Netter Zug von der FAZ-Wirtschaftsredaktion, dass sie mir mit einem selten blöden Kommentar zum jüngsten Kotau der Steueroasen eine Steilvorlage für einen knackigen Weekender liefern. Was muß man im aktuellen Kontext über “Steueroasen” wissen? – Das sind Länder wie die Schweiz, Liechtenstein oder auch meine rot-weiss-rote Heimat, die seit Jahren nichts besseres zu tun hatten, als das gehortete Geldvermögen des industriellen Westens an sich zu ziehen, um es hernach mittels ihrer nationalen Großbanken in irgendwelchen sagenhaften Projekten zu versenken, zB amerikanischen Wohn- und Gewerbeimmobilien, LBO-Finanzierungen oder riskanten Osteuropa-Engagements; und weil sie damit schlußendlich samt und sonders auf die Schnauze gefallen sind, und mit nicht gerade geringem Erschrecken feststellten, dass sie die Pleite auch nur einer einzigen ihrer Großbanken auf den Solvenzstatus von Malawi oder Uganda zurückwerfen würde, galten die alten Wetten plötzlich nichts mehr: so ein Hochsteuerland wie Deutschland oder Frankreich ist ja vielleicht doch gar nicht so übel, nicht wahr? – Vor allem, wenn es einen huckepack auf seiner (noch verbliebenen) Finanzkraft aus dem Jammertal der Krise trägt. Wer wird sich denn da auf die Prinzipien von einst versteifen wollen? Wer will denn da den Richter spielen? – Ein klein wenig Entgegenkommen, mein Gott, das ist doch vertretbar, da muß man politisch, bitteschön, doch kein großes Drama drauß machen: in der Not frißt der Teufel eben Fliegen. Und wenn’s ums Ganze geht, dann sogar mit riesigem Appetit!
Aus dieser wirklich simplen Sachlage macht Rainer Hank unter dem Titel “Die Oasentrockner” jetzt den Untergang des ordoliberalen Abendlandes:
“Im Tagesrhythmus knicken Liechtenstein, Schweiz, Österreich e tutti quanti ein und brechen mit ihrer Tradition des strikten Bankgeheimnisses. Freiwillig kam die Kapitulation nicht: Der enorme Druck der reichen Staaten, verbunden mit unverhohlenen Sanktionsdrohungen, war offenbar nicht mehr auszuhalten.”
Wie ich eingangs schrieb: der Druck kommt meines Erachtens aus einer ganz anderen Richtung.
“Damit kein Missverständnis aufkommt: Steuerhinterziehung ist keine lässliche Sünde, und ein Gemeinwesen, in dem alle nach fairen Regeln gemeinsam zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben beitragen, wird mutmaßlich hohe Zufriedenheit der Bürger herstellen.”
Warum nur, warum, schwingt in diesen Zeilen das Wörtchen “Kavaliersdelikt” munter auf und ab? – Es handelt sich aber bei der Steuerhinterziehung mitnichten um einen solchen, es handelt sich auch nicht um eine “nicht lässliche Sünde”, sondern um eine Straftat ersten Ranges, um den Diebstahl an der Gesellschaft, und damit auch den Schwächsten einer Gesellschaft: ginge es nach mir, Zumwinkel und Co. säßen bereits im Knast und wären den Großteil ihres Geldvermögens los. Und das ist nicht Ausdruck eines billigen Revanchismus, sondern das ist meine persönliche Beurteilung eines der ganz zentralen Probleme unserer Gesellschaft.
“Dabei ist es kein Zufall, dass gerade jetzt, wo die Staaten gemäß der Lehre des Neuheiligen John Maynard Keynes mit vollen Händen das Geld klotzig ausgeben, sie sich auch um die mittelfristige Refinanzierung ihrer Konjunkturbeglückung zu kümmern beginnen. Dafür kommen nur die Reichen in Frage gemäß der guten Übung, wonach zehn Prozent der am besten verdienenden Steuerpflichtigen heute schon 55 Prozent der Einkommensteuereinnahmen bestreiten.”
Hätte sich Hank die Erwähnung von Keynes verkniffen, mein Urteil wäre vielleicht gnädiger ausgefallen. Aber nein: er, der nun bestimmt keinen Pfiff draufgibt, was Keynes nun genau propagierte, er mußte unbedingt den größten Ökonomen des vergangenen Jahrhunderts posthum zum Säulenheiligen der Interventionisten und Staatsfetischisten erklären. Hätte Hank die General Theory tatsächlich gelesen, dann hätte er wissen können, dass der Lord seine Überzeugungen aus einem knallharten ökonomischen Kalkül herleitete, und nicht aus einer wie immer gearteten, proto-wohlfahrtsstaatlichen Sozialromantik.
Man muß aber nicht seine Zeit mit der Lektüre von John Maynard verplempern, man könnte genausogut Statistiken zur aktuellen Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland wälzen, um zur simplen und keineswegs sozialistisch-kämpferisch eingefärbten Erkenntnis zu gelangen, dass die obersten 10% der deutschen Geldpyramide eben den Löwenanteil des Volkseinkommens auf sich vereinigen.
Hätte sich Hank zudem 5 Minuten der ökonomischen Reflexion gegönnt, bevor er diese Zeilen in den virtuellen Äther meisselte, es wäre ihm womöglich aufgefallen, dass der Staat seine diversen Konjunktur- und Rettungspakete primär zur Aufrechterhaltung der Vermögenspreise vom Stapel gelassen hat, und guess what: die Aufrechterhaltung der Vermögenspreise kommt niemand anderem zugute, als den Vermögensbesitzern, vulgo den “Reichen”. Dem kleinen Mann auf der Strasse, der alleinerziehenden Mutter, den Eckrentnern und den Hartz-IV-Empfängern können die Börsenkurse genauso gestohlen bleiben, wie die Frage von Relevanz wäre, ob Opel, Hypo Real Estate und die Commerzbank den Jahresultimo noch erleben oder nicht. Die Reichen und die Vermögensbesitzer kommen daher nicht ohne Grund zum Handkuss: sie bezahlen den Staat für die Aufrechterhaltung einer Fiktion, der Fiktion nämlich, dass sich hinter einem bloßen Eintrag auf einem Stück Papier, hinter der elektronischen Ziffer auf einem Computerbildschirm, ein echter “Wert” befindet. Ich könnte mir vorstellen, dass sehr viele von ihnen bereit sind, für die weitere Aufrechterhaltung dieser Fiktion etwas tiefer in die Tasche zu greifen als bisher.
“Aber in der Krise braucht der Staat eben jeden Cent und kann nicht dulden, dass ihm der ein oder andere Euro in Liechtenstein vorenthalten wird.”
Hier liegt allerdings vollständige Fehlsichtigkeit vor: nicht DER Staat im Sinne von Deutschland benötigt in der Krise jeden Cent; sondern vor allem die Steueroasen brauchen selbigen. Und zwar in Umfang und Ausmaß, das sich über das simple Absaugen fiskalischer Fluchtgelder bei weitem nicht mehr darstellen läßt, weshalb sie sich ja auch neuerdings den traditionellen Hochsteuerländern gegenüber zahm und anschmiegsam geben wie Tante Agathes Perserkatze.
Der deutsche Staat hingegen hätte dieses Geld tatsächlich schon immer gebraucht. Er mußte darauf verzichten, weil sich die ach so progressiven kleinen Nachbarländer Österreich und Schweiz aufgeführt haben, wie die dummen Jungs aus dem Wohnblock gegenüber, die ihre linkische Verschlagenheit schlicht verwechselten, mit ökonomischer Modernität und fiskapolitischer Weitsicht nämlich. “Wir Österreicher sind die besseren Deutschen”, wahrlich gut gebrüllt, meine lieben danubischen Löwen, vor allem, wenn ihr Euch den Nachsatz “dank des deutschen Geldes” nicht geflissentlich verkniffen hättet.
“Der große Ökonom Mancur Olson hat den Staat als “stationären Banditen” beschrieben, der, der Mafia nicht unähnlich, aus dem Schutzversprechen für die Untertanen zugleich die Legitimation ihrer Ausplünderung ableitet.”
Ja, und woran genau liegt das laut Mancur Olson? – Am besseren Organisationsvermögen der Reichen und Wohlhabenden, die somit ihre Interessen und Ansprüche dem Staat gegenüber deutlich effektiver vertreten können, als die vergleichsweise schwach organisierten Armen. Olson beschreibt den Staatsinterventionismus als Quelle der Ungleichheit, was zunächst mal paradox klingt, aber es nicht mehr ist, sobald man seine Logik zu Ende denkt; und was sich an der Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland seit Jahren auch feststellen läßt: alle wie sie da sind, die Grünen, die SPD, die CDU, die FDP – alle haben sie die “Mitte” für sich entdeckt, den Facharbeiter, den Lehrer, die Krankenschwester, nicht wahr? – Und gerade deren reale Einkommensentwicklung stinkt seit Jahren zum Himmel, außer sie arbeiten in Branchen mit besonders effektiver Arbeitnehmerorganisation, etwa dem Anlagenbau oder der Automobilindustrie.
Das Argument lautet hier also nicht: für weniger Staat. Sondern: für eine andere Politik dieses Staats.
“Der Zugriff auf die Einkommen der Reichen ist für Politiker allemal ratsamer als die Umverteilungsmaschine zu schrumpfen, denn in einer hochentwickelten Wohlfahrtsdemokratie sind die Transferempfänger als Wähler zahlenmäßig gefährlicher als die Wohlhabenden. An seiner großzügigen Privilegienwirtschaft sollte der Wohlfahrtsstaat somit tunlichst nicht rütteln.”
Und genau das ist es, was bei Mancur Olson eben nicht steht. Und auch wenn es ein wenig nach billiger “NS-Keule” klingt: wer hat den Hitler in den 20ern nach oben gebracht? – Waren das etwa die verarmten Arbeiter? Oder waren es die in der Hyperinflation 1922/23 um den realen Wert ihrer Vermögen gebrachten Wohlhabenden, die Sparer und die Rentner?
Der Ausdruck “Privilegienwirtschaft” scheint mir zudem in der aktuellen Ära eher frivol: wer wurde denn gerade großzügigst rausgepaukt? Die Armen etwa, die Bezieher von Klein- und Kleinsteinkommen, die HartzIVler und die Mindestrentner? – Wem verdanken es denn die Herren Bankenvorstände in so ziemlich allen Häusern, dass sie ihre großzügige private Existenz auch weiterhin auf ungeschmälerten Appanagen aufbauen dürfen? Wer hat denn die Halter von Bankenschuldverschreibungen aus einem sich bereits abzeichnenden Szenario des Totalverlusts herausgepaukt?
“Eines ist jetzt schon klar: Der Respekt der Regierungen vor dem Eigentum ihrer Bürger nimmt ab. Wer Steueroasen austrocknet, schreckt auch vor Enteignungsgesetzen nicht zurück.”
Sich den mit Abstand dümmsten Satz für den Schluß aufzuheben, beweist wenigstens eine gewisse stilistische Eleganz. Aber abgesehen davon: was zum Teufel hätte das eine mit dem anderen zu tun? – Wie heisst das Land mit der aggressivsten Steuerfahndung der Welt? Das seine Staatsbürger auch im Ausland der Steuerpflicht unterwirft, und u.a. von ihnen verlangt, jährlich über alle Konten weltweit, auf denen sie zeichnungsberechtigt sind, egal ob privat oder beruflich, Auskunft zu geben? – Das mehrere führende Steuerberatungsgesellschaften zu astronomischen Strafen verdonnert hat, weil die es gewagt hatten, für heimische Steuerpflichtige zwielichtige Umgehungsmodelle zu kreieren?
Genau: dieses Land heisst “United States of America”. Und von dort regelmäßig auf der Tagesordnung stehenden Enteignungen hat vermutlich auch ein Rainer Hank bislang eher selten gehört.
Oder gar nicht, um genau zu sein.















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Was bedeutet es eigentlich real, dass viele Milliarden steuerschonend irgendwo untergebracht sind?
Das Geld wurde ja teilweise eh in allen möglichen sinnlosen Projekten verbrannt, also sollten mit Ausnahme von KEST vielleicht, die Millardensummen, die jetzt vielleicht umgeparkt werden, zu keinen großen zusätzlichen Steuereinnahmen führen. (OK, Strafnachzahlungen gibts ja auch)
Makromäßig, wenn das ganze versteckte Geld an die Oberfläche kommt, würde es (Quantitätsgleichung) nicht einfach zu Inflation führen? Sollten wir einfach die ganzen geheimen Konten auf die Bürger bedingungslos aufteilen oder einfach die Intimrasur im verstecktesten Winkel starten?
Was mich wirklich interessiert, was denke ich im Folgenden?
Wenn die Vermögensinhaber nicht konsumieren und wir alle immer mehr arbeiten müssen, um den Schuldendienst zu leisten, ist das wirklich schlimm?
Die Vermögenden konsumieren nicht, wir müssen viel produzieren, was passiert mit den ganzen Produkten? Irgendwer wird sie doch konsumieren müssen, und das sind dann doch WIR?, oder? Am Ende gehört zwar alles, inklusive uns, den Vermögenden, die ihr Geld versteckt haben, aber solange die sich freuen, dass ihr Vermögen weiter steigt auf den schwarzen Konten (und sie es nicht verkonsumieren, also Inflation machen), können wir weiter alles verkonsumieren, was uns dem System nach eigentlich nicht gehört.
Müssen wir uns also davor fürchten, dass die ganzen virtuellen Billarden in die Realität gekippt werden? Vermögen in Steueroasen sind schlafen Hunde, die wir nicht wecken sollen?
Ich bin verwirrt, total!
Leben eigentlich Affen am Wüstenplaneten?
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/media_fast/626/affe.219343.jpg
Absolut zutreffender Zerriss eines ideologisch-verblendeten, nichtssagenden und kriminellen Artikels. 100% d’accord!
Deutschland braucht das Geld, wenn ich auch nicht glaube, dass Steueroasen allein das Problem sind. Es gibt auch noch (genauso asozialen) Steuerwettbewerb auf dem Gebiet der Unternehmensbesteuerung, wie ihn etwa Irland praktiziert. Und Österreich usw.
Das Ende unseres aktuellen staatlichen Umverteilungsmodells wird wohl nicht mehr abzuwenden sein:
http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/eine-last-fuer-generationen;2196653
Bitte ALLES bloß nicht Däniken, ja…
@mylli
Ein Detail bei der Sache ist wohl, dass das Geld in den Steueroasen zu 90% nur Buchgeld ist und überhaupt nicht gleich ausgezahlt werden kann, da es erst von anderer Stelle wieder zurückgefordert werden muss. Da beisst sich die Katze schonmal in den Schwanz und die Inflation ist wesentlich schwächer als theoretisch erwartet. Oder besser gesagt, den letzten beissen die Hunde, denn wer als erstes sein Geld abzieht, bekommt 100% ausgezahlt, die restlichen 90% nur noch, was irgendwie auftreibbar ist.
Aber ohne zumindest annähernd genaue Zahlen und die Struktur der Investitionen bleibt alles herumstochern im Nebel.
Im geschlossenen Kreislauf hast du schon recht, dass alle Produkte verkonsumiert oder sonstwie gelagert/zerstört werden müssen. Wir sind aber ein Exportweltmeister, der anstatt selbst zu konsumieren lieber andere konsumieren lässt. Ich halte das für eine unterbewusste Expansionsstrategie ohne offenen Krieg. Am Ende gehört alles und jeder (nicht-reiche) den Reichen. Und was passiert nach dem Ende?
Da denke ich, dass wir das Ende nicht erleben werden, sondern dass vor dem Ende von den zurückliegenden Spielern immer härtere Methoden eingesetzt werden, um das Kapitalismusspiel doch noch irgendwie zu gewinnen. Das Spiel muss also aus sein, bevor es wirklich zuende geht.
Am Ende sind wir entweder Sklaven oder die Gläubiger müssen zum Friseur.
@mylli
die meisten Gläubiger sind schon beim Friseur, es wird nur noch über die Frisur verhandelt. Und Sklaven sind wir schon alle. Wie hoch ist wohl der Zinsanteil in den Preisen des alltäglichen Bedarfs?
Es bleiben die Wenigen, die wussten was geschieht – woher wohl? Sie haben ihr Giralgeld in Werte getauscht. Sie haben rechtzeitig ihre Aktien verkauft. Hillary Clinton Anfang 2008.
Gruß, sfm
@ spiritformoney
Auch wenn der Zinsanteil verdammt hoch ist, in Summe verkonsumieren wir die meisten Produkte, und nicht die hortenden Superreichen.
Wenn der Zinsanteil plötzlich wegfallen würde, was ändert sich dann? Inflation und gleicher Preis wie vorher?
Zit.: Rainer Hank: “Die Oasentrockner” :
“…..Was passiert, wenn die Steueroasen den Geldhunger der Staaten künftig weniger zügeln können, werden wir sehen. Eines ist jetzt schon klar: Der Respekt der Regierungen vor dem Eigentum ihrer Bürger nimmt ab. Wer Steueroasen austrocknet, schreckt auch vor Enteignungsgesetzen nicht zurück.”
Es ist nicht das “Eigentum der Bürger”, das in den Steueroasen zwischenlagert. Es ist die Beute, die das Großkapital dem kleinen Mann in Form von Dumpinglöhnen abgepresst hat.
Heute wird in der “Zeit” von einem offenen Brief amerikanischer Ökonomen (u.a. Nobelpreisträger) berichtet. Es wird eine STÄRKUNG der Gewerkschaften gefordert, gerechte Löhne, besserer Kündigungsschutz etc.. Denn ein GRUND für die Krise sei auch die Tatsache, dass das Wachstum 2000 bis 2007 komplett von der Bonzenkaste absorbiert wurde. Die Löhne seien in diesem Zeitraum nicht gestiegen.
Fast wie in Merkel Country….
@mylli
Jedoch musst zu zugeben, dass die Masse der Menschen keinen Maserati fährt. Die Reichen konsumieren schon mehr, aber nicht so viel mehr, als sie Kapital zu Verfügung haben. Das ist auch nicht weiter verwunderlich.
Was horten also die Superreichen?
Sind es etwa Edelmetalle, Verträge und Rechte?
Dienen diese Verträge etwa dazu, die anderen Vertragspartner in die Knechtschaft zu zwingen?
Sind Kreditverträge etwas anderes?
Ist Geld etwas anderes als anonym handelbare Kreditverträge?
Ja, sie konsumieren Maseratis und Superyachten. Ohne die Reichen gäbe es also ein paar arbeitslose Schiffsbauer und Autoingeneure mehr, aber uns würde es nicht besser gehen, oder schon?
Würden wir uns bei gleichmäßigerer Verteilung vielleicht alle mehr anstrengen und mehr teilen, anstatt auf den großen Börsen- oder Lottogewinn zu hoffen. Ohne Knebelepatente, vielleicht würde der Spieltrieb gewinnen und niemand hält Erfindungen zurück, da er von ihnen zu wenig persönlich profitieren kann?
Andererseits, würden wir dann nicht im ehemals real existierendem Kommunismus landen?
Lange Rede kurzer Sinn:
Ottonormalverbraucher bis zum geht nicht mehr “absteuern” und Großverdiener, ob ihrer – wie auch immer gearteten – Verdienste, von der Besteuerung ausnehmen, das ist die Devise dieser konservativen “Steuermoralapostel”.
Dass aber gerade die (relativ) viel zu hohe Besteuerung von Normal- und Geringverdienern einer der Hauptursachen für die Konsumschwäche insbesondere der Industriestaaten mit hohen Leistungsüberschussen ist (Deutschland ist hier Paradebeispiel), wird dabei leider geflissentlich übersehen. Und darin liegt dann auch der Denkfehler dieser selbst ernannten Steuergheimnisbewahrer, wobei sie die jetzige Wirtschaftskrise eigentlich eines Besseren belehren müsste. Aber weit gefehlt.
Im Übrigen sollten sich diese Apologeten der Steuergerechtigkeit einmal damit auseindersetzen, dass es ausgerechnet den USA zu verdanken ist, dass nunmehr die Steueroasen “geknackt” werden. Sicherlich kein Land mit sozialistischer Tradition. Und außerdem ist in den USA Steuerhinterziehung beileibe kein “Kavaliersdelikt”, sondern ein “Offzialdelikt”, das hohe Haftstrafen nach sich ziehen kann.
Aber, warum sich darüber aufregen, wo man doch genau weis, dass unsere Eliten von den USA sowieso keine Ahnung haben, außer dem, was sie mit diesem Land an Vorstellungen verbinden wollen. Und das hat mit den realen USA so gut wie nichts zu tun.
@ weissgarnix
Wie schauts mit den geheimen Billiarden und der Quantitätsgleichung aus?
Zum Bankgeheimnis ein Gustostückerl aus Österreich:
Das Bankgeheimnis habe bereits 1945 einen Geburtsfehler gehabt, deutete Doralt an. Es sei mit der Möglichkeit für anonyme Sparbücher eingerichtet worden, damit all die Einkünfte aus dem Schwarzhandel “nicht unter der Bettdecke, sondern zumindest bei den Sparkassen und Banken veranlagt und weiterverliehen” werden hätten können.
(derStandard vom 4.April 2008)
Das Kavaliersdelikt wird oft als Einschränkung der Freiheit argumentiert. Die Freiheit die sie meinen, ist die Freiheit zum Steuerhinterziehen, Steuerbetrug oder Weisswaschen von schwarzen Kassen.
@mylli. Nein denn gerade im real existierenden Sozialismus wurden im Namen der Planwirtschaft Erfindungen nicht zu Innovationen. Sie passten nicht in den Plan. Mit einer ordentlichen Ordnung ist die Marktwirtschaft das beste System zur Vermögensvermehrung für alle. Nur mit der Verteilung hapert es manchmal. Deshalb haben die Anherren des Ordoliberalismus machmal das Soziale der sozialen Marktwirtschaft großgeschrieben.
@mylli
Es sind ca. 80 Jahre vergangen seit der großen Wirtschafts- und Gesellschaftskrise.
In den USA sind damals ca. 16.000 Banken pleite gegangen. Was meinst du wessen Vermögen damit ausgelöscht wurden?
Hast du eine Kapitallebensvesicherung oder einen Riestersparplan? Oder eventuell eine Immobilie mit einer Fondslebensversicherung finanziert? Erwartest du von deiner Betriebs- oder Staatsrente einen wohlverdienten Ruhestand?
Diese Ansprüche werden wertlos werden!
Gruß, sfm
@ sfm
Als Ösi hab ich eine Zukunftsvorsorge/sicherung. Meine diversen EK- Ansprüche sind schon ziemlich wertlos, daher genieße ich meine gezwungene Freiheit und kämpfe dafür, auch die FK-Kerle zu rasieren.
@mylli
Du meinst staatlich? Wer und womit wird das mal bezahlt?
Wenn die Schulden verschwinden, wie auch immer, verschwinden auch deine Ansprüche!
“Dafür kommen nur die Reichen in Frage gemäß der guten Übung, wonach zehn Prozent der am besten verdienenden Steuerpflichtigen heute schon 55 Prozent der Einkommensteuereinnahmen bestreiten.”
Wenn ich so etwas lese, dann kommt mir immer die Galle hoch. Denn hier wird suggeriert, dass die “Guten Reichen” 55% unserer Steuern bezahlen und somit ein gutes Recht darauf haben zu bestimmen, was damit geschehen sollte. Bzw., dass die Steuern doch viel zu hoch sind.
Man braucht sich aber nur einmal den Anteil der Einkommensteuer an dem Gesammtsteueraufkommenl des Bundes und der Länder anzuschauen, um zu sehen, wie sich das relativiert.
Das Vorgehen ist genauso, als wenn die Kettenraucher behaupten würden, dass sie, da sie 80% der Tabaksteuer bezahlten, von der nächsten Erhöhung der Krankenhassenbeiträge doch bitte auszunehmen sind.
Ihren Beitrag, wgx, sollte man diesen arroganten Versagern in den Vorstandsetagen ( die Leute dort denken ja wirklich so; siehe Spiegel Interview von Pitschesrieder u.a.) und deren Lakaien in den Redaktionsstuben mal so richtig um die Ohren schlagen, damit sie vielleicht doch mal zur Vernunft kommen.
Ich weiss, wahrscheinlich eine irrige Hoffnung
Ein wenig beachteter Punkt ist auch, dass ich die Kaste der besserverdienenden ja auch ihren Staat im Staat aufbaut, indem sie zB. ihre Kinder in private Kindergärten, Schulen und Universitäten schickt, sich privat krankenversichert und sich logischerweise daher auch nicht mehr in der Pflicht sieht, einen Staat, den sie nicht nutzen und an dem sie nicht teilnehmen wollen, zu finanzieren.
die groesste aller offshore banken und nicht weniger als die hintergruende der weltwirtschaftskrise werden hier dokumentiert :
http://video.google.com/videoplay?docid=7886780711843120756&ei=jIa9SaTBKIWb-AaGyszNAQ&q=the+obama+deception&hl=en
What? Die Steueroasen schaffen die Möglichkeit ab, ausländisches Kapital ins Land zu ziehen, weil sie Geld brauchen? Das ist doch offensichtlich unsinnig!
Die Steuern für Inländer der Steueroasen haben mit dem Bankgeheimnis wenig zu tun. Luxembourgische Bürger zahlen ganz schön Steuern zum Beispiel.
Und richtig nachdenklich sollte stimmen, daß die EU so entschieden gegen die Schweiz und Liechtenstein vorgeht, so viel Druck ausübt, aber die britischen Steueroasen außen vor läßt! Die hedge funds sitzen aber auf den britischen Cayman Islands! Auch Gibraltar, die British Virgin Islands, die Channel Islands bleiben außen vor…
Offensichtlich soll England die neue Schweiz werden! Und die EU, Deutschland natürlich vorweg, macht sich bei diesem Vorhaben zu tumben Erfüllungsgehilfen.
Ich warte anläßlich der anstehenden Staatspleiten nur darauf, daß man EU-Kredite für Lettland etc. an einzuführende Mindeststeuern für diese Länder bindet und dann ob des EU-Ziels der Gleichheit der Arbeits- und Lebensbedingungen diese in ganz Europa durchsetzt.
In ganz Europa? In den britischen Kronkolonien natürlich nicht!
Muß man deshalb Mitleid mit den Schweizern haben? Natürlich nicht! Die Alm-Ödis hat niemand gezwungen, sich als amerikanische Investmentbanken aufzuspielen.
Fraglich bleibt nur, warum sie nicht einen Teil der UBS (auszulagernde bad bank) Bankrott gehen lassen, den Rest auf ein paar der dann ehemals united banks verteilen, sondern gleich alle Banken zur Disposition stellen. Offensichtlich soll der schweizer Finanzverstand, das für die Krise verantwortlich ist, jetzt die schweizer Banken retten. Und nicht etwa das Bankgeheimnis, welches der eigentliche Standortvorteil ist.
Darf man das solchermaßen interpretieren als dass die Banken mit der Lockerung des Bankgeheimnisses sich den Verpflichtungen gegenüber den zum Teil immens großen ausländischen Passiv-Posten entledigen wollen da die Aktiv-Positionen unrettbar verloren oder dermaßen abgewertet sind dass nur so die Bilanz einigermaßen ausgeglichen werden kann?
Wenn dem so wäre, woher sollte das Geld zur Ausbezahlung denn beschafft werden?
Ja bitte, schafft doch endlich das Privateigentum ab und führt 100% Steuer auf alles ein, damit’s UNS? so richtig gut geht und alles grenzenlos gerecht ist. Und baut eine große Mauer mit viel Stacheldraht und Selbstschußanlagen, damit unser Paradies vor der schlechten Welt da draußen geschützt ist.
@sfm,
Ja, das ist was staatliches, mit Förderung und Steuervorteil. Die Wohnung ist mit Bausparer und Wohnbauförderung finanziert, nix mit Fonds.
Für die Abfertigung neu zahlen meine Arbeitgeber in lustige Mitarbeitervorsorgekassen ein, wo jetzt wegen der schlechten Ergebnisse nach staatlich garantierten Mindestverzinsungen gerufen wird.
@ I.I.O.
Ich bin weiterhin für meine Staatsaktien-Grundeinkommen Idee, um die Menschen die Unsicherheit der Zukunft spüren zu lassen und sie zu mehr Selbstverantwortung zu bringen. Was ich aber nicht will, ist, dass minimale Leistung(svorteile) und Beschiss zu maximalen Einkommen führt.
@ weissgarnix
Schon wieder irgendwo im Flieger quer durch die Welt? Von der Makroebene kann man vielleicht meine Gedankenprobleme mit dem vielen gebunkerten Geld angehen?
@hacedeca
Mit der Unterteilung in gute und schlechte Steueroasen, scheint mir die EU wirklich nur die volle Kontrolle über das Geld erhalten zu wollen, ohne jedoch gegen die Steuerflucht und Korruption selbst vorgehen zu müssen. Es ist also keine Verbesserung des Systems, sondern nur eine weitere Konzentration der Macht gut verpackt als die Tat eines Edelmanns (mit Syphillis).
“Dafür kommen nur die Reichen in Frage gemäß der guten Übung, wonach zehn Prozent der am besten verdienenden Steuerpflichtigen heute schon 55 Prozent der Einkommensteuereinnahmen bestreiten.”
Es ist immer wieder interessant wie gerne in D die Sozialversicherungen vergessen werden. Ich halte die Unterscheidung zwischen Steuern und SV-Beiträgen für recht fiktiv. Und wenn man sich anschaut, wer die SV finanziert und wieviel das insgesamt ist, sieht man, dass der größte Teil des Staatshaushalts (inkl. SV) von der sog. Mitte bestritten wird. Und nicht von den oberen 10%, deren Ruhe und Sicherheit vorallem durch die SV gewährleistet wird.
Gruß
Harry Haller
@ Harry Haller
Zusatz: Und auf die USt. bitte auch nicht vergessen, die bezahlen sogar die vielgeschmähten HIVler (und die können ihren Sportwagen nicht mal von der Steuer abschreiben, die armen!).
Zum Thema Steueroasen gibt es ein zwar älteres (Februar 2004), doch ziemlich interessantes und ausführliches Interview mit Prof. Michael Hudson* von der University of Missouri in Kansas City. Es findet sich hier:
http://www.counterpunch.org/schaefer03252004.html
Was denkt Ihr über seine Perspektive?
*Dr. Hudson is President of The Institute for the Study of Long-Term Economic Trends (ISLET), a Wall Street Financial Analyst, Distinguished Research Professor of Economics at the University of Missouri, Kansas City and author of Super-Imperialism: The Economic Strategy of American Empire (1972 and 2003) and of The Myth of Aid (1971).
@haceda,
die Schweiz z.B. hat wenn ich nicht irre Swaps von der Fed und womoeglich auch von der EZB bekommen. Ohne Zugang zur Fed und zur EZB koennen Banken wie die UBS nur sehr schwer ueberleben.
Die Steuerfleuchtlinge sind zwar nicht unwichtig fuer die Schweiz, solange das aber nur die Industriestaaten betrifft ist das nicht so wild. Diktatoren und Drogenbosse koennen dann immer noch in der Schweiz anlegen, und die sind vermutlich am Ende mindestens genauso wichtig.
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/03/deutschland-ist-am-ertrinken-und.html
@ Harry Haller,
die Sozialversicherungen unterscheiden sich fundamental von normalen Steuern, dadurch, dass man durch Beitraege ein direktes Anrecht auf eine Gegenleistung erwirbt.
Je hoeher der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung, desto hoeher der Anspruch auf Arbeitslosengeld im Falle von Arbeitslosigkeit. Je mehr in die Rentenversicherung eingezahlt wurde….
Bei der Krankenversicherung gibt es zwar keine solche Proportionalitaet, aber je nach Familienstand kann auch hier die Gegenleistung einen erheblichen Gegenwert darstellen.
Wenn man die Existenz der Sozialversicherungen als eine Form der Subvention der Besserverdienenden im Lande sieht, sollten wir wirklich ueber eine neue Grenze verhandeln und Oblomovs Vorschlag fuer den einen Teil umsetzen.
Immer, wenn man denkt, es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her. Immer, wenn man denkt, dümmer geht´s nimmer, liest man einen Zeitungsartikel von der Sorte Hank, und dann weiss man: Es geht – ein Ende ist noch gar nicht abzusehen. Dieser Artikel strotzt von Dummheiten, man fasst es nicht.
[i]Die historische Wende ist überraschend und zugleich rasch erklärt. Da kommt einiges zusammen: das diffuse Gefühl vieler Leute, an der Finanzkrise seien irgendwie die Steueroasen schuld, die Schwäche der Banken, denen man die Wahrung des Bankgeheimnisses als moralisches Gut nicht mehr so richtig abnehmen will, und die allgemeine Hatz gegen die Reichen, die im Zweifel nichts als potentielle Steuerflüchtlinge sind.[/i]
Eine rasche Erklärung von exemplarischer Idiotie. Diffuse Gefühle, die Schwäche der Banken und die Hatz gegen Reichen sind die vollständige Erklärung der “historischen” Wende.
Sensationell tiefsinnig. Ich armer Sack habe immer gedacht, es sei ein unerträglicher Zustand, dass die europäischen Regierungen es sehenden Auges hinnehmen, dass ein Dorfbürgermeister eines 35.000-Seelen-Dorfes plan- und gewerbsmässig steinreich damit wird, weltweit bei der vorsätzlichen Steuerhinterziehung behilflich zu sein. Ich armer Sack habe immer gedacht, das kann doch nicht sein, dass man schon in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Spottlieder über die die Steuerganoven und ihre fürstlichen Helfer gesungen hat, und nichts, gar nichts geschieht. Und ich habe immer gedacht, die Regierung eines demokratischen Rechtsstaates habe die unabweisliche Pflicht, ihre Gesetze auch durchzusetzen und darauf zu achten, dass [i]jeder[/i] seine steuerlichen Pflichten auch erfüllt und nicht nur die, die sich nicht wehren können.
All diese naiven Gedanken kommen in Hanks Artikel gar nicht vor.
Dafür serviert er uns am Ende des Artikels noch zwei Delikatessen, eine erlesener als die andere. Erst lehrt er uns, dass ein Staat, der damit anfängt, die Steuerhinterziehung ernsthaft zu bekämpfen, damit seinen abnehmenden Respekt vor dem Eigentum seiner Bürger demonstriert. Das kann man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Aber kommt noch besser: Ein Staat, der die Begehung von Straftaten erschwert, in dem er Steueroasen austrocknet, der schreckt auch vor Enteignungen nicht zurück. Fällt einem dazu noch etwas ein?
Ich werde den Europäischen Verband der Bankräuber auf diesen PR-Gag hinweisen. Man sollte öffentlich darauf hinweisen, dass die Beschlagnahme der geraubten Geldmengen durch den Staat ein deutliches Signal dafür ist, dass der Staat damit beginnt, sich zum enteignenden Unrechtsstaat zu wandeln.
Herr, lass´Abend werden.
Ich bitte darum, mit Herrn Hank nicht allzu hart ins Gericht zu gehen: der studierte Literaturwissenschaftler, Philosoph und Theologe bringt möglicherweise nicht die nötige fachliche Kompetenz mit, seriös zu kommentieren. Das Wirtschaftsressort der F.A.Z. leiten kann er aber. Noch Fragen?
Ach Weissgarnix, “Steueroasen” für irgendwelche “Reichen”. Was ist das gegen die Steueroasen für Industrieunternehmen ? Wir wollen mal die Kanalinseln, Bermudas und was es so bei den Amis noch so gibt, garnicht erst aufzählen. Wir wollen aber die “Steuersparmodelle” öffentlicher Haushalte mal deutlich nennen. Wir wollen mal anmerken, daß der Staat, der Steuerzahler, gerade dabei ist, die HRE, wegen ihrer DEPFA-Tochter und deren Steuersparmodelles auf Kosten der Steuerzahler zu verstaatlichen. Ich könnte Herrn Solms von der FDP ja folgen, wenn er sagt, Enteignung geht nicht. Aber dann muß das Konkursrecht auch für Finanzfirmen gelten. Denn der Steuerzahler hat in der Tat nicht das allergeringste Interesse an der armseligen Zockerbude. Genauso wenig, wie an einer Commerzbank, an Opel oder an Conti. Allerdings kann ich dem Bund folgen, wenn er sagt, der Saftladen wird vollständig, ohne Privat-”investoren” kassiert und dann meinetwegen ausgeschlachtet und der halbstaatlichen ComDreBa zugeschlagen. Ebenso, wie es durchaus Sinn machen würde, alle LB der ComDreBa oder der KfW zuzuordnen.
Zurück zu den Steuern: das ist ein doppelzüngiges Spiel. Einerseits Leute, die es irgendwie geschafft haben, sich nicht ausnehmen zu lassen, greifen. Auf der anderen Seite spielen öffentliche Haushalte Steuersparmodell. Daneben, pikanterweise, die “Volksparteien” mehrmals als große Steuerbetrüger. Leute, mitdenken, nicht aufhetzen lassen.
@Michael
Die USA sind alles andere als eine “Steueroase” für Konzerne: 38% federal corporate tax, ohne viel Flax, ganz egal ob du deinen Sitz in Delaware oder sonstwo hast; dazu ein richtig ätzendes Außensteuerrecht (Kennern bekannt unter dem Kürzel “Subpart F”), auch kein Honigschlecken.
Gegen die Steuerkonstruktionen auf Caymans & Co. gehen sie seit Jahren ziemlich drastisch vor, weshalb du von US Steuerkanzleien dahingehend nur noch sehr, sehr zurückhaltend beraten wirst.
Was die deutschen Verfehlungen betrifft, die du aufzählst: gekauft! – Aber was hätte es mit dem Beitrag zu tun?
Nix für ungut, ich habe für S&P100-Unternehmen 2007 nachgerechnet. Dort, wie auch HDAX < 30 %, gegessen.
Liebe Freunde ,
ich fürchte Ihr habt das infolge der laufenden Gehirnwäsche wohl wieder mal nicht richtig gedeutet.Es geht hier darum die kleinen Zeitgenossen ,die sich als Trittbrettfahrer beim Steuersparen betätigt haben,abzuschütteln..Reich sind die nicht,nennen wir sie wohlhabend wie Zumwinkel etc.
Die richtig Reichen ,Milliardäre etc. haben wohl inzwischen andere Wege gefunden.Der große Zampano z.B. läßt sich täglich Milliarden Steuergelder von Staatsmännern aller Länder und Couleur auf dem Altar der Finanzkrise opfern.Hier wird nicht mehr hinterzogen ,nein das Geld wird freiwillig herbeigeschafft.Von den gleichen Leuten übrigens ,die die Trittbrettfahrer jetzt abkassieren.
“Das sind Länder wie die Schweiz, Liechtenstein oder auch meine rot-weiss-rote Heimat, die seit Jahren nichts besseres zu tun hatten, als das gehortete Geldvermögen des industriellen Westens an sich zu ziehen, um es hernach mittels ihrer nationalen Großbanken in irgendwelchen sagenhaften Projekten zu versenken”
klingt ja gut, hat aber wenig mit de realität zu tun. per heute haben UBS+CS, die zwei CH-grossbanken, eine kapitalisierung von ca. 12% des SMI – viele -die mehrheit- meiner mitbürger hat durchaus was besseres zu tun, als “gehortetes” geld irgendwo zu versenken.
du solltest übrigens aufhören, sloterdik u.ä. zu lesen – dein schreibstil ist schon ganz wolkig und voller peinlicher effekthascherei geworden.
@Ich, #29
“die Schweiz z.B. hat wenn ich nicht irre Swaps von der Fed und womoeglich auch von der EZB bekommen. Ohne Zugang zur Fed und zur EZB koennen Banken wie die UBS nur sehr schwer ueberleben.”
Die Schweiz arbeitet tatsächlich sehr intensiv auf internationaler Ebene mit – Goldverkäufe, Teilnahme der SNB am internationalen Notenbankkartell. Der Hauptpunkt ist doch aber, daß die UBS eben nicht sehr erfolgreich ist – als Bank! Warum legen Leute also bisher ihr Geld in der Schweiz an, bei schweizer Banken? Ja, warum eigentlich?
Zudem: In der Politikwissenschaft gibt es dazu diverse Denkschulen bzgl. der wohltuenden internationalen Zusammenarbeit. Grob formuliert: Man schafft internationale Abkommen über eigentlich belanglose Themen, wie Umweltschutz, Kultur. Aber eben immer mehr davon, in möglichst vielen Bereichen. Und eines Tages stellen dann so unverbesserliche Autonomisten fest, daß sie längst Bestandteil der großen, einen Welt sind. – Die Schweiz also, daß sie Bestandteil der EU ist. Da braucht’s dann nur noch eine Unterschrift, de facto ist die Schweiz längst eingebunden.
Also ich wäre eher für Steuern runter statt noch mehr Steuern. Muss der Staat eben sparen.
Warum soll jemand die Hälfte seines Einkommens versteuern ? Arbeiten Sie wirklich gerne einen halben Monat gratis für “Andere” ?
In der Slovakei gibt es einen Spitzensteuersatz von 19%. Würde das in Deutschland gehen, würden auch mehr Menschen Steuern zahlen. Aber nein, noch ein Autobähnchen hier und noch ein paar Beämtchen dort….
@abnicker: Die Slowakei setzt seine Armee gegen die eigene Bevölkerung ein.. aber eine flattaxist das sicherlich wert.
@Abnicker #40
Geh doch rüber…
@Abnicker
Am besten der Staat spart bei denen, die sowieso nicht mit Geld umgehen können, also die Sozialhilfeempfänger. Warum sollte man denen auch Geld geben, bringt eh kein Wachstum. Die schicken wir dann, wenn es dunkel wird, zu dir, um das auszudiskutieren.
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hjQpLkQFgvEOSrh9leMDvMn-Y9ng
von Franzosen lernen heist Siegen lernen…
Es geht auch umgekehrt – wenn auch in kleinerem Ausmaß!!!
http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Deutsche-Banken-unterhalten-schwarze-Konti-fuer-Schweizer/story/24023848
die schöngeistige debatte sollte den bezug zur praxis nicht gänzlich verlieren: es ist doch so, das seit letztem jahr die wenigen richtig vermögenden ihr kapital von eu richtung singapur verlagern.
es werden also nur kleine und mittlere fische gefangen, was durchaus gewollt ist stellen sie doch die grosse masse dar. wir werden aufgrund der imho wirkungslosen rettungsaktionen schon bald mit einer höheren steuerlast konfrontiert werden. man kann daher jedem nur raten sich eine nische ausserhalb des systems zu suchen. es gibt da sowas … glänzendes
ich sehe bedingt durch die historie meiner familie schon länger eine analoge entwicklung zu den frühen 30ern. möglicherweise sehen wir bald eine radikalisierung der politik. die notwendigen zutaten liegen bereits am tisch.
Warum sollte es schwieriger sein Singapur trocken zu legen als die Schweiz?
Bevölkerungsmasse ist keine vorhanden, Rohstoffe auch nicht.
Wenn man das wirklich will, geht da doch was.
“Warum sollte es schwieriger sein Singapur trocken zu legen als die Schweiz?”
Ja weil Gunnar Heinsohn in Philosophischen Quartet Thema war Demographie die Weltbewegende Katastrophe gesagt hat alle Intelligenten gehen nach Singapur und Dubai Sloterdijk noch eine Worthülsen Salve hinzufügte und ich vor meiner Glotze gesessen habe und mir dachte hoffentlich dann sind wir die Idioten los…
…und zur Krönung gab es dann noch gefährliche Jugendliche oben drauf aber nicht die aus der Nachbarschaft sondern welche die immer um die Kaaba rumlaufen.
Wie sind nochmal die BLZs von Banken in Singapur ups ich kann da garnicht mehr hin überweisen und abheben geht auch nicht mehr und am Flughafen sind so komische Hunde Geld stinkt also doch und jetzt…
http://link.brightcove.com/services/link/bcpid1155201977/bctid16713213001
Endlich mal ein vernüftiger Vorschlag…
Felix Zulauf:
http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E51672818DC8A4F9C849A799DB7990EA0~ATpl~Ecommon~Scontent.html
UBS ?
http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,544842,00.html
@Unwissender
Und in 4 Monaten wird enteignet…
Lächerlicher Artikel!
Die kriminellen Banker verballern das Volksvermögen und auf einmal sind die Steueroasen Schuld oder wie?
Schaut Euch doch mal die deutsche Steuerverschwendung seitens des Staates an – wer da noch ein ehrlicher Steuerbürger bleibt, sollte sich mal auf Trisomie 21 testen lassen!
Die Abwanderung großer Teile der deutschen “Oberschicht” ist doch schon längst im Gange – ich hoffe sie wird noch an Intensität zunehmen!
Und dann werden wir ja sehen mein lieber weissgarnix + Rest!
Sehr schöner Artikel. Diskutiert man ihn mit Leuten, welche den Idealen der neoliberalen Leistungsgesellschaft anhängen würde er schlicht als Propaganda abgetan. Es ist erschreckend wie einfach bestimmte Unstimmigkeiten im System abgetan werden. Kriege sind auf einmal notwendige außenpolitische Mittel. Bei den jetzingen Millionenzahlungen an Zumwinkel soll man die Bilanz nicht verstehen. Es macht deshalb Spaß solche Analyse zu lesen.
@ Matthias # 53
Die Abwanderung großer Teile der deutschen “Oberschicht” ist doch schon längst im Gange – ich hoffe sie wird noch an Intensität zunehmen!
Ich auch – unser Dorf soll schöner werden.
Aber wem kann man die zumuten?