Der Markt wird es richten

von f.luebberding am 9. Juni 2009

Arcandor macht bald seinen seinen letzten Atemzug. Das letzte Röcheln des sterbenden Konzerns ist ein Spektakel. Der Bundeswirtschaftsminister Guttenberg will bei Arcandor die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft wirken lassen, verkündet er voller Stolz und unter Beifall der  Kommentatoren. Heute morgen kamen nun die Zahlen vom deutschen Export. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Ausfuhren unserer Unternehmen um mehr als 28 %. Es wird ein Rückgang um 4,8 % im Vergleich zum März 2009 verzeichnet. Die Analysten sind überrascht, weil sie ein Ende des Absturzes erwartet hatten. Man braucht nun kein Prophet sein, dass in diesem Sommer massenweise Export-Unternehmen kollabieren werden. Die Banken werden ihnen keine Kredite geben. Es ist ihnen dabei völlig gleichgültig, ob diese Unternehmen in der Vergangenheit gut gewirtschaftet haben oder nicht. In der absehbaren Zukunft haben sie keine Absatzmärkte mehr. Die Banken gehen halt keine Risiken ein, die ihnen der Staat nicht abnimmt. Das gehört zu den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft des zu Guttenberg.

Der Bundeswirtschaftsminister wird die segensreichen Wirkungen massenhafter Insolvenzen ausprobieren dürfen. Arbeitsplatzabbau als Folge der Kapazitätsanpassung an kollabierende Märkte. Die Insolvenzverwalter der deutschen Volkswirtschaft werden eine volkswirtschaftliche Abwärtsspirale aus sinkender Nachfrage und Einkommen in Gang setzen. Elisabeth Kübler Ross hat bekanntlich das Konzept der fünf Sterbephasen eines Menschen entwickelt: Nicht Wahrhaben wollen, Zorn, Verhandeln, Depression, Zustimmung. Das scheint für den Umgang mit dieser Krise ein hilfreiches Konzept zu sein. Wir sind gerade beim Übergang vom Zorn zum Verhandeln. Es geht jetzt um die Suche nach Prinzipien. Nach ewigen Wahrheiten, um das Unfassbare verstehen zu können. Es geht um die psychische Stabilität der Akteure – völlig unabhängig vom realen Sinn ihres Tuns. BDI Präsident Keitel ist ein schönes Beispiel für den Versuch des Verhandelns – und Realitätsverlust. Er will den Gestank des Müllhaufens vor der eigenen Tür nicht wahrhaben. Er betrachtet lieber mit Abscheu eine schon längst still gelegte Müllkippe:

“Den BDI-Chef sorgt, “dass viele Menschen den Glauben an die soziale Marktwirtschaft verloren haben”. Allerdings habe er nicht erwartet, “dass der abgewrackte Sozialismus, der zurecht 1989 auf den Müllhaufen der Geschichte flog, zurückkommen könnte, dass er immer noch in den Köpfen ist”. Unser System ist das beste, das wir bisher kennen – wenn es auch nicht perfekt ist. So wie es kein Leben gibt, das ohne Krisen ist, gibt es auch kein Wirtschaftssystem ohne Krisen. Nur: Wir haben kein anderes Modell. Mancher bei uns hat vergessen, wie gut ausgebaut unser Sozialsystem ist.”

Diesen Hinweis auf die in den letzten Jahren mit BDI Hilfe abgebauten Sozialsysteme werden die betroffenen Menschen zu schätzen wissen. Dem wird aber bald die Phase der Depression bei den Guttenbergs und Keitels folgen – wenn der Kollaps der Export-Unternehmen ihre sogenannten Prinzipien ab absurdum führt. Der Markt wird es schon richten? Er führt in dieser Krise nur noch in den Abgrund.

Am Ende steht bei Kübler-Ross die Zustimmung zum nicht änderbaren Schicksal des nahen Todes. In unserem Fall bedeutet das die Einsicht in das Unabänderliche – den Tod des alten Wirtschaftsmodells. Wir haben kein anderes Modell? Das ist kein Wunder – solange wir noch in den Sterbephasen der Kübler-Ross stecken. Aber anläßlich des Todes von Arcandor wird eine Debatte beginnen müssen, was wir mit der Hinterlassenschaft des bankrotten Finanzkapitalismus anfangen wollen. Arcandor ist die sehnsüchtig erwartete erste Großpleite. Sie wird ganz marktwirtschaftlich in das Nirgendwo führen. Das Gerede über die Rettung von Arbeitsplätzen ist die Lüge von Interessenten. Die Konkurrenten – ob bei den Kaufhäusern oder in der Reisebranche – werden den Konkurs zur Marktbereinigung nutzen. Mit dem Ausdruck des Bedauerns wird die Einlösung der Versprechen auf die wundersame Wiederauferstehung nach der Insolvenz gebrochen werden. Jeder will seine eigene Haut retten. Das ist der Markt. Dann werden neue Fragen auf der Tagesordnung stehen, die der Markt nicht beantworten kann. Etwa wie wir uns die Zukunft unserer Innenstädte vorstellen – auch ohne die einst beherrschenden Kaufhäuser. Was machen wir mit zehntausenden Menschen, die zusätzlich auf der Strasse stehen?

Das wäre auch ein Thema für die europäische Sozialdemokratie, wenn sie denn nicht schon gestorben sein sollte.

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1 keiner Juni 9, 2009 um 12:41

Soweit ich weiß haben deutsche Innenstädte jahrhundertelang recht gut ohne Kaufhof funktioniert. Es ist schon sehr erstaunlich, wie der Wissenshorizont der heutigen Generation auf die letzten 40-50 Jahre reduziert ist. Auch eine Form des Autismus.

Warum sollte der deutsche Steuerzahler irgendwelchen Immobilienfuzzies ihre viel zu hohen Mieterwartungen bezahlen? Bei der Verwertung ihres Immobilienbesitzes werden die Herren schon merken, was ihre Premiumlagen noch wert sind.

2 keiner Juni 9, 2009 um 12:42
3 bismodo Juni 9, 2009 um 12:54

“Das wäre auch ein Thema für die europäische Sozialdemokratie, wenn sie denn nicht schon gestorben sein sollte.”

Mensch, Frank L., du glaubst doch selbst an Tote, weil du der Wahrheit nicht ins Auge sehen willst. Was wirfst DU das anderen vor?

4 froZ Juni 9, 2009 um 12:59

Wie soll der Tod eines Wirtschaftsmodells akzeptiert werden, wenn schon der Tod eines Großunternehmens zu solchem Wehklagen führt? Eine Sozialdemokratie, die konzeptionelle Debatten über das Wirtschafts- und Sozialmodell führt, mag ja gesellschaftliche Zustimmung finden. Eine Sozialdemokratie, die angesichts von Großpleiten in eine blindwütige Ad-hocerie verfällt und jedes Unternehmen ab einer gewissen Beschäftigtenzahl partout mit öffentlichen Mitteln retten will, wird erstens keine konzeptionelle Debatte führen können und zweitens – das zeigt die Europawahl deutlich – auch keine Unterstützung in der Bevölkerung finden. Die Zeiten, als Schröder sich vor den Fernsehkameras nach der Holzmann-Rettung mit “Gerhard, Gerhard!”-Rufen feiern lassen konnte, sind zum Glück vorbei. Das sollten die Obersozis jetzt doch endlich mal begreifen.

5 13 Juni 9, 2009 um 13:01

Ein sehr schöner Vergleich mit den Sterbephasen von Frau Elisabeth Kübler-Ross.
Ich möchte an dieser Stelle an einen anderen hohen Geist erin nern, der sinngemäß gesagt hat:

“Wo aber Gefahr ist, wächst das Rattenende auch.”

6 Marcus Juni 9, 2009 um 13:22

“Diesen Hinweis auf die in den letzten Jahren mit BDI Hilfe abgebauten Sozialsysteme werden die betroffenen Menschen zu schätzen wissen.”

Das würden sie zu schätzen wissen, wenn sie sich bewusst machten, dass Hartz IV deutlich besser, sprich: finanziell voluminöser als die alte Sozialhilfe ist.

Es k*tzt mich an, dass zwar regelmäßig einerseits auf den verschärften Regelungen zum Bezug des ALG I ‘rumgehackt wird, keiner aber andererseits die deutlichen Verbesserungen für die Millionen von Sozialhilfebeziehern wahrhaben will. Und hier machen Alleinerziehende nebst den betroffenen Kindern den Löwenanteil aus.

Ich habe selbst als Kommunalpolitiker die entsprechenden haushaltswirtschaftlichen Vergleichsrechnungen im Finanzausschuss auf dem Tisch gehabt – die schieren Zahlen waren beeindruckend.

BTW: Diejenigen Amerikaner, die jetzt aus ihren subprime-finanzierten Bretterbuden aus- und in Zeltlager umziehen, würden sich ein zweites Loch in den Fast Food-verbreiterten Hintern freuen, gäb’s für sie ähnliches wie Hartz IV.

Welcome to the Elfenbeinturm!

7 13 Juni 9, 2009 um 13:27

zu #1

keiner, richtig, “Kaufhof” ist der nächste Kandidat und verschwindet dann auch vom “Marktplatz”. Fehlen nur noch die Banken und Versicherungen. Übrigbleiben werden vermutlich die Tauben, ein paar junge Skater und natürlich die Ratsapotheke.

8 keiner Juni 9, 2009 um 13:36

…und der sacond hand shop und Ratsstuben mit gutbürgerlicher Küche (Zigeunerschnitzel 6,70 €). Dazu 5 Bäckereien und 12 Friseure. Da kommen dann schon wieder Geschäfte dazu. Und seien es nur Waschsalons oder Pfandleihen…

9 Alexander Tetzlaf Juni 9, 2009 um 13:37

Werter Marcus,

es geht nicht so sehr um die beschämende Höhe der Transfers, als vielmehr um die gesamte um H.IV herum statt findende Repression der Opfer der Gier. Das kann ganz schnell auch mal 0Euro bedeuten, nach Ermessen, ergo willkürlich.

Eben Repression und Willkür mach diese Notstandsverordnung ganz schlicht zu Faschismus.

Und da muss sich jetzt niemand wundern, denn eigentlich ist dies Usus, immer dann, wenn er versagt, der Kapitalismus. Und dies tut der ganz regel- und gesetzmäßig, weil Autos keine Autos kaufen.

Hartz IV drückte in Deutschland das Lohnniveau, und hat ganz maßgeblichen Anteil an der Schwere der Krise, die noch immer gar nicht richtig angefangen hat.

Vom Elfenbeinturm herabzusteigen rate ich vielen Politikern dieses Landes, gleichwohl ich eigentlich nicht wünsche, dass irgend ein Korrektiv die Missstände wieder gerade biegt,

vielmehr würde ich mich freuen, wenn dieses Schmarotzersystem endlich in den Geschichtsbüchern verschwände.

Was es definitiv tun wird, die Frage ist nur, ob ich dann noch jung oder schon greis, oder überhaupt noch bin.

Schauen wir mal. Derzeit bin ich recht optimistisch.

10 keiner Juni 9, 2009 um 13:42

Nochmal in Ruhe nachlesen, was jetzt genau “Faschismus” war, da geht wohl so einiges quer…

11 Stefan Juni 9, 2009 um 13:43

Was machen wir mit zehntausenden Menschen, die zusätzlich auf der Strasse stehen?

hm.. Grundeinkommen?

Ich denke einen der Hauptgründe, warum das noch nicht bei den meisten Politikern angekommen ist, dass allgemein angenommen wird, der Wohlstand einer Bevölkerung erschließe sich aus der Arbeit, der bezahlten Arbeit im Speziellen.
Das ist meines Erachtens so nicht richtig. Der Wohlstand einer (modernen) Gesellschaft erschließt sich mMn aus der Innovationskraft, der Bildung, dem Zugang zu Wissen/Information, der sozialen Sicherheit und der Freiheit der Bevölkerung.

12 keiner Juni 9, 2009 um 13:44

“…aus der Innovationskraft, der Bildung, dem Zugang zu Wissen/Information, der sozialen Sicherheit und der Freiheit der Bevölkerung.”

Awas! Wie macht man daraus ohne Arbeit Kohle?

13 13 Juni 9, 2009 um 13:46

Man muß erst den Laden zerstören, um ihn dann wieder aufbauen zu können.

R.L.: Also, es geht nicht so sehr um die Lohnhöhe an sich, sondern um den Druck auf die Politik und auf die Leute, um bestimmte Deregulierungen durchzusetzen?

C.N.: Ja, aber durch ein ökonomisch fatales Mittel: ich verzichte auf Wohlstand, ich verzichte auf Wachstum, ich verzichte auf eine höhere Güterausstattung, ich nutze fünf Millionen Arbeitskräfte nicht, ich belaste den Staat mit Transferzahlungen – und all dies nur, um politischen Druck auszuüben. Das Ziel besteht, rüde gesagt, darin, die politischen Einschränkungen der Vertragsfreiheit aufzuheben, so daß am Ende wieder jeder einzelne Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber seinen Tarifvertrag selber aushandeln muß. Das ist die radikale These hinter dieser Politik.

http://www.linksnet.de/de/artikel/20140

Wenn ich über Jahrzehnte die (Arbeits)Reservearmee mit politischer Unterstützung ausbaue, um den deutschen Unternehmern geringere Löhne und Hungerlöhne zu ermöglichen, muß ich mich nicht wundern, daß der Staat dann in der Summe höhere Sozialkosten zu tragen hat.

So also mein Tip an Kommunalpolitiker Marcus, am besten noch heute von allen Ämtern zurückzutreten und ins gelobte Land auszuwandern..

14 Germanasty Juni 9, 2009 um 13:54

“Man braucht nun kein Prophet sein, dass in diesem Sommer massenweise Export-Unternehmen kollabieren werden. Die Banken werden ihnen keine Kredite geben. Es ist ihnen dabei völlig gleichgültig, ob diese Unternehmen in der Vergangenheit gut gewirtschaftet haben oder nicht.”

Diese Aussage ist in dieser Pauschalität natürlich Unfug. Exportvorfinanzierung/Forfaiting gab es sogar für russische, ukrainische und ähnliche Unternehmen während der großen Krise in den 90igern.

15 keiner Juni 9, 2009 um 13:54

“Wenn ich über Jahrzehnte die (Arbeits)Reservearmee mit politischer Unterstützung ausbaue…”

2-3 Sätze zum Mechanismus dieser staatlichen Unterstützung wären ja schon recht erhellend. So ganz leuchtet mir nicht ein, wie die Politik die Massenarbeitslosigkeit durch HartzIV befördert haben soll.

16 keiner Juni 9, 2009 um 14:05

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/inflation-spaltet-die-gesellschaft;2300886

“…: Wer gutes Geld fordert, also Geld, das vereinbar ist mit einer freiheitlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, und das nicht fortwährend Finanz- und Wirtschaftskrisen verursacht, weil es eben nicht beliebig vermehrbar ist, der fordert im Kern ein freies Marktgeld, und das bedeutet “Free-Banking”.”

Was will der Mann einführen? Kann das jemand erklären?

17 Alexander Tetzlaf Juni 9, 2009 um 14:06

Ja es könnte helfen “Faschismus” in seinem Wesen zu verstehen, seine Ursachen und Symptome zu erkennen, ihn nicht unbedingt mit Nationalsozialismus verwechseln, sein schleichendes Auftreten zu bemerken und das Kind dann auch beim Namen nennen zu dürfen.

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ (Franz Müntefering, SPD)

Rückbau Sozialsysteme? Repression der Opfer? Aktive Kriegsbeteiligung? Gleichgeschaltene “freie” Presse?

Muss aber KEINER verstehen.

Dass “Demokratie”theater hierzulande will doch niemand als gegenteiliges Indiz bewerten?

“Ich fürchte mich nicht vor den Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor den Faschisten in der Maske der Demokraten” (Adorno)

18 keiner Juni 9, 2009 um 14:14

“…seine Ursachen und Symptome zu erkennen”

Na, nu mach mal, ich hab gerade etwas Zeit!

Und dann auch gleich nochmal nachlesen, was “Notstandsverordnungen” waren/sind…

19 Germanasty Juni 9, 2009 um 14:15

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ (Franz Müntefering, SPD)”

Schön, dass Sie Müntefering und die Bibel (1 Moses 3,19) nicht auseinander halten können, aber soweit sind wir nun wirklich noch nicht.

20 bismodo Juni 9, 2009 um 14:16

@ 13 # 13

“Wenn ich über Jahrzehnte die (Arbeits)Reservearmee mit politischer Unterstützung ausbaue, um den deutschen Unternehmern geringere Löhne und Hungerlöhne zu ermöglichen, muß ich mich nicht wundern, daß der Staat dann in der Summe höhere Sozialkosten zu tragen hat.”

Zumal ein gut Teil der LÖHNE inzwischen vom Staat getragen werden (Stichwort: Aufstocker), oder dem Sozialsystem aufgebürdet (Kurzarbeit Null auf 2 Jahre, “Sozialpläne” u.a. !!! )

@ Marcus # 6

“…Hartz IV deutlich besser, sprich: finanziell voluminöser als die alte Sozialhilfe ist.”

Wohnungsreparaturen, Ersatz für den kaputten Herd oder Kühlschrank, etc wurden (nach Bedarfsprüfung) vom Amt übernommen. Das ist bei H4 nicht mehr so.

Klagen müssen inzwischen mitfinanziert werden von H4ern, und im Fall, dass er gewinnt, muss er trotzdem sein Teil blechen. Dabei gehen regelmässig 75-80% zugunsten der (H4)Kläger aus !!!

Selbst sich gerichtlich zu wehren, wird den Leuten erschwert !!

Wer also sitzt hier im Elfenbeinturm?

21 guggel Juni 9, 2009 um 14:27

@Marcus { 09.06.09 at 13:22 } #6

” Das würden sie zu schätzen wissen, wenn sie sich bewusst machten, dass Hartz IV deutlich besser, sprich: finanziell voluminöser als die alte Sozialhilfe ist.”

FALSCH!

Miete/Heizung ist gleich.

H4: 351 -> sonst nix

Ehemalige Soz. : 292

Dazu kamen noch: Kleidergeld (2X), Geld für Neuanschaffungen (wenn Waschmaschine kapput ging oder Fernseher (weil Bildungsauftrag) oder wenn sonst irgendwas der Grundausstattung kaputt ging), Renovierungsgeld wenn nötig, verbilligtes Telefon, dazu konnte man noch 40 Stunden arbeiten wenn man wollte und bekam dann noch die Monatskarte dazu bezahlt…und und und

Aber allein das reicht im Schnitt schon um über den H4-Satz zu kommen.

“Es k*tzt mich an, dass zwar regelmäßig einerseits auf den verschärften Regelungen zum Bezug des ALG I ‘rumgehackt wird, keiner aber andererseits die deutlichen Verbesserungen für die Millionen von Sozialhilfebeziehern wahrhaben will. Und hier machen Alleinerziehende nebst den betroffenen Kindern den Löwenanteil aus.”

WAS IS?!!!??!! Gerade Alleinerziehende pfeifen auf dem letzten Loch in H4! Wo lebst du denn! Wo sollen die denn das Kleidergeld für die schnell wachsenden Kinder herbekommen? Schuhe? Von den 2-Euro-fuffzig die pro Kind und Monat dafür vorgesehen sind? Wo das Kind innerhalb eines Jahres 2 X seiner Garnitur entwächst? Was ist mit den Schulsachen für die Kinder? Schulausflüge? Na? Das gabs alles unter dem alten Soz!

WAS LABERST DU HIER FÜR MÜLL!

“Ich habe selbst als Kommunalpolitiker die entsprechenden haushaltswirtschaftlichen Vergleichsrechnungen im Finanzausschuss auf dem Tisch gehabt – die schieren Zahlen waren beeindruckend.”

GAR NIX HAST DU! Du hast dich belabern lassen und die Wirklichkeit nicht gesehen! Du hattest Damals und Heute KEINE Ahnung was leben unter Soz ist und was Leben unter H4 sein wird!

Und du warst im Finanzausschuss? Hast dafür gestimmt?

HAU AB!

22 Alexander Tetzlaf Juni 9, 2009 um 14:33

Nachdenken hülfe ja manchmal mehr, als Nachlesen.

Die Klagen übrigens, gehen so häufig zugunsten der Kläger aus, weil sich die Willkür allzu häufig über Recht und Ordnung hinwegsetzt.

Nichtmitgerechnet sind hier die Vergleiche, auf die sich die Beklagte ganz sicher immer nur dann einlässt, wenn sie weiß, dass sie verlöre. Nicht mitgerechnet auch jene, die sich ob der Repression ihre Peiniger gar nicht anzuklagen wagen.

Der Rechtsstaat wird hier zur Perversion. Bestenfalls Rechtswegestaat bleibt davon übrig.

Einfach nur entsetzt sein, über das, was ich hier in den Raum stelle hilft da wenig.

Ebenso handeln unsere Politversager: „Sehe ich das Problem nicht, gibt es das Problem nicht.“

Oder besser noch: „Halte ich mir die Augen zu, sieht mich niemand“. Wie die Blagen im Sandkasten kommen die mir so manches Mal vor.

Wie gesagt: Mir ist es Recht, und immerfort weiter so.

Die Schmarotzer hätten eine einzige Möglichkeit das System zu erhalten: Sie müssten an Ihre Opfer enorme Zugeständnisse machen.

Ich bin dagegen.

23 Germanasty Juni 9, 2009 um 14:35

@guggel

kapput schreibt man aber so: kaputt.

24 guggel Juni 9, 2009 um 14:42

“kapput schreibt man aber so: kaputt.”

Ja. Aber so ein Quatsch wie von #6 bringt bei mir die Hirnanhangdrüse zum Einsatz und lässt die Rechtschreibzentren dann ziemlich unberücksichtigt…

25 f.luebberding Juni 9, 2009 um 14:43

Marcus

Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Es geht um die Abschaffung der alten Arbeitslosenhilfe, die eben durchaus noch eine Form der Lebensstandardsicherung war. Die alte Sozialhilfe hatte im Grunde nichts mit dem Arbeitsmarkt zu tun, wenn sie auch bisweilen zur einer Art dritten Säule der Arbeitslosenfürsorge degeneriert war. Das war auch der Grund, warum ich grundsätzlich die Zusammenlegung beider Sicherungssysteme für sinnvoll hielt. Im übrigen ist die angebliche Erhöhung der Entgelte für Sozialhilfeempfänger eine Legende. Die auf Antrag gewährten Beihilfen waren wesentlich höher als die im Regelsatz vorhandenen Pauschalen. Die Gesamtausgaben stiegen lediglich aus einem Grund: Die Zahl der ALG 2 Empfänger – vor allem der Aufstocker – erhöhte sich. Der Grund war die Einführung nicht existenzsichernder Löhne.

Das System funktionierte nur unter einer Voraussetzung (dann habe ich das sogar unterstützt): Dass eine expandierende Wirtschaft Jobs schafft. Unter den Bedingungen von heute führt das in das soziale Desaster. Guttenberg will aber jetzt mit der Belegschaft sprechen. Ich vermute zu seinen Gunsten nicht über Arbeitsanreize … .

Keiner

“Soweit ich weiß haben deutsche Innenstädte jahrhundertelang recht gut ohne Kaufhof funktioniert. ”

Guter Hinweis. Nur ist dieser Blick zurück, nicht unbedingt hilfreich. Unsere Städte haben – wenn auch schlecht – lange Zeit ohne Kanalisation funktioniert. Lesetipp: Cholera in Hamburg von Richard Evans, glaube ich. Ich habe jetzt nicht nachgesehen.

bismodo

Beim Thema Sozialdemokratie bin ich mittlerweile ein entschiedener Anhänger vom magischen Denken … . Rational ist das nicht, da hast Du recht.

Gemanasty

“Diese Aussage ist in dieser Pauschalität natürlich Unfug.”

Ich habe ja nicht davon gesprochen, dass jedes Unternehmen Pleite gehen wird. Wir müssten also massenweise definieren. Der Hinweis auf Russland und Ukraine ist interessant. Allerdings nur begrenzt beruhigend … .

26 Germanasty Juni 9, 2009 um 14:44

Naja guggel, das Rechnen scheinen Sie ja noch nicht verlernt zu haben.

27 HAM Juni 9, 2009 um 14:47

@Marcus # 6
„Ich habe selbst als Kommunalpolitiker die entsprechenden haushaltswirtschaftlichen Vergleichsrechnungen im Finanzausschuss auf dem Tisch gehabt – die schieren Zahlen waren beeindruckend.“

Dass mit Hartz IV staatliche Märausgaben verbunden sind, ist eine in die Welt gesetzte Lüge, wie z.B. Prof. Helga Spindler ausführt.
http://www.alg-2.info/artikel/spindler-zu-faz/

Bei einem Kommunalpolitiker mag der Grund auch Dummheit sein.

28 f.luebberding Juni 9, 2009 um 14:53

Zum Müntefering Zitat

Er bezog sich nach meiner Erinnerung unter anderem auf die Bibel – und auf Bebel. Es war der Rekurs auf die alte Arbeitsethik der Arbeiterbewegung. Was er vergessen hatte zu erwähnen: Es ging bei Bebel nicht nur die gegen die Taugenichtse des Lumpenproletariats, woraus die Rechte bekanntlich schon immer ihr Schlägerpotential rekrutierte. Es ging immer auch gegen die Leistungslosen Einkommen im Kapitalismus.

Für Bebel wäre Frau Schickendanz ein gutes Beispiel gewesen. Münteferings Problem war aber vor allem die Verwechslung der proletarischen Arbeitsethik mit den Anreizsystemen der neoklassischen Arbeitsökonomen. Weil Bebel wäre nicht der Meinung gewesen, dass die Löhnen nur niedrig genug sein müssen, damit die Leute endlich arbeiten gehen.

29 Sanne Juni 9, 2009 um 14:54

Zitat Marcus: “Das würden sie zu schätzen wissen, wenn sie sich bewusst machten, dass Hartz IV deutlich besser, sprich: finanziell voluminöser als die alte Sozialhilfe ist.
Es k*tzt mich an, dass zwar regelmäßig einerseits auf den verschärften Regelungen zum Bezug des ALG I ‘rumgehackt wird, keiner aber andererseits die deutlichen Verbesserungen für die Millionen von Sozialhilfebeziehern wahrhaben will. Und hier machen Alleinerziehende nebst den betroffenen Kindern den Löwenanteil aus.
Ich habe selbst als Kommunalpolitiker die entsprechenden haushaltswirtschaftlichen Vergleichsrechnungen im Finanzausschuss auf dem Tisch gehabt – die schieren Zahlen waren beeindruckend.”

Zahlen auf dem Tisch haben und selbst erleben sind halt zwei paar Stiefel. Damals gab’s 350 Mark und heute 350 Euro – und dass Euro/Mark die 1:1 Grenze durchbrochen hat sei nur am Rande erwähnt. Damals gab’s Möglichkeiten für Zuschläge (Kleidergeld etc.), gibt’s heute alles nicht mehr.
Ausserdem ist das schlimme an den Hartz-Reformen viel weniger der Umgang mit früheren Sozialhilfeempfängern sondern der Umgang mit den früheren Arbeitslosenhilfe-Beziehern. Die wurden alle gnadenlos runtergeprügelt zu den Sozialhilfeempfängern.
Der wichtige soziale “Zwischenpuffer” namens Arbeitslosenhilfe wurde komplett abgeschafft mit dem Resultat dass Leute, die 20, 30 oder 40 Jahre gearbeitet und Beiträge bezahlt haben, nun binnen Jahresfrist sozial völlig abstürzen können. Da lacht der Kapitalist natürlich denn arbeitende Leute mit solchen Ängsten sind willig und lassen alles mit sich machen.

30 Germanasty Juni 9, 2009 um 14:55

@luebberding,

Handelsfinanzierung (oder neudeutsch auch (structured) trade finance STF) hat ganze Industriezweige in den emerging markets am Leben gehalten. Diese Unternehmen hatten während der Hyperinflation ihr working capital verloren und konnten demzufolge den Materialeinsatz nicht mehr finanzieren um das Fertigprodukt herzustellen. STF ist deshalb auch mit begrenztem Risiko verbunden, weil es auf gewachsenen Kundenbeziehungen aufbaut.

31 HAM Juni 9, 2009 um 14:56

Dem Modell der Sterbephasen nach Frau Kübler-Ross möchte ich Modell weltgesellschaftlicher Sterbephasen nach HAM hinzufügen:

1. Zunächst stirbt der reale Sozialismus.

Er ruhe sanft und ewiglich!

2. Dann stirbt die soziale Marktwirtschaft.

Sie ruhe sanft und ewiglich!

3. Jetzt liegt die freie Markwirtschaft im Sterben.

Ihr baldiges Ableben werden wir gebührend feiern!

4. Und in nicht allzu langer Zukunft wird auch der Staatskapitalismus zugrunde gehen.

Das wird ein Fest geben!

:-D

32 13 Juni 9, 2009 um 15:11

Was macht man mit Leuten, die ein ganzes Volk in die Sümpfe gelockt haben?

Wie lange gibt es Massenarbeitslosigkeit in Deutschland? Mindestens seit DREißIG Jahren. Das entspricht mindestens dem Zeitraum von Anfang des 1. Weltkrieges bis zum Ende des Zweiten. Was haben “unsere” Politiker im Vergleich zu anderen Generationen in dieser langen Zeit denn ernsthaft dagegen unternommen, getan, GELEISTET, wenns denn soo wichtig wäre.
Jaja, “konzertierte Aktion”, “Bündnis für Arbeit” und wie all diese im Nachhinein als Lügengipfel enttarnten Gebilde geheißen haben. (Motto: “Wer Rüstungsaufträge will, finanziere Friedenskonferenzen”)

Also, waren sie erfolgreich? Warum waren sie nicht erfolgreich? (btw wer ist eigentlich für die Ansiedlungspolitik auf der grünen Wiese mit riesigem Flächen- und Naturfraß verantwortlich, die ja auch zum Niedergang der Kaufhäuser in den Innenstädten und dem Vorschub von Billigarbeitsplätzen beigetragen hat?)
Wenn sie nicht erfolgreich waren, warum stehen die gleichen mooralisch-ver(t)rotte(l)t..pardon gewendeten, neo-liberalen Küchenschaben dann immer noch da oben.
Es ist so: Alle haben sich (scheinbar) damit abgefunden, wollen aber die damit zwingend verbundenen sozialen Kosten nicht übernehmen. Man möchte im Gegenteil die Arbeitszeit und Arbeitsverdichtung für jeden einzelnen noch weiter erhöhen, welches klarerweise noch höhere Massenarbeitslosigkeit nachsichzieht. Das ist Irrsinnrulez. Und das seit Jahrzehnten.

Kurzum: Massenarbeitslosigkeit ist für die heutigen “Real”politiker der willkommene große Hebel, mit dem man Druck, Reformbedarf in Szene setzen kann, den großen Knüppel (H4) rausholen und die Massen, das Volk nach Belieben einschüchtern und domestizieren kann.
Der Po litiker selbst ist gemeinsam mit den anderen “Leistungsträgern” natürlich außen vor. Entscheidend ist, was hinten raus kommt. (und wenns nur Scheiße ist)
Jetzt vor den Wahlen wirds natürlich wieder vermehrt Zuckerwatte geben. Auch wenns die Zähne angreift und man sie nur so nennt. Greift zu!

Es lebe die Demokratie.

33 Marcus Juni 9, 2009 um 15:22

@Diverse:
Schön, dass hier vor allem Schmähkritik als Mittel der Wahl gilt. Da braucht’s dann wenigstens keine Argumente. Ich kann nur festellen: In der westdeutschen Landeshauptstadt, in der ich im Rat für Finanzen mitverantwortlich war, hat die Umstrukturierung der sozialen Sicherung angesichts einer vergleichsweise hohen Sozialhilfeempfängerquote eine merklich günstige Wirkung entfaltet. Ich habe das – als nicht an der Gesetzgebung in Berlin Beteiligter – nicht “mitentschieden”, wie hier ein Ahnungsloser behauptete, sondern mir nur sehr gewissenhaft angeschaut, was in den Jahren vorher und nachher pro Kopf ausgezahlt wurde.

@f.luebberding:
Die bedarfsabhängig gezahlten Beihilfen bergen das grundsätzliche Problem aller individueller Rationierung auf Basis von Nutzenannahmen – aber da sind wir schon wieder beim Thema Planwirtschaft vs. Marktwirtschaft.

Der Bruch mit dem “alten” System war hart, aber konsequent. Der Versuch, Existenzsicherung mit Besitzstandswahrung zu vermischen erzeugt perverse Verzerrungen der Anreizsysteme. Für eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern mag Hartz IV nicht genug sein, um ihr adäquate Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Für einen gesunden, ungebundenen Single der vor der Glotze dahinvegetiert ist jeder Cent zuviel, den er auch mit Straßenfegen in irgendeiner deutschen Stadt verdienen könnte, in der es an Straßenfegern fehlt.

Alle gleich behandeln heißt allen unrecht tun.

34 Zecke Juni 9, 2009 um 15:33

@Marcus
“Für einen gesunden, ungebundenen Single der vor der Glotze dahinvegetiert ist jeder Cent zuviel, den er auch mit Straßenfegen in irgendeiner deutschen Stadt verdienen könnte, in der es an Straßenfegern fehlt.”

Warum wird er dann nicht eingestellt und mit 15,- Euro brutto/h bezahlt, wie seine Kollegen von der BSR??

Antwort: Ihr Komunalpolitiker wollt das Ganze billiger, weil weniger Staat gleich weniger Steuer und der junge Mann soll in Euren Augen für 1,- €/h sogenannten Qualifizierungsmaßnahmen nachgehen.

Ihr Zynismus isz nicht zu überbieten.

35 bismodo Juni 9, 2009 um 15:36

@ Marcus

Sehen Sie, da sind Sie, der “Politiker”, der fürs Strassenfegen nicht bezahlen will. Was geht es Sie an, wenn Leute ihre “auf der Couch” verbringen, wenn sowieso VIEL zu wenig Arbeitsplätze vorhanden sind, so dass immer ne ganze Reihe aussen vor bleiben. Was juckt es sie, wenn die ihre Zeit totschlagen oder nicht? Für die Arbeit, die SIE ihnen unterjubeln wollen, sind SIE ja nicht einmal bereit, einen Lohn zu bezahlen, damit die über die Runden kommen – was nicht heisst, am Existenzminimum herumzukrebsen.

Bei solchen Argumenten ist IHR Gehalt jedenfalls nicht zu rechtfertigen, wie hoch es auch immer sei

Interessant auch, dass Sie Argumente, die in mehreren posts oben vorgebracht wurden, mit der Geste dr Politnutte wegwischen – als NICHTargumente. Ich würd mal sagen: halten Sie sich schon vorsichtshalber mal von Laternen fern. So Leute wie Sie haben schon mal Kuchen empfohlen, als es kein Brot gab. Und ob es das bald tatsächlich noch gibt, ist gar nicht so sicher

36 13 Juni 9, 2009 um 15:37

“Ich habe selbst als Kommunalpolitiker die entsprechenden haushaltswirtschaftlichen Vergleichsrechnungen im Finanzausschuss auf dem Tisch gehabt – die schieren Zahlen waren beeindruckend.”

Ums mal auf den Powerpoint zu bringen:
Ich bin von den Roland Berger Consulted Zahlen auch immer ganz beeindruckt.
Ohne den und seine Zahlen geht seit der Expo ohnehin nix mehr in Deutschland. Auch ganz aktuell bei Opel, Arcandor und, und, und… (wo hat der eigentlich nicht seine Finger drin?)

37 13 Juni 9, 2009 um 15:42

Der Bruch mit dem “alten” System war hart, aber konsequent. Der Versuch, Existenzsicherung mit Besitzstandswahrung zu vermischen erzeugt perverse Verzerrungen der Anreizsysteme.

BRAVO! Mein Reden. Go in USA! Die are standing ganz arg auf so ein BLAH, BlAH!

38 Zecke Juni 9, 2009 um 15:43

Wenn Sie an der Gesetzgebung in Berlin nicht beteiligt waren, gleichzeitig aber Kommunalpolitiker sein wollen, können Sie nur von der FDP oder von der CDU sein.

Auf Grund des hohen Peinlichkeitsfaktors tippe ich mal auf die CDU.

Und nur falls dies zutrifft: Von dem Geld, das Ihre Parteikollegen im Berliner Bankenskandal unter ihrer Klientel verteilt haben, hätten einige junge, gesunde Männer mehrere Leben vor der Glotze verbringen und mehrere Kinder alleinerziehender Mütter eine anständige Mahlzeit in der Ganztagesschule einnehmen können.

39 weissgarnix Juni 9, 2009 um 15:48

Dass die Banken gut-laufenden Unternehmen keine Kredite mehr geben würden, glaube ich weniger. Dass es aber viele nicht-mehr-gut-laufende Unternehmen geben wird, schon eher. Die wird es voll treffen, vermute ich mal.

40 bismodo Juni 9, 2009 um 15:50

@ Zecke

Oh, dafür zahlt Berliner noch jedes Jahr weiter, und noch viele Jahre lang. Dafür hätten ganze Generationen von deinen Kindern oben ne Mahlzeit in der Schule gekriegt.

Das erscheint aber nicht in den Zahlenkolonnen von Kommunalpolitikern. Und die haben schliesslich gelernt zu unterscheiden, wo es zu kriechen gilt, und wo man den grossen Maxe raushängen darf. Hündisches Gesocks

41 Marcus Juni 9, 2009 um 15:52

@Zecke (#34):
“Antwort: Ihr Komunalpolitiker wollt das Ganze billiger, weil weniger Staat gleich weniger Steuer und der junge Mann soll in Euren Augen für 1,- €/h sogenannten Qualifizierungsmaßnahmen nachgehen.”

Darum ging es in meinem Kommentar überhaupt nicht. Ich habe lediglich festgestellt, dass Bedarfssituationen sehr unterschiedlich sein können und es sehr wohl Menschen gibt, für die Hartz IV unzumutbar ist. Es gibt aber eben auch die andere Seite der Medaille: Menschen, die sich frustriert/depressiv/wasauchimmer mit der Situation als Transferempfänger einrichten. Den ersteren hat nach den von mir selbst in meiner Freizeit als ehrenamtlicher Stadtrat ausgewerteten Zahlen Hartz IV im Durchschnitt geholfen. Das schließt unakzeptable Härten logisch mit ein.
(BTW: Meine Brötchen verdiene ich mit ganz “normaler” Arbeit, Aufwandsentschädigung und Sitzungsgelder habe ich monatlich zu wesentlichen Teilen gespendet.)

42 bismodo Juni 9, 2009 um 15:56

@ wgnx # 39

Dann glaub mal schön: es IST so, gutgehende Unternehmen müssen Irrsinnszinsen zahlen, die sich nicht mehr rechnen bzw kalkulieren lassen. Die Banken haben es von der Regierung allerdings in den Hintern stecken lassen…um sich selbst sanieren zu können.

Das Märchen, dem Du da aufsitzst, ist gross im Schwange bei der sog. Fachpresse. Red aber mal mit soliden Unternehmern. Und dann sieh mal weiter. Darüber schreibt die “fachpresse” übrigens gelegentlich auch, geht aber eher unter, solche Reportagen…

43 Ein Alter Juni 9, 2009 um 16:06

@Marcus

Ich bin auch ihrer Meinung.
Das deutsche Modell der Waren und Dienstleistungsproduktion sollte durch den BDI nicht zerstört werden.
Es ging nur darum bei gleichbeibenden Produktivitätsvorsprüngen gegenüber den Angelsachsen, deren Einkommensungleichheit nach Deutschland zu importieren.
Niemand interessiert sich dafür wie es den Hartz IV – Empfängern geht.
Deren Leiden ermöglichte es aber die herkömmlichen Einkommensstrukturen und die Sozialkompromisse der 60er und 70er Jahre zu beseitigen.
Lasst euch doch nicht von Marcus auf sein Bildzeitungsniveau herunterziehen.

44 Germanasty Juni 9, 2009 um 16:10

Dass die Banken gut-laufenden Unternehmen keine Kredite mehr geben würden, glaube ich weniger. Dass es aber viele nicht-mehr-gut-laufende Unternehmen geben wird, schon eher. Die wird es voll treffen, vermute ich mal.

@weissgarnix,

so ist das nur zum Teil! Bis vor einem Jahr war das Geschäft mit Firmenkunden ein absoluter Kundenmarkt. Da wurden bsw. Projektfinanzierungen mit 20 bp Marge vergeben. Kleine Unternehmen (per se risikoreicher) und anfällige Branchen (jede Bank hat da ihre Brancheneinschätzung) haben es heute schwer überhaupt Kredite zu bekommen. Die fallen von vorne herein ohne Kreditprüfung durch das Raster. Die anderen müssen höhere Zinsen bezahlen. Daran müssen die sich nach den paradisischen Zeiten auch erst gewöhnen, nachdem sie (siehe Porsche) die Banken sehr herablassend behandelt haben.

45 Earloffunk Juni 9, 2009 um 16:12

der Markt wird garnichts richten…

alles läuft nach Plan.

Leider ist es nicht unser Plan – und wir können absolut nichts machen ausser zukucken… leider

Absolut nichts können wir machen…

Bei wem sind alle Staaten der zivilisierten Welt so hoch verschuldet, das regelmässig “Neue Kredite” aufgenommen werden müssen um wenigstens die fälligen Zinsen zu zahlen?

Wer sind die einzigen die trotz Weltwirtschaftskrise oder Krieg immer zu den Gewinnern gehören?

Wer kontrolliert (und besitzt) den gesamten Goldhandel in der Welt – ja selbst Wo lagern die kompletten Goldreserven der Bundesrepublik (3.700 Tonnen) als Pfand für unsere immer weiter wachsenden Schulden?

Es sind immer die selben, ob IWF, Carlile Group, J.P. Morgan oder National Bank of England…

die Rothschild Gruppe und die Rockefeller Dynastie…

http://www.v-22.de/forum11/aktuelles_geschehen/rothschild_rockefeller_lehman_co-t516.0.html

Klingt nach Verschwörungstheorie – isses auch aber leider nich nur Theorie sondern Praxis…

Allein die Tatsache das Rockefeller nicht mal unter den TOP 10 der reichsten Männer der Welt auftaucht – ist selbstredend für die absolute Macht über Medien und alles…

was wollen wir kleinen Querdenker schon machen

eigentlich bin ich Optimist, aber in einem solchen Fall… bleibt einem echt die Luft weg…

Warum wird ein solches Thema nicht mal auf seine Richtigkeit tiefgründig öffentlich erörtert?…

Weil es die Realität ist… mehr kann ich dazu nich sagen

46 HAM Juni 9, 2009 um 16:17

Der Bismarcksche Sozialstaat war ein Kompromissangebot an die damals noch revolutionäre sozialdemokratische Arbeiterbewegung:
Sozialstaatlicher Kapitalismus gegen Verzicht auf soziale Revolution.

Der Mehrheit der SPD stimmte zu.

Aus der Bebel-Liebknecht-SPD wurde die Ebert-Noske-SPD:

1914 Zustimmung zu den Kriegskrediten

1918 Verhinderung der deutschen Revolution
danach: blutiges Wirken des Bluthundes Noske

1933 kampflose Übergabe des Staates an die Nazis

1968 Verabschiedung der Notstandsgesetze in der Großen Koalition.
danach: kontinuierlicher Abbau der freiheitlich-demokratischen Grundrechte

1972 Berufsverbote durch „Radikalenerlass“

1999 grundgesetz- und völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf Jugoslawien

2000 Lissabon-Agenda mit EU-Konzept, daraus resultierend
- Agenda 2010 mit weitgehender Abschaffung des Bismarckschen Sozialstaates
- Lissabon-Vertrag zur Errichtung einer EU-Wirtschaftsdiktatur

Gratuliere, verehrte Sozialdemokraten, damit habt ihr euch selbst überflüssig gemacht.

P.S.
Danke Gerd!
Mit „Logik ums Eck“ hast Du unsere alte Strategie weiterentwickelt!
:-D

47 Germanasty Juni 9, 2009 um 16:18

“Leider ist es nicht unser Plan – und wir können absolut nichts machen ausser zukucken… leider

Absolut nichts können wir machen…”

Klar, deshalb haben wir auch heute noch das Kaiser Reich.

48 Alexander Tetzlaf Juni 9, 2009 um 16:21

Werter Marcus,

dennoch wird sich das Problem so lang nicht lösen, bis man sich zu den Konsequenzen der Produktivität, der Super-Produktivität auseinandersetzt, die an sich ja ein Segen sein soll.

Es wäre ganz einfach, nur die Interessen der Herrschenden passen hierzu gar nicht.

Profit.

Und ohne dem

Geht NICHTS

Im KAPITALismus.

Sich über „Schmarotzer“ auszuscheißen, die letztlich doch nur Opfer der Gier sind, und etwas anderes tun die wahren Schmarotzer, ihre Politiker, ihre Lakaien und Handlanger und ihre Medien nicht, hilft dabei bestenfalls eben von den wahren Schmarotzern und den Umständen die erstgenannte in diese Situation brachte, abzulenken. Gleichwohl ja eben dies der Zweck ist.

Sicherlich gibt es Leute, die sich durchschlängeln, letztlich aber doch von der Gesellschaft zu dem gemacht wurden was sie sind. Denn wie es weiter oben schon zu lesen steht,

gibt es nun einmal keine Arbeit.

ES GIBT SIE NICHT.

WEIL Produktivität ein Segen ist.

Aber ob diese Leute nicht doch lieber ins Geschäft gingen, um sich zu kaufen, was dort glänzt, oder es doch lieber nur im TV sehen, steht ja vielleicht außer Frage, selbst für Blitzgescheite.

Übrigens könnten wir sehr wohl etwas machen. Wir müssen es nur machen. Und den Schmarotzern zeigen, wer der Souverän ist, wäre langsam einmal angebracht.

In Kürze.

49 Earloffunk Juni 9, 2009 um 16:29

@ Germanasty

allein die Tatsache das Du 5 min nach meinem Post bereits eine Antwort hast, zeigt mir, daß Du den Link nicht angeschaut hast.

Unser Kaiser war wenigstens noch nicht unter “Kontrolle” dieser Eliten – also erstmal den Link lesen und dann nochmal

…vielleicht verstehst Du dann warum ich meine NICHTS ausrichten zu können.

Gruß

50 keiner Juni 9, 2009 um 16:34

@HAM

Tja, vielleicht steht der gute Gerd ja schon länger auf der Gehaltsliste von PROM… So ca. 40 Jahre vielleicht ? ;-)

@WGX
Wie sieht die Prognose für die Arbeistlosenzahl zu Weihnachten aus? 8 Mio?

51 guggel Juni 9, 2009 um 16:38

@Ahnungsloser Kommunalpolitiker

“Ich habe das – als nicht an der Gesetzgebung in Berlin Beteiligter – nicht “mitentschieden”, wie hier ein Ahnungsloser behauptete, sondern mir nur sehr gewissenhaft angeschaut, was in den Jahren vorher und nachher pro Kopf ausgezahlt wurde.”

Och, ich hab das mit den Gaskammern nicht mit entschieden. Ich war ja nur in politischer Verantwortung…

52 Marcus Juni 9, 2009 um 16:43

@HAM:

“1933 kampflose Übergabe des Staates an die Nazis”

Da vergaloppiert sich aber jemand ganz gewaltig. Die einzigen, die im Reichstag gegen Hitlers Ermächtigung gestimmt haben, waren die Sozis. Otto Wels damals: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ (Disclosure: Ich halte ansonsten nicht allzu viel von der SPD)

53 Marcus Juni 9, 2009 um 16:45

@guggel:
Hier hört’s auf.
Liebe Blogbetreiber – DAS ist definitiv zu viel des Guten.

54 Watawah Juni 9, 2009 um 16:52

@ Marcus # 53

Das auch: “Da vergaloppiert sich aber jemand ganz gewaltig. Die einzigen, die im Reichstag gegen Hitlers Ermächtigung gestimmt haben, waren die Sozis.”

Sorry, lesen bildet, sogar bei Wikipedia.

Zitat:
“Gegen das Gesetz stimmten nur die 94 anwesenden Abgeordneten der SPD. Abgeordnete von SPD und KPD, die bereits verhaftet worden waren, wurden als „unentschuldigt fehlend“ betrachtet.”

http://de.wikipedia.org/wiki/Erm%C3%A4chtigungsgesetz

55 froZ Juni 9, 2009 um 16:55

Ja, Leute, mal wirklich: Egal ob einem die Kommentare der anderen passen oder nicht – es muß doch nicht immer diese blödsinnigen Rituale geben, so nach dem Prinzip: Es wird gepöbelt und diffamiert auf Deibel komm raus, am Ende gibts dann irgendwelche Nazivergleiche, an der Stelle haut der wgnx dann immer mal dazwischen, dann geht es für eine gewisse Zeit vernünftig weiter, bis sich die ganze Show nach einer gewissen Zeit wiederholt. Das verleidet es einem wirklich, und der wgnx muß sich ja inzwischen wie ein digitaler Kindergärtner vorkommen… Kann ich gut drauf verzichten.

56 bismodo Juni 9, 2009 um 16:57

“Liebe Blogbetreiber – DAS ist definitiv zu viel des Guten.”

Ja, geh nur petzen, der Lehrer wirds denen dann aber geben, sollen nur sehen, diese GEMEINEN Leute, die mich immer verhaut haben. Mamaaa, die sind immer sooooo böööööse zu mir ! Waaahhhh!!!!!!!!

Ja, mein Kleiner, diese bösen, bösen Leute müssten (!) wirklich eins auf die Finger krie…bekommen. Ich sags Deinem Vater, der wird die bestimmt alle verhauen. Jetzt WEIN doch nicht so, ist doch schon wieder gut. Schau mal, da ist ein Förmchen im Hof vom Rathaus. Willst du das der lieben Mutti nicht mal bringen? Brav!

Ach, ist er nicht goldig, mein Junge? ICH habe NIE Schwierigkeiten mit dem Kleinen. Gott-sei-Dank !!

57 keiner Juni 9, 2009 um 17:06

@guggel

Sind Sie sich eigentlich für keine Geschmacklosgkeit zu schade?

@ Rest

Was ist das hier für eine Progromstimmung? Wenn der Mann Zahlen hat und kennt sollte man die diskutieren. Jede Statisitk hat ihre Schwächen, vielleicht könnte man aus einer ernsthaften Diskussion noch was lernen, aber so ist das ja nur doof…

58 HAM Juni 9, 2009 um 17:09

@Marcus #52
„Die einzigen, die im Reichstag gegen Hitlers Ermächtigung gestimmt haben, waren die Sozis. Otto Wels damals: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

Ehrenwert und mutig waren die Worte von Otto Wels. Aber da waren die Nazis schon längst an der Regierung und Hitler Reichskanzler.

Nein, es gab keinen wirklichen Kampf der sozialdemokratischen Führung gegen die Machtübernahme der Nazis.

An der sozialdemokratischen Basis wurde allerdings durchaus gekämpft. Das zur Ehrenrettung all der Sozialdemokraten, die gegen die Nazis gekämpft haben und Leib und Leben riskiert und zum Teil verloren haben!

Aber die Basis der SPD war auch nicht z.B. für den Abbau des Sozialstaates.

Zur Mitgliederentwicklung der SPD:
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:SPD_Mitgliederentwicklung.svg

Sehr geehrter Herr Marcus,

merken Sie nicht, wie sehr Sie sich in die Nähe der Nazis begeben, wenn Sie arbeitswillige und zum Teil hochqualifizierte Menschen, die unverschuldet bei Hartz IV gelandet sind, für 1 € zum Straßenfegen schicken wollen?

59 guggel Juni 9, 2009 um 17:12

@ #52

Ach die SPD damals…pff. Das war auch damals schon die Steuererhöhungspartei und daran ist ja auch die Große Koalition kaputt gegangen und dann kam Brünning (der schrödersche Merkel der Weimarer Republik) und dann kamen die sozialen Unruhen wegen vom Staat “verordneten” Lohnkürzungen und das trieb die Menschen dann zu Hitler.

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

Mh, ich bezweifle dass man der SPD “Ehre” nehmen kann…

60 gruppendynamik pur Juni 9, 2009 um 17:16

lesen bildet und gefolgschaft macht hirnweich:

weil also nur 94 sozis gegen das ermächtigungsgesetz gestimmt haben, ist wohl hams primitive sozibeschimpfung sachlich richtig:

“1933 kampflose Übergabe des Staates an die Nazis”?

demokraten kämpfen mit parlamentarischen mitteln, daß das gegen barbarei nicht reicht ist klar, die kommunisten waren militanter und haben auch nichts ausgerichtet

in den übrigen punkten seiner aufzählung hat ham leider weitgehend recht

mit marcus hat das alles nichts zu tun, die sachliche auseinandersetzung mit seinen aussagen hat weiter oben u.a. lübberding geführt; alle anderen gruppendynamisch aufgeblasenen entgleisungen disqualifizieren sich selbst

61 guggel Juni 9, 2009 um 17:17

@keiner #57

Wieso geschmacklos? Ich zitiere:

“…im Finanzausschuss einer westdeutschen LANDESHAUPTSTADT” (!)

Und da trifft man die Landespolitiker ja überhaupt nicht. Und da kann man ja überhaupt nicht über den Bundesrat dann noch gegensteuern.

Nein. Dem ging es nur um Zahlen und nicht um Menschen. Und die Zahlen die er hatte waren falsch, was ja bewiesen wurde. Was er aber auch hätte erkennen können wenn er mal etwas mehr im Sinne seiner Städter gedacht hätte.

Und genau so eine Einstellung müssen die damals gehabt haben, die von den Gaskammern wussten, es aber nicht unter die Leute brachten. Da ging es auch nur um Zahlen…

62 goodnight Juni 9, 2009 um 17:24

Nope….da kommt man wieder nach Hause…und was ist hier los? Nope, typisch Deutsch, können immer nur auf die Vergangenheit verweisen, sei es SPD oder der andere Flügel …whatever:

Pfingsten war ich kurz mal in Heartland von DeutscheLand, also Sauerland und so, wegen Schwiegereltern und so. Yep, dort ist alles noch so, wie es sich der gute Deutsche noch erträumt: man sitzt nachmittags bei kaffee und Kuchen und erzählt von damals.
Und bekommt nicht mit, das da draußen gerade ein Zug vorbeifährt. Yep, die sehen alle die “Ü40″-Party-Schilder nicht, (yep, ich kannte bisher nur “ü30″), die klagen über fallende Immo-Preise und verstehen nicht warum. Die klagen über den Untergang von Karstadt, aber sehen nicht, das es in Soest und so gar keinen Karstadt oder Kaufhof oder so mehr gibt, nope, die haben die moderne variante einer Einkaufspassage mit Buchhandlung, Elektrogrossmarkt und Billig-bekleidungskette. Yep, sowas nennt sich Spezialisierung, sowas ist der Megatrend seit 200 Jahren, und yep, daran ist Karstadt gescheitert. Und yep, Karstadt ist weg, dafür haben wir jetzt Mediamarkt/Saturn, kik etc., die gab es früher nicht, wir haben also Substitution, yep, wo ist also das Problem?
Whatever, ich bin froh, nicht im Sauerland zu leben, im guten alten Deutscheland, sondern in einer dreckigen Großstadt mit vielen jungen Ausländern, die nicht jeden Tag jammern und weinen, sondern wie blöde dort konsumieren, wo karstadt nicht operieren konnte oder wollte.

Nicky: “So in other words – I’m fucked.”
Ace: “In so many words, yes.”
(Casino)

63 keiner Juni 9, 2009 um 17:25

@guggel

Diese Geschmacklosigkeit ist schon fast strafrechtlich relevant. Ich würde jetzt eine Nummer zurückschalten…

64 guggel Juni 9, 2009 um 17:29

@keiner

Zeig mich doch an. Wgn hat meine Adresse.

65 Watawah Juni 9, 2009 um 17:31

@ gruppendynamik pur # 60

“demokraten kämpfen mit parlamentarischen mitteln, daß das gegen barbarei nicht reicht ist klar, die kommunisten waren militanter und haben auch nichts ausgerichtet”

Es ist doch aber auch nicht die Unwahrheit, daß sich noch ca. ein Jahr vor Machtübergabe an die Nazis, diese zb. in Berlin nicht in die Betriebe getraut haben, nicht hineinwagen durften – da hätten sie, soviel ich weiß, noch ganz “ordentlich die Jacke” voll bekommen.

Und es waren aber bei weitem nicht alle Arbeiter in komm. Gewerkschaften, sondern eher in den für sie “altbewährten” sozialdemokratischen. Es ist nicht militant für seine Arbeitnehmerrechte einzutreten – im GG ist das Streikrecht verbrieft.

Wie HAM schon schrieb, die Bereitschaft der Mitglieder war da, aber die Führung sah andere Wege und Ziele.

66 bismodo Juni 9, 2009 um 17:41

@ Watawah # 65

“Es ist nicht militant für seine Arbeitnehmerrechte einzutreten – im GG ist das Streikrecht verbrieft”

Wie ich im thread Koch-Merin… schon mal verlinkt hatte: mit dem Lissabon-Vertrag (und sogar schon jetzt) ist das Streikrecht Makulatur = per Europ. Gerichtshof (beeinträchtigt die Entfaltung unternehmerischer Freiheiten) – bin zu faul, den link jetzt rauszusuchen. Und die Klagen kommen, wetten?

Nicht, dass ich hier die alte Diskussion wiederbeleben wollte

@ guggel

Recht hast du !

@ Keiner

das hättste wohl gern

67 Watawah Juni 9, 2009 um 17:44

Trotzdem darf die Diskussion für meinen Geschmack gern sachlicher geführt werden, weniger Großbuchstaben, weniger Massenansammlungen von Ausrufezeichen.

Männer’s, wir sind doch sonst auch kultivierter.

68 keiner Juni 9, 2009 um 17:47

Vergleiche von HartzIV mit den Gaskammern sind hier geduldet? Was ist denn das für eine linke Mischpoke hier? Abartig.

69 bismodo Juni 9, 2009 um 17:48
70 froZ Juni 9, 2009 um 17:51

Suchet, so werdet Ihr finden:

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/060608_Unterrichchtung_I.pdf

Hypothetische Ausgaben für Arbeitslosen- und Sozialhilfe 2005 (Hochrechnung): -> 35,5 Mrd. Euro

Tatsächliche Ausgaben für ALG II 2005: -> 37,3 Mrd. Euro

Die verfügbaren Einkommen sind also nominal um 5% gewachsen (Verwaltungskosten und Kosten für “Maßnahmen” nicht mitgerechnet).

Dann aber das:

http://www.welt.de/wirtschaft/article1407217/Inflation_trifft_Hartz_IV_Empfaenger_besonders.html

Bis Ende 2007 war die reale Kaufkraft bei ALG-II-Bezug inflationsbedingt um 7,5% gesunken.

Außerdem ist natürlich zu bemerken, daß die aggregierten Daten wenig aussagen. Verlierer waren alle diejenigen, die lange in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatten und jetzt nach einem Jahr auf ALG II sind. Gewinner sind diejenigen mit relativ guten Zuverdiensten wegen der günstigeren Anrechnungsverfahren. Wichtig ist natürlich F. Lübberdings Argument: Durch die faktische Entwertung der zuvor gezahlten Versicherungsbeiträge wurde auf arbeitslos gewordene Arbeitnehmer ein massiver Druck zur Aufnahme von Jobs im Niedriglohnsektor ausgeübt, was dann dazu geführt hat, daß die Zahl der “Aufstocker” (Bezieher von Niedriglohn plus ergänzendem ALG II) stark zunahm. Insofern hat das Gesetz in der Tat indirekt ein Problem verschärft, das es eigentlich lösen sollte. Nur hat es eben nicht, wie hier argumentiert, Arbeitslose geschaffen, sondern aufstockende Billiglöhner.

Und natürlich sind die Verwaltungskosten aus dem Ruder gelaufen.

71 HAM Juni 9, 2009 um 17:56

Du darfst den Post zuerst lesen:

Wenn ich von der „Nähe zu den Nazis“ spreche, dann meine ich nicht die Gaskammern. Die Gaskammern sind ein ganz anderes Kapitel und sollten aus der Diskussion herausgehalten werden. Hartz IV soll nicht m.E. mit Massen- und Völkermord gleichgesetzt werden. Auch wenn es Gemeinsamkeiten in der menschenverachtenden Logik gibt.

Und diesbezüglich muss auch ich Herrn Marcus gegen solche Gleichsetzungen verteidigen. Ich verstehe guggels Affekt, aber der legitimiert nicht derartige Angriffe. Auch der Hinweis mit den Laternen fand ich nicht gut.

Da ist schnell die Grenze zum Linksfaschismus überschritten …
Und dies will ich auf keinen Fall.

Die Nähe zu den Nazis – so wie ich dies meine – ergibt sich aus der Etablierung des NS-Zwangsarbeitssystems für alle(!) Lohnarbeiter und der Etablierung eines a-moralischen ökonomischen Utilitarismus. Jeder wurde auf seine Brauchbarkeit für die ökonomische Vernutzung gescheckt. Mitleidlos wurden Menschen geknechtet, erniedrigt und beleidigt. Ohne jegliche Rücksicht auf die bisherige Lebensleistung.

Es geht hier um die Suspendierung des kategorische Imperativs!

Die einen haben ihr gutes Beamtengehalt und haben keine Skrupel, ihre arbeitslosen Ex-Kommilitonen für 1 € zum Straßefegen zu schicken.

72 vio Juni 9, 2009 um 17:59

Mit geschickt platzierten Behauptungen Nazivergleiche provozieren und damit die Diskussion abwürgen, immer das gleiche Procedere.

Konservativen Typen Marcus würde ich einfach wünschen, das sie die befürworteten “Segnungen des Sozialstaats” mal am eigenen Leib zu spüren bekommen und gut.

Sie werfen weniger Fleisch in den Tierkäfig und die Tiere zerfleischen sich beim Kampf um das Wenige gegenseitig. Keiner kommt auf die Idee, den Pfleger zu beschuldigen.

73 bismodo Juni 9, 2009 um 18:00

Mensch Halbgott, könntest Du uns nicht noch mal verklickern, wie man einen (im Netz frei zugänglichen) BuBa-Monatsbericht zu lesen hat? Da steht doch Monat für Monat die tatsächliche Inflationsrate drin (natürlich nicht das Quatsch mit dem Warenkorb – der steht allerdings auch drin). Macht einen ziemlichen Unterschied, so 10% gegen 2%.

Dass die meisten VWLer da nicht durchsteigen, ist ja nicht unser Problem, naja, irgendwie doch…

74 Nanuk Juni 9, 2009 um 18:06

@Marcus
Das was sie da erzählen ist sowieso schwachsinn weil sich subjektives Empfinden nicht in Zahlen darstellen läst… Darum sind Mehrausgaben selbst wenn sie Existent währen auch keine verlässliche grösse zur Messung des Wohlbefindens von Harzlern…

sind hier nicht 10 Japaner die mir sagen können wie sich -40% im Export anfühlen… Wieviele Meinungen werden wir wohl bekommen und was ist dann die Wahrheit?

ach das noch man hat zwei möglichkeiten die frage nach dem 40% zu beantworten…

1 These alle Menschen Lügen und versuchen ihren vorteil daraus zu ziehen…

2 These die Menschen sagen die Wahrheit…

Da beides Empirisch vorkommt bleibt uns die Wahrheit verschlossen und somit ist sie nur eine Konstruktion in einem Politiker Hirn… und dadurch entsteht auch das Gefühl der Politikferne weil sie Subjektives erleben in Zahlen suchen anstelle die Betroffenen direkt zu befragen… das hat mit vertrauen zu tun.

Urvertrauen wenn man so will…

Wittgenstein fast dieses Urvertrauen wie folgt zusammen…

1. Grundsätzlich haben wir keinen direkten Zugang zur Wahrheit.

2. Wir können jedoch gar keinen radikalen Zweifel durchführen, weil wir hierzu Gewissheiten benötigen und weil uns zum Zweifeln oft die Gründe fehlen. Nur wenn ein Zweifel Teil des Sprachspiels und dieses wiederum Element der Lebensform ist, ist ein Zweifel möglich.

3. Dem Skeptiker, der an allem zweifeln möchte, darf somit keine klassische Antwort gegeben werden. Es geht Wittgenstein eher um eine therapeutische Behandlung des Zweifels, indem die Grundlosigkeit und die Unnötigkeit sowie schließlich die Unmöglichkeit des Zweifels aufgezeigt werden.

alles klar Marcus…

hab das ausversehen im falschen Artikel gepostet…
Wahr oder Falsch wer weiss das schon ausser mir?

75 keiner Juni 9, 2009 um 18:07

@vio

Wie doof ist das denn, “Nazivergleich provozieren”… allerunterste Schublade…

76 13 Juni 9, 2009 um 18:10

Liebe Karstadtinsolventen, vom gönnerhaften Kommunalpolitiker Marcus (und auch vom Herrn vom BDI) konntet ihr es hier schwarz auf weiss lesen:
Fürchtet euch nicht! Dieser politische Meilenstein H4, welcher nun auf euch wartet, ist eine wohlersonnene, bundesrepublikanische Wohltat für die Menschen, die in Not geraten sind. Ihr werdet nicht ins Bodenlose fallen gelassen. Die klügsten, besten Köpfe in Deutschland in Verbindung mit komplizierten mathematischen Modellen haben es in jahrzehntelanger Kleinarbeit eigens nur für Euch erdacht. Vermittler, Betreuer, Fallberater (s.o.), hochmotivierte Bewerbungstrainer warten auf Euch. Die Sonne scheint jeden Tag. Auch an der Essenstafel. Wir leben in der besten aller möglichen Welten, wenn auch euer angespartes Vermögen (evtl. Reihenhäuschen) jetzt und in Zukunft verkleinert und zerbröselt werden wird. Denkt dran: Jeden Tag (siehe Evangelium Marcus .6) wird mehr Geld für Leute wie Euch ausgegeben. Seid also ehrfürchtig, dankbar für jeden Steuergroschen und lobet eure neo-(schein)-liberalen Herren, die keinen Tag zu Ende gehen lassen, ohne unseren ach so herrlichen Sozahl-Staat in eurem Sinne weiter auszubauen..

77 Michael Juni 9, 2009 um 18:11

Es ist bitter, aber richtig, daß Arcandor in die Insolvenz geschickt wird. Mit den vielen Mittelständlern, die durch die Geschäftsgebaren der großen Kaufhauskonzerne ruiniert wurden, hatte auch niemand Mitleid. Dadurch wurden viele Stadtzentren regelrecht verödet. Die Zahlen von Arcandor ließen seit Jahren Fehler im Management vermuten. Die wurden von den Banken über Zinsen und Mieten regelrecht ausgesaugt. Es wäre ein weiteres Kapitalverbrechen gegen den deutschen Steuerzahler gewesen die Firma zu “retten”. Vor ein paar Jahren WalMart, jetzt Woolworth und Hertie , da hat auch kein Staat geholfen. Es war ein Skandal, daß die Roten nur über Hilfe für Arcandor verhandelt haben. Arcandor ist eindeutig nicht durch die Finanzkrise ins trudeln gekommen. Es war die Firma in Deutschland, in der das schlechteste Arbeitsklima herrschte. Unter heutigen Umständen hatte die Firma ihren Untergang mehr als verdient.

Bei Industrieunternehmen wäre ich oft für Hilfe, bei Handelsunternehmen sähe ich keine Chance. Wir erleben das Drama, das aus der Lohndrückerei in Deutschland von der SPD und den Grünen betrieben, doch seit Jahren bei allen Handelskonzernen.

Ganz einfach, jetzt können die “Erben Wertheim” ihre Grundstücke kriegen und damit machen, was sie wollen oder können. Der Rest wird wohl vom Insolvenzverwalter verkauft werden, ich kann mir schon vorstellen, daß die Metro, wenn die Gläubiger total auf ihre Forderungen verzichten müssen, die Häuser, sofern sie nicht durch Restitutionsansprüche belastet sind, übernimmt und eingliedert.

78 bismodo Juni 9, 2009 um 18:12

@ HAM
“Ich verstehe guggels Affekt, aber der legitimiert nicht derartige Angriffe. Auch der Hinweis mit den Laternen fand ich nicht gut.”

Was glaubst du denn, warum der Schäuble so panisch aufrüstet und schon mal als Chef am Horn von Afrika übt? Weil es so schön überschaubar bleibt, wenn sich der Pöbel in Bewegung setzt? Das geht doch immer ganz schnell, und hängt sich an irgendwas auf, das nur der Auslöser ist.

Was ist denn, wenn denen die ganze Sache (bald?) aus dem Ruder läuft? Meinst du, dann DISKUTIEREN die Leute gepflegt. Und DAS weiss die Mischpoke an der Macht. Die haben mehr schlaflose Nächte als du dir vorstellen kannst, da bin ich mir sicher. Hey, wach auf! Ist doch gleichgültig, ob ich oder du das WOLLEN. Du kennst dich in Geschichte doch auch aus, auch in der deutschen !

79 froZ Juni 9, 2009 um 18:14

Das 1-€-Job-System (in der unvergleichlichen Sprachpraxis des seinerzeitigen Clement-Ministeriums “Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung”) ist natürlich noch eine Perversion besonderer Art. Ich schrieb hier schon mal was über 1-€-Jobs in der Kommunalwirtschaft:

http://www.weissgarnix.de/?p=2229#comment-26680

80 keiner Juni 9, 2009 um 18:20

HartzIV wird sicher noch vor der Wahl gekippt.

Als die Banken wankten, wurden die Sparbücher für sicher erklärt

Als Opel wankte, wurde die Autoindustrie für sakrosankt erklärt

Wenn jetzt die Kurzarbeit für 2 Jahre nicht mehr reicht und es zu massenhaften Entlassungen kommt, wird HartzIV gekippt und es gibt Arbeitslosengeld I bis die Rente kommt. Dafür sorgen schon Allianz und Co. Die gehen sonst noch dieses Jahr unter, wenn alle anfangen, Lebensversicherungen und ähnliche “Geldanlagen” aufzulösen…

81 HAM Juni 9, 2009 um 18:21

@bismodo #78

Bislang war es eine traurige geschichtliche Wahrheit, dass solange die bösen Mächtigen noch über ihre Machtmittel verfügten, meist nicht sie, sondern ihre Kritiker mit den Laternen in Kontakt kamen.

Auch wer zu früh kommt, bestraft das Leben!

82 Metheus Juni 9, 2009 um 18:24

@ Ham 81

“Auch wer zu früh kommt, bestraft das Leben!”

Nein, nur die Frauen ;-)

MfG

83 Nanuk Juni 9, 2009 um 18:25

Ach im übrigen ist das oben genannte auch der Grund warum Systemtheoretiker alles zur Lebensform machen damit sie wieder Wahrheiten verkünden können zu der wir eigendlich keinen Zugang haben… so genug Kluggeschissen für heute…

Harz 4 ist und bleibt eine schwachsinns Idee… in Paranoiden Wahngebilden…

84 froZ Juni 9, 2009 um 18:35

@ keiner

Ich denke nicht, daß Hartz IV vor der Wahl gekippt wird. Aber aus den von Dir genannten Gründen wird das Schonvermögen vielleicht stark ausgeweitet. Halte ich auch für richtig. Rüttgers und Laumann aus der NRW-CDU haben das auch schon gefordert, und die können nicht auf Zeit spielen, schließlich steht deren Wiederwahl erst nächstes Jahr an.

85 turing_machine Juni 9, 2009 um 18:36

@ weissgarnix

Neue Kredite gibt nicht mehr, da, siehe Heinsohn, der Kauf von Staatsanleihen, Rohstoffen (siehe z. B. den seit Januar mehr als verdoppelten Ölpreis) viel mehr Rendite bringt als die riskante Finanzierung von Firmenkrediten ohne neue Sicherheiten. Das Geld dafür gibt es umsonst von den Zentralbanken.

Warum sollen die Banken momentan sowas unsicheres machen wie ihr Kerngeschäft, wenn sich anderswo viel mehr Geld verdienen lässt.

86 bismodo Juni 9, 2009 um 18:38

HAM

Nicht verwechseln: ich wünsche niemand an der Laterne zu sehen, aber irgendwann hängen Leute dran, die richtigen UND die falschen, denn Pöbel ist Pöbel=Massenhysterie=Rachsucht

Warum geben die Regierungen in F immer so schnell nach, wenn “die Strasse” ins Spiel kommt? Weil sie wissen, wie sie selbst an die Macht gelangt sind. Wissen die hier in D zwar nicht, aber blöd sind die ja auch nicht, jedenfalls nicht SO blöd.

87 Goldenes Kalb Juni 9, 2009 um 18:40

@Earloffunk
Die Zahlen müssen auf den Tisch. Wenn wir nur im Nebel rumstochern, dann bringt das gar nix. Wir wissen nicht einmal, was für ein Wirtschaftssystem wir wirklich haben, wenn wir nicht die Vermögensverteilung und die Geldströme in ihren Ausmassen kennen.

Wir können sehr wohl etwas tun, nur zu einem hohen Preis, den wir gleich bezahlen müssen und nicht erst später.

88 Watawah Juni 9, 2009 um 18:41

@ keiner

Eines muß ich richtigstellen.

Die Lebensversicherung muß nicht gekündigt und ausgezahlt werden, so sie im “normalen” Bereich liegt und das dürfte bei den allermeisten der Fall sein.

Es reicht, diese “riester-sicher” zu stellen. D.h. den Vertrag dahingehend zu ändern, daß die Auszahlung erst mit Erreichen der Altersrente erfolgt. Also Auszahlung auf 65 bzw. 67 Jahre stellen und niemand braucht auch nur einen EuroCent abliefern.

89 Ein Alter Juni 9, 2009 um 18:43

Hartz IV wird nicht gekippt werden.
Es wird eine Agenda 2020 geben.
Und jeder der ALG2 bekommt wird einer Arbeit nachgehen müssen, bei niedrigerem ALG2.
Träumt schön weiter.
Eure Mütter und Großmütter wählen weiter CDU/CSU wegen dem C.
Und der Ökonomie die sie verstehen.

90 Goldenes Kalb Juni 9, 2009 um 18:44

@turing_machine

Ohne Zahlen ist deine Aussage nichts wert. Die letzte Tabelle, die ich gesehen habe hat einen kleinen Einbruch an Neukrediten aufgewiesen. Das ist mehr als “keine Kredite” aber weniger als “mehr Kredite”, also zu wenig wenn es anhält.

91 keiner Juni 9, 2009 um 18:44

…aber wenn man die Kohle für Bank/Miete/Brot braucht?

92 HAM Juni 9, 2009 um 18:45

@Nanuk #83
„Harz 4 ist und bleibt eine schwachsinns Idee… in Paranoiden Wahngebilden…“

Vor allem die Logik dahinter.

Künstlich durch „Restrukturierung“ Arbeitslosigkeit zu schaffen, um durch eine „industrielle Reservearmee“ Löhne zu drücken, um Kapitalverwertung zu ermöglichen. Forcierung der Ausbeutung durch Erhöhung von Wochen- und Lebensarbeitszeit. Etc.

„Terror der Ökonomie“, wie Vivianne Forrester schreibt.

Völlig absurd das System!
„Wahnsinn mit System“, sagte man früher.

Geschichte wiederholt sich als Farce!
Und was jetzt gesellschaftlich abläuft, ist nichts weiter als Farce.
Das System zerstört sich selbst.

Jetzt kommt der Domino-Effekt …

Heute Arcandor und morgen …

Und übermorgen?

93 Watawah Juni 9, 2009 um 18:56

@ keiner # 91

“…aber wenn man die Kohle für Bank/Miete/Brot braucht?”

Bitte, das soll jetzt nicht zynisch klingen oder sein…

Dann hast Du die Wahl, spielst Du Lotto oder nicht.

Um Hartz 4 kommst Du über kurz oder lang eh nicht drumrum, egal ob Du die Lebensversicherung erst “verfutterst” oder nicht.

Host Du das Geld ab, gilt es dieses erst zu verbrauchen, holst Du es nicht ab, kriegst Du gleich Hartz 4. Wirklich Naive glauben dann, das Geld ist dann wenigstens zur Rente noch da… aber ok, sie haben es dann nicht selbst “verpulvert”.

94 HAM Juni 9, 2009 um 19:10

@froZ #70

Helga Spindler, Professorin für Sozial- und Arbeitsrecht
(9.1.2006)
„Der Autor der FAZ Carsten Germis meint, der große Sozialabbau durch Hartz IV sei ein Märchen.
Er meint, den sozial Schwachen in Deutschland ginge es heute besser als vorher.
Sein erstes Argument: Statt der ursprünglich geplanten 14,6 Mrd. Euro koste das Ganze etwa 25,6 Milliarden Euro, das sei eine der größten wohlfahrtsstaatlichen Umverteilungen seit langem. Die hätten wir in der Tat – wenn nicht die geplanten 14,6 Mrd. Euro ein Märchen in einem märchenhaften Haushaltsplan gewesen wären.
Ende 2004 wurden aber alleine für die Arbeitslosenhilfe knapp 19 Mrd. Euro gezahlt, für die Sozialhilfe knapp 10 Mrd. und für Wohngeld, das auch überwiegend diesen Beziehern zugute kam, ca. 4,5 Mrd. Euro. Ausgaben für Fördermaßnahmen wie ABM, Fortbildung etc. noch nicht gerechnet. Hier ist nicht umverteilt worden, sondern eine Planungsgröße um den Betrag zu niedrig angesetzt worden, um den sich die Ausgaben jetzt scheinbar erhöht haben.“
http://www.nachdenkseiten.de/?p=228

Zudem ist die Zahl der Arbeitslosen von 2004 bis 2005 um eine halbe Million bzw. von 11,7% auf 13,0% (= +11%) gestiegen.

http://www.bpb.de/wissen/H9NU28

95 Michael Juni 9, 2009 um 19:24

@Watawah
Nee, die meisten Leute haben mit Lebensversicherungen ihre Kredite “versichert”. Ihre Schulden. Sie haben schlicht nix.

Ansonsten ist das massenhafte Strumpfsparen die mit Abstand sicherste Methode Politiker aller coleur zur Räson zu bringen.

Geld, das auf keinem Konto liegt, ist für die Statistik im Nirvana verschwunden. Sie können es nicht mehr kontrollieren, deshalb würde ich jedem von Arbeislosigkeit Bedrohten empfehlen, seine Konten bis auf die zulässigen Gelder für seine Beerdigungskosten, abzuräumen.

Die Banker werden ihren Clowns ganz schnell sagen, welche Posse sie zu reißen haben. 8-)

96 Watawah Juni 9, 2009 um 19:32

@ Michael

Danke für den Hinweis, klingt logisch – habe ich nicht gewußt.

Ich mache eben keine Geschäfte mit dem Tod, mit meinem eigenen schon gar nicht.

Btw. ich würde auch jedem anderen das empfehlen…

97 Nanuk Juni 9, 2009 um 19:43

“Geld, das auf keinem Konto liegt, ist für die Statistik im Nirvana verschwunden. Sie können es nicht mehr kontrollieren, deshalb würde ich jedem von Arbeislosigkeit Bedrohten empfehlen, seine Konten bis auf die zulässigen Gelder für seine Beerdigungskosten, abzuräumen.”

Jep genau das würde ich auch machen die Deflation sorgt sogar dafür das es sich vermehrt…

98 guggel Juni 9, 2009 um 19:51

@Germanasty

“Exportvorfinanzierung/Forfaiting gab es sogar für russische, ukrainische und ähnliche Unternehmen während der großen Krise in den 90igern.”

Ja, das gabs und gibt es heute noch. Der Unterschied zu der Kreditvergabe im Inland ist folgender

http://de.wikipedia.org/wiki/Hermes-B%C3%BCrgschaft

99 J.V. Juni 9, 2009 um 19:53

Ich frage mich wieso Umverteilung noch kein so großes Thema in Deutschland ist. Mit der Einführung von Vermögens- und einer höheren Erbschaftssteuer inklusive einer drastischen Verschärfung der Strafen bei Steuerhinterziehung könnte man doch relativ schnell zumindest die Symptome der Krise lindern.
Heinsohn/Steiger bieten doch die perfekte Ausgangsbasis um für so ein Vorhaben zu argumentieren ohne in die Kommunistenecke gedrängt zu werden.
Die absolute Effizienz von Märkten und die dahinterstehende Ideologie wurde doch soeben grandios wiederlegt!
Das Paradigma des Homo Oeconomicus ist doch eine der Haupursachen für diese regelrechte Asozialisierung der Gesellschaft in der wir leben.

100 Michael Juni 9, 2009 um 20:05

@Watawah
Ist doch ganz einfach. Steinbrück jagt “Steuersünder” in der Schweiz, er vermisst 600 Mrd. €. Die vermutet er, teilweise sogar zu Recht, bei “Reichen”. Aber letztens kam die Nachricht, eine alte Oma, die ins Krankenhaus mußte, rückte mit einem Schuhkarton, in dem 200000 € waren an. Warum wohl ? Ganz einfach, sie hätte ihren Erben nach dem Kontostand nichts hinterlassen. Sie hätte aber sehr wohl 200000 € cash vererbt. Sie hatte Pech, das Geld wurde auf ein Konto eingezahlt. So wird es, wenn dann der traurige Fall eintritt, versteuert werden. Die andere Geschichte war die, dass 20 € – Scheine zerbröseln sollten, warum wohl ? Weil man die dann wohl besser auf einen Konto läßt. Die dritte Geschichte war, Frau Kanzlerin “garantierte” unverzüglich die Spareinlagen, obwohl der Staat nix, ausser 1,6 Billionen Schulden hat. Warum wohl ?

Leutchens, ihr müßt denken, warum etwas wie berichtet ist. Sonst werdet ihr immer eingeseift. Ich hab ja nichts dagegen, wenn die Leute wie die Guppies “sparen”. Nur nicht auf einem Konto, um Geld “arbeiten” zu lassen, “Zinsen zu verdienen”. Daraus entsteht dann doch sowas wie “Anlagenotstand” und sogenannte “Inflation”. Aus dieser viel zu hohen Sparquote resultierte die Auslagerung der Industrie ins Ausland, mit den Spargeldern der Riestertrottel wurden im Prinzip die Kredite der Landesbanken für die Ramschpapiere bezahlt. Schuldscheine der LB hatten ein AAA. Das sind doch im Prinzip Staatsanleihen. Und die Eigner der LB sind eben zu großen Teilen die Sparkassen. Billig billig ist genau das Gegenteil. Wer nur “billig” kauft, rationalisiert die Arbeitsplätze seiner Mitmenschen weg, bis er selbst dran ist. Da, und nirgendwo anders, stehen wir heute. Man soll sich das leisten, was man gerne hätte, wenn man sich das nicht leisten kann muß man drauf sparen. Von wegen auf Pump um dem Nachbarn zu imponieren. Arm ist nicht derjenige, der kein meinetwegen Haus hat, arm ist derjenige, der sich für ein Haus bis an sein Lebensende verschuldet und bei Schieflage auch noch irgendwelchen Gesetzten zum Opfer fällt, weil ihm die Frau wegrennt und er die auszahlen soll.

101 Watawah Juni 9, 2009 um 20:35

Hallo @ Michael # 100,

bitte nicht mit mir schimpfen ;-)

Ich sage den Spruch lange anders: “Spare in der Zeit, dann hast Du immer Not”

Ich lebe heute, ich lebe jetzt.

Gut, riesige Berge hätte ich wohl auch mit Totalverzicht nie ansparen können, war aber immer der Meinung, ich kann das Geld nicht nur per Versandhandel nach Bayern oder Hamburg schicken und mich dann wundern, wenn es am Ort keinen halbwegs vernünftigen Laden oberhalb von KiK gibt.

Auf Arbeitgeber einzuwirken war aber oft noch schwieriger, die wegen 3 Pfennig oder 3 Cent den Lieferanten wechseln wollten, einfach nicht gleich beachteten, das Liefertreue und Qualität im Endeffekt unbezahlbar sind.

102 bismodo Juni 9, 2009 um 20:44

Was mich bei der Diskussion wirklich wundert: Ihr scheint alle an das Fortbestehen des (Geld)systems, wie wir es jetzt haben, zu glauben. So in der Art: das System geht kaputt, aber die Euronen bleiben. Wenn ihr euch da mal nicht täuscht. Viel eher glaube ich: Euros futsch, ob auf dem Konto oder unter der Matratze, einfach nur Papier ohne Wert…

103 Watawah Juni 9, 2009 um 20:50

@ bismodo # 102

“Ihr scheint alle an das Fortbestehen des (Geld)systems, wie wir es jetzt haben, zu glauben.”

Eh, nee

Vielleicht grad noch an das “System Geld”, aber nicht an dieses Geld und beim “System” hoffe ich wenigstens, daß ich es bald nicht mehr (zum Leben) brauche.

Siehe dazu # 93
“Wirklich Naive glauben dann, das Geld ist dann wenigstens zur Rente noch da… aber ok, sie haben es dann nicht selbst “verpulvert”.”

104 Michael Juni 9, 2009 um 20:53

@Watawah
Warum soll ich schimpfen ? Ich kaufe nicht bei Aldi ein und schicke Briefe mit der Gelben Post. Egal, was die Briefmarke kostet. Ich meine das Prinzip und will niemanden belehren.

Wenn die Massen nicht so blödsinnig gespart hätten, wären unsere Städte heute bunter, das Leben fröhlicher. Die Krise halb so schlimm. Man muß sich nicht über böse Banker echaffieren, die tun auch ihren Job (ich bin keiner). Und zwar nach bestem Wissen und Gewissen. Die Arcandor und andere wären nicht unter die Räder gekommen, wenn die Leute nicht “Geiz ist geil” gespielt hätten. Geiz ist die größte Dummheit die es gibt. Über solche Dummheit bin ich stocksauer, wenn die sich viel mehr leisten als sie könnten und dafür Hundefutter “konsumieren”.

105 Andreas Kreuz Juni 9, 2009 um 20:56

@Marcus #41

>>(BTW: Meine Brötchen verdiene ich mit ganz “normaler” Arbeit, Aufwandsentschädigung und Sitzungsgelder habe ich monatlich zu wesentlichen Teilen gespendet.)<<

Wie großzügig.

Wenn Sie zur Wasser-und-Brot-Fraktion gehören, dann gehen Sie ins SPON-Forum.
Dort läuft das Ding als Dauerwerbesendung für Hartz-IV in einer Endlos-Schleife.

Ich habe es 3 1/2 Jahre mitgemacht.
Und wenn da einer kommt und das richtig findet,
dann soll er es erst mal so lange aushalten.

Es gibt kein überzeugendes Argument für die Agenda2010.
Merken Sie sich das!

106 Michael Juni 9, 2009 um 21:00

@102 bismodo
Aber selbstverständlich wird das Geldsystem weiterbestehen. Ein Sklave war ein Sklave, aber ein Zinssklave braucht nicht mal eine Fessel, um im Hamsterrad zu rennen. Dieses Geldsystem ist durchaus intelligent erdacht. Wer nicht daran glaubt, der sollte Gold kaufen. Aber mit Gold kann man keine Schulden bezahlen, wenn man es vorher nicht in Geld umgewandelt hat. Die freundliche Verkäuferin würde einen Krügerrand mit Begeisterung sehen, aber damit bezahlen könntest Du nicht. Das ist ausdrücklich keine Empfehlung Gold jetzt zu kaufen, die Deppen haben in den letzten Monaten auf Teufel komm raus gehamstert und das geht todsicher schief.

107 snozin Juni 9, 2009 um 21:01

Diejenigen Amerikaner, die jetzt aus ihren subprime-finanzierten Bretterbuden aus- und in Zeltlager umziehen, würden sich ein zweites Loch in den Fast Food-verbreiterten Hintern freuen, gäb’s für sie ähnliches wie Hartz IV.

Das ist doch Stil und Argument aus einem Guss, meine ich.

108 Watawah Juni 9, 2009 um 21:03

@ Andreas Kreuz

Diese Spenden müssen “freiwillig” sein, sonst ist’s Essig mit dem nächsten Listenplatz.

109 Metheus Juni 9, 2009 um 21:04

@ Alle

Jetzt bei ARTE: “Verbranntes Geld”

MfG

110 Watawah Juni 9, 2009 um 21:05

Danke @ Metheus # 109

111 bismodo Juni 9, 2009 um 21:22

@ Michael # 106

So! Sogar SELBSTVERSTÄNDLICH wird das Geld fortbestehen !

Ich verstehe immer besser, wie die Leute in die zwei letzten Währungsreformen reingetappt sind, weil fast niemand den tatsächlichen Verhältnissen ins Antlitz gucken wollte – sofern er sie kapiert hätte, wenn er gewollt hätte.

Dabei bin ich sicher, die Vorbereitungen laufen längst, der richtige Zeitpunkt dürfte davon abhängen, wie lange die Staaten wieder für ‘frisches’ Geld sorgen (können) – Geld, das genauso fiktiv ist wie das der faulen Kredite. Die Illusion funzt ja, wie man auch hier, in diesem thread, sieht.

Die Leute, die sich Gold, Silber oder andere Sachwerte auf die Seite haben legen können, wollen mit Sicherheit nicht ihre Einkäufe damit erledigen. Dafür haben sie immer genug Noch-Geld, solang eben die Währung noch besteht.

Die Sachwerte und ihr Gold halten sie zusammen für den Zeitpunkt NACH der Reform. Dann können sie all diese schönen Sachen wieder umtauschen in die neue Währung. So wie es bei den beiden letzten Reformen auch geklappt hat. Das sind eben Leute mit langem Atem – und wenig Illusionen.

Die anderen finden sich plötzlich wieder ohne Ersparnisse, Gehälter, Renten, Wertpapiere, Transfer-Zahlungen. Wer jung ist, packt das, wer nicht… tja!

Leider bin ich selbst ne arme Sau :-(

112 vio Juni 9, 2009 um 21:31

@keiner #75
Ja die Formulierung war ungeschickt, meinte eher: “provozieren bis Nazivergleiche kommen”

113 Michael Juni 9, 2009 um 22:19

@111 bismodo
Klingt alles logisch. Zur Zeit ist es aber wohl so, dass ziemlich viele Leute nicht in der Lage sind, ihre Kredite zu bedienen. Ich erkenne nichts, aber auch überhaupt nichts, was hier oder in den USA darauf hindeutet, dass denen geholfen wird. Es wird gestundet. Sogenannte “Kreditgarantien”. Trotzdem sind die Schulden zu bezahlen. Ich habe selbst Gold gekauft, auch Silber, aber 2003 bis 2005. Dann ging die Hysterie los, da stelle ich Käufe ein. Ich kaufe jetzt (aus meiner Sicht billige, ich kann mich irren) Aktien. Die Telekom steht bei 8, ich will Dich nicht verleiten, aber wenn Du gerade ein paar Euros übrig hast, ist das nicht der schlechteste Einstiegskurs. Zum Herbst werden die vielleicht noch billiger, das weiß keiner. Bei dem Geld meine ich wirklich übrig haben, das heißt, auf gutes Essen sollte man für sowas nicht verzichten müssen. Und zwar auf längere Sicht. Man nimmt immer das, was sonst keiner will. Der Gelduntergang fällt aus. Man muß ja nicht auch noch mit Fremdwährungen hantieren, das erhöht den Schwierigkeitsgrad im Börsensport ganz erheblich. Es rennen genug Hamster im Hamsterrad. Aus welchem Grund auch immer. Und die sind auf das Heftigste bemüht, da wieder rauszukommen, man nimmt mit Zinseszinsen, die man zahlen muß, ganz fürchterlich ab.

114 Gekis Juni 9, 2009 um 22:24

@Watawah

“Vielleicht grad noch an das “System Geld”, aber nicht an dieses Geld und beim “System” hoffe ich wenigstens, daß ich es bald nicht mehr (zum Leben) brauche.”

Es gibt Menschen die sind schon weiter !

Reform der Geldschöpfung
Vollgeld-Konzept und Seigniorage Reform

http://www.soziologie.uni-halle.de/huber/docs/geldordnung-ii-reform-der-geldschoepfung-durch-vollgeld-mai-09.pdf

115 Frankie Bernankie Juni 9, 2009 um 22:34

@goodnight

“Whatever, ich bin froh, nicht im Sauerland zu leben, im guten alten Deutscheland, sondern in einer dreckigen Großstadt mit vielen jungen Ausländern, die nicht jeden Tag jammern und weinen, sondern wie blöde dort konsumieren, wo karstadt nicht operieren konnte oder wollte. ”

Ein erfrischendes Statement nach dieser Gespensterdiskussion , ob und wieviel Schuld, Halbschuld oder Keineschuld der SPD wegen des Ermächtigungsgesetzes noch zuzuweisen sei.

Merce, goodnight , and Good Night, and Good Luck!

116 Andreas Kreuz Juni 9, 2009 um 22:41

@Michael #113

>>Die Telekom steht bei 8, ich will Dich nicht verleiten, aber wenn Du gerade ein paar Euros übrig hast, ist das nicht der schlechteste Einstiegskurs. Zum Herbst werden die vielleicht noch billiger, das weiß keiner.<<

Aber 50 € auf die Seite legen,
falls man mal eine Wahl verpasst…. ;-)

http://www.news-adhoc.com/50-euro-strafe-fuer-nichtwaehler-wie-denken-sie-darueber-idna2009060935186/

117 Watawah Juni 9, 2009 um 22:44

@ Gekis # 114

Mit einer “Monetative”, wir hatten hier schon einmal “Liquiditative” träfe man voll meinen Nerv, aber…

Wozu der (sorry) ganze Zirkus, wenn es ansonsten heißt – Zitat:

“Eine Vollgeldreform bedeutet die vollständige Verstaatlichung des bisher nur teilverstaatlichten Geldes. Sie bedeutet keinesfalls eine Verstaatlichung der Banken, auch nicht eine verschärfte staatliche Aufsicht und Kontrolle der Banken.
Die Banken sollen freie Unternehmen sein, die Finanzmärkte offen und unbeeinträchtigt im Spiel von Angebot und Nachfrage. Die Banken bleiben frei zu tun was sie vermögen. Auch die Zinslenkung der Finanzwirtschaft bleibt jenseits der schuldenfreien Geldbasis bestehen.”

Das Ding verselbständigt sich mE einhundert Prozent wieder, ist nur eine Frage der Zeit.

- Verstaatlichung der Banken
- staatliche Geldschöpfung ok
- Kreditvergabe über diese staatlichen Banken
- Zins weg, Risikozuschlag meinetwegen.
- keinerlei private Banken mehr, Geld arbeitet nicht, gehört eh der Notenbank, also wird bitte damit auch nicht Geld “gehandelt” – egal, wie das Geld dann heißt.

Wie gesagt, sorry, das ist nur wieder der Versuch nach “Zeitgewinn”, das eigentliche Problem wird damit nicht einen Milimeter gelöst.

118 Frankie Bernankie Juni 9, 2009 um 22:56

@watawah

“Mit einer “Monetative”, wir hatten hier schon einmal “Liquiditative” träfe man voll meinen Nerv, aber…”

Ich will ja nicht beckmessern, aber ich nannte es seinerzeit “Liquidative” und nicht “Liquiditative”…nur damit nicht in Vergessenheit gerät, wer diesen wunderbaren Einfall hatte…

119 Watawah Juni 9, 2009 um 23:04

Ja, war eine prima “Wortschöpfung” – congrat

Daß ich es nicht richtig schreiben konnte, da bitte ich höflichst um Verzeihung großer Schöpfer ;-)

120 lemming Juni 9, 2009 um 23:09

@goodnight
Whatever, ich bin froh, nicht im Sauerland zu leben, im guten alten Deutscheland, sondern in einer dreckigen Großstadt mit vielen jungen Ausländern, die nicht jeden Tag jammern und weinen, sondern wie blöde dort konsumieren, wo karstadt nicht operieren konnte oder wollte.
Ah, die “konsumieren wie blöde” in ihrer dreckigen Großstadt – hier hätte man die wohl schon zur Straßenreinigung zwangsverpflichtet… wgnx fände das wohl sogar gut…
Ich nehme an, das findest du prima, weil sie das Geld dafür nicht DIR geklaut haben, richtig? Kann, und wird, wenn’s so weitergeht, aber auch noch passieren… Dann wirst du das vmtl. gar nicht mehr als Anlass für Frohsinn wahrnehmen.

Zur historischen SPD-Diskussion: Mein seliger Großvater, Sozi von Anfang an, hat mir mal gestanden, dass er 1932 die Kommunisten gewählt hat, weil von der SPD kein Widerstand mehr zu erwarten gewesen war. Otto Wels ist ein Feigenblatt, hört man das im Original, klingt es nicht mutig, sondern zittert es vor Angst, nur allzu berechtigt. Diese SPD ist die einzige Partei, die ihre Anhänger wissentlich und willentlich zu Verlierern macht. Ein Phänomen, aber ein höchst widerliches.

121 Michael Juni 9, 2009 um 23:12

@Andreas Kreuz
Ich verpass keine Wahl. Mach ein ganz großes Kreuz, wenn mir keine Patei gefällt. Dann bin ich kein Nichtwähler und die Parteien bekommen kein Geld für eine Nichtstimme. Alle haben ihren Frieden. Als Penner, der nicht wählen geht, kriegt jede Partei anteilig Geld für deine Nichtstimme, das ist der kleine Unterschied. Geht zur Wahl, wenn ihr euch nicht vertreten fühlt, macht ein großes Kreuz. Dann kann niemand über Politikverdrossenheit oder Nichtmobilisierung lamentieren. Sonst kreuzt den an, von dem ihr glaubt, dass er euch vertritt. Für Nichtwähler, die vollgekifft in der Ecke liegen, habe ich kein Verständnis. Es sind aus meiner Sicht Opportunisten, faule Säcke oder bekiffte Gestalten. Ich habes es übrigens nicht übers Herz gebracht, Linke zu wählen, sondern ganz große Kreuze gemacht.

122 froZ Juni 9, 2009 um 23:27

@ HAM #94

Die hypothetischen Zahlen für 2005 aus der Unterrichtung des Bundestages beziehen sich nicht auf vorher aufgestellte Planungsgrößen, sondern auf eine Ex-Post-Berechnung der Ausgaben, wie sie sich 2005 bei gleicher Arbeitsmarktlage und unveränderter Gesetzeslage ergeben hätten.

Ich bin ja nun weiß Gott alles andere als ein Fan der Hartz-Gesetzgebung, aber man darf den davor herrschenden Zustand jetzt ja auch nicht als das verlorene Paradies verklären. Da gab es in der Sozialhilfe z. B. den sogenannten Intergenerationenregreß, also wenn z. B. alte Leute hilfebedürftig wurden, konnte das Einkommen ihrer Kinder gepfändet werden. Erfreuliche Zustände waren das auch nicht.

Ansonsten:

Warum werden nur die Varianten anhaltende japanische Deflation sowie Hyperinflation und/oder Währungsreform diskutiert? Nicht unwahrscheinlich ist doch einfach ein Jahrzehnt hoher, aber nicht galoppierender Inflation, die zudem noch von den Statistikämtern durch den verstärkten Übergang zu hedonischer Preismessung kaschiert wird. Ablesen wird man die reale Geldentwertung dann an der langfristigen Entwicklung der Vermögenspreise. (Und natürlich, wenn man über Jahre genau Buch führt über die eigenen Ausgaben.) Insofern halte ich Aktien durchaus für perspektivreich zumindest zum Inflationsausgleich, aber man sollte sich schon genauer anschauen, was man sich da so ins Depot legt. Im SDAX und Prime Standard gibt es interessante Sachen. Der DAX wird vermutlich doch noch mal für eine gewisse Zeit abtauchen, wenn die zu früh übermütig gewordenen Shorties erst mal aus dem Markt gedrängt sind. Dt.Telekom finde ich auch interessant.

Mit Gold kann ich irgendwie nichts anfangen. Dessen Wert beruht nahezu ausschließlich darauf, daß die Leute daran glauben, daß es einen Wert hat. Eher würde ich an seltene Industriemetalle einen Gedanken verschwenden, habe mich aber bisher nicht eingehend damit befaßt.

123 lemming Juni 9, 2009 um 23:40

“Liquiditative” macht auch Sinn. Aktuell sogar einen besseren… wir liquidieren nämlich alles, weil wir nicht mehr so recht liquide sind. Das führt dann in die Selbstliquidation, aka Insolvenz/Konkurs. Hauptsache flüssig, d.h. zahlungsfähig für den nächsten Tag. Womit sich, nebenbei für die Eingeweihten angemerkt, das Wesen der Wirtschaft nach luhmannschem Verständnis erweist… Man könnte ihn einen Propheten nennen, wenn das nicht auf einem Missverständnis beruhte.

124 froZ Juni 9, 2009 um 23:45

@ Michael

“Als Penner, der nicht wählen geht, kriegt jede Partei anteilig Geld für deine Stimme, das ist der Unterschied…”

Ist nicht richtig, Wahlkampfkostenerstattung gibt es nur für tatsächlich erhaltene Stimmen:

http://www.wahlrecht.de/lexikon/wahlkampfkostenerstattung.html

Insofern macht es keinen Unterschied, ob man bekifft in der Ecke liegt oder seinen Stimmzettel ungültig macht.

(Ich habe es – im Gegensatz zu einigen früheren Wahlen – diesmal auch nicht fertig gebracht, die Linke zu wählen, aber dann doch wie angekündigt eine sympathische Splitterpartei gefunden.)

125 Michael Juni 9, 2009 um 23:54

@froZ
Bei den Wahlen ist mir dann ein Fehler unterlaufen. Entschuldigung an alle Nichtwähler – Penner und bekifften Gestalten. Danke, der Fehler passiert nicht noch einmal. Ich fände notfalls auch irgendeine Sekte, die noch ein paar cent gebrauchen könnte. Gut, das vor den wichtigeren Wahlen zu wissen.

Zum Geld. Irgendwer muß die Zinsen zahlen. Deflation, wie mit einer Goldwährung kann es überhaupt nicht geben. Derzeit M3-Wachstum 5 %, da ist die Inflation bei vielleicht 2 %, aber von Deflation kann überhaupt keine Rede sein. Noch nichts gehört vom Brüning-Rezept, den Beamten das Gehalt 25 % zu kürzen oder sonstwelche Untaten. Alles im grünen Bereich. Aber Telekom war als x-beliebiges Beispiel gemeint. Und Garantie auf Gewinne, erst recht in 14 Tagen, kann es nicht geben. Eine Aktie ist eine Unternehmensbeteiligung. Bei einer Anleihe (für die spricht derzeit aus meiner Sicht nichts, borgt man zu einem vereinbarten Zins Geld) kann man sehr wohl auch schief liegen.

Letztendlich ist die Summe der zu zahlenden Zinsen immer ein Maßstab für den Zentralbankzins. Und da liegt der Fehler. Der ist zu niedrig, deshalb muß mit sogenannter Inflation gerechnet werden, obwohl wirkliche Inflation bei den Ausmaßen von Verschuldung unter heutigen Bedingungen kaum möglich ist. Das, was als Inflation bezeichnet wurde, war nichts anderes als die Steuerorgien.

126 froZ Juni 9, 2009 um 23:59

O.K., wenn man genau sein will und die Obergrenze der Wahlkampfkostenerstattung berücksichtigt, muß man sagen: Nichtwählen und Ungültigmachen haben praktisch keinen Effekt. Wenn man nicht will, daß die großen Parteien an der eigenen Stimme ODER der eigenen Wahlenthaltung etwas verdienen, dann muß man eine Kleinpartei wählen, die auf wenigstens 0,5% der Stimmen kommt. (Am letzten Kriterium bin ich auch gescheitert.)

127 unwissender Juni 10, 2009 um 00:02

Nun, es ist eine Tatsache, daß der von einigen “Propheten” für den Herbst 2008 angekündigte meltdown des Weltfinanzsystems – zum Glück – nicht eingetroffen ist.

Hier sind wir u. a. Peer und Angela zu großem Dank verpflichtet! ;-)

Tatsache ist aber auch, daß wir in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte schon etliche Regierungen, Gesellschaftssysteme und Währungen haben kommen und gehen sehen ….. nur eine monetäre Konstante, welche auf der ganzen Welt akzeptiert wird, gibt es immer noch ….. – richtig – das Gold.

Und da haben beide recht, der Bismodo und der Michael, denn sie halten das edle Metall als Absicherung ihres Portfolios!

Und mal Hand aufs Herz liebe Mitblogger!
Bei der Brisanz der Themen, welche uns hier seit Monaten beschäftigen und den dilettantischen Lösungsversuchen der selbsternannten Eliten unserer westlichen Hemisphäre wäre es leichtsinnig oder sogar fahrlässig, wenn man dieses Asset – als sinnvolle Beimischung wohlbemerkt – nicht sein Eigen nennt!

Und bei aller Begeisterung derzeit für Werte wie Edelmetalle, Immobilien sowie Grund und Boden, die Aktie sollten wir hierbei keinesfalls vergessen – ein Anteil am Grundkapital der AG ist ein verbriefter Sachwert!

Es kommt natürlich auf das Unternehmen an – und ob es da die Deutsche Telekom sein muß, na ja! 8-)

128 HAM Juni 10, 2009 um 01:13

@ froZ #122
„Erfreuliche Zustände waren das auch nicht.“

Sicher nicht. Aber – so meine ich – besser als heute.

Im übrigen bin ich nicht Spezialist für Sozialstaatsthemen.
Ich versuche nur, Informationen einzugeben.

Weil es gerade passt, FroZ, ich finde ich Deine Beiträge sehr gut:

Sachlich und differenziert.

129 froZ Juni 10, 2009 um 01:29

@ HAM

Vielen Dank für das Kompliment, das freut einen doch zu später Stunde.

Gern will ich es zurückgeben: Ich finde Deine Kommentare auch immer sehr lesenswert, wenn wir auch gelegentlich nicht einer Meinung sind.

Aber vom FDP-Wählen im September hoffe ich Dich noch abhalten zu können…

130 HAM Juni 10, 2009 um 01:48

@froZ #129

Es wäre fatal, wenn wir alle einer Meinung wären.

Errare humanum est!

De omnibus dubitandum!

Bezüglich der FDP etc. lass ich mich von Argumenten überzeugen. Ich bin froh, wenn ich meine Meinung ändern kann, Es ist doch langweilig, die immergleiche Position zu vertreten.
Mal sehen, was für Argumente zur BTW kommen, wenn es soweit ist.

Michael hat es schön formuliert:
Das bedeutet, ich will niemandem meine Meinung aufdrängeln, sondern zum Nachdenken anregen.
http://www.weissgarnix.de/?p=2322#comment-27634

Das ist die herrschende Philosophie in diesem Blog und ich hoffe, es bleibt die Philosophie dieses Blogs.

131 Andreas Kreuz Juni 10, 2009 um 05:25

@froZ #122

>>Ich bin ja nun weiß Gott alles andere als ein Fan der Hartz-Gesetzgebung, aber man darf den davor herrschenden Zustand jetzt ja auch nicht als das verlorene Paradies verklären. Da gab es in der Sozialhilfe z. B. den sogenannten Intergenerationenregreß, also wenn z. B. alte Leute hilfebedürftig wurden, konnte das Einkommen ihrer Kinder gepfändet werden. Erfreuliche Zustände waren das auch nicht.<<

Na, so ganz sauber ist die Sache auch nicht:

Sicherung des Lebensunterhalts Unterabschnitt 4 Verpflichtungen anderer

§35 Erbenhaftung
(1) Der Erbe eines Empfängers von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts ist zum Ersatz der Leistungen verpflichtet, soweit diese innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Erbfall erbracht worden sind und 1 700 Euro übersteigen. Die Ersatzpflicht ist auf den Nachlasswert im Zeitpunkt des Erbfalles begrenzt.
(2) Der Ersatzanspruch ist nicht geltend zu machen,
1. soweit der Wert des Nachlasses unter 15 500 Euro liegt, wenn der Erbe der Partner des Leistungsempfängers war oder mit diesem verwandt war und nicht nur vorübergehend bis zum Tode des Leistungsempfängers mit diesem in häuslicher Gemeinschaft gelebt und ihn gepflegt hat,
2. soweit die Inanspruchnahme des Erben nach der Besonderheit des Einzelfalles eine besondere Härte bedeuten würde.
(3) Der Ersatzanspruch erlischt drei Jahre nach dem Tod des Leistungsempfängers. § 34 Abs. 3 Satz 2 gilt sinngemäß.

http://www.sozialhilfe24.de/gesetze/erbenhaftung/anzeigen192.html

132 13 Juni 10, 2009 um 08:38

Hier am frühen Morgen gleich der Lacher des Tages!

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Zahlenfetischismus-Meuterei-in-der-Bundesagentur/524998.html

Es muss Schluss sein mit dem Zahlenfetischismus! Ich bitte Sie dringend, pfeifen Sie Ihre Zahlenknechte zurück

Tja, da fehlt wahrscheinlich externer SACHVERSTAND….ad absurdum..

133 Nanuk Juni 10, 2009 um 08:47

@13

Köstlich lesen die hier mit?

134 13 Juni 10, 2009 um 09:00

nö, die aus der ehemaligen Anstalt sind doch nicht von der Insolvenz bedroht. Deren Geschäftsfeld geht doch immer mehr in die Breite. Außerdem ist das vor allem auch eine politische Institution. (an den Arbeitsloserzahlen wollen wir uns mästen lassen, gelle..)

135 Pascha Juni 10, 2009 um 09:14

Ich weiss nicht, ob die folgende Statistik bekannt ist:

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/LangeReihen/LebensunterhaltKonsum/Content75/lrleb01ga,templateId=renderPrint.psml

Im Prinzip geht daraus hervor, dass der Anteil der Erwerbstätigen seit den 60iger Jahren immer um die 40% gelegen hat. Lediglich auf der Seite der Nicht-Erwerbstätigen ist es zu erheblichen Verschiebungen gekommen (z.B. früher Kinder + Hausfrauen, jetzt Rentner).

Das heisst für mich aber z.B., dass das Thema “Finanzierung der Sozialsysteme” eigentlich eine Scheindiskussion ist, da im Prinzip immer 40% die restlichen 60% ernährt haben.

136 keiner Juni 10, 2009 um 09:22

Hier werden die wahren Schuldigen benannt, für DIE kann man schon mal einen Laternenmast aussuchen:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/95/471633/text/

Aber die dürften sich schon abgesetzt haben.

Es wird immer auf die “Endlichkeit der Resourcen” abgehoben, wenn von einem Ende des Wachstums gesprochen wird. Diese Leute haben den Traum, die eigenen Völker verarmen zu lassen, um gleichzeitig einer kleinen, internationalen Elite weiterhin das Leben auf höchstem Niveau zu ermöglichen.

In den USA haben sie es ja bereits geschafft, Europa ist auf dem Weg und in China und Indien haben sie es (aus der anderen Richtung kommend) auch bereits geschafft. Dieses Geschmeiss muss abserviert werden, wie wäre es mit einem hübschen Arbeitslager in Sibirien?

137 Nanuk Juni 10, 2009 um 09:28
138 Earloffunk Juni 10, 2009 um 09:54

@ unwissender

“Tatsache ist aber auch, daß wir in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte schon etliche Regierungen, Gesellschaftssysteme und Währungen haben kommen und gehen sehen ….. nur eine monetäre Konstante, welche auf der ganzen Welt akzeptiert wird, gibt es immer noch ….. – richtig – das Gold.

Und da haben beide recht, der Bismodo und der Michael, denn sie halten das edle Metall als Absicherung ihres Portfolios!

Und mal Hand aufs Herz liebe Mitblogger!
Bei der Brisanz der Themen, welche uns hier seit Monaten beschäftigen und den dilettantischen Lösungsversuchen der selbsternannten Eliten unserer westlichen Hemisphäre wäre es leichtsinnig oder sogar fahrlässig, wenn man dieses Asset – als sinnvolle Beimischung wohlbemerkt – nicht sein Eigen nennt!”

Wenn Du meinst, die Deutschen haben Rücklagen oder Absicherungen unseres “Geldes” in Form von Gold (die besagten 3.700 Tonnen) – muss ich Dich leider endtäuschen…

“Der Bumdesschatz” des nach wievor “besetzten Feindstaates” (also wir) liegt nicht aus Gründen der kostengünstigen Aufbewarung in Amerika – liegt noch nich mal wie allgemein angenommen in Fort – Knox… sondern liegt im Goldbunker der FED (Rockefeller & Co.)

… Es gibt sogar ein Abkommen, daß:

1. das Gold so lange dort lagert, solange Amerikanische Truppen in Deutschland stationiert sind…

2. Die Kosten für deren Stationierung Deutschland mit diesem Gold bezahlt und

3. Das Gold als Besicherung der “Deutschlandkredite” “verwart”

… angesichts unserer Finanzlage und unserer mehreren Billionen Schulden kannst Du Dir sicher vorstellen – das wir kein Gold besitzen.

Selbst Amerika hat kein Gold mehr, (wurde im Reagen Kabinett festgestellt) zumindest Liegt es nicht in Fort Knox – sondern als “Absicherung der Kreditschulden” unter Manhatten im Bunker der FED…

als ob das noch nicht reicht…

die 500 Mrd Rettungspaket, welches von uns nach Amerika geschickt wurde – die hatte Deutschland sicherlich nicht auf dem Konto liegen…

Dafür wurde ein feiner Kredit aufgenommen… 3 mal darfst Du raten bei wem…

*ratter ratter*… und wer lesen kann kriegt 100 Punkte

139 bismodo Juni 10, 2009 um 09:56

Der Spiegelfechter hat einen netten Artikel über Middelhoff gebracht.

http://www.freitag.de/politik/0924-portrait-middelhoff-kartstadt-arcandor

Solche Leute waren inzwischen jahrzehntelang Stars !

Wenn man Politik auf ganz einfach und ganz, ganz blöd reduzieren will, dann macht man – erstens – BWLer zu Leitfiguren. Zweitens tauchen dann solche hohlen Nüsse auf und mutieren zu Vorzeigefiguren, aka Wirtschafts-wAise und Manager des Jahres à la Middelhoff.

Heraus kommen auf “politischer” Seite dann solche “Ideen” wie Deutschland-AG oder Ich-AG. Stark: kein Fitzelchen Politik mehr drin, nur noch Expansion(sgier), bei den einen in den Büchern, bei den anderen leider real.

Dass DAS wiederum Politik ohne Gänsefüsschen erzeugt und mitten in die heftigsten Konflikte führt, kann man an den “Brennpunkten” dieser Erde bewundern.

In der Zwischenzeit kriegen wir immer noch in jeder Nachrichtensendung, die was auf sich hält, den Wahrsager für gehoben Ansprüche vor die Nase: den täglichen DAX und Geschwafel über ‘schwächelnde’ oder ‘gefestigte’ Eurostände – wobei ein hoher Euro natürlich stets was Gutes ist.
Bruuuhhhaaaahhhaaaaa

140 keiner Juni 10, 2009 um 10:01

…spätestens seit jeden Abend vor der Tagesschau die DAX-Fieberkurve im Ersten präsentiert wird sollte einem klar sein, dass da irgendwas nicht stimmt. Genauso könnte die tägliche Inflationsrate und das Wetter auf den Bahamas präsentiert werden. Da sollen die Menschen ideologisch weichgeklopft werden.

141 Earloffunk Juni 10, 2009 um 10:02

wir werden hier also richtig vorgeführt…

142 13 Juni 10, 2009 um 10:14

btw

Was sind das eigentlich für seltsam reißerische POL…itiker-Überschriften in den letzten Tagen in manchen Onlineartikeln?

“A knöpft sich B vor”

“C liest D die Leviten”

Sind das (von Parteien) bezahlte Darstellungen von angeblichen “Macher”qualitäten? Ätzpede ist doch nicht ZehDu? “WIR” tun was, bleiben sie dran?

Ich lach mich kaputt.

PS. Gehirn folgt der Suggestion willig (?). Wenn ein Mensch in Hypnose aufgefordert wird, sich bestimmte Bilder vorzustellen….

http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Therapien/Hypnose/News/1762.php

143 13 Juni 10, 2009 um 10:17

und bei Middelhoff wundert mich eigentlich nur noch, daß er nicht zu seiner Verabschiedung als “Entrepreneur des Jahres” oder ähnliches geehrt wurde. Es gab da in der Vergangenheit durchaus ähnliche “Fälle”…

144 bismodo Juni 10, 2009 um 10:28

Der Markt wird es richten, nicht wahr

http://www.jjahnke.net/rundbr56.html#bod

145 13 Juni 10, 2009 um 12:30

Nun ist auch das noch einem Redakteur (aus der Schublade?) zufällig vor die Füße gefallen:

Forscher erwarten ab Herbst deutlich mehr Arbeitslose

Nürnberg (dpa) – Die Arbeitsmarktforscher der Bundesagentur für Arbeit erwarten ab Herbst einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. 2010 dürfte sich die Zahl der Arbeitslosen deshalb im Jahresdurchschnitt um knapp 800 000 auf 4,5 Millionen erhöhen. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. Für das laufende Jahr rechnen die Experten dagegen noch mit einem moderaten Anstieg um 430 000 auf 3,7 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt.

Quelle: Die Welt

ZAHLEN….ab Herbst, achja….wie passend…forsch, forscher, forscher gehts nicht

146 Dipfele Juni 10, 2009 um 14:49
147 Reinhard Stompe Juni 12, 2009 um 12:13

Da bereits alles gesagt wurde das ich auch hätte sagen wollen nur noch ein Bemerkung. Nach Alexander Tyler sieht das längerfristige Ergebnis “erfolgreicher” sozialdemokratischer Politik wahrscheinlich so aus :
A democracy cannot exist as a permanent form of government. It can only exist until the voters discover that they can vote themselves money from the public treasure. From that moment on the majority always votes for the candidates promising the most money from the public treasury, with the result that a democracy always collapses over loose fiscal policy followed by a dictatorship.

Nach der Europawahl könnte man ja auf die Idee kommen die Wähler ahnen da ähnliches, haben möglicherweise was dazugelernt und den Sozis ihre Gunst entzogen. Vielleicht schaffen Sie das ja auch noch Herr Luebberding … ;-)

148 Reinhard Stompe Juni 12, 2009 um 12:29

@ keiner

Hab den Artikel nicht gelesen aber unter freiem Geld versteht man nichtstaatliches, privates Geld. Dann würde es auch keine Zentralbank brauchen und kein von Banken erzeugtes Buch- oder Giralgeld geben, das meint er wohl mit Free Banking.
Das wäre mE. eine vielversprechender Ansatz um Blasen jeder Art zu verhindern.

149 Joerg Buschbeck Juni 13, 2009 um 21:33

Natürlich wird es der Markt richten – lasst es uns doch mal mit Marktwirtschaft versuchen – hatten wir noch nie!

Kapitalismus und Sozialismus und diesbezügliche Kombinationen haben sich nun wirklich nicht ausreichend bewährt.

Zumindest dann, wenn die Freunde des alten Keynes demnächst auch noch fertig haben.

Grüße Jörg Buschbeck
http://www.global-change-2009.de

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