Manchmal hat das Leben eine gewisse Komik. Der größte Komiker im Lande ist der Osnabrücker CDU Bundestagsabgeordnete Georg Schirmbeck. Er ist Haushälter in der Fraktion und ihn kennt kaum jemand. Das sollte sich ändern. Schirmbeck hatte in der Neuen Osnabrücker Zeitung den Rückzug von Ulla Schmidt aus dem Kompetenzteam Frank Steinmeiers gefordert. Er beklagte die Nutzung des Dienstwagens durch die Ministerin. Mit guten oder schlechten Gründen sei dahin gestellt. Aber nun haben die Grünen im Osnabrücker Kreistag einen Meilenstein in der Geschichte des investigativen Journalismus gesetzt – und das als Kommunalpolitiker. Der gute Mann ist auch Fraktionsvorsitzender der dortigen CDU Kreistagsfraktion. Das ließ die Grünen nicht ruhen – und sie fragten ihn nach der Nutzung seines eigenen Dienstwagens. Darauf hat er nämlich als Fraktionsvorsitzender Anspruch. Als Deutschlands führender Blog zum Thema Dienstwagen von Politikern lassen wir uns diese Posse aus der Osnabrücker Provinz nicht entgehen. Das ist nämlich besser als Horst Schlämmer je sein könnte. Es ist das richtige Leben.
Die rechtliche Grundlage ist eine Anweisung des Kreises aus dem Jahr 1975. Er habe den Dienstwagen nie im Urlaub genutzt, so Herr Schirmbeck. Noch nicht einmal in Alicante. Das wäre für einen Kreistagsfraktionsvorsitzenden auch ungewöhnlich gewesen. Er steht ihm nämlich nicht uneingeschränkt zur persönlichen Verfügung wie das bei Ministern der Fall ist. Wie sagte Herr Schirmbeck so schön:
“„Steinmeier muss jetzt einen Posten in seinem Team neu besetzen. Ulla Schmidt hat sich mit ihren nebulösen Erklärungsversuchen politisch um Kopf und Kragen geredet.“ Hätte sie gleich zu Beginn etwas Demut gezeigt und einen anständigen Scheck für einen wohltätigen Zweck gespendet, dann wäre die Affäre beendet gewesen, urteilte Schirmbeck.”
Nebulös war manches bei Frau Schmidt, keine Frage. Aber Herr Schirmbeck ist als Nebelwerfer auch nicht schlecht. Also der Kritiker von Frau Schmidt hat zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 31. Juli 2009 47mal den Dienstwagen zum oder vom Flughafen Münster-Osnabrück genutzt. Er gehe davon aus, dass alle Fahrten von der alten Anweisung aus dem Jahre 1975 sowie der seit mehr als 30 Jahren geübten Praxis abgedeckt seien. Ganz sicher. Die alte Anweisung kennt nämlich keine detallierten Regeln. Nur hat es in diesem Zeitraum 36 Sitzungstermine in Berlin gegeben, die für einen MdB unabdingbar sind. Das macht insgesamt 72 Dienstreisen in das schöne Berlin inclusive Rückfahrt nach Osnabrück. Herr Schirmbeck hat sich bisweilen auch vom Flughafen Münster-Osnabrück abholen lassen. Dringende Termine.
“So eben auch die Fälle, in denen er zum Beispiel frühmorgens aus Berlin (Schirmbeck ist ja auch Mitglied des Bundestags) zum FMO geflogen sei, um von dort im Dienstwagen pünktlich einen frühen Termin im Zusammenhang mit seiner Kreistagstätigkeit zu erreichen. Auch gebe es die Fälle, in denen er nach einer Kreistags- oder Ausschusssitzung aus Zeitgründen per Dienstwagen zum FMO gefahren worden sei, um den letzten Flieger nach Berlin zu erreichen.”
Wer übernimmt dann eigentlich die Kosten für den Flug? Der Kreistag? Das wäre ja dienstlich zu begründen. So könnte man durchaus argumentieren. Auf jeden Fall ist es schon erstaunlich wie oft Herr Schirmbeck fliegt, obwohl er – im Gegensatz zu den Flugkosten – von der DB eine Netzkarte kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt. Ist das wirtschaftlich? Für einen Haushälter – vor allem weil die Zugreise von Berlin nach Osnabrück ziemlich schnell geht? Vielleicht sollte er einen anständigen Scheck für einen wohltätigen Zweck ausstellen. Nur so als Idee. Jenseits solchen unwirtschaftlichen Verhaltens: Es läßt sich wohl kaum jeder Flug nach oder von Berlin mit Terminen aus seiner Tätigkeit als Fraktionsvorsitzenden im Kreistag begründen – und nur dann, sagt die Anweisung, kann er den Dienstwagen als kostenloses Taxi zum oder vom Flughafen nutzen. War er noch nicht einmal so clever seine dienstlichen Termine so zu planen, dass auch ein privater Nutzen bleibt? Diesen Eindruck muss man haben:
„Sollte der Landrat nun feststellen, dass dies im Einzelfall nicht zulässig ist, werde ich die Kosten erstatten.“ Im Übrigen wolle er den Landrat bitten, alle Fraktionsvorsitzenden an einen Tisch zu holen, um die Anweisung von 1975 zu überarbeiten.”
Davon sind wir überzeugt. Die Überarbeitung von Richtlinien zur Nutzung von Dienstwagen wird in Deutschland eine flächendeckende Beschäftigung werden. Die HRE hat sich ja erledigt. Das Leben ist interessanter als jedes Kino. Vor allem wenn sich Politiker im Dienstwagen über die Nutzung von Dienstwagen der Kollegen beschweren.
Das Leben ist schön – auch in Osnabrück wie wir sehen.















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Robert Gernhardt fasste es in einem “denkwürdigen Satz” zusammen:
“Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher (sind heute) selber welche!”
Was ist in der heutigen Zeit Fiktion oder Realität?
@SchmidtH.
Gute Frage nur leider gibt es keine Antwort…
http://www.youtube.com/watch?v=jyIiY2wtzNQ
Hallo Frank,
wetten, dass … , dass Du darüber weder in der Bildzeitung noch in einer (der ?) dortigen Lokal- oder Regionalzeitung etwas finden wirst.
Bleibt nur noch die bloggistische Gegenöffentlichkeit. Danke.
Gruß
Bernhard
@SchmidtH.
Was ist in der heutigen Zeit Fiktion oder Realität?
Bin gerade auf ein Wahlplakat der Linken gestossen mit dem betörenden Wahlversprechen “Reichtum für Alle”
Ich dachte mir, dass ist eine clevere Antwort auf die Wahlversprechen von CDU/CSU/FDP/SPD/Grünen.
Ich seh schon die Kampagnen Manager der CDU/CSU/FDP an einer Antwort arbeiten.
“Gegen sozialistische Gleichmacherei: Armut für fast Alle”
Bernhard
Das werden wir ja sehen. Also die Flugleidenschaft des Herrn Schirmbeck ist äußerst bemerkenswert, finde ich.
@pique
Nein die schreiben…
“Reichtum nur für Dich!”
FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH
Eigentumsanteil Landkreis Osnabrück 5,0773 %
Verantwortliche Arbeit eines aufmerksamen Kreistagsabgeordneten besteht in häufigen Kontrollfahrten zum Eigentum des Landkreises.
Kontrollieren, ob die Rasenlänge kurz genug ist.
Oder die Klobrillen geputzt wurden.
Da gäbe es für ehemalige Abgeordnete in Zukunft genug sinnvolle Arbeit zu Nutzen der Allgemeinheit.
Alle
Nur weil es so schön ist, Herr Schirmbeck. Also eine Bahnreise von Osnabrück nach Berlin dauert ziemlich exakt drei Stunden. Und man kommt nicht in Tegel an, sondern fast direkt in Ihrem Büro. Preis 1. Klasse für einen Abgeordneten 0 €.
Mit Air Berlin von Münster/Osnabrück nach Berlin Tegel dauert eine Stunde und kostet für den Normalverbaucher nur Hinflug etwa 100 €. Economy allerdings.
Dafür muss allerdings der Dienstwagen von Hasbergen zum Flughafen 40 km fahren. Die Strecke von Hasbergen zum Osnabrücker Hauptbahnhof ist 8 Km. Aber ich vergaß – Sie reisen als ehrenamtlicher Kreisabgeordneter immer vormittags zu Kreistagsfraktionsvorsitzenden Dienstterminen im Landkreis Osnabrück herum … . Deshalb heißen nämlich auch Kommunalparlamente Feierabendparlamente, weil die Termine immer vormittags stattfinden … .
Also Fraktionsvorsitzende in Kreistagen haben auch öfter im Kreishaus zu tun. Da ist es wahnsinnig sinnvoll bis nach Münster Osnabrück zu fliegen. Also von Osnabrück HbF bis zum Kreishaus sind es exakt 2 km. Das kann man zu Fuß gehen, ehrlich … . Ich habe nämlich einmal in Osnabrück gewohnt.
Schönen Gruss an den VfL und die Bremer Brücke.
Also als Wirtschaftsblog lernen wir zum Wochenende echt etwas über Wirtschaftlichkeit.
Staph.Aureus
Dummerweise hat er nur in diesem Flughafen laut seiner eigenen Angaben auf der Hompeage
http://www.baiv.de/schirmbeck/person_ueberblick.php
keine Funktion.
Also Kreistagsabgeordneter wird er sicherlich bleiben. Oder verlangt jetzt jemand seinen Rücktritt?
Also was ich noch gar nicht wusste. Herr Schirmbeck war schon am 27. Juli mit bemerkenswerten Aussagen aktiv:
“Der CDU-Haushaltspolitiker Georg Schirmbeck nannte es in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Montag eine „skandalöse Verschwendung von Steuergeldern, dass Gesundheitministerin Ulla Schmidt ihre Dienstlimousine plus Chauffeur quer durch Europa bis zu ihrem spanischen Urlaubsort geschickt hat“. Schirmbeck fügte hinzu: „Da die Amtszeit von Gesundheitsministerin Schmidt ohnehin abgelaufen ist, erübrigt sich die Forderung nach ihrem Rücktritt. Aber dass sie sich so einen dicken Klops leistet, zeigt: Sie ist die falsche Frau im Bundeskabinett.“
http://www.focus.de/politik/deutschland/dienstwagenaffaere-kopfschuetteln-ueber-schmidts-urlaubsfahrten_aid_420818.html
Also eines ist sicher: Er ist nicht die falsche Frau im Kreistag.
“Meine Sitzungswoche beginnt grundsätzlich in meinem Wahlkreisbüro bzw. mit einer Besprechung im Büro von Landrat Manfred Hugo. ”
Da wünschen wir kommenden Montag viel Spaß. Das schreibt Herr Schirmbeck bezüglich einer typischen Sitzungswoche. Aber manches liest sich auch ganz anders, wenn man neue Sachverhalte kennt.
“Sollte aber noch ein dringender Termin im Wahlkreis zu absolvieren sein, so kann ich erst später, um ca. 19:30 Uhr, vom Flughafen FMO in Greven nach Berlin-Tegel fliegen.”
Zu finden hier:
http://www.baiv.de/schirmbeck/politik_arbeitswoche.php
So hat er sicherlich schon sehr lange seine Arbeitswoche beschrieben. Nur man vergleiche das einmal mit seiner Aussage in der NOZ:
“Auch gebe es die Fälle, in denen er nach einer Kreistags- oder Ausschusssitzung aus Zeitgründen per Dienstwagen zum FMO gefahren worden sei, um den letzten Flieger nach Berlin zu erreichen.”
Hier ist vom Wahlkreis nicht mehr die Rede – nur von Fällen, wo der Wahlkreis keine Rolle spielt.
Also ich finde, der gute Mann hat Anspruch auf Vergnügungssteuer … .
Du liebe Zeit, FL, nun verbeiß Dich doch mal nicht allzu sehr in diesen Provinzpolitiker. Der Mann ist offensichtlich ein ziemlicher Heuchler, aber auch auf kommunaler Ebene gibt es mit Sicherheit größere Sauereien als so ein paar Kilometer hierhin oder dahin mit dem Dienstwagen. Da sollte man mal lieber die absonderliche kommunale Ein-Euro-Job-Ökonomie mit ihren angeblich gemeinnützigen “freien Trägern” ins Visier nehmen…
Spass am Freitag…
http://www.youtube.com/watch?v=g0ACY9NC1M0
“Manchmal hat das Leben eine gewisse Komik.”
Zu diesem Herrn G. S. aus Osnabrück fällt mir noch der hier
http://www.youtube.com/watch?v=4zHvZaWe7jo&feature=related
ein !
Bernhard
Nur als Hinweis wie die Presse – in diesem Fall die NOZ – Dinge durchaus unterschiedlich zu kommentieren weiß. So schriebt der NOZ Kommentator zu Herrn Schirmbeck folgendes:
“Wer auf Kosten der Steuerzahler mit einem Dienstwagen unterwegs ist, muss sich Überprüfungen gefallen lassen. Dem entsprechend offensiv geht Georg Schirmbeck mit dem Thema um.
Aufgrund der angestaubten und reformbedürftigen Anweisung von 1975 ist dem CDU-Fraktionschef derzeit kein Fehlverhalten nachzuweisen. Im Gegenteil: Jedem führenden Kreispolitiker, der sich wie Schirmbeck in zahlreichen Ämtern für den Landkreis engagiert, sollte man die Ausübung seines Mandats auch so effektiv wie möglich gestalten – inklusive Bereitstellung eines Dienstwagens. Damit gar nicht erst ein Geschmäckle aufkommt, muss Schirmbeck neben den bestätigten Flughafen-Transfers alle weiteren Fahrten im Dienstwagen des Landkreises jetzt offenlegen. Das würde konsequent zu seinem moralischen Zeigefinger passen, den er vor Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wegen deren Dienstwagen-Affäre erhoben hat.”
http://www.neue-oz.de/information/_aktuelles/bezirke/23266825.html
Man merkt in jedem Wort das Verständnis – für einen Kreistagsabgeordneten. Das vergleiche einmal mit der Kommentierung der NOZ zu Schmidt:
“Rechtlich mag Ulla Schmidt in der Dienstwagenaffäre korrekt gehandelt haben. Aber das dürfte der Bundesministerin kaum helfen. Denn von ihr wird darüber hinaus ein sensibler Umgang mit Steuergeldern erwartet. Doch dafür scheint der SPD-Politikerin jegliches Gespür zu fehlen, wie ihre forschen Äußerungen aus dem Urlaubsort zeigen.”
http://www.presseportal.de/pm/58964/1447360/neue_osnabruecker_zeitung
Im einen Fall hat man Verständnis für den schwierigen Job des Kreistagsabgeordneten – im anderen Fall kann eine Bundesministerin damit nicht rechnen.
Für die gelten folgende Sätze nicht: ” Jedem führenden Kreispolitiker, der sich wie Schirmbeck in zahlreichen Ämtern für den Landkreis engagiert, sollte man die Ausübung seines Mandats auch so effektiv wie möglich gestalten – inklusive Bereitstellung eines Dienstwagens.”
Von Wirtschaftlichkeit ist hier auch nicht die Rede … . Man merkt also wie verlogen diese Debatte war.
froz
Ach, ich verbeiße mich gar nicht … . Ganz im Gegenteil. Das ist reines Vergnügen zum Wochenende.
Gruss Frank
Wir fassen einfach mal kurz zusammen: man muss nur tief genug bohren, dann findet sich auch scheisse. Diese polithanserl, auch wenn es sich hier nur um einen provinzkasper handelt, werfen gerne mit dreck, vergessen aber, dass sie dabei selbst dreckige finger von bekommen. Ich träume von dem tag, an dem mal kein mensch, außer die politidioten selbst, zur wahl geht. Ich würde glaube ich für so was alles geben….
Nehmt den Politkern die Dienstwagen weg,
gebt ihnen dafür EUR 3000,- extra,
lasst sie ihre Fahrtkosten selbst zahlen, und vor allem:
nehmt ihnen das Privileg der Steuerfreiheit bei der Aufwandsentschädigung.
Lasst Sie Belege sammeln, Fahrtenbuch schreiben,
Meldungen bei Sozialversicherungen erstatten für ihre Mitarbeiter usw usw, den ganzen bürokratischen KLeinscheiss eben, der uns allen täglich mit Steuerrecht und SGB aufgebürdet wird.
Vielleicht wird´s dann für alle besser.
staph.aureus
Sie würden das Geld sofort nach Liechtenstein bringen und ne Stiftung gründen, zu Hause mit dem Fahrrad fahren und ständig klagen, wie schlecht es ihnen ginge – nur ändern, ändern würden sie nix.
Merke: Wahlen ändern auch nichts, sonst währen sie längst verboten!
Den mag ich nicht. Komme selber aus OS und bin Mitarbeiter in einem Betrieb in dessen Aufsichtsgremium de r Herr tätig ist. Vor einiger Zeit stand ich msl in Mailkontakt zu Ihm. Nix als heiße Luft hat der Herr abgelassen. Und als er von mir Kontra bekam, hat er sich nicht mehr geregt. Er hatte wohl gemerkt, das sein Gegenüber doch nicht SOOOOO uninformiert war, wie er sich erhoffte.
Herr Sch. ist für mich ein Musterbeispiel von einem Politiker.
Und was soll das heißen “Osnabrücker Provinz”… nun aber mal vorsichtig.
Mit Schmidts alljährlicher “Dienstreise” zu ihrer spanischen Freundin dachte ich, wir hätten bereits die tiefsten Kellergewölbe unseres politischen Panoptikums erreicht, doch siehe da: Es kann immer noch schlämmer werden.
@RudiRatlos
“Merke: Wahlen ändern auch nichts, sonst währen sie längst verboten!” – Der Satz geht mMn noch viel tiefsinniger: Wahlen sind kein Verfahren zur Wahrheitsfindung.^^
@fl
reines Vergnügen zum Wochenende
Dieses Vergnügen ist beileidswürdig. Dass auch der schlichte Kreistagsabgeordnete, so er den dienstwagen-berechtigt ist, denselben Schlamassel angehängt kriegen kann wie die Bundesministerin? Ist das jetzt der Punkt?
Dass dieser Dreck an diese Fersen aber nicht geheftet wird, weil die Presse ja so Anti-SPD biased ist?
Diese HIV-SPD hat nur leider jeden Grund zur Reklamation verloren, auch wenn der Reklamateur Lübberding heisst und diese an parteitaktisch unverdächtigem Ort vorbringt. Wenn diese Schranzen-Bande sich in der Opposition so weit berappelt,
.
d.h. konkret: entsorgt, bei diversen Lobby-Unternehmen ist vielleicht noch ein subalternes Plätzchen reserviert -aber ein Abstieg ist das schon, nicht jeder Ex-Wirtschaftsminister bringt es so weit wie Müller, manchmal, und im Falle SPD: meistens, endet man auf Clement-Niveau oder darunter, der Marktwert des Verrats sinkt halt, wenn die Verräter zu zahlreich werden
.
dass sie mit der USPD, aka “Die Linke”, wieder fusioniert, reden wir nochmal. Nicht Lafo war der Spalter, Schröder war’s und seine Seeheimer, also die CDU in der SPD, um in der Nomenklatur zu bleiben, die die SPD seit Schröder für jeden normal Denkenden unwählbar gemacht haben.
Da ist sonst nichts im Münsterland, und das Leben ist nicht schön, nicht mal im Dienstwagen – wenn man mit dem durch Osnabrück fahren muss.
Diese scharzen Flecken in der Pupille erinnern mich irgendwie an einen Wahlspuch der F.D.P. , jüngst auf einem Plakat Nähe Kudamm zu lesen:
“ARBEIT MUSS SICH WIEDER LOHNEN !”
Unwillkürlich dachte ich da: “Diese Heuchler!”
Denn sind es nicht dieselben Politiker, die gegen Mindestlöhne protestieren?
Unabhängige Berichterstattung ?
http://www.youtube.com/watch?v=F-3Wn1vw5_U&feature=related
Halt mal: Da find ich den Horst Schlämmer amüsanter. Solche lokalen Windbeutel! Die nehmen, was sie kriegen können.
Wenn der Hape Kerkeling zur Wahl antreten würde, der würde die 5 Prozent schaffen. Ohne Witz!
Hallowach
Ich lebe ja selbst in der Provinz. Der Begriff ist bei mir keineswegs abwertend gemeint. Nur ist in der Provinz eben alles ein paar Nummern kleiner.
Deshalb bin ich ja auch für ein provinzielles Bankensystem. Die Meister des Universums hatten wir ja genug.
lemming
Dass ich meine politischen Präferenzen habe, ist ja nun nicht unbekannt …. . Wobei wir was die Einschätzung der SPD angeht, in vielen Punkten gar nicht soweit auseinander liegen. Das ist aber gar nicht der entscheidende Punkt. Die Geschichte ist einfach zu schön – wie hier der gute Mann seine eigenen Praxis komplett ausblenden kann. Sie für völlig selbstverständlich hält – und trotzdem munter beim bashing mitmacht. Das ist Monty Pythons.
Das eigentliche Problem ist viel ernsthafter. Man kann das ja wie bei Müller unter Meinungsmanipulation abbuchen. Etwa wenn nicht über Merkels Syltflug oder Althaus Hubschraubereinsatz auf irgendeiner Kirmes, aber über Schmidt berichtet wird. Das habe ich ja nie gemacht. Mir ist auch die Dienstfahrt des Herrn Schirmbeck egal, wenn er sich an die Regeln des Landkreises gehalten hat. Erst bei der Abrechnung seiner Flüge beim Kreis wäre für mich die Grenze erreicht. Dafür gäbe es keine Begründung.
Nur beunruhigt mich viel weniger die Doppelbödigkeit von Medien (die gab es schon immer), sondern die Zerstörung des politischen Diskurses, wenn alle wie die Lemminge … das Gleiche erzählen. Diesen Popanz Glaubwürdigkeit – obwohl man noch nicht einmal einen Verstoß gegen Regeln feststellt. Also der Diskurs nur noch von der Frage nach der Moral persönlichen Verhaltens geprägt wird. Bei Strauß und den Korruptionsvorwürfen ging es um Starfighter, Ostkredite etc. War also eingebunden in die Debatte um wichtige Themen.
Als er sich aber Anfang der 60er Jahre von zwei Prostituierten in New York die Brieftasche hat klauen lassen und dann dort die Polizei gerufen hat, um sich zu beschweren, hat das kaum einen richtig aufgeregt. Wenigstens hat Augstein seine strikte Ablehnung von Strauß davon nicht abhängig gemacht. Wahrscheinlich konnte er mit ihm mitfühlen … .
Heute wird aber nur noch über so ein Scheiss diskutiert. Das ist das Problem. Die Politik verändert sich also – und das muss man einmal reflektieren.
Zeigt uns das nicht einmal wieder, dass wir keine unabhängigen Medien mehr haben ?
,,Das eigentliche Problem ist viel ernsthafter. Man kann das ja wie bei Müller unter Meinungsmanipulation abbuchen. Etwa wenn nicht über Merkels Syltflug oder Althaus Hubschraubereinsatz auf irgendeiner Kirmes, aber über Schmidt berichtet wird. Das habe ich ja nie gemacht.”
Die Milliardärspresse manipuliert in einer dermaßen grobschlächtigen und durchschaubaren Weise dass man nur fassungslos sein kann: darüber, wie sicher die sich fühlen…
Wird Zeit, dass die SPD in die Opposition kommt, hoffentlich wird es dann etwas lebendiger
@gelegentlich #28
>>Die Milliardärspresse manipuliert in einer dermaßen grobschlächtigen und durchschaubaren Weise dass man nur fassungslos sein kann: darüber, wie sicher die sich fühlen…<<
Warum sollten sie nicht?
Das Wahlvolk nimmt es doch dankend an…
@ nanuk und Pique
Di Lorenzo von der “Zeit” (ausnahmsweise darf auch er hier zitert werden
) bringt es so schön auf den Punkt:
“Es war wohl für Kerkeling und Sonneborn gar nicht so einfach, Szenen zu finden, auf die Politiker nicht schon das Copyright halten.”
Solange es Politiker jeder Couleur völlig sebstverständlich finden, von zB Hamburg nach Berlin zu fliegen und ihren Dienstwagen mit Chauffeur über die Autobahn nachkommen zu lassen, damit der sie dann zu einem Termin in die Innenstadt bringen kann, stimmt halt leider etwas an deren ALLER Selbstverständnis nicht.
Ich flog vor Jahren einmal selbst diese Strecke und traf in Tegel den mir bekannten Vorstandsvorsitzenden X eines grossen deutschen Cigarettenkonzerns. Im selben Flugzeug war Herr Voscherau, damals Hamburger Bürgermeister (SPD, tut aber nichts zur Sache, weil sie es alle so machen). Der Herr X und ich teilten sich eine Taxe ins Hotel Steigenberger, während vor uns die Dienstlimousine des Herrn Voscherau mit HH-Kennzeichen vorfuhr, um ihn ebenfalls dorthin zu fahren. Er hielt dort nämlich einen Vortrag. Herr X erklärte mir Ahnungslosen, was da vor sich geht und dass es alle so machen. Der Fahrer fährt wirklich mit dem leeren Wagen über die Autobahn um den hohen Herren standesgemäss in die Stadt zu chauffieren!
Also, alles Scheinheilige – von links wie von rechts!
Noch ein Döneken… weils so schön passt: Zur Beerdigung von Willi Brandt in Berlin standen hinter dem Reichstag ca. 200-300 schwarze Mercedes-Limousinen, mit Auto-Kennzeichen aus der gesamten Republik und Fahrern, die sich die Beine in den Bauch standen. Sie warteten auf ihre Dienstherren aller Parteien, die meisten mit dem Flugzeug angereist, um sie zum Flughafen zu fahren.
Diesmal: Viele Scheinheilige auf einem Haufen!
@ Dozoern
Fast könnte man meinen, Sie schießen absichtlich auf die “SPD”, auch wenn Sie immer einfügen “aller Parteien”.
Namentlich werden jedoch nur lebende und tote SPD’ler benannt. Selbst Manager geniessen bei Ihnen Anonymität.
Wenn ich da was merke!
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