Konjunkturpolitische Dekadenz

von weissgarnix am 13. Januar 2009

Im Grunde genommen war es nicht anders zu erwarten, als dass beim Schnüren des “Konjunkturpakets II” ethische und ökologische Überlegungen nicht nur hintangestellt, sondern samt und sonders über Bord geworfen werden. Als wesentlich anderes als einen ethischen wie ökologischen Skandal läßt sich nämlich die offenbar beschlossene Abwrackprämie für “Altautos” nicht bezeichnen. Die FAZ schreibt heute dazu:

Hilfen für die Autoindustrie: Autofahrer sollen eine Abwrackprämie von 2.500 Euro erhalten, wenn sie noch dieses Jahr ihr mindestens neun Jahre altes Auto stilllegen und dafür einen Neuwagen kaufen. Der alte Wagen muss ihnen zuvor mindestens ein Jahr gehört haben. Damit hat sich die SPD durchgesetzt. Die Union befürchtete bisher, dass die deutsche Industrie davon nicht profitiert, weil die Kunden auch ausländische Modelle kaufen.”

Für mich spricht es Bände, dass ausgerechnet die SPD sich zum Fürsprecher einer solchen Maßnahme macht, denn das ist angesichts der Zuckungen des Niedergangs und der durchaus gerechtfertigten politischen Todesahnung, mit denen sich die Partei konfrontiert sieht, durchaus konsequent. Und dass die Merkel-CDU, eine zu Marketingzwecken nach wie vor “christliche” Partei, daran auch nicht mehr auszusetzen hat, als den üblichen merkantilistischen Schönheitsfehler, dass “das Ausland ja auch davon profitieren könnte”, ist nach allem, was man mittlerweile über diese Partei gelesen und gehört hat, auch nicht weiter verwunderlich.

In Wahrheit sind derartige “Abwrackprämien” aber der lupenreine Ausdruck westlicher Dekadenz, die rückstandslose und von jeder moralischen Verunreinigung freie Projektion der “Wegwerfmentalität” unseres Konsumwahns auf die üblicherweise als “langlebig” apostrophierten Wirtschaftsgüter. Von der Wegwerfwindel, über den “Click”and throw away“-Fotoapparat hin zum “5x gefahren, holen Sie sich einen neuen!”-VW Golf … Was für eine zivilisatorische Leistung! In einer ohnehin an Regressionen nicht armen Epoche, schaffen wir es tatsächlich, die Raubbau-Philosophie hinter “Milchseen” und “Butterbergen” aus längst vergangen geglaubten Zeiten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft analog auf Autos, und wer weiss, vielleicht demnächst ja auch schon Häuser und ganze Straßenzüge zu adaptieren.

Von völlig indiskutablen Umverteilungsaspekten will ich an dieser Stelle noch nicht mal reden, das tat ich andernorts ohnehin schon zu genüge. Aber zumindest ökologische Bedenken? Fehlanzeige! Ganz im Gegenteil: Mikropartikel-Rußfilter, 5 Liter-Motor, sensationelle Abgaswerte … ist doch genial, wenn zukünftig nur noch so moderne und laut Herstellerkatalog “umweltbewußte” Autos auf deutschen Straßen unterwegs sind, nicht wahr?! Wer wird denn da hinsichtlich der energetischen bzw. Öko-Bilanz der ganzen Aktion, inklusive Verschrottung des Altautos und Herstellung eines nach Marktlage völlig unnützen Neuwagens, pingelig werden wollen? Na wir doch nicht, weil wir sichern Arbeitsplätze!

Etwas Gutes, weil Lehrreiches, hat die Sache aber dennoch: wer ernsthaft noch immer glaubt, dass die Marktwirtschaft, zumindest in der Version “Deutsche Bundesregierung 2009″, der Überwindung von wie auch immer gearteter “realer Knappheit” diene, der möge bitte in sich gehen und seine Überzeugungen an exemplarischen Realitäten wie diesen nochmals überprüfen.

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1 KurtKiesel Januar 13, 2009 um 14:35

…dass die Marktwirtschaft … der Überwindung von wie auch immer gearteter “realer Knappheit” diene…

Ja! Ich warte darauf, dass den künstlichen Konsumanreizen der Konsumzwang folgt, etwa der “Verschrottungsprämie” ein “konfiskatorischer” KfZ-Steuersatz für Altautos.

2 Dummsday Januar 13, 2009 um 14:52

Eine Zwangsanleihe für notorische Radfahrer, fänd ich auch gut.

Gruß,

Dummsday

3 edicius Januar 13, 2009 um 14:55

…dass die Marktwirtschaft … der Überwindung von wie auch immer gearteter “realer Knappheit” diene…

Aber sicher doch. Im Moment sind halt Autokäufer knapp… ;-)

4 oxxo Januar 13, 2009 um 15:13

2500€ für ein altes auto
100€ für ein kind
aussagekräftiger gehts kaum

5 KurtKiesel Januar 13, 2009 um 15:50

@ edicius: Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage. q.e.d.

6 AxOx Januar 13, 2009 um 15:53

Wer ein “mindestens 9 Jahres altes Auto” fährt, der ist nicht der typische Kunde eines NEUwagens. Warum? Weil jemand, der sowenig Geld hat, so ein Auto fahren zu müssen, sich bestimmt kein ganz neues leisten kann (alleine der ausserordentliche Wertverlust in den ersten Jahren macht sich privat überhaupt nicht bezahlt).

Da Neuwagen doch mittlerweile fast ausschliesslich über Firmen/GmbH Kredite/Abschreibungen finanziert werden, müsste sich die Politik hier mehr um Absatz bemüht sein. (Was ist eigentlich aus dem KFZ-Steuererlass geworden – mann, war das grosszügig!)

Man darf wohl vermuten, dass diese Massnahme der Politik nur die heisse Luft vager Absichtserklärungen generieren soll und nicht ernstgemeint ist. So wenig erstgemeint, dass sie doch nur ein laues Lüftchen produziert.

7 edicius Januar 13, 2009 um 15:59

@AxOx

Stimmt. Da ist halt Kreativität gefragt: “Altauto-Besitzer sucht Neuwagenkäufer. Für schlappe 1250€ wracke ich für Ihren Neuwagen meinen Altwagen ab.” Eine “Haltefrist” für die Neuwagen ist ja nicht vorgesehen…
Ausserdem dürften auch die Gebrauchtwagenkäufer profitieren, die Prämie drückt ja indirekt auch die Gebrauchtwagenpreise.

8 Joha Januar 13, 2009 um 16:02

Zur Schrottprämie: Das französische Strohfeuer war im Dezember eben verlockend hell http://tinyurl.com/8e6j8h
Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich es unverantwortlich halte, dass die Regierung glaubt, man könnte versuchen, im 21. Jahrhundert den industriellen Status Quo des 20. erhalten.
Aber für ein wirklich ausgereiftes ökologisches Programm fehlen intellektuelle Kraft und Zeit.
Ohne den leidigen Bildungsföderalismus hätte man vielleicht zumindest die Bildung so gefördert, dass nicht Steine, sondern “Köpfe” im Mittelpunkt gestanden hätten. Aber da mag ich den handelnden Akteuren nur bedingt einen Vorwurf machen, weil die Situation in diesem Bereich einfach zu verfahren ist. Zudem kenne ich die Details noch nicht.

9 qqqq Januar 13, 2009 um 16:05

ALLE TEEREN UND FEDERN!

wann wacht Ihr endlich auf…….

10 keiner Januar 13, 2009 um 16:14

…ich hab gedacht da kommt jetzt werweißwas und dann ein Sermon über “langlebige Wirtschaftsgüter”…

Was muß man einnehmen, um sich (in diesen Zeiten) so künstlich erregen zu können?

Schmink’ dir den Ökobart ab, wenn die Russen das Gas nicht mehr aufdrehen werden wir für jede Klimaerwärmung noch dankbar sein. Und wenn das internationale Finanzwesen kollabiert sind die Autos das kleinste Problem.

“Merkel verspricht Familien Entlastung von BIS ZU 500 €”

… AB JUNI! NA, dann gehen die jetzt doch alle schnell einen Opel holen, für 500.-. Das ist ja fast das “Komfort-Paket 2″ mit elektrisch verstellbaren Außenspiegeln und ein paar Fußmatten.

Irgendwer leidet hier unter gallopierendem Realitätsverlust.

11 teppi Januar 13, 2009 um 16:16

Ich gebs zu, ich bin schuld an der Weltwirtschaftskrise, denn ich fahre Rad!

12 H.K.Hammersen Januar 13, 2009 um 16:20

Willkommen in der Psychiatrie.
Es fällt aber immer schwerer, die Ärzte von den Patienten zu unterscheiden.

13 Ich, the first and real one Januar 13, 2009 um 16:24

@wgn,

wer ernsthaft noch immer glaubt, dass die Marktwirtschaft, zumindest in der Version “Deutsche Bundesregierung 2009″, der Überwindung von wie auch immer gearteter “realer Knappheit” diene, der möge bitte in sich gehen und seine Überzeugungen an exemplarischen Realitäten wie diesen nochmals überprüfen.

Das ist halt keine Marktwirtschaft mehr, jedenfalls nicht mehr als Geschenke an Unternehmen Sozialismus sind (wurde ja faelschlicherweise Sozialismus fuer Reiche genannt).

Der beste Ausdruck der mir fuer das einfaellt was wir gerade erleben ist “Wurschtelwirtschaft”.

14 Ich, the first and real one Januar 13, 2009 um 16:26

@ Teppi,

ich finde du gehoerst lebenslang ins Gefaengnis, du Schulden-fuer-sinnloses-Spielzeug Verweigerer, du.

15 Erklärer Januar 13, 2009 um 16:49

Wann fördert endlich mal einer die Blogger-Gemeinschaft?

16 terekest Januar 13, 2009 um 16:58

@ Keiner:
“Schmink’ dir den Ökobart ab, wenn die Russen das Gas nicht mehr aufdrehen werden wir für jede Klimaerwärmung noch dankbar sein.”

Die Klimaerwärmung ist eine Sache, vielleicht kommt sie ja auch nicht. Das viel größere Problem ist aber die Ausbeutung der Ressourcen und die Verseuchung unseres Planeten, also unserer Lebensgrundlage. Es gibt so gut wie keine Regionen mehr, die noch “sauber” sind und Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten und dergleichen finden wir mittlerweile vollkommen normal.

JEDER hier weiß eigentlich, dass unsere Art des Lebens und Wirtschaftens nicht nachhaltig ist, wir also die Gesundheit und die Versorgung unserer Kinder ganz bewußt aufs Spiel setzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine “gesunde” Umwelt vorfinden, ist gering – die Zahl der Unverträglichkeiten und Krankheiten wird somit aller Wahrscheinlichkeit nach in Zukunft zunehmen.

Dazu kommt, dass wir komplett vom Öl abhängig sind, weil alle unsere Produkte auf Öl basieren. Damit sind wir erstens erpressbar und müssen zweitens auf Teufel komm raus andere Regionen und Völker ausbeuten, sonst gehen hier die Lichter aus. Entweder spielen die unser Spiel freiwillig mit oder wir nehmen uns so, was wir haben wollen. Das klingt nicht gerade vernünftig, oder?

17 Thomas Januar 13, 2009 um 17:19

Apropos Milchseen und Butterberge. Was ist aus denen eigentlich damals noch geworden?
Wurde die Milch nicht als Milchpulver in Entwicklungsländer geschickt um die dortige Milchwirtschaft zu rui… äh… um der dortigen Bevölkerung zu helfen?
Warum schicken wir unsere Autos dann nicht auch nach… irgendwo in Afrika… oder die USA… als Mobilitätsspende oder so??? ;)

18 Nanuk Januar 13, 2009 um 17:38

“Warum schicken wir unsere Autos dann nicht auch nach… irgendwo in Afrika… oder die USA… als Mobilitätsspende oder so???”

Du wirst lachen machen wir bereits wir stellen unseren Schrott in die Sibirische Steppe.

http://englishrussia.com/?p=2162

19 Miesespeter Januar 13, 2009 um 17:54

Da kuerzlich die Frage aufkam, was denn ueberhaupt eine ‘Fehlallokation’ sei, danke fuer dieses Musterbeispiel……

20 ergo sum Januar 13, 2009 um 17:59

@ oxxo (Nr.4):

Aber sicher doch! Wer will ein Auto, aber wer will mehr Kinder? (Angebot und Nachfrage).

21 snozin Januar 13, 2009 um 18:06

Es ist eine Markierung erreicht, die bezeichnet, dass hier und da leise Zweifel an der Funktionsweise der Marktwirtschaft angebracht sind. Und damit vielleicht sogar erlaubt. Schamlos jedoch ist es, das gebotene Tempolimit zu missachten und Adam plötzlich massiv in Frage zu stellen. Seine unsichtbare Hand bleibt Richtung weisend. Wer oder was dabei abgewrackt wird, ist allerdings Sache der Rahmenbedingungen. Das wird, von wem auch immer, oft verkannt. Und weiterhin gilt: (na?) Die Agenda 2010. Das nämlich könnte die Kernaussage sein, falls ich mich noch geordnet verstehe und ein bisschen was von Design: Das Jahr 2009 ist die letzte Zwischenetappe. Hol`s der Lafo, könnte man denken, aber der wird’s nicht holen.

22 Nanuk Januar 13, 2009 um 18:07

@ergo sum
Prozyklischer Strategie nicht gerade Keynes oder? ;)

23 Nanuk Januar 13, 2009 um 18:09

“Adam plötzlich massiv in Frage zu stellen. ”

Der Adam der kann mich mal der Idiot hat in den Apfel gebissen nur weil das Miststück von Eva gesagt hier probier mal so ein Trottel…

24 Andreas Januar 13, 2009 um 18:23

“Die Marktwirtschaft in ihrem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf” .
Leider haben Sie bei dem Konjunkturpaket Videospielkonsolen völlig vergessen – immerhin fressen die zum Zeil immerhin bis zu 500 Watt im Betrieb, sind also -grob geschätzt- mit der Energieeffiziens eines Opels durchaus vergleichbar. Also bitte noch mal so ungefähr 2000/3000 Euro an Playstation/Xbox/Nintendo-Benutzer durchreichen, damit es auch ja klappt mit dem Masterplan zur völligen Vernichtung der Welt.

(Eigentlich wollte ich am Ende ja noch schreiben : “Ach leckt mich doch alle!”. Würde ich aber nie tun.)

25 Owe Jessen Januar 13, 2009 um 18:28

@ Hammersen (12) – wird vielleicht zeit, mal wieder “Die Physiker” aus dem Bücherschrank zu holen.

26 Owe Jessen Januar 13, 2009 um 18:35

PS: Ich glaub, es war Fricke der heute durchgerechnet hat, dass wir langfristig wohl eher 500.000 Autos weniger im Jahr in Deutschland verkaufen werden als 2007 (statt 3,1 im Jahr 2007 ca. 2,6 Mio), da mittlerweile annähernd jeder Führerscheininhaber ein eigenes Auto hat (ca. 41 Mio Bürger), und die Autos mittlerweile im Schnitt 16 Jahre alt werden, besteht ein Bedarf für den Ersatz von ca. 2,6 Mio Autos im Jahr, und das wird mit längerer Haltbarkeit eher weniger werden. Insofern halte ich es für mutig zu glauben, die deutsche Autoindustrie könnte durch Nachfragesteigerung in Deutschland gerettet werden – langfristig bleiben dafür eben doch nur die ungesättigten Wachstumsmärkte wie BRIC.

27 Nanuk Januar 13, 2009 um 18:57

“ungesättigten Wachstumsmärkte wie BRIC.”

Wie ungesättig die sind zeigt sich ja wunderbar auf dem Video…
:)

28 Nanuk Januar 13, 2009 um 18:58

Ob du es glaubst oder nicht Russen fahren auch Auto :)

29 Owe Jessen Januar 13, 2009 um 19:00

Ohne jetzt Zahlen bei der Hand zu haben geh ich aber mal davon aus, dass die Marktdurchdringung noch nicht ganz so komplett ist wie in Deutschland. :-) Und Videobeweis mags beim Fußball geben, aber nicht in der VWL.

30 Nanuk Januar 13, 2009 um 19:28

“Und Videobeweis mags beim Fußball geben, aber nicht in der VWL.”

Ja das ist ja euer Problem… ;)

31 Owe Jessen Januar 13, 2009 um 19:31

“Anekdote” ist nicht der Singular von “Zeitreihe”.

32 keiner Januar 13, 2009 um 19:35

Wenn die industrialisierte westliche Welt, so wie wir sie jetzt kennen (und schätzen) gelernt haben, zusammenbricht, erledigt sich die Kulturkritik an der Ölgesellschaft ohnehin. Dann kann man vielleicht auf Öltankern autonome Republiken ausrufen, 10 Meilen vor der Küste. Und mit dem Wiederaufbau der Zivilisation beginnen…

33 keiner Januar 13, 2009 um 19:36

Who the f..k heißt denn Owe mit Vornamen?

34 Nanuk Januar 13, 2009 um 19:55

“Anekdote” ist nicht der Singular von “Zeitreihe”.

Aber realitäts Verweigerung eine VWL Krankheit.

35 Shisha Januar 13, 2009 um 20:25

Ein System das sich mit künstlichen Methoden am Leben erhalten muß ist real schon Tod.
In der Nachbetrachtung wird die kreditgetriebene “freie” Marktwirtschaft wohl als dümmstes Marktmodell aller Zeiten in die Geschichte eingehen.
Kein anderes System hat es jemals geschafft soviel (alle) Ressourcen in so kurzer Zeit sinnlos zu vergeuden, und diesen Zustand überdies zum erhaltenswerten Ideal zu erheben.

36 Handwerker Januar 13, 2009 um 20:46

Ach war das lustig heute,
ich habe es genossen wie Steinmeier geschwärmt hat.

Er sieht fast identisch aus wie mein Vater,
ein fleissiger gutgläubiger Mensch.
Herr Steinmeier, falls sie das lesen,
verlassen sie sich auf meinen Überblick.
Es ist mitnichten so wie sie dargestellt haben.
Falls es sich ihnen anbietet, ziehen sie sich zurück,
gilt auch für dich Gysi.
Und bitte, erhöht die Abwrackprämie auf 5000,- Euro ;-)

37 bismodo Januar 13, 2009 um 20:52

@ handwerker

neenee, ich find die abwrackprämie für politiker mit 2500,- schon zu hoch… oder, eehhehh, hab ich da was nicht verstanden ?

vorsicht, auch mit minicoopern kann man sich verhaidern, besonders im winter. wir brauchen dich hier noch !!!!!

38 inti Januar 13, 2009 um 22:04

ach du meine güte …

ich verzweifel immer mehr … die “kriese” zeigt, dass wir eine führungsmannschaft haben die das system nicht versteht …

mal ehrlich: -2% bip … wo sind wir dann? vom wohlstand her sind wir dann in 2007 … ging es uns damals so schlecht? warum wollte damals niemand eingreifen? selbst mit -10% sind wir vielleicht bei 2000 vom einkommen her … und wir haben all das was wir in den 8 jahren gekauft haben … also wirklich damals wurde auch jeder satt und es gab autos und fernsehn … eine gesellschaft die nichtmal damit klar kommt, dass sie in einem jahr weniger zusätzliches vermögen generiert wie im jahr zuvor ist krank und benötigt hilfe

und die hilfe kann nicht in 2500€ für neuwagen bestehen … wie richtig bemerkt: wenn eine familie 500€ bekommt und ein auto 2500€ ist was krank und falsch und komisch … gebt doch das geld den bürgern, die wissen was sie haben wollen und nicht ihr menschen da in berlin

39 Owe Jessen Januar 14, 2009 um 00:18

@ keiner: Nur kein Neid, der Diminutiv hat es sogar in das beliebteste deutsche Weihnachtslied geschafft. :-P (http://cyberhymnal.org/non/de/stillena.htm 2. Strophe, 2. Zeile)

@ Nanuk – ist es Realitätsverweigerung, oder einfach die Überforderung durch die Komplexität der Realität, gepaart mit Anreizen, die in den verschiedenen Bereichen dazu führt, dass nicht die Suche nach der “Wahrheit” angestrebt wird, sondern die Suche nach der vermarktbaren “Erkenntnis”. Upton Sinclair hat es so formuliert: “It is difficult to get a man to understand something, when his salary depends upon his not understanding it!”

40 willi Januar 14, 2009 um 01:57

@shisha Yep, man wird sich kollektiv fragen, wie soviele so blöd sein könnten. Auch wird die Frage im Raum stehen, ob die Menschen damals wirklich so naiv waren, dass es ihnen nicht komisch vorkam, wenn Unternehmen viel Geld für Parteien ausgeben und viele “Funktionsträger” nach ihrer aktiven Zeit lukrative Jobs bei Großunternehmen bekamen.

Die aktuelle Krise könnte ja ein Anlass sein, über all das schon heute mal nachzudenken, doch die Maßnahmen der Regierungenen und die Ratschläge ihrer “Experten” sagen leider das Gegenteil. Es bleibt dabei: Wachstum, d.h. möglichst viele Rohstoffe, möglichst kostengünstig, in möglichst kurzer Zeit in Müll verwandeln. Eigentlich kaum zu glauben. Vielleicht wir später von uns als einer Lebensform die Rede sein, die auf den ersten, zugegeben, flüchtigen Blick für intelligent gehalten werden konnte. Aber der erste Eindruck trog -wie so oft.

41 Thorsten Januar 14, 2009 um 09:24

Ein nur 9 Jahre altes Auto der Verschrottung preiszugeben grenzt an Irrsinn. Und ich sage bewußt NUR 9 Jahre.
Das ist Verschleuderung von Volksvermögen. Verschleuderung von Ressourcen und Energie.
Es gibt so gut wie kein Auto dieses Alters (immerhin einschl Bj2000) vorallem nicht aus deutscher Produktion welches technisch als auch wirtschaftlich auf den Müll gehört.
Umweltbelastung, Benzinverbrauch sind seit 15 Jahren nicht erheblich gesunken.
Wenn Mercedes heute seine 1,8 Liter “Kleinversion” mit 180PS verkauft, frage ich mich wer braucht das. Solch ein Fahrzeug soll angeblich 6,4 Liter verbrauchen – ja wo denn, mit Standgas auf der Autobahn – wollen die uns für dumm verkaufen.
Auch mein Wagen (Mondeo 2.0) mit 12 Jahren braucht nicht mehr (!) bei normaler fahrweise. Genauso hat meiner geregelten Katalysator, Aktivkohlefilter (Kraftstoffsystem) Warmlaufregelung usw.
Wo sind den wieder mal Mittelklasse Limousinen mit ca. 100Ps und abgespecktem Gewicht – den vorallem das Gewicht ist entscheident. Wer braucht elektrische Sitze, Spiegel, aufblasbare Sitze, usw – wer es will gut, aber nicht Serienmässig.
Ich schweife ab – stimme dem Artikel aber 100% zu.
Danke noch für diese Fundgrube des Wissens hier.
MfG

42 Shisha Januar 14, 2009 um 09:42

@willi:
stimme voll zu: Ziel ist es möglichst viel Rohstoffe, Öl, Bäume (Bauholz) , Tiere ( z.B. Fell), Menschen? (Krieg – Waffen und damit ihre Bediener werden verbraucht), usw.. in einem jährlich steigenden Mindestsatz von 5%-10%, zu verbrauchen.
Sobald dieser Resssourcen-Vernichtungsstrom stecken bleibt, kollabiert das System.
Grund ist wahrscheinlich das Diktat der Finanzwirschaft, die Zinsen auszahlen muß, die sie durch Kredite “erwirtschaftet” hat. Geld aus dem nichts.
Da Geld “klumpt”, will sagen, wer schon reich ist hat es leicht durch Zins noch reicher zu werden, muss immer mehr Realwirschaft, der stetig steigenden neu zu druckenden Geldmenge nachhumpeln.
Grund ist also eventuell das Geldsystem mit Zinssystem und Zinseszins usw.
Geordnetes Gegenlenken ist offenbar nicht angedacht. Das System wird bis zum Exodus rennen. Danach ist eventuell das Scharia Bankensystem (ohne Zins) unsere Zukunft?

43 keiner Januar 14, 2009 um 09:49

@ Ohwie:
Kalauer!

Die Frage des Tages:

Wann dreht Gas-Gerd das Gerd-Gas wieder auf?

Das der Typ sich noch rasieren kann, ohne zu kotzen. In anderen Ländern hätte der doch schon einen Prozeß wegen Hochverrat am Hals.

44 Nanuk Januar 14, 2009 um 11:35

dass nicht die Suche nach der “Wahrheit” angestrebt wird, sondern die Suche nach der vermarktbaren “Erkenntnis”.

Das ist nicht mein Problem mir muss niemand glauben.Das mit dem Habitus der Wahrheit halte ich sowieso für arg überhohlt vieleicht sollten wir wieder mehr nach überzeugungen Fragen.

45 mylli Januar 14, 2009 um 12:30

Überzeugung ist die Quelle der Macht und damit der Anfang der ganzen Scheiße.

46 Eclair Januar 14, 2009 um 13:01

@ KurtKiesel (#1)

“Ja! Ich warte darauf, dass den künstlichen Konsumanreizen der Konsumzwang folgt, etwa der “Verschrottungsprämie” ein “konfiskatorischer” KfZ-Steuersatz für Altautos.”

:D Das hat sich ein Autor in der ersten Ausgabe 2009 der ZITTY (Berliner Stadtmagazin) auch schon überlegt (siehe: Mai). Ein anderer Blogger war so nett, den Artikel abzutippen, ich kopiere das mal hier rein…

Januar
Sitze am Frühstückstisch und bin müde. Unendlich müde. Es ist wie verhext. Wenn ich am Frühstückstisch sitze, bin ich müde. Wenn ich im Bett liege, habe ich Hunger. Immer am falschen Ort zur falschen Zeit. Denke, na das Jahr geht ja gut los. Wirtschaftsexperten haben herausgefunden, dass doch alles noch, noch viel schlimmer ist. Schlimmste Rezession seit der Geburt von Johannes Heesters. Um die Autoindustrie zu retten führt die Bundesregierung den Führerschein ab 15 ein.

Februar
Wirtschaftsprognosen zeigen: Alles noch viel schlimmer, als man dachte, dass es schlimm ist. Politiker fordern von der Politik, also von sich selbst, sie sollen endlich etwas tun, um die Konjunktur zu stützen. Unter großem Druck von sich selbst kauft die Bundesregierung, um die Automobilbauzuliefererindustrie zu stützen, 40 Millionen Autositze und verteilt sie an die Bevölkerung. Die isländische Regierung entschließt sich unterdessen, um den Staatsbankrott abzuwenden, die komplette Insel an Playmobil zu verkaufen.

März
Die Zeitungen schreiben: So viel schlimmer, wie es jetzt viel schlimmer ist, war es noch nie schlimmer. Um die Automobilbauer zu stützen, verabschiedet die Bundesregierung ein neues Einwanderungsgesetz. Beim Kauf von zwei in Deutschland produzierten Autos erhält man eine doppelte Staatsbürgerschaft gratis. Führerschein jetzt ab 13. Zur Stabilisierung der Automobilbauer-zulieferzulieferindustrie kauft die Regierung 50 Millionen Plastikchassis für Autositze und verteilt sie an die Bevölkerung. Playmobil gibt bekannt, man plane Island komplett zu einer bunten Playmobilerlebniswelt umzubauen. Man verspricht allerdings, dabei soweit es geht auf Würde und Selbstwertgefühl der Bevölkerung Rücksicht zu nehmen.

April
Führerschein jetzt ab 12. Um die Zulieferfirmen zu stützen kauft die Bundesregierung 50 Millionen Sätze Winterreifen und verteilt sie an die Bevölkerung. Wenn man je zwei Reifen unter einen Autositz legt, hat man einen schönen Sessel. Ganz bequem eigentlich. Um die Konjunktur nicht weiter durch irgendwelche zu ehrgeizigen Klimaziele zu belasten, wird beschlossen den Klimawandel insgesamt aufs Jahr 2028 zu verschieben. Fast alle Nationen stimmen zu. Nur die Niederlande und die Malediven haben Bedenken.

Mai
Die Holzstuhlindustrie klagt, dass durch die vielen verteilten Autositze ihr Absatzmarkt völlig zusammengebrochen ist. Um zu helfen kauft die Bundesregierung 80 Millionen Holzstühle und verteilt sie an die Bevölkerung. Zur Belebung der Autoindustrie wird die Kfz-Steuer abgeschafft. Stattdessen führt man nur kurze Zeit später eine Anti-Kfz-Steuer ein, welche nun jeder Haushalt ohne Automobil zu entrichten hat. Führerschein jetzt ab zehn.

Juni
Mittlerweile beschwert sich die Polstermöbelindustrie wegen der Gratisholzstühle. Die Regierung kauft 50 Millionen Sessel, Sofas oder Couchgarnituren und verteilt sie. Erste Privathaushalte murren, man wisse echt nicht mehr wohin mit den ganzen Sitzgelegenheiten. Für etwas Belebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt sorgt die Herstellung von vier Millionen Plastikhelmen und Plastikuniformen für die isländische Bevölkerung. Um die Automobilbauzulieferzulieferzulieferantenzulieferindustrie zu entlasten kauft die Bundesregierung 60 Millionen Minitaschenfederkerne für Autositze und verteilt sie an die Bevölkerung.

Juli
Führerschein jetzt ab neun.
Stürme, Überschwemmungen und kleinere Erdbeben überall auf der Welt. In einer globalen Krisensitzung sind sich alle Nationen einig, dass nun entschlossenes, kompromissloses Handeln vonnöten ist. Als direkte Sofortmassnahme gelingt es den Klimawandel weltweit zu ächten. Die neu ernannten Weltklimaschutzsonderbeauftragten Wladimir Putin und Dick Cheney sprechen von einem echten Durchbruch.
Die Anti-Kfz-Steuer wird ausgeweitet und gilt nun für alle Haushalte mit weniger als zwei Automobilen.

August
Der Unmut in der Bevölkerung über die Sitzmöbelschwemme wächst. Um die Notwendigkeit der vielen Sitzgelegenheiten zu unterstreichen, erlässt der Bundestag ein Gesetz, nach dem fortan jeder Bundesbürger täglich wenigstens zwölf Stunden auf mindestens acht verschiedenen industriell gefertigten Sitzgelegenheiten zu sitzen hat. Unnötiges Stehen wird mit einer Strafabgabe geahndet. Zur Überwachung dieser Sitzverordnung hat Innenminister Schäuble bereits weitgehende Gesetzesänderungen veranlasst. An jedem bundesdeutschen Hintern wird wohl in Kürze eine Minikamera haften. Führerschein jetzt ab acht. Nach dem plötzlichen Verschwinden der Malediven und der Niederlande kündigen die Weltklimabeauftragten Putin und Cheney Maßnahmen an. Zulange habe man versucht mit dem Klimawandel zu verhandeln. Ab jetzt werde man dem Wetter mit einer Politik der Härte und der Stärke begegnen.

September
Die Wirtschaftsweisen verkünden plötzlich, es ist doch alles nicht so schlimm. Die Maßnahmen der Regierung greifen, Aufschwung kommt. Durch die konsequente Absenkung des Führerscheinalters ist es gelungen, die Auto-Kindersitzindustrie spürbar zu beleben. Vor allem der völlig neue Markt von Sitzerhöhungen für den Fahrersitz und hochgestellten, farbig markierten Pedalen schlägt positiv zu Buche. Zudem belebt die drastisch gestiegene Zahl von Blechschäden die Binnenkonjunktur. Außerdem freuen sich die Werften über die Aufträge für 20 riesen-riesengroße Vollplastikschiffe für die Playmobil-Piratenwelt auf Island. Wohl durch diesen plötzlichen, unerwarteten Aufschwung kommt es zu einem geradezu historischen Wahlergebnis. Alle, wirklich alle Parteien erreichen exakt dasselbe Ergebnis wie vor vier Jahren. Die Frage, ob dies durch Zufall oder einen Computerfehler geschehen ist, wird die Gerichte wohl noch einige Jahre beschäftigen. Doch das Ergebnis gilt. Speziell den SPD-Abgeordneten stehen die Tränen in den Augen, als sie realisieren, dass sie nun noch vier weitere Jahre in einer großen Koalition regieren werden. Gerhard Schröder lässt aus Moskau verlauten, er sei der eigentliche Wahlsieger.

Oktober
Die Wirtschaftsweisen räumen ein, dass sie wohl doch etwas zu optimistisch waren. Tatsächlich ist alles noch viel, viel, viel schlimmer, als es schon schlimm war, als noch alles viel schlimmer war. Überall in Deutschland gibt es Proteststeher. Die Wirtschaftsweisen sagen, alles liegt nur an der Halbherzigkeit der Regierung. Um die Automobilbauzulieferzulieferzulieferzulieferzulieferzulieferindustrie zu stützen, kauft die Bundesregierung zwei Milliarden Meter Autositzstoffe und verteilt sie an die Bevölkerung. Die Sendungen „Wie baue ich mir selbst einen Autositz?“ und „Kochen mit Autositzen“ werden zu den erfolgreichsten Fernsehformaten. Auf Island kommt es zu Protesten. Immer noch weigern sich viele Isländer sich ausschließlich wie Playmobilfiguren mit steifen Armen, Beinen und Oberkörpern zu bewegen. Bilder von randalierenden Playmobilisländern gehen um die Welt. Playmobil bestellt 2.000 lebensgroße Plastikpanzer bei Matell.

November
Um den Autobauern zu helfen beschließt die Bundesregierung, die Notenbank, das Münzprägerecht und die Steuerhoheit auf den Verband der deutschen Automobilindustrie zu übertragen. Die Wirtschaftsweisen sind sehr skeptisch, ob diese Maßnahmen ausreichen werden und zeigen sich enttäuscht von der Mutlosigkeit der Regierung.

Dezember
Die Automobilindustrie nutzt die neu gewonnene Steuerhoheit und beschließt rückwirkend aufs Jahr eine Steuer auf alle Sitzgelegenheiten. In ihrer Neujahrsansprache verspricht die Kanzlerin, weiterhin Besonnenheit zu bewahren.
Playmobil geht auf Island das Geld aus. Sie verkaufen die Insel an Coca-Cola. Die kündigen an, Island zu einem Weihnachtswunderland zu machen, wo ganzjährig Coca-Cola-Weihnachten gefeiert wird. Als Erstes werden Ganzkörpercoladosen und Wichteluniformen an die Playmobilisländer verteilt.

Und ich, ich sitze immer noch am Frühstückstisch, schaue auf meine mit Autositzen, Winterreifen, Holzstühlen und Taschenfederkernen zugeschüttete Wohnung und bin müde. Immer noch unendlich müde.

http://greendaniel.blogspot.com/2009/01/vorschau-2009.html

47 Owe Jessen Januar 14, 2009 um 13:34

@ Thorsten: Grundsätzlich geb ich dir Recht mit der Verschleuderung des Vermögens – man muss sich aber auch Fragen, welche 9 Jahre alten oder ältere Autos denn weniger als 2.500 EUR Wert sind (anders macht die Verschrottung gegen Prämie ja keinen Sinn). Und dann kommt man wieder zu der oben gestellten Frage, ob diejenigen, die solche Autos fahren, bereit und und der Lage sind, sich Neu- oder Jahreswagen zu kaufen.

@ Nanuk: Aber wie helfen denn Überzeugungen, die nicht kritisch hinterfragt werden, bei der effektiven Problemlösung? Der eine ist vom Neoliberalismus überzeugt, der andere von der Heilswirkung des demokratischen Sozialismus – wer hat denn jetzt Recht?

48 Juergen Januar 14, 2009 um 14:54

@Thomas (17)

“Warum schicken wir unsere Autos dann nicht auch nach… irgendwo in Afrika… oder die USA… als Mobilitätsspende oder so???”

Wird doch schon laengst gemacht.
9 Jahre, das ist in Sierra Leone fast noch ein Neuwagen :)
Hier werden vor allem Gelaendewagen und Kleinbusse gesucht, also wenn jemand seinen Alten loswerden will.

49 Nanuk Januar 14, 2009 um 15:31

@ Nanuk: Aber wie helfen denn Überzeugungen, die nicht kritisch hinterfragt werden, bei der effektiven Problemlösung? Der eine ist vom Neoliberalismus überzeugt, der andere von der Heilswirkung des demokratischen Sozialismus – wer hat denn jetzt Recht?

Niemand und jeder.
Jeder lebt nunmal in seiner Welt und niemand auch.

50 Nanuk Januar 14, 2009 um 15:33

Was ich sagen will es gibt kein Heil auf unserem Planeten sobald du Geboren wirst stirbst du eigendlich nurnoch und der Prozess des sterbens ist doch nichts angenehmes oder.

51 mylli Januar 14, 2009 um 15:48

@ Nanuk

Ist das einzige Glück das “nie geboren werden”?

War Adolf der verhinderte Erlöser des jüdischen Volkes?

Muss der Humanist die Menschheit ausrotten?

52 Owe Jessen Januar 14, 2009 um 16:34

@ Nanuk – dass ist mir zu pessimistisch, ich nutze liebe meine kurze Zeit auf Erden dazu, meinen Nutzen zu optimieren. Dazu gehört für mich eben auch der Spruch von Popper: “Alles Leben ist Problemlösen.”

Nach deiner Sicht könnte man auch sagen, idealerweise würden mal USA und Russland ihre Atombomben zünden, dann wären alle Probleme auf Erden für die nächsten 50 Mio Jahre gelöst.

Wenn man von dieser Nihilistischen Lösung absieht, sollte man doch bestrebt sein, möglichst gute Lösungen zu finden – und dass kann dann nicht in die Beliebigkeit von ungeprüften Überzeugungen gestellt werden.

@ admin: Ich hab ein Problem: Wenn ich Kommentare einstellen will, und nicht von der Hauptseite auf einen Artikel komme sondern über den RSS-Link, wird mein Kommentar vom Spamfilter zurückgewiesen – irgendwelche Ideen, woran das liegt?

53 Nanuk Januar 14, 2009 um 16:47

“Ist das einzige Glück das “nie geboren werden”?”

Ja

Muss der Humanist die Menschheit ausrotten?

Nein macht dich das Glücklicher.
Also Sinnlos.

Selbstmord.

Es ist und bleibt die Ultima Ratio aber wir sind keine rationalen Wesen also ist Selbstmord der Selbstbetrug schlecht hin.

Was bleibt?
Sich in der Irrationalität zu verlieren.

54 Nanuk Januar 14, 2009 um 17:01

@mylli
Überzeugung ist die Quelle der Macht und damit der Anfang der ganzen Scheiße.

Darum soll man ja danach Fragen. :)

55 mylli Januar 14, 2009 um 17:14

@ Nanuk

Der Ausrotter handelt uneigennützig und rettet die noch nicht gezeugten Menschen.

Was bleibt?
Sich in der Irrationalität zu verlieren.

Das verstehe ich nicht.

Vielleicht ist aber das die Antwort: Die Widersprüche nicht erkennen oder sie ertragen.

Ich muss mich mal mit dem Sisyphos auseinandersetzen, warum der glücklich ist.

56 Nanuk Januar 14, 2009 um 17:15

ertragen…

57 AxOx Januar 14, 2009 um 22:42

Verschrottungsprämie auch in China!

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/china_altautos__1.1700810.html

Wer hat da von wem abgekupfert?

58 Informatikus Januar 15, 2009 um 00:01

Hab mich bezüglich der Abwrackprämie sehr gewundert !
Gilt für Personen dessen PKW Baujahr 2000 oder älter…
Die meisten Fahrzeuge sind aber immer noch mehr Wert als die gebotene Prämie – was soll das bringen außer populistischer Aktionismus.
Hab mal in Deutschlands größter Autobörse “mobile.de” recherchiert.
PKW Baujahr 1980-2000 unter 2000€ circa 12.000
PKW Baujahr 1980-2000 über 3000€ circa 150.000
Wer soll denn damit motiviert werden sein altes Auto zu verschrotten ???
Ich vermute mal, das die meisten PKW der Preisklasse unter 2000€ von Personen benutzt werden, die sich leider keinen neuen PKW leisten können.

Also – super Idee sowas als Konjunkturpaket anzupreisen- große Publicitie bei fast keinen Kosten.

Einziger Vorteil – die Ökobilanz wird doch nicht so stark belastet.

59 edicius Januar 15, 2009 um 00:11

Also ich hab’ da so ein Auto: Baujahr 1999, wg. defekter Zylinderkopfdichtung und anderer Schäden nicht mehr sinnvoll zu reparieren. Falls jemand Lust hat, sich mit mir eine “Umweltprämie” zu verdienen… (Und tatsächlich: nach Benzin- und Ölverbrauch zu schliessen, würde eine Abwrackung in diesem Fall wohl auch ökologisch sinnvoll sein.)
;-)

60 Handwerker Januar 15, 2009 um 00:32

@ Informatikus,
ja klar, darum fordere ich daß das auf 5000,- erhöht wird ;-)

61 Handwerker Januar 15, 2009 um 13:11

(das war nur ein Scherz, ich unterstütze nur sinnvolle Modernisierungen)

62 weissgarnix Januar 15, 2009 um 15:46

Wen’s interessiert, die FTD schreibt zur Sinnhaftigkeit der Abwrackprämie heute einen sehr guten Leitartikel:

http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Leitartikel-Abwrackpr%E4mie-Subventionierter-Schrott/461094.html

63 Alvar Hanso Januar 16, 2009 um 04:24

@terekest
“Es gibt so gut wie keine Regionen mehr, die noch “sauber” sind und Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten und dergleichen finden wir mittlerweile vollkommen normal.”

Wenn ich mir so angucke wie sich da manche Eltern bei ihrem Nachwuchs verhalten, die Kinder von jeder potenziellen Krankheit oder Bakterien hermetisch mit massivsten Chemieeinsatz abzuschirmen, denke ich mir doch das die allermeisten Allergien einfach durch ein schlecht entwickeltes Immunsystem bedingt sind.

Ansonsten natürlich d´accord.

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