Es ist das Schlimmste zu befüchten. Dieser Wahlkampf wird noch zu einem volkswirtschaftlichen Proseminar. Nun wissen wir was in Frau Lengsfelds Dekolleté zu finden ist. Wirtschaftspolitischer Sachverstand? Die Brüste einer Frau soll Friedrich Schiller die Halbkugeln einer besseren Welt genannt haben. Ob zu dieser besseren Welt auch eine bessere Wirtschaftspolitik gehört? Wenigstens hat das Bundeswirtschaftsministerium ein Industriepolitisches Grundsatzpapier verfasst. Auch wenn der zuständige Minister und die Bundeskanzlerin dieses Papier für irrelevant erklärt haben. Schließlich sind dort einige unliebsame Dinge bezüglich der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zu finden. Aber es lohnt sich den Text zur Brust zu nehmen. Wenn sonst niemand im Wahlkampf über Grundsätze redet, dann machen wir das. Es geht um die Exportorientierung der deutschen Volkswirtschaft.
Die schmählich zurückgewiesene Fleißarbeit aus dem BMWi geht nämlich von einer bemerkenswerten Annahme aus. Daraus kann man alle späteren Schlussfolgerungen ableiten:

“Die Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft müssen gerade auch und in der Krise Leitschnur politischen Handelns bleiben. Unternehmen und Produkte müssen sich im weltweiten Wettbewerb auf offenen Märkten behaupten. Dabei resultieren auch die relativen Gewichte einzelner Sektoren aus dem Wettbewerb und sind in einer marktwirtschaftlichen Ordnung der Steuerung entzogen.”
Unter Rahmenbedingungen versteht man also die Rahmenbedingungen für Unternehmen – und nichts anderes. Dummerweise ist der Staat keineswegs neutral, weil es in hochkomplexen Marktwirtschaften die Unternehmen gar nicht gibt. Ein Beispiel: Wenn der Staat die sogenannten Lohnnebenkosten deckelt, fördert der Staat ohne Zweifel die Exporteure. Das war das Ziel der deutschen Politik der vergangenen 20 Jahre. Gleichzeitig beschränkt er damit die Entfaltungsmöglichkeiten der Unternehmen, die etwa im Gesundheitssystem arbeiten. Der Nutzen des einen wird zum Schaden des anderen – Unternehmens. Es sei denn man findet in der Weltwirtschaft Kredite zum Aufblasen. Wer hätte das gedacht? Zu Guttenberg vielleicht? Er ist mit dem Zurückrudern beschäftigt. Dabei muss er nur eines begreifen: Der Staat trifft immer Strukturentscheidungen für eine Volkswirtschaft – etwa durch seine Steuerpolitik oder sein Investitionsverhalten. Die Formulierung vom “weltweiten Wettbewerb auf offenen Märkten” ist eine Entscheidung – zugunsten der Exporteure.
Nun hat sich auch der Kanzlerkandidat der anderen Partei in seinem Deutschland Plan mit diesem Thema beschäftigt. Die Vorteile der diversifizierten Qualitätsproduktion beschreibt Steinmeier wie Zu Guttenberg. Er lüftet nur noch ein Geheimnis:
“Das ist das Geheimnis des Exportweltmeisters Deutschland. Wir sind Globalisierungsgewinner, weil sozialdemokratische Regierungen gemeinsam
mit der Wirtschaft in Deutschland um die Modernisierung und den Erhalt der Industrie gekämpft haben. In anderen Ländern Europas
sind industrielle Strukturen zerbrochen. Mit sichtbaren Folgen: Das deutsche Exportvolumen ist seit 2002 um die Hälfte gestiegen, in Großbritannien waren es nur acht Prozent, in Frankreich 15 Prozent. Zwei Drittel der deutschen Exportumsätze kommen heute aus Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen, Stahl und Chemie.”
Die nicht genannte Folge war das Schrumpfen der Binnenwirtschaft zugunsten eines überdimensionierten Exportsektors. Aber Steinmeier sieht die Chancen der deutschen Wirtschaft etwa in der Kreativwirtschaft. Zum Glück ist der Autor dieser Zeilen unkreativ. Seine Chancen in China halten sich in natürliche Grenzen:
“Im Jahr 2008 wurde Deutschland erneut „Exportweltmeister“. Die Exportquote hat sich von 22 Prozent im Jahre 1991 auf heute fast 50 Prozent erhöht. Die damit verbundenen Wohlstandsgewinne machen uns zum Gewinner der weltweiten Arbeitsteilung.”
Wie schön für uns. Nur wer ist wir? So fragen sich die Wähler. Steinmeier ist stolz auf eine Fehlentwicklung, die der Hintergrund der Agenda 2010 gewesen ist. Aber immerhin sieht er die andere Seite:
“Die Kehrseite der deutschen Auswärtsstärke ist die Schwäche der Binnenwirtschaft. Die inländische Nachfrage hat in den vergangenen Jahren immer weniger zum Wachstum beigetragen. Der private Konsum stagniert, öffentliche Investitionen sind rückläufig. … . Wir müssen wieder eine bessere Balance unserer Volkswirtschaft erreichen, indem wir unsere Binnenwirtschaft stärken. Dazu brauchen wir eine gerechtere Lohn- und Einkommensverteilung sowie stabile öffentliche
Investitionen.”
Steinmeiers Problem bzw. das seines Mc Kinsey Beraters: Sie wollen stabile öffentliche Investitionen durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes um 1,5 % sicherstellen. Das ist natürlich lächerlich – wenn man etwa das Wahlprogramm des Bundesbankpräsidenten Axel Weber-Schacht kennt. Wenn ich Weissgarnix richtig verstanden habe, müssen die Herren eine Art eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sein. Das geht auch. Herr Weber lebt nicht in Bayern.
Am Busen der Natur nagt der Zahn der Zeit. Kein Goethe – echter Weissgarnix. Wir sollten in den kommenden Wochen über die Grundannahmen der deutschen Wirtschaftspolitik diskutieren.
Bevor uns Frau Lengsfeld noch ihren Naturbusen oder ihre Zähne zeigt.















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Mit Einkommen- und Unternehmensteuern sollte eine Regierung vor allem fiskalische und verteilungspolitische Ziele verfolgen und sie nicht als untaugliches Instrument der Wachstums- und Beschäftigungspolitik einsetzen.
so die Meinung der Finanzwissenschaft.
Victor
Schöner link. Wenn wir Glück haben, kommt nach fünf Jahren die Umsetzung dieser Einsicht.
Money as Debt II Promises Unleashed
http://www.youtube.com/watch?v=_doYllBk5No&hl=de
Ehrlich gesagt graust es mich vor der Ministralbürokratie welche hinter dem “Guttenberg-Papier” steckt, denn das bedeutet, dass es eine Vielzahl von Ratgebern im Ministerium gibt, die keinerlei Vorstellungen von Wirtschaftspolitik entwickeln können, die sich jenseits der orthodox-neoklassischen Wirtschaftstheologie bewegen.
Dabei sind diese Vorschläge derart aus der Zeit gefallen und inkompatibel zur aktuellen wirtschaftlichen Situation, dass man sich fragt, ob die ökonomischen Realitäten dort überhaupt zur Kenntnis genommen werden.
Aha! Deshalb mußte v. G. den Gesetzentwurf extern schreiben lassen. Die Herren Ministerialräte waren schon damit beschäftigt, nochmal das zusammenfassen, was wir schon seit 10 Jahren überall lesen und hören.
Wie oft kann man von 2,5 Mio. nach Spanien fahren?
http://www.egon-w-kreutzer.de/index.html
Auf Exportweltmeisterschaft kann man so richtig “stolz” sein, wenn man dann die vergebenen Schuldscheine durch “Rettungspakete” für seine Banken auch noch vom Steuerzahler begleichen lassen muss. Das deutsche Exportvolumen ist seit 2002 um die Hälfte gestiegen, in Großbritannien waren es nur acht Prozent, in Frankreich 15 Prozent. Ist das hier ein Narrenschiff ??? Ist das hier der Planet der Affen ?? Glaubt hier jemand die “bösen Amis mit ihren Lehmännern und Mad-offs” hätten diese Rezession mit Trend ab Herbst Richtung Depression wäre die Ursache ???
Die Ministerien sind heutzutage gar nicht mehr Lage Gesetzesentwürfe und Programme zu schreiben. Sie brauchen zwingend externe Zuarbeiter. So wird es wohl auch beim Guttenbergpapier sein. Ich denke diesmal wird es aber kein Geld gekostet haben. Die Jungs von der INSM haben es sicher gerne und mit besten Empfehlungen und kostenfrei an das Ministerium geschickt.
Vermutlich korrelliert das Wahlverhalten der Bundesbürger (irgendwie) mit den Absatzzahlen der Autos.
Bei Absinken der Zahlen unter die 50 %-Marke von heute werden die ersten der 85 % -weiss -VON-gar-nix-Wähler möglicherweise stutzig.
Vielleicht auch ein paar der geht-mich-gar-nix-an-(Nicht)-Wähler…
Was sagen eigentlich deutsche Arbeitnehmer, Franzosen, Engländer und sonstige Looser zur deutschen Siegerpos(s)e ?
Leider wird auch diese Krise von den Betroffenen nicht verstanden. Die Erklärer halten sich zurück mit dem erklären, wer schadet sich schon selbst.
Dass sich Guttenberg von dem Grundsatzpapier seines eigenen Ministeriums distanziert, um der Kanzlerin zu imponieren, mag politisch klug sein. Dennoch ist es schon etwas ungewöhnlich, wenn Minister und Ministerium verschiedene Meinungen vertreten. Die langjährige Erfahrung der Ministerialbeamten ist wohl auf jeden Fall der kurzfristigen Herrn Guttenbergs vorzuziehen. Die einseitige Unterstützung des Exports kann sich als Negativum erweisen, wenn die Kunden wegen der Krise ihre Importe drosseln müssen.
@ Michael
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite;art705,2033908
Es gibt ja mitunter guten investigativen Wirtschaftsjournalismus, aber hierzulande leider viel zu selten. Harald Schumann ist eine erfreuliche Ausnahme.
(Der Artikel paßt auch zur Stamokap-Debatte.)
Hi J. Kramer,
Loser (Lost) (Verlierer), bitte nicht mit L(oo)se verwechseln. Schau bitte nach, es sei denn, du meinst nicht den Verlierer.
Loose: = lose, frei, ungebunden.
“Wenn der Staat die sogenannten Lohnnebenkosten deckelt, fördert der Staat ohne Zweifel die Exporteure.”
Wieso?
Meine Handwerkerrechnung von heute sagt mit klar, dass die Lohnnebenkosten ein entscheidender Grund dafür sind, dass von 40 Euro, die ich zahle, beim Handwerker nur 15 ankommen. Der Handwerker ist nicht reich, ich bin nachher arm.
Ich sehe nicht, warum die Lohnnebenkosten die Exporteure besonders bevorteilen sollten.
@egghat
Der ist einfach:
Ich sehe nicht, warum die Lohnnebenkosten die Exporteure besonders bevorteilen sollten.
Weil Lohnnebenkosten eben Kosten sind. Je weniger Kosten, desto wettbewerbsfähiger ist der Produzent. So weit, so klar, oder?
Jetzt zum Handwerker: die 25€, die du zahlst, die er aber nicht kriegt, die bleiben ja irgendwo, die werden für Sozial-, Rentenversicherung und dgl. abgezogen. Wird hier der Arbeitgeberanteil gedeckelt, müssen diese Kosten entweder gesenkt oder überwälzt werden, d.h. aus dem allg. Steueraufkommen bezahlt. Und hier schliesst sich der Kreis: die Allgemeinheit der Steuerzahler subventioniert auf diese Weise den Kostenvorteil der Exporteure, also letztlich: ihre Profite. Im Inland dagegen hebt sich dieser Effekt gesamtwirtschaftlich auf: du zahlst vielleicht 10€ weniger an den Handwerker, dafür zahlt ihr, für die Überwälzung, mehr Steuern und Abgaben oder kriegt weniger Leistung vom Staat für die Steuern raus.
@holger
stimmt, habe ich bisher immer falsch geschrieben.
Sieht irgendwie schicker aus mit den beiden “o”
Gibt’s für die Anhänger der orthodox-neoklassischen Wirtschaftstheologie eigentlich irgendwo einen Internet-Versandhandel? Ich meine einen Laden wo man dann Artikel wie “Euro-Gebetsmatte + Brüssel-Kompass im Set”, meditative INSM-Prospekte und Gebetsbüchlein und sowas bestellen kann.
“Ehrlich gesagt graust es mich vor der Ministralbürokratie welche hinter dem “Guttenberg-Papier” steckt, denn das bedeutet, dass es eine Vielzahl von Ratgebern im Ministerium gibt, die keinerlei Vorstellungen von Wirtschaftspolitik entwickeln können, die sich jenseits der orthodox-neoklassischen Wirtschaftstheologie bewegen.”
Ist eigentlich noch keinem aufgefallen das Peter “Red Socks” Hintze im BMWi Staatssekretär ist?
Ich denke das könnte einiges erklären…
Die Exportweltmeisterschaften Deutschlands wurden aus der wirtschaftlichen Substanz der hiesigen Arbeitnehmer subventioniert – und das gleich in mehrfacher Hinsicht!
Genau genommen haben die hiesigen Arbeitnehmer amerikanischen, spanischen, polnischen u.v.a.m. Häuslebauern das Dach über`m Kopf finanziert.
Dumm nur, dass die Verzinsung gegen minus 5 p.a. tendiert und die Gebühren in Monaco, Zürich sicher zwischengelagert sind.
Was bedeutet das hier viel zitierte INSM eigentlich?
Doch nicht etwa Initiative nationalsozialistische Marktwirtschaft?!
“Am Busen der Natur nagt der Zahn der Zeit”
Ist doch wunderbar endlich wird mal an die niederen Instinkte des Menschen appeliert.Das tut die PR viel zu wenig in unser aller Eisbär Käfig…
http://www.youtube.com/watch?v=cTuTc_liKS4
zum rest…
http://www.youtube.com/watch?v=atISrAoYRmk
also nichts neues unter der Sonne von daher alle entspannen.
Bin mir ziemlich sicher, dass das Papier direkt aus dem BMWi und nicht von Beratern kommt. Es ist genau im Ministeriums-Stil geschrieben. Die oberen Beamten im BMWi sind auf dem wirtschaftswissenschaftlichen Stand des Mainstreams der 1990er Jahre. Die meisten glauben wohl wirklich, was sie da schreiben und können sich unter Guttenberg jetzt mal so richtig austoben, weil der genau ihre Linie vertritt. Hinze ist auch keineswegs der schlimmste Staatssekretär. Noch Kompetenter ist die Mittelständler-Gattin und Ex-Schauspielerin Dagmar Wöhrl. Mein absoluter Liebling: Hartmut Schauerte, der sogar von Parteifreunden ob seiner intellektuellen Fähigkeiten belächelt wird.
@Flo
Die Krise ist vorbei Löhne senken und ab gehts faules Pack…
http://www.youtube.com/watch?v=t3EjmoShrv4
@Nanuk
Eisbär ….. mhh? Da ist mir noch der hier eingefallen. Passt ja ganz gut zur Situation der deutschen Politik – insb. der SPD!
http://www.youtube.com/watch?v=SdInEAfhj34&feature=fvw
Wobei ….. Spaß beiseite.
Lukas Zeise zeichnet in seiner aktuellen Kolumne in der FTD ein gutes Bild des Dilemmas, in welchem sich die sogenannten “Eliten” unserer – noch – Republik befinden.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Kolumne-Lucas-Zeise-Wahrheit-unerw%FCnscht/554758.html
@lemming:
Ja aber …. Wie du richtig sagst, wird das Sozialsystem irgendwodurch finanziert. Früher ausschließlich durch Lohnnebenkosten, heute immer noch überwiegend, auch wenn der Steueranteil immer größer wird.
Mir ist nur unklar, warum eine Deckelung der Lohnnebenkosten die Exporteure *besonders* bevorzugen sollte. Es senkt doch die Lohnkosten für alle! Auch wenn ich einen Handwerker einkaufe oder eine Pflegekraft oder einen Gärtner oder oder oder …
Ganz im Gegenteil bin ich davon überzeugt, dass eine Finanzierung über das Steuersystem (das ja progressiv ist, hohe Einkommen zahlen überproportional viel ein) gerechter ist als wenn man alle Löhne, auch den der Friseuse (<1.500 brutto) mit der gleichen prozentualen Belastung versieht wie den Lohn eines Facharbeiters (3.000 brutto). Schlimmer noch: Die richtig gut verdienenden sind oft nicht kranken- und/oder rentenversichert und zahlen über dieses System gar nichts ein. Steuern zahlen sie aber schon. Aber das nur am Rande.
Exportweltmeister und Binnenmarkt
diesen Titel, bekommt man verliehen, wenn man sich auf Teufel komm raus, von Importnationen abhängig gemacht hat. Deutschland nennt sich öfters, mit geschwollener Brust, Exportweltmeister. Man gaukelte sich Jahrelang einen vor, wie toll und schön man ist. Ohne zu erkennen, welch gefährliche Entwicklung, sich dadurch anbahnt.
Man faselt so etwas wie: Der Binnenmarkt wurde vernachlässigt. Ja bitte, woran liegt das eigentlich? Der Binnenmarkt eines jeden Landes, hängt vom verfügbaren Einkommen ab, welches tatsächlich in der Zwiebelledertasche (Portemonnaie) zum Konsumieren und Investieren übrig bleibt.
Wie will Väterchen Staat, denn die Konjunktur ankurbeln? Es hört sich ja toll an, wenn Väterchen Mrd. an Konjunkturpaketen verabschiedet. Nur wie viel landet im Geldbeutel der fleißigen Hände die jetzt z.B. Schulen mit Wärmedämmung verkleiden?
Die Ausschreibungen, die dafür Notwendig sind, werden grundsätzlich an den günstigsten Mitbewerber vergeben. Das Angebot, welches der Unternehmer im geschlossenen Umschlag, bei der Ausschreibenden Stelle abgibt, wird an einem bestimmten Tag veröffentlicht. Erst dann, weiß der Unternehmer, ob er den Auftrag erhält. Bei dieser Prozedur kann man Anwesend sein, um sich zu überzeugen, wie günstig der Mitbewerber ist.
Genau dadurch, dass der Staat angeblich spart, wenn er den Günstigsten nimmt, schießt er sich schon seit Jahren selber in die Rübe. Gerade im Bauhaupt und Nebengewerbe, geht es nur noch um dumping Löhne. Dabei leiden die ganzen Zulieferer z.B. für die Baumaterialien genau so mit. Umsatz ist bekanntlich nicht der Gewinn.
Aus den ganzen Konjunkturpaketen, kann man gleichzeitig schon mal die Mehrwertsteuer herausrechnen. Irgendwer, nämlich den letzten beißen die Hunde, führt die 19% wieder ab.
Nicht zu vergessen, dass Lohn bzw. Einkommenssteuer und Sozialabgaben auch in diesen Paketen integriert sind.
Da Väterchen nicht die beste Zahlungsmoral hat, muss der Unternehmer, die Projekte über seine Bank vorfinanzieren. Tja, und das ist die nächste Hürde. Selbst wenn man eine öffentliche Ausschreibung “gewonnen” hat, selbst dann ist es noch mit Schwierigkeiten verbunden die Zwischenfinanzierung zu bekommen. Warum?
Banker sind ja nicht Blöd. Die haben meistens zwar keine Ahnung, einen Nagel in die Wand zu schlagen, aber die arbeiten mit Kennzahlen. Die wissen ganz genau um die Umstände, dass bei Ausschreibungen “Spitz auf Knopf” kalkuliert wird. Und die meisten Unternehmer vergessen öfters, die Zinsen für die Vorfinanzierung, mit ein zu kalkulieren so dann, die Finanzierung auf wackeligen Beinen steht.
Eines kann man im Groben und Ganzen festhalten: Jede staatliche verordnete Konjunkturbelebung wirkt sich langfristig negativ auf die Einkommen aus und somit auch auf den Binnenmarkt. Ja, man kann sogar soweit gehen, dass dadurch die Schwarzarbeit einen Schub nach dem anderen bekommt.
Der Staat, schafft sich durch sein Eingreifen Probleme, die er ohne sein tun nicht hätte.
Er meint, oder seine tollen Politiker meinen, alles im Griff zu haben. Und merken dabei gar nicht, dass sie sich selber ein Bein gestellt haben. Nur, wie wieder aus dieser Spirale herauskommen? Geht das überhaupt? Ein klares Nein. Dafür sind die Herrschaften zu eitel.
Hinzu kommen noch die Advokaten, die Jedes und Alles, reglementieren. Das sind Masochisten, die krankhafte Züge aufweisen. Es gibt keinen Furz der nicht durch irgendeine Verordnung geregelt ist.
Keine Angst, die Finanzfaschisten werden nicht vergessen. Denen ist es vollkommen egal, wer, wie, wann Politik macht. Hauptsache er behindert nicht, deren Interessen. Auf Englisch heißt das Interest (Zinsen) einzusammeln. Wie, wer, womit, ist ebenfalls egal. Kann man seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen, (Wunderbar, verbindlich wird bedient) kann der Gläubiger in Sachwerte, die vorher als Sicherheit dienten, vollstrecken.
Und je nachdem, welche Sicherheiten vorhanden sind, kann es schon mal passieren, dass ein Unternehmer überraschend und unerwartet, um sein Anwesen am “Tegernsee” gebracht wird. Warum baut er auch eine JVA, die als öffentliche Ausschreibung teilweise nichts als Ärger einbringt.
Empirisch ermittelt, Hand in Hand stehen wir vor dem Abgrund, schauen hinunter, “ach ist ja gar nicht so tief”. Der Aufschwung ist bald wieder da und die Erde flach wie eine Scheibe.
Die spinnen die Römer.
@egghat: Warum die LNK-Senkung insb. Exporteure fördert:
Lohnnebenkosten (Sozialversicherungsbeiträge) sind Teil der Löhne. Wenn sie gesenkt werden, müssen ArbeitnehmerInnen die Kosten für Kranken- Renten- etc. Versicherung selbst tragen. Es wird mehr für Versicherungsprodukte und weniger für andere Dinge ausgegeben. Die Kosten sinken zwar gleichermaßen für Exporteure und Handwerker im Inland, die Binnennachfrage geht aber zurück und damit die Nachfrage nach Produkten/ Dienstleistungen im Inland. Die Exporteure sind bekanntlich nicht auf die Binnennachfrage angewiesen. Für sie ist die Kostensenkung also nicht mit einem Nachfragerückgang verbunden.
@holger
“Die Römer?”
Nein einer neuer aufgeklärter Feudalismuss…
http://www.youtube.com/watch?v=PEkc3c20c-0
Das Problem ist nur…
Wollt ein Ritter einmal schnackseln, musst er aus der Rüstung kraxeln,Des is ihm zu beschwerlich wordn, drum sans alle ausgestorbn.
@ Nanuk
das ist garantiert Fredl Fesl.
Ja, mein Opa immerhin schon 80 doppelt so alt wie ich, sagt immer: Bei der Französischen Revolution, sind viele vergessen worden. So ganz unrecht, hat er ja nicht.
Unternehmen und Produkte müssen sich im weltweiten Wettbewerb auf offenen Märkten behaupten.
Weltweiter Wettbewerb? Offene Märkte?
Klingt irgendwie nach rosafarbenen unsichtbaren Einhörnern.
“Umsatz ist bekanntlich nicht der Gewinn.”
Sofern mit steigender Anzahl Produzenten nicht auch die Konsumenten bzw. deren Kaufkraft zunimmt, wird die Profitrate mit weiterer Zunahme am Markt befindlicher Anbieter sinken.
Um den Gewinn zu halten wird dann eben der Umsatz erhöht oder Kosten eingespart.
Beides führt gesamtwirtschaftlich gesehen in das deflationäre Elend, ratrace to the bottom.
Deutschland hat dieses Problem mit der Exportfokussierung, also Ausweitung der Konsumentenbasis, versucht zu lösen, die USA indem sie ihre Konsumenten mit Krediten gedopt haben.
Das beides nicht dauerhaft funktionieren kann sollte klar sein.
@Alvar Hanso
“Beides führt gesamtwirtschaftlich gesehen in das deflationäre Elend, ratrace to the bottom.”
Ich höre da immer so ein Lied in letzter Zeit das spielen die immer auf der Kö der Sommerhit . Égalité sozusagen oder besser Égalelité
http://www.youtube.com/watch?v=ibQ6RbRudIU
Steinmeier gibt immerhin indirekt zu, was alle anderen leugnen, nämlich, dass Deutschland vor der Krise wie kein anderes Land von der Globalisierung profitiert hat.
Allen großen Wirtschaftskrisen gemeinsam ist jedoch, dass sich alle Konstellationen verschieben. Schon auf dem Gipfel vor den symbolischen Ruinen L’Aquilas wurde es sonnenklar, dass die G-8 nie wieder den Ton angeben wird.
Wer bitte leugnet denn das “Deutschland” vor der Krise Gewinner der Globalisierung ist?
Außer ein paar vom Mainstream als Neo-Sozialisten herabgewürdigter Outsider doch keiner.
Im Gegensatz zu Deutschland aber war z.B. die USA auch Gewinner – und die mussten dafür nichtmal arbeiten!
Und das internationale Arbeitsteilung – nicht mit Globalisierung verwechseln – sinnvoll und Wohlstandsfördernd ist wird niemand mit einem IQ > seiner Schuhgröße bestreiten.
@flo:
OK, verstehe … Sinkende Lohnnebenkosten senken die Inlandsnachfrage. Das belastet nur die binnenorientierten Firmen, aber nicht die Exporteure.
Jetzt wäre nur noch zu beweisen, dass der positive Effekt durch sinkende Lohnnebenkosten für die Nachfrage z.B. nach Handwerkerdienstleistungen nicht größer ist als der “Verlust” z.B. im Pflegesektor.
Ich sehe ganz nebenbei die Senkung der Lohnnebenkosten auch nicht so extrem … Weil hier in den letzten Jahren eben nicht nur gekürzt wurde, sondern auch ins Steuersystem umgeshiftet wurde. Und das ist eine Entwicklung, die ich für richtig halte, weil damit die Niedrigverdiener wegen des Steuerfreibeitrags nichts bzw. wenig beisteuern …
Ach die Globalisierung!
Mir konnte bisher niemand erklären warum Frankreich unser Haupthandelspartner ist. Und viele gleichartige Produkte mit ähnlichen Faktoreinsätzen gehandelt werden.
Klartext gibt es eine Aussenhandelstheorie die dies erklären würde?
@ victor:
Jetzt kommst Du der Crux dieser von Schröder erfundenen sogenannten “Exportweltmeisterschaft” schon näher. Es handelt sich dabei nämlich zum überwiegenden Teil nur um den Güteraustausch zwischen den Ländern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, und auch hier wieder lediglich um Waren, nicht etwa um Dienstleistungen, bei denen wir schlecht abschneiden.
Betrachte nur mal den Containerexport im Hafen von Rotterdam — da liegt Hamburg weit zurück. Als Werbefachmann weiß ich, wie das gemacht wird. Um die jeweils gewünschten Ziffern zu erreichen, klammert man einfach aus, was einem nicht in den Kram passt. So ist’s übrigens auch jetzt wieder mit dem plötzlichen “Wachstum” rechtzeitig vor der Wahl.
f.lübb..
“….eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sein. Das geht auch. Herr Weber lebt nicht in Bayern.”
-> Gibt’s inzwischen auch in Bayern, seit die CSU nicht mehr allein das Sagen hat
@ ergo sum
nun, das mit Rotterdam liegt bestimmt nicht an den Werbestrategen. oder an Hamburg. Es liegt der Verdacht nahe, das mittels des Rheins, der größte Binnenhafen der Welt (Duisburg) angeschippert werden kann. Da haben bekanntlicher Weise, die größten Chemie und andere z.B. Stahlverarbeitung Konzerne ihren Sitz. Und das schon seit etwas längerer Zeit.
Nachtrag: natürlich ist der Sitz von den Konzernen nicht in Duisburg sondern an den Wasserstraßen.
Politclown
Den Hinweis habe ich zur Kenntnis genommen. Der Liberalismus ist jetzt auch in Bayern auf dem Vormarsch … .
@Victor 36
Man bist du doof.
Ist doch logisch Frankreich liegt am Pazifik…
@ Nanuk
Wie es sich für eine vernünftige Grande Nation gehört, liegt Frankreich an allen Weltmeeren, auch am Pazifik:
http://www.worldmapfinder.com/Map_Detail.php?MAP=66026&FN=new-caledonia.gif&MW=895&MH=774&FS=67&FT=gif&WO=0&CE=6&CO=119&CI=0&IT=0&LC=5&PG=1&CS=utf-8&FU=http://www.geographicguide.net/oceania/maps/new-caledonia.gif&SU=http://www.geographicguide.net/oceania/newcaledonia.htm
Irgendwie funktioniert der Link nicht so richtig, also nehmen wir den hier:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:New_Caledonia_and_Vanuatu_bathymetric_and_topographic_map-fr.svg&filetimestamp=20090217030842
Das passt hier auch hinein:
http://lwi2009.wordpress.com/2009/08/25/lafontaine-und-guttenberg-in-der-sat-1-arena-und-die-nachbereitung-in-die-welt/
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