Wir treten gerade in eine sehr interessante Phase in dieser Krise ein: Bank of England wie auch Federal Reserve gestehen offen ein, dass sie sich an der sogenannten “Zero-Bound” befinden, die EZB, obgleich sie sich aktuell noch ziert, wird ihnen auf diesem Kurs wohl demnächst folgen. Was bedeutet das? – Dass wir womöglich an die Grenzen dessen gelangt sind, was das orthodoxe Zentralbank-Instrumentarium unter Geldpolitik versteht, und dass alle weiteren Schritte dementsprechend als “anti-orthodox” gelten müssen; womit aber noch lange nicht gesagt ist, dass sie deshalb was taugen.
Paul Krugman z.B. ist der festen Überzeugung, dass es an der Zinsnulllinie für die Zentralbanken keinen Blumentopf mehr zu gewinnen gibt, ganz egal, wie sie’s auch anstellen. Dazu schrieb er kürzlich in seinem Blog:
“What comes down to is this: once you’ve pushed the short-term interest rate down to zero, money becomes a perfect substitute for short-term debt. And any further increase in the money supply therefore displaces an equal amount of debt, with no effect on anything. Period, end of story.”
Ein Freund klarer Worte war er ja schon immer, unser Liquiditätsfallen-Paule, und auch diese Sentenz wird Freund und Feind nicht enttäuschen. Soweit es mich betrifft, gebe ich ihm recht; dass jedes frische Geld der BoE und Fed eventuell nur bestehende Schulden tilgt, habe ich selber auch schon mal, nämlich hier, ausführlich beschrieben. Ich darf mir den Frevel erlauben, ein Zitat aus dem damaligen Text direkt hinter das von Krugi zu montieren, der – im Gegensatz zu mir – bekanntlich ein waschechter Nobelpreisträger ist:
“Was würden denn die Verkäufer dieser Vermögenswerte in einer Zeit des allgemeinen “Deleveragings” wohl mit der Kohle der FED machen? Rausgehen und shoppen? Oder sie in Vermögensanlagen stecken, die aktuell mit annähernd 0,0% rentieren? Oder würden sie ihre ausstehenden Kredite soweit wie möglich tilgen, und damit eine “Rendite” einstreichen, die bekannt, sicher und definitiv höher als 0,0% ist, nämlich exakt jenem Zins entspricht, der auf besagten Krediten lastet? – Ich für meinen Teil denke: in Zeiten wie diesen ist natürlich alles möglich, aber letzteres wird im großen Stil passieren! Sprich: das Geld, dass die FED beim Ankauf von Assets in Umlauf bringt, wird postwendend wieder aus diesem verschwinden. Oder technisch gesprochen: M0 wird zwar stark steigen, aber auf Ebene von M1-M3 wird von diesem Anstieg nichts oder nur wenig zu sehen sein.”
Und damit wären wir also schon zwei. Krugman bezeichnet sich gelegentlich als “Keynesianer”, das mache ich bekanntlich auch: da wäre es doch irgendwie ein cooler Gag, wenn wir jetzt einen dritten Keynes-Versteher aus dem Hut zaubern könnten, der entgegnet: “Ihr zwei Hübschen seid ja ganz schön arg auf dem Holzweg!”
Et voilà:
“Assume all Japanese public debt has been retired through open market purchases financed with monetary base issuance. Assume even that the Japanese government has purchased all financial and real wealth held by the Japanese private sector, which now only holds base money as an asset. Assume that even then nominal interest rates (at all maturities) remain stuck at the zero floor. Assume even that further tax cuts or transfer payments targeted at households, again financed by base money issuance, do not stimulate private consumption demand (this would, of course, violate every theory of consumption behaviour, from the most Keynesian to the infinite-lived representative permanent income consumer). Assume that Feldstein’s temporary VAT or sales tax cut, complemented with the credible announcement of a present-value-of-revenue-neutral future increase in this tax also leaves consumers unmoved. What can then be done to stimulate demand? The answer is clear: if the floor is too high, lower the floor.”
Und Ihr alle ahnt es, meine lieben Freunde, von wem kann eine solche trouvaille nur stammen? – Ja klar, von unserem “Maverecon” Willem Buiter natürlich, von wem denn sonst?
Das ganze stammt allerdings nicht aus seinem Blog bei der FT, sondern aus einem Forschungspapier aus 2005, in dem er mal so richtig die geldpolitische Sau rauslässt, der gute Willem. Denn was empfielt er der staunenden Weltöffentlichkeit für den Fall, dass jede Theorie des Konsumverhaltens sich als Schrott (und das ohne Abwrackprämie!) herausstellen sollte, und der Rubel also selbst dann nicht wieder rollt, wenn die Zentralbank (hier die BoJ) alles gegen frisches Geld aufgekauft hat, was nicht bei “3!” auf den Bäumen war?
“Two ways of overcoming the zero lower bound constraint have been proposed. The first is Gesell’s carry tax on currency. The second is Eisler’s proposal for the unbundling of the medium of exchange/means of payment function and the numéraire function of money through the creation of a parallel virtual currency.”
Ja, gell: da schaut ihr aber jetzt. Der gute alte Silvio Gesell, der Held aller Freiwirte und Hügelbeete-Fans, der spiritus rector von “Wörgl”, “Rheingold” & Co., proudly presented by the very distinguished Herrn Professor der ehrenwerten London School of Economics Willem Hendrik Buiter!
Buiter ist natürlich ein wenig mehr sophisticated als die landläufigen Apologeten der Umlaufsicherungsprämie, nervt im verlinkten Papier gleich mit Formelkram und praktischen Überlegungen zum Base Money und dergleichen, aber immerhin … Silvio is back in town!
Ahh, ich liebe das Showbizz, äh, die Makroökonomie…















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Hey, jetzt wo der Debitismus schon mainstreamfähig wird, war Gsell doch auch nur eine Frage der Zeit.
Willkommen im Spiegelmaterie-Kapitalismus.
@weissgarnix: Eislers Theorie ist mir leider nicht bekannt. Aber wäre das dann im Grunde so etwas wie beispielsweise die Ausgabe von Sonderziehungsrechten durch den IWF im großen Stil?
@weissgarnix: ach herje und da fällt mir ja gleich noch eine Frage ein. Was wäre denn der Unterschied bei Einführung einer Alternativwährung? Würde diese nicht im selben Ausmaß in die Tilgung von Altschulden fließen?
Sorry für Doppelposting habe leider zu spät an den zweiten Teil meiner Frage gedacht
Silvio is back in town!
…….und ich bin schon erschrocken und dachte:
Nun meint er S. Berlusconi! Wäre gar nicht mal so verkehrt gewesen, denn ab heute soll ja definitiv die Hängebrücke nach Sizilien gebaut werden! Mit immensen Kosten, beim nächsten Erdbeben wird sie zerstört und wieder aufgebaut, was für ein Geldkreislauf!
Also, nichts für Ungut!
Gruss
Otto
Rasieren ? Brakteaten ?
Wenn man(n) schlecht rasiert ist, können fürchterliche Sachen passieren
http://www.youtube.com/watch?v=EV-HAoRocuU
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/bilder/wae1hoch.jpg
Den Gedankengang kann man auch billiger haben: Normalerweise haben wir das Schwundgeld durch die Geldentwertung durch Inflation. Deshalb schickt man das Geld auch arbeiten, d.h an investiert, oder man haut es auf dem Kopf bevor es selbst verschwindet.
Ohne Inflation sind die Incentives dafür nicht mehr da. Also Schwundgeld einführen, oder die böse, böse sozialistische Schwester: Die Vermögenssteuer.
Nota Bene: Die Vermögenssteuer bezeichnete mir gegenüber einmal ein Richter des Bundesfinanzhof als “Sollertragssteuer”. Passt heute wieder gut. Aber lieber gehen wir alle in den Orkus, bevor wir diesen ordnungpolitischen Sündenfall zulassen.
@Nixda
>Die Vermögenssteuer bezeichnete mir gegenüber einmal ein Richter des Bundesfinanzhof als “Sollertragssteuer”.
Scheint ein smarter Richter gewesen zu sein. Genau so ist es nämlich.
Elektronische Holpfennige ? Besteuerung auf den Bestitz von “Geld” ? Das wär ein gewaltiger Inflationsschub. Vielleicht etwas zuviel des Guten ? Wer ist für die Gründung einer GoodBank ?
Sehe gerade, Zeise widmet sich im Herdentrieb heute auch dieser Frage:
http://blog.zeit.de/herdentrieb/2009/03/06/nullzins-und-dann_720
Was geschähe, wenn die ZB den Zins nicht nur bis Null senkte, sondern fröhlich bis ins Negative? Wäre damit nicht eine dynamische Funktion initiiert, die in der Liquidtätsfalle – das wäre die Bedingung, den Zins so weit abzusenken – bewirkte, was das Gesell-Prinzip umständlich und starr realisierte?
mit Grüßen,
KL
@KL
>Was geschähe, wenn die ZB den Zins nicht nur bis Null senkte, sondern fröhlich bis ins Negative?
Wie sollte sie das machen? – Die ZBs “senken” den Zins ja nicht per ordre de mufti, sondern in dem sie in bestimmten Vermögensmärkten – üblicherweise nur dem Geldmarkt – als Aufkäufer von Titeln agieren. Um einen negativen Nominalzins zu produzieren, müßten sie also einen Preis bieten, der über par+Zinsen für die RLZ liegt; also zB: Bond mit RLZ 1 Jahr, Kupon 4% notiert am zero lower bound entsprechend bei rund 104. Die ZB müßte also, um negative Zinsen zu erzeugen, jetzt für 105 oder 106 kaufen, aber dann 1 Sekunde nach Kauf sofort auf den korrekten Wert abwerten- klingt für mich nach einem sicheren Weg in die Pleite.
Immerhin ist das eine exzellente Erklärung der Liquiditätsfalle, vielen Dank dafür. Aber vielleicht ist das Aufhalten der Bankrottwelle das einzige, was Geldpolitik noch leisten kann (und hierfür reichen 0% Zinsen nach dieser Erklärung aus).
Mit monetären Mitteln kann man keine lohnenden Investitionen schaffen. Wenn der Markt es nicht hergibt, dann ist ganz egal, wo die Zinsen stehen oder ob sie sogar negativ sind.
Wenn man aus dieser Krise wieder heraus will, dann muss man imho an ganz anderen Schrauben drehen. Geldpolitik wird das nicht schaffen. Stattdessen müsste man es fördern, dass mehr Menschen anstatt sich anstellen zu lassen und so dem Geschäft anderer dienen, selbst ein Geschäft aufbauen. Je mehr Leute das dann tun, umso größer wird der so geschaffene (zusätzliche) Markt.
Wieso schaffen wir nicht Cash ab und führen ein weltweites elektronisches System mit virtuellen Jetons ein?
Am Ende des Jahres bekommt jeder ein paar Jetons aufgebucht, abhängig vom Zustand der Ökonomie. Jetons dürfen nicht durch Kredit erzeugt werden, Beteiligung an Unternehungen nur in Form von Eigenkaptital.
Für alle Jetons fallen Lagerkosten an, es gibt keine risikolosen Zinsen. Das ist zwar unfair, wenn sich der Geringverdiener kein Haus mehr zusammensparen kann, aber es kann sich ja auch heute nicht jeder seinen eigenen Flugzeugträger leisten.
@weissgarnix
Wolfram Engels hat in seinem Buch “Der Kapitalismus und seine Krisen – Über Papiergeld und das Elend der Finanzmärkte” 1996 einen Vorschlag gemacht, wie mit dem Null-Zins Prob. umzugehen sei. Kennst Du das`?
Silvio Gesell? Schwundgeld? Haben wir doch schon! Wer will denn schon langfristig sein Vermögen noch in Dollars, oder anderen Produkten des internationalen Notenbankkartells anlegen?
Eben deshalb liegt ja so viel Geld in Derivaten, Zertifikaten, Anleihen, überbewerteten Aktien, name it. Und eben deshalb verlieren so viele Leute gerade Geld, gerade weil es kein richtiges Geld gibt, sondern ein Schwundgeld von zweifelhaftem Wert, das die Leute in noch zweifelhaftere Anlageformen treibt.
Nope.
Nullzins, Minuszins, gar kein Zins,…. yep, das kommt dabei raus, wenn man nicht versteht.
Also: Der Markt ist ein Konstrukt, entsprechend die Marktregeln, d.h. der reale Markt ist sowas von egal, wichtig ist nur, ob man die Regeln einhält. Yep, z.B. diese Regel, die da lautet:
“was am markt nicht geht ist tot” (Zitat WGN)
Yep, und was machen wir mit all diesen Banken? Yep, wie lassen die leben, obwohl die am Markt nicht gehen.
Piep, Piep, Piep! Alarm!
Fertig.
Schluss aus vorbei….. das war es mit dem Markt.
Also, ist jetzt völlig sinnlos, darüber zu diskutieren, ob jetzt die ZB noch irgendwie “ökonomisch” agieren kann, ob jetzt Keynes oder Gisell am Zug ist, ob nun der Kunde das oder dieses rational kaufentscheidend berücksichtigen wird, etc.
Das ist alles unwichtig, weil das sind ökonomische Frage, die nur für einen Markt Bedeutung haben.
Wir haben aber da keinen Markt mehr. Das da, das ist Hierarchie, d.h. jetzt muss die Politik entscheiden, nach ihren Regeln….also sollten wir eher jetzt Machiavelli lesen.
Und yep, die Politik wird scheitern, weil die nix mehr hierarchisch steuern kann, was wir als Wirtschaft bezeichnen. Yep, no way back.
Aber das erzähle ich wahrscheinlich noch die nächsten Jahre: Wer Markt will, der muss sich für Markt entscheiden, komme was wolle, auch eine kleine Weltwirtschaftskrise.
Aber solange die Banker da Gegenüber in ihren Türmen noch alle da sind und lachen, wohingegen die anderen Steuerzahler, die gerade die Gehälter und Boni der Banker bezahlen, in Kurzarbeit und HarzIV gehen, yep, solange ist da nix mehr mit Markt.
Nope, das ist alles nur noch eine Lachnummer, da ist weder Markt noch Politik, noch sonstwas, das ist keine Steuerung, weder vom Markt noch vom Staat.
Und das ist gerade das Problem, was Ihr hier diskutiert: Warum kann man den markt nicht hierarchisch steuern….über ZB oder Politik oder Halbgott oder wer auch immer….Warum? Weil der Markt ist nur Markt, wenn der Markt sich selber steuert. Und wer den Markt abschafft, weil es mal wehtut, yep, der begreift wie ein kleines Kind, warum der Markt vorher existierte…der hatte seine Funktion. Yep, und der hätte die Richtigen bestraft, yep, das was Eure Politiker und Halbgötter leider nicht auf die Reihe bekommen… yep, die Moderne ist letztendlich und schneller als ich dachte in der Sackgasse der Parodoxien gelandet…aber vielleicht war die da schon immer…eine lange traurige Geschichte der Ironie…
Amen
“It is the oldest ironies that are still the most satisfying: man, when preparing for bloody war, will orate loudly and most eloquently in the name of peace.”
watchmen
yep, goodnight goes Dezisionismus. (“wer sich für den Markt entscheidet”)
Auch mal was Neues, Überraschungen aller Orten. Jetzt fehlt nur noch, dass auch goodnight, unser Chef-Konstruktivist, herausfindet, dass er auch viel schneller als gedacht das Ende seiner Sackgasse namens “Luhmann Boulevard” gefunden hat.
good luck…
oh, statt “Sackgasse” hätte ich passender “Kreisverkehr” gesagt. Ist aber nicht so wichtig…
hopalla – wgn + goodnight haben es geschnallt!
jungs – es geht nicht um markt und auch nicht um lösung der krise!
der markt wurde benutzt und nun wird, da er nicht mehr funktioniert (existiert) die politik benutzt.
sicher, schon die ganzen jahre – doch jetzt ganz offiziell.
und immer noch: bitte, bitte richtet es doch wieder so ein, dass wir weiter machen können. es war doch so schön unser öl auszubeuten, unsere fleischproduzenten zu füttern, unseren kleinen freiheitswohlstand zu geniesen. das elend war ja so weit weg, es hat uns nicht betroffen und wenn haben wir ein wenig gespendet und schon war alles wieder gut. und jetzt gib mir doch bitte eine kleine ganz persönliche chance wie ich dies kommende chaos unbeschadet überstehe – denn die menschen sind doch egoistisch und gemein und werden niemals wieder die gemeinschaft dem gelde vorziehen.
per aspera ad astra
Dass Freigeld in der Deflation wieder en vogue werden würde, war ja wohl so klar wie das Amen in der Kirche. Aber ausgerechnet von Dir, lieber wgn, auf Tablett gebracht?
Ich habe es schon öfters geschrieben, ich verstehe diese Hysterie nicht. Das liegt sehr einfach daran, daß man immer bedenken sollte, was hinter diesen “beunruhigenden” Zahlenwerken steht. Wie die “Aufschwünge” zu Stande kamen. Wer davon profitiert hat.
Die Abzocker der Nation haben natürlich ein Problem, wenn sie in der $-Zone “investiert” (dazu gehören auch die asiatischen Währungen) haben und auf einmal der $ 10 – 25 % aufwertet. Dann werden diese Kredite schlicht teuer. Aber das ist ja nun schei*egal. Und es ist ja wohl eine Frechheit osteuropäische Währungen 40% hochzuzocken und dort die gesamte Wirtschaft zu ruinieren, tja Jungs und Mädels, die Kredite dort stehen weitaus stärker im Feuer als die berüchtigten SubPrime, da wird es richtige Ausfallquoten geben, ihr habt es euch verdient und zahlt mit dem Arbeitsplatz. Das sind Unternehmen, die für unser Steueraufkommen wertlos waren und die hier auch keine hochwertigen Arbeitsplätze geschaffen haben.
Es schadet überhaupt nichts, wenn die in einer Depression in den Gully gespült werden. Also lassen wir es deprimieren, irgendwann, wenn sie feststellen, daß sie beträchtliche Verluste nicht dem Staat (= Steuerzahler – Bonzen) verkauft (untergejubelt) kriegen, klinken die sich schon wieder ein. (Hoffentlich pustet mal endlich einer diesen Stein**** weg, möglichst bevor er die HRE “retten” kann.)
OT: Achtung Weissgarnix, sie sind dir auf die Schliche gekommen
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=88968
´nabend Weissgarnix,
ist es nicht erschreckend, dass angeblich gestandenen Ökonomen nie was Neues einfällt? Entweder simlples Gelddrucken oder Strafsteuer aufs Geld (+ Guthaben?).
Wobei die damit das Prob nur lau umkreisen aber nicht beim Namen nennen. OMG habe die einen Schiss davor.
Also immer gerne hier wiederholt, wo ist das Prob?
Ach ja, den bisher vernichteten (never) uneinbringlichen Schulden stehen immer noch die alten, höheren Guthaben gg.über!
Tja, und die müssen wieder deckungsgleich gebracht werden. Lehrt die Geschichte, ob die Gläubiger zustimmen oder nicht.
Deine hier gezeigte Vermögensgrafik der OECD zeigt doch das Prob, 20 % der Gläubiger haben 80 % der Masse und die auch noch in den ach so sicheren *lach* Staatspapieren. Und sind auch nicht bereit, diese Guthaben in Investitionen oder Konsum zu switschen. Wirklich nicht nur dumm, sondern auch gefährlich – nicht nur für die Guthaben.
btw., der erwähnte Zeise Beitrag ist ja auch nur old GammelStuff. Wo ist Zeise eigentl. zu verorten – bei den Ewiggestrigen, den Ignorandten oder den Totalverblödeten?
Finde das übrigens gut wie Du den (Noch)Mainstream einkreist. Ich wäre ja eher für die HolzHammerMethode, aber deine wirkt wohl besser. Ich feue mich schon auf den Tag, an dem Du die Deckunggleichheit von S + G diskutierst! Autsch!
Vergiss aber bitte deine alten Wurzeln und Meister nicht, der eine hat schon angekündigt, noch mal groß durchzustarten, wartet aber (noch) auf die krit. Masse. Dann kommt auch deine Stunde. Halt Dich bis dahin von Fallschirmen und Phaetons fern – Du wirst im Deinst der guten Sache noch gebraucht!
, aber RMfF oder CEO der RB ist durchaus drinne.
Den Job des RK kannste zwar knicken
Danke und Gruss, McShorty
Stimmt das denn überhaupt, was der Krugman da schreibt?
Die Null-Prozent-Zinsen kommen real garnicht am Markt an, sind Fiktion. Das Ersetzen von Krediten als Nullsummenspiel läuft so nicht.
Und anstatt das der Staat sich Geld von den Vermögenden leiht, kann er auch gleich das Geld über hohe Steuern auf Vermögen abgreifen. Spart ne Menge Zinsen und bringt die Wirtschaft wieder in Schwung.
@schlumpf, #2
So würd ich das auch sehen. Die Sonderziehungsrechte sind – wenn ich den Mechanismus richtig verstanden habe – die “nuclear” option. Vielleicht kann uns ja weissgarnix etwas genauer aufklären.
Ist halt nicht ganz ungefählich, das Gelddrucken – ein geordneter (sprich fiskalischer) Rückzug wäre vermutlich die bessere (und ehrlichere) Variante.
Grundsätzlich ist es aber egal wo das Geld herkommt – wichtig wäre, dass man es nicht wieder im Finanzapparat versenkt sondern einmal beginnt, das Geld nicht von oben, sondern von unten in die Wirtschaft zu pumpen, also zu den Leuten (am besten zu gleichen Teilen und in bar) und nicht zu den Banken. – Dort landet es irgendwann sowieso, aber so hat man zumindest die Chance dass es vorher noch ein paar mal ausgegeben wird und damit auch der Realwirtschaft zugute kommt.
Steigende Löhne sind der ganz naheliegende Weg aus der Krise. Kräftig steigende Löhne sorgen auch wieder für steigende Preise und steigende Preise entwerten die Schulden und die Geldvermögen.
Also das Gegenteil von dem, was die gekauften Wissenschaftler im Kapitalismus immer so zur Überwindung der Krisen und der Massenarbeitslosigkeit empfehlen: Lohnkürzung, Sozialabbau und höhere Profite für das Kapital.
So einfach wäre das, wenn es nicht interessierte Kreise gäbe, die jetzt wieder eine Weltwirtschaftskrise haben wollen. Wir kennen die Positionen ja schon aus den 1930er Jahren.
Daher soll an der Stelle einer auf Lohnerhöhungen gerichteten Politik – zum Beispiel beginnend mit der Einführung oder Anhebung von Mindestlöhnen und der Steigerung von Lohnersatzleistungen – lieber der alte Gesell diskutiert werden, ob wir also Bastelstunden einführen und an unseren Geldscheinen lieber herumfeilen, schrauben, drehen, schnipseln, stempeln oder sonstwas wollen.
Darüber können wir dann die nächsten zehn Jahre in Not und Elend streiten und uns wundern, warum die Weltwirtschaft einfach nicht aus der Krise kommt nach all der tollen “Stabilitätspolitik” und der neoliberalen Deformpolitik und all den Lohnsenkungen und dem neoliberalen Sozialabbau. Warum nur gibt es jetzt nicht genug Käufer für all das unausgelastete Produktionspotential?
Autos kaufen keine Autos, nur gutbezahlte Arbeiter kaufen genug Autos!
Mehr als die Hälfte hat hier also immer noch nicht verstanden, dass Guthaben und Schulden das gleiche Paar Schuhe sind.
Uneinbringliche Schulden = zurückgehaltenes Guthaben.
Wollen die Gläubiger also ihre Forderungen überhaupt einstreichen, müssten sie ihre Leistungsansprüche zuvorderst erst einmal geltend machen, d.h. ganz klar konsumieren.
Und nichts anderes verbirgt sich hinter Gesells Freiwirtschaft, als den Anreiz dazu zu schaffen, die Leistungsansprüche der Guthabenseite auch umzusetzen, da sie sonst bei Zurückhaltung – wie heute – den Markt zerstören.
Es gibt keine andere Lösung:
Liquiditätsmalus oder Game Over!
Jetzt führt endlich meine virtuellen Jetons ein, da braucht man gar nicht feilen und schleifen und was weiss ich noch!
Garantierte Zinsen sind der garantierte Untergang….
Schwundgeld…
Heute ist Freigeld, das es ja tatsächlich an manchen Orten gibt, eigentlich nix anderes, als kaum verhehlter Umsatzsteuerbetrug.
Aber was war eigentlich im Mittelalter, als es angeblich so gut funktionierte? Das gab es neben dem Schwundgeld natürlich noch anderes, *richtiges* Geld! Das wurde ob des christlichen Zinsverbotes vornehmlich von zugewanderten Juden verliehen und natürlich waren sie auch Geldwechsler (Der Bedarf an einer wertstabilen Sparwährung ist ja evident!).
Und die mittelalterlichen Pogrome fallen zeitlich also nicht nur mit der Pest, sondern auch mit der Hochzeit der Brakteaten, dem Schwundgeld also, zusammen.
Das meinte Gresham aber nicht mit seinem Gesetz “Das schlechte Geld verdrängt das gute”, oder…
@wgnx
Darf man nun mal auf einen Beitrag zum Schwundgeld und der Zinsproblematik nach Gesell hoffen? Wenn er schon wieder in der Stadt umherstreicht…
28 Keynesianer,
das geld fürs auto kaufen ist da … hier mal kurz ein paar “fakten”
in deutschland fahren 40 mio autos … nehmen wir an, wir haben einen zustand erreicht in dem die zahl nicht mehr deutlich steigen wird … jeder der ein auto will hat eines …
so jetzt nehmen wir ein paar anbieter die autos produzieren …
die sind im wettbewerb … qualität und preis sind entscheidende größen
bestandteil der qualität ist die haltbarkeit
der wettbewerb erhöht die qualität also auch die haltbarkeit
nehmen wir an ein auto hält 12 jahre …
40 mio / 12 jahre = 3,3 mio autos pro jahr
das entspricht der situation die wir hatten und die uns hier her geführt hat
wir erhöhen die haltbarkeit … von 12 auf sagen wir 16 jahre
40/16=2,5 mio autos pro jahr
also sorgt der wettbewerb dafür, dass autos länger halten und damit weniger gebruacht werden pro jahr, also das anbieter verschwinden …
der wettbewerb sorgt dafür, dass die verschwinden, die das schlechteste preisleistungsverhältnis haben
das scheinen wohl die GMs zu sein … weil
geschäftsjahr 2008 ~30 mrd verlust
geschäftsjahre 2006-08 ~90 mrd verlust
opel gehört dazu … wenn die firma GM abwirtschaftet, so macht sie das gleichmässig, da das rational ist
daher ist auch opel mit am ende
wir haben keine krise, der wettbewerb funktioniert nur leider
soweit zur automobil”krise”
grüße
inti
Mal ganz auf die Schnelle…
1. Wenn der Kapitalismus ein kettenbriefartiges Wirtschaftssystem ist, dann kracht dieses System regelmäßig zusammen.
2. Grund für diese Zusammenbrüche sind die mit zunehmender Zyklusdauer immer weiter auseinanderstrebenden Größen: Realsphäre und Vermögenssphäre.
3. Wenn No1 und No2 zutreffend sind, dann sollte JEDER Versuch, diese “Anpassung” der Vermögenssphäre geplant herzustellen, gewürdigt werden.
4. Gesells Konzept ist ein solcher Versuch. (Mehr nicht…aber auch nicht weniger…wie z.B. Marx)
gruss pansen
@goodnight:
Die Renditen, Gewinnerwartungen waren wohl zu hoch.
Es war einfach Enteignung der Massen und Diebstahl. Und
das im Namen von Egoismus usw. Freiheit, wettbewerb. Das stimmte alles wohl nicht, d.h. ein Gemeinwesen das auf solche
“Werte” errichtet ist, ist zur Katastrophe verdammt.
Solaris
Mit dem Schwundgeld habe ich mich viele Jahre auseinander gesetzt.
Ergebnis ist, dass es nicht funktioniert. Allenfalls kann man damit das System noch etwas stretchen.
Grund ist, dass der Geld Fehlallokation nicht der Nährboden entzogen wird, sondern im Gegenteil weiter befeuert wird.
Die jetzige Klemme wird mit n% Schwundgeld gelöst, bis es durch die sich ausweitende Fehlallokation nicht mehr ausreicht. Vor Fehlinvestments in gewissen Grenzen brauche ich mich ja nicht zu fürchten. Sobald es wieder klemmt (z.B. durch Überkapazitäten), ist der tolle Hecht Gesell wieder zu Stelle. Dann wird auf n+x% Umlaufsicherung erhöht und zum Schluss landen wir bei 100% Staat mit Geldzuteilung oder gleich Ausgabe von Nahrungsmittel Gutscheinen.
Es ist eine Illusion mit Gesells Geld den Markt auszuhebeln.
Erst ist er im Blog, der Silvio, jetzt in der richtigen Zeitung.
In NY geht´s ja zu wie in Frankfurt/Main.
Und 2 Sätze weiter folgt Keynes.
Werden diese Denkmuster jetzt Mainstream ?
http://www.nytimes.com/2009/04/19/business/economy/19view.html?_r=2
Off topic: meine Sparkassentussi wollte mir heute einen Haus-Kredit für 1.85 % effektiv aufschwatzen.
@DividendenJaeger:
Wenn Du Dich so lange mit Gesells Idee beschäftigt hast erkläre uns Unwissenden bitte mal genau, warum es nicht funktioniert. Soweit ich weiß, gibt es keinen ernstzunehmende wissenschaftliche Studie, die ein Scheitern vorhersagt. Während es für unser jetziges System, das exponentielles Wachstum annimmt, gleich eine Fülle kritischer Paper gibt.
Im Prinzip ist die Idee von Gesell doch nur eine kleine Änderung unseres jetzigen Systems: Geld wird vergänglich, genau wie die Waren, die von Geld gekauft werden. Damit ist das komplette Anreizsystem vom Sparen zum Investieren gekippt und Investitionen müssen nicht wahnwitzige Renditen bringen. Rechnungen werden sofort bezahlt. Es ist im Gegenteil zu jetzt lohnender ein Haus auf Pump zu kaufen und es dann abzubezahlen als erst einen Teilbetrag anzusparen. Ok, Risiko-Zins wird es immer noch geben, daher ist es wahrscheinlich besser, zunächst in Anteile an Unternehmen zu sparen und dann diese zusammen mit einem Kredit in ein Häuschen zu verwandeln.
Das ganze System ist einfach von oberhalb des Nullzins in den Bereich des Nullzins verschoben, damit ist kein Wachstum nötig. Konkurrenz gibts ja weiterhin, Verlierer und Gewinner auch.
Ich bin erst vor kurzem auf Gesell gestoßen und finde es schon recht unverschämt, daß man von ihm in Schulen/Hochschulen einfach nichts mitbekommt (im Gegensatz zu Marx/Keynes).
Vielleicht funktioniert Gesells Idee nicht wirklich. Was die Analyse des bestehenden Kapitalismus und vor allem die Umverteilung des Vermögens durch den Zins angeht, hat er allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen.
Buiter setzte Gesell heute nochmal ganz groß in Szene:
http://blogs.ft.com/maverecon/2009/05/negative-interest-rates-when-are-they-coming-to-a-central-bank-near-you/
“… Was die Analyse des bestehenden Kapitalismus und vor allem die Umverteilung des Vermögens durch den Zins angeht, hat er allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen. …”
Eben nicht nur das. Die Freiwirtschaft von Gesell ist das, was auf Dauer überhaupt funktioniert! Siehe:
http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/gesell/nwo/
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