Im Nachgang an den vorigen Beitrag zu Opel habe ich mir nochmal die von der Adam Opel GmbH veröffentlichten Jahresabschlüsse aus 2007 und 2006 angesehen. Wenn in Politik und Mainstream-Medien nun andauernd von “einem an sich gesunden Unternehmen, dass nur wegen der US Mutter in Probleme geraten sei” geredet wird, dann frage ich mich, ob die wirklich dieselbe Adam Opel GmbH meinen, die besagte Jahresabschlüsse beim Handelsregister eingereicht hat. Die darin aufgeführten Ergebnisse zeichnen nämlich meiner bescheidenen Meinung nach ein gänzlich anderes Bild als das eines “gesunden Unternehmens”.
Demnach belief sich das um Abschreibungen auf Finanzanlagen bereinigte “Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit” in 2005 auf -92Mio Euro, in 2006 auf -230Mio Euro und in 2007 gar auf -338Mio Euro. Das Eigenkapital sank im selben Zeitraum von 1.692Mio Euro in 2005, auf 976Mio Euro in 2006 und 914Mio Euro in 2007. Und besagte 914Mio kamen auch nur dadurch zustande, dass der General Motors-Konzern eine Schuldverschreibung (an sich selbst) in Höhe von 300Mio Euro in die Kapitalrücklage der Opel GmbH einlegte. Ohne diese Einlage hätte sich das Eigenkapital der Adam Opel GmbH gegen Ende 2007 nur noch auf 614Mio Euro belaufen, wäre also bereits unter die Höhe des Stammkapitals gesunken.
Ich kann mir nicht helfen, aber ein “an sich gesundes Unternehmen, dass unverschuldet in Not geraten ist”, sieht für mich anders aus. Das sieht die Opel-Geschäftsführung offensichtlich selbst ganz genauso, denn im Jahresabschluß 2007 schreibt sie:
“Die weltweit bestehenden hohen Überkapazitäten im Automobilsektor werden auch zukünftig für hohen Preisdruck sorgen. Zudem ist es der Adam Opel GmbH bisher hiermit zusammenhängend weder in Vorjahren noch im Geschäftsjahr 2007 gelungen die Gewinnschwelle zu erreichen. Um diesem entwicklungsbeeinträchtigendem Risiko entgegenzuwirken, wird die Adam Opel GmbH weiterhin ihre Kapazitätserfordernisse beobachten und diese gegebenenfalls an die zu erwartende Automobilnachfrage anpassen und Effizienzsteigerungsprogramme fortführen.”
Mithin komme ich nunmehr zu einem eher gegenteiligen Eindruck gegenüber meinem Vorbeitrag. In Wahrheit scheint die Adam Opel GmbH seit Jahren von der Finanzierung durch den General Motors-Konzern abhängig gewesen zu sein. Was auch immer eine mögliche Insolvenz an rechtlichen Folgen auslösen könnte: so, dass eine “gesunde Opel” ihre “marode Mutter” General Motors finanziell durchgefüttert hätte, wie sich das die Opel-Belegschaft in Rüsselsheim wohl zusammenzureimen scheint, oder wie auch vereinzelte EU-Kommissare zum Thema verlautbaren lassen, scheint es ja nun überhaupt nicht gewesen zu sein.
In meinen Augen hat sich damit die Debatte um eine “Rettung” durch den Staat auch erledigt. Wenn es dem Opel- wie auch General Motors-Management in fast 5 Jahren nicht gelungen ist, einen nachhaltigen Turnaround zu bewerkstelligen, warum glaubt dann irgendjemand, dass dies in den Händen des Staates gelingen würde? Der Wirtschaftsweise Bofinger liegt daher wieder einmal falsch: Opel sollte weder gerettet noch verstaatlicht werden, sondern schlicht und ergreifend pleite gehen, wenn es sich nicht vermeiden läßt. In einem Weltmarkt voller Überkapazitäten, wie das Opel-Management selbst schreibt, sollte der Markt selbst herausfinden, welchen Wert er einem Unternehmen wie Opel beimisst. Alles darüberhinausgehende wäre reinste Verschwendung von Steuergeldern.















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Du schriebst: Ich kann mir nicht helfen, aber ein “an sich gesundes Unternehmen, dass unverschuldet in Not geraten ist”, sieht für mich anders aus..
Ein Freund von mir, Kfz-Branche, hatte gesagt, wenn das neue Opel-Modell auf dem Markt nicht (!) ankommt, ist Opel tot. Top oder Tod (nicht flop). Opel hat keinen zweiten Pfeil im Köcher.
Turn Around: Das passt insoweit sehr gut, was Du da schreibst. Opel ist eben auf der Kippe. Die Krise ein Jahr später hätte Opel vermutlich weniger hart getroffen. Aber das ist jetzt Spekulation/Makulatur. Und Opel ist eben systematisch heruntergewirtschaftet worden (N.Blüm: 15 Vorstandsbosse in 20 Jahren). Dumm nur, dass Opel so extrem mit GM verflochten ist. Und dumm nur, dass es in dem Marktbereich so viele Anbieter (berühmte Überkapazitäten) gibt und eine Konzentrationswelle unausweichlich wird.
Gruß aus Frankfurt,
Bernhard
Das mit den offensichtlichen Überkapazitäten ist der Knackpunkt und ein starkes Argument gegen Staatshilfen. Die Überkapazitäten sind ja seit dem Geschäftsbericht 2007 nicht geringer geworden, sondern sprunghaft gewachsen. Der Staat könnte es bei der Unterstützung der Autoindustrie also mit einem (weiteren) Fass ohne jeden Boden zu tun bekommen. Unter diesen Umständen ist es beinahe surreal, dass sich jetzt praktisch alle Politiker in Land und Bund einen Wettlauf um die großzügigste Unterstützung liefern. Was ist nur aus dem Glauben an den Markt geworden:-), bei dem vor kurzem noch jeder der Beste sein wollte?
Übrigens ist Opel doch ein Beispiel für die Irrationalität des Marktes. Ebenso viel praktischen Autowert fürs Geld wie von Opel bekommt der Kunde höchstens noch von einem weiteren deutschen Hersteller, und der hat auch eine marode amerikanische Mutter. Wo das Image übertrieben mies ist, gibt’s eben mehr fürs Geld als bei den Premium-Herstellern.
liest eigentlich jemand ausser weisgarnix und andere interessierte privatleute den geschäftsbericht eines unternehmens?? erschreckendes diletantentum unsere elite.
@ ich
Geschäftsberichte werden total überbewertet
@ich
Lesen schon, aber: sekundärer Analphabetismus allerorten!
inzwischen werden ja alle als Opfer dargestellt.
Firma xy als Opfer der Finanzkrise. Den Bock hat heute früh ein Beitrag in N24 abgeschossen. Hier wurde über die Citibank berichtet – na als was:
Als Opfer der Finanzkrise. Alles Opfer. Und wir, die bösen Konsumenten und Steuerzahler und Nichtsparer und Goldmünzenhorter:
wir sind die Täter!
Und wenn der STaat nicht Geld abwirft, und zwar sofort, in ausreichnender Menge (Ackermann muss sagen, wann es genug ist), und das auch noch ohne Bedingungen selbstverständlich, dann ist der Staat der Täter.
Aber das kommt noch. Wegen seiner Regulierungswut.
Papier ist geduldig. GM hat in Europa ca 100 Tochterfirmen, die meisten davon wohl Briefkastenfirmen, die großenteils dazu dienen, die Geldflüsse (steuermäßig) zu optimieren. Wie ich die Jungs von der Buchhaltung kenne (siehe z.B. neue alte Bank-Bilanzierungsregeln wenn man sie braucht), gelingt ihnen immer wieder der Zaubertrick die jeweilige Teilfirma genau so dastehen zu lassen wie es für den Gesamtkonzern optimal ist. Das könnte z.B. heißen, daß Opel systematisch Verluste einfahren MUSS um von der deutschen Steuergesetzgebung zu profitieren (z.B. indem sie bei anderen Tochterunternehmen von GM überteuert einkauft bzw. Services zu billig liefert und Gegenservices zu teuer bezahlt).
Also: was im Geschäftsbericht steht muß nicht wirklich die reale, wirkliche, ganz reale Realität widerspiegeln. Insofern bin ich mit Caspar Hauser einer Meinung.
PS: das heißt natürlich auch, daß Opel hoch und heilig versprechen kann, daß mögliche deutsche Subventionen im Land bleiben und daß dann dieses Geld (natürlich sind das Banknoten mit anderen Seriennummern) letztlich aber doch effektiv in Detroit landet. Wie will die Politik das verhindern – will sie Preise für Inner-GM-Services festlegen?
Ich habe auch keine Ahnung, was die da so schreiben …
Googeln:
General Motors pumpt Milliarden in Opel:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,550871,00.html
2004 und 2005 sah es IIRC ziemlich übel aus, auch wenn ich keine Zahlen finde. Die 227 Mio, die 2006 verdient wurden und die gut 50 Mio. in 2007 sind für einen Konzern dieser Größe einfach viel zu wenig. Da müssen eigentlich 2 Mrd. übrig bleiben … Wenn man in guten Zeiten zu wenig verdient, ist man in schlechten Zeiten schnell weg vom Fenster. Auf die Kritiker, die immer von “zu starker Gewinnoptimierung” etc reden, darf man nicht hören … 5% Rendite in guten Zeiten sind ein Muss …
Dumm nur, das wir offenbar in einer Gesellschaft leben, die “abhängig beschäftigt bei einem Großkonzern – besser noch in der Produktion bei einem Großkonzern” über alles zu stellen scheint. Das war mein Eindruck der Mainstream-Medien-Diskussion in den letzten 10 Jahren.
Dazu passt das Pleite gehen von Opel aber leider überhaupt nicht zusammen. Bilanz hin, Bilanz her. Und wo jetzt das tolle Unternehmen Opel herkommen soll, frage ich mich als jemand der sich in keiner Form für Autos interessiert, aber das ganze halt so nebenbei verfolgt hat, auch schon seit dem Hilferuf.
Die Links der Geschäftsberichte funktionieren bei mir nicht richtig.
mfg dreas
@Dreas und alle
Stimmt, das muss am Session-Handling des eBundesanzeigers liegen.
Einfach auf “www.ebundesanzeiger.de” gehen, “Adam Opel GmbH” ins Suchfeld eingeben, in den Rubriken auf der linken Seite “Jahresabschlüsse/Finanzberichte” auswählen und dann auf “Jahresabschluß per 31.12.2007″ bzw ” … per 31.12.2006″ klicken
@wgn
Danke
@ Karl
“Dumm nur, das wir offenbar in einer Gesellschaft leben, die “abhängig beschäftigt bei einem Großkonzern – besser noch in der Produktion bei einem Großkonzern” über alles zu stellen scheint.”
Was ist denn besser, wenn Du als selbstständiger Dienstleister für Opel arbeitest? Es gibt inzwischen so viele Selbstständige und abhängige Beschäftigte bei kleinen Personaldienstleistern, die für Großkonzerne arbeiten, dass dieser Eimwurf reichlich akademisch ist.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/wenn-die-faelligkeit-droht;2091693
die fälligen anleihen werden von den anleihe-schuldnern mit very bad news in grund und boden geredet und dann bei kursen um 50% von den völlig verängstigten anleihehaltern vor fälligkeit zu hundert prozent für die hälfte zurückgekauft. was auch sonst???
business as usually eben.
wenn ich heute eine automobilfabrik hätte, dann würde ich am rückkauf meiner eigenen unternehmensanleihen mehr verdienen als mit der popoligen autoherstellung.
ich würde dann wie meine kollegen dies jetzt auch machen, die klitschen still legen, die arbeiter in kurzarbeit schicken und den teufel rabenschwarz an die wand malen. in der zwischenzeit schüttle ich mir wie ein hund die flöhe ( anleiheeigner und aktionäre)aus dem pelz und sammle diese für nothing ein.
herrliche zeiten, mehr kann niemand in so kurzer zeit verdienen.
in der zwischenzeit sind bei einem durchschnittsalter von 10 jahren die meisten automobile schrottreif und müssen ersetzt werden.
das spiel beginnt von neuem..
ach so, dass wichtigste hätte ich jetzt in der eile fast vergessen, denn natürlich dürfen die anleihegläubiger und aktionäre gleich zweimal bezahlen.
Erst einmal klassisch, indem sie die den wertverlust ihrer papiere hinnehmen müssen, zum anderen, dies ist neu und noch nie dagewesen, (ach, ich gerade ins schwärmen)müssen die gleichen leute über die von mir dringend erbetene, ach was, habe ich erbeten geschrieben?, selbst verständlich meinte ich “geforderte staatsunterstützung, damit mit diesem geld als billige refinanzierung die alten anleihen bezahlt werden können und natürlich mit den zurückgekauften aktien die stabilität des unternehmens gesichert wird, wenn wieder an sich selber dividenten gezahlt werden. Ach, das leben ist schön in diesen zeiten.
@ EuroOptimist
Nix wär besser. Nur wird man aus diesem Grund Opel nicht pleite gehen lassen.
@sh #7
“Papier ist geduldig. GM hat in Europa ca 100 Tochterfirmen, die meisten davon wohl Briefkastenfirmen, die großenteils dazu dienen, die Geldflüsse (steuermäßig) zu optimieren.”
Um das zu erreichen, reichen auch 5 Töchter. Ich kenne mich in der Branche ganz gut aus. Was da z.B. im IT-Bereich intern verrechnet wird, kann man als externe Leistung auf dem Markt zu einem Drittel des Preises einkaufen.
Das Grundproblem von Opel ist nach meiner Ansicht der systematische Verlust von Marktanteilen in den letzten 10..15 Jahren. In Deutschland lagen sie 1995 noch bei ca. 17% jetzt sind sie bei 8%.
(Für Europa habe ich leider keine Einzelnachweise für Marke Opel, GM lag 2007 bei ca. 9,5% )
Da der Kuchen immer kleiner wird, ist das unter Bezugnahme der von wgnx angeführten Betriebsergebnisse verheerend.
Zum neuen Opel Insignia (über Geschmack lässt sich streiten).
Hässlicher Name zu einem noch hässlicheren Auto
@ hyperinflation
Sie äußern da sehr interessante Gedanken darüber, wie die Erwartungen und Ängste der Öffentlichkeit gesteuert werden. Wir haben eine sehr lange Phase hinter uns, in der ALLES mit einer Steigerung der Gewinnerwartungen verknüpft wurde. Erinnern Sie sich noch an die Ankündigung von BMW von vor einem Jahr, dass man Zeitarbeiter entlasse, um die Gewinne auf neue Höhen zu steigern, und die prompt folgende Empörung? Ich hatte damals im HERDENTRIEB angemerkt, dass der eigentliche Grund eher in erwarteten Absatzrückgängen liege, dieser aber (noch) nicht kommuniziert werde, weil dann die Aktien fallen würden. Sprachregelungen dieser Art haben bis zu diesem Sommer gehalten, dann wurde radikal auf Steigerung statt Beruhigung der Angst umgeschaltet, weil das alte Pferd wirklich am Ende war. Danke, dass Sie diese neue Taktik jetzt für uns zu Ende gedacht haben. Aber Hand aufs Herz: wieviel Prozent würden sie bezahlen wollen für eine Anleihe von GM, die im Mai 2009 ausläuft? Vergleichen Sie mal hier:
http://www.rt.boerse-stuttgart.de/pages/search/main.html?searchterm=A0BCTB&LANG=de
das Marktanteilproblem in Deutschland sehe ich auch so. Allerdings müßte man das letztlich europaweit betrachten (wenngleich diese Anteile nicht zur Opel GMbH sondern teilweise zu den eben genannten “GM Briefkastenfirmen” gehören) und zudem berücksichtigen, daß die Marke Chevrolet außerhalb der USA im wesentlichen aus Opelfahrzeugen besteht (insbesondere in Lateinamerika/Mexiko konnte ich dies selbst begutachten). Würde man das alles der Firma Opel (zumindest finanziell) zurechnen, dann sähe die Basis an produzierten Autos ganz anders aus.
Zudem könnte eine eigenständige Firma Opel in die USA expandieren. Das ist ihr durch die Mutter leider verboten worden.
Mein Eindruck ist daher, daß (gleichgültig was der Geschäftsbericht sagt) die Mutter die Tochter aussaugt und nicht umgekehrt.
@Freizeichen
http://tinyurl.com/5fsrs4
also
“relax and let it happen”
Blickwechsel: Eben läuft gerade auf HR2 Der Tag (Radio, Empfang über Zattoo meines Wissens möglich) eine Stunde lang eine Sendung über Super-Sarko.
Worum geht es? Subventionen a là France. Natürlich auch für die franz. Autoindustrie.
Alle I.länder “schützen” die eigene A.industrie. Der Wettlauf um Subv. hat begonnen. Es leben die Überkapazitäten.
Nikola heißt doch Nikolaus. Also mit freimarktwirtschaftlichen Getue kommt man gegen Super-Sarko nicht an. Und wenn dann die großen Drei alimentiert werden.
Viva la Staatsschulden oder so…
Die Sendung kann ab morgen als Podcast geladen werden.
@EuroOptimist
ich will sie gar nicht kaufen (-;
wenn ich allerdings von mir zu 100 ausgegebene anleihen für 50 oder günstiger kaufen kann
ist das ja nicht gerade schlecht, oder?
und am allerbesten mit “bailoutmoney” (Sie wissen schon das ist jenes welches niemanden etwas kostet …)
und alles nur weil die global verantwortlichen bis in alle ewigkeit
der meinung sind Steuern gehören primär auf Erwerbseinkommen. Dummerweise kommt die nächste Erfindung/Maschine und schon sind die Hälfte der besteuerten menschlichen Tätigkeiten überflüssig. Aber macht ja nix die verbleibende Hälfte stemmt das doch genauso. Und dann wieder 50% …
Ein wirklich intelligenten Wesen würdiges System! Einfach genial!
@Bernhard aus Frankfurt
Was meinst du warum nach einer Europäischen Lösung gerufen wird damit nicht auch noch die Europäer untereinander sich gegenseitig mit Subventionen übertreffen.
Sehr wahrscheinlich werden die USA beim G20 Meeting gesagt haben wir lassen uns nicht verbieten zu Subventionieren.Man darf dabei nicht vergessen das GM unter anderem eine wichtiger Rüstungsgüter Konzern ist.
http://www.military.cz/usa/armour/tanks/future/Expeditionary_Tank.jpg
Hier mal GM Modell das sie nicht bei ihrem Opel händler um die Ecke bekommen.
es ist so ermüdent…. ich bin es leid, immer nur zu hören, wer mal wieder kohle braucht. mit jedem tag kommt mir mehr und mehr der verdacht, daß hier das gewievte kapital die dummen politiker abzockt. und wer zahlt die zeche? das kann doch alles nicht wahr sein. wo soll das noch hinführen.
@ich
Es gibt drei Arten von Bilanzen. Eine für Aktionäre, die ist stimmungsabhängig. Wer zahlt gerne Dividenden ? Eine interne. Logisch, die ist top secret. Und eine, die zitiert Weissgarnix, für das Finanzamt. Na ja, wer zahlt gerne Steuern?
@Nanuk 24
solche abartigen Teile gab und gibt es.
Autos: LKW-Maut, Ökosteuer, Mehrwertsteuererhöhung. Marktlage: Deutschland gesättigt, Behörden fahren neuste BMW und Daimler, Party bis garantiert Ende 2009 wahrscheinlich Ende 2010 vorbei; Osteuropa ausgefallen, Rußland ausgefallen, Sixpack ausgefallen, Asien geschlossene Veranstaltung. game over Ich lehne es jedenfalls strikt ab, noch mal ein fahrbares Rechenzentrum zu kaufen.
Ähm Leute,
Handelsbilanz von Opel ist ja schön…aber vielleicht steht in der Steuerbilanz was ganz anderes drin? Ich sehe in der Handelsbilanz, die “Der befreiende Konzernabschluss ist nach US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US GAAP) aufgestellt” ist, keinen Hinweis darauf, dass die Handelsbilanz hier der Steuerbilanz entspricht.
Ergo: Da kann “alles mögliche” drinstehen…
@ Michael
“Ich lehne es jedenfalls strikt ab, noch mal ein fahrbares Rechenzentrum zu kaufen.”
Dann ist ein günstiger Opel genau der richtige Wagen für Sie! Volle Funktion, ohne Schnickschnack, ohne teures Prestige:-)
@manni
“…mit jedem tag kommt mir mehr und mehr der verdacht, daß hier das gewievte kapital die dummen politiker abzockt…”
Diesbezüglich brauchst Du kein Mitleid mit denPolitikern zu haben, glaubs mir.
Für die ist das ganze ein innerer Reichsparteitag. Sie haben in den letzten Wochen mit Riesenschritten soviel Bedeutungsterrain zurückgewonnen, daß ihnen wahrscheinlich noch ganz schwindlig ist.
Gewieftes Kapital, dass ich nicht lache! Ein ganz erbärmlicher Haufen ist das, direkt zwergenhaft. Zumindest eine ganze Reihe von denen.
@Nanuk, #23: “Was meinst du warum nach einer Europäischen Lösung gerufen wird damit nicht auch noch die Europäer untereinander sich gegenseitig mit Subventionen übertreffen.”
Ach, das ist doch eine ewige Diskussion: Sarkosy sagt Europa, meint Frankreich. Merkel kocht eh ihr deutschmarkt-liberales Süppchen, egal unter welchem Etikett.
Oh weh, schön wär’s, das wäre wirklich so. Zwischen Reden, Denken und Tun klaffen doch Politikerwelten. Du sprichst konkret von einer Art positiven EU-Utopie, vielleicht nimmt sie irgendwie Gestalt durch die EU-Kommission oder den Ganoven-Ministerat an, vielleicht auch nicht. Bloß würde ich mich hüten, auf Deine Aussage einen Pfennig zu wetten. O. K.? Ich mag auch nicht weiter diskutieren. Was zu sagen war, wurde gesagt!
Schönen Abend noch.
Sehr anschaulich bis hierher. Wage nicht zu widersprechen. Könnte missverstanden werden.
“Sehr anschaulich bis hierher. Wage nicht zu widersprechen. Könnte missverstanden werden.”
tue es ruhig die meisten sind hier sehr Liberal…
“Oh weh, schön wär’s, das wäre wirklich so. Zwischen Reden, Denken und Tun klaffen doch Politikerwelten.”
Ja natürlich aber es ist unsere einzige chance Europa muss das endlich kapieren. Das wir Island haben fallen lassen wie eine heisse Kartoffel war schonmal der erste Fehler es geht schon längst nicht mehr um Wirtschaftspopanz und freie Märkte es ist Krieg!
Kapiert es endlich die Welt ist nicht mehr die selbe. Die Deutsche Bank bekommt vom Department of Justice besuch.Das ist nicht einfach eine Bank das ist ein Politikum!
Aktienbesitzer sind Unternehmer. Wenn diese kein Kapital mehr zur Verfügung stellen, sondern nur noch an kurzfristige Gewinne denken, dann muß klar sein: Wer zahlt, schafft an.
Staatsgelder dürfen nur investiert werden, wenn Werte übernommen werden. Alles andere desavouiert die Konkurrenten, also die Marktwirtschaft.
Die Demokratie der Lügenbarone hat ALLE in den Dreck gezogen. Die Gewinner sind ausschließlich die SUPERS, also diejenigen, die gleichermaßen Macht und unmäßiges Vermögen halten.
Keiner spricht über den Schakal Özdemir ?
Wer bezahlt solche Leute, damit der Zirkus weitergeht ?
@EuroOptimist
Beamte sind Opelfahrer….
Ich habe das einmal verlinkt. Und vielleicht darf ich dabei auch auf den bei Mayer’s Notizblog dazugehörenden Artikel verweisen: http://www.mayers-notizblog.de/2008/11/18/hutzelbrincks-kolumne-1/
In einem Weltmarkt voller Überkapazitäten, wie das Opel-Management selbst schreibt, sollte der Markt selbst herausfinden, welchen Wert er einem Unternehmen wie Opel beimisst.
Da gerate ich ja echt ins Grübeln: “Ein Weltmarkt voller Überkapazitäten.” Wie ist sowas eigentlich überhaupt möglich? Naja, durch einen Nachfrage-Einbruch. Und dieser wiederum durch das Platzen einer Kreditblase. Und diese wiederum durch den Versuch, Investitionen durch billiges Geld zu befördern – also am Ende Überkapazitäten zu provozieren, unterm Strich. Wer das vorher geahnt hat, ist ins Wettgeschäft, aka Spekulation eingestiegen mit der billigen Kohle. Fährt dabei aber auch nicht besser, sofern er nicht rechtzeitig abgesprungen ist. Und sogar WENN er rechtzeitig abgesprungen ist: Was macht er jetzt mit den Gewinnen? Als Goldbarren vergraben, damit ein klassisch keynesianisches Bodenbewirtschaftungs- und Beschäftigungsprogramm künftig auch Substanz kriegt? ;o)
Wir sind halt alle arme Opfer – wissen nur nicht, wer der Täter ist.
Muss wohl das “systemische System” gewesen sein… Ein letzter Toast auf den Markt!
Weiss nicht ein Jeder, dass Opel nicht das Gelbe vom Ei ist?
Seit Jahrzehnten ist das so.
Während Audi die Biege gemacht hat, kann man das von Opel bestimmt nicht sagen, den sentimentalen Beteuerungen von wegen neuer Modelle und einem “Vorsprung durch Technik” (Ich weiss, das war Audi, aber Opel ging damit vor mehr als 10 Jahren auch maketingmässig einher..) zum Trotz…
Und erst dieser Dinosaurier GM…
Ist die ganze Diskussion um die Rettung Opels also nichts weiter wie peinlicher Populismus a la “die Sparkonten sind sicher”?
Wenn man aufmerksam hinhört, dann wird man feststellen, dass die politischen Verpflichtungserklärungen doch recht lau ausfallen und von einer ernst gemeinten Unterstützung von Opel nicht die Rede sein kann… So jedenfalls meine Ansicht.
@ hyperinflation, Beitrag 14
Ein geradezu herzerfrischender Zynismus. Sowas liest man wirklich selten. Die Krise könnte ja schliesslich keine sein – sowas gibt Hoffnung. Doch ich denke eher, derart würde man aus einer Not eine Tugend machen – im Nachhinein.
Nebenbei: Die Leute von Opel (ja, auch das Management) tuen mir leid, aufrichtig.
na und bei dem ganzen hin und her überlegen haben wir noch ganz vergessen, dass die autos mit 3 liter oder elektro aus indien und china kommen werden. welch ein witz der innovativen geschichte. bosch liefert die neueste technik.
und es ist schon lange möglich mit wasser autos zu bewegen. die technologie ist entwickelt und funktioniert.
der ölpreis wird so weit sinken, dass verbrennungsmotorfahren wieder günstig wird.
tragisch nur, dass die ganzen premiumkonzepte nicht so recht aufgehen wollen. da kommt noch die richtige krise bei daimler und bmw.
und der hedgefond porsche wird in seiner verdienten schwindsucht verenden.
endlich ein land das nicht mehr “firstauto” denkt. alle momentan geplanten infrastrukturprojekte (strassen) werden makulatur.
weniger ist mehr leben!
also krise als chance.
Nach dem Fall Enron ist so eine Bilanz genau wieviel wert ? Nichts ?
[..] “Der Betriebsrat der Adam Opel AG hat nach den Milliardenverlusten von GM im dritten Quartal schwere Vorwürfe gegen die US-Mutter erhoben. Das Europageschäft war mit einem Verlust von einer Milliarde Dollar tief in die Verlustzone gerutscht. Der Opel-Betriebsrat kritisierte, dass die Verrechnungsmethode die Region Europa übermäßig belaste. “GM schiebt massiv Verluste aus den USA nach Europa ab, um die Bilanz aufzupolieren”, sagte der Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Der Gesamtkonzern GM fuhr 2,5 Milliarden Dollar Verlust ein. GM habe dann für Europa überproportionale Entwicklungskosten sowie US-Verluste der Opel-Schwester Saab in die Bilanz eingerechnet. Auch Kosten für die gut laufende Marke Chevrolet würden hier anfallen, während die 450 000 in Europa verkauften Chevrolet-Fahrzeuge nicht in den Gewinn einflössen. Franz: “Die Zahl spiegelt nicht die Leistung der Unternehmen in Europa wider.” [..]
http://www.welt.de/welt_print/article2736010/Rettung-aus-dem-Kanzleramt.html
… ausnahmsweise mal ein Artikel von welt.de
He Wi-Ing,
nicht dem edicius seine Identität klauen.
Ah da fehlten in 2007 halt mal 2% vom Umsatz..
Wenn das jetzt ein Handelsunternehmen wäre würde ich sagen aus die Maus, aber bei einem Hersteller heisst das garnix.
Abgesehen davon, dass keiner weiss wie die Rechnungen von und nach “oben” so gestaltet wurden…
Könnte ja sein, dass man runtergestaltet hat, um sich beim Arbeitskampf mit leeren Taschen zu präsentieren oder Steuern zu sparen..
Könnte genausogut sein, dass man hochgestaltet hat: Bonität, Shareholder Value, Steuern, Klärschlamm im Keller, was weiss ich…
Die Aussagekraft der Einzelbilanz ist bei einem derart eingeflochtenen Teilunternehmen auf jeden Fall äusserst fragwürdig.
Die Marktgängigkeit der aktuellen Produktpalette schwankt bei Autoherstellern ja bekanntermaßen auch enorm. Könnte ja sein, dass die nächste Produktgeneration der Kassenknüller wird. Oder auch nicht. Es ist ungewiss.
So gut wie sicher ist allerdings meiner Meinung nach, das “bis Weihnachten” Gras über die Sache gewachsen ist und man sich da hinter verschlossenen Türen schon irgendwie einig werden wird :p
Spiegel: Steinbrück rügt gierige Eliten in Deutschland
Bislang hat sich der Finanzminister aus der Debatte herausgehalten, doch jetzt teilt er aus: Peer Steinbrück greift deutsche Manager und Führungskräfte scharf an. Die Eliten seien gierig, egoistisch und wenig solidarisch.
Noch liest er ihnen zwar jeden Hilfewunsch von den Lippen ab um die erste große Pleite in DE zu vermeiden. Aber der Wind dreht sich eindeutig, und die “Finanzaufsicht mit Augenmaß” dieser Koaltion wird in den Geschichtsbüchern eine bedeutende Rolle bekommen.
PR-Show“ bei Merckle
Dem deutschen Milliardär Adolf Merckle droht nach missglückten Spekulationen (VW) der Verlust seiner Firma. Mit einem geschätzten Vermögen von 7,3 Mrd. Euro ist der Milliardär der fünftreichste Bürger Deutschlands. Auch über eine Bürgschaft des Landes Baden-Württemberg soll bereits gesprochen werden.
Das schlägt dem Fass doch den Boden aus.. Oder?
@king balance
“Das schlägt dem Fass doch den Boden aus.. Oder?”
Yep. Alle reden vom “Ende des Kapitalismus”….aber bisher beobachten wir nur ein BBE (biggest bailout ever), d.h. der Staat als Finanzsklave der Wirtschaft. Bemerkenswert, dass wir keine 20 Mrd. für Kindergärten, Altenheime oder Kliniken aufbringen…aber mal eben 500 Mrd. für Banker. “Wir”, also der Staat…da ja DEMOKRATIE….aber egal. Die Herrschaft der Masse ist immer die Herrschaft der Dummen.
Also: Der Staat verliert gerade seine Souveränität….und langsam merken das auch einige….d.h. der Staat MUSS jetzt mal ein Unternehmen absaufen lassen. Was aber nicht geschehen wird, da jetzt der Konkurrenzkampf zwischen den Staaten auf der Bühne erscheint…d.h. die Amis retten ihre Finanzindustrie, die Deutschen ihre Autoindustrie, die Franzosen ganz Frankreich…etc. Wobei wir dann wieder bei meiner These von der unendlichen Arbeitsteilung landen: Die Krise führt nicht zurück. sondern beschleunigt die funktionale Differenzierung, d.h. sie führt zur Spezialisierung von Nationen: Die Amis erledigen ihre letzte Industrieproduktion (GM etc.) und landen wieder beim Finanz- und Militärsektor…und natürlich: Konsum. Was dann zu meiner These vom Staat als Erfüllungsgehilfe des Kapitalismus führt, da ja ein souveräner Staat sich nicht der internationalen Arbeitsteilung hingeben würde, sondern eine eigene Idiologie, Struktur, Modell, Kultur…oder whatever durchsetzen würde.
NADA…..winner and still champion: Capitalism.
“In this game, the most committed wins”
Elise (the siege)
goodnight returns!
Der erste Lichtblick seit September
Ja, willkommen zurück goodnight. Hast du die Reichtümer aus deinen Öl-Shorts etwa schon alle aufgebraucht?
@ goodnight, mylli
Ja, mehr Luhmann braucht das Land!
Weil’s so schön passt – die Amis sind uns wie üblich voraus:
http://www.reuters.com/article/innovationNews/idUSTRE4AG3UF20081117
Welchem Fass könnte man da noch den Boden ausschlagen?
Alles wird gut! :- )))
http://www.youtube.com/watch?v=NHHQ1_DL6KE&eurl=
??? Solarworld will Opel übernehmen???
Wollen die Solarzellen aufs Dach vom Insignia picken? Faschingsscherz?
@king balance
“Dem deutschen Milliardär Adolf Merckle droht nach missglückten Spekulationen (VW) der Verlust seiner Firma. Mit einem geschätzten Vermögen von 7,3 Mrd. Euro ist der Milliardär der fünftreichste Bürger Deutschlands. Auch über eine Bürgschaft des Landes Baden-Württemberg soll bereits gesprochen werden.”
…und er hat wohl ca. 17 Mrd. finanzschulden. die finanzierten werte (firmenanteile) sinken und er fühlt sich wie der subprime hausbesitzer dem die bank sagt: .. bring mehr sicherheit für die kredite oder…
doch – halt wie goodnight sagt – ihm wird geholfen werden wenn zu helfen ist. dieses system muss sterben. nur dann ist platz (im kopf) für was neues. regional anfangen.
grüsse,
@wgx
nee der goodnight hat sich ne blutige nase geholt und schwer gekämpft.
@ goodnight #44
“Der Staat verliert gerade seine Souveränität…”
Welcome back! Aber der Staat hat sie doch schon längst verloren, die Souveränität. Die “Erpressungslage” – von der Finanzindustrie mit millionen Arbeitsplätzen als Geiseln geschaffen – wurde doch seit langem aufgebaut und war spätestens seit dem LTCM-bailout erkennbar. Die nach rein marktwirtschaftlichem Verständnis von jedem Investor selbst zu tragenden Ausfallrisiken für Fehlinvestitionen wurden durch komlizierteste Verbriefungen und oligopolartige Verkettungen auf die Taschen der allermeisten Finanzmarktakteure verteilt und so zu “systemischen” Risiken verwandelt. Damit wurden sie bereits viel früher sozialisiert, als zumeist gedacht, um umso größere Risiken unbesorgt eingehen zu können. Das Neue ist jetzt nur, dass die damit geschaffene Erpressungslage offensichtlich geworden ist.
Der Staat als “Erfüllungsgehilfe des Kapitalismus”. So ist es. Aber dass derzeit alle rechtsstaatlichen Abwehrkräfte zu versagen scheinen, dass niemand, kein Politiker, kein Kommentator diese “Erpressungssituation” auch nur verbal angreifen würde, verstehe ich nicht; die “Erpressungslage” scheint schon “geistig internalisiert” zu sein und daher nicht mehr hinterfragt werden zu können. Dabei wäre ihre Beseitigung ein Thema, das sich unabhängig von allen anderen Regulierungsfragen, unabhängig von Neoliberalismuskritik bis Sozialromantik, stellt. Statt dessen scheint es allein darum zu gehen, die Wiederholung einer solchen Finanzkrise zu vermeiden, so als ob Wirtschaft ohne Risiko und Krise denkbar wäre.
Dabei bin ich überzeugt, dass die Menschen auch Wohlstandseinbußen ohne weiteres aktzeptieren würden, wenn sie verstehen könnten, dass diese notwendig sind, um elementare rechtsstaaliche Funktionen wie die Gewährleistung von Freiheit und Chancengleichheit und die Zuweisung von Verantwortung nach dem Verursacherprinzip wieder herzustellen. Dazu gehörte eben, dass Banken und anderen Unternehmen pleite gehen. Aber der direkte Zusammenhang zwischen der staatlichen Zuweisung von Verantwortung und unserer gesellschaftlichen Freiheit wird nicht gesehen. Gesellschaftliche Freiheit kann nur bestehen kann, wenn sie an die Verantwortung für eigenes Verhalten geknüpft ist; so zeigt sich die Finanzkrise, in der diese Verknüpfung durch den “biggest bailout ever” vor aller Augen aufgelöst wird, als Krise gesellschaftlicher Freiheit. Die Folgen eines ungezügelten Finanzmarktliberalismus haben sich für alle sichtbar als höchst sozialschädigend erwiesen. Also wird die Freiheit als gefährich und als Ursache ausgemacht und ihre Einschränkung zum “Wohlstand” aller durch “bailouts”, Konjunkturpakete und staatliche Regulierung beschlossen. Zwischen den Alternativen Wohlstand und Freiheit vollzieht sich ein gesellschaftlicher Entscheidungsprozess in erschreckender Gedankenlosigkeit und Diskussionsarmut zugunsten einer krampfhaft-orientierungslosen Verteidung unseres vereimtlichen Wohlstands. Dass aber die Ursachen der Krise zu einem wesentlichen Teil darin liegen, dass die Herrschenden der Finanzwelt seit Jahrzehnten für die Folgen ihres “freien Spiels” nicht mehr zur Kasse gebeten werden, sondern alle staatlichen Kräfte nur mehr darauf getrimmt wurden, es ihnen allerorts so bequem wie möglich in allen ihren Geschäftslagen einzurichten, wird geflissentlich übersehen. Die vermeintliche Krise des Kapitalismus erweist sich bei Lichte besehen als sein größter Triumph: die vollständige und damit durch sich selbst aufgehobene Privatisierung – mit dem Staat als Beute. Dabei ist nicht zu übersehen, dass sich die Landesbanken mit ihrer unverantwortlichen Wirtschafstweise diesem Ergebnis bereits von der anderen, der staatlichen Seite, höchst zuvorkommend angenähert haben.
Die Rolle des Staates als eines Erfüllunsggehilfen des Kapitalismus beschränkt sich dabei nicht darauf, das großzügige Erpresserangebot auf Sozialisierung globaler Fehlinvestitionen anzunehmen. In einem weiteren, notwendigen Schritt hat er auch durch die Stützung der Konjunktur die breiten Schichten vor einem schädlichen Einbruch ihrer Nachfrage zu schützen, zu weiterer Verschuldung zu animieren und über den heutigen Tag hinaus an selbiger Stelle wie angewurzelt in Lohn und Brot zu halten. Dass damit die abgewirtschafteten Strukturen zwar bestenfalls notdürftig aber mit umso größerem finanziellen Aufwand zementiert werden ist ja willkommen; ein Mindestmaß an “Verteilungsgerechtigkeit” muss schließlich sein; zudem erfordert es der globale Standortwettbewerb. Gewerkschafter, Betriebsräte und Florida Rolfs stehen, soweit sie stets die Zuweisung von Verantwortung als Zumutung abgewiesen haben, solidarisch Seit an Seite neben Bankstern. Damit zeigt sich die langfristig wichtigste Funktion des Staates als kapitalistischem Erfüllungsgehilfen: Die Bekämpfung der Krisensymptome mit einem Arsenal an Placebo-Effekten durch Verlagerung der schrecklichen aber unvermeidlichen Folgen in die Zukunft, um durch Kollektivbestechung eine Katharsis zu vermeiden, damit die Lernkurve so flach wie möglich ausläuft. Wo kämen wir auch hin, wenn die Begriffe “kreative Zerstörung” und “Wettbewerb als Entmachtungsverfahren” auf globale Fehlinvestitionen und gigantische staatliche Fehlsteuerungen tatsächlich zur Anwendung kämen. Die Elite, die dies verbockt hat, ist doch unentbehrlich.
Mal hier nachschauen wie sich Firmen auch ohne Hilfe von Väterchen Staat retten:
http://www.strike-bike.de/1/
den Kollegen der Fahrrad-Industrie wollte der Staat bzw. das Land Thüringen damals auch keine Hilfe zuteil werden lassen.
Bike Systems wurde durch den Hedge-Fond Lonestar abgewickelt.
Nach Betriebsbesetzung durch die Mitarbeiter und Produktion des “Strike-Bikes” in Eigenregie wurden vom Anfang 2008 die Strike-bike GmbH gegründet und produziert wieder.
Also lieber Staat: Opel pleitegehen lassen, der Betrieb wird besetzt, die Mitarbeiter produzieren den Opel “Che” und kurbeln so die Nachfrage bei Mitgliedern und Wählern der Linkspartei an. Wäre doch was.
an Sh Wie ich die Jungs von der Buchhaltung kenne (siehe z.B. neue alte Bank-Bilanzierungsregeln wenn man sie braucht), gelingt ihnen immer wieder der Zaubertrick die jeweilige Teilfirma genau so dastehen zu lassen wie es für den Gesamtkonzern optimal ist Zitat Ende: Frage was und wem kann man glauben ?
Robert Reich erklärt den Unterschied zwischen ‘bankrupcy’ und ‘bailout’ – und warum ein Bankrott für die Finanzriesen angemessener als ein bailout gewesen wäre
“So why, exactly, is the Treasury substituting government bailouts for chapter 11? Even if you assume Wall Street’s major banks and insurance giant AIG are so important to the national and global economy that they can’t be allowed to fail, that doesn’t mean they have to be bailed out. They could be reorganized under bankruptcy protection. True, their creditors, shareholders, and executives would take bigger hits than they’re taking now that taxpayers are bailing them out. But they’re the ones who took the risk. We didn’t.”
und unter welchen Umständen ein bailout für die big 3 der US-Autoindustrie richtig wäre
“There’s more at stake for Main Street when it comes to General Motors and other automakers now teetering on the edge of bankruptcy, because two and a half million households depend directly or indirectly on them for their paychecks. But the best way to protect all these people is not to pay off the automakers’ creditors, shareholders, and executives, with no strings attached. Recall that when the government bailed out Chrysler in the early 1980s, a third of its employees lost their jobs.
In exchange for government aid, the Big Three’s creditors, shareholders, and executives should be required to accept losses as large as they’d endure under chapter 11, and the UAW should agree to some across-the-board wage and benefit cuts. The resulting savings, combined with the bailout, should be enough to allow the Big Three to shift production to more fuel efficient cars while keeping almost all its current workforce employed. Ideally, major parts suppliers would adhere to the same conditions.”
http://robertreich.blogspot.com/
a propos:
gerade im TV gesehen, wie hübsch die Chefs der “Großen Drei” vom Kongress gegrillt worden sind. (KEINE 25billions)
Solche Szenen in Deutschland? Unmöglich! Da würden eher Arbeitnehmer und Gewerkschafter wg. Lohnverzicht geröstet.
So sieht’s aus. Dieses unser Land ist politisch dermaßen versaut und verkommen, dass es mir schlicht die Sprache verschlägt…
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