Huch – die bösen Jungs in Detroit sagen “nein”?! Da macht ihnen Angie gemeinsam mit der Crème der Russland-Connection ein Angebot, das sie dem Drehbuch nach nicht ablehnen können – und dann das?
Nun ja: Soll keiner sagen, das wäre nicht vorhersehbar gewesen: “Na, so ein Glück aber auch”, hatte ich am 10. September geschrieben, als sich das Blatt plötzlich so Oskar-verdächtig und zur allgemeinen Überraschung zu Gunsten von Frau Bundeskanzlerin wendete. Zwei Wochen vor der Bundestagswahl. Man ahnte es: Einschub eines kurzen Zwischenspiels vor dem entscheidenden Schlussakt samt Auftritt der fat lady – irgendwann, aber sicher erst nach dem 27. September. Bien joué Messieurs les Generals Motors! Und auch das Timing passt: Bundestagswahl gewonnen, Koalition mit der FDP in trockenen Tüchern, das ätzende Gerede von der “geordneten Insolvenz” aus dem Wirtschafts- ins Verteidigungsministerium weggelobt – Frau Merkel kann cool bleiben und muß sich nicht beschweren. Zumal sie ja jetzt gemeinsam mit ihren starken Freunden aus der FDP den Arbeitnehmern von Opel beweisen kann, dass sie doch die herzensgute Auto-Mama ist, als die sie sich ihnen vor den Wahlen präsentiert hat.
Ob die jüngste Wendung damit zur Episode 3 der Opel-Saga wird, in der die Guten zu den Bösen werden, oder doch eher Teil 3, in der auch der dunkle Lord Vader wieder am Lagerfeuer der lichten Seite der Macht platznehmen darf? Tja, wer weiß.
Als Prolog einer möglichen Folge 7 jedenfalls sehr aufschlußreich das bereits beginnende Herzeigen nicht vorhandener Schwänze, das Drohen mit dem Einkassieren von Lohnkonzessionen, zugesagter Finanzierungshilfen und so weiter: Entweder geht es um die nachhaltige Sicherung möglichst vieler Opel-Jobs im Rahmen einer zukunftsfähigen Lösung, Herrschaften, oder um die Egos diverser Beteiligter. Müßt’s Ihr Euch halt entscheiden, gell. Tipp aus der 8. Reihe fußfrei: Den vom Jobverlust bedrohten Arbeitnehmern werden die Egos vermutlich sonstwo vorbeigehen. Jede tragfähige Lösung muß daher konstruktiv begleitet werden. Langjährige Cineasten ahnen daher mit Recht, dass sich in den Kassen des neuen Bundeshaushalts auch für eine GM-Lösung die eine oder andere Mark finden wird, und dass auch renitente Betriebsratsvorsitzende schließlich einsehen, dass ja alle GMler in Wahrheit eine einzige, große Familie sind.
Womöglich also sogar ein Happy End.




















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Also für mich ist der Eisenbahnkauf des Buffet ein massives Alarmsignal, daß alles in Realgüter flüchtet. Auch der Kauf des Vattenfall Netzes. Wenn GM jetzt reale Güter behält, kann man das verstehen. Da muß keine böse Taktik dahinterstehen, sondern sie werden wohl die deutsche Technologie zur Eigenrettung brauchen. Und hoffen vielleicht, der deutsche Staat werde die Geldspritzen nicht zu vehement zurückfordern bzw Deutschland soll auf den entwerteten Rückzahl- Dollars sitzenbleiben.
Lord Vader am Lagerfeuer?
Willst etwa den Herrn Wagoner rituell verbrennen, lieber wgnx?
@mylli
Doch- als Geist taucht er da doch wieder auf, der gute Darth. Mit seinem alten Kumpel Obi Wan-Kenobi.
Aber gut, ja: vorher mußten sie ihn erst verbrennen – auch wieder wahr.
Genau, abbrennen die ganze Erde mitsamt dem StaMoKap, und dann als Geist fröhlich wieder auftauchen… obwohl, wir spielen eher Resident Evil, die Zombies wollen einfach nicht sterben! Und die werden auch gewinnen, frag meine Kollegen: http://11tech.wordpress.com/2009/08/19/mathematiker-beweisen-resident-evil-stimmt-zombies-gewinnen/
Übrigens, bei Enterprise waren doch gerade die Energiewesen die sadistischsten Lebensformen überhaupt, die faszieniert das Leiden der körperlichen Wesen verursachten und beobachteten.
Also besser wird’s nicht mehr, Hauptsache, deine Beiträge lassen uns das Absurde annehmen und nehmen ihm damit dessen Macht.
p.s.: Über die Ökonomie im Enterpreis-Universum habe ich einmal bei telepolis was gelesen, bild ich mir ein.
@milly: Falsches Universum! Lord Vader ist für das Imperium unterwegs, Chefstratege in den Star Wars und würde sicher lieber im Hauptantrieb des Todessterns II verschmurgeln als auf der Enterprise gesichtet werden.
@Weissgarnix
Sag mal, kannst du mir kurz erklären, was mit den Schulden von GM passiert ist?
GM war bzw ist doch total pleite und verschuldet?
Noch vor kurzem konnte ich lesen dass auch dank der Amerikanischen Abwrackprämie nicht genügend Autos verkauft werden, um GM finanziell besser darstehen zu lassen.
Schönen Gruß
Aehm, GM hat mit Sicherheit nicht zu viele Schulden. Die sind gerade erst raus aus der Insolvenz und werden dazu noch gut vom US Staat gepeppelt.
@wgn:
Du hast Jürgen Rüttgers vergessen. Vielleicht kann man ihn noch so in die Dramödie einbauen, dass er locker-flockig seine Landtagswahl im Mai gewinnt, zB als unerschrockenen Drachentöter im heldenhaften Kampf um das Bochumer Werk.
Was sicher auch im Sinne der herzensguten Auto-Mami wäre.
@ Frau Doktor
Ich weiss, aber wgnx hat vor kurzem Mal über die Star Trek Ökonomie gerätselt, deswegen mein Bezug von einem zum anderen Universum. Und bei Star Wars gibts ja hauptsächlich nur brüllende Zottelbärenhunde und piepsende Hamstermännchen, aber keine coolen Energiewesen oder Q sowie Armus, der die arme Tasha gekillt hat.
Ach, war ich damals traurig…
@mylli: Achso! Die Enterprise-Ökonomie-Diskussion ist wohl an mir vorbeigeflogen. Und sorry für mein etwas refelxartiges Start-Trek-Bashing… was die Vielfalt der Wesen, Gesellschafts- und Existenzformen betrifft, ist Star Trek wirklich viel komplexer als die Westernwelt von Star Wars mit ihrem Anthromorphismus. Aber wenn man nur die soziale und biologische Fantasie vonb george Lucas als basis hat, dann wird’s halt übersichtlich. Aber Laserschwerter und das raunen von der ‘Macht’ – das hat schon was.
Vorhersagbar, aber trotzdem peinlich! Eben hält der Hosenanzug noch eine “historische” Rede und wird von den Amis bejubelt und dann das und wohl auch noch ohne Vorwarnung!
Und man kann wohl davon ausgehen, dass GM de facto vom amerikanischen Staat kontrolliert wird und ohne politische Weisung und Unterstützung da nix mehr geht. Und wovon redet das Merkel vor den amerikanischen Staatsführern? Klima, Israel, Iran – sicherlich nicht unwichtig und zudem bejubelt von den Amis.
Aber am Abend sind dann die Machtverhältnisse wieder klar: Opel an die Russen, also eine weitere Annäherung zwischen Deutschland und Rußland? No, Mrs. Merkel! Natürlich hätte GM ohne Opel eine Sorge weniger, aber die lead nation of the western world zieht sich nicht so einfach zurück.
Dass es so kommen wird, war eigentlich zu erwarten. GM hat noch den Wahlkampf für den Hosenanzug unterstützt. Der sondert jetzt vor Erschütterung pflichtgemäß ein paar Krokodilstränen ab. So traurig das ist, in Anbetracht, dass Opel hier keine Steuern zahlte und die Gewinne in die USA abflossen, sollten wir jegliche öffentliche Unterstützung für das Unternehmen in US – Händen vermeiden. Also erst mal Überbrückungskredit zurück und dann warten wir mal auf die Sanierungserfolge aus eigener Kraft. Die Arbeitsplätze, die bei Opel verlorengehen, bleiben bei VW, Ford, BMW und Mercedes erhalten. So brutal ist das mit den Überkapazitäten.
Interessant auch der Beitrag unseres neuen Wirtschaftsministers zu diesem Thema: Er beklagt sich heute ganz Rüttgers-mäßig darüber, dass GM diese Entscheidung ausgerechnet VOR WEIHNACHTEN bekannt gibt.
Wenn das keine kompetente Wirtschaftspolitik ist…
So, so woher die scheinbar unerwartete Entscheidung? “Big Ed”, eingesetzt von Regierungs Gnaden, war ja – hört man – schon immer gegen einen Verkauf.
Da hast du ,wgn, schon recht, da kam nichts überraschend höchstens zeitlich abgestimmt.
Am ehesten werden im Automobilsektor Arbeitplätze erhalten wenn möglichst viele ihre alten Autos weiter fahren und die Werkstätten beschäftigen. Doch oh weh, die Innovation erfordert viele Neuwagenverkäufe damit für Entwicklung genügend Mittel vorhanden sind – oder so.
In diesem System ist alles falsch was getan oder gelassen wird!
Hat nun GM durch Chapter 11 die Altersversorgung und die KV vom Hals? Das waren doch die größten Brocken?
@ wgnx
>Entweder geht es um die nachhaltige Sicherung möglichst vieler Opel-Jobs im Rahmen einer zukunftsfähigen Lösung, Herrschaften, oder um die Egos diverser Beteiligter>
Das sehe ich anders.
Entweder geht es um die Sicherung möglichst vieler Opel-Jobs oder um eine zukunftsfähige Lösung für das Unternehmen Opel.
Das sind zwei Ziele, die nicht zusammenpassen.
Wenn man, wie die große Koalition mit den sich überbietenden Protagonisten Merkel und Steinmeier an der Spitze, für die erste Lösung votiert, aber keine Eigentumsrechte an Opel hat – und sei diese Firma noch so marode – fällt man eben auf die Schnauze.
Da hier nicht die eigene grandiose Fehleinschätzungen, sondern der vermeintliche Turbokapitalismus die Ursache des Scheiterns ist, wird man noch einmal auf die Schnauze fallen dürfen.
Denn es geht schließlich um die Sicherung möglichst vieler Opel-Jobs – und um Wahlen in NRW.
@ Madammme Dokkktooore 10
Anthroo ist wunderbar und Morphiii noch viel besser!!!
Gibt es außer Unsinn noch etwas substanzielles was aus Schtarr Warrrs rauskommt?
In diesem Blog geht es schon mal darum, POSITION für IRGENDETWAS zu beziehen.
@ Tischer 14
“Entweder geht es um die Sicherung möglichst vieler Opel-Jobs oder um eine zukunftsfähige Lösung für das Unternehmen Opel.”
Sorry. Weder noch. Der Standort ist nur insoweit wichtig, als er einen Zugang zum europäischen Markt bietet. (Aber was schert das den großen Bruder???) Ansonsten sind die übrigen Standorte für GM nur ein Klotz am Bein. Es geht nur noch um die Entwicklungsabteilungen und die Lizenzzahlungen, die daraus resultieren. Die Tigerentenspielwiese wird sich noch ein paar Milliarden – wegen Wettbewerbsneutralität – aus dem Kreuz der Steuerzahler leiern lassen müssen und dann ist das Thema D(eutschland) für die Amis in Puncto Opel erledigt!
Geschäftsschiebereien sind eben nun mal nichts für (Amateur-) Politiker! Gutti hat´s gerochen, aber der mußte ja vor Märkchen einknicken!
@ 10 plus 2
“…sollten WIR jegliche…vermeiden”; “Überkapazitäten”
Es ist natürlich immer sehr schön, wenn man Allgemeinplätze in die “Argumentation” einfließen lassen kann.
Die Arroganz, sich erhaben über menschliche Schicksale zu äußern, ist in diesem Blog anscheinend MAINSTREAM!!!
Das Problem ist: wer nimmt einen damit ernst???
So leid es mir tut, für die Angestellten, Abhängigen Opel Beschäftigten, Zulieferer, Opel wird auf absehbarer Zeit, nicht überleben. Und auch nicht überleben können. Ebenso die britische Vauxhall und alle anderen europäischen Töchter.
In D wird maximal die Entwicklungssparte aufrechterhalten werden können. Die reine Produktion, wird in die USA verlegt. Oder eben nach Fernost. Ich gehe weiterhin davon aus, dass der chinesische Investor, ein Wörtchen im Hintergrund mitspricht, auf Opel basierender Plattform, einen günstigen Kleinwagen zubauen und das nicht nur für den chinesischen Markt. Ähnlich wie TATA in Indien.
Der deutsche Markt, für Autos, wird schrumpfen
.
A) durch die viel angesprochene Alterspyramide, bedingt dadurch weniger Führerscheine
B) weniger “Erneuerungskäufe”
C) Die massiv zunehmenden, prekären Arbeitsverhältnisse, Finanzierung Auto wird schwieriger bis unmöglich.
D) Die Zeitintervalle ein neues Auto zu erwerben, werden länger.
Die so gelobte Abwrackprämie, hat den Kleinwagenmarkt, mindestens für die nächsten fünf Jahre lahm gelegt. Corsa und Kollegen.
Das neueste Werk in Eisenach, wurde 94 oder 1995 errichtet. Durch Abschreibungen und EU Förderungen, steht es vermutlich mit einem Dollar in der Buchhaltung. Ebenso die anderen viel älteren Werke.
Eine Insolvenz, kommt einen möglichen Interessenten viel, viel billiger. Denn wenn jetzt einer Opel übernimmt, übernimmt er auch das Personal. Wie das mit den gültigen Arbeitsverträgen ist, ob die 1 zu 1 übernommen werden müssen, kann ich nicht beurteilen.
Bei einer Insolvenz wird den Beschäftigten gekündigt. Und dann sind die Wege für die Schnäppchen Jäger frei. Die Entwicklungsabteilung wird einen eigenen Rechtsstatus besitzen. Und somit aus der Insolvenzmasse herausgehalten werden können.
Alles in allem, es geht nicht um Moral. Es geht um möglichen Profit in Zukunft. In den meisten Fällen entscheiden Excel Tabellen darüber. Das meine ich jetzt nicht ironisch oder zynisch: Da helfen die ganzen Trillerpfeifen nix. Denn die Oberpfeifen sind mitten unter ihnen. Weil sie auch nur eins können, durch Zugeständnisse ihren eigenen Arsch retten.
@ enigma # 17
Ich bin ja ganz Ihrer Meinung.
Aus Sicht von GM geht es – ganz richtig – NUR um die Patente, die Entwicklungsabteilung (ist nur Teil von Rüsselsheim) und vor allem um die Märkte Europa, RUSSLAND und Nordamerika (verhindern, dass Magna dort mit Kampfpreisen aufgrund geringer russischer Produktionskosten „wildert“). Das alles ist für GM nur machbar, wenn Opel (als Unternehmen!) bestehen bleibt und GM über die Kontrollmehrheit verfügt. Mit den bestehenden Standorten und Belegschaftstärken hat das erst einmal nichts oder nur sehr wenig zu tun.
Das meinte ich mit „zukunftsfähiger Lösung für das Unternehmen Opel“.
Der Bundesregierung geht es NUR um die Sicherung der Arbeitsplätze. Wenn die Empörungsfrist abgelaufen ist, werden sich Merkel und Brüderle mit den Amis an einen Tisch setzen und löhnen. Denn man wird der Öffentlichkeit nicht vermitteln können, warum man allein deshalb nicht mehr Arbeitsplätze sichern will, nur weil GM statt Magna am Tisch sitzt. Das hat, anders als wgnx meint, nichts mit den Egos der Berliner Regierungsvertreter zu tun.
Die beiden aufgezeigten Interessenunterschiede meinte ich mit „oder“.