Mal eine kurze Zwischenbilanz zur Lage

von weissgarnix am 24. März 2009

Wenn es noch eines letzten Hinweises bedurft hätte, um mich in der Erwartung eines Stagflations-Szenarios zu bestärken, von welchem ich eigentlich schon die ganze Zeit ausgehe, aber insbesondere seit der Veröffentlichung des Paulson-Plans zur Rettung von Fannie und Freddie im Sommer letzten Jahres (siehe “Ein schicksalshaftes Wochenende“), US Finanzminister Geithner hätte ihn mit seinem gestern vorgestellten Plan zur Entlastung der Bankbilanzen geliefert. Meine Überzeugung also weiterhin (wie gehabt): die nächsten Jahre werden real stagnieren/rezessieren, bei signifikant steigenden Inflationsraten.

Dabei liefert der Geithner-Plan selbst keine entscheidenden Hinweise technischer Natur: wie die meisten Maßnahmen der letzten Zeit fällt er auch nur unter die Rubrik “finanzielle Vergangenheitsbewältigung”, indem er bestehende Kredite aus dem Feuer holt; spannend sind aber einzig und allein die Neukredite, das sollte für Stammleser dieses Blogs keine großartige Neuigkeit sein.

Das spannende am Geithner-Plan ist aber einmal mehr, mit welcher Vehemenz die Regierungen gegen die Krise vorzugehen bereit sind: und da muß ich sagen, haben sich meine Erwartungen bereits mehr als erfüllt. Und nicht nur in Amerika: der IMF steht mittlerweile Gewehr bei Fuß, wie ich es in “Müllhalde goes global” prognostiziert habe, und die Frage lautet eigentlich nur noch: “Wie?” statt: “Ob?”. Auch die europäischen Regierungen werden letztlich kooperieren, das ist für mich so sicher wie das Amen in der Kirche, gänzlich unabhängig davon, ob sie meine FAZ-Kolumnen lesen. Sollte es nötig sein, wird auch die gemeinsame Euroanleihe kommen, in welchem Gewand auch immer, denn eines ist doch wohl völlig klar: in dem Ausmaß, in dem die Amerikaner in Vorleistung gehen, können die europäischen Regierungen gar nicht zurückhalten: den europäischen Regierungschef möchte ich sehen, der den Zusammenhalt Europas und den Euro riskiert mit dem Argument “Geht nicht anders”, wenn gleichzeitig die US Regierung daran geht, das Unmögliche möglich zu machen. Und in diesem Kontext: Wer sagte da was von wegen die Chinesen werden keine US Treasuries mehr kaufen? – Pustekuchen! Werden sie sehr wohl, mit Freuden sogar, aus Gründen, die man hier nachlesen kann; und aus diesem Grund wird vermutlich der Dollar auch nicht abstürzen, sondern weiterhin zwischen 1,20 und 1,40 pendeln.

So sehe ich das. Im Grunde nichts Neues, aber wie gesagt: die Hinweise verdichten sich, dass es so kommen wird. Übrigens auch, was die Verbraucherpreisentwicklung betrifft: ich weiss nicht, wieviele Beiträge ich dazu eigentlich geschrieben habe (zB hier oder hier),  im Herdentrieb, hier in diesem Blog und sonstwo: aus einer Reihe von Gründen halte ich die Deflationsängste für maßlos übertrieben; auf Mancur Olson habe ich in diesem Punkt x-mal hingewiesen, und auf die starke Vermutung, dass angesichts der heutigen Anbieterstruktur, mit der Vielzahl an Unternehmen, die effektive Marktmacht besitzen, weniger Preis- denn Beschäftigungsanpassungen zu erwarten wären. Zumal die  Konsumnachfrage, aufgrund der zumindest bei uns recht passabel ausgebauten sozialen Sicherungssyteme, nicht ins Bodenlose fallen wird.

Weil die Deflation im Großen und Ganzen ausbleiben wird, ist es für mich auch ausgemacht, dass der reale Konjunkturverlauf der nächsten Jahre äußerst mau sein wird. Warum? – Eben genau deshalb: weil die Güterpreise nicht sinken konnten, tief genug, um eine lukrative Ausdehnung der wirtschaftlichen Betätigung zu ermöglichen. Und das vor dem Hintergrund stark gefallener Vermögenspreise, was bedeutet: es ist wirtschaftlich vernünftiger, Bestehendes im Markt zu kaufen, denn in die Neuherstellung zu investieren; die Investitionsausgaben der nächsten paar Jahre sollten daher auf extrem niedrigen Niveau verlaufen, und nach meinem Keynes/Kalecki/Minsky-Modell bedeutet das bekanntlich: kein Wirtschaftswunderland in Sicht! – Wem dieses Modell nicht gefällt, der kann eine annähernd gleichlautende Aussage übrigens auch bei Ludwig von Mises nachlesen, in dem Punkt sind die Unterschiede nun wirklich nicht so riesig…

Der Staat wird daher mittels Neuverschuldung vieles von dem wettmachen müssen, was aus der Privatwirtschaft nicht kommt. Insbesondere in Deutschland, wo uns unsere Exportabhängigkeit besonders stark auf die Füße fallen wird: Frau Merkel und Herr Steinbrück (oder wer auch immer die nächste Regierung stellen wird) mögen sich aktuell noch zieren, aber die Haushaltsdefizite und mit ihnen die Staatsverschuldung werden in den nächsten Jahren massiv steigen, was ebenfalls zum inflationären Push beitragen wird.

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1 Goldenes Kalb März 24, 2009 um 10:18

Das sind doch eigentlich erfreuliche Entwicklungen, wenn nicht ständig neu produziert wird, sondern bestehende Produkte und Infrastruktur weiter genutzt und erhalten werden.

Wenn die Abhängigkeit der Existenz vom Einkommen als Arbeitnehmer getrennt bzw. gelockert wird, dann wird das die beste Rezession aller Zeiten.

PS: Nicht für alle, sondern nur für jene, die nicht ständig auf die Zahlen auf ihrem Konto starren und insgeheim Weltherrschaftspläne schmieden. Manche Träume müssen eben zerplatzen.

2 keiner März 24, 2009 um 11:30

Die Preise für alles und jedes, incl. Häuser fallen und fallen. Ich biete meine Dienstleistung mittlerweile zu Wunschpreisen an (der Kund bestimmt, was er bezahlt), aber auch das löst nicht gerade einen run aus. Was ist das anderes als Deflation?

Den Quatsch mit den Sozialsystemen in Deutschland kann ich nicht mehr hören, wenn ein “Selbstständiger” keine Aufträge hat, taucht der bis er seine Schuhsohlen aufgegessen hat in keiner Statistik auf, trotzdem ist der Konsum gleich NULL. Und es gibt jede Menge solche Selbstständige in Deutschland.

Goldenes Kalb:
“Wenn die Abhängigkeit der Existenz vom Einkommen als Arbeitnehmer getrennt bzw. gelockert wird, dann wird das die beste Rezession aller Zeiten.”

Sagen Sie mir, wie das geht, und ich bin sofort dabei. Wie zahle ich Schulgeld, Krankenkassenbeitrag, hin und wieder eine Tankfüllung (von einem neuen Auto ganz zu schweigen) und ein paar Geschenke für die Kinder zu Ostern/Weihnachten/Geburtstag OHNE Einkommen?

Die Altersvorsorge lassen wir mal aussen vor, wenn es keine gescheite medizinische Versorgung mehr gibt, wird sich das auch mit der Lebenserwartung in die gesellschaftlich erwünschte Richtung entwickeln.

Wie also entkoppelt man Leben und Einkommen? Kann ich meiner Krankenkasse Arbeitsdienst anbieten?

3 hacedeca März 24, 2009 um 11:31

Nun ja, die Chinesen haben gesagt, daß sie weiterhin treasuries kaufen wollen – aber nicht, wieviele!

Sind vielleicht doch keine Drachen, die Chinesen, sondern Füchse… Denn was sich herausstellen wird, ist dieses: Die Amerikaner werden weniger chinesische und auch japanische Produkte nachfragen. Das war aber der Deal: China produziert und baut sich so eine Wirtschaft auf, die Amerikaner kaufen und bezahlen mit fragwürdigen Dollars. Nur das mit dem Kaufen klappt jetzt nicht mehr so!

Ansonsten ist es natürlich schon beeindruckend, wie Obama in den nächsten Jahren die amerikanische Staatsverschuldung mehr als verdoppeln will. Nur wer will das finanzieren?

4 Nixda März 24, 2009 um 11:33

Ach quatsch!

Bei uns in Deutschland ist doch demnächst bei Neuverschuldung des Staates verboten. Also wird sich ganz sicher auch nicht kommen.

Die Renten sind sicher! (Zumindest die umlagenfinanzierten. Die angesparten… Ich weiß nicht…)

5 nullblicker März 24, 2009 um 11:41

Wenn ich es naiverweise richtig verstehe wird sich eine Inflation sowieso nur dann entwickeln können, wenn das schöne frisch produzierte Geld in irgendeiner Weise zum Konsumenten durchtröpfeln sollte.
Bislang sehe ich da aber (Abwrack – äh – Umweltprämie mal ausgenommen) keine Tendenzen dazu.
Darüber hinaus habe ich mitnichten den Eindruck dass es sich bei den Krediten, “die aus dem Feuer geholt” werden sollen um Konsumentenkredite oder Finanzierungen von Kleinimmobilienbesitzern handeln wird. Im Gegenteil, die lässt man über die Klinge springen und besichert dann lieber die ausfallenden Forderungen der Banken.
Auch kein Inflationspotential hier, hmm.

Zusätzlich besteht eher die Gefahr, das in naher Zukunft massiv kleine und mittelständische Unternehmen pleite gehen werden oder zumindest nicht mehr investieren, da sie von den frisch geretteten Banken eben keine frischen, billigen Kredite bekommen.
Und zwischen den Konsumverhalten zwischen Gut-bis-schlecht bezahltem Vollzeitjob und Arbeitslosengeld/Hartz IV sollte schon ein gewisser Unterschied bestehen.

Alles in allem – die Rettungsaktionen spielen sich in der Phantasiesphäre ab, die reale Wirtschaft (bis auf die “Systemrelevanten”) leidet – mit ihr die abhängig Beschäftigten. Wenig In-, viel De-, nix Stagflation.

6 Handwerker März 24, 2009 um 12:05

@keiner
Mir geht es genauso.
Es ist fast nicht möglich an Geld zu kommen,
verrückte Zeiten.
Es bleibt spannend !

7 Goldenes Kalb März 24, 2009 um 12:30

@keiner

Der Kreiselauf von Geld durch Arbeit und Geld durch Geld muss teilweise durchbrochen werden und um Geld durch Existenz ergänzt werden. Das muss nicht einmal komplett geschehen, ich glaube sogar dass es komplett gar nicht funktionieren würde. Jedoch wenn es gar nicht geschieht, funktioniert es eben auch nicht.

In diesem Sinne würde ein europaweites Bürgergeld, das von der Zentralbank ohne entsprechenden Kredit ausgegeben wird und direkt den Bürgern zukommt, einen enormen Effekt zeigen.

Das geht natürlich direkt gegen die Idee der Geldschöpfung allein aus Kredit und muss ausbalanciert werden. Ein Grundeinkommen, das zum Leben reicht wird damit sicher (noch) nicht machbar sein und diese Illusion sollte gleich von Anfang an zerstört werden, denn sie kann ein paar Jahre erhalten werden bis die hyper-inflationäre Spirale das gesamte Wirtschaftssystem in den Abgrund reisst. Es muss also eher wie das Salz in der Suppe angewandt werden, um eine gesunde und einigermassen stabile Inflationsrate zu erzeugen.

Das schwierigste wird dabei natürlich sein, die Politiker im Zaum zu halten. Die Idee mit einer seperaten Instanz für die Geldpolitik, wie es mit der Bundesbank der Fall war ist an sich gar nicht so schlecht, wenn das zugrundeliegende Geldsystem stabil arbeitet und nicht zwangsläufig ein Fiasko produziert. Da die Welt inzwischen grösstenteils entwickelt ist und die Ressourcen erschlossen sind, brauchen wir auch kein auf rein auf Expansion optimiertes System mehr. Ob “das Grosskapital” als Gesamtheit diese Wendung erkennt, entscheidet darüber, wie gross das Blutvergiessen beim nächsten herbeigeführten Crash wird.

8 Exit März 24, 2009 um 12:57

China schlägt neue weltweite Leitwährung vor

Dienstag 24 Mrz 2009 – 9:28

China hat eine neue Leitwährung für die Welt vorgeschlagen. Diese solle an die Stelle des US-Dollar treten, erklärte der chinesische Zentralbankchef Zhou Xiaochuan.

Wohl nicht ganz ohne Grund.

9 Bernhard aus Frankfurt März 24, 2009 um 13:41

@keiner, #2: Genau, die Selbständige gehen in H-IV und veräußern ihr Hab und Gut: Das sind dann keine Inflationsimpulse, sondern Deflationsschübe wie einst bei der großen Depression.

Kurzarbeit tut dann das übrige. Wenn nicht alle Unternehmen die 18 Monate durchstehen, dann trägt das zur wirtschaftlichen Depression bei.

Mit der Massenkaufkraft geht es abwärts und mit den Vermögensangeboten aufwärts. Wo ist da eine Inflationsgefahr?

Wenn der Staat mehr und mehr Anleihen herausgibt, dann reißt irgendwann die Leine und einige Investoren sagen: “Wir kaufen keine Schrottanleihen mehr… Die Lage wird zusehends labiler.

WgnX ist eben ein großartiger Mensch und zuweilen (zuweilen sollte unterstrichen sein, geht hier nicht) ein noch großartigerer Optimist (vgl. vergangene Dollar-Betrachtung *grins* – war teuer, gelle!). Das muß man beim Lesen seiner Texte wissen.

So jetzt aber genug gesenft, iduck und wech.

Gruß
Bernhard

10 keiner März 24, 2009 um 14:11

…also hau ich morgen die Anlage auf den Kopp, Verluste hin oder her… lieber jetzt noch etwas Kohle für den Schrott als in 2 Monaten Totalverlust.

Es ist zum verrückt werden. Regale kaufen. Lebensmittel rein. Holz und Ofen sind schon geordert…

11 wanne März 24, 2009 um 14:28

zu china,

China’s central bank on Monday proposed replacing the US dollar as the international reserve currency with a new global system controlled by the International Monetary Fund.

wenn die vom dollar los wollen werden se früher oder später auch keine mehr kaufen.
das da aber der IMF erwähnt wird kann ansich auch nix gutes bedeuten.

12 Langarbeiter März 24, 2009 um 14:42

Inflation: Wird sich über die Flucht in Sachwerte, Rohstoffe im täglichen Leben niederschlagen. Da braucht es keine Lohnsteigerungen. Die Geldbestände der Welt warten darauf fluten zu dürfen. China ahoi…

Wo bitte ist denn das Stag? Nichts stagniert, alles crasht nach unten.

Wir werden eine Crashflation erleben: Die Produktion liegt nach einem evlt. kurzen Crack-Up-Boom am Boden und alles Notwendige wird schön teuer!

13 weissgarnix März 24, 2009 um 14:56

@Bernhard aus FFM

>(vgl. vergangene Dollar-Betrachtung *grins* – war teuer, gelle!)

Verstehe nicht recht, was du meinst. Gerade meine Dollarprognose ist doch eingetroffen, Gold spiegelbildlich ditto. Als ich letztes Jahr im Oktober oder so schrieb, der Dollar würde auf rund 1,20 zum Euro, da haben die meisten gelacht, wenn ich mich recht entsinne.

Aber OK: ich schreib’s hier wie ich es sehe, soll jeder damit machen, was er für richtig hält.

14 Nanuk März 24, 2009 um 14:57
15 egghat März 24, 2009 um 14:58

Ich sehe die Inflation weiterhin nicht. Zumindest ähnlich wie Roubini vielleicht gaanz leicht schimmernd am Ende des Tunnels. Aber einstellen braucht sich darauf heute IMHO noch niemand. Zu beobachten ist die Entwicklung aber auf jeden Fall …

16 weissgarnix März 24, 2009 um 14:58

@Langarbeiter

Ja, natürlich geht es noch eine Weile nach unten. Aber nicht für immer und ewig. Was ich oben beschrieben habe, war die Langfritsperspektive, sprich die nächsten 5-10 Jahre.

Den deflationären Super-Game-Over-Crash sehe ich halt einfach nicht, tut mir leid.

17 staph.aureus März 24, 2009 um 15:04

aus der Chronik “Die Bayerische Staatsbank von 1780 bis 1955″
S.314f

(Die Konferenz von Lausanne) …ebnete der Rückkehr des Vertrauens in eine günstigere wirtschaftliche Entwicklung den Weg… Der Produktionsrückgang hörte auf, wichtige Verbrauchsgüterindustrien steigerten sogar ihre Erzeugung; die Insolvenzziffern gingen zurück; als sichtbares Zeichen der Zuversicht entspannte sich die Lage an den Börsen. Das Institut für Konjunkturforschung stellte im September 1932 <> fest. Wenn auch die Arbeitslosigkeit noch nirgends in bedeutenderem Umfang vermindert werden konnte, so sprach doch alles dafür, daß das schlimmste überwunden war und der wirtschaftliche Gesundungsprozeß eingesetzt hatte.

Schon aber war wegen der verheerenden politischen und wirtschaftlichen Folge der Krise das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte der Wirtschaft immer mehr geschwunden. Man glaubte nicht mehr abwarten zu können, bis sich die Wirtschaft von selbst erholt hatte, und verlangte zur Beschleunigung des Aufschwunges sofortige Massnahmen des Staates im wirtschaftlichen und sozialen Bereich. In fast allen Ländern griffen denn auch die Regierungen in den weiteren Verlauf der Depression ein.”

Die damaligen Resultate sind bekannt: zunehmende Staatseingriffe weltweit, “Neue Plan”-wirtschaft, Protektionismus.
Der Chronist schreibt weiter: “Das Zeitalter der freien Weltwirtschaft schien endgültig vorüber zu sein”.

Abwarten, ob die Politik heutzutage nach dem Löschen des Grossbrandes bestehender Kredite nun die Gelassenheit hat, auf das Anwachsen neuer Kredite zu warten.

18 staph.aureus März 24, 2009 um 15:06

Korrektur:
“Das Institut für Konjunkturforschung stellte im September 1932 die ersten Anzeichen einer konjunkturellen Besserung fest.”

19 Daniel März 24, 2009 um 15:11

Woher soll denn Inflation kommen?

Wir erleben gerade eine (die größte?) Asset-Deflation, die ihresgleichen sucht. Häuser, Aktien oder auch Rohstoffe werden deutlich günstiger.

Warum sollte nun Inflation entstehen?

Das Argument

“angesichts der heutigen Anbieterstruktur, mit der Vielzahl an Unternehmen, die effektive Marktmacht besitzen, weniger Preis- denn Beschäftigungsanpassungen zu erwarten wären”

würde nur dann greifen:

1.) Es gibt keine Regulierungen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: alle größeren natürlichen Monopole (Strom, Gas, Wasser, Telekommunikation, Bahn, Gesundheitswesen) werden stark reguliert. In diesen Sektoren werden die Preise mit Sicherheit nicht ansteigen.
2.) Es existieren Kundenbindungen, damit tatsächlich höhere Preise durchgesetzt werden können. Dies ist aber nur in sehr wenigen Branchen der Fall. Selbst in einem Markt mit enorm hohen Eintrittsbarrieren (Flugzeugbau) reichen zwei Anbieter aus, um ohne Kundenbindung einen enormen Preiskampf auszufechten.
3.) 1/3 der gesamten Industrie muss sich im Konkurrenzkampf weltweit behaupten, 1/3 immerhin noch europa-/bzw. landesweit und 1/3 regional. Oder mit anderen Worten: Der Wettbewerbsdruck ist generell sehr hoch.
4.) Das Argument trifft nur auf staatlich nicht regulierte quasi Monopole zu. Davon gibt es weltweit gesehen nur sehr wenige Firmen: Coca Cola, McDonalds oder Lindt.

Das Argument

“Zumal die Konsumnachfrage, aufgrund der zumindest bei uns recht passabel ausgebauten sozialen Sicherungssyteme, nicht ins Bodenlose fallen wird.”

zieht meiner Meinung nach auch nicht. Der Rückgang der Investitionen der Unternehmen, des Exportüberschusses und der privaten Nachfrage wird deutlich größer sein als die Konsumausweitung des Staats.

Die Kreditsumme der Unternehmen und privaten Haushalte wird deutlich stärker zurückgehen als die Kreditsumme des Staats zunehmen wird.

Weissgarnix geht also davon aus, dass der Preis nicht mehr durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird sondern eine geringere Nachfrage führt nun zu höheren Preisen.

Scheinbar leben wir demnächst in einer Welt, wo niemand mehr sein Haus verkaufen kann (weil keine Nachfrage mehr da ist), aber der Verkäufer trotzdem mehr Geld verlangt.

Noch mal ein betriebswirtschaftliches Argument, warum die Preise sinken werden: Die Unternehmen müssen ihre Kosten decken. Beim Kampf ums Überleben ist jeder Güterpreis, der über den variablen Kosten liegt, akzeptabel, da er einen Teil der Fixkosten trägt. Es wird einige Unternehmen geben, die jahrelang mit Kampfpreisen an den Markt gehen werden (d.h. sie werden Verluste machen), um einen Teil ihrer Fixkosten zu tragen. Eine Preiserhöhung wäre nur möglich, wenn sie ein Monopolist wären (unwahrscheinlich), ein Kartell bilden (unwahrscheinlich) oder eine starke Kundenbindung existiert (unwahrscheinlich).

20 Marcus März 24, 2009 um 15:18

Ludwig von Mises?! Das ich DAS noch erleben darf! :o )

21 weissgarnix März 24, 2009 um 16:58

@Marcus

Ja, ich bin eigentlich ein großer Fan von Mises. Hätte der Gutste nur erkannt, dass man ein simples Reproduktionssystem, und sei es auch ein derart ausgefeiltes wie die “Marktwirtschaft”, nicht über das Wohl und Wehe der Gesellschaft und einzelner Teile darin stellen darf – wir wären die dicksten Freunde geworden…

22 weissgarnix März 24, 2009 um 17:00

@Daniel

Wir müssen halt einfach abwarten. Glaskugel habe ich zwar auch keine, aber die Entwicklungen der letzten paar Monate bestärken mich halt in meinen Ansichten. Falls ich damit falsch liegen sollte, werden es die Leser dieses Blogs als allererstes erfahren, und zwar von mir selbst.

23 EuroOptimist März 24, 2009 um 17:48

Es sind noch nicht alle überzeugt, dass es mit den staatlichen Ausgabenprogrammen immer so weitergeht:
http://business.timesonline.co.uk/tol/business/economics/article5966450.ece

24 Stephan März 24, 2009 um 18:23
25 lemming März 24, 2009 um 19:30

@wgnx
Hätte der Gutste nur erkannt, dass man ein simples Reproduktionssystem (…) nicht über das Wohl und Wehe der Gesellschaft und einzelner Teile darin stellen darf – wir wären die dicksten Freunde geworden…
Ohne dieses “Primat” wären seine schönen Lehren doch komplett sinn- und grundlos! Für ihn kommt es auf die “Ratio” an, in bester aufklärerischer Tradition, scheinbar. Konkret aber auf die Rationalität von “Markt-Teilnehmern”, von Wettbewerb. Und mit dieser Rationalität ist es nun gar nicht weit her, sind halt Menschen, Gruppen, Sozietäten.
Mises ist also auch nur einer von denen, die die Identität von Wirklichem und Vernünftigem einfach keck voraussetzen.
Er erklärt nicht die Wirtschaft aus der Gesellschaft, sondern umgekehrt. Das sind keine Details, das sind Grundsätze. Inzwischen gescheiterte.

26 Langarbeiter März 24, 2009 um 21:40

Kurze Definition von Inflation, wie weiter verwendet, um den verwendeten Begriff gegenüber anderen Definitionen abgrenzen zu können: Relative Ausweitung der Geldmenge gegenüber der verfügbaren Warenmenge.

Aus dieser Definition zu ersehen: Es kann an 2 Schrauben gedreht werden.

Schraube 1: Zuviel Geld ist längst in der Welt und noch lange nicht durch deflationäre Erscheinungen hinwegbankrottiert worden. Das meiste “Geld” steckt denn auch im Zombiefinanzsystem, dem nicht produzierenden Sektor, der nicht verrecken gelassen wird…
Der Außenwert einer Währung ist ein weiterer Aspekt, s. Island, bald England.

Schraube 2: Der produzierende Sektor hingegen wird gerade dahingerafft, quer durch alle Branchen. => In naher Zukunft: Angebotsverknappung extrem.

Getoppt werden wird das Ganze durch die nicht vorhandene Möglichkeit den Lebensunterhalt zu erhöhen bzw. weiterhin zu bestreiten wegen Arbeitslosigkeit. Die Massen an bereits vorhandenen auf Sozialtransfers angewiesenen stellen noch ein ganz anderes Problem dar. => Spätestens wenn es hier brennt, gibt es entweder einen Aufstand oder die Druckerpresse wird noch einmal richtig angeworfen. Für relative autarke Länder nicht ganz so schlimm wie für importlastige in Dingen des täglichen Lebens (also keine Porsches oder tolle Maschinen mit denen dann Chinatand hergstellt werden kann, sondern Nahrung, Energie, Unterkunft).

PS: Ja, Unterkunft muss nicht importiert werden, richtig. Was aber wenn die Unterkünfte netten ausländischen Finanzinvestoren gehören (wie definitiv eine Menge kommunaler, lebenswichtiger Infrastruktur)?

27 Jens Tramann März 24, 2009 um 22:37

Ob der “Geithner-Plan” wirklich so toll ist und das “Wiederanlaufen” der “Kreditmaschine” in der US-amerikanischen Kreditwirtschaft bewirken wird, ist längst nicht ausgemacht. Da gibt es durchaus namhafte Wirtschaftswissenschaftler (u. a. Paul Krugman), die den “Geithner-Plan” in dieser Hinsicht für völlig verfehlt halten.

Was dieser Plan, so er denn wirklich Realität werden sollte, in jedem Falle bewirken wird, ist, dass die Verschuldung der US-Banken zurückgehen würde. Dies allerdings zu Lasten der US-SteuerzahlerInnen und des ausufernden US-Staatsdefizits.

Kurzum: An der Überschuldung der US-amerikanischen Wirtschaft (Banken + Staat + Verbraucher) ändert sich hierduch gar nichts. Und diese ist doch die eigentliche Ursache dieser Wirtschaftskrise, auch wenn das einige “Unverbesserliche” immer noch nicht wahrhaben wollen. Und diese Verschuldung muss zur Überwindung der Krise abgebaut werden, und sei es auf Kosten ein hohen Inflation, zumindest auf lange Sicht.

Kurzfristig denke ich jedoch nicht, dass dieser “Geithner-Plan” die Wahrscheinlichkeit eines “Stagflations-Szenarios” begünstigt. Ich glaube nämlich einfach nicht an das “Wiederanlaufen” der Kreditwirtschaft, da dagegen sehr entscheidende Gesichtspunkte sprechen. Erstens werden die US-Banken in diesem wirtschaftlichen Umfeld mit Sicherheit keine leichtfertigen Kredite mehr vergeben (es sei denn, sie würden dazu administrativ gezwungen!). Und zweitens sind die US-Verbraucher bereits so “über Hals und Kopf” verschuldet, dass diese auch keine Kredite mehr nachfragen werden (wenn sie überhaupt welche bekommen).

Kurzfristig erachte ich daher weiter ein Deflations-/Depressions-Szenario, zumindest für die USA und sonstige “consumer-driven-economies” wie z. B. Großbritannien, für die deutlich wahrscheinlichere Variante. Was mittel- und langfristig passiert, bleibt hingegen abzuwarten.

28 Rudolf März 25, 2009 um 00:05

In turbulenten Zeiten sind Vorhersagen sehr schwierig. Wir können froh sein, wenn die Prognose von Weissgarnix wenigstens insofern sich bewahrheitet, dass die Entwicklung nicht in eine sich selbst perpetuierende deflationäre Spirale abrutscht, sondern deflationäre Tendenzen zeitlich begrenzt bleiben. Die Kräfte, die seiner Meinung nach zur Stagflation führen sollen, sind heute mit Sicherheit schwächer geworden, als sie es noch in den 70er Jahren waren. Die organisierten Interessen Olsons haben aus verschiedenen Gründen an Macht verloren: die Gewerkschaften sind heute vergleichsweise schwach; die Unternehmen würden zwar gerne Preise setzen, sehen sich aber angesichts globaler Konkurrenz bei sehr offenen Märkten in zunehmend mehr Bereichen nicht mehr in der Lage dazu; das Vertrauen in die sozialen Sicherheitssysteme als Puffer ist gesunken, man landet schließlich schnell bei Harz IV und dann sind gleich die Ersparnisse dran…
Gerade die Lehren, die man aus der Stagflation der 70er bis Anfang 80er Jahre gezogen hat, haben im Verein mit der politischen Wut über den bornierten Starrsinn der organisierten Interessen den neoliberal inspirierten Rollback möglich gemacht, der die heutigen Verhältnisse deutlich marktförmiger geprägt hat. In Deutschland werden im Moment noch Lohnerhöhungen nachwirken, die in guten Zeiten beschlossen wurden. Natürlich werden die Unternehmen versuchen, sie in Preisen weiterzugeben. Wo dies nicht gelingt, erfolgen Beschäftigungsanpassungen. Doch dabei bleibt es nicht: wir alle haben in den letzten Jahren verfolgen können, wie schnell bei Bedrohung der Arbeitsplätze die Gewerkschaften zu weitgehenden Zugeständnissen bereit sind. Angesichts von Harz IV, also einer fehlenden Statusabsicherung durch den Sozialstaat, werden sie bei rapide um sich greifender Arbeitslosigkeit massiven Druck von ihren Mitgliedern bekommen, alles zu tun, um Arbeitsplätze zu erhalten.
Aber es gibt noch einen anderen Faktor, der eine wichtige Rolle spielen könnte. Der Ölpreis ist so stark abgesackt, dass der IWF schätzt, dadurch könnten in diesem Jahr Kaufkraft im Umfang von 1,5 % des Welt-BIP von den Ölexport- zu den Importländern umverteilt werden.
http://www.imf.org/external/np/speeches/2009/031809.htm
Das entspricht in etwa der Größenordnung sämtlicher geplanter Konjunkturpakete in dieser Krise. Mit dem sinkenden Ölpreis sinken allerdings auch die Investitionen in die Ölsuche und die Erschließung neuer Vorkommen. Die Internationale Energieagentur warnt in ihren Ölmarktreport vom Februar, damit könnte eine gefährliche Knappheit vorprogrammiert werden, die bei einem Wideraufschwung der Weltwirtschaft diesen schnell durch einen eskalierenden Ölpreis wieder abwürgen könnte.
http://omrpublic.iea.org/currentissues/full.pdf
Hinzu kommt, dass niemand genau weiß, wann mit dem endgültigen Höhepunkt der Ölproduktion zu rechnen ist, ab dem diese nicht weiter steigerbar ist, sondern bestenfalls noch eine Weile auf einem Plateau verharrt. Manche glauben, wir könnten diesen Punkt schon erreicht haben. Ich würde darauf wetten, dass bis dahin jedenfalls keine 10 Jahre mehr vergehen. Und dann könnten wir eine Kombination von Inflation nicht mit Stagnation, sondern mit Depression und Deflation bekommen. Manche Preise steigen, andere fallen und die wirtschaftliche Lage wird ziemlich übel, bis diese Gesellschaft sich dann vielleicht doch hoffentlich einmal durchringt, in die richtigen Dinge zu investieren.

Rudolf

29 staph.aureus März 25, 2009 um 00:38

gerade gesehen auf tagesschau.de:
“Deka-Bank-Chefvolkswirt Kater sieht einen weiteren Nachteil: Gerade für krisengeschüttelte Staaten seien freie Wechselkurse derzeit eine wichtige Möglichkeit, über eine Abwertung der eigenen Währung beispielsweise den Export anzukurbeln und die Volkswirtschaft zu stabilisieren.”

Was veranlasst Kater dazu, die Lösungsversuche der 1930er Jahre vorzuschlagen ? Die Abwertungsrunden gingen damals in die Hose.
Feste, vom IWF geregelte Wechselkurse wären angebrachter, um die Entwicklung heute zu stabilisieren. China scheint auf dem richtigen Weg zu sein, um einen Dollarverfall gegeen Yuan zu verhindern.

30 Micha März 25, 2009 um 10:17

@ weissgarnix

Leider verstehe ich den Zusammenhang aus dem nachfolgenden Abschnitt nicht. Warum müssen Güterpreise sinken, damit es zu einer wirtschaftlichen Belebung kommt? Vielleicht kann man hierzu noch eine kurze Erläuterung bekommen. Besten Dank

“Weil die Deflation im Großen und Ganzen ausbleiben wird, ist es für mich auch ausgemacht, dass der reale Konjunkturverlauf der nächsten Jahre äußerst mau sein wird. Warum? – Eben genau deshalb: weil die Güterpreise nicht sinken konnten, tief genug, um eine lukrative Ausdehnung der wirtschaftlichen Betätigung zu ermöglichen. Und das vor dem Hintergrund stark gefallener Vermögenspreise, was bedeutet: es ist wirtschaftlich vernünftiger, Bestehendes im Markt zu kaufen, denn in die Neuherstellung zu investieren; die Investitionsausgaben der nächsten paar Jahre sollten daher auf extrem niedrigen Niveau verlaufen…”

31 Daniel März 25, 2009 um 12:55

@ Langarbeiter { 24.03.09 at 21:40 }

“Kurze Definition von Inflation, wie weiter verwendet, um den verwendeten Begriff gegenüber anderen Definitionen abgrenzen zu können: Relative Ausweitung der Geldmenge gegenüber der verfügbaren Warenmenge.”

Das Problem ist, dass sich Geldmengen (M1-M3) nur auf kurzfristig verfügbares Kapital beziehen. Die gesamte finanzielle Ausstattung einer Volkswirtschaft besteht jedoch aus kurzfristig verfügbaren Kapital und langfristig verfügbaren Kapital.

Derzeit haben wir die Situation, dass die Geldmengen gemessen in M1-M3 ansteigen. Was ist aber, wenn gleichzeitig ein credit crunch vorliegt?

Ist es da nicht sinnvoll, dass der durchschnittliche Bürger von langfristigen in kurzfristige Anlagen umschichtet und gleichzeitig trotzdem nicht mehr konsumiert?

Ist es vielleicht logisch, dass der durchschnittliche Bürger, sobald die Krise wieder Stabilisierungstendenzen zeigt, wieder zu langfristigen Anlagen wechselt und die Geldmenge dadurch sinkt?

Ich habe große Zweifel, dass die gestiegenen Geldmengen zu höherer Inflation führen werden, denn es gibt zum einen kaum Kredite für den Konsum und zum anderen ist die Bereitschaft einen Kredit aufzunehmen bei drohender Arbeitslosigkeit und Angst stark zurückgegangen.

Wenn die Geldmenge immer in einem Verhältnis zu dem gesamten Kapital einer Volkswirtschaft steht und das Kapital derzeit stark dezmiert wird, dann wird irgendwann auch die Geldmenge zurück gehen.

Letztlich ergibt sich der Preis immer aus Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage bricht derzeit dramatisch ein und es ist überhaupt nicht erkennbar, dass das Angebot in einem noch größeren Maße sinkt.

32 Rudolf März 25, 2009 um 21:41

@Langarbeiter
@Daniel
Es ist keine Definition, sondern eine Erklärung für Inflation, dass die Geldmenge überproportional im Verhältnis zur Gütermenge wächst. Die Definition ist einfach, dass das Preisniveau sich deutlich nach oben bewegt. Das Problem mit der gängigen Quanitätstheorie der Inflation, also eben des überproportionalen Geldmengenwachstums, ist, dass dabei immer auch die Umlaufgeschwindigkeit zu berücksichtigen ist. Und die kann gerade in solchen Krisenzeiten, wo Menschen und Finanzinstitute Geld zu horten anfangen, sich stark verändern.

Rudolf

33 weissgarnix März 25, 2009 um 22:40

@Micha

Die Überlegung ist die (nachfolgend anhand von Investitionsgütern dargestellt):

1) Wenn die Angebots-Preise neu hergestellter Investitionsgüter hoch sind, die Angebotspreise bestehender Kapitalgüter aber niedrig (sprich Immos, Aktien, gebrauchte Maschinen, Fabriken, etc), dann lohnt es sich, eher bestehende Kapitalgüter zu kaufen, als in neue zu investieren. Die “echte” Investitionsnachfrage (i.e. die Herstellung neuer Investitionsgüter) wird deshalb einbrechen, was gesamtwirtschaftlich äußerst negative Folgen hat.

2) Wenn der Wert bestehenden Kapitalvermögens niedrig ist, dann ist auch die Beleihungsbasis für Investitionskredite niedrig. Wenn die Angebotspreise für neu hergestellte Investitionsgüter in Relation dazu auch noch hoch sind, dann kann mit ein- und demselben Vermögensgut als Kreditsicherheit jetzt nicht mehr in dem Umfang investiert werden, als zuvor.

3) Würden die Angebotspreise neu hergestellter Güter ebenfalls sinken, dann würden sich die Relationen in 1) und 2) wieder entspannen, es könnte wieder mehr investiert werden.

Das ist eine stark vereinfachte Darstellung des Keynes’schen “Dualpreissystems”, das insbesondere in der Krisentheorie von Minsky eine zentrale Rolle spielt.

34 Micha März 27, 2009 um 11:10

vielen Dank, werde wohl bei Gelegenheit ein wenig Minsky und Keynes lesen müssen…

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