Wir war das noch gleich, „Vor der Wahl ist nach der Wahl?“ Quelle und Opel wollte man retten, die Steuern wollte man senken, doch nun stellt sich alles komplizierter bis unmöglich da. Der Dämpfer kam heute Nacht aus den USA, Frau Merkel war soeben abgereist und saß im Flieger – General Motors (GM) will seine Tochter Opel behalten.
Ganz im Stil von Helmut Kohl hat GM das ganze ausgesessen und nun festgestellt, dass die Geschäfte besser laufen als geplant und man sich durchaus eine Sanierung von Opel leisten kann. Wollte man die Opel Tochter eigentlich nie abgeben? Hat GM nur ausloten wollen, was die Bundesregierung zahlt? Vorgesehene Kosten der Sanierung 3 Milliarden USD, weitaus weniger als Magna geplant hat (4,5 Milliarden USD). Wenn eine Sanierung mit diesen Kosten stattfindet, kann das nur zwangsweise über Entlassungen geschehen. Auch unter Magna hätte man über kurz oder lang darüber diskutieren müssen. Zumal GM auch an der neuen Firma beteiligt gewesen wäre und es somit auch in der Zukunft zu weiteren Abstimmungsproblemen gekommen wäre.
Wenn eine Firma nicht den erwarteten Gewinn abwirft, muss überlegt werden wo das Problem liegt. Kommt das Produkt am Markt nicht an, gibt es bessere Produkte im gleichen Preissegment? Opel könnte als eigenständiges Unternehmen laut vieler Experten am Markt nicht überleben, darum muss es von Grund auf aus eigenen Kräften saniert werden oder im schlimmsten Fall in die Insolvenz gehen. Es spielt für den einzelnen Opelmitarbeiter keine Rolle ob GM oder Magna das Unternehmen leitet, die Konsequenzen wären die gleichen. GM geht somit den richtigen Weg, nur hätte man sich früher entscheiden sollen welchen Weg man wählt, um das jetzige Chaos zu vermeiden.
Umso peinlicher ist der Vorfall eigentlich für die neue CDU und FDP Regierung. Die Populisten der Politik machten sich eine Opelrettung im Wahlkampf für den Stimmenfang zu Nutze, man klopfte sich nach der geglaubten Einigung mit Magna schon siegessicher gegenseitig auf die Schulter. Nun ist alles anders gekommen und die Empörung im Land ist groß. Doch worüber ist das Land empört? Opel kann immer noch auf den richtigen Weg gebracht werden und wieder Gewinne abwerfen, doch ohne Einschnitte für jeden einzelnen Mitarbeiter und somit auch Kündigungen wird das nicht gehen. Die Vergangenheit wie z.B. Phillip Holzmann unter Gerhard Schröder zeigt, dass eine krampfhafte Rettung ohne Einschnitte im Unternehmen durch den Staat einer Herztransplantation gleicht, doch der Patient das neue Herz abstößt. Als Argument wird in der Politik immer das Schicksal der Arbeitnehmer vorgeschoben. Es bedarf auch keiner Diskussion, arbeitslos zu werden ist ein Schicksalsschlag für jeden, den es trifft.
Jürgen Rüttgers sagte heute: Das Verhalten des US-Konzern zeige „das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus“. Dies ist eine Floskel, die nicht ganz zutrifft. Wenn die Sanierung nicht greift und Opel Insolvenz anmelden sollte, gehen die Mitarbeiter nicht alle direkt in die Arbeitslosigkeit. Letztendlich stärkt die Insolvenz die Konkurrenz im Lande, denn Kunden von Opel Autos suchen sich ein neuen Anbieter (dann hoffentlich ein deutscher Anbieter). Dieser muss seine Produktion erhöhen und benötigt letztendlich neue Mitarbeiter. Es stärkt somit auch die Position deutscher Firmen zur Konkurrenz im Ausland. Eine Insolvenz ist im Endeffekt für den Staat billiger als eine Rettung um jeden Preis. Nicht zuletzt fördert ein gewisser Grad an Entlassungen Innovation und bringt neue Produkte und somit neue Arbeitsplätze mit sich.
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Jürgen Rüttgers Verhalten zeigt uns das hässliche Gesicht des Turbopopulismus, aber was zeigt uns eflation?
“Nicht zuletzt fördert ein gewisser Grad an Entlassungen Innovation und bringt neue Produkte und somit neue Arbeitsplätze mit sich.”
Genau. Wie sollte es anders sein in der besten aller Welten?
Je mehr Leute entlassen werden, desto mehr Arbeitsplätze entstehen auch. Nennt sich “unsichtbare Hand” und Arbeitslose gibt es nur, weil ignorante Spielverderber Sozialsysteme erfunden haben.
Sternchens; es gibt keinen anderen Grund für Opel als die Entwicklungsabteilung. Alles andere ist Unsinn. Die Standorte werden, Verträge oder nicht, abgewickelt. Wer meint, erzählen zu müssen, daß von den Amis was anderes kommt, muß wohl noch irgendeinem Auftraggeber ein bißchen Speichel lecken!
Ein bißchen weniger Romantizismus wäre bei der Einschätzung der Sachlage ganz schön.
Im schlimmsten Fall in die Insolvenz gehen?
Warum ist das der schlimmste Fall? Lösen sich deswegen die Fabrikshallen mitsamt den Mitarbeitern, Maschinen und auf Halde stehenden Opels in Luft auf, und das vielleicht noch mit Furzgeruch? So ein Blödsinn…
“Letztendlich stärkt die Insolvenz die Konkurrenz im Lande, denn Kunden von Opel Autos suchen sich ein neuen Anbieter (dann hoffentlich ein deutscher Anbieter). Dieser muss seine Produktion erhöhen und benötigt letztendlich neue Mitarbeiter.”
Das funktioniert im Autmobilsektor nicht (mehr). Zunächst einmal, weil der Absatz von Automobilen in Europa nicht mehr steigt (Voll-, wenn nicht gar Überversorgung ist erreicht), zum anderen weil die asiatische Konkurrenz wesentlich besser die modernen Ansprüche an einen Automobilhersteller erfüllt als die deutschen Massenhersteller.
Ohne eine grundsätzliche Neuausrichtung der hiesigen Branche (zu der ich keine Hinweise sehe) wird Opel nur der erste gewesen sein.
2010 sind in NRW Wahlen. NRW ist ein Opel-Standort und wird von CDU und FDP regiert. Ich erwarte nicht, das bis dort hin eine Absage an GM kommt. GM wird seinerseits jedoch darauf drängen ein O.K. noch vor den dortigen Wahlen zu erhalten. GM wird es vermutlich bekommen….. zeitnah VOR den Wahlen.
Grüße
ALOA
Letztenendes hängt es nur von den gefahrene KM und vom Durchnittsalter der Fahrzeuge ab, wieviele Autobauer es gibt.
Nun ist alles anders gekommen und die Empörung im Land ist groß.
Kann ich nicht erkennen. Eher ist die Schadenfreude groß.
Als Guttenberg eine geordnete Insolvenz vorschlug, war das zumindestens aus verhandlungstaktischen Gründen sehr schlau.
Eine Regierung, die sagt, sie wolle die Arbeitzsplätze auf jeden Fall halten, ist leicht erpressbar.
Für meinen Geschmack sollte sich die Regierung mal langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass sich das automobile Zeitalter dem Ende zuneigt.
#Thema
Es gibt ein Überangebot an Herstellern.
Auch mangelnde Nachfrage.
Deshalb sollte Opel sich neue Geschäftsfelder suchen – z.B. Mondfahrzeuge oder so.
Die Arbeiter werden durch Steuergelder umgeschult und schon funktioniert die freie Marktwirtschaft wieder….
“Auch mangelnde Nachfrage.”
Das wußte Henry Ford schon besser!
#9
Besser als ich???
Der Charme eines größeren und in der Öffentlichkeit sichtbarerern Insolvenzaufkommens läge darin, dass die Regierung womöglich endlich das Insolvenzrecht ändern müßte. Es ist ja überhaupt nicht einzusehen, warum in USA Chapter 10 und 11 als strategische Optionen genutzt werden können, sich Firmen im Nu einen Großteil ihrer Schulden entledigen, und bereits kurze Zeit später alles wie gehabt weitergeht, während bei uns Insolvenzen in der Regel mit der Liquidation enden.
Das deutsche Insolvenzrecht schützt typischerweise nicht Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen, auch nicht die der Kleingläubiger, sondern insbesondere die der Banken.
“Eine Insolvenz ist im Endeffekt für den Staat billiger als eine Rettung um jeden Preis.”
Mal ganz prinzipiell: es gibt in den jüngsten Diskussionen zwei Über-Argumente gegen den Kapitalismus – die Überakkumulation und die Überproduktion.
Die Überakkumulation ist tatsächlich problematisch, insbesondere aus keynesianischer Sicht. Auch führt sie zu gesellschaftlichen Verwerfungen, wenn sie sich als Auseinanderklaffen der Einkommensschere äußert, insbesondere wenn für die niederen Einkommensschichten eine gesellschaftliche Teilhabe nicht mehr, oder nur noch unzureichend möglich ist.
Die Überproduktion dagegen ist gerade der Punkt, welcher den Kapitalismus dem Sozialismus gegenüber so überlegen macht: denn die Grundlage der unglaublichen Produktivitäts- und Qualitätsverbesserungen ist die Konkurrenz, ist die unglaubliche, marktliche Auseinandersetzung der Produzenten des more of the same! Sie stellen alle nahezu identische Produkte in Konkurrenz her, unter welchen der Kunde entscheiden wird zum Nachteil des einen und zum Profite des anderen.
Die Gewinner stellen dabei also zu wenig her, die Verlierer zu viel. Und selbst wenn ein ganzer Sektor in toto zu viel herstellt,ist das eigentlich nicht zu viel, sondern zu viel für die durchsetzbaren Preise, oder zu viel für eine solche spezifische Produktqualität. Daraus entsteht ein Zwang zur Anpassung.
Aus der strukturellen Überproduktion resultieren also am Ende niedrigere Preise, ein qualitativ sich ständig verbesserndes Angebot und natürlich dann auch die Pleiten der Verlierer in diesem Kampf um Marktanteile.
Die Überproduktion also führt prinzipiell zu einer Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt. Allerdings zeitigt sie auch negative Effekte, wie eben die zusätzlichen, gesellschaftlichen Aufwendungen zur sozialverträglichen Gestaltung der in der Natur der Sache liegenden Bankrotte. Wenn diese negativen Effekte nicht richtig angegangen werden, kann die erreichte zusätzliche Wohlfahrt von ihnen zunichte gemacht werden.
Bankrotte sind also prinzipiell gut und fraglich bleibt allein, wie man dafür sorgen kann, dass dies auch so bleibt. Ein Festhalten an überkommenen Strukturen ist sicherlich nicht der richtige Weg. Und die Politik des hier von @Halbgott immer kritisierten billigen Geldes und die politischen Maßnahmen zur Unterstützung der Verlierer auf Pump wirken also allenfalls Krisen verstärkend und schieben das Problem nur hinaus, statt eine Lösung anzubieten.
uups sollte hier rein:
So leid es mir tut, für die Angestellten, Abhängigen Opel Beschäftigten, Zulieferer, Opel wird auf absehbarer Zeit, nicht überleben. Und auch nicht überleben können. Ebenso die britische Vauxhall und alle anderen europäischen Töchter.
In D wird maximal die Entwicklungssparte aufrechterhalten werden können. Die reine Produktion, wird in die USA verlegt. Oder eben nach Fernost. Ich gehe weiterhin davon aus, dass der chinesische Investor, ein Wörtchen im Hintergrund mitspricht, auf Opel basierender Plattform, einen günstigen Kleinwagen zubauen und das nicht nur für den chinesischen Markt. Ähnlich wie TATA in Indien.
Der deutsche Markt, für Autos, wird schrumpfen
.
A) durch die viel angesprochene Alterspyramide, bedingt dadurch weniger Führerscheine
B) weniger “Erneuerungskäufe”
C) Die massiv zunehmenden, prekären Arbeitsverhältnisse, Finanzierung Auto wird schwieriger bis unmöglich.
D) Die Zeitintervalle ein neues Auto zu erwerben, werden länger.
Die so gelobte Abwrackprämie, hat den Kleinwagenmarkt, mindestens für die nächsten fünf Jahre lahm gelegt. Corsa und Kollegen.
Das neueste Werk in Eisenach, wurde 94 oder 1995 errichtet. Durch Abschreibungen und EU Förderungen, steht es vermutlich mit einem Dollar in der Buchhaltung. Ebenso die anderen viel älteren Werke.
Eine Insolvenz, kommt einen möglichen Interessenten viel, viel billiger. Denn wenn jetzt einer Opel übernimmt, übernimmt er auch das Personal. Wie das mit den gültigen Arbeitsverträgen ist, ob die 1 zu 1 übernommen werden müssen, kann ich nicht beurteilen.
Bei einer Insolvenz wird den Beschäftigten gekündigt. Und dann sind die Wege für die Schnäppchen Jäger frei. Die Entwicklungsabteilung wird einen eigenen Rechtsstatus besitzen. Und somit aus der Insolvenzmasse herausgehalten werden können.
Alles in allem, es geht nicht um Moral. Es geht um möglichen Profit in Zukunft. In den meisten Fällen entscheiden Excel Tabellen darüber. Das meine ich jetzt nicht ironisch oder zynisch: Da helfen die ganzen Trillerpfeifen nix. Denn die Oberpfeifen sind mitten unter ihnen. Weil sie auch nur eins können, durch Zugeständnisse ihren eigenen Arsch retten.
@Eflation
Wir sollten mal lieber Fragen warum Banken nicht Insolvent gehen dürfen also vieleicht sollten diejenigen welchen die Jobs gerade mit Milliarden gerettet wurden “Einfach mal die Fresse halten” …
@hacedeca
Das ist alles richtig. Es gibt jedoch Unterschiede zu beachten zwischen Firmen wie Holzmann welche rein national agieren und einem Automobilkonzern. Firmen wie Holzmann kann man leicht in die Insolvenz schicken, das ist überaus gut so. Es kommen im Land selbst neue, gesündere Firmen nach, denn Häuser werden gebaut und das auch besser nachdem ein üblicher “Unterbieter” entfernt wurde.
Auf internationalem Parkett geht es jedoch auch um das halten von Marktanteilen bzw. um einen gewissen Protektionismus der Arbeitsplätze. Nicht, das dies im gesamten gut wäre, denn so unterbietet man sich ständig gegenseitig. Nichtsdestotrotz stellt sich immer für jedes Land die Frage ob denn etwas folgt wenn man soundsoviel Arbeitslose mehr zu verzeichnen hat.
Das lustige ist, das die wirtschaftsliberale Logik bei Arbeitnehmern durchaus den Kombilohn attraktiv findet (“fehlende Wettbewerbsfähigkeit”). Bei Firmen jedoch schon einmal für Insolvenzen plädiert (“ja und?”).
Grüße
ALOA
WGNX # 11
Insolvenzrecht
Das wäre mal einen eigenen Thread wert. Das bestimmt nicht nur das Wohl und Weh der Firmen, sondern betrifft jeden Einzelnen.
Man könnte die Argumentation hier auch umdrehen, eine Rettung ist im Endeffekt für den Staat im Einzelfall billiger als eine Insolvenz um jeden Preis.
Zumal wenn es sich um Unternehmen in strukturschwachen Regionen wie Rüsselsheim, Kaiserslautern oder Bochum handelt, in denen der Wegfall der Opelarbeitsplätze zu Betriebsschließungen bei weiteren Technologie- und Dienstleistungsfirmen führen wird.
Ich wäre hier eher für eine konsequente Verstaatlichung und sollte eine Rettung nicht möglich sein für eine sozialverträgliche Abwicklung durch den Staat über mehrere Jahre, als die Arbeitnehmer weiter als Geiseln in der Hand von GM zu belassen.
BTW- Meines Wissens nach wurden bei der Insolvenz von Philip Holzmann keine staatlichen Fördergelder für das Unternehmen aufgebraucht.
der Krise ist die Welt geplündert, der Dollar gerettet, die US Wirtschaft saniert und diejenigen, die das vorausgesagt haben können sich nix dafür kaufen, dass sie Recht hatten,
Hauptsache wir haben dann herausgefunden, dass der Kapitalismus eigentlich funktionieren könnte – wenn da nicht der Mensch seine (schmutzigen) Hände im Spiel hätte
“sozialverträgliche Abwicklung durch den Staat über mehrere Jahre,”
Das nennt sich Beschäftigungsgesellschaft und ALGI.
@ aloa5
Das kann man so nennen. Mir schwebt aber eine deutlich längere Laufzeit vor, verbunden mit einer aktiven Strukturpolitik.
So könnte man aus den Entwicklungsabteilungen Kompetenzzentren zur Erforschung alternativer Antriebe machen, die Werke in Rüsselsheim und Bochum fungieren sowieso schon als Zulieferer z.B. für Fiat und andere Automobilhersteller und könnten als Pilotanlagen für Aufträge von VW u.a. entsprechend umgebaut werden.
Mich wundert diese Dogmatik in Deutschland immer. In den Staaten wird verstaatlicht noch und nöcher, in Deutschland ist das ein Tabu. Kreative Lösungen werden ausgeblendet, Hauptsache der Markt richtet es irgendwie.
@ shadaik
“…zum anderen weil die asiatische Konkurrenz wesentlich besser die modernen Ansprüche an einen Automobilhersteller erfüllt als die deutschen Massenhersteller.”
Stimmt das denn oder ist es nur Gerede? Die deutschen Massenhersteller VW, Opel und Ford können es jederzeit mit den Asiaten aufnehmen. VW produziert technisch erheblich bessere und innovativere Autos, und Opel und Ford machen bei Preis-Leistung das bessere Angebot als fast alle Asiaten. Welchen asiatischen Hersteller hattest Du im Sinn? Was hat der zu bieten?
Die Wahrheit ist, dass der Automobilmarkt übersättigt ist und manche asiatische Hersteller genauso bluten werden wie manche europäische. Im übersättigten Automarkt spielt das (verdiente oder unverdiente) Image eine wesentliche Rolle. Toyota beispielsweise hat das ganz unverdiente Image, sparsame und umweltfreundliche Autos zu bauen. Dabei hat der durchschnittliche Toyota (sagen wie der Auris) in beidem keine Chance gegen gegen VW (Golf), Opel (Astra) oder Ford (Focus). Das Image wurde allein mit dem extrem teuren, technisch aufwändigen und unausgereiften Prius herangezüchtet, der auch mit seiner vollen Batterie noch von einem fehlerhaften Standard-Verbrauchstest profitiert. In der Praxis verbraucht er mehr als der neue Golf Variant Bluemotion und bietet auch sonst keinen Vorteil (Er ist auch noch furchtbar popelig im Design!). Das Image macht’s.
Und da liegt das Problem von Opel: Image-Problem vom Vorstand bis zum Arbeiter am Band! Ich habe vor einiger Zeit (letzte Opel-Krise) ein Interview am Werkstor in Rüsselsheim gesehen. Opel-Arbeiter wurden gefragt, was sie von ihren Autos halten. Es war eine Katastrophe. Die Leute waren durch und durch unfähig, sich mit ihrem Produkt zu identifizieren und das überzeugend zu vertreten. Sie haben was vom höheren Wiederverkausfwert eines Mercedes fabuliert. Dabei ist ihr Produkt im Neupreis so viel günstiger, dass der Wiederverkauf ein Kinderspiel ist. Die Bulgaren und Rumänen greifen gebrauchte Opel vom deutschen Markt, wo sie nur können, weil es nirgendwo mehr Auto fürs Geld gibt. Ich kaufe immer wieder 2-jährige Astras für um die 10000 Euro und verkaufe sie 4 Jahre später für immer noch ca. 5000 Euro an Händler, die sie dann nach Südosten verscherbeln. Wer bietet weniger Wertverlust? Keiner! Ich habe mich fremdgeschämt für die dummen Opel-Arbeiter, die sich vor laufender Kamera ihre Arbeitsplätze kaputtmachen. Das ist zwar peinlich und schade, aber mir kann es letztlich egal sein. Muss man sowas aber mit Steuergeldern am Leben halten? Zweifel. Wenn Opel weg ist, kauf ich mir eben einen gebrauchten Ford Focus aus einem Unternehmensfuhrpark, wenn ich den ökonomischsten Deal machen will, und einen neuen VW, wenn ich mehr Geld für bessere Technik und ein besseres Image ausgeben will. So einfach ist das.
@ EuroOptimist
Meinst du nicht, dass das Auto Made in Germany, zu 80% aus Zulieferteilen aus dem Ausland besteht? In D findet doch fast nur noch die Endfertigung statt, also der Zusammenbau.
Ich kann mich noch daran erinnern, das durch einen Streik in Spanien, LKW Blockade (Just in Time), bei VW in D die Bänder stillstanden. In China wird nicht gestreikt.
@ holger
“Meinst du nicht, dass das Auto Made in Germany, zu 80% aus Zulieferteilen aus dem Ausland besteht?”
Keine Ahnung. Glaube ich aber nicht (es gibt sehr viele Autozulieferer in D), und ist mir letztlich auch egal, solange das Endprodukt stimmt. Um die Endmontage zu unterbrechen, reicht ein nicht geliefertes Teil.
“In China wird nicht gestreikt.”
Warum sollte ich außerdem Volkswirtschaften stärken wollen, in denen nicht gestreikt wird? Die Autoarbeiter sollen ihren Anteil an der Wertschöpfung haben. Wenn sie aber dummes geschäftschädigendes Zeug in die Kameras sprechen, sollte man sie fristlos feuern. Die chinesische Wirtschaft ist außerdem ein völlig intransparenter, korrupter und spekulationsanfälliger Laden. Ein bisschen mehr Vorsicht und weniger vorauseilende Bewunderung kann da nicht schaden. Sonst drohen wohlverdiente Verluste.
@aloa5, #19
“Auf internationalem Parkett geht es jedoch auch um das halten von Marktanteilen bzw. um einen gewissen Protektionismus der Arbeitsplätze.”
Naja, das ist schon richtig, aber fraglich ist im vorliegenden Fall, ob Deutschland sich überhaupt noch einen “gewissen Protektionismus” erlauben darf.
Gegen die angestrebte Lösung über Magna gab es ja gewisse Bedenken innerhalb der Europäischen Union, die sich aber nicht weiter auswuchsen. Wäre es allerdings zu dieser Lösung gekommen, hätte dies doch auf europäischer Ebene sicherlich ein rechtliches Nachspiel gehabt. Denn nationale, protektionistische Lösungen sind eigentlich mit EU Recht nicht konform.
Der protektionistische Raum, in welchem sich deutsche Politik noch bewegen kann, ist also wohl weniger der Nationalstaat, als vielmehr die Europäische Union.
@ hacedeca
“Wäre es allerdings zu dieser Lösung gekommen, hätte dies doch auf europäischer Ebene sicherlich ein rechtliches Nachspiel gehabt.”
Völlig zu Recht. Was da gelaufen ist, war mit EU-Recht nicht vereinbar. Aus europäischer Sicht war es mir auch unverständlich, warum die Bundesregierung so heftig gegen Fiat gearbeitet hat. Jetzt sind zwei europäische Hersteller in einer schlechteren Lage, als es möglich gewesen wäre. Fiat hat den hoffnungslosen Fall Chrysler an der Backe und Opel hängt weiter an der maroden GM. Engstirniger Wirtschaftsnationalismus ist nicht unbedingt die schlaueste Strategie. Ich verdächtige Merkel sowieso einer gewissen Europa-Ignoranz. Sie schwankt katastrophal zwischen nationalem Eigensinn und transatlantischer Unterwürfigkeit, eine erbärmliche Mischung, in der Europa nicht vorkommt.
@ EuroOptimist
“Die chinesische Wirtschaft ist außerdem ein völlig intransparenter, korrupter und spekulationsanfälliger Laden.”
Ich erkenne keinen wirklichen Unterschied zum hier und jetzt, nur das es hier Lobbyismus sich schimpft.
“Ein bisschen mehr Vorsicht und weniger vorauseilende Bewunderung kann da nicht schaden. Sonst drohen wohlverdiente Verluste.”
Sind seit ca. 20 Jahren unter der Mithilfe der Gewerkschaften, schon längst enstanden. Wer das nicht sehen oder begreifen will, o.k. Der kann ja heute in die Opel Standorte und ein bißchen mit in die Trillerpfeife pusten. Außer ein wenig Atem kommt da eh nicht.
@ holger
“Der kann ja heute in die Opel Standorte und ein bißchen mit in die Trillerpfeife pusten. Außer ein wenig Atem kommt da eh nicht.”
???
@ EuroOptimist
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Opelaner-begehren-auf-article576999.html
Die These, die Fähigkeit zur Überproduktion sei ein Vorteil gegenüber einer auf Planung nach Bedarf existierenden Ökonomie stimmt ja hinten wie vorn nicht. Sie ist ein Ausdruck von sinnloser Verschwendung von Rohstoffen, Natur und menschlicher Arbeitskraft unter dem Dogma der zahlsfähigen Nachfrage, die, wenn sie nicht erzielt bedient kann, schlichtweg am Ende vernichtet wird. Dazu kommt ein völliges Mißständnis über die tatsächliche Art und Weise der Produktion im Autobilsektor, die jahrelang der Planung einer angenommenen zahlungsfähigen Nachfrage (!) unterworfen war.
Was Opel betrifft, so war von Anfang an klar, dass die deutsche Politik in Berlin keinen Konkurrenten zu VW in Europa zulassen, und GM keinen fremden Konkurrenten gegenüber der eigenen Produktionsplaette aufbauen wird. GM hat anfänglich darüber noch spekuliert, ob eine Schädigung von VW durch die Schaffung eines direkten Konkurrenten mit Fiat in Europa eine Lösung versprechen könnte, und hat sich letztlich dafür entschieden, Europa als direktes eigenes Schlachtfeld gegen VW zu erhalten.
Was Chinas Möglichkeiten im Automobilsektor betrifft, so sind diese jetzt schon ausgreift genug, mit der Tendenz, alle anderen Weltkonzerne durchaus auf dem eigenen westlichen Schlachtfeld in den nächsten Jahren problemlos, bei einem eigenen autotarken Binnenmarkt, schlagen zu können.
China hat bis heute den Westen mit dem eigenen Waffen des Kapitalismus an die Wand gefahren, und wer mit dem Kapital, dieser Produktionsweise heult, bekommt es in allen Farben und Formen selbst zu spüren.
@EFLATION
Hilf mir doch mal bitte weiter!
Ich zitiere aus Deinem Text:
“Warum darf Opel nicht Insolvent gehen?”
“Wenn eine Firma nicht den erwarteten Gewinn abwirft, muss überlegt werden wo das Problem liegt. Kommt das Produkt am Markt nicht an, gibt es bessere Produkte im gleichen Preissegment?”
“Nicht zuletzt fördert ein gewisser Grad an Entlassungen Innovation und bringt neue Produkte und somit neue Arbeitsplätze mit sich.”
So weit ich mich erinnern kann, hat Dich der weissgarnix hier als Fondsmanager aus Frankfurt am Main vorgestellt. Ist das korrekt?
Würdest Du die oben gemachten Aussagen dann auch für Banken gelten lassen?
Merkel hat genau das Richtige aus Sicht der deutschen Kapitaleliten getan und die Planung vollzogen, die so auch angedacht war, und das bißchen Jammerei und Schauspiel, was jetzt überall rumläuft, gehört halt dazu. Darum hat Fiat auch von Anfang an die rote Karte auch aus Berlin bekommen.
Ich komm bei der Opel-Story nicht mehr mit.
Als die Idee aufkam, Opel aus GM herauszulösen, sagten IMHO alle ernstzunehmenden Experten, dass das nicht sinnvoll sei. Opel sei organisatorisch keine eigenständige Firma und selbst wenn man das erreichen würde, sei Opel danach zu klein. Kurz: Das war eine Schnapsidee.
Jetzt bleibt Opel bei GM und auf einmal halten das (fast) alle für eine Schnapsidee. Häh?
Als deutscher Staat würde ich jetzt eine organisatorische Herauslösung von Opel aus GM verlangen. Im Gegenzug gibt es Geld. Die Drohung, jetzt kein Geld mehr zu geben, ist doch albern. Wieso sollte der Erhalt eines Arbeitsplatzes bei Opel-GM nix mehr wert sein, während ein Arbeitsplatz Opel-Magna jede Menge wert ist? Völlig unlogisch.
Das Abfließen von Know-How kann auch kein Grund sein: Jetzt geht das Know-How wie in den Jahrzehnten vorher in den USA, sonst wäre es nach Russland gegangen.
Im einen Fall ging es um 10.000 abgebaute Arbeitsplätze, im anderen Fall um 10.000 abgebaute Arbeitsplätze.
Wenn der Staat jetzt clever ist (was ich nicht glaube), schafft er es, die Zahlungen an GM/Opel zu reduzieren. Und dann war die Entscheidung vom GM eine gute.
Und zum Schluss noch ein ACK an EuroOptimist #25: Opel+Fiat+massiver Abbau von Arbeitsplätzen (ist eh unvermeidbar) wäre die bessere Lösung gewesen. Die haben technisch schon kooperiert, es wären Skaleneffekte möglich gewesen und mit einem weiteren asiatischem Partner hätte ein weltweiter Vertrieb aufgebaut werden können (und nur damit erreicht man ausreichend hohe Absatzzahlen).
@Sandra, #29
“Die These, die Fähigkeit zur Überproduktion sei ein Vorteil gegenüber einer auf Planung nach Bedarf existierenden Ökonomie stimmt ja hinten wie vorn nicht.”
Du weißt doch gar nicht, was Deine Bedürfnisse in einem halben Jahr sein werden. Für diese wird aber jetzt schon investiert und produziert. Sei da man bloß froh, deshalb mußt Du dann nicht Bezugsscheine beantragen, wenn Dir einfällt, was Du haben willst.
Und Du weißt aber schon, dass Opel seit 1929 zu GM gehört, VW aber erst seit 1939 produziert? Warum sollte also deutsche Politik was gegen Opel haben? Hitlers Soldaten fuhren mit dem Opel Blitz, dem LKW von GM, und die Gewinne für dessen Produktion wurden brav nach Amerika überwiesen, jedenfalls bis zur Kriegserklärung!
Und was ist überhaupt “deutsche Politik”? VW wird doch eher von Niedersachsen unterstützt, Opel von Hessen und NRW – das Ding mit dem Föderalismus, you know?
@unwissender 30
In meinem Artikel „To big to Fail” habe ich schon bereits detailliert darüber geschrieben.
Es darf keine großen Banken mehr geben, die beim Crash das ganze System zu Fall bringen. Wenn das erreicht ist, dann sollte für Banken die gleichen Aussagen gelten.
Der Manga Deal, war von Anfang an auch eine Fake und Luftnummer, und das waren allen, die sich ein wenig mit Produktionszahlen im Automobilsektor auskennen, auch bekannt. Niemand hat ernsthaft daran geglaubt,daß diese Form, bei gleichzeitiger starker Dominanz durch GM bei Manga (35 Prozent der Anteile) und auf dem zusammengebrochenen Markt in Rußland irgendeine Chance gehabt hätte.
The winner im Poker is VW mit den zwei deutschen Milliardärsfamilien, und dass war auch so geplant.
@33
Du hast keine Ahnung, welche Interessen in der Scharnhorststraße Vorrang geniessen, und warum diese Form der Strukturpolitik in der aktutellen Strukturkrise des Kapitals auch berechtigt ist.
@ Sandra
“The winner im Poker is VW mit den zwei deutschen Milliardärsfamilien, und dass war auch so geplant.”
Wer hat das so geplant?
Haben Sie auch eine Erklärung dafür, warum der VW-Konzern jahrelang von der Wirtschaftspresse schlechtgeschrieben wurde? Die Daimler- und BMW-Aktien wurden in luftige Höhen geschrieben und VW-Aktien runter zu absoluten Kaufkursen. Es gab nur wenige Kommentatoren, die das erkannt und benannt haben.
Und nun bin ich gespannt: wer ist der große Verschwörer, der das alles bis ins Detail steuert, über Jahre hinweg die Artikel bestellt und bezahlt, bis er zum guten Schluss und ganz nebenbei auch noch den Milliardär Merckle in eine Short-Falle lockt und in den Selbstmord treibt?
Fiats Chef Marchionne sagte unlängst in Frankfurt, dass eine Opel-Insolvenz die gesamte europäische Autoindustrie hätte retten können. Freilich kann man ihn kaum als unparteiischen Beobachter bezeichnen. Offensichtlich bleibt jedoch, dass eine Rettung Opels keineswegs überall willkommen ist.
@unwissender und @Eflation
“Nicht zuletzt fördert ein gewisser Grad an Entlassungen Innovation und bringt neue Produkte und somit neue Arbeitsplätze mit sich.”
Das ist wie ich bei dem Crusoe-Beispiel in “very-strange indeed” schon erklärt habe altliberaler Sondermüll wenn man bei 10% Arbeitslosigkeit liegt und arme Amerikaner Mal eben eine olle Eisenbahn kaufen müssen um Geld loszuwerden. Das gilt einzig bei Vollbeschäftigung oder wenn nicht ausreichend(tm) Geld vorhanden wäre um zu investieren. Wenn wäre ein positiver Effekt darin zu sehen wenn die Inhaber “Reiche”(tm) wären und durch eine Insolvenz eine marktgerechtere Kapitalstreuung stattfinden würde.
Wir haben ausreichend(tm) Geld und Humankapital um sowohl neue Produkte zu produzieren oder/als auch den derzeitigen Wohlstandslevel breiter zu verteilen.
–> Wir bekommen derzeit global in der ersten Welt nicht einmal eines von Beiden auf die Reihe.
Grüße
ALOA
@37
Die “Wirtschaftspresse”, welche Konzerne und Konzernfamilien mit welchen Presseerzeugnissen meinst du denn genau, und zu welchen Zeitpunkt war die Dominanz dieser Konzernfamilien in der Vergangenheit besonders stark auf die führenden Vertreter der deutschem Politik und wie sieht deren Einfluß eigentlich heute aus, gab es Veränderungen in den Prioritäten, in politischen Hackordnung, wenn ja, in welche Richtung, und was ist Ursache dafür, hmm?
Diese Fragen solltest du Dir mal ganz in Ruhe stellen.
@hacedeca
.
Sicher hat die EU formell ggfs. etwas dagegen. Sie haben jedoch allgemein argumentiert und darauf hatte ich mich bezogen
Grüße
ALOA
@Sandra
“Die These, die Fähigkeit zur Überproduktion sei ein Vorteil gegenüber einer auf Planung nach Bedarf existierenden Ökonomie stimmt ja hinten wie vorn nicht.”
Doch, das macht Sie. Der Bedarf besteht nicht nur aus materiellen sondern auch aus immateriellen Gütern. Und der ist eben nicht wirklich planbar.
Sozialisten verkaufen “Bewegungshilfen”. Kapitalisten verkaufen das was “IN” ist. Nur Sozialisten glauben das es den Menschen darum geht sich die Zähne putzen zu können. Kapitalisten wissen jedoch das es den Menschen wichtig ist *womit*
.
Grüße
ALOA
@Sandra #35
The winner in the poker ist GM, Opel und der deutsche Staat.
GM war durch chapter 11 vor dem Konkurs immunisiert, konnte aber natürlich die Zahlungsfähigkeit der 100% Tochter Opel nicht garantieren, und nur die Zahlungsfähigkeit entscheidet technisch, ob pleite oder nicht.
So war die Gefahr gross, dass die Adam Opel GmbH pleite geht.
Für die Liquidität haben nun der Bund und einige Länder netterweise gesorgt in dieser tristen Zeit (bei Quelle nannte man das “Massekredit”).
Jetzt is aber wieder gut, GM kann die Zahlungsfähigkeit wieder garantieren , wie es aussieht, und muss nicht mehr verscherbeln.
Der deutsche Staat bekommt den Kredit zurück, verzinst wie ich hoffe.
Opel bleibt.
Verlierer sind einige Gestalten der deutschen Politik, die grossmäulig so taten, als könnten sie Firmenpolitik machen.
Nur kann man das nicht mit einem Kredit , sondern wirkmächtig nur, wenn man Eigentümer ist.
Man hätte also ordentlich GM-Aktien kaufen müssen ( und dann den Kredit geben müssen ), wenn man was zu sagen haben will in so einem Unternehmen: dass man trotzdem so tat, war Vorspiegeleung falscher Tatsachen vor der deutschen Öffentlichkeit.
@ Sandra
Und? Doch kein angekartetes Spiel, dass von einem Puppenspieler und Milliardär organisiert wird?
VW ist im Moment einfach als Autokonzern am besten aufgestellt. Audi, VW und Skoda fahren in ihren Segmenten bisher sehr gut durch die Krise im Vergleich zur Konkurrenz, und das nicht unverdient. Man muss sich nur mal die Motorenpalette der Wolfsburger anschauen, die von allen Töchtern genutzt wird: einfach ein Traum! Da ist über viele Jahre sehr viel Geld und Herzblut investiert worden. Gerade Ferdinand Piech wurde von “Analysten” immer wieder für seine Technikbegeisterung kritisiert, als Finanzspiele a la GMAC oder Massenproduktionstechnik a la Toyota noch alles waren.
Die deutsche Politik wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie Standortpolitik gegen VW treiben würde, um Opel zu retten.
Ob GM wirklich dauerhaft zahlungsfähig ist/bleibt, das ist eine Wette auf die Zukunft. Auch in den akutellen Bilanzen sind enorme Belastungen aus Pensionsvereinbarungen versteckt.
Wo GM eigentlich die Milliarden herbeizaubern will, um zum einen die eigenen Werke in den Staaten zu modernisieren und dann auch noch Opel zu stemmen, ist meiner Meinung nach vollkommen offen.
@ Frankie Bernankie #43
Ich stimme Dir zu, dass durch die neue Lage nichts schlechter geworden ist, als es vorher war. GM kann sich verheben, Magna hätte es auch können, bei Opel wird es Tränen geben. Hier ein guter Kommentar, wie die Politik mit GM/Opel umgehen sollte:
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:opel-kein-einsatz-ohne-gegenleistung/50032998.html
“Auch in den akutellen Bilanzen sind enorme Belastungen aus Pensionsvereinbarungen versteckt.”
Sorry für die dumme Frage, aber das war doch Sinn des Insolvenz, sich von eben diesen Kosten zu lösen?
Oder sind da nicht die “alten” Pensionsvereinarungen sondern die neuen, der verbliebenen Arbeitnehmer gemeint?
@44
Du schreibst ein wenig wirr ohne logisches Verständnis, aber wenigstens hast du das im Ansatz begriffen:
“Die deutsche Politik wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie Standortpolitik gegen VW treiben würde, um Opel zu retten.”
@42
Heute plant jeder Konzern selbst, materiell wie immateriell, da gibt es keine Schranken oder hemmende Faktoren, nur erfolgt diese Planung sinnlos gegeneinander. Ganze Abteilungen beschäftigen sich nur mit Planung, immer unter dem Dogma angenommer zahlungsfähiger Nachfrage, welche heute und auch zukünftig nur noch spekulativ hervorgerufen werden kann.
@43
Frage mal in Kaluga nach, wer der Gewinner ist, und laß dir die gewonnene Rückzahlung des Kredits wertmässig bestätigen, auch wenn dort nur wertloses Papier gegenseitig getauscht wird
@ Sandra
“Du schreibst ein wenig wirr ohne logisches Verständnis”
Danke für die Blumen aus berufenem Mund.
“nur erfolgt diese Planung sinnlos gegeneinander. ”
Bestimmt wäre es besser, wenn sie gemeinsam in einem 5-Jahres-Plan-Ministerium stattfinden würde. Dann gäbe es bessere Autos und weniger Ressourcenverschwendung:-)
Ich sehe hier eine Menge medizinisches Personal sich dem Patienten mit Impfstoff und Spritzen nähern. Dahinter einer in schwarzer Kutte und Kännchen für letzte Ölung. Ob ich von Opel rede? Ja, – auch.
Wie viel Gründe sprächen denn für Opel, mit welcher Gewichtung, und wie viel dagegen? Last mal die Moral und Anteilnahme außen vor.
Welche Zielgruppe spricht Opel an? Wer würde sich in Zukunft einen Opel kaufen wollen?
@Limited #45
“Ob GM wirklich dauerhaft zahlungsfähig ist/bleibt, das ist eine Wette auf die Zukunft.”
Richtig.
Aber jegliches wirtschaftliches Handeln ist eine Wette auf die Zukunft, immer und überall.
Die Marktbereinigung um 98 % des Geldes dassene Renditen aus der Realwirtschaft erwartet wird, ohne diese sonst zu berühren Würde die Renditerate anheben und wohl neue Arbeitsplätze schlafen.Darüber wird aber nicht diskutiert.
@ 52 Frankie B
Nur lassen sich die Risiken der Wetten durchaus aufgrund der vorliegenden Belastungen und Vermögenswerte bewerten. Da wäre ich bei GM äußerst vorsichtig. Zwar sind einige Belastungen über Vereinbarungen mit Gläubigern abgegolten, aber Belastungen etwa aus Pensionsvereinbarungen bleiben. Zudem muss GM enorme Umstrukturierungskosten tragen. Selbst wenn die in den Staaten jede zweite Fabrik dichtmachen und die anderen umrüsten wird das teuer. Wenn GM dann nicht schnellstens Marktanteile mit neuen Modellen hinzugewinnt und renditeträchtig wird – bis Mitte 2011, dann war es das auch schon wieder mit GM.
Woher die Geld nehmen wollen, um auch noch Opel umzustrukturieren, weiß man wohl nur in Detroit. Das war beim Magnadeal anders, da gab es Investoren, die auch mit eigenem Geld einsteigen wollten.
Opel war und ist nicht zu retten. Weder von Magna noch von GM. Die Bundesregierung sollte es sich verkneifen, nur einen einzigen Euro da zu verplempern. Fakt ist, dass der Automarkt in den Preissegmenten, um die es sich handelt, hoffnungslos übersättigt ist. Bei in der Zukunft sinkenden Einnahmen nach Steuern und Abgaben, sowie allerlei Abzockereien werden Autos der heutigen sinnlosen Überlastung mit allerlei Trödel nicht mehr lange am Markt bestehen können. Das Rezept für Opel wäre ein Dacia-ähnliches Konzept für den russischen und asiatischen Markt. Dort werden haufenweise Ersatzteile für die heutigen high-tech-Schleudern schwer zu bekommen sein. Es geht auch nicht an, dass die Hersteller Dreck produzieren, der nach 5 Jahren auseinanderfällt, weil der potenzielle Kunde dann wieder ein Auto auf Pump kaufen könnte. So hat man bald keine Kunden mehr. Es gab mehr als ein Modell von (nicht nur) Opel, das solchen Anschuldigungen nur zu gerecht wurde. Sparen wir lieber 4,5 Mrd. Steuergelder und holen wohl um 1,5 Mrd. zurück. 50000 Arbeitslosen kann man davon 5 Jahre 2000 Euro pro Monat geben. Aus rein wirtschaftlicher Sicht wäre es für den Staat völlig hirnrissig Opel zu retten, weil die Amis ja so gern das “wirtschaftliche” hervorheben. Magna-Opel hätte insbesondere in Osteuropa sehr große Chancen gehabt, GM-Opel verdient keine Chance mehr.
Die ersten zwei Sätze #55 meinen keine Chance in Westeuropa/Deutschland.
Ach, zu Opel fällt mir noch etwas ein.
War da in 1994 nicht ein geheimer Geheimagent namens Lopez, der mit ganz geheimen Akten zu VW gewechselt war.
A) Um die Zulieferer von VW platt zu machen,
B) Geheim Innovationen ala das automatische Hutreichsystem, die austauschbare Inkontinenzeinlage, und einen eigenen Radiosender mit Karl Moik, als Innovation an VW zu verkaufen?
Na denn, im Knast hat er ja dafür gesessen.
Opel durfte aufgrund von Vereinbarungen mit GM gar nicht auf eigene Rechnung in diverse Wachstumsmärkte in Ostasien und Südamerika exportieren. Diese Felder wollte/will GM selbst beackern. Da klebt man einfach ein Chevorlet Signum drüber und das wars.
Ohne die Möglichkeit dorthin zu exportieren, wird Opel aber auf keinen Fall wettbewerbsfähig werden (jedenfalls nicht in der jetzige Form).
Man sollte den Substanzverlust auch nicht nur auf die Opelarbeitsplätze beziehen. Opel und Zulieferer sind ja auch Steuerzahler gewesen. Zudem liegen die Werke überwiegend in strukturschwachen Gebieten. Wenn die dichtmachen ist dort erst einmal Wüste und bevor Dienstleister das kompensieren, dürften dann doch einige Jahre ins Land gehen.
Grundsätzlich stehen wir ja noch relativ gut da, weil wir verhältnismäßig viel produzierendes Gewerbe haben. Das sollte erhalten bleiben, da überwiegend von Dienstleistungen geprägte Volkswirtschaften deutlich schwankungsanfälliger sind.
Insofern gibt es einige Argumente Opel und/oder die Arbeitsplätze zu erhalten und eine Lösung ohne GM zu suchen.
Mit Knast meinte ich etwas anderes,
Meine Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Ignacio_L%C3%B3pez_de_Arriort%C3%BAa
“Eine juristische Schlacht über mehrere Jahre kündigte sich an, bis durch Vermittlung von Bundeskanzler Helmut Kohl und US-Präsident Bill Clinton ein Vergleich ausgehandelt werden konnte. Letztlich musste Piëch López 1996 zum Rücktritt drängen, damit General Motors einem Vergleich zustimmte, bei dem VW 100 Mio. US-$ Schadensersatz an GM zahlte und für 1 Mrd. US-$ Bauteile von GM bezog. [1] [2] Ein Strafverfahren gegen ihn wurde gegen Zahlung von 400.000 DM eingestellt. [3] Aufgedeckt wurde die Lopez-Affäre[4] durch Nachrichtenüberwachung der amerikanischen NSA in der deutschen Bad Aibling Station, einer geheimdienstlich genutzten Abhörbasis der USA.”
meint ihr, das Dingen ist ausgeschaltet?
“Aufgedeckt wurde die Lopez-Affäre[4] durch Nachrichtenüberwachung der amerikanischen NSA in der deutschen Bad Aibling Station, einer geheimdienstlich genutzten Abhörbasis der USA.””
@ Michael
“Es geht auch nicht an, dass die Hersteller Dreck produzieren, der nach 5 Jahren auseinanderfällt, weil der potenzielle Kunde dann wieder ein Auto auf Pump kaufen könnte.”
Das hat mit der Realität wenig zu tun. Die Autos der meisten Hersteller halten locker 10 Jahre und sind dann immer noch nicht hin. Das ist ja das Problem!
Das Geld was nun wahrscheinlich trotzdem sinnlos in Opel reingebuttert wird waere besser in Infrastrukturprojekten fuer den OEPNV anzulegen oder meinetwegen in der Foerderung von Strassenbahnherstellern oder aehnlichem.
In den naechsten Jahren werden auch und besonders in den USA jede Menge Staedte ihre im waehrend des Siegeszuges des Automobils eingemotteten Strassenbahnsysteme wiederentdecken und nicht unherbeliche Summen in den Wiederaufbau von Stadtbahnen, Strassenbahnen und OEPNV allgemeint stecken. Wieso sich nicht darauf vorbereiten mit Forschungsgeldern die deutschen Unternehmen Wettbewerbsvorteile auf diesem Feld dann ermoeglichen?
Es spricht absolut nichts dagegenen, dass Arbeitnehmer die heute Autos montieren auch Strassenbahnen, Busse oder alternative Energiegewinnungsanlagen montieren koennen. Die Autoindustrie wird in Zukunft jedenfalls noch viel weiter schrumpfen (muessen). Wozu Energie an Opel oder andere verschwenden?
Es ist schon so weit: VW ist die Nummer 1 in der Welt
Auch mit Ford sollte man wieder rechnen. Die bauen nicht nur gute Autos, vor allem in Europa, sondern haben auch sonst die Dinge besser im Griff als GM. Ford-Aktien hätte man rechtzeitig kaufen müssen.
@EuroOptimist
Nicht umsonst sieht man von einigen Herstellern fast nur neue Modelle auf den Straßen. Und deren Vorläufer waren gewiß keine 10 Jahre auf dem Markt.
Die Ford-Aktie ist für 2008 mit einem Buchwert von -4,54 € angegeben, der cashflow mit -0,66 € für 2009, wenn Du öfters solche Schnäppchen machen willst … Nichts gegen die Firma und ich finde Ford-Autos auch gut, nur die Aktie muß man vor einem für Autokonzerne gewiß bestialischen Jahr 2010 nicht haben.
Den Nutzen von “Abwrackprämien” hielte ich in jeder Hinsicht für eher schädlich. Nummer 1 sollte zwischen Toyota und VW umstritten sein. Toyota hat bereits einige Werke stillgelegt, bei uns ist nur die Frage, ob Opel dichtgemacht wird oder nicht, sonst dürfte den VW-lern ebenfalls einiges Ungemach drohen. Man braucht nur die Anzahl der Nasen in Westeuropa und den USA jeweils ins Verhältnis zu den zugelassenen Autos setzen, dann sollte klar sein, dass der Automarkt der klassischen Industriestaaten mit oder ohne Innovation hoffnungslos übersättigt ist. Es blieben Asien, Osteuropa und Rußland, nur verdienen die Menschen dort nicht so viel, derartig teure Autos kaufen zu können und bei den Straßen machen neumodische Fahrwerke und Karosserien mit maximaler Gewichteinsparung die Grätsche.
@ Michael
“Nicht umsonst sieht man von einigen Herstellern fast nur neue Modelle auf den Straßen. Und deren Vorläufer waren gewiß keine 10 Jahre auf dem Markt.”
Gerade von Opel und VW sehe ich auch sehr viele noch deutlich ältere Exemplare auf der Straße. Der Golf II und der Opel Astra bzw. Kadett (!) sind da nicht zu übersehen. Opel hat Ende der 90er Jahre eine kleine Weile Pfusch mit dem Astra gemacht, aber insgesamt ist die Modelllinie Kadett/Astra immer sehr brauchbar gewesen.
Die Aktie von Ford war Ende 2008 für unter 2$ zu haben. Heute steht sie bei 7,50$. Keine Frage, dass sie in den nächsten Monaten auch wieder fallen wird, aber ich glaube eher nicht, dass sie nochmals unter 2$ fallen wird. Die Amerikaner werden ihre Autos eher in Richtung europäischer Größen und Verbräuche zurückentwickeln. Sehr viele qualitativ bescheidene und verschwenderische Unsinnsautos werden auch gebraucht und billig keinen Käufer mehr finden. Da ensteht Ersatzbedarf trotz Überversorgung. Für Ford könnte das reichen, vor allem wenn GM nochmals ins Schleudern kommt und Chrysler untergeht. Beides ist keinesfalls ausgeschlossen.
Ich frag mich, ob die Autos, die dort von Band laufen qualitativ noch in Ordnung sind, oder ob in der Fabrikhalle schon die “Mir-Ist-Alles-Scheiß-Egal” Mentalität durchschlägt. Hier im Blog, meine ich zu erinnern, wurde ein solcher Ausgang bereits vor ein paar Wochen prophezeit.
Z.B. hier
http://www.weissgarnix.de/2009/08/24/sie-mogen-scheitern/#comment-33246
Na, ja, aber die Wahl ist doch gewonnen. Möge es ihnen als Trost gelten.
http://www.stuttmann-karikaturen.de/archivseq.php?id=3346
Man muß sofort die richtigen Konsequenzen aus der GM Absage ziehen:
Erstens froh sein. Dann Opel pleite gehen lassen, es gibt einfach zuviel Auto Kapazitäten, punktum, Sozialtopf machen, dann sofort mit Frankreich Polen Russland anfangen die eurasische Landbrücke bauen. Eine Transrapid Verbindung quer über Eurasien und über Alaska in die USA.
Das gibt einen Jahrhundertanschub wie der Autobahnbau in den 30ern. Die Arbeitslosigkeit ist eurasienweit binnen 2 Jahren weg.
Die Eisenbahn ist 200 Jahre alt, technisch überholt, die Magnettechnik ist leise, superschnell, unfallsicher, sauber, man könnte nicht nur Personenzüge dranhängen, sondern auch kleine Magnettautos und Paketwagen, die die neue deutsche Opelfirma bauen kann.
Das britische Empire ist mittlerweile zu schwach seine Mackinder (Gegenseitig Aufhetz-) Strategie weiter durchzusetzen, die Kräfte der Zusammenarbeit können in Eurasien jetzt siegen und einen neuen eurasien- und weltweiten Boom der wertschöpfenden physischen Wirtschaft einleiten.
Durch die Entwicklung von Asien wird auch die dortige Bevölkerung schrumpfen, Entwicklung bringt zugleich globale Entlastung.
@R. Greiler
Ich gehe mal fest davon aus, dass Polen, die Ukraine, Tschechien und diverse andere kleine Staaten nicht die geringste Lust haben, die eurasische Landbrücke zu bauen. Die mögen Russland nämlich nicht. Aber wahrscheinlich sollte man solch unbedeutende Länder erst gar nicht fragen, wenn man “big thinking” betreibt.