Spiegel Online war schon Anfang August 2007 aufgefallen als es den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, zum Retter des deutschen Bankensystems stilisierte. Was von dieser Berichterstattung zu halten war, konnte man schon damals ahnen. Mit schöner Regelmäßigkeit erscheinen seit dem zum Thema Deutsche Bank bei Spiegel Online Artikel, die an die Ergebenheitsadressen ostdeutscher Journalisten an die damalige DDR Staats- und Parteiführung erinnern. Die heutige sogenannte Berichterstattung zur Teil-Verstaatlichung der Deutschen Bank via des Investmentvehikels des Bundesfinanzministeriums namens Deutsche Post ist allerdings der Höhepunkt in diesem Verhältnis zwischen dem Spiegel und der Bank.
Ackermanns Hofschranze mit der Spiegel Visitenkarte titelt:
Ackermann stabilisiert Deutsche Bank mit riesigem Post-Aktiendeal
In Wirklichkeit macht Ackermann gar nichts. Er ist auf das freundliche Entgegenkommen der staatlich kontrollierten Deutschen Post angewiesen. Normalerweiles hätte die nämlich auf Vertragserfüllung bestehen können. Was allerdings bisher niemand bedacht hat – und Spiegel Online denkt bei diesem Thema offensichtlich nicht. Wer kontrolliert die Deutsche Bank? Oskar Lafontaine! Denn die Postaktien des Bundes liegen bei der KfW – und in dem Verwaltungsrat der KfW sitzt zwar nicht mehr Oskar Lafontaine, aber immerhin noch seine Stellvertreterin Dr. Gesine Lötzsch. Nun gab es viel Kritik am KfW Verwaltungsrat wegen der fehlerhaften Kontrolle der KfW Tochter IKB. Schließlich darf sich nicht das wiederholen, was wir schon einmal erlebt haben:
“Ackermann sei Dank. Mit verteilten Rollen erzählen die beiden Banker den Studenten von der Rettungsaktion. »Wie ein Tsunami« sei die Krise herangenaht, sagt die KfW-Chefin. »Man musste den Fall sofort isolieren«, ergänzt Ackermann. Sie habe »schlaflose Nächte« gehabt, gibt Matthäus-Maier zu. »Deutschland wäre in seinem Finanzsystem massiv erschüttert worden«, befindet Ackermann. Ein wenig stolz ist er schon.
Nach dem IKB-Fall hat Sparkassenpräsident Heinrich Haasis den Deutsche-Bank-Chef kritisiert. Es spielten sich diejenigen als Ratgeber für Brandschutz auf, die vorher das Brennholz aufgestapelt hätten. Tatsächlich hatte die Deutsche Bank der IKB einen Teil der Papiere verkauft, die ihr zum Verhängnis wurden.
»Total daneben« sei diese Kritik, kontert Ackermann auf dem Podium in der Frankfurt School. Ja, die Deutsche Bank habe der IKB Finanzkonstrukte verkauft. Soll sie den Kunden sagen: Das ist nichts für euch, davon versteht ihr zu wenig? »Die würden sich bedanken für so eine Arroganz.« Seine Bank habe nicht gewusst, welche Risiken die IKB aufgetürmt habe. Matthäus-Maier nimmt ihm das ab. Sie sitzt im Glashaus. Die KfW hat ja auch nichts gemerkt.”
Daraus kann man jetzt nur eine Konsequenz ziehen – und bevor uns neue “Enttäuschungen” bei der Deutschen Bank bevorstehen: Der KfW Verwaltungsrat bestellt den Chef des Tochterunternehmens namens Josef Ackermann zur nächsten Sitzung ein. Ganz ernsthaft. Es gibt keinen Grund, warum der KfW Verwaltungsrat nach der berechtigten Kritik der vergangenen Monate seine Aufsichtspflichten erneut vernachlässigt.















{ 81 Kommentare… Lesen Sie sie nachfolgend oder schreiben Sie einen }
Eingestreutes AckermannZitat: Seine Bank habe nicht gewusst, welche Risiken die IKB aufgetürmt habe.
Genau das bezeichnet doch das Problem. Strukturelle Ignoranz. Nicht “Gier”.
alles nicht so schlimm.
Aus der heutigen adhoc:
” Geringer Effekt aus der Bewertung eigener Verbindlichkeiten zu Marktwerten: Die Deutsche Bank nutzt auch weiterhin nur in vergleichsweise geringem Umfang die Möglichkeit, ihre eigenen Verbindlichkeiten unter Anwendung der Fair-Value-Option zu Marktwerten zu bilanzieren. Hätte die Bank die Fair-Value-Option auf alle begebenen verbrieften Verbindlichkeiten angewendet, wären im Gesamtjahr 2008 zusätzliche Gewinne vor Steuern von mehr als 5,5 Mrd Euro angefallen.”
http://www.finanzen.net/nachricht/DGAP_Ad_hoc_Deutsche_Bank_AG_832535
“Soll sie den Kunden sagen: Das ist nichts für euch, davon versteht ihr zu wenig? »Die würden sich bedanken für so eine Arroganz.« ”
“Vertrauen ist der Anfang von allem.”
War früher mal der Slogan.
martinsgarten No.2
Die Verluste der anderen sind ja schliesslich meine Gewinne!
Als MorganStanley solche Bilanzen vorlegte, schnellte der Aktienkurs kurz nach oben… (Ob heute auch?)
Martinsgarten
Das ist aber nett von der Deutschen Bank, nicht? So vorausschauend. Nur einmal eine dumme Frage: Womit hätten sie denn die auf diesen Gewinn anfallenden Steuern bezahlt? Mit Aktien der Postbank?
@f. lübberding
Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus: die Gewinne einer derartigen Aufwertung (bzw in diesem Fall eigentlich “Abwertung”) eigener Schulden wären nur in der Konzernbilanz angefallen und damit für die Steuer nicht existent.
Aus genau dem Grund kann man darauf wetten, dass WENN die Deutsche Bank Erbsenzähler überzeugt davon wären, dass sie die Fair Value Option in vollem Umfang hätten nutzen können, ohne dass die Prüfer murren, oder ihnen das gleich 1 Quartal später schon wieder auf die Füße fällt, sie es auch gemacht hätten.
Mit anderen Worten: diese Formulierung ist nichts weiter als das übliche schönrednerische Bruhaha
f.luebberding
sorry – mein lautes Ablachen kam nicht rüber.
Ich mag das ackermännchen und sein Spielcasino
Ackermann leidet unter völligen Realitätsverlust. Offenkundig glaubt er seine eigene Propaganda. Auf die Frage nach dem Einfluss des Staates nach dem Post-KfW-Bundesfinanzminsterium-Deal antwortet er laut Süddeutsche Zeitung:
“Kam nicht die Beteiligung der Post an der Deutschen Bank einem Einstieg des Staates durch die Hintertür gleich? Und hatte nicht Ackermann staatliche Hilfe immer abgelehnt? Der Bankchef wartet nicht ab, bis der Frager geendet hat. “Wir haben nicht nach dem Staat gefragt. Wir haben nie mit ihm gesprochen. Und wir haben auch nicht die Absicht, mit der Regierung über die Deutsche Bank zu sprechen”, braust Ackermann auf.”
Genau, natürlich hat er nicht dem Staat gesprochen. Nur im Gegensatz zur Ackermann Hofschranze beim Spiegel nennt Martin Hesse das Kind beim Namen:
“Noch einmal kann der einstige Marktpurist Ackermann sagen, er habe es ohne den Staat geschafft. Doch vor allem in Berlin wetzen sie schon die Messer. Hätte die Post einer kapitalschonenderen Übernahme der Postbank nicht zugestimmt, die Deutsche Bank hätte den Kauf nur mit Hilfe des staatlichen Stabilisierungsfonds Soffin stemmen können, heißt es dort. Und sollte es im ersten Quartal noch einmal ähnlich schlecht laufen wie zuletzt – dann müsse wohl auch Ackermann beim Staat die Hand aufhalten. Manch einer meint schon heute, er würde sie dann nur noch zum Abschiedsgruß heben.”
Ackermann läuft offensichtlich völlig aus dem Ruder – aus welchen Gründen auch immer.
Ich kann die Diskussion um die Stellung der Deutschen Bank nicht mehr hören! In der Welt des Bilanzrechts ist es der Fair Value und die verschachtelte Beteiligungsrettung, in den Medien sind es die vollkommen verblödeten Berichterstattungen über Markttendenzen und Vergangenheitserklärung!
Vorgestern war es der US- Immobilienmarkt,
heute sind es die zu gierigen und verschuldeten Banken und
Morgen ist es Bin Ladens Finanzterror der den Derivatemarkt
in sich zusammenfallen lässt.
Willkommen im Zirkus Roncalli!
Zu dieser Vorstellung kann man nur eines sagen:
Sie gewinnt rasant an fahrt und wird ungehindert aufschlagen!
Gruß,
Ashitaka
Wer kontrolliert unsere Regierung ?
“Maßlos in Frankfurt”
Herrlich!
http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~E6657442182454641A4E9D438C8FF4600~ATpl~Ekom~SKom~Ak~E210952.html
martinsgarten, weissgarnix
War ja auch ausdrücklich eine dumme Frage. Nur da habe ich doch gleich eine zweite dumme Frage. Das Argument mit den Prüfern und dem 1. Quartal überzeugt mich noch nicht. Wieso soll denen das im ersten Quartal auf die Füße fallen?
Georg
Wer kontrolliert unsere Regierung?
Unter anderem – Georg.
@Frank Lübberding
Zu Ihrem Zitat aus der SZ:
Hätte die Post einer kapitalschonenderen Übernahme der Postbank nicht zugestimmt, die Deutsche Bank hätte den Kauf nur mit Hilfe des staatlichen Stabilisierungsfonds Soffin stemmen können, heißt es dort.
Soll man jetzt also einer staatlichen “Hofschranze” Glauben schenken?
Wenn man glaubt, dass es eher der Staat ist, der die Wirtschaft “feindlich übernehmen” will, dann glaubt man der SZ besser nicht. Wenn es sich umgekehrt verhielte, der “Hofschranze” der DB besser nicht.
Will man ganz sicher gehen, glaubt man gar nichts.
Vorsichtshalber
Der Josef machts nicht mehr lang…seine Bilanz magert mehr und mehr und die Leichen im Keller türmen sich. Ich bin mir sicher, da gibt es noch nen richtigen Rumms.
Aber ein gutes hat er, er bietet mir immer wieder Inhalt für meinen Blog.
Gruß aus HH
Cornelius H.
Hallo liebe Aktionäre: in den letzten Jahren habt ihr ja diesen Kompetenztägern von Vorständen gewaltige Boni genehmigt, Begründung war ja immer einhellig die Schaffung von Value. Jetzt ist dieser Value halt weg bzw. hat ein anderer, könnt ihr lieben Aktionäre bei der nächsten Hauptversammlung ja negative Boni nach UBS-Modell beschließen!
Je früher dieses kranke System kollabiert – desto besser.
.luebberding { 14.01.09 at 18:39 }
Georg
Wer kontrolliert unsere Regierung?
Unter anderem – Georg.
wusste ich noch gar nicht aber wie denn ?
AxOx
Na, es geht ja in diesem Fall nicht um den Glauben, sondern um Fakten. Die Deutsche Bank brauchte die Zustimmung der Deutschen Post zu diesem deal – und die kann dem nur zustimmen, wenn der Staat das mitmacht. Dieser Sachverhalt ist eindeutig. Wenn also der Spiegel suggerierte, dass Ackermann hier ein handelnder Akteur war, und das war der Gegenstand der Kritik, dann ist das schlicht falsch. Und wie gesagt: Diese Form der Berichterstattung hat bei Spiegel Online schon im August 2007 begonnen als sie Ackermann in den höchsten Tönen priesen. Da gibt es eine auffällige Kontinuität – mittlerweile haben sie übrigens einen anderen Artikel auf die Homepage gesetzt.
Ansonsten: Die feindliche Übernahme der Wirtschaft durch den Staat kann man nicht wirklich erkennen …. eher fällt dem Staat die Wirtschaft auf die Füße … . Auch dass die Wirtschaft den Staat feindlich übernehmen will, sehe ich zu meinem Leidwesen nicht … . Das Problem ist vielmehr die unkontrollierte Fusion von Wirtschaft und Staat – bzw. der Führungsfiguren. Also deren freundschaftliche Umarmung. Und da passt Ackermann übrigens nur dann in das Bild, wenn er mit Einverständnis der Politik hier den schönen Schein aufrecht zu erhalten versuchte … .
Denn – und das muss man jetzt Steinbrück fragen – er wird ja über die Konditionen dieses Deals Kenntnis gehabt haben. Also musste er ihm zustimmen. Wenn er Kenntnis hatte und ihm zustimmte, dann hätte er die Zustimmung an Konditionen binden können – etwa dass die Deutsche Bank sich bei Soffin rekapitalisieren lässt. Also warum hat er das nicht gemacht, wenn diese Argumentation richtig ist?
Es ist ein guter Hinweis niemandem zu glauben … . Nur die Fakten hat Martin Hesse richtig dargestellt – und zwar ohne Spin. Im Gegensatz zum Spiegel, der hoffentlich den Ackermann Spin jetzt sein lässt. Wer immer dort dafür verantwortlich sein sollte.
Gruss Frank
Georg
Wie? Na unter anderem hier. Wenn diese ganze Bloggerei überhaupt einen Sinn hat, dann den, dass sich Menschen kritisch mit Politik beschäftigen – sprich mit der Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten. Etwa damit, was die von ihnen gewählten Repräsentanten den ganzen Tag so anstellen. Georg beteiligt sich schon seit längerem daran, so mein Eindruck. Man kann das auch durch tausend andere Aktivitäten praktizieren. Weissgarnix ist ja nur eine einzelne Mücke, die den Elefanten nicht stört … aber viele Mücken stören den stärksten Elefanten.
ALLES VERBRECHER!!!!!
TEEREN UND FEDERN!
“Das Problem ist vielmehr die unkontrollierte Fusion von Wirtschaft und Staat ”
Da wird man dann bald die Frage Entscheiden müssen welcher ismus soll es werden :
Sozial oder Fasch ? ;-(
WG . WER KONTROLLIERT DIE REGIERUNG ? danke F: LUEBBERING. Im MOMENT ? drehe ich in Deutschland so ziemlich durch, alles was ich mal gelernt habe , alles an was ich mal geglaubt habe : DUST IN THE WIND. georg
@georg
“drehe ich in Deutschland so ziemlich durch, alles was ich mal gelernt habe , alles an was ich mal geglaubt habe : DUST IN THE WIND.”
Ja. Mir gehts ähnlich.
Jetzt spürt man ein bisschen, wie es vielen Bürgern im Ostblock nach der Wende gegangen sein muss.
“DUST IN THE WIND”
Das ist exakt der Reflex der hier schon kritisiert wurde: Etwas sozialere und/oder besser kontrollierte Marktwirtschaft ist ja nicht gleich Sozialismus. Sonst währe das D der 80er auch Sozialismus.
Es schein nur so zu sein, dass die extemen Ausprägungen ihre lediglich aus ihrer Extremität abgeleiteten Versprechen doch nicht halten können – wen wundert’s?
Wenn ich ein bisschen mehr Markt ‘mache’ und Effizienz gewinne, dann ist das schön. Wenn ich danach glaube, Markt und Effizienz bedingen einander und sind untrennbar etc. pp., dann hätte diese Einsicht auch mit einer runzligen Rosine statt eines Gehinrs erlangen können.
‘Dust in the Wind’ also nur bei völligem Zusammenbruch, den sehe ich (noch) nicht.
Die paar Gedanken:
lübberding:
… passt Ackermann übrigens nur dann in das Bild, wenn er mit Einverständnis der Politik hier den schönen Schein aufrecht zu erhalten versuchte …
Inwiefern jeder der Akteure hier gehandelt hat oder getrieben wurde, ist reine Spekulation. Und aus Fakthäppchen eine Story schustern zu können, das ist nicht Privileg des Spiegels/Spon.
Die Deutsche Bank brauchte die Zustimmung der Deutschen Post zu diesem deal – und die kann dem nur zustimmen, wenn der Staat das mitmacht.
Natürlich ist der Staat bei der Post im Boot. Aber daraus zu spinnen, die DB würde dadurch einer Quasiverstaatlichung anheimfallen, kann beim Stand der Dinge kaum gerechtfertigt sein.
Ich schüttele mir den Kopf, dass dieses Vorgehen nicht positiv gesehen wird, im Gegensatz zu dem von HRE und Coba. Vor allem besteht ja auch noch die Möglichkeit, dass die Postbank als Last dem Staat abgenommen wird.
Diese meine Deutungsmöglichkeit wäre selbstverständlich kritisch zu hinterfragen. Sie ist allerdings realistisch und drängt sich geradezu auf. Wenn gewisse Medien das Offensichtliche allerdings nicht mal wahrnehmen wollen, dann lässt jedenfalls mich dies an ihrer Objektivität zweifeln. Und die Sache eines Staates vertreten, der mit den Steuermitteln sich Kontrolle über die Wirtschaft verschafft.
Und letzteres wird doch wohl das Ergebnis der Bürgschaften, Kredite, Einlagen und Konjunkturprogramme sein.
FannieMae/FreddieMac, die Garanten des unlimitierten Hypothekenkredits, wurden übrigens von FDRoosevelt im Rahmen des NewDeal in die Welt gesetzt.
Die Wende ? War für die meisten ungemütlich. Die vergangenen 5 “Aufschwungjahre” waren allerdings auch nicht schön. Es macht schlicht keinen Spaß sich von allerlei regelrechten Nullen vollpöbeln lassen zu müssen, weil man schlicht im Alter über 45 in diesem Land keine Stelle mehr findet.
Mir entzieht sich irgendwie das Verständnis für das Gejammer. Ein paar Banken brauchen Staatsknete, die Multis wollen auch was. Die Politiker verarschen die Massen nach Strich und Faden um Wahlen z.B. am Wochenende in Hessen zu gewinnen. Was ist daran neu ? Was ist daran anders ?
@wgn, Lübberding, martinsgarten
Als ich diesen Satz mit der FVO-Bewertung der eigenen Verbindlichkeiten in der Mitteilung der Deutschen Bank gelesen habe, musste ich unwillkürlich lächeln. Das klang ein wenig nach einem trotzigem Kind, das wusste, dass man mit ihm schimpfen wird.
Ich bin kein Experte in Bilanzierungsfragen, daher zwei Fragen/Hinweise meinerseits:
1.) Bisher war es wohl so, dass man die Fair Value Option bereits bei der ersten Bilanzierung der Verbindlichkeit wählen musste und danach nicht mehr wechslen durfte. Man wollte damit Manipulationen vorbeugen. Danach hätte die DB diese Option ohnehin nur für neue Verbindlichkeiten wählen können. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich aufgrund der vielen Notfallgesetze inzwischen hieran etwas geändert hat.
2.) In meinen Augen noch viel entscheidender: Wenn ich eine eigene Verbindlichkeit mit FVO runterbewerte, kann das doch nur heißen, dass sich meine eigene Bonität im Vergleich zum letzten Ansatz verschlechtert hat. So etwas wäre dann wohl auch im Anhang offen zu legen. Ich nehme mal an, dass das bei der DB niemandem gefallen hätte.
Wenn das stimmt, finde ich die Aussage “wenn wir unsere Verbindlichkeiten mit dem wahren Wert, nämlich entsprechend unserer Bonität, bewertet hätten, wären diese viel geringer gewesen” schon äußerst bedenklich.
@AxOx, #25
Du schriebest:
Alles wandelt sich, und diese Institutionen und deren Bedeutung haben sich im Laufe der Zeit etwas gewandelt. Oder nicht?
So ganz verstehe ich den Sinn Deiner Aussage nicht… Antwort?
@bilbo, #27
Guck mal: http://www.youtube.com/watch?v=ZwpyjQ0xVLk – handelt von banklichen Friseuren.
Gruß
Bernhard
Ahnungsloser, Frankie
“‘Dust in the Wind’ also nur bei völligem Zusammenbruch, den sehe ich (noch) nicht.”
Den wird es auch nicht geben als zivilisatorischer Zusammenbruch. Es geht aber darum wie wir jetzt in die neue Welt kommen – und der Vergleich von Frankie Bernankie mit dem Ostblock ist gerechtfertigt. Herrschende Eliten – und das ist völlig unabhängig vom Gesellschafts- oder politischen System – wollen immer ihre Machtposition bewahren. Die Frage ist nur wie ihre Absetzung stattfindet. Im Ostblock ging das trotz eines autoritären Regimes weitgehend friedlich ab, weil sich die alten Eliten neu orientierten und ideologisch schon lange vorher kapituliert hatten. Heute ist das in zwei Punkten anders. Ackermann etwa hat noch nicht kapituliert … . Und wir leben nicht in einem autoritärem Regime. Wir können Einfluss nehmen. Die Verantwortlichen für den Untergang der alten Welt werden weiter in Schlüsselpositionen sitzen. Das ist aber noch nicht einmal mein Problem. Der Wendehals ist ein zutiefst menschliches Wesen. Aber wenn sie auf diesem Weg eine Art autoritäres Regime errichten – ohne Kontrolle und Transparenz der getroffenen Entscheidungen mit großer Bedeutung für das Leben von Millionen Menschen – werden sie zu einer Gefahr für den demokratischen Verfassungsstaat. Dazu werde ich auch noch was machen. Ich hatte schon gestern dazu einen Beitrag im WDR.
http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/sendungsdetailseite.html?tx_wdr5ppfe_pi1showUid=2566654&tx_wdr5ppfe_pi1beitragsUid=15337&cHash=3315b9139e
Darum geht es – und darum wie diese neue Welt aussehen wird. Da gibt es sehr viele unterschiedliche Vorstellungen, aber – und das ist das Positive (!) – wir machen uns jetzt über diese Frage Gedanken und müssen handeln. Ideen werden keine bloßen Hirngespinste sein wie das in normalen Zeiten der Fall ist. Nichts ist unmöglich – sogar die Pleite von Toyota … und die wäre das geringste Problem … .
So richtig verstehe ich ja den Punkt bei dem ganzen Entsetzen nicht. Politiker bedienen ihre eigenen Interessen und die der am besten zahlenden Lobbygruppe. Das wird nett von ein paar PR Menschen (durchaus auch in Personalunion mit den Politikern, die im Idealfall auch gleich noch Lobbyisten sind) verpackt und bei der Tagesschau als das Beste seit Erfindung des gerechten Märchenkönigs verkauft (optional kann man auch noch erklären weshalb das eigene Vorgehen besser ist als die Vorschläge der anderen Parteien, deren Vorschläge sich zwar nicht wesentlich unterscheiden, aber immerhin einen anderen Namen haben). Ausbaden darf das dann der Steuerzahler, Rentner, wasauchimmer – eben der mit der am wenigsten lautschreienden (bzw. zahlungskräftigen) Lobbyistengruppe.
Das ist ein Modell, das seit min. 10 Jahen hervorragend zu funktionieren scheint. Da ist es nur logisch, jetzt diese ganzen ineffizienten Umwege zu vermeiden und direkt Politiker, Unternehmensvorstand und Lobbyist zu werden. Ausserdem: Sozial ist was Arbeit schafft. Wo kann man die besser schaffen als im VEB?
Ach ja, nicht vergessen: Wir haben das Superwahljahr, da kommt so eine Superkrise und vor allem die Superrettung schon sehr gelegen. Nach der Werbung kommt dann die Superausseneule oder die Supermerkantilistin.
Bernhard post#25
FannieMae/FreddieMac
Aus einer Behörde wurden zwei Institutionen. Weil sich das ja in einer freien Wettbewerbswirtschaft so gehört… (Ähnlich Krankenkassen bei uns).
Angefügt habe ich das, um ein Beispiel zu nennen, wie das mit einer “feindlichen Übernahme” der Wirtschaft durch den Staat zu verstehen wäre … Der Staat, eben durch diese Institutionen, machte die Wirtschaft abhängig durch die Garantie an sich völlig unsinniger Investitionen (praktisch unlimitierte Konsumentenkredite). Als das Kind in den Brunnen gefallen war, spielte er sich als Retter auf und übernimmt alle, die in den Honigtopf gefallen sind….
Natürlich ist es auch so, dass auf der Ebene der Politik Wirtschaftsleute Politik machen können. Doch machen sie das als Repräsentaten des Staates. Und nicht (mehr) der Wirtschaft.
Also ist es die Politik und der Staat, die die Wirtschaft dann lenken – und nicht umgekehrt.
Herr Lübberding hat in Beträgen zuvor Einiges über die Notwenigkeit eines “New Deal” und FDR geschrieben (in Hinsicht auf Obama). Eine der Ursachen der Kredit/Finanzkrise war aber eben jene Behörde, die FDRs New Deal schuf. Daher kam ich mit diesem Beispiel.
@bilbo 17
ich bin kein Bilanzexperte. Dieser Teil der adhoc von heute rief in mir eine leichte Belustigung hervor.
Hätte, könnte, wollte.
Für mich scheint Bilanzierung nur noch Beliebigkeit zu sein.
Frei nach Machart der DB.
Interessant wird erst der Jahresabschluß.
Mal sehen, was sie da zusammenzaubern.
Der Vergleich zum Jahr 2007 wird interessant.
Die Bilanzsumme von ca. 2 Bill war ungeheuerlich. Sollen es jetzt 1,7 Bill sein, hat man zwar 300 Mill. zurüchgeführt. Sie bleibt aber damit immer noch Abenteulich
@martinsgarten
300 Mrd. zurückgeführt – ich komm mit diesen Zahlen auch immer wieder mal durcheinander!
passend zum thema:
dpa
Bund erwägt Übernahme der Hypo Real Estate
kicher und gruss
joerg
@AxOx, #32
Hallo AxOs,
Danke für Deine Antwort. Ich bin immer noch etwas irritiert.
Ich glaube,
ist inhaltlich ziemlich genau das Gleiche wie
.
Der halbgöttliche Tautologieforscher hätte seine Freude.
Aber jetzt im Ernst: Du bringst FDR, den New Deal und die Behörde, so wie sie in der 30ern war, in Zusammenhang mit dem Teilaspekt Finanzkrise. Für mich ist das versteckte Rabulistik, die Konstruktion des Zusammenhanges. Ich glaube aber nicht, dass das Deine Absicht war. Oder irre ich mich?
Falls Du meinst, ein Zusammenhang bestünde, hätte ich diesen wirklich gern nachvollziehbar erläutert bekommen. Vielleicht ist mir etwas entgangen?
Gruß
Bernhard
Vielleicht hat die Deutsche die Postbank aber nur gekauft, weil die von der Regierung dazu gedrängt wurde, ein solches Institut nicht ins Ausland verkaufen zu lassen.
Bei der Commerzbank und der Dresdener war es auf jeden Fall so.
@ f.lübberding, #30
” Es geht aber darum wie wir jetzt in die neue Welt kommen – und der Vergleich von Frankie Bernankie mit dem Ostblock ist gerechtfertigt. Herrschende Eliten – und das ist völlig unabhängig vom Gesellschafts- oder politischen System – wollen immer ihre Machtposition bewahren. Die Frage ist nur wie ihre Absetzung stattfindet. Im Ostblock ging das trotz eines autoritären Regimes weitgehend friedlich ab, weil sich die alten Eliten neu orientierten und ideologisch schon lange vorher kapituliert hatten. Heute ist das in zwei Punkten anders. Ackermann etwa hat noch nicht kapituliert … . Und wir leben nicht in einem autoritärem Regime. Wir können Einfluss nehmen … ”
Lieber Frank, wenn es tatsächlich so Einfach wäre ENTSCHEIDENDEN Einfluss auszuüben – wie konnten es dann überhaupt zu der Situation kommen in der wir jetzt stecken?
Da wurde Jahrzehnte nicht nur gegen diverse kluge Ökonomen-Meinungen sondern komplett gegen jeden Verstand regiert.
Wen hat denn unsere Kanzlerin gefragt als es im November eng wurde?
Dich???
Nein, natürlich nicht, sondern Tiedmeyer, Issing, Ackermann, Blessing, Biedenkopf, Hundt, Sommer, Bsirske und wer da noch so nach Feierabend im K-Amt rumlurcht.
Normalerweise müssten doch unsere Feuerwehren mit nichts anderen beschäftigt sein als die undefinierbaren Reste überkommener Ideologien von den Bahndämmen zu kratzen, aber nein, stattdessen müssen sie Merckle zusammenkehren.
Und das einzige Mittel mit dem ICH kurzfristig, d.h. noch dieses Jahr, auf normalen Wegen etwas in der Politik ändern könnte ist die Wahl im September zwischen 5 Übeln.
Natürlich ohne jede Gewähr.
Unsere herrschende Kaste gibt lediglich das völlig unleugbare zu und bekämpft genau dieser Logik entsprechend auch nur die aussen sichtbaren Eiterblasen, der Krebs der im Körper vorsich hin wuchert wird schön in Ruhe gelassen, wir wollen doch niemanden beunruhigen.
AxOx, #32
“Eine der Ursachen der Kredit/Finanzkrise war aber eben jene Behörde, die FDRs New Deal schuf. Daher kam ich mit diesem Beispiel.”
Nein, Funny Mac war die WIRKUNG.
Ursache war die real-nichtexistente Sozialpolitik und die Umverteilung von unten nach oben, die es weiten Gesellschaftsteilen nicht ermöglichte vom eigenen Lohn in Würde zu leben.
Als abzusehen war das der ‘american dream’ auf diesem Weg für die Masse maximal ein Traum bleiben würde, und die Politik den Zorn der Wähler fürchtete, hat man staatlich gegengesteuert > Kredite und Hypotheken für alles und jeden.
Man hätte das natürlich durch eine höhere Besteuerung der Oberschicht auch ohne Kreditpyramiden lösen können, dazu war man aber dann zu korrupt.
Das einzig wahre, was fast (hab nicht alles gelesen bzw. begriffen) KEINER hier begreift:
Die Ursache für all unsere Probleme ist die unbegrenzte Vermögensanhäufung – die die per Zins und Zinseszins nach und nach sämtlichen Reichtum einer Wirtschaftseinheit (in der Globalisierung ist das dann halt die Erde) einzieht
sowenig wie die Vermögen bisher angemessen besteuert und wieder in den Kreislauf zurückgeführt wurden, so wenig werden sie jetzt eingezogen
Und damit sehe ich unsere gesamte Zivilisation am Rande des Untergangs
So wie die defizitäre Commerzbank Geld vom Staat bekommt, um die defizitäre Dredner Bank zu kaufen, so bittet Herr Ackermann die Post und damit den Staat als Eigentümer der Postbank darum, eben diese selbst zu kaufen und der Deutschen Bank zu schenken. Oder sehe ich da grundsätzlich etwas falsch?
@Bernhard, Alvar
Zitat wickipedia: “Fannie Mae (ursprünglich Federal National Mortgage Association, FNMA) ist ein staatlich gefördertes Unternehmen, welches 1938 im Rahmen des New Deal als staatseigene Bank gegründet und 1968 privatisiert wurde. Bei der Privatisierung wurde der ursprünglich aus einer Verballhornung des Kürzels FNMA entstandene Name Fannie Mae als offizieller Name des Unternehmens übernommen.”
Freddie Mac wurde gleich mit aus der Taufe gehoben, um “freien Wettbewerb” zu erlauben.
“Rabulistik”? Was soll das bedeuten?
Stefan Homburg “Herr Ackermann hat dem Bundesfinanzminister einen Abgrund vorgespielt, um den für seine Bank nützlichen Rettungsschirm durchzusetzen”
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~ED28DA1C7A4CE4EDF8487262C30695EFA~ATpl~Ecommon~Scontent.html
postbank heute für 9,95 im angebot…alles muss raus!
cheers
joerg
@wgnx:
Was haltet ihr denn von #37? Ist jetzt Finanzkrise oder nicht?
Hin und hergerissen zwischen #37 und
“Ich habs ja
gewußt. Das kann ja nicht gut gehen.”, weiß ich ja
jetzt nicht mehr, was ich glauben soll.
Wie kann es denn sein, daß Anleihen, die absehbar halbwegs
ordentlich bedient werden, auch mit Risikoaufschlägen am
Markt nicht abgesetzt werden können, so daß kein
Marktwert festgestellt werden kann?
@Bernhard FFM #29
Vielen Dank für den Link.
In dem Beitrag geht es um den Fall, dass Vermögenswerte (Forderungen der Banken) vom fair value auf held-to-maturity umgebucht werden. Davon hatte wgn ja auch schon mal geschrieben.
Bei den eigenen Verbindlichkeiten geht es um den umgekehrten Fall, dass Verbindlichkeiten des bilanzierende Unternehmens mit dem Fair Value angesetzt werden, also dem Wert den die Verbindlichkeiten (bei Berücksichtigung der Bonität des bilanzierenden Unternehmens?) am Markt noch haben. Vermutlich hat man tatsächlich beides geändert, also, dass eine Bank sowohl bei Finanzanlagen als auch bei eigenen Verbindlichkeiten zwischen fair-value und held-to-maturity hin- und herspringen kann.
Ackermann schaut sich die Möhrchen von unten an.
> http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,601409,00.html
Naja, nicht ganz, aber er hat mal einen Vorgeschmack darauf erhalten. Hoffen wir, dass er zur Vernunft kommt, wieder gesundet und sich dann um seine Familie kümmert.
Eben bei SpOn gelesen: Joe hat gestern Abend einen Kreislaufkollaps erlitten. Schuld sei vermutlich “das Essen” gewesen. Was da wohl los war? Ein Schelm…
würde passen
Abdankung aus gesundheitlichen Gründen natürlich mit vollen Bezügen und Abfindung …
http://i285.photobucket.com/albums/ll59/MeekOneGOP/YesWeCant.jpg
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei Allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben.
Treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn als Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Triffts hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
Auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika.
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird ein bisschen Krieg gemacht.
(Kurt Tucholsky, 1930)
@georgi 46
der Beitrag 37 ist sicher so OK.
ein Auszug daraus:
…Für die Bewertung ist nur wichtig, wie hoch die tatsächliche Ausfallquote dieser Forderung ist. Hier fehlen mir zwar aktuelle Zahlen, jedoch betrug z.B. der Prozentsatz für ausgefallene Hypotheken lt. New York Times im August letzten Jahres 2,7%. Umgekehrt bedeutet dies, statt einer Zahlung von 100 US$, kann eine Bank nur noch 97,3 US$ erwarten. Sind sonst alle Faktoren (auch die Risikoprämien) unverändert, dann ergäbe sich daraus eine Abwertung dieses Assets in Höhe von 2,7%. Da in Vorkrisenkalkulation ebenfalls mit Ausfällen gerechnet wurde (etwas 0,5%), ergäbe sich in diesem Beispiel eine Verschlechterung in Höhe von 2,2 %.”
Soweit so gut.
Ich würde die 2,2% auf die gesamte Bilanzsumme ansetzen.
Das wären über den Daumen 44 Mrd – und weg ist es das Eigenkapital.
#50:
Vielen Dank! Man muß sich also doch Sorgen machen.
@AlvarHanso, 40. post
“Eine der Ursachen der Kredit/Finanzkrise war aber eben jene Behörde ….”
Nein, Funny Mac war die WIRKUNG.
Ursache war die real-nichtexistente Sozialpolitik und die Umverteilung von unten nach oben, die es weiten Gesellschaftsteilen nicht ermöglichte vom eigenen Lohn in Würde zu leben.
Entgegen der allgemeinen Meinung isind die USA ein sehr sozialer Staat. Fannie&Freddie waren DIE Institutionen, die den gesamten Konsumerismus der sozialer schlechter stehenden Amerikaner betrieben haben.
Und das möchte ich auch noch vermuten: dahinter stand bestimmt keine böse Absicht. Es ist tragisch.
Grüsse
AxOx
Ich bin ja der letzte, der etwas gegen die Teilverstaatlichung der DB einzuwenden hätte. Ich würde dann auch nicht Ackermann mit Hohn und Spott übergießen. Es ist eigentlich völlig idiotisch von ihm gewesen, dass er die Rekapitalisierung durch den Staat symbolisch zu einer für ihn existentiellen Frage gemacht hat. Rational ist das nicht – wenigstens nicht dann, wenn er nicht einen besonders guten Grund hat dazu hat. Was aber absolut nicht geht ist die Art und Weise wie jetzt der DB unter stillschweigender oder sogar beredter Duldung durch das Bundesfinanzministerium aus der selbstverschuldeten Klemme geholfen wird. Der heutige Kommentar in der FT ist ja ganz interessant:
http://www.ft.com/cms/s/0/227c0ff2-e275-11dd-b1dd-0000779fd2ac.html?nclick_check=1
Kein Mensch glaubt, dass der Staat hier keine aktive Rolle gespielt hat – und der Herr Appel von der Post hier allein gehandelt hat. Es geht ja um die Neuordnung unseres Bankensystems mit Staatshaftung. Wenn es diese Staatshaftung gibt – und bei einigen wenigen Großbanken ist das automatisch der Fall – kann dieses Bankensystem nicht mehr als “privat” bezeichnet werden, weil der Konkurs praktisch ausgeschlossen ist. Es ist damit ein Staatsbankensystem – und dann braucht man demokratische Kontrolle. Ackermann will Staatshilfe und Staatsgarantien, aber keine demokratische Kontrolle. Wer ist der mann? Das Substitut fürd ejn Deutschen Bundestag? Haben wir den gewählt? Das ist mit den Grundsätzen demokratischer Gemeinwesen nicht zu vereinbaren. Am Dienstag habe ich beim Schreiben meines oben verlinkten Beitrages nicht geglaubt am Mittwoch schon in dieser Form bestätigt zu werden.
Zu den GMCs
Man kann kaum die Rooseveltsche Gründung von 1938 für die Entwicklung seit 1969 – der Privatisierung mit impliziter Staatshaftung – verantwortlich machen. Die GMCs waren übrigens bis 2007 gar nicht im subprime Markt engagiert. Was man aber aus dem Kollaps der beiden lernen kann: Das Misstrauen gegen den Größenwahn, der heute auch wieder die Debatte um die Neuordnung des Bankensystems bestimmt. Die US Regierung hatte die Staatsgarantie immer bestritten. Es bedurfte aber auch keiner ausgesprochenen Staatsgarantie mehr. Allein die Drohung des Konkurses – und damit die Auswirkungen vor allem auf die ausländischen Investoren – reichte aus, um das staatliche Eingreifen zu erzwingen. Ansonsten hätten Japaner und Chinesen Krach geschlagen.
Alvar Hanso
Also was ist schon entscheidender Einfluss? Den hat ja der Blogger Minerva in Südkorea gehabt, weil ihn alle für einen Propheten hielten und entsprechend handelten. Der konnte offensichtlich tatsächlich mit seinen Beiträgen den Markt bewegen – und wurde jetzt festgenommen wegen Marktmanipulation. Jenseits dessen, dass dieser Vorwurf absurd ist (niemand musste so handeln wie er es implizierte): Wer will schon so einen Einfluss haben?
Mein Optimismus besteht darin, dass Öffentlichkeit das beste Gegengift gegen den Versuch von Leuten ist “entscheidenden Einfluss” zu nehmen. Checks and balances – dieser amerikanische Verfassungsgrundsatz ist für mich zentral. Und man muss eben dafür sorgen, dass die Balance nicht in die Schieflage gerät – etwa durch eine Art Fusion von Funktionseliten.
Freiheit in Ketten
Ich sah der Menschen Angstgehetz;
ich hört der Sklaven Frongekeuch.
Da rief ich laut: Brecht das Gesetz!
Zersprengt den Staat! Habt Mut zu euch!
Was gilt Gesetz?! Was gilt der Staat?!
Der Mensch sei frei! Frei sei das Recht!
Der freie Mensch folgt eignem Rat:
Sprengt das Gesetz! Den Staat zerbrecht! -
Da blickten Augen kühn und klar,
und viel Bedrückte liefen zu:
Die Freiheit lebe! Du sprichst wahr!
Von Staat und Zwang befrei uns du! -
Nicht ich! Ihr müßt euch selbst befrein.
Zerreißt den Gurt, der euch beengt!
Kein andrer darf euch Führer sein.
Brecht das Gesetz! Den Staat zersprengt! -
Nein, du bist klug, und wir sind dumm.
Führ uns zur Freiheit, die du schaust! -
Schon zogen sie die Rücken krumm:
O sieh, schon ballt der Staat die Faust! …
Roh griff die Faust mir ins Genick
des Staats: verletzt sei das Gesetz!
Man stieß mich fort. – Da fiel mein Blick
auf Frongekeuch und Angstgehetz.
Im Sklaventrott zog meine Schar
und schrie mir nach: Mach dein Geschwätz,
du Schwindler, an dir selber wahr!
Jetzt lehrt der Staat dich das Gesetz! –
Ihr Toren! Schlagt mir Arm und Bein
in Ketten, und im Grabverlies
bleibt doch die beste Freiheit mein:
die Freiheit, die ich euch verhieß.
Man schnürt den Leib; man quält das Blut.
Den Geist zwingt nicht Gesetz noch Staat.
Frei, sie zu brechen, bleibt mein Mut -
und freier Mut gebiert die Tat!
Erich Mühsam
da mal wieder eine heitere Gedichte Runde anzustehen scheint…
@ Frank
Demokratische Kontrolle demokratischer Institutionen und Besitzungen sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Leider sieht die Realität bisweilen anders aus und daher ist auch Forderung danach (immerfort) notwendig. Das sollte sich auch auf die (nunmehr) staatlichen Bankenerstrecken, voll daccord.
Doch die DB scheint eine staatliche Kontrolle gar nicht zu wünschen. Dass Ackermann sich zum prominentesten Fürsprecher eines Bankenbailouts in D machte, führe ich auf seine persönliche Schwäche, Eitelkeit, zurück. Er wollte sich eben als den obersten Bankier der Nation hinstellen. Gleichzeitig ist die Verstaatlichung der Konkurrenz für ihn sicherlich ein Glücksfall: die Konkurrenz wird so abgeschlagen! Und die Gehälter, die die DB zahlen muss, werden auch staatlich gedeckelt…. Ich sehe darin einen wirklich geschickten Machivellismus, die Konkurrenz aufs Glatteis zu führen und allerlei indirekte Vorteile herauszuschlagen. Dass das natürlich auch zurückschlagen kann, hat er vielleicht zu wenig bedacht und hier käme die Eitelkeit ins Spiel.
Was die Postbank betrifft, so erscheint es mir (leider kann ich den ftKommentar nicht lesen), dass die DB diese voll über den Tisch gezogen hat. Wahrscheinlich kann nur die DB was gegen den toxischen Abfall im Keller machen oder sowas
Wenn deine Idee zutrifft, dann werden wir in absehbarer Zeit die direktere Verstaatlichung der DB erleben. Würde mich wundern, ich vermute die schaffen das. (Deshalb macht es auch Sinn diese Aktien zu kaufen, wenn man das glaubt)
Zu Fannie,etc
Die GMCs waren übrigens bis 2007 gar nicht im subprime Markt engagiert.
Sie haben aber das generelle Klima geschaffen, in dem “investiert” wurde.Sie haben die Rotte angeführt. Und die angeblichen “prime” Hypotheken sind eine Zeitbombe, die auf 2010/11 eingestellt ist.
Grüsse
@ Nanuk
Was gilt Gesetz?! Was gilt der Staat?!
Der Mensch sei frei! Frei sei das Recht!
Der freie Mensch folgt eignem Rat:
Sprengt das Gesetz! Den Staat zerbrecht
Sollte dieser Staat, bzw. seine Verfassung, gebrochen werden, dann kann man uns alle in der Tat in Ketten hinwegführen.
Manche Dinge machen einfach nur im Kontext Sinn. Bzw. ergeben in einem anderen Kontext einen anderen Sinn. Bisweilen wird der Sinn vollkommen auf den Kopf gestellt, wie in diesem Fall.
Wenn ich 500 Mrd. Euro zur Verfügung hätte würde ich in Angie`s Stelle das Geld wie folgt verwenden:
Kauf Daimler: Marktkapitalisierung aktuell: 23 Mrd
Kauf CoBa : Marktkapitalisierung aktuell: 2 Mrd (haben ja bereits ein paar Prozent
Kauf Dt. Bank: Marktkapitalisierung aktuell: 12 Mrd.
Kauf VW: Marktkapitalisierung aktuell 50 Mrd (haben ja bereits ein paar Prozent
Kauf Allianz: Marktkapitalisierung aktuell: 30 Mrd.
So, jetzt hätten wir noch 373 Mrd. zur Verfügung.
Weitere Vorschläge erbeten.
Sollte dieser Staat, bzw. seine Verfassung, gebrochen werden, dann kann man uns alle in der Tat in Ketten hinwegführen.
Wenn du ganz gelesen hättest…
Die Freiheit lebe! Du sprichst wahr!
Von Staat und Zwang befrei uns du! -
Nicht ich! Ihr müßt euch selbst befrein.
Zerreißt den Gurt, der euch beengt!
Kein andrer darf euch Führer sein.
Brecht das Gesetz! Den Staat zersprengt! -
Ich verweise dabei gerne auf Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes.
“Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat…
Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.”
Ab wann ist sie es nicht mehr?Die Frage müssen wir uns mal stellen ob das alles noch Sozial und oder irgendwie Demokratisch ist was da gerade so alles passiert.Es steht auch keiner mal auf und droht mit Klagen in Karlsruhe.
@ 57 Nanuk
Danke für das Gedicht.
@ 60 hyperinflation
Darf ich Deinen Kommentar auf dem Volkszustandsbericht veröffentlichen?
@Nanuk
>Ab wann ist sie es nicht mehr?
Praktischerweise sind die Begriffe “demokratisch” und “sozial” inhaltlich dermaßen unbestimmt, dass sich Deine Frage nicht konkret beantworten lässt. Zumal wenn es, wie bereits unlängst bei den “Freiheiten”, um die Abgrenzung der “formellen” von der “faktisch-materiellen” Begriffsinterpretation geht.
Die Dt. Bank hat sich mit der Postbank vereinigt um die Bilanzen zu verwässern.
Ohen die Privatkunden der Postbank und deren Spareinlagen wäre das Tier 1 der dt. Bank zu niedrig geworden. Die notwendige ( und unmögliche) Kapitalerhöhung hat man mit dem Aktienkauf / Tausch Deal umgangen.
Deshalb war es auch egal wer hier wen kauft , das Ergebniss war wichtig.
@Shisha
Dauert aber noch ein bisschen mit der Konsolidierung der Bilanzen. Bisher hat die DB ja wohl noch nicht die Mehrheit erworben.
“Belastet von negativen Studien in Reaktion auf die neu verhandelte Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank haben die Postbank-Titel am Donnerstag ein neues Rekordtief markiert. Erstmals sackten die Papiere unter die Marke von 10 Euro. Bis zum Mittag brachen die Aktien um 17,72 Prozent auf 9,75 Euro ein.” – Quelle: http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktien-im-fokus/postbank-im-freien-fall;2126965
Wetten das die DB die Postbank nicht nur geschenkt bekommt, sondern noch ein Handgeld dazu?
@60
klar ist aber nicht wirklich von mir!
gefunden irgendwo auf Wallstreet-online.de
ich fands nur passend
ähm @63 natürlich sry
Kein Nachfolger für Ackermann in Sicht, der im Mai 2010 seinen Posten freigibt. Ein Schelm wer Arges denkt im Zusammenhang mit fälligen Boni für die Postbank.
Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/ackermann-nachfolge-es-ist-kein-kronprinz-da;2126948
Und weiter geht es:
Die angeschlagene HSH Nordbank hat einem Zeitungsbericht zufolge 2008 zwei Milliarden Euro Verlust gemacht. Es werde geprüft, ob ein Einstieg des Bundes ähnlich wie bei der Commerzbank möglich sei. Im Dezember hatte die Landesbank bereits 30 Milliarden Euro an Bundesgarantien erhalten.
Quelle: http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE50E00D20090115
@ Maria v. Boisse #51
Es handelt sich um einen Fake. Das Gedicht ist nicht von Tucholsky, sondern von Richard G. Kerschhofer.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1859685_0_2147_gute-frage-quot-merkt-ihr-nicht-was-mit-euch-gespielt-wird-quot-.html
Hier noch was aus garantiert eigener Feder (2001 geschrieben):
Wenn die Aktienkurse steigen
hängt der Himmel voller Geigen
Suchst dein Glück nicht zu vermehren
durch romantisches Begehren
denn die Börsenillusion
ist dir Trost und Hoffnung schon
Wenn die Aktienkurse stürzen
musst die Suppe anders würzen
musst um neu dich zu begründen
Halt in der Romantik finden
Spekulierst auch recht rasant
doch an ander’m Gegenstand
Doch wenn Aktienkurse fallen
Liebesschwüre auch verhallen
ungehört und ungelesen
Bank und Post berechnen Spesen
schreitest du zur letzten Tat
und wirst schließlich Literat
Kann gern wo auch immer veröffentlicht und wem auch immer zugeschrieben werden.
P. S. @ weissgarnix, re: DB-Aktien
Bei schlechten Nachrichten und fallenden Kursen kaufen, bei (vorhersehbar) weiteren schlechten Nachrichten und weiter fallenden Kursen die Nerven verlieren und verkaufen: so wird man an der Börse reich.
Ich bin Verschwörungstheorien gegenüber normalerweise ziemlich resistent, aber da ich lernte die Dinge aus anderen Richtungen zu betrachten, könnte man die so genannte Finanzkrise auch so interpretieren:
Man verspekuliert bewusst das Geld der Kunden, setzt das Gerücht über den finanziellen Zusammenbruch in die Welt – global natürlich – und bittet den “Bürger” das “System” zu retten, indem man ihm erzählt, wenn er jetzt alle angeblich maroden Unternehmen zum 10fachen des Marktwertes kaufen würde – selbstverständlich ohne Beteiligung oder gar Dividende – würde man ihm garantieren, dass er auch morgen noch soviel Geld erwirtschaften kann, damit er diesen Unsinn nicht nur einmal, sondern regelmäßig finanzieren darf.
Das ist ungefähr so, als würde in der Zeitung eine Anzeige stehen mit dem Wortlaut: “Arbeiten Sie für uns, es kostet Sie nur 10,–Euro die Stunde!”
Und was tut der “Bürger”? Er fragt, ob es auch ein bisschen mehr sein darf.
Das ist DER JAHRTAUSEND-DEAL!
… wie sagte Angela Merkel in der Regierungserklärung zum “Konjunkturpaket II”: “Wir werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.”
Das glaube ich auch.
@ 69 hyperinflation – Danke
@ 72 friends of Zemfira – Danke
Ackermann wendet sich gegen Banken-”Nationalismus” und -Protektionismus.
http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Bankensysteme-vor-Abschottung-Banker-f%FCrchten-Nationalismus/461555.html
Die Entstehungsgeschichte eines bekannten Hedgefonds im Zeitraffer!
http://www.welt.de/wirtschaft/article3032235/Aus-fuer-die-Super-Zocker-bei-der-Deutschen-Bank.html
Sehr lesenswerter Artikel von der Welt! Eben diese Zeitung hatte WGnix kürzlich noch als “rechtskonservativ” bezeichnet. Die Zeiten sind lange vorbei, wie vielleicht das sogenannte “hedgefond-Dasein” der DB auch. Aber wer weiss… wer weiss…
@AxOx, #54
“Entgegen der allgemeinen Meinung isind die USA ein sehr sozialer Staat. Fannie&Freddie waren DIE Institutionen, die den gesamten Konsumerismus der sozialer schlechter stehenden Amerikaner betrieben haben.”
Genau letzteres hatte ich doch angedeutet, nicht tilgbare Kredite für Personen die Mangels Sozialstaat oder aufgrund niedriger Einkommen statt in Häusern in Campingzelten leben müssten bzw. demnächst dort wieder hin ziehen.
“Und das möchte ich auch noch vermuten: dahinter stand bestimmt keine böse Absicht. Es ist tragisch.”
Natürlich nicht. Wenn ich gedankenlosen Opportunismus des Typus “Wird-schon-irgendwo-gutgehen” als Normalzustand definiere, kann ich von Absicht, gar böser, nicht sprechen.
DAS ist wirklich tragisch an der Geschichte.
@ f.luebberding, #56
“Also was ist schon entscheidender Einfluss? Den hat ja der Blogger Minerva in Südkorea gehabt, weil ihn alle für einen Propheten hielten und entsprechend handelten. Der konnte offensichtlich tatsächlich mit seinen Beiträgen den Markt bewegen – und wurde jetzt festgenommen wegen Marktmanipulation. Jenseits dessen, dass dieser Vorwurf absurd ist (niemand musste so handeln wie er es implizierte): Wer will schon so einen Einfluss haben?”
Ich wüsste schon wer alles eine Menge Einfluss haben will oder aber bereits hat aber nicht besitzen sollte.
“Mein Optimismus besteht darin, dass Öffentlichkeit das beste Gegengift gegen den Versuch von Leuten ist “entscheidenden Einfluss” zu nehmen. Checks and balances – dieser amerikanische Verfassungsgrundsatz ist für mich zentral. Und man muss eben dafür sorgen, dass die Balance nicht in die Schieflage gerät – etwa durch eine Art Fusion von Funktionseliten.”
Die Balance ist nicht nur in die Schieflage geraten, es gibt sie nicht mehr.
Die Fusion hat schon lange stattgefunden, WiMoDem* weltweit!
Medien, Wirtschaft, Politik all das ist ein einziger verfilzter Klumpen der gerade um seine Existenz kämpft und bereit ist alle mit in den Untergang zu reißen.
Ein schönes Beispiel war eben Illbritt Mayner, zu Gast die rührigen Demokratiesimulanten unserer 5 Einheitsparteien.
Eine Showveranstaltung inklusive Streitgespräch zw. Gysi und Rüttgers.
Unser herzallerliebster Arbeiterführer stand mit heruntergelassenen Hosen und wehenden weißen Fahnen in der Öffentlichkeit und es geschah –
NICHTS!
Ein einigermaßen guter Rhetoriker der geistig wendig ist, hätte Rüttgers sein Wirtschaftsystem links und rechts um die Ohren gehauen, vom Kapitalismus wäre nichts übrig geblieben.
Aber nein, Gysi schwadroniert die ewig-gleichen LINKEn-Phrasen, geht auf die von Rüttgers dargebrachte Kapitulation gar nicht ein – der WILL gar nicht zu scharf kritisieren!
Es ist alles nur Show.
Als kröhnende Pointe bezeichnete Illner dann Hans-Werner Sinn als INTELLEKTUELLEN!
Ganz nebenbei rupfen Zypries und ihre Komparsen wieder am Grundgesetz rum, die Zeiten sind schließlich günstig, der Pöbel schaut ja gerade auf die wirtschaftspolitischen Strohfeuer,
http://www.heise.de/newsticker/Datenschuetzer-gegen-Ueberwachungsbefugnisse-des-BSI–/meldung/121786
http://www.heise.de/newsticker/Kabinett-beschliesst-neue-Straftatbestaende-im-Staatsschutzrecht–/meldung/121709
während die großkoalitionäre Version von Magda Goebbels die Internetzensur etabliert.
Ich will ja nun wirklich nicht den Miesepeter spielen, aber ich sehe keine Möglichkeit WIRKSAME Änderung allein durch die Abgabe von Wahlzetteln zu erreichen.
Das was durch demokratische Maßnahmen zu erreichen ist, ist Flickschusterei wie wir sie derzeit mit “Konjunkturpaketen” erleben, der Versuch der größten Koalition aller Zeiten sich die größte Fehlallokation aller Zeiten eigen zu machen um den Status quo für weitere 3, 4 Jahre zu halten.
*Wirtschafts-Monopolistische Demokratie
ob das dann so endet ?
http://www.cash.ch/news/boersennews/irland_verstaatlicht_die_anglo_irish_bank_aktionaere_werden_enteignet-697875-450
Irland verstaatlicht die Anglo Irish Bank – Aktionäre werden enteignet
16.01.2009 09:32
DUBLIN (AWP International) – Die irische Regierung hat die schwer angeschlagene Anglo Irish Bank verstaatlicht. Dadurch sollen die Einlagen in Höhe von 80 Milliarden Euro gesichert werden. Die Bank sei aber nicht insolvent, betonte der irische Finanzminister Brian Lenihan am späten Donnerstagabend. Angaben über die Kosten für den Steuerzahler machte er keine. Bislang hatte der Staat eine Kapitalspritze über 1,5 Milliarden Euro geben wollen, wodurch ihm aber bereits zwei Drittel der Stimmrechte zugefallen wären.
Die Aktionäre der drittgrössten irischen Bank sollen jetzt enteignet werden. Über die Höhe der Entschädigung ist aber noch nicht entschieden. Ein staatlich bestellter Gutachter soll den Wert des Instituts ermitteln. “Wenn der Gutachter entscheidet, dass die Bank wertlos ist, dann ist die Entschädigung null”, sagte Finanzminister Lenihan. Aktionäre sprachen von einem katastrophalen Schritt.
Der Börsenwert der Anglo Irish Bank befand sich in den vergangenen Wochen im freien Fall, nachdem im Dezember ein Kreditskandal publik wurde. Zum Schluss war das Papier noch ganze 20 Cent wert gegenüber mehr als 17 Euro im Jahr 2007. Am Morgen wurden die Aktien vom Handel ausgesetzt.
Bereits im vergangenen Oktober hatte die irische Regierung staatliche Garantien für die Einlagen der grössten irischen Banken sowie ausländischer Institute mit starker Präsenz in Irland zugesagt. Die zugesagten Garantien liegen mehr als doppelt so hoch wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt von Irland./FX/RX/dct/das/sc
(Quelle: AWP)
Hat eigentlich irgend jemand kapiert, daß die Deutsche Bank immer noch sich selbst kontrolliert? Wer was anderes glaubt ist ein Träumer. Davon gibt es in dieser D. Republik ziemlich viele! Vielleicht ist es ja auch nur ein Ausdruck davon, daß Emotionen von der Realität manchmal ein bischen sehr stark getreten werden. Nur leider ist es doch so, daß die Kriterien des Kapitalismus für viele trotzdem eine Möglichkeit bieten, den Luxus der Selbstverwirklichung so richtig ausleben zu können. Und das lebt sich hier in diesem Blog doch so schön aus.
Jetzt mal sachlich:
# 60 hyperinflation
Selbst wenn Deine Rechnung richtig ist: Aktienkapital kaufen heißt noch nicht, daß in diese Unternehmen ein einziger Cent zur Bewältigung der dort existierenden Zahlungsverpflichtungen reingeht. In dieser Krise gilt aber: es wird Liquidität (Kohle, Geld, Pinke, Schotter, Knete) gebraucht, um Verbindlichkeiten zahlen zu können. Was Du vorschlägst, ist doch nichts anderes als ein AKTIVTAUSCH von Marktakteuren (wenn man mal den Staat auch als einen Marktakteur interpretiert)! Wenn Du das machst, hättest Du dann die Verantwortung!!! Wie bezahltst Du die???
# 62 Nanuk
Vielleicht wäre es nicht übel, wenn außer dieser Verweigerungshaltung mal zur Abwechslung was Konstruktives kommen würde. Du machst Dir ja schon viel Gedanken, es könnte ja aber auch in eine Richtung gehen, die Perspektiven eröffnet! Man kann ja sagen, daß die Behandlung der derzeitigen Problemlagen nicht optimal ist, aber für meine Begriffe versuchen doch die verantwortlichen Personen das Beste daraus zu machen. Man kann ja sagen, daß es nicht das Beste ist, aber wo ist die Alternative?
# 56 f.luebberding
Checks an Balances haben ja auch die angloamerikanischen (neben den deutschen) Verfassungsväter in die deutsche Verfassung geschrieben, um eine relative Beschlußunfähigkeit in Deutschland zu erzeugen. Na gut, ist im Laufe der Zeit schon besser geworden.
Der angesprochene Optimismus ist sicherlich ein Aspekt, der es wert ist, weiterhin verfolgt zu werden. Das wäre dann in Ordnung, wenn sich die angesprochenen Funktionseliten wenigstens mal daran erinnern würden, daß sie funktionieren sollen. Die haben jedoch noch nicht mal eine Ahnung, an welchen Kriterien sie sich orientieren könnten. Die letzten 20 Jahre Elitenausbildung bestanden doch darin, unbesehen die Quartalshysterie der US Nomenklatura zu übernehmen. Und das im Gegensatz zu der in Deutschland durchaus noch vorhandenen “nachhaltigen” Unternehmensphilosophie, die auch ohne mit der Wimper zu zucken, die eine oder andere Krise übersteht! Funktionseliten sind doch nichts anderes als Apparatschiks. Was nötig wäre ist eine Rückbesinnung auf Verantwortungselite, die man meinetwegen auch auf Preußen zurückführen mag. Ob, oder auch nicht: die Verantwortung gegenüber einem shareholder value kann sich doch nicht darin erschöpfen, daß ein kurzfristiger Reibach (ja, das ist kein Fachausdruck) die Sicht darauf versperrt, daß die Welt nicht nach der nächsten Bonuszahlung zu Ende ist! Da kann man so viele Eliteunis aus dem Boden stampfen und wird doch nichts anderes herausbekommen als Tellerrandkriecher!
Ich gehe mal davon aus, daß das Ansprechen von Verfassungsgrundsätzen darauf hinweist, daß Visionen das Lebenselixier sind, die nicht nur die eigene Lebenssituation verbessern, sondern auch das beinhalten, was man landläufig Lebenserfüllung nennt. Wann hat denn der Schumpeter´sche Unternehmer was gekonnt? Dann, wenn er die Welt zu etwas Besserem geführt hat.
Und das ist doch genau das Schlimme: die Erkenntnis, daß auch in Deutschland die ökonomischen Kreisläufe “am Laufen” gehalten werden müssen, berührt jeden, der weiß, daß es “um die Wurst” geht. Was man aber erlebt ist, daß nur noch darum gefeilscht wird, wer von der Kohle am meisten abbekommt. Das ist keine Vision, das ist nur noch “tit for tat”.
LEIDER ist die vierte oder fünfte Öffentlichkeit noch nicht so stark, daß sie dieses Kungelspiel schon beeinflussen könnte. Das mag man bedauern. Das konnte man auch bei Rohwedder bedauern. Die Ergebnisse werden so sein, wie sie immer gewesen sind: desaströs.
Bis jetzt sind ja deutsche Unternehmer immer noch so gut gewesen, daß sie jegliche politisch motivierte Unzulänglichkeit überstanden haben. Der Freiheitsgrad der Globalisierung sollte allerdings die deutsche Politik daran erinnern, daß auch Lobbys sich nur da befinden, wo es noch was zu holen gibt. Die deutsche Politik ist gerade dabei, mit bestem Wissen und Gewissen eine Katastrophe nach der anderen anzustellen. Auf den letzten der Mohikaner – Steinbrück – wird man dann alle Schuld abladen! (Und Ackermann wird nicht verstehen, warum keiner auf ihn gehört hat!)
Nunja man muss die Kirche mal im Dorf lassen, teeren und federn trifft zwar sicherlich auf einen Großteil der Bänker zu, es gibt jedoch aber auch Ausnahmen =)
{ 1 Trackback }