Brandbrief an Merkel

by f.luebberding on 14. Dezember 2008

Während in diesen Stunden das korporatistische Deutschland bei der Bundeskanzlerin über die Krise diskutiert, schreiben andere Leute an Frau Merkel einen Brief. Solche Briefe sind zumeist der Versuch der Einflussnahme von Lobbyisten. In diesem Fall ist der Brief anders zu bewerten. Er stammt vom Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM). Das Handelsblatt hat den Brief exklusiv. Das ist eine schöne Sache. Denn eigentlich ist dieser Brief an den Bundeswirtschaftsminister und einige seiner Kollegen aus den Bundesländern gerichtet. Aber mit der exklusiven Veröffentlichung in Leitmedien wie dem Handelsblatt wird sichergestellt, dass ihn auch die Bundeskanzlerin und der interessierte Rest der deutschen Öffentlichkeit mitbekommt. Das ist sinnvoll: Wer verläßt sich schon darauf, dass der Bundesschnarchminister Michael Glos etwas mitbekommt? Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung nicht. Aber was schreibt er nun?

Leider kann Weissgarnix wegen der Exklusivität nur das Handelsblatt zitieren. Aber der Vorsitzende des Verbandes, Ulrich Gallade, erklärt praktisch die Insolvenz seiner Mitgliedsfirmen:

„Die Aufträge sind in relevantem Umfang in dramatisch kurzer Zeit weggebrochen”, sagte WSM-Präsident Ulrich Gallade´ dem Handelsblatt. Er fordert von der Bundesregierung, den Rettungsschirm der KfW für den Mittelstand auszuweiten, damit die Unternehmen Liquiditätsengpässe überbrücken können.”

Wenn in einem dramatischem Umfang die Aufträge wegbrechen, gleichzeitig weder ausreichende Eigenmittel, noch Bankkredite zur Verfügung stehen, dann wird jedes Unternehmen in relativ kurzer Zeit wegen fehlender Einnahmen infolge nicht vorhandener Aufträge zahlungsunfähig werden. Die Kosten bleiben schließlich – unter anderem für die Mitgliedschaft in Unternehmensverbänden. Was ist die Folge? Insolvenz! Die steht am Ende jedes Liquiditätsengpasses. Der muss nur lang genug dauern, der Engpass. Da staunt der schnarchende Glos, die Merkel wundert sich – und ihr Knappe Steinbrück darf sich über fehlende Steuereinnahmen wundern. Insolvente Unternehmen und arbeitslos gewordene Mitarbeiter bezahlen schließlich keine Steuern. Aber Herr Steinbrück will ja nicht gegen die Weltwirtschaftskrise anfinanzieren oder so ähnlich – oder zukünftige Generationen mit Weiss der Teufel was belasten. In Wirklichkeit will der Bundesinterviewminister Steinbrück Steuergelder zusammenhalten, die er gar nicht hat. Und die er auch nie bekommen wird, wenn er so weitermacht wie bisher. Das bringt der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) in seinem Insolvenzbrief zum Ausdruck. Die Banken sehen das genauso. Das wird aus dem Handelsblatt-Artikel deutlich. Sie zitieren eine BDI Umfrage mit Klagen aus der Realwirtschaft:

“Nach einer neuen Umfrage klagt inzwischen ein Drittel der Unternehmen über Schwierigkeiten, neue Kredite zu bekommen oder laufende zu verlängern. „Eine Finanzklemme im Unternehmenssektor wird immer wahrscheinlicher. Sie ist in vielen Fällen bereits Realität“, zitiert die „Bild“-Zeitung die BDI-Umfrage. Die Konditionen für die Kreditvergabe verschlechterten sich zusehends. Die größten Probleme mit der Kreditversorgung haben demnach die Automobilindustrie, die Stahl- und Metallverarbeitung, die Papierindustrie, der Maschinenbau, die Bauwirtschaft, die Keramikindustrie und der Schiffbau. Die bisherigen Regierungsprogramme – das Bankenrettungspaket und das KfW-Programm – ändern an den Kreditproblemen der Wirtschaft offenbar nichts.” 

Also haben fast alle deutschen Unternehmen Probleme mit der Liquidität. Oder fehlt eines? Der Bundesdesasterminster Steinbrück, der in Personalunion auch Bundesinterviewminister ist, also dieser Minister mit seiner anspruchsvollen Doppelbelastung, ist für einen Denkfehler in der deutschen wirtschaftspolitischen Debatte verantwortlich: Dass nämlich das Bankenrettungspaket etwas an der Bereitschaft der Banken ändern könnte, den nach eigenem Bekunden insolventen deutschen Unternehmen Kredite zu geben. So auch SPD Fraktionsvorsitzender Peter Struck:

“Ich erwarte, dass die Bundeskanzlerin und Peer Steinbrück die Banken eindringlich dazu auffordern werden, von ihrem restriktiven Kreditkurs abzulassen. Die Banken haben von der Regierung Garantien erhalten, und sie haben auch Geld. Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass wir den Banken einen Schirm zur Verfügung stellen und sie jetzt trotzdem nicht bereit sind, den Mittelstand ausreichend und zu vernünftigen Konditionen mit Krediten zu versorgen.”

Es ging beim Bankenrettungspaket um die Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs; nicht um die Realwirtschaft. Die Banken können auch ohne die Realwirtschaft leben, solange sie vom Staat und seiner Zentralbank ausgehalten werden.

Die Banken brauchen keine Kreditvergabe mehr. Die sind dank Bankenrettungsplan völlig autonom von der Realität. Das war der Sinn der Sache: Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs.

In der Realwirtschaft geht es jetzt aber laut BDI um die Automobilindustrie, die Stahl- und Metallverarbeitung, die Papierindustrie, den Maschinenbau, die Bauwirtschaft, die Keramikindustrie und den Schiffbau. Also mittelbar und grob geschätzt um etwa 50 % des deutschen BIP. Das ist doch eine Petitesse! Da muss man doch jetzt nichts tun! Wir haben doch Zeit – für Newsweek-Interviews zum Beispiel. Dafür hat die Regierung einen Fahrplan, sagt Peter Struck:

“Die Koalition wird sich Ende Februar, Anfang März die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die Lage der Unternehmen, insbesondere in der Automobilindustrie sowie bei den Zulieferern ansehen. Erst dann können wir endgültig entscheiden, was getan werden muss. Dieser Zeitplan ist mit der Kanzlerin verabredet, und er gilt.”

Dann entscheidet mal schön im März 2009 – mit Programmen, die frühestens bis Herbst des kommenden Jahres umgesetzt werden können. Ob die Automobilindustrie, die Stahl- und Metallverarbeitung, die Papierindustrie, der Maschinenbau, die Bauwirtschaft, die Keramikindustrie und der Schiffbau solange warten können? Es werden nicht alle Unternehmen überleben können, keine Frage. Aber jetzt wird hoffentlich deutlich, warum Paul Krugman so vehement einen Beitrag Deutschlands in einer koordinierten internationalen Aktion fordert. Und warum Herr Bundesinterviewminister Steinbrück in der Newsweek so hanebüchenen Unsinn erzählt hat. Krugmans Vorschlag hilft nämlich vor allem – der Exportabhängigen deutschen Wirtschaft! Während Steinbrücks Invektiven ihren vollständigen Ruin zur Folge haben werden. Krugman rettet den Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM). Wer hätte das gedacht? Wahrscheinlich noch nicht einmal Ulrich Gallade.

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chefarztfraulicher:beobachter » Frisch im Regal und real existent: Kapital-Darwinismus
15. Dezember 2008 um 20:58

{ 142 comments… read them below or add one }

1 Mathias 14. Dezember 2008 um 20:22

Hihi,

danke für diesen Beitrag! Ich habe mich schon länger nicht mehr so köstlich über so etwas Ernstes amüsiert.

2 spocksbrain 14. Dezember 2008 um 20:45

Und Otto N. (nämlich ich) macht sich so seine Gedanken, ob
er das Anschlussdarlehen für seine Hütte auch zu fairen Bedingungen von seiner Hausbank bekommt. Die scharfe Korrektur der Baugeldzinsen in den letzten Tagen lässt Böses ahnen… und vermuten, wer den Überschnee einsackt!

3 Olaf 14. Dezember 2008 um 20:59

Also wenn Dir ein Zins gut 4,5% bei einer Zinsbindung von 20 Jahren teuer erscheint, dann warte mal bis 2010, wenn das aktuelle Tal durchschritten ist, und die frisch gedruckten Fantastilliarden der Notenbanken an die Arbeit geschickt werden.

4 Guido C. 14. Dezember 2008 um 21:00

Diese Banken liegen meiner Einschätzung nach gut,
nämlich genau richtig.

Und die Regierung wird die Steuerausfälle so oder so sehen, früher oder später.
Die Vorschläge die Krugmann bisher gemacht hat erscheinen mir wesentlich gerechter und zielführender, als einzelne Lobbyisten zu bereichern.
Die Rettung einzelner Lobbyisten lehnt Krugmann ab, wie im Fall der Amerikanischen Autoindustrie.
Würde mich aber nicht wundern, wenn hierzulande genau das passiert.

5 McShorty 14. Dezember 2008 um 22:00

Hallo f. lueberding,

schöner Artikel, legt den Finger gut IN die Wunde. Aber mal ehrlich, was soll man von drittklassigen Lehrern, Anwälten, Beamten erwarten? Die sind das Prob – wie können die die Lösung sein? Struck sieht die Führungsrolle in der Krise bei der SPD *kotz*. http://www.ftd.de/asset/Image/dpa-infoline-images/thumbs/040/040_19105010.original.small-3-2-200-42-259-1911-1499.jpg
Jo sicher kann ich da nur rufen, denn welche Verräter sind seit 10 Jahren im Einsatz? Wer hat den Finanzmarkt geöffnet, wer hat den ganzen Finanzmüll (im Gegensatz zu den Südländern) hier erlaubt (na Asmussen?), wer hat das Einkommen der Malocher über Jahre niedrig gehalten? Jo richtig – die SPD-Ratten! Die sollen den Karren mal aus dem Dreck ziehen – aber alleine!

Für Beratungen über Hilfsmaßnahmen im Feb/März hat das VOLK leider keine Zeit – da sind wir mit dem Beerdigen der Firmen beschäftigt. Wenns gut läuft hängen wir im Hospitz ab und lernen humane Sterbebegleitung. Ändert aber nichts am ENDresultat – Staatsbankrott und Währungszerrüttung!

Was mich mal interessiert: sind die so doof und ignorand? Oder einfach nur unfähig oder etwa fremdgesteuert?
Wenn die nicht min. 3stellige Summen p.a.!!! in die Hand nehmen und zwar X plus Blitz ist der Ofen aus. Entweder jetzt als was auch immer geartete Hilfe oder halt später halt als Kosten zur Behandlung der Unterlassung bis hin zur Suppenküche!
Gruß McShorty

6 sh 14. Dezember 2008 um 22:06

na, sind wir nicht alle Pleite? Nicht alle? Gibt es noch jemanden, der nicht sich hemmungslos verschuldet hat? Selber schuld, der Dummkopf, hatte wohl all die Jahre eine miserable Eigenkapitalrendite.
Für alle anderen: Bloß gut, daß wir da Papa Staat (sind wir doch selber) noch haben, als Spender unendlicher Kredite. Geben wir uns doch selbst einen Kredit. Ich jedenfalls will auch untern “Regenschirm” und einen Konsumentenkredit haben, möglichst zinslos. Sonst kauf ich nichts mehr. Schon gar keine Maschinen.

7 mylli 14. Dezember 2008 um 22:09

@McShorty

Wenn die nicht min. 3stellige Summen p.a.!!! in die Hand nehmen

So 100 Euro im Jahr würde ich wohl auch beitragen. :-)

jetzt ganz im Ernst:

Was ist, wenn halb Deutschland nächstes Jahr in die Insolvenz geht? Lösen sich dann die Maschinen, Gebäude, Grund und Boden in Luft auf? Oder gehört dann alles den Banken? Absicht?

8 Dummsday 14. Dezember 2008 um 22:11

Hallo erstmal,

einen interesanten Blog habt ihr hier, auch wenn aktuelle Beitrag von Herrn Luebeerding leider völliger Bullshit ist.

Auf der Seite der Kreditwirtschaft wird sehr schön dargestellt:

“Die Banken brauchen keine Kreditvergabe mehr. Die sind dank Bankenrettungsplan völlig autonom von der Realität. Das war der Sinn der Sache”

Auf der Seite der exportorientierten “Realwirtschaft” wird dargelegt:

„Die Aufträge sind in relevantem Umfang in dramatisch kurzer Zeit weggebrochen”

Was soll denn da bitteschön gerettet werden, wenn es keine Aufträge mehr gibt? Wofür benötigen die Unternehmen denn überhaupt Bankkredite, wenn es nichts mehr zu produzieren gibt?

Den Zustand den Herr Lueberding fordert könnte man auch so formulieren

“Die Unternehmen brauchen keine Aufträge mehr. Die sind dank Unternehmensrettungsplan völlig autonom von der Realität. Das war der Sinn der Sache”

Jetzt fragt sich nur noch ob die Unternehmen nach dem Rettungsplan jahrelang auf Halde produzieren, ihre Produkte in der Nordsee versenken, oder alternativ ihre Fabriken staubdicht verpacken sollen und die Zeit bis zum nächsten Konjunkturfühling verschlafen sollen.

Ich denke die Bundesregierung wird in den nächsten Monaten den Unternehmen diese schwierige Entscheidung bei der Vorstellung des ersten bundesrepublikansichen Fünfjahresplans abnhemen :) :):):):)

Zeitenwende………………… ;)

9 Nanuk 14. Dezember 2008 um 22:13

Och kommt wir weinen alle gleich es gibt in Deutschland einen Rettungsschirm das ist Harz4 und jetzt wissen auch alle warum ich Anarchist bin!

Allons enfants de la Patrie,
Le jour de gloire est arrivé!
Contre nous de la tyrannie,
L’étendard sanglant est levé.(2x)
Entendez-vous dans les campagnes
Mugir ces féroces soldats?
Ils viennent jusque dans vos bras
Egorger vos fils, vos compagnes.

Die Huren des Kapitalismuss gehen zu ihrem Zuhälter und betteln um ne Spritze erbärmliches Gesindel!!!

Da ist es wieder das bigotte liberale Pack das sich vom Staat sein Eigentum verteidigen läst!

Mami Mami ich hab mir ins Höschen gemacht!
Rufen sie…
Ich rufe ihnen zu
“die Tafel ist dahinten da gibt es lecker Abfall zu essen!”

10 f.lübberding 14. Dezember 2008 um 22:18

Nur als Hinweis. Ich habe gerade diesen Beitrag gefunden. Bei Harald Uhlig in seinem Handelsblatt blog. Das ist wirklich der schlechteste Keynes Widerlegungsbeitrag des 21. Jahrhunderts – und dazu noch lausig geschrieben. Dagegen hat der WI-ING Weltniveau, würde Erich Honecker sagen … . Wer den lesen will den Uhlig, was ich ursprünglich, wie man unten lesen kann, vermeiden wollte, aber es nun einfach lassen kann, es trotzdem zu tun. Der sollte hier klicken:

http://blog.handelsblatt.de/oekonomie/eintrag.php?id=47

“Hallo Herr Uhlig,

“Nun gibt es etwas, das tatsächlich helfen kann: Steuern senken, per Schuldenaufnahme. Die Wirtschaftswoche hat in dieser Debatte deutlich dafür plädiert, andere haben es auch getan. Noch einmal im Beispiel oben: die Steuern gehen jetzt runter – es lohnt sich dieses Jahr für unsere junge Leserin zu arbeiten! – aber was ist mit dem nächsten Jahr? Die Steuererhöhung dann senkt die Anreize und ist schlecht für die Wirtschaftsleistung dann. Insgesamt bleibt der Leserin genauso viel übrig – aber wenn es jetzt der Wirtschaft schlecht geht und im nächsten Jahr besser, dann bewirken die höheren Anreize jetzt einen größeren Schub als die Bremswirkung aufgrund der höheren Steuern im nächsten Jahr.”

Und das Ganze fusst nur auf eine Annahme:

“Also leiht sich der Staat das Geld. Und um es zurückzuzahlen, erhöht der Staat in der Zukunft die Steuern.”

Auf diese Annahme – das Ricardianische Äquivalent – baut ihre ganze Kritik auf. Das ist der armseligste Keynes Widerlegungsversuch, den ich in diesem Jahr gelesen habe. Sie wissen genauso gut wie ich, dass es für dieses Ricardianische Äquivalent keinen einzigen empirschen Beleg gibt. Glauben Sie im Ernst, dass sich ihre Hausfrau in Deutschland über ihre zukünftige Einkommenssteuerbelastung Gedanken machen wird, wenn die Differenz zwischen der heutigen und der zukünftigen Mehrbelastung bei einem Durchschnittseinkommen aller Wahrscheinlichkeit nach kaum messbar sein wird? Selbst wenn sie morgen noch einen Konsumgutschein bekäme … . Ich schlage Ihnen einmal vor, sich eine durchschnittliche Steuertabelle anzusehen. Da werden Sie sich aber wundern. Ein Großteil des Steueraufkommens kommt nämlich mittlerweile aus indirekten Steuern aller Art. Aber wahrscheinlich wird die gute Frau auch heute weniger tanken, weil sie morgen mehr Steuern auf Benzin zahlen muss. Oder so ähnlich. Tatsächlich war dieses Ricardianische Äquivalent nur der theoretische Bezugsrahmen, um den Staatsanteil zu reduzieren – unter anderem zugunsten der Kreditmüllproduktion … . Ich bin wirklich erstaunt darüber, dass mit diesem Ladenhüter der Neoklassik irgendein Ökonom heute noch einen Cent verdienen kann und nicht schon längst verhungert ist. Ich habe mir erst überlegt, darauf in unserem blog zu antworten. Lasse es aber lieber, sonst liest noch jemand Ihren Beitrag über das Ricardianische Äquivalent als verdammt schlechteste Keynes Widerlegung im 21. Jahrhundert. Und wir haben wirklich andere Sorgen.

Gruss

f.luebberding”

Wollte ich jetzt einfach nur einmal mitteilen.

11 sh 14. Dezember 2008 um 22:25

“A democracy is always temporary in nature; it cannot exist as a permanent form of government. It will only exist until the voters discover they can vote themselves largesse from the public treasury.” A.F. Tytler, Scottish economist, 1747 – 1814.

12 McShorty 14. Dezember 2008 um 22:41

#11 @ mylli
Danke für den Hinweis. Soll natürlich Milliarden heissen und für alle Politdeppen, das ist die Zahl mit (min.) 9 Nullen und nich tmehr als 600 wie im BuTag.
Tja, und manchmal befällt mich wirklich VT und ich denke so blöd kann man doch gar nicht sein, alles sehenden Auges vor die Hunde gehen zu lassen. Fragt sich nur wer der große Gewinner am Ende sein wird?
Gruß McShorty

13 ppp 14. Dezember 2008 um 22:55

Also die Deutsche Bank arbeitet gerade daran, dass Kreditgeschäft wieder in Gang zu bringen…äh, bloß auf ihre eigene Art:

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Interview-Deutsche-Bank-greift-Autobauer-an/451517.html?p=2

Sie will zusammen mit der KfW (!) wieder den deutschen Verbriefungsmarkt (!!) in Schwung bringen, um das neue Ertragsziel (!!!) für 2010 zu erreichen.

14 Borr 14. Dezember 2008 um 22:58

Ich bin auch für Steuersenkungen:

Senken wir den Spitzensteuersatz.
Der Staat nimmt dann bei den steuerlich zu Entlastenden Anleihen auf, um die Steuersenkung zu finanzieren.
Wirkt todsicher konsumfördernd.
Milliarden Euro werden ganz sicher zusätzlich nachfragewirksam den Konsum stützen.
Potemkinsche Dörfer sind realistischer.
Warum dann nicht Umverteilung über Steuererhöhungen?

15 Guido C. 14. Dezember 2008 um 23:23

Daß der Kapitalismus in der Klemme steckt,
oder “Kapitalismusklemme” ,
haben bereits einige wie z.B. Edicius, Hammersen usw.. sehr gut beschrieben,
und werden das hoffentlich weiter tun.

Gründe waren das fehlen von neuen Entwicklungen,
oder gesättigte Märkte..
Hammersen hat sehr gute Beispiele genannt,
wie die IT im allgemeinen.

(Beispiel: Windows XP hat den Markt gesättigt, Vista braucht bisher noch keiner wirklich. Eine Chance sehe ich was Programme und Technik betrifft in funktionierenden Sprachprogrammen.)

Kaum zu glauben, wieviele unglückliche Faktoren zur gleichen Zeit zusammen kommen !

Mit der Kapitalismusklemme ist noch nicht alles erfasst, ist ja nur ein Teil unserer Probleme.
“Es kommt hinzu, daß Nationen wie China merken werden, daß sie auf den Wasserkopf Europa verzichten können !” (Edicius)

Die Schocktherapie des Marktes wird die schnellstmögliche Heilung bringen.

16 Thomas J. 15. Dezember 2008 um 00:55

Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, wie konjunkturelle Maßnahmen in Deutschland wirksam werden sollen, wenn

a) das Problem der Rückgang der ausländischen Nachfrage ist und

b) deficit spending schon in der Vergangenheit mangels Ausgleich in der Boom-Phase nicht funktioniert hat.

Umgekehrt erscheint es mir wenig sinnvoll, das Defizit der öffentlichen Haushalte weiter zu erhöhen: wenn die Steuerbelastung maßgeblich beeinflußt, wie stark der nächste Aufschwung zu Wachstum führt, sollte die weitere Haushaltskonsolidierung immer noch auf dem Plan stehen. Denn daß es in 3 bis 4 Jahren unweigerlich wieder aufwärts geht, so viel habe ich in meinem kurzen Leben gelernt, nachdem ich ein paar 7-Jahreszyklen der wirtschaftlichen Entwicklung aus eigener Anschauung kenne. Ich denke vielmehr, man macht sich selbst etwas vor, wenn man glaubt, diesen “Grundtakt” verändern zu können (ohne das Wirtschaftssystem gleich auf Kriegswirtschaft oder Kommunismus umzustellen) und seien die Aktionen noch so konzertiert: wer Verzweiflung ausstrahlt wird kaum das Vertrauen in die Zukunft seitens der wirtschaftlichen Akteure ernten, das eine wichtige Basis der Expansionsphasen ist.

17 undertaker 15. Dezember 2008 um 01:05

“es ist ja zur Zeit gerade nicht der Konsum, der eingebrochen ist! Und wenn überhaupt, ist es doch vernünftig, sich beim Konsum als Volkswirtschaft etwas einzuschränken, wenn es uns bald noch schlechter geht. Wieso soll also “Konsum ankurbeln” das richtige Rezept sein? Den Geldmarktfonds, die in Papiere der privaten Wirtschaft investieren, laufen die Anleger davon. Wieso soll es also eine gute Idee sein, diesen Anlegern noch mehr Gelegenheit dazu zu geben, indem man ihnen noch mehr Staatsschulden verkauft?”

Da fehlen mir wirklich die Worte. Das soll einer der besten deutschen Makroökonomen sein? VOLLIDIOT, VOLLIDIOT!!! Mir sind ja in Deutschland schon viele Flachpfeifen über den weg gelaufen, die sich Makroökonomen schimpfen, aber Uhlig, du bist echt ihr ungekrönter König!

Sorry, das musste erst mal raus. Also fassen wir zusammen: Wenn die Nachfrage wegbricht, weil es uns bald noch schlechter geht und es uns bald noch schlechter geht, weil u.a. die Nachfrage wegbricht, dann sollen wir uns also besser gleich im Konsum einschränken? Brilliant… Also wenn ich das richtig verstehe, sollte der Staat vielleicht jetzt auch noch Ausgaben kürzen, um den Anpassungsprozess zu beschleunigen?
Hmm, aber die Bürger werden antizipieren, dass durch die Ausgabensenkungen morgen die Steuern gesenkt werden und den Konsum erhöhen. Also am besten gleich noch ‘ne Mehrwertsteuererhöhung oben drauf?

Und wieviel Staatsanleihen in Umlauf sind, ist aber gerade sowas von egal dafür, ob die Anleger aus Unternehmensanleihen rausgehen. Die haben Angst vor Insolvenzen. Verstehen? Notfalls gehen die in Cash.

Ich glaube, so langsam dämmert mir auch, wo unser Halbgott in die Leere gegangen ist…

18 ppp 15. Dezember 2008 um 01:11

In der FAZ gibt noch so einen Wurst-Artikel:
http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~EA863F9521CFB4497AEAB6566FA096CFA~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Klar, dass die Amis heillos ihr Defizit immer weiter hochtreiben,
aber was soll’n se anderes machen, wenn Steinbrück sich weigert was von unserem Exportüberschuss abzugeben….

19 pschmidt 15. Dezember 2008 um 01:13

Einer der wenigen Beiträge auf der Achse des Guten zur derzeitigen Finanz- und Wirtschaftslage.

Dr. Wolfram Weimer (Cicero): “Die normalste Rezession aller Zeiten”

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_normalste_rezession_aller_zeiten/

20 pschmidt 15. Dezember 2008 um 01:21

Ich bitte um Entschuldigung. Das Orignal war nicht verlinkt: http://www.cicero.de/1725.php?ress_id=18&kol_id=10805

21 Karl 15. Dezember 2008 um 01:22

@ pschmidt

Na, das ist wieder einer von denen, die auch immer erklären ein Hartz4-Satz von 132 € reiche locker – weil damals nachm Krieg mussten die Menschen nämlich Kartoffeln im Park anbauen und ihre SS-Uniformen verfeuern damit sie es warm hatten. Und da geht es den Leuten jetzt ja besser . Also alles kein Problem (oder sehen sie jemanden Kartoffeln im Park anbauen?).

Nur aus dieser Feststellung folgt doch nicht, das wir erst dahin zurück müssen, nur um zu leren was “wirkliche” Armut denn jetzt eigentlich so ist.

22 tiff 15. Dezember 2008 um 01:31

http://site.despair.com/blog/wp-content/uploads/2008/07/governmentdemotivator.jpg

Einfach das Kanzleramt (oder notfalls das Bundesfinanzministerium) reinmontieren.

23 Guido C. 15. Dezember 2008 um 01:33

das sind auch die Leute die sagen daß in
Griechenland … irgend ne “Schlägerei” passiert ist.

jaja die spinnen die Griechen ;-)

24 Fellow Passenger 15. Dezember 2008 um 02:40

Krankenhäuser zu bauen, Schulen und Kindergärten zu renovieren, Kläranlagen zu errichten und all die anderen ohnehin dringend notwendigen Investitionspläne, die seit Jahren in den Schubladen liegen, auf Pump umzusetzen, erscheint mir sinnvoll. Das hätte nämlich den Charme, daß selbst, wenn es die Wirtschaft nicht aus der Krise heben sollte, man immerhin all diese wichtigen Einrichtungen trotzdem hätte.

Im Gegensatz dazu können Zuwendungen an notleidende Banken und Konzerne bestenfalls den status quo ante herstellen. Stellen sich die daraus geschöpften Auszahlungen von Dividenden an Aktionäre und Tantiemen an Geschäftsführer als unwirksam heraus, um die Krise zu bewältigen, ist das Geld verbraten, ohne daß Staat und Gesellschaft auch nur das Geringste davon hätten.

Wenn man ohnehin schon Billionen in die Hand nehmen muß, die man nicht hat, könnte man doch nebenbei auch eine Bank gründen, oder sich, nachdem sie gerade günstig zu haben sind, eine kaufen. Wenn sie dem Staat gehört, kann der ja auch dafür sorgen, daß so eine Bank das tut, wozu sie eigentlich da ist, nämlich Kredite vergeben.

Es gibt für den Staat wohl sehr viele, durchaus aussichtsreiche Möglichkeiten, der Krise zu begegnen. Erstaunlicherweise zieht die Regierung keine davon in Erwägung. Kann das volkswirtschaftlich sinnvoll sein? Als Laie will ich mir nicht anmaßen, das zu beurteilen. Es wundert mich einfach nur.

25 undertaker 15. Dezember 2008 um 03:27

@fellow passenger:

“Wenn man ohnehin schon Billionen in die Hand nehmen muß, die man nicht hat, könnte man doch nebenbei auch eine Bank gründen, oder sich, nachdem sie gerade günstig zu haben sind, eine kaufen. Wenn sie dem Staat gehört, kann der ja auch dafür sorgen, daß so eine Bank das tut, wozu sie eigentlich da ist, nämlich Kredite vergeben.”

Ob der Staat das dann auch tatsächlich tut, steht auf einem anderen Blatt. Also nach den Erfahrungen mit den Landesbanken, KfW und IKB sind mehr staatliche Banken, denke ich, das Letzte, was wir brauchen. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, wer “der Staat”, diese ominöse Entität, denn eigentlich ist. Das sind Schnarchnasen wie Huber oder Steinbrück, die zum Schluss im Aufsichtsrat sitzen und ein träger Beamtenapparat sowie die Bürger, die dieses Elend immer wieder aufs Neue bei Wahlen legitimieren. Von denen sollte man besser keine geballte Finanzkompetenz erwarten…

26 joergtokyo 15. Dezember 2008 um 04:52

Was wollt Ihr denn? Geld wäre genug da…leider dort wo es immer weniger versteuert wird.

http://www.boeckler.de/32015_93479.html

Seit Anfang der 70er läuft hier grundsätzlich was schief.

Soviel zum Thema “Wo ist die Kaufkraft”

cheers

Jörg

27 wisi 15. Dezember 2008 um 08:12

Das ist das Ende

des “Marktwirschaft” genannten zinsgetriebenen Geldsystems, das einzig auf der negativen Energie des Menschen aufgebaut ist und völlig sinnlose Vermögensmaximierung bei gleichzeitiger maximaler Zerstörung des Planeten zeitigt,

Wir werden eine staatsgetragene Wirtschaft – also einen Sozialismus von oben quasi – erleben,

nachdem alle Versuche, den schon lange “hirntoten Patienten” weiterhin mit Luftgeld zu beatmen, gescheitert sind,

Die Frage ist nur wieviele reale Menschenleben diesen Kadaver ins Grab begleiten werden

28 habehnix 15. Dezember 2008 um 09:12

Sturm im Wasserglas!

Nachdem wir das Insolvenzrecht geändert haben, kann doch garnichts mehr passieren. Die Firmen sind doch alle Ok und haben tolle Aussichten.
Nein, die Arbeiter werden nicht gefeuert, sie werden nur nicht mehr bezahlt. Das ist auch viel besser als schon wieder neue Rechenregeln für die BfA.

Realwirtschaft! Pah!

29 Nanuk 15. Dezember 2008 um 09:29
30 Owe Jessen 15. Dezember 2008 um 09:36

Krugman hat heute auch ein paar grobe Zahlen berechnet, welchen Unterschied es in der Effektivität von nationalen Rettungspaketen und einer koordinierten europäischen Lösung gibt: http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/12/14/european-macro-algebra-wonkish/

Im Endergebnis ist der Bang-for-Buck-Faktor (Steigerung BIP pro Steigerung Staatsverschuldung) bei einer koordinierten Lösung mehr als doppelt so hoch.

31 KurtKiesel 15. Dezember 2008 um 09:44

Hallo Herr Lübberding,

wie wä’s mal mit was Neuem, nicht immer nur diese Rufe nach staatlich finanzierter Beschäftigungstherapie? Die Freiluftklapsmühle Deutschland lässt sich auch auf andere Art und Weise verwirklichen – bei der sie nicht so auffällt – durch millionen Autos auf Halde und so. Ich denke da an Konsumzwang – mit Zuckerbrot und Peitsche. Erst mal nur anreizinduziert – alo durch Verschrottungsprämien, Schwundgeld aka Inflation. Wenn das nicht hilft, dann könnte eine Zwangsabschreibung auf alle Waren eingeführt werden, die z.B. älter als 1 Jahr sind. Sie müssen dann verschrottet und dürfen nicht zu anderen Zwecken benutzt oder gehandelt werden – als Pendent zu Schwundgeld, das Sie ja ohnehin befürworten (quantitative easing). Ließe sich locker durch “Verschrottungsplaketten” á la “Feinstaubplaketten” realisieren.

Herzliche Grüße

KK

32 georgi 15. Dezember 2008 um 10:00

#36:


Wenn das nicht hilft, dann könnte eine Zwangsabschreibung auf alle Waren eingeführt werden, die z.B. älter als 1 Jahr sind. Sie müssen dann verschrottet und dürfen nicht zu anderen Zwecken benutzt oder gehandelt werden – als Pendent zu Schwundgeld, das Sie ja ohnehin befürworten (quantitative easing). Ließe sich locker durch “Verschrottungsplaketten” á la “Feinstaubplaketten” realisieren.

mit Klimaschutz aus der Wirtschaftskrise? Nee, unter diesen
Umständen würde ich erst recht nichts mehr kaufen.

33 Huuh (Rrah) 15. Dezember 2008 um 10:09

Also ich stelle mich mal vor (oder hinter) Herrn Struck und hoffe, dass ich da richtig stehe. Was sieht Herr Struck (und ich)? Den Schirm, darunter die Banken, drum herum Unternehmen ohne Kredit und schlechtes Wetter. Der Schirm aus Geld für die Banken wird erst in der Zukunft bezahlt von den Leuten in den Unternehmen, die ohne neuen Kredit nicht das produzieren können was niemand kauft weil niemand Geld hat oder Kredit. Herr Struck braucht jetzt das Megafon, um den Ton vorzugeben.
„Phuuuh!“ ruft Herr Struck in Richtung der Schirme, unter den sich die Banken verstecken.
Ich stelle mich jetzt dahinter (hinter Herrn Struck) der noch einmal seinen Verteidigungsministerschrei ausstösst: „Phuuuuh!“ Ich rufe, um auch mal meine Meinung kund zu tun: „Huuh“ und „Rraah!“, bis mir jemand zuflüstert, dass der bald zurücktreten wird, der Struck. Erschrocken mache ich Platz hinter ihm und bin nun erst mal etwas verwirrt.

34 bismodo 15. Dezember 2008 um 10:12

# 35

hätten eigentlich auch mal ihren link

http://londonbanker.blogspot.com/2008/12/deflation-has-become-inevitable.html

in die debatte werfen können…

@ halbgott

wasser auf deine mühlen ;-)

35 sh 15. Dezember 2008 um 10:18

all diese Ansätze sind zum Scheitern verdammt. Ein Kettenbrief (und das ist unser Schuldgeldsystem nun mal) ist nun mal zum Scheitern verursacht, sobald er nicht mehr weiter wachsen kann. Und die Sättigungsgrenze haben wir wohl mal wieder erreicht. Finito!!!

Lassen wir es also crashen und starten den Kettenbrief dann aufs neue, mit neuem Kredit. :o )
(beim Monopoli-Spielen hört man ja auch spätestens dann auf, wenn einer alles besitzt und fängt ein neues Spiel an).

Letztlich ist das Problem die Verteilung des (Schein)Vermögens und der Arbeit. Es gibt immer weniger Leute, die reich genug sind, um hemmungslos zu konsumieren (es aber nicht wollen, weil sie übersättigt sind und lieber noch reicher an Papiervermögen werden wollen), und zuviele, die zu arm zum konsumieren sind, obwohl sie Bedarf hätten. Ebenso, es gibt immer weniger Leute, die viel zu viel Arbeiten und immer mehr, die überhaupt keine Arbeit haben (lassen wir die offiziellen Statistiken mal außen vor).

Eine Lösung von beidem kann letztlich nur in der Homogenisierung dieser Verteilungen bestehen.

Die Lösung scheint derzeit abzulaufen und zwar auf die gleiche Weise wie immer in der Vergangenheit am Ende des jeweiligen Kreditzyklusses: Crash, Crash, Crash…. – das führt zu einer Homogenisierung der Vermögensverteilung auf Habenichtsniveau (wobei es durchaus klar ist, daß einige Superreiche finanziell überleben werden, aber letztlich kann nur der Geld verlieren, der welches hat, der der nichts hat, kann höchsten noch sein Leben verlieren).

Sollten diese Vermögens-Crashs am Ende nicht reichen, dann macht man am besten noch einen Krieg. Danach ist jedenfalls alles kaputt und man kann wieder von vorne anfangen das BIP zu steigern. Arbeit und Nachfrage ist ja dann genügend da und Kredit, ja den kann man dann ja aus dem Nichts erzeugen.

Vorschlag eines neuen Verfahrens (wobei ich hier ins Land Utopia abdrifte, aber man darf ja wohl träumen):
wir Homogenisieren die Vermögens- und Arbeitsverteilung friedlich (Schuldenerlass zumindest – das gab es schon in Form von “Jubaljahren” im alten Testament – das Problem war also schon damals bekannt) und jeder – aber dann auch jeder – arbeitet nur noch die Hälfte (oder was auch immer). Das erfordert natürlich die Abkehr vom BIP-Fetischismus (BIP- Steigerung bzw. persönliche Vermögensübersteigerung als Ziel aller (volks)wirtschaftlichen Anstrengungen).

36 f.luebberding 15. Dezember 2008 um 10:19

Thomas J.

“Denn daß es in 3 bis 4 Jahren unweigerlich wieder aufwärts geht, so viel habe ich in meinem kurzen Leben gelernt, nachdem ich ein paar 7-Jahreszyklen der wirtschaftlichen Entwicklung aus eigener Anschauung kenne.”

Für den normalen Konjunkturzyklus stimmt das ja auch – nur sind Ihre Erfahrungen mit der heutigen Lage vergleichbar? Das ist die Frage. Und was machen wir dann in diesen drei oder vier Jahren – etwa mit den in dem Beitrag angesprochenen Industrien? Dass die wegbrechende Auslandsnachfrage für uns das größte Problem ist, hat sich ja mittlerweile herum gesprochen. Weissgarnix hatte übrigens schon länger so argumentiert – nur deshalb ist es ja auch Unsinn davon zu reden, dass wir in Deutschland besonders gut vorbereitet sind. Uns trifft das mit besonderer Härte. Steinbrück hatte nämlich nie etwas dagegen, dass die deutschen Exporteure ihre Geschäfte auf die Bereitschaft anderer zur Verschuldung aufbauten. Genauso war man eben bei uns bereit, dass was Jörg aus Tokyo erwähnte, zu praktizieren: Also die Verteilungsrelationen in Deutschland zugunsten der Unternehmen und der Kapitaleinkommen zu verändern. Das verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure und schwächte den Binnenmarkt – also genau diese nationalen Strukturen, die uns jetzt fehlen. Deutschland hat seine Exportabhängigkeit in den vergangenen zehn Jahren massiv ausgeweitet – das war die Strategie der Agenda 2010. Und jetzt erzählt Steinbrück etwas von seriösen Haushalten bei anderen Europäern nachdem seine Politik nur möglich gewesen ist, weil andere eben in seinen Worten völlig unseriös gewesen waren. Das ist doch völlig absurd. Genau so dieses Argument, die Deutschen würden ja ausländische Waren kaufen – etwa chinesische Unterhaltungselektronik. Die wird nur mit deutschen Maschinen gebaut. Der Strom für diese Fabriken mit deutscher Kraftwerkstechnik erzeugt. Etc.

Owe Jessen

Der Krugman von heute morgen ist doch wie bestellt … . Und natürlich nutzt so eine koordinierte Aktion auch unseren Exporteuren. Damit wird man keine Rezession/Depression oder was auch immer verhindern können – aber den Übergang in ein neues weltwirtschaftliches Umfeld besser hinbekommen. Darum geht es und nicht um makroökonomische Zaubertränke von Miraculix Keynes wie sie uns Uhlig unterstellt.

Kurt Kiesel

Also Konsumzwang wäre nicht schlecht … . Aber ich weiß wirklich nicht worüber Sie sich Sorgen machen. Die Konsumabstinenz wird schon kommen, keine Sorge. Nur es ist eben nicht sinnvoll, die Fettleibigkeit des Finanzkapitalismus jetzt durch einen besonders schweren Fall der Magersucht auszutauschen … . Auch Magersucht ist krankhaft. Und auf Diät ist die Weltwirtschaft doch schon längst.

37 bismodo 15. Dezember 2008 um 10:23
38 sh 15. Dezember 2008 um 10:25

@ 36
Konsumzwang? Konsum als Bürgerpflicht! Und bist Du nicht willig, ….. Also, so langsam wird es kurios.
Das erinnert mich an Stopf-Gänse. Dieses Verfahren hat Tierschützer auf den Plan gerufen. Aber bei Menschen ist es natürlich ok Zwang anzuwenden.

Wir brauchen also mehr Staat: Zwangsabgaben, Zwangskonsum, Zwangsarbeit …..Zwangs…. – schöne neue Welt!

39 weissgarnix 15. Dezember 2008 um 10:32

Ich sehe das Problem etwas anders als Krugman & Co. und sympathisiere in dem Punkt eher mit Steinbrück. Der übrigens in besagtem “Newsweek”-Interview nicht mehr und nicht weniger gesagt hat, als dass man nur solche Maßnahmen ins Auge fassen sollte, deren Beschäftigungswirkung einigermaßen sicher ist. Darin ist ihm meiner Ansicht nach zuzustimmen. Angesichts der politischen Realitäten sowohl in Deutschland als auch in der EU hat er wohl nichts weiter gemacht, als simpel und schlicht die Wahrheit zu sagen.

Ob es eine MwSt-Senkung bringt, wie Buiter in seinem Blog so ausführlich darlegt, bezweifle ich stark. Wenn, dann müßte es wohl eine signifikante Senkung sein, so zischen 25 und 50%. Alles darunter würden die Verbraucher vermutlich noch nicht mal merken, von Mitnahmeeffekten seitens Industrie und Handel ganz zu schweigen.

Meine feste Überzeugung ist: man könnte eine Menge tun, wenn man den politischen Willen zu ein paar recht ordentlichen Kraftakten finden würde: Umbau der Wirtschaft, Umbau des Sozialsystems, Umbau des Steuersystems, Umbau des Währungssystems. Aber diese politische Kraft fehlt an allen Orten, mit Ausnahme vielleicht von China und eventuell, aber das wird sich erst noch zeigen müssen, den USA. Den großen europäischen Wirtschaftsnationen geht es, was den Willen zu tiefgreifenden Änderungen betrifft, einfach noch nicht schlecht genug. Und bevor wir tatsächlich wieder die Millionen zusätzlichen Arbeistlosen herumlaufen sehen, wird sich daran wohl auch nichts ändern. Sarkozys und Gordon Browns Aktionismus muß man aber deshalb noch lange nicht nachäffen.

Soweit es die europäische Koordination betrifft: die ist immer gut, aber wie die Erfahrung zeigt, auch nur solange, wie nationale Alleingänge damit gerechtfertigt werden können. Mithin ist sie also nur ein Papiertiger.

40 bismodo 15. Dezember 2008 um 10:43

# 44

übrigens: text von 1998 !! als ‘politische ökonomie für staatsbürger’,

letzter satz, nachdem allais die blindheit durch die dauernde rundum-gehirnwäsche mit pseudo-wahrheiten in den letzten 50 jahren anprangert:

Le seul résultat de cette situation n’a été que de grands malheurs pour des millions et des millions de gens, les plus modestes étant les plus durement frappés

auf deutsch:
das einzige resultat dieser situation war nur grosses unglück für abermillionen leute, wobei es die ärmsten am heftigsten traf.

pdf-version (16 seiten)

http://etienne.chouard.free.fr/Europe/messages_recus/La_crise_mondiale_d_aujourd_hui_Maurice_Allais_1998.pdf

41 georgi 15. Dezember 2008 um 10:44


all diese Ansätze sind zum Scheitern verdammt. Ein Kettenbrief (und das ist unser Schuldgeldsystem nun mal) ist nun mal zum Scheitern verursacht, sobald er nicht mehr weiter wachsen kann. Und die Sättigungsgrenze haben wir wohl mal wieder erreicht. Finito!!!

Da schon wieder: “Kapitalismus als Kettenbrief”
Meine Meinung dazu: siehe
hier und hier.


Eine Lösung von beidem kann letztlich nur in der Homogenisierung dieser Verteilungen bestehen.

Das ist schon besser. Das muß aber ständig von
Strukturen erzwungen werden, die bestimmte Leute
dauernd schleifen wollen


Konsumzwang

angesichts von etwa 15 … 20 Mio. offiziell zugegebenen
Arbeitslosen in D (eigene Schätzung) in wenigen Jahren
sinnlos. Außerdem haben wir bereits genug Konsumzwang
(GEZ, Gebühren, …)

42 EuroOptimist 15. Dezember 2008 um 10:46

“Die größten Probleme mit der Kreditversorgung haben demnach … und der Schiffbau. ”
Der Schiffbau hat sich in den letzten Jahren auf weiter starkes Wachstum des internationalen Seehandels ausgerichtet. Was hätte er anderes tun sollen? Was soll die Bundesregierung tun, damit diese Erwartungen eintreffen, also weiterhin genug Schiffe gebaut werden, damit die Branche nicht in eine schwere Krise gerät, die viele Unternehmen nicht überleben werden?
Das Beispiel zeigt zwar, dass die Bundesregierung sträflich unterschätzt, was da auf die Wirtschaft zurollt. Aber es zeigt auch, dass die Hoffnungen, die Krugman, Weissgarnix & Co mit ihren Forderungen an die Politik wecken, hoffnungslos übertrieben sind. Wem nützt es, wenn zuletzt Überkapazitäten erhalten werden?

43 gojko 15. Dezember 2008 um 10:47

@weissgarnix:
“..man könnte eine Menge tun, … : Umbau der Wirtschaft, Umbau des Sozialsystems, Umbau des Steuersystems, Umbau des Währungssystems”

Ich verstehe Dich so, daß man damit die gegenwärtige Krise überwinden/abmildern kann.
Wie genau würdest Du denn die genannten Systeme umbauen?

Gruß, Gojko.

44 EuroOptimist 15. Dezember 2008 um 10:49

@ wgn
Sorry, der Artikel war von Frank Lübberding. Deshalb habe ich Dich hier zu Unrecht mit Krugman in eine Reihe gestellt:-)

45 bismodo 15. Dezember 2008 um 10:50

Maurice Allais -wikipedia (engl.)

Zitat:
“In essence, the present creation of money, out of nothing by the banking system, is similar – I do not hesitate to say it in order to make people clearly realize what is at stake here – to the creation of money by counterfeiters, so rightly condemned by law.”

46 georgi 15. Dezember 2008 um 10:50


all diese Ansätze sind zum Scheitern verdammt. Ein Kettenbrief (und das ist unser Schuldgeldsystem nun mal) ist nun mal zum Scheitern verursacht, sobald er nicht mehr weiter wachsen kann. Und die Sättigungsgrenze haben wir wohl mal wieder erreicht. Finito!!!

Da schon wieder: “Kapitalismus als Kettenbrief”
Meine Meinung dazu: siehe #156, #179 in “Sag’s mit Marx”


Eine Lösung von beidem kann letztlich nur in der Homogenisierung dieser Verteilungen bestehen.

Das ist schon besser. Das muß aber ständig von
Strukturen erzwungen werden, die bestimmte Leute
dauernd schleifen wollen


Konsumzwang

angesichts von etwa 15 … 20 Mio. offiziell zugegebenen
Arbeitslosen in D (eigene Schätzung) in wenigen Jahren
sinnlos. Außerdem haben wir bereits genug Konsumzwang
(GEZ, Gebühren, …)


Ihr Kommentar wird geprüft.

@wgn, @f.luebberding:
Könntet ihr #49 bitte beseitigen?

47 Nanuk 15. Dezember 2008 um 10:51

Das erinnert mich an Stopf-Gänse. Dieses Verfahren hat Tierschützer auf den Plan gerufen.

Wenn die Kuh nicht mehr saufen will geht man in den Pferdestall eintrichtern und nen grösseren Napf hinstellen wird die Kühe nicht zum saufen bewegen!

Darum als sofort massname Steuern rauf und Harz4 Sätze erhöhen das gibt ein Konjunturwunder das die Welt noch nicht erlebt hat!
Importzölle auf alles was von ausserhalb der EU importiert werden muss!Die Russen können Gas Öl und Rohstoffe gegen Waren tauschen!
Fertig ist das Konjuntur Programm!

Das währe Logisch alles andere ist der blanke Wahnsinn!

und was machen wir wir feiern einen Kasparow den Neokonservativen Agenten wenn Europa untergeht haben wir es nicht anders verdient!

und kommt mir nicht Metaphysik und abschottung bedeutet Untergang oder die bösen Russen

48 weissgarnix 15. Dezember 2008 um 11:01

@gojko, #50

Mir geht’s weniger um eine Bewältigung der aktuellen Krise, sondern eine grundsätzliche Änderung des Status quo als solches. Wenn es dafür einer Verschlimmerung der Krise oder gar des Totalkollaps bedürfte, dann fine by me.

Was mir vorschwebt ist ein reformierter Kapitalismus, der verteilungsgerecht, effizient und finanziell stabil ist. Und das werden wir mit dem, was wir aktuell vorliegen haben, plus den ganzen absehbaren “Rettungs”-Flickschustereien niemals hinbekommen, im Gegenteil: es wir nur noch ungerechter, noch instabiler.

49 f.luebberding 15. Dezember 2008 um 11:01

Weissgarnix

Steinbrück: “It’s the yearning for the Great Rescue Plan. It doesn’t exist. It doesn’t exist! Dealing with an unprecedented crisis is a puzzle, a trial-and-error. Honestly, I don’t know… Our British friends are now cutting their value-added tax. We have no idea how much of that stores will pass on to customers. Are you really going to buy a DVD player because it now costs £39.10 instead of £39.90? All this will do is raise Britain’s debt to a level that will take a whole generation to work off. The same people who would never touch deficit spending are now tossing around billions. The switch from decades of supply-side politics all the way to a crass Keynesianism is breathtaking.”

Hier ging es nicht um den richtigen Weg wie Du das unterstellst. Diese Äußerung war nur so zu verstehen wie er auch von allen interpretiert worden ist. Nämlich als eine Legitimation deutscher Passivität. Wenn Steinbrück konstruktive Vorschläge gemacht hätte, könnte man seine Kritik an der Mehrwertsteuersenkung ja nachvollziehen. Aber darum ging es ihm nicht – er wollte schlicht den Briten vor die Knie treten. Und natürlich gibt es die Möglichkeit zur europäischen Koordination. Allerdings nicht unter 27 – dafür braucht man schon eine funktionierende deutsche-französische Achse. Vor allem, wenn man das erreichen will:

“… man könnte eine Menge tun, wenn man den politischen Willen zu ein paar recht ordentlichen Kraftakten finden würde: Umbau der Wirtschaft, Umbau des Sozialsystems, Umbau des Steuersystems, Umbau des Währungssystems.”

Das wird die Agenda des kommenden Jahres bestimmen, ist aber nicht so einfach zu machen … so ein Umbau. Und für einen Kraftakt muss man ja auch erst einmal wissen, wo die Kraft angesetzt werden soll. Alles was heute diskutiert wird – etwa von Buiter und Krugman – geht darum, den Abwärtsstrudel abzuschwächen. Und das funktioniert nicht mehr national – und Deutschland muss einfach begreifen, dass es nicht mehr im Windschatten fahren kann wie im Boom.

50 f.luebberding 15. Dezember 2008 um 11:04

Eurooptimist

Stimmt — die Schelte muss an mich gehen … .

Gruss

Frank

51 EuroOptimist 15. Dezember 2008 um 11:09

Lest mal das:
http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/ambroseevans_pritchard/3760569/Bullying-Germany-gets-a-free-ride-with-its-beggar-thy-neighbour-policy.html
Der Autor lügt natürlich, wenn er behauptet, dass er zum ersten Mal antideutsche Ressentiments hat. In Wahrheit sind seine Artikel seit langem randvoll damit. Lesenswert sind auch die Kommentare, denn die Meinungen zu ihm und zu Steinbrück sind dort ebenso unversöhnlich geteilt wie hier.

52 f.luebberding 15. Dezember 2008 um 11:15

Nur noch zum Schiffbau:

Also man kann natürlich jetzt auch die Graf Zeppelin weiterbauen … . Der Flugzeugträger war ja seit 1945 nie fertig geworden … . Aber ernsthaft: Es werden Überkapazitäten abgebaut werden. kein Sorge. Nur im Schiffbau kann das unter Umständen heißen, dass der komplett abgewickelt wird. Damit verschwinden auch Kompetenzen. Und ich kann mir schlecht vorstellen, dass in den nächsten Jahrzehnten weltweit keine neuen Schiffe mehr gebaut werden. Wenn aber die Kompetenzen erst einmal weg sind, dann wird es schwierig die neu aufzubauen. Man muss also – ob man es will oder nicht – zuerst einmal die Strukturen bis zum Frühjahr 2009 einfrieren – und dann entscheiden wie man die deutsche Wirtschaft neu ausrichtet. Die “Sozialisierung der Investitionen” wird zwangsläufig sein, weil die Marktsignale in weiten Bereichen auf Kollaps stehen. Es geht ja nicht darum, den Strukturwandel zu verhindern. Der kommt mit brutaler Gewalt. Aber es gab schon in den 80er Jahren einen guten Witz zum Thema Strukturwandel. Wie macht man aus einen Bergmann eine Frauenbeauftragte? Das ist eben nicht so einfach … .

Gruss Frank

53 sh 15. Dezember 2008 um 11:23

@ georgi, 53

ich bin kein Debilist ( :o ) ) und gebe auch dem Zins nicht die alleinige Schuld (er verstärkt das Problem natürlich, vor allem wenn er vom “Zentralkomitee” nicht marktgerecht festgelegt wird). Letztlich ist der Grund der Vermögensungleichverteilung im Unterschied zwischen den Menschen zu finden (bei den einen perl Geld wie Wasser ab, bei den anderen bleibt es kleben), und da kann man relativ wenig machen (außer Zwangserziehung zum “richtigen” Handeln).

Dennoch ist das Ganze eben ein Kettenbrief der abbrechen muß. Es können nicht auf alle Ewigkeit die einen das Geld (oder sonstiges Vermögen) abgeben und die anderen kassieren – jedenfalls nicht, wenn sowohl Geld als auch Vermögen eine endliche Größe sind. (deshalb ja auch immer die Bemühungen der “Konjunkturprogrammler” aus Papiergeld eine unendliche Größe zu machen, mit der man eine unendliche Serie von Konjunkturprogrammen finanzieren kann).

Aber selbst ungeachtet dessen, was auch immer die Ursache ist. Offensichtlich fand/findet diese Ungleichverteilung statt und würgt am Ende die Wirtschaft ab. Eine Genesung kann daher nur aus der Korrektur dieses Problems kommen und ich fürchte, daß es nicht wir sind, die es aktiv korrigieren werden, sondern das es sich “selbst korrigiert” (wie in 41 angesprochen). Wie immer in der Geschichte.

54 weissgarnix 15. Dezember 2008 um 11:39

@luebberding

Ich meinte eine andere Stelle aus dem Newsweek-Interview, nämlich die hier:

“For me the only stimulus measures that make sense are those that create jobs and have a positive structural effect beyond the economic cycle. One should wait to see how what we have agreed on now works before one thinks about readjusting.”

Aber egal: in der von dir zitierten Passage sagt er im Grunde auch nichts anderes, nur, weil Steinbrück eben ist, wie er ist, konnte er sich den Seitenhieb auf die Briten mal wieder nicht verkneifen.

In der Sache selbst gebe ich ihm recht: es gibt schlicht keinen “Great Rescue Plan”, den er seriöserweise bei den aktuellen Konstellationen sowohl auf deutscher als auch der EU-Ebene präsentieren könnte oder sollte. Wie sollte der aussehen?

Was Krugman & Buiter zudem völlig ausblenden ist, dass es in Deutschland ein soziales Sicherungsnetz für genausolche Situationen gibt. Der private Konsum wird daher nicht ins Bodenlose fallen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und wenn man meint, das Niveau, auf das er jedoch zweifellos fallen würde, wäre zu niedrig, dann soll man das Niveau dieser Sozialleistungen von mir aus erhöhen (logischerweise ohne gegenzufinanzieren, weil sonst wär’s ja witzlos).

Ich sehe das hinsichtlich der Binnenwirtschaft, wirklich entspannt. Das wird weder schön noch lautlos ablaufen, aber jegliche Anspielung auf die 1930er halte ich für absolut deplaziert. Wenn überhaupt, dann droht eine derartige Gefahr nicht aus der Real- sondern der monetären Sphäre, i.e. weil Kreditkaskaden einbrechen oder neue Finanzierungen nicht zu bekommen sind. Da könnten Staat wie ZB natürlich was tun, keine Frage, und da kann man sich auch international vernünftig abstimmen.

Aber ansonsten? Wenn Merkel Opel, BMW oder Daimler retten wollte, wie soll sie denn das anstellen? Jedem Deutschen seinen Benz, und für die Frau als Zweitauto einen Insignia? Und damit das die Franzosen bei sich genauso halten, gleich noch einen Citroen auf Staatskosten für die Tochter zum Abi?

Ich bitte dich, wir müssen doch nicht kindisch werden, nur weil Krugman und Buiter das schreiben! Die schlichte Wahrheit lautet: wenn die deutschen Automobilbauer ihre Weltproduktion nicht mehr absetzen können, dann sind sie in der aktuellen Form Geschichte! Wer, der noch klar bei Verstand wäre, könnte denn da ernsthafte Zweifel daran haben? Wenn dem aber so ist, dann helfen keine MwSt-Senkungen und keine Konsumgutscheine, sondern dann hilft nur ein geordneter Rückbau des deutschen Automobilbaus (und diverser anderer Maschinenbaubranchen) auf das “Normalmaß”, wo immer das auch liegen mag.

Insoferne gibt es eben auch kein “Überwintern”, wie ich dir das kürzlich schon mal sagte. Denn wie sollte der “Frühling” denn aussehen? Kaufen die Chinesen und die Amis plötzlich wieder Mercedes, bestellt sich Abramowitsch noch eine fünfte 100m-Yacht bei Blohm & Voss in Hamburg? Werden die 35000 gefeuerten Citibänker dann plötzlich irgendwo beschäftigt? Oder machen die sich selbständig, gründen eine Investmentfirma und betreiben einen schwungvollen Handel mit verbrieften Konsumgutscheinen ?

Herrschaften: Aufwachen! Entweder wir haben ein echtes “Deleveraging” (wovon ich ausgehe), dann sind diese ganzen Maßnahmen à la Buiter und Co absoluter Blödsinn und reinste Geldverschwendung, weil dann müssen wir alles, was wir aufbringen können, in einen echten, strukturell tiefgreifenden Systemumbau stecken. Oder wir haben kein solches Deleveraging, dann ist es erst recht rausgeschmissenes Geld.

Wie gesagt: ich vermute ein echtes “Deleveraging”, das uns in schwere systemische Probleme bringen wird. Und auf die sollten wir uns vorbereiten, und die sollten wir beheben. Alles andere ist reinster Aktionismus, wie wir in bislang noch in allen anderen Krisen gesehen haben, zuletzt 2001/2002. Und was hat’s gebracht? Keineswegs eine “geänderte politische Agenda”, wie du schreibst, sondern einen nur noch viel größeren Kollaps gerade mal 5 Jahre später.

55 f.luebberding 15. Dezember 2008 um 11:39

Ambrose ist nicht Deutschfeindlich – er ist Antieuropäer. Das muss nicht dasselbe sein … . Aber er bringt eine Stimmung zum Ausdruck, die die deutsche Politik einkalkulieren muss. Und der Vorwurf, dass die Deutschen gerne den Rest der Welt mit ihren Produkten beglücken wollen, ohne selber einen Beitrag zu leisten, ist eben richtig. Der Merkantilismus prägt die Sichtweise der deutschen Politik auf die Krise – immer noch.

Dieser Kommentar von Norbert Häring im Handelsblatt ist wirklich starker Tobak. Eine Abrechnung mit den deutschen Ökonomen – und der deutschen Politik.

http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/gesundbeter-am-ende;2107832

Zitat: ” In ihrer merkantilistischen Logik ist die deutsche Phobie gegen jedwede Nachfragepolitik erklärbar. Als Exportweltmeister mit unterentwickelter heimischer Nachfrage ist Deutschland stärker von Konjunkturprogrammen anderer Länder als von eigenen abhängig. Die bisher erfolgreiche Strategie setzte alles daran, den Exportsektor wettbewerbsfähig zu machen. Daher darf man über Absatzsubventionen für die Autoindustrie nachdenken, damit diese Kapazitäten durchhalten und den Markt aufrollen, wenn die ausländische Konkurrenz geschrumpft ist. Man darf nach dieser Logik auch über Steuersenkungen nachdenken, weil das die Produktion verbilligt. Aber alles, was Geld kostet und “nur” den Konsum ankurbelt, schwächt danach die Wettbewerbsfähigkeit .

Doch derzeit schadet das merkantilistische Denken nicht nur Europa, sondern auch Deutschland. Die anderen werden weniger für die Nachfrage tun, wenn die Deutschen nicht mitmachen. Und das, was sie tun, werden sie wohl so gestalten, dass die deutsche Industrie möglichst wenig davon hat.”

Dieser Eindruck – der merkantilistischen Logik – wird seit Wochen von der Regierung erzeugt. Das ist das Problem unserer Außenpolitik übrigens. Wenn jetzt manche Briten die deutsche Position sympathisch finden, ist das auch nachvollziehbar: Die antiquierten Deutschen galten ja in London als Antithese zum Finanzkapitalismus. Siehe etwa die Argumente von Münchau noch vor zwei Jahren. Aber das ändert nichts: Die deutsche Strategie macht das nicht besser. Zudem haben sich die Deutschen ja durchaus bemüht mit den Briten und Amerikanern Schritt zu halten … . Steinbrück war ja noch vor zwei Jahren nicht als großer Kritiker des deregulierten Kapitalimus aufgefallen.

56 Konrad 15. Dezember 2008 um 11:43

Hallo @alle.

Ich habe bei diesem Thema ein großes Verständnisproblem!(Ich gebe zu ich bin technisch bewandert, habe aber ein wenig mit Buchhaltung auch zu tun ;-)

Diese Krise ist doch eine wunderbare Möglichkeit die übermacht des Geldes zu brechen! Was geschieht? Diese Macht wird verstärkt!

Wo liegt unser Problem?(dieses hatte ich hier vor ein paar Monate hier schon mal gefragt – ohne Antwort zu bekommen)
Uns fällt die Nachfrage weg bei Leistungen für die wir keine Gegenleistung bekommen.(bitte das Geld wegdenken!)
Fällt diese Nachfrage weg, so wird es uns sehr schlecht gehen!!! Das soll mir bitte einer erklären!
Haben wir nicht ein Teilhabeproblem?
Ist nicht vielleicht die Zeit gekommen unser wirtschaften auf eine andere Basis zu stellen?

Schönen vorweihnachtlichen Gruß.

57 hyperinflation 15. Dezember 2008 um 12:03

das finanzsystemsystem so wie wir es äußerst erfolgreich erlebt haben, hat leider einen fehler, der es auch von selber zerstören muss.

der fehler im system ist schlicht und einfach, dass staaten am wirtschaftssystem teilgenommen haben und sich damit in einer solchen höhe verschuldet haben, die eine rückzahlung nicht mehr möglich macht und deshalb de facto die dagegenstehenden guthaben wegen uneinbringlichkeit entwerten müsste, dieses aber nicht tut.

ich enthalte mich jeglicher polemik dazu und lasse das so stehn.

wenn jemand, der noch arbeitet glaubt, dass er damit seine persönliche staatsschuld von etwa 100 000 euro ( ist 35 000 pro deutsche nase, weil nur noch 30% arbeiten macht etwa die in den raum gestellte zahl) jemals abtragen kann, dann gratuliere ich dazu.

Die auf ihn lastende zinslast beträgt heute ungefähr 4-5000 euro jährlich. es wäre also noch erheblich luft für eine weitere verschuldung, bevor dieser menschliche lastesel zusammenbrechen wird.

Wenn jemand noch gut schlafen kann, weil er meint, wenn er sich erspartes an sich selber ausleiht bürger/staat dann wünsche weiterhin ich auf eine gute nachtruhe.

Wenn wir es beim nächsten neuen demokratischen und marktwirtschaftlichen durchlauf schaffen, den staat als schuldner ohne leistungszwang herauszunehmen, dazu die einführung eines zeitgemäßen rechnungswesens und alle probleme wären gelöst.

selbst der zins auf den zins würde wieder ökonomischen sinn ergeben, weil der hauptschurke und falschspieler, der nur aufschuldete und fällige zinsen mit weiteren schulden bezahlte, aus dem neuen, dann dauerhaften ehrlichen system entfernt wurde.

freuen wir uns deshalb darauf, dass der bisherige alte und verrottete hoffnungslose müll möglichst schnell von selber zusammenbricht.

Wer dann den gleichen mist noch einmal zulassen will, weil nach dem schon jetzt verbreiteten märchen angeblich lediglich einige doofe banker und spekulanten am fallieren des besten aller schuldensysteme verantwortlich sind, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen und es geschieht ihnen recht.

wieder gefunden auf WO ;)

58 EuroOptimist 15. Dezember 2008 um 12:32

@ f.lübberding
“Ambrose ist nicht Deutschfeindlich – er ist Antieuropäer. Das muss nicht dasselbe sein”
Muss nicht, aber ist es bei ihm ganz entschieden. Er spricht häufig von ‘Greater Germany’.
“Man darf nach dieser Logik auch über Steuersenkungen nachdenken, weil das die Produktion verbilligt. Aber alles, was Geld kostet und “nur” den Konsum ankurbelt, schwächt danach die Wettbewerbsfähigkeit .”
Die Kritik an dieser Außenwirtschaftspolitik unterstütze ich. Sie schadet ja nicht zuletzt dem Bürger und nutzt letztlich nur einer abstrakten Entität, die sich “deutsche Volkswirtschaft” nennt. Das ist eine Mutation des Ungeheuers, das bereit ist, buchstäblich alles zu opfern für seine eigene Großartigkeit.

59 gojko 15. Dezember 2008 um 12:34

@f.luebberding:
“Wenn Steinbrück konstruktive Vorschläge gemacht hätte, könnte man seine Kritik an der Mehrwertsteuersenkung ja nachvollziehen. Aber darum ging es ihm nicht – er wollte schlicht den Briten vor die Knie treten.”

Ich sehe das ganz anders als Du.
Zunächstmal muß man nicht zwingend einen besseren Vorschlag machen, wenn man einen anderen ablehnt. Wenn man beispielsweise keine Ahnung davon hat, wie man fliegen kann, muß man ja nicht dem Vorschlag seines Nachbarn folgen, der probehalber mal aus dem Fenster springt.

Die Kritik anhand des DVD-Player-Beispiels war zudem berechtigt. Daß die Briten auf dieses Interview hin so ein Theater gemacht haben(undiplomatisches Vorgehen usw.) erklärt sich m.E. mit dem Sprichwort “getroffene Hunde bellen”.

Gruß, Gojko.

60 Nanuk 15. Dezember 2008 um 12:39

Ich werte das Schweigen mal als stille Zustimmung…
:)

61 Owe Jessen 15. Dezember 2008 um 12:44

Zur Umsatzsteuer: Ich denke, hier liegt Buiter richtig, wenn er darauf hinweist, dass der wesentliche Effekt darin liegt, dass das effektive Einkommen gesteigert wird. Insofern halt ich das für einen rhetorischen Trick zu argumentieren, eine Senkung der Umsatzsteuer würde keinen Effekt haben, weil sich das beim einzelnen Preis ja kaum auswirken würde. Der tatsächliche Effekt liegt ja darin, dass die Konsumenten einen Anreiz erhalten, geplante Ausgaben vorzuziehen (aufgrund einer zeitlichen Begrenzung).

Ein anderer Punkt ist, dass es langfristig das Ziel Deutschlands sein muss, zumindest seinen Leistungsbilanzüberschuss zu reduzieren und insgesamt seine Exportabhängigkeit zu verringern. Dazu wäre ein erster Schritt, der die private Konsumnachfrage steigert, sicherlich nicht verkehrt, und von daher auch strukturell sinnvoll.

62 rudiratlos 15. Dezember 2008 um 12:47

Hallo,
ich bin ja nur in soweit “Fachmann”, weil ich seit einen viertel Jahrhundert ne eigene Firma habe.

Was ich hier so lese, erschaudert mich einfach total.

Leute werft alles was ihr glaubt gelernt zu haben über Board.

Die USA und GB haben in den vergangen zwei Monaten soviel Geld auf den Markt geworfen wie vorher in 25 Jahren. Sie versuchen das Problem ( zu viel vagabundierendes Geld ) mit nochmehr Geld zu heilen. Wie dieses Experiment ausgeht, kann wirklich niemand sagen ….

Der Einfluß des Staates auf die Wirtschaft ist viel geringer, als sich alle Wirtschaftsminister (außer Glos ;-) vorstellen können. Normal kümmert sich ein Unternehmen nähmlich nicht um Politikersprüche und Zinssätze, sondern vor allem um seinen Markt! (oder auch nicht, siehe GM und co. …)

Macht Euch frei von der Vorstellung, wir alle hätten zusammen so viel Geld, um die gesamte Wirtschaft “stützen” zu könnnen.

Was wir brauchen ist ein Auslandseinsatz der Bundeswehr:
- gegen die brit. Kanalinseln
- Lichtenstein
- die Cayman-Inseln
Wenn der durchschnittliche deutsche Mittelständler (aber auch die Erben des Großkapitals) gezwungen werden, ihr dort gebunkertes Geld direkt in die Wirtschaft zu pumpen, dann müssen nur noch kleine Teile der Wirtschaft gerettet werden, denn Eigenkapital ist dann genug vorhanden.

rudi, ansonsten vollkommen ratlos

63 EuroOptimist 15. Dezember 2008 um 12:48

@ gojko
“Zunächstmal muß man nicht zwingend einen besseren Vorschlag machen, wenn man einen anderen ablehnt.”
Nein, muss man nicht. Aber man muss ihn auch nicht runtermachen, wenn ihn andere Verantwortliche für ihren Verantwortungsbereich für sinnvoll halten. Man kann mit diesen anderen sprechen, sich überlegen, wo man etwas unterstützen kann und sollte und wo man erst einmal nichts macht, und dabei jederzeit höflich und respektvoll bleiben. Brown steckt jetzt ähnlich in der Scheisse, wie Peer und Angela in einem halben Jahr in der Scheisse stecken werden. Es gibt keinen Grund vor allem für notorischen Rumpler wie Steinbrück, sich zum Publikum gewandt die Nase zuzuhalten.

64 bismodo 15. Dezember 2008 um 12:49

Anderer Text von Maurice Allais, in dem er einen grundlegenden Umbau der EU fordert:

http://pagesperso-orange.fr/claude.rochet/EU/art/allais.html

Auszug:
“Bien que le contexte d’aujourd’hui soit profondément différent de celui de l’entre-deux-guerres, les deux périodes 1918-1939 et 1974-1999 présentent de très grandes similitudes : une incompréhension totale des dirigeants politiques des questions essentielles, leur profonde inconscience des dangers réels, leurs oppositions dérisoires sur des questions mineures et la mise en œuvre incessante de politiques qui portent en elle mêmes leur propre condamnation et leur propre échec.”

Übers.:
So zutiefst verschieden der Kontext heute von dem der Zwischenkriegszeit ist, weisen die beiden Perioden 1918-39 und 1974-99 sehr grosse Ähnlichkeiten auf: ein totales Unverständnis der Politiker für das Wesentliche, ihre gründliche Unkenntnis der tatsächlichen Gefahren, das lächerliche Sich-Verzetteln in Nebensächlichkeiten und das ständige Hervorbringen von Politiken, die ihre eigene Verurteilung und ihr eigenes Scheitern in sich tragen.

65 KurtKiesel 15. Dezember 2008 um 12:50

@ Weissgarnix # 62: Danke für diesen Kommentar, dem ich nichts hinzuzufügen habe!

@ Lübberding: Nur weil Rezession ist, gehen doch keine Kompetenzen verloren, werden doch keine Produktionsanlagen zerstört oder abgebaut, schon gar nicht über den Winter! Es wird schlicht weniger produziert und gearbeitet, und das ist absolut richtig und ein Gesundungszeichen. Zwar kommt es auch dabei zu massendynamischen Übertreibungen, doch können Sie die einzelnen Präferenzen einer Milliarde Menschen nicht kurzfristig beinflussen, auch wenn es einem Gläubigen staatlicher Allmächtigkeit das Herz bricht.

Und zu ihrem Merkantilismusargument: Bis vor kurzem habe ich aus dem angelsächsischen Raum hauptsächlich den Vorwurf an Deutschland vernommen, dass es zu wenig kapitalistisch und zu viel sozial-marktwirtschaftlich sei. Und irgend wie scheinen wir uns diese Kritik doch zu Herzen genommen zu haben in der letzten Zeit, siehe nur Agenda 2010. Jetzt kommt das Kommando “rückwerts” – vielleicht nicht weniger eigennützig. Auf der anderen Seite haben unsere angelsächsischen Freunde eine Art “militärischen Keynesianismus” praktiziert, dessen Folgen wir jetzt gerade mitausbaden dürfen. Daran könnte man sie vielleicht auch einmal erinnern. Wirtschaftsnationalismus ist in jedem Falle ekelhaft, aber bitte schreien Sie nicht so unkritisch, als ob dies ein vorwiegend deutschens Phänomen wäre.

66 bismodo 15. Dezember 2008 um 12:55

nur so:
Allais’ Analysen gleichen auf verblüffende Weise denen eines anderen Aussenseiters auf diesen Seiten, eher halbgöttlicher Natur.

67 H.K.Hammersen 15. Dezember 2008 um 13:04

Die deutschen Politiker wollen immer noch glauben, dass wir es nur mit der Abwärtsphase eines normalen Konjunkturzyklus zu tun haben.

Die dramatischen Auswirkungen des weltweiten deleveraging können sie sich auch nicht vorstellen.

Wie sollen sie dann angemessene Programme entwickeln.

Auf kommunaler Ebene sonnen sich die Politiker noch im Rekord bei den Gewerbesteuereinnahmen. Da sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, ist ihnen überhaupt nicht bewusst, dass diese Rekorde sich in Zukunft nicht wiederholen werden und dass sie von den jetzigen Einnahmen große Teile an die Unternehmen werden zurückerstatten müssen.

68 bluedet 15. Dezember 2008 um 13:19

@ alle

Alles bleibt spannend!

Soviele Theorien, soviele Vorschläge, soviel Geld hinterherwerfen mit und ohne Verstand. Warum? Damit man noch hoffen kann.

Das Weltwirtschaftssystem ist aus den Fugen geraten. Man muss sich zwischendurch mal klar machen, dass es derzeit dazu neigt, von einem geordneten System in chaotisches System zu wanken. Damit meine ich, dass es unberechenbarer geworden ist. Intelligente Subventionierung der Märkte soll eine Beruhigung des taumelnden Marktes erreichen, so die Hoffnung.

Nach wie vor, stehen riesige Geldsummen in den STartlöchern um in spekulative Optionen zu springen. Dieser Umstand verschärft die Problematik.

Was passiert, wenn der Euro wieder deutlich aufwertet und der Ölpreis wieder anzieht, auch relativ zum Euro? Ganz einfach, ab einer bestimmten Preismarke wäre die Wirkung deutscher und europäischer Konjunkturprogramme neutralisiert, quasi verpufft.

Für die Aufwertung des Euros spricht vorallem die Machtpolitik. Die USA haben ein sehr großes Interesse daran, meine ich, den Dollar sukzessive wieder abzuwerten. Ein starker Dollar schadet der Wirtschaft.

Hinzu kommen irrationale Verhaltensweisen des spekulativen Geldes. So schnell wie der Dollar oben und das Öl unten waren, kann dies jederzeit wieder ins Gegenteil verkehren. Dann geht es Deutschlands Exporten noch massiver an den Kragen.

Das größte Konjunkturprogramm überhaupt ist derzeit der niedrige Ölpreis und die Abwertung des Euros, die jetzt meiner Meinung nach zu Ende geht. Mir persönlich bringt dieses Programm monatlich etwa 50 € Spritersparnis und um 40 % niedrigere Heizkosten. Hinzu kommen noch die daraus resultierenden Preiseffekte. Für Unternehmen sind die Effekte, je nach Branche noch viel stärker.

Hier liegt enormer Zündstoff zur weiteren Krisenverschärfung in Europa.

69 Guido C. 15. Dezember 2008 um 13:23

“Was Krugman & Buiter zudem völlig ausblenden ist, dass es in Deutschland ein soziales Sicherungsnetz für genausolche Situationen gibt” -Hartz4-

Nein.
-> Ein Irrtum der Reichen.
Die Konsequenzen können nächstes Jahr kommen, und werden dann auch “unmenschlich” sein.

Es wurde alles getan, um die Menschen zu missachten.

Dazu kommt noch der Gesundheitsfond,
sowie die Zwangsversicherung der bisherigen Verweigerer. (starke mit geringem Verdienst)

Es muss euch bewusst werden, daß das Deutschland ist,
nicht Italien..
Kalt, asozial, Respektfrei – auf sehr niedrigem Niveau.

Ich komme zu dem Ergebnis daß das Ding nächstes Jahr hoch geht.

70 Nanuk 15. Dezember 2008 um 13:25

bestellt sich Abramowitsch noch eine fünfte 100m-Yacht bei Blohm & Voss in Hamburg?

Die Russen brauchen Infrastruktur versuch mal mit Russland Geschäfte zu machen alleine bei der Visa vergabe bekommt man schon einen anfall!
Es geht nicht um Abramowitsch Yachten sondern Strassenbau Eisenbahn Wasserwege Sanierung Häuser Landwirtschaft Modernisierung.

Man muss nur wollen nur wollen die Bürokraten nicht und zwar aus politischem Starrsinn!

71 weissgarnix 15. Dezember 2008 um 13:29

@HK Hammersen

>Die dramatischen Auswirkungen des weltweiten deleveraging können sie sich auch nicht vorstellen.

Wie sollten sie auch? Die professionelle Zunft der Mainstream-Ökonomen, auf den die Damen und Herren Politiker aus institutionellen Gründen hören (müssen) schreibt was von wegen -1% bis -4% BIP-Einbruch in 2009. Das klingt ja, wenn wir uns mal ehrlich sind, nicht gerade nach “Weltuntergang”.

Es gibt leider auch in den Sozialwissenschaften und damit natürlich auch in der Politik sogenannte “Hysterese”-Effekte, d.h. das Mindset aus der lieben, langen, guten, alten Zeit wirkt nach, obwohl sich die Zeichen an der Wand schon ziemlich deutlich zeigen und eigentlich ein Paradigmen-Wechsel angesagt wäre.

Und das ist das Problem. Zumal sind sich die Mainstreamer ja untereinander auch nicht gerade einig, d.h. wenn ich Politiker wäre, ich müßte zunächst mal wissen, AUF WEN ich überhaupt hören soll.

Autoren wie Polanyi sind damit auch heute noch brandaktuell: die Politiker sind keineswegs souveräne “Staatslenker”, sondern Getriebene des Zeitgeists bzw derer, die sich seiner am nachdrücklichsten bedienen.

72 gojko 15. Dezember 2008 um 13:44

@ EuroOptimist, #71

Recht hast Du, man sollte keinen runtermachen. Wir können binnen kurzem auch in der Klemme stecken.

Nur: wo sehen hier alle ein “Runtermachen”? In meinen Augen war das konstruktive Kritik. Ohne Gegenvorschlag, zugegeben. Aber wäre ein solcher nicht gleich als Besserwisserei interpretiert worden?

Arroganz und Großkotzigkeit ist immer ein schlechter Stil, aber Wahrheiten (oder auch nur Überzeugungen) müssen doch wohl ausgesprochen werden können.

Gruß, Gojko.

73 hyperinflation 15. Dezember 2008 um 13:49

inflation? wann fangen wir endlich an diesen begriff einmal zeitgemäßer zu definieren??

Deflation? lehrbuchmüll, der in der globalisierten wirtschaft und der riesigen neuen währungsräume die alte bedeutung längst verloren hat.

Deshalb sitzen auch heute die gelernten alchimisten um den rührtopf deflation und packen nach uralten rezepten immer mehr datenmüll hinein, damit die merkwürdigerweise völlig andere brühe endlich so aussieht, wie sie vor 50 jahren in den lehrbüchern beschrieben wurde. sonst ist die giftbrühe eben keine deflation, sondern so etwas wie ne anständige cola.

74 EuroOptimist 15. Dezember 2008 um 14:04

@ gojko
“In meinen Augen war das konstruktive Kritik.”
Steinbrück sollte sich überlegen, ob er überhaupt öffentliche Kritik an einer Mehrwertsteuersenkung in GB äußert. Ist doch gar nicht sein Bier. Auch auf Nachfrage könnte er sagen: “Schau’n mer mal, ob’s die richtige Maßnahme ist. Ich bin mir noch nicht sicher.” In seinem ganzen Habitus und Tonfall ist der Kerl der personifizierte Besserwisser. Ein kluge deutsche Politik würde jetzt aus vielen Gründen sehr zurückhaltend und verbindlich auftreten. Merkel macht das übrigens viel besser als Steinbrück. Ich erwarte von meinen Repräsentanten, dass sie anders reden, als ich (anonym) im Internet schreibe. Einen Minister, der z.B. nach New York fährt und sich öffentlich mit dem Zeigefinger über die Madoff-Affäre auslässt, würde ich nie wählen, auch wenn ich mich persönlich darüber köstlich amüsiere.

75 Karl 15. Dezember 2008 um 14:14

@ soziale Sicherung

Ich höre ja die Worte, allein mir fehlt der glaube, das die so super funktionieren. Warum? Weil man um Hartz IV zu bekommen kein Vermögen haben darf. Das bedeutet, dass nach dem Jahr in dem man ALG I bezogen hat erstmal seine Ersparnisse und sein Haus verkaufen darf. Und dann das Geld das man da raus hat aufbrauchen muß. Erst dann ist man berechtigt die 350 €/Monat zum konsumieren zu bekommen.

In meinen Augen heißt das jetzt aber eher: Die soziale Sicherung funktioniert ein Jahr lang ganz vernünftig und dann wird es auf eine ähnliche Situation rauslaufen wie in den USA, nämlich das man Arbeit um jeden Preis schaffen muß oder das ganze fliegt einem um die Ohren.

Übrigens, erste Bundesstaaten in den USA sind insolvenz bedroht: http://www.nytimes.com/2008/12/15/us/15funds.html?_r=1&th&emc=th

76 Joe the Plumber 15. Dezember 2008 um 14:30

Steinbrück und Merkel wollten noch vor Wochen die Bahn privatisieren, erinnert sich jemand noch? Steinbrück ist Teil der rechten Seeheim-Schröder-SPD, die jeden linkeren Ansatz verlässlich mit Intrigen torpedierte, und die Ehre der Agenda retten will. Und Merkel wartet immer noch darauf, die Ziele des Leipziger Parteitags als deutsche Thatcher demnächst zusammen mit der FDP umsetzen zu können.

Wer Steinbrück nun nachplappert, die “panischen” “kopflosen” “aktionistischen” Pläne aus Paris und London (und den USA?) würden nur zu Strohfeuern führen, und man solle jetzt mal mit ruhiger Hand abwarten (bis die Wahlgeschenke im Frühling ihre maximale Wirkung auf die Bundestagswahlen haben können) ist selbst naiv:

Glaubt denn ernsthaft jemand, wir hätten die tollen schlauen Berater, während Brown und Sarkozy und Obama nur von Spinnern und weltfremden Samaritern beraten würden? Nein – wir haben nur Wahlen 2009. Und Deutschland als monetär-merkantilistischer Musterknabe macht eben alles mal wieder besonders gründlich, während man andernorts, ohlala, pragmatischer ist. Und verkauft wirds, wie immer, mit viel PR.

77 gojko 15. Dezember 2008 um 15:30

@Joe the Plumber
“Glaubt denn ernsthaft jemand, wir hätten die tollen schlauen Berater, während Brown und Sarkozy und Obama nur von Spinnern und weltfremden Samaritern beraten würden?”

Das wir die Überberater haben, glaube ich definitiv nicht. Daß die Angelsachsen solche haben, aber noch viel weniger.
Die haben den Karren gegen die Wand gefahren, verdammt! Trotz Nobelpreis-Fuzzies! Warum zum Geier soll ich denen mehr zutrauen, als unseren Ökonomen?
Die Angelsachsen haben bei mir jegliches Ansehen verspielt.

Abgesehen davon, hat die deutsche Regierung “Rettungspakete” gemacht(z.B. für die Banken), nur eben nicht so massiv wie von anderen gewünscht.

Gruß, Gojko.

78 EuroOptimist 15. Dezember 2008 um 15:46

@ gojko
“Warum zum Geier soll ich denen mehr zutrauen, als unseren Ökonomen?”
Warum nicht gleich wenig? Immerhin waren es auch (einzelne) angelsächsische Ökonomen, die diese Krise bis in die Details vorhergesagt haben, ganz ähnlich wie der deutsche Otte. Die deutschen Mainstream-Ökonomen hatten das ebenso wenig auf dem Radar wie ihre angelsächischen Pendants. Kein Grund also, ihnen besonderes Vertrauen entgegenzubringen. Überhaupt sticht die nationale Karte hier nicht. Die Angelsachsen konnten die Krise verursachen, weil sie den Ton angegeben haben. Das wird ihnen in Zukunft schwerer fallen. Die Deutschen sind im Grunde murrend hinterhergedackelt, solange es ging, was auch nicht unbedingt eine gute Visitenkarte abgibt. Daraus zu folgern, dass die Deutschen jetzt auch auf französische Vorschläge grundsätzlich herunterschauen können, setzt dem Ganzen nur die Krone auf.

“Die Angelsachsen haben bei mir jegliches Ansehen verspielt.”
Aha, höre ich da den Frust enttäuschter Verehrung heraus?

79 Handwerker 15. Dezember 2008 um 15:50

“..Frust enttäuschter Verehrung heraus?”
das ist schlichtweg ein Anti-andere und “Deutschtumer” da steckt sonst nichts dahinter.

80 bluedet 15. Dezember 2008 um 15:54

… und der Euro steigt und steigt ….

81 gojko 15. Dezember 2008 um 15:58

@ EuroOptimist
“Aha, höre ich da den Frust enttäuschter Verehrung heraus?”

Da ist was dran, wenn auch “Verehrung” zu weit geht. Der Frust kommt eher daher, daß ich wieder mal der veröffentlichten Meinung der letzten Jahre aufgesessen bin.

Fehler kann man ja machen, aber möglichst nur einmal. Daher: wenn Vorschläge der Amis, dann bitte mit Begründung. Und nicht blinder Gehorsam. Oder Aufforderung zum Lemmingtum.

Gruß, Gojko.

82 mylli 15. Dezember 2008 um 16:39

An das Merkel,

bitte, verstaatlich endlich die Banken, die leiden an zwanghaft chronischer Geldhortung (Freud weiß, was die eigentlich zurückhalten) und können unsere Wirtschaft einfach nicht mehr liquidisieren, also flutschen lassen.

http://www.n-tv.de/1068415.html

Es wird Zeit für monetäre Diarhoee, und zwar pronto!

83 Guido C. 15. Dezember 2008 um 17:27

wow :-)

Dazu fällt mir ein daß vor einiger Zeit in Griechenland Mercedes Fahrzeuge im großen Stil beschädigt worden sind.
Das war nur ein Vorläufer ! !

Womöglich kommen nach Angriffen auf Geschäfte.. auch Angriffe auf Wohlhabendere.

-> eine Spritztour im Porsche/ Mercedes würde ich dort nicht empfehlen !

84 DO 15. Dezember 2008 um 18:02

Die Wrtschaftskrise kommt ja nicht weil es zu wenig Konkunkturpakete gäbe oder Banler zu böse sind. es ist einfach so dass durch den Zinseszins die Verschuldung der Volkswirtschaft insgesamt im Laufe der Zeit ansteigt – wie man ÜBERALL in der WELT sieht – und wir daher irgendwann in der Überschuldungskrise landen. Ein neues großangelegtes Konjunkturprogramm zu inszenieren heißt nichts weiter als den Schuldenstand weiter zu erhöhen damit es noch einige Zeit weiter geht. Aber irgendwann ist sense! Wie man das verändert sagen und wissen nur wenige Ökonomen wie der hier:
http://www.dailymotion.com/relevance/search/Bernd%2BSenf
Bernd Senf wurde bisher ignoriert und unter Kollegen verspottet aber so langsam spricht es sich herum.
Gruß

85 onkel hotte 15. Dezember 2008 um 18:30

Keine Ahnung ob es sich schon rumgesprochen hat, der Crash ist von den Amis beabsichtigt und wird auch genau nach Drehbuch eintreten …

86 Manifest 15. Dezember 2008 um 18:55

#94 Hotte

Das steht fest. Europa ist zu stark, daher dieser inszenierte Crash.
Da sowieso alle Staaaten sich nach 45 der US-Charta unterworfen haben, ist es auch legitim.

87 sh 15. Dezember 2008 um 19:05

Konjunkturprogramme = Investitionen, die sich wirtschaftlich nicht tragen (sonst würden sie ja nicht von Staats wegen verordnet werden müssen) = Fehlinvestitionen.
Davon hatten wir schon genügend. Das letzte, was uns jetzt fehlt ist noch mehr vom Gleichen.

88 georgi 15. Dezember 2008 um 19:21

#93 (DO):

… noch so einer mit dem “Zinsproblem”, diesmal nicht in
seiner debitistischen, sondern der gsell-freiwirtschaftlichen
Form. Von Ponzi-Schemen und den drei- und
vierbuchstabigen Abkürzungen abgesehen, die unseren
Planeten derzeit in den wirtschaftlichen Ruin treiben,
abgesehen, gibt es Zinsen nur dort, wo es auch Wertschöpfung
gibt. Die Gesamtverschuldung wächst auch nicht automatisch
exponentiell (s. meine Anmerkungen #156 und #179
bei “Sag’s mit Marx”). Die Wirtschaft muß demnach auch
nicht das unersättliche Zinseszins-Monster füttern; und
deshalb gibt es nicht den “Wachstumszwang”. Das
Kreditgewerbe ist lediglich Mitverdiener und nicht
der Parasit am Körper der Realwirtschaft. Wenn
Du also die 30 % Zinsen beanstandest, die im Preis eines
jeden Produktes und einer jeden Dienstleistung stecken
(H. Creutz — auch so ein Gsell-Anhänger), dann müßtest
Du mit derselben Logik auch die anderen 70 % verurteilen,
Auch daß “Reiche” ihr vieles Geld horten würden, stimmt
nur in deflationären Situation, wie der, in der wir uns
jetzt befinden. Normalerweise wird das Geld dadurch
wieder in Umlauf gebracht, indem es investiert wird. Das
führt zu einer Nachfrage nach Investitionsgütern, aus
der wieder Einkommen für “kleine Leute” entstehen.

Die Blasenbildung jedoch ist tatsächlich ein Problem.
Ob Prof. Senf der kompetenteste Zeitgenosse dafür ist, weiß
ich nicht.

89 georgi 15. Dezember 2008 um 19:57

#97 (sh):


Davon hatten wir schon genügend.

(Konjunkturprogramme)
… welche denn? Das letzte war vor 30 Jahren. Oder habe ich
welche übersehen? Findest Du nicht, daß Dinge wie
Schulbildung und Verkehrswege stärker staatlich gefördert
werden sollten (noch dazu wo letzteres mit der Kfz-Steuer
bezahlt wird)? — nicht, um Geld auszugeben oder
Schulden zu machen, sondern weil es sich bezahlt machen
dürfte.

Komisch ist auch, daß Leute wie Steinbrück häufig
Steuersenkungen fordern, sich aber über eine
MWSt.-Senkung in UK aufregen. Steuersenkungen
verursachen offenbar nur dann Schulden, wenn sie
“nur” dem Konsum zugutekommen.

90 Manifest 15. Dezember 2008 um 19:57

@mylli #90

“Es wird Zeit für monetäre Diarhoee, und zwar pronto!”

Es ist eher die Zeit des verbalen Durchfalls angebrochen….

91 ~ Halbgott ~ 15. Dezember 2008 um 20:15

Mal schauen, was Frank heute wieder angestellt hat.

Also er beginnt mit …

“Also haben fast alle deutschen Unternehmen Probleme mit der Liquidität. Oder fehlt eines?”

“… dann wird jedes Unternehmen in relativ kurzer Zeit wegen fehlender Einnahmen infolge nicht vorhandener Aufträge zahlungsunfähig werden.”

=> … also JEDES Unternehmen wird pleite gehen! Das sind wenn ich mich nicht irre 100%.

=> … Ui, ui, ui … dumm gelaufen, die Sache mit dem keynesianischen Weltgeldbetrug ! … warum schreiben clevere Ökonomen eigentlich seit vielen Dekaden, dass man die Geld- & Kreditschöpfung restriktiv regulieren muss, um den Zusammenbruch des Finanzsystems zu vermeiden und dann machen unfähige Politiker, Geldpolitiker und ihre keynesianischen Berater doch wieder das Gegenteil davon ??? … was soll der Scheiss eigentlich ???

Dann besinnt sich Frank ein klein wenig und schreibt …
“Also mittelbar und grob geschätzt um etwa 50 % des deutschen BIP. Das ist doch eine Petitesse! Da muss man doch jetzt nichts tun! ”

=> … erfreulich !! … 50% ist doch schon mal ein hoffnungsfroh stimmender Wert, nach den 100%.

… dann schreibt Frank noch so blitzgescheite Sätze wie:
“Aber Herr Steinbrück will ja nicht gegen die Weltwirtschaftskrise anfinanzieren ”

=> … Frank, lass Dir doch bitte Deine eigenen Zahlen noch mal durch den Kopfe gehen. Merkst Du was ? Nein, immer noch nicht ?

=> … man KANN gegen das was da läuft GAR NICHT “ANFINANZIEREN” !!!

=> … wenn’s aber nur an der Liquidität liegt, sehe ich kein Problem: die kann die EZB doch einfach drucken und den Unternehmen geben die “Hier!” schreien, oder ?

=> … Oder fehlt es etwa an “KAPITAL ? … das wäre ja etwas ganz anderes – also jetzt mal aus Sicht eines gelernten Ökonomen, meine ich. “KAPITAL” kann die EZB freilich NICHT drucken ! Kapital kann nur aus Ersparnissen kommen. Die sind durchaus vorhanden. Dumm nur, dass das Finanzsystem, also auch der Kapitalmarkt, im Arsch ist. Die lebensnotwendige Verbindung zwischen Kapitalbesitzern und Kapitalnachfragern ist damit funktionsunfähig.

=> … vielleicht würde es ja was bringen, wenn man das kaputte Finanzsystem repariert oder besser durch ein neues ersetzt ? Dann klappt’s auch wieder mit dem Kapitalverkehr, Frank. Versprochen ! … und die “Nachfrage” kommt dann auch sofort wieder, fast so als ob nie etwas gewesen wäre … ;-)

“Die Banken können auch ohne die Realwirtschaft leben, solange sie vom Staat und seiner Zentralbank ausgehalten werden.”

=> … oha ! Sieh an, sieh an ! …war hier im Blog nicht mal einer, der angemahnt hat, man solle den Zombie-Krediten die Köpfe mit der rostigen Eisenstange abschlagen und schnellst möglich die Banken komplett verstaatlichen, um SOFORT die letztlich UNVERMEIDBARE VERLUSTALLOKATION durchzuführen, damit man wieder ein tragfähiges Finanzsystem hat ???

=> … denn was nützen uns eigentlich wiederbelebte und mit Steuerzahler-Knete aufgepäppelte Zombie-Banken, wenn es keine Realwirtschaft mehr gibt ? … hat man am Ende nicht gerade den FALSCHEN geholfen ???

“Krugmans Vorschlag hilft nämlich vor allem – der Exportabhängigen deutschen Wirtschaft!

=> … “Grugmähn” habe ich schon mal gehört ! … ist das nicht dieser unrasierte und ungewaschen wirkende Kautz, der jetzt als nobelbepreistes Sprachrohr, Propaganda für die Wünsche der Wallstreet-Camorra betreibt ? Grugmähn und Sinn haben für mich ein und dasselbe Niveau. Eine Beleidigung für alle Ökonomen !!

=> … wie jetzt Frank ? … nur dass ich’s richtig verstehe, warst DU nicht einer von denen, die den “grossen Exportanteil am dt. BIP” immer verteufelt haben und eine “massive Stärkung des Binnenmarktes” gefordert haben ???

=> … und jetzt, wo GENAU dieses rebalancing auf natürlichem Wege stattfindet, willst Du, nur aus Deiner Ideologie heraus, mit staatlichen Milliarden-Massnahmen auf Pump dagegenhalten und das alte Export-Modell stärken ???? … DAS soll noch einer verstehen !

Vielleicht sollte ich diesen meinen Brandbrief mal an Merkela schicken, damit sie weiss worum es geht.

92 Manifest 15. Dezember 2008 um 20:26

@Halbgott #102

Bewunderswert, wie du immer wieder auf so einen Schwachsinn eingehen kannst.

Mir fällt garnix ein, wenn ich sowas lese.
Aber vielleicht hast du ja einen Vorteil durch die Heidelberger Luft… :-)

93 Guido C. 15. Dezember 2008 um 20:43

@ als ich gesehen habe daß ein Posting von Halbgott
da ist, hab ich erst mal nicht weitergelesen,
bin aus dem Whirlpool gestiegen und hab einen Schoki geholt ;-)

94 Manifest 15. Dezember 2008 um 20:44

@Guido

Du hast einen Whirlpool am Laptop?
Was ist Schoki?

95 ~ Halbgott ~ 15. Dezember 2008 um 21:09

@Frank Lübberding

Du schreibst …
“Das ist wirklich der schlechteste Keynes Widerlegungsbeitrag des 21. Jahrhunderts – und dazu noch lausig geschrieben. Dagegen hat der WI-ING Weltniveau, würde Erich Honecker sagen … ”

=> … Ich ? Keynesianer widerlegen ?

=> … ach i wo ! … geh weg !!

=> … ich warte einfach die 5 Minuten bis sie es selber tun :-) ))

96 edicius 15. Dezember 2008 um 21:09

Ja, bewundernswert, mit welcher Frische unser Halbgott sich hier immer wieder die Debilisten zur Brust nimmt. Ist eben kein ganz menschliches Wesen….

Und flübberding testet hier grade in inoffiziellem Parteiauftrag die Bail-out Ausrede “sanfte Landung” – später wenn das Schlimmste vorbei ist, machen wir alles besser, so richtig mit Struktur und Überlegung und Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit und so….

Nur leider: das Fahrwerk ist bereits samt Rettungsschirm an den Spitzen der Banktowers hängengeblieben, dumm gelaufen…

97 sh 15. Dezember 2008 um 21:13

@ georgie, 99

nicht jedes Konjunkturprogramm heißt auch so. Das ist der Trick in der Politik, immer schön passende Namen zu finden, so daß man die Dinge nicht beim Namen nennen muß.
Wenn Du nach Konjunkturprogrammen Ausschau halten willst, dann schau Dir mal die Schuldenuhr (bzw. die Nettoverschuldung in den vergangenen guten Zeiten) an.

Wenn man die Staatsinvestitionen auf das Nötigste beschränken würde (wie Infrastruktur, Bildung, hoheitliche Tätigkeiten usw) und keine ineffeziente Strukturen sprießen läßt dann hätten wir überhaupt keine Schulden, sondern einen Haufen Geld im Staatsäckel und daraus könnte man in der ein Konjunkturprogramm finanzieren nämlich durch entsprechende Steuersenkungen. Außer natürlich man glaubt, daß der Staat diese Mittel wirtschaftlicher verwenden kann als die Bürger.

Für ein klitze-kleines Beispiel ineffizienter Strukturen schaue man sich mal die Gesetzgebung zur deutschen Mehrwertsteuer an und den Verwaltungsaufwand, den es kostet einwandfrei zu bestimmen, ob eine Tomate jetzt mit 7% oder mit 19% zu besteuern ist, je nachdem in welchem Zustand sie verkauft wird.

Konjunkturprogramme auf Pump sind einfach die Weiterführung des Kettenbriefes (und für Fehlinvestitionen noch dazu), bis es auch der letzte merkt, dass man einem bankrotten Staat kein Geld mehr geben sollte. Was kommt dann? Zwangsanleihen, Steuererhöhung, Hyperinflation, Staatsbankrott? Diktatur?

98 Manifest 15. Dezember 2008 um 21:29

@sh #111

Die Menschen sind füreinander geboren. Also belehre oder ertrage sie.
(Marc Aurel,8.Buch,Vers59)

99 Michael 15. Dezember 2008 um 21:30

@~ Halbgott ~
ganz richtig, bliebe anzumerken daß:
a) die Wirtschaftszweige, die da krähen, seit Jahren Arbeitsplätze sonstwohin ausgelagert haben, das waren die Zertrümmerer unserer sozialen Marktwirtschaft, mögen sie ruhig untergehen
b) wo sind die “sensationellen” Gewinne, sogar von 2007 noch behauptet, Schulden wurden nicht abgebaut, Dividenden indiskutabel, also schlichte Bilanzfälschungen
c) durch Maßnahmen hier der Export nicht anspringen kann, Produktion auf Halde, wem soll das nutzen
e) es macht absolut nix, wenn die Banken erst unter den “Rettungsschirm” kommen und quasi abgewickelt werden, für Spielgeld Kapital haben zu wollen, ist reichlich unverschämt
f) von so einem “Könner” wie Gughmän wird nicht nur Ökonomen schlecht
g) durch die neuerliche Schwächephase des Dollars und wohl bald etwas steigenden Ölpreises werden die Zahlenwerke im Q1/09 noch etwas schwächer, ohne, daß das übermäßig wichtig wäre

Steuersenkung JA, aber MIT Gegenfinanzierung, was da heißt, der Mist der vergangenen Jahre muß zurückgedreht werden.

Für die “Anarchisten”, warum gründet ihr keine Manufaktur, in der Ösen für Laternenmasten hergestellt werden ? Wer meint, nichts machen zu können, liegt falsch. Er braucht nur sämtliche Finanzprodukte einschließlich Versicherungen verkaufen und sein Geld vom Konto abheben. Sags mit Murx & co. ” DIE IDEE WIRD ZUR MATERIELLEN GEWALT, WENN SIE DIE MASSEN ERGREIFT. ” Das wäre 100 % tödlich, da könnte kein Raubbanker was gegen machen. Da das derzeit offenkundig nicht zutrifft, meckert alles auf hohem Niveau.

Als Westentaschen – Spekulant Spekulatius: alles kein Problem mehr. Trotzdem, wir werden 2009 noch den DAX unter 4000 erleben.

100 ~ Halbgott ~ 15. Dezember 2008 um 22:33

@bismodo

Wow ! … Du liest ja viel mehr als ich :-)

=> … sogar auf französisch ! … ich hatt zwar Franz-LK, aber es ist halt schon eine Weile her …

=> … im Grunde strengt mich schon das Lesen englischer Texte an. Ein Glück, dass ich weiss, dass die allermeisten engl. VWL Text eh nur zum Verfüttern an die Fische taugen und ich mir die Lektüre zumeist sparen kann ! ;-)

=> … sag mal bist Du auch “Ökonom”, oder wie kommt’s, dass Du soviel sachbezogene Literatur liest ?

101 ~ Halbgott ~ 15. Dezember 2008 um 22:47

Hi @Michael

… schön mal wieder in bekanntes Gesicht zu sehen :-) )

=> … sind ja in der letzten Zeit ziemlich viele neue Spinner im Blog angelandet (Anarchisten, Kommunisten, usw. ) !

( … wgnX & Lübberding sind ja gerade noch zu akzeptieren … die machen ja hier auch sauber … )

=> … wir sollten jetzt noch zum Jahresende den Fokus nochmal auf’s Geldverdienen setzen, oder ? … mal schauen, was die Märkte uns noch anbieten können ;-)

=> … Du meintest neulich, dass Währungskonten abgeltungssteuerfrei bleiben ? …

=> … Währungen werden sowieso noch sehr spannend !!! … da gibt’s noch richtige Big Moves ! … ich hatte vor 2 Monaten einen Call auf die NOK !!! … wusste halt todsicher, dass die Krone steigen wird !!!

( … bis ich gemerkt hatte, dass die Krone im Gegenteil gefallen ist, ich aber tatsächlich einen PUT auf die NOK gekauft hatte … war es schon zu spät !! … mein OS hatte sich schon verdreifacht :-) )) )

Grüsse

102 ~ Halbgott ~ 15. Dezember 2008 um 22:53

@wgnX

… ist “manifest” Dein früherer Marxismus-Lehrer ??

103 ~ Halbgott ~ 15. Dezember 2008 um 23:09

@ Michael

… du rufst zum bank-run auf ? … ist das nicht verboten ? ;-)

… im okt. war es ja schon so weit. die sparkassen-tussis hatten angstschweiss auf der stirn, als meine mutti Geld für drei PKW abgehoben hat ;-) )

… tja und dann die grenzdebile Garantie-Lüge von merkela & Peeer … und schon war sheeple-deutschland beruhigt :-) )) … verblüffend !!!

=================

=> … jetzt mal Butter bei die fische ! … was ist mit Goldminen-Aktien ??

=> …Gold/Öl=18,5 !!! … war vorher ewig lang bei nur 11 !!! … gleichzeitig ist der HUI aber um die Häfte gefallen !!! … und die physische Nachfrage ist immer noch enorm !!! … wie sollen die Minen-Aktien es fertigbringen in 2009 KEINE Gewinne zu machen ?? … ausserdem KOMMEN die grossen Sprünge im Währungsgefüge ja erst noch !! … erst dann merkt ja das Volk wirklich was los ist !!! … im Grunde zählt der Goldpreis erst DANN, oder ? … nein, ich rechne nicht mit Gold=5000 oder einer “Golddeckung”. Aber ein Peak von 1500 ist schon denkbar … Was meinst Du ?

104 bismodo 15. Dezember 2008 um 23:19

@ Halbgott

“sag mal bist Du auch “Ökonom”…

Musiker+ stud. Philosoph, manchmal Journalist, quereingestiegen (weiss doch, dass Du sowas wissen willst ;-) )
(übrigens: Angebot steht weiter… hoffe, Du hattest meine Erläuterungen gelesen…)

“oder wie kommt’s, dass Du soviel sachbezogene Literatur liest ?”

Wills einfach kapieren, seit 3 Monaten :-)

Und dabei fällt mir auf; es gibt die, die ihr tägliches Horoskop für die bürgerl. Schichten schreiben+lesen

UND

die anderen, die offenbar ne Geldtheorie HABEN, bei Horoskoplesern als Aussenseiter verschrien sind – und (irgendwie ;-) ) was mit Logik zu tun haben. Und !!! ALLE zu sehr ähnlichen Schlüssen kommen.

(sind ja tatsächlich wenige… ;-) )

105 racoon 15. Dezember 2008 um 23:27

… “kapitalismusklemme” ist echt gut. und das nächste implodierende pyramidenspiel wird zum “betreuten arbeiten” für alle führen. :-(

106 ~ Halbgott ~ 15. Dezember 2008 um 23:29

@wgnX

“Was mir vorschwebt ist ein reformierter Kapitalismus, der verteilungsgerecht, effizient und finanziell stabil ist. Und das werden wir mit dem, was wir aktuell vorliegen haben, plus den ganzen absehbaren “Rettungs”-Flickschustereien niemals hinbekommen, im Gegenteil: es wir nur noch ungerechter, noch instabiler.”

=> … weisst Du, da laberst Du ewig und mit enorm übertriebenen Selbstbewusstsein von monumentalen Konjunkturpaketen Banker-Sponsoring und Stabilisierung von Gewinnerwartungen durch die Steuerzahler und all so ein Bullshit … und dann widerufst Du in einem Nebensatz, den man leicht übersehen kann !!!

=> … wie wär’s, wenn Du mal einen richtigen WIDERUFUNGS-Artikel schreibst … MORGEN !!! …

… hier ein paar vorformulierte Textbausteine hierfür:

“”I found a flaw in my opinion of how the world functions” ( Greenspan)

“I made a mistake”, Greenspan

Greenspan – “I was wrong about the economy. ”

… nur zu !! … Selbsterkenntnis … ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung !!!

107 Louis 16. Dezember 2008 um 00:22

Noch viel besser, brachte mich sofort in Hochstimmung

O-Ton wgnx :

Wenn du es genau wissen willst: Zero. Ich kann diesen ganzen “Konjunkturprogrammen” absolut nichts abgewinnen, mir geht’s im Grunde um was völlig anderes. Warst schon lange nicht mehr in meinem Blog, wie es scheint …

und

Maybe, aber meine nicht. Die Banken verstaatlichen, einzelne Schlüsselengagements einfrieren, den Rest großzügig über die Wupper gehen lassen.

Wessen Geistes Kind schreibt hier?

Eine Klarstellung wäre wirklich hilfreich.

Gruss louis

108 Halbgotts Retter 16. Dezember 2008 um 00:28

Kauf dir Amerikanische Staatsanleihen

109 Louis 16. Dezember 2008 um 00:40

Zur Butter lieber HG,
der Chart des Amex Gold Bugs Index zeigt jetzt bereits zwei höhere Hochs und zwei höhere Tiefs, also einen bestätigten Aufwärtstrend. Du kannst von einer Fortsetzung der Rallye in diesem fundamental extrem unterbewerteten Sektor ausgehen.

Gruss Louis

110 weissgarnix 16. Dezember 2008 um 00:54

@Louis & Halbgott

>Eine Klarstellung wäre wirklich hilfreich.

… aber nicht nötig. Ihr braucht nur aufmerksam und genau lesen, was ich so schreibe, dann sollten euch die wesentlichen Dinge nicht verborgen bleiben.

111 ag 16. Dezember 2008 um 01:07

@halbgott
Nicht alles Englische gehört gleich zerrissen.
Ein kleine Kapitalismuseinführung and der auch Wgn und Lüberding nicht so ohne weiteres herumkommen:

Originally posted on RGE Monitor.

A farmer who eats the seed corn over the winter must borrow to plant in the spring. He must repay the loan from the harvest, leaving him with even less to live on come the following winter if the crop does not yield a greater harvest. The misfortune of one bad harvest can start a cycle of decline that leads to permanent penury. Sharecropper plantation owners have exploited and impoverished sharecropper farmers on this principle for centuries.

Is it different for nations? ……
http://londonbanker.blogspot.com/2008/12/re-post-from-230508-capital-ist.html

und hier eine Keyneseinführung für die Fische, super Schreibe wie üblich für echte Keyneskenner, in den Details schwer für eine Kraut zu verstehen, aber keine Grund nicht gelesen zu werden)
What does Keynes advise in a crisis? Avoid it in the first place
http://business.theage.com.au/business/what-does-keynes-advise-in-a-crisis-avoid-it-in-the-first-place-20081016-52fb.html
Nichts wirklich neues für uns Wgnjünger. Nochmal danke an Wgn für deu unermüdliche Keynesaufklärung.

Mein Halbgott ist Londonbanker: gut verständliches Englisch, keine Polemik, kein Keynes und einfach Logisch.

112 samuiman 16. Dezember 2008 um 01:12

@halbgott :

1500 sollten drin sein, aber (t) euronen ;-) denn nur die zählen für uns, oder bist du in quanto´s unterwegs ? schau dir mal bestimmte silber-aktien an, die haben wesentlich mehr potential als silber !!

@ michael : immer noch in bank-titeln unterwegs oder noch rechtzeitig rausgekommen, verfolge das hier nicht mehr so regelmäßig

113 undertaker 16. Dezember 2008 um 05:50

@HG

Wenn du dich für Goldminen interessierst, ist Yamana Gold vlt einen Blick wert. Ich bin allerdings sehr zurückhaltend, was Gold anbelangt. Über 800$ ist schon ein ziemlich hohes Niveau und da steckt meiner Meinung nach eine ordentliche Liquiditäts-/Angstprämie mit drin. Gold ist zwar ein klassischer Inflationshedge, aber wenn die Inflation anzieht, ist eben Liquidität gerade kein Thema mehr, sodass Gold davon womöglich gar nicht profitiert, solange es keine galoppierende Inflation gibt. Und in einem Deflationsszenario, womit ich allenfalls kurzfristig rechne, will ich Gold erst recht nicht.

Dass ich den $ auf dem Weg in die Hölle sehe, ist ja kein Geheimnis. Habe ich im Herdentrieb schon öfters geäußert und die Eur/$-Rally hat wahrscheinlich gerade erst richtig Fahrt aufgenommen.

Für Aktien bin ich zwar langfristig bullish, aber glaube, dass sich in der 1. Jahreshälfte 2009 die Märkte noch von einigen sehr schlechten Nachrichten, die garantiert reinkommen werden, Schocken lassen und vor allem Hedgefonds und Banken noch längst nicht ihre Bilanzen in Ordnung gebracht haben. Habe bisher entsprechend nur ganz vorsichtig erste Positionen in ausgewählten Aktien aufgebaut.

Insgesamt halte ich zur Zeit gut 70% cash. 100% Rendite dieses Jahr gemacht, die will ich jetzt erst mal entspannt über die Feiertage bringen. Zwischen Weihnachten und Neujahr gucke ich dann, ob es sich lohnt noch schnell was zu tun, bevor die Abgeltungssteuer kommt. Wohl eher nicht…

Ansonsten ist bei US T-Bonds so langsam der Punkt erreicht, wo ich sag’: Ebbe langt’s! Mir persönlich müsste man ja mindestens 6%-Yield auf 30-Ys bieten, damit ich überhaupt in Erwägung zöge, den Schrott ins Depot zu nehmen. Da kann Bernanke darüber spekulieren Bonds aufzukaufen, wie er will. Langfristig ist doch der Sinn der ganzen Aktion um jeden Preis eine Schuldendeflationsspirale zu verhindern. Das Ergebnis kann nur plötzlich rasant ansteigende Inflation lauten, sobald sich die Wirtschaft halbwegs erholt hat. Denke, ich werde da bald short gehen. Vielleicht schon direkt nach dem heutigen Fed-Meeting…

114 Power 16. Dezember 2008 um 07:42

@Halbgott

Blue Chip Barrick Gold, als Nr 1 weltweit – bei 18,32 eingestiegen;-)

Alles erst der Anfang.

Coeur ist nach wie vor ein Topinvestment in Silber. Derzeit ca. 0,50 -0,52 Euro. Sehr großes Potential.

Yamana ebenso eine Perle.

Gold Fields und Harmony als Absicherung auf anderem Kontinent.

Goldminen als “gehebelte Produkte” > zu Gold < für mich ein MUST;-)

Schätze Gold auf ca. 1.400 Dollar die nächsten 12 Monate. Problem, extreme Shortpositionen in Papiergold von J.P. Morgan und HSBC. Sprich, glasklare Mainipulationsversuche in Gold.

Auf alle Fälle besser als eine Empfehlung zur Deutschen Bank – ein gar “totes” Unternehmen – NE, weissgarnix;-) nanana… bei deramassen Toxic in den Bücher.

PS: Dank für die amüsante und immer treffende Aufklärung hier im Blog Halbgott. Immer wieder erfrischend hier entlarvend, Deine Statements zu lesen.

Auch dieses mal. NOCH ist viel Bedarf nötig :-)

115 Nanuk 16. Dezember 2008 um 08:56

A farmer who eats the seed corn over the winter must borrow to plant in the spring. He must repay the loan from the harvest, leaving him with even less to live on come the following winter if the crop does not yield a greater harvest.

Das ist nonsense.
Ein Farmer der Korn essen will imWinter muss etwas aufheben um im Frühjahr zu sähen!
Wie weit von der Realität muss man sich eigendlich entfernen um so einen Bockmist zu schreiben?
Ich mach dir aus 1 Kartoffel 20 innerhalb eines Jahres wenn nicht irgendwelche Krankheiten oder Käfer meine Ernte befallen!

116 Power 16. Dezember 2008 um 09:03

@Nanuk

das sag mal der grössten Kornkammer der Welt – den USA – wo Monsanto sein Hybridsaatgut zu über 95 % im Einsatz hat.

Hybridsaatgut = EINMALSAATGUT. Nicht wieder verwendbar im Sommer. Daher tatsächlich besser aufessen.

Früher in Südamerika über 5.000 Kartoffelsorten. Heute nur noch 5.

Und der kollektive Wahnsinn geht weiter. Dank Monsanto und Co.

Das zu den Realitäten

117 Nanuk 16. Dezember 2008 um 09:06

@Power
Ich kenne die Probleme.
Das heist aber nicht das das der normalzustand ist!
Ach im übrigen gibt es Zukunft nicht mehr die Zukunft ist abgeschaft!

http://www.mmnews.de/index.php/200812161762/MM-News/Konjunkturprognosen-Stopp-wegen-Finanzkrise.html

118 Nanuk 16. Dezember 2008 um 09:14

Der Deutsche Wetterdienst hat auch beschlossen Stürme nicht mehr anzusagen weil schlechtes Wetter schlechte laune verbreitet!

Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke!

119 gojko 16. Dezember 2008 um 09:21

@ Nanuk , #131

Ich habe den Text als Satire begriffen, also absichtlicher Nonsens.

120 Nanuk 16. Dezember 2008 um 09:34

;)
Ist ein hilfreiches Zeichen

121 Power 16. Dezember 2008 um 10:19

@Nanuk

Monsanto: die hier sehen es als Hauptproblem. ;-)

http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/presseerklaerungen/artikel/gentechnik_gigant_monsanto_kontrolliert_landwirtschaft/

die hier ebnso:

http://www.jpberlin.de/attacwtal-agrar/steckbr-mon.html

zu D. Link:

der Beginn von Zensur – unbequemes wird abgeschafft.
Dieser Vorgang läuft seit Jahren mehr und mehr.

122 f.luebberding 16. Dezember 2008 um 10:37

Ich bin zur Zeit hauptsächlich mit dem Niedriglohnsektor beschäftigt, deshalb konnte seit gestern nachmittag nichts mehr schreiben. Nur eines ist mir eben doch aufgefallen – von edicius.

” Und flübberding testet hier grade in inoffiziellem Parteiauftrag die Bail-out Ausrede “sanfte Landung” – später wenn das Schlimmste vorbei ist, machen wir alles besser, so richtig mit Struktur und Überlegung und Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit und so… .”

Das wäre ja nicht schlecht, einmal zu überlegen wie man man nachhaltig Gerechtigkeit strukturiert … oder so ähnlich, aber davon einmal abgesehen. Also der WI-ING meint ja manchmal, ich mache Desinformation – entweder im Auftrag der SPD, der CIA oder einer NWO, deren Adresse ich noch nicht einmal kenne … . Was bei der CIA nicht ganz so schwierig wäre. Aber es gibt keinen inoffiziellen Auftrag, weil ich nämlich, jawohl, im Auftrag des Herrn unterwegs bin … . Die Adresse ist Himmelspforten und mein kleiner Moritz glaubt ganz fest daran, dass sich dieser Auftrag am kommenden Mittwoch via Christkind gewissermassen materialisiert. Dann klingelt es bei uns immer vor der Bescherung (damit ist nicht die Finanzbescherung gemeint), was ja nun Beweis genug sein sollte für die Existenz des himmlichen Auftraggebers.

Also ich desinformiere im Auftrag des Herrn. Da können Halbgötter nicht mithalten. Das nur zur Klarstellung.

123 Nanuk 16. Dezember 2008 um 10:39

der Beginn von Zensur – unbequemes wird abgeschafft.
Dieser Vorgang läuft seit Jahren mehr und mehr.

Nein es ist ja da es wird darüber geschwiegen!
Weil niemand eine Lösung hat wie bereits vor Wochen gesagt habe niemand hat eine Lösung weil sich niemand Gedanken darüber gemacht hat.

Das was gerade passiert gibt es einfach nicht im Vorstellungsvermögen unserer Eliten!

und das ist erst der Anfang als nächstes fallen die USA was dazu führen wird das Umweltschutz keine rolle mehr spielt das wird die Produktivität der Welt weiter senken dadurch werden die Menschen ihrer Nahrungs Grundlage beraubt was zu hunger und aufständen führt…

am Ende ist der Planet so verwüstet das den Menschen nurnoch übrig bleibt sich gegenseitig aufzuessen!

In ein paar tausend Jahren werden vieleicht wieder Menschen vor den Ruinen unserer Zivilisation stehen und versuchen rauszufinden warum wir so dumm waren! All das ist schon so oft auf unsrem Planeten passiert das man glauben könnte wir haben gelernt haben wir aber nicht!
Vieleicht ist es einfach der Lauf der Welt!

124 ag 16. Dezember 2008 um 10:49

@nanuk @power

A farmer who eats the seed corn over the winter must borrow to plant in the spring. He must repay the loan from the harvest, leaving him with even less to live on come the following winter if the crop does not yield a greater harvest

Dies spitzfindigen Diskussioanen hier, was soll das.
Es geht nur darum zu erkären was Kapital ist.

Das ganze ist ein Gleichnis.

Habt Ihr denn in Reli nicht aufgepasst?

125 Nanuk 16. Dezember 2008 um 10:53

http://www.taz.de/uploads/hp_taz_img/xl/ivo_b.jpg

Das ist das Bild des Jahrhunderts die Menscheit gibt auf!Wie ich auch schon ausgeführt in jedem von uns steckt die Welt!

@ag
Es geht nur darum zu erkären was Kapital ist.

Kapital ist eine Illusion!

126 georgi 16. Dezember 2008 um 11:03

@ ~ Halbgott ~
Er hätte etwas mehr Erfolg bei verstockten
Keynesianern und Weltgeldbetrügern, wenn er nicht immer
nur indoktrinieren sondern argumentieren würde.


=> … Oder fehlt es etwa an “KAPITAL ? … das wäre ja etwas ganz anderes – also jetzt mal aus Sicht eines gelernten Ökonomen, meine ich. “KAPITAL” kann die EZB freilich NICHT drucken ! Kapital kann nur aus Ersparnissen kommen. Die sind durchaus vorhanden. Dumm nur, dass das Finanzsystem, also auch der Kapitalmarkt, im Arsch ist. Die lebensnotwendige Verbindung zwischen Kapitalbesitzern und Kapitalnachfragern ist damit funktionsunfähig.

=> … vielleicht würde es ja was bringen, wenn man das kaputte Finanzsystem repariert oder besser durch ein neues ersetzt ? Dann klappt’s auch wieder mit dem Kapitalverkehr, Frank. Versprochen !

Was funktioniert denn am Kapitalmarkt nicht? Mal
angenommen, das Finanzsystem arbeite zur vollen
Zufriedenheit ~Halbgotts~, hätten bankrotte Firmen es
dann leichter, Kapital zu beschaffen?


… und die “Nachfrage” kommt dann auch sofort wieder, fast so als ob nie etwas gewesen wäre …

Meinst Du? Wo war sie denn die ganze Zeit?


=> … oha ! Sieh an, sieh an ! …war hier im Blog nicht mal einer, der angemahnt hat, man solle den Zombie-Krediten die Köpfe mit der rostigen Eisenstange abschlagen und schnellst möglich die Banken komplett verstaatlichen, um SOFORT die letztlich UNVERMEIDBARE VERLUSTALLOKATION durchzuführen, damit man wieder ein tragfähiges Finanzsystem hat ???

Was bedeutet “VERLUSTALLOKATION”? Das muß
etwas sein, was Banken von sich aus nie tun würden,
weshalb der Staat handeln muß. Ein solches staatliches
Eingreifen geht aber in Ordnung und fällt nicht unter
die Kategorie “Keynesianismus”.

Wie schlägt man Zombie-Krediten die Köpfe ab? Dazu
müßte man doch die Gläubiger enteignen. Darüber
werden sich die Exportmeister und Staatsfonds aber
freuen, und sich garantiert überlegen, ob sie jemals noch
einmal in den USA investieren werden.


=> … denn was nützen uns eigentlich wiederbelebte und mit Steuerzahler-Knete aufgepäppelte Zombie-Banken, wenn es keine Realwirtschaft mehr gibt ? … hat man am Ende nicht gerade den FALSCHEN geholfen ???

Du möchtest jetzt also zu den Zombie-Banken auch noch
eine Zombie-Wirtschaft dazugesellen, also eine
Wirtschaft, die nur so tut, als ob sie wirtschaften täte.

127 Nanuk 16. Dezember 2008 um 11:22

Du möchtest jetzt also zu den Zombie-Banken auch noch
eine Zombie-Wirtschaft dazugesellen, also eine
Wirtschaft, die nur so tut, als ob sie wirtschaften täte.

Das tun wir doch schon längst wir sprechen laut darüber Menschen Geld zu geben wenn sie etwas wegwerfen!
Die ganze perversion unseres Systems man muss blind und taub sein wenn man das nicht begreift.

Es ist Feierabend Zombies!Geht nach Hause und Pflanzt Bäume und kümmert euch um die Vögel. Ich frage mich ernsthaft wie ein Fliesbandarbeiter bei BMW oder VW es aushält so überflüssig zu sein?Was muss er sich jeden Tag erfinden um nicht durchzudrehen?
Dabei ist es doch der Stolz auf die Arbeit durch den sich Industrie Arbeiter definieren.Was mag in denen vorgehen wenn sie aufwachen?

Das sind die Probleme über die wir reden müssen nicht über Kapital oder ähnlichen Schrott.

128 Unwissender 16. Dezember 2008 um 11:33

@ Power

“Was hier zum Teil gepostet wird ist wahrlich an intellektueller Selbstüberschätzung nicht zu überbieten – dies ideologisch verblendet.
Da nutzen ellenlange lateinunterstützte Phrasen auch nichts.

Schlußendlich alles eine grosse Bühne für ein übersteigertes Sendungsbewußtsein. ”

Da hast Du wahrlich recht!

Ich beschränke mich da lieber auf Hinweise zu lesenswerten Artikeln! :-)

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=9225

Staatsanleihen sind klasse! :-)

129 hyperinflation 16. Dezember 2008 um 12:18
130 Bullish 17. Dezember 2008 um 01:40

Bei dem ganzen Geschwafel hier fehlt einem schier die Spucke. Und das ganze geschieht noch mit Anstrich selbsterklärter Intellektualität.

Kapitalismus = Kettenbrief? – kurz und sprunghaft:

Die ganze Natur ist ein Kettenbrief. Aber weil man stirbt, verliert man Anrecht und Pflicht. Dasselbe gilt in der Wirtschaft. Akteuren geht die Luft aus, Kredite verfallen und werden abgeschrieben. Deren Zinsen müssen nicht mehr mit Neukrediten bezahlt werden, dies vergisst Prof. B. Senf, mit dessen Lehren hier jeder vertraut sein wird. Obwohl ein Erbe weitergereicht wird, arbeitet der Alte nicht mehr weiter, ausser man könnte sein “allgemeines Grundeinkommen” ein paar Monate weitererhalten ;)

Durch den Bankrott entgehen die Verschulder der lebenslangen Versklavung, seine Anerkennung sollte als die grösste zivilisatorische Leistung überhaupt gelten.

Das Wirtschaftssystem ist EBEN GERADE NICHT ein autarkes System. Wachstum findet nicht nur durch Ver(sch)wendung von Resourcen statt, sondern durch Pflege und Schaffung, also Kreativität, aber auch durch Präferenzenbildung und -veränderung. Natürlich verstehen dies weder Kenesianer, Neoklassiker, Debtisten, noch Östereicher. Die können sich auch nicht erklären, wie es kommt, dass ich mit einem wunderschönen eleganten Schwan unterwegs bin, aber sie mit einem hässlichen Entlein zuhause sitzen müssen.

Man merkt wahrscheinlich, dass ich nicht Deutscher sondern Schweizer und nicht VWLer sondern Unternehmer bin, deshalb mein Hang zum Markigen und Selbstdarstellerischen.

Erlaubt mir eine letzte Frage – an Mr. weissgarnix oder Mr. f.luebberding:
Wie werden all diese Kommentare hier auf diesem Blog volkswirtschaftlich verrechnet? Alleine für meinen Beitrag benötigte ich 20 Minuten, inkl 2 Kaffee. Hier fliesst eine gehörige Portion Fleiss, Wissen und Suche nach Erklärung rein. Ich bin überzeugt, würde man “Arbeitseinkommen der jeweiligen Kommentatoren pro Zeiteinheit” mal “verwendete Zeiteinheiten” rechnen UND MÜSSTEN DARAUF STEUERN BEZAHLT werden, fände man nicht die Hälfte der Kommentare. Auch eine allfällige Senkung der Mehrwertsteuer würden da nichts ändern.
Obwohl all diese Kommentare nicht zum BIP oder BOP gezählt werden, eigentlich illegale Schwarzarbeit darstellen, erhöhen sie sozusagen unseren Wohlstand. Wir TAUSCHEN uns untereinander aus, umgehen dabei das staatlich auferlegte Bemessungssystem und betrügen dabei alle, die hierbei nicht mittun, ja IHR betrügt sogar mich, der hier UNTERPROPORTIONAL teilnimmt. See the catch? Fragt sich nun, unter welchen Bedingungen die blühenden Landschaften entstehen könnten.

131 edicius 17. Dezember 2008 um 02:02

@”Bullish”
Die hab’ ich ganz besonders gefressen, die Gelegenheitsschwafler, die selber kaum einen Satz fehlerfrei getippt kriegen, sich aber über das “Geschwafel” (vorzugsweise mit dem Adjektiv “intellektuell”) aufregen.
Am besten bleibst du weiterhin schön ruhig auf deinem schönen Schwan sitzen… und pflegst “kurz und sprunghaft” deinen Hang “zum Markigen und Selbstdarstellerischen” ggf. in deinem eigenen Blog.

132 Bullish 17. Dezember 2008 um 02:34

@edicius
genau darauf hab’ ich gewartet; dass ich getestet werde, ob ich den Humorlosen als solchen, oder nur als dessen Parodie erkenne; und dass ich dazu aufgefordert werde, dem sprachlichen Gesamtkunstwerk dienend, besser die Konventionen der Konventionen Willen einhalten sollte. Somit mag mir sogar Keynes verzeihen, der so ganz und gar kein Österreicher ist.
Der Mimik der Anschläge ist schwer zu entnehmen, wo inspirierende Provokation, Koketterie, schlechter Humor oder gar Verärgerung zum Ausdruck gebracht werden soll. Sodann, lieber Edicius, ich hoffe, ich handle nicht allzu fahrlässig und legte damit nicht den Grundstein meines eigenen Untergangs auf diesem Weblog.

Natürlich wäre auch mir die inhaltliche Auseinandersetzung lieber.

133 enigma 17. Dezember 2008 um 03:44

# 150, 152 Bullish

Na nu sei mal nicht so hart mit den ganzen Senfis und dottis, die gerade mal verstanden haben, wie eine Exponentialfunktion zu lesen ist. Die scheitern ja schon daran, daß sie zwar Schlußfolgerungen vertreten, die ja ganz schön und auch ganz richtig sind, jedoch nicht kapieren, daß sie das was hinten raus kommt schon von vornherein vorausgesetzt haben. Das ist doch wirklich nichts, worüber man sich aufregen kann! (Mister Senf gibt ja in seinen Videobotschaften selbst zu, daß er der Troll an seiner Fachhochschule ist!) Daß es immer eine Gemeinde gibt, die dem großen Meister ihre Verehrung zollt und bemüht ist die “wahre” Lehre in die Welt hinauszutragen ist ja schließlich durch das allgemeine Grundrecht auf Meinungsäußerung gedeckt. Es steht aber nirgends, daß man das auch lesen muß!

“Natürlich wäre auch mir die inhaltliche Auseinandersetzung lieber.”

Na gut, die Konsolidierungsregeln, genannt Konkursrecht, und deren Funktion in einer kapitalistischen Wirtschaft sind sicherlich ein viel zu sehr vernachlässigtes Thema. Ob Konkursregeln “die größte zivilisatorische Leistung” sind sei dahingestellt, sie sind aber auf jeden Fall ein wesentliches Erfolgselement jeder Geldwirtschaft! Bei diesem Thema gibt es sicherlich noch viel Nachholbedarf.

Warum dann aber die “Ver(sch)wendung von Ressourcen” das entscheidende Kriterium sein soll was Wirtschaften ausmacht und ausgerechnet das als Kritik an Wirtschaftstheorien gelten soll, ist dann nicht mehr klar. Im Gegenteil, die von Dir in die Kritik einbezogenen Neoklassiker sind sehr wohl in der Lage, über Präferenzbildung (und Technologien) etwas zu sagen. Daß das wiederum nichts mit Geldwirtschaft zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt.

“Das Wirtschaftssystem ist EBEN GERADE NICHT ein autarkes System.”

Und diesen Fragenkomplex mischt Du jetzt auch noch in einen Satz? Meinst Du Wirtschaft ist ausschließlich ein Entropieproblem, dann sind wir bei den allseits präsenten Nachhaltigkeitsaposteln. Meinst Du, Wirtschaft ist eben nicht ein autarkes, sondern ein autoregressives System, dann sind wir bei der Theorie des Kapitalismus.

Wie hätten´s denn gern?

134 Bullish 17. Dezember 2008 um 05:45

@enigma
Ich ess’ die Wurst abwechselnd mit Ketchup und Senf, deshalb interessieren – ja sogar faszinieren – mich allerlei Senfsorten.

“die größte zivilisatorische Leistung”
Mit der Äusserung spontaner Gedanken sollte man vielleicht vorsichtig sein – aber hat nicht gerade auch Einstein seine Einsichten morgens um zwei beim kommentieren von Blog Beiträgen gewonnen? (Der Vergleich wird nicht halten, dennoch soll es erlaubt sein, jemanden als Beispiel zu wählen, der allgemein bekannt ist)
Durch Einsetzen der deflationären Tendenzen wären ja viele gezwungen, den Glauben an das vermeindlich zurückeroberte Paradies aufzugeben und müssten ihre Schulden durch Abarbeiten abtragen, weil sich viele Gläubiger nicht mit einem Stück Fleisch – geschnitten aus der Brust des Schuldners – zufrieden gäben. Da kommt das Konkursrecht recht und fragt zurecht: wer ist hier der Schuldner, wer der Schuldige?
Da bin ich doch der Meinung – bleiben wir beim Du – wie Du ja auch, dass dies eine zivilisatorische Leistung ist, die mindestens ebenso hoch einzustufen ist, wie die auf dem Kopf stehende Kreditpyramide (die ich – wegen teils positiver Aspekte – nicht nur zum Grab erklären will).

“Ver(sch)wendung von Ressourcen”
Das war nicht auf die verschiedenen Theorien bezogen, sondern nur darauf, dass der Wachstum nicht durch die Ressourcen beschränkt sein muss – Ressourcen als in der Natur vorkommende Grundstoffe verstanden – wie gelegentlich propagiert wird (zB man erinnere sich an die plakative Animationen im populären Film “money as debt”).

Wirtschaft als …problem
Nun, um die von Dir zur Auswahl erhaltenen Sichtweisen auf Ausschliesslichkeit zu überdenken, bräuchte ich noch zwei Tage mehr Zeit, mit Hinweis auf die Möglichkeit, die versprochene Antwort nicht liefern zu können. Motivationslos und müde, erfreche ich mich sogar dazu, zu behaupten, ich sei der – zwar unreflektierten – Ansicht, keine Sichtweise werde dem Problem gerecht.
Weiter bin ich sogar überzeugt, dass in jeder Sichtweise ein Teil der anzunähernden Lösung liegt. Wir müssen lediglich das Schnittstellenproblem lösen, einer Sorte unbequemer Probleme, die ihrer Lästigkeit wegen sogar verfilmt wurden (“Was nicht passt, wird passend gemacht”).
Es gibt also keine elegante Lösung, auch nicht durch Aktivismus. Ums profan auszudrücken: Auch wenn zu Schluss der Bundesligaspielzeit jedes Team sein Bestes gegeben haben wird, wird nur eines Deutscher Meister und drei werden absteigen – es sei denn, dies wäre der nächste, derzeit ja überall vermutete, Schwarze Schwan.

Der besorgte Aktivismus der Regierungen um Erhaltung der Arbeitsplätze sollte doch noch eine andere Frage aufwerfen. Wenn man davon ausgeht, dass die primären Überlebensbedingungen gegeben sein werden, bleibt doch zu fragen “was machen all die Leute, die nicht *geregelt* arbeiten?”. Könnte es sein, dass eine andere Gesellschaftsform existieren könnte, gibt es diese Gesellschaftsform vielleicht schon? Eine para-parallel existierende Gesellschaft bunt bestehend aus IBC’s domiziliert in Grand Cayman, zusammen mit Tauschgesellschaften und halb-autonomen Gemeinden, alle mit dem Zweck, die konzern-governmental institutionalisierte Lebensfeindlichkeit zu unterlaufen? Eine riesige lebensbejahende Grauwirtschaft … oder doch bloss eine graue Hartz-7 Realität?

Deine letzte Frage würde ich gerne mit einer Gegenfrage beantworten: Mit Ketchup oder Senf?

135 f.luebberding 17. Dezember 2008 um 09:46

Bullish

“Obwohl all diese Kommentare nicht zum BIP oder BOP gezählt werden, eigentlich illegale Schwarzarbeit darstellen, erhöhen sie sozusagen unseren Wohlstand. Wir TAUSCHEN uns untereinander aus, umgehen dabei das staatlich auferlegte Bemessungssystem und betrügen dabei alle, die hierbei nicht mittun, ja IHR betrügt sogar mich, der hier UNTERPROPORTIONAL teilnimmt.”

Guter Punkt. Hier scheint ja gewissermassen die neue Gesellschaft auf – wir tauschen uns aus ohne Geld. Ohne den Zwang zur Kapitalverwertung. Vermarktlichung war ja das Stichwort der vergangenen 20 Jahre. Also immer größere Teile der gesellschaftlichen Reproduktion dem Markt zugänglich zu machen. Sex als soziales Handeln entzieht sich ja dem Markt, wenn er nicht Marktförmig über die Prostitution ausgeübt wird … . Die bürgerliche Gesellschaft hat an diesem Widerspruch immer gelitten – einerseit möglichst alle Lebensbereiche dem Markt zugänglich machen zu wollen, andererseits aber zugleich Marktferne Residuen wie die Familie zu propagieren, wo diese Marktlogik keine Rolle spielen durfte. Die Luxemburg nannte das schon “innere Kolonisierung”. Der ganze Habermas dreht sich um das Thema. Den Imperialismus der Marktlogik auf das soziale Gefüge und gesellschaftliche Wertvorstellungen einzudämmen. Also eben nicht etwa die Sexualität zu einem Tauschverhältnis zu reduzieren (Es gibt ein interessantes Buch von dem Berliner “Arche” Gründer dazu. Er beschreibt wie Jugendliche heute Sexualität als Ware definieren – und sich damit selber zur Ware machen). In den USA waren die schärftsten Kritiker dieser Entwicklung die Kommunitaristen – von Etzioni bis Walzer. Diese Krise bedeutet zugleich das Ende dieser Entwicklung – der Markt als einzige Form der Regulierung sozialen Lebens hat offenkundig versagt. Das führt bei vielen Akteuren in der Finanzwirtschaft und bei Neoliberalen durchaus zu Identitätsproblemen, so mein Eindruck. Und ín diesem Blog soll eben das Denken über unsere Zukunft ermöglicht werden – jenseits von Klickzahlen, Werbeeinahmen und so weiter. Und es ist auch für mich erstaunlich wie viele Leute sich hier die Zeit nehmen, ihre Ideen zu artikulieren – jenseits von Nutzenkalkülen.

Gruss f.luebberding

136 Bullish 17. Dezember 2008 um 17:16

“… und trotzdem bleibt hier alles Geschwafel, nur ein Geräusch auf dem Weg ans endgültige Ziel des Lebens.”

Das ist ja die Artikulierung des Logos dieses Blogs ;)

137 f.luebberding 17. Dezember 2008 um 18:04

bullish

Zum Plätzchen backen. Tatsächlich backt die meine Frau, allerdings zusammen mit den Kindern. Ich kann besser kochen als backen … . Der Sinn liegt also nicht in dem Verzehr – die Kinder essen sowieso den Teig – sondern in dem vorweihnachtlichen Ritual, die Küche in ein Schlachtfeld zu verwandeln … . Es geht beim Plätzchen backen um die Vermittlung kultureller Codes an den Nachwuchs. Es reicht ja nicht zu wissen, was Weihnachten ist. Vielmehr sollen sie Weihnachten erleben – und dazu gehört das Plätzchen backen. Genauso wie der Adventskalender für die Kleinen – den brauchen wir als Erwachsene ja nicht wirklich … aber die Kinder müssen lernen, das Leben zu strukturieren. Da sind solche Rituale und kulturellen Codes eben unverzichtbar. Die kann man übrigens auch nicht an den Markt delegieren. Der nutzt das kulturelle Kapital gerne als Verkaufsargument – etwa zu Weihnachten. Er kann es aber nicht selber erschaffen, nur ausbeuten.

Deshalb sieht der Papst wegen der Krise für das kommende Weihnachtsfest eine Chance, so habe ich das gerade gelesen. Denn mit dem Zusammenbruch ist eben auch ein Wertesystem kollabiert.

Gruss . f.luebberding

138 ~ Halbgott ~ 17. Dezember 2008 um 23:35

@Bullish (#151)

“Die ganze Natur ist ein Kettenbrief. Aber weil man stirbt, verliert man Anrecht und Pflicht. Dasselbe gilt in der Wirtschaft. Akteuren geht die Luft aus, Kredite verfallen und werden abgeschrieben. Deren Zinsen müssen nicht mehr mit Neukrediten bezahlt werden, dies vergisst Prof. B. Senf, mit dessen Lehren hier jeder vertraut sein wird. ”

=> … Richtig ! Genau dieses Argument ist mir neulich nämlich auch eingefallen!

=> … diesen ganzen debitistischen, marxististischen, freigeldlerischen Schuldenwachstumszwang-Gläubigen, die den Kapitalismus als Kettenbrief verleumden … irren sich gewaltig !

=> … gewusst habe ich das, seit mir wgnX das erste mal diesen Blödsinn aufgetischt hat! … aber es war mehr ein Wissen aus dem Bauch heraus. Neulich habe ich mal nachgedacht und bin ebenfalls auf die Sache mit den Verlusten & Abschreibungen gekommen.

=> … allgemeiner ausgedrückt, liegt der Denkfehler dieser Leute darin, dass sie den Geld-bzw. “Kredit”-Verkehr zwischen dem Bankensektor und der ZB für vollkommen schlüssig/dicht halten., was aber nicht der Fall ist.

139 Manifest 17. Dezember 2008 um 23:40

#161

=> … diesen ganzen debitistischen, marxististischen, freigeldlerischen Schuldenwachstumszwang-Gläubigen, die den Kapitalismus als Kettenbrief verleumden … irren sich gewaltig

Streiche das marxistisch und dann hast du mal recht
Du könntest es auch nicht beweisen.

Also vergiss es…

140 Manifest 17. Dezember 2008 um 23:41

Was ich vergessen hatte:

Den Marxismus kennst du so wie Lüberding…

141 Bullish 18. Dezember 2008 um 05:21

@f.luebberding
“Genauso wie der Adventskalender für die Kleinen – den brauchen wir als Erwachsene ja nicht wirklich … aber die Kinder müssen lernen, das Leben zu strukturieren. Da sind solche Rituale und kulturellen Codes eben unverzichtbar. ”

Mein Gott, mit diesem Beispiel haben Sie die nächste Tür geöffnet: Ein – fast hätte ich gesagt junges – kleines Kind, man bringt es dazu, obwohl es weiss, dass da 24 Geschenke hängen, auf die *kurzfristige Gewinnmaximierung* zu verzichten und immer nur täglich eines zu wählen.

Was bringt das Kind dazu?
- Ist es die Angst, dass es nächstes Jahr keinen Adventskalender mehr gibt, falls die Regeln gebrochen werden?
- Ist es das Vertrauen darum, dass die *Erträge der Zukunft* irgendwie gesichert erscheinen?
- Oder ist es doch eine Nutzenmaximierung, indem der Geschenk-Kick jeden Tag von neuem eintritt?

Was können wir für unser soziales Handeln daraus ableiten?
- Ist der Adventskalender eine Grundlage für sozial vernünftige Marktwirtschaft?
- Oder ist er der wahre Grund, dass wir uns mit 28 in die Hosen scheissen, in der Angst, unsere Renten würden dereinst zu gering ausfallen?

@Halbgott
“=> … diesen ganzen debitistischen, marxististischen, freigeldlerischen Schuldenwachstumszwang-Gläubigen, die den Kapitalismus als Kettenbrief verleumden … irren sich gewaltig !”

Scheren wir einmal diese Richtungen unreflektiert über einen Kamm, im Wissen, einige unfair zu behandeln, wir können ja nicht jeden Gedankenbruchteil ständig überprüfen. Seien wir also pragmatisch.
*Deren* Hauptkritik richtet sich gegen den den wuchernden Zinseszins – den Zinsmultiplikator.

Was ist aber mit der Staatsquote? Ein simples Beispiel:
Zahlungseinheit sei Zeit (ein freigeldlerischer Ansatz so glaube ich), Steuern auf Einkommen sei 50%, MwSt ca 20%
Ich helfe nun dem Halbgott im Sommer im Garten: 5 Stunden
HG hilft mir im Winter 5 Stunden beim Schneeräumen.
Super, Nachbarschaftshilfe, funktioniert prima und wir kommen gut voran.
Nun aber halt, damit ich überhaupt 5 Stunden Zeiteinheit zur Verfügung habe, muss ich doch 10 Stunden Zeiteinkommen generieren, dazu kommen noch um die 2 Stunden MwSt – also, damit ich die 5 Stunden von HG einfordern kann, müsste ich 12 Stunden Zeit geleistet haben.
Wo kommen die anderen 7 Stunden Zeiteinkommen her? Das sind die Zeiteinheiten, die ich dem Staat zur Verfügung stellen muss. Die Staatsaufgabe ist klar: Gräben ausheben und zuschütten. Wer glaubt jetzt noch allen Ernstes, dass ich, um HG’s 5 Stunden Schneeräumen zu erhalten, 5 Stunden in HG’s Garten arbeiten und zusätzlich 7 Stunden Gräben ausheben und zuschütten gehe?
Da gibts doch andere Möglichkeiten:
1. Ich räume halt 10 Stunden Schnee weg
2. Ich lasse mir AUF KREDIT helfen, dann erhält HG zwar keine Hilfe von mir im Garten, aber er darf selbst schon einmal 7 Stunden ans Graben.

See the link to the recent crisis? HG wird mir nie wieder auf Kredit helfen, denn er hat selber nun 10 Stunden im Garten gearbeitet, 5 Stunden bei mir, 7 Stunden am Graben und ihm bleibt nur die Hoffnung, ich werde nicht wegziehen und nächsten Sommer meinen Kredit tilgen. Haben wir bereits unsere eigene kleine Kreditkrise?

142 spiritformoney 18. Dezember 2008 um 14:02

@bullish
gute Beiträge. Bringen einen (scheinbar?) neuen Ansatz ein. Was gibt es noch außer Wirtschaft?
Also wie kommuieziert (goodnight) der Mensch noch miteinander oder mit sich.
Aus dem Angeführten stellt sich die Frage: Bekommst Du Kredit OHNe SICHERHEITEN zu bieten?
Oder auch – Wer bekommt Kredit ohne Sicherheiten zu bieten – die ja im Falle des angeführten Ausfalles der Rückzahlung dem Gläubiger zufallen? Was ja einem nicht unerheblichen Vorteil gleich käme.

Ich rate mal: Die Sicherheit ist oftmals das damit Erworbene. So dies im Werte sinkt, dies ist ja eines der Grundprobleme der Finanzierungskrise, braucht es neue/andere Sicherheit oder eben Tilgung. Wenn nun das erworbene Ding keinen eigentlichen, realen, nutzbaren Wert darstellt (die Finanzkonstrukte z.B.) so hat der Gläubiger ein Problem.
Wenn das Erworbene ein Haus oder Land oder Firmenanteile sind so fallen diese im Wertminderungsfalle (s.o.) dem Gläubiger zu.
Und somit werden die Banken (bzw. deren Anteilseigner) die größten Immobilien-, Land- und Firmeneigner werden.

Dies ist kein Unfall des Systems. Dies ist der Sinn und Zweck geworden. Und durch Währungsreform bzw. Reset werden die Eigentumsverhältnisse, bei fehlender Enteignung, festgeschrieben!

Oder kurz: Wer einen Kredit bekommt bietet eine Sicherheit und wenn es die Vertrauenswürdigkeit ist die bei Nichterfüllung eben – verlorengeht bzw. geringer wird (realistisch betrachtet).

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