Follow-up zu “Europa in größter Gefahr”

von weissgarnix am 19. März 2009

Auf den gestrigen Artikel im Feuilleton gab es eine Reihe höchst interessanter Leserkommentare, und ich möchte dieses Follow-Up dazu nutzen, auf ein paar der darin aufgeworfenen Argumente noch mal etwas konkreter einzugehen.

Zunächst mal: natürlich ging es in dem Beitrag auch um Krugman und seine wirtschaftspolitischen Ansichten, als Aufhänger, und wenn man so will, dann das Ganze auch durch die „amerikanische Brille”: Der Mann lieferte mit seinem offenherzigen Statement den Anlass, so weit so richtig; aber dennoch dürfte es doch jedermann klar sein, dass diese Debatte keine ist, die primär von den Amerikanern zu führen wäre, oder bei der es uns interessieren müsste, was die Amerikaner konkret darüber denken; und bei der es zudem ganz egal ist, ob USA eine nachhaltige Fiskal- und Finanzpolitik betreiben oder nicht, und ob ihnen die Chinesen deshalb ihre Defizite weiter finanzieren oder ihnen diesen Dienst demnächst versagen werden: das alles spielt zwar eine Rolle hinsichtlich unserer äußeren Umstände, ist aber dennoch im großen und ganzen deren Problem. Die eigentliche Debatte, um die es mir geht, hat mit USA, China, Keynes, Krugman und Co. wirklich nur am Rande zu tun; wir Europäer, ausschließlich wir sind es, die diese Debatte führen müssen, niemand sonst, und zwar über die inneren Verhältnisse, nicht die äußeren! Das interessante an Krugman für Zwecke dieses Artikels war lediglich, dass er 1) der diesjährige Nobelpreisträger für Ökonomie ist, und damit zu einer Menschengattung gehört, die üblicherweise nicht durch kesse Polemik und aggressive Sprüche auffällt und 2) dass er das Gros seiner akademischen Meriten auf genau dem Feld erworben hat, um das es hier im Prinzip geht: nämlich Fragen der Internationalen Wirtschaft und des globalen Warenaustauschs sowie der daraus resultierenden politischen Wechselwirkungen. [Weiterlesen->]

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