Too big to fail?!

von eflation am 8. Oktober 2009

Seit ungefähr einem halben Jahr sehen wir jeden Tag das gleiche Muster. Schlechte Nachrichten bewegen die Märkte nach unten, es reicht aber eine Nachricht aus, um die Märkte wieder nach oben zu ziehen. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg auf 50,9 von 48,4 Zählern im August, wie das Institut am Montag 05.10.09 mitteilte. Erwartet wurde ein Anstieg von 50 Punkten (siehe Grafik).

ISM Service Index (für Vergrößerung klicken)

ISM Service Index (für Vergrößerung klicken)

Das viele billige Geld, das zurzeit die Märkte überschwemmt, sorgt für ein Szenario das bisher selten dagewesen ist. Alle Assetklassen (Aktien, Renten, Rohstoffe) laufen nach oben (siehe Grafik). Warum? Die Leute wissen nicht wohin mit Ihrem Geld. Solange das Geld nicht vom Markt genommen wird, bleibt diese Situation bestehen.

Den Anfang machte diese Woche die Australische Notenbank als erstes G20 Land und erhöhte den Leitzins wieder um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent. Die USA werden aber weiterhin den Zins bei Null halten, aus Angst vor hoher Arbeitslosigkeit. Was heißt das für den kurzfristige Anleger? Nicht gegen den Wind pinkeln, ansonsten bekommt man eine nasse Hose. Für den langfristigen Anleger bedeutet das, schwächere Tage nutzen um kontinuierlich Positionen aufzubauen.

Assetklassen im Vergleich (für Vergrößerung klicken)

Assetklassen im Vergleich (für Vergrößerung klicken)

Der Gewinner der letzten Wochen ist die Commerzbank, die innerhalb der nächsten 2 Jahre Ihre 12 Mrd. Staatshilfen zurückzahlen möchte. Wie das geht zeigen uns auch die Amerikaner, – über Kapitalerhöhungen. Salzgitter kassiert billig Geld an den Märkten über eine Wandelanleihe, der Kurs gibt kurz nach und läuft dann schnell wieder nach oben. Verrückte Welt, aber das billige Geld macht es möglich.

Heute ist fast jede Bank per Staatsgarantie geschützt. Wir reden hier von Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan. Sie können nicht unter gehen, weil niemand einen weiteren Fall wie Lehman möchte. Somit können Sie weiter mit Kredit an den Finanzmärkten im Eigenhandel agieren. Die Ironie an der Sache, die Rettung der Banken treibt uns in eine noch schlimmere Lage. Denn Kreditvergabe an Konsumenten findet kaum bis gar nicht statt, wenn dann liegen wir bei 1,6 % über Euribor obwohl Banken das Geld zu 0% bei der EZB leihen können. In Deutschland haben wir sogar den höchsten Spread, in Frankreich sind es gerade mal 0,6% über Euribor. Goldman Sachs ist mittlerweile die einzige Bank, die stärker aus der Krise hervorgeht, als sie vorher war. Goldman Sachs bestimmt somit die Märkte. Erst wenn deren Analysen schwächere Märkte prophezeien, werden die Märkte nachgeben. Sich gegen Goldman Sachs und somit gegen die Märkte zustellen, macht als Anleger kein Sinn.

Die Konsequenz der letzten Monate sollte sein, keine Bank sollte „too big to fail“ sein, aber daran hält sich niemand – im Gegenteil. Das Treffen in Pittsburgh brachte hervor, ein Leverage Ratio in die Bilanz aufzunehmen, sprich die Bilanzsumme im Verhältnis zum Kernkapital zu setzen. Doch dadurch wird nicht die Staatsgarantie aufgehoben. Zur Zeit bekämpfen wir nur Symptome, aber nicht die Ursachen. Eine Tobin Steuer macht nur Sinn, wenn Sie weltweit eingeführt wird. Boni vom Staat zu beschneiden macht keinen Sinn, besser ist es, die Eigenkapitalanforderungen zu erhöhen und Staatsgarantien zu entziehen. Damit bliebe den Baken weniger Geld für hohe Boni.

Ein neuer Fall Lehmann kann sicher in nächster Zeit verhindert werden, doch die Schuldenberge aus den Bankbilanzen werden nach und nach in die Haushalte verlagert. Wie die Schuldenberge bewältigt werden sollen steht noch in den Sternen.


Hinweis: eflation ist Fondsmanager in Frankfurt und wird auf WGN als Gast zu Geld und Börse bloggen. Seine Kommentare findet man auch auf Twitter.

{ 185 Kommentare… Lesen Sie sie nachfolgend oder schreiben Sie einen }

1 Nanuk Oktober 8, 2009 um 12:25

Whats the news baby?

2 Nanuk Oktober 8, 2009 um 12:33

Wenn sie die Banken an die Kandarre nehmen Kollabiert alles. Das nennt man eine Win Win Situation…
http://www.youtube.com/watch?v=l2OEmZFRxvA

3 hacedeca Oktober 8, 2009 um 12:43

“Für den langfristigen Anleger bedeutet das, schwächere Tage nutzen um kontinuierlich Positionen aufzubauen.”

Was für Postitionen? Früher, in der Vorkrise, wurde doch immer hervorgehoben, dass das amerikanische Bruttosozialprodukt zu 70 %vom Konsum abhinge. Und heute, bei steigender Arbeitslosigkeit und reduzierten Konsumentenkrediten, sollte die schlechte Lage doch auf den Konsum durchschlagen. Wo sollen dann also die Unternehmensgewinne herkommen? Warum also sollten die Aktien langfristig steigen?

Wären also Anleihen mit einer gewissen Bonität nicht die bessere Wahl?

Ansonsten: Herzlich Willkommen hier im Blog!

4 Nanuk Oktober 8, 2009 um 12:46

@hacedeca
Warum keine Langfristigen Anleihen?
Ganz einfach wenn es funtioniert Inflationieren sie uns zu Tode wenn nicht fahren wir zur Hölle… dann brauchste auch keine Anleihen mehr…

5 Nanuk Oktober 8, 2009 um 12:56
6 delphin Oktober 8, 2009 um 13:26

@nanuk #2

wie Du ja auch weiter unten schreibst , ist das eine loose/loose Situation. What ever they do, we loose.
Sie werden dafür sorgen…..

7 Gastautor: eFlation Oktober 8, 2009 um 13:31

@hacedeca
Wenn es zu einer großen Inflation kommt, dann sind Aktien genau das richtige Investment. Du hast recht, der Konsum wird sicher nach lassen nur fragt sich wo sich das bemerkbar macht. Firmen wie Goolge, Mc Donald oder Apple merken nichts davon. Die haben einen so großen Namen und deren Produkte sind auch in der Krise gefragt.

8 guang_hualu Oktober 8, 2009 um 13:36

…ja, aber warten wir mal ab, ob die Amis zukünftig weiterhin diese Spiele alleine bestimmen werden oder ob die Asiaten mitspielen werden.

http://www.youtube.com/watch?v=tArQoGDj48A

9 Elbsandsteintiroler Oktober 8, 2009 um 13:38

“Die Konsequenz der letzten Monate sollte sein, keine Bank sollte „too big to fail“ sein, aber daran hält sich niemand – im Gegenteil.”

Muß es nicht eher heißen: “too big to save”? – Gibt es denn überhaupt ein ausgereiftes Szenario, eine Deutsche Bank oder eine Morgan Stanley für fertig zu erklären und kontrolliert abzuwickeln?

10 Sharp Oktober 8, 2009 um 13:45

@ eflation,

Danke vorab fuer Deinen Beitrag.

“Für den langfristigen Anleger bedeutet das, schwächere Tage nutzen um kontinuierlich Positionen aufzubauen”.

Meines Erachtens ist die Entwicklung an den Finanzmaerkten – wie erwaehnt – eine liquiditaetsgetriebene Bear Market Rally und. 60% innerhalb weniger Monate im S&P; und das beim dem schlechten Datenkranz (fast 10% Arbeitslosigkeit in den USA gabs seit Jahrzehnten nicht mehr, Unternehmensgewinne hautpsaechlich ueber cost-cutting, Schuldenberg der US-Konsumenten, P/E Ratios auf Blasenniveau etc…).
Dementsprechend ist das ganze Konstrukt relativ fragil und kann schnell kippen;
Jetzt kontinuierlich Positionen aufzubauen, hiesse von einer zuegigen, raschen und nachhaltigen Erholung der Weltwirtschaft auszugehen.
Gerade der Positionsaufbau in Rueckschlaegen bei jenen, die die Rally verpasst haben, stuetzt den Markt. Fragt sich wie lange…. aber kann ja auch alles anders kommen. toss the coin.

11 guang_hualu Oktober 8, 2009 um 13:46

http://www.youtube.com/watch?v=MA_c8-tEp-s

…ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Muss jetzt weg, und habe keine Zeit einen langen Kommentar zu schreiben. Viel Spass aber noch bei der weiteren Analyse des Problems.

12 Werner Oktober 8, 2009 um 13:48

Na ja, Gott sei dank bleiben mir meine Millionen erhalten.
Wäre schrecklich wenn es gar keine Schulden mehr gäbe.
Greenspan ist in den 90ern zunehmend nervöser geworden, angesichts der amerikanischen Haushaltsüberschüsse.

13 ergo sum Oktober 8, 2009 um 14:33

Langfristig sind wir sowieso alle tot, wie Keynes richtig konstatierte, aber kurzfristig schwappen tatsächlich enorme Summen uninvestiert auf dem Geldmarkt hin und her. Zur Zeit des Börsentiefpunkts im Februar schätzte man, dass 4 Billionen Dollar noch uninvestiert in Geldmarktfonds lagen — eine Summe, die sich heute erst auf 3,5 Billionen reduziert hat. Ein abermaliger Absturz der Börsen in der gleichen Größenordnung wie im Februar ist daher rein mathematisch unwahrscheinlich, ganz abgesehen davon, dass damals eine Krise herrschte, während sich jetzt positive Zeichen mehren.

14 Nanuk Oktober 8, 2009 um 15:20

@ergo sum
“Ein abermaliger Absturz der Börsen in der gleichen Größenordnung wie im Februar ist daher rein mathematisch unwahrscheinlich,”

Ich hab schon Pferde kotzen sehen.
http://www.youtube.com/watch?v=v0XUqliEnPQ

15 Gastautor: eFlation Oktober 8, 2009 um 15:49

@ergo sum
“Ein abermaliger Absturz der Börsen in der gleichen Größenordnung wie im Februar ist daher rein mathematisch unwahrscheinlich,”

So würde ich es nicht ausdrücken. Nur weil etwas nicht in der Vergangenheit passiert ist, heißt dass nicht automatisch das sowas in der Zukunft nicht passieren kann. Fällt unter den Begriff Black Swans.
Und Abstürze an den Börsen müssen nicht immer mit großem Volumen passieren. Im Gegenteil, je weniger Mitspieler desto einfacher.

16 Gastautor: eFlation Oktober 8, 2009 um 15:54

@sharp

Viele Leute haben an den Börsen eine ähnliche Meinung wie du.
Doch die Wahrscheinlichkeit, dass die Mehrheit der Leute recht hat ist eher gering, darum passiert meistens das Gegeteil. Wie bereits geschrieben, es “liegt” so viel Geld herrum, viele Asset Manager haben Performance Druck, darum sehe ich vorerst nur kleine Rückschläge. Auch wenn das rational nicht zurechtfertigen ist.
Wenn dein Anlagehorizont langfristig ist, ist es egal ob du 200 Punkte höher oder niedirger einsteigst.

17 orderhero Oktober 8, 2009 um 16:05

Mann ist das ne Diskussion. Ich denke, dass eflation als Portfoliomanager die Lage gut skizziert.
Du bist wahrscheinlich ein Global Player :-)
Also kaufen, solange der Kram steigt :-)

18 BB Oktober 8, 2009 um 16:15

Die Kurse scheinen zur Zeit hauptsächlich von Banken getrieben zu werden. Die kommen ja am günstigsten an billiges Geld ran. Was passiert eigentlich, wenn die sich sofort wieder verzocken? Dann könnte die Bankenkrise in wenigen Wochen auferstehen. Sich darauf verlassen, dass der Staat wieder rettet, wie einige das hier sehen, das würde ich für verfehlt halten. Dann tobt nämlich der Mob! Ich glaube nicht, dass ein Politiker es dann wagen würde. Die trauen sich ja jetzt schon nichts mehr.

19 suann Oktober 8, 2009 um 16:19

never fight against the trend. alles andere ist kaffesatzlesen)))
und einen anleger sollte es nicht interessieren warum, wie lange oder wer die kurse macht. nur der trend ist entscheidend. und der ist immer noch long. wenn auch mit ein paar “warnzeichen”"

20 BB Oktober 8, 2009 um 16:29

never fight against the trend, sagte der Fisch, als er am Haken hing.

21 Fabrikant Oktober 8, 2009 um 17:18

Nach zweimaligen Lesen des obigen Textes ist mir noch immer nicht ansatzweise klar, was der Autor eigentlich sagen will.

Ich wünsche eflation, dass er bei seinem Job als Fondsmanager mit etwas mehr gedanklicher Schärfe zu Werke geht als bei diesem missglückten Versuch als Kolumnist.

22 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 17:35

Wenn wir von einer starken Inflation in naher Zukunft reden, müsste es nicht viel eher bedeuten, dass vor allem der US Dollar stark inflationiert?

Ab einer bestimmten Inflationsgeschwindigkeit wird die Stellung des Dollars als Reserve und Rohstoffwährung nicht mehr haltbar sein – die Folgen für die US Wirtschaft werden dann gravierend sein, bzw. für alle Unternehmen mit einem starken US Geschäftsanteil.

Wäre es – wenn man Inflation befürchtet – nicht viel sinnvoller gezielt in knappe Rohstoffe oder Rohstoffproduzenten zu investieren? Selbst Apple, Microsoft & Co. werden einen starken Einbruch auf dem US Markt nicht unbeschadet überstehen.

23 Nanuk Oktober 8, 2009 um 17:47

@Logik-Ratio
“dass vor allem der US Dollar stark inflationiert?”

Er tut es doch bereits was ist denn die Abwertung gegen alles andere?
Wenn der Dollar fällt ist das Inflationär wenn er steigt Deflationär er ist nunmal das Fundament unserer Wirtschaftsordnung und wenn da Geld gedruckt wird steigt alles andere…

24 holger Oktober 8, 2009 um 18:11

jetzt mal was ganz dämliches:

Wenn ihr merkt, dass die grünen Scheinchen immer “wertloser” werden (kurz vor 0 sind diese ja schon). Und ihr habt ganz viel davon, Quasi umsonst bekommen, was würdet ihr damit tuen? Würdet ihr dann einkaufen gehen, um irgendeinen Penner, diesen “wertlosen” Müll anzudrehen, der diese Scheixxe auch noch annimmt?

Genau das passiert im Moment. Die Staatsgarantien sind ein Blankocheque einkaufen gehen zu können. Daher ist DAX 8000 und DOW 16000 und mehr, nicht unmöglich. Wer kann bei diesem Spiel mitmachen? Sachwerte werden verramscht, mit einem wertlosen Dollar.

Normalerweise müsste der Dollar absoult abgewertet sein. Da er das noch nicht ist, kann man mit Scheixxe einkaufen gehen. Merkt das Spiel eigentlich keiner? Wer wird sich wohl die Schenkel rot Klopfen, wer wird keine Luft mehr bekommen, vor lauter Lachen, wenn der Dollar dann eines Tages weg inflationiert ist? Wer?

Genau die, die vorher, mit Scheixxe sich Sachwerte in den Rucksack gepackt haben.

Nicht möglich?

P.S. @ Delphin, nehm es mir bitte nicht übel, es heißt Loser.

25 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 18:36

@ nanuk

Das mein ich doch – hauptsächlich der Dollar wertet ab – weil er (meine Meinung) “gedruckt” wird. (…easings der FED etc.)

Mit dem Dollar befindet sich allerdings auch das Pfund unter Druck.

Wie lange werden die wichtigeren Länder noch mitspielen und sich ihre Rohstoffe mit gedruckten Scheinen bezahlen lassen? Irgendwann macht dies selbst für China keinen Sinn mehr, welches die aktuelle Situation so lange wie möglich aufrecht erhalten möchte, um den Technologietransfer nicht zu gefährden.

Haben die USA eigentlich eine Chance sich aus dieser Situation zu befreien – ohne nennenswerte Inflation?

Wenn wir unsere Anlagestrategie auf einem Szenario aufbauen, dass vor allem mit einer starken Abwertung des Dollars kalkuliert, wäre es dann nicht sinnvoll in nicht inflationierbare Rohstoffe zu investieren? Selbst Immobilien haben ja ein grundsätzliches Problem – wenn nach der Inflation die US Wirtschaft mit in den Keller rauscht (Wegbruch des Heimatmarktes dank Arbeitslosigkeit und Inflation / Kaufkraftverlust durch teure Rohstoffimporte), werden auch die Preise für Immobilien im US Markt unter Druck geraten.

Wäre es daher nicht sinnvoll, wenn wir mit einem solchen Szenario rechnen, in die Produzenten von Rohstoffe zu investieren? Diese werden auch in Zukunft knapp sein, besonders wenn China und Indien weiter wachsen wollen (und das wollen Sie).

26 James Oktober 8, 2009 um 18:36

@Fabrikant
Ich weiß ja nicht woran es liegt, dass du den Text nich verstehst.
Aber ich würde sagen die Überschrift ist Programm. Für mich ist die jetzige Bankensitiation gut skiziert. Der Versuch als Kolumnist ist gelungen. Die unzähligen Beiträge der anderen hier zeigt, dass es noch ein paar mehr verstehen. Hoffe eflation schreibt noch öfter Beiträge!

27 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 18:42

@holger

findet denn ein solches Aufkaufen von Sachwerten mit gedruckten Dollarn statt, oder versuchen die USA nicht viel mehr 2 Krieg und ihren Lebensstandart krampfhaft zu finanzieren?

Jetzt da die dt. nicht mehr Waren gegen ungedeckte Schuldscheine tauschen möchten, (danke liebe Landesbanken), haben die USA doch ein kleines Problem. Oder woher stammt sonst das Defizit?

Früher oder später wird das System kollabieren müssen, oder sehe ich hier die Sachlage falsch? Der US Dollar ist Weltleitwährung – aber ist diese Stellung noch gerechtfertigt? Als besonders Wertstabil hat sich der Dollar ja nicht gerade erwiesen….

28 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 18:47

@alle

Einmal eine grundsätzliche Frage:

Bzgl. der Abwicklung des Rohstoffhandels – es wird ja oft geschrieben, dass die Rohstoffe (fast) nur auf Dollarbasis gehandelt werden – ist dies korrekt? Wie sieht es im konkreten Fall für die Rohstofflieferungen aus Russland nach Deutschland aus, oder von Norwegen, GB aus? Oder aus dem Nahen Osten?

29 Nanuk Oktober 8, 2009 um 18:51

“Wäre es daher nicht sinnvoll, wenn wir mit einem solchen Szenario rechnen, in die Produzenten von Rohstoffe zu investieren?”

Ne sondern in Länder die Rohstoffe besitzen und da in Consumer Goods weil irgendwann müssen die das Geld ausgeben was die erwirtschaften…

30 Nanuk Oktober 8, 2009 um 18:51

@Logic
noch alles Dollar nur der Iran hat gewechselt…

31 Pique Oktober 8, 2009 um 18:55

Guten Abend, was ist eigentlich jetzt aus diesem Blog geworden. Frank hofft auf die Eingebung des Heiligen Geistes bei der SPD und ein Fondmanager will uns die Welt des Geldes erklären…. geht`s noch… jetzt wirklich verärgert!!!!! Fehlt noch ein Deutsch Bänker der uns aufklärt, wie wird Eigenkapital bei Banken definiert!

Good night & good luck

32 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 18:58

@ nanuk

1) bei den Ländenr die Rohstoffe besitzen ist doch gerade das Problem, dass diese oftmals keine funktionierende Wirtschaft haben (Fluch der Rohstoffe) – d.h. in welche Konsumgüter willst Du da investieren und bist Du dir sicher, dass die ” scheichs ” nicht lieber high tech Geräte importieren?

2) Alles in Dollar? Selbst Russland? Das macht eigentlich überhaupt keinen Sinn – wenn man von den Vorteilen für die USA einmal absieht. Oder sehe ich das falsch? Das der Iran umgestiegen ist und noch nicht bombardiert wurde… liegt wohl an dem schwierigen Territorium, der anderen beiden Kriege und 1-2 schützenden Händen?

Ist es grundsätzlich nicht relativ wahrscheinlich, dass z.B. Russland einen weiteren Dollarverfall nicht akzeptiert und z.B. seine Geschäfte in Rubel, oder Euro abwickelt?

33 Michael Oktober 8, 2009 um 18:59

Willkommen an Bord eFlation. Deine Aussagen sind allerdings irreführend. Da kauft jemand gewaltig gehebelt in jede Marke, die die Bären als deutliches Startsignal auffassen würden. Er setzt ihnen Hörner auf. Zwangsbullen sind ein ganz gefährliches Volk. Sogar Oberbären sind bullish. Es ist die größte Marktmanipulation als carry trade Euro-Aktien gegen den Dollar, dito Gold, die seit Jahrzehnten an der Börse gespielt wurde. Der Rest dann in aller Kürze bei der Antwort an BB.
@BB
Nein, die Banken kaufen nicht, sie verkaufen wie die Ritter. Nachfolgende Links BuBa (Aktienwerte BuBa als BUCHWERTE):
http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=banken&func=list&tr=www_s100_bh54_14
http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=banken&func=row&tr=OU0342
Konjunktur reale Lage:
http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/BCC2/group1/xdis_de.html?country1=eu27&country2=us&une=true&gdp=true&con=true&ppi=true&emp=true&imp=true&exp=true&pi=true&pc=true&inv=true&esi=true&tov=true
Hier Vorschlag: Eurozone, Deutschland und USA, ggf. Japan, England
Parameter: Bruttoanlageinvestitionen, Inflation und Arbeitslosigkeit. Da ist nirgendwo zu erkennen, dass das Tal durchschritten wäre. Von schwachem Aufwärtstrend ganz zu schweigen.

Die Unternehmensgewinne sind “besser als erwartet” (wenn man die Erwartung kurz vorher möglichst tief setzt, kein Problem), waren aber im Schnitt 20 % tiefer als im Vorjahresmonat (Q2/09).

In der Tat haben auch Aktienfonds massive Mittelabflüsse. Was steigt, sind die Wertpapierkredite an der NYSE.

Letztes Argument: M3-Wachstum D 3%, Eurozone 2,5 %, nur D betrachtet: Geldmenge M3 (knapp 4 Billionen) * 3%, aber Summe aller Kredite 7,6 Billionen, Kredite an Banken 2 Billionen, Kredite an das Ausland 1 Billion. Umlaufrendite ca. 2,9 % heute. Die Summe des M3-Wachstums ist geringer als die Summe der aufzubringenden Zinsen. Das ist eine schwache (ungefährliche) DEFLATION von rund 1 %, von Geldschwämme oder Inflation kann keine Rede sein. Auch auf Sicht von einem Jahr ist die Wahrscheinlichkeit schwacher Deflation weitaus höher als die von Inflation, geschweige denn ernster Inflation.

Die Marktbewegungen sind durch NICHTS gerechtfertigt.

Diejenigen, die schon länger hier sind, werden bestätigen, dass ich immer dem Bullenlager zuzuordnen war, aber vor ein paar Tagen bin sogar ich short DAX gegangen. Mehr als meine Gewinne verbrennen dabei auch nicht. Ich erwarte als Schlußfolgerungen aus meinen Argumenten spätestens zum Jahreswechsel einen neuerlichen crash der Superlative, wenn es nicht Oktober/November zur deutlichen Korrektur käme.
Die Medien können sich selbst verarschen, ich sehe Preisnachlässe und in einer Universitätsstadt lauter pessimistische Gesichter in allen Altersgruppen, dazu leere Kaufhallen und Balkonienurlauber. Das passt nicht zu einer derartigen Hausse. Ich weiß unsere Zahlen sind Wurst, aber die der USA sind noch weit durchwachsener.

Hinweis an die Mitspieler: Wertpapiere von Goldman Sachs sollte man wirklich nicht anfassen.

34 Nanuk Oktober 8, 2009 um 19:04

@Logik-Ratio
Wenn ich darauf ne Antwort hätte währe ich nicht hier sondern entweder im Knast oder bei irgend einer Regierungsbehörde…

35 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 19:09

@ nanuk

Man kann ja mal fragen … außerdem kannst Du ja ev. eine starke Vermuttung Dein eigen nennen.

@ michael

Und wie sieht es mit einer Inflation des Dollars aus?

36 Pique Oktober 8, 2009 um 19:17

@ Logik Ratio

Und wie sieht es mit einer Inflation des Dollars aus?

von daher sollte das Motto des Monats in diesem Blog nicht Roter Oktober sein, sondern Goldener Oktober ;-)

37 Nanuk Oktober 8, 2009 um 19:19

“außerdem kannst Du ja ev. eine starke Vermuttung Dein eigen nennen.”

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung warum das nicht schon längst passiert ist.Was weiss ich was Obama denen beim Dinner erzählt…

38 Pique Oktober 8, 2009 um 19:20

@ Nanuk

Wenn ich darauf ne Antwort hätte währe ich nicht hier sondern entweder im Knast oder bei irgend einer Regierungsbehörde…

Nimm Dir ein Beispiel an Berlusconi…. oder besser vielleicht doch nicht…. ;-)

39 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 19:22

apropos gold – lagert das nicht mehrheitlich in den usa – wie auch das BuBa Gold?

40 Pique Oktober 8, 2009 um 19:30

apropos gold – lagert das nicht mehrheitlich in den usa – wie auch das BuBa Gold?

Und ist das ganze Geschäft mit Gold nicht vor allem bestimmt, durch Goldleihe, bzw. Goldforwardleasing…… Die Reise nach Jerusalem oder wie funktioniert fractional Banking auf dem Goldmarkt, es ist nichts anderes, als die ganze Kreditgeldschöpfung Geschichte der Banken. Bin ja mal gespannt, wann der erste Pokerspieler die Karten sehen will.

41 Michael Oktober 8, 2009 um 19:36

@Logik-Ratio
Die wichtigste Frage überhaupt. Die Hauspreise ex Zwangsversteigerungen steigen nicht. Die Gewerbeimmobilienpreise fallen. Ein paar Kreditkartenschulden werden faul. Oh wunder, die Amis sparen ein wenig. Also auch beim Dollar nichts zu erkennen.

Aber da die Aufkäufe von US – Staatsanleihen durch die FED argwöhnisch beobachten.

Der Grundfehler der Krisenbewältigung besteht aus meiner Sicht darin, dass der ganz überwiegende Teil von Liquidität (aber das sind Kredite = Schulden, verzinst) in Banken fließen, die eigentlich bankrott sind. Das Geld kommt weder beim Konsumenten noch bei den Unternehmen an. Sicher kann man damit Aktienmärkte hochjagen, aber nur, solange die Geldgeschenke anhalten, da sind nun eine Reihe Programme ausgefallen.

Schlüssig wäre gewesen die schief liegenden Banken gnadenlos zu verstaatlichen und dazu eine Kreditbank für die Wirtschaft zu gründen, daneben aber Einlagen von Sparern und Wirtschaft zu garantieren. Die verstaatlichten Banken hätten ihre Derivatepositionen weitgehend abzubauen. Nicht alle, aber einen großen Teil. Ist nicht so gekommen, stellen wir uns den Realitäten. Die lassen erwarten, dass wir nächstes Jahr wahrscheinlich das Tal der Tränen durchschreiten. Aber nach jetzigem Aktienindexstand gäbe das nur ein Seitwärtsgezappel. Da machen Aktien keinen Spass.

Ich habe schon des Öfteren darauf hingewiesen: Aktien sind eine Beteiligung an hochverschuldeten Unternehmen. Was passiert, wenn denen jemand keinen Kredit mehr gibt sahen wir im Kleinen an Arcandor, in größerem Maßstab an Lehman. Ein relativ sicherheitsbewußter Spekulant (ich halte das mit Kostolany für einen positiv belegten Begriff, im Gegensatz zu den Sparern) sollte noch im Festgeld bleiben. Und wenn Panik und Entsetzen gespielt wird, dann NUR MUT RAN AN DIE BOULETTEN. Wir sind im fortgeschrittenen Stadium einer beeindruckenden Rezession.

42 Pique Oktober 8, 2009 um 19:45

es gab eine Klage von reichen Amerikaner gegen eine grosse amerikanische Investmentbank, die Ihnen für die Lagerung Ihres Silbers Lagerungsgebühren berechnet hat, wobei sich irgendwann herausstellte, das die Investmentbank, war glaube ich Morgan Stanley, das Silber gar nicht physisch im Besitz hatte. Mit dem Anlagegeld ist sie short auf dem Silbermarkt gewesen und hat damit bestens damit im besten Sinne ihrer Anleger agiert. Da das fractional banking System natürlich aus der Einlage ein vielfaches an Kreditgeld produzieren kann und gegen Dich wetten kann, bist als Anleger angeschmiert. Die Investmentbank hat dann in der Gerichtsverhandlung so argumentiert, es machen ja alle so, von daher bitten wir um ein gnädiges Urteil, okay, die Investmentbank musste die Lagerungsgebühren wieder gutschreiben. Jetzt überlegt, Ihr kauft die K+ S Aktie, weil Ihr meint, sie hat Potential, die Bank nimmt Euer Geld, schreibt Euch die Aktie im Depot gut, und ist short bei K+S. Die Bank hat gar kein Interesse auf einen steigenden Kurs, weil dann zahlt sie drauf. Super Investment!!!!

43 f.luebberding Oktober 8, 2009 um 19:46

Pique, Fabrikant

Der Heilige Geist hat bekanntlich manchmal eine lange Leitung … . Aber hier erklärt niemand die Welt, sondern der Autor stellt seine Sichtweise zur Debatte. Seine These ist doch gut.

1. Die Banken haben eine Staatsgarantie und können deshalb ungestört an den Märkten haussieren. Die Konsequenz wäre eigentlich, dass sind gar keine Märkte mehr sind, sondern Dauersubventionsempfänger. Hartz IV für Finanzmärkte.

2. Er sagt doch ganz deutlich: Die Banken handeln so wie man es dem Hartz IV Empfänger vorwirft. Sie sitzen im übertragenen Sinn vor dem Fernseher, qualmen und rauchen. Das nennt man Eigenhandel oder männliche Attribute schaukel. Nur die Anreize, ihren Job zu tun, scheinen nicht zu funktionieren, “denn Kreditvergabe an Konsumenten findet kaum bis gar nicht statt.”

Stattdessen ist die Alimentierung etwas zu generös ausgefallen, so würde das vielleicht Hans Werner Sinn formulieren – bzgl. der Hartz IV Empfänger.

“Die Ironie an der Sache, die Rettung der Banken treibt uns in eine noch schlimmere Lage.”

Ja, das passiert wenn man zu generös ist.

Also ich finde diesen Einstieg gelungen. Und eflation deckt ein Segment ab, das wichtig ist (nämlich die Finanzmärkte), aber das wir nicht mehr in der Form bedienen können. Wir müssen ja auch noch unsere Brötchen verdienen.

44 weissgarnix Oktober 8, 2009 um 19:51

@Lübberding

>aber das wir nicht mehr in der Form bedienen können. Wir müssen ja auch noch unsere Brötchen verdienen.

Nööö – ich will schlicht von Aktien nichts mehr wissen, seit die Deutsche wieder bei über 50 steht. Fast 100% hätte ich machen können, huunnnndert Prozennnnnt!

Scheiß Börse, elende …

:-)

45 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 19:52

@ Michael

weissgarnix hat für mich ganz einleuchtend beschrieben, dass die Banken anfangs das Geld vor allem genutzt haben um Kredite zu tilgen – weil die Zinsersparnis jede Investition überstiegen hätte. Daher wäre die Geldmenge nicht gestiegen, sondern nur umgeschichtet geworden.

Die Banken verdienen ja kräftig an der Ausgabe von neuen Staatsanleihen – kaufen diese die Anleihen eigentlich selbst mit billigem Bu Ba Geld? Oder kassieren Sie nur an den Ausgabegebühren? Bzw. können Sie Anleihen nicht einfach über Geldschöpfung aufkaufen, falls es die Bilanzen zulassen?

Wäre ein Ende der Staatsverschuldung, dann nicht auch ein großes Problem für alle Akteure – angefangen bei Versicherungsunternehmen und Banken?

46 Pique Oktober 8, 2009 um 20:05

Frank, wäre schön, wenn Du Deine Analyse in den Text von eflation einfliessen lässt, bevor der Text veröffentlicht wird. Ansonsten habe ich das gleiche Problem, wie die Politik der SPD zu verstehen. ;-)

47 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 20:05

@luebberding

Hat die SPD nicht diesen Zustand hauptsächlich mitverschuldet (u.a. durch die Öffnung der Kapitalmärkte unter Rot/Grün etc.)

Aber dieses Thema einmal beiseite:

Du schreibst
a) Die Banken besitzen eine Staatsgarantie
b) Sie versuchen atkuell diese zu versilbern
(c) es würde ihnen gar nicht gefallen an diesem Zustand nicht in Form von Gehältern verdienen zu können)

ist es nicht noch viel gravierender?
d) Sie kaufen Staatsanleihen (Der Staat kauft implizit seine eigenen Anleihen…)
e) Sie verdienen an den Ausgaben der Staatsanleihen
f) Sie erhalten mehr Informationen als der durchschnittliche Kunde (Blitzhandel, Marktinformationen durch z.B. eigene Kraftwerke)
g) Sie können durch Manipulation von Rohstoffkursen (z.B. durch eigene Kraftwerke) durch Rohstoffwetten massive Gewinne erwirtschaften (vgl. Enron)

Und das alles ohne zu große Verlustgarantie? (Too Big too Fail, Systemisch)

Kurz – wie es auch in einem Pokerlehrbuch steht – beim Pokern habe ich in der Regel die gleichen Chancen und habe die gleichen Informationen – an der Börse nicht – ich kämpfe als Privatanleger einen Kampf gegen Insider. Wäre die richtige Antwort nicht, sich von der Börse generell zurückzuziehen, weil man langfristig einen Kampf gegen Windmühlen führt?

48 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 20:13

@piquue

selbst wenn du die Politik der SPD verstehst, wirst Du feststellen, dass Sie nicht sozial ist…. Wie kann man z.B. erst nach einigen Jahren “plötzlich” feststellen, dass ein Renteneintrittsalter mit 67 für viele ein verkappte Rentenkürzung darstellt, weil diese ja nicht einmal bis 65 in ihrem Beruf arbeiten können (z.B. klassiche Wahlklientel der SPD – Mauerer) und viele Firmen keinen mehr mit 50+ einstellen?!?

Das wäre so, wie plötzlich festzustellen, dass wir keinen Mangel an Arbeitskräften haben – sondern ca. 10 Millionen Menschen die mehr arbeiten würden, wenn Sie denn einen Job bekämen…. Bei voll ausgelasteten Arbeitsmärkten und Arbeitskräftemangel macht eine solche Politik Sinn – nicht bei steigender Arbeitslosigkeit.

Oder macht es Sinn bei einer Überproduktion von Waschmaschinen den Austauschintervall von gebrachten Maschinen von 10 auf 12 Jahre zu steigern?!? Das macht nur Sinn wenn man an den Prozenten bei der Lohnabgabe nichts ändern will RV konstant bei 20 % – dann muss man die Renten kürzen, es nur anders nennen…..

Aber das ist off topic…. btw. diese Verschleierung der wahren Sachverhalte findet man auch besonders gerne bei der Bankenrettung und im Finanzsystem.

49 holger Oktober 8, 2009 um 20:15

Das Finanzsystem ganz einfach gehalten und der Versuch einer Erklärung:

Eine Systemrelevante Bank, erhält von einem Systemrelevanten Kunden eine Anzeige, diese sagt aus, dass der Kunde eine +Ein-Jahres- Obligation+ kaufen möchte. Diese ist nicht durch Vermögenswerte gedeckt. Das brauchen die Systemrelevanten nicht.

Die Systemrelevante Bank, nimmt nun ein blankes Stück Papier im Wert von ca. 2 Cent, und bedruckt dieses. Dieser Vorgang wird auch gern als Ausstellen eines Dokuments bezeichnet.

Nun steht auf diesem Dokument, sagen wir mal, 10 Millionen US Dollar Nominalwert. Bedenken Sie, dieses Dokument ist nicht abgesichert. Es ist lediglich von einem Bankbeamten signiert und bestätigt, es besteht nur auf der Vertrauens und Kreditwürdigkeit der Bank.

Dieses Papier hat eine Laufzeit von 366 Tagen, warum? Damit es erst in der nächsten Bilanz auftaucht, und somit +außerbilanziell+ verbucht werden kann.
Haben Sie schon mal von den +außerbilanziellen+ Verpflichtungen der HRE gehört?

Jetzt kauft der Systemrelevante Kunde das Papier und gibt der Bank, dafür in Bar 8 Millionen US Dollar, gegen eine Verbindlichkeit von 10 Millionen. Die Bank hat nun die 8 Millionen.
Unter normale Bankregeln (Hebel), kann diese nun 10 bis 20mal soviel verleihen also Minimum 80 Millionen.

Durch den Erhalt des Bargeldes, können nun in der Bilanz 80 Millionen ausgewiesen werden, die verliehen werden können, gegen normale Sicherheiten wie z.B. Immobilien. Auf diese Kredite bekommt die Bank Zinsen, z.B. 6% pro Jahr. Das macht bei 80 Millionen, Zinsen in Höhe von, 6,4 Millionen aus.

Am Ende des Jahres plus ein Tag, werden die 10 Millionen fällig und werden mit dem vorhandenen Bargeld 8 Millionen sowie den 6,4 Millionen Zinsen verrechnet. Zusammen sind das 14,4 Millionen auf der Haben Seite und 10 Millionen auf der Soll Seite. Dieses macht einen Bruttogewinn von 4,4 Millionen aus. Eine Rendite von 44% plus den Wert der Kapitalerhöhung.

Solche Bankinstrumente sind absolut legal, werden nur von Systemrelevanten Banken ausgestellt, sind international handelbar, übertragbar, sofort verkäuflich und beleihbar.

Diese Menge muss im Markt platziert werden. Es muss sich irgendwer, irgendwann verschulden können. Ob das nun Länder, Firmen oder Privatpersonen sind, ist egal. Diese Verschuldung bestimmt letzten Endes die Umlaufgeschwindigkeit.
Im normalen Fall, steht der Geldmenge die Produktion von Produkten (Handelsvolumen) gegenüber. Dieses Verhältnis stimmt nicht mehr.

Warum ist das wichtig? Nun, man produziert künstlich Geld und hofft, dass der Markt in Zukunft daraus Produkte macht, z.B. Investitionsprogramme. Diese Produktion ist aber physisch limitiert. (Der beste Schuldner ist der Staat, ob Länder Kommunen auch wieder egal. Über die Einkommensteuer oder die Besteuerung im Allgemeinen, holt der Staat sich das Geld schon wieder, um die Zinsen bezahlen zu können.)

Seit ca. 1986 ist es so, dass man aus Geld, Geld produziert, ohne dass jemals ein Produkt dafür hergestellt worden ist. Das hat mit dem Zinseszins System zu tun.
Dieses Geld wird meistens als Buchgeld verbucht. Es ist nur als Zahl vorhanden, und liegt nicht im Tresor. Dieses Geld ist handelbar, und wirft auch wieder Zinsen ab.

Wie im Fall Madoff, der verspricht Renditen, die nie hätten erwirtschaftet werden können, da die Gegenpartei, Produkt, einfach fehlt. Das Banken Desaster hat damit etwas zu tun, das eine parallele Rezession ausgebrochen ist. Die momentan in eine Deflation abgerutscht ist.

Wie will man denn dem „normalen“ Menschen erklären, dass seine Rente, seine Lebensversicherung etc. bei Aussortierung in Toxische „Wertpapiere“ futsch ist. Das ist sozialer Sprengstoff, da braucht man keine Atombombe mehr. Und jeder hat bei diesem Spiel mitmachen müssen, da man ansonsten nicht mehr Wettbewerbsfähig ist, seitens der Banken.

Es gibt also zwei Systeme das Geld aus Geld (GaG) und das Geld aus Produkt (GaP).

Das GaG System ist für Systemrelevante gedacht, und das GaP System für die Allgemeinheit. Die bei immer niedriger werdenden Nettoeinkommen, immer mehr Leistung bringen müssen, um die Zinszahlungen aufrecht zu erhalten.

Die Betriebe, können diese Zinszahlung nur aufrechterhalten, wenn diese auch einen Gewinn erzielen. Dieses funktioniert nur, wenn genug Schuldner vorhanden sind. Die Konsumenten brechen weg. Die einen können sich nicht mehr Verschulden, und die, die es könnten, machen keine Schulden mehr. Das Gegenteil ist der Fall. Sie sparen.

Jetzt sind wir bei Angebot und Nachfrage. Das Angebot ist riesig, die Nachfrage nachhaltig abgestürzt. Die Produkte werden günstiger. Aber gleichzeitig steigt die Geldmenge aus dem GaG System in das Unermessliche. Siehe alle Hilfsprogramme für die Banken insbesondere AIG dieses Geld ist nichts anderes, wie ausstehende zu zahlende Zinsen, an wen auch immer.

Sollte das Geld-Volumen aus dem GaG System, nach einem möglichen Zusammenbruch, in das GaP System fließen, dann wird es eine Hyperinflation ohne gleichen geben.

Dazu braucht man kein Prophet zu sein, sondern nur in obige Formel Zahlen einsetzen.

50 Michael Oktober 8, 2009 um 20:21

@Logik Ratio
Was die Banken mit dieser “Krise” angestrebt haben, war von der ersten Minute an, dass sich der Staat verschuldet (indem er sie “rettet”) und sie die Zinsen für die neuen Staatsschulden kassieren. Deshalb hätte ich persönlich die Bande ja herzlos verstaatlicht und eine good bank gegründet. Es ist echtes Staatsversagen, die nicht aufzumischen. Die hätten sich selbst so schnell gerettet, wie es vorher niemand geglaubt hätte, nur, um nicht verstaatlicht zu werden. Aber wir müssen mit der Realität leben. Leider. Und die läßt für viele, die unter die Räder kamen und kommen werden, genau deshalb, nichts Gutes erwarten.

Im Prinzip garantiert doch niemand anders als der Steuerzahler, der Staat, die Stabilität des “Geldes”. Aber die Gewinne daraus, die Zinsen, kassiert die Bank, die dann sogar aus der Pleite “gerettet” wird. War schon immer so. Und den Dollar betreffend, den und gerade den muß man sehr differenziert betrachten.

Für uns käme es jetzt tatsächlich darauf aun, unsere Import-/ Exportgeschäfte in LANDESWÄHRUNG zu machen. Mit Rußland zusammen wäre Europa unschlagbar. Dann wäre der Dollar Toast, ABER nur dann. China, Indien und Brasilien wären recht unwichtig. Japan nicht. Aber unser Sparschwein als Deutsche hieße tatsächlich Schweiz. Wir werden sehen, wie sich dieses Ding weiterentwickelt. Ich bin auf Sicht einiger Monate extrem pessimistisch, aber mittelfristig wird auch dieses Elend sich in Wohlgefallen auflösen.

51 holger Oktober 8, 2009 um 20:22

Nachtrag: zu #49

Heute, habe ich mir die ersten drei Seiten von Forbes (Milliardäre) reingezogen, erstaunlich das da noch 42 Seiten offen geblieben sind (da hat ich keine Lust mehr, Plus zu Rechnen). Allein auf den ersten drei Seiten, sind ca. 1.500.000.000.000 USD als Guthaben verzeichnet. Die wollen alle Zinsen haben oder nicht?
Zinsen!!! Habe ich als blöder Betriebswirt mal gelernt. Dieses Wort.

Wer erwirtschaftet diese Zinsen? Banker? Womit erzielen denn Banker den Gewinn? Durch Gelder ihrer Anleger und Sparer? Selten so gedacht.

Die großen in der Branche haben das Problem, dass die geschaffenen Geldmengen, im Kreislauf bleiben müssen um Zinsen abzuwerfen. Und hier liegt der Frosch begraben.
Eine ganz einfache Formel:

Welt-Geldmenge X Umlaufgeschwindigkeit = Welt-Handelsvolumen X Preisniveau

Und nun schauen wir uns den Baltic Dry Index mal an. Sowie den Index der Container Schifffahrt.

Mehr brauch man gar nicht mehr wissen

52 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 20:24

@ Holger

D.h. Mit Einlagen von , sagen wir 10 Mio €, kann die Bank Staatsanleihen von 100 Millionen erwerben?

Wie wandert das Geld von GaG zu Privatpersonen? Boni, Dividenden?

Was geschieht bei einem Kreditausfall?

53 Pique Oktober 8, 2009 um 20:30

@Logik-Ratio

wir sind absolut d’accord, die Gleise sind gelegt, egal ob jetzt CDU oder SPD diese benutzt, es mag vielleicht vom Design unterschiede geben, aber der Weg ist alternativlos. Jeder dieser sogenannten Volksparteien sind Teile dieses Systems und der entsprechenden Denke…. es kann nur so weitergehen, ansonsten Systemende oder Sackgasse. Es geht eigentlich nur darum, den einmal beschriettenen Weg solange wie möglich zu verfolgen, in der Hoffnung, dass es irgendwie gut geht. Das ganze Gefassel über höhere Eigenkapitalregeln, Regulierung der Finanzmärkte würde in der jetzigen Situation sofort in den Abgrund führen.

@Holger
danke für diese bestechende Analyse

54 Michael Oktober 8, 2009 um 20:43

@weissgarnix
Sieh das nicht so pesimistisch. Irgendwann crasht es wieder und jeder crash ist eine Chance. Man rennt Kursen nicht hinterher. Du solltest doch gerade, ich erst recht, im Gold/Silber richtig liegen. Wir werden sehen. …

55 holger Oktober 8, 2009 um 20:50

@ Logik-Ratio #52

Man kann und muss auch Hedge Fonds oder ähnliches dazwischen schalten.
GaG Geld, wandert nicht zu den üblichen Michels. Boni? tja, ist das geld tatsächlich aus der “realen” Wirtschaft?

56 Pique Oktober 8, 2009 um 20:57

@weissgarnix

ein Freund von mir ist Ende 2000 rechtzeitig mit riesen Gewinnen aus dem neuen Markt ausgestiegen und ist dann mit der ganzen Summe später long auf den Euro gegangen…. und hat fast alles verloren, inklusive der privaten Altersversorgung von seiner Mutter. Die Gewinne von heute, sind die Verluste von morgen.

“Urteile nicht, dann wirst du dich nie irren.”
Jean Jacques Rousseau (1712 – 1778)

Neulich las ich folgende alte Zen-Geschichte :

Holz im Schnee Ein Bauer hatte ein Pferd, aber eines Tages lief es fort und der Bauer und sein Sohn mußten ihre Felder selbst pflügen. Die Nachbarn sagten : “Was für ein Pech, daß euer Pferd weggelaufen ist!” Aber der Bauer antwortete : “Pech … Glück … wer weiß?”

Eine Woche später kam das Pferd zum Bauernhof zurück und brachte eine ganze Herde wilder Pferde mit. “So viel Glück!” riefen die Nachbarn, aber der Bauer sagte : “Glück … Pech … wer weiß?”

Kurz danach versuchte der Sohn des Bauern, eines der wilden Pferde zu reiten – aber er wurde abgeworfen und brach sich ein Bein. “Oh, so ein Pech!” Die Nachbarn hatten Mitleid, aber der Bauer sagte wieder : “Pech … Glück … wer weiß?”

Ein wenig später zog der Landesherrscher alle jungen Männer in sein Heer ein, um in die Schlacht zu ziehen. Aber den Sohn des Bauern ließen sie wegen seines gebrochenen Beins zu Hause : “Was für ein Glück, daß dein Sohn nicht in die Schlacht ziehen muß!” freuten sich die Nachbarn. Aber der Bauer bemerkte nur : “Glück … Pech … wer weiß?”

Alles im Leben hat seine zwei Seiten, das sollten wir nie vergessen.

57 Logik-Ratio Oktober 8, 2009 um 21:19

@holger

Deine Aussage lässt sich ganz gut auf bestimmten Märkten sehen – Märkte mit begrenzten Gütern für Superreiche, z.B. Luxusimmobilien, Kunstwerke, etc. – doch auch hier scheinen viele reichere Menschen ihre Probleme zu haben.

58 Frankie Bernankie Oktober 8, 2009 um 22:32

@wgnx

“Nööö – ich will schlicht von Aktien nichts mehr wissen, seit die Deutsche wieder bei über 50 steht. Fast 100% hätte ich machen können, huunnnndert Prozennnnnt!”

Ja, das isses!! Diese Emotion!

Roter Oktober, Sloterdijk, Deutschmann und die tendenziell fallende Profitrate, Marx und die Entfremdung, Antonio Negri und die Unterwerfung des gesamten Lebens unter den Globalen Kapitalismus, Keynes und der langsame Tod des Rentiers – alles vergessen, alles wurscht, wenn man mal 100% hätte machen können, verdammte Scheisse!

Er wird nie sterben, unser geliebter Kapitalismus, Nieeeeeeee!!!!
Er ist ewig und geht immer weiter, genauso wie sich das All auch immer weiter ausdehnt ohne Ende.

59 unwissender Oktober 9, 2009 um 00:12

Ein Fondsmanager aus Frankfurt am Main? Hmmm?
Ich mag da lieber seine VV-Kollegen aus Paris, München und Hamburg!

Ich hoffe, dass die 3 Sterne im Kästchen neben weissgarnix und luebberding kein schlechtes Ohmen für den Herren sind! ;-)
Obwohl, “Sterne-Ratings” ala S&P oder Morningstar – so von 1 bis 5 – werden ja mittlerweile auch nicht mehr ernst genommen! :-)

@eFlation

“Wenn es zu einer großen Inflation kommt, dann sind Aktien genau das richtige Investment.”

Richtig ja, aber genau – nicht ganz. Da schau Dir mal die Entwicklung der Edelmetalle – so von 1978 bis Anfang 1980 an – nur so. Übrigens: ich mag Aktien!

@weissgarnix

Zu Deinem Dauerthema Deutsche Bank Aktien.
Ich hab Dir in den letzten Monaten schon mehrmals gesagt, dass die Dinger nur zum Traden taugen und nichts für “verantwortungsbewusste Familienväter” sind.

Trade sie ruhig, aber leg für die Kleinen und Dich lieber regelmäßig in Philharmoniker (1Uz Gold oder Silber) oder in den Kookaburra (1Kg Münze in Silber) an.

Das machen die meisten Kollegen von unserem Fondsmanager aus FFM schon seit Jahren!

60 froZ Oktober 9, 2009 um 00:37

@ Logik-Ratio

Mal sind’s die Russen, mal die Chinesen, die über eine Alternative zum US-Dollar als Reservewährung laut nachdenken, siehe etwa hier:

http://german.beijingreview.com.cn/focus/txt/2009-07/07/content_205626.htm

Aber mir kommt das vor wie ein Herumschleichen um den heißen Brei, und bevor der US$ nicht richtig abschmiert, wird sich da wohl kaum was tun.

61 Shakehead Oktober 9, 2009 um 01:50

Kauft kauft, nur keine Sorge, das war ja schon seit Beginn der völlig irrationalen Bärenralley klar dass es, abgesehen von kleinen Rücksetzern, nur noch aufwärts geht. Höher, höher, höher … keiner kann mehr verlieren, alle gewinnen nur noch … wie an einem Roulettetisch an dem alle nur noch gewinnen und jubeln und sich freuen dass die Geldberge immer höher und höher werden …
Warum sollte das auch schlecht ausgehen? Hinterher, also nach der Krise, werden alle sowas von reich sein … ganz klar, völlig logisch, so muss es kommen.

62 Miesespeter Oktober 9, 2009 um 08:18

Die diversen Kursbewegungen sind nur noch Abbild des Versuchs der Inhaber von wertlosen Leistungsversprechen, vor allen anderen in andere – vermeintlich nicht wertlose – Leistungsversprechen zu wechseln. Der Versuch wirkt komisch, es wird ihnen nicht gelingen, sich der Entwertung zu entziehen.

Tatsaechliche Assets (Fabriken, Boden, Anlagen) sind so billig wie nie zuvor und finden dennoch keine Abnehmer.

Was in einer solchen Situation an einer Umschichtung von einer Wertpapierklasse in eine andere Wertpapierklasse langfristig sein soll, erschliesst sich mir nicht.

“Die Konsequenz wäre eigentlich, dass sind gar keine Märkte mehr sind, sondern Dauersubventionsempfänger.”

Ueber die Banken zur Freiheit, mit Fondsmanagern als Wirtschaftskommissare und Sachwalter der volkseigenen Gueter, leicht schraege Abwandlung, aber war die staatsgelenkte Wirtschaft nicht was Sozialisten immer wollten?

63 Sharp Oktober 9, 2009 um 13:01

@ Holger

“Unter normale Bankregeln (Hebel), kann diese nun 10 bis 20mal soviel verleihen also Minimum 80 Millionen.”

Das ist nicht richtig. Eine einzelne Bank kann nur soviel Geld verleihen wie sie Einlagen hat (Eigenkapital und Fremdkapital) (natuerlich abzueglich der Mindestreserve).

Im System werden dann aus den 8 mio dann 80 mio oder mehr. (Mindestreservesatz und Basel II EK Vorschriften). Nur im System mit anderen Banken, wird das Geld geschoepft.

64 froZ Oktober 9, 2009 um 16:07

@ Logik-Ratio, Nanuk u. a.

Aktuell: “The Demise of the Dollar”

http://www.independent.co.uk/news/business/news/the-demise-of-the-dollar-1798175.html

Die Franzosen und die Russen haben das umgehend dementiert.

65 weissgarnix Oktober 9, 2009 um 16:34

@Sharp

>Nur im System mit anderen Banken, wird das Geld geschoepft.

Nope: Eine Bank “produziert” Geld uno actu mit der Kreditvergabe, d.h. sie schreibt es dem Kreditnehmer “aus dem Nichts” (ich weiß: das ist nicht exakt) gut. Spannend wird es dann, wenn es andere Banken oder Bargeldbedarf gibt, dann muß sie in der Lage sein, auf ZB-Guthaben in ausreichendem Umfang zuzugreifen. Soweit so richtig. Aber es hindert die Bank ja nichts daran (außer anderslautende ZB-Beleihungsregeln), ihre Kreditforderung, gegen die sie das Giralgeld erzeugt und dem Kreditnehmer auf Sichteinlage gebucht hat, sofort bei der ZB zu refinanzieren -in unserer IT-affinen Welt praktisch in derselben Sekunde der Kreditgewährung. In einem solchen Fall würde nicht nur Giral- sondern auch ZB-Geld unmittelbar mit der Krediteinräumung geschöpft, und der Kreditnehmer könnte im Zahlungsverkehr mit anderen Banken oder in Form von Bargeld (=ZB-Geld) drauf zugreifen.

Was die einzelne Bank also theoretisch abhängig macht von den anderen Banken, ist nicht der modus der Geldschöpfung, sondern die Art der Refinanzierung bei der ZB.

In der Praxis spielt das aber kaum eine Rolle, weil die meisten Banken am Tagesende einen ausgeglichenen Zahlungsverkehrssaldo aufweisen (vgl. Dissertation von Herrn Ackermann hier im Blog). Die Bank verleiht also effektiv das, was sie an Geld produziert.

66 Michael Oktober 9, 2009 um 17:34

Zitat FTD.: “Alcoa verliert ein Drittel seines Umsatzes und vier Fünftel des Gewinns, setzt trotz stark gekürzter Investitionen Mittel von 186 Mio. $ in den Sand, will die Ausgaben für Anlagen weiter erheblich reduzieren, kostet wieder so viel wie vor einem Jahr – und alle sind begeistert. “ In einem frühreren Amerika wurden Falschspieler einfach abgeknallt.

67 holger Oktober 9, 2009 um 17:44

@ WGN
“In der Praxis spielt das aber kaum eine Rolle, weil die meisten Banken am Tagesende einen ausgeglichenen Zahlungsverkehrssaldo aufweisen”

das musste mal den Brother Lehman sagen. Der hüpft dann bestimmt vor Freude. oder den anderen, die einen weniger guten Draht zur Refinanzierung (Liquidation) haben. Oder den vielen Debitoren, die nicht mehr husten können, und somit ihrer Bank des Vertrauens, schlaflose Nächte bereiten.

Oma Ernas Konto ist geplündert, jetzt geht es auch an andere. Ist nur eine Frage der Sicherheitsbewertung und der möglichen Verwertung. ;-)

68 holger Oktober 9, 2009 um 19:00

OT
wenn ein Ami Präsi den Friedensnobelpreis bekommt, ist das Ende nah.

69 Ahnungsloser Oktober 9, 2009 um 19:29

@Holger OT

Wenn Obama Cochones hat, lehnt er ab.

70 holger Oktober 9, 2009 um 19:45

@ Ahnungsloser

das ändert nichts an der Entscheidung, Krieg mit Blödheit, von Mitgliedern der Nobel Kommission (ala Dieter B.) zu rechtfertigen. So blöd und senil, sind die schon. Die rauchen zuviel ihre eigenen Unterhosen. Da gibts nichts mehr im Hirn zu retten. Wird echt wieder mal Zeit, französische Maßnahmen zu ergreifen. Wo soll das bloß hinführen?

71 Ahnungsloser Oktober 9, 2009 um 20:16

Neee – unser Dieter B. in der Nobel-Kommission? Na, da werden eben intellektuelle Standards gesetzt.

Aber hey – vielleicht erinntert Obama die Kommision daran, das ein Friedennobelpreis bisher (ok, ausser Kissinger) für Leute vergeben wurde, die _wirkliche_ Resultate erbracht hatten. Nicht dass Obama das nicht noch könnte, aber das ist definitiv zu früh.

72 Ahnungsloser Oktober 9, 2009 um 20:23

Wo das hinführt?

Zur kunterbunten Mediengesellschaft, in der man sich alles schönredet, was nicht von Haus aus schön genug ist. Also, eh, alles. Global. Krieg ist Frieden, Armut gerecht, und Sterben solzialverträglich. Brought to you by Sky Channel in Cooperation with BertelsFox.

Schön im futurologischen Kongress zu lesen, Lem glaube ich…

73 spiritformoney Oktober 9, 2009 um 20:31

holger 49+51+67
michael 33+41+50
pique 56 zen
sharp 63 zu holger
wgn 65

Danke für eure Beiträge. Wenn es nur mal durchdringen würde auf welchem Pulverfass wir turnen.
Es geht z.Zt. darum, dass Diejenigen die im März, April gekauft haben wieder verkaufen wollen. Es sind dafür Marktteilnehmer notwendig die nicht mit eigenem Geld kaufen können.
Da ja hinlänglich bekannt sein dürfte, dass nur ein Bruchteil der Fondverwalter den jeweiligen Index outperformen und ihre Gewinne durch Gebühren verdienen, dürfte es doch denkbar sein:
- Kapitalsammelstellen existieren weil sie als Käufer in bestimmten Marktsituationen gebraucht werden.
- die angeblich sicheren Anlagen der KLV-, RV- und Riesterverträge funktionierten bisher nur über die ständig steigenden Beitragseinnahmen, aus denen die Auszahlungen bedient werden.

Die sogenannten Vermögen der Milliardäre sind überwiegend gebundene Mittel in Form von Aktien oder Immobilien bzw. Grund und Boden. Es wird durchaus ein nicht geringer Anteil der Zinszahlungen von eben diesen Vermögenden erbracht. Denn – natürlich – sie hebeln ihr Vermögen mittels – na was? – Kredit!
wgn brachte mal das nette Beispiel der Familie Haniel (?) die ohne die Dividenten ihren gewohnten Lebensstil nicht mehr halten könne. Vor Allem könnten sie ihre Kredite nicht mehr bedienen und ihr Vermögen wäre in Gefahr verwertet zu werden.
So betrachtet werden natürlich alle Zinsen von den Konsumenten bezahlt. Sie sind ja in den Produktpreisen enthalten.

Und hier ein kleiner Schwenk zur Inflation – dies ist eine individulle Angelegenheit! Wer z.b. 80% seiner Einkünfte für Nahrung, Miete, Nebenkosten und Gebühren verwendet hat eine wesentlich andere Inflation (z.Zt. Deflation), als jemand bei dem dies nur einen Bruchteil der Ausgaben ausmacht.

Zum Vorgang der Geldschöpfung, wens interessiert:
http://video.google.com/videoplay?docid=1063258770311179074

Zum Beitrag von eflation – ja jetzt ist es wichtiger denn je, dass der Optimismus die Oberhand gewinnt und die Dummen endlich beginnen zu kaufen. Die Aktien steigen ohne jeglichen realen Hintergrund. Als Bsp.:
http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/10/uk-industrieproduktion-im-absturz.html

@Michael
danke für deine immer sehr informativen Hinweise und Verweise. Seit 2 Wochen bin ich auch Short mit Put-Optionen bei DAX und DOW JONES – und die haben eine lange Laufzeit.

@holger+wgn
Beides soviel ich weiss richtig. Doch in der Realität wird erheblich getrickst und getäuscht. In dem Ausmass wie die realen Werte gefallen sind und noch fallen werden, wären bei aktueller Bilanzierung die meisten Banken insolvent.

@pique
danke für diesen lebensnahen Text.

Dieses System, der kreditbasierten Expansion, ist nicht auf Dauer angelegt sondern benötigt von Zeit zu Zeit einen Reset. Nichts Anderes wird in nicht alzu ferner Zukunft geschehen. Es ist nicht zu retten und soll auch nicht gerettet werden.
Wer erhält Firmen und Werte bei Insolvenz?
Welche Vermögen bleiben nach Krieg oder/und Wirtschaftszusammenbruch erhalten?

Die im täglichen Leben wirklich wahrnehmbare Krise ist erst am Anfang. Was daraus wird? Was machen Menschen wenn sie Angst bekommen?

74 Morph Oktober 9, 2009 um 21:16

@spiritformoney
“Was machen Menschen wenn sie Angst bekommen?” – Angst bzw. Demütigungserfahrungen können sich in Depression oder in Aggresion ausdrücken, zur Implosion oder zur Explosion führen. Das hängt offenbar von äußeren Umständen ab: Sind es ältere, sich tendenziell isolierende Menschen, werden sie depressiv, sind es jüngere, sich tendenziell assoziierende Menschen, werden sie aggressiv (vgl. auch Heinsohn, Söhne & Weltmacht). In D’land u. Westeuropa überhaupt dürfte es also relativ ruhig bleiben; für effektive Unruhen fehlt vermutlich die demographische Basis. In jedem Fall, ob depressiv-implodierend oder aggressiv-explodierend, leschzen die Leute nach Sinnangeboten und ihrer massenmedialen Inszenierung: The good slaves love the good book, the rebel loves the cause. (Insofern ist Dein Nick sehr zeitgemäß, Spirit!).

75 holger Oktober 9, 2009 um 21:31

@ spiritfor money

“@holger+wgn
Beides soviel ich weiss richtig. Doch in der Realität wird erheblich getrickst und getäuscht.”

Jetzt stell dir mal vor, die Anleger, wüssten darüber auch noch bescheid, das ginge ja noch, aber bevor die das begreifen, oder noch besser ergreifen im Münzbeutel, ist es leider zu spät.

An einem sonnigen Freitag wird es geschehen. Jeder sollte mal auf die “Verfügbarkeit” seines Kontos schauen.

76 holger Oktober 9, 2009 um 21:37

Von wegen einfach hingehen, und Kohle abholen!
Limitiert, bei Otto Normal, Online 2.500 pro Tag. Das wissen die wenigsten. Karte, Schalter? Bitte schön. Nix ist mit Guthaben in Bares zu wechseln.
Ich lache. Selbst mein Opa schauen die Schräg an, wenn er am ersten sein Konto räumt.
Kopfkissen, ist angesagt.
Evtl. auch in EM.

77 spiritformoney Oktober 9, 2009 um 22:52

@holger
Mein Konto ist im Minus.

78 holger Oktober 9, 2009 um 23:03

@ spirit

meins nicht mehr. ;-) hat nach einigen Pleiten, lang genug gedauert, zu begreifen, das Schulden niemals gesund sind. Hartes Los, aber nicht dafür gedacht, den Sand in den Kopf zu stecken. Wenn du erst mal ne richtige Sause hinlegst, dann weißt du, wer Freund und Feind sind.

Wichtig ist, Mensch zu bleiben, ist zwar schwer, haut aber hin.

79 froZ Oktober 9, 2009 um 23:35

“…ein Friedensnobelpreis bisher [...] für Leute vergeben wurde, die wirkliche Resultate erbracht hatten…”

Ja, solche Resultate wie zum Beispiel Woodrow Wilson und Michail Gorbatschow. – Hätte Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen, dann hätte gewiß auch Addi Hytlar den Friedensnobelpreis gekriegt.

80 spiritformoney Oktober 10, 2009 um 22:22

@holger
Sicher, es ist die einzige Aufgabe, auf diesem Planeten Erde, Bewußtsein zu erlangen. Mensch sein bedeutet für mich die Verbundenheit und den gemeinsamen Ursprung mit den anderen “Gotteskindern” zu realisieren.
Und – mein Depot ist im Plus. Es ist ein Ziel den Banken, über die angebotenen Möglichkeiten, möglichst viel Geld abzunehmen.
Das Konto im Minus heißt, meine Liquidität hängt nicht davon ab ob ich Geld von der Bank bekommen kann.
Allerdings danke für deine aufmuntenden Worte. Auch ich bin erfahren im Auf und Ab des Lebens.

81 harry Oktober 10, 2009 um 22:48

echt unglaublich, wie viele leute diesen oberflächlichen artikel kommentieren!!! ich halte diesen kommentar nicht nur für schlecht recherchiert, sondern für absolutes stammtisch-gelaber. aber wenn ihr es für die heilige schrift haltet: viel spaß weiterhin.

82 Wat. Oktober 10, 2009 um 23:05

Nun hat der @harry auch kommentiert ;-)

83 Börsenlehrling Oktober 11, 2009 um 19:44

“Das viele billige Geld, das zurzeit die Märkte überschwemmt, sorgt für ein Szenario das bisher selten dagewesen ist. Alle Assetklassen (Aktien, Renten, Rohstoffe) laufen nach oben (siehe Grafik). Warum? Die Leute wissen nicht wohin mit Ihrem Geld. Solange das Geld nicht vom Markt genommen wird, bleibt diese Situation bestehen.”

Was, die Leute wissen nicht mehr wohin mit dem Geld ? Ha, was für einen “Wert” verkörpert dieses “Geld” denn ? Sind das zufällig die Schulden anderer ? Sind diese “Anderen” vielleicht etwas knapp bei Kasse und können ihre Zinsen nicht zahlen ? Gibt den Anderen denn niemand “neues Geld” ? Was passiert denn mit “Geld” von dem es immer weniger pro Nase gibt ? Dafür kauft man dann neuerdings Aktien ?

Oder ist es so, dass die Abwertung des Dollars der einzige Treibstoff für Börsenkurse zur Zeit ist ? Das jemand versucht die bevorstehenden Hyperinflationsdollars nicht in eigene “Werte” zu lassen ? Was war den Tarp ? 700 Mrd. $ Kapitalerhöhung wurden vom US – Steuerzahler, der freilich blank ist, stimmrechtslos vom Markt genommen. Und Kapitalerhöhung bedeutet, früher oder später fallen die Kurse, und zwar nicht zu knapp. Es sind nicht die nirgendwo zu findenden Käuferscharen, es sind Obamas “behavioral banksters”, die alterhwürdige Marktgesetze durch “Psychologie” ersetzen wollen.

Nun gut, die Spinner werden so scheitern, wie sie es sich nicht vorstellen können. Obama: Guantanamo, Irak, Afghanistan, Pakistan, Palästina, Bankenregulierung, Rettung der Eigenheimbesitzer und Krankenversicherung. In allen Punkten gescheitert. Eine lahme Ente nach 200 Tagen. Er startete als Tiger und landete als Bettvorleger seiner “Bankiers”. Dafür sind die Fremdkapitalzuströme in die USA wohl versiegt. Was die Schulden wegen exorbitanter Rüstungsausgaben in den Himmel treibt.

Die Frage ist, können die Amis den Dollar retten ? Aus jetziger Sicht ist die Mehrheit nicht der Auffassung. Nur deshalb steigen, nahezu ausschließlich durch Wechselkursfinanzderivate die Aktienkurse. Natürlich will selbst der Emittent einer Müllaktie die nicht einem Ami, der mit zunehmend faul werdenden Krediten “bezahlen” möchte, verkaufen.

Natürlich muß man da nicht mitmachen, das Scheitern der behavioral finance wird sich schon irgendwann zeigen, wenn dahinter keine Realwirtschaft steht. Man kann erheblich interessantere Dinge mit seinem sauer verdienten und knappen Geld kaufen, als bestenfalls nur überbewertete Beteiligungen an Aktiengesellschaften.

“Die Leute wissen nicht, wohin mit ihrem Geld” ? Wie kann man so bescheuert sein ? Warum kaufen die sich nicht statt kleiner Autos eine Garage voller Porsches ? Warum kaufen die bei Aldi brothers & co. ein ? Weil sie Geld haben ? Wer sowas schreibt, hat ein Ding an der Waffel.

84 Frankie Bernankie Oktober 11, 2009 um 20:20

@holger #49

“Seit ca. 1986 ist es so, dass man aus Geld, Geld produziert, ohne dass jemals ein Produkt dafür hergestellt worden ist.”

Warum ist das eigentlich seit ca. 1986 so?

85 Sharp Oktober 12, 2009 um 13:38

at weissgarnix

in den meisten Faellen fliessen die Sichteinlagen ja ab. Daher:

“Aber es hindert die Bank ja nichts daran (außer anderslautende ZB-Beleihungsregeln), ihre Kreditforderung, gegen die sie das Giralgeld erzeugt und dem Kreditnehmer auf Sichteinlage gebucht hat, sofort bei der ZB zu refinanzieren -.. .”.

Demnach ist entscheidend in welchem Umfang (Art, Hoehe) Papiere bei der Zentralbank einlieferbar/refinanzierbar sind.
Klar, momentan zusaetzlich zu Staatspapieren und anderern Werpapieren auch hochrangige ABSe. In wie weit Kredite einlieferbar sind, muss man sich mal anschauen.

Vorbehaltlich der Durchsicht von J.Ackermanns Doktorarbeit:
Dem m.E. verbreiteten Irrglauben , eine einzelne Bank koenne einfach so – en masse – Geld schoepfen, wollte ich entgegentreten.
Geld wird geschoepft durch Refinanzierung bei der ZB und durch Kreditvergabe im Bankensystem ; das ganze eingeschraenkt durch Mindestreserve und Basel II Eigenkapitalanforderungen.

Mal gucken was J.A. dazu sagt…

86 13 Oktober 14, 2009 um 10:56

Neues vom Stardebilitätspack…..(t):

http://egghat.blogspot.com/2009/10/zahl-des-tages-131009-13.html

(vielen Dank, Herr Piep Meyer)

87 13 Oktober 14, 2009 um 11:00

achso

Spanien,
Niederlande,
Griechenland,
Irland,
Slowakei,
Slowenien,
Malta,
Zypern
und die Nicht-Euro-Mitglieder
Großbritannien,
Rumänien,
Tschechien,
Lettland und
Litauen

Wird das der Eurovisiondep(t)…pencontest?

88 13 Oktober 21, 2009 um 17:22

es ist so lachhaft…………..aber hey, es sind ja nur Zahlen ……….Herr Ober…..

89 13 Oktober 27, 2009 um 19:18

Deutschland trage eine überhöhte, für die nächste Generation kaum zu tragende Schuldenlast. Juncker forderte, ab 2011 müsse Deutschland konsequent sein Staatsdefizit um mehr als 0,5 Prozentpunkte jährlich senken. Falls der größte Mitgliedstaat der Eurozone dies nicht tue, sei der europäische Stabilitätspakt mit seinen Haushaltsregeln insgesamt gefährdet.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article4995733/Juncker-aetzt-gegen-schwarz-gelbe-Schuldenpolitik.html

der heilige Stardebilitätspackt gefährdet, ach was, meine Güte, das kann doch gar nicht sein, wir haben doch c o n t r o l l i n g durch sämtliche Gesellschaftsschichten, Bankenaufsichten, Sofortrettungsfonds, Regierungen bla bla bla…..welch neue Erkenntnis und immer diese Begehrlichkeiten. Juncker hoch zu Roß, es ist so schade, daß Deutschland nicht das Geschäftsmodell von diesem Operettenbankenstaat Luxemburg übernehmen kann, um seine Staatshaushalte zu sanieren und in Frieden und Wohlstand zu leben. Wahrscheinlich wäre das aber gerade auch von interessierter Seite gar nicht so gewollt, denn D (er deutsche Steuerzahler) muß berechenbar und erpreßbar bleiben, nicht wahr.

Deutschland kann eigentlich nichts besseres mehr passieren als das dieser Id…tenpack(t) Stück für Stück (Geldmengenentwicklung ist ja bereits schon, 3% plus Inflation, gelle) ad absurdum geführt wird und diese Esperanto-Duschmarkenwährung wieder zum Teufel gejagt wird.
Wahrscheinlich dürfte das auch der Grund dafür sein, warum der “frisch gedruckte papierne” Dollar im Intimverhältnis zu unserer Währung noch nicht als Brennhilfe anerkannt wird.

Überhaupt Junk, Juncker, Junker, waren das nicht mal diese hochnäsigen Großzgrundbesitzer aus dem Osten?

90 13 Oktober 27, 2009 um 19:55

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

(Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie – SPIEGEL 52/1999)

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Jean-Claude_Juncker#Zitate

Schritt für Schritt absurdum(m), na, das läßt ja hoffen….

91 13 Oktober 27, 2009 um 20:09

denn……ehrlich währt (bekanntlich) am längsten. Was lange währt, wird (endlich) gut, nicht? Oder solang es langt, langts noch. Aber wie l a n g e noch?

92 13 Oktober 29, 2009 um 19:33

Die augenblickliche Situation erinnert an..

http://www.youtube.com/watch?v=bZDsd79ihAA

93 13 Oktober 31, 2009 um 18:59

Im kaufkraftgewichteten pro-Kopf-Einkommen der EU, dem wichtigsten Ausdruck für nationalen Wohlstand, wirkte sich das in 2008 so aus. Der Durchschnitt der EU-27 (also unter Einschluss von Bulgarien und Rumänien) wurde = 100 gesetzt. Dann lag Luxemburg bei 273%, Irland (ein herausragender Bankrotteur) bei 140, die Niederlande bei 131, Österreich bei 125, Schweden bei 123, Dänemark bei 119, Belgien bei 118, Finnland bei 115, Großbritannien bei 114. Dann erst kam das Gläubigerland Deutschland mit 111, dicht gefolgt von Frankreich mit 108 und Spanien mit 103. Der von Deutschland erzielte Leistungsbilanzüberschuss von rd € 180.000.000.000, rd 7% unserer Wirtschaftsleistung in 2008, hatte sich für uns also in Luft aufgelöst und das Wohlleben vieler anderer gesteigert. Spanien z.B., politisch und oekonomisch aus dem Ruder gelaufen, hatte letztes Jahr ein Leistungsbilanzdefizit von USD 159 Mrd oder 8% seines
BIP oder >USD 3.000 pro Kopf und damit mehr als die USA. Und doch lag das pro-Kopf-Einkommen des Spaniers nur knapp unter demjenigen des Deutschen. Eurozone und EU praesentieren eine absurde Welt.

94 13 Oktober 31, 2009 um 19:24

Gäbe es keine Eurozone, so hätten die Deutsche Bundesbank die von der deutschen Volkswirtschaft 2008 hereingeholten Devisen von rd USD 237.000.000.000 noch als „Forderungen an das Ausland“ in den Büchern.
Da der deutsche Leistungsbilanzüberschuss bis 2008 Jahr für Jahr in der Größenordnung des chinesischen lag, hätten sich hier Forderungen von weit mehr als eine Billion Dollar angehäuft. Die Deutsche Bundesbank hätte also einen ähnlichen Spielraum wie die chinesische. Diese Größenordnung spiegelt das Opfer, das jeder einzelne deutsche Bürger Tag für Tag für das Doppelsystem EU/Eurozone bringt. Der Titel eines „Exportweltmeisters“ ist für Deutschland der reinste Hohn. Wir behalten nichts davon übrig, gar nichts.

Es ist also zu konstatieren, dass die Lehre von der „New Economy“ für die USA kein Heil gebracht hat, sondern Unheil, und dass die Lehre von der wohlstandsmehrenden Wirkung des „Eurosystems“ dazu führt, dass die im Aussenhandel defizitären Länder der Euro-Zone immer stärker auf Kosten der wenigen Überschussländer leben. „Währungs-Sozialismus“ nennt das der tschechische Staatspräsident Klaus.

http://www.eurospethmann.de/pdf/p52_DSundHankelHistorisierung.pdf

95 13 November 2, 2009 um 14:27

Der Chef des deutschen staatlichen Banken-Rettungsfonds Soffin Hannes Rehm warnt vor einer Ausweitung der Finanzkrise auf Gesellschaft und Politik. So weit sind wir schon.

Die Banken erfüllten volkswirtschaftlich eine dienende Funktion.

Dazu die erstaunlichen Worte :

„Wir müssen den Zustand überwinden, in dem Gewinne privatisiert werden und Verluste sozialisiert.“

96 13 November 2, 2009 um 14:56

Heißt das, die neuen Viren, Verursacher der weltweit verbreiteten Schweinegrippe, verdrängen die bisherigen, saisonalen Grippeviren, weil sie im Körper ihrer Wirte um den gleichen Platz konkurrieren? Werden damit die „pathogeneren“ Viren ausgerottet, diejenigen also, die mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verursachen? „Das wäre ja eine gute Nachricht“, sagt einer der Virologen.

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite-Schweinegrippe;art705,2938086

97 13 November 30, 2009 um 12:05

@90

Bundeskanzlermediatorin “warnt” vor einer “Kreditklemme”

Warum sollen die privaten Banken eigentlich nur 10 Milliarden in kleinen Scheinen bekommen? Gebt ihnen noch das Elektrizitätswerk, das Wasserwerk und den Südbahnhof dazu…..den Rest bekommen sie dann beim nächsten und übernächsten Mal..

98 13 November 30, 2009 um 12:22

“Wir müssen die Instrumente des Deutschlandfonds ständig evalutschieren und nachjustieren”, sagte der Regierungsvertreter.
(ftd von heute)

99 13 November 30, 2009 um 12:25

ab Donnerstag regnets dann wieder Bankerboni..

100 13 November 30, 2009 um 12:31

und am Freitag wird Herr Walter via deutsche Qualitätsmedien mal wieder verkünden, daß alle zu teuer, zu faul und nicht wettbewerbs….

101 topi November 30, 2009 um 12:57

@ 13
Warum sollen die privaten Banken eigentlich nur 10 Milliarden in kleinen Scheinen bekommen? Gebt ihnen noch das Elektrizitätswerk, das Wasserwerk und den Südbahnhof dazu…..den Rest bekommen sie dann beim nächsten und übernächsten Mal..

E-Werk, Wasserwerk; in deiner Stadt noch alles in öffentlicher Hand??

Ja der liebe Euro.
Es war so einfach vorherzusagen, dass sich das langfristige Verhalten der “ABwerter” und “Aufwerter” nicht verändern wir, nur weil es ein paar butterweiche Kriterien gibt.
ANfangs gab es natürlich einen Schub durch die wegebn der Risikominimuierung in Schwachwährungsländern möglichen Zinssenkungen, mittelfristig fängt es an zu knirschen, langfristig muss es auseinander fliegen, wenn das System nicht durch substanziellen Finanzausgleich ergänzt wird (was wohl keiner wirklich will, in den Geberländern).

Krönungstheorie vs. Konvergenztheorie, ich erinnere mich an Hankel (dem man nicht in allem zustimmen kann).

UM SO DÄMLICHER, LOHNSENKUNGEN ZU LASTEN DES BINNENKONSUMS ZUGUNSTEN NOCH BESSERER EXPORTCHANCEN ALS SINNVOLLE POLITIK ZU PROPAGIEREN!!!!!

102 13 Dezember 6, 2009 um 17:10

http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5440223/Warum-hohe-Lohnabschluesse-Gift-waeren.html

“Hohe” Lohnabschlüsse sind “Gift”, Bankerboni im Millionenbereich sind systemrelevant.

Was für ein Weihnachtsmann..
http://www.youtube.com/watch?v=yZXCJLeXmQM&feature=related

103 13 Dezember 8, 2009 um 15:52

Professor Wenger mit “Klartext”:

Eine geradezu umfassende Inkompetenz ist seit Jahrzehnten typisch für das gesamte Finanzministerium. Das liegt auch daran, dass das Finanzministerium von Juristen dominiert wird. Wenn man Juristen die Finanzmärkte und deren Besteuerung überlässt, dann ist die Katastrophe programmiert. Das gilt umso mehr, wenn der ökonomische Sachverstand im Ministerium von Leuten wie Steinbrück und Asmussen repräsentiert wird.

aber Inkompetenz und vertrottelte Blindfischminister werden doch gerade gebraucht….(privat kann es besser)….

104 13 Dezember 8, 2009 um 16:03

..und auch folgendes muß man sich genüßlich auf der Zunge zergehen lassen:

Der von Deutsche Bank Prof.eten jahrein, jahraus propagierte, sogenannte “Scherholder Value” beträgt..

In realen DM/Euro ergibt sich über die vergangenen 20 Jahre ein Kursgewinn von gerade mal sechs Prozent am Weltaktienmarkt. Gewonnen hat vor allem eine Heerschar von Bankern und anderen Profiteuren, die nur wenig für die Anleger übrig ließen.

…..so reiht sich SKANDAL an Boni und Boni an SKANDAL in diesem Land….

Für N. Walter und Konsorten müßte “diese Dauersendung” täglich im Fernsehen laufen..

105 13 Dezember 14, 2009 um 18:10

Too pig to fehl war ja auch die deutsche Arroganz-Versicherung. Deshalb sollte die obige Dauersendung auch wegen “diesem Bankrotteursverein” täglich ausgestrahlt werden.

(Wo bleibt da eigentlich der deutsche Verbraucherschutz? Ist er noch mit dem Gammelfleisch beschäftigt?)

106 13 Dezember 14, 2009 um 18:12
107 13 Dezember 15, 2009 um 12:32

href=”http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EDD4396ABC3F245289C6496E92FBC584F~ATpl~Ecommon~Sspezial.html”>”Willkommen in der Hypo-Realität”

Die HGAA haben nach einem rasanten Aufstieg von einer Provinzbank zu einem der Marktführer in Südosteuropa dubiose Geschäfte ins Trudeln gebracht. Nach Zeitungsberichten hat die Bank allein in Kroatien, Serbien und Bosnien mehr als tausend Luxus-Jachten sowie etliche Privat-Jets finanziert. Ein Teil dieser Leasing-Verträge und Objekte ist nicht mehr auffindbar.

(wie will man sonst die Leute da unten für E-Ur-Opa begeistern…?)

In der Hypo hätten “Risiken geschlummert”, die erst das vor einem halben Jahr gestartete Asset-Screening offengelegt habe.

(wenn hier erst mal das große Ass(et)-Screening, angefangen an der Spitze des Staates, losgeht..)

108 13 Dezember 15, 2009 um 12:37

href=”http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EDD4396ABC3F245289C6496E92FBC584F~ATpl~Ecommon~Sspezial.html”>”Willkommen in der Hypo-Realität”

109 13 Dezember 15, 2009 um 12:39
110 topi Dezember 15, 2009 um 13:02

@ 13

Dein ganz persönlicher Faden? ;)

Ist doch schön, die Rettung der Alpe Adria.
Alteigentümer zahlen 1,05 Milliarden, statt etwas zu bekommen und verkaufen das als Erfolg.

OK., unter Haftungsgesichtspunkten noch nicht genug, aber besser als die deutsche Variante.

111 13 Dezember 15, 2009 um 13:36

ja, topi, den hab ich gekapert (der fing so schwach an..)

Hier ist der richtige Platz um zwischendurch mal in die S*t*e*r*n*e zu schauen…

112 keiner Dezember 15, 2009 um 18:27

@13

Dein Allianzverkaufstraining hamse kassiert, die oberste Zensurbehörde in der Pseudodemokratie Bananenrepublik Doofland

113 13 Dezember 15, 2009 um 19:46

keiner, 105 geht nicht, aber unter 106 ist das Protokoll nach wie vor erreichbar.

114 13 Dezember 18, 2009 um 10:56

Damit den Gesellschaften eine weitere kostspielige Bankenrettung erspart bleibt, schlagen wir vor, dass jedes Institut dazu verpflichtet wird, acht Prozent seiner Aktiva mit belastbarem Eigenkapital zu unterlegen, gleich, um welche Art von Forderungen es sich handelt. Diese Regel wäre nicht nur einfach, sondern hätte auch den Vorteil, den unheilvollen Einfluss der Ratingagenturen zu beschneiden.
Aber dadurch würden die Banken doch geradezu ins Risiko gezwungen, um ordentliche Eigenkapitalrenditen erzielen zu können, nicht? Stimmt. Doch deswegen wäre diese Regel noch um folgende Bestimmung zu ergänzen: Fällt die Eigenkapitalquote unter acht Prozent, hat die Bank zwei Quartale Zeit zur Wiederaufstockung, sonst wird sie verstaatlicht und anschließend verwertet. Da kann man drauf wetten, dass die Banken einen Sicherheitspuffer aufbauen würden. Und nicht auszudenken, wie viel Mühe sich die Banken in diesem Regime plötzlich geben würden, um Chancen und Risiken abzuwägen und die vielversprechendsten Projekte zu suchen, sprich: für eine effiziente Kapitalallokation zu sorgen.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:das-kapital-deutsche-bank-vom-spielkasino-zum-versorger/50050936.html

In dem Meer von Nachrichten soll dieser Vorschlag nicht untergehen. Man wird sich wahrscheinlich nach einiger (verlorener?) Zeit wieder an ihn erinnern. Mein Lieblingssatz daraus: Sonst wird (die Bank) verstaatlicht und anschließend verwertet, für die Sahnesoße filetiert sozusagen..

(wer weiß, vielleicht gehen wir in naher oder ferner Zukunft alle doch wieder zu alten vollstaatlichen Bundespostscheckamt und Sparbuch-Zeiten zurück….nennt sich dann aber “Deutsche Bank”…)

115 13 Dezember 18, 2009 um 16:40

If no credits, please insert new coins!

Ein weiterer kluger, souveräner Kopf hat sich zum “Scherholder Value” seine Gedanken gemacht und mal 1 + 1 zusammengezählt (wann kommt das vor der Tages-Show?) :

http://iloapp.bankhaus-rott.de/blog/blog?Home&post=61

Schreiben Sie die Aktienanlage nicht ab, bei faulen Krediten macht das ja auch niemand.

Interessanterweise kommen ……. die Manager oder Gesamtverantwortlichen der Vehikel zu dem Schluss, dass die langfristige Daueranlage in diese Produkte trotz allem eine gute Sache sei.

Im Bildungswesen und vielen anderen Bereichen kann mans täglich nachlesen, überall wird ständig evalutsch-iert, control-liert, inspektiert und streng geprüft, aber im Finanzbereich (wer kontrolliert die Kontrolleure? ich machs mir selbst, Bankrotteure!?) ist das nicht nötig, oder?

Nee, die hungerleidenden, ausgemagerten Partybonibanker sollen sich nach dem Willen ihrer Komplizen in der Politik (und vor allem Ex-Politik) unter dem Mantel der Verschwiegenheit erst mal wieder ordentlich “Fett” (vom zukünftig geborenen Steuerzahler) anfressen können für die nächste Waxtumsbeschleunigungs-Orgie.
Für was bekommt der verantwortliche Bayern-LB Vorsitzende noch eine Millionenabfindung? Wer eva-lutschiert solche Verträge? Das Schweigen im Walde und control-liertes Wegsehen?

Aber ruhig, Brauner, Krähdiet haißt Pferdrauhen.

116 13 Januar 20, 2010 um 15:26

Verstärkt wird die Krise drittens durch die Gemeinschaftswährung der Europäer, den Euro. Auch wenn ihn die Politik unermüdlich als „sicheren Hafen“ anpreist, lässt sich nicht mehr verschleiern, dass ihn zwölf von sechzehn Mitgliedern der Währungsfamilie als Mittel innenpolitischer Finanzierungsexzesse gröblich (und vorsätzlich) missbraucht und diskreditiert haben. Statt die vertraglich festgeschriebene „Konvergenz“ in der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Mitgliedsstaaten herbeizuführen, war er der Blankoscheck, der ihr Auseinanderdriften ermöglichte. Eine Dreiviertelmehrheit der Euro-Staaten leistete sich jahrzehntelang, gestützt auf die dem Euro als „zweiter DM“ zugeschriebene Stabilitätsvermutung, Leistungsbilanzdefizite, die in Relation zu ihrer Wirtschaftskraft sogar die der Vereinigten Staaten übertreffen.

Spitzenreiter in diesem für Europa selbstmörderischen Rennen sind Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien, gefolgt von Frankreich. Die Europäische Zentralbank (EZB) war nicht in der Lage, sie daran zu hindern. Doch die von außen einbrechende Globalkrise erzwingt nun den Offenbarungseid: Wegen überdimensionierter Auslandsverschuldung stehen alle defizitären Euroländer vor oder bereits mitten im Bankrott von Banken und Staat und können nur noch auf eines hoffen: ihre Auslösung durch Gemeinschaftsaktionen.

der Vollständigkeit halber auch hier der Hinweis auf Hankels “Zukunft des Kapitalismus”

Die Zukunft wird zeigen, wer oder was too pig to fehl sein wird….ich ha-ha-harre schon ganz entspannt auf diese sogenannten Gemein-schafts-Aktionen..

117 13 Januar 20, 2010 um 15:51

und das Kapital beschäftigt sich heute schon mal mit dem parallel verlaufenden geistigen Bankrott:

..wie Gewinnsucht, Produktivitätsrausch und Konsumwahn die Lebensqualität in den westlichen Gesellschaften seit rund 20 Jahren zusehends zerstören.

Was wir wohl eigentlich bräuchten, wäre eine ökonomische Theorie des Schrumpfens. Unter anderem müsste sie vermutlich daran ansetzen, dass wir in der Schule nicht mehr nur den Nachwuchs der Produzenten und Konsumenten großziehen, sondern Menschen das Menschsein lehren.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-die-rendite-der-entmenschlichung/50062869.html

Ein guter Beginn für “Menschen das Menschsein lehren”, wäre all diesen sich in der Vergangenheit gebildeten, selbstherrlich-aufgeblasenen Politikern, Bankern, Unternehmern, Energie-, Medien-CEOs, Re-gier-lappen auf Schritt und Tritt den Stecker rauszuziehen und auf ihr jämmerliches Abziehbild einzuschrumpfen..

118 13 Januar 21, 2010 um 12:07

HYPO REALITÄT

E STATE

will nur 210 Mülliarden in eine Badbank übertragen..

http://www.youtube.com/watch?v=gh5vZYH_F-s&feature=related

119 13 Januar 21, 2010 um 12:40

Wann kommt die Bad Re-gier-ung?

(oder ist die schon längst vorhanden? Es ist alles nur eine Frage der Bylanz, nicht wahr?)

120 13 Januar 21, 2010 um 17:44


Den Bank-Oligarchen ist es weitestgehend gelungen, die Bedingungen für ihre eigene Rettung zu diktieren. Nicht genug, dass bis heute keiner der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden sei – die Hauptverursacher der Krise seien vielmehr schon wieder die Gewinner.

Auch wenn es Schumann schwer über die Lippen kommt, so findet er für den Ablauf der Krisengeschichte nur eine Erklärung: Die Fehlentwicklungen in der globalen Finanzwelt habe einer kleinen Clique aus den Führungsetagen von rund 15 Finanzkonzernen eine Macht in die Hände gespielt, die sich jeder demokratischen Kontrolle entziehe.

Symbolische Politik statt konkreter Maßnahmen – “wirres Zeug” statt verbindlicher Vorschriften.

“Der Zug fährt mit Höchstgeschwindigkeit und wir haben keine Bremsen”, umschreibt er das Fehlen von Gesetzen. “Gleichzeitig stopfen sich die Verursacher der Krise vor unser aller Augen die Taschen voll.”

Wie ist das möglich? Seit 30 Jahren haben Politiker fast aller Parteien sich den Glaubenssätzen von den selbstregulierenden Märkten und dem dazugehörigen schwachen Staat unterworfen, so der Referent. Dieses Weltbild sei tief im Bewusstsein der Eliten verankert. Gleichzeitig wurden die staatlichen Apparate geschwächt. Das Prinzip nach 30 Jahren ideologischer Gehirnwäsche: “Was gut ist für die Deutsche Bank, ist gut für Deutschland.”

Die personelle Verflechtung zwischen Politik und Finanzindustrie sei Ausdruck dieser Verwerfung.

Der Professor und Ex-Chefökonom des IWF nannte die Methode, mit der die internationalen Großbanken die Rettungsprogramme der Regierungen und die neue Gesetzgebung zu ihren Gunsten manipuliert haben, einen “stillen Staatsstreich.”

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Harald-Schumann-Finanzkrise-Urania;art130,3007974,1#__

121 snozin Januar 21, 2010 um 20:13

Auf jeden Fall ist es dankenswert, wenn hier jemand versucht, die Einträge auf der Basis der Aktualitäten weiter lesbar zu halten.

122 13 Januar 23, 2010 um 13:27

Das fängt schon bei der Sprache an. Es ist wie bei der Alchemie. Alchemisten haben eine eigene Sprache kreiert, um eine Kunst des Goldmachens vorzutäuschen, die es nicht gibt. So ähnlich war es bei den Bankern.

Kirchhoff: Das Bankgewerbe war ursprünglich fahrendes Volk, das Geld verlieh. Da erfand jemand den grauen Anzug, das weiße Hemd und die Krawatte. Aus Planwagen wurden Hochhäuser. Alles Versuche, einem Gewerbe einen seriösen Anstrich zu geben, das per se nicht ganz seriös ist und in dem nichts produziert wird außer Gewinn. Die Dialektik: Irgendwann konnten die Banker per Knopfdruck Milliarden um die Welt schicken, und dann war die Seriosität wieder unwichtig – sie konnten die Krawatte ablegen, Pizza aus der Hand essen und im Büro schlafen.

SZ: Ein seriöser Anstrich war unnötig, weil die Macht so groß war.

Kirchhoff: Die verdienen mit wenigen Handlungen so viel Geld wie viele Menschen im Leben nicht. So lösen sie sich von einem Großteil der Menschheit ab. So jemand glaubt, dass er sich die Menschen unterwerfen kann.

Dieses Aufgeblasene, das die Banker ja auch durchschauen, denn es sind durchweg intelligente Leute, aber es ist eine Intelligenz ohne Wurzeln, ohne lebensgeschichtliche Substanz. Ich kann verstehen, dass man der Neigung zu mehr Schein als Sein erliegen kann. Gleichzeitig verachte ich diesen faulen Zauber, weil ich selbst so viel Anstrengung darauf verwende in meinen Büchern, etwas Wahrhaftiges zu erzählen.

Das Schicksal meiner Eltern hieß Krieg, unseres heißt Banalität.

Bücher spielen dann wieder eine größere Rolle. Literatur ist das Gegenteil von Quickies. Sie schafft und dehnt Zeiträume. Dafür lohnt es sich, jahrelang in einer Kammer zu schreiben, obwohl kein Mensch auf das Ergebnis wartet.

http://www.sueddeutsche.de/finanzen/699/500961/text/

123 13 Februar 10, 2010 um 18:18

Wenn der Atem stockt..

Doch nicht nur deswegen mutet die Flucht der Anleger in den sicheren Hafen des Dollar putzig an. Zumal dann, wenn als Grund der Schlamassel in Griechenland genannt wird, das nicht mal für drei Prozent des BIPs im Euro-Raum steht. Griechenland ist überschuldet, lebt über seine Verhältnisse, hat seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt und fälscht seine Statistiken, heißt es. Dasselbe könnte man als exakte Beschreibung der USA anführen, mit dem Unterschied, dass in Amerika anders als in Griechenland auch der Privatsektor übel in der Kreide steht. Dass nicht nur Washington das Wasser bis zum Hals steht, sondern auch einigen Bundesstaaten wie Kalifornien, sei nur als Randnotiz erwähnt.

Wenn ein Land sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als seine Zentralbank staatliche und private “Wert”papiere von fast 2000 Mrd. $ aufkaufen zu lassen, dann ist im Grunde alles über seine Finanzlage gesagt. Aber es ist noch schlimmer, als man denkt: Trotz eines Etatdefizits von einem guten Zehntel des BIPs liegt die reale inländische Endnachfrage in Amerika um 11,4 Prozent unter ihrem exponentiellen Trend seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Erfassung 1947. Und trotz der schwachen Nachfrage beläuft sich die gesamtwirtschaftliche Nettoersparnis auf minus 2,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens (Durchschnitt: 7,2 Prozent). Aus eigener Kraft könnte Amerika mithin nicht mal mehr seinen Kapitalstock erhalten. Dabei hätte es allen Grund, in seine Wettbewerbsfähigkeit zu investieren, wobei der Faktor Arbeit wohl noch wichtiger wäre als der Faktor Kapital. Denn wenn ein Land in dieser Lage immer noch ein Außenhandelsdefizit von drei Prozent des BIPs aufweist, stockt einem der Atem.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-immer-dollar/50071560.html

Wann bringt weissgarnix eigentlich “Die große USA-Lüge”?

124 13 Februar 15, 2010 um 20:13

Was haben wir seit der Lehman-Pleite im September 2008 eigentlich gemacht?

Das Gesetz, das die Verstaatlichung der Hypo Real Estate ermöglicht hat, ist bereits wieder ausgelaufen. Das erste Bankenrettungspaket wurde fast komplett von der Commerzbank in Anspruch genommen. Das Bad Bank Gesetz hat seine Wirkung verfehlt – lediglich die WestLB und die HRE nutzen dieses Instrument. Noch immer gibt es in Deutschland keine juristische Möglichkeit, um im Notfall eine Bank geordnet abwickeln zu können.

Und weiterhin gibt es keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele toxische Wertpapiere weiterhin in den Bilanzen der deutschen Banken lauern: Laut internationalen Schätzungen dürften deutsche Banken, allen voran Landesbanken, nach den US-Instituten den zweithöchsten Anteil solcher Giftpapiere eingesammelt haben. Dass wir trotzdem noch immer kein belastbares Bankenrettungssystem aufgebaut haben, ist ein Armutszeugnis.

mm: Seit der Lehman-Pleite sind 16 Monate vergangen, die Weltwirtschaft ist wieder auf Erholungskurs. Lässt sich eine strengere Regulierung jetzt noch durchsetzen?

Enderlein: Strengere Regeln und eine bessere Kontrolle der Risiken sind ohne Alternative, denn eine weitere Krise dieses Ausmaßes würde das System nicht überleben. Wir können sie uns schlicht nicht mehr leisten. Mit der Kontrolle der Finanzmärkte ist es wie beim Doping im Sport: Politiker haben die Aufgabe, das Spielfeld abzugrenzen und Banker vor Exzessen und Dummheiten zu schützen. Die Kontrolleure hinken den Akteuren immer einen Schritt hinterher, weil diese stets neue Wege suchen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Ein Grund mehr, dass die Kontrolleure nicht stehen bleiben.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,675778,00.html

125 13 Februar 15, 2010 um 20:15

siehe auch

Bankenregulierung? Fehlanzeige!

Die Zyniker haben sich als Realisten erwiesen. Sie haben gewusst, dass das politische Establishment immer und überall aufs Engste mit den führenden Figuren des Finanzsektors – früher hätte man Hochfinanz gesagt – liiert ist. Sie brauchen im Einzelnen gar nicht darauf zu verweisen, dass und wie die Investmentbank Goldman Sachs in allen oberen Etagen des US-Herrschaftsapparats bestens vernetzt ist, und wie in Deutschland die führende Geschäftsbank (die Deutsche) und die führende Versicherung (die Allianz) seit Beginn der Bundesrepublik (und natürlich auch schon davor) sehr großen Einfluss auf Gesetzgebung und Exekutive haben.

126 13 Februar 23, 2010 um 10:50

heute mal ein Beitrag über Engelland:

Zahlten Deutsche in den 60ern noch über 11 DM und Anfang der 70er-Jahre fast 9 DM für das Pfund, sind es jetzt umgerechnet noch etwas mehr als 2,2 DM.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-die-briten-muessen-es-ja-wissen/50078690.html

Deutschland ist eben seit langer Zeit nicht mehr wettbewerbsfähig.
Es ist kein Geld mehr da.
Deutschland ist alt, satt und behäbig geworden.
Die Deutschen sind selbst in der Krise nicht gezwungen gewesen, radikal umzudenken

Aber deutsche land ist ja too big to fail. Wenn es mal ganz abgewirtschaftet hat (was, glaubt man den Gazetten, schon morgen, spätestens übermorgen der Fall sein wird), werden andere Länder es schon retten, gell)

hahaha

127 13 Februar 27, 2010 um 12:27

… daß die englische Premierministerin Margret Thatcher sowie die Präsidenten von Frankreich und Italien, Mitterand und Andreotti, nach der Wiedervereinigung einen Brief an Helmut Kohl geschrieben haben, in dem es sinngemäß heißt, Deutschland werde nach der Wiedervereinigung zu einem zu mächtigen Gebilde innerhalb der Europäischen Union und müsse deshalb auf seine Währungsdominanz verzichten.

http://www.bds-nrw.de/im_gespraech_mit/pdf/hankel.pdf

128 13 Februar 28, 2010 um 13:23

Das war schlechte Kommunikation

Einigen in der Bankenbranche fehlt es derzeit offenbar an der gebotenen Demut.

Die Banker in Deutschland sollten lieber darum kämpfen, wieder als nützlicher Teil dieser Gesellschaft anerkannt zu werden.

Die Krise hat unser gesamtes Geschäftsmodell in Frage gestellt. Wir haben zu lange die Interessen der Aktionäre in den Mittelpunkt gestellt und darüber unsere gesellschaftliche Verantwortung vernachlässigt. Viele Menschen verstehen die Ursachen der Krise nicht, aber sie spüren, dass hier etwas aus der Balance geraten ist, und dieses Gefühl ist richtig.

Die Banken dürfen sich nicht aussuchen dürfen, welche Regeln für sie gelten. Deshalb brauchen wir eine Koordinierung der Reformen.

Die USA sind die Hauptverantwortlichen

hahaha, wirklich interessant, was Herr “Scherholder Value” Wendehals >> neuer Kurs 180 Grad << Breuer heute im Februar 2010 per Journaille verlautbaren läßt, was interessiert ihn auch sein medienwirksames Geschwätz als Deutsche Bank Vorstandssprecher von gestern, er hat genug abgesahnt und macht neuerdings wieder auf Kultur..

129 13 März 1, 2010 um 12:22

und hier hat einer doch wohl bei mir (siehe 88) abgeschrieben..

Heißt das, dass auch Deutschland mit seinem Überschuss an dem Defizit Griechenlands Schuld ist, über das zurzeit so viel geredet wird?

Mir gefällt das Bild, dass die einen Länder eine Party feiern, und die anderen Länder den Caterer, den Koch und Kellner geben. Der Caterer hat ein Problem, wenn der Partygast pleite ist.

Deutschland ist der Kellner und Griechenland der Partygast?

So ist es.

Das heißt, die Deutschen leben unter ihren Verhältnissen, weil sie zu wenige Partys feiern?

(lacht)

Werdet unproduktiver!

Ich kann zu Herrn Deutsche Bank Chefvolkswirt Mayer weiter nichts sagen, aber meinen Respekt hätte er gehabt, wenn er den Deutschen vor fünf Jahren “Deutschland ist zu wettbewerbsfähig, werdet unproduktiver!” gesagt hätte……heute klingt das alles so wohlfeil.

130 13 März 8, 2010 um 22:05

Nachschlag zu #120:


Die Basis dieser Macht ist die schiere Größe. Geldkonzerne, die Finanzanlagen von bis zu zweitausend Milliarden Dollar verwalten, kann keine Regierung jemals pleitegehen lassen, weil dies das Zahlungssystem zerstören und unermesslichen Schaden anrichten würde. Diese implizite Staatsgarantie verschafft ihnen nicht nur unbegrenzt billigen Kredit und damit eine grobe Verzerrung des Wettbewerbs. Zugleich macht sie Regierungen im Krisenfall erpressbar und schon die Drohung mit einer möglichen Verknappung der Kredite reicht aus, um jede Regierung gefügig zu machen. Der einzige Ausweg aus dem „Too-big- to-fail“-Problem, so folgert Johnson, sei die radikale Verkleinerung der Finanzkonglomerate auf Bilanzsummen von maximal 100 Milliarden Dollar, entsprechend etwa einem Zehntel der heutigen Größe der Deutschen Bank.

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Finanzkrise-Angela-Merkel;art141,3049950

131 Wat. März 8, 2010 um 22:17

Die Widersprüchlichkeit seiner Schlußfolgerung für den ‘einzigen Ausweg aus dem Too-big-to-fail-Problem’ zu seiner vorherigen eigenen ‘Erkenntnis’ der Erpreßbarkeit der Regierungen scheint allerdings die Kombinationsgabe eines Johnson völlig zu überfordern…

132 13 März 8, 2010 um 22:47

Wat., widersprüchlich, hm? Ich sehe auch nur den Ausweg, daß die Finanzkonglomerate mit ihren Monopolstellungen gnadenlos verkleinert werden müssen. Also bitte von Deiner Seite etwas weniger verklausuliert, ja, es ist schon spät..

133 Wat. März 8, 2010 um 23:45

Ok, @ 13

Die Regierung, die von den Banken erpreßbar ist, soll die gleiche Regierung sein, die andererseits genau diese Banken auf ein handliches Maß zerstückelt?

Wie geht das denn?
Durch eine andere Regierung – nee, die ist genauso erpreßbar.

Da muß dann mancheiner wohl wieder seine Illusion von ‘Vater Staat’ begraben.

Mistgabeln wäre ‘ne Idee – aber wo gibt es die in großer Anzahl in einem noch industrialisierten Deutschland… ;-)

134 13 März 9, 2010 um 10:16

ach so, die Regierungen. Geht doch e nur “global”, aber wer fängt an? Immerhin haben sie die Banken schon mal zaghaft kritisiert. Vor drei Jahren war das doch noch gänzlich undenkbar. Und ja, es wird spannend werden, wer dann die Kastanien aus dem Feuer holt..

135 13 März 9, 2010 um 10:24

letzlich kann man an dem ganzen nationalen Championsleague/Globalisierungsprozeß sehen, daß pig gerade eben nicht beautiful ist..

Im Gegenteil:
KLEIN ist FEIN
(qualität im netz)

136 Wat. März 9, 2010 um 17:05

@ 13 # 134

Denke ich auch, daß es nur ‘global’ gehen würde – aber über Regierungen gilt dasselbe wie über Regierung.
Welche der erpreßbaren ‘R’ sollte beginnen… es wird keine, es sei denn, sie würde damit ihre (nationalen) Banken dabei eher stärken wollen.
Also meinetwegen so, daß zwar die ‘definierte’ Größe vergleichbar ist, dafür aber andere Strukturen zerschlagen, daß also ‘ihre’ wieder den ‘Hut aufhaben’.

Ist eben so mit ‘Staat’ – der ist nämlich immer noch und schon immer genau dazu da.
Sonst hätte ‘Kapital’ längst jegliche derartige Form ‘abgeschafft’…

Aber was red’ ich, wer bis jetzt nicht zu dieser Erkenntnis gelangt ist, wird es wohl auch nicht mehr… vielleicht muß ich mich ja mal korrigieren, sollte ich also auch nicht ganz ausschließen (sehe dazu aber derweil noch keinen Anlaß)

137 13 März 10, 2010 um 09:56

“Unser Staat” wird in der Form, wie er sich zur Zeit mit seinen bekannten RepräsenTANTEn darstellt (“Regieren aus der Fußballoge” mit all seinen platten Weisheiten) kaum in die (Goldman Sachs/Deutsche Bank-)Hand beißen, die sie jahrzehntelang gefüttert hat.

Aber an diesem nebligen Tag liefert das ‘Kapital’ wieder echte Wertarbeit, zeigt mit einer glasklaren, präzisen Beschreibung nochmal, was die letzten zehn Jahre (und abgeschwächt auch schon davor) in Deutschland gelaufen ist (und bitte auch in Zukunft, ja?):

Es soll wieder alles so werden wie vor der Krise, als die Firmen die aus den günstigen Umständen – kreditgetriebener Überkonsum, Lohnzurückhaltung, Steuerwettbewerb – resultierenden Riesengewinne nicht etwa für Sachanlageinvestitionen verwendet haben, sondern vor allem für Ausschüttungen an die Vermögenden sowie für Akquisitionen, mit denen das gemeine Volk gleich zweifach ausgequetscht werden konnte: zum einen über die bei Firmenzusammenschlüssen üblichen Kosteneinsparungen, die Hunderttausende Stellenstreichungen zur Folge hatten. Zum anderen über die Erlangung zusätzlicher Marktmacht, um höhere Verkaufspreise und damit größere Gewinne durchsetzen zu können, also mehr ausschütten zu können – ob an die Eigentümer oder an die obersten Angestellten.

Schlimmer jedoch scheinen die gesellschaftlichen Konsequenzen des ausgearteten marktwirtschaftlichen Systems, die längst für jedermann sichtbar sind: Während sich die ganz Armen und die ganz Reichen innerlich bereits von der Gesellschaft verabschiedet haben, macht sich in der – nicht zuletzt durch Massenarbeitslosigkeit ausgedünnten – Mittelschicht eine zunehmende Orientierungslosigkeit breit.

ad absurdum eben..

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-nichts-dazugelernt/50086276.html

138 13 März 12, 2010 um 11:41

AG-enda Orient..ierungs..los..igkeit und hier schrieb einer schon 2003 wie es zu dieser GROSSEN KONFUSION kam, nein, kommen mußte:

Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, wenn sich die Volkswirte in Deutschland nicht zu einer Gemeinde zusammengeschlossen hätten, die dieses laienhafte, betriebswirtschaftliche Verständnis von Wirtschaft jeden Tag bestätigte. Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatten sich die deutschen Ökonomen, ohne jeden äußeren Zwang, dazu entschlossen, das gesamtwirtschaftliche Denken über Bord zu werfen. Nach 40 Jahren Makroökonomie war Mikroökonomie angesagt und wurde, gründlich wie man in Deutschland ist, nicht als Ergänzung, sondern gleich als Ersatz für die ungeliebte Makroökonomie betrachtet.

Was man aus der Krise der ersten Dekade dieses Jahrhunderts für die Zukunft zu lernen hat, ist einfach: Nie mehr darf das einzelwirtschaftliche Denken die Lösung gesamtwirtschaftlicher Probleme dominieren. Das ist leicht gesagt und schwer getan. Das
hatten sich die Ökonomen schon nach 1929/1930 geschworen und es wurde dennoch vergessen.

scheint ein innerer Zwang zu sein..

139 13 März 12, 2010 um 11:45

..immer wieder dieser lafontainesche Beelzebub Flassbeck:

Es ist unglaublich, dass ausgerechnet die, die die Krise ausgelöst haben – Spekulanten, Banken, Rating-Agenturen – jetzt als Sachverständige für die Bonität einzelner Länder akzeptiert werden. Wir haben nichts verstanden!

http://www.focus.de/finanzen/news/kreditausfallversicherungen-oekonom-fordert-jagd-auf-zocker_aid_488301.html

140 13 März 15, 2010 um 10:51

Nehmen wir die Vorwürfe aus Großbritannien in Richtung Japan und besonders gegen China und Deutschland. In einem Anflug wettbewerbspolitischer Selbstkasteiung hätten diese Länder die angelsächsischen oder die Mittelmeernationen mit Gütern samt ihrer Finanzierung überflutet, heißt es, und zur Strafe müssten die Missetäter nun ihre Nachfrage erhöhen, um den Musterknaben Exportwachstum zu bescheren.

Aber was sollen wir denn aus Großbritannien kaufen?
Industriegüter? Käse, Schinken und Wein? Oder vielleicht die Dienste von Hegde-Fonds, damit die dann Daimler unter Druck setzen, das Lkw-Geschäft zu verhökern? Aktienanalysten, die BMW vorschreiben, endlich an Forschung und Investitionen zu sparen? Private-Equity-Leute, die hiesige Traditionsfirmen auslutschen? Fusionsberater, die den Konzernen überflüssige Übernahmen in Amerika aufschwatzen? Devisenhändler, die den Euro attackieren? Rohstoffexperten, die Öl bei 150 $ je Fass zu kaufen raten? Oder doch eher Kreditderivatespezialisten, die auf die Pleite Griechenlands wetten?

Tja, guter Rat ist bekanntlich teuer..

Das Kapital kann man eigentlich fast immer zitieren, das war heute aus Exportschlager Kreditblase

141 13 März 26, 2010 um 11:07

Hallo, welcher Wein ist denn in den Wermuth geflossen?

Es fällt übrigens auch den meisten Ökonomen nicht auf, wie der Markt im Finanzsektor immer wieder auf’s Neue ausgehebelt wird. Ihnen ist vielfach nicht klar, dass der Bankenmarkt eine viel größere Bedeutung für unseren Wohlstand hat als die übrigen Märkte für Güter und Dienstleistungen, und dass ihm mit einfachen Modellen nicht beizukommen ist.

http://www.serienoldies.de/images4/model_schnueffler_main.jpg

142 13 März 26, 2010 um 11:14

sorry, link, war falsch, jetzt aber…http://blog.zeit.de/herdentrieb/2010/03/24/goldman-sachs-die-bubble-machine_1591

143 13 März 26, 2010 um 11:23

da steht auch alles drin:

Schmeißt Deutschland aus der Eurozone!

Die Reallöhne deutscher Arbeitnehmer dümpeln seit 1995 auf einer Nulllinie, während der Niedriglohnsektor förmlich explodiert und Millionen Deutsche in die Armut abgleiten. Sieht so das erfolgreichste Land Europas aus? Kann Europa am deutschen Wesen genesen?

Wir selbst können es nicht, also

Liebe Nachbarn, wir zählen auf Euch!

144 aloa5 März 26, 2010 um 11:38

Da steht nur mäßig werthaltiges drin.

Hier steht etwas drin:
http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/6-18032010-AP/EN/6-18032010-AP-EN.PDF

Die Außenhandelsbilanz Frankreichs der EU27 liegt bei einem Defizit von -54,5 Mrd Euro, Spanien -49,5Mrd, Griechenland -28,5Mrd, Portugal -19Mrd.

Das sind die Werte welche 2009 von außerhalb der EU27 in diese Länder geflossen sind.

Die Frage wäre damit: wie würden diese Werte aussehen wenn Deutschland teurer produzieren würde? Man kann wohl ausschließen das sich für jedes Produkt welches Deutschland nicht verkauft ein anderer EU-Lieferant findet der den nächstbesten Preis anzubieten hat.

Bliebe höchstens der Weg den Import anzukurbeln. Das geht jedoch nicht über eine Verteuerung des Exportes sondern nur über das anheizen des Konsumes.

Und dazu noch diese Ausführungen von mir:
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2237/liebe-nachbarn-wir-zahlen-auf-euch#comment-64197

Damit wäre dem Artikel die Grundlage entzogen.

ALOA

145 13 März 26, 2010 um 11:46

Geradezu tragisch ist, dass nun voraussichtlich die deutschen Arbeitnehmer doppelt bezahlen müssen, zuerst durch Lohnverzichte und vermutlich bald mit ihren Steuergeldern für die Hilfen für Griechenland und voraussichtlich auch noch weitere Länder, die Finanzhilfen brauchen werden.

schreibt Wolfgang Lieb von den Nachdenkseiten

Das ist nicht tragisch. Das ist logisch.

Also Aloa, wen interessieren schon die Defizite der Anderen? Der “gute Onkel” deutscher Arbeit-Nehmer hat in der Vergangenheit gearbeitet und gezahlt und für den nötigen Ausgleich gesorgt und wird es auch in Zukunft tun. Darauf mein Basta!

146 13 März 26, 2010 um 11:50

Die Künstler in früheren Zeiten waren gar nicht so dumm..
http://www.don-mcduck.de/bilder/charaktere/knack_kaeptn02.jpg

147 aloa5 März 26, 2010 um 12:10

Das ist nicht tragisch. Das ist logisch.
… Darauf mein Basta!

Ein logischer Zusammenhang lässt sich nicht mit einem “Basta” herstellen.

Und ja: wir zahlen demnächst für die Griechen und Franzosen. Wir machen das weil diese dort über ihre Verhältnisse leben und mehr aus dem nicht-europäischen Ausland importieren als exportieren. Um sich den Level an Löhnen leisten zu können den sie sich leisten müssten die PIGS+F hingehen und ihre Währung verbilligen…. und zwar nicht in erster Linie gegenüber uns sondern gegenüber dem Euro-Ausland.

Liebig schreibt:
Wettbewerbsvorteile verschafft und dadurch den anderen EU-Staaten Marktanteile abgegraben. So konnte sie auf Kosten der Arbeitnehmer unsere europäischen Nachbarn Niederkonkurrieren.

Es sind Handelsbilanz-Defizite gegenüber Drittländern vorhanden? Das sind in Summa (F,Sp,Gr,Port) -150Mrd Außenhandels-Defizit (und dabei sind das EU-27-Defizite, nicht einmal EU16 Defizite).

WENN, dann müssten Deutsche Arbeitnehmer mehr konsumieren dürfen – und nicht etwa müssten die Exporte zwingend verteuert werden. Wenn, dann müssten die Einnahmen daraus besser verteilt sein und nicht etwa gespart werden.

Und da darf Herr Liebig nicht mit “ökonomischen Laien” ankommen. Wer mit Steinen nach anderen wirft muss zumindest damit rechnen das andere zurückwerfen.

ALOA

148 aloa5 März 26, 2010 um 13:24

Nur um das noch einmal in Konsequenz zu erklären:

machen wir das was Frankreich und ein Herr Lieb gerne hätten, dann erhöhen wir die Löhne und geben den Exportsektor teilweise an das Ausland auch außerhalb der EU ab.

- Wir verkaufen weniger,
- importieren mehr,
- das Aussenhandelssaldo von D wäre dann ausgeglichener
und
- das Aussenhandelssaldo der EU16 Euro-Staaten wäre im Defizit-Bereich

Als Folge dessen müssten wir früher oder später den Euro stärker inflationieren um damit quasi unser aller Lohnniveau zu senken. Koppelt jemand wie China den Yuan an unsere Währung müssen wir wie die USA erklären das die ja so böse und an allem Schuld sind…. nicht etwa wir selbst weil wir es intern nicht auf die Reihe bekommen die Gelder mit etwas mehr Hirn zu verteilen und Produktion ohne Lohn-Preisspirale und folgender Inflation vorzunehmen.

149 Wat. März 26, 2010 um 17:21

@aloa5 –> @13

Der “gute Onkel” [deutscher] Arbeit-Nehmer hat in der Vergangenheit gearbeitet und gezahlt und für den nötigen Ausgleich gesorgt und wird es auch in Zukunft tun. Darauf mein Basta!

Es ist mit und ohne “Basta” so was von logisch, noch logischer geht gar nicht!

Ja, ich weiß, wer es für völlig ‘richtig’ und ‘unabänderlich’ hält, daß die eine Klasse dauerhaft auf Kosten einer anderen ‘lebt’, für den wird es allerdings genauso wenig logisch sein…

Insofern leb(t)en die über ‘unsere’ Verhältnisse, die als Firmen(-inhaber) am Export (aber auch am Import – also der gesamten wirtschaftlichen Tätigkeit) ‘profitieren’.

Und es macht keinen wirklichen Unterschied, ob ich mit kleinen oder großen Brosamen ‘in Frieden gehalten’ werde.
(Deshalb hab’ ich oben im ‘Blockquote’ die Deutschen durch Klammern ausge-textet)

Du kannst natürlich weiterhin anderes behaupten, auch mit Zahlen aus zwei ‘Bilanzen’ zurechtwurschteln, um Dein ‘Weltbild’ vor dem Einsturz zu schützen – richtiger wird es deshalb nicht!

150 aloa5 März 26, 2010 um 17:42

@Wat

Du hast entweder nicht gelesen oder nicht verstanden was ich geschrieben habe.

Siehe hier:
WENN, dann müssten Deutsche Arbeitnehmer mehr konsumieren dürfen – und nicht etwa müssten die Exporte zwingend verteuert werden. Wenn, dann müssten die Einnahmen daraus besser verteilt sein und nicht etwa gespart werden.

Ich habe nicht widersprochen das Deutsche Arbeiter und auch (vor allem) Arbeitslose mehr konsumieren dürfen.
Das nehmt Ihr vor lauter linken pawlowschen Reflexen nur schon gar nicht mehr zur Kenntnis.

Grüße
ALOA

151 Wat. März 26, 2010 um 17:47

@ aloa5 # 150

Wegen des ‘Pawlowschen Reflexes’ bitte ich Dich, lies noch einmal meine Reaktion – vielleicht kannst Du meinen Text ja dann auch inhaltlich zur Kenntnis nehmen ;-)

152 13 März 26, 2010 um 18:05

Jetzt zum Wochenende kann ichs ja mal sagen:

Was haben wir nur für eine… heiße Kanz-löse!

Deshalb hier noch ihre Videobotschaft für das deutsche Volk
http://www.youtube.com/watch?v=A1KKIL03BR4

153 13 März 29, 2010 um 13:53

heute ein Blick über den Gartenzaun zum Nachbarn Frankreich:

Sinnvollere volkswirtschaftliche Ziele sind zum Beispiel hohe Wachstumsraten der Produktivität, des Bruttoinlandsprodukts oder besser noch steigende Einkommen für die Normalbürger. Doch in all ­diesen Disziplinen schneidet Frankreich – anders als Dobrindt und andere glauben – wesentlich besser ab als Deutschland, sei es beim BIP-Wachstum, der Arbeitsproduktivität, bei der Zahl der geschaffenen oder, im Falle Deutschlands, vernichteten Stellen. Extrem wird der Rückstand der Bundesrepublik etwa, wenn man die einheimische Verwendung (öffentlicher und privater Konsum und Investitionen) betrachtet. Hier lautet das Ergebnis der Nullerjahre: 15,4 Prozent für Frankreich, 1,7 Prozent für Deutschland. Diese Zahlen sagen aus, um wie viel die beiden Länder aus Juwelen eigener Nachfragekraft gewachsen sind. Genau genommen müsste man davon eigentlich noch die durch den Exportüberschuss ausgelösten Netto-Investitionen abziehen. Dann läge Deutschlands Wirtschaftswachstum vermutlich unter Null.

Noch schlechter sieht seine Wirtschaftsleistung aus, wenn man sie an deren Einkommen des Durchschnittshaushaltes misst. In Frankreich haben diese in den vergangenen zehn Jahren (bis 2007) um immerhin 14,5 Prozent zugenommen. In Deutschland sind sie zwischen 2000 und 2007 um sieben Prozent gesunken. Die ­untere Hälfte der Bevölkerung hat sogar deutlich mehr als zehn Prozent seiner Markteinkommen verloren, während beim Nach­barn die Einkommen über alle Bevöl­ke­rungsschichten hinweg kontinuierlich und in etwa gleich schnell gestiegen sind.

http://www.freitag.de/politik/1012-lost-in-translation-volkswirtschaft-betriebswirtschaft-deutschland-merkel

154 13 März 29, 2010 um 13:55

aber macht Euch nichts vor, denn

Das Wort Krise kommt aus dem Griechischen: „Krinein“ heißt scheiden, unterscheiden, entscheiden. Es bezeichnet einen Zustand, in dem klare, stabile Strukturen nicht existieren. Was zuvor als verlässlich und erwartbar vorausgesetzt werden konnte, gilt auf einmal nicht mehr. Regeln sind außer Kraft gesetzt.

155 13 März 30, 2010 um 22:02
156 13 März 30, 2010 um 22:18

In der Karwoche darf die Erwähnung der Wiederauferstehung
der märchenhaften Finanzgewinne in den USA natürlich nicht fehlen:

Saisonbereinigt und auf das Jahr hochgerechnet generierten die Finanzjongleure 414,1 Mrd. Dollar in Q4 2009 und liegen damit nur noch -7,46% unter dem Allzeithoch aus Q2 2006 mit 447,5 Mrd. Dollar!

Die fulminante Erholung der Gewinne im Finanzsektor belegt, dass die Maßnahmen des Staates und der Notenbank zur Lösung der Wirtschafts- und Finanzkrise, vor allem eines erreichten – die Zementierung der Fehlentwicklungen und nicht deren Bereinigung! Eine potentielle Stabilisierung bzw. leichte Erholung der US-Wirtschaft täuscht nicht darüber hinweg, dass strukturell kein Problem der US-Wirtschaft behoben wurde.

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2010/03/us-finanzindustrie-macht-satte-gewinne.html

lalali lalala

157 13 April 13, 2010 um 10:55

Es war eine Form der Staatspleite, als die US-Regierung unter Richard Nixon 1971 entschied, entgegen den internationalen Verträgen für 35 $ keine Unze Gold mehr herauszurücken. Die Folgen waren für die Weltwirtschaft erheblich.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:kolumne-lucas-zeise-staatspleiten-voraus/50099821.html

aha..

(wo konnte ich das denn jemals in den letzten vierzig Jahren in Deutschland in ernstzunehmenden Finanzzeitschriften lesen? Guten Morgen, Deutschland?)

158 13 April 19, 2010 um 17:58

Wenn nämlich das gute Leben als Maßstab wegfällt, gibt es für das Haben des Geldes keine Grenze mehr. Denn Geld drückt sich als Maßeinheit für den Wert in Zahlen aus und die Zahlenreihe ist unendlich. Man gerät also in den Sog der Maximierung. Wie viel Geld ist dann genug? Das ist unter dieser Perspektive eine sinnlose Frage, denn es ist nie genug. Egal wie viel es ist, es könnte immer noch mehr sein. Wenn das gute Leben und das vernünftige Denken als Maßstab wegfallen, wird das Bedürfnis grenzenlos und die Gier ist die logische Folge.

http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,687831,00.html

159 13 April 19, 2010 um 18:41

Seit wievielen Jahren wird uns eigentlich von oben, unten, allen Seiten eingetrichtert, daß Eins und Eins nicht mehr Zwei, sondern einen ganz anderen Wert in der staat-lichen Buchhaltung ergibt?

Früher hielt man jemand für doof, der nicht bis drei zählen konnte. Politiker, Banker und ihre Entourage sind da längst weiter, sie schaffens seit geraumer Zeit nicht mal bis zur Zwei..

(ach wie gut, daß niemand weiss, daß ich 13 heiss..)

Wahr ist, dass wir unsere Selbstbejahung nicht durch Leistung erwerben müssen. Wahr ist, dass das Glück und das gute Leben immer unser oberstes Ziel bleiben wird. Wahr ist, dass mein eigenes Glück von dem meiner Nächsten nicht zu trennen ist.

160 13 April 29, 2010 um 12:44

Die Gläubigerkrise um Griechenland ist die Krise einer eskalierenden Kreditvergabe.
Sehenden Auges haben Banken einen unwürdigen Schuldner mit Kredit gemästet.
Entgegen jeder kaufmännischen Vernunft, die sonst in bewährter Weise Renditehunger gegen Ausfallrisiko abwägt.
Banken als Hauptgläubiger setzten von vornherein auf die Bail Out Erpressung.
Ermutigt durch politische Vernetzung , die auch in der Subprimekrise “Milliardenboni aus Rettungsgeldern” bescherte.

(aus einem faz-Leserbrief)

161 13 April 29, 2010 um 12:47

Die griechischen Staatsschulden sind nämlich nicht die Ursache der Krise, sondern lediglich das Symptom einer massiven Schieflage des europäischen Wirtschaftssystems. Deutschland hat über Jahre hinweg seine Wettbewerbsfähigkeit um den Preis von Dumpinglöhnen und einer Drosselung der Binnennachfrage gestärkt, während andere Staaten ihren Bürgern eine Teilhabe am Aufschwung der Wirtschaft gewährt und damit ihre Konkurrenzfähigkeit geschwächt haben. Heute sitzt mit Deutschland ein wirtschaftlicher Gigant im Zentrum der Eurozone, der seine Waren auf Kredit an seine Nachbarn verkauft.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32512/1.html

..und wenn die Kredite uneinbringlich werden, hilft der (nur für die Bürger klamme) deutsche Staat den Boni-Banken mit großzügigen Krediten und Bürgschaften (wg Stapelität) aus…

Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik müsste Wert darauf legen, dass innerhalb der Eurozone keine größeren Leistungsbilanzdefizite entstehen können. Man kann nicht über Jahre hinweg immer mehr auf Pump an seine Nachbarn verkaufen und sich dann wundern, wenn irgendwann die Kreditlinien erschöpft sind. Den Nachbarn dann selbst neue Kredite zu geben, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber was soll man von einer Politik erwarten, die nicht nur den Bock zum Gärtner macht, sondern die gesamte politische und wirtschaftliche Landschaftspflege von Böcken erledigen lässt?

Gehts denn noch um Weisheit oder gehts um (Boni-)Cash?
Gehts jetzt im Schweinsgalopp zu den nächsten 3,1415-igs?

ad absur-sau-dum(m)

162 13 Mai 18, 2010 um 14:27

..und es ging im Schweinsgalopp zu den nächsten 3,1415-igs.

(wurde aber per genialem 750 Mülliarden-Kaninchen-Rettungspaket über Nacht weiter vertagt)

Sollte man da nicht eher ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende wählen? Sollte man. Doch das ist verpönt, aus einem kaum je erwähnten Grund. Denn in dem Moment, in dem man die Gläubiger nicht mehr vor Zahlungsausfällen schützt, müssen diese sich plötzlich ganz genau überlegen, wem sie Kredit gewähren. Und natürlich zu welchen Konditionen. Damit jedoch wäre das ganze System billigen Geldes passé, das die Keynesianer so lieben. Jenes System, das unterm Strich bloß Kapitalfehlallokation im großen Stil bewirkt und die Finanzstabilität zusehends untergräbt.

Ja, die liebe Stapilität.
Stapilität aus Tradersicht ist scheiße, da kann man mit wenigen Finanztricks doch kein Geld mehr “verdienen”.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:das-kapital-alles-nur-zum-wohle-des-sparers/50115439.html

Wen interessieren die Sparer? Ach ja, die kalte Bundesmamsell. Amerika, die Banken, die ganzen Finanznadelstreifen + ClubMed. Also die, die seit Jahrzehnten auf Kredit leben. Da ist es wichtig, sich in den Taschen der Sparer gut auszukennen.
Und die Sparer sind auch immer wieder wichtig, wenn es darum geht, ihnen alternativlose Kürzungen zu erklären, bei ihnen Verzicht einzuüben, den Gürtel enger zu schnallen und und und….

Spare in der Zeit, dann hat es ein Anderer ohne Not. Jetzt.

163 13 Mai 18, 2010 um 16:15

immer-wieder-holen..

Die Finanzlobby diktiert die Agenda

Was in Europa und weltweit bisher in Sachen Bankenregulierung umgesetzt wurde, fällt unter die Kategorie “Peanuts”. Die großen Probleme sind nach wie vor ungelöst und haben sich teilweise sogar noch verschlimmert. So agieren die Banken heute mit einer Rundum-sorglos-Garantie der Staaten, die nach jeder Rettung selbstverständlicher zu werden scheint. Ob Hypothekenkredite oder Staatsanleihen – es gibt kaum ein Risiko, das die Staaten den Instituten nicht abnehmen würden. Zugleich bleibt es den Banken erlaubt, hochriskante Geschäfte mit großen Renditehebeln einzugehen. Das Geld dafür bekommen sie billig und massenhaft von den Zentralbanken. Maximale Gewinnchance bei minimalem Risiko: ein Paradies für Banker. Und ein Albtraum für jeden Steuerzahler.

http://www.ftd.de/politik/international/:rettung-als-normalzustand-wie-die-politik-den-banken-das-paradies-erschafft/50115560.html

Alptraum, Albtraum, nightmeer, cauchemar …

164 13 Mai 18, 2010 um 16:17

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat dazu vernünftige Reformvorschläge gemacht, die in Europa eigentlich Anfang 2011 in Kraft treten sollten. Doch weil die Interessenvertreter der Banken in Brüssel Sturm liefen, wollen EU-Parlament und -Kommission entsprechende Beschlüsse erst einmal verschieben. Man werde warten, bis die USA mitziehen, heißt es. Doch das kann lange dauern. Denn die Amerikaner wollen von Eigenkapitalreformen bisher am liebsten gar nichts wissen.

In Europa stehen solche Themen nicht einmal zur Debatte. Statt von vornherein zu verhindern, dass die Banken nicht immer wieder vom Staat aufgefangen werden müssen, kümmert man sich hier lieber um die Frage, wie der Staat das Geld für ihre Rettung zusammenbekommt. Dabei wird stillschweigend vorausgesetzt, dass die nächste Hilfsaktion sowieso ansteht. So sinnvoll Vorschläge wie eine Bankenabgabe oder eine Finanzmarktsteuer sein mögen: Sie taugen kaum dazu, künftige Krisen zu verhindern.

Hab ich schon ab adsur-saudumm gesagt? Nein? – Dann tue ich es hiermit.

165 13 Mai 18, 2010 um 18:25

„Die Lehman-Pleite war vorsätzlicher Betrug“

„Bankrott zur Gewinnerzielung“

Der Bilanzbetrug von Lehman bestand darin, kurzfristig – über fünf bis sieben Jahre – den eigenen Gewinn durch die Vermittlung von Kontrakten mit tief negativem Erwartungswert maximiert zu haben, während die Hauspreisblase gleichzeitig immer ausgeprägter wurde.

Die Wertpapieraufsicht SEC fand schon früh heraus, dass ….ihre Bücher gefälscht hatten. Später begannen die dann, Rekordbeträge an toxischen Wertpapieren aufzukaufen. Und was ist bisher passiert? – Keine Festnahmen, keine Anklagen, keine Verurteilung. Nicht einer ist verurteilt worden, der in führender Position für diese toxischen Geschäfte verantwortlich war. Die Oligarchen setzen ihre Betrügereien heute noch fort.

Wer sind denn diese „Oligarchen“?

Es handelt sich im Kern um die 13 Banken, die zu den entscheidenden Krisensitzungen ins Weise Haus eingeladen wurden und einige andere global bedeutende Institute. Sind diese in irgendeiner Form diskreditiert worden? Nein – im Gegenteil, sie tun heute noch dasselbe wie früher und werden sogar zur politischen Beratung herbeigezogen.

Es ist Blödsinn, Finanzunternehmen dieser Größe wie Damoklesschwerter über der Weltwirtschaft hängen zu haben. Es gibt keinen Grund dafür, systemisch gefährliche Banken zuzulassen. Sie bringen nichts, sind weniger effizient..

sind eben toxisch und wenn sie nicht gestorben sind, bylanzieren sie noch heute..

166 13 Mai 20, 2010 um 15:03

Sie diktieren jetzt der Politik die Bedingungen, zu denen sie die auf Dienstleistungen beruhenden Volkswirtschaften am Laufen halten. Und sie sind in der Lage, ganze Länder zu ruinieren. Dieselben „anonymen Märkte“, die griechischen Politikern halfen, die Pleite ihres Landes mit immer neuen Krediten zu verschleiern, beteuern auf einmal, das Vertrauen in die Griechen verloren zu haben – und machen beim Ziehen der Notbremse wieder ihren Schnitt.
..
Ein Nullsummenspiel ist das schon lange nicht mehr. Während Industriekonzerne immer größere Teile ihrer Gewinne ebenfalls durch Finanztransaktionen erwirtschaften, nehmen die Arbeitnehmer immer weniger am Wirtschaftswachstum teil. Die Löhne stagnierten, die Gewinne aus Finanztransaktionen landeten in den Depots von Aktienbesitzern.
An diesem Punkt hätte der Finanzbranche selbst klar werden müssen, dass sie sich damit in demokratischen Staaten den Boden unter den Füßen wegzieht. Wo Mehrheiten über die politische Richtung bestimmen, kann sich auf Dauer kein Wirtschaftssystem halten, das dem allgemeinen Gerechtigkeitsempfinden zuwiderläuft.

Doch für die politischen Folgen ihrer Geschäftsmodelle waren Banker und Ökonomen ebenso blind wie die Politiker für die finanziellen Risiken, die in diesem System stecken. Erst die Bankenkrise von 2008 hat vielen die Augen dafür geöffnet, dass es die wunderbare Geldvermehrung zum großen Teil nicht gegeben hat.

Politische Zauberlehrlinge

167 13 Mai 21, 2010 um 22:07

An dem Tag, an dem das deutsche 750-Milliarden (für den Anfang)-Finanz-Ermächtigungsgesetz (mit weitreichenden Folgen für die Deutschen) auf die Schnelle von unseren Volksvertretern durchgewunken wurde (73 von 587 hatten den Mut mit NEIN zu stimmen), eine zwei Jahre alte Stellungnahme dazu:

Dabei ist immer wieder zu beobachten, dass viele Menschen trotz schlechter Euro-Erfahrungen der neuen Währung dennoch positiv gegenüber stehen.

Hauptargument: Wegfall der Wechselkurse, bessere Exportchancen für deutsche Unternehmen.

Leider sind sich die meisten Menschen nicht des Preises bewusst, den sie für den Euro zu zahlen haben. Das liegt einerseits an mangelnden Wirtschaftskenntnissen, andererseits an der Gehirnwäsche von Medien und Politikern. Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass die einzigen echten Profiteure des Euro die Südschienenländer sind. Die größten Nachteile dagegen hat Deutschland zu verkraften.

Der Euro führt in die Katastrophe.

Arbeitsplatzverlust, Inflation, Sozialabbau – das alles wird in Zukunft dank Euro zunehmen. Billige Arbeitskräfte aus der Eurozone strömen nach Deutschland, Deutsche Unternehmen investieren in Billiglohnzonen der EU.

Es stimmt zwar, dass die Exportindustrie einige Vorteile hat. Doch die Exportüberschüsse der Unternehmen bleiben nicht im Lande, kommen nicht denjenigen Menschen zugute, die diese Überschüsse erwirtschaften. – argumentiert Prof. Wilhelm Hankel, Wirtschaftswissenschaftler und Währungsexperte.

Prof. Hankel: “Seit wir den Euro haben, haben wir Deutschland um alle Vorteile gebracht, die Deutschland mit seinen riesen Exportüberschüssen erzielt. Wir haben die größten Exportüberschüsse in Europa. Wir sind eine sehr leistungsfähige Volkswirtschaft. (…) Aber das, was wir an Überschüssen reinholen, kommt nicht Deutschland zu gute, sondern fließt nach Europa.

Beispiel: Im letzten Jahr hat Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuss von 200 Milliarden Euro gehabt. Die Eurozone als Ganzes hat nur knappe 10 Milliarden Überschuss gemacht. Wer jetzt rechnen kann, der fragt “wo sind die anderen 190 Milliarden”? Wo ist die Differenz geblieben? – Das sind die Defizite unserer Partner. Und die haben wir mit unseren Überschüssen bezahlt.

Und kein Mensch in Deutschland, kein Politiker, die Medien, noch nicht mal die Forschungsinstitute machen sich Gedanken darüber, dass diese 190 Milliarden der deutschen Volkswirtschaft verloren gehen. Sie gehen echt verloren, weil wir davon die Defizite unserer Partner bezahlen.

Denn hätten wir diese Verpflichtung nicht am Hals, bedeuten diese 190 Milliarden entweder ein Zuwachs an Volksvermögen, mehr Währungsreserven oder Forderungen auf’s Ausland. In jedem Fall hätten wir, bedingt durch diesen Geldzufluss ein niedrigeres Zinsniveau, und damit mehr Investitionen und Arbeitsplätze. Und wir hätten eine Aufwertung der DM – gut für Deutschland, denn es hätte alles verbilligt: unser Benzin, unsere Lebensmittel.

Die Euro-Lüge. Eine unbequeme Wahrheit!

Ich meine, warum stellen wir nicht gleich Spendengutscheine für die südlichen Länder aus oder machen wieder wie damals Fernseh(geldeinsammel)sendungen à la “Aktion Sorgenkind”, das wäre alle Mal ehrlicher..?

PS. siehe auch ab #93 …..richtig absurd (“wir leben über unsere Verhältnisse”) wirds jetzt werden, wenn den Deutschen die nächsten (Kaufkraft)Sparrunden bei Krankenschwestern, Polizisten, Pflegehelfer/innen, Schüler, Rentnern, Beamten, Auszubildenden, Studenten usw ins Haus flattern werden…. alles unterschrieben mit freundlichen Grüßen der deutschen Hartz4-Exportindustrie..

168 13 Mai 22, 2010 um 15:30

„Märkte scheren sich nicht um Rechtsgrundlagen.“

deshalb wird jetzt..

Homburg: Es wird jetzt eine Zweckgesellschaft gegründet, die Anleihen auflegt und das eingenommene Geld an Griechenland auszahlt. Dadurch erwirbt diese Gesellschaft eine Forderung gegenüber Griechenland, und der Bundeshaushalt bleibt formal unbelastet. Wenn Griechenland aber nicht zurückzahlen kann, was aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlich ist, wird der Forderungsausfall sofort den Bundeshaushalt belasten. Die dann amtierende Bundesregierung wird Ausgaben massiv kürzen oder die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse brechen müssen.

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-18353/finanzexperte-ackermann-hat-die-oeffentlichkeit-im-griff_aid_510731.html

169 13 Mai 22, 2010 um 15:38

dazu noch ein kurzer Rückblick, was hat sich eigentlich verändert?

FOCUS Online: Der Finanzminister kungelte mit Spitzenbankern, um das Geld der Deutschen zu verbraten. Schwer zu glauben.

Homburg: Alle Berater Steinbrücks waren Banker oder kamen aus dem Bankenumfeld. Neben Blessing zum Beispiel Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, Bundesbankpräsident Axel Weber und BaFin-Chef Jochen Sanio, deren Aufsicht komplett versagt hatte. Sie alle haben Steinbrück aus durchsichtigen Motiven bearbeitet, bis er unglaubliche 500 Milliarden Euro herausrückte.

FOCUS Online: Die Staaten wollen nie wieder in eine solche Bredouille kommen.

Homburg: Aber sie haben die falschen Lehren gezogen. Auf Basis der herrschenden Meinung, Großbanken seien systemrelevant, müsste die Politik die Banken doch eher verkleinern. Stattdessen dürfen Commerzbank und Dresdner fusionieren, und die Landesbanken sollen zu noch größeren Monstren verschmelzen. Das ist überhaupt nicht durchdacht.

FOCUS Online: Sie stellen die Mühen der Politiker einseitig da. Seit Monaten ringen die Industrienationen um schärfere Regeln für die Kreditvergabe, eine bessere Aufsicht.

Homburg: Davon verspreche ich mir nichts. Erstens sieht man schon in diesen Tagen, wie die Bankenlobby schärfere Regeln hintertreibt. Zweitens bringt eine Aufsicht erfahrungsgemäß wenig, bei der Beamte, die wie Lehrer bezahlt werden, millionenschwere Top-Banker in Schach halten sollen. Überspitzt gesagt, sind Banker schlauer als Politiker und Beamte.

FOCUS Online: Was sollte die Politik tun?

Homburg: Am besten wäre eine Größenbegrenzung. Banken, deren Bilanzsumme zum Beispiel 100 Milliarden Euro übersteigt, müssten auf gesetzlicher Grundlage entflochten werden. Damit wäre das Thema Systemrelevanz erledigt. Der Staat könnte glaubwürdig ankündigen, er würde keine Bank mehr retten. Nur auf diese Weise lassen sich gesunde Anreize setzen. Die Mär von der scharfen Bankenaufsicht ist doch nur Opium fürs Volk.

FOCUS Online: Die Deutsche Bank könnte sich dann getrost auf Geschäfte zwischen Garmisch und Kiel konzentrieren.

Homburg: Die Deutsche Bank suggeriert der Öffentlichkeit, ihre Größe gereiche Deutschland zum Vorteil. In Wirklichkeit ist diese Größe eine Bedrohung. So flossen die Steuergelder aus den Bankenrettungsprogrammen indirekt auch an die Deutsche Bank, die jetzt wieder fantastische Gewinne schreibt. Auf diese Weise werden private Verluste sozialisiert.

http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/tid-15503/ein-jahr-lehman-pleite-banker-sind-schlauer-als-politiker_aid_434894.html

170 13 Mai 22, 2010 um 19:07

Für die Banken ist die Staatsverschuldung ein riesiges Geschäft. Das absurde dabei ist, dass sie selber durch die vorangegangene Bankenkrise sowie durch die dadurch notwendige Bankenrettung mit Steuergeldern dazu beigetragen haben, daß diese eskalierte. In der Griechenland-Krise wurde erneut versäumt den Banken einhalt zu gebieten. Statt die Chance zu einer Umschuldung zu nutzen, wurden in der Krise abermals Steuergelder verwendet, um den Banken Risikopapiere abzukaufen und um Liquidität in den Markt zu pumpem. Die Staatsverschuldung sowie die Liquidität im Markt ist damit abermals gestiegen und die Grundlage für weitere Krisen wurde gelegt. Ein Ausweg aus diesem Teufelskreis aus Staatsverschuldung und zu hoher Bankenliquidität scheint jetzt nur noch ein europaweites Sparprogramm zu sein, welches die Menschen zum Wohle der Banken in soziale Unruhen stürzen wird.

At the same time, the rapid accumulation of debt by governments opens up vast and lucrative opportunities for the banks. Trading in government loans bound up with financial rescue packages is emerging as a central activity of the big banks.

Average government debt in the European Union is expected to rise to 80 percent of GDP this year and even higher in 2010. In Britain, government debt is expected to reach 100 percent of GDP in 2009. Japan’s government debt is headed for 200 percent by 2011, and government debt in the US is expected to reach 100 percent of GDP by the same time.

As the levels of debt rise across the globe, rating agencies are downgrading the lending status of individual countries, which then have to pay increased interest rates to the banks in order to service their loans. For the banks, it is a classic “win-win” situation.

http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=14586

171 13 Mai 22, 2010 um 19:16

zu Schäuble:
Wahrscheinlich ist es gerade die Größe der Aufgabe, die Schäuble anzieht, das Herkuleshafte. Erst musste er Milliardenpakte mitverantworten, um den Absturz der Banken zu verhindern, jetzt muss er sparen wie kein Finanzminister vorher, um den Staat vor dem Schuldenexitus zu bewahren. Eigentlich ist es eine unmögliche Mission, aber gerade das reizt Schäuble. Das Amt gibt ihm die Möglichkeit, seine ewig unvollendete Laufbahn doch noch in Würde zu vollenden.
….in Würde für die Bankenwirtschaft.
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,696215,00.html

172 13 Mai 22, 2010 um 21:23

(Danke für die Wiederholungen, 170/171 inhaltlich alles okay, aber bitte nicht ins Rumschwafeln verfallen, spiegelnder Chinesenhamster, unbekannter Witzbold. Und vor allen Dingen die 13 nicht persil-flieren und miß-brauchen. Mein Nivieau ist schwer zu halten, klar?)

173 13 Mai 22, 2010 um 22:18

Nichts für Ungut. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass nicht die Menschen in Griechenland von der Aktion profitieren, sondern NUR die Banken. Es ist keine Aktion S.O.S. Griechenland, sondern eine Aktion S.O.S. Bankenraffgier.

Da die letzten Kommentare alle von Dir waren wollte ich diese Reihe aber nicht mit meinem Kürzel durchbrechen. Und nur deshalb habe ich die 13 verwendet.

Sorry, wird nicht wieder vorkommen. Ich werde in diesen Nebenthread nicht weiter posten. Du kannst diese Zelle für Dich alleine haben. Machs weiterhin gut hier….

;)

P.S. Ansonsten gefällt mir alles, was Du hier schreibst sehr gut. Danke, dass ich hier Lesen darf. ;)

174 Wat. Mai 22, 2010 um 22:26

@13-Mißbraucher – lies doch verflixt noch mal endlich einmal richtig!!!

Die ‘richtige’ @13 ist durchaus nicht einziger Poster hier.

PS – Es gibt auch im Internet ein Namenrecht – es ist hier kein rechtsfreier Raum – auch für Dich nicht – und auch wenn Du außer Mißbilligung und Ignoranz wahrscheinlich nichts ‘schlimmes’ dafür erwarten mußt.
Es ‘gehört’ sich einfach nicht.

175 13 Juni 2, 2010 um 12:28

Von niedrigen Zinsen, dem größten Geschenk der Währungsunion, hat Südeuropa gut gelebt. Weil durch das Leben auf Pump der Süden im Urteil des Markts weniger kreditwürdig ist, steigen dort die Zinsen wieder. Das Preissignal für das höhere Risiko will die EU nicht hinnehmen. Da sich der Markt dem politischen Willen zum Einheitszins nicht beugen will, plant die EU-Kommission die Einführung gemeinschaftlicher Euro-Anleihen. Damit käme sie ihrem Ziel, aus der Währungsunion eine Haftungs- und Transfergemeinschaft zu machen, einen großen Schritt näher. Denn Euro-Anleihen machen aus nationalen Schulden eine Gemeinschaftsschuld. Weil sich dadurch die deutsche Bonität verschlechterte, stiegen hierzulande die Zinsen für Staat, Unternehmen und Privatleute. Die EU-Kommission fordert dies als Akt der Solidarität vom angeblichen Hauptnutznießer des Euro.

Wer fragt, wie solidarisch die kräftigen Lohn- und Rentenerhöhungen des vergangenen Jahrzehnts in Südeuropa waren, während Deutsche mit stagnierenden Renten und sinkenden Löhnen sich zufriedengeben mussten, wird als Gegner Europas verunglimpft. Von Solidität ist nicht die Rede, wenn EU-Kommissionspräsident Barroso den Deutschen vorwirft, sie seien naiv, wenn sie erwarteten, dass nach der Finanzhilfe für Griechenland der Stabilitätspakt geschärft werde. Er hat recht: Seit Griechenland wider die Bestimmungen des Maastrichter Vertrags Finanzhilfe erhält, sollten die Deutschen nicht glauben, auch nur ein einziges Land aus dem „Club Med“ der Euro-Gruppe werde für einen schärferen Stabilitätspakt stimmen.

Der amerikanische Weg, eine Schuldenkrise nach der anderen mit noch mehr billigem Geld der Notenbank und mit noch mehr Schulden zu bekämpfen, hat die Weltwirtschaft in den Schuldensumpf geführt. Die Vereinigten Staaten haben, wie Südeuropa, im Übermaß auf Kredit konsumiert und versuchen nun, die Verhältnisse umzukehren. Die Schuldner werfen den Exporteuren vor, sie mit Lieferungen ins Defizitverderben geführt zu haben. Dabei sind die Ungleichgewichte entstanden, weil einige Länder über Jahre hinweg mehr importiert als exportiert haben, weshalb deren Auslandsverschuldung hoch ist.

http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E9428E3AE74AF4C36A543FCF8CBDD2D0D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

nur zur naiven Ansicht.
Es bleibt dabei: “Deutschland hat über seine Verhältnisse gelebt.”

176 13 Juni 4, 2010 um 11:51

Es müssen irgendwo Verrückte herumlaufen

Eine sogenannte „Finanzkrise“ kann in einer Gesellschaft, wo Finanzen die Synonyme für gesellschaftliche Rationalität geworden sind, nichts anderes sein als eine brutale Vernunftkrise. Es müssen irgendwo Verrückte herumlaufen, die bis Montag nicht aufgefallen sind, weil ihr Wahn identisch war mit der Logik des etablierten Systems. Sie vernichtet Vermögen, die ganzen Staatshaushalten entsprechen, aber nichts an ihnen hat die Größe wenigstens des großen Täters, da ist kein überragendes Talent, es ist, um ein Wendung aus anderem Zusammenhang zu zitieren, „nicht einmal eine im hergebrachte Sinne niedrige Leidenschaft, die groß wäre durch die Intensität, sondern ganz überwiegend kleine Schwächen, Egoismen, Verstiegenheiten“.

Die Verrückten fangen wir nicht mehr ein. Aber wir können wenigstens versuchen zu verhindern, dass uns das System einfängt und in seinen Wahn zieht.

Sie haben es nicht verstanden!

Der (Wahn) nämlich hat uns zu infizieren begonnen, in unheimlicher Schnelligkeit, und das Sonderbare ist, dass wir es akzeptieren. Dazu nur ein Beispiel: Für strukturelles Versagen und institutionelle Verbrechen gilt, dass die Verantwortung zunimmt, je weiter man sich von der eigentlichen „Tat“ entfernt. Das soll für Chefs der Finanzhasardeure aber nicht gelten. Sie sagen nicht, dass sie Handlungen angeordnet oder unterbunden haben, sondern – und das lässt eine längst mit allem sich abfindende Gesellschaft ihnen durchgehen – sie sagen, wie die Chefs der IKB, dass sie die Praxis, die Handlungen und Verfahren nicht verstehen und nie verstanden haben. Sie haben es nicht verstanden!

Es ging in all den Talkshows und Reden nie darum, einen Zukunftsentwurf von verbindender Kraft zu verwirklichen, sondern ein Triebverlangen abzureagieren, in dem Eitelkeit und messianische Sendung, hemmungslose Idealisierung der globalisierten Rationalität bei gleichzeitiger emotionaler Bevormundung einer ganzen Nation („Risiken eingehen!“) eine Horror-Ehe eingingen. Die Ergebnisse sind nicht fiktiv, sie liegen vor Augen: Demoralisierung der nachwachsenden Generation, Zerstörung der Universitäten und Bildungsgänge, Zerstückelung von Biographien, Betrug über Alterssicherheit und Rente und so weiter – kurzum: Bedrohung oder Vernichtung des traditionellen Lebenszyklus in fast allen seinen Details.

Unsere Gesellschaft bewegt sich in ein Zeitalter des Unglücks hinein. Die Phase des Unglücks mag kürzer währen als das Zeitalter der Sicherheit oder der Angst, aber es steht vor der Tür, und jeder spürt es.

Das Unglück, von dem man reden muss, ist ein hergestelltes, ein produziertes, ein vor unseren Augen zusammengeschraubtes Unglück- ein Unglück, das mit Fleiß in die Welt gesetzt wird und dessen Anstifter, Täter, Mittäter, Beihelfer, Mitwisser anders als bei einem Wohnungseinbruch nicht zu benennen sind.

Wir sind im Begriff, um ein Wort der „Wahlverwandtschaften“ zu variieren, uns eine unglückliche Gesellschaft zu zimmern. Die Vernichtungsorgie, die sich an den Finanzmärkten abspielt, ist im anonymen Sozialen das, was zwischen den Menschen eine Lüge ist. Wir haben nicht viele Optionen zu reagieren. Aber das, womit alle Geschichte begann, können wir: sagen, was Lüge ist.

Starke Worte und weiterhin aktuell, aber erzähle man mir nicht, sie wären nicht zu benennen? – Ich wüßte da schon einige….

177 13 Juni 7, 2010 um 20:23

Der deutsche Finanzminister Schäuble reagierte gestern auf Forderungen seines US-Kollegen Geithner einen größeren Beitrag zur Stärkung der heimischen Nachfrage in Deutschland zu leisten, mit abenteuerlichem ökonomischem Unverständnis: “Ich habe dafür plädiert, dass man Europa oder zumindest die Euro-Zone einheitlich betrachten muss. Für Gesamteuropa gebe es keine Ungleichgewichte im Handel.”

Die Exportlastigkeit Deutschlands vorangetrieben durch seine Lobbyisten ist von wenig Sachverstand gekennzeichnet, seit Einführung des Euro als Bargeld, am 01. Januar 2002, hat Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuss von fast 1 Billion Euro angehäuft! Es ist eine lächerliche Vorstellung, dass Deutschland in den nächsten Jahren weitere 1000 Mrd. Euro an Überschüssen anhäufen könnte und die Welt deutsche Waren weiter auf Kredit konsumiert!

Dabei ist die Kreditexposition der deutschen Banken nur gegenüber den PI(I)GS-Staaten schon heute exorbitant und beläuft sich auf 522,4 Mrd. Euro! Alleine die Hypo Real Estate hat 80,66 Mrd. Euro an offenen Forderungen gegenüber den PI(I)GS, davon 39,1 Mrd. Euro in Form von Staatsanleihen und weitere 41,56 Mrd. Euro Kredite an staatlichen Institutionen, Kommunen und Staatsfirmen.

Eine Lösung der Probleme ist nicht in Sicht, solange die fundamentalen Ungleichgewichte nicht beseitigt werden, Rettungspakete bekämpfen nicht die Ursache, sondern nur die Symptome und genaugenommen verstärken sie selbst diese noch!

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2010/06/voodoo-okonomie.html

178 13 Juni 7, 2010 um 20:28

Als der Euro auf seinem sogenannten „Höhenflug“ gegen den US-Dollar einen Wert von USD 1,4760 pro €uro erreichte, entsprach dies bei einem Einbringungskurs von DM 1,95583 zum €uro einem Dollarkurs von DM 1,3333. Dieser Kurs entsprach gegenüber einem Ausgangskurs von DM 4.- pro USD am 1. Oktober 1989 einer Aufwertung um 300%. Das heisst im Klartext: Unsere Aussenhandelsüberschüsse per 1969 und danach führten die Bonner Republik zu einer Aufwertung um 300%. Diese wiederum führte zu verbilligten Importen, die jedermann nützlich wurden. So eroberte sich der Bürger der Bonner Republik 1989/90 mit seinem pro-Kopf-Einkommen einen Spitzenplatz in der Welt. Heute aber ist er nur noch Nr 18 – 20, je nach Rechenweise. Will sagen: Alle deutschen Aussenhandelsüberschüsse seit 1991 haben nicht mehr zu einer Aufwertung im Inland geführt, sodern sind anderen Staaten der Euro-Zone geschenkt worden, um deren ansonsten ungedeckte Importe zu bezahlen. Schaden für uns Deutsche: Bisher 1.000 Milliarden Euro oder mehr.

179 topi Juni 7, 2010 um 20:32

“Es ist eine lächerliche Vorstellung, dass Deutschland in den nächsten Jahren weitere 1000 Mrd. Euro an Überschüssen anhäufen könnte und die Welt deutsche Waren weiter auf Kredit konsumiert!”

Was ist daran lächerlich?
Es ist, wahlweise, zum Schreien, oder zum Kotzen.
Ok, vielleicht auch zum hysterischen Lachen, oder einem zynischem Grinsen.

180 13 Juni 7, 2010 um 21:42

topi, tja, bei “Geldkoffer” und “Big Brother Award Preisträger” Scheu(klap)ple mit seiner BDI-Parole
“Es gibt keine Ungleichgewichte im Handel in Europa.” dürfte es wohl letzteres sein..

181 13 Juli 16, 2010 um 11:50

160 und folgende, da ist es Zeit, wieder einmal Bylanz zu ziehen..

Mit dem Bankenstresstest geht in der Euro-Zone ein bemerkenswertes Umdenken einher. Während es bislang hieß “kein Land geht Pleite, damit wir nicht über Banken reden müssen”, soll das Staatsgeld jetzt in bedrängte Geldinstitute fließen.

Große Ereignisse werden häufig in unauffällige Worte gekleidet. EU-Währungskommissar Olli Rehn ist dafür das beste Beispiel. Mit Bezug auf die bevorstehende Veröffentlichung der Bankenstresstests am 23. Juli sagte er, frei übersetzt: “Notfalls müssen die Banken, die nicht bestanden haben, mit den Mitteln der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) rekapitalisiert werden.”

Das ist das europäische Heureka-Erlebnis. Man könnte auch vom Paulson-Moment sprechen: Der ehemalige US-Finanzminister Henry Paulson kämpfte sich anno 2008 von einer Bankenschieflage zur nächsten. Im Herbst brachte er den 700 Mrd. Dollar schweren Rettungsfonds Tarp auf den Weg, der ursprünglich zum Aufkauf fauler Kredite gedacht war. Später – im Zuge der Bankenstresstest im Mai 2009 – wurde er zum Vehikel für die Teilverstaatlichung der Finanzwirtschaft umfunktioniert.

Die Europäer vollziehen diesen Lernprozess nun Schritt für Schritt nach. Anfang des Jahres ging es nur um Griechenland. Dann rückte der Rest der Euro-Zone ins Blickfeld. Das Ergebnis waren gemeinsame Hilfen der Währungsunion und des IWF. Als Teil davon wurde die Zweckgesellschaft EFSF aufgesetzt, die 440 Mrd. Euro an klamme Staaten verteilen kann. Nimmt man den Währungskommissar beim Wort, ist er nun bereit, sie wegen der Stresstests umzuwidmen: zu einem europäischen Bankenrettungsfonds à la Tarp. Rehn und seine Brüsseler Kollegen sind nach Monaten also bei Paulson angekommen.

http://www.ftd.de/politik/europa/:kolumne-tobias-bayer-europas-banken-sind-die-wahren-griechen/50143354.html

Bankenstretchtest, die Zweckgesellschaft EFSF, der (neue) Graf von Luxemburg……ad absurdum…

182 13 Juli 17, 2010 um 19:25

Warum fragt eigentlich niemand, wer die famosen “Rettungspläne”, wie sich Banken auf Kosten der Steuerzahler in den generösen Helferstaaten gesundstoßen, erfunden hat? War es die EU, waren es Staatskanzleieien und Finanzminister oder womöglich die zu rettenden Banken selber?

183 13 Juli 17, 2010 um 19:27

Damals hatten wir, was uns heute fehlt: genügend Wachstum, ausreichende Beschäftigung, hohe Staatseinnahmen und jedes Geld zur Finanzierung unserer Sozialsysteme!
Und warum heute nicht? Weil wir über die (”dank” des Euro) festen, aber himmelschreiend falschen innereuropäischen Wechselkurse einen Vertrag zugunsten der Arbeitgeber geschlossen haben: Sie bekommen eine Exportprämie (keine Aufwertung, trotz der Inflation der Partner) und ein Argument gegen Lohnerhöhungen (Gefährdung der Arbeitsplätze, denn der Binnenmarkt bietet jetzt keinen Ausgleich mehr) in die Hand. Macht es Sie
[Heusinger] denn nicht stutzig, dass Sie (wie die meisten Ihrer Redaktionskollegen) ständig mit den falschen Bettgesellen das Lager teilen: Mit big business (und BDI) und der Hochfinanz, die sich gerade für ihr Euro-Desaster von staats- und steuerzahlerwegen sanieren lässt? Nur beide wissen, warum sie den Exportmarkt vor der Haustür, Lohndruck und Verstaatlichung ihrer faulen Kredite gut finden. Soll das gut sein für Europa?

184 13 Juli 17, 2010 um 19:40

Das alles hatte nichts oder nur wenig mit Kapitalunfreiheit oder -freiheit zu tun, sondern schlicht damit, dass jedes EU-Land für seine Währung, seine Politik und seinen Sozialstaat verantwortlich war und Bedrohungen vom bösen Kapital (so es solche gab) auch national abwehren konnte.

Das alles soll nun,verehrter Freund und Sparrings-Gegner,Vergangenheit sein? Nein es ist oder wird wieder unsere Zukunft werden. Denn das Euro-Projekt ist unwiderruflich gescheitert:ist tot, auch wenn der Totenschein dank der unglaublichen und unverantwortlichen Reanimationsversuche unserer Regierungen mit hunderten von Milliarden Steuergeldern erst später ausgestellt wird. Doch auf dem Grabeskranz wird stehen; Wir werden Dich nicht vermissen, weil Du uns so teuer warst!

Der über den Euro geräuschlos geschmierte Kapitaltransfer von Nord nach Süd hat die im Süden reicher, die im Norden ärmer, ablesbar an den Pro-Kopf-Einkommen der letzten Jahre. Doch jetzt ist die Party vorüber. Deutschland erzielt zwar immer noch Leistungsbilanzüberschüsse, die man abschöpfen kann. Aber die innere Verschuldung setzt unüberschreitbare Grenzen. Sie können keinem deutschen Steuerzahler und angehendem Renter klarmachen, warum er dafür zahlen und auf sauer verdiente Rentenansprüche verzichten soll, weil man im Süden unseres künstlichen Währungsgebietes über die Verhältnisse lebt und es auch weiterhin so halten will. Denn die Übernahme der Bankforderungen an diese Teile Europas durch den Staat (in erster Linie unseren) wird die Südländer der Eurozone nicht zu besseren Schuldnern machen. Das glauben ja nicht mal Sie – denn die Begleitbedingungen und Folgen unserer Hilfe sind ja so, dass sie das gar nicht können. Was wir geben, sind verlorene Zuschüsse, keine Kredite.

Die Zukunft des Euro ist sein baldiges Ende. Wir Kritiker der ersten Stunde haben jetzt dem Bundesverfassungsgericht zu Bedenken gegeben, dass es seine verdammte Pflicht ist, sicher zu stellen, dass der Rest-Staat Deutschland für die Arbeitsplätze und Sozialansprüche seiner Bürger aufkommen und einstehen kann. Das aber geht nur in einer Euro-Zone ohne unverantwortliche Schuldenmacher samt ihrer ebenso unverantwortlichen Erfüllungsgehilfen: jener Banken, die das Geld anliefern.
Deswegen brauchen wir in Europa eine verschlankte Euro-Zone unter Gleichen (und ohne Ungleiche) mit straffer Bankaufsicht oder – was mir lieber, weil sicherer erscheint – statt jeder Währungs- eine Wechselkursunion, in der man sich äusserstenfalls Währungsbeistand bei zu allzu großen Wechselkursausschlägen gewährt, wie in Europa goldenen Jahren vor dem Euro.

Lieber Herr v. Heusinger, Sie haben diese Zeiten (zumindest als Student) noch erlebt. Und Sie wissen längst.dass die Vereinigung Europas über eine Einheitswährung eine Reißbrett-Idee war mit von Ihnen und Ihren Freunden unterschätzten Kosten. Sagen Sie doch endlich den (leider wenigen) Leuten Dank, die von Anfang an versucht haben Sie und alle Deutschen vom Wohnen in diesem unbezahlbaren europäischen Wolkenkukucksheim abzubringen. Wenn wir jetzt nicht ausziehen, wird die Miete für Deutschland zum wirtschaftlichen und sozialen Selbstmord. Das sollten wir gemeinsam versuchen zu verhindern.

Herzlich, wenn auch voller Sorge Ihr Wilhelm Hankel

PS Übrigens: Der erste Mieter ist schon ausgezogen: unser Ex-Bundespräsident. Er hat uns in seinem früheren Job (als Chef-Unterhändler für den Maastricht-Vertrag) den Mietvertrag serviert.

Auszug aus lesenswertem Celebrity Deathmatch….äh….Zwiegespräch:
Hankel versus Heusinger

http://www.frblog.de/hankel/

185 13 Juli 19, 2010 um 16:52

„Inflation oder Deflation sind nur zwei Fremdwörter für Pleite.“
(Carl Fürstenberg, deutscher Bankier, 1850-1933)

Es herrscht bei der Minderheit derjenigen Experten, die die Wirtschaftskrise haben kommen sehen, Einigkeit darüber, dass wir uns seit drei Jahren inmitten der größten Krise seit den 1930er Jahren befinden. Die jedoch von dieser Entwicklung völlig überraschte und noch immer tonangebende Mehrheit der „Experten“ ist indes zuversichtlich, durch monetäre staatliche Interventionen, deren Volumina historisch ohne Beispiel sind, die Krise schon erfolgreich überwunden zu haben.

http://frank-meyer.eu/blog/index.php?p=1969&more=1&c=1&tb=1&pb=1

Mack&Weise mit hübschem Halbjahresbericht für alle Quartalssäufer

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