Zu meinen Berliner Zeiten joggte ich regelmäßig im Tiergarten, von Charlottenburg kommend, die “Straße des 17. Juni” entlang, auf Höhe des Brandenburger Tors rüber Richtung Sony-Center, und dann zurück, das Architekten-Disneyland des Potsdamer Platzes hinter mir lassend, dabei jedoch nur gegen die ästhetisch noch wesentlich übleren Zeugnisse experimentellen Gebäudedesigns eintauschend, wie sie sich wirklich nur staatliche Bauherren für ihre diplomatischen Vertretungen aufschwatzen lassen konnten. Das Ende des “grünen” Teils der Route markierte eine kurze Passage entlang des Landwehrkanals, bevor mich auf Höhe der Technischen Universität die in Beton gegossene Realität der Stadt wieder einholte.
An besagtem Landwehrkanal steht eine unaufdringliche, für den die Seele baumeln lassenden Spaziergänger, und den auf dieser Etappe der Strecke bereits merklich “außer Puste” befindlichen Jogger sowieso, kaum wahrnehmbare Gedenksäule, die an das dunkelste Kapitel der deutschen Sozialdemokratie erinnert, welches mit der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, an gleicher Stelle exakt heute vor 90 Jahren, wenn schon nicht seinen Auftakt, dann zumindest doch seinen vorläufigen Höhepunkt erfuhr.
Die ZEIT setzt sich in ihrer heutigen Ausgabe über eine volle Dreiviertelseite (das restliche Viertel beansprucht die Werbung für die 12er-DVD-Sammlung zu Ludwig Erhard) mit dem Thema auseinander, weniger um die Toten zu ehren, als ihre Mörder zu schmähen. Gegenstand des Beitrags, der bereits im Titel “Die Noske-Pabst-Connection” alles wesentliche vorwegnimmt, sind die Verschränkungen der seinerzeitigen SPD mit der militärischen Kaste, verkörpert durch die beiden Protagonisten Gustav Noske auf Seiten der Partei, und Waldemar Pabst, dem 1. Generalstabsoffizier der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, die im Zentrum der “Gegenrevolution” zur Abwehr der aufbegehrenden Linken stand.
Über den genauen Ablauf des Mordkomplotts gab es, angesichts diverser nachkriegsbedingter und auch durch die verständlichen Interessen der deutschen Sozialdemokratie beförderten Nebelschleier, immer schon allerlei Mutmaßungen in die eine oder die andere Richtung, sogar über einen “Exekutionsbefehl” seitens Noske wurde immer wieder mal spekuliert.
Das aber schließt die ZEIT nun aus, und stützt sich dabei insbesondere auf die Erkenntnisse des Drehbuchautors und Regisseurs Klaus Gietinger, der die Hintergründe und Abläufe des Tathergangs so akribisch recherchiert hat, wie nach Ansicht der ZEIT kein zweiter. Sie schreibt:
“Was das Verhalten Noskes in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1919 betrifft, so kann nach Gietingers Recherchen nunmehr ausgeschlossen werden, dass er einen direkten Mordbefehl gegeben hat. Aber er ließ offenbar durchblicken, dass er gegen eine “Exekution” Liebknechts und Luxemburgs nichts einzuwenden hatte. “Über das “dass” bestand also Einigkeit”, so Pabst in seinen Memoiren. “Als ich nun sagte, Herr Noske, geben Sie bitte Befehle über das “wie”, meinte Noske: “Das ist nicht meine Sache! Dann würde die Partei zerbrechen, denn für solche Maßnahmen ist sie nicht und unter keinen Umständen zu haben.”
Noske mag sich daher geziert haben, mit einem “offiziellen” Mordbefehl den Kreis “formell” zu schließen, aber für die Ausstellung eines “Freibriefs” reichte es anscheinend allemal. Dafür spricht auch, dass das spätere Verfahren vor dem Divisionsgericht, laut Gietinger einer der “schamlosesten Lügenprozesse der deutschen Rechtsgeschichte” darauf hinauslief, dass die Täter gewissermaßen “über sich selbst Gericht hielten”, geschützt durch die sozialdemokratische Regierung, und es daher nicht weiter verwundert, dass die Drahtzieher und Hintermänner völlig ungeschoren davonkamen.
Die ZEIT sieht mit Gietinger in den Geschehnissen um den 15. Januar 1919 einen Vorgriff auf kurz danach unter Beteiligung Noskes herausgegebene “Schießbefehle” zur Niederschlagung Aufständischer, die einer “Lizenz zum Töten” gleichkamen, und der in der Reichshauptstadt noch im März, also keine zwei Monate nach der Ermordung Liebknechts und Luxemburgs, weitere 1200 Menschen zum Opfer fielen. Und spannt man den Bogen ein wenig weiter, so die ZEIT, dann gibt dieses “Töten ohne Recht, das zur Normalität wurde“, auch einen Vorgeschmack auf spätere Praktiken von Wehrmacht und SS im Zweiten Weltkrieg.
Insgesamt also kein ruhmreiches Kapitel im Curriculum Vitae der deutschen Sozialdemokratie und auf jeden Fall eines, dass der ehrlichen und offenen Aufarbeitung harrt.
Ich jogge übrigens mittlerweile ganz woanders, der Verlauf der neuen Routen ist aber sowohl in historischer wie auch architektonischer Hinsicht noch nicht mal annähernd so aufregend. Dafür aber durchgängig “grün”.




















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Tags zuvor war nicht etwa ein bolschewikischer Umsturzversuch? Da sollte nicht etwa die deutsche Sowjetrepublik etabliert werden?
Nein. Es waren die mördlüsternen Bössozen (Bluthund Noske) , die ohne Grund harmlose Bürger auf der Straße ermorden ließen. Na ja, so kann man es auch sehen, muß aber nicht!
@meister
Aber ja, klar, “Ursache und Wirkung” habe ich doch jetzt glatt vergessen, wo doch sogar unsere Bundeskanzlerin noch am Silvester-Abend so eindringlich auf die Bedeutung von Kausalitätsketten verwies. Blenden wir also einfach analog den kompletten November und Dezember 1918 und das zwielichtige Handeln von so Leutchen wie Friedrich Ebert aus unseren Betrachtungen aus, dann wird sofort die “Abwehr eines bolschewistischen Umsturzversuches” draus, und wir können alle wieder beruhigt zu Bett gehen …
Hach, Geschichte kann doch so einfach sein!
@ meister
“Tags zuvor war nicht etwa ein bolschewikischer Umsturzversuch?”
Danke für den Anschauungsunterricht. Komisch, komisch, dass 4 jahre später der Haupttäter eines anderen Umsturzversuchs so unglaublich zuvorkommend behandelt wurde.
Jetzt verstehen wir schon viel besser, warum wieder einige Jährchen später der Reichstagsbrand völlig ausgreicht hat, um einem Terrorregime freie Bahn zu verschaffen. Die Blaupause wie wgn schon angemerkt hat, haben Sie gerade signiert.
@meister
“ein bolschewikischer Umsturzversuch” als Rechtfertigung für Mord! Was soll man noch dazu sagen.
@Eurooptimist
>komisch, komisch, dass 4 jahre später der Haupttäter eines anderen Umsturzversuchs so unglaublich zuvorkommend behandelt wurde.
So weit muß man keineswegs nach vorne spulen, um die wahren Interessenslagen herauszuarbeiten: der “Spartakusaufstand”, den meister wohl meint, und in dessen Zuge Liebknecht und Luxemburg verhaftet wurden, bestand – neben der Besetzung von ein paar Zeitungsredaktionen – im wesentlichen aus nicht mehr als einem “Aufruf zum Generalstreik” durch die KPD und die USPD.
Bereits 1 Jahr später hatten Ebert und Noske aber keineswegs irgendwelche Hemmungen, ihrerseits zum “Generalstreik” aufzurufen, als ihnen nämlich im März 1920 die Reichswehr die Partnerschaft aufkündigte und zum sogenannten “Kapp”-Putsch schritt. (der bekanntlich erfolgreich niedergeschlagen wurde).
Mein ganz bescheidener, eigener Take daher: die Ermordung von Liebknecht und Luxemburg war nichts weiter als das Aus-dem-Weg-räumen von potenziellen Widersachern.
Da es aber so gut wie keine größere Stadt in Deutschland gibt, in der nicht zumindest eine Straße oder ein Platz nach Friedrich Ebert benannt sind, werden in derlei Richtung laufende Mutmaßungen aber wohl für immer nur reine Spekulation bleiben …
Mythen der Geschichte! Dieses Ergründen-Wollen, dem ich mich selbst nicht entziehen kann, es liegt wohl in der Natur des Menschen. Ich war als Kind an einer POS, die den Namen Karl Liebknecht trug, und wurde wahrscheinlich mit der offiziellen DDR-Sicht der Dinge geimpft. Nun, ich weiß nicht mehr, wie sie lautete, angesichts dieses Artikels bin ich mir eh sicher, daß diese Sicht eh nicht den Tatsachen entsprach. Ähnlich geht es mir mit dem Reichstagsbrand. Gibt es da eigentlich eine entgültige Fassung?
@M. Schumacher
>Nun, ich weiß nicht mehr, wie sie lautete, angesichts dieses Artikels bin ich mir eh sicher, daß diese Sicht eh nicht den Tatsachen entsprach
Gemach, gemach. Ich bin sicher, mein sozialdemokratischer Freund und Co-Blogger Frank Lübberding brütet schon heftigst über einer empörten Entgegnung. Vielleicht lernen wir aus der ja wieder was Neues …
Ist ja gut.
Wenn´s der Wahrheitsfindung dient …..
Rosa und Karl die einzigen wahren Demokraten, friedfertig und gewaltlos – den Menschenfreund Ernst (Thälmann) nicht vergessen.
Die liebevollen, treusorgenden Väterchen Uljanow, Dschughaschwili und den braven Kaganowitsch hoch in Ehren, ein Kniefall vor Rosalia Salkind.
Auf der anderen Seite die Blutsudeligen (Ebert, Noske und Volksgenossen).
Wie gesagt, so kann man es sehen.
Wenn man es so sehen muß, bin ich weg.
@meister
Du musst keineswegs patzig werden: natürlich waren die damaligen Verhältnisse keineswegs schwarz-weiss, und der Herr Liebknecht bestimmt kein Kind von Traurigkeit. Aber er und Luxemburg wurden abgemurkst, einfach so. Und bolschewistischer Revolution und allem sonstigen Tschinderassabum zum Trotz: da sollte die SPD mal wirklich anfangen, ein paar dunkle Ecken in der eigenen Geschichtsdeutung ein wenig auszuleuchten …
@wgnx
glaube nicht, dass sie das je von sich aus tun wird. das war genau der punkt an dem die spd klar eine linie gezogen hat: gegen die einheitsfront, für den kapitalismus. das hat sich seitdem nicht geändert.
wehner machte die doppelmitgliedschaft von sds und spd unmöglich, schmidt ekelte die grünen raus und schröder hat schließlich nicht unwesentlich zur genesung der linkspartei beigetragen. das war freilich immer eine sache der führung, die spd-mitglieder an der basis stehen gewissen linken strömungen wahrscheinlich gar nicht ganz so skeptisch gegenüber.
allein von daher müsste f.l dir zustimmen (mein tipp) und das bedauern. der prozess, des in die mitte rückens der spd, ist inzwischen ja schon so weit fortgeschritten, dass der spd finanzminister auf den keynesianismus (ich nenne es jetzt mal so, wirtschaftlich fachkundigere mögen mich korrigieren) pfiff, als selbst schon amis und engländer derartige rezepte wieder auspackten.
das resultat ein aderlass an parteimitgliedern ungekannten ausmaßes. ich als sehr sozialdemokratisch sozialisierter mensch sehe das zumindest so.
Bei den Tötungen von Liebknecht und Luxemburg handelte es sich bestenfalls um Totschlag, wahrscheinlich sogar lediglich um Körperverletzung mit Todesfolge. Beide waren ausgemachte Kriminelle, die den Tod hundertfach verdient hatten. Wahrscheinlich würde hier auch über die “Ermordung” von Lenin und Stalin herumlamentiert werden, wenn dies 1917 gelungen wäre … Leider war es nicht der Fall.
Beide waren ausgemachte Kriminelle, die den Tod hundertfach verdient hatten.
Und ich dachte imm er wir bezahlen extra für viel Geld Gerichte und leisten uns den Luxus eines Rechtsstaates um das festzustellen…
Boy, have I been wrong.
@martin möller
Das ist der ekelhafteste Beitrag, den ich in diesem Blog je lesen musste.
@Karl @edicius
“Archiv der Monarchieliga”
mit so wunderbaren Texten wie
“Die Monarchie ist das geringste Übel – und die Möglichkeit von etwas Gutem”
Was erwartest du da einen lupenreinen Parlamentaristen einen anarchistischen Geist womöglich?
@ Nanuk
Von dem Kerl habe ich bis heute gar nicht gewusst:
http://www.weissgarnix.de/?p=809&cpage=3#comment-17620
@ weissgarnix
In letzter Zeit werden meine Kommentare oft geprüft, welch eine Ehre!
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Gegen-Trend-aus-Amerika-Trichet-verweigert-Nullzinsversprechen/461324.html
Also den Zeit Artikel habe ich noch nicht gelesen, weil mein Kiosk heute zu hat … aber der Artikel scheint mir nicht sehr über das Buch von Sebastian Haffner aus den 60er Jahren hinauszugehen. Tatsächlich hat Haffner damals – vor allem mit seiner bisweilen auch äußerst polemischen Charakterisierung von Ebert und Co. – im Westen eine Sichtweise diskussionsfähig gemacht, die vorher nur in der DDR vertreten worden war: Allerdings ging es bei haffner eben nicht in erster Linie um die Frage nach der Verantwortung der SPD für die Ermordung der beiden. Es ging – und hier jetzt mit Einschränkungen, weil alles aus dem Gedächtnis – in Haffners Verratener Revolution um die Frage, ob die SPD nicht 1918/19 den Bruch mit den alten Eliten verhindert hat – und zwar unter dem Deckmantel einer Abwehr bolschewistischer Umsturzversuche. Für eine Revolution waren die Spartakisten viel zu schwach … . Im Grunde revolutionäres Abenteurertum, befeuert von den Sowjets. Die Luxemburg hat ja auch erst zum Schluss mitgemacht. Es ging also in dieser Kritik nicht um die Machtübernahme eines deutschen Lenin, sondern um den Sturz der alten kaiserlichen Eliten, die als Feinde der neuen Republik auftreten würden. Also der radikale Bruch in Armee und Verwaltung, Schulen und Bildungsinstitutionen. Interessanterweise ist dieser Bruch später nur in der preußischen Polizei gelungen – die war bis zum Ende treu republikanisch. Der Kampf gegen die Spartakisten hat diesen Bruch verhindert – und war nicht mehr als ein Vorwand diese zentrale Auseinandersetzung nicht zu wagen. In Wirklichkeit waren die Spartakisten zwar hochgradig stümperhaft, aber sie hatten nie eine Chance auf die Macht. Man muss sich nur die Ergebnisse der Wahlen zur Nationalversammlung ansehen, dann wird dieser von der bürgerlichen Geschichtsschreibung “Spartakisten Aufstand” genannte Aufstand als reines Abenteurertum ohne jede Unterstützung in der Bevölkerung erkennbar.
Wie gesagt: Es ging nicht um die Bolschewisierung Deutschlands, sondern um die Schaffung einer parlamentarischen Republik – und dafür brauchte man revolutionäre Methoden, die man aber nicht von einem Ebert erwarten konnte.
Zudem ist man sich heute eigentlich einig, dass sowohl die innenpolitische Lage – nämlich der Separatismus in Teilen des Reiches inclusive der desaströsen Versorgungslage durch die alliierte Blockade – als auch die außenpolitische Situation die Existenz des Reiches bedrohten. Man wollte auf jeden Fall die Besetzung durch die Alliierten vermieden. Und gleichzeitig musste man den Krieg beenden – die Armee war faktisch einsatzunfähig. Und nur ein Rathenau meinte ernsthaft gegen diese Bedrohung eine Art Volkskrieg führen zu können. Die Partei wusste aber, dass die Arbeiter diesen Krieg nicht mehr wollten – um keinen Preis. Deshalb griffen sie ja auch auf die Freikorps – also vagabundierende Banden – zurück. Die SPD war einfach nicht in der Lage eine demokratische Miliz zu schaffen, die die innenpolitische Lage konsolidieren konnte. Gleichwohl hätte man sich mit diesen Gangstern nicht ins Bett legen dürfen. Nur die Spartakisten waren nur bedeutend in der Erinnerung an eine große Theoretikerin … . Ich bin fest davon überzeugt, dass die Luxemburg am Ende wie Paul Levi zur SPD zurückgekommen wäre. Die Stalinisten hätten sie übrigens später ermordet – und die Nazis auch, wenn sie sie denn in die Hand bekommen hätten.
Man kann also die SPD der Jahre 1918/19 hart kritisieren – aber die Luxemburg und Liebknecht waren dabei das geringste Problem.
@mylli
Hat nix mit dir zu tun. Tatsächlich habe ich seit dem upgrade eine Menge Kommentare freischalten müssen, von denen mir auf den ersten Blick nicht klar ist, warum sie überhaupt zurückgehalten wurden … kann mit der neuen Version zu tun haben, muß ich am Wochenende mal in Ruhe checken.
#19, #20:
Das Problem habe ich auch andauernd (auch schon mit der
alten Version). Nach meiner Beobachtung kommt die
Prüfung immer dann, wenn der Kommentar einen Link auf
eine der Seiten unter http://www.weissgarnix.de enthält.
Verstehe … na, wer auf so einen Schmierfinken verlinkt, dessen Kommentare sollten mit Recht geprüft werden!
@fl
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Luxemburg am Ende wie Paul Levi zur SPD zurückgekommen wäre.
An WELCHEM Ende denn? 1998?
Es gab vorher schon ein Ende, nämlich 1914, als die Sozialdemokraten, nach langem, internationalistischem Getöne, als es drauf ankam kniffen und die Kriegskredite bewilligten. Das war der Zeitpunkt, zu dem sie das Bündnis mit den alten Eliten geschlossen haben. Und darüber gibt es einige erschütternde Kommentare von Rosa Luxemburg.
Alles andere folgt daraus, nicht aus 1918, da galt bereits: mitgefangen, mitgehangen.
“Kampf gegen die Spartakisten hat diesen Bruch verhindert – und war nicht mehr als ein Vorwand diese zentrale Auseinandersetzung nicht zu wagen”
es ist halt doch die frage ob die spd sich nicht doch mit ihrem eigenen fleisch hätte einigen können. danke an mylilli für den link. vielleicht wäre ein proudhon deutschland gerade in der frage doch besser bekommen als marx…hätte, wäre, nunja.
@edicius
Sehe ich ganz ähnlich.
@mylli
Klingt doch nach meinen Forderungen oder? Kleiner ist Feiner!
@Alle
Ich hol mal spaßeshalber gaaaanz weit aus und behaupte, der Grundkonflikt der Sozialdemokraten geht zurück bis in die Tage der Parteigründung und der Polarisierung zwischen Marxisten und Lasallianern. Lasalle träumte ja bekanntlich von einer harmonischen Koexistenz der Klassen im preussischen Militärstaat, wo Karl Marx die Diktatur des Proletariats im institutionellen Rahmen einer Demokratie forderte.
Wer sich Marxens “Kritik des Gothaer Programms” mal durchliest, ein Vergnügen, das ich über die Weihnachtsfeiertage dank der freundlichen Aufmerksamkeit meines Antiquars hatte, der mir das Büchlein als Zugabe schenkte, der wird sich über alles danach kommende eigentlich nicht groß wundern. Marxens und Engels Kommentierungen, im offiziellen Feedback an die SPD und in privaten Briefwechseln, offenbaren da eine Menge.
Man muß da nicht mehr hineininterpretieren, als nötig. Aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass aus diesem Grundkonflikt resultierende Kräfte selbst heute noch wirken, vor kurzem etwa beim “Abschuß” Ypsilantis.
@wgnx.
Genau das meinte ich mit dem Hinweis auf Proudhon (= gemeinsamer Kampf Mittel- und Unterschicht) vs. Marx (= Klassenantagonismus- hart gegen Kleinbürger). In der französischen Linken gibt’s halt eher ein Einverständnis (siehe partie socialiste, die doch immer halbwegs mit den Kommunisten klarkam, auf jeden Fall besser als die SPD mit allem links von ihr).
Oh ihr Fordert hier etwas was die Eliten fürchten wie der Teufel das Weihwasser!
Die Mittelschicht verbündet sich mit den Armen dann wirds heiss in Deutschland.Wird aber nicht passieren, noch nicht dafür ist die Zeit noch nicht reif.Nicht nach oben nach unten schauen das währe der mentalitäts wechsel der nötig währe dafür muss erst einer Generation der aufstieg verweigert werden und die Mittelschicht sich von den Eliten noch weiter entfernen.Wartet mal noch 10 Jahre in Griechenland war es ja fast so weit.
dafür muss erst einer Generation der aufstieg verweigert werden
Ich dachte das passiert grade. Oder was ist die “Generation Prktikum” und Einstiegsgehälter bei Geisteswissenschaftlern von 700 € sonst? Nur scheinen die meisten Leute die ich kenne zu müde für die Revolution. Dafür ist auswandern grade irgendwie “in”. Das ist jetzt allerdings leider schwieriger geworden. Ich bin gespannt.
Das Buch “Eine Leiche im Landwehrkanal” von Klaus Gietinger ist wirklich sehr lesenswert.
> http://www.edition-nautilus.de/buecher/gietinger/pol_rosa.html
# 29
Richtig.
Es ist die Mittelschicht, die ein falsches Bild von der ‘Unterschicht’ hat. Es wird jeden Tag über die Massenmedien manifestiert.
Eine besondere Sicht ermöglicht ein versuchter ‘Wiederaufstieg`.
Ich verstehe wirklich nicht, warum man sich hier mit der Unmenschlichkeit solidarisiert! Ist Inhumanität Sinn dieser Netz-Präsenz? Noske war ein in jeder Hinsicht honoriger Mann, der das Richtige für Deutschland getan hat.
@ Martin Möller
Wenn man meint Pinochet sei das Beste was Chile je passiert ist, kann man sicher auch Noske einiges abgewinnen…
leider agierte noske halt auch etwas inhuman. finde das passt so gut zum ayn rand-zitierer im nächsten post…
Ich bestreite, daß Noske “inhuman” agierte. Er handelte maßvoll und verantwortungsbewußt – dies kann man den Sozen nach ihm nun wirklich nicht atestieren. Sonst hätte es nie einen NS gegeben. Ich fordere die Umbenennung der Willy-Brandt-Allee Berlins in Gustav-Noske-Allee. Kaum sagt man mal was Positives über einen Demokraten, dann paßt es auch wieder nicht …
bloss weils noch keinem aufgefallen ist, oder es vielleicht absichtlich verschwiegen wurde:
Die SPD tolerierte bzw. lehnte sich seinerzeit vorab nicht dagegen auf,
daß 1919 mit K.L und R.L.
zwei Juden in aktiver Fuehrungseben der Kommunisten gezielt und mordhaft zu eliminiern seien, und letztlich eliminiert wurden!
Und bis heute hats der SPD nicht geschadet!
Man stelle sich mal vor, heute wuerde sowas geschehen!
SPD Verbot waere obligatorisch!
@martinmöller
Am besten trollst du dich wieder auf deine “Heimseite” und betest dort weiter die Deutschen Heiligen an. Oder, auch ‘ne Idee: du schreibst endlich mal den allerersten Beitrag im Forum der Monarchieliga: von “Domus Gloriae” bis “Der Erste Weltkrieg” wartet dort alles noch jungfräulich auf deine werthaltigen Ergüsse.
In in der DDR-Schule wurden uns Luxemburg und K. Liebknecht als die großen deutschen Arbeiterführer verkauft, wie jetzt noch bei den Linken, siehe Demo in Berlin.
Die Luxemburg war weder deutsch, eher polnisch-jüdisch, was keine Kritik an diesen Völkern bedeutet, und auch keine Arbeiterführerin, höchstens eine Bolschewikenführerin.
Der K. Liebknecht war wohl eher ein dandyartiger Möchtegern- Arbeiterführer aus Familientradition heraus.
Das ostdeutsche Bild zu diesem Thema habe ich jedenfalls gründlich satt, nachdem ich mal mehr dazu zu lesen bekam. Bleibt mir bloß vom Acker mit Luxemburg+Liebknecht.
@edicius
Ekelhaft, Dein Geschmiere …
@#23
Hier noch der Link:
http://www.mlwerke.de/lu/luf_2.htm
Wann und wo hat es denn einen Krieg gegeben, seit die sogenannte öffentliche Meinung bei den Rechnungen der Regierungen eine Rolle spielt, in dem nicht jede kriegführende Partei einzig und allein zur Verteidigung des Vaterlandes und der eigenen gerechten Sache vor dem schnöden Überfall des Gegners schweren Herzens das Schwert aus der Scheide zog? Die Legende gehört so gut zum Kriegführen wie Pulver und Blei. Das Spiel ist alt. Neu ist nur, daß eine sozialdemokratische Partei an diesem Spiel teilgenommen hat. R.L.
@Martin Möller
>Ich bestreite, daß Noske “inhuman” agierte.
Das ist eine reine Defintionsfrage. Mengele dachte das bekanntlich auch nicht.
>Er handelte maßvoll und verantwortungsbewußt –
das allerdings glaube ich wieder weniger. Die ultima ratio, nämlich seine Widersacher ohne Umschweife umzubringen, kann man schlecht “maßvoll” nennen.
>Kaum sagt man mal was Positives über einen Demokraten, dann paßt es auch wieder nicht …
du scheinst mir ja ein echt witziges Kerlchen zu sein
@der pommer
Ich muß gestehen: über den historischen Bezug hinaus sagt mir Liebknecht kaum was. Und Rosa Luxemburg war auf jeden Fall eine begnadete Kapitalismus-Versteherin, über deren politische Arbeit ich allerdings auch nur recht wenig weiss. Inwieweit die beiden also als “Arbeiterführer” dieses oder jenes, oder gar ganz was anderes gemacht haben, kann ich nicht beurteilen
@weissgarnix
Ich verstehe wenig von Kapitalismus-Verstehern, sehe mir aber gerne konkrete Lebensläufe und Umstände von Schreiberlingen und sonstigen Prominenten an, um ihre Glaubwürdigkeit für mich zu prüfen. Notwendigerweise wird man da enttäuscht.
Die Story von L+L wird ja wohl gerade wieder von den Linken als Supermythos inszeniert, um die Masse zu begeistern und zu verführen. Es gibt ja viele andere Beispiele für so üble, falsche Personenmythen und Massenpsychosen.
Warum machen sie das? Na sie wollen auch an die Fleischtöpfe, an die vielen fetten Posten, egal wie. Moral? Null.
Da sind wir übrigens wieder in der Nähe von Sloterdijk, der so Worte wie Arbeiterklasse etc. als reine Kampfbegriffe ohne soziologische Basis bloßstellt. Es sind Konstruktionen von Leuten, die in der Regel keine allgemein guten Absichten damit verfolgen.
@der pommer
Notwendigerweise wird man da enttäuscht.
Ach ja? Wo enttäuscht denn bitteschön der Lebenslauf von Rosa Luxemburg? Fällt mir nichts ein – aber dir als Biographie-Experten doch bestimmt, wenn du dich in diesem Fall schon so bestimmt äusserst, oder?
Es sind Konstruktionen von Leuten, die in der Regel keine allgemein guten Absichten damit verfolgen.
goodnight würde hier sagen, dass es was anderes als Konstruktionen sowieso nicht gibt, insofern höbe die Kritik sich hier selber auf. Aber das wäre mehr ein Punkt an goodnight, nicht an einen “der pommer”, dem zu Luxemburg zunächst “weder deutsch, eher polnisch-jüdisch” einfällt. Was “keine Kritik an diesen Völkern” bedeuten soll. Ich frage mich nur: Was soll es denn dann bedeuten?
Doch offensichtlich, dass Luxemburg keine “richtige Deutsche”, (geschweige denn ein “Pommer”) gewesen ist. Und? Worauf soll uns das schliessen lassen? Mir fällt da nix ein, jedenfalls nix gutes…
Also heute morgen hat mein Kiosk wieder auf und ich konnte den Artikel von Volker Ullrich lesen. Was ich schon interessant finde, und bei Ullrich etwas überraschend, ist das Fehlen der von mir geschilderten politischen Umstände. Aber was in dem Aufsatz wirklich wichtig ist, und deshalb hat Ullrich sozialdemokratische Historiker aufgefordert, sich mit dem Fall Noske noch einmal zu beschäftigen, ist die Widerlegung folgender Erkenntnis des großen Arthur Rosenberg:
“Es liegt nicht der geringste Beweis vor, dass die mehrheitssozialdemokratischen Volksbeauftragten die Ermordung Liebknechts und Rosa Luxemburgs gewünscht oder gebilligt haben.”
Das ändert selbstredend die Diskussionsgrundlage. Denn die Billigung der Ermordung ist etwas anderes als wenn die Freikorps auf eigene Rechnung gehandelt hatten. Dann kann man der SPD vorwerfen kann, dass sie sich mit denen eingelassen hat – und eben keine demokratische Miliz aufgebaut hat wie es der 1943 verstorbene Rosenberg für möglich hielt. Aber was ändert das? Nur eins: Der Bluthund Noske war ein Schweinehund – übrigens mit Weiterzahlung der Pension durch die Nazis. Und was wirklich völliger Unsinn ist, dass wenn etwa Karl-Heinz Roth in seinem Vorwort zu Gietingers Buch laut Ullrich von der “rechtsextremistischen Phase” der SPD spricht. Jetzt will ich nicht von Roths linksextremistischen Pahsen reden, wäre bloße Polemik: Aber diese “Rechtsextremisten” haben am 19. Januar Wahlen zur Nationalversammlung abgehalten. Und der Kult um die Luxemburg und Liebknecht hatte eben immer zugleich das Ziel der SED, den putschistischen Wahnsinn der Mehrheit in der KPD unter den Teppich zu kehren. Man muss sich ja nur die spätere KPD Entwicklung ansehen, um zu wissen, was gemeint ist. Und die haben etwa einen Arthur Rosenberg Und viele andere), die mit Ebert und Scheidemann äußerst kritisch umgingen, dazu gebracht die KPD zu verlassen und zur SPD zurückzukehren.
edicius, weissgarnix
Der Burgfrieden war 1914 in allen Staaten zu finden – spätestens nach der Ermordung von Jean Jaures war klar, dass die Internationale den Krieg nicht aufhalten konnte. Nur es gab danach genügend Handlungsmöglichkeiten – und die wurden nicht genutzt. Im Krieg hätte man den Burgfrieden früher aufkündigen müssen – wie es etwa Kautsky und Bernstein verlangten. Warum das letztlich nicht geschah? Weil sich die Mehrheitssozialdemokraten spätestens ab dem August 14 mit dem Kaiserreich identifizierten. Endlich wurden sie anerkannt und die Parlamentarisierung schien nur noch eine Frage der Zeit. Sie brachten Opfer – und das schien alles für die Katz gewesen zu sein, wenn man jetzt den Sturz des Kaisers betreibt. Marxisten wie Bernstein oder Kautsky sahen das eben – trotz aller ideologischen Differenzen – unsentimental. Genau daran hat es den Ebert und Scheidemann gefehlt.
Ach ja, die Kriegskredite von 1914.
Damals, es wird so 1975 gewesen sein, baute sich eine DKPist vor mir auf, und zeigte mit gestrecktem Arme auf mich: IHR HABT DEN KRIEGSKREDITEN ZUGESTIMMT! Soviel zum Thema: Vom Nutzen der Historie in der politischen Auseinandersetzung. Er hätte auch die rhetoische Frage; WER hat uns verraten?!! stellen und gleich mit SOZIALDEMOKRATEN!! beantworten können, aber Kriegskredite, das zeigte schon von gesundem historischem nicht Halb- sondern Zweckwissen.
Weissgarnix, worum geht es Dir eigentlich?
Zu wissen was war? Wer das will, gibt sich weniger hektisch, und, vor allem, verteilt keine Schuldzuweisungen.
Vielleicht wäre es einmal angebracht, eines aufrechten Demokraten zu gedenken. Gustav Heinemann,
Der, im Zusammenhang mit den 1968-er Protesten öffentliche sagte: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte nicht vergessen, dass er dabei mit mindesten zwei Fingern auf sich selber zeigt.
Ja, weissgarnix, wer jetzt auf einmal, fast hundert Jahre danach, verbalradikales ventiliert, muss sich schon fragen lassen, wat denn, wozu das Ganze.
1918, als das Kaiserreich seinen Krieg verloren hatte, schicke der Militärmachthaber Hindenburg die Politiker nach vorn, Mannesmut vor Siegerthronen, sozusagen.
Der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger bezahlte die Unterschrift auf dem Friedensvertrag mit seinem Leben. Erzberger kennt heute kaum noch einer, noch nicht einmal die, die sonst so gerne das Wort Tradition im Munde führen oder sich glaich zu Enkelinnen stilisieren.
Befund: Die Eliten des Kaiserreichs hatten fertig. Die Bürger hatten fertig. Die Arbeiter waren uneins, die Intellektuellen wussten noch nicht, wer in Zukunft Geld für schöne Worte geben würde.
Alles in allem, nicht unbedingt Zeiten, auf deren Akteuere man stolz sein kann. Von daher wäre Schweigen angemessen, alles, was mehr wäre als stilles Gedenken an die Opfer hohle Phrase.
Was aber tatsächlich gemacht wird: Die Geschichte wieder einmal zu instrumentalisieren.
Der unsägliche Befehlsempfänger Krenz, der nicht einmal in seienm Leben den Mut hatte, zu dem zu stehen was er tat oder was er tun wollte, so einer gibt heute das Opfer. Die unsäglichen Tschekisten vom MfS geben die Opfer, klar, wenn die Täter die Opfer sind, sind deren Opfer die eigentlichen Täter. Nicht der Verfolgende, der Verfolgte ist schuldig, um den Titel eines Werks von Werfel etwas abzuwandeln. Kennen wir, haben andere auch schon so gehalten.
Die Herren Gisy und Bisky, immer oben schwimmend, geben sich ebenfalls als Opfer. Sie beziehen sich auf Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Was sie nicht wissen, aber doch ahnen – die beiden hätten für solche Epigonen allenfalls Spott und Verachtung, und das zu Recht. Was sie wissen, aber nicht sagen, ist, dass die der Sozialdemokratie ihren Vordenker Eduard Bernstein gestohlen haben, und unsere Genossen Müntefering (Parteivorsitz) und Steinmeier (Kanzlerkandidat) haben das noch nicht einmal bemerkt.
Vielleicht wollen die es auch gar nicht merken, längst geht es nur noch darum, an den Trog zu kommen und Politik aus dem Augenblick, nach Kassenlage, Vorgabe der BILD und den tagesaktuellen Umfragen zu machen.
Das ist das eigentlich traurige an der Geschichte, wenn man sich überlegt, zu welcher Trivialität die Politik als Beruf verkommen ist. Wer weiss, wie in hundert Jahren über unsere Epoche geurteilt werden wird.
@fl
Weil sich die Mehrheitssozialdemokraten spätestens ab dem August 14 mit dem Kaiserreich identifizierten. Endlich wurden sie anerkannt und die Parlamentarisierung schien nur noch eine Frage der Zeit. Sie brachten Opfer – und das schien alles für die Katz gewesen zu sein, wenn man jetzt den Sturz des Kaisers betreibt.
Genau so war es, und so ist es noch mit der Sozialdemokratie.
Subaltern wie sie nun mal gesinnt ist, hält sie den eigenen Hintern ins von der Obrigkeit gelegte Feuer, wenn nur gerade die, aka “Bosse”, das als gut und patriotisch lobt und anerkennt. Die Interessen der eigenen Klientel – von Ideen zu schweigen, das war immer mehr “gefühlsbetont” – lässt man sofort wie eine faule Kartoffel fallen. Schliesslich “identifiziert” man sich mit was Höhrem, Kaiser und Vaterland und Deutsche Wirtschaft. Ein Generalbass, der von Ebert bis Schröder immer denselben, ekligen Ton produziert.
Es ist der sonore Soundtrack des Verrats und der Deppen (HG) als Endlos-Schleife.
@ edicius
Bitte keine Personen nach ihrem Namen beurteilen, vielleicht ist es nur ein harmloser Landschaftsname, sie wohnen halt dort, zufällig, können sie was dafür?
Danke, aber ich bin kein Biographiespezialist.
Was heisst das alle?
Polnisch-jüdisch heisst erst mal nicht deutsch. Das heisst die Interessenlage ist nicht identisch. Jede Einheit hat Interessen, soziale Gruppen, also z.B. Nationen haben Interessenlagen. Die muss man berücksichtigen, sonst negiert man sie selbst. Man soll sie nicht überbetonen, aber auch nicht negieren.
Wenn ich sage die Luxemburg war eher polnisch-jüdisch, sage ich auch, dass sie keine originär deutsche Vertreterin war, schon gar keine deutsche Führungsperson.
Das linkslibertäre Milieu ist doch traditionell, wenn es gut geht, international, aber vor allem gerne elitär und schicky-micky. Das hat doch nicht die Interessen des kleinen deutschen Michel vertreten. Insofern vertreten diese Leute auch nicht die normalen deuschen Interessen. Sie tun aber gerne so als ob.
Das ist ein bedeutsamer Charakterzug der Linken.
Das ist auch das, was ich dem Milieu um Luxemburg vorwerfe, mehr aber noch ihren Nachfolgern, die daraus politisches Kapital schlagen. Letzteres ist für mich nur noch pervers. Das grenzt an Leichenschänderei!
Diese Frau L. kenne ich nicht gut. Das ist alles auch lange her. Wer will die einzelnen Motive noch genau beurteilen. Vielleicht hatte sie ja gute Absichten. Woher soll ich das wissen?
Sie wollte aber die bolschewistische Revolution in Deutschland. Damit war sie nicht meine Interessenvertreterin und auch nicht die des normalen Bürgers in Deutschland. Wer das Gegenteil behauptet, lügt.
so ist es noch mit der Sozialdemokratie
Selten einen passenderen Kommentar gelesen.
ins von der Obrigkeit gelegte Feuer
Angewandter Luther-anismus, bzw. Protestantismus. “Rom über alles”. (Manche Leute glauben ja, Protestanismus wäre eine Antithese zum Katholizismus. Ausnahmsweise wäre hier Nietzsche zuzustimmen, wenigstens in seiner Rhetorik – das Christentum als Sklavenmoral.
Schliesslich “identifiziert” man sich mit was Höhrem, Kaiser und Vaterland und Deutsche Wirtschaft.
Das ist austauschbar. Insbesondere das, was du nanntest. Man identifiziert sich ausschliesslich mit SICH SELBST. Der Übermensch halt (wieder Nietzsche).
der sonore Soundtrack des Verrats und der Deppen
Die politische Rechte. Sie ist sich nur in Einem treu, die Verächtlichmachung des Intellektuellen.
Hier ein ganz aktuelles Beispiel:
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E4E7CF472613A486DACB5757D86A19E49~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Endlos-Schleife
ichichichichichichichich
WGnix im Artikel: “…das dunkelste Kapitel der deutschen Sozialdemokratie…”, dauernd vorbeijoggend…. (bei der Endorphinausschüttung bei diesem Vorgang brauch man bestimmt eine gewisse Zeit, sich derartig dezidierte Vorstellungen zu machen?)
Von all dem wusste ich nichts. War bestimmt keine “Gnade einer späten Geburt”, allenfalls Ignoranz. Stammt von daher der Spruch: “Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten.”?
Der Krieg der “Klassen” ist zuunrecht vergessen (worden). Obwohl er ein Schlüssel zum Verrständnis der Moderne ist und Phänomene wie Rassismus oder Antisemitismus in seiner modernen Form gar nicht ohne diesen (als Kampfmittel der Rechten bzw. “Reaktion”) verständlich sind.
Schade das man sich hier jetzt weniger über Rosa Luxenburgs als Mensch, Ökonomien, Revolutionärin austauscht und sich lediglich über ihre unterbemittelten Schlächter streitet,die meiner Meinung nach keine Erinnerung wert sind.Schlächter gab es leider immer und Söldner wird es auch immer wieder geben, denn deren Handwerk ist nicht besonders schwierig.
Man muß lediglich R.L. Ideology verstehen, um einschätzen zu können welche Gruppen ihren Tod wünschten:
Auzug aus ihrem Werk:Akkumulation des Kapitals, letztes Kapitel:
http://www.mlwerke.de/lu/lu05/lu05_398.htma
Wer im Endeffekt den Abzug betätigt hat, ist doch egal.
Es geht hier nicht nur um die Ermordung einer Person, sondern auch um die Verheimlichung ihrer Überzeugungen.
Nur “Bruchstueckmenschen” versuchen den “Menschen” staendig neu zu erfinden. Das Alter macht sie dann meist zu Renegaten, ist das nun tragisch oder Komisch?
Motto:
Warum sind die besten Historiker Österreicher?
Weil sie der ganzen Welt eingeredet haben, dass Hitler ein Deutscher war und Beethoven ein Österreicher.
ach ja, edicus, die alte Frage: Wer hat uns verraten?
Für Leute, die am Schreibtisch sitzend die ganze Welt erklären können, ist es auch nicht unangenehm, mit einem zeitlichen Abstand von etwa hundert Jahren alles mögliche besser gemacht haben zu können, als die damaligen Akteure.
Von wegen, Geschichte als Bericht darüber, was war, oder als Versuch der Sinngebung des Sinnlosen. Schliesslich sind wir Deutsche, und für uns ist Geschichte dazu da, die eigene Weltauffassung zu beweisen und zu rechtfertigen. Historisch-politische Eristik als Euphemismus für Polemik, könnte man dazu sagen.
Das mit der SPD am Vorabend des Weltkriegs ist nichts als die alte Volte, Täter zu Opfern zu reden, diesmal in der Variante, die Mitmacher zu Haupttätern zu reden und die Huapthähne zu Unbeteiligten.
Warum?
Was wäre denn gewesen, wenn die SPD-Fraktion die Kriegskredite im Reichstag nicht zugestimmt hätte?
Hätte dann der Kaiser seine Soldaten mit der Begründung nach Hause geschickt:
Männer, Deutsche, die Internationale verweigert Eurem Kaiser, seine tapferen Söhne im Feld löhnen zu können. Unter diesen Umständen sagen Wir, Wilhelm, den Krieg ab. Sollen die Russen, die Franzosen, die Engländer über Euch kommen, Ihr seid des Platzes an der Sonne, zu dem Wir Euch mit Gottes Hilfe führen wollte, nicht würdig. Wir werden nunmehr, eigedenk eures Verrats, den Staub Unseres Vaterlandes von Unseren allerhöchsten Stiefeln schütteln um fürderhin in Holland Holz zu sägen.
Von wegen. Es wäre auch ohne Reichstag gegangen, und gegen den Feind im Inneren gleich mit.
edicus,
das Deutsche Reich wollte den Krieg.
Der Kaiser und sein Reichskanzler wollten das.
Der Kaiser, weil er es nicht besser wusste und auch nicht besser wissen wollte. Der Kanzler, weil er Kanzler bleiben wollte und schlecht beraten war. Er hielt es für Politik, Russland zu besiegen, solange das noch ging; sich mit England in Weltmachtfragen anzulegen; gleich auch noch Frankreich in seinen Ambitionen zu kupieren und dazu noch auf dem Balkan für Ruhe zu sorgen. Beim Skat nannt man das, sein Blatt überreizen.
Das Militär wollte das.
Schliesslich waren sie dafür da, Krieg zu führen. Das war das einzige, was sie konnten und sie konnten es gut. Hinzu kommt der antrainierte Gehorsam, etwas anders als heute, wo der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes im Rahmen der Personalvertretung unter Gehprsamspflicht einen Verteidigungsminister desavouieren kann und darf.
wie gesagt, ein krieg galt damals als führbar, was sich dann als der eigentliche irrtum herausstellen sollte.
Das Bürgertum wollte das.
Weil denen das Schneidige von Wilhelm zwo imponierte, man wollte eben auch wer sein. Die Hochschullehrer bis hin zu den Volksschullehrern, alle waren für den Krieg. Die Hochschullehrer waren auch schon Antisemiten, das gehört nicht zu Thema, beweist aber nur, dass Akademiker auch Menschen sind und oft keine guten. Die akademische Jugend erst, denen war die ganze Zeitstimmung doch viel zu schlapp.
Und die Sozialdemokratie?
Die Sozialdemokratie war damals in etwa da, wo Die Linke heute ist: Einerseits, schon wegen dem Agitprop, will man das bestehende System umstürzen, sagt man.
Andererseits haben die Funktionäre die Ahnung, dass das nicht so schnell und vor allem nicht ohne Opfer geht. Eigene Opfer auch, weil auch die eigene erreichte Position gefährdet wird.
Von daher war mitmachen und für das Mitmachen dann auch einen Preis verlangen, politische Zugeständnisse, wirtschaftliche Zugeständnisse (wie freies und allgemeines Wahlrecht, wie ungestörte gewerkschaftliche Betätigung) eine durchaus realistische Position.
Übrigens war der Reichskanzler klug genug, als erstes Russland den Krieg zu erklären, mit der Begründung, einen bevorstehenden russischen Angriff auf das Reich (hier der Grenzverlauf: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/archive/4/42/20081211112700%21Deutsches_Reich1.png) abwehren zu müssen.
Nochmals:
Diese Diskussion ändert an bestehenden Verhältnissen nichts.
Wenn die Sozialdemokratie als politische Macht am Ende ist – es gibt genug Hinweise aus der jüngsten Zeit darauf, letzlich ist die Partei gespalten, sie hat weder Vorstellungen für die Gestaltung der Zukunft noch das Personal, solche Vorstellungen zu verwirklichen – bedarf es nicht des Rückgriffs auf längst erledigtes.
Wenn aber die Sozialdemokratie am Ende ist, wer dann?
Die CDU ist genauso am Ende. Letztlich nur noch ein Kanzlerwahlverein, der Frau Dr. Merkel (FDJ) an Ort und Stelle halten will, um die eigenen Posten und Pöstchen zu erhalten.
Die FDP, der Verein für echten Beachvolleyball Männer, schamloser Bereicherung und jetzt auf einmal Familiepolitik, nachdem der Steuerzahler für die Gier der Liberallalas in Haftung genommen wird.
Die Grünen, bei denen das Establishment noch immer geistig in den achtziger Jahren der alten Republik verharrt, dafür aber die Jugend wegbeisst.
Die Krise der Politik liegt viel tiefer. Letzlich muss sie sich neu erfinden. Willkommen im Fünfparteiensystem.
@Paul Prenzel
“das Deutsche Reich wollte den Krieg.
Der Kaiser und sein Reichskanzler wollten das.
Der Kaiser, weil er es nicht besser wusste und auch nicht besser wissen wollte. Der Kanzler, weil er Kanzler bleiben wollte und schlecht beraten war. ”
Warum wollte der Kaiser es denn nicht besser wissen und wer hat den Reichskanzler denn damals schelcht beraten?
@Paul Pretzel { 16.01.09 at 17:51 } #47
> Weissgarnix, worum geht es Dir eigentlich?
Ganz ehrlich? Ich wollte lediglich einen Blog-Beitrag schreiben und fand den ZEIT-Artikel einfach interessant. C’est tout.
>Vielleicht wäre es einmal angebracht, eines aufrechten Demokraten zu gedenken.
Olala, klingt gefährlich …
>Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte nicht vergessen, dass er dabei mit mindesten zwei Fingern auf sich selber zeigt.
Oho, schon wieder eine nette, kleine Abwandlung des platonischen Lichtstrahls. Philosophie kann ja so praktisch sein … bitte dabei aber nicht zu vergessen, dass es aber erst dieses nämlichen Lichtstrahls bedarf, um sowohl in der Emission als auch der Reflexion die Dinge zum “Leuchten” zu bringen, sprich den Raum zu erhellen. Oder anders gesagt: wieviele Finger dann schlußendlich wohin zeigen, und ob zu recht oder unrecht, läßt sich erst beurteilen, nachdem mittels des ersten Fingerzeigs damit begonnen wurde, überhaupt mal Licht ins Dunkel zu bringen.
> muss sich schon fragen lassen, wat denn, wozu das Ganze.
Ich halte es da ganz mit Aristoteles: “Ethik ist radikal!” Was dann dabei rauskommt, wird man sehen …
>Alles in allem, nicht unbedingt Zeiten, auf deren Akteuere man stolz sein kann. Von daher wäre Schweigen angemessen, alles, was mehr wäre als stilles Gedenken an die Opfer hohle Phrase.
Steile These, wenn du mich fragst. Ich bin zwar kein Fan der unbedingten Tribunalisierung früherer Epochen, aber wenn es um Mord und Totschlag geht, dann wird man auch 90 Jahre danach hoffentlich noch ein paar Fragen stellen dürfen. Vor allem dann, wenn dem Kreis der Verdächtigen auch Persönlichkeiten zuzurechnen sind, die auch heute noch zu den Säulenheiligen der Sozialdemokratie zählen, und von denen etwa der Berliner Historiker und Geschichtsphilosoph Ernst Nolte schreibt:
“Es ist sehr die Frage, ob die Männer der Republik, die Ebert, Scheidemann und Erzberger, die Reinhardt, Seeckt und Lossow, die eindrucksvolleren und achtenswerteren Gestalten waren. Ludendorff und Helfferich waren einiger mit sich selbst, und sie hatten ungeheure Leistungen vollbracht; Liebknecht und Luxemburg waren gedankenvoller und befanden sich im Zusammenhang mit einer welthistorischen universalen Bewegung. Aber die Männer der Republik standen in der Linie der europäischen Geschichte.”
> Was aber tatsächlich gemacht wird: Die Geschichte wieder einmal zu instrumentalisieren.
Ja, klar. Nur stehen wir anno 2009 nicht am Anfangspunkt dieser Instrumentalisierung, sondern reden allenfalls ihrer Revision das Wort.
>Der unsägliche Befehlsempfänger Krenz,
Bitte wer?
> Nicht der Verfolgende, der Verfolgte ist schuldig, um den Titel eines Werks von Werfel etwas abzuwandeln.
Werfel hin oder her, mit dieser Ansicht verlierst du dich in puncto Liebknecht und Luxemburg aber schwer im tiefen, dunklen Wald, mein Jong …
> Sie beziehen sich auf Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.
Tote können sich halt nicht wehren. Aber zumindest den großen Linien nach können das die heutigen Linken auch mit Recht.
>Was sie nicht wissen, aber doch ahnen – die beiden hätten für solche Epigonen allenfalls Spott und Verachtung, und das zu Recht.
Da bin ich mir keineswegs sicher. In einer Epoche, in der selbst die Grünen sich für NATO-Einsätze erwärmen können, wäre die Linke auch für einen Liebknecht und eine Luxemburg der einzig mögliche Zufluchtsort innerhalb des legalen politischen Spektrums.
@der pommer #49
Ich hätte es wahrscheinlich anders formuliert, aber grosso modo gebe ich dir recht. Liebknecht und Luxemburgs Position war nicht die der Massen, in Wahrheit war sie auch schon vor dem Spartakusaufstand zu einer Minderheitenposition verkommen.
@Scio-nescio #52
Deine pseudo psychologischen Ergüsse in allen Ehren.
Aber sprich doch mal deutsch. Ich glaube nämlich, die meisten hier haben Psychologie nicht als Hauptfach studiert.
Wir ‘erfinden’ Menschen hier nicht ‘neu’, sondern studieren lediglich ihre Ideen. um nicht jedesmal das Rad neu erfinden zu müssen ,damit alle wissen worüber man redet, wenn man sie zitiert. Das gilt für Keyens, Marx oder für R.L.
Das hat was mit praktischem Denken zu tun.
Du hast doch in deiner Psycholgiearbeit doch bestimmt auch Freud oder einen anderen alten, berühmten Psychologen zitiert und gelesen. Sind alle die deren Meinungen teilen nun auch ‘Renegaten’ ?
Nur weil R.L. Ideen nicht umgesetzt wurden, müssen sie nicht nicht zwangsläufig gewesen sein! Schau dir doch die Welt heute an, wir stehen vor einer Depression.
R.L hat das schon damals vorrausgesehen:
Zitat:’Schon die Tendenz zu diesem Endziel der kapitalistischen Entwicklung äußert sich in Formen, die die Schlußphase des Kapitalismus zu einer Periode der Katastrophen gestalten.’
Wir brauchen mehr Renegaten !!
@edicius
>Schliesslich “identifiziert” man sich mit was Höhrem, Kaiser und Vaterland und Deutsche Wirtschaft. Ein Generalbass, der von Ebert bis Schröder immer denselben, ekligen Ton produziert.
Dieser Satz ist so gut, du solltest dir das Copyright dafür eintragen lassen …
@Manny Calavera
Tut mir leid, bezog sich auf “Glucksmann”, #50.
“Wir brauchen mehr Renegaten !!”
Da hast du recht, am besten gleich nach der Schuelerzeitung.
“Da aber das, was zerstört wird, leidet und das Zerstörende nicht genießt und bald selber zerstört wird, so sage mir, was kein Philosoph mir zu sagen weiß: Wem gefällt oder nützt dieses unglückselige Leben des Universums, das durch die Vernichtung und den Tod aller Dinge, aus denen es besteht, erhalten wird?”
Giacomo Leopardi: “Dialog zwischen der Natur und einem Isländer”, 1827
@wgnx #58
Danke für die Blumen! Soo toll find’ ich ihn gar nicht.
Ich wollte mit meinem Kommentar auch vor allem darauf hinaus, dass die Befassung mit historischen Abläufen vor allem dadurch wertvoll sein kann, weil sie das, was gegenwärtig geschieht und das Verhalten bestimmter Akteure (hier: SPD) verständlicher und besser einschätzbar macht. Mir geht es also nicht um moralische Urteile über einzelne Personen Jahrzehnte nach deren Ableben. Solche erinnern mich immer an einen sarkastischen Kommentar zum gegenwärtigen Antifaschismus: “Der Widerstand gegen Hitler wird Tag für Tag stärker…”
@ edicius, deine mails sind leider gelöscht worden, ich wollte allerdings noch erwidern.
Oh, das Leopardi-Zitat steht da so ganz kryptisch und allein im Raum.
Eigentlich gab es noch einen zweiten, längeren Kommentar – aber der scheint unterwegs verloren gegangen zu sein.
War aber wohl eh nicht so wichtig.
@Manny Calavera
Jetzt habe ich etwas mehr Zeit, ich bin dir noch Antworten schuldig.
“Deine pseudo psychologischen Ergüsse in allen Ehren.”…..
“Du hast doch in deiner Psycholgiearbeit doch bestimmt auch Freud oder einen anderen alten, berühmten Psychologen zitiert und gelesen. Sind alle die deren Meinungen teilen nun auch ‘Renegaten’ ? ”
Ich bin Laie. Mein einziger “psychologischer Erguss” war der sehr anschauliche Begriff “Bruchstueckmensch”, der nicht als Fachbegriff geschuetzt ist, Gerald v. Minden hat ihn 1988 bewusst gewaehlt, da er sein Buch auch fuer Laien geschrieben hat. Dieses Buch zum “fruehgestoert-neurotischen Menschen” liefert interessante Denkansaetze zum Phaenomen der “Massenregression” im NS-Regime, der “68er” bis hin zur RAF und heute der zunehmenden Verhaltensauffaelligkeiten unserer Kinder (Winterhoff) bis hin zu Amoklaeufen, nicht zu vergessen die signifikant hoehere Zahl der Kindstoetungen in den “Neuen Laendern”.
Für die Menschlichkeit eines Systems sind die institutionellen Rahmenbedingungen wichtiger als die handelnden Personen.
Seid froh, dass unser Grundgesetz eine Reaktion auf die Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus ist. Um so bedenklicher sind große Koalitionen, die mit ihrer 2/3-Mehrheit dieses Grundgesetz ändern können. Nur zu oft war das BVG die letzte Instanz, die den Politikern Einhalt gebieten konnte.