Da schaut er, der Kauder

von weissgarnix am 8. Januar 2009

Witzige Szene gestern bei Frank Plasberg, als CDU-Mufti Volker Kauder mit der Frage konfrontiert wurde, wer wohl der wahre Urheber der neuerdings so heftig von allen propagierten Idee ist, die Binnenkaufkraft müßte gestärkt werden. Da klang er doch gleich ein wenig aufgekratzt, der Gutste:

{ 20 Kommentare… Lesen Sie sie nachfolgend oder schreiben Sie einen }

1 ike Januar 8, 2009 um 13:13

macht aber keine gute figur da, der volker.

2 Bernhard aus Frankfurt Januar 8, 2009 um 13:27

Ob von diesem Video die Hessenwähler wissen?

Aber in Hessenland gilt, dass laut Meinungsumfragen, die Wahl eh` entschieden ist – Suggestion: Oppositionswähler bleibt zuhause, ihr könnt sowieso nichts mehr ändern. Meinungsmacher machen Meinungen.

Meinung Hoffnung ist, vielleicht bleiben dann auch ein paar CDU- und FDP-Wähler ob des sicheren Wahlsieges zuhause.

Gruß
Bernhard

3 hacedeca Januar 8, 2009 um 14:13

Was? Gysi sagte 98…

Was für ein Blödsinn! Natürlich hat man in der Wirtschaft irgendwann recht, wenn man nur die Energie aufbringt, lange genug an seiner Meinung festzuhalten! Nennt man “Auf und Ab der Konjunktur”.

Deswegen regiert ja mal das linke politische Spektrum, das IMMER fordert, die Binnennachfrage durch Steuersenkungen für die weniger verdienende Masse der Konsumenten zu befördern, was Arbeitsplätze schaffe.

Im Wechsel regiert dann das rechte politische Spektrum, das IMMER fordert, die Unternehmensteuern zu senken, um so die Arbeitsplatzschaffung zu befördern.

In the meantime geht das Zivilisationsmodell “Westliche Welt” über den Jordan…

4 ike Januar 8, 2009 um 14:29

es gibt kein “zivilisationsmodell” westliche welt.

immer diese beknackten peakniks und kulturpessimisten. ts.

5 Tengu Januar 8, 2009 um 14:37

Ansonsten war die Sendung von Plasberg aber mehr als erbärmlich.

Sehr schade, dass man aus einer so interessanten Runde eine so langweilige und peinliche Talkshow machen kann.

“Blassberg” hört sich am liebsten selber reden und ließ die Geste nur ungehindert reden, als er fälschlicherweise dachte, die Sendung ei zu Ende – schlechte Voraussetzungen für einen Moderator.

6 weissgarnix Januar 8, 2009 um 14:41

>Was für ein Blödsinn! Natürlich hat man in der Wirtschaft irgendwann recht, wenn man nur die Energie aufbringt, lange genug an seiner Meinung festzuhalten! Nennt man “Auf und Ab der Konjunktur”.

Mit Konjunktur hat das nicht das Geringste zu tun, mein Lieber, sondern mit struktureller Verteilungspolitik.

Insoferne muß man den Herren Gisy und Lafontaine hier tatsächlich einmal Applaus klatschen, obwohl die Forderung an sich nicht in den Kontext eines “Konjunkturpakets” gehört.

Merkel, Glos, Steinbrück und Co. werden sich auf alle Ewigkeit vorhalten lassen müssen, dass sie in ihrer ersten Regierungsperiode (hoffentlich kommen deren nicht mehrere) stramm in die Gegenrichtung marschiert sind.

7 weissgarnix Januar 8, 2009 um 14:43

@Tengu

>Ansonsten war die Sendung von Plasberg aber mehr als erbärmlich.

Stimmt, deshalb habe ich diese 2 Minuten rausgeschnitten. Auch Gisy hat sich vorher und nachher die Butter vom Brot nehmen lassen, wo er eigentlich aus dem Vollen schöpfen hätte können. Lafo ist für derartige Themen der bessere Diskutant, glaube ich.

8 Bernhard aus Frankfurt Januar 8, 2009 um 16:29

@wgnX, #7, etwas off topic: Video herausgeschnitten – mit welchem Werkzeug für Dich geht es am einfachsten? Nur Flash-Videos?

Bei mp3-Dateien geht übrigens das Schnippeln mit mp3directcut von Martin Pesch am besten: kein zwischenzeitliches decodieren und zurückwandeln nötig.

Gruß
Bernhard

9 Michael Januar 8, 2009 um 17:43

@Bernhard aus Frankfurt
Wollt ihr wirklich den Koch köcheln lassen ? Nun gut der Friedmann hat den SPD – Kandidaten ganz schön vorgeführt und der Kandidat der Linken ist gleich mal aus- und abgetreten. Warten wir es ab, welche Suppe da gekocht wird.

10 Bernhard aus Frankfurt Januar 8, 2009 um 18:16

@Michael: Stell Dir bitte den Koch mal als Bundeskanzler vor. Hast Du die Wahl von einem Jahr vergessen. Der Wolf hat augenblicklich Kreide gefressen.

Übrigens: Bei HR-Info sprechen die öfters mal von der rechten Szene, statt von Rechtsradikalen. Das war demnach keine einmalige Entgleisung. Das hat System. Koch ist der repressivste H-IV-Verfechter aller Zeiten.

Und von privaten Gefängnissen halte ich noch weniger als von der Bahnprivatisierung. Alles klar?

11 Bernhard aus Frankfurt Januar 8, 2009 um 18:21

~Nachtrag~
@Michael

Und nach Fernseh-Sendungen zu gehen, ist ziemlich hohl, meinst Du nicht auch? Wählen wir Fernsehstars oder Landesväter? Ich wähle letztere.

Ich habe keinen Fernseher. Die Medio- oder Idiotokratie ist mir verhasst.

Gruß
Bernhard

12 hacedeca Januar 8, 2009 um 19:06

@weissgarnix, Nr. 6

“Mit Konjunktur hat das nicht das Geringste zu tun, mein Lieber, sondern mit struktureller Verteilungspolitik.”

Das klingt so objektiv…”Strukturelle Verteilungspolitik”… Nach welchen Gesichtspunkten soll denn verteilt werden? Nach objektiven? Also gerecht objektiven? Die Gerechtigkeitdebatte hat auch ihre Konjunkturen in der großen Wirtschaftskonjunktur…

13 Michael Januar 8, 2009 um 20:08

@Bernhard aus Frankfurt
Wohl an, Aschermittwoch ist auch die hessische Narretei vorbei.

14 weissgarnix Januar 8, 2009 um 23:18

@Bernhard

In diesem Fall habe ich das direkt auf meinem Festplattenrecorder gemacht. Aber falls du ein gutes Schnittprogramm suchst, empfehle ich dir das open source Programm “DVBCut” (für Windows oder Linux), download-Link kannst du dir ergoogeln.

15 The Swan Januar 9, 2009 um 06:14

@Hacedeca
“Das klingt so objektiv…”Strukturelle Verteilungspolitik”… Nach welchen Gesichtspunkten soll denn verteilt werden? Nach objektiven? Also gerecht objektiven? Die Gerechtigkeitdebatte hat auch ihre Konjunkturen in der großen Wirtschaftskonjunktur…”

Ist die Sache mit der Verteilung wirklich so schwer mit dem eigenen Verstand zu erfassen das du jetzt hier wieder haarklein definiert haben möchtest was denn nun diese ominöse “Gerechtigkeit” ist, feststellst das diese der “Leistungsgerechtigkeit” diamentral gegenüber steht, somit ungerecht ist und wir uns doch eigentlich fast schon auf dem Weg nach Nordkorea befinden?!?

16 hacedeca Januar 9, 2009 um 08:03

@The Swan, #15

Verteilungsgerechtigkeit vs. Leistungsgerechtigkeit?

Ist beides so nicht meine Sache! Ich finde, dieser Blog konzentriert sich zu sehr auf wage Dinge, wie Gerechtigkeit, Freiheit.

Müsste man sich nicht auf handfestere Indikatoren konzentrieren, die den Punkt anzeigen, an welchem keynesianische Programme dann nötig werden (oder eben liberale)?

Bei der Einkommensverteilung versucht man “die Gerechtigkeit” mit dem “Gini-Koeffizienten” zu ermitteln. Wenn man mal entsprechende Listen (z.B. bei Wikipedia) sich anguckt, fällt auf, daß in den Ländern der ersten Welt eine wesentlich höhere “Gerechtigkeit” herrscht, als im Rest der Welt. Setzte man entsprechend einen Mindest-Standard, hätte man einen einen zumindest halbwegs festen Punkt, welcher bei Unterschreiten eine bestimmte Politik triggerte. Hat man bei der Beurteilung der europäischen Finanzwirtschaften ja auch – Maastrichtkriterien!

Ebenso könnte man natürlich versuchen, Marktversagen in Finanzwirtschaften zu definieren, oder, wann Notenbanken anfangen, kriminell zu werden.

17 Brandubh Januar 9, 2009 um 12:25

Wir haben den schwersten Wirtschaftseinbruch in der Geschichte der Bundesrepublik und die Debatte dreht sich wieder um Verteilungsgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit.

Wieso ist es eigentlich so schwierig, mal seine subjektiven finanziellen Erwartungen und Wünsche außer Aucht zu lassen, um ganz sachlich und objektiv volkswirtschaftliche Themen zu diskutieren?

Wieso ist das so? Warum nur?

Auch bei dieser Steuersenkungsdiskussion wird offenbar der ganz besonders wichtige Aspekt vergessen, dass die Steuersenkungen durch Schulden finanziert werden müssen, da ansonsten die Staatsausgaben einfach nur durch Steuersenkungen ersetzt werden und sich das Nachfragevolumen nicht erhöht.

Man möge mich berichtigen, aber ich habe den Eindruck, dass viele denken, Binnennachfrage sei, erstens nur Konsumnachfrage, und zweitens nur Nachfrage durch Privathaushalte.

Binnennachfrage ist natürlich das, was es aufgrund des Wortsinns ist: Nachfrage aus dem Inland. Dabei ist es egal, wer nachfragt, sei es der Staat, die Unternehmen oder die Privathaushalte, und was nachgefragt wird, sei es Konsumgüter und Dienstleistungen oder Investitionsgüter.

Bei vielen Bürgern ist auch wohl noch nicht angekommen, dass Steuersenkungen natürlich nur den einzigen Sinn und Zweck erfüllen sollen, die effektive Nachfrage nicht zu weit nach unten sinken zu lassen.

Vielen ist wohl auch nicht klar, dass Produktionseinbrüche in der Wirtschaft immer auch Einkommensrückgänge bedeuten und dass man auch selbst in irgendeiner Weise betroffen sein kann.

Aber was rede ich da. Wenn selbst die Bundesregierung Monate braucht, bis es Klick macht.

18 Steger Januar 9, 2009 um 12:49

Bitte bitte bitte

19 The Swan Januar 10, 2009 um 01:47

“Aber was rede ich da. Wenn selbst die Bundesregierung Monate braucht, bis es Klick macht.”

Jahre, Jahrzehnte, nicht Monate…

20 Daniel Dauner Januar 12, 2009 um 09:43

Politik wird nicht von Politikern gemacht sondern von Medien. Sie zeigen schon lange wo es langgeht. Hessen ist ein deutliches Beispiel… Die Lenkung des Volkes… wird hier überdeutlich sichtbar..

Hinterlassen Sie einen Kommentar

{ 5 trackbacks }