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	<title>Kommentare zu: Also schrieb Keynes an Roosevelt &#8230;</title>
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	<description>Wirtschaft, Politik und alles andere auch</description>
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		<title>Von: F.A.Z.-Community</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2008/11/27/also-schrieb-keynes-an-roosevelt-2/#comment-22199</link>
		<dc:creator>F.A.Z.-Community</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 17:21:17 +0000</pubDate>
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		<description>[...] und lies sich von dieser Meinung noch nicht mal von Keynes selbst abbringen, der ihm in einem Brief im Februar 1938 [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] und lies sich von dieser Meinung noch nicht mal von Keynes selbst abbringen, der ihm in einem Brief im Februar 1938 [...]</p>
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		<title>Von: edicius</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2008/11/27/also-schrieb-keynes-an-roosevelt-2/#comment-12974</link>
		<dc:creator>edicius</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 19:49:56 +0000</pubDate>
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		<description>Zurück zum Anfang. Was ich mit meinem Einwurf bezweckte, war keineswegs, JMK in Nazi-Nähe zu rücken, also &quot;antifaschistisch&quot; political correct zu verunglimpfen. Ich wollte nur auf den interessanten Umstand hinweisen, dass er selber davon ausgeht, ein totalitärer Staat sei für seine Konzepte eine bessere Umgebung als der freie Wettbewerb. Da darf man sich doch fragen: Warum ist das so? Und die Antwort ist doch gar nicht schwierig, sogar offensichtlich: Die keynessche Theorie braucht einen Akteur, der antizyklisch handeln kann, also den letztlich wettbewerblichen Bedingungen entzogen ist, die die übrigen Akteure zu prozyklischem Verhalten veranlassen. So schlicht, so einfach.
Nur: dabei handelt es sich - zumindest in the long run - eben nicht mehr um ein auf Wettbewerb basierendes System. Durch den antizyklischen Akteur verändert das ganze System seinen Charakter, und da es sich um einen politischen Akteur handelt, wird das Wirtschaftsgeschehen politisiert. JMK denkt hier immer noch zu statisch, er versteht die systemische Rückkopplung nicht, die eine solche Spielregeländerung bewirkt und so den ganzen Charakter des Spiels verändert. DAS ist für mich der Grund, warum es nur &quot;Bastard-Keynesianismus&quot; gegeben hat. Weil es nämlich gar keinen anderen geben KANN.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zurück zum Anfang. Was ich mit meinem Einwurf bezweckte, war keineswegs, JMK in Nazi-Nähe zu rücken, also &#8220;antifaschistisch&#8221; political correct zu verunglimpfen. Ich wollte nur auf den interessanten Umstand hinweisen, dass er selber davon ausgeht, ein totalitärer Staat sei für seine Konzepte eine bessere Umgebung als der freie Wettbewerb. Da darf man sich doch fragen: Warum ist das so? Und die Antwort ist doch gar nicht schwierig, sogar offensichtlich: Die keynessche Theorie braucht einen Akteur, der antizyklisch handeln kann, also den letztlich wettbewerblichen Bedingungen entzogen ist, die die übrigen Akteure zu prozyklischem Verhalten veranlassen. So schlicht, so einfach.<br />
Nur: dabei handelt es sich &#8211; zumindest in the long run &#8211; eben nicht mehr um ein auf Wettbewerb basierendes System. Durch den antizyklischen Akteur verändert das ganze System seinen Charakter, und da es sich um einen politischen Akteur handelt, wird das Wirtschaftsgeschehen politisiert. JMK denkt hier immer noch zu statisch, er versteht die systemische Rückkopplung nicht, die eine solche Spielregeländerung bewirkt und so den ganzen Charakter des Spiels verändert. DAS ist für mich der Grund, warum es nur &#8220;Bastard-Keynesianismus&#8221; gegeben hat. Weil es nämlich gar keinen anderen geben KANN.</p>
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		<title>Von: Tourist</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2008/11/27/also-schrieb-keynes-an-roosevelt-2/#comment-12941</link>
		<dc:creator>Tourist</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 16:46:33 +0000</pubDate>
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		<description>@ weissgarnix

&quot;Interessensgruppen, Gewerkschaften, Kartelle und dergleichen sind darin ein Spezialfall, aber nicht der erklärende Faktor.&quot;

Rentner und unrentable Nachfrager haste vergessen!!!! Die wichtigsten Akteure der Wirtschaft kann dein JMK NICHT erklären und will aber eine Theorie des Volkswirtschaftens darstellen! Prost! Darauf trinke ich einen später!

Aber die GT ist trotzdem richtig, so tendenziel auf jeden Fall!

Schöne neue Theorienwelt, geht besser als die Realität und wenn die nicht passt, schrauben wir ein bisschen rum und schon passt die ökonomische Realität wider in den theoretischen Götzen. Oder, wenn  wir großzügig sind, vermitteln wir zwischen Theorie und Realität, aber auf gar keinen Fall darf der theoretische Ansatz falsch sein. Wo kämen wir da hin!?!

Booah!! Keynesianer, habt ihr mal daran gedacht, wenn ein theoreischer Ansatz soviel Diskrepanzen mit der Realität aufwirft, ihn endlich mal fallen zu lassen. Er erklärt nix, soll aber die Grundlage möglicher und weitreichender wirtschaftspoltischer Entscheidungen werden. Herzlichen Glückwunsch, da habt ihr ja was gemeinsam mit eurem neoklassischem Brüderle. Das tautologische Gleichgewicht kann gar nicht falsch sein, Iwooo! Egal ob optimistische oder pessimistische Gleichgewichtsbildung stattfindet. Selbst der Widerspruch den BB in 70 Dir sowas von offensichtlich vor den Latz knallt, scheint an dir völlig vorbeizurauschen und nicht eine Sekunde an deiner theoretischen Auseinandsetzung und deinen Kollegen Zweifel auszulösen:

Hier nochmal zum ausdrücklichen Nachdenken für die wie auch immer gearteten Gleichgewichtstheoretiker ein Auszug von BB 70:

&quot;Dann ist eine Deiner Prämissen die Unveränderbarkeit der Verhältnisse. Aber gerade diese willst Du mit Keynesianischen Mitteln verbessern.

Du willst also vor allem die Beschäftigung erhöhen als ein oberstes Ziel. Die Effizienz ist Dir eher egal. &quot;

Ey, offensichtlicher gehts nimmer!

Ich kann  dir weiterhin sagen, warum du mir keine Antwort geben kannst auf meine Fragen, weil deine Super allgemeine Theorie eben das wirtschaftliches  Geschehen überhaupt nicht erklären kann. Prustet aber im Kollektiv los: &quot;Wir sind alle Keynesianer!&quot;. Besinnt euch mal wieder auf eure wirtschaftsWISSENSCHAFTLICHEN Wurzeln und versucht etwas über das  ökonomische Geschehen da draußen etwas herauszufinden.  

Ihr werdet aber bestimmt weiterbasteln, vielleicht könnt ihr mich ja wieder vom KeynesianisMUS überzeugen, ich mags bezweifeln. 

BB hats mit seinen Beiträgen treffend auf den Punkt gebracht!

Schönes Wochenende ebenso und denkt nicht soviel nach, denkt neu:)

Falls dieser Blog dazu dienen sollte die Erklärungsgrenzen des JMK auszuloten hast du sie mit einigen Beiträgen an dieser Stelle so eben überschritten. Werdet nicht zum Hammer!
 
Tourist

PS. Du erwähntest, das Keynes sowas mit Interessegruppen am Rande eingeht und die fundamental-keynesianische Literatur etwas mehr Erklärungsversuche eingehen in Abgrezung zur NPÖ. Könntest das mir die drei Aussagen mal mit Quellen belegen? 
Was sind überhaubt FUNDAMENTAL-keynesianische Literaten?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ weissgarnix</p>
<p>&#8220;Interessensgruppen, Gewerkschaften, Kartelle und dergleichen sind darin ein Spezialfall, aber nicht der erklärende Faktor.&#8221;</p>
<p>Rentner und unrentable Nachfrager haste vergessen!!!! Die wichtigsten Akteure der Wirtschaft kann dein JMK NICHT erklären und will aber eine Theorie des Volkswirtschaftens darstellen! Prost! Darauf trinke ich einen später!</p>
<p>Aber die GT ist trotzdem richtig, so tendenziel auf jeden Fall!</p>
<p>Schöne neue Theorienwelt, geht besser als die Realität und wenn die nicht passt, schrauben wir ein bisschen rum und schon passt die ökonomische Realität wider in den theoretischen Götzen. Oder, wenn  wir großzügig sind, vermitteln wir zwischen Theorie und Realität, aber auf gar keinen Fall darf der theoretische Ansatz falsch sein. Wo kämen wir da hin!?!</p>
<p>Booah!! Keynesianer, habt ihr mal daran gedacht, wenn ein theoreischer Ansatz soviel Diskrepanzen mit der Realität aufwirft, ihn endlich mal fallen zu lassen. Er erklärt nix, soll aber die Grundlage möglicher und weitreichender wirtschaftspoltischer Entscheidungen werden. Herzlichen Glückwunsch, da habt ihr ja was gemeinsam mit eurem neoklassischem Brüderle. Das tautologische Gleichgewicht kann gar nicht falsch sein, Iwooo! Egal ob optimistische oder pessimistische Gleichgewichtsbildung stattfindet. Selbst der Widerspruch den BB in 70 Dir sowas von offensichtlich vor den Latz knallt, scheint an dir völlig vorbeizurauschen und nicht eine Sekunde an deiner theoretischen Auseinandsetzung und deinen Kollegen Zweifel auszulösen:</p>
<p>Hier nochmal zum ausdrücklichen Nachdenken für die wie auch immer gearteten Gleichgewichtstheoretiker ein Auszug von BB 70:</p>
<p>&#8220;Dann ist eine Deiner Prämissen die Unveränderbarkeit der Verhältnisse. Aber gerade diese willst Du mit Keynesianischen Mitteln verbessern.</p>
<p>Du willst also vor allem die Beschäftigung erhöhen als ein oberstes Ziel. Die Effizienz ist Dir eher egal. &#8221;</p>
<p>Ey, offensichtlicher gehts nimmer!</p>
<p>Ich kann  dir weiterhin sagen, warum du mir keine Antwort geben kannst auf meine Fragen, weil deine Super allgemeine Theorie eben das wirtschaftliches  Geschehen überhaupt nicht erklären kann. Prustet aber im Kollektiv los: &#8220;Wir sind alle Keynesianer!&#8221;. Besinnt euch mal wieder auf eure wirtschaftsWISSENSCHAFTLICHEN Wurzeln und versucht etwas über das  ökonomische Geschehen da draußen etwas herauszufinden.  </p>
<p>Ihr werdet aber bestimmt weiterbasteln, vielleicht könnt ihr mich ja wieder vom KeynesianisMUS überzeugen, ich mags bezweifeln. </p>
<p>BB hats mit seinen Beiträgen treffend auf den Punkt gebracht!</p>
<p>Schönes Wochenende ebenso und denkt nicht soviel nach, denkt neu:)</p>
<p>Falls dieser Blog dazu dienen sollte die Erklärungsgrenzen des JMK auszuloten hast du sie mit einigen Beiträgen an dieser Stelle so eben überschritten. Werdet nicht zum Hammer!</p>
<p>Tourist</p>
<p>PS. Du erwähntest, das Keynes sowas mit Interessegruppen am Rande eingeht und die fundamental-keynesianische Literatur etwas mehr Erklärungsversuche eingehen in Abgrezung zur NPÖ. Könntest das mir die drei Aussagen mal mit Quellen belegen?<br />
Was sind überhaubt FUNDAMENTAL-keynesianische Literaten?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: weissgarnix</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2008/11/27/also-schrieb-keynes-an-roosevelt-2/#comment-12933</link>
		<dc:creator>weissgarnix</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 15:29:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.weissgarnix.de/?p=732#comment-12933</guid>
		<description>@BB

Keynes thematisiert meines Wissens am Rande sowas wie &quot;Interessensgruppen&quot;, und die fundamental-keynesianische Literatur nimmt stärkeren Bezug darauf, aber zweifelsohne nicht im selben Ausmaß wie etwa ein Mancur Olson oder die ganzen anderne &quot;rational choice&quot;-Typen. Ist auch insoferne nicht nötig, als er eben nicht eine &quot;Theorie der rigiden Preise&quot; formuliert hat, wie ihm das ab und an untergeschoben wird, sondern eine &quot;Allgemeine Theorie&quot;. Interessensgruppen, Gewerkschaften, Kartelle und dergleichen sind darin ein Spezialfall, aber nicht der erklärende Faktor.

Mancur Olsons &quot;Aufstieg und Niedergang von Nationen&quot; zB ist in meinen Augen eine akkurate Beschreibung dieses Spezialfalls, von der er zwar selbst meinte, dass sie über Keynes hinausgehende Erklärungen liefert, ich aber ziemlich von überzeugt bin, dass sie lediglich innerhalb des keynes&#039;schen Denkgebäudes operiert (was Olson aber nicht klar war, weil er nicht von einem keynes&#039;schen sondern einem keynesianischen Modell ausging, jedoch meinte, damit Keynes vor sich zu haben).

Aber ansonsten danke für den Buchtipp. Ich lese so ziemlich alles, schaue ich also gerne mal rein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@BB</p>
<p>Keynes thematisiert meines Wissens am Rande sowas wie &#8220;Interessensgruppen&#8221;, und die fundamental-keynesianische Literatur nimmt stärkeren Bezug darauf, aber zweifelsohne nicht im selben Ausmaß wie etwa ein Mancur Olson oder die ganzen anderne &#8220;rational choice&#8221;-Typen. Ist auch insoferne nicht nötig, als er eben nicht eine &#8220;Theorie der rigiden Preise&#8221; formuliert hat, wie ihm das ab und an untergeschoben wird, sondern eine &#8220;Allgemeine Theorie&#8221;. Interessensgruppen, Gewerkschaften, Kartelle und dergleichen sind darin ein Spezialfall, aber nicht der erklärende Faktor.</p>
<p>Mancur Olsons &#8220;Aufstieg und Niedergang von Nationen&#8221; zB ist in meinen Augen eine akkurate Beschreibung dieses Spezialfalls, von der er zwar selbst meinte, dass sie über Keynes hinausgehende Erklärungen liefert, ich aber ziemlich von überzeugt bin, dass sie lediglich innerhalb des keynes&#8217;schen Denkgebäudes operiert (was Olson aber nicht klar war, weil er nicht von einem keynes&#8217;schen sondern einem keynesianischen Modell ausging, jedoch meinte, damit Keynes vor sich zu haben).</p>
<p>Aber ansonsten danke für den Buchtipp. Ich lese so ziemlich alles, schaue ich also gerne mal rein.</p>
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	<item>
		<title>Von: BB</title>
		<link>http://www.weissgarnix.de/2008/11/27/also-schrieb-keynes-an-roosevelt-2/#comment-12929</link>
		<dc:creator>BB</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 15:02:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.weissgarnix.de/?p=732#comment-12929</guid>
		<description>@weissgarnix (55)

Dich interessiert also eher die Frage “wieviele Monate muß ein VW-Arbeiter malochen, um sich einen Golf zu leisten” als wie “Wieviele Arbeiter in toto können sich in einer VoWi einen Golf leisten”?

Nun, da hast Du vielleicht den falschen Bebachterstandpunkt (systemtheoretisch gemeint, einen innerhalb des System liegenden). 

So sagst Du (48): 

&quot;Was ich schrieb war, dass eine vorwiegend am Weltmarkt orientierte Exportindustrie, um auf selbigem konkurrenzfähig zu bleiben, alle Spielerchen mitmachen muß, die auf diesem Weltmarkt gespielt werden.&quot;

Dann ist eine Deiner Prämissen die Unveränderbarkeit der Verhältnisse. Aber gerade diese willst Du mit Keynesianischen Mitteln verbessern.

Du willst also vor allem die Beschäftigung erhöhen als ein oberstes Ziel. Die Effizienz ist Dir eher egal. Und Du siehst nicht dabei, dass wir mit unseren vorhandenen Produktionskapazitäten jedem einzelnen auf der Welt ein menschenwürdiges Leben ermöglichen könnten. Dieses Ziel erscheint Dir vielleicht zu anspruchsvoll, zu idealistisch  oder spinnerhaft. 

Mal eine Frage! Gibt es den Begriff &quot;Interessengruppe&quot; im Keynesianischen Modellsystem? Ich meine nicht, dass er vielleicht mal einen Satz dazu gesagt hat, den man jetzt Guru-gläubig aus der Kiste ziehen kann. Ich frage, gibt es diese Kraft &quot;Interessengruppe&quot; als Modellelement in seiner Theorie? Wenn nicht, kann man sein ganzes System getrost über den Haufen schmeißen. Es hat eventuell noch didaktische Relevanz, mehr nicht.

Hier in den Kommentaren wird immer wieder auf den Begriff &quot;Interessengruppe&quot; zurückgegriffen, meistens resignierend, als Verhinderer von Fortschritt. Man müsste es in Keynes Theorie einbauen, wollte man diese Barriere überwinden. Ich vermute aber, dass man Valideres dazu  eher bei Marx als bei Keynes findet.

Will man tatsächlich etwas ändern, bräuchte es ein neues Paradigma. Und erst dann, wenn die maßgeblichen Köpfe unserer Gesellschaft ihren ideologischen und akademischen Ballast komplett über Bord geworfen haben, eröffnen sich hierfür neue Perspektiven. Die intellektellen Eisenspäne in unseren Gehirnen  sollten wir kollektiv neu auszurichten.  Nur so käme man aus dem Dilemma heraus. Bei Keynes sehe ich hierfür kein Potential.

Also besser nicht Keynes und Jünger mit in die Weihnachtsferien nehmen. Alternativ würde ich mal, nur so als populärwissenschaftlichen Einstieg in die Systemtheorie &quot;Murray Gell-Mann&quot; empfehlen: &quot;Das Quark und der Jaguar&quot;. Insbesondere dort das Kapitel &quot;Simulation von Kollektiven adaptiv Handelnder&quot; (nicht sehr umfangreich), welches auch kurz auf das berühmte empirische Gesetz der Einkommensverteilung in einer freien Marktwirtschaft - auch Pareto Potenzgesetz genannt, eingeht. Nicht dass dieses Buch die hier diskutierten Probleme vertiefend berührt, aber als Einstieg und Schulung in eine mehr systemtheoretisch fundierte Denkweise sehr geeignet. Bei Keynes würde ich nicht von einer Systemtheorie reden (eher von einer Systemchaos-(verursachenden) Theorie.

So, und nun lasse ich Euch erstmal in Ruhe bei Eurem Keynes-festen Fachsimpeln. Einen schönen Abend noch. Macht ja durchaus Spaß, hier mal ganz wilde eigene Theorien in die Kommentare zu hauen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@weissgarnix (55)</p>
<p>Dich interessiert also eher die Frage “wieviele Monate muß ein VW-Arbeiter malochen, um sich einen Golf zu leisten” als wie “Wieviele Arbeiter in toto können sich in einer VoWi einen Golf leisten”?</p>
<p>Nun, da hast Du vielleicht den falschen Bebachterstandpunkt (systemtheoretisch gemeint, einen innerhalb des System liegenden). </p>
<p>So sagst Du (48): </p>
<p>&#8220;Was ich schrieb war, dass eine vorwiegend am Weltmarkt orientierte Exportindustrie, um auf selbigem konkurrenzfähig zu bleiben, alle Spielerchen mitmachen muß, die auf diesem Weltmarkt gespielt werden.&#8221;</p>
<p>Dann ist eine Deiner Prämissen die Unveränderbarkeit der Verhältnisse. Aber gerade diese willst Du mit Keynesianischen Mitteln verbessern.</p>
<p>Du willst also vor allem die Beschäftigung erhöhen als ein oberstes Ziel. Die Effizienz ist Dir eher egal. Und Du siehst nicht dabei, dass wir mit unseren vorhandenen Produktionskapazitäten jedem einzelnen auf der Welt ein menschenwürdiges Leben ermöglichen könnten. Dieses Ziel erscheint Dir vielleicht zu anspruchsvoll, zu idealistisch  oder spinnerhaft. </p>
<p>Mal eine Frage! Gibt es den Begriff &#8220;Interessengruppe&#8221; im Keynesianischen Modellsystem? Ich meine nicht, dass er vielleicht mal einen Satz dazu gesagt hat, den man jetzt Guru-gläubig aus der Kiste ziehen kann. Ich frage, gibt es diese Kraft &#8220;Interessengruppe&#8221; als Modellelement in seiner Theorie? Wenn nicht, kann man sein ganzes System getrost über den Haufen schmeißen. Es hat eventuell noch didaktische Relevanz, mehr nicht.</p>
<p>Hier in den Kommentaren wird immer wieder auf den Begriff &#8220;Interessengruppe&#8221; zurückgegriffen, meistens resignierend, als Verhinderer von Fortschritt. Man müsste es in Keynes Theorie einbauen, wollte man diese Barriere überwinden. Ich vermute aber, dass man Valideres dazu  eher bei Marx als bei Keynes findet.</p>
<p>Will man tatsächlich etwas ändern, bräuchte es ein neues Paradigma. Und erst dann, wenn die maßgeblichen Köpfe unserer Gesellschaft ihren ideologischen und akademischen Ballast komplett über Bord geworfen haben, eröffnen sich hierfür neue Perspektiven. Die intellektellen Eisenspäne in unseren Gehirnen  sollten wir kollektiv neu auszurichten.  Nur so käme man aus dem Dilemma heraus. Bei Keynes sehe ich hierfür kein Potential.</p>
<p>Also besser nicht Keynes und Jünger mit in die Weihnachtsferien nehmen. Alternativ würde ich mal, nur so als populärwissenschaftlichen Einstieg in die Systemtheorie &#8220;Murray Gell-Mann&#8221; empfehlen: &#8220;Das Quark und der Jaguar&#8221;. Insbesondere dort das Kapitel &#8220;Simulation von Kollektiven adaptiv Handelnder&#8221; (nicht sehr umfangreich), welches auch kurz auf das berühmte empirische Gesetz der Einkommensverteilung in einer freien Marktwirtschaft &#8211; auch Pareto Potenzgesetz genannt, eingeht. Nicht dass dieses Buch die hier diskutierten Probleme vertiefend berührt, aber als Einstieg und Schulung in eine mehr systemtheoretisch fundierte Denkweise sehr geeignet. Bei Keynes würde ich nicht von einer Systemtheorie reden (eher von einer Systemchaos-(verursachenden) Theorie.</p>
<p>So, und nun lasse ich Euch erstmal in Ruhe bei Eurem Keynes-festen Fachsimpeln. Einen schönen Abend noch. Macht ja durchaus Spaß, hier mal ganz wilde eigene Theorien in die Kommentare zu hauen.</p>
]]></content:encoded>
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