Die Gläubiger von GM schauen bekanntlich in die Röhre. Dafür werden sie jetzt hoffnungsvolle Aktionäre bei New GM. Dazu gehört auch die Deutsche Bank. Sie hat Anleihen in Höhe von 4,44 Mrd. $ in ihrem Bestand wie gerade berichtet. Es fand sich wohl keine Landesbank, die von der Zukunftsfähigkeit dieses Investments zu überzeugen war, so könnte eine unsachliche Vermutung lauten. Aber unsachlich wollen wir nicht werden. Vielmehr ist die Deutsche Bank vom New GM Geschäftsmodell überzeugt – und ist mittelbar jetzt auch Aktionär bei Opel. New GM behält schließlich einen Anteil von 35 % an GM Europe. Nun wird die Deutsche Bank sicherlich die Anleihen von GM schon lange abgeschrieben haben. Ganz bestimmt. Das Risikomanagement der Bank gilt bekanntlich als überragend und die Insolvenz von GM ist jetzt nicht wirklich überraschend. Der aktuelle Wert der GM Anteile ist schließlich weniger als 4,44 Mrd. $ wert. Genauer gesagt etwa 444 Mio. $ – optimistisch gerechnet.
Eine aktuelle Berechnung liefert nämlich ein Deutsche Bank Analyst im WSJ. Er ist guter Hoffnung. Wie soll das auch anders sein?
“Although we still believe that the company faces significant disruption over the next few months (i.e. from the elimination of 42% of its dealers, 29% of its models, and half of its brands), we’ve noted that the company that emerges from bankruptcy appears to be getting set up to generate earnings and cash flow at relatively low industry volumes. GM’s ability to retain a 35% interest in its European operations (Magna will take 20%, Sberbank 35%, and Opel workers 10%) is also a positive. We still believe that stock in the “old GM” will be worth zero, but we’ve noted that the market is currently valuing GM’s “New Co” equity higher than Ford’s (GM bonds are trading at $0.08 and $0.10, which implies that GM’s $27 bn of unsecured bonds are worth between $2.1 and $2.7 bn; these would convert into a 10% stake in GM Newco, which would imply a $21-$27 bn market cap for the Newco).
Damit ist die Deutsche Bank heute mit etwa 3 % an dem neuen Staatsunternehmen in den USA beteiligt – wenn sie von den angesprochenen 27 Mrd. $ die 4,4 Mrd. $ im eigenen Bestand hat.
Herzlichen Glückwunsch! Nur warum ist das eigentlich in unseren Medien kein Thema? Wo doch nun die Deutsche Bank ganz unverhofft bei Opel mit im Boot sitzt, sollte die Zukunft des Rüsselheimer Traditionsunternehmens gesichert sein.
Es hat ihnen wahrscheinlich die Sprache verschlagen.




















{ 2 trackbacks }
{ 17 comments… read them below or add one }
Wow, Lübberding hat offenbar nichts zu tun heute…
Na, da kann ich den Strategen der dt. Bank für diesen überraschenden und überzeugenden Coup gratulieren.
New GM wird natürlich in absehbarer Zeit wieder zur Cash Cow und mit den internationalen OEMs konkurrieren können – das Management des Konzerns, so wie die Eliten in der Bürokratie, haben sich in den vergangenen Jahren durch eine hervorragende Industripolitik ausgezeichnet. Die USA sind – und das seit Jahren – auf dem Aufsteigenden Ast im produzierenden Gewerbe.
Weissgarnix
Doch, das schon, aber manchmal ist man so überrascht, dass man alles liegen lässt … .
Zitat aus dem Bloomberg-Artikel: “Deutsche Bank AG, representing bondholders owed $4.44 billion”
Ich würde davon ausgehen, daß der größte Teil nicht der Deutschen Bank selbst gehört, sondern Investoren, die sich von der Bank nur repräsentieren lassen. Sonst hätten die nicht ausdrücklich “representing bondholders” getextet.
@Lübberding
Aber im Ernst, es scheint eher so zu sein, daß eine Reihe Depotbesitzer bei der Deutschen die Anleihen, für die sie nun hoffnungsfrohe penny – stocks bekommen, manch mal klappt es ja tatsächlich, besitzen. Selber Schuld.
Die Deutsche hat kein Problem, nie gehabt. Sie drückt ihren Fondsmanagern das Zeug ins Depot und wechselt die aus, wenn sie sich wagen, damit eine schlechte “Performance” einzufahren. Diese gerechte Welt aber auch …
Michael
Kann sein, kann aber auch nicht sein. Denn wer denn nun die bondholder sind, die die Deutsche Bank repräsentiert, lässt sich eben nicht feststellen.
Sind die 3% Anteil richtig gerechnet?
Wenn aus den 27 Mrd. unsecured bonds 10% an der neuen GM werden und die DeuBa 4,4 Mrd. von diesen Bonds hat, liegt nach meiner Rechnung der Anteil der DeuBa an New GM bei
(4,4/27)*0,1–> 1,6%.
Außerdem würde ich die Einschränkung von Thomas als durchaus plausibel einstufen.
Und was die Abwertungen angeht: Da würde ich mal davon ausgehen, dass da nichts (wesentliches) droht. Die Bonds sind ja börsennotiert und liquide und dann kommt man auch bei kreativer Buchführung kaum darum, die Teile mit dem sinkenden Kurs zu verbuchen. Und das müsste zum überwiegenden Teil bereits passiert sein. Auch wenn ich mich gerad erschrocken habe, als ich den Kurs eines Bonds nachgeschaut habe. Die Teile kosteten vor einem Jahr noch 80 und heute 2 …
http://anleihen.finanztreff.de/anleihen_einzelkurs_uebersicht,b,1,l,276,s,894450,zeit,10000.html
Die DB hat noch einige Leichen im Keller, ich weiss dies von einem Kollegen der dort in der Buchhaltung Bonus kassiert.
@Michael
http://www.mmnews.de/index.php/200902062180/MM-News/DWS-Rentenfonds-missmanagement.html
Jaja, der Ackermann, der stürzt sich wie ein Pinguin von einer Krise in die nächste und taucht am Ende immer wieder auf mit den angeblich obligaten 25 % Rendite im Schnabel …
Egghat
Das mit den drei Prozent war eine Art 5 Sekunden Überschlagsrechnung …. . 1, 6 % sind auch in Ordnung. Und dass die entsprechend von der Deuba bewertet werden, davon gehe ich nun auch aus. Ich fand es halt nur erstaunlich, dass hier an prominenter Stelle die Deutsche Bank genannt wird.
Unwissender
Die Querelen um den DWS habe ich auch mitbekommen. Ein interessanter Hinweis.
Thomas Meier
Ja, mit den Leichen im Keller ist das so eine Sache. Auch Cary Grant fand im Keller seiner Tanten Leichen – und den Panamakanal …. .
Ach so.
Übrigens gehört dem deutschen Staat über Post –> Postbank –> Deutsche Bank –> GM jetzt auch ein Teil an GM
Aha…
“Du bist OPEL”
Klingt auch irgendwie besser…
egghat
Ja, alles hängt mit allem zusammen … . Kein Wunder, dass die Politik den Überblick verliert … .
Passt zu dieser Debatte. Hier geht es um die Position von J.P. Morgan bei Chrysler, GM und einigen Zulieferern.
http://www.thestreet.com/story/10507855/1/jpmorgans-exposure-to-gm-what-you-dont-know.html
@ alle
Bzgl. der dt. Bank – hat diese nicht einfach – wie eben so üblich – ihren Müll an ihre Fonds ausgelagert? Wie lange geht das noch gut? Wie lange akzeptieren die Kunden, dass Aktiv gemanagte Fonds – vor allem von großen Instituten – meist nicht den Markt schlagen oder den Vergleichsindex?
Bzgl. JP und der US – Autoindustrie – kommt da nicht eine gealtige Lawine auf die Jungs zu, sollten die wirtschaftliche Schieflage der Konzerne noch längere Zeit andauern? Das ist doch eine Zeitbombe, die früher oder später hochgehen muss.
“Das ist doch eine Zeitbombe, die früher oder später hochgehen muss.”
Ich verstehe die Aufregung garnicht JP Deutsche Bank und wie sie alle heissen sind keine Unternehmen mehr das sind Staatskonzerne hab ihr das immer noch nicht Begriffen…
VEB für den geneigten “Ordnungspolitiker” die werden an den Börsen auch genau so behandelt…
Da kann der Guttenberg tausend mal den Kirchhof geben oder den Merz es sind Staatskonzerne.Wir sind schon längst da wo WGNX hin will der Kapitalismuss ist Tod lang lebe der Kapitalismuss… Nur das ihr das alles bezahlen sollt und die Gewinne an die Eliten fliessen real existierender Sozialismuss war mal der Name dafür und oben drauf gibt es einen Faschistoiden Überwachungs Staat fertig ist DDR 2.0…
und wer glaubt es gäbe noch irgendwelche hemmungen rechts aussen zu fischen der möge mal die FAZ von heute lesen wie oft das Wort Zigeuner vorkommt so oft das einem übel wird…
“Im politischen, administrativen, justiziellen und medialen Sprachgebrauch ist er inzwischen außer Gebrauch gekommen. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch tritt er z. T. nach wie vor auf, wird aber regelmäßig mit dem Hinweis versehen, als Quellenbegriff, also zitierend, eingesetzt zu werden. Insgesamt wird er im elaborierten Sprachgebrauch heute meist entweder vermieden oder seine Verwendung mit ausdrücklichen legitimierenden Erklärungen verbunden.”
und das zu recht es gibt Zigeuner nämlich nicht sondern nur Sinti und Roma als Bezeichnung für einen Volksstamm… da hat sich das Kampfblatt des Bildungsbürgertums aber heute mal kräftigs besudelt…