Turmbau zu Babel

by weissgarnix on 12. Dezember 2008

Interessante Grafik heute bei FT Alphaville, eine Art Säulendiagramm aus übereinandergestapelten Jahresmarken, entlang einer Skala von jährlichen Durchschnittsrenditen des S&P 500-Index. Sieht auf den ersten Blick aus wie die zarte Andeutung einer Glockenkurve mit mehr oder weniger deutlich ausgeprägten”fat tails”. Aber was noch viel spannender ist: wenn man sich mal die Jahreszahlen der Säulen auf der rechten Seite ansieht, stellt man was fest?

Genau: schon ziemlich lange her, dass man mit Aktien so richtig dicke Renditen einfahren konnte. Letztes Jahr in der 60%-Säule: 1954. In der 50%-Säule: 1958. 40%: 1997. 30%: 2003. Dafür setzt das aktuelle Jahr Rekordmarken … allerdings auf der äußerst linken Seite der Grafik.

{ 54 comments… read them below or add one }

1 ~ Halbgott ~ 12. Dezember 2008 um 00:35

Mein Tip:

Nächstes Jahr kommt noch ein crash-tetris-Steinchen ganz link dazu … und übernächstes Jahr vielleicht noch eines ganz rechts :-) )

2 joerg 12. Dezember 2008 um 05:41

vielleicht kommt nach dem verweigerten bailout für die amerikanische Autoindustrie das -60er tetris Steinchen noch in 2008.

cheers

jörg

3 Terekest 12. Dezember 2008 um 07:24

Spannend! Hätte ich nicht gedacht, muss ich gestehen. Und zwar deshalb nicht, weil wir meines Wissens nach in Zeiten hoher Volatilität leben, dem entsprechend hätte ich auch heutzutage stärkere Kurs-Ausreißer erwartet. Stimmt das mit der gestiegenen Vola vielleicht gar nicht?

@ Halbgott: da wette ich gegen – weiß nur noch nicht gegen welchen Teil … :-)

@ Joerg: die denken sich schon noch was aus …

Schönen Gruß
Terekest

4 H.K.Hammersen 12. Dezember 2008 um 08:21

Bestätigt doch nur wieder, dass man mit “Buy and Hold” kein Geld verdienen kann. Auch nicht die Kinder des besten Papis der Welt.

5 Nanuk 12. Dezember 2008 um 09:09

Wgnx warum fällt der Dollar gegen alles repartrierung abgeschlossen?
Was das bedeutet wenn das der Fall ist dürfte ja klar sein.
Duck and Cover
http://www.youtube.com/watch?v=C0K_LZDXp0I

6 Terekest 12. Dezember 2008 um 09:30

@ Hammersen:

das dürfte nun wohl auch dem letzten klar geworden sein, es sei denn, man hat lange genug Zeit, auf den wirklich richtigen Einstiegszeitpunkt zu warten – und dann noch Zeit, das ganze in Ruhe abzuwarten (könnte eine “Once in a lifetime”-Geschichte sein) … für meine Kinder (1 und 3) sehe ich gute Chancen :-)

Aber vorerst warten wir noch ein bißchen ab …

7 VolkswirtBLN 12. Dezember 2008 um 09:52

Weiteres interessante Auffälligkeit:

Bei den größeren Krisen steigerten sich die Verlusten in den darauffolgenden Jahren. Siehe hierzu einfach:

1929 -> 1930 -> 1931 (Great Depression) oder
1973 -> 1974 (Öl) oder
2000 -> 2001 -> 2002 (Dotcom Bubble)

Kommt da vielleicht noch was? ;-)

8 BB 12. Dezember 2008 um 10:02

@Halbgott (1) “Mein Tip: Nächstes Jahr kommt noch ein crash-tetris-Steinchen ganz link dazu … und übernächstes Jahr vielleicht noch eines ganz rechts :-) )”

Exakt so sehe ich das auch. Ich würde übrigens wetten, dass – wenn der Ölpreis wieder anfängt zu steigen – sofort alle wieder auf den Zug aufspringen und der dann wieder irgendwo bei 140 hängt, nur weil alle Spekulanten dieser Welt ihr Geld sofort investieren.

Ich weiß nur nicht, wie das ein Bekannter von mir aushalten soll. Nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit Anfang letzten Jahres einen Job gekriegt bei einer Firma, die Aufträge nach Dubai hatte. Da war wegen des Ölpreises noch Boom. Jetzt – Ende des Jahres – wieder arbeitslos. Firma sind die Aufträge weggebrochen.

Es ist nun mal so: die Flexibilität der Menschen hinkt der Flexibilität der Finanz-IT nun mal hoffnungslos hinterher. Aber vielleicht auch das eine Möglichkeit für Kondratieff : Genetische Anpassung des Menschen.

9 weissgarnix 12. Dezember 2008 um 10:05

@Nanuk

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, der Dollar bewegt sich fundamental derzeit zwischen zwei Polen: wenn Bernankies “quantitative easing” die Köpfe der Marktteilnehmer beherrscht, wird der Dollar ziemlich sicher weiter abschmieren. Wenn hingegen Obamas “New deal”-Programme erst mal im großen Stil anlaufen, wird er wieder etwas stärker werden. Diese Programme werden in meinen Augen massig Kapital in die USA schleusen, während Bernankes Vorhaben es eher aus dem Dollar treiben werden. Kurzfristig sehe ich insgesamt den Dollar daher etwas schwächer.

10 hyperinflation 12. Dezember 2008 um 10:16

im Orginal hier http://www.zealllc.com/2008/realgold10.htm
und ne Übersetzung von den Goldseiten


So lange die Nominalsätze der US-Notenbank unter der Inflationsrate liegen, werden die Realzinsen weiterhin negativ bleiben. Statt auf seinen Anleihen sitzen zu bleiben und jährlich an Kaufkraft zu verlieren, werden mehr und mehr Anleihe-Investoren ihr Kapital in Gold investieren, um es vor der Währungsinflation zu schützen. Auch wenn Gold keinen Gewinn abwirft, so lange es nur mit der Inflationsrate mithält, ist es eine bessere Investition als Anleihen.

Zitat eines Beamten der US-Notenbank aus dem Jahr 1993. “Die Versuche der Notenbank, die Wirtschaft in den 1970ern durch eine regelrechte Politik, die die Realzinssätze gering hält, anzukurbeln, führte zu einer stetig wachsenden Inflation, deren Konsequenzen wir in den 1980ern zu spüren bekamen.” Hört sich an wie ein aktuelles Zitat nicht wahr? Bernanke macht das Gleiche, das in den 1970ern passiert ist und sein unbegrenztes, leicht zu beschaffenes Geld wird letztendlich, so wie damals, eine massive Inflation auslösen.

Negative Realzinsen waren die monetäre Basis des größten säkularen Goldbullenmarktes in der modernen Geschichte, in den 1970ern und den 2000ern. In den 1970er Jahren wurde der Goldbullenmarkt von einem Realzinssatz von 6% beendet, der momentane Bullenmarkt wird also wahrscheinlich erst enden, wenn die Realzinsen dauerhaft sehr positiv bleiben. Indessen wird der Goldpreis weiter wachsen, auch wenn er von Zeit zu Zeit einige Rückschläge durch Stimmungsschwankungen an den Märkten hinnehmen muss.

11 Nanuk 12. Dezember 2008 um 10:16
12 Goldenes Kalb 12. Dezember 2008 um 10:41

Hat denn irgend eine Institution die Daten in der Hand, um vernunftbasierte Entscheidungen zu treffen?

Wenn diese Grössen nicht mit hoher Genauigkeit bekannt sind, ist doch alles nur rumgestochere im Nebel. Jede Massnahme hat abhängig von dem Systemzustand gegenläufige zeitlich verschobene Momente. Wenn der “stabile Normalzustand” verlassen wird, dann gelten die Lehrsätze (Linearisierungen) der Vergangenheit nicht mehr. Durch die unterbesicherte Kreditvergabe wurden ja offensichtlich schon Grundsätze über den Haufen geworfen und mit der partiellen Deflation der Wachstumsmodus verlassen.

Die Frage ist nun, ob unsere Politiker überhaupt die Daten haben, um etwas zu entscheiden. Ich meine damit Daten, um zu beurteilen in welchem Zustand das System sich überhaupt befindet. Das richtige Modell und Vorgehen kann dann ausgewählt werden.

Haben die grossen Investmentgesellschaften die Daten?

Die Geheimdienste?

Die FED?

Keiner?

13 Terekest 12. Dezember 2008 um 10:45

@Nanuk:

Das klingt nach weiterem Ärger … danke für den Link.
Lese übrigens gerade “Unser ausgebrannter Planet”. Wer hatte das noch empfohlen, warst du das? ist jedenfalls Wasser auf meine Mühlen …

Schönen Gruß
Terekest

14 Nanuk 12. Dezember 2008 um 10:54

@Goldenes Kalb
“Hat denn irgend eine Institution die Daten in der Hand, um vernunftbasierte Entscheidungen zu treffen?”

Nein wir leben in anonymisierten Zeiten ohne Verantwortlichkeiten.Niemand hat mehr überblick auch Wgnx nicht.Wir stochern in einem Nebel der so dick ist das man die Felsen nicht mehr sieht selbst wenn man direkt davor steht. Frankenstein hat sich verselbständigt.Man kann nurnoch nach Instink handeln im Moment das hat zumindest mir bis jetzt gut geholfen.

@Terekest
Nein Power war glaub ich sein Name.

15 H.K.Hammersen 12. Dezember 2008 um 11:03

Die Meldung ist auch auf Reuters :

[http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELC57700820081212]

16 otaku 12. Dezember 2008 um 11:16

Keiner.

Hat auch nur mehr den Hauch eines möglichen Überblickes, geschweige den eine Lösung.

Indien , Griechenland, Madoff, Blago ect. pp. waren noch nicht mal die Ouvertüre.

Wer jetzt seien Koffer nicht im Flur stehen hat der hat wirklich den Schuss noch nicht gehört.

Keine Regeln mehr, nur noch überleben.
Irgendwie.

Es wird alles noch schlimmer als gedacht..

Schade..

Have fun
Otaku

17 sh 12. Dezember 2008 um 11:41

@ Hyperinflation, 10
Wenn man an einen Kreditzyklus glaubt, dann sind wir nicht in der Zeit entsprechend den 70er Jahren (oder der Zeit des 1 Weltkriegs), sondern in der Zeit der 30er.
Als Modell kann uns daher die Depression der 30er Jahre dienen (wobei es natürlich im Detail Unterschiede gibt, wie FIAT System von Anfang an, USA verschuldet – eher mit England der damaligen Zeit zu vergleichen als mit den USA, ….). Dennoch, bisher sind die Abläufe sehr parallel zu damals. Daher ist es unwahrscheinlich, daß wir gleich die Hyperinflation bekommen. Erst einmal steht die Deflation an (bzw. läuft gerade). Die FED pumpt zwar fleißig Geld (Geldbasis explodiert) aber die Adern des Geldsystems sind verstopft (Geld bleibt bei den Banken hängen, geht nicht weiter in die üblichen Geldmengeaggregate). Irgendwann wird die Verstopfung womöglich gelöst und falls das schlagartig passiert, dann darf man bezweifeln, ob die FED das überschüssige Geld rechtzeitig wieder aufsaugen kann, um eine Hyperinflation zu vermeiden (entspricht dann wohl auch US-Staatsbankrott). Aber so weit sind wir noch nicht.

18 weissgarnix 12. Dezember 2008 um 11:59

@Nanuk

Interessant. Aber wer hier schon länger mitliest weiss, dass derartige “Ponzi-Schemen” im Kapitalismus neuerer Prägung immer wieder auftauchen, mit schöner Regelmäßigkeit. Und dass der Kapitalismus im Grunde nichts weiter ist, als ein einziger, gigantischer Kettenbrief, bei dem die Frage ob “legal” oder “illegal” wirklich nur anhand spitzfindiger juristischer Definition und Auslegung zu beantworten ist.

Deshalb ist mein Reden ja auch schon die ganze Zeit: alle Finanzierungsformen, die stark spekulative oder gar Ponzi-Elemente enthalten, gehören nicht “besser reguliert”, sondern schlicht und ergreifend verboten!

19 bluedet 12. Dezember 2008 um 12:12

>nanuk

Meldung auch in der Süddeutschen

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/603/451318/text/

20 mylli 12. Dezember 2008 um 12:41

@ weissgarnix

Bist du in deinem Hauptjob nicht auch Teil einer spekulativen Finanzierungsform?

Die Kunden erwarten einen regelmäßigen Zahlungsstrom, und wenn die Vermögenspositionen nicht genug Dividenden und Kupons einbringen, musst du sie teilweise liquidieren, das geht aber bei fallenden Preisen nicht gut.

Fremdkapitalfinazierung ist doch immer spekulativ, nur gibt man das nicht gerne zu. Es soll halt alles sicher scheinen.

21 Nanuk 12. Dezember 2008 um 13:04
22 Guido 12. Dezember 2008 um 13:34

@ Otaku
“Wer jetzt seien Koffer nicht im Flur stehen hat der hat ..”
-> alles schriftliche, Festplatten .. auf Speicherkarten, mehrfach, und verschlüsselt. Bin schon längst abflug bereit. :-)

23 weissgarnix 12. Dezember 2008 um 14:39

#20 mylli { 12.12.08 at 12:41 }

>Bist du in deinem Hauptjob nicht auch Teil einer spekulativen Finanzierungsform?

Und wenn es so wäre? Ist dann dieser Blog Ausdruck meiner Schizophrenie, meiner inneren Verzweiflung oder meiner teuflischen Verschlagenheit?

>Die Kunden erwarten einen regelmäßigen Zahlungsstrom, und wenn die Vermögenspositionen nicht genug Dividenden und Kupons einbringen, musst du sie teilweise liquidieren, das geht aber bei fallenden Preisen nicht gut.

Nein. Dann gehe ich schlicht zum Unternehmen, das hinter dem Plan steht und sage: “ich brauch mehr Geld”. Die Welt der Pensionsfonds ist im Grunde recht “anti-Ponzi”.

>Fremdkapitalfinazierung ist doch immer spekulativ, nur gibt man das nicht gerne zu. Es soll halt alles sicher scheinen.

So ist es. In der Praxis lautet die Frage immer, kann ich die Finanzierung aus voraussichtlichen Erträgen bedienen, ja oder nein? Und wenn die Antwort “nein” lautet, dann würde meinereins sie sofort als “illegal” einstufen und verbieten. In der Praxis gibt es da aber eine seeeeeeeeeeeeeehr weite Grauzone. Hedegfonds zB fallen in meinen Augen samt und sonders in die Ponzi-Kategorie.

24 Manifest 12. Dezember 2008 um 14:50

Mal eine Erklärung für einen Nicht-Debitisten – gemeint ist, ich investiere am 1.1. und steige am 31.12. aus?

1. Gibt es solche “Yeartreader”?
2.Wenn nicht, wie aussagekräftig ist dann diese Grafik?
3. Sind es nicht die Bewegungen selbst, die maßgeblich den
Aktienkurs bestimmen?

25 mylli 12. Dezember 2008 um 15:00

@ weissgarnix


>Bist du in deinem Hauptjob nicht auch Teil einer spekulativen Finanzierungsform?

Und wenn es so wäre? Ist dann dieser Blog Ausdruck meiner Schizophrenie, meiner inneren Verzweiflung oder meiner teuflischen Verschlagenheit?

Du bist meiner Meinung nach manchmal inkonsequent, aber über tiefenpsychologische Ursachen will ich nicht herumfantasieren.

>Die Kunden erwarten einen regelmäßigen Zahlungsstrom, und wenn die Vermögenspositionen nicht genug Dividenden und Kupons einbringen, musst du sie teilweise liquidieren, das geht aber bei fallenden Preisen nicht gut.

Nein. Dann gehe ich schlicht zum Unternehmen, das hinter dem Plan steht und sage: “ich brauch mehr Geld”. Die Welt der Pensionsfonds ist im Grunde recht “anti-Ponzi”.

“Unternehmen, das hinter dem Plan steht”? Was ist damit gemeint? Sowas wie GM, die ja angeblich mehr Pensionäre durchfüttern wie Arbeiter? Ist das “anti-Ponzi”?

Der Witz des Jahres: Staatlich garantierte Mindestverzinsung, alles außer Umlage ist latent-Ponzi:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/435039/index.do

Naja, die Garantien kann man ja weginflationieren.

26 Michael 12. Dezember 2008 um 16:56

@weissgarnix
Und wenn es so wäre? Ist dann dieser Blog Ausdruck meiner Schizophrenie, meiner inneren Verzweiflung oder meiner teuflischen Verschlagenheit?
Natürlich ist das kein sonderlich großes Problem. @halbgott liegt nur halb richtig. 2009 sollte sicher links liegen. 2010 aber auch noch. Auch die Frage Hat einer den Überblick ? Jeder, der es will. Es wurden bekannte x-Mrd. $ verbrannt. Der Krieg kostet y-Mrd. $. X+Y-Mrd. werden inflationiert. Es ist die Summe der Außenhandelsbilanzdefizite.

Das Problem ist ausschließlich ein Währungsproblem. Es kann auch nur und ausschließlich als solches gelöst werden. All die anderen Diskussionen von Ökonomen sind Kinderei, weil ihre Zahlenspielchen nicht aufgehen. Ich würde keinem zustimmen wollen, der meint, die Amis würden noch nach 2010 Auslandskapital ansaugen. Wandel oder Untergang. Neuanfang. Natürlich werden Aktien nicht untergehen. Die Schar der Dummen stirbt NIEMALS aus. Die werden auch NIEMALS weniger.

Entweder die Kriege werden beendet, der Wirtschaftsfaktor “Terror” abgeschaltet, oder die Amis brauchen nicht weiter über Diät und Mittel gegen Verfettung, wir erinnern uns “Lipobay-Skandal”, nachdenken. Die probatesten Methoden sind seit jeher bekannt. Friß die Hälfte.

27 Manifest 12. Dezember 2008 um 16:59

Aussagekraft der Grafik #28

Da die Debitisten gerade nicht antworten können, werde ich dies stellvertretend tun.

Die Grafik hat eine Aussagekraft, die gegen NULL geht.

Wer 1998 z.B. in den DAX investierte, hat heute ca. 10 Prozent verloren. (Sieht man das dort irgendwie?)

Hat jemand Zahlen für den S&P 500?
Die sollten ähnlich sein.

“1. Gibt es solche “Yeartreader”?
2.Wenn nicht, wie aussagekräftig ist dann diese Grafik?
3. Sind es nicht die Bewegungen selbst, die maßgeblich den
Aktienkurs bestimmen?”

1. Bestimmt nicht in der Masse.
2. < NULL
3. Ja.

Damit ist dieses Thema wohl beendet.

28 Manifest 12. Dezember 2008 um 17:31

@wgnx

Ein Beitrag zu :

“Kopfkissensparer sind erfolgreicher”

wäre sehr angebracht. Würde Quote bringen.
Versprochen – letzter Beitrag von mir zu diesem Thema.

29 weissgarnix 12. Dezember 2008 um 22:37

@Manifest, # 34

>“Kopfkissensparer sind erfolgreicher”

Wenn du das so siehst, habe ich einen ziemlichen Anschlag auf dich vor. Sigmund Freuds psychoanalytische Sicht auf “Geld” und “Horten” …. hab’s gerade gelesen, extrem spannend, werd’s morgen oder übermorgen schreiben.

30 weissgarnix 12. Dezember 2008 um 22:42

@Manifest, #30

>Wer 1998 z.B. in den DAX investierte, hat heute ca. 10 Prozent verloren. (Sieht man das dort irgendwie?)

Diese Grafik ist eine Abstraktion. Das sollte einem, der hier als “Manifest” auftritt, doch nichts unbekanntes oder gar ungewöhnliches sein …

31 mylli 12. Dezember 2008 um 22:54

Ach weissgarnix, wollen wir jetzt anale Phasen analysieren, um unsere Neurosen besser kennen zu lernen?

Bevor das jetzt in Lebensberatung umschlägt, würde ich noch gerne wissen, wieso die Pensionsfonds “anti-Ponzi” sind und wem du einfach so “Ich brauche mehr Geld” sagen kannst.

Rettungsschirme überall

32 ~ Halbgott ~ 12. Dezember 2008 um 22:58

“Keiner.
Hat auch nur mehr den Hauch eines möglichen Überblickes, geschweige den eine Lösung.”

===> … nicht verzagen: ~ Halbgott ~ fragen !

=> … ich hab’ von hier oben, von den göttlichen Weiten der Meta-Ebenen, freilich den besten Überblick !

=> … so sehe ich auch immer wieder mal in Richtung wgnX & Lübberding.

=> … Wahrlich ich sage Euch, es ist ein skurriler Anblick, wie sie von allen guten Geistern verlassen im Labyrinth der Holzwege herumirren …

( … ich weiss allerdings nicht, ob ich bei diesem Anblick lachen darf oder weinen muss … )

33 ~ Halbgott ~ 12. Dezember 2008 um 23:10

@ Manifest

“Wer 1998 z.B. in den DAX investierte, hat heute ca. 10 Prozent verloren. ”

=> … Jawohl. Allerdings waren die Jahre von 1982 bis 2000 so ziemlich die grösste Sause aller Zeiten.

=> … wer sich mit Geld beschäftigt, sollte diesen Artikel kennen:

“The foresight saga – One hundred ways to make a trillion dollars…”

http://www-personal.umich.edu/~kathrynd/foresightsaga.pdf

=> … die Aktienmärkte sind ein eindeutiger Beweis von vielen für das grösste Geldverbrechen aller Zeiten …

=> … solange Ihr den Teufel Greenspan nicht auf dem E-Stuhl eingeäschert habt, werden die Sterblichen keinen Frieden finden …

34 mylli 13. Dezember 2008 um 16:15

@ weissgarnix

Da bin in meiner ödipalen Phase bei meiner unvernetzten Mutter Kekse essen, komm dann wieder nach Hause und hoffe auf Ponzi, und du spielst wirklich Anal-Erotik!

Bitte schreib hier noch ein paar Zeilen!

35 mylli 21. Dezember 2008 um 20:26

Hallo, hört mich jemand???

hmmmm

Charles Ponzi, bist du es?

Nö, Brad Pitt.

Oh shit!

36 weissgarnix 21. Dezember 2008 um 21:22

@Mylli

Sorry, habe Dich erst jetzt verstanden:

Pensionsfonds sind in der Regel “anti-Ponzi”, weil sie en gros in 0815-Plain-Vanilla-Securities investieren, sprich in Bonds und Aktien, schön gemischt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen, und so ziemlich alles, was es zum Thema “Risiko” zu sagen gibt, irgendwie irgendwo berücksichtigt wird. Das geht sogar soweit, dass die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen, die im Portfolio gehalten werden, nach der durchschnittlichen Ansparzeit der Pensionsverpflichtung ausgerichtet wird, d.h. alles sehr “fristenkongruent” abläuft.

Per se sind Pensionsfonds daher eigentlich die konservativsten Investoren, die es gibt, vergleichbar etwa den Lebensversicherungen.

Aber falls alle Stricke reissen: das Unternehmen, um dessen Pensionäre es geht, spielt immer noch die wichtigste Rolle in der Finanzierung, i.e. über laufende Beitragszahlungen und turnusmäßige “deficit contributions”, mittels derer ein Defizit zwischen Pensionsverpflichtungen des Fonds und dem Wert seines Vermögens nach regulatorischer Maßgabe getilgt werden muß (also zB ein Defizit von 20 Mio im Laufe von 5 Jahren durch jährliche Zahlungen von 4 Millionen). Das meinte ich mit “ich brauche mehr Geld”.

Potenziell tickt deshalb – Ponzi hin oder her – in den Pensionsfonds der großen Konzerne eine Zeitbombe. Entwickeln sich nämlich die Vermögenspreise weiterhin so katastrophal wie in den letzten Monaten, dann schnellen diese Defizite in die Höhe. Und den Verwaltern derartiger Fonds würde dann nichts anders übrig bleiben, als zum betreffenden Unternehmen zu gehen und Kompensation für die Defizite einzufordern. Und das könnte halt mitunter sehr teuer kommen, zumal wenn in einem derart inopportunen Moment wie inmitten einer globalen Wirtschaftskrise.

37 mylli 21. Dezember 2008 um 21:56

@ weissgarnix

Danke.

Das Problem ist also, dass fixe Leistungsversprechen (Mindestverzinsung, Kapitalgarantie) gegeben wurden, die nicht mehr eingehalten werden können (Gibts da keine Versicherung dagegen?).

Ist die naheliegende Antwort “Leistungen kürzen, dadurch überleben” populistisch oder juristisch unmöglich?

Was ist mit Pensionsfonds, wo kein Unternehmen dahinter steht? Staat oder Auffanggesellschaft anzapfen?

Bei uns im Ösi-Land wird ja einerseits eine Mindestverzinsung (am besten rückwirkend) gefordert, andererseits soll für nächstes Jahr die Aktienquote auf 20% runtergedrückt werden (bei -60% im ATX dürfte das eh schon passiert sein), das klingt nach Populismus oder Realitätsverdrängung.

38 mylli 7. Januar 2009 um 20:44

@ Manifest

und manchmal versuche ich mit einem Kommentar eine Diskussion wieder anzuheizen.

39 mylli 26. Januar 2009 um 14:59

und was machen WIR? jetzt, wo WIR! alle Schlud haben, die wir im Maschinenraum sitzen…

http://www.weissgarnix.de/?p=1053#comments

40 mylli 26. Januar 2009 um 15:56

Shit, was ich für einen Schlud-Schutt schreibe! Kein Wunder, dass ich nur mehr Selbstgespräche führe.

41 weissgarnix 26. Januar 2009 um 16:01

@mylli

Nein, hast schon recht: ich habe auch 3 Schlud zuhause, zwei im Erdgeschoß und einen im Dach. Unter 3 Schlud geht ja heutzutage gar nichts, habe ich mir sagen lassen. Manche haben ja sogar schon 4 oder 5 Schlud bei sich herumstehen …

42 mylli 26. Januar 2009 um 18:40

@ weissgarnix

Jetzt bin ich fröhlich wie ein Narr laut lachend durch die Wohnung gelaufen und hatte nur den Wunsch, mit Schlud zu schlafen und noch mehr kleine Schluds zu zeugen….

Trotzdem, was machen wir wegen dem anstehenden Haarschnitt? Das Problem hast du doch schon vor einem halben Jahr im BailOut der FK-Gläubiger gesehen.

Ist die einzige Lösung der rostige Eisennagel?

43 mylli 27. Januar 2009 um 22:52

@ weissgarnix

hast deinen Hauptberuf an den Nagel gehängt und ziehst es vor, nur mehr auf Blödsinn von mir zu antworten, das aber fix?

Nun gut, wart ich halt auf dein halbstaatliches Wirtschaftsystem, vielleicht schreiben WIR? dann wieder was produktives.

44 mylli 28. Januar 2009 um 19:38

…über manche Sachen schreibt er noch unlieber als wie übers Grundeinkommen…

Mit einem Grundeinkommen können wir garantierte Pensionssparpläne übrigens in die Tonne kippen.

45 mylli 30. Januar 2009 um 00:17

Ich hab das Kersting-Interview gelesen, über seine Bücher wage ich mich aber erst drüber, wenn es ein Grundeinkommen gibt und ich zwei Jahre Auszeit von meinem Job nehme.

Für Kerstin liegt ein Problem doch in den vielen Interessensgruppen, die im Namen der Gerechtigkeit Extrawürste für sich wollen. Ein vollkommen gleiches Grundeinkommen für alle, und um den Rest kümmert sich jeder selbst, ohne staatliches Aufstocken oder Alimentieren, wäre das so ungerecht?

Was erzählst du deinen beruflichen Schützlingen eigentlich über den sanften Tod des Rentiers? Vertrittst du noch nit Überzeugung die Ansicht “Ich brauche mehr Geld”?

46 weissgarnix 30. Januar 2009 um 00:25

@mylli

>Ein vollkommen gleiches Grundeinkommen für alle,

also gut: ich werde demnächst mal einen Beitrag darüber machen, und es von allen Seiten beleuchten. Aber als Vorgriff: es würde zu nichts anderem als Inflation führen sowie zu einem Wegfall aller Jobs, die bislang auf dem Niveau des GE oder darunter bezahlt wurden.

>Was erzählst du deinen beruflichen Schützlingen eigentlich über den sanften Tod des Rentiers?

Das ist eine Lanfrist-Vision von Keynes. Die Jungs, mit denen ich zu tun habe, denken alle nur kurzfristig. Und wollen von Keynes erst recht nichts wissen …

47 mylli 30. Januar 2009 um 00:36

es würde zu nichts anderem als Inflation führen sowie zu einem Wegfall aller Jobs, die bislang auf dem Niveau des GE oder darunter bezahlt wurden.

Das Erste kann ich mir vorstellen, aber das Zweite gilt doch nur, wenn das Grundeinkommen an ein Nicht Arbeiten gebunden wäre. Wenn ich 600 Euro im Monat bekommen, aber 400 Euro mehr brauche, dann würde ich versuchen, ein paar LVs zu halten und ansonsten z.B. meine Deutschkenntnisse (Groß/Kleinschreibung, stummes h, ß, Beistrich, Deppenleerzeichen…) verbessern und mich über mehr Philosophen wagen.

p.s. Sag deinen Kindern besser nicht, dass man durch dauerndes Quengeln bei dir weiter kommt. ;-)

48 mylli 27. Februar 2009 um 11:13

!!!ICH BRAUCHE MEHR GELD!!!

Wenn im Pensionstopf jetzt weniger Geld ist, müssten eigentlich die Rentenanwartschaften reduziert werden. Doch davon wollen die Abgeordneten nichts wissen. Der Luxemburger Verein besteht darauf, dass am Ende das EU-Parlament für die zugesagten Rentenansprüche “vollständig” gerade stehen müsse.

aus http://www.stern.de/politik/deutschland/:Luxemburger-Pensionsfonds-Das-Schweigen-EU-Parlamentarier/655826.html

Danke an egghat!

49 der bei egghat liest 2. April 2009 um 10:26

Unterdeckung der Betriebspensionen der DAXe bei einem Drittel:

http://egghat.blogspot.com/2009/04/zahl-des-tages-010409-17.html

Die berühmten letzten Worte “ich brauch mehr Geld” werden jetzt wohl des öfteren zu hören sein.

Sehr tröstlich das Ende des Handelsblatt Artikels:

Generell gelten Betriebsrenten in Deutschland als relativ sicher. Selbst wenn Pensionsvermögen abgeschmolzen sein sollten, bleiben Firmen in Deutschland gesetzlich verpflichtet, die Betriebsrenten zu zahlen. Und bei einer Pleite zahlt der Pensions-Versicherungsverein, der Firmen mit Direktzusage, CTA und Pensionsfonds stützt.

WIR? garantieren uns also gegenseitig das Ungarantierbare. Nennt sich das Ponzi?

50 der nicht nur bei egghat liest 9. April 2009 um 10:51

http://www.zeit.de/2009/16/Versicherungen?page=1

Der Ponzi wächst und wächst und wächst und bricht:

Die Probleme der Versicherer haben ähnliche Ursachen wie die der Banken. Wegen der jahrelangen Niedrigzinspolitik der US-Notenbank warfen ihre traditionellen Investitionen kaum noch Geld ab. Also setzten sie auf neuartige Produkte. Manche Assekuranz griff zu den lukrativen — und nur vermeintlich hochsoliden — Hypothekenpapieren, die die Wall Street unters Volk brachte. Solche Investments haben bei den größten amerikanischen Versicherern seit Anfang 2007 bereits 139 Milliarden Dollar an Abschreibungen und unrealisierten Verlusten verursacht, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Jetzt hama den Salad…

51 mylli 15. Dezember 2009 um 17:42

@ topi

ich als braver egghat-Leser muss meinen Faden auch wieder mal aufwärmen:

http://egghat.blogspot.com/2009/12/zahl-des-tages-141209-824999999.html

Unser Kärntner Ponzi Schema ist leider gegen einen Hydranten (oder einen Betonsockel) gekracht, aber bald wird es noch größer und noch toller und noch unsinkbarer zurückkommen. Und das mit allumfassender Garantie!

52 mylli 3. Januar 2010 um 13:49

@ weissgarnix 46

Ist dein Beitrag übers Grundeinkommen von einem Schlud gefressen worden oder hab ich ihn übersehen aufgrund meines eigenen Arbeitszwangs?

53 weissgarnix 3. Januar 2010 um 14:05

@mylli

Nein, hatte nur noch keine Zeit. Außerdem hatten wir das Thema in diversen Kommentarsträngen häufig genug, da hatte ich es irgendwann nicht mehr auf der Liste.

54 mylli 24. Januar 2010 um 11:27

@Lando

>Lieber Weissgarnix, Deine Mutter hatte schon recht, wer nämlich Schulden hat, muß sich unterwerfen.

Ja, klar.

>Deshalb funktioniert der Kapitalismus (und der Staat), weil alle unter dem Joch der Schuld leisten müssen. Hätten sie keine, würden sie morgens sagen, ach, hab grad so schön geträumt, ich bleib noch liegen.

Das vielleicht nicht, aber sie würden Arbeit erledigen, die auch jenseits von marktwirtschaftlichen Prinzipien Sinn (und Spaß) macht.

http://www.weissgarnix.de/2010/01/21/die-droge-der-okonomie/#comment-51360

Alter Schwede, wenn der letzte Satz in diesem Beitrag nicht ein Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen war! Da braucht es keinen Zwang für Stiefelknechte und ähnliches mehr.

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