetzt sind wir nun (“Kostensenkung”) bei Sismondi (ein wenig, aber nur klitzeklein auch bei Malthus)
Aber die Lösung: Der Dritte Weg – Jenseits von Angebot und Nachfrage.
Ich bin sehr interessiert
@Systemfrager
Überbrückungs Musik gefällig?
http://www.youtube.com/watch?v=wP3YCZvuB6A
@Systemfrager
>Also, die Marktwirtschaft verfehlt immer mehr die Wünsche der Konsumenten? Und deshalb fehlt ihr die Nachfrage?
Ein ganz eigener Topos, der hier nur bedingt hingehört. Ich spreche jedenfalls oben nicht von Firmen, die schlicht auf’s falsche Pferd gesetzt haben.
Obwohl das zu betrachten auch mal ganz interessant wäre.
@ Nanuk
Ach die alten tollen Zeiten … Genau das Richtige für ein Wochenende
@wgnx
” OK, könnte man jetzt natürlich sagen: Investiert werden muß dann halt aus dem Eigenkapital. Sehr gute Idee. Aber woher nehmen?”
Ein befreundeter Arbeitsrechtsanwalt, der oft von Betriebsräten gerufen wird und viel in Sachen Sozialpläne unterwegs ist, erzählte mir kürzlich: er habe ja viel mit Mittelstand zu tun ( vor allem notorisch EK-arme Autozulieferer hier in Plattbaiern ) , aber was auffällig sei, in welch starkem Masse in letzter Zeit solvente Privatleute eigenes Geld in solche Firmen investierten, das hätte es früher nicht gegeben.
Ob das was bedeutet weiss ich nicht, aber eine interessante Entwicklung, vielleicht eine positive Folge des Finanzcrashs mit den jetzt bescheidenen Renditen auf dem Finanzmarkt.
@ goodnight #34
Das Elektroauto ist ja interessant geworden, weil der Ölpreis explodierte. Das sollte man vielleicht in die Rechnung mit einbeziehen. Und dass ein Elektroauto verglichen mit einem Benziner kaum Verschleißteile hat, ist auch nicht unwichtig. Der Tesla ist außerdem ein Sportwagen und deswegen müssen sie ihn auch preislich mit anderen Sportwagen vergleichen.
Außerdem waren Benzin-Autos zu Beginn ihres Lebenszyklus auch sehr teuer und für kaum jemanden erschwinglich.
Und ich kann ja durchaus auch auf die Idee kommen, mir eine PC zum telefonieren zu kaufen, anstelle eines herkömmlichen Telefons, obwohl der viel teurer ist – etwa weil ich sowieso sehr viel Zeit vor einem PC verbringe. Könnte bedeutsam sein, wenn es etwa künftig sehr viel Teleheimarbeit gibt …
Und es kann ja auch sein, dass ich lieber teure Brötchen kaufe, die mit dem „Slow-Baking“-Verfahren hergestellt werden, weil die einfach viel besser schmecken als die üblichen Dinger …;-)
Der Preis ist also nicht in jedem Fall entscheidend. Wer das voraussetzt, denkt falsch.
Trotzdem vielen Dank, das sie mich beinahe für nobelpreisverdächtig gehalten haben …
@wgn #36
Die Zitatschlacht kann beginnen:
“Innovation is the specific function of entrepreneurship, … It is the means by which the entrepreneur either creates new wealth-producing resources or endows existing resources with enhanced potential for creating wealth.”
(Peter F. Drucker, The discipline of innovation, HBR http://bit.ly/6SV6z)
Der einzige Unterschied zu deiner Schumpeter Variante sind die Zauberworte “wealth-producing” und “potential for creating wealth”. Und ich glaube das hatte auch Schumpeter im Blick. Nicht einfach nur die “neue Kombinationen von Produktionsfaktoren”. Und in dem Sinne ist ein Subprime CDO wohl keine Innovation.
@Stephan
Nein, ich beteilige mich nicht an Zitateschlachten. Ich sage dir nur, dass der druckersche Begriff von “wealth-creation” dumm und naiv dahingehend ist, als dass er nur aus einer ex-post-Perspektive formuliert werden kann. Ex post ist aber geschenkt, denn “hindsight is cheap”.
Da war Schumpeter schon deutlich weiter, als diese Pseudos vom Schlage eines Druckers oder Hammer-Champys.
PS: Seite 100 in der “Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung”, da kannst du’s auch selber nachlesen.
@ Systemfrager #40
Es gibt vermutlich keinen dritten Weg, sondern die Lösung liegt in der sinnvollen Verbindung beider Wege. Lange Zeit gab es ja z. B. eine innovationstheoretische Debatte technology push vs demand pull – Kline/Rosenberg haben dann beides verknüpft zu ihrem „chain-linked“ Model. Ich habe das im Bereich der Wettbewerbstheorie getan. Mehr nicht. Wenn sie verstehen wollen, wie das funktioniert, schauen sie es sich einmal an. Ausbreiten kann ich das hier wohl nicht. Weissgarnix hat schon angedeutet, dass unser Dialog etwas zu weit vom Thema wegführt.
Gruß
SLE
Dieses Manko kann man durchaus auch anderen methodischen Vorgehensweisen vorwerfen. So z.B. der Transaktionskostenökonomie und allen Betrachtungsweisen die einen harten “rational choice” Kern aufweisen.
BTW- Karl Weick und sein Konzept der evolutionären Organisationsentwicklung wäre hier ev. einschlägig.
@ Stephan #46
Schumpeter hatte eine sehr eng gefasste Definition von Innovationen. Er betrachtete nur radikale Innovationen, weil es ihm auf die Erklärung wirtschaftlichen Umbruchs ankam. Er hat wirtschaftliche Entwicklung erklären wollen – das ist eben nicht dasselbe wie Wohlfahrt. Ich persönlich denke aber, dass man dafür über die Betrachtung von Diskontinuitäten hinaus gehen muss.
@Limited
>Dieses Manko kann man durchaus auch anderen methodischen Vorgehensweisen vorwerfen
Wem sagst du das? Für nichts anderes habe ich diesen Blog gegründet!
@Stefan L. Eichner #50
Nicht so schüchtern, mein Lieber: Die Motivation des Unternehmers bei Schumpeter war ganz und gar nicht finanziell, sondern – wenn man so will – Draufgängertum, Empire-Building, Ego, … Der innovative Zerstörer entsprach seinem Wesen nach also ganz dem geistigen Vater – dessen Verhalten bekanntlich auch nicht immer kosher. Finanzielle Motive à la “Wealth creation” sind hier also völlig fehl am Platz.
Außerdem muß er auch ein ziemlicher Blender gewesen sein – denn schließlich benötigte er für sein Vorhaben Kredit und dafür mußte er an den “Ephoren des Kapitalismus” vorbei, den Bankern.
@Limited
Kurzer Nachtrag: Mises versucht dem Problem ja aus dem Weg zu gehen, indem er in seiner “Praxeologie” jegliches zielgerichete Handeln zu “rationalem” erklärt. Das hebt ihn – meiner Ansicht nach – zumindest schon mal weit über die ganzen anderen neoklassischen Stöhner.
Man kann ja mal die These in den Raum stellen, dass für organisatorisches Handeln weniger die intrinsische Motivation aus der Organisation verantwortlich ist, sondern die “best practices” aus dem Umfeld der Organisationen, die dann entsprechend angepasst werden. Sieht man ja allenthalben an ISO XXL und ITIL u.a., wo sich Organisationen Handlungsanleitungen herbeibeschaffen.
Dann hat man schon mal das Problem der stabilen Präferenzen und der unvollständigen Informationen umgangen.
@wgn
Dumm sind immer die anderen. Aber egal. Das bei Schumpeter Profit kein Motiv für Innovation ist nicht richtig. Daneben hat er dann noch über Führerkult … schwadroniert.
Der Holzhammer
Business Cycles war ein Schlag ins Wasser. Oder um es anders zu formulieren: keine Sau hat das Buch gelesen. Und die die es gelesen haben, waren unbeeindruckt. Samuelson etwa mit “it smacked of Pythagorean moonshine”.
Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie ist viel besser. Und dort schaut die Rolle des Unternehmers und der Innovation schon wieder ganz anders aus. Na wenigstens lest jetzt einer endlich das Buch und weiss es würdigen.
@Limited
Ja aber nur bis er auftaucht
http://www.youtube.com/watch?v=D75LQr8mNZs
@ Stefan L. Eichner 48
Ach so:
* WiWi als Stückwerktechnik (Flickschusterei)
* Makroökonomik als Mikroökonomik im Großformat
* Und damit dies sehr wissenschaftlich aussieht, schmeißt man sich mit englischen Vokabeln herum.
Fast habe ich mir es gedacht.
@Stephan
>Dumm sind immer die anderen.
Regel Nr. 1 im Überlebensbuch jedes Österreichers
>Das bei Schumpeter Profit kein Motiv für Innovation ist nicht richtig
Das habe ich auch nicht behauptet. Aber Profit machen zu wollen ist eine ex ante Motivation, und damit eigentlich eine Banalität. Wenn ich aber sage: Innovation ist alles, was “wealth creating” ist, dann nehme ich das Ergebnis vorweg bzw bringe mich in einen billige ex post-Perspektive. Nassim Nicholas Taleb nannte das im “Black Swan” den “Survivor Bias” – die Definition des Prozesses anhand der am Schluß noch Überlebenden. Kommt übrigens in meinem Buch auch vor, weil ich nicht umhin konnte, unserer hochgeschätzten Frau Bundeskanzlerin den Spruch vom “gestärkt aus der Krise gehen” erkenntnistheoretisch um die Ohren zu hauen.
>Business Cycles war ein Schlag ins Wasser. Oder um es anders zu formulieren: keine Sau hat das Buch gelesen.
Weil alle Welt noch mit der Diskussion der “General Theory” beschäftigt war. In Schumpeters Bio von McCraw gibt’s dazu eine nette Anekdote, in der Schumpeter völlig ausrastet, als er dazu in Harvard ein Seminar veranstaltete, bei dem sich rausstellte, dass keiner die Business Cycles gelesen hatte aber alle die GT diskutieren wollten. Womöglich ein Grund, warum Schumpeter und Keynes nicht zueinander fanden, zumindest spiele ich in meinem Buch ein bisschen mit dem Gedanken.
Nee, hab nicht nut auf Twitter abgehangen heute. Ich habe tatsächlich überlegt, welche erfolgreichen Firmen der wgn denn wohl so meinen könnte. “Blue Chips”, die wegen ungeheuerlichen Investitionen und Innovationen Pleite gegangen sind. Wo also die hohen Schulden für Forschung und Innovation zur Pleite geführt haben und der langweilige, konservative Schuppen, der sich nicht um die Weiterentwicklung der Produkte gekümmert hat, überlebt hat.
Tschuldigung, aber in der Kombination fällt mir NIX ein. GM? Enron? Worldcom? Die Banken? Wo soll das Beispiel sein? Hilf mir! (wenn man den Faktor Blue Chip weglässt, gibt’s das vielleicht, wobei der Begriff auch erst zu definieren wäre und in der gängigen Interpretation IMHO eh keinen Sinn macht. Das müsste man schon auf Produkte/Teilmärkte runterbrechen. Dann wäre z.B. die Firma Paragon Blue Chip im Teilmarkt von Sensoren. Und die könnte man dann mit Silicon Sensors o. Ä. vergleichen).
Eisenbach? http://www.zeit.de/2009/46/Das-Dorf-46
OK, ich schätze “Blue Chip” meint wirklich was anderes als sonst …
Darin: “Veralteter Maschinenpark”. Nicht zu innovativ oder zu erfolgreich, sondern zu spät investiert. Anders gesagt, dass ist BWL, nicht VWL …
Die deutschen Automobilzulieferer leider an etwas anderem: Sie liefern nur an einige wenige Einkäufer. Die quetschen die Zulieferer aus: Nicht nur immer billiger, sondern auch immer besser. Platt gesagt: Die deutsche Automobilindustrie hat ihr Kostenproblem outgesourced. Dass die Branche schon Ewigkeiten mit vielen zu wenig Eigenkapital arbeitet und in der ersten richtigen Krise (also jetzt) richtige Probleme bekommt, war schon vor Jahren bekannt.
Aber das war jetzt viel blabla.
Sieh die Firma Grieshaber mal so: Im letzten Abschwung hat er nicht investiert. War also nicht “innovativ”. Konnte dann dank niedrigerer Kosten (knapp oberhalb der variablen Kosten) einen von zwei Konkurrenten vom Markt fegen. Dann ging es 5 Jahre richtig gut. Greishaber merkte, huch, der andere Konkurrent hat am Anfang des Aufschwungs investiert, ist viel produktiver als ich. Muss ich nachlegen. Er investiert und verschuldet sich, die Krise kommt. Die Bank macht den Laden zu.
Ist jetzt wirklich der innovativere Pleite gegangen? Der Schumpetersche Entrepeneur? Ick wees nich …
@wgn
Meine Lieblingsstelle in McCraw ist:
“This was a man who liked to say he had aspired to become the world’s greatest economist, lover and horseman. Alas, said Schumpeter, pausing for effect, things hadn’t worked out so well with the horses.”
Das ist die richtige Einstellung. Na ja, dann schau ma mal, ob dein Buch den Schumpi finally zum World Greatest macht.
@ Stephan 55
Du … so geht es wirklich nicht weiter. Ich bin vom Stuhl gefallen und walze mich auf dem Boden … und bekomme Lachkrämpfe. Zuerst war es ganz lustig, aber du bringst mich bald in eine Lebensgefahr






„Business Cycles“ und dann die kurzen, mittleren, langen Zyklen
„Business Cycles“ und dann die kurzen, mittleren, langen Zyklen
„Business Cycles“ und dann die kurzen, mittleren, langen Zyklen
Wie oft dachte ich mir: Wie glücklich sich die WiWi-tler schätzen müssten, dass die Naturwissenschaftler schon längst von ihnen nichts wissen (und schon gar nicht hören) wollen. So können sie in aller Ruhe sich gegenseitig die unsinnigsten Märchen aus der Technik und Produktion erzählen – so wie sie es “verstehen” (Homer wäre blass vor Neid).
Naja … wenn man schon über Techniken spricht, bei Schumpeter kann man sich doch nicht so sicher sein … er hätte bestimmt einige der wichtigsen (Rotlicht-) Techniken einwandfrei kennen müssen.
@egghat #59
Wie angedeutet: empirisch steht die Theorie des “Massensterbens der Erfolgreichen” auf ziemlich wackeligen Beinen.
@egghat
>“Blue Chips”, die wegen ungeheuerlichen Investitionen und Innovationen Pleite gegangen sind.
Ich mag dich egghat, das weißt du. Aber willst du bitte nochmals den obigen Beitrag gründlich lesen, bevor du so einen Scheiß schreibst?! GENAU DAS schreibe ich oben NICHT!!!!!!! Die Blue-Chip-Großkonzerne haben diesen Investitions/Finanzierungsdruck eben nicht mehr, weil sie ihre Claims abgesteckt haben, Quasirenten kassieren (Keynes und Schumpeter unisono) und die Innovation an kleine, bis zur Halskrause verschuldete Mittelständler auslagern.
@Stephan
>Na ja, dann schau ma mal, ob dein Buch den Schumpi finally zum World Greatest macht.
Der Schumpi ist mir ziemlich schnuppe – ICH möchte damit zum Worlds Greatest werden!
@Systemfrager
Das hat glaub ich Samuelson mit der Phytagoras Anspielung gemeint: Konjunkturzyklen von
mittelfristig 40 Monate
langfristig 8-10 Jahre
ganz lang 50-60 Jahre
Da outet sich bei Schumpeter wahrscheinlich der Leon Walras Groupie. Ökonomie als Pure und Prinzipielle Wissenschaft.
@wgn
Frag ich mich nun in welchem Bereich: Ökonomie, Weiber oder Pferde? Die Qual der Wahl.
@Stephan
Pferde sind nicht mein Thema.
@wgnx 64
Oh du schöner Sohn des Flussgottes Kephisos und der Leiriope…
@ Nanuk #68
10 von 10 möglichen Punkten
Auf jeden Fall ist der WGN mit der Schumpeter Begeisterung in guter Gesellschaft. Im Weissen Haus findet Larry Summers den Schumpeter auch toll. “A Vision for Innovation, Growth, and Quality Jobs” http://bit.ly/12ydwR
Wenn jetzt noch ein Journalist in der FAZ den WGN als EU Variante von Larry Summers beschreibt, dann kann sich die ökonomische Zunft in den USA warm anziehen. Dann gibt’s laut FAZ einen europäischen Summers-Krugman-Klon.
“Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform befürchtet, dass in diesem Jahr bis zu 35.000 Unternehmen zahlungsunfähig werden. Bis August meldeten sich bereits 21.807 Firmen insolvent, darunter so bekannte Namen wie Quelle, der Porzellanhersteller Rosenthal, der Modelleisenbahnbauer Märklin und die Bekleidungsfirma Schießer. “Wir hatten im ersten Halbjahr eine Pleitewelle bei großen Firmen”, sagte Creditreform-Experte Hardy Gude. “Im zweiten Halbjahr wird es vor allem kleinere und mittlere Unternehmen treffen.”
Na das geht doch, und die haben alle mal investiert, und einige haben sich FremdKapital nicht nur bei der Hausbank besorgt.
…Im Gegensatz zu den Firmen stagnierte die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahezu. Hier gab es nur eine leichte Zunahme von 0,3 Prozent auf 7858. Gründe dafür seien der bislang relativ stabile Arbeitsmarkt, niedrige Inflationsraten und ein Verzicht der Verbraucher auf übermäßigen Konsum, sagte Creditreform-Experte Gude…
Ein Verzicht der Verbraucher auf übermäßigen Konsum, aha, das ist ein unerlaubtes Sparen.
Quelle:http://www.n-tv.de/wirtschaft/Firmenpleiten-steigen-kraeftig-article579761.html
Na denn, happy Erfolgslosigkeit.
@Weissgarnix
“Die Blue-Chip-Großkonzerne haben diesen Investitions/Finanzierungsdruck eben nicht mehr, weil sie ihre Claims abgesteckt haben, Quasirenten kassieren (Keynes und Schumpeter unisono) und die Innovation an kleine, bis zur Halskrause verschuldete Mittelständler auslagern.”
Jetzt mal Butter bei die Fische , wgnx , welche “Bluechip-Grosskonzerne” meinst Du denn?
Schauen wir uns doch mal ein paar an.
z.B. Siemens: hab ich von innen her kennengelernt, eine “Quasirente” kassieren die mit Sicherheit seit den 80er Jahren nicht mehr, die müssen ganz schön hart rödeln am Markt
z.B. SAP: hatte viel zu tun damit, eigentlich ein klassischer Schumpeterscher Zerstörer, und immer noch innovativ und hoch investiv
z.B. Linde: weiss ich jetzt nicht soviel , macht aber eigentlich keinen Rentier-Eindruck ( kann man sich aber täuschen )
z.B. Fresenius , FMC : eher innovative Anmutung, d’accord?
z.B. BMW, Mercedes, MAN: ja , da hätte man schon den Eindruck , dass das Claimabstecker und Rentenkassierer sind; allerdings , mittelständische Automobilfirmen gibts j aschon seit WW II nicht mehr
z.B. Bayer, BASF: ja , da hat man auch den Eindruck von Rentiers, Chemiefirmen bewegen sich ja auch noch in einem sehr aufgesplitterten Umfeld
z.B. Versicherungen, Banken: passen in den hier diskutierten Kontext nicht rein
z.B. Pharmaschweine: ja, da sollte Deine Vermutung zutreffen, gefühlsmässig
z.B. K + S : Unikat
z.B. Salzgitter, ThyssenKrupp : kann ich nicht s sagen
z.b. Beiersdorf, Henkel: sehr innovativ und investiv
Nach der kurzen und nicht representativen Übersicht neige ich dem Gefühl zu , dass Dein Gefühl einer faulen bluechip-Schicht , die keine Innovationen mehr macht und allses auslagert , für nicht tragfähig, die Landschaft ist zu heterogen für solche Pauschalurteile, jawoll.
@holger #71
Das is so eine typische Panikmeldung der Creditreform um mal wieder in die Zeitung zu kommen und warum ganz dringend alle mit Creditreform arbeiten müssen. In der Rezession droht überall der Pleitegeier. Obacht!
Tatsache ist: der Höchststand von Insolvenzen (Unternehmen) war 2003 mit 39 320 Fällen. Seit dem sinkt die Zahl. Auch 2008 lag unter 2007. 2009 geht’s wieder rauf. Aber von dem niedrigeren Niveau.
Quelle: Statistisches Bundesamt
@ Stephan # 73
Natürlich, du weißt aber auch, das viele von denen, auch wenn es ein “neues” Insolvenzverfahren gibt (7Jahre) nicht mehr auf die Beine kommen. Sicherheiten kann man nur einmal verbraten. Und die fehlen ganz einfach.
Und heute trifft es eben auch “Qualitätsfirmen”.
Dass das technische Wettrüsten an seine Grenzen stoßen kann, es sich nur noch um Nuancen handelt, welchen Wettbewerbsvorteil man durch das Investieren erzielen kann, das es in Wirklichkeit bei den Produkten mehr um die Verpackung geht, als um den Inhalt, sollte man evtl. in die Überlegung mit einfließen lassen.
Wohin haben die Erfolgreichen denn hin investiert? Haben die wirklich sinnvoll investiert? Oder haben die teilweise investiert, um es zum Schluss nur Steuer mindernd in der Bilanz aufweisen zu können?
Das viele Firmen “Erfolgreich” waren, liegt auch an den Gesetzen, die Vater Lobbyisten Staat incl. dem Aufpasser, EU-Kommission, in seiner unendlichen Weisheit und Güte, dem Volke regelmäßig präsentiert. Nachfrage per Dekret. Was das in den letzten Jahren so alles war, möchte ich gar nicht alles aufzählen. Nur eines, die Auswirkungen des CO2 Emissionshandel, haben sehr viele größere Firmen, sehr viel Geld gekostet.
Momentan sieht es danach aus, dass es ein wenig an Kreativität mangelt.
Nicht selten, lassen sich die Erfolgreichen vom Erfolg blenden, und investieren ihr überflüssiges Kapital zum Beispiel in Schifffonds, oder spekulieren damit ein wenig durch die Gegend. Es gibt ja ein paar prominente Erfolgreiche Opfer. Die fleißig in die Zukunft investiert haben, wie Hans guck in die Luft. Notfalls setzt man sich mitten im Winter auf die Bahnschienen und hofft, dass vom “Duzfreund”, die Lok auch pünktlich kommt. Das nenn ich Vertrauen.
Was auch ein schwerwiegender Grund ist, ist bei den großen Erfolgreichen, ihre eingefahrene Rechtsabteilung. Es gibt nichts schlimmeres, als einen unterbezahlten Advokaten nebst den Steuerberatern. Dort findet man häufig die Entscheider für Investitionen. Nebst seiner Hausbank, die wenn es anfängt zu Regnen, bekanntlich den Regenschirm wieder einzieht.
In den letzten Jahren hat man wenn schon, in bestehendes, vermeintlich sicheres investiert. Altbewährt, mit wenig Risiko behaftet. So dachte man. Die Betriebsblindheit der Erfolgreichen und das nicht riskieren in neue Technologien, macht diese bald häufiger zu Erfolgslosen. Das macht aber nix, eine Frau Schickedingsbums, lernt auch dazu, unterstelle ich einfach mal.
Ich müsste wahrscheinlich mal in den Keller gehen und in Bücherkisten wühlen, mir ist aber so, als wenn ich einen Sammelband besitze, in dem Williamson in einem Beitrag die Innovationsstrategie von Blue-Chips untersucht hat.
Sein Fazit war, soweit ich mich erinnern kann, dass Innovation weniger aus den großen Firmen selbst stammt, sondern diese kleinere Innovationstreiber aufkaufen und das Know-how ausbeuten.
FB
z.B. Pharmaschweine: ja, da sollte Deine Vermutung zutreffen, gefühlsmässig
Wenn man Aspirin und Bepanthen im Angebot hat sicher.
Die armen Schweine mit ihrer einen Substanz in der Pipeline sind da eher auf der anderen Seite zu finden…
Aber mal die Nahrungsmittel-/Verbrauchsgüterkonzerne:
Henkel
Kraft
Nestle
(Ferrero ganz zu schweigen)
etc. pp..
DIE haben auch die Lizenz zum Geld drucken….
Von wegen Happy Erfolgslosigkeit. Hab gerade als Gläubiger von KIVA.org meinen Newsletter erhalten.
Fast Facts: 49 Monate am Markt; Vergebene Kredite: 100 Millionen $; Rückzahlungsrate: 98%; Kreditnehmer: 246,720; Kreditgeber: 586,995
Wer sagt’s denn. Funktioniert! Der gute alte Kapitalismus. Mehr unter: Make a Small Loan, Make a Big Difference – Check out Kiva.org to Learn How!
@ wgn
ich habe dein Eingangsstatement mehrmals gelesen. Ich ahne ja, was du meinst. Ich kann allerdings nicht erkennen, nach welchen Kriterien – zunächst einmal – die erfolgreichen von den nicht erfolgreichen Unternehmen separiert werden. Hast du da stillschweigend einige Kennzahlen im Hinterkopf (wie EK-Quote, Kapitaldienstfähigkeit, EBITDA, Investitionsquote, etc) und nur vergessen, diese mitzuteilen? So sollte doch der Gang einer jeden Untersuchung laufen. Sonst weiß eigentlich keiner, worüber man redet.
—”Eine wegbrechende Nachfrage zum falschen Zeitpunkt…”
Gibt es dafür auch einen richtigen Zeitpunkt?
@ Stephan,
ist doch eine tolle Sache, das mit den Microkrediten. Mit ca. 300 USD würde ich hier auch starten können. Ich finde es echt gut, dass man so unterstützen kann. Überhaupt nicht ironisch gemeint.
Leider sind unsere Perspektiven die wir hier haben, ein wenig anders.
Ja, die Kommentare … man muss sie nicht ernst nehmen … man nutzt sie zur Provokation, zur Zerstreuung, zum Spaß, … Man darf aber auch ernst sein. Jetzt will ich aber wirklich ganz ernst sein:
1) Die theoretischen Erfindungen im Bereich der Technik und Technologie lassen sich ganz bestimmt (100%) NICHT zu irgendwelchen Sinusoiden („Zyklen“) zuordnen.
2) Sollte aber der Verlauf der Marktwirtschaft zyklisch sein, dann würde die Wirtschaft die theoretischen Erfindungen bestimmt zyklisch abschöpfen / anwenden / nutzen / materialisieren. Bezeichnen wir diese „Materialisierung“ der theoretischen Erfindungen als Innovation. Die Innovationen werden sich dann schließlich zyklisch Gruppieren. Es wird eine Korrelation InnovationenZyklen geben. Hier kann man Schumpeter Recht geben. Nur die Kausalität ist eine andere.
3) Der zyklische Charakter der Wirtschaft ist also eine Tatsache. Nehmen wir an, wir wissen sogar nicht warum dem so ist, aber SCHON die empirische Tatsache, dass es Zyklen gibt, drängt die Frage auf, wie es mit ihrer Finanzierung steht. Dies MUSS bestimmt eine sehr relevante ökonomische Problematik sein. Könnte uns vielleicht Wgnx etwas dazu sagen? Ich versuchte schon bei vielen klüger zu werden. Ich war aber immer enttäuscht. Gibt es eine Hoffnung für mich?
Ein betriebswirtschaftlicher Kram interessiert mich natürlich nicht, sondern – wie immer -, ob da etwas gibt, was für die (makroökonomische) Funktionsweise der Marktwirtschaft relevant wäre.
@holger #79
Klar: mit einem Kredit über 300$ hupfst hier nicht weit. Das Beispiel zeigt nur, dass der Kredit als solcher nicht verwerflich ist, sondern eine sinnvolle ökonomische Funktion hat.
Mich würde interessieren, wie hoch wäre ein Mikrokredit in Deutschland? Also gemessen an GDP, Kaufkraft, usw. Leider gibt’s dazu gar nix. Müsste ich selber ausrechnen.
Und wären die Rückzahlungsraten ähnlich hoch? Ich meine die Fischhändlerin in Afrika, der ich Kohle für Kühlschrank geborgt habe, hatte als Sicherheit NADA.
Hier in DE jammert ja jeder über zuwenig Unternehmertum. Würden sich das bei DE-adjustierten Mikrokrediten ändern? Für den Opel-Kredit könnte man eine Menge generieren.
@Nanuk
Nee, dass mit dem Flussgott als Vater will ich gar nicht ausschließen, aber meine Mutter heißt jedenfalls nicht Leiriope.
@Stephan
>Wenn jetzt noch ein Journalist in der FAZ den WGN als EU Variante von Larry Summers
Für die Jungs im Wirtschaftsteil der FAZ bin ich eher sowas wie Rasputin, glaube ich. Die werden keine Elogen auf mich schreiben, that’s for sure.
@bazi
>So sollte doch der Gang einer jeden Untersuchung laufen. Sonst weiß eigentlich keiner, worüber man redet.
Sorry, aber das ist der “Blog” von weissgarnix, nicht sein Doktorandenseminar.
@Systemfrager
>Gibt es eine Hoffnung für mich?
Ja. Minsky lesen oder auf mein Buch warten. Patinkin hatte zwar fast recht, irrte aber in dem Punkt, wo er meinte, die Kräfte, die zum Gleichgewichtspunkt streben, hören dort einfach auf zu wirken.
@ Systemfrager #80
“Ein betriebswirtschaftlicher Kram interessiert mich natürlich nicht”
Warum sollte auch gerade die BWL, auf die makroökumenische Funktionsweisen der Marktwirtschaft einen Einfluß ausüben?
@wgn
Das hab ich anders in Erinnerung. Hab’s gerade nochmal auf Google gesucht. Da gab’s diesen Beitrag “Was starrt ihr alle auf 1929?!” http://bit.ly/EyTyY Und der Autor kommt zu dem Schluss: “… wie Strobl, Krugmans Statthalter in Deutschland, vornehm den Griff in deutsche Taschen umschreibt.” Die Eloge war der Beitrag tatsächlich nicht. Trotzdem mit so einem Vergleich lässt’s sich’s doch gmütlich leben.
@ Stystemfrager – 81
Ich bin verstört. Jahre des Studiums der Wissenschafts- und Technikforschung sind offenbar vergeblich gewesen.
Ob Herr Kuhn davon weiß?
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Structure_of_Scientific_Revolutions
Oder Frau Knorr-Cetina?
http://de.wikipedia.org/wiki/Karin_Knorr-Cetina
Gib mir noch eine Chance zur Hoffnung. Einigen wir uns auf 50%?
@ holger 76
–Die Betriebsblindheit der Erfolgreichen und das nicht riskieren in neue Technologien, macht diese bald häufiger zu Erfolgslosen. Das macht aber nix, eine Frau Schickedingsbums, lernt auch dazu, unterstelle ich einfach mal.
Du meinst, sie war nicht beteiligt, als die Oppenheimer mit dem Management den Konzern filetierten und das Geld rauszogen?
Ob man das innovativ nennen will, nun ja, aber sicher äußerst profitabel (für die Personen).
@ Stephan # 81
“Hier in DE jammert ja jeder über zuwenig Unternehmertum. Würden sich das bei DE-adjustierten Mikrokrediten ändern? Für den Opel-Kredit könnte man eine Menge generieren.”
Wenn ich Albrecht heißen würde, sein Bankkonto inbegriffen, würde ich die Hälfte meines Vermögens, Zinslos zur Verfügung stellen. Und zwar an Pleitiers, die sind nämlich die besseren Unternehmer. nehmen wir in D 150.000 an, dann würde ich jedem ein Startkapital geben von 200.000 Euronen.
Weg ist es nicht, er fängt ohne Schulden von vorn an. Bei mir fällt kein Zacken aus der Krone.
@ wgnx 85
Ich zähle jetzt zusammen: Einmal die Wahrscheinlichkeit 33% war NIX (Minsky), das zweite Mal die die Wahrscheinlichkeit 33% war NIX (Patinkin), die letzten 33% der Wahrscheinlichkeit (auf dein Buch zu warten) – lassen wir uns überraschen.
@ holger 86
Eben … Aber die WiWi ist voll von Blödmännern, die daran fest glauben.
@ systemfrager # 91
Du willst diesen Blog in gebundener Form erwerben? 300 Seiten sagt er, welches Blattformat hat er nicht genannt. Vielleicht wirds ja auch ein Daumenkino, was du im Ü-Ei finden kannst, so als Sammelband. Das wäre Innovativ. “In jedem siebten Ei da steckt ein kleiner Strobl”. Halt Copyright ist angemeldet.
@Systemfrager #80
“Wie steht’s um die Finanzierung?”
Ein Beispiel aus Manias, Panics and Crashes von Kindleberger. Der Eisenbahn-Boom 1830s in UK. Die 1.Phase war vor 1835. Die Anteile wurden von Geschäftsleuten gekauft, die erstens die 5-10% Einstandskapital übrig hatten, die zweitens auch weiteres Kapital beim Bau aufbringen konnten und drittens von der Eisenbahn kommerziell profitierten.
In der zweiten Phase wurden die Anteile dann von Hinz und Kunz gekauft, die Käufe kreditfinanziert, in der Erwartung von Wertsteigerungen. Die Käufer hatten also erstens kein Eigenkapital und zweitens kein kommerzielles Interesse am Eisenbahnbau.
Runde 1 war nach Minsky Hedge Finance und Speculative Finance. Runde 2 läutete dann Ponzi Finance ein. Und wie’s kommen muss, kam dann die Stunde der Abrechnung. Die Wertsteigerung blieb aus. Und Herr und Frau Ponzi haben ihre letzten Hemden verloren.
Aber die Eisenbahn war da. Und zumindest mit Phase 1 wurde die Transportrevolution ausgelöst.
@wgnx
Oh bis wir da alle Flussgötter und Nymphen durchhaben haben wir nen Mythologie Seminar abgehalten irgendwas mit 2000 stück oder so…
@wgnx #83
“Für die Jungs im Wirtschaftsteil der FAZ bin ich eher sowas wie Rasputin, glaube ich. Die werden keine Elogen auf mich schreiben, that’s for sure.”
Ich spüre…Verletzungen.
Würden mich doch mal interessieren, die Gründe für die überstürzte Abreise vom fazblog.
@ Limited 88
Was diese Frau Knorr-Cetina weiß? Woher könnte ich das wissen? (Weiß sie was?)
Und Kuhn? Ach du willst mir jetzt schmeicheln. Jetzt war es für mich so, als ob die Sonne die Regenwolken über Waiblingen gesprengt hätte …
Vorsicht: ZYKLISCH und ABRUPT – wenn es mir je verziehen werden könnte, Kuhn in einen solchen Ausdruck zu pressen – das ist was völlig anderes.
@ Stephan # 94
Da kenn ich auch eine Transportrevolution, das Dingen nannte sich Cargolifter.
Wenigstens die Halle konnte man noch nutzen.
@holger #90
Keine schlechte Idee. Aber vorher musst du das Insolvenzrecht kurieren. Das ist sowas von krank!
Die Wirtschaft pfeifft aus dem letzten Loch, weil nicht die Nachfrage, sondern die erwartete Nachfrage finanziert wurde. Wenn aber die Nachfrager die Kosten nicht bezahlen können und das zum Massenphänomen wird, fallen auch massenhaft Kredite aus. Daraus folgt, dass es eine Branche nach der anderen zerlegt. Das Problem ist einfach. Man kann nicht in China produzieren und in Amerika konsumieren. Es muß in Amerika produziert werden und die Handelsbilanzen müssen mehr oder weniger ausgeglichen sein. Und dabei sind irrwitzige Kriege, hirnrissige Ölpreise und extreme Wechselkursturbulenzen absolut kontraproduktiv.
Die Lösung kann und muß heißen, jemand der einen Kredit aufnimmt um den kleineren Teil der Kosten zu finanzieren muß hinreichende Sicherheiten bieten. Aus genau dem Grunde lieben Banken, Versicherungen und andere Gauner deutsche Beamte als bevorzugte Kunden. Das sind kalkulierbare Schuldner. Was die Wirtschaft in den letzten Jahren tat, von begeisterten Bankern unterstützt, sinnlose Schuldentreiberei ist überhaupt kein Wirtschaftsmodell. Es ist purster Schwachsinn. Und irgendwelche keynesianischen Anschubfinanzierungen sind bei heutiger Verschuldungslage ebenfalls Schwachsinn.
Selbst die vorgesehenen Steuersenkungen der FDP sind zur Erfolglosigkeit verdammt, wenn damit zusammen nicht unverzüglich 10% der Staatsausgaben für das Sozialwesen gestrichen werden. Es kann nicht sein, dass 30 % der Staatsausgaben Sozialkosten sind. Nur das radikale Zusammenstreichen der Sozialausgaben ermöglicht Steuersenkungen, dann Anschub für die Realwirtschaft und danach Schuldenabbau des Staates. Dabei müssen allerdings die Nettoeinkommen der unteren und mittleren Einkommen SIGNIFIKANT steigen. Wobei ich durch die “Bankenrettung” persönlich der Meinung bin, die FDP kann sich ihre Reform gleich klatschen, wir knallen die Karre so, wie sie ist, an die Wand und fangen neu an. Diese Schulden- und somit Zinsschneiderei ist doch einfach nur widerwärtig.
Ich bin zu dem Ergebnis gelangt, dass die Ökonomen, Banker, Wirtschaftsbosse und ihre Politiker, die glauben, so weitermachen zu können, wie bisher, absolut nichts verstanden haben und nichts verstehen wollen. Dann müssen sie untergehen und wenn das in einer Typ Japan – Krise passiert, auch gut.
Hab ich was verpasst? Ist in Japan irgendwas untergegangen?
Ansonsten sehe ich die Sache ähnlich. Nur mit dem Neustart da fehlt mir noch so ein wenig die Phantasie…
@ Stephan 87
>”04. Juli 2009 Wenn der Patient erkrankt, gibt man ihm Medizin. Ist der Patient gesundet, wird die Medikamenteneinnahme beendet. Kein Arzt käme auf die Idee, den Patienten medikamentensüchtig zu machen, weil er ja vielleicht wieder in zehn Jahren krank werden könnte. Dies aber ist das Gesundungskonzept Thomas Strobls für die deutsche Volkswirtschaft.”
Na so was !!!!!! Soll ich meine 33% vergessen ?????????
@ Stephan # 99
“Keine schlechte Idee. Aber vorher musst du das Insolvenzrecht kurieren. Das ist sowas von krank!”
Sicher, du kannst mir glauben, dass ich dort reichlich praktische Erfahrung sammeln durfte. Insbesondere wenn die so ein komisches rotes Fragezeichen als Symbol umgedreht tragen. Vielleicht sollte ich auch mal ein Buch schreiben. Da kannste dann was lesen, mitten aus dem Leben gegriffen.
@Systemfrager #102
Tja, was soll man sagen, so berühmt ist der Strobl zumindest, dass es für eine Philippika in der FAZ reicht. Ich würde die 33% noch nicht ganz abschreiben.
Der Medizinvergleich ist momentan scheinbar total populär? Der IMF bombadiert ja dankenswerterweise meinen Twitter Account mit guten Nachrichten. Heute startet IMF Research Conference? Great Financial Panic 2007-2008.
Einer der zentralen Vorträge kommt von Ricardo J. Caballero: “Sudden Financial Arrest”. Fängt schon cool an:
“Sudden cardiac arrest (SCA) is a condition in which the heart suddenly and unexpectedly stops beating. When this happens, blood stops flowing to the brain and other vital organs…. SCA usually causes death if it’s not treated within minutes….”
There are striking and terrifying similarities between the sudden failure of a heart and that of a financial system. In the medical literature, the former is referred to as a sudden cardiac arrest (SCA). By analogy, I refer to its financial counterpart as a sudden financial arrest (SFA).
@ Stepha 94
Und was war die Ursache und was war die Folge:
Spekulation => Wirtschaftskrise
oder
Wirtschaftskrise => Spekulation
Und die Eisenbahn-Investitionen in den anderen Ländern? Passt es? Oder nur eine kleine nette Geschichte von Minsky
http://delicious.com/tag/postsdieichnichtverstehe
Immerhin weiss ich jetzt warum. Weil du am Anfang von erfolgreichen Unternehmen sprichst, dann im drittletzten Abschnitt von Blue Chips (was jetzt für den großen Teil der Welt ein anderer Begriff für “erfolgreich” weil groß ist) und Zulieferern. Jetzt muss man natürlich wissen, dass “dein” erfolgreiches Unternehmen nicht der Blue Chip ist, sondern der innovative Zulieferer. *DANN* macht der Artikel ja richtig Sinn
und sagt quasi das gleiche wie ich auch.
So eine Übereinkunft ist doch schön so kurz vor dem Wochenende …
Ich habe übrigens nach dem Lesen der Kommentare das Gefühl, das mindestens noch einer über das gleiche gestolpert ist wie ich …
Schönes WE. Ich suche jetzt noch etwas November-Musik für mein Blog raus …
Du setzt erfolgreiche Firmen mit Firmen, die investieren, gleich. Aber erfolgreich ist eine Firma meiner Meinung nach, wenn sie gute Renditen für die Anteilseigner abwirft. Und wenn die Finanzierungsstruktur solchen Krisen nicht standhalten kann, dann ist die Firma eben nicht erfolgreich.
Es ist auch keineswegs so, dass die passiven Firmen es einfacher hätten und sich langfristig durchsetzen. Schau dir den Konglomerate-Boom in den 60ern an: Die Firmen, die sich geweigert haben, sich zu verschulden, wurden geschluckt und die Übernahme finanziert, indem die Schuldenquote auf das marktübliche Niveau hochgefahren wurde. Die Firmen, die sich aggressiv verschulden, expandieren, höhere Gewinne ausweisen – auch wenn es nur kurzfristige Buchgewinne sind und die Finazierungsstruktur fragil ist – können sich immer weiter verschulden und Mitbewerber einverleiben.
Bis dann eben die große Krise und das reinigende Gewitter kommt. Das solltest du eigentlich bei Minsky gelernt haben.
In dem Sinne kein Mitleid für Unternehmen, deren Finanzierungsstruktur der Krise nicht standhält. Die Finanzierungsstruktur gehört zu den grundlegenden spekulativen Entscheidungen des Unternehmertums.
“…trifft heutzutage so nicht mehr zu. Stattdessen gehen gerade die Firmen pleite, die erfolgreich waren und in ihre Zukunft investierten.
Firmen, die investieren, verschulden sich. Verschulden sie sich zur falschen Zeit, dann können sie ihren Schuldverpflichtungen nicht mehr nachkommen und gehen pleite. Gestern waren sie noch Heroes, heute sind sie dumme Loser. Wie kann man auch nur so dämlich sein, unmittelbar in eine Krise hinein zu investieren, nicht wahr?”
Sollen denn aus der gegenwärtigen Krise, die sich sicher auch noch länger hinziehen wird, allgemeingültige Erkenntnisse gezogen werden? Das wäre zwar wahrscheinlich der Zielgruppe des Buches angemessen, aber ähnlich niveaulos wie die Investitionsentscheidung eines Unternehmens, das den “richtigen Zeitpunkt” i.S. der kleinen und großen Zyklen ignoriert.
Warum manchmal die “Falschen” pleite gehen, hat neben vielen anderen auch folgende Gründe:
Der falsche Zeitpunkt; man extrapoliert blind die vergangene Entwicklung und ignoriert, daß auch im Wirtschaftsgeschehen auf den “Tag” die “Nacht” und auf den “Sommer” der “Winter” folgt, selbstverständlich im buchstäblichen Wortsinn um ein Vielfaches “unberechenbarer” (sorry für das schreckliche Wort) als bei den Wort-Vor-Bildern.
Die realen Machtverhältnisse an den Märkten verhindern, daß die “richtigen” pleite gehen, statt dessen die Ohnmächtigen (von Eichner bereits ausführlich thematisiert).
Sollte aber die Diskussion über die “falschen Pleiten” trotz des derzeit unglücklichen, weil das Phänomen überzeichnenden Zeitbezugs zu einer generellen Debatte über deren tiefere Ursachen führen, hätte sie ihren Zweck dennoch erfüllt.
@egghead
Also doch Kephisos und Leiriope
@Systemfrager
Kindleberger’s Buch hat >300 Seiten und ist in 5ter Auflage. Die Stories variieren, aber sonst läuft alles nach dem Minsky Drehbuch. Eisenbahn in den USA? Same story.
Ursache/Wirkung? Spekulation, wenn genügend Schuldner PONZI Finanziers sind und die erwartenden Profitsteigerungen sich nicht mehr realisieren lassen.
Randbemerkung: Die Ausrede der Ökonomen, dass man die Blase nicht kommen sehen hätte können ist schwach. Jeder der das Buch gelesen hat und nicht blöd ist …
PS: Leider hab ich nicht genug Kohle, sonst wäre ich SHORT gegangen. Aber da braucht man halt doch einen längeren $ Atem.
wenn Innovation, dann bitte solche
http://money.cnn.com/2009/11/04/technology/steve_jobs_ceo_decade.fortune/index.htm
der Laden hat Null Schulden und mehr als 35 Mrd $ in cash
warum also soll ein Bezug von Innovation und Fremdkapital bestehen?
Was das Argument mit den Blue Chips anbelangt: Die brauchen vielleicht keine Angst zu haben, von den kleineren Mitbewerbern geschluckt zu werden. Doch du darfst den Finanzmarkt nicht vergessen. Da finden sich ganz schnell mal einige Heuschrecken zum leveraged buy-out zusammen, die meinen, 25% EK-Rendite seien zu niedrig, da müssten auch 30% gehen. Womöglich nicht einmal mit dem klassischen Geschäftsmodell des Unternehmens, sondern das wird lediglich als Hülle benutzt, um Schulden aufzunehmen und windige Finanzmarkttransaktionen stemmen zu können. Porsche war zum Schluss beispielsweise mehr ein Hedgefond, der nebenbei Autos gebaut hat, als ein Autohersteller.
>>”04. Juli 2009 Wenn der Patient erkrankt, gibt man ihm Medizin. Ist der Patient gesundet, wird die Medikamenteneinnahme beendet. Kein Arzt käme auf die Idee, den Patienten medikamentensüchtig zu machen, weil er ja vielleicht wieder in zehn Jahren krank werden könnte. Dies aber ist das Gesundungskonzept Thomas Strobls für die deutsche Volkswirtschaft.”
Der “Arzt” vielleicht nicht, aber der realexistierender Kapitalismus.
Denn was kann es besseres geben, als einen Junkie als Kunden?
Zu Wgnx These:
-> Ordoliberalismus –> Schädigungswettbewerb vs Leistungswettbewerb
Hier sehe ich das Hauptproblem der letztjährigen “Wirtschaftspolitik”; durch Deregulierung, Klientelpolitik, Naivität, Korruption, Vermachtung udgl. ist es für Unternehmer einfacher geworden im Schädigungswettbewerb (>Kostensenkung) fett Kohle zu machen als im Leistungswettbewerb (>Inovationen).
Legaler Betrug führt zu wirtschaftlichen Erfolg (zB Mischmüller), Ehrlichkeit in die Pleite.
Fordern und fördern; im negativen Sinne.
Das bedeutet aber nicht das sich die wirklich innovativen Unternehmen gegen diese Form der Konkurenz nicht behaupten könnten, im Gegenteil.
Probleme haben die Durchschnitts-Mittelständler mit Masseartikeln, die eben nicht so ultra produktiv sind oder sich nicht differenzieren können und sich nun internationalen bzw. überregionalen Wettbewerb stellen müssen, und dies nicht können.
Siehe die ganzen Einzelhändler, Handwerker, kleine Produzenten usw..
@Alvar Hanso ##113
Kurzer Zwischenruf: Kostensenkung ist im Regelfall auch eine Form von Innovation.
@Undertaker
“Aber erfolgreich ist eine Firma meiner Meinung nach, wenn sie gute Renditen für die Anteilseigner abwirft. Und wenn die Finanzierungsstruktur solchen Krisen nicht standhalten kann, dann ist die Firma eben nicht erfolgreich.”
Vielleicht sollten wir hier in Eigen- und Gemeinwohl-Erfolg differenzieren.
Die Standardaussage, v.a. der BWL-Liberalen Politclowns, lautet ja:
Erfolgreiches (ertragreiches) Unternehmen ist für die VoWi gut, weil
- Arbeitsplätze geschaffen/gehalten werden
- üppige Gewinne auf üppige Steuereinnahmen schließen lassen
- das BIP wächst
usw..
Verkürzt, geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen auch gut.
Der Finanzwirtschaft ging es blendend, dafür sind die Staaten jetzt bankrott.
Ich denke mal das Strobl in die gleiche Richtung gedacht hat, sonst wäre sein Post m.E. auch überflüssig gewesen.
Das Schlimmste: Es geht der Finanzindustrie schon wieder blendend und die Staaten weigern sich einzusehen, dass sie pleite sind…
@Stephan
Ja, theoretisch mag das richtig sein.
Die Praxis ist aber die lidlisierung der Gesellschaft.
Das Ziel einer in meinen Augen vernünftigen und gerechten Wirtschaftspolitik muss sein; Wettbewerb unter gleichen Bedingungen zu ermöglichen.
Aktionen wie die Einführung der Leiharbeit oder Lohnkostenzuschüsse verzerren diesen.
Beispiel:
Bäckerei in NRW zahlt Tariflohn für Bäcker; Teigware X kostet 1,-
Bäckerei in MVP zahlt keinen Tariflohn, im Gegenteil, lässt die Belegschaft auch noch mit Alg2 aufstocken lassen; Teigware X kostet hier nur 0,75€; Bäckerei in MVP liefert Ware nach NRW.
Bäckerei in NRW geht Pleite.
“Es geht der Finanzindustrie schon wieder blendend”
Sofern “blendend” eine Weiterleitung von “Blender” ist, einverstanden.
@Alvar Hanso #117
Tja, da sind wir wohl einer Meinung. Subventionen verzerren den Wettbewerb. Also weg damit.
@ Alvar Hanso # 117
“Das Ziel einer in meinen Augen vernünftigen und gerechten Wirtschaftspolitik muss sein; Wettbewerb unter gleichen Bedingungen zu ermöglichen.”
Dann hast du keinen Wettbewerb mehr. Davon lebt der Wettbewerb, NOCH, bis alles gleich NULL ist.
@Stephan
Kostensenkung ist im Regelfall auch eine Form von Innovation.
Ja, aber keine à la Schumpeter, d.h. keine Produktinnovation. Kostensenkungsinnovationen haben meist auch die Folge einer relativen Erhöhung des fixen Kapitalstocks, es sind aber die variablen Kosten, die die Anpassung an Nachfrageschwächen vereinfachen. Prozessinnovationen zur Kostensenkung lassen sich ja nur mittels einer angenommenen Kapazitätsauslastung kalkulieren, wird die dann wider Erwarten nicht erreicht, wird’s umso schwieriger, je geringer der variable Kostenanteil ist. Nur wenn diese Auslastung erreicht wird, tritt auch der erwartete Wettbewerbsvorteil ein, sonst leicht ein ebensolcher -nachteil. Und wurden diese Innovationen dann noch per FK finanziert, dann sieht’s halt schnell viel schlimmer aus als beim nicht innovierten Wettbewerber.
Mit Produktinnovationen verhält sich das anders, s. Apple&Co, da gibt es wenig bis gar keinen Kostenwettbewerb wie bei den armen Zulieferern.
Aber das ist alles nix neues, ich rätsele darum immer noch, wo bei diesem wgnx Post eigentlich die “message” sein soll…
@Stephan
Kurzer Zwischenruf: Kostensenkung ist im Regelfall auch eine Form von Innovation.
Der “Regelfall” auf den Du hier anspielst – nämlich Kostensenkung durch Produktivitätssteigerung mittels verbesserte technische Verfahren – ist doch schon längst die Ausnahme. Seit ca. 20 Jahren läuft Kostensenkung in de vor allem durch niedrigere Reallöhne (höheres Management natürlich ausgenommen) und die Substitution von Arbeitseinkommen durch Schulden, entweder direkt oder auf Umweg über den Staat.
Innovativ kann sowas nur nennen, wer auch an “Finanzinnovationen” glaubt …
@lemming @ignatius
Ich wusste das dieser Zwischenruf nicht gut ankommt
Doch es ist auch Innovation im Sinne von Schumpeter. Wie WGN im Widerspruch zu meinem Vorschlag zur Definition von Innovation ausgeführt hat. (Peter F. Drucker: Trottel!) [Stephan #46]
Vor 20 Jahren schrieben wir das Jahr 1989. Das D-Netz in Deutschland gibt’s seit 1992. Dann 1993 startete das WWW mit dem Internet Browser Mosaic.
Die Behauptung Kostensenkung gibt’s seit 20 Jahren nur aufgrund niedriger Reallöhne ist zumindest kühn. Und ja ich glaube sogar an Finanzinnovationen.
@Stephan #104
>Der Medizinvergleich ist momentan scheinbar total populär?
In meinem Buch auch: Ich spreche allerdings vom Gift, das in der richtigen Dosis Medizin, in der falschen aber tödlich ist.
Und der liebe Gotthelf ist … nun ja, wie soll ich das sagen – also, ein netter Kerl ist er eigentlich schon.
@lemming #121
>Ja, aber keine à la Schumpeter, d.h. keine Produktinnovation.
Doch, auch neue Produktionsprozesse, Bezugsquellen oder Absatzmärkte sind bei Schumpeter “Innovation”.
@wgnx #85
“Patinkin hatte zwar fast recht, irrte aber in dem Punkt, wo er meinte, die Kräfte, die zum Gleichgewichtspunkt streben, hören dort einfach auf zu wirken.”
Ah, Gleichgewicht , mein Lieblingsthema.
Oft angestrebt, aber das Geheimnis ist, es gibt keins.
Nie. Nirgendwo.
In Gesellschaft nicht , in der Ökonomie nicht. Sollte sich ein gleichgewichtiger Zustand mal einpendeln, dann stehen am nächsten Tag 1 Mio Menschen auf, auf dieses Gleichgewicht wieder zu zerstören, weil
sie nicht davon profitieren
sie nicht genug davon profitieren
aus Spass an der Freud
Auch in der Natur gibt es kein Gleichgewicht, alles strebt immerzu auseinander, am deutlichsten das Weltall.
Wer Gleichgewicht sucht, muss es im spirituellen Bereich suchen.
Mir als Katholik fällt das nicht schwer.
Spiet Private Equity gar keine Rolle, beim Firmensterben?
@Michael
Gute Idee das Steueraufkommen des Staates zu verdoppeln.
So sinkt die Sozialstaatsquotevon 30% auf 15%.
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/20080113_Hempel_Schleichende_Revolution.pdf
@ Stephan # 123
“Vor 20 Jahren schrieben wir das Jahr 1989. Das D-Netz in Deutschland gibt’s seit 1992. Dann 1993 startete das WWW mit dem Internet Browser Mosaic.
Die Behauptung Kostensenkung gibt’s seit 20 Jahren nur aufgrund niedriger Reallöhne ist zumindest kühn.”
Nein, das hat mit dem D-Netz nichts zu tun. Ich habe in der Industrie gelernt, und 1988-1989 kam der Wandel. Du brauchst bloß die Entlohnung oder die Bewertung der Arbeitsplätze neu zu bewerten, dann haut das mit dem Lohnverzicht auch hin.
Angeführt von den Trillerpfeifen, die alles abnicken.
1988 habe ich knapp 30 DM die Stunde verdient, ca. 5 Jahre später für die gleiche Arbeit, 24 DM die Stunde bekommen.
Wenn ich schon wieder Wörter wie Finanzinnovationen und Finanzindustrie lese. Mensch Jungs reißt euch mal am Riemen das könnt ihr besser!
Zum Thema: Oligopole verteidigen aus ihrem sicherlich komfortablen Standpunkt ihr Eigentum lieber mit grenzwertiger Erpressung und dem Aufkauf von sogenannten innovativen Unternehmen. Eigene Investitionen kosten enorm Geld mit häufig zweifelhaften Erfolgsaussichten. Warum also besonders aufwändig wenns auch einfach geht. Was wir daraus lernen? Es gibt keine gleichen Marktchancen in einer globalen Welt von großen und kleinen, selbst bei guter finannzieller Grundausstattung.
Weil eben die Investoren lieber auf ein “sicheres” Pferd setzen statt auf einen Renner der nur zu minderem Prozentsatz im Ziel ankommt.
mfg dreas
Heute werden teilweise um die 7 Euro ca. 14 DM gezahlt. Leiharbeiter heißt es nur, weil die sich immer was Leihen können.
Ein Witz? darüber mache ich keine. Obwohl es mich nicht mehr tangiert.
@alvar HAnso
GEEEENAU so wollte ich das verstanden wissen…
@ Frankie Bernankie 126
So, so … Gleichgewicht , dein Lieblingsthema.
Unsere Brücken stehen, unsere Häuser stehen, Schiffe schwimmen ganz stabil, Maschinen funktionieren Jahrelang fehlerfrei, unsere Körper funktionieren Jahrzehnte lang auf ein stabile Weise, unser Sonnensystem schon Millionen von Jahren, …
Gleichgewicht überall wo man nur den Blick wirft. Nur unsere Marktwirtschaft bricht immer wieder zusammen
Peinlich, peinlich, oberpeinlich …
Könnte es sein, dass das Gleichgewicht des Marktes in den Händen bzw. Köpfen der Menschen liegt, die in einem “spirituellen Bereich” leben? Ich frage nur, weil es nicht weiß?
@Systemfrager, #80
“Die theoretischen Erfindungen im Bereich der Technik und Technologie lassen sich ganz bestimmt (100%) NICHT zu irgendwelchen Sinusoiden („Zyklen“) zuordnen.”
Vielleicht verstehe ich Dein Problem nicht und antworte hiermit auf etwas, was Du nicht gefragt hast: Aber von Kondratieff hast Du doch schon gehört, nein?
http://en.wikipedia.org/wiki/Kondratiev_wave
Jedenfalls: wenn Schumpeter, dann Kondratieff.
Zudem gibt es natürlich noch die Elliott-Wellen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Elliott-Wellen
@ hacedec 133
Kondratieff – ist das etwas zum Essen? Nein. Jetzt habe ich es: Etwas zum Trinken.
Weiß du, ich hatte einen guten Freund, der die Literatur promovierte. Er war von den kurzen, mittleren, langen Wellen geradezu besessen: wollte mit ihnen die ganze Geschichte erklären. Egal was ich ihm gesagt habe (ich habe zuerst Elektrotechnik studiert), dass alles, was Schumpeter erzählt, eine totale Idiotie hoch drei ist – er ließ sich nicht überzeugen.
Später ist es mir gelungen, dieses “Phänomen” zu verstehen. Es gibt nämlich Menschen, die nicht nur Zyklen, sondern alle nur denkbaren Figuren im Kaffeesatz sehen …
Da lässt sich nichts tun – auch wenn es so traurig ist. Glaub mir
@holger #128
Richtig! Ich missbrauch mal deinen Beitrag um grundsätzlich die Frage zu stellen: Diskussionen in den Sozialwissenschaften? Machen die überhaupt Sinn? Der WGN gräbt die alten Denker aus, aber keiner fragt wie machen wir mehr aus deren Denke?
Ich weiss: ist kein Seminar. Ist nur ein Blog. Aber wär mal ein paar Beiträge wert! Methoden? Sonst ist alles nur Gelabber. Ich find für ein Blog wäre eine Modell a’la Toulmin ganz praktisch.Weil pragmatisch. (http://bit.ly/22kVLQ)
Claim
Evidence
Backing
Rebuttal
Quantifier
Da kann jemand immer noch provozieren. Und der andere über’s Toulmin Modell Argumente einfordern. Das wär echt net schlecht. Ein paar Spielregeln gelten und Ausnahmen sind erwünscht.
Zum Beispiel ich hab “nur” gesagt. Ein Toulmin Quantifier. Klar gehen seit den 80er der Reallöhne runter. Folge der erfolgreichen neoklassischen Kreuzzüge. Aber eben “nur”. Das macht den Unterschied.
@Systemfrager, #134
Ach so, kennst Du , hast Du aber schon widerlegt. Hättest Du aber in Deinem Posting #80 ja ausführen können, das hätte mir meines erspart.
Na ja, jedenfalls ist Schumpeter eine der prägenden Figuren der EU-Politik. Selbst alle EU-Bildungsreformen bauen auf Schumpeter auf.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lissabon-Strategie
Wenn Du das alles widerlegt hast, kannst Du sogar eine ganze Forschungsrichtung der Wirtschaftswissenschaften zerschlagen, die Innovationsforschung – ein ganz heißes und neues Gebiet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Innovationsforschung#Wirtschafts-_und_sozialwissenschaftliche_Verwendung
Der ganze moderne Kram baut ja irgendwie auf der Idee auf, das ganze zyklische zu glätten. [Dass er allerdings mit einer meßbaren Pisa-Verblödung einhergeht, ist die Ironie an der Sache.]
@ Stephan # 135
“Der WGN gräbt die alten Denker aus, aber keiner fragt wie machen wir mehr aus deren Denke?”
das funktioniert nicht, die hatten ihre Zeit, und wir haben unsere. Deswegen funktioniert keine Theorie aus der Vergangenheit in der Zukunft. Man kann darüber reden, schreiben, und wenn man die Dummen findet, die Morgens aufstehen, dann verkauft man auch noch ein Buch. Ist richtig so, ist auch nicht schlimm mit den alten Meistern zu beschäftigen, aber wie gesagt, andere Zeiten, andere Sitten.
Es gibt keinen Idealzustand und wenn doch, dauert es nicht mehr lange oder kurz ihn zu finden. Oder Ewigkeiten, ich weiß es nicht.
Eins habe ich gelernt, die Geometrie sollte man nicht unterschätzen. Hat aber nichts mit Elliot and the Wavers zu tun.
Der Rest ist Spekulation.
@ hacedeca 136
Da wurde vorhin Kuhn erwähnt …
Ja, du sprichst jetzt von Paradigmenwechsel …
Gerade weil wir in der WiWi seit Adam Smith keines hatten, bzw. weil alle Versuche gescheitert sind, ist die WiWi so unendlich rückständig geblieben.
Also wir brauchen ein Paradigmenwechsel. Stephan erwähnte das Wort „Methode“. Ja, wir brauchen ganz neue Methoden, ganz neue Modelle. Je mehr sich dieses Bewusstsein durchsetzt, je mehr „Eiferer“ mit der Suche beginnen (und den Unsinn von Schumpeter, Walras, … verlassen), ist die Chance größer, dass irgendwann ein neues Paradigma gelingt. Ja, ich versuche es auch …
Warum sollte Paradigmenwechsel nur bei den Naturwissenschaften möglich sein!
Ein äußerst interessanter Artikel zu Murxens Geldtheorie
http://www.goldseitenblog.com/matthias_lorch/index.php/2009/11/04/title
Da scheinen sich Kenner rumzutreiben. Vorbeischauen lohnt sich.
Lieber Weissgarnix,
“Ich stehe in meinem Buch ungefähr bei der Hälfte, und stoße beim Schreiben und Grübeln auf einen interessanten Gedanken:”
Das freut mich. Ich gebe aber zu bedenken, dass es mit Gedanken so ist wie mit Ideen und mit Ideen so wie mit Hämorrhoiden. Jedes Arschloch bekommt frueher oder spaeter welche!
“Die Vorstellung, dass der Markt die erfolglosen Firmen aus dem Verkehr ziehe, und das volkswirtschaftlich zu begrüßen sei, trifft heutzutage so nicht mehr zu. Stattdessen gehen gerade die Firmen pleite, die erfolgreich waren und in ihre Zukunft investierten.”
Richtig. Und deshalb sind ja auch Firmen, die so viel in die Zukunft investiert haben und die so unglaublich konkurenzfaehige Produkte haben wie Opel und GM nicht Pleite gegangen und der Hinterwaeldler Goolge musste Chapter 11 anmelden….
Nun, Spass beiseite und Hirn an: Nein, Firmen, die erfolgreiche und konkurenzfaehrige Produkte haben (und da gehoerten Opel und GM eben schon vor der Krise nicht dazu), brauchen sich nicht unbedingt zu verschulden. Die koennen Investitionen aus G-E-W-I-N-N-E-N taetigen.
Hast Du die Marxsche Mehrwertformel schon vergessen? G-W- und dann? Richtig, dann steht nur bei manchen K fuer Konkurs, bei anderen aber wirklich G’. Mehr Geld.
Also, Yuris Tipp: Deine Gedanken fuer Dein Buch nochmal ueberdenken.
@ yuri 140
Ich erinnere wgnx (als ein überzeugter Keynesianer) immer daran, dass
Waren mit Waren gekauft werden
…
@yuri
>Die koennen Investitionen aus G-E-W-I-N-N-E-N taetigen.
Dann zeige mir eine einzige, die einen Innenfinanzierungsgrad von 100% hat, du Bürschchen.
Zudem präzisiere ich im Beitrag ziemlich genau, was ich meinte, und da stand glaube ich was von “kleinen, kapitalintensiven” Unternehmen. Ihr Freiheitsbengels solltet endlich mal anfangen, Texte aufmerksam zu lesen, dann würdet ihr nicht immer noch auf Smith, Rothbard und ähnliche Märchenerzähler reinfallen.
@ Stephan #123 und #135
Zum Beispiel ich hab “nur” gesagt. Ein Toulmin Quantifier.
Wenn Du Deine Bemerkung schon zum metadiskursiven Exempel umfunktionierts, dann hättest Du aber besser aufpassen sollen: Ich habe geschrieben
“Seit ca. 20 Jahren läuft Kostensenkung in de vor allem durch niedrigere Reallöhne”
was Dich zur Bemerkung veranlaßte:
“Die Behauptung Kostensenkung gibt’s seit 20 Jahren nur aufgrund niedriger Reallöhne ist zumindest kühn.”
Das ist natürlich vollkommen richtig, aber eben keine Replik, denn so eine Behauptung hab ich ja nicht aufgestellt. Zudem taugen nochnichtmal die Einführung von D-Netz und Mosaic als vermeintliche Gegenbeispiele, den dabei handelt es sich um Produktinnovationen und nicht um neue, kostengüstigere Produktionsmethoden für bestehende Produkte.
Klar gehen seit den 80er der Reallöhne runter. Folge der erfolgreichen neoklassischen Kreuzzüge.
Wenn Dich mein Beitrag zu dieser Erkenntnis inspiriert hat, dann ist meine gute Tat für heute erledigt …
#137
“Man kann darüber reden, schreiben, und wenn man die Dummen findet, die Morgens aufstehen, dann verkauft man auch noch ein Buch. ”
#WGNX (Topic)
“Ich stehe in meinem Buch ungefähr bei der Hälfte…”
Jeden Tag stehen morgens 10 Menschen mit einer Zipfelmütze auf – du mußt nur einen von denen finden, dann kannst du gut leben.
Das ist ein beliebter Spruch von guten Versicherungsvertretern.
Marktwirtschaft hat keiner der Teilnehmer in diesem Block je erlebt, geschweige denn begriffen…
Es schumpetert und misert, steigert und heinsohnt – aber es marktwirtschaftet nicht.
Ich empfehle mal ein paar Grundlagen: Smith und Marx lesen.
Dann nachdenken und Wesen und Erscheinung trennen können.
Die WiWi sind sehr geeignet für Spinner aller Art – das sollte aber kein Freibrief sein.
@ wgnx
Noch ein Märchenerzähler:
Werfen wir nochmals einen Blick auf die tatsächliche Struktur des amerikanischen Sparverhaltens. Laut Theorie sparen die Haushalte, während die Unternehmen sich verschulden. In den Vereinigten Staaten bietet sich dagegen ein völlig anders Bild: 1980 waren die Haushaltsersparnisse gerade so hoch wie die Eigenheiminvestitionen, nämlich 104 Milliarden Dollar. Wenn man die Eigenheiminvestitionen in den Haushaltssektor einbezieht, was eigentlich der Fall sein sollte, dann finanziert sich dieser im wesentlichen selbst und stellt dem Unternehmenssektor praktisch keine Nettoersparnisse zur Verfügung. Laster C. Thurow, Gefährliche Strömungen
Ach so, da noch zwei Märchenerzähler:
Wo der Abschreibungswert sehr hoch ist wie im heutigen Monopolkapitalismus, ist es durchaus möglich, daß die Wirtschaft allein aus dieser Quelle alle ihr rentabel erscheinenden Investitionen zur Einführung von Neuerungen (neuen Produkten wie neuen Verfahren) bestreiten kann. Paul Baran und Patrick D. Sweezy, Monopolkapitalismus
hier geht es nicht rational zu, jedenfalls nicht objektiv,
hier kommt man mit Theorie nicht weiter, hier ist ein Plan
“Im Grunde genommen läuft für die internationalen Finanzfamilien – die eigentlichen Besitzer
und grauen Eminenzen hinter den internationalen Großkonzernen – alles nach Plan: Innerhalb
der nächsten 10 bis 15 Jahre wird sich die gesamte Wirtschaftswelt auf unserem Globus
radikal verändern:
- Die 20 Schlüsselbranchen [3] werden sich etwa 1.000 internationale Konsortien
- untereinander aufteilen. Der Rest der Großindustrie verfällt, bzw. geht in Konkurs und
- wird häppchenweise aufgeteilt;
-
- die Regierungen der einzelnen Länder (inkl. der USA) werden – offensichtlicher als bisher
- zu quasi externen Funktionsträgern (vulgo: machtlosen Marionetten) der Konzerne. Sie
- fungieren als Erfüllungsgehilfen im Sinne der internationalen Großkonzerne, des globalen
- Kapitals;
-
- nach dem endgültigen faktischen Bankrott nahezu aller Staaten – bereits heute übertrifft
- die internationale Verschuldung das Welt-Bruttosozialprodukt um ein Vielfaches, und
- rund 99 % aller weltweiten Finanzströme pro Tag und Jahr stellen fiktive Handelsabläufe
- dar, hinter denen weder eine volkswirtschaftliche Leistung, noch eine reale Wertschöpfung
- stehen – werden sich die Notenbankchefs der großen Länder [inkl. der EZB auf Geheiß
- und mit Erlaubnis des internationalen Großkapitals und der dahinterstehenden rund
- 1 ½ Dutzend Familien, die sich bezeichnenderweise als "Illuminati", (d. h. "die Erleuchteten")
- nennen] auf ein Weltwährungs- und Wirtschaftssystem einigen. Dies wird dann
- de facto das Ende autarker Staaten sein. Die vor knapp 120 Jahren reaktivierte Idee der
- griechischen ‘Demokratie’ hat dann ihr Ziel erreicht und ausgedient [4].”
http://karl-heinz-heubaum.homepage.t-online.de/22wh-zuk.htm
@Systemfrager
>Waren mit Waren gekauft werden
Ich erzähl das auch immer meiner Tochter als Gute-Nacht-Geschichte. Da schläft sie viel schneller ein, als bei Prinzessin Lillifee.
@ingnatius #143
Mea Culpa. Mit dem Quantifier hast du recht! Hat mich dein Beitrag inspiriert? Ja und Nein. Den Kreuzzug seit den 80ern nehm ich seit damals zur Kenntnis. Bin ein alter Mann.
Ach 144
“Marktwirtschaft hat keiner der Teilnehmer in diesem Block je erlebt, geschweige denn begriffen…”
ich geh jetzt pennen, weil ich Morgen um 6:00 wieder der Marktwirtschafts Diener sein darf.
Aber du bist ja nur 144. Der womöglichst des Nachts, Kommentare abgeben kann.
Gute Nacht 144
#149
Wie WGNX lebe ich als Rentier…
@holger #149
Na dann. Gute Nacht! Oder wie’s so schön heisst: Good night and good luck! http://bit.ly/3AI1qV
@ WGNX
“Ich erzähl das auch immer meiner Tochter als Gute-Nacht-Geschichte. Da schläft sie viel schneller ein, als bei Prinzessin Lillifee.”
Du bist ein guter Vater! nehme ich an
Gute Nacht Stephan, Gute Nacht Jon Boy, Licht aus
@ wgx 142
schau doch mal auf Firmen wie Cree oder Vertex (nasdaq cree und vrtx), beide hochinnovative, die eine – CREE – null Schulden hoch profitabel, sitzt auf einem Haufen cash, die andere – VRTX – hochinnovativ, keine Schulden, ein Haufen cash, schiebt Milliarden schwere Verlustvorträge vor sich her, da kannsz Du all Deine Fremdkapital basierten Philosophien in die Tonne kloppen
noch ein kurzer Hinweis zu den heißgeliebten EK-Renditen, die kann man mit entsprechendem leverage beliebig pushen
http://geld-arbeitet-nicht.jimdo.com/25-eigenkapitalrendite/
selbst um den Preis, dass einem das Wasser bis zum Halse steht, siehe Einzelhandel, blendende EK-Rendite, aber mieses Ergebnis
welcome to reality
Das Bürschchen ist in meinem Fall vielleicht ein klein wenig abwegig, aber ich kann mit einem Beispiel dienen.
Die Rothaus Brauererei – Hersteller des Tannenzäpfle, ist in Hand des Landes Baden-Württemberg, hat in seiner Geschichte noch nie Verluste eingefahren, geht sorgsam mit dem Unternehmenseigentum um und hat hohe Sozialstandards. Die Rendite bleibt zwar unter den Horrorquoten eines Ackermanns, aber hier wird nachhaltig gewirtschaftet mit sozialer Verantwortung.
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft/rekordjahr-fuer-rothaus-brauerei–14970399.html
Derartige Betriebe in der Hand von Kommunen, Ländern und des Bundes gibt es noch mehrere. Insofern ist das Argument, dass der Staat als Unternehmer keine Erfolge erzielt durchaus nicht immer begründet.
@Besserwisser
>Wie WGNX lebe ich als Rentier…
Da kriegst du ja bald wieder kräftig zu tun – is ja nicht mehr lange hin bis Weihnachten…
@ Michael # 139
Danke für den Link. Die Kommentare dort machen’s, der Text selbst krempelt mir die Fingernägel nach außen und die Nackenhaare nach oben.
Wieder beruhigt habe ich mich beim Lesen der alten Erkenntnis, es sei die immer und alles entscheidende Frage:
Wem nützt es.
@limited & geronimo
Ok, OK – ihr habt gewonnen. Ich meinte zwar mehr deutsche Mittelständler, aber ich nehme zur Kenntnis: das Tannenzäpfle als kommunale Company in BW und zwei Nasdaq-Klitschen finanzieren jeden Scheiß aus dem Cash-Flow. Fantastisch.
#154
Tja, so ist das mit den Bilanzen. EBIT und EBITDA machen das schon.
Wir nennen das Luftbuchungen…
Aber es soll ja Leute geben, die darauf stehen….
Du wolltest ein einziges Beispiel. Solch leichte Beute nimmt man gerne mit.
#156
“Da kriegst du ja bald wieder kräftig zu tun – is ja nicht mehr lange hin bis Weihnachten..”
Ich kassiere monatlich. Also ist der Stress nicht so groß bei mir.
Du solltest etwas ändern bei deinen Anlagen….
@Limited
Das schöne an solchen Thesen ist ja – finde ich zumindest-, dass damit entweder die “Kreditklemme” wegdiskutiert wird, oder aber alle deutschen Companies, die nicht schuldenfrei sind, zu innovationslosen Wald-und-Wiesen-Klitschen degradiert werden.
@all
Zur Rhetorik
Es ist erschreckend, welche Simplizität hier herrscht.
Zur Dialektik
Nicht vorhanden
Zum Denken
Arg verkümmert
Dieses entweder oder findet vielleicht auf Verbandstagungen oder in der Tagespresse statt, die Wirklichkeit ist schon wieder weiter.
Es gibt ja auch Krisengewinnler – so die Finanzindustrie (Bäh) die gerade mit Staatsgeldern zugeschüttet wird und Politiker zur Messe eilen, damit die Gelder irgendwie weitergeleitet werden. Auch Unternehmen mit ausreichend Cash-Flow haben keine Probleme Kredite zu organisieren.
Und es gibt die Klitschen, die Familienbetriebe und tausende von kleinen und mittleren Mittelbetrieben bis zur Größe von 500 Mitarbeitern, die die Zeit nutzen mit Qualifikation und Kurzarbeit mit einem Innnovationsschub aus der Krise rauszukommen.
Es gibt weitgehend inhabergeführte Firmen, mit hohem Kapitalstock, die eventuell die Produktion heruntergefahren haben, die aber der Krise trotzen werden.
Und es gibt die Junkies an der Kreditnadel. Davon werden etliche verrecken.
@Besserwisser
Mensch, da fällt mir wieder ein: Eine Rubrik für das barbusige “Seite 3″-Mädchen wollte ich doch noch einrichten – danke, dass du mich daran erinnert hast.
Das “sich dem Wettbewerbsdruck stellen” kann auch genau dadurch erfolgen, dass überflüssige bzw. überteuerte Investitionen unterbleiben. Nur: Was ist überflüssig? Ich denke (eine funktionierende Wettbewerbsökonomie vorausgesetzt), dass das die Kundschaft entscheidet. Umgekehrt wird derjenige überproportional entlohnt, der sich für Investitionen und hohe hohe Schulden tntscheidet – wenn er anschließend mit seinen Produkten einen Nerv trifft.
@Besserwisser
“Zum Denken
Arg verkümmert”
Na da kannste mal sehen was Dekonstruktion anrichtet…
Derididerrida
WGN, Du Apologet!
Nehmen wir mal rein hypothetisch Deinen Irrglauben, dass nur die “Guten” Unternehmen in der Wirtschaftskrise untergehen, weil diese vorher auf Schuldenbasis investiert haben, als Voraussetzung an.
Was waere denn die Schlussfolgerung? DDR Wirtschaft mit Weissgarnix als Oberlenker?
Selbst Michael Moore hat mittlerweile einige klare Gedankengaenge:
http://freiheitsforum.com/read.php?2,29842,30783#msg-30783
Ach ja, Deine Unternehmen ohne Schulden:
BIG, DEBT-FREE COMPANIES
http://www.usatoday.com/money/perfi/columnist/krantz/2007-03-20-debt-free_N.htm
Paul Kirchhof in der FAZ von heute. Er entdeckt den Weg der Tugenhaftigkeit…
Leitbild!
http://www.youtube.com/watch?v=-SeN5OLF9Eo
Die Liberalen in Deutschland Demontieren sich jeden Tag ein bischen mehr.Hier ein Stückchen da Stückchen vielen dank singt man im Chor vielen dank Sarottimohr…
und da endet so ein Weltbild… erst wütet der Äther dann die Massen…
http://www.youtube.com/watch?v=WHeEaV4j5Ak
während die Schumpeterschen Entrepreneurs reihenweise in die Insolvenz schlittern
Die Schumpeterschen Entrepreneurs sind eben unfähig, wenn ihre Planung den Worst Case ausgeschlossen hat.
Ausserdem: Die meisten Entrepreneurs verkaufen doch eh Mist oder Dienstleistungen deren “Wert” und “Sinn” die Masse erst durch Werbepropaganda eingehämmert wurde. Entrepreneurs wollen nur eins: Verkaufen.
Dabei ist die menschliche Gesellschaft gefragt und nicht das clevere Verscherbeln von Tinneff.
Wenn die Entrepreneurs also reihenweise Pleite gehen, kann das nur gut sein für die menschliche Gesellschaft.
@j_kramer
“Wenn die Entrepreneurs also reihenweise Pleite gehen, kann das nur gut sein für die menschliche Gesellschaft.”
Das Problem ist das Monopole es nicht besser sondern schlimmer machen…
@ wgn – 84
—”Sorry, aber das ist der “Blog” von weissgarnix, nicht sein Doktorandenseminar.”
Ok, ok, du bist der Boss.
Ich habe schon länger das Gefühl, dass die hier aufgeworfenen WiWi-Fragen als Tarnung für ein soziokulturelles Experiment dienen und nicht wirklich behandelt werden sollen. Und ich mitten drin, ich Tropf.
Und wenn deine Eingangsgedanken mal wieder nicht zur Realität passen sollten, liegt das vielleicht nicht an der Realität…
Tschö.
@bazi
>dass die hier aufgeworfenen WiWi-Fragen als Tarnung für ein soziokulturelles Experiment dienen und nicht wirklich behandelt werden sollen.
Reiner Selbstschutz – ich müßte sonst coram publico meine ganze Ahnungslosigkeit ausbreiten
@bazi
“Ich habe schon länger das Gefühl, dass die hier aufgeworfenen WiWi-Fragen als Tarnung für ein soziokulturelles Experiment dienen und nicht wirklich behandelt werden sollen.”
Tja willkommen in der Matrix…
http://www.youtube.com/watch?v=KblUpJzQ_o8
@Bazi
“Und wenn deine Eingangsgedanken mal wieder nicht zur Realität passen sollten, liegt das vielleicht nicht an der Realität…”
Einen hab ich noch
“Von der Antike bis zu den Versuchen der Avantgarde ist die Literatur bemüht, etwas darzustellen. Was? Ich sage ganz hart: das Wirkliche. Das Wirkliche ist nicht darstellbar [...] Mit dem Umstand, daß es keine Übereinstimmung zwischen dem Wirklichen und der Rede gibt, können die Menschen sich nicht abfinden, und diese Weigerung, die vielleicht so alt ist wie die Rede selbst, bringt in einem unablässigen Bemühen Literatur hervor. Man könnte sich eine Geschichte der Literatur vorstellen [...], die die Geschichte der – oft ganz aberwitzigen – verbalen Notbehelfe wäre, die die Menschen benutzt haben, um das zu reduzieren, zu zähmen, zu leugnen oder auch das auf sich zu nehmen, was immer ein Delirium ist, nämlich die fundamentale Nicht-Adäquatheit von Rede und Wirklichem.” Barthes
Noch Fragen Bazi
@ bazi (== American Pit Bull Terrier des Kapitalismus)
Eine weitere statistische Untersuchung (TNS OBOP) in Ungarn:
Stolze 28% meinen, heute lebt man besser als damals unter den Kommunisten.
@weissgarnix (#85): Frankie Bernankie (#126) und Systemfrager (#132) habe ich noch etwas hinzufügen: Gleichgewichte (GW) und die auf GW basierenden Theorien sind doch “weltscheibisch”. Da hilft das beste Name-Droping nichts, egal ob man am Gleichgewichtspunkt verharrt, über ihn kräftemäßig drüber stolpert oder ihn in Schleifen meint kräftemäßig umkreisen oder treffen zu müssen. Wir sind doch weiter? Und “Kräfte, die zum Gleichgewichtspunkt streben” – so was aber auch: Denke bitte an das Federbeispiel, die leiert aus oder reißt sogar bei zu starken Kräften. Also nix mit Federkonstante, die verändert sich tatsächlich mit der Zeit.
Du hattest schon mal besser argumentiert. Ich meine die Kreislauf-Denkfigur, Und quasi-stationäre Zustände haben in den Wiwi bekanntermaßen Einzug gehalten. Kam da der Irving Fisher von alleine drauf oder hatte der bei bei den Makrokinetikern geklaut? Aber egal, wenn ich schon genauso beim Name-droppen bin: Der Österreicher Kurt W. Rothschild hatte den GW-Heinis doch den argumentativen Todesstoß versetzt, oder irre ich mich? Warum schreibst Du über den nix?
Zu Deinem Blogartikel ganz oben: Zykliker irgendwo in der Mitte (genauer: #108) hat den Kern mit seinen Worten sehr gut getroffen. Bonitätsgewichtete Liquiditätsnachfrage muß zeitlich im Takt zum (politisch gewichteten) Liquiditätsangebot sein. Und innovative Unternehmen müssen eben meist Liquidität dazu kaufen, aber verschiedenste Unabwägbarkeiten können jede sehr gute Unternehmensidee verhageln. Bevor ich hier weiter blubber, widme ich mich jetzt lieber meinem persönlichen Bazillenkrieg.
Schnupfendisclaimer: Alles, was ich geschrieben habe, stellt nur meine momentane Meinung dar. Falls mir erfolgreich gegenargumentiert wird, behaupte ich gern das Gegenteil.
Mit respektierlich-bazillenbeladenen Grüssen aus der Bazillenmetropole hessisch-Absurdistans
Bernhard
Vielleicht sind wgnx die Begrifflichkeiten etwas zu Kopf gestiegen?
Wenn ein Unternehmen einen Investitionskredit aufnimmt, ist der eigentliche “Unternehmer” der Kreditgeber, der sich seine Investition vom Unternehmer nur versichern und verwalten lässt, sozusagen das Sorglos-Paket bucht. Dass diese Geschäftskonstruktion inner allgemeinen Rezession zum scheitern verurteilt ist, sollte klar sein.
Warum Großkonzerne überhaupt größere Investitionskredite aufnehmen sollten, wäre noch zu klären. Ist doch schließlich deren Sinn, das Geld der Anleger zu investieren. Wenn ich da als Aktionär einen besseren Hebel haben will, kann ich das ja auch anderweitig erreichen, am einfachsten indem ich einfach Aktien auf Pump kaufe.
@ Bernhard 178
“Der Österreicher Kurt W. Rothschild hatte den GW-Heinis doch den argumentativen Todesstoß versetzt…”
Nicht alles, was Österreicher machen ist auch schon automatisch erfolgreich. Beispiele findet jeder selber.
Nichts dagegen, daß man statische Gleichgewichtstheorie ein bißchen öde findet. Interessant wird´s bei dynamischen Gleichgewichten, mal abgesehen davon, daß diese Welt ja anscheinend dazu neigt, von einem Zustand in einen anderen überzugehen, wobei sich – wenn auch manchmal nur marginal – die Rahmenbedingungen ändern und damit das c.p. nicht mehr gilt! (Die Albernheit, c.p. durch i.i.d. zu ersetzen und zu glauben, daß damit ENTWICKLUNG beschreibbar ist, kann nur Mathematikergehirnen entsprungen sein! Die Belanglosigkeit der DSGE Modelle spricht Bände.) Und wenn man auch noch aus der Falle mit den “contingent future contracts” herauskommen will, muß man sich schon was einfallen lassen. Ungleichgewichts- und Chaostheorie (selbst die gefeierten Markov-Ketten oder die Fraktal-Theorie) lassen die Funktionsprinzipien dessen, was Wirtschaft ausmachen soll, regelmäßig im Regen stehen. Gleichgewichtstheorie und “veränderliches c.p.” macht die Sache spannend.
Das ist jedoch nur noch was für Profis…
@Peterle, #179
“Wenn ich da als Aktionär einen besseren Hebel haben will, kann ich das ja auch anderweitig erreichen, am einfachsten indem ich einfach Aktien auf Pump kaufe.”
So fangen die Geschichten an, die mit Sprüngen aus dem Fenster enden. Soll das eine Bewerbung für den “Darwin Award” werden?
@ wgnx #165
“Mensch, da fällt mir wieder ein: Eine Rubrik für das barbusige “Seite 3″-Mädchen wollte ich doch noch einrichten – danke, dass du mich daran erinnert hast.”
NA, endlich, taucht dieses lang vergessene Projekt wieder aus der Versenkung auf!
@systemfrager #132
“Unsere Brücken stehen, unsere Häuser stehen, Schiffe schwimmen ganz stabil, Maschinen funktionieren Jahrelang fehlerfrei, unsere Körper funktionieren Jahrzehnte lang auf ein stabile Weise, ”
Das sollen Beispiele für Gleichgewichtszustände sein?
Ich lach mich kringelig.
Zur Zeit muss ich gewaltige Umwege auf dem Weg zur Arbeit in Kauf nehmen, weil mindestens 5 Brücken auf der Strecke saniert werden.
Schiffe und Maschinen: schon mal überlegt, wieviel Aufwand da permanent reingesteckt werden muss, damit die am Laufen bleiben?
Und unsere Körper: Wo ist da ein Gleichgewichtszustand, der Verfall beginnt , sobald wir auf der Welt sind.
Ich muss sogar sagen , je älter ich werde sehe ich den Körper zunehmend als Angriff auf meine Grossartigkeit.
@ Systemfrager # 57+80
Wenn sie nicht wirklich verstehen, wie Wettbewerb funktioniert, verstehen sie die Marktwirtschaft nicht. Und falls Sie nicht bemerkt haben sollten, was nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise geschehen ist: Makroland ist abgebrannt! Es geht im Prinzip wieder von vorne los! Oder was glauben Sie wofür das INET gegründet worden ist und George Soros 50 Mio. aus dem Brustbeutel spendiert? Ich halte dabei Schumpeter für keinen so schlechten Ausgangspunkt. Aber was macht Sie denn so sicher, wenn wir mal die vielen
, Groß- und fett gedruckten Buchstaben weglassen, dass Sie noch den Durchblick haben und deswegen auch beurteilen können, wie man in der Sache vorankommen kann und wie nicht? Ich kann nicht erkennen, woher Sie diese Sicherheit beziehen. Vielleicht erklären Sie sich da mal.
@ Stefan L. Eichner 184
Nein, eine absolute Sicherheit gibt es nie. Man kann sich aber ziemlich sicher sein, dass das, was schon 1-2 Jahrhunderten keine Früchte trägt, schon längst tot ist. Es gibt aber erfolgreiche Wissenschaften und wir wissen, wie sie erfolgreich geworden sind:
1) Die Methoden, die unsere Probleme hervorgerufen haben, sind ungeeignet, sie überwinden zu können.
Albert Einstein
2) Wenn eine Idee am Anfang nicht verrückt klingt, dann gibt es für sie keine Hoffnung.
Albert Einstein
Wenn also eine Wissenschaft wie WiWi schon 2 Jahrhunderte keine Fortschritte macht, dann muss man völlig neue Wege versuchen.
Aber nicht mit bla-bla und klein-klein, sondern mit neuen Methoden und Modellen …
Systemfrager und Frankie Bernankie…
Gleichgewicht???
Ich mache mir mal die Mühe ein wenig Struktur in das Debattchen zu bringen, ja?
Die Brücke:
Man könnte jetzt die Brücke als einfaches, bautechnisches Objekt betrachten (ohne Zeit und son Scheiss)…Dann befindet sich eine Brücke in einem Gleichgewichtszustand. (Aber: dieser Zustand ist durch den Umstand definiert, dass die Entropie aus dem Objekt: Brücke herausdefiniert wurde)
Der Körper:
Schon komplexer…
In der Wachstumsphase findet ein Aufbau von Körpersubstanz statt…dann folgt eine Zeit lang ein quasi Gleichgewicht…dann ein Abbau…
Frage ist nun: WAS benutze ich als Zeitraum, um diesen ominösen Gleichgewichtszustand zu finden…ähmmm zu definieren?
Einen Tag, oder doch lieber ne Sekunde?
Mit oder ohne Nahrungsaufnahme?
Montags, oder am Wochenende (wenns den Sonntagsbraten zu verdauen gilt)???
Die Wirtschaft (unendliche Weiten…)
Hier versagen meine Erklärungsversuche…(außer, dass der in der VoWi benutzte Gleichgewichtszustand mWn irgend wie mit dem Tauschparadigma zusammenhängt)
Vielleicht nur dies am Schluss: Wirtschaft ist mehr ein Prozess, als ein Körper ein Prozess ist, als eine Brücke ein Prozess ist, als ein H2O-Molekül ein Prozess ist….
Daher wird die Komplexizität der Definition, eines möglichen Gleichgewichtszustandes in den o.a. Objekten/Prozessen unterschiedlich sein müssen.
Allen (Beispielen) gemeinsam ist jedoch die Notwendigkeit, die Betrachtungen mit einem zugrunde liegender ZEITRAUM zu würzen (weil sonst alles so fad schmeckt, oder?)
gruss pansen
…historisch konkretes Denken…
Weia, bin ich damit früher ‘getrietzt’ worden, aber wohl zu recht.
@hacedeca #181
Wenn sich statt des Aktionärs die Aktiengesellschaft in den Bankrott zockt ist das natürlich viel besser wie konnte ich das übersehen!
@pansen #186
“Ich mache mir mal die Mühe ein wenig Struktur in das Debattchen zu bringen, ja?”
Danke für die Mühe, war aber nicht notwendig. Gebracht hats nix.
@ pansen
>>Die Wirtschaft (unendliche Weiten…)
Vielleicht nur dies am Schluss: Wirtschaft ist mehr ein Prozess, als ein Körper ein Prozess ist, als eine Brücke ein Prozess ist, als ein H2O-Molekül ein Prozess ist….
Daher wird die Komplexizität der Definition, eines möglichen Gleichgewichtszustandes in den o.a. Objekten/Prozessen unterschiedlich sein müssen. <<
Im Körper finden sich 50 Billionen Zellen, 25 Billionen rote Blutkörperchen, 100 Billionen Synapsen, etc.pp.
Bewusst steuern können wir nur ca. 40 Aktionen gleichzeitig.
Da wird es interessant: wieso funktioniert alles mit Billionen Beteiligten so reibungslos? Wir können gleichzeitig gehen, die Umwelt wahrnehmen, uns unterhalten und noch gleichzeitig denken, mancher gar in verschiedenen Strängen. (Atmung, Sauerstofftransport, Temperaturkonstanthaltung, Verdauung…, findet auch alles parallel statt)
Das ist ja nicht immer so, wie wir bei Krankheiten lernen (müsseten).
Oh nein!
Die Menschen, die nicht im Blutstrom schwimmen oder auf eingefahrenen Bahnen denken, sind Krankheiten, besser Krankheitserreger?!?
Das ist ja schlimmer als Neoklassik und Luhmann zusammen.
Aber da rettet mich zumindest mein ganzheitlicher Gesundheits- und Krankheitsbegriff.
Wie der Philosoph sagt: "Ist es normal nur weil alle es tun."
Ah, eine Brücke, Gleichgewicht,
dazu mal dies:
Einsturz der Tacoma Narrows Bridge
1940 stürzte im US-Bundesstaat Washington die Tacoma Narrows Bridge, eine fast 2 km lange Hängebrücke, bereits fünf Monate nach ihrem Bauende ein. Zurückzuführen ist dieser Einsturz auf eine Kármánsche Wirbelstraße. Am 11. November 1940 kam ein leichter Sturm mit einer Windgeschwindigkeit von etwa 70 km/h auf. Bei dieser Windgeschwindigkeit lösten sich die Wirbel der Kármánschen Wirbelstraße, die sich an den Rändern der Verkleidung ausbildeten, mit einer Frequenz ab, die der Eigenfrequenz der Brücke entsprach: Es kam zu Resonanzschwingungen. Die periodisch auf die Brücke wirkenden Kräfte konnten sich immer weiter verstärken, bis die Brücke den dynamischen Kräften nicht mehr standhalten konnte. Die Fahrbahn hob sich an den Rändern um neun Meter aus der normalen Lage, die ganze Brücke wurde durch Torsionswellen um über 45° nach links und rechts verdreht. Etwa eine Stunde nach dem Beginn der Schwingungen brach in der Mitte ein 200 m langes Teilstück heraus, und kurze Zeit später stürzte die gesamte Brücke ein.
Und der Eisenträger beim Jahrhundertsturm, Berliner HBF fällt mir noch ein. Der so mir nichts dir nichts, einfach auf den Boden fällt.
Gleichgewicht, ist nur eine Annahme.
Ach hier noch das Video
http://www.youtube.com/watch?v=3mclp9QmCGs
live vor Ort Gleichgewicht in Action
Möglicherweise von der Fed konstruiert.
Frankie Bernankie und Holger…
sieht fast so aus, wenn ich mir Holgers Antwort ansehe…
Muss heißen: Gleichgewicht, ist nur eine Annahme innerhalb eines definierten Rahmens.
Befindet sich ein nicht herunterfallender Hochseilartist in einem Gleichgewicht?
1. Nein, denn er muss ja mit den Händen rudern, um sich dort zu halten…
2. Ja, denn er fällt nicht herunter….
Es gilt vermutlich für alle relevanten Aussagen, dass die Definition der Begriffe das Ergebnis maßgeblich beeinflusst.
gruss pansen
@ pansen
ich weiß ja nicht, was du unter “Gleichgewicht” verstehst, kommt wahrscheinlich von “gleich” und “gewichtig” also die Gewichtskraft, die wirkt (FG). Also eine resultierende Kraft. Quasi ein Kräfteparallelogramm. Sollte dieses einen Strich auf dem Blattpapier ergeben, dann Glückwunsch, und viel Spaß mit der Wissenschaft und Ökonomie.
#194
“Es gilt vermutlich für alle relevanten Aussagen, dass die Definition der Begriffe das Ergebnis maßgeblich beeinflusst. ”
Exakt!
Da in der BRD viele Ossis leben, sind die Begriffe sehr verschieden.