In der täglichen Flut der desaströsen Meldungen gerät der Antriebsmotor der Krise bisweilen aus dem Blick. Man kann sogar die Erwartung lesen, dass es zu einer Bodenbildung im amerikanischen Immobilienmarkt kommen könnte. Mit diesem Argument setzt sich heute Menzie Chinn im Econbrowser auseinander. Der Chart macht die Dimensionen der Krise deutlich.
Wir stehen in den USA nicht vor dem Ende des Preisverfalls auf dem Immobilienmarkt, sondern haben wohl erst das Ende des Anfangs erlebt. Ein Rückfall auf das Ausgangsniveau – also etwa auf das Niveau des Jahres 2000 – ist das übliche Szenario. Weissgarnix hat dazu im März 2008 geschrieben:
“Vermutlich sind es derartige Überlegungen, die die FED und die Bankenwelt erzittern lassen, denn eine dieser Tage häufig gehörte Daumenregel lautet: “Brechen die Immobilienpreise in den USA um 20% und mehr ein, ist das gesamte US Bankenwesen Pleite.”
Nun hat Barack Obama in seiner Rede an die Nation den Tag der Abrechnung angekündigt. Das zentrale Ziel seiner Politik: Die Wiederherstellung der Kreditvergabe seitens der Banken. Die Banken sind zwar so Pleite wie es im Zitat zum Ausdruck kommt, leben aber als Zombie-Banken weiter. Sinnigerweise will sie die US Regierung einem Stresstest unterziehen, um zukünftige Verluste zu prognostizieren. Er gilt als Voraussetzung für das weitere Handeln. US Finanzminister Geithner hält die Verstaatlichung für keine gute Idee. Er will rekapitalisieren ohne zu verstaatlichen. Die Banken sollen die Unternehmen und Konsumenten mit Krediten versorgen, um den zerbrochenen Kreislauf aus steigenden Gewinn- und Einkommenserwartungen wieder in Gang zu setzen. Das führt zu steigenden Ausgaben und damit zu einer Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Der darauf folgende Aufschwung finanziert sich am Ende selbst. Das jüngst beschlossene Konjunkturprogramm wäre als eine Art Zusatzmotor zu betrachten. Auch Bill Gross hat so eine Idee. Weissgarnix berichtete schon. Er will etwas Badewassser einlassen, weil der alte Stöpsel defekt ist:
If the economy is viewed as a bathtub filled with water (credit) at two different times with two different levels, then draining it back down to the lower first level might reduce economic activity proportionately. Liquidate debt (credit) to 2003 totals and you just might reduce economic activity (GDP) to 2003 numbers as well. Whoops! That would mean a 10%+ contraction in the economy with unemployment approaching the teens. Keep that bathtub full!
Ben Bernanke spricht dagegen neuerdings in Anlehnung an Shiller von einer “irrational despondence” – einer irrationalen Verzagtheit – an den Assetmärkten. Die Investoren haben zwar Geld, investieren es aber nicht. Er sieht eine klassische Liquiditätsfalle. Die negativen Erwartungen führen zum Horten der letztlich von ihm selbst zur Krisenbewältigung erzeugten Liquidität – und demolieren damit unglücklicherweise den Wirtschaftskreislauf. Bernanke will das Problem endlich durch eine Änderung der Erwartungen der Wirtschaftsakteure lösen. Eine interessante Sichtweise, deren Konsequenzen Ed Harrison so ausdrückt:
“This goes to the mindset here. What Ben Bernanke does not say but clearly suggests is that asset prices are being depressed artificially by ‘irrational despondence.’ Stepping in to offer a bid to these assets will lift them — at which point the despondence will go away and all will be fine with the world. This view is misguided because many asset prices are still above their long-term trend. This is certainly the case with house prices, where renting is still significantly cheaper than purchasing in many locales.”
Damit kommen wir zu Menzie Chinn. Die verfallenden Immobilienpreise sind offensichtlich kein psychologisches Problem. Sie sind lediglich ein Ausdruck für im Boom akkumuliertes überflüssiges Kapital, das in der US Wirtschaft keinen Gegenwert mehr findet. Es ist aber noch in den Assetmärkten eingepreist – und steht damit bis heute in den Bankbilanzen als positiver Vermögenswert. Die Banken haben diese Scheinwerte vor der Krise mit ihrer Kreditvergabe selbst erzeugt – und Bernanke hat nun wirklich alles getan, damit der Absturz nicht zu brutal ausfällt. Er hat wie ein Dukaten scheißender Esel Liquidität zur Verfügung gestellt. Nur so sind Phänomene zu erklären, dass sich etwa die Börsenkapitalisierung nichtfinanzieller Firmen immer noch weit über ihrem historischen Durchschnittsniveau liegt. Wir liegen mit Bill Gross in der Badewanne und wundern uns.
Nun vermutet Yves Smith eine romantische Sichtweise bei Ben Bernanke.
“What is amazing is the degree to which Bernanke has been unable to process what has happened over the last year and a half. It isn’t simply that he is trying to restore status quo ante; he seems to see the only possible operative paradigm as the status quo ante. Worse, he has a romanticized view of it too. We had a massive stock market bubble, followed by an even bigger asset orgy, with housing at the epicenter, but plenty of other types got dragged along with it. Having asset appreciation fueled by debt is NOT how a healthy economy operates. It is going to take some time for the excesses to work themselves through. Carmine Reinhart and Kenneth Rogoff’s study of major postwar financial crises have found stock prices take 3 1/2 years to bottom. But Ben believes the trend from here has to be up, and seems unable to consider that rather than the risk appetite being irrationally low now, it may have been irrationally complacent earlier.”
Bernanke als Romantiker? Wie romantisch … . Es ist viel profaner. Die irrationale Verzagtheit ist nämlich nur dann rational, wenn sich die Preisentwicklung nicht gemäß den Erwartungen Ben Bernankes anpassen sollte. Also alles teurer wird, aber alles deshalb nicht mehr wert sein muss. Man muss nur für Dasselbe mehr bezahlen. Das nennt sich Inflation. Das ist nicht der Status quo ante – es ist ein neuer Status quo. Was Bernanke hier versucht ist die Erzeugung von Inflationserwartungen, damit die Hortung von Liquidität tatsächlich irrational wird. Das hat Yves Smith nicht verstanden. Unter dieser Voraussetzung wird es auch sinnvoll einen Stresstest bei den Banken zu machen. Denn wenn der Preisverfall gestoppt wird, erlebt man wie von Zauberhand die Gesundung der Banken via Inflationierung. Dann wäre auch ein Szenario denkbar, das ansonsten völlig absurd erscheint:
“The stress test “worst” scenario is pretty silly and optimistic; 3.3 % decline this year, small rise next year. So not too much stress. That sets the parameters of necessary capital. If you believe Bernanke, most pass. They just won’t lend.”
Man muss nur das allgemeine Preisniveau an die nominalen Werte der sogenannten Assets anpassen – und auf einmal sind luftige Höhen ganz irdisch. Wie sagt Mr. Gross heute so schön:
“Will those checks create inflation? Let’s hope so provided it is low and stable over time. Policymakers are more than vocal about attempting to reflate the economy, which in essence means a hoped for return to nominal GDP growth levels of 5-6%, the majority of which might actually come in the form of higher prices as opposed to increased production.”
Von seiner Badewanne haben wir schon gehört. Er will neues Wasser einlassen. Er hat nur ein Problem: Monetär ist sie noch prall gefüllt. Siehe Menzie Chinn. Das kann er nicht übersehen haben. Dass zwar die Realwirtschaft auf dem Trockenen sitzt, sie aber von lauter Schaum in Form eines potentiell inflationären Geldüberhangs umgeben ist. Bernanke war eben nicht untätig.
Inflation und gleichzeitig wie blöd Staatsanleihen kaufen? Das sind keine wirklich guten Nachrichten für PIMCO. Bill Gross opfert sich in Wirklichkeit auf. Seine Gewinne aus Bankanleihen sind im Vergleich zu solchen Aussichten doch Peanuts. Eine gute Nachricht für Amerika – und eine Schlechte für die Allianz als der Shareholder von PIMCOs Anleihenbude. Weil eines hat noch nie funktioniert: Die Erzeugung von Inflationserwartungen ohne die Erzeugung von Inflation.
Das wäre eine als Hoffnung drapierte Form der Romantik. Ganz unromantisch ist zudem das Problem, welches Mr. Gross auf seiner Investorenkonferenz diskutieren will:
“But we’ll talk about … why safe secure income may be the most desirable investment in this evolving economic and financial crisis.”
Die Italiener hatten das Problem mit der automatischen Anpassung von Löhnen an der Inflationsentwicklung gelöst.
Die Investition in Sachwerte ist eine gute Idee, wenn Verzagtheit in diesem Fall tatsächlich irrational sein sollte … .
Ansonsten bleiben wir doch besser bei der Verstaatlichung von Banken und beim Haare-Schneiden für Investoren. Selbst wenn die in Asien sitzen. Zum Trost für Bill Gross das.
















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Soeben gab die Fed bekannt, dass 252 der 8.000 US Banken in finanziellen Schwierigkeiten sind.
Nach Greenspans “irrational exuberance” (es ging trotzdem aufwärts) nun Bernankes “irrational despondence” (es wird trotzdem abwärts gehen).
Ben, schmeiß den Heli an und lass Scheine flattern!
WIR warten …
… und kaufen dann. Versprochen.
@lübberding
Nun was ist denn da der Unterschied zu den letzten Jahren (Jahrzehnten)?
Nach Methode der 80er Jahre befindet sich die Inflation in USA auf einem Niveau von ca. 10% in den letzten Jahren.
Assets wurden einfach nicht in die Berechnung einbezogen – ansonsten läge die Infla noch wesentlich darüber. Denn für den Nichteigentümer ist die Wertsteigerung einer Immobilie – na was? INFLATION.
Die Preisentwicklung seit 2000 konnte nie und nimmer werthaltig sein. Die erzielbaren Mieten – so es sie gäbe – konnten nicht einmal die Zinsen bezahlen.
Glaubst du tatsächlich immer noch es geht um die “Rettung” der Realwirtschaft? Kann ich mir nicht vorstellen.
Wer wird aus dieser Angelegenheit gestärkt hervorgehen??? Das ist die Frage aller Fragen.
Die geplante Krise nimmt ihren Lauf. Willst du wirklich wissen wohin?
Mit “Zombie Banks” als Grundlage des US-Finanzsystems wird es sicherlich nichts mit dem Aufschwung in den USA. Und wenn diese “Zombie Banks” auch noch – wie von der US-Administration gewünscht – den Kreditmotor anwerfen sollten, wird das Ganze sicherlich in ein Disaster münden.
Dass sich dieser herbeigesehnte “Aufschwung” auch noch wie von “Geisterhand” selbst finanzieren soll, ist auch nur wieder so eine Schimäre, die sich erwartungsgemäß kaum erfüllen dürfte. Wer weiterhin denkt, mit solchen “Voodoo Economics” Übungen, lasse sich der Aufschwung erzwingen, dürfte sich bald eines besseren belehren lassen.
Wenn man die Börsen als Barometer für die künftige wirtschaftliche Entwicklung nimmt, haben die Märkte schon ihr Urteil über die Wirkungsweise dieser ach so tollen Ausgaben- und Verschuldungsprogramme/-exzhesse gesprochen. Und das lautet ganz einfach: “bullshit”!
http://1.bp.blogspot.com/_bvMmWBYjDwQ/SQl2ephr9UI/AAAAAAAAAZU/mOCp7d0MlL0/s1600-h/timescartoon.jpg
Und ich hätte das fast so verstanden, daß die Banken unter sich selbst etwas zu viele Kredite vergeben hätten. Kredite, für die niemand die Zinsen aufbringen konnte. GeldDerivate, für die die Schlaumeier jetzt Geld haben wollen. Geld vom Steuerzahler. Dagegen sind die Immobilienkredite, Kreditkartenschulden und Autokredite doch wohl falsche Fuffies.
http://thelastminute.typepad.com/blog/fluffy.jpg
Opel darf nicht sterben. Frank Walter Steinmeier am 26.2.2009
Flaschen Sammler am Hauptbahnhof
aber Opel darf nicht sterben
Obdachlose im U-bahn Schacht
aber Opel darf nicht sterben
Seelischer Krüppel kommt aus Afganistan zurück
aber Opel darf nicht sterben
Der Klimawandel zerstört meine Welt
aber Opel darf nicht sterben
Schlangen vor der Tafel
aber Opel darf nicht sterben
Bettler vor Prada auf der Kö
aber Opel darf nicht sterben
Tausende tote im Irak
aber Opel darf nich sterben
Verhungerde Kinder in Afrika
aber Opel darf nicht sterben
Verbrannte Kinderleichen im Gaza
aber Opel darf nicht sterben
Die Welt ist eine Scheibe und ich scheiss drauf
hauptsach der Opel über die Strassen braust
@Nanuk
Die Schicksale der einzelnen Menschen sind meisst tragisch. Mir tun die einzelnen Banker leid, deren Träume geplatzt sind. Sie hatten ja nur ihren Job gemacht und auf einmal ist der Ofen für viele aus. Genau so, wie beim Fliessbandarbeiter bei Opel. Mit der Konzentration auf Einzelschicksale kommen wir nicht weiter.
Was man keinem verzeihen kann ist die selbstverschuldete Unmündigkeit.
@Goldenes Kalb
Das passiert wenn Einzelschicksale keine rolle mehr spielen…
http://www.youtube.com/watch?v=XdGwKt0tzgA
“Sie hatten ja nur ihren Job gemacht ”
Das ist die ekelerregendste Phrase die es überhaupt gibt, ich hoffe das ist den Schreiber klar….
Otaku
@Goldenes Kalb
Die Banker i.e.S. werden auch nicht die primär Betroffenen sein. Es erwischt die überaus innovationsfreudigen Mathematiker und Pysiker, die der Welt wunderbare Modelle beschert haben. Diese haben offenkundig einen Fehler: in Krisen gibt es blue screen. Die Herrschaften geruhen sich immer noch nicht zu “vertrauen”, ich schrieb schon seit Monaten, das ist Arbeitsverweigerung. Es sind doch die Wundertüten, die nur heiße Luft enthielten, die den Schaden anrichten und nicht fundamental werthaltige Papiere, wie z.B. Anleihen. Es ist genug Geld da. Nur daß das in Staatsanleihen “investiert” wurde. Da ist aber auch das Problem, wenn die Staatsanleihen-Superblase platzt, brennt die Luft. Dann gehen die Zinsen durch die Decke, das wiederum zerlegt dann die angeschlagenen Industrieunternehmen.
Was ich die ganze Zeit vermisse, ist das Weiterreichen niedriger Zinsen an die Unternehmen. Und das birgt dieses Mal (früher haben die Banken auch über quasi – Deflationen den deutschen Mittelstand schikaniert und ruiniert) ein erheblich höheres Risiko.
Die Lösung des Problemes ist keine bad bank und auch keine Bankenrettung. Die Lösung des Problemes ist die Gründung einer good bank, der Rest soll mal ruhig untergehen, falls er geruht, sich weiterhin nicht zu “vertrauen”.
@nanuk
Leider würden auch dieses Mal nicht die Täter als Minenhunde vorgeschickt werden. Also sollten wir sowas vermeiden.
Die Berichterstattung im Fernsehen über die Finanzkrise ist erbärmlich. Deshalb verfolge ich diesen tollen blog seit einiger Zeit und muss feststellen: ich weiss gar nix.
Jahnke schreibt zu den Antriebsmotoren der Krise:
http://www.jjahnke.net/rundbr51.html#fas
http://www.jjahnke.net/rundbr51.html#urs
Was halten Sie von Jahnkes Ausführungen?
>Nanuk, du Quell er unerschöpflichen bitteren Satire. 9//
Ja, die Romantisierung der Krise, des Leids. Die Entkopplung der menschlichen Wahrnehmung vom Leid hin zu einer Projektion einer “paradiesischen” Zukunft. Ein beliebtes politisches Machtmittel, welches gerade heute wieder Hochkonjunktur hat. Damals wie heute hat es erstaunlich gut funktioniert. Die Grenzen dieser politischen Suggestion liegen auf individueller und zeitlicher Ebene dort, wo der Einzelne selbst in der Scheiße sitzt oder er ernsthaft damit rechnen muss, in den Mist zu plumbsen. Dann versagen die Verdrängungsmechanismen . Erst dann setzt bei den meisten werten Mitbürgern die Solidarisierung mit den Betroffenen ein. Drum juckt es im Alltag niemanden mehr, wenn die Neger in Afrika verhungern.
Deine Beiträge sind doch immer wieder köstlich bösartig. Danke dir. Nur diesmal …
Ich habe mir deinen Link angesehen. Toller Kontrast, zunächst meinte ich aber, dass irgendwie das Tüpfelchen auf dem “i” fehlte, doch dann kam es doch noch, wenn auch steigerungsfähig … – ein paar Tote! Leider hat der Übergang vom Leben zum Tod in Ton, Nahaufnahme, Farbe und Zeitlupe gefehlt. Na ja, auch du stößt halt manchmal an die Grenzen deiner medialen Ressourcen.
Woher kommt deine immense Kreativität? Bist du außer im Blog auch noch woanders medial tätig? Solltest du sein, ganz ehrlich.
Freilich bist du mir manchmal zu hart, aber das ist gut so. Dein Verdienst hier ist ohne Zweifel, dass du konsequent die Sicht der Dinge verquerst, subversiv unterhöhlst und auf einfache ehrliche Art dem teilsweise hier abgehobenen, entmenschlichten theoretischen Geplabber Realitäten entgegenstellst, die wie ein Stachel im Arsch der Theorieakrobaten hier wirken. F.lübberding und wgn, ich schätze eure Beiträge ebenfalls.
Das ist dein Verdienst und …
ich muss auch noch grinsen, nicht selten gar lachen. Bin mir manchmal aber nicht mehr sicher, ob man noch grinsen darf.
Eines ist mir aus meiner anwaltlichen Tätigkeit längst klar geworden, die Diskussion um Hartz IV-Empfänger und Armut hier in Deutschland ist extrem verlogen und klischeehaft. Im Grunde steht dahinter zweierlei, nämlich Angst und Neid. Der Neid ergibt sich in der öffentlichen Wahrnehmung aus dem banalen Umstand, dass die Hartz-IV Typen rauchen, saufen und auf der Terrasse sitzen (die Sozialwohnungen werden ja immer schicker), oder in der Kneipe grölen. Die Auffälligen werden wahrgenommen. Währenddessen hetzt unsereins durch den Tag und irgendwie reicht es trotzdem nicht und wir müssen auch noch befürchten, alles zu verlieren. Die Angst resultiert zudem daraus, dass man durchaus die Hoffnungslosigkeit der Armut erahnt, was einem doch irgendwie die Seele belastet. Es wird uns immer wieder die Gefährlichkeit dieser Randgruppen mehr oder weniger direkt erklärt, die angeblich uns Steuerzahler, unser Welfare-System gefährden. Irgendwie erscheint die Armut auch noch als ansteckend. Wir könnten uns also mit dem Armutsvirus infizieren und erkennen, dass sie einem meistens ebenso aufgezwungen wird, wie dem Baby der Hunger in Afrika. Setzt sich diese Erkenntnis durch, passiert etwas. Die Grundfesten unseres Glaubens, nämlich dass jeder in unserem System etwas werden kann, sein Leben in der Hand hat, wenn er nur will, würden damit zerstört. Deshalb ist Mitgefühl nicht angesagt, lieber Nanuk. Deshalb wäre es wichtig, dass man sich mal in dieser Situation wiederfindet und die Hoffnungslosigkeit, die für die weit überwiegende Zahl der Leistungsempfänger besteht, spürt. Geschieht es zu selten entsteht gesellschaftliche und politische Arroganz, die sich zunehmen von Humanität entfernt. Für mich immer wieder deutlich erkennbar wird dies in der Familienpolitik in Deutschland, die ich für grottenschlecht halte. Schlagwort: Kinder als Armutsrisiko. Viele von euch werden es nicht glauben, wie brutal wahr das ist.
Du schaffst einen harten Kontrast zum gesellschaftlichen Mainstream- Umgangston, der hier doch vorherrscht.
Das trägt zur Erdung und Orientierung durchaus bei.
Nette Grüße
Ähem … darf ich zum eigenen FAZ-Blog gratulieren?
@bluedet
http://www.youtube.com/watch?v=lhmjnYKlVnM
@otaku
Damit, dass jeder nur “seine” Arbeit gemacht hat meine ich, dass diese Menschen ihr Dasein und Wirken nicht in einem globalen Zusammenhang betrachten. Darin kann man ihnen einen Vorwurf machen.
@Nanuk
Ich meine die Überbetonung von Einzelschicksalen, die ein verzerrtes Gesamtbild ergibt. (Nützlich als Propaganda) Nicht dass Einzelschicksale nichts mehr zählen, sondern dass die Einzelschicksale von allen Beteiligten zumindest annähernd gleich viel zählen. Darauf will wahrscheinlich auch dein Gedicht abzielen, aber es wirkt auf für mich wie billige Gutmenschenpolemik.
@Michael
Die Modellbauer sind nur Werkzeuge, die ihrerseits wieder Werkzeuge bereitstellen. Man kann ihnen natürlich vorwerfen, dass sie im System geblieben sind und nicht wie otaku ausgestiegen.
@Goldenes Kalb
http://www.youtube.com/watch?v=RNu8nebmlzo
Konstatiere ich konstatierte bereits:
“Analerotik des Geldwesens war gestern: heute ist monetaristisches Deepthroating angesagt! (Replik auf WEISSGARNIX)” ( http://beltwild.blogspot.com/2009/01/finanzkrise-finanzmarktkrise-analerotik.html )
beziehungsweise::
Kipper, Wipper, Notenbanken ( http://beltwild.blogspot.com/2009/01/die-credit-default-swaps-als.html )
@bluedet
Familienpolitik nach Wiener Art:
Gratis-Kindergarten für alle kommt in Wien ab Herbst
27.02.2009 | 18:24 http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/456602/index.do
Als erstes Bundesland führt Wien den Gratiskindergarten für alle Kinder ab der Geburt ein. Damit müssen Eltern ab dem Herbst nichts mehr für die Betreuung in den städtischen Kindergärten zahlen.
…
Die Kosten für den Gratiskindergarten in Wien belaufen sich auf geschätzte 75 Millionen Euro. Ein Hauptgrund für die Einführung ist: 49 Prozent der Wiener Volksschüler haben eine andere Muttersprache als Deutsch; 21,7 Prozent haben eine andere Staatsbürgerschaft. Mit dem Gratiskindergarten möchte die Stadt Wien auch Kinder mit Migrationshintergrund, die kaum Deutsch sprechen und nicht den Kindergarten besuchen, in die Kindergärten bringen. Dank spezieller Sprachförderung sollen sie dann bei Schuleintritt dem Unterricht folgen können. …
Flaschen Sammler am Hauptbahnhof
aber Bono prellt die Steuer
Obdachlose im U-bahn Schacht
aber Bono prellt die Steuer
Seelischer Krüppel kommt aus Afganistan zurück
aber Bono prellt die Steuer
Der Klimawandel zerstört meine Welt
aber Bono prellt die Steuer
http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/telegramm/unterhaltungs-telegramm,rendertext=7518974.html
Schon schlimm, dieses Einzelschicksal von diesem Bono…
Ist der nicht ein Ukrainer? Kenn mich da nicht so aus…
Wenn er immer pupst, ist es ein Russe,
wenn kein Gas kommt, ist´s ein Ukrainer.
“The stress test “worst” scenario is pretty silly and optimistic; 3.3 % decline this year”
Die 3.3% kann Bernanke vergessen. In Q42008 waren es über 6% aufs Jahr gerechnet. Es ist alles ein bisschen so wie in Monty Pythons “Der Sinn des Lebens”, als der Dicke im Restaurant geplatzt war: widerlich, unglaublich, überwältigend. Wie sind wie die Fische im Aquarium.
“gerät der Antriebsmotor der Krise”
zum 5000. Mal , der Antriebsmotor der Krise ist die exorbitante Verschuldung im System dass immer im Kontratieff Winter zurückgefahren wird.Der Immomarkt in den USA war nur dass was für den 1.WK der tote Erzherzog war.
END THE FED !
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