Die Geringqualifizierten-Lüge

von weissgarnix am 22. August 2009

Gestern habe ich noch gelacht, als die Üblichen Verdächtigen in den Wirtschaftsredaktionen einmal mehr das Märchen vom Arbeits- als Kartoffelmarkt auftischten, wonach jeder arbeitslos bleiben müßte, dessen Arbeitsplatz mehr kostet, als er an Erträgen einbringt. Sie können es nicht besser wissen, die Armen – so dachte ich im Stillen bei mir -, denn sie haben VWL studiert, und da haben sie ihnen ziemlich sicher den gleichen Mist über “Grenzproduktivitätslöhne” erzählt, wie mir seinerzeit auch.

Aber bei der nachfolgenden Grafik in der jüngsten ZEIT ist mir dann vorhin beim Frühstück das Lachen vergangen. Falls sie zutrifft, woran ich a priori keinen Zweifel habe, aber Statistiken sind bekanntlich flexibel, dann ist die Niedrig- und Mindestlohndebatte in Deutschland eine einzige, große Lüge. Sehen wir uns das mal an, was die ZEIT da in ihrer Randnotizen-Serie “Wie geht’s Deutschland” (Folge 14) Tolles ans Licht bringt:

Kuck mal, wer da nix verdient! (Quelle: ZEIT), für Vergrößerung klicken

Kuck mal, wer da nix verdient! (Quelle: ZEIT), für Vergrößerung klicken

Gezeigt wird, basierend auf einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg, die Zusammensetzung der rund 6,5 Millionen Menschen, die im deutschen Niedriglohnsektor arbeiten, nach beruflicher Qualifikation. In rot die aktuellen Werte aus 2007, in blau die Vergleichswerte aus 1995. In Summe arbeiten heute 2,1 Millionen Menschen mehr im Niedriglohnsektor als vor 10 Jahren, d.h. zu inflationsbereinigten, durchschnittlichen Stundenlöhnen von 5,77 Euro pro Stunde im Westen und 4,69 Euro im Osten.

Soweit so klar. Aber jetzt: Wo kommen diese zusätzlichen 2,1 Millionen netto her? Aus dem Bereich der Minder- oder gar nicht Qualifizierten, wie es immer wieder heißt?

Pustekuchen!

Der mit Abstand größte Zuwachs wir im Segment “mit Berufsausbildung” verzeichnet, diese Gruppe stellt mittlerweile 71% der Niedriglohnverdiener. Der Anteil der Personen ohne Berufsausbildung sank (!) hingegen, sogar ziemlich dramatisch, und beträgt nur noch vergleichsweise bescheidene 21%. Mit anderen Worten: auch eine Berufsaubsildung schützt keineswegs vor Armut, in den letzten 10 Jahren schon überhaupt nicht!

Was sagt Ihr dazu? Hättet Ihr es gewußt? – Ich für meinen Teil muß zugeben: Nein – habe ich nicht gewußt; habe ich sogar noch nicht mal geahnt, weil ich mich offenbar auch von diesen andauernden Sprüchen über “Geringqualifizierte” und den Zwang zur “Verbesserung der Bildungsschancen” einlullen habe lassen. Totaler Bullshit, wie man sieht!

Aber wie gesagt:  Statistiken sind geduldig, und ein wenig zweifle ich an der erschlagenden Optik dieses Charts dann doch. Ich werde mir also diese Studie kommen lassen und der Sache nachgehen. Aber falls das den Tatsachen entspricht – mein lieber Scholli: dann steht das gesamte Bildungs- und Berufssystem Deutschlands wesentlich stärker auf dem Prüfstand, als sogar ich für möglich gehalten hätte.

{ 178 Kommentare… Lesen Sie sie nachfolgend oder schreiben Sie einen }

1 bommel August 22, 2009 um 12:55

Hey WGN,

ja, ich hab es gewusst. Und zwar war kannst Du dich sicher auch daran erinnern, dass vor längerer Zeit im Herdentrieb noch sehr häufig Debatten über Löhne und ihre Auswirkungen stattgefunden haben. Das muss so um den Dreh gewesen sein, als H.W. Sinn seine “Basarökonomie” veröffentlicht hat. Und bei einer Diskussion darüber bzw. einer verwandten Diskussion, hat einer dieses crowding out der ausgebildeten Arbeitnehmer gegen jene ohne Ausbildung beschrieben. Spätere Zahlen haben diese These mit großer Deutlichkeit belegt.
Ich versuche, diese Beiträge und Zahlen noch mal ausfindig zu machen.

2 bommel August 22, 2009 um 13:08

Hier ist die Studie, die sich die Zeit bezieht:
http://www.iaq.uni-due.de/iaq-report/2009/report2009-05.pdf

Die Daten für die Grafik im Artikel kommen offenbar aus dem SOEP.

3 weissgarnix August 22, 2009 um 13:20

@bommel

Danke. Sehe ich mir gleich an.

4 bommel August 22, 2009 um 13:47

Und hier findet man weitere Indizien für den Verdrängungseffekt:
http://iat-info.iatge.de/iat-report/2005/report2005-10.pdf

5 weissgarnix August 22, 2009 um 13:56

Die Studie ist der Hammer. Es sind ja auch keineswegs die oft und gerne strapazierten “minderqualifizierten, jugendlichen Migranten”, sondern 35-44jährige Deutsche wie Ausländer, die hauptsächlich betroffen sind.

Die Frage, die ich mir da stelle: Wo ist angesichts einer solchen Datenlage die SPD? Wo sind die wirklichen Sozialdemokraten in der SPD? Aus einer solchen Datenlage bastle ich doch mit links 5 Wahlprogramme – und zwar welche mit Schmackes!

6 Morla August 22, 2009 um 14:01

Da brauche ich keine Studie, obwohl die schon gut ist, weil Zahlenfuzzis es ja immer lieber “beweisbar” schwarz auf weis sehen wollen, um es dann doch nicht zu verinnerlichen. Mir genügt der Blick in die “Runde” und auf meine eigene Situation. Hier im Osten, und speziell im östlichen Norden wurden bereits Anfang der 1990er Jahre die Facharbeiter entweder in die “Ruhe” geschickt oder sie vegetieren seitdem als Langzeitarbeitslose dahin. Besonders junge Leute, teilweise mit mehreren Ausbildungsabschlüssen dümpeln von einem oder manchmal auch gleich mehreren Minijobs zu Eingliederungsmaßnahmen oder Praktika. Ich habe drei Berufsabschlüsse (inklusive HA) und arbeite seit vier Jahren freiberuflich – und das bestenfalls als “Pauschalist” und dies liegt weit unter dem Durchschnittsverdienst in westlichen Landen.

7 Nanuk August 22, 2009 um 14:03

@WGN
Du erinnerst dich noch an den Japanologie Tag… :)
Same shit different asses.

http://www.youtube.com/watch?v=mXPUkrz7Uow

8 readsalot August 22, 2009 um 14:05

Dann ist das, was ich anekdotisch im erweiterten Bekanntenkreis als Mini-Trend auszumachen glaubte also offiziell. *seufz*

Darf ich anmerken, dass auch diese Studie das im Dornröschenschlaf befindliche Land wahrscheinlich nicht aufwecken wird? Und auch niemanden veranlassen wird, sein Wahlprogramm umzuschreiben. Falls denn Wahlprogramme immer noch geschrieben werden, auf den Plakaten hier in der Gegend will jedenfalls keiner sachlich zu irgendwas Stellung beziehen, die sagen eigentlich nur dass man sie wählen soll. Damit ist das Programm zumindest der etablierten Parteien in Kürze klar umrissen. Wählt mich und fragt nicht warum, es wird alles gut.

9 Satyr August 22, 2009 um 14:11

MoinMoin

Hab mich zwar bisher nie mit Studien oder Statistiken zu der Thematik beschäftigt, aber mein Gefühl sagt mir schon lang genau dasselbe.
Man muss z.B. nur schauen, zu was für Gehältern Zeitarbeiter (oft Facharbeiter) schuften müssen. Davon ist kein würdiges Leben mit Teilnahme an der Gesellschaft mehr möglich.
Es gibt Ecken an der deutsch/polnischen Grenze, wo Facharbeiter auf der polnischen Seite mehr verdienen als hier in DE.

Auch verdrängen viele Gymnasiasten, die sich vor den hohen Kosten eines Studiums fürchten, geringer Qualifizierte vom Ausbildungsmarkt. Heute ist es meiner Erfahrung nach äußerst schwer bis unmöglich, je nach Region, als Hauptschüler überhaupt einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Hier in Dithmarschen/Schleswig-Holstein ist selbst als Bäckereifachverkäuferin Realschulabschluss Voraussetzung.

Schöne neue Welt…

10 Nanuk August 22, 2009 um 14:28

“Davon ist kein würdiges Leben mit Teilnahme an der Gesellschaft mehr möglich.”

Wer will das denn wirklich?
Die Leute wollen beschäftigt werden kein würdiges Leben.
Das ist das Zukuftsmodell Prekäre Beschäftigung… aka Sascha Lobo.
Darum darf er jetzt auch schön durch die Talkshows tingeln und erzählen wie gut er sich fühlt…

11 Kritiker des Bösen August 22, 2009 um 14:31

Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt läuft den kann diese Studie nun wirklich nicht überraschen! Und es wird weitergehen!
Das ist erst der Weg dahin wohin unsere politisch Verantwortlichen
wollen. Und diesen Weg halten die meisten Parteien für

UNUMKEHRBAR!!!

Auch die SPD! Das Ziel das sich unsere Politheinis gesteckt haben,
ist bald erreicht.

So wenig wie man ein einmal eingerissenes Leck in einem Damm,
vor dessen Wall die Flut steht, wieder dicht bekommt, so wenig
wird dieser Weg weiter in die prekären Arbeitsverhältnisse zu
stoppen sein. Leute wie unser ehemaliger Superminister CLEMENT
(SPD!!!) haben ganze Arbeit geleistet. Und auch wenn er heute fast
jammernd betont das er ” das so nie gewollt hat” ( Originalzitat),
jetzt ist es (fast) zu spät!
Jeder Arbeitgeber wird weiterhin und immer schneller auf dieses
Instrument des “Sparens” zugreifen denn es ist doch genau das was
die Reichen und Leistungsträger in diesem Lande seit vielen
Jahren wollen!

Das irgendwann hierzulande keiner mehr den ganzen Dreck kaufen
kann der produziert wird, gehört für die meisten Politiker in die
Kategorie Kolateralschaden!

Denn unsere kompetente Angie will nicht umsonst
EXPORTWELTMEISTERIN
werden! Binnenkonjunktur? Wat is dat denn? Nie gehört…

Im übrigen schliesse ich mich einem meiner Vorschreiber an, der
schrieb das man Wahlprogramme und Inhalte in diesem Wahlkampf nicht zu suchen braucht! Richtig..

Es gibt schlicht keine!

12 Limited August 22, 2009 um 14:34

@ weissgarnix

Oha, die SPD? Die Genossen in der Bundesführung werden einen Teufel tun und die Leute darauf stoßen, dass dies eventuell mit der Zunahme von Leiharbeit und dem durch die Zumutbarkeitsbedingungen für Langzeitarbeitslose ausgelöstem Lohndruck in Verbindung stehen könnte.

Das verdrängt man bis nach der Wahl, dann kommt die Nacht der langen Messer.

Die o.g. Tendenz ist allerdings nicht so furchtbar neu. Schon seit wenigstens 15 Jahren gibt es Daten darüber, dass der Niedriglohnsektor keineswegs ein bildungsfreies Gebiet ist.

während jeweils knapp 40 Prozent der Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz besetzen, der keine Qualifikation erfordert, haben tatsächlich nur etwa 16 Prozent keine Ausbildung.

Quelle: http://doku.iab.de/mittab/1995/1995_2_mittab_matheus.pdf

Hier hat auch der Ruf nach Bildung einen Pferdefuß. Zunehmende Qualifizierung führt nicht unbedingt zu mehr gut bezahlten Jobs, sondern dazu dass die Qualifikationsanforderungen für freie Stellen steigen.

Mercedes-Benz nimmt niemanden mehr ohne abgeschlossene Berufsausbildung für die Montagebänder. Für einfache manuelle Tätigkeiten wird so ein mehrjährige praktische Ausbildung Zugangsvoraussetzung. BWL-Studierende landen nach Abschluß des Studiums mangels Perspektive im Sekretariat und bleiben dort dann zunehmend dauerhaft. Da bleibt ausgebildeten Maurergesellen mitunter dann halt nur noch der niedrigbezalte Job im Wach- und Schliessdienst.

Ein anderes Feld ist die Leiharbeit, bei der die SPD auch ihren Mund fest geschlossen hält.

Die Zunahme der Leiharbeit hat zu einer Aufweichung von betrieblichen Standards geführt. Freiwillige betriebliche Leistungen sind deutlich abgeschmolzen worden und auch per Gesetz geforderte betriebliche Leistungen werden mitunter von Arbeitnehmern nicht mehr “in Anspruch” genommen.

Zudem hat der Trend zum Outsourcing zu einem Rückgang von Stellen mit Tarifstandards geführt. Die ganzen Fuhrparks, die jetzt von Autovermietern oder Logistikunternehmen betrieben werden funktionieren z.B. auch über Lohndumping und hoher Fluktuation in der Beschäftigung von Leiharbeitern.

Die Verletzung des Prinzips gleicher Lohn für gleiche Arbeit führt zudem innerbetrieblich zu Konkurrenz und Selbstausbeutung, die Leiharbeiter wollen ja zudem auch eine Festanstellung. Da kann man schon einmal ein Band mit Leiharbeitern bestücken und eines mit Stammbelegschaft und einfach zusehen, wie beide Gruppen sich hochschaukeln, bis 170% der erwarteten Norm erreicht sind.

Hier ein Bericht der Böklerstiftung dazu: http://www.boeckler.de/32014_94471.html

Interessant ist ja, ob dies ein unumkehrbarer Trend ist. Gibt es noch größeres Rationalisierungspotenzial in den Unternehmen? Oder wird die demografische Entwicklung das Erwerbspersonenreservoir soweit austrocknen, dass Arbeit und Qualifikation wieder einen angemessenen Preis bekommen.

13 Politclown August 22, 2009 um 14:46

ähm Wgnx

selbst wenn die Studie perferkt stimmt, was ich garnicht bezweifeln will, wo liegt dann darin ein Beweis dafür, dass das Modell der Grenzproduktivitätslöhne nicht stimmt.
Oder anders gefragt: Wo siehst du in der Statistik die Unternehmer, die massenweise Arbeitnehmer einstellen, die ihnen durch höhere Kosten als Nutzen Verluste einbringen???

Das einzige was ich aus der Statistik folgern kann ist, dass eine Berufsausbildung noch nicht höhere Produktivität bedeuten muss, wenn der falsche Beruf erlernt wird, für den es vielleicht nicht genug Nachfrage gibt. Ist ja das gleiche mit den Soziologen und Politikwissenschaftlern.

Löhne sind nun eben auch ein Knappheitspreis und zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Wenn einfach zu viele junge Menschen eine Friseursausbildung machen, gibt es nunmal ein Überangebot.
Die Grenzproduktivität von einer weiteren Friseurin an einem Kopf ist denke ich sogar negativ, wenn schon eine daran arbeitet. Jedenfalls glaub ich nicht unbedingt, dass es danach viel besser aussieht…
Wobei, wenn man fragen darf, musst du überhaupt zum Friseur, Wngx? ;-)

14 Jochen Hoff August 22, 2009 um 15:01

Es ist genauso wie die Studie es beschreibt. Dazu kommt aber auch noch, dass Berufe systematisch zerstört werden, um die Menschen berufslos zu machen. Und dann werden die Leute noch über mörderische Arbeitszeiten ausgebeutet:

“Wenn in einem Berliner Hotel ein Zimmermädchen 4,3 Zimmer in der Stunde putzen muss um auf einen Stundenlohn von 8,15 Euro zu kommen, dann wird schnell klar, wie gemein und hinterhältig solche Arbeitsverhältnisse sind. Sie müsste dann in 8 Stunden 34,3 Zimmer putzen. Normal wären 15 – 18 Zimmer, wobei je nach Zimmergröße und zwischen Bleibe und Abreise unterschieden werden müsste. Tatsächlich bekommt so ein Zimmermädchen umgerechnet einen reale Stundenlohn von 3,80 Euro bis 4,35 Euro.”

15 Politclown August 22, 2009 um 15:18

@Jochen Hoff #14
Traurige Situation, keine Frage. Nur vorausgesetzt, das Hotel benutzt keine kriminellen Methoden, dann ist das ein Wettbewerbspreis. Das Angebot an Putzkräften zu niedrigen Preisen ist halt einfach sehr hoch. Trotzdem macht es das Zimmermädchen freiwillig.
Wenn wir Niedriglohnberufe als Problem sehen, dann ist und bleibt es weiterhin ein BILDUNGSPROBLEM. Und ja, es ist auch ein Bildungsproblem, wenn viele Leute die FALSCHE AUSBILDUNG machen. Der Markt belohnt richtige Entscheidungen und nicht die falsche Berufswahl. Seht es als fair oder unfair an, es ist das beste System was wir haben.

16 weissgarnix August 22, 2009 um 15:26

@Politclown
Nein, einen direkten Zusammenhang mit dieser Studie wollte ich
in meiner Einleitung auch nicht herstellen. Vielmehr bezog ich mich
darin nur auf einen gestrigen Leitartikel in einer buergerlichen
Tageszeitung, in dem behauptet wurde, dass der Mindestlohn
en gros die jobs killen wuerde, mit dem bekannten Grenzprodukt-
Argument. Nur: gerade in diesem Segment ist das Grenzprodukt
pro Arbeitsplatz hauefig gar nicht ermittelbar, sondern maximal
pro Linie, Abteilung, Team, etc.

17 ergo sum August 22, 2009 um 15:30

@ Kritiker des Bösen # 11:

Es wurde ja auch langsam Zeit, dass die Leute merkten, dass “Exportweltmeister” lediglich eine anderes Wort für mangelnden Binnenkonsum ist.

18 Politclown August 22, 2009 um 15:32

WGNX
“Nur: gerade in diesem Segment ist das Grenzprodukt
pro Arbeitsplatz hauefig gar nicht ermittelbar, sondern maximal
pro Linie, Abteilung, Team, etc.”
=> Ja also, ist doch ein gutes Argument gegen Mindestlohn ;-)
Ungenaues Haudraufinstrument, das im Zweifel mehr Schaden anrichtet, als es nutzt!

19 Tempovision August 22, 2009 um 15:58

@15
“Nur vorausgesetzt, das Hotel benutzt keine kriminellen Methoden, dann ist das ein Wettbewerbspreis. … Das Angebot an Putzkräften zu niedrigen Preisen ist halt einfach sehr hoch. Trotzdem macht es das Zimmermädchen freiwillig.”

Das stimmt so nicht. Wenn es Wettbewerb wäre, hätte beide Seiten vergleichbare Positionen. So aber wird die Putzkraft durch’s “Amt” unter Druck gesetzt, jede Arbeit zu jedem Preis anzunehmen (bis hin zu dem Beispiel aus Berlin, wo eine Mutter ihre Tätigkeit als Prostituierte wieder aufnehmen sollte). Die Politik demontiert die Arbeitnehmerseite immer weiter ohne eine Grenze nach unten (Mindestlohn) einzuziehen.
In dieser Situation dann von Freiwilligkeit und der Vergütung als Ergebnis des Marktes zu sprechen, ist dann schon der blanke Hohn, wenn man gleichzeitig den Verhandlungsspielraum der Arbeitsnehmerseite immer mehr einschränkt…

20 Limited August 22, 2009 um 16:18

Wenn man über einen Markt spricht, kommt man nicht darum herum über die Grundlagen der Preisbildung zu reden.

Eine Frage dabei ist, ob der Arbeitsmarkt ein echter Markt ist, wo annhähernd gleichstarke Marktteilnehmer einen Preis aushandeln? Oder ob es die Situation gibt, dass eine Seite einseitig den Preis festsetzen kann? Also eher ein imperfekter Markt?

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt erinnert mich mehr an eine Versteigerung, bei der eine Partei einen Preis aufruft und die andere Partei nur annehmen oder ablehnen kann. Auf Seiten abhängig Beschäftigter ist in der Vergangenheit m.E. n. eine Erosion ihrer Verhandlungsposition eingetreten, der man begründet einen Riegel vorschieben sollte.

So gibt es nicht wenige Beschäftigte, die ein Einkommen erzielen, das unter demjenigen liegt, das sie ohne Beschäftigung erzielen würden. Sprich es gibt offenbar keine Schranke nach unten mehr, jeder Preis, und sei er noch so niedrig, ist von Arbeitgeberseite aus realisierbar.

In solch einem Umfeld spielen Faktoren wir Produktivität und Grenzprodukt nur noch eine untergeordnete Rolle.

21 Nanuk August 22, 2009 um 16:27

Empörend! Empörend!
Also wirklich es gibt gibt Menschen die Arm sind?
Empörend!
und die sind nicht mal selbst daran Schuld und geistig Minderbemittelt sind die auch nicht?
Empörend!Empörend!
http://www.youtube.com/watch?v=jPeawRfbuZk

22 lemming August 22, 2009 um 16:38

Natürlich macht es das Zimmermädchen nicht freiwillig. Für einen nicht-existenzsichernden Lohn KANN man gar nicht freiwillig arbeiten. Darum kommt hier die staatliche Zwangsarbeitswirtschaft ins Spiel. Die übernimmt dann einen Teil der Lohnkosten. Mit “Grenzproduktivität” hat das schon darum nichts zu tun, weil die Unternehmen, die Zeitarbeitsfirmen einsetzen, ja mehr zahlen und also auch wirtschaftlich zahlen können als den ausbezahlten Stundenlohn. Die Differenz steckt der Sklavenhändler ein.
Und die staatlichen Transferzahlungen in den Arbeitsmarkt machen jede Grenzprodukt-Ermittlung sowieso unmöglich, Produktivität kann sowieso nur auf Unternehmensebene ermittelt werden: Output – Input. Wenn der Input zu Teilen staatsfinanziert ist, also Lohnkosten senkt, sagt dieser Wert überhaupt nichts mehr aus. Die Grenze, um die es hier geht, ist das Rennen um die höchste Rendite, und die ist bekanntlich immer steigerungsfähig und -bedürftig. Manche nennen das auch “Grenzproduktivität des Kapitals”, die steigt dabei durch Transferleistungen, so dass ohne diese die Rendite nicht mehr wettbewerbsfähig ist, also kein Kapital mehr anzieht. Es müssen also immer mehr Transferleistungen her.
DAS ist die Ausbeutungslogik spätkapitalistischen Wirtschaftens, an deren theoretischem Ende zahlt der Staat alle Löhne, während die Gewinne im Casino verbrannt werden, mangels Investitionsgelegenheit, mangels Nachfrage.

Man könnte es ja mal ausprobieren: 20€/Std für alle Zimmermädchen. Ich wette, Deutscheland wird darum trotzdem nicht zur hotelfreien Zone, eher werden sich die am Kapitalmarkt aktiven Hotelketten zurückziehen, weil die Investoren woanders mehr Rendite erwarten. Na und? Das ist der Markt. Eine Branche, die nur mit Lohnkostenzuschüssen im Renditewettbewerb mithalten kann, muss offensichtlich schrumpfen, das könnte sogar ein Politclown verstehen..

23 goodnight August 22, 2009 um 16:45

Yep….aber der Drops ist doch schon gelutscht.
Langzeitarbeitslosigkeit ist ein deutsches Problem… und das liegt kaum daran, dass wir so schlecht ausgebildete Arbeitnehmer haben…in USA z.B. gibts gar keine Berufsausbildung …. aber das ist doch alle schon lange durch.
All dieses verzweifelte Steuern….gottchen….ab 2012 wird alles ganz anders….die Strukturen bestimmen….nicht irgendwelche VWLer oder SPDler … alles ein Witz. Yep, einfach mal beobachten….einfach mal schauen…z.B. auf den Arbeitsmarkt der Pädagogen oder Mediziner….da laufen gerade Sachen ab…yep, hält man nicht für möglich, wie Politiker und Beamte und Unternehmer ihre eigene “Gesetze” umgehen, sobald die auf ne Struktur stoßen. Da werden “echte” Ausländer über 40 nach 10 Jahren out of practise plötzlich auf Staatskosten wieder in den Job gebracht und zwar asap….und die steigen dann für 100 tsd. p.a. ein.. Da werden plötzlich Kopfgelder und Boni im Staatsdienst gezahlt…yep, all das in Deutschland. Aber alles ganz leise.
Egal…wählt SPD, Ihr Schafe ;-)

“I helped build missiles. I helped protect this country. You should be rewarded for that. But instead they give it to the plastic surgeons, you know they lied to me.”
Bill (falling down)

24 Nanuk August 22, 2009 um 16:49

@lemming
“DAS ist die Ausbeutungslogik spätkapitalistischen Wirtschaftens, an deren theoretischem Ende zahlt der Staat alle Löhne, während die Gewinne im Casino verbrannt werden, mangels Investitionsgelegenheit, mangels Nachfrage.”

Nein Lemming das ist keine Logik das ist die Dummheit des Kleinbürgers.Der sich Schlachten läst da gehören immer zwei zu…

25 Limited August 22, 2009 um 17:03

@ goodnight

Warum sollte der Drops gelutscht sein?

Es hindert die Politiker niemand aktive Arbeitsmarktpolitik zu betreiben. Wenn der Druck da ist, dann wird sich auch die Politik bewegen müssen.

Es gibt ja kein Naturgesetz, das der Einführung eines Mindestlohns, der Etablierung eines öffentlich geförderten Dienstleistungssektor und der Einrichtung einer vernünftigen Weiterbildungs- und Qualifizierungslandschaft widersprechen würde.

26 Christian Wagner August 22, 2009 um 17:06

Man,man,man und dafür hat es ner studie gebraucht,respekt! Vor paar wochen hab ich mich ja mit dem blogger tischer im herdentrieb genau über dieses thema gestritten.er meinte ja auch,niedriglohnsektor sei nur ein thema der geringqualifizierten. Ich hab ihm dann aber das beispiel generation praktikum als gegenargument genannt. War unterbesserlich. Tja,und da war er wohl nicht der einzige. Meine theorie für diese verblendung: akademische missbildung -auch hier schon öfters angeprangert. Will sagen: verlasst eure theorientürme, lest nicht zig theoretische abhandlungen von irgendwelchen professoren. Lest dagegen die zeitungsannoncen von zeitarbeitsfirmen, sprecht mit arbeitssuchenden, unterhaltet euch mal mit obdachlosen, das ist die welt. Dann nehmt euren verstand, verarbeitet eure eindrücke und denkt nach und bildet euch eure eigene meinung, nicht die von professor xy, der im zweifel eine auftragsarbeit abgibt.

27 Klaus Jarchow August 22, 2009 um 17:07

@ 15: Politclown: Das Zimmermädchen “mache das ja freiwillig”? Sag mal, geht’s noch?

28 Guido August 22, 2009 um 17:15

@…….
Von Bildung auf Einkommen zu schliessen ist Naiv.
Die Frage ist eher ob Menschen gewillt oder fähig sind zu bezahlen.

Ich möchte hier wenn von Bildung geredet wird, einen anderen Begriff verwenden, die Kreativität.
Man könnte auch von Intelligenz sprechen.
Diese ist für eine gute Leistung entscheidend.
(OT: NL wäre ein gutes Beispiel für fehlende Kreativität,
trotz Bildung und Fleiss)

Unternehmen bezahlen nicht die Kreativität.
Sie wollen nicht bezahlen ! Auch nicht für Bildung.
Der Wert von höheren Dienstleistungen ist sowieso nicht messbar.

Intelligente haben naturgemäß höhere Ansprüche an ihrer Lebensgestaltung, und versuchen dem Schicksal der Sklavenarbeit zu entgehen,
und das auch bei geringerem Einkommen.
Daraus ergibt sich daß durchaus auch Intelligente / Gebildete Geringverdiener sind.

Und unter den Niedrigstverdienern gibt es mehr gebildete als
diese Statistik zeigt.

29 Guido August 22, 2009 um 17:17

@Politclown
du kannst froh sein daß Typen wie ich einfach den Standort wechseln

30 ergo sum August 22, 2009 um 17:21

Die langjährige Förderung unserer Exportindustrie hat dazu geführt, dass sich unsere industrielle Produktion mehr und mehr auf den spezifischen Bedarf unserer ausländischen Exportkunden einstellte. In China war dies sogar noch extremer, wo ganze Fabriken ausschließlich für das Ausland produzierten. In einer Krise sind solche Länder natürlich am schwersten betroffen, sobald der Export einbricht.

Im Gegensatz zu Deutschland erkannte China die Lage sofort und benutzte die Flaute zur Förderung seiner Infrastruktur. Unsere Angie hingegen redet heute noch von Förderung des Exports.

31 Wat. August 22, 2009 um 17:57

@ Wgn – echt, ich will Dir ja wirklich nicht zu nahe treten, aber für wie blöd bzw. intellektuell unterbemittelt hälst Du eigentlich Deine Blogschreiber…

Seit Monaten kriegst Du hier zu hören, dass man auch mit bester Ausbildung, erheblicher Erfahrung und Mobilität nicht um Hartz4 herumkommen können muss (und das nicht von einem Familienvater mit 10 unterhaltsberechtigten Kindern) – und Du packst das in die Ecke, als wäre das nur Gelaber?

@lemming hat auf ganzer Linie recht.

Btw. und es sollte auch in Zukunft niemand von den hier lesenden und schreibenden, egal ob in D oder A, davon ausgehen, nicht doch einmal Betroffener zu sein… – sorry, aber kommt von Euren hohen Ross, solange Euch nicht die FED gehört ;-)

32 Politclown August 22, 2009 um 17:59

@Mindestlohndebatte (ach mei ist das schön, wie man sich da immer noch emotional erhitzen kann)
Also, verstehe. Die Leute die im Niedriglohnsektor arbeiten sind also intelligent und kreativ, werden aber gezwungen dort zu arbeiten. Wenn ein Unternehmen ein kreatives Team etwa zum Projektmanagement sucht, kann es niemanden von diesen intelligenten und kreativen Leuten mit z.B. einem höheren Lohn abwerben, weil die werden ja gezwungen zu putzen und so. Alright. Und das ist deshalb so, weil unsere Wirtschaft ja zum Export gezwungen wird. Außerdem sind es nur zwei bis vier Unternehmen(wahrscheinlich ein Kartell), die überhaupt im Niedriglohnbereich einstellen dürfen, die nutzen ihre Markt- und Verhandlungsmacht schamlos aus, das Kartellamt schaut zu, und der Staat hat zusätzlich die Aufgabe die armen Leute mit Gewalt zur Sklavenarbeit zu treiben.
Oh Gott, jetzt, wo ich euer Weltbild verstanden habe, wird mir auch ganz Angst und Bange. Schrecklich. Ihr habt so recht. Was soll ich dagegen tun? Vielleicht sollte ich den ausgebeuteten Sklavenarbeitern das Arbeiten unter einem bestimmten Lohn verbieten und Exportbeschränkungen einführen. Yes, that sounds like a plan!

33 holger August 22, 2009 um 18:14

Schöne Grafik, was sagen die Charttechniker dazu? Sind die in den Fibonacci Zahlen und Elliotwellen eingearbeitet?

Der sozialste Sprengstoff der Gegenwart. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich mich 69 freiwillig vom Planeten verbannt, um meinen Kindern, dieses kaputte zu ersparen. Nein, der Blödmann musste auch noch dem inneren Antrieb der Vermehrung antreten.

Es ist doch ein Schwachsinn hoch drei, was diese “Zivilisation” aufführt. Nur weil auf einem Blatt Papier eine schwarze Zahl auftaucht, die mehrere Nullen aufweisen soll.

Gran dios! Gran dios!

34 Nanuk August 22, 2009 um 18:33

Der Politclown schreit förmlich danach ihm mal kräftigst die Fresse zu polieren…
http://www.youtube.com/watch?v=ntSHqVjEmls

35 Limited August 22, 2009 um 18:41

@ Politclown

Außerdem sind es nur zwei bis vier Unternehmen(wahrscheinlich ein Kartell), die überhaupt im Niedriglohnbereich einstellen dürfen, die nutzen ihre Markt- und Verhandlungsmacht schamlos aus, das Kartellamt schaut zu

Schön polemisch und provozierend geschrieben.

Es sind durchaus mehr als zwei bis vier Unternehmen, die sich betriebswirtschaftlicher Notwendigkeiten nicht verschließen können. Wenn Unternehmen A 5 Euro Stundenlohn zahlt, und Unternehmen B 4 Euro, dann bekommt B den Auftrag. Das hat dann zur Folge, dass Unternehmen A bei der nächsten Ausschreibung auch mit 4 Euro ins Verfahren einsteigt. Die Möglichkeit über eine Tariftreueregelung zumindest für den öffentlichen Sektor gegenzusteuern, hat vor kurzem erst der EUGH erledigt. Für den privaten Sektor ist alles machbar. Da kann man bald auch mit 1 Euro in der Stunde verhandeln, den Rest übernimmt ja der Staat/die Steuerzahler. Hauptsache der Gewinn stimmt.

Dieses race to the bottom erschreckt zunehmend sogar die Arbeitgeberverbände selbst und einige von diesen sind der Einführung von Mindestlöhnen nicht abgeneigt.

Ich denke, wir können uns ein wenig Plan schon erlauben, wenn wir verhindern wollen, dass eine Kanibalisierung stattfindet.

Mit Marktlogik haben wir es jetzt eine zeitlang probiert. Wie imperfekt Märkte und ungeregelte Marktprozesse sind, spiegelt sich ja nicht nur am Arbeitsmarkt, sondern auch in vielen anderen Bereichen, vom Finanzmarkt bis zum us-amerikanischen Gesundheitssystem. Die Ergebnisse sind nicht unbedingt durchweg positiv zu bewerten, um es höflich zu formulieren.

Insofern halte ich es für ein Zeichen von Lernfähigkeit und Intelligenz es auch mal wieder mit anderen Mitteln, z.B. einem Mindestlohn, zu versuchen.

36 J.Kramer August 22, 2009 um 18:46

Erst wenn die Qualifizierten anfangen, die Systemprobleme selbst zu erfahren, dürfte echte Bewegung ins politische Handeln kommen.
Es ist davon auszugehen, dass geitig fitten in der Lage sind, ihre Fragen hörbar zu stellen. Die undankbare 4-EUR-Friseuse (Zit. Guttenberg) meckert nur ihre Kunden an.

37 Victor August 22, 2009 um 19:23

@Politclown

Ich bin überrascht.
Nach der Kapitalkontroverse (die gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion der Neoklassiker wurde als Chimäre entlarvt) galt in den 60er Jahren die neoklassischen Makroökonomie als gescheitert.
Frage:
Ist die Lohnhöhe das Kriterium für die Entwicklung des BIPS?

38 Politclown August 22, 2009 um 19:38

@Limited:
Okay, wir halten fest: Es gibt also doch einen gewissen Wettbewerb um die Arbeitnehmer und auf der anderen Seite gibt es den Wunsch möglichst billig zu produzieren. Es sollte also ein Gleichgewichtspreis zustande kommen. Der ist niedrig und ein gleichzeitig Anreiz darauf zu reagieren:
=> Signal an die Unternehmer: Stell mehr Leute ein, dann kannst du mehr zu gleichen Kosten produzieren!
=> Signal an die Arbeitnehmer in diesem Sektor: Wechsle in einen Sektor, wo’s mehr zu holen gibt, oder werde selbst Unternehmer!

Was wir sehen ist aber, dass irgendwie die Preise trotzdem weiter sinken. Das führt zur Überlegung, dass die Leute
a) die Signale nicht hören (Informations-/Bildungsproblem)
b) nicht hören wollen (dann brauchen sie sich aber auch nicht zu beschweren)
c) nichts machen können, weil sie daran gehindert werden zu reagieren/Alternativen verstellt werden. (Also muss heraus gefunden werden, was daran hindert und dass die Hindernisse so gut wie möglich beseitigt werden)

Was aber mE Unsinn ist, wäre es an den Symptomen rumzudoktern und einen Mindestlohn einzuführen. Wenn im Cockpit ein rotes Alarm-Lämpchen blinkt, klebt der intelligente Pilot doch auch keinen grünen Aufkleber drüber, damit alles wieder toll aussieht, oder?

“Für den privaten Sektor ist alles machbar. Da kann man bald auch mit 1 Euro in der Stunde verhandeln, den Rest übernimmt ja der Staat/die Steuerzahler. Hauptsache der Gewinn stimmt.”
=> Einverstanden, dann denken wir uns das nochmal durch. Es gibt Mega Gewinn für die Unternehmen im Hotelreinigungssektor. Das ist wiederum ein Signal, mit der eindeutigen Botschaft an die potentielle Konkurrenz:
- In den Hotelreinigungssektor investieren und Leute einstellen -> Mehr Arbeitsplätze -> Mehr Nachfrage -> Höherer Preis/Lohn -> Negativwettbewerb gestoppt.
Wenn die hohen Gewinne aber bestehen bleiben, muss man wiederum analysieren, warum das so ist. Wettbewerbsbeschränkungen? Absprachen? etc.
Meistens also ein Fall für’s Kartellamt aber nicht für den Mindestlohn. It is that easy, isn’t it?

39 Politclown August 22, 2009 um 19:39

@Victor: “Makroökonomie ” -> Das ist Mikroökonomie.

40 Mathias August 22, 2009 um 19:56

Das ganze ist doch kein Deutsches Problem..
Sondern muss nur mal bei den Nachbarn schauen..dereen Junge Generation vermutlich auch bald eine Lostgeneration wird..

http://www.deredactie.be/cm/vrtnieuws.english/news/090821_Cortebeeck

[i]
“Unemployment amongst youngsters will be the biggest problem. If you lose a generation, like we did in the 70′s – we saw then that it takes 25-30 years to create the same number of jobs as we had before the crisis. Well we can’t let this happen- we need these people.”

Luc Cortebeeck is also pessimistic about employment in general. The Federal Planning Office estimates that we will see another 200,000 jobs go. “We fear that there could be more, and at the moment 1 in 5 blue-collar workers are already unemployed,” said Luc Cortebeeck on the VRT radio this morning. According to the head of the ACV unemployment amongst the youngest generation of workers could rise to 40%.
Mr Cortebeeck is in favour of raising taxes to provide more budgetary room for the social security. The ACV is against any sort of cuts in benefits but points out that more money could also be raised by doing away with some deductions. [/i]

das Spricht doch Bände..
Generation Praktikum Europaweit..

41 Victor August 22, 2009 um 20:01

@Politclown

Das Beispiel mit der Frisörin liebe ich.
Die Verteilung der Potenz Geldmittel auf die Nachfrager hat keinen Effekt auf die Anzahl der Frisörinnen die erfolgreich am Markt Leistungen anbieten können.
Alles Mikroökonomik.
Besonders absurd wird es wenn wir uns Vorstellen , dass die Gewerkschaften die Macht hätten über Reallöhne zu verhandeln.

42 Limited August 22, 2009 um 20:25

@ Politclown

Ich kann leider deiner Argumentation nicht folgen? Einiges bleibt für mich unverständlich.

Wo gibt es einen Wettbewerb um Arbeitnehmer? Das ist bei einige spezialisierten Experten der Fall, aber nicht im Reinigungsgewerbe.

Wenn im Reinigungsgewerbe nicht genügend Arbeitskräfte zu finden sind, dann heuert die Reinigungsfirma eine Leiharbeitsfirma an, die dann ggf. die Arbeitskräfte von der Arbeitsagentur zugewiesen bekommt.

Tatsächlich wird es im Reinigungsgewerbe wohl einen knallharten Wettbewerb geben. Ständig machen kleine und mittlere Firmen auf und nach einiger Zeit wieder zu, weil andere ihre Niedriglöhne schon wieder unterbieten. Wachdienste sind ein ähnliches Feld.

Dieser Wettbewerb hat aber den Reinigungskräften nichts gebracht in Hinsicht auf ihre Einkommenssitutation. Eher im Gegenteil sind “eingessesene” Unternehmen mit höheren Standards doch von der Bildfläche verschwunden.

Die Vorstellung von einem Gleichgewichtspreis geht m.E. von einen recht artifiziellen Markt aus, bei dem es darum geht die Paritäten auf Seiten von Angebot und Nachfrage auszugleichen. Derartiges mag in volkswirtschaftlichen Lehrbüchern so stehen, ein derartiger Markt ist mir im realen Leben noch nicht untergekommen. Der Markt, den ich kenne, in dem ist der Wettbewerb nicht auf ein Gleichgewicht sondern auf Verdrängung ausgerichtet. Kurz: Die Starken fressen die Schwächeren und die ganz Schwachen können nur zuschauen.

Neben einem Systemwechsel gibt es die Möglichkeiten der Systemanpassung. Die soziale Marktwirtschaft war einmal ein derartiges adaptives System. Mindeslöhne können ebenso eine Möglichkeit der Anpassung bieten. Dass das möglich ist, sieht man in anderen Ländern. Über die Höhe der Mindestlöhne kann man ja ggf. streiten. Aber als Schranke nach unten, als Schutz für die ganz Schwachen, ist ein Mindestlohn meiner Meinung nach nötig. Und auch um zeitweise Luft aus dem race to the bottom in der Lohnhöhe zu lassen.

Ich halte das keineswegs für einfach, ganz im Gegenteil.

43 Victor August 22, 2009 um 20:47
44 Bernhard August 22, 2009 um 21:04

Arbeitsmarkt I: Das Recht zu verhungern. Wer will so ein Mist? Politclown ist auf dem Machtauge blind. Die herrschenden Verhältnisse sind nicht Halbgott-Markt-gegeben. Väterchen Marx und Tochter Luxemburg lugen schon um die Ecke.

Arbeitsmarkt II: Den “gibt” es, nennt sich vierter Arbeitsmarkt. Das sind viele illegale Immigranten. Die arbeiten für etwas Essen, ein Dach und dafür, nicht verpetzt zu werden. Angesichts dieser Hotellerie-Zustände wundert es mich, dass die Ausländerkriminalität nicht wesentlich höher ist (sie ist naturgegeben etwas höher, für Inländer gelten die Ausländergesetze schließlich nicht). Die politischen Rahmenbedingungen bestimmen die realen “Marktverhältnisse”, besser: Machtverhältnisse. Ich meine, der Begriff “Arbeitsmarkt” ist in sich schon Manipulation, angewandte Rabulistik in höchster Vollendung, auf dass Ihr weiter auf dem Leim geht. Insoweit ist das Zeit-Bild nur eine Prise Ablenkung. Man diskutiert auf entfernten Nebenkriegsschauplätzen.

@weissgarnix: Interessant in dem Zusammenhang ist der Versuch, auch die IT-Löhne auf Zimmermädchen-Niveau zu drücken. Bin ich froh, dass die Green-Card-Aktion, auf die beziehe ich mich im Kern, gescheitert ist… Aber warum sollen Menschen für ihre Passion, kreativ tätig zu sein (was so ein Wi.Ing. zum Beispiel beruflich treibt), überhaupt noch eine Entgeld bekommen? Heutzutage sollte man froh sein, überhaupt arbeiten zu dürfen. Ehrenämter bekommen gewöhnlich auch kein Geld.

Inhaltliche Überschneidungen mit anderen Kommentaren: Bitte um Entschuldigung, mir fehlte die Zeit, die Kommentare vollständig zu lesen.

45 Bernhard August 22, 2009 um 21:10

@Kritiker des Bösen, #11:

“Im übrigen schliesse ich mich einem meiner Vorschreiber an, der
schrieb das man Wahlprogramme und Inhalte in diesem Wahlkampf nicht zu suchen braucht! Richtig..

Es gibt schlicht keine!”

Gucke er doch mal unter Überraschung.

Grüßle aus h.-A.
Bernhard

46 Politclown August 22, 2009 um 21:12

@Victor: Worauf willst du hinaus?

@Limited:
“Wo gibt es einen Wettbewerb um Arbeitnehmer?”
-> Fragst du und beantwortest es danach gleich selbst und schreibst:
“Dieser Wettbewerb hat aber den Reinigungskräften nichts gebracht in Hinsicht auf ihre Einkommenssitutation. ”
-> Na ich sag mal so… wenn es keine Wettbewerb gegeben hätte, wäre die Lage noch dramatischer. Warum die Marktteilnehmer nicht auf die dramatischen Signale reagieren (können), ist die entscheidende Frage. (s.o.)

Aber wie ich lese, kommt diese Logik ja aus den verstaubten Lehrbüchern. Also ist sie falsch, sagst du.
Oh wie ich dieses Totschlagargument liebe :-)
Keine Frage, ich benutze ein Modell des Marktes zur Erklärung, das von Natur aus das Problem eines Modells hat: Es ist stark vereinfacht um damit grundsätzliche Zusammenhänge zu finden.
Verdrängungswettbewerb ist im übrigen Teil des Modells. Nennt sich freier Marktein- und Austritt. Kannst aber gerne nach anderen Prämissen suchen, die nicht zutreffen, dann können wir darüber diskutieren, ob sie so relevant sind, um die Aussagen ins Gegenteil zu verkehren. ;-)

Last but not least:
“Aber als Schranke nach unten, als Schutz für die ganz Schwachen, ist ein Mindestlohn meiner Meinung nach nötig.”
=> Schutz der ganz Schwachen vor wem? Vor sich selbst, weil sie nicht in der Lage sind, selbst zu entscheiden was gut für sie ist?
Das ist Paternalismus, sorry, nicht mein Ding. Neulich hat der Radprofi Jörg Jacksche einen Vertrag für einen Euro abgeschlossen. Da wusste er bestimmt nicht, was er tut… muss der Staat verbieten, oder?
http://www.sueddeutsche.de/sport/542/452249/text/

Über Probleme bei Umverteilung und sozialen Sicherungssystemen muss diskutiert werden, aber ein Mindestlohn ist da sicher keine adäquate Lösung. Er ist marktkonträr und hat in einer sozialen Marktwirtschaft nichts zu suchen. Roger?

47 Bernhard August 22, 2009 um 21:21

Ein Vorposter schrieb:
“Nennt sich freier Marktein- und Austritt” : Irreversibles Geschäft. Tote lassen sich nicht zu leben erwecken (Hinweg mit dem Gleichgewichtskäss!!!)…

48 Bernhard August 22, 2009 um 21:24

“Er ist marktkonträr und hat in einer sozialen Marktwirtschaft nichts zu suchen. Roger?”

–>>> Ich dachte, die Markt-Religionsgemeinschaft ist tot. Da irre ich mich wohl, schade.

*duck un wech*

49 Rainer König August 22, 2009 um 21:37

@Matthias

“lost generation” muss nicht zwangsläufig so kommen. Guckst Du hier:
http://koenig-haunstetten.de/2009/08/22/lost-generation/

;-)

50 Limited August 22, 2009 um 21:42

@ Politclown

Wo schreibe ich von einem Wettbewerb um Arbeitnehmer im Reinigungsgewerbe?

Der Wettbewerb von dem ich schreibe ist derjenige der Unternehmen untereinander, Arbeitnehmer sind dabei nur Manövriermasse.

Natürlich ist Verdrängung auch im Marktmodell klassischer Herkunft vorgesehen, aber nur als Zwischenstadium hin zu einem neuen Gleichgewicht. Das dieses Gleichgewicht gar nicht erreichbar ist, dass wir es immer mit unvollkommenen Märkten zu tun haben, ist als Denkmöglichkeit offenbar noch nicht recht weit vorgedrungen.

Modelle sollten falsifizierbar sind. Das Marktmodell ist nicht vollständig falsifizierbar, da es sich um ein sozialwissenschaftliches Postulat handelt.

Sozialwissenschaftliche Postulate haben immer einen räumlich, zeitlich und/oder sachlich eingeschränkten Geltungsbereich. Auch wenn sich Wirtschaftswissenschaftler seit Jahrhunderten bemühen ein quasi naturwissenschaftliches Axiom zu finden (was wahlweise auch einmal marxistisch oder keynesianisch ausfallen kann).

Zudem müssen sich Modelle an der Realität bewehren. Die Marktapologeten versuchen seit Jahrzehnten ihr Modell umzusetzen, mit dem Versprechen, dass daraus eine optimalere Wohlstandsverteilung zu erreichen ist.

Entschuldigung, aber ein Modell, das zu den gegenwärtig zu beobachtenden Kosten und gesellschaftlichen Spaltungstendenzen führt, sollte man m.E.n. eher ändern, als beibehalten.

Ein wenig Paternalismus finde ich nicht schlecht. Ich lebe gerne in Gemeinschaft.

Da ich aus meiner Perspektive keinen auf ein Gleichgewicht ausgerichteten Markt erkennen kann, halte ich den Mindestlohn nicht nur für marktkonform in einem System unvollkommener Märkte, sondern auch für geeignetes Instrument.

Ich denke beide Sichtweisen lassen sich begründen und haben ihren Sinn. Die Zukunft wird weisen, was kommt.

51 Politclown August 22, 2009 um 21:47

Guten Abend Bernhard!
Ich habe sensationelle Neuigkeiten für dich:

1.) Wer kündigt, wird nicht am Ausgang erschlagen!!!

2.) Auch noch andere Parteien haben Wahlprogramme, du findest sie unter: cdu.de, spd.de, fdp.de, gruene.de usw.

Isn’t life great?

52 Dingens August 22, 2009 um 21:50

@Politclown
Definiere mal bitte “Soziale Marktwirtschaft”. Ich glaube, zwischen dir und einigen Postern hier hakt es da schon.
Der Mindestlohn ist nicht marktkonträr. Sondern wenn Wettbewerb über marktgefährdend- niedrige bzw. wettbewerbswidrige Einkommen ausgetragen werden soll, ist er ein Finger der “unsichtbaren Hand”, die schlimmeres verhindert.

53 Dingens August 22, 2009 um 21:54

@51 (Nachtrag)

Wer kündigt, bekommt 3 Monate kein Geld vom Amt. Bei Niedrig(st)lohnbezieher ein Fiasko. Von daher auch eine Form der Erpressung.
Ich weiß. Jeder ist seines Glückes Schmied und kann einen der 100000 vakanten Bundespräsidentenstellen in diesem Land ergattern…^^

54 hacedeca August 22, 2009 um 21:58

@Politclown, # 46

“=> Schutz der ganz Schwachen vor wem? Vor sich selbst, weil sie nicht in der Lage sind, selbst zu entscheiden was gut für sie ist?”

Eben! Die einfachen Leute, die nur einen Job wollen, 2 Wochen Mallorca, ein halbwegs neues Auto und nicht viel mehr, die werden unter Druck gesetzt und einem Wettbewerb unterworfen, der so keinen Sinn macht.

Die klassischen Ehrgeizlinge aber, die Eliten, die leben in einer nahezu konkurrenzlosen Situation der Parteienkartelle, der bankster bail outs, der goldenen Fallschirme und Boni.

Macht mal so weiter! Mehr “Aktivierung” über HartzIV, mehr Zuwanderung von Hungerleidern, mehr indirekte Demokratie, mehr Governance, mehr Boni, mehr Überwachungsstaat!

Apropos: Ist es eigentlich ein Zufall, dass auch die 2te deutsche Demokratie in Massenarbeitslosigkeit und Superschulden versinkt?

55 Nanuk August 22, 2009 um 22:05

@Politclown
Was sie hier tun ist einen Theologie Vorlesung geben…
Warum ich als Unternehmer nicht höhere Löhne Zahlen kann weil die Kommunen zb billig Firmen anheuern… es gab Zeiten da ging das über Klüngel war zwar Korrupt aber wenigstens Sozial…

In Essen wurde zb ein neues Einkaufzentrum gebaut Rumänen haben se gefunden die nix zu Fressen hatten und Wochenlang keine Kohle und die hat man auch nur durch zufall entdeckt…
Das sind die Realitäten in unserem Land 20000 Eur gespart aber 40000 Eur Sozialhilfe zahlen dieses Land ist ein Irrenhaus…

und waruum die Friseurin schwarz arbeitet ist auch klar weil sie da ordentlich bezahlt wird und fangen sie nicht mit Sozialabgaben an… unser Sozialsystem ist deshalb so teuer weil man 50 Leute einstellt die aufpassen das 30 Harzler nicht den Staat betrügen Herzlich willkommen im Irrenhaus!

Man verzeihe die Polemik aber auf Polemik kann man nur so antworten…

56 Bernhard August 22, 2009 um 22:11

Ich hab noch etwas Zeit:

@ #51-Poster

Nr. 1: Schon mal was von Kapitalakkumulation gehört? Dat is irre. (irre. =: irreversibel). Für vereinzelte AN mag das gelten, das geheadhunterte Wechselspiel. Bei Massen-AL bitte nicht verallgemeinern. Bei mehrjährige AL sind Sie draußen. Schon gehört? Sie sind jetzt zu alt, schon mal mitbekommen. Das ist all zu oft eine Einbahnstraße ins Abseits.

Andere Wahlprogramme: Nett. Und nu? Da gibt es doch Unterschiede, gerade, was die Alternative zur marktliberalen Wirtschaft angeht. Die meisten Parteien sind schlichtweg wirtschaftspolitisch verbrannt – meine Meinung. Variationen des gleichen Irrtums. Es lebe die Massenträgheit; nicht die Physikalische…

There
is
a
alternative.

–>> TIAA statt TINA. !!!

Gute Nacht!

57 Politclown August 22, 2009 um 22:14

@Limited #50

“Wo schreibe ich von einem Wettbewerb um Arbeitnehmer im Reinigungsgewerbe?”
=> Oh sorry, ich dachte wir diskutieren gerade über Löhne… dazu ist normalweise eine Faktormärkte-Betrachtung notwendig. Ich habe einfach mal angenommen, das wolltest du tun. Wenn nicht, dann solltest du es jetzt tun.

“Das dieses Gleichgewicht gar nicht erreichbar ist, dass wir es immer mit unvollkommenen Märkten zu tun haben, ist als Denkmöglichkeit offenbar noch nicht recht weit vorgedrungen.”
=> Doch die Modelle dazu nennen sich unvollkommene Konkurrenz bzw. monopolistische Konkurrenz.

“Zudem müssen sich Modelle an der Realität bewehren. Die Marktapologeten versuchen seit Jahrzehnten ihr Modell umzusetzen, mit dem Versprechen, dass daraus eine optimalere Wohlstandsverteilung zu erreichen ist.”
=> Okay, dann gehen wir doch einfach mal drei Jahrzehnte zurück. So ca. 1980. Es leben halb so viele Menschen auf der Welt und die Armut ist relativ doppelt so hoch bei 40% der Weltbevölkerung.
Und du willst mir erzählen, wir hätten seitdem nichts erreicht??? Kannst ja mal nach Kuba oder Nordkorea fahren, die praktizieren bekanntlich noch die überlegeneren Wirtschaftsmodelle.

“Ein wenig Paternalismus finde ich nicht schlecht. Ich lebe gerne in Gemeinschaft.”
=> Sag’s doch gleich.

“Da ich aus meiner Perspektive keinen auf ein Gleichgewicht ausgerichteten Markt erkennen kann…”
=> Vielleicht hilft es dir, wenn du dir erstmal das Gegenteil vorstellst, ein Markt der nicht im Gleichgewicht ist. Durch Rationierung, Preisfestsetzung oder staatliche Zentralplanung wird ein Gleichgewichtspreis verhindert. Was das zur Folge hat kann man in Geschichtsbüchern nachlesen. z.B. in der Nachkriegszeit vor der Währungsreform (mit gleichzeitiger Preisfreigabe!!). Bekanntlich waren da die Schaufenster leer, viele Güter Mangelware, der Schwarzmarkt mit Zigaretten boomte. Und über Nacht mit der Preisfreigabe waren plötzlich die Schaufenster gefüllt. Und du willst mir jetzt erzählen, die freie Preisbildung und das Marktgleichgewicht (das natürlich dynamisch sein kann) wären irrelevant und hokus pokus???
Ach klar, verstehe, das war ein einmaliges Wirtschafts-”Wunder”… I got it!

58 Nanuk August 22, 2009 um 22:26

“Was das zur Folge hat kann man in Geschichtsbüchern nachlesen. z.B. in der Nachkriegszeit vor der Währungsreform (mit gleichzeitiger Preisfreigabe!!). Bekanntlich waren da die Schaufenster leer, viele Güter Mangelware, der Schwarzmarkt mit Zigaretten boomte. Und über Nacht mit der Preisfreigabe waren plötzlich die Schaufenster gefüllt”

Ja das Model USA China halt nur das China heutzutage den Marschalplan für die USA erstellt hat… sie sind ein Depp Politclown…

59 Politclown August 22, 2009 um 22:30

@Dinges:
SozMaWi: Verstehe da das darunter, was die Begründer aus der Freiburger Schule darunter verstehen. Eucken und co.
@Dinges #53
“Wer kündigt, bekommt 3 Monate kein Geld vom Amt.” -> Okay, das wäre ein Punkt, der geändert werden sollte. Einverstanden.
@Nanuk #53:
Dein erster Absatz ist Quatsch. Mit dem Rest kann ich mich anfreunden. So wie das Steuer- und Sozialsystem aktuell ist, kann es nicht bleiben. Allein schon diese ganzen Kontrollen, dass sich ja nicht zu viel geleistet wird. Die Leute sollten das Geld dafür lieber direkt bekommen und eigenverantwortlich damit umgehen.

@56: Kapitalakkumulation. Humankapital. Oh da ist der böse Begriff.
Nur mal so ne Frage: Du beklagst die individuellen Folgen von AL, willst aber einen Mindestlohn, der noch mehr AL schafft. Eins von beiden musst du ändern, das passt so nicht zusammen ;-)

Damit ne gute Nacht, ich muss morgen um 5 Uhr raus zum Zug. Bye,bye.

60 Bernhard August 22, 2009 um 22:32

@ #57-Poster

Es hob ein Politclown ab und schrieb:

“=> Okay, dann gehen wir doch einfach mal drei Jahrzehnte zurück. So ca. 1980. Es leben halb so viele Menschen auf der Welt und die Armut ist relativ doppelt so hoch bei 40% der Weltbevölkerung.”

– >> für Dich, siehe bitte Dr. Karen Horn und die Yucca-Palme

Und du willst mir erzählen, wir hätten seitdem nichts erreicht??? Kannst ja mal nach Kuba oder Nordkorea fahren, die praktizieren bekanntlich noch die überlegeneren Wirtschaftsmodelle.

So so, schwarz-weiß-Denken ist angesagt. Der Stamokap ist hin; der Primokap aber auch. Und der real-exisitierende Marktliberalismus hat sich gerade auch widerlegt.

Sehr gute Argumentation, dass mit den Ländern. Ist bloß nicht hilfreich… Aber unser Primokap entwickelt sich. Und werden vielleicht bei einer privatwirtschaftlichen Variante Deiner genannten Länder landen. Deshalb müssen wir doch die herrschenden Parteien politisch entzaubern/entmachten, oder nicht?

Noch etwas, was haben die genannten Staaten mit der Diskussion zu tun (rhetorische Frage)? Ich erlaube mir eine Antwort: niet!

61 Mathias August 22, 2009 um 22:32

@Rainer König:

Japan hat seine Lost decade, und indirekt haben wir doch schon seid 2001ff unsere half lost decade, Agenda 2010 sei Dank!
Schließlich haben wir teile ihre Arbeitsmarktpolitk übernommen..
Vergleiche Ich die Generation ü 35 D und ü35 J ist sie Identisch.
Gekennzeichnet durch Prekäre Arbeitsverhältnise, häufige Jobwechsel, und trotz guter bis sehr guter Ausbildung kaum möglichkeiten langfristig zu planen.
Sollte nun die Wirtschaftskrise wirklich so werden, wie es sich andeutet, dann kann man uns schon als Lost generation ansehn…
Pessimist bin ich zwar nicht, aber der Realist in mir, ist nicht blind..
Nouriel Roubini, hat die Sache in seinen letzten beiden Kommentaren bei PS.o ziemlich gut getroffen..
Gefahr Arbeitslosigkeit
http://www.project-syndicate.org/commentary/roubini15/German
und Eine trügerische Erholung?
http://www.project-syndicate.org/commentary/roubini16/German

mit dem, was ich mir derzeit an Background angeeignet habe..Teile ich seine doch ehr düsteren Ansichten..

62 Bernhard August 22, 2009 um 22:38

@ Nr. 59: Du schriebst: “willst aber einen Mindestlohn, der noch mehr AL schafft. Eins von beiden musst du ändern, das passt so nicht zusammen ;-)

Hääh, das ist ja hervorragender Anschauungsunterricht der Wortverdreherei. Der Mindestlohn schafft keine, keine AL. Was soll der Quark?

Und Henry Ford bzw. dessen Vater möchte ich nicht schon wieder zitieren wollen.

63 Nanuk August 22, 2009 um 22:39

@Bernhard
“Kannst ja mal nach Kuba oder Nordkorea fahren, die praktizieren bekanntlich noch die überlegeneren Wirtschaftsmodelle.”

Ich werd lieber in Kuba krank als in Deutschland…
Lebenserwartung bei Geburt m/w: (Jahre) 75/80
Deutschland 76,9 82,3
und es kostet nix in Kuba soviel Geld für 1,9 Jahre schlechtes Preiss Leistungsverhältniss

64 Limited August 22, 2009 um 22:54

Und über Nacht mit der Preisfreigabe waren plötzlich die Schaufenster gefüllt.

Ich müsste mich schwer täuschen, wenn es nicht nach der Währungsreform weiterhin eine Vielzahl an Preisbindungen gegeben hätte.

Und das mit gutem Grund.

War es zudem nicht eher der Währungseffekt als der Preiseffekt, der für das erweiterte Konsumangebot gesorgt hat?

Aber ich sehe schon, der Markt regiert immer und überall rational. Auch ne Lebensweise.

65 Nanuk August 22, 2009 um 22:56

@Limited

Der Marschalplan… der erzählt nur bla bla…

66 Nanuk August 22, 2009 um 22:58

und ein junger Politclown ist er auch noch sonst wüste er wie früher geklüngelt wurde… köstlich.

67 Politclown August 22, 2009 um 23:02

@Bernhard und Nanuk:
Wie wär’s, wenn ihr auch erst mal ne Nacht drüber schlaft, bis euch vielleicht mal wieder Argumente einfallen?

*gähn*

P.S: Bernhard, hab dein Blog mal überfolgen und leider nichts Argumentationsähnliches gefunden. Hab dafür aber mal auf deine Werbung für amazon geklickt. Das wolltest du doch oder?

68 Nanuk August 22, 2009 um 23:08

@Politclown
Ok es gab den Marschalplan nicht…

69 ToKatz August 22, 2009 um 23:44

Hallo,
mal ein Beitrag auf der Metaebene – sprich: zur Diskussion hier.

Lasst Euch doch nicht von einem Troll verarschen. Der genießt das nur. Und wenn’s kein Troll war, sondern ein Gehirngewaschener, der das dumme Zeug vom Gleichgewicht und Arbeits”markt” selber glaubt (unwahrscheinlich, aber möglich), dann werdet Ihr ihn nicht durch noch so fleißige Bekanntgabe Eurer Meinung überzeugen, sondern nur durch klare Fakten (= Zahlen, Daten, Relationen derselben etc.), die er nicht vom Tisch wischen kann.
So wie der einleitende Artikel, der endlich mal wieder was Handfestes liefert.
Bitte mehr davon!
Der Blog hier krankt – bei allem guten Willen der Diskutanten – m.E. eh’ daran, dass Meinungen auszutauschen mal ganz nett ist, beim ersten Austausch auch den Erkenntnisgewinn voranbringt, aber in der ständigen Wiederholung nicht mehr weiterhilft.
Fakten! Fakten! Fakten! Und zwar die, die in der “etablierten” Medienlandschaft gerne mal ganz verschämt in einem Nebensatz auf der fünften Seite, ganz unten links (wenn überhaupt) erwähnt werden!
Das ist meine Bitte an WGX, FL und alle, die irgendwoher Kenntnisse beitragen können. Eure Meinungen kenne ich inzwischen und teile sie oder auch nicht…
…und den Wahlkampf-Quark kann man auch lassen, lieber FL, wir alle wissen, ob wir jemals wieder Sozis wählen werden oder nicht.

Ja, ja – war off topic, aber nach halbjährigem Mitlesen und Begeisterung für die damals vielen sonst schwer erhältlichen Hintergrundinfos musste ich das mal loswerden. Ich selber kann halt keine HRE-Bilanz lesen und verstehen…

Gruß,
ToKatz
P.S.: Ich unterstütze auf’s Schärfste den Beitrag #26.

70 Karl Heinrich August 22, 2009 um 23:51

@wgn #5

Aus einer solchen Datenlage bastle ich doch mit links 5 Wahlprogramme – und zwar welche mit Schmackes!

Wahlprogramme nutzen da nix. Mancher Lackierer fährt heute für einen Kurierdienst, manche Bürokauffrau arbeitet im Callcenter. Beide für fünf fuffzig. Die einträglicheren Jobs sind einfach nicht mehr da.

In dieser Hinsicht ist die Urlaubslektüre von Dieter Wermuth interessant: “Elsewhere, USA” von Dalton Conley.
http://blog.zeit.de/herdentrieb/2009/08/18/einkommensverteilung-in-den-usa-wie-in-der-dritten-welt_960

71 lemming August 23, 2009 um 00:11

Dieser Polit-Troll hat ja auf alles gemäss seiner Doktrin geantwortet. Nur mal wieder nicht auf den Punkt, an dem ich ihn gepackt habe: Dass nämlich 1,2,3€ Löhne überhaupt nur möglich sind, wenn der Rest für’s Existenzminimum als völlig unmarktkonforme SUBVENTION gezahlt wird. Folgen und logische Widersprüche in der Markt/Gleichgewichts-Annahme hatte ich ebenfalls genannt. Dazu natürlich Funkstille, und damit ist er für mich auch als Propagandist entlarvt. Ich hoffe, sein Salär muss nicht staatlicherseits aufgestockt werden, sonst hätten wir hier einen Staatsschreiber mit der Aufgabe Marktlobpreisung in besserwissenden Blogs…

72 ToKatz August 23, 2009 um 00:30

Hallo,
auch meinerseits mal was “Handfestes”: Zum Thema “race to the bottom”…

Hoffe der Link funktioniert.
Vier Wochen Probezeit OHNE GELD

sonst: http://www.gießener-allgemeine.de, Kreis, Gemeinden, Homberg.

Das hätte ich bis dato nicht für möglich gehalten. Probezeit klingt ja erstmal ganz harmlos. Aber dass es heißt, vier Wochen unbezahlt zu putzen, und dann womöglich durch die nächste “Probezeit”-Leisterin ersetzt zu werden – das ist schon stark… ich war entsetzt, wo wir schon sind.

73 lemming August 23, 2009 um 00:52

Natürlich muss ein gesetzlicher Mindestlohn her, und zwar pronto!
Und der hat deutlich über HIV zu liegen, das ist nämlich, wg. dieser merkwürdigen “Variablen” Miete, Heizung etc. kein eindeutig gesetzter Betrag. Vielleicht sollte man eher bei der Pfändungsfreigrenze anknüpfen.
Und die Branchen, die solche Minimallöhne nicht erwirtschaften können, weil die nötigen Preiserhöhungen sich nicht durchsetzen lassen, oder für die Kapitalgeber Alternativen bestehen zur Minderung ihrer Profitrate… die sind halt nicht marktfähig, die sollen sich was einfallen lassen, oder schrumpfen. Der Verlust nicht marktfähiger Arbeitsplätze gehört genauso zur Marktwirtschaft wie der Aufbau marktfähiger. Punkt. Zuschussbranchen haben wir genug, ebenso wie Branchen, die unter dem Lohnverfall als Nachfrageverfall leiden.
Um die heilige Exportwirtschaft dürfte es sich dabei übrigens kaum handeln, auch wenn die von dem süßen Gift der Subvention via Zeitarbeitslohndumping vielleicht schon angekränkelt ist.

74 lemming August 23, 2009 um 01:35

@Karl Heinrich
Die einträglicheren Jobs sind einfach nicht mehr da.
Dazu zweierlei:
Einerseits sind sie nicht mehr da, weil aus einst einträglichen Jobs uneinträgliche geworden sind, durch Niederkonkurrieren der Löhne, das funktioniert ja nicht nur via “Aufstockung”, sondern auch über andere Arten der Subventionierung wie auch über den globalen Wettbewerb, der, über skandalös niedrige Transportkosten und hohe Kaufkraftdisparitäten, also Unterschiede in den Entwicklungsständen von nationalen/regionalen Wirtschaften, seine eigentlichen Kosten externalisieren kann.
Mit einem chinesischen Lohn überlebte man hier keine Woche, dennoch werden mit ihm Waren produziert, die hier gekauft werden sollen. Fragt sich nur, wie das gehen soll, wenn die Löhne hier immer weiter verfallen. 1€-Läden haben wir schon, 1€-Jobs auch – also wohin weiter runter kann das denn noch gehen?

Andererseits verschwinden ja wirklich immer mehr Jobs, die das Existenzminimum und mehr als Lohn abwerfen. Denn je höher der Lohn, desto höher der Anreiz, ihn wegzurationalisieren. Das nennen die einen “Produktivitätssteigerung”, andere den “tendenziellen Fall der Profitrate”. Es ist beides richtig. Nur gibt es aus diesem Dilemma keine Lösung, die mit der bisherigen Art des Wirtschaftens, nämlich der kapitalistischen, verträglich wäre.
Sage ich, muss nicht stimmen, aber solange mir keiner sagt, warum das nicht stimmt, gehe ich davon aus, dass es stimmt. Systemfrage wäre dann angesagt.

75 Pique August 23, 2009 um 01:55

ref: Politclown
es ist halt ein Clown, für das Amüsement zuständig, dass auf einmal alle sich von diesem Politclown auf die falsche Ebene bringen lassen, hey take it easy. Überlege mal gerade weshalb der Clown nicht auf H4 ist…. reiche Eltern, Bankster, Politiker, Lobby-Call-boy? Dieser Mensch ist so abgehoben… Der EQ ist sicherlich zu finden im Nimmerland!
Aber keine Angst Freunde, ich kannte auch Leute aus der Elite in Argentinien, die irgendwann nach etwas Essbaren in einer Mülltonne in Buenos Aires gesucht haben, nachdem das Neo-Liberale-Element dort beerdigt wurde.

76 joergtokyo August 23, 2009 um 07:55

aber warum bekommen dann (nach den aktuellen umfragewerten) genau die kasper mit den kasperparolen “leistung muss sich wieder lohnen” oder “mehr netto vom brutto” so viele stimmen? für mich unbegreiflich.

westerwelle möchte ich mal sehen, wenn er vor einer auswahl von krankenschwestern, polizisten, sachbearbeitern und sonstigen “unter 3000brutto” vollzeitbeschäftigten erklärt, dass diese einfach nicht genug leisten.

ich hatte als schüler anfang der 80er schon jobs für 12 bis 15DM/h. diese löhne sind sogar nominal gesunken…während hingegen die gehälter in den obersten etagen sich verzigfacht haben.

ich wäre für ein simples maximales differenzprinzip für die deutschland AG. mindestjahresnettolohn mal x = höchstjahresnettoeinkommen mit x = 50, bzw. ein steuerrecht welches grössere gaps mit 99% abschöpft.

cheers

jörg

77 Nanuk August 23, 2009 um 09:00

@lemming
“1€-Läden haben wir schon, 1€-Jobs auch – also wohin weiter runter kann das denn noch gehen?”
http://www.youtube.com/watch?v=hZUXNpbR6g8

Es war im übrigen schon immer die Angst die Produzenten das irgendwan die Nachfrage wegbricht…
Besondere Absurditäten die das Verdeutlichen sind abgeschlossene Mülltonnen bei Supermärkten
http://www.youtube.com/watch?v=wlbBADUHc4A
oder solche Perversitäten.
http://www.blick.ch/news/ausland/lidl-mit-gift-gegen-obdachlose-105209

78 Andreas Kreuz August 23, 2009 um 10:11

@wgn

Schönes Thema.

Ich täusche mich also nicht,
wenn ich manchmal den Eindruck habe,
von 85% Idioten umgeben zu sein?

Mit drei Ausbildungen aus der Vorwendezeit und einer aus dem Jahr 2000 bin ich jetzt Leiharbeiter – das wird natürlich mit der schönen Abkürzung AÜG umschrieben, in einem namhaften DAX-notierten Unternehmen.

Und so ist auch die Bezahlung.
Nicht im Mindestlohn-Bereich, aber die Differenz zu einem fest Angestellten ist erheblich.
Und dafür darf ich mich auch mit allen meine Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen, sogar die Arbeiten, die der Projektleiter von Rechts wegen machen sollte, darf ich anfassen.

Warum ich mich darauf eingelassen habe?

Dreieinhalb Jahre Hartz-IV haben mir gereicht.

Und SPD?
Ich möchte dazu an einem sonnigen Sonntag Morgen lieber nichts sagen.

Die Studie habe ich für meine Erkenntnisse zum Thema nicht gebraucht.

79 unimog August 23, 2009 um 10:14

Schade, dass es sofort zu Angriffen unter die Gürtellinie kommt, wenn jemand wie Politclown eine Diskussion mit Argumenten unterlegt. Wie wäre es, wenn ihr (Nanuk & co) dem argumentativ begegnen würdet, anstatt persönlich zu werde n?
…aber wahrscheinlich lassen das die ideologischen Scheuklappen nicht zu!

80 joergtokyo August 23, 2009 um 10:31

@unimog

wenn ein politclown in den wald hineinprovoziert mit hirnlosen thesen ” die frisöse macht das freiwillig” sind heftige gegenreaktionen vorprogrammiert, vielleicht sogar vom clown selber erwünscht? du gibst mir sicher auch deinen geldbeutel freiwillig wenn ich dir mein neues taschenmesser in einer dunklen ecke zeige…oder?

desweiteren muss man halt ab und an a-loch zu einem a-loch sagen.

übrigens sind gürtellinienangriffe oftmals weitaus weniger beleidigend also subtile pseudoargumente in wohlgewählter eloquenz.

cheers

jörg

81 f.luebberding August 23, 2009 um 10:54

Tokatz

Nur zum Thema Wahlkampf. Ich mache hier keinen Wahlkampf, sondern bemühe mich im Rahmen dieses blogs auf wirklich gravierende Probleme hinzuweisen – in Fall Ulla Schmidt auf die Zerstörung des Politischen. Wir sind nicht Der Spiegel oder BILD – unsere Reichweite ist begrenzt und in einem Punkt darf sich jeder Leser sicher sein: Hier wird nach besten Wissen und Gewissen geschrieben. Nicht weil wir bessere Menschen sind, sondern wegen unserer faktischen Einflußlosigkeit. Wir können nämlich weder Agendasetting betreiben, noch sonstwie relevanten Einfluss auf die kommende Wahlentscheidung nehmen. Das einzige was wir zu bieten haben, ist das Argument als eine antiquierte Form des öffentlichen Diskurses. Dafür müssen wir auch nicht auf Verleger oder ökonomische Interessen Rücksicht nehmen. Meine Themen enstehen zumeist aus Zufall. Es fällt mir etwas auf und dann schreibt man halt etwas darüber, weil es interessant erscheint. Oder Themen entstehen aus den Debatten hier über ein Thema. Manchmal ist man auch völlig konsterniert darüber, was am Ende dabei herauskommt. Bisweilen ist es auch reine Lust am Fabulieren und der Polemik … . Die Einnahmen aus dieser Schreiberei halten sich übrigens in Grenzen – sie sind Null.

Wenn die Argumente nichts taugen, gibt es Rede und Gegenrede. Also die Debatte etwa in diesem thread finde ich sehr gut – inclusive des Politclowns. Im Grunde ist es Wahlkampf im besten Sinne, nämlich als Austausch von Meinungen und Argumenten auf ziemlich hohem Niveau – und angesichts der sonstigen Realitäten in diesem Wahlkampf fast schon eine Idylle … .

Deshalb verstehe ich das hier auch nicht als Gegenöffentlichkeit, sondern mit den begrenzten Mitteln, die man hat, als Versuch der Herstellung von Öffentlichkeit. Ich kann Müllers und Liebs Frustration bzgl. der Mainstreammedien zwar verstehen, nur ist mir das Feindbild Mainstream völlig fremd, selbst wenn ich mich ärgere … . Dieser blog ist kein Sittenwächter der bürgerlichen Presse oder der Kampfhund von irgendjemanden. Er ist nur WEISSGARNIX und hat halt keine Ahnung … .

Wenn andere sinnvolle Sachen schreiben, dann ist es eben nicht schlecht. Etwa über das Thema Legalität und Legitimität:

http://www.sueddeutsche.de/politik/697/485127/text/

Der Text ist wirklich zu empfehlen.

Wenn andere Leute aber jetzt Flugreisen zum Thema machen, hat der Begriff Recherche auf einmal eine besondere Relevanz. Man kann sich lebhaft vorstellen wie die Kollegen Fricke/BILD auf die Idee gekommen sind, doch einmal nach relevanten, sprich problematischen, Flugreisen von Frau Schmidt suchen zu lassen und bei einer angeblich fündig geworden sind. Dann bringt die BILD eine Meldung und WELT spricht von Medieninformationen. Dabei müssen die doch nur über die hausinterne Telefonanlage kommunizieren.

http://www.bild.de/BILD/politik/2009/08/23/gesundheitsministerin-ulla-schmidt/liess-sich-regierungsflugzeug-kommen.html

So macht man Agendasetting – das können wir gar nicht. Also ich bin positiv überrascht über den Aufklärungswillen der Kollegen Fricke/BILD. Vor allem, wenn man dann noch auf die tolle Idee kommt zu fragen, warum sie denn jetzt nicht den Dienstwagen benutzt habe … .

Tokatz, ganz ehrlich. Ich fange nicht immer wieder mit diesem Scheiss an. Nur als Vorschlag für die nächste Runde:

Vielleicht sollte Otto Fricke einmal seinen BILD Kollegen recherchieren lassen, ob Georg Schirmbeck mit Ulla Schmidt zusammen geflogen ist. Das wäre die Dienstreise in Vollendung. Nur als Tipp an den Politclown … . Damit wir das Credo von Otto Fricke umsetzen können:

“Auch die neuen Fragen zur Flugbereitschaft müssen bis Mittwoch lückenlos aufgeklärt werden, damit wir endlich wieder zu Sachthemen zurückkehren können, “

Etwa über das Themas Geringqualifizierte.

Gruss Frank

82 Trulla August 23, 2009 um 11:14

Gestern unterhielt ich mich mit zwei Tierärztinnen, die zur Zeit auf “Job”Suche sind. Beide sind über 50 Jahre alt…. Die Angebote, die sie erhielten, bewegen sich haarscharf am Rande der Sittenwidrigkeit, 2.000 Euro Brutto. Oder aber Angebote von ca. 150 Euro pro Tag bei einem 10-Tage-Arbeitsmonat (=1500 Euronen Brutto).
*****
Ich hatte drei Monate für ein Zeitarbeitsunternehmen gearbeitet. Dann wurde ich befristet übernommen, aber nicht verlängert, weil ja ich dann in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis hätte übernommen werden müssen. Nun sitzt auf meiner alten Stelle eine ehem. Agenturchefin, die ihren Betrieb schließen musste. Um die 9 Euro bekommt sie pro Stunde, bei einer 40 Stunden-Woche.

Das Problem bei den “Geringverdienern” konzentriert sich aber nicht nur auf die Gegenwart, die heutige Lebenssituation, sondern auch auf das Rentenalter. Bedingt durch die niedrigen Löhne, die kaum ein Leben finanzieren können, sind auch die Zahlungen in die Rentenkasse entsprechend niedrig. Mir macht deshalb nicht das heutige Problem Angst, sondern die Zukunft, wenn wir alle in Rente gehen. Denn gerade bei denen, die es schaffen könnten, die Rentenkassen noch ansatzweise zu füllen, wird heute bei den Löhnen gespart.

Und da läuft etwas ganz gewaltig schief.

Und kommt mir nicht mit dem Ausdruck: “Das tun die doch ganz freiwillig!” Ja, wenn es “freiwillig” ist, noch für den Rest an Stolz sich zu erniedrigen… ja, dann passt der Ausdruck. :(

83 hammerwerfer August 23, 2009 um 11:25

Hab auch mal was mitzuteilen, also noch mal rasch zu den “Geringqualifizierten”:
In meinem Bereich (nämlich dem Einrichten von Shared Service Centern) sind diese Leute die kommende Gruppe. Der frühere Sachbearbeiter-Job wird bei der Übergabe an ein SSC nämlich soweit in seine Einzelteile zerlegt, dass er jetzt von Angelernten geleistet werden kann. Dass die aber a bissl weniger verdienen als der ehemalige kaufm. Angestellte, ist sicher keine weitere Ausführung wert.
Nicht nur, dass die Einkommen der mittleren Berufsbildung sinken, nein – über kurz oder lang verschwindet der Bedarf an solcherlei Ausgebildeten ganz. Klar, in Amerikaland (wo die Idee SSC meines Wissens herkommt) gibts die ja auch gar nicht, da ist ein SSC schon eine tolle Idee.
Ich sehe übrigens keinen Grund, warum diese Entwicklung bei den “semi-qualifizierten” aufhören sollte…

“Deutschland braucht mehr Tempo”, ne?

84 unimog August 23, 2009 um 11:26

übrigens sind gürtellinienangriffe oftmals weitaus weniger beleidigend also subtile pseudoargumente in wohlgewählter eloquenz.
Jörg, das ist doch arm, oder nicht? Denk doch mal darüber nach, ob das eine vernünftige Umgangsform ist! Der Wert dieses Blogs war eigentlcih immer die sachdienliche Diskussion auf ansprechendem Niveau und nicht das amok-artige Hinausbrüllen der eigenen Frustration!
Da Politclown aus deiner Sicht Pseudo-Argumente eingebracht hat, läge es nun an dir diese gebotenen ‘Angriffsflächen’ für deine Widerlegung zu benutzen!
So gesehen reihe ich mich dann mal mit in die A-loch Schlange ein, da müffelt es nicht so streng! ;)

85 keiner August 23, 2009 um 11:28

“…dann steht das gesamte Bildungs- und Berufssystem Deutschlands …”

Warum denn das? Hat das nicht eher mit den kranken Renditeerwartungen von Unternehmen zusammen, die das Geld lieber in ihrer Tasche als bei den Arbeitnehmern wissen?

86 Wat. August 23, 2009 um 11:41

@ keiner # 85

Warum denn das? Weil man, wenn man die Ergebnisse verteufelt, sich nicht mit den Ursachen herumplagen muss…

Da wird dann eben das Bildungs- und Berufssystem verteufelt, statt das gesellschaftliche/wirtschaftliche System infrage stellen zu müssen.
Für diese Denksportaufgabe müsste man nämlich eingehämmertes Wissen und die eigene Konditionierung verlassen (können).

So ist man dann besser von Zeit zu Zeit überrascht, dass Dinge, von denen Andere ständig reden, kein Geschwätz sind, sondern vielleicht, evtl. oder ansatzweise (so oder ähnlich heißt es ja dann) in der Realität wirklich auftreten können. Natürlich nur als Ausrutscher, auf keinen Fall als logische Folge bestimmter Ursachen.

Da wird dann lieber noch ein Philosoph und noch ein Ökonom und noch ein Soziologe bemüht, nur damit nicht wirklich recht behält, wer schon lange recht hat.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!

87 Nanuk August 23, 2009 um 12:23

@unimog
Das Wesen von Idiologie ist es das man mit Argumenten nicht gegen sie ankommt… schonmal versuch nen Katholischen Priester mit Sachargumenten von der nicht Existenz Gottes zu überzeugen…
und wenn man sie dann am Schlawittchen hat siehe Marschalplan wir das Argument nicht angenommen… mit Politikern kann man nicht Diskutieren… wenn man es könnte währen sie keine.

Darum sind Politik Talkshows auch an lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten… erstens ist das eindimensionale Kommunikation
zweitens gibt es immer einen Filter der Vorteil dieses Blogs ist das hier nicht gefiltert wird und ich mache mir einen Spass daraus immer schön am Limit zu Kommentieren…

88 Mathias August 23, 2009 um 12:30

Zumindest scheinen sich Schwarz/Gelb treu zu bleiben..

Im Focus, und auch passend zum Thema:
CDU und FDP
Politiker rütteln an Mindestlöhnen
Ungeachtet anderslautender Versprechen von Kanzlerin Merkel wollen Politiker von CDU und FDP im Fall eines schwarz-gelben Wahlsieges beschlossene Mindestlöhne wieder in Frage stellen
http://www.focus.de/politik/deutschland/wahlen-2009/bundestagswahl/cdu-und-fdp-politiker-ruetteln-an-mindestloehnen_aid_428583.html

Wer sich das “neue Industriepolitische Manifest” ..die Guttenberg Bibel.. durchgelesen hat, kommt das nicht unerwartet..

89 tschill August 23, 2009 um 12:56

unimog, wieviele Betroffenenaussagen brauchen Du und der Politclown denn noch, um die Ideologie der Freiwilligkeit des Arbeitskräfteanbietens aus dem Kopf zu bekommen? Der Sinn des Niedriglohnsektors besteht darin, Druck auf den Tariflohn auszuüben, so wie der Sinn der Reservearmee der Arbeitslosen darin besteht, Druck auf den Niedriglohnsektor auszuüben. Wird zwar nicht viel helfen, aber hier noch zwei weitere Beispiele aus dem Hochqualifiziertensektor.

Privatkliniken beschäftigen jede Menge Ärzte, die zur Hälfte des Gehaltes arbeiten, die man sonst in Krankenhäusern erhält. Ja, ist nicht wirklich Niedriglohn. Aber wenn man sich die ganze Zeit durch Abitur und Studium quält, dann möchte man vielleicht auch irgendwann mit 30 mehr verdienen als an der Fleischtheke. Noch dazu, wo die Verantwortung ein klein wenig höher liegt. Das hat sich mit dem Ärztemangel ein wenig gebessert und liegt nicht mehr auf selber Höhe wie noch zum Jahrtausendwechsel. Aber auch nur, weil es in anderen Ländern besser geregelt ist und jede Menge Ärzte dahin ausgewandert sind.

Auch im universitären Bereich ist der Lohndruck aufs Feinste installiert. Für wissenschaftliche Mitarbeiter ist extra ein Gesetz in Anschlag gebracht worden, daß man rausfliegt, wenn man nach 15 Jahren keine Professur hat. Da kriegen nach dieser Zeitspanne dann hochqualifizierte, international anerkannte Wissenschaftler Hilfsstellen angeboten, die der Bezahlung eines Anfängers gleichkommt und sollen dann auch noch dankbar dafür sein. Doktoranden verdienen eh nur halbes Gehalt für 140% der vertraglich verpflichteten Arbeitszeit. Aber macht ja nix, ist ja für die Wahrheit.
Wie gesagt, das ist alles keine individuelle Entscheidung, das ist ein gesellschaftlich installierter Sog nach unten. Die Leute wissen, daß sie jederzeit bei den Leuten landen können, auf die sie noch eben verächtlich geschaut haben. Deshalb die hysterischen Strampelaktionen, um sich nach unten hin abzugrenzen.

Andreas Kreuz – das schöne am Internet ist, daß man seinen eigenen Namen nicht bekannt geben muß. Dafür darf man dann ruhig die Ausbeuterfirma beim Namen nennen. ;)

90 Wilma August 23, 2009 um 12:59

Straftätern steht mindestens die Grundsicherung (Pfändungsgrenze) zu. Wenn Hartz-Empfänger der Aufforderung zu 1-Euro-Jobs nicht nachkommen, kann der Hartz-Satz mehrmals gekürzt werden. So stehen die Argen mit ihren Maßnahmen noch über den Gerichten.
Zur Bildung möchte ich noch anmerken, dass bei der Aufforderung zu mehr Akademikern oft vergessen wird, dass wir ein gutes Ausbildungswesen mit Berufsschule haben.

91 KL August 23, 2009 um 13:10

@bommel -4-
@weissgarnix -5-
@Satyr -9-
und andere

Sehr schön der Satz in der Studie: “… liegt der Anteil formal gering Qualifizierter in Ostdeutschland mit 6,5% (2002) erheblich niedriger als in Westdeutschland.” Die Behauptung “arbeitslos=eher geringqualifiziert” ist dann ja ein echter Knüller – wenn im besagten Landesteil die Arbeitslosigkeit durchschnittlich und permanent höher ist. Aber vielleicht haben die Freunde der politischen Statistik gelernt, daß Korrelation nicht Kausalität belegt und erproben das Gegenteil: Antikorrelation belegt Kausalität ?

Prinzipiell mußte übrigens das “crowding out” schon immer vermutet werden. Die Behauptung der Politiker, daß die mangelhafte Ausbildung zu erhöhtem Arbeitslosigkeitsrisiko führt, ist zwar richtig, aber das Mittel dagegen – Bildung, Bildung, Bildung – ist das falsche.
Eberhard Moths, 1977: “… die Arbeitslosenzahl nun schon drei Winter lang über der Millionengrenze … Das Arbeitsplätzewunder gibt es nicht mehr … Wir müssen von neuem lernen, daß Arbeitslosigkeit eine normale Begleiterscheinung unseres Wirtschaftssystems ist …” (Merkur 349, S. 509).
Eberhard Moths, 1983: “Die Zeichen stehen auf Sturm: Mehr als zwei Millionen Arbeitslose lasten auf unseren Kassen und unserem Gewissen … Die Arbeitslosenzahlen steigen; es ist absehbar, wann sie die Drei- und Viermillionengrenze erreichen …” (Merkur 415, S. 1).
Wer hätte dann das erwarten können: “Wie empirische Untersuchungen zeigen, hat sich zwischen 1970 und 1982 die Wahrscheinlichkeit, mit einem höheren Bildungsabschluß auch einen Zugang zu der jeweils statushöheren Position zu erhalten, dramatisch verringert.” (Ulrich Beck, Merkur 442/1985, S. 1111, Überschrift: “Du hast keine Chance, aber nutze sie”).
Eberhard Moths, 2005: “Zwischen 1975 und 2005 ist die amtlich registrierte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland (West) von rund einer Million auf fünf Millionen (Ost und West) gestiegen …Mehrere hundert Milionen arbeitsloser Menschen in Industrie- und Entwicklungsländern … Das dauerhafte Absinken bezahlter Arbeit löst Alpträume … aus.” (Merkur 671, S. 265, S. 263).

Was ist plausibler, als anzunehmen, daß sich eine gut ausgebildete Arbeitskraft beim Berufseinstieg leicht ‘nach unten qualifizieren’ kann, wenn sie wegen permanenter Überfüllung des Arbeitsmarktes mit Gutausgebildeten nichts Passendes finden kann? Daß die Promovierten den Diplomingenieuren Arbeitsplätze streitig machen, daß die Diplomierten den Facharbeitern Plätze ‘wegnehmen’, die Facharbeiter Stellen besetzen, die Ungelernte ausfüllen könnten … Und daß schließlich nur die Ungelernten niemanden mehr haben, dem sie noch eine Stelle wegnehmen können. Also arbeitslos werden.
Wenn das so ist – und es scheint mir plausibel -, dann gleicht der Versuch, Arbeitslosigkeit mit Qualifizierungsoffensiven zu bekämpfen, dem Versuch, den Fußboden unterm tropfenden Wasserhahn nicht dadurch trocken zu halten, daß man einen größeren Eimer nimmt, sondern indem man trockenes Wasser erfindet.

Grüße,
KL

92 Mathias August 23, 2009 um 13:27

@tschill:

Nächste Bsp:
Wissenschaftliche Mitarbeiter vs Laboranten vs Prkatikanten..
Bei WMer derzeit, werden vermehrt halbe Stellen ausgeschrieben.
Halbe Stelle = halber Lohn, aber volle Arbeitszeit!
Da kommt man als “Jungwissenschaftler” mit Diplom (bachelor oder Master kann man eh vergessen) in der Tasche auf ca 1.000 euro (ehr weniger). Und das bei voller Arbeitszeit.
Nicht nur, dass Wissenschaftliche Mitarbeiter mit der Ausbildung der Laborant/Assistenten (Ausbildungsberuf) konkurieren, sie sind auch eben Studiert.
Dann wiederum konkurieren alle mit Praktikanten.
Ich hab es selbst erlebt.
Privates Forschungsinstitut, nahm mich als gelernten Laboranten, mehrjährige Berufserfahrung, als Praktikant mit Kusshand, aber irgendwie ein Arbeitsvertrag, und sei er nur befristet? Vergiss es..
Grade in dem Sektor wird man Stellenweise mit so kurzen befristungen geknebbelt, dass es Wehtut, wenn man überhaupt Stellen bekommt..
Bsp einer Freundin:
ausgelernt als Laborantin (Potsdam)
für 3 Monate befristet nach Kiel gezogen.
Befristung lief aus, und konnte nicht verlängert werden.
Dann von Kiel für zwei Jahre befristet nach Frankfurt/M.
Nach Frankfurt/M wieder zurück nach Potsdam..und hier kann sie Monat für Monat bangen, grade bei Start Up Unternehmen, ist das ja total normal..

93 gojko August 23, 2009 um 13:39

@unimog:
Sehe das genau wie Du. Man kann ja ruhig mit harten Bandagen kämpfen, sollte aber sachlich argumentieren ohne persönlich zu werden. Daß der Politclown seine Meinung vertritt halte ich für legitim und auch mutig. Mit Troll hat das nichts zu tun.

Der grundlegende Fehler in Politclowns Argumentation ist meiner Meinung nach, daß die Anzahl Jobs für Leute die “die nur einen Job wollen, 2 Wochen Mallorca, ein halbwegs neues Auto und nicht viel mehr”(@hacedeca) in den letzten Jahrzehnten durch Mechanisierung und Computerisierung erheblich geschrumpft sind, die Anzahl der Menschen, die solche Jobs wollen aber nicht.
Wenn man jetzt dem Markt freie Hand gibt, stellt sich in der Tat ein Lohn ein, der hart an der Schmerzgrenze(d.h. man kann davon nicht mehr leben) oder darunter liegt.

Das heißt für mich, der Markt ist “am Anschlag”, er funktioniert nicht mehr richtig. Ich würde mich daher bei den Berufen, die nicht ins Ausland verlagert werden können (Friseuse, Handwerker, Zimmermädchen) sehr wohl für einen Mindestlohn aussprechen und sehe da auch kein Problem daß Arbeitsplätze verlorengehen.
Bei Jobs in der Produktion ist das anders, nur glaube ich da, daß da alles was irgendwie Sinn macht sowieso schon nach Rumänien o.ä. ausgelagert ist.

Gruß, Gojko.

94 Delphin August 23, 2009 um 13:54

@Politclown, #51

“Wer kündigt wird nicht am Ausgang erschlagen”.

Idiot! (sorry, hat er sich gefragt!)

95 Delphin August 23, 2009 um 14:12

#57 Politclown

“=> Okay, dann gehen wir doch einfach mal drei Jahrzehnte zurück. So ca. 1980. Es leben halb so viele Menschen auf der Welt und die Armut ist relativ doppelt so hoch bei 40% der Weltbevölkerung.”

…aaahhh, jetzt habe ich endlich verstanden auf was die SPD und die CDU die ganze Zeit hin arbeiten. Sie wollen die Armut der Menschen beibehalten. Denn wenn bei “nur halb so vielen Menschen die Armut relativ doppelt so hoch war wie heute”, dann heisst das es sind genauso viele Menschen arm, wie 1980! Man muss den Parteien allerdings zugute halten, sie arbeiten hart daran, die Armut gleichmässiger über die Erde zu verteilen, Deutschland ist stärker betroffen als früher.

Fair enough.

96 goodnight August 23, 2009 um 14:34

Nope.
Wir sind uns alle einig in der Beobachtung einer difference, nämlich der Differenz zwischen dem Modell eines Arbeitsmarktes welches zwischen unseren Ohren zirkuliert und dem, was wir draußen wahrnehmen.
Yep, also fragen wir mal nach, woher die Differenz kommt. Da sage ich mal, dass wir uns mit unseren Erwartungen auf die Vergangenheit beziehen, d.h. auf die gute alte Zeit zwischen 1950 und 1966 im engeren….bis Anfang der 80er Jahre im weiteren und bis 2004 im ganz weiten Sinne. In dieser Zeit operierten wir in einer gut funtionierenden Arbeitsmarktstruktur, die beim Kindergarten anfing und in der Rente endete, d.h. das ganze System baute auf einer kausalen Wirkungskette, die von der Grundschule über die Selektion über Noten zur weiterführenden Schule über die Selektion über Noten zur Breufsausbildung bzw. Studium über die Selektion über Noten zum Arbeitsplatz führte. Das funktionierte prächtig, solange man die Regeln einhielt. Und wer 40 jahre diesem System und dessen Regel gefolgt war, der konnte mit einer fetten Rente in den Sonnenuntergang reiten. Yep, das war das Leben unserer Eltern…yep, die längste Wachstums- und kriegsfreie Zeit on earth ever….oder so ähnlich. Yep…und sie bescherte uns das Wunder der Kindheit und Jugend, ein Phänomen, welches man bis dato nicht so kannte….Discos bis Mitte 20, freie Berufswahl, etc. etc.
Whatever, während wir den Traum lebten, yep, da machte die Welt das, was sie immer schon machte: Sie drehte sich weiter. Punkt. Nennt sich Evolution oder Zivilisation. Und wir haben uns nicht mitgedreht….und plötzlich waren wir out of time…und das bemerken wir gerade: die difference zwischen draußen (Welt) und drinnen (unsere Vorstellung einer Welt).
That´s it…. mehr ist nicht passiert…..Deutscheland hat wie immer einfach weitergemacht…stur bis zum Endsieg….wie seine Großeltern….nur dass da kein Endsieg gegen das Momentum der Geschichte möglich ist…yep, und alle anderen um uns herum mussten schon laufen….die Amis, die Britten, die Russen, die Chinesen….nur wir im Sauerland, wir glauben noch an die SPD ;-)

Yep, also konkret:
Unser Bildungssystem koppelt nicht mehr so richtig mit dem Arbeitsmarkt, d.h. unser Modell einer langen einzigen Ausbildung (vom 5 bis zum 28 Lebensjahr) ist in der Moderne nicht mehr funktionsfähig, was die Bildungspolitiker ja schon gemerkt haben, und deshalb die angloamerikansichen Kurzstudiengänge eingeführt haben…ohne jedoch zu begreifen, das das dieses Modell auf einer zeitlichen Flexibilität aufbaut, d.h. da kann bzw. sollte man auch dann immer wieder mal kurz-studieren, d.h. mal wieder mit 30 und dann mit 40 etc….und auch mal was ganz anderes, wenn die Welt danach verlang, also einfach mit 40 noch Mediziner werden oder Ing…in USA möglich….hier nicht….weil sich die Welt da draußen dreht….und ganz schnell mal wieder Ings. gesucht werden, die vor 5 Jahren keiner wollte etc.
Yep, noch weniger als die deutschen Bildungspolitiker haben die deutschen Unternehmen die ganze Moderne begriffen, weil das ja auch keine Experten für Bildung sind, sondern da sitzen karrieregeile Blondinen in den Personalabteilungen, die weiterhin nach dem klassischen Selektionsprogramm ihrer gutbürgerlichen Elternhäuser Personalpolitik betreiben….was natürlich unweigerlich in den Mülleimer der Geschichte führt…also zum Fachkräftemangel….den dann wiederum karriergeile Brünette bei sog. Personalvermittler mit ebenso obsoleten Selektionsprogrammen beheben sollen….lustige Sache. Yep, merke, die Arroganz der Mächtigen ist evolutionär genauso tödlich wie das Jammern der Machtlosen.
Whatever, auch die Arbeitslosen und Billiglöhner sind schuld an der Misere, weil auch sie noch Deutscheland von 1960 träumen und sich einfach hinsetzen und warten anstatt die Zwänge der moderne zu erkennen und sich in die Flexibilität stürzen. Yep, ist unendlich schwer, aber man muss nicht arbeitslos in Berlin rumhängen und für 5 € schuften, während in Süddeutschland noch selbst in dieser größten aller Krisen händeringend nach Dienstleistungspersonal im Verkauf gesucht wird….man muss einfach umziehen und Risiko eingehen und neue Wege beschreiten. Und zwar alle, die Politik, die Unternehmen und die Arbeitnehmer.
Punkt.
Und all das ist erst der Anfang…die nächsten Jahre werden noch lustig…wir werden noch Umbrüche sehen…unglaubiche Dinge werden passieren ;-)

P.S. Herr Lübberding, nix gegen Politik-Talk, aber das schöne am “Markt” ist ja, das man da nicht nur redet, sondern auch handelt, d.h. wenn nächsten Monat der Politik-Markt Entscheidungen trifft, dann wird der SPD alles Gelaber nix mehr helfen…..nope, dann bringen wir die auf Augenhöhe mit der FDP…und das ist eine unerträglich milde Strafe für Verräter….aber das ist die Moderne, da gelten die alten Werte und Regeln nicht mehr, das muss ich noch lernen zu akzeptieren ;-)

“Forgiveness is between them and God. It’s my job to arrange the meeting.”
Creasy (man on fire)

97 Victor August 23, 2009 um 15:00

@Goodnight

Schöne Satire.
Hilfreich ist auch eine Umstellung der Bauindusrie.
Warum teuer und für Generationen bauen.
Warum für Generationen Firmen enwickeln.
Mal ehrlich warum müssen alle Firmen in Bayern angesiedelt sein.
Warum müssen die Kosten der Arbeitslosigkeit regionalisiert werden?
Warum spielen plötzlich Lohnkosten in Bayern keine Rolle?

98 weissgarnix August 23, 2009 um 15:03

@goodnight

Da widerspreche ich dir noch nicht einmal: Ich verneine weder den Niedriglohnsektor, noch die Geringqualifizierten noch sonst irgendwas. Was ich aber explizit in Abrede stelle, ist das ganze Bildungsbruhaha insbesondere der CDU/CSDU und der FDP, für die die Standard-Antwort auf alles und jedes immer nur “mehr Bildung” lautet. Auch in den deutschen Medien ist es ein Standardthema geworden, nach mehr Bildung zu rufen. Und auch diese kleingeistigen Dumpfbacken aus der SPD, allen voran dieser unselige Olaf Scholz, wissen sich ja nicht anders zu helfen, als nach “mehr Bildungschancen für ärmere Schichten” zu rufen – wie unlängst erst, als sie wegen ihres “Reichensteuer”-Vorschlags in die Zange genommen wurden.

Ich teile daher deine Sicht durchaus – und deshalb muß die Gesellschaftskritik einen gänzlich anderen Anknüpfungspunkt suchen.

By the way: in Kürze habe ich einen Großanschlag auf dich vor…

99 Mathias August 23, 2009 um 15:07

@WGN:

ein Augenöffnerartikel in der FTD.
Der könnte ziemlich interessant sein!

http://www.ftd.de/politik/international/:Gastkommentar-Falscher-Traum-von-der-Leitw%E4hrung/556138.html

Zum ersten mal seit langem, wir da auch detaiert über die Rolle Deutschlands bei den Ungleichgewichten der Eurozone gesprochen, inkl der der Rolle der EZB, als man im Sommer 2008, wo alle Zentralbanken ihre Leitzinsen senkten, und die EZB zu spät reagierte, und uns dadurch nochmals einen Tritt versetzte.

Alles in allem lesenswert..

100 hacedeca August 23, 2009 um 15:13

@goijko, #93

“[Zahl der Arbeitsplätze] in den letzten Jahrzehnten durch Mechanisierung und Computerisierung erheblich geschrumpft”

Wir sind ja hier in einem keynesianischen Blog. Also, als es gegen Mitte des 19. Jahrhunderts zu Unterbeschäftigung und Verarmung kam, kanalisierte sich dies in den Unruhen von 1848. Die Menschen wollten damals nicht viel anders als heute vornehmlich Lohn und Brot.

Der preußische König beschäftigte also die unruhigen Massen Berlins damit, eine Eisenbahn bis nach Königsberg, heute Kaliningrad, zu bauen.

Dergleichen Möglichkeiten gibt es heute natürlich auch! Für ein Hochgeschwindigkeitsinternet müssten eine Menge Straßen aufgerissen, viele Kabel verlegt werden usw. – nicht gerade Arbeit für Akademiker.

Steinirgendwas, der nicht direkt wählbare Kanzlerkandidat der SPD, hat das auch erkannt und will jetzt eine Breitband AG ins Leben rufen.
http://www.heise.de/newsticker/Bericht-Steinmeier-will-Netzbetreiber-bei-Breitbandausbau-zusammenbringen–/meldung/144086

Sein Problem: Die Telekom ist privatisiert und ebenso die hier auch bedeutsamen Kabelnetze, er kann da also nix machen. Die Privatisierung der Festleitungen und der Kabel, natürliche Monopole (!), wirkt also zu Lasten Deutschlands – Der Standort fällt bei den Internetstrukturen zurück und man kann keine Beschäftigungsprogramme auflegen. Ein hausgemachtes Problem!

Nun war der preußische König natürlich motivierter: Hätte er keine Jobs geschaffen, hätte man ihn zum Richtplatz geschleift. Steinirgendwas, der nicht direkt wählbare Kanzlerkandidat der SPD, der bis 2020 die Arbeitslosigkeit abschaffen will (zu diesem Zeitpunkt wird er wahrscheinlich dement in einem Nobelaltersheim betreut), hat dergleichen nicht zu befürchten.

Natürlich ist er aber sicher auch dafür, jetzt auch noch die Bahn AG zu privatisieren, deren Schienennetz natürlich auch ein ebenso natürliches Monopol (!) ist. Welche Abenteuer da dann zu bestehen sein werden, kann man jeder Pierpont-Morgan-Biographie entnehmen. Und wer meint, die Schienen sollten in Staatshand bleiben, nur von unterschiedlichen Fuhrbetreibern befahren werden, der verfolge ein solches Buch ab ca. 1890 und bedenke dann, dass es heute keine Pierpont Morgans mehr gibt, dafür aber genug zweifelhafte bankster, hedge funds, oder wie auch immer man Weiße-Kragen-Kriminelle nennen mag.

Kurzum: Arbeit ist genug da, aber man hat das neoliberale Pferd zu Tode geritten und dabei einfachste Regeln des Kapitalismus mißachtet.

Ebenso verschweigt uns ja der Herr Politclown, dass 2011 die Freizügigkeitsbeschränkungen für Osteuropäer enden werden. Was dann mit seinen Zimmermädchen und deren angeblich funktionierendem Arbeitsmarkt passieren wird, kann man sich ja vorstellen. Schon nach der Wende war es ja so, dass arme Ossi-Frauen die Türkinnen in den Berliner Hotels rückstandslos verdrängten und nicht nur da wurde die Wiedervereinigung, also die Vergrößerung des Arbeitskräftepools, für die Türken zur Katastrophe. So beträgt denn auch in Berlin die Arbeitslosigkeit bei Türken satte 50 Prozent (!!!).
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Migranten;art270,2601509

Und die Antwort der Politclowns? Mehr Zuwanderung, statt Mindestlöhnen!

Kurzum: Die Probleme mit der Beschäftigung sind allesamt hausgemacht und haben mit dem technischen Fortschritt nix zu tun! Viel aber damit, dass, wie die Pisa-Studien ja belegen, eine allgemeine Verminderung der intellektuellen Fähigkeiten festzustellen ist. Hoffentlich ist diese nur strukturbedingt!

101 keiner August 23, 2009 um 15:20

@goodnight

Und dann jagen wir unsere Gesellschaft auch in das irrsinnige US-GB-Konsum-und-Arbeit Hamsterrad, anstatt das Politik Verantwortung übernimmt und der Wirtschaft einen ordentlichen Rahmen setzt. Und international für einen GERECHTEN Wettbewerb und nicht einfach für Lohndumping mit halberhungerten Chinesen sorgt?

Dann wirklich: Gute Nacht…

102 Limited August 23, 2009 um 15:23

@ goodnight

Yep, ist unendlich schwer, aber man muss nicht arbeitslos in Berlin rumhängen und für 5 € schuften, während in Süddeutschland noch selbst in dieser größten aller Krisen händeringend nach Dienstleistungspersonal im Verkauf gesucht wird….man muss einfach umziehen und Risiko eingehen und neue Wege beschreiten.

Es ist für einige sicherlich eine Option mithilfe von Ortswechseln neue Berufschancen zu suchen. Auf Bundesebene stelle ich allerdings ein gravierendes Mißverhältnis von offenen Stellen zu Arbeitssuchenden fest.

Auch die immerwährende Fortbildung in der Wissensgesellschaft stößt an ihre Grenzen, wenn für die sich Fortbbildenden nicht klar sein kann, ob in 5 Jahren noch qualifizierte Stellen in einem spezifischen Arbeitsmarktsegment vorhanden sind.

Ich denke die größer Dynamik in den USA ergibt sich noch aus den Zuzügen an qualifzierten Personen und das in den Staaten praktiziere Modell des “Training in the Job”.

Welche Wege – ausser einem marktgläubigen “Weiter so” – kann es denn geben? Wo gibt es Modelle, wie eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik aussehen kann?

Was ist z.B. mit dem Modell Dänemark? Sicherlich ein hochgradig paternalistisches System, das Marktgläubige abstoßen dürfte.

Einerseits gibt es hier eine hohe Grundsicherung, dafür aber auch die Auflage, dass der Arbeitssuchende keine Auswahl hat, sondern das tun muss, was er angeboten bekommt.

103 goodnight August 23, 2009 um 15:29

@wgn

“Was ich aber explizit in Abrede stelle, ist das ganze Bildungsbruhaha insbesondere der CDU/CSDU und der FDP, für die die Standard-Antwort auf alles und jedes immer nur “mehr Bildung” lautet.”

=>Yep, die leben alle noch in den 60er jahren als Bildung das Heilmittel der Moderne wurde….im Sinne einer kausalen Wirkungsbeziehung von mehr Bildung = mehr Jobchancen und Einkommen. Da fehlt das Verständnis, das mehr nicht mehr ausreicht, sondern vielmehr ein “wechseln” notwendig wird, d.h. wir brauchen eine flexible Struktur und zwar überall in der Gesellschaft…. die Versuche die Leute umzuschulen sind ja alle gescheitert, weil die Unternehmen die garnicht haben wollten und viele auch garnix Neues lernen wollten. Aber so eine Struktur kann man auch nicht erzwingen, d.h. hier sind die lustigen Grenzen der Steuerung der Politik, die die Unternehmen nicht zwingen kann, die teuer Umgeschulten aufzunehmen. Nope, das wird sich alles von alleine regeln müssen, d.h. über die Zeit. Wird es auch…nur leider ist der Einzelne dann immer Opfer der Geschichte…aber so ist das Leben, jede Generation wird Opfer seiner Gegenwart, die einen sterben im Krieg, die anderen leben die Spießigkeit und die anderen müssen laufen…. man muss die Vorteile sehen, d.h. ohne die Moderne wären wir ja keine Individuen, d.h. das Individuum ist ja auch erste eine Folge der Komplexität der Moderne, d.h. die Moderne hat mir mein Ich geschenkt, ist ja auch was nettes ;-) …und das ganz dolle ist: Je komplexer und wahnsinniger die Welt da draußen, umso mehr wächst mein Individuum….d.h. also Ich….yep, die Welt kann garnicht bekloppt genug sein… was zur lustigen Kausalität führt: Umso mehr SPD umso größer mein Ich.
Yep, Leute wählt SPD ;-)

Whatever, planst Du einen “Großangriff” oder “Großanschlag” ? …a difference that… muss ja wissen, wie ich mich rüste ;-)

“There is no such thing as tough. There is trained and untrained. Now which are you?”
Creasy (man on fire)

104 goodnight August 23, 2009 um 15:48

@keiner

” anstatt das Politik Verantwortung übernimmt und der Wirtschaft einen ordentlichen Rahmen setzt. Und international für einen GERECHTEN Wettbewerb und nicht einfach für Lohndumping mit halberhungerten Chinesen sorgt?”

=>Nope, ich habe zwar keine Ahnung woher Du diese komische Vorstellung einer Politik der Weltherrschaft nimmst, aber ich kann dir aus meiner bescheidenen Perspektive nur mitteilen: Nope, da draußen ist keiner, der die Welt kontrollieren kann, d.h. keiner,d er für gerechten Wettberwerb sorgt. Nope, da ist nicht mal einer, der innerhalb der nationalen Grenzen sowas bewerkstelligen kann. Und das war schon immer so, weil die Welt dreht sich wie sie sich dreht und unserer Modell der Handlungsorientierung, d.h. die Zurechnung auf den Mensch ist gescheitert. Kein Mensch dreht die Welt, sondern er läuft mit oder geht unter oder beides ;-)
Selbst der mächtigste Mensch der Moderne, dieser Adolf H., selbst der hat sich nur zur richtigen Zeit an die Spitze der einer Entwicklung gesetzt. Punkt….auch der nur ein Mitläufer. Das muss man verstehen…und dann lernen…und dann schaut man nach Erklärungen beyond vom “Mensch” …. und dann schaut man vielleicht mal bei Luhmann rein ;-)
Whatever, wir werden alle laufen müssen…und wer meint er könnte die Sache aussitzen und irgendwann wird alles wie früher und ein Retter wird kommen oder halbgott mit den Blauen oder die SPD wieder die alte SPD werden oder whatever….der wird rausfliegen aus der Geschichte. Yep, vielleicht kann der eine oder andere nicht anders, vielleicht ist der glücklich in seiner Naivität….vielleicht hofft er auf ein Paradies danach…whatever, hier im Dieseits gilt es, sich den nackten Realitäten zu stellen. Und rein empirisch ist da null Ansatzpunkt für die Erwartung einer Steuerung der Welt, einer new world order oder sonstiges.

“Dear God, I do not ask for health or wealth. People ask you so often that you can’t have any left. Give me, God, what else you have. Give me what no-one else asks for. Amen.”
Pita (man on fire)

105 Titus August 23, 2009 um 16:04

donnerwetter was fürn dummschwatz hier einige pseudointelektuelle absondern…
mit halbwegs gesundem menschenverstand und einem iq knapp oberhalb einer apfelsine sieht man, das in diesem unserem lande etwas enorm aus dem ruder gelaufen ist…
aber sowas merken unsere “gebildeten” ideologisch gedopten “möchtedazugehörenden” spassmacher und sich zur nacht verabschiedenen leistungsträger nicht…
alles argumentieren hilft nichts gegen schlichte dummheit und ignoranz

106 Wat. August 23, 2009 um 16:23

@ goodnight # 104

“Und das war schon immer so, weil die Welt dreht sich wie sie sich dreht und unserer Modell der Handlungsorientierung, d.h. die Zurechnung auf den Mensch ist gescheitert. Kein Mensch dreht die Welt, sondern er läuft mit oder geht unter oder beides”

Es verlangt ja niemand und kann auch nicht wirklich jemand gut finden, wenn ein Mensch alleine die Welt drehen wollen würde.
War so diese Zurechnung auf den Menschen gemeint? – auf einen einzelnen? Ok.

Dann versuchen wir es man mit den Menschen, also den vielen einzelnen. Oder wolltest Du uns nun erklären, dass wir nicht nur oft so ausschauen, als wären wir dummen Schafe, sondern es auch immer und ewig sind und bleiben sollen?
Wozu dann zb. studieren, Gras oder ‘ne Wiese würde es schon irgendwie geben…

“Whatever, wir werden alle laufen müssen…und wer meint er könnte die Sache aussitzen und irgendwann wird alles wie früher und ein Retter wird kommen oder halbgott mit den Blauen oder die SPD wieder die alte SPD werden oder whatever….der wird rausfliegen aus der Geschichte. Yep, vielleicht kann der eine oder andere nicht anders, vielleicht ist der glücklich in seiner Naivität….vielleicht hofft er auf ein Paradies danach…whatever, hier im Dieseits gilt es, sich den nackten Realitäten zu stellen. Und rein empirisch ist da null Ansatzpunkt für die Erwartung einer Steuerung der Welt, einer new world order oder sonstiges. ”

Bis auf den letzten Satz – Übereinstimmung.

Steuerung der Welt.
Wie war das mit dem Code nach dem sich alles nach Deiner Auffassung richtet? Du nennst das ja Code, ich Kapital, weil das heute der alles bestimmende Code ist. Gut, korrekt ausgedrückt heißt der Code Kapitalakkumulation.

Wozu sind wir Menschen und bilden uns wer weiß was auf unsere Fähigkeiten ein. Ein Schaf wird wirklich nur ‘ne neue Wiese suchen, es muss ja fressen.

Wir sollten den den Code Kapital knacken – den haben unsere Vorväter schließlich auch mal geschaffen, der ist nicht auf Bäumen gewachsen. Machen wir uns einen neuen, schließlich ist auch die letzte Wiese mal abgegrast, und die meisten Menschen wollen trotzdem noch etwas Grün sehen…

Eine Menge Menschen abschaffen ginge auch – aber wer garantiert Dir, dass Du und Deine Sippe nicht zu den abgeschafften gehören wird.

Wenn der Mensch wirklich ein vernunftbegabtes Wesen ist, was er mal wieder prächtig zu widerlegen scheint, dann lasst uns den Rest unseres Verstandes nehmen und einen Code basteln, der unser aller lebenswerte Existens sichert, überall.

@ titus # 105
(vorm submit noch gelesen)
Mich nervt das auch und ich bin oft kurz vor oder nach dem Explodieren, aber es ist oft keine gewollte Ignoranz, sie können einfach nicht aus ihren Denkmodellen und ihrer gepanzerten Lebens-Konditionierung. Nenn es dumm, aber eigentlich sind sie arm dran.

107 lemming August 23, 2009 um 16:35

@goodnight
Nope, da draußen ist keiner, der die Welt kontrollieren kann, d.h. keiner,d er für gerechten Wettberwerb sorgt.
Da draussen sind aber welche, die Zwangsarbeit verlangen, HIV-Sätze festlegen, Lohnzuschüsse aus Staatsmitteln zahlen, also mit Geld hantieren, und daher mit Wirtschaft. Die kontrollieren nicht “die Welt”, aber ein Stück Welt, und nicht das unwichtigste. Sie treffen Unterscheidungen und Entscheidungen, so wie wir alle.
Dein komischer “Heroismus des Zuschauens” kommt mir irgendwie bekannt vor, irgendwie ziemlich deutsch, mit seiner Schein-Tiefe.

108 hacedeca August 23, 2009 um 16:37

Als ich das eben las, fiel mir irgendwie goodnight ein:

————————————————
“Da kann man nichts machen”, anwortete ohne Unterlaß diese Neunzigjährige auf alles, was ich ihr sagte, was ich ihr in die Ohren brüllte, ob es die Gegenwart betraf, die Zukunft, den Lauf der Dinge…

In der Hoffnung, ihr irgendeine andere Antwort zu entlocken, fuhr ich fort mit meinen Sorgen, meinen Anwürfen, meinen Klagen. Da ich von ihr nichts als das ewige “Da kann man nichts machen”erreichte, hatte ich schließlich genug und ging davon, zornig auf mich und auf sie. Welcher Einfall, sich einer Vertrottelten anzuvertrauen!

Kaum war ich draußen – völlige Umkehrung. “Aber die Alte hat recht! Wieso habe ich nicht gleich erfaßt, daß ihre elende Leier eine Wahrheit verbirgt, die wichtigste zweifellos, denn alles, was geschieht, gibt ihr recht, während alles in uns sie verwirft.”
————————————

Aus E.M. Cioran: Vom Nachteil, geboren zu sein

109 Politclown August 23, 2009 um 16:58

Nur mal so zwischendurch ne Frage an alle, die hier auf einen gewissen Politclown schimpfen:

Wenn das, was dieser Politclown sagt so alsozial sein soll und ihr so sozial seien solltet, wieso bekommt ihr dann nicht mal soziale Umgangsformen in einer Diskussion hin?

Ich will hier nicht die beleidigte Leberwurst geben, auch wenn ich bei einigen Angriffen durchaus schlucken musste, aber ich möchte zwei Sachen festhalten:

1.) Ich sehe auch ein Problem in den Niedriglöhnen, allerdings sehe ich nicht eine Lösung in Mindestlöhnen, sondern nur eine Verdrängung der Symptome.

2.) Bin ich weiterhin offen für die Lösungen jenseits des Mindestlohns, wie ich bereits betont habe.

Streit, ok, aber bitte produktiven Streit. Was ist daran so verwerflich, nur weil ich nicht davon überzeugt bin, dass ein Arbeitsverbot unter einem bestimmten Lohnsatz mehr Arbeitsplätze schafft.

Ich werde heute abend noch mal auf die wenigen Argumente, die seit gestern noch offen geblieben sind, eingehen.
Bis dahin wünsche ich einen sonnigen Sonntag, auch denen, die so auf mich geschimpft haben, obwohl ihr wahrscheinlich schon wieder rot seht ;-)

110 Karl Heinrich August 23, 2009 um 17:01

@goodnight #96

Da sage ich mal, dass wir uns mit unseren Erwartungen auf die Vergangenheit beziehen, d.h. auf die gute alte Zeit zwischen 1950 und 1966 im engeren

Richtig, das goldene Zeitalter. Das war ein ganz bestimmtes, alle Hände (beziehungsweise Köpfe) verlangendes Stadium nationaler und internationaler Arbeitsteilung.

und auch mal was ganz anderes, wenn die Welt danach verlang, also einfach mit 40 noch Mediziner werden oder Ing…in USA möglich….hier nicht

Wird in den USA allerdings auch selten gemacht.

Dienstleistungsbeschäftigungen sind im Prinzip in unendlicher Menge da. Und sie sind das einzige, was noch da ist. Bloß sind das bescheidene Arbeiten zu genauso bescheidenen Preisen. Schon allein, weil das Arbeitskräfteangebot so groß ist.

Yep, noch weniger als die deutschen Bildungspolitiker haben die deutschen Unternehmen die ganze Moderne begriffen

Die Moderne ist die Antike, die des 19. Jahrhunderts. Ein paar Millionen balgen sich um die Arbeitsplätze in der Produktion, ein paar Millionen verdienen sich als Dienstboten. Bloß dass seinerzeit noch ein paar weitere Millionen in Subsistenzwirtschaft auf dem Lande saßen, was im übrigen heute auch noch flachgefallen ist. Da bleibt für manche nur hochprofessionelles Nägelfeilen plus Hartz IV.

111 Wat. August 23, 2009 um 17:23

@ Karl Heinrich # 110

Wir hatten hier auch schon diskutiert, dass natürlich die gesellschaftlich notwendige Arbeit nicht ausgeht, nicht ausgehen wird, die kapitalverwertbare allerdings sehr wohl.

Dem zu begegnen gibt es nach meiner Ansicht zwei Möglichkeiten, die eine von zb. Wgn favorisiert, wäre Zwangsarbeit in staatlicher Organisation mit staatlichen Mitteln um der Wirtschaft den Verbraucher noch lange subventioniert erhalten zu können – die Kapitalismus-system-konforme ‘Lösung’. (Hartz4 ist dafür der Anfang – früher hieß das dann RAD)
Oder, wir beenden das Hamsterrad, behandeln alle Menschen als Menschen, kapieren, dass wir locker alle mehr als nur ernähren können (heute schon) und verzichten darauf weiter irgendwelche großen Kapitaleigner zu füttern, die längst so satt sind, dass sie uns für sich bewegen lassen – bewegen wir uns für uns selbst.
Wer dazu keine Lust hat, ok, der lässt es, der nimmt seine Auszeit.
Gar nichts tun, das kann kein Mensch auf Dauer, der ist ein soziales Wesen, der tut was – immer.
Der kommt nicht mal im Urlaub ohne kluge Sprüche und Verbesserungsvorschläge aus…

Und für wirkliche Sch…jobs, die niemand so recht machen will, da findet sich mit klugen Köpfen ganz sicher schnell eine technische Lösung, spätestens, wenn diese klugen Köpfe selbst mit den Sch…jobs ‘am drannsten’ sind.

Aber wir rennen nicht mehr nach dem Brotkorb um die Wette wer der erste ist, da mit dem Inhalt dieses Korbes alle satt und glücklich werden könn(t)en.

Wir müssen nur wollen – und dann tun. (und uns nicht ständig einreden lassen, das geht nicht – versuchen wir’s – ist allemal besser als auf das Fallbeil zu warten)

112 Nanuk August 23, 2009 um 17:44

@Politclown
“Wenn das, was dieser Politclown sagt so alsozial sein soll und ihr so sozial seien solltet, wieso bekommt ihr dann nicht mal soziale Umgangsformen in einer Diskussion hin?”

Weil man jemanden auch mal ganz Sozial aufs Maul hauen kann… was hier leider nicht geht darum leiden dann meine Umgangsformen darunter im übrigen auch diejenigen der Politiker und der Kapitaleigner…
Erzählen sie das doch bitte am Montag meinen Angestellten was sie hier zum besten geben ich hoffe sie besitzen die nötige Fitness…

113 gojko August 23, 2009 um 17:47

@hacedeca: “Dergleichen Möglichkeiten gibt es heute natürlich auch! Für ein Hochgeschwindigkeitsinternet müssten eine Menge Straßen aufgerissen, viele Kabel verlegt werden usw. – nicht gerade Arbeit für Akademiker.”

Tja, da wäre ich doch sofort dafür! Nicht mal die dafür aufzunehmenden Kredite wären problematisch, man hätte ja einen Gegenwert geschaffen. Es gäbe so vieles, was sich lohnte anzupacken, es gab mal Pläne sowas wie ein Rohrpostsystem in Ballungszentren zu bauen. Man klickt bei Amazon und 5 min später kommt das Buch aus der Wand…
Wäre alles besser als “Geldvernichtung durch Abwrackprämie”.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob Du genug Arbeitskräfte finden würdest, die bereit wären eine Eisenbahnstrecke nach Kaliningrad zu bauen. Oder das Hochgeschwindigkeitsnetz in Buxtehude. Ist das nicht menschenunwürdig, wochenlang nicht nach Hause zu können? Wäre Hartz-4 da nicht bequemer?

Gruß, Gojko.

114 Nanuk August 23, 2009 um 17:50

@Gojoko
Das tun tausende heute Abend.
auf Montage fahren…
Sie müssen nur etwas dafür bekommen aussicht auf bessere Lebensverhältnisse…ein Ziel worauf man hinarbeitet.

115 holger August 23, 2009 um 17:51

Hi Politik Clown

weiste wann die Menschen, etwas merken? Genau dann, wenn es an das Eingemachte geht. Da hülft ein Gesülze nicht. Es hat sich bald verausbeamtet in diesen unsrigen von Göttinnen geleiteten Staat.

Dummes Gesabbel über “Mindestlöhne” etc. pp. werden bald Postum zur Vergangenheit gehören.

Versteht es eigentlich keiner? Die Menschen brauchen so viel Geld, dass tatsächlich neben dem Arbeiten was auch immer darunter verstanden wird, zum “Leben” was übrig bleibt. Du willst ernsthaft Diskutieren? Dann ruf an: 05546 999 5240

Ich Antworte gerne und nicht als Polit Clown: Anonym

ruf mich an !!!!!!!!

116 gojko August 23, 2009 um 17:59

@goodnight: “Deutscheland hat wie immer einfach weitergemacht…stur bis zum Endsieg….wie seine Großeltern….nur dass da kein Endsieg gegen das Momentum der Geschichte möglich ist…yep, und alle anderen um uns herum mussten schon laufen….die Amis, die Britten, die Russen, die Chinesen”

Bin ich nicht einverstanden. Zunächst mal, wo sind sie denn hingelaufen, die Briten und Amis… schnurstracks in eine Megakrise, die Helden. Und das nicht mal absichtlich, nein, sie haben nur ihr Derivatefähnchen in den Wind gehängt, die Augen zugemacht und sich in Richtung Maximalprofit treibenlassen. Jetzt wird rumgeheult, es gäbe Ungleichgewichte – als ob das nicht schon ewig bekannt wäre.
Also, wenn Du Vorbilder suchst, dann bitte nicht die. Und Du wirst auch keine finden. In Wahrheit läuft nämlich KEINER jeder ist getrieben. Das System “Demokratie” sorgt schon durch den “ich-darf-den-Wählern-nichts-zumuten” Mechanismus dafür, das nichts passiert, ehe nicht der Karren metertief im Dreck steckt. Leider.

Gruß, Gojko.

117 lemming August 23, 2009 um 18:22

@Politclown
Ich werde heute abend noch mal auf die wenigen Argumente, die seit gestern noch offen geblieben sind, eingehen.
Da bin ich aber mal gespannt. Und sei gewarnt: Ich habe die Nummer trainiert, mit hartgesottenen Arbeitsmarktimgleichgewichtspreisfetischisten, im Herdentrieb bei der ZEIT, bei dem leider, so ganz unherdenmässig, kaum noch was los ist. Haben Leute wie Wgnx zu verantworten, nehme ich an, mit ihrer unfairen Konkurrenz häufigerer Frequenz.

118 Mathias August 23, 2009 um 18:35

@gojko:

Das mit den Ungleichgewichten ist aber schon ein Problem.
Dank des Euro, und unserer Wirtschaftspolitik könnten wir in den letzten Jahren, hohe Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschaften.
Wir kriegen das doch immer wieder um die Ohren gehauen als unseren “Exportweltmeister”.
Nur erkaufen wir uns den über unsere Lohnzurückhaltung!
Carl-Ludwig Holtfrerich hat das schön böse in einem Satz formuliert:
„Es ist kein wirtschaftspolitisches Ruhmesblatt, sich durch größere Lohnzurückhaltung im Inland als im Ausland einen internationalen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen“
http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/deutschlands-gestoertes-gleichgewicht;2287515

Dies können wir aber nur, durch den Euro.
Hätten wir noch den ICU und unsere eignene Währung, hätten wir mit der Wirtschaftspolitik ständigen Aufwertungsdruck unserer Währung, während der unserer Absatzmärkte abwerten würden. Deren Waren wären günstiger, und unsere würden Teuer werden, schon auf Grund der Währungsdifferenzen/Wechselkursbewegungen.
Nur müßten wir das endlich mal als Problem erkennen, und dementsprechend Handeln.

Zwei Möglichkeiten erschließen sich für die Eurozone:
Entweder eben eine gemeinsame Wirtschaftspolitik zu betreiben, und damit den anderen ihre Luft zum Atmen lassen, was ich persönlich immernoch für die bessere Alternative halten würde.
Oder eben, dass sich irgendwann Länder abspalten, und der Euroraum quasi auseinander bricht.

PS:
So hat indirekt uner “Exportweltmeistertitel” auch, und primär mit dem zu tun, was wir hier in dem Tread bereden!
Lohndumping! Staatlich gewollt, und befördert über die Politik der letzten Jahre.
Eigentlich fatal..

119 Delphin August 23, 2009 um 18:36

@Politclown
“Wenn das, was dieser Politclown sagt so alsozial sein soll und ihr so sozial seien solltet, wieso bekommt ihr dann nicht mal soziale Umgangsformen in einer Diskussion hin?”

- weil Du aufgerüttelt werden musst.
- weil Du zweifellos intelligent bist, aber einige Basics nichts verstanden hast. (nur meine Meinung und ich kann mich irren…)
- weil Du eine Haufen Theorie im Kopf hast und sicherlich auch einiges Praxis, aber in die Realität eines Menschen der für 3,45 Euro arbeitet hast Du dich noch nicht mal ansatzweise eingefühlt. Was nicht tragisch wäre, würdest Du Dir nicht ein Urteil darüber erlauben.
Ein gesunder, selbstbewusster, unabhängiger, freier Mensch wird sich nur selten dafür entscheiden für 3,45 Euro/h Zimmer zu reinigen. Einem Menschen, der jahrelang auf seine Handikaps hingewiesen wurde, nicht genau weiss ob er kommenden Monat seine Miete zusammenbekommen wird, seinen HartzIV Satz nicht aufs Spiel setzten darf, von Ämtern, Managern unter Druck gesetzt und von seinen Chefs über Jahre ‘klein gemacht’ wird, vielleicht für andere mitsorgen muss, kurz gesagt, abhängig ist, wird den Job eventuell annehmen MÜSSEN. Warum MÜSSEN? Weil er zu genau diesem Zeitpunkt und an diesem Ort keine Alternativen hat oder kennt. Weil ein Ablehnen der Arbeitsstelle seine Probleme verstärken wird. Weil er Angst hat. Weil er an die, ihm seit Jahren auferlegten Einschränkungen glaubt.

Und um auf das zurückzukommen, was Du geschrieben hast: ‘Wiedeking hätte gekündigt ohne zu befürchten am Ausgang geschlagen zu werden”.

Und Du schreibst

120 Victor August 23, 2009 um 18:40

@Politclown

Warum läßt die wirtschaftliche Dynamik nach?

Wenn die Einkommen der Unternehmer und Kapialbesitzer steigen sollen, dann müssen diese mehr Geld ausgeben für Konsum oder Investitionen als im Vorjahr. Jahr für Jahr.

Das klingt schon anders, als Arbeitnehmer dafür verantwortlich zu machen, sie hätten die Macht Reallöhne auszuhandeln.

Wie soll die Politik darauf reagieren.

Alle Aktiengesellschaften im Dax und MDax in öffentliche Stiftungen überführen?

Und diese Anweisen jedes Jahr mehr Geld für Investitionen und soziale Projeke auszuschütten?

121 lemming August 23, 2009 um 18:45

@Victor
hört sich gar nicht mal so schlecht an. Müsste natürlich noch weiter ausgearbeitet werden ;-)
Das Komplement zum Arbeitszwang kann ja nur der Investitionszwang sein. Sonst macht das alles überhaupt keinen Sinn.

122 gojko August 23, 2009 um 18:49

@Matthias: “Wir kriegen das doch immer wieder um die Ohren gehauen als unseren “Exportweltmeister”.
Nur erkaufen wir uns den über unsere Lohnzurückhaltung!”

Lohnzurückhaltung vielleicht im europäischen Maßstab. Der gilt aber nicht mehr in einer globalen Welt. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen uns sehr wohl mit China und Osteuropa vergleichen. Und wenn man die Löhne in Rumänien mit denen in D vergleicht, kann ja von Lohnzurückhaltung wohl keine Rede sein.
Wenn wir mehr verdienen wollen, als andere dann müssen wir bessere Produkte anbieten. Das haben wir bisher getan und ich sehe darin nichts Falsches. Falsch wäre es, Exportmöglichkeiten absichtlich sausen zu lassen.

Nicht wir müssen unsere Lohnzurückhaltung aufgeben, sondern ClubMed muß entweder besser werden oder Lohneinbußen hinnehmen.
Mir ist klar, daß das unpopulär ist, aber entweder wir mauern uns in einer “Festung Westeuropa” ein, oder wir müssen da durch.

Gruß, Gojko.

123 keiner August 23, 2009 um 18:55

@ Goodnight

Etwas weniger Fatalismus, etwas mehr glauben an die Normative Macht des Faktischen. In China kann “die Partei” sogar entscheiden, wann die Sonne auf- und untergeht. Warum sollten demokratisch legitimierte Politiker nur Stoppschilder aufhängen und nicht auch zum Wohl ihrer Völker (und zum Wohle ihrer Wiederwahl) diese totalitär-faschistoide Wirtschaftsdoktrin, die uns in den Abgrund treibt, bändigen können. Da geht mehr, als du wahrhaben willst (warum auch immer).

Kopf hoch, das wird schon. Spätestens nach dem nächsten Crash werde sie etwas ändern müssen. Aber dann wird es zu spätt sein.

124 Mathias August 23, 2009 um 19:01

@gojko:

Ich kenn das Amenmärchen..
Als Brandenburger hab ich Polen vor der Haustür, und wenn ich mir die Handelsbeziehungen ansehe, dann ist Brandenburg derzeit mehr daran Interessiert, dass es unserem größten Handelsparthner gut geht (1/3 aller Import und Exporte haben wir mit Polen), als irgendwas, was Berlin verabschiedet.
Außerdem sind wir auch der Beweis, dass Lohnzurückhaltung nichts bringt.
Wenn Lohnzurückhaltung die Chancen verbessert, dann müßten wir Vollbeschäftigung haben..
Nur ist dem nicht so..

125 lemming August 23, 2009 um 19:14

@gojko
Ob wir wollen oder nicht, wir müssen uns sehr wohl mit China und Osteuropa vergleichen.
Aber wenn schon, dann richtig: also nicht nur die Löhne, sondern auch die Preise. Wie weit käme ein Chinese mit seinen paar Cent Stundenlohn, wenn er davon in Dland leben müsste?

126 Delphin August 23, 2009 um 19:27

@lemming

Genau: Wer von den üblichen Lohnreduktions-Argumentieren erklärt – bitte gleichzeitig – meinem Vermieter, meiner Versicherung, meinen Ärzten, meinem Finanzamt die damit einhergehende Reduktion Ihrer Bezüge?

127 holger August 23, 2009 um 19:30

@ gojko

leg doch einfach mal die Charts: das Geldmengenwachstum, die Inflationsraten, die BIPs, die Renditen, die Einkommensverteilung, die Sterblichkeitsrate, die Geburtenkontrolle, die Gewinne der Energieversorgungsunternehmen, usw. und sofort: übereinander. Und dann stell Dir die Frage: Cui bono?

Dann wird es ganz schwach, über das Einkommen (Arbeitnehmer) überhaupt zu reden. Die Frage, ob da ein Sinn ein tieferer dahinter steckt, die stellt sich dann gar nicht mehr.

128 Titus August 23, 2009 um 19:38

es ist traumhaft was diese clowns und nachtwächter so von sich geben und dann auch noch beleidigt sind…
man verstehe sie nicht oder will einfach nicht kapieren das sie allein die weisheit mit löffeln gefressen haben, nur aufgrund ihres zusammengerafften kapitals und ihrer allerorts rausposaunierten verqueren ideologie mittels gestrickten und geschmierten seilschaften…
was ist so schwer daran zu verstehen:
LEBEN UND LEBEN LASSEN

129 Mathias August 23, 2009 um 19:44

@holger

Außerdem gibt es allein in Deutschland eine schöne relation von Freiverfügbaren Einkommen/Regionaler Kaufkraft und den Arbeitslosenraten.
Je höher die regionale Kaufkraft, desto geringer die Arbeitslosenquote.
Sehn wir in jedem Ländervergleich.
Das kommt aus dem einfachen Grund, dass da wo die Einkommen hoch sind, auch dementsprechend ausgegeben wird. Wird wiederum mehr Ausgeben, entwickelt sich regional auch die entsprechenden Produzenten, die die Nachfrage abschöpfen.
Aus dem Grund gibt es in der Region auch weiteren Zuzug, da Arbeitnehmer nachgefragt werden. Diese Zusätzlichen Konsumenten wiederum erhöhen die regionale Kaufkraft ..
Ein positiv sog entsteht.

130 gojko August 23, 2009 um 19:59

@Mathias: “Außerdem sind wir auch der Beweis, dass Lohnzurückhaltung nichts bringt. Wenn Lohnzurückhaltung die Chancen verbessert, dann müßten wir Vollbeschäftigung haben..”

Du weißt ja nicht, wie hoch die Arbeitslosenrate wäre, wenn es die Lohnzurückhaltung nicht gegeben hätte. Ich denke, in einem Land MIT Industrie findet man noch eher was als in einem ohne.
(bin übrigens auch gebürtiger Brandenburger)

lemming: “Wie weit käme ein Chinese mit seinen paar Cent Stundenlohn, wenn er davon in Dland leben müsste?”

Ganz ehrlich, ich denke in die Richtung wird es laufen. Bei den Chinesen werden Löhne und Preise steigen, bei uns beides fallen. Irgendwann in der Mitte stellt sich ein Gleichgewicht ein.
Wenn wir dafür sorgen, daß wir uns vorher die industrielle Basis kaputtmachen lassen wird es noch schlimmer. Vom Standpunkt des Gutmenschen aus gefragt: sind wir was Besseres als die Chinesen?

@Holger: “..Cui bono? Dann wird es ganz schwach, über das Einkommen (Arbeitnehmer) überhaupt zu reden. ”

Hast ja recht, ich bin auch der Meinung, daß wir ein Verteilungsproblem haben und daß sich das sogar in Zukunft immer mehr verschärfen wird. Weil, wie ich oben schon schrieb, immer mehr Arbeit durch Maschinen und Computer überflüssig gemacht wird. Früher oder später haben wir die nahezu wartungsfreie automatische Fabrik, die Wasser, Strom und Rohstoffe reingeworfen bekommt und hinten die Fernseher auspuckt. Nur, wer soll die dann kaufen..das ist das eigentliche Problem, das gelöst werden muß.
Wenn nicht wäre das dann GameOver für den Kapitalismus, ganz ohne Marx und Revolution.

Gruß, Gojko.

131 holger August 23, 2009 um 20:17

Hallo gojko,

da wird es irgendwann, wann auch immer, wohl enden.

@ Mathias

So lange ein Einkommen erzielt wird, mag das richtig sein. Nehmen wir mal an, im Ländle, oder in der, von Dir, beschriebenen Region, müssten die Menschen keine Lohn bzw. Einkommenssteuer zahlen. Was wäre da wohl los? Und all der ganze “Staat” würde, nur über die MwSt. sich ernähren können. Und stell Dir mal vor, ich als Selbstständiger müsste nicht, mich mit Ämtern in die Köppe kriegen und zwölffache Formulare bis zur Bahre ausfüllen.

Das wäre noch nicht mal Anarchie. Weil die Advokaten, ihren Blödsinn noch nicht mal mehr mit bekommen. Versuch es, wenn Du es nicht schon bist, selbst und ständig, in diesem glorreichen Advokaten Staat etwas zu unternehmen. Es sind Heckenseicher und Penner.

Ich war gestern auf einen 50sten Geburtstag. Da war die andere Brut, Leerkörper. Da sind ganz extreme drunter. Ach was solls. Untergang, dann ist endlich Ende im Gelände

132 Mathias August 23, 2009 um 20:47

@gojko:
“Du weißt ja nicht, wie hoch die Arbeitslosenrate wäre, wenn es die Lohnzurückhaltung nicht gegeben hätte. Ich denke, in einem Land MIT Industrie findet man noch eher was als in einem ohne.
(bin übrigens auch gebürtiger Brandenburger)”

Da man mittlerweile in vielen Zweigen der Wirtschaft, in Polen mehr verdient, als in gleichen Teilen Brandenburgs, sollte man schon fragen, warum halten die sich nicht mit ihren Löhne zurück?
Grade in den metropolen im Westpolen verdient man doch mittlerweile mehr..
Das mit der Deunindustrialisierung, lag weitestgehend an der WV, und vorallem Bankenprivatisierung/DM einführung.
Zwar ist mittlerweile wieder neue industrie angesiedelt worden, aber ohne die fatalen Fehler am Anfang, wäre vieles einfacher gewesen.
Nebenbei gäbe es ganz andere Bereiche, die man ausbauen könnte. Auf dem Medien, und Unterhaltungscluster der Region kann man aufbauen, und ihn über andere bereiche wie Glücksspiel ergänzen, wenn man es den wollte.
Grade in diesem Zeiten, sollte man sich seiner Lage innerhalb Europas bewusst sein, und die Rahmenbedienungen entsprechend an passen.
Lohnpolitik würde mir da als aller letztes Einfallen..

133 lemming August 23, 2009 um 20:49

@gojko
Ganz ehrlich, ich denke in die Richtung wird es laufen. Bei den Chinesen werden Löhne und Preise steigen, bei uns beides fallen. Irgendwann in der Mitte stellt sich ein Gleichgewicht ein.
Dieses Gleichgewicht wird sich NICHT einstellen, weil es keinen Punkt gibt, an dem es sich einstellen könnte. So wie es jetzt aussieht, ist es ein “race to the bottom”, auch wenn die chinesischen Löhne bis jetzt noch gestiegen sind. Dieser “bottom” heisst letztlich Game over oder Revolution, nachdem dieses Wirtschaftssystem alle “Hindernisse”, die letztlich seine konkreten Existenzbedingungen ausmachten, von denen es lebte, die es sozusagen verzehrt (komparative Kostenvorteile, Staat, Regulierung, Subsistenzwirtschaften), verschlungen hat. Marx hat das nur analysiert und prognostiziert, nicht bewirkt.
Reiner Kapitalismus ist unmöglich, aber der Kapitalismus “reinigt” sich weiter von allen marktfremden Elementen, läuft also auf den praktischen Nachweis seiner theoretisch längst bekannten Unmöglichkeit zu. Das wird sehr ungemütlich, keine Frage…

134 holger August 23, 2009 um 21:24

Wenn ich all den ganzen Krams immer lese, anpassen, anpassen, flexibel, flexibel, wohin sollen wir uns denn noch hin anpassen?

Ich bin kein!!! Chinesischer Wandervogel, der mal kurz ins Gestrüpp zurück springen kann.

Dann, den Gürtel enger schnallen. Irgendwann hat der auch kein Loch mehr. Und wenn das Ausland keine Gelder mehr, für deutsche Produkte hat, dann soll sich das Ausland gefälligst selbst die Apparate ausdenken.

Ja, dann müssen halt die Fidschis, oder Kenianer Nobelpreisträger werden, dann müssen die halt das Plasmatron entwickeln oder was weiß ich. Dauert wohl nur ein wenig länger. Es ist genug Kohle da, um jeden!! aber auch jeden!! glücklich zu machen.

135 Wat. August 23, 2009 um 21:40

@holger – es geht doch eigentlich nicht wirklich um Kohle, das wird doch nur suggeriert, in der Hoffnung, es wird wahrer, wenn man es lange genug wiederholt.

Es geht um Nahrung und Produkte. Das ist es, was der Mensch wirklich braucht, Nahrung um zu existieren, Produkte um (besser und leichter) zu leben.

Und das könnten wir gut ohne Kohle, die eh nur noch auf buntes Papier gedruckt wird, für alle und überall.

Am wichtigsten sind dabei für uns doch die Dinge, die keinen ‘Wert’ haben, in denen also keine Arbeitskraft steckt – Luft und Wasser. Sie werden versuchen uns auch das als ‘Wert’ zu verkaufen – weil ‘Kohle’ nun mal der von vielen anerkannte ‘Gott’ ist und die Illusion noch eine Weile aufrecht erhält…

136 Mathias August 23, 2009 um 21:42

@Holger:
Zeise hat das Problem ziemlich sachlich analysiert..

http://www.linksnet.de/files/pdf/zeise.pdf

Alternativ, um noch tiefer ein zusteigen:
http://www.dexia-am.com/globalisedfinance/Globalisedfinance.pdf
Wolfgang Münchau hat dazu eine dreiteilige Rezension geschrieben..in seiner Kolumne der FTD

137 helmut-h August 23, 2009 um 22:01

Das Buch “Die Unbrauchbaren” kann möglichenfalls etwas Licht in die Meinungsvielfalt bringen. In den nächsten 5 Jahren werden weitere
zwei Millionen Menschen in den Niedriglohnsektor rutschen. Die gut ausgebildeten jungen Menschen werden die etwas weniger ausgebildeten Menschen dort hin verbannen. Eine bürgerliche Mehrheit würde diesen Prozess beschleunigen.

138 Wat. August 23, 2009 um 22:02

Bitte bei ‘Wasser’ den Gebirgsbach nehmen, sonst hinkt leider mein Beispiel. Sorry dafür.

139 holger August 23, 2009 um 22:36

@ Mathias

Danke für den Link. Nach einschlägigen Studieren (Autodidaktisch) von Steiner, Haeckl, Goehte, und sonst welchen “Menschen” Aristoteles, Blavatskyi, bleibt mir tatsächlich nach weiß ich nicht wie vielen Seiten, leider nur die Erkenntnis, dass sich seit Jahren nichts verbessert. Auch wenn Einige, die Situationen sehr schön umgarnen, ändert sich an der Tatsache, dass E-On, den Stromtarif erhöht, gar nichts. Rein gar nichts.

Entweder lesen diese Leute keine Bücher, von “Ökonomen”, oder sie ignorieren diesen Sachverhalt.

Und mit Verlaub, ob da nun ein Zeise was schreibt, oder in China fällt der berühmte Sack um. Änderts es recht wenig daran, dass wir alle noch Geld Kohle, oder Euronen brauchen, um uns zu ernähren.

@ Watawah

es ist leider noch so. Ich würde es gerne ändern wollen. Das scheint aber nicht zu funktionieren.

140 holger August 23, 2009 um 22:52

Goethe natürlich. oh mann…

141 Hartzer August 23, 2009 um 23:25

Das gibt einem richtig Genugtuung zu sehen wie ihr, die ihr uns so gern als Faulpelze bezeichnet, jetzt Panik bekommt weil ihr merkt dass ihr als nächste durch den Fleischwolf gedreht werdet.
Auch ganz toll wie hier einer meint man könne das Problem lösen indem alle ohne Job nach Süddeutschland ziehen. Mann mann was seit ihr für Knalltüten. Bald gibt’s weltweit Kannibalismus. Glaubt ihr nicht? Werdet ihr schon sehen.

142 Titus August 23, 2009 um 23:39

@harzer
schön angemerkt…
ja nun kommt langsam panik auf und ich freue mich direkt drauf den einen oder anderen aufem arbeitsamt zu sehen, wie sie die hosen runterlassen müssen um ihr almosen abzuholen.

143 Comguard August 23, 2009 um 23:43

Flexibilität ist leicht gefordert, aber keine angenehme Sache.

Freunde von mir sind mit dem Studium fertig und sind bei BMW untergekommen. Dummerweise mit einer Zeitarbeitsfirma, mit negativen Auswirkungen aufs Gehalt. Verträge natürlich befristet.

Ist natürlich keine gute Vorraussetzung sein Leben zu planen wenn man nicht weiß ob man nächstes Jahr noch sein gewohntes Gehalt bekommt oder sich ins Heer der Arbeitslosen einreihen muss.

Welchen Sinn haben jetzt überhaupt die Zeitarbeitsfirmen gehabt? Ich sehe nur dass normale Beschäftigungsverhältnisse in Zeitarbeitsverträge umgewandelt werden (sehr schön zu sehen bei Schlecker).

144 Wat. August 23, 2009 um 23:48

@ Hartzer # 141

Schön wär’s ja, wenn es so wäre, dass sie kapierten, dass sie die nächsten sind, die durch den Wolf gedreht werden.

Leider ist dem nicht so.

Hier mokieren sich nur die, die sich hier schon immer mokiert haben und wahrscheinlich schon lange davor – mit ‘durch den Wolf schon gedreht’ oder nur zugeguckt, als es anderen so erging oder mit ‘nen büschen Herz und Verstand das kommen sehen.

Ich würd’ was für geben, wenn diese es denn endlich kapierten – meinetwegen gern ohne diese persönliche Erfahrung… aber sie meinen halt wohl immer noch, wenn sie nichts sehen wollen, nichts hören wollen, nichts sagen wollen (Chinesische drei Affen), dann wird wohl alles so bleiben, wie es ist.

Eben Kinderglaube – nur erwachsen werden, tut dann noch mehr weh…

145 gojko August 24, 2009 um 00:10

@lemming: “Dieses Gleichgewicht wird sich NICHT einstellen, weil es keinen Punkt gibt, an dem es sich einstellen könnte.”

Sehe ich nicht so, @wat. schreibt hier: “Es geht um Nahrung und Produkte. Das ist es, was der Mensch wirklich braucht, Nahrung um zu existieren, Produkte um (besser und leichter) zu leben.”

Und mindestens das ist m.E. der Punkt, auf den sich das Geichgewicht einstellt. Wenn die Leute nix zu fressen haben, gibt es nen Aufstand, das wissen auch die Oberen. Dazu kommt heutzutage, daß die Menschen einen gewissen Lebensstandard fordern, Gesundheitsversorgung, Wohnqualitat etc. . Ich glaube nicht, das man selbst uns Deutschen das so einfach wegnehmen kann. Mit anderen Worten, der Lebensstandard der westlichen Welt ist sehr wohl die Richtschnur.

Außerdem sollte man nicht vergessen: die Reichen brauchen uns viel mehr, als wir sie. Es gab mal so einen bösen kommunistischen Spruch: “alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will”. Der stimmt immer noch.

Gruß, Gojko.

146 lemming August 24, 2009 um 02:21

@gojko
Ich hoffe, du wirst Recht haben. Ich glaub’s aber nicht so recht.
Ich glaube nicht, das man selbst uns Deutschen das so einfach wegnehmen kann.
Der Trick bei den Deutschen war immer, dass man sie glauben gemacht hat, und glauben machen konnte, ein ANDERER habe ihnen was weggenommen, jemand der nicht zur “Volksgemeinschaft” gehört. Ich sehe nicht, warum dieser faule Trick nicht noch ein weiteres Mal funktionieren sollte.
Es fehlt nur noch ein plausibles Feindbild. “Hindukusch” hat nicht so richtig eingeschlagen, amerikanische Heuschrecken auch nicht. Ist also schon schwierig, aber wenn die Lage noch schwerer wird, werden die Leute vmtl. leichter überzeugbar.
Man sollte alle Medien abschalten, und die Leute den Resten ihrer eigenen Lebenserfahrung überlassen, das würde vieles erleichtern…
Darum mache ich das nur für mich persönlich auch ab und zu. Hat durchaus Wirkung…
in diesem Sinn: besten Gruß!

147 Andreas Kreuz August 24, 2009 um 08:32

>>Man sollte alle Medien abschalten, und die Leute den Resten ihrer eigenen Lebenserfahrung überlassen, das würde vieles erleichtern…<<

Gestern sagte jemand mit Bezug auf die bevorstehende BTW zu mir:

'Rot-grün hat aber auch einiges falsch gemacht…'

Ob der schon gemerkt hat, dass seit 2005 Frau Merkel die Richtlinienkompetenz hat?

148 speedy August 24, 2009 um 11:01

politclown und goodnight – seid Ihr vielleicht gaaaanz, gaaanz dicke Freunde ;-p ? Man konnte fast glauben, die Provokation wäre eine nette Inszenierung, sozusagen “absurdes Theater”.

fänd ich ja suepersüss …

149 egghat August 24, 2009 um 11:19

Hmmm. ich wüsste nur zu gerne, was die Niedriglöhner mit vorheriger Ausbildung gelernt haben … Eine Friseuse ist ja z.B. ausgebildet, aber quasi von vornherein zu Niedriglohn verdammt. Ein ebenfalls hoher Teil könnten die Handwerker ausmachen. Dort wird seit Jahrzehnten über Bedarf ausgebildet. Wenn die nach ihrer Lehre auf der Straße stehen und in ihrem Beruf keine Stellen finden, sind die quasi wieder ungelernt.

Dumm, aber was soll man machen? Die direkt ohne Ausbildung lassen? Schlecht, weil es dann wieder einen Lehrstellenskandal gibt …

Am Ende läuft es auf eine Erkenntnis hinaus: Bildung an und für sich ist auch kein Wert.

150 weissgarnix August 24, 2009 um 12:00

@egghat

>Dumm, aber was soll man machen? Die direkt ohne Ausbildung lassen? Schlecht, weil es dann wieder einen Lehrstellenskandal gibt …

Nein, sondern genau das, was die Amis auch machen: die Bildungswege weniger auf “Wissen” anlegen, sondern vielmehr auf “Lernen”. Und den Leuten klipp und klar sagen, dass sie ihren Lebensunterhalt mit “Lernen” bestreiten werden müssen, und nicht mit “Wissen”. Ich weiß, ich weiß: “Lebenslanges Lernen”, das sagen wir den Leuten ja ohnehin schon die ganze Zeit. Ich glaube aber nicht, dass das in der Praxis auch so gelebt wird. Interessanterweise sehe ich in den Schulen erste Ansätze dafür, aber auch nur von ambitionierten, “alternativen” Lehrern.

Was die Politik darüberhinaus machen kann, ist den Binnenmarkt komplett von sinnlosen Vorschriften und Pseudo-Qualifikationserfordernissen zu entrümpeln, sprich die Handwerkerordnung abzuschaffen und das Gewerberecht weitgehend abzuschaffen. Dann gäbe es Raum für allerlei wirtschaftliche Anschlussoperationen.

151 Politclown August 24, 2009 um 13:24

@lemming #71:
„Dass nämlich 1,2,3€ Löhne überhaupt nur möglich sind, wenn der Rest für’s Existenzminimum als völlig unmarktkonforme SUBVENTION gezahlt wird. Folgen und logische Widersprüche in der Markt/Gleichgewichts-Annahme hatte ich ebenfalls genannt.“

Ich muss ehrlich sagen, nachdem mir in deinem Post #22 als erstes die 20€ Mindestlohn ins Auge gefallen sind, habe ich nicht mehr erwartet, dass du das ernst meinst und den Rest nicht mehr gelesen… Also:

Die Grundsicherung der menschlichen Existenz ist also eine SUBVENTION…

…. mein lieber Scholli, wenn das der Politclown geschrieben hätte…. Empörung!!

Es gibt nun mal Menschen, die es nicht schaffen, (vielleicht auch nur temporär) immer das zum Leben Notwendige zu erwirtschaften.

Dein Vorschlag dagegen:
- Diesen Menschen das Arbeiten zu einem Lohn verbieten, der niedriger ist, als das, was du für einen gerechten Lohn hältst.
Das Ganze kann aber nur glücken, wenn du einen Unternehmer findest, der bereit ist, Geld zu verschenken. Viel Erfolg.
Falls sich da wider Erwarten keiner finden sollte, muss er der Mensch halt schauen, wo er bleibt, weil sonst wäre es ja eine SUBVENTION. Das war doch die Argumentation, oder?

Mein absolut asozialer Vorschlag, für den ich eins auf die Fresse verdient habe, dagegen:

Es gibt eine negative Einkommenssteuer/Bürgergeld. Es wird niemand zu Arbeit gezwungen, aber der Anreiz besteht trotzdem sich Stück für Stück selbst besser zu stellen, ohne dass man Gefahr läuft, durch eine bürokratische Bedürftigkeitsprüfung zu fallen. Man muss nicht mehr zum Amt als Bittsteller, sondern kriegt das Geld unbürokratisch überwiesen.
Aber ist irgendwo auch eine SUBVENTION, wenn man es so interpretieren will. Allerdings ein MarktKONFORMER Eingriff, weil er die Gleichgewichtsbildung nicht verhindert, sondern das Marktgleichgewicht verschiebt, hin zu mehr gesamtgesellschaftlicher Wohlfahrt.

Marktkonformität und die logische Herleitung des Gleichgewichts findet man übrigens auch in jeder Vorlesung und jedem Lehrbuch zur Einführung in die VWL…das erspar ich mir und dir jetzt.

152 Politclown August 24, 2009 um 13:26

@limited #64:
„Ich müsste mich schwer täuschen, wenn es nicht nach der Währungsreform weiterhin eine Vielzahl an Preisbindungen gegeben hätte.“
=> Es gab vereinzelt noch Preisbindungen. Umso erstaunlicher, dass schon die teilweise Preisfreigabe die Schaufenster gefüllt hat. The market works ;-)
Wäre aber mal ein interessantes Thema für ne Facharbeit, das zu untersuchen, was da alles für Güter in den Verkaufszahlen über Nacht hochgeschossen sind. Ich wage die Vermutung, dass es die freigegeben Güter waren ;-)

153 Politclown August 24, 2009 um 13:27

@lemming 74:
„Mit einem chinesischen Lohn überlebte man hier keine Woche, dennoch werden mit ihm Waren produziert, die hier gekauft werden sollen.“
=> Hast du dir eigentlich nur mal eine Sekunde überlegt, was passieren würde, wenn man die internationale Arbeitsteilung verbieten würde, oder wenn die Transportkosten plötzlich skandalös hoch wären? Hast du eine Sekunde an die Milliarden Menschen gedacht, die dann ZUSÄTZLICH in den Hungertod getrieben würden? Hast du nur eine Sekunde daran gedacht, wie wir in Deutschland an wichtige Rohstoffe kommen wollen, wenn wir sie nicht importieren? Hast du dir eigentlich überhaupt nur einmal überlegt, wie wirklicher Wohlstand geschaffen wird?

154 Politclown August 24, 2009 um 13:29

@Nanuk #87
Du wirfst mir folgendes vor: „und wenn man sie dann am Schlawittchen hat siehe Marschalplan wir das Argument nicht angenommen“

— kurzer flashback zu Kommentar #58 von dir —

Um dein „Argument“ noch mal anzusehen:

„Ja das Model USA China halt nur das China heutzutage den Marschalplan für die USA erstellt hat… sie sind ein Depp Politclown…“

— —

1.) Wo hast du mich da am Schlawittchen
2.) Was willst du mir damit sagen?
3.) Glaubtest du wirklich, dass du nach diesem hingepfefferten Wortfetzen ohne Punkt und Komma mit anschließender persönlicher Beleidigung eine Antwort zu erwarten hättest?
4.) Bevor du jetzt weiter mit deinem peinlichen Marshalplan kommst, überlegst du dir lieber mal, wie der über Nacht überall in Deutschland gewirkt haben soll, wenn selbst heutzutage die Zentralplaner Jahre brauchen um ihre „Konjunktur“-Pakete umzusetzen…

155 Politclown August 24, 2009 um 13:30

@gojko 93
Danke, dass hier noch jemand an Sachlichkeit Interesse hat.
Die Entwicklung die du beschreibst, bestreite ich gar nicht, sehe da bisher auch keinen Argumentationsfehler, wo siehst du ihn?

156 Politclown August 24, 2009 um 13:33

@Delphin: „Denn wenn bei “nur halb so vielen Menschen die Armut relativ doppelt so hoch war wie heute”, dann heisst das es sind genauso viele Menschen arm, wie 1980!“
Naja genauso genommen sind es sogar einige Millionen weniger. Fakt bleibt aber: Die Marktwirtschaft hat in den letzten dreißig Jahren Lebensraum für weitere 3 Milliarden Menschen geschaffen. Bei schwindenden Ressourcen auf diesem begrenzten Planeten eine Leistung, die kein Zentralplaner hinbekommen konnte.
Das Geheimnis: Die Marktpreise sind die besseren Koordinatoren. Nur wenn wir die realen Preise nicht wahrhaben wollen, belügen wir uns selbst und, noch schlimmer, ziehen nicht die richtigen Schlüsse daraus. Und ehe wir uns versehen, um es mit @goodnight zu sagen, hat sich „die Welt wieder eine Runde weiter gedreht“, nur dann sind wir vollends hinten dran…

@goodnight 96: great comment!

@holger
“ruf mich an” -> ok, hast du am Wochenende Zeit?

157 Politclown August 24, 2009 um 13:34

@hacadeca 100
„Und die Antwort der Politclowns? Mehr Zuwanderung, statt Mindestlöhnen!“
Hast du dir eigentlich schon mal überlegt, was wir gerade durch Mindestlöhne für eine Zuwanderung bekommen würden? Oder wolltest du gerade damit sagen „Mindestlöhne nur für Deutsche und Ausländer bleibt draußen und verhungert!“? ;-)

158 lemming August 24, 2009 um 13:43

@politclown
Die Grundsicherung der menschlichen Existenz ist also eine SUBVENTION…
Netter Versuch. Nein, die Grundsicherung der menschlichen Existenz per se ist keine Subvention. Sie wird dann eine, wenn diese Grundsicherung in Form von Lohnzahlungen erfolgt, und damit das Lohnniveau weiter drückt und die Rendite hebt. Der Subventionierte ist der Arbeitgeber, um dessen Grundsicherung geht es hier aber nicht.

Hast du dir eigentlich nur mal eine Sekunde überlegt, was passieren würde, wenn man die internationale Arbeitsteilung verbieten würde
Unter internationaler Arbeitsteilung stelle ich mir was anderes vor, als das gezielte Ausnutzen von Kaufkraftdisparitäten zum Zwecke des Lohndumpings.

Hast du eine Sekunde an die Milliarden Menschen gedacht, die dann ZUSÄTZLICH in den Hungertod getrieben würden?
Warum sollten sie? Es zeigt sich doch gerade, dass Wirtschaftsstrukturen, die auf Export basieren, nicht besonders stabil sind. China macht darum jetzt einen Richtungswechsel.
Wie diese ganze Globalisierung abgelaufen ist, wer davon profitiert hat und wer ruiniert wurde, zB die Landwirtschaften in Entwicklungsländern – von wg. Hungertod – steht natürlich nicht im Lehrbuch, könnte aber trotzdem bekannt sein.

159 georgi August 24, 2009 um 14:03

Dein Vorschlag dagegen:
- Diesen Menschen das Arbeiten zu einem Lohn verbieten, der niedriger ist, als das, was du für einen gerechten Lohn hältst. Das Ganze kann aber nur glücken, wenn du einen Unternehmer findest, der bereit ist, Geld zu verschenken. Viel Erfolg. Falls sich da wider Erwarten keiner finden sollte, muss er der Mensch halt schauen, wo er bleibt, weil sonst wäre es ja eine SUBVENTION. Das war doch die Argumentation, oder?

Du denkst halt wie ein VWL-Scholastiker – so wie Alice im Wunderland. Warum sind Unternehmer nicht bereit, einen Stundenlohn von 7 EUR/h zu zahlen? — weil es Konkurrenten gibt, die nur 5 EUR/h zahlen, und damit ihre Dienstleistung billiger anbieten können und deshalb dem ersten Unternehmer die Aufträge wegnehmen. Gäbe es einen Mindestlohn, dann wäre dieser Dumpingwettbewerb unterbunden, und alle Unternehmen wären bereit, 7 EUR/h zu zahlen, weil sie ja die Leute wirklich brauchen. So blöd ist also ein Mindestlohn gar nicht.

160 hacedeca August 24, 2009 um 14:04

@Politclown, #156

“Hast du dir eigentlich schon mal überlegt, was wir gerade durch Mindestlöhne für eine Zuwanderung bekommen würden?”

Nö, die Zuwanderung bekommen wir durch politische Weichenstellung. Und ohne Mindestlöhne erhöht die Zuwanderung, die eh erfolgt, das Arbeitskräftepotential, es gibt also mehr Arbeitnehmer und dann greift das einfachste Gesetz des Kapitalismus – supply and demand! Und dann sinken Löhne.

Und Dein weiteres Argument, dass Ausländer ohne Deutschland im Ausland verhungern würden, ist mal einfach ebenso größenwahnsinnig, wie den Hindukusch befrieden zu wollen, aber in den Ghettos Deutschlands nicht für Ordnung sorgen zu können.

Es gibt nach dem Migrationsbericht der Bundesregierung in Deutschland rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Vielen, zu vielen Ausländern geht es dreckig. Wie ich anführte, liegt die Arbeitslosigkeit der Türken in Berlin bei 50 Prozent (siehe link #100). IHR seit da in der Verantwortung, IHR Politclowns.

Und all die Ausländer, denen es dreckig geht, können sowieso nicht kommen. Jetzt muß ja erst mal Platz gemacht werden für die Kriegsflüchtlinge aus Afghanistan, die ihr erzeugt habt.

161 froZ August 24, 2009 um 14:32

@ Politclown

Negative Einkommensteuer, unbürokratisch abgewickelt und ohne extrem hohe implizite Grenzsteuersätze auch im “negativen” Bereich der Steuer, das wäre auch aus meiner Sicht das geeignete Modell.

Allerdings hat @lemming recht: Auch wenn das funktionieren würde und damit die Verhandlungsposition von Leuten im Niedriglohnbereich gestärkt wäre, dann blieben doch die Mitnahmeeffekte erhalten: “Arbeitnehmer” und “Arbeitgeber” könnten ihren jeweiligen Nutzen zu Lasten eines Dritten, des Staates, maximieren. Deshalb halte ich einen Mindestlohn auch für komplementär zu einer Niedriglohnsteuer; die beiden Instrumente ergänzen sich, schließen einander aber nicht aus.

Ich frage mich auch, wie für Unternehmen ein Anreiz entstehen soll, den Wettbewerb über bessere Produkte, bessere Arbeitsorganisation und Technologie zu führen, wenn faktisch unbegrenzte Möglichkeiten vorhanden sind, über Niedriglöhne zu konkurrieren, in der besonders perfiden Form dann gar noch durch Einbindung von 1-Euro-Jobbern in die Wertschöpfungskette (gab es ja unlängst eine sehr aufschlußreiche ARD-Dokumentation dazu).

Ansonsten tust Du (tun Sie) ja ein wenig so, als gäbe es nirgends gesetzliche Mindestlöhne und Deutschland würde hier über einen möglichen Sonderweg verhandeln. Meines Wissens hat die Einführung von Mindestlöhnen in anderen Ländern weder zu verstärkter Einwanderung noch zu höherer Arbeitslosigkeit geführt. Das Argument mit der verstärkten Zuwanderung widerspricht ja auch ein wenig Deiner sonstigen Argumentationslinie; es impliziert schließlich, daß zu Mindestlöhnen durchaus genügend Arbeitsplätze sogar für ungelernte Migranten vorhanden wären.

Und was die Arbeitslosigkeit angeht, so mag es sein, daß die statistische Arbeitslosen-Quote leicht steigt. Die staatlichen Ausgaben für ALG würden aber mit großer Wahrscheinlichkeit sinken, da sich bei Mindestlöhnen die Zahl der nicht arbeitslosen “Aufstocker” verringern würde.

Für ein Allheilmittel halte ich den gesetzlichen Mindestlohn auch nicht, andere Maßnahmen wären wichtig wie z.B. die konsequente Durchsetzung des Prinzips “equal pay for equal work” in der Zeitarbeit.

Ja, und was den hier auch diskutierten internationalen Ausgleich der Arbeitseinkommen betrifft, so scheint Deutsche Land das einzige Land zu sein, wo dieser Ausgleich nach unten hin funktioniert:

http://www.eu-info.de/deutsche-europapolitik/Umfragen-Statistiken-Deutschland/reallohn/

Da haben wir den Sonderweg: Deutschland, Deutschland unter alles!

162 froZ August 24, 2009 um 14:39

“…halte ich einen Mindestlohn auch für komplementär zu einer Niedriglohnsteuer” … ist natürlich falsch, muß heißen:

“…halte ich einen Mindestlohn auch für komplementär zu einer Negativsteuer”

163 Politclown August 24, 2009 um 16:43

@160
“Das Argument mit der verstärkten Zuwanderung widerspricht ja auch ein wenig Deiner sonstigen Argumentationslinie; es impliziert schließlich, daß zu Mindestlöhnen durchaus genügend Arbeitsplätze sogar für ungelernte Migranten vorhanden wären.”
=> Was passieren wird, ist, dass die hohen Kosten dann über die Arbeitsbelastung in der Stunde, die bezahlt wird, reingeholt wird. Außerdem wird der Mindestlohn, so gut es geht anders umgangen werden. z.B. durch unbezahlte Zusatzleistungen, die der Arbeitnehmer erbringen muss, damit er den Job bekommt.
Dann ist sicher wieder das Geschrei groß und alle fordern neue Regulierungen, die dann wieder umgangen werden…
Bin ja mal gespannt, wer da eher bereit ist, zu solchen Bedingungen zu arbeiten. Jedenfalls gibt es sicherlich einige wirtschaftliche Flüchtlinge, die trotzdem das noch als sehr attraktiv ansehen würden.

Believe it, or not… ;-)

164 lemming August 24, 2009 um 17:04

@Politclown
Sicher doch. Freiwillig würde kein Arbeitgeber überhaupt einen Lohn zahlen, sind ja Kosten, die versucht man zu umgehen, wo man kann.
Um dies zu vermeiden, wurden übrigens Arbeitsverträge und Arbeitsrecht erfunden, ganz üble Regulierungen…

165 froZ August 24, 2009 um 17:07

@ Politclown #162

In manchen Bereichen mag das tatsächlich so eintreten, und anderswo mag abhängige Beschäftigung durch Scheinselbständigkeit ersetzt werden. Aber das ist ja kein Argument gegen den Mindestlohn, sondern ein Argument dafür, daß ein Mindestlohn allein kein Allheilmittel ist. Wahrscheinlich ist es auch nicht sinnvoll, gegen Ausweichstrategien von Unternehmen mit allen möglichen Detailregeln anzugehen. Besser wäre es sicher, die Verhandlungsposition von Arbeitnehmern zu verbessern, etwa dadurch, daß bei ALG-Bezug nicht die Aufnahme “jeder Arbeit” als zumutbar erachtet wird, sondern man sich hier etwa an Tariflöhnen und ortsüblichen Vergleichslöhnen orientiert. Und das 1-Euro-Job-Unwesen gehört m.E. ersatzlos abgeschafft.

Ich mache mir keine Illusionen darüber, daß ein gesetzlicher Mindestlohn alle Probleme in dem Bereich lösen wird. Allerdings halte ich die gegen den Mindestlohn vorgebrachten Argumente für nicht stichhaltig.

Vom Gesetzgeber nicht erwünschtes Ausweichverhalten gibt es im Zusammenhang mit allen möglichen gesetzlichen Regelungen, etwa auch beim Verbraucherschutz. Niemand wird deshalb aber behaupten, daß der gesetzliche Verbraucherschutz getrost auch abgeschafft werden könne.

166 georgi August 24, 2009 um 17:09

=> Was passieren wird, ist, dass die hohen Kosten dann über die Arbeitsbelastung in der Stunde, die bezahlt wird, reingeholt wird. Außerdem wird der Mindestlohn, so gut es geht anders umgangen werden. z.B. durch unbezahlte Zusatzleistungen, die der Arbeitnehmer erbringen muss, damit er den Job bekommt.
Dann ist sicher wieder das Geschrei groß und alle fordern neue Regulierungen, die dann wieder umgangen werden…

In wie weit unterscheidet sich das denn von den Zuständen, die ohnehin schon herrschen? Muß man denn nicht auch schon ohne Mindestlohn dauernd unbezahlte Mehrarbeit bringen?

Das, was Du hier vorbringst ist alles Grenznutzentheorie, also Unfug. Diese Theorie ist nichts als ein Zirkelschluß, eine Tautologie, die sich kein bißchen um die Realität kümmert, da es in ihr kein Dumping gibt, sondern nur “Gleichgewichtszustände”, die aus willkürlichen Annahmen und falschen Modellen abgeleitet werden.

167 Ekkehard Bartz August 24, 2009 um 18:10

Qualifikationen? Mindestlohn? Gewerkschaften?
Wenn es nach Schwarz-Gelb geht, dann ist das alles nächstes Jahr Makulatur!
Unter Hartz IV ist es doch schon heute so, dass eine Qualifikation gleich welcher Art völlig uninteressant ist. Man wird per se als Ungelernt eingestuft, damit man für diverse Zeitarbeitgeber interessant wirkt. So viel zur Statistik.
Wenn Schwarz-Gelb die Wahl gewinnt, wird eh die Zwangsarbeit eingeführt. So viel ist sicher! Sie nennen es zwar nicht so, aber de Facto ist es das. Dann werden Heerscharen von Arbeitgebern ihre Stammbelegschaften an die frische Luft setzen, um sich dann die kostenlosen Langzeitarbeitslosen zu beschaffen. Gewerkschaften haben dann nichts mehr zu melden. Schöne neue Arbeitswelt – für Arbeitgeber!
In diesem Sinne – Carpe Diem…

MfG.

168 Victor August 24, 2009 um 18:41

“Beschäftigen Sie sich doch einmal mit Menschen wie mir, die in der Highschoolzeit nicht schwanger wurden, gute Zeugnisse hatten, die schwer arbeiten und nicht allen möglichen Leuten in den Arsch kriechen und die trotzdem, statt befördert oder angemessen bezahlt zu werden, wieder für 7 Dollar die Stunde arbeiten, die ihre Studienkredite ständig stunden lassen müssen, zu Hause bei den Eltern wohnen und oft einen Schuldenberg vor sich her schieben, den sie vielleicht nie werden abtragen müssen.”

Babarara Ehrenreich, Qualifiziert & Arbeitslos. 2005

30 Jahre Monetarismus oder angebotsorientierte Wirtschaftspolitik ist Schei…

Wen zählt Seinbrück eigentlich noch zu seiner Mittelschicht.

169 holger August 24, 2009 um 19:08

@ Policlown 155

gerne. nehm Dir aber die Zeit. oder abends in der Woche bis 23:00 also bis 21:00 anrufen, (wenn es länger dauert) denn um 06:00 gibt es Stullen für den kleinen Sohnemann für die Schule.

LG Holger

170 lebowski August 25, 2009 um 09:01

Man kann es ja auch boshaft sehen, angesichts des Skandals um den Doktortitelhandelvon Professoren: bei Hochschulabsolventen kann es sich durchaus um Geringqualifizierte handeln.
Hans-Werner Sinn, der mit seinen Wirstchaftsprognosen noch häufiger daneben liegt als die Zeugen Jehovas mit ihren Weltuntergangsprophezeiungen ist bspw. so ein Geringqualifizierter.

171 Juergen August 25, 2009 um 16:43

@Politclown (#59)

“SozMaWi: Verstehe da das darunter, was die Begründer aus der Freiburger Schule darunter verstehen. Eucken und co.”

Hast Du mal nachgelesen was Walter Eucken so zum Mindestlohn schreibt? Unter Bestimmten umständen fand er die Festsetzung von Minimallöhnen (wie er das nennt) nämlich angebracht. Als Freund der SoMaWi hast Du seine Werke sicher im Schrank stehen.

172 fwolf August 25, 2009 um 17:09

Macht doch andererseits wieder Sinn: Inzwischen sind gaaanz viele Leute in meinem Freundeskreis (mit guter Berufsausbildung!) bei irgendwelchen Zeitarbeitsfirmen und verdienen deutlich weniger, als sie könnte. Andererseits sich die Firma, die diese Leiharbeiter über die Zeitarbeitsfirma einstellt, wieder kräftig Kohle – sie spart sich den Versicherungsquatsch, sämtliche Sozialabgaben etc. UND bekommt womöglich auch noch dieselbe Fachkraft für deutlich geringere Kosten, selbst wenn die erstgenannten Punkte nicht zuträfen.

Statt monatlich 1800 Euro bekommt der Leiharbeiter dann (im besten Fall!) halt nur 1050, die Zeitarbeitsfirma verlangt 1600 Euro, streicht also rund 400 Euro pro Monat ein (oder krasser: 1800, also 600) – mittels des SZ-Gehaltsrechners (Basis-Parameter) ergibt das folgende Werte:

Arbeitgeberbelastung:
a) direkt eingestellt: 2150 (Gehalt: 1800) Euro
b) über Zeitarbeitsfirma: 1600 (Gehalt: 1050) Euro – letztere wird dann noch mit rund 1260 EUR belastet.

Sparanteil also: rund 550 Euro pro Monat = 3300 Euro / Halbjahr. Obendrein braucht man dem so um die Ecke herum Angestellten natürlich auch weder Abfindung, zusätzliche Gehälter (z.b. 13. Monatsgehalt) noch sonstige Ausgaben zu zahlen.

Alle gewinnen – nur die Fachkraft guckt in die Röhre (bei 815 statt 1250 Euro im Monat). Ja, unsere tolle soziale Marktwirtschaft eben ;->

cu, w0lf.

173 Fuchtelkönige August 25, 2009 um 19:55

Das Deutschland inzwischen ein Niedriglohnland ist, kann ich zwar nicht anhand von Zahlen auf die Schnelle beweisen, aber mir ist es schon des öfteren zu Ohren gekommen.

Die Studie überrascht mich ganz und gar nicht, dass war alles ab zu sehen.

Wo die SPD ist?
Tja haben nicht Clement (der zufällig im Vorstand einer Zeitarbeitsfirma sitzt: “Adecco”) & Co. erst das alles ermöglicht ?

174 Ralph August 25, 2009 um 20:46
175 Matthias Zellmer (@Zellmi) August 28, 2009 um 12:30

Die Frage ist doch auch, ob wir noch die richtigen Qualifizierungsmaßnahmen anbieten? Sind viele Ausbildungsberufe überhaupt noch zeitgemäß? Ich glaube, dass wir hier auch eine Auswirkung dessen sehen, dass die Politik mit ihren Maßnahmen für die Industriegesellschaft konsequent an den Bedürfnissen der Informationsgesellschaft vorbei steuert.

176 Uwe September 12, 2009 um 14:13

Ich möchte an dieser Stelle einfach eine “Gegendarstellung” anbringen, die mit
“Gute Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit
EU-weite Statistik – In Deutschland besonders viele gering Qualifizierte erwerbslos”
betitelt wird!

Um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen muss man sich klarmachen, was die o.g. Statistik aussagt, nämlich gar nichts bis sehr wenig.

Gehen wir zur Vereinfachung der Rechnung von 10% Arbeitslosenquote im Jahr 2007 aus, dann wären also von der Gesamtbevölkerung
- 2,08% Arbeitslose ohne Berufsausbildung
- 7.08% Arbeitslose mit Berufsausbildung
- 0,84% Arbeitslose mit abgeschl. Studium.

Um jetzt die Arbeitlosenquoten unter den drei genannten Gruppen zu bestimmen, müsste man wissen, wie hoch der Anteil an der Gesamtbevölkerung ist. Wären beispielsweise 2.08% der Bevölkerung ohne Berufsausbildung, würde das bedeuten, dass ALLE ohne Berufsausausbildung arbeitslos wären. Erst bei einem Anteil von 20,8% hätten sie die durchschnittliche Arbeitslosenquote (von hier angenommenen 10%) erreicht. Die “Nichtausbildungsquote” dürfte aber unter 20,8% liegen, so dass ich das Ergebnis des o.g. Artikels bestätigen kann.

Wer nicht selbst rechnen will, möge die nach Bildungsabschluss aufgeschlüsselten Arbeitslosenquoten, auf die sich der oben verlinkte Artikel bezieht hier nachlesen. Die Kurzfassung lautet:
Bei den Sprüngen: ohne Berufsausbildung -> mit Berufsausbildung sowie
mit Berufsausbildung -> abgeschlossenes Studium
halbiert sich jeweils das Risiko arbeitslos zu sein!!! “Die Geringqualifizierten-Lüge” besteht also in Ihrem Artikel, weissgarnix!

Ohne weitere Recherche würde ich den Unterschied zwischen 1995 und 2007 darauf zurückführen, dass verstärkt ausgebildet wird, ohne dass die Absicht besteht die Ausgebildeten dann später auch zu übernehmen. Inwiefern das zu begrüßen ist, möge jeder für sich entscheiden.

(Ich bin leider erst kürzlich auf diesen Beitrag gestoßen, weswegen die Antwort auch nicht so zeitnah ausfällt.)

177 Eva Scherrer September 29, 2009 um 13:01

Mittlerweile habe ich mir viel VWL- und BWL-Kenntnisse angeeignet. Will mich aber nicht um Keynes oder Neoliberalismus streiten, denn mich interessiert nicht der Markt sondern die Menschen. Aber: das Geld für Arbeit wäre da, es muß nur anders verteilt werden. Wie bei den Hunden, zuerst fressen die Alpha-Tiere. Für die “Nicht-Leistungsträger” heißt das: sie sind überflüssig. Sozial verträgliches frühes Ableben, Aushungern durch Sanktionen bei Hartz IV, Ausgrenzen betreffend Kultur und Bildung. Überhaupt ist Bildung für das Präkariat nicht mehr nötig. Wir haben doch die privaten Sender, die das Volk und immer mehr der noch arbeitenden Bevölkerung dumm halten.
Wie schon in Romanen zu lesen wäre es doch möglich mal wieder Cholera-Tierchen unters Volk zu mischen. Dann reduziert sich die Weltbevölkerung und die Alphas dürfen weiterleben und lassen sich von Robotern bedienen.
Wir schreiben uns hier alle den Frust ab, was ändert es?
Ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich keine Vorstellung habe, wie wir die Richtung ändern könnten. Ist Sozialdarwinismus wirklich wahr? Und warum kann man außer uns wenigen die Bevölkerung nicht mehr erreichen? bei all meinen privaten Treffen bloß keine Politik, weil man sich amüsieren will.

178 SandersTrina Juli 18, 2010 um 04:31

Lots of specialists tell that mortgage loans help people to live the way they want, because they can feel free to buy necessary goods. Furthermore, a lot of banks present term loan for young and old people.

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