Peinliche Appelle

von f.luebberding am 13. November 2008

Vor der Bundestagswahl im Jahr 2005 veröffentlichten mehr als 100 deutsche Volkswirte den sogenannten Hamburger Appell. Er war eine Aufforderung an die Politik mit ihren sogenannten Reformanstrengungen fortzufahren - und sogar noch das Tempo zu verschärfen. Nun ist von den dort genannten “Herausforderungen” wie etwa den drückenden deutschen Arbeitskosten heute nicht mehr die Rede. Eher von schwindenden Einkommen und einem gravierenden Nachfrageproblem. Aber die über hundert Volkswirte, die diesen Appell unterschrieben haben, sollen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Vor allem, wenn manche dieser Volkswirte – wie etwa Thomas Straubhaar vom Hamburger HWWI – heute als Experten für eine Krise auftreten, von der bei ihnen vor drei Jahren noch gar nicht die Rede war. Es lohnt sich also noch einmal einen Blick auf diesen Appell zu werfen.

Er war mit der Arroganz einer Kaste formuliert, die meinte an der Dummheit ihrer Mitbürger verzweifeln zu müssen. Es sind noch nicht einmal die wirtschaftspolitischen Positionen gewesen, die einen in der Rückschau bestürzen. Eher manche Formulierungen. Die Ökonomen, die diesen Appell unterschrieben, redeten mit ihren Mitbürgern wie Erwachsene selbst mit kleinen Kindern nicht reden sollten.

Die wirtschaftspolitische Debatte in Deutschland wird verstärkt von Vorstellungen geprägt, die einen erschreckenden Mangel an ökonomischem Sachverstand erkennen lassen. Dies ist um so besorgniserregender, als Deutschland sich in einer tiefen, strukturellen Krise befindet, die drastische und schmerzhafte Reformen verlangt. Gerade in Vorwahlkampfzeiten scheint die Bereitschaft gering, diese Tatsache den Bürgern mit der gebotenen Deutlichkeit vor Augen zu führen.Statt dessen erliegen maßgebliche Politiker der Versuchung, wissenschaftlich nicht fundierte Konzepte zu propagieren, die das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden sollen: Durch geeignete Maßnahmen, so wird suggeriert, könne eine Erhöhung der Binnennachfrage erreicht werden, die eine Überwindung der strukturellen Wachstumsschwäche nach sich ziehen würde.” 

Nun ist diese Aussage von heute aus betrachtet wenig überzeugend – höflich formuliert. Wir hatten waren zwar eine tiefe strukturelle Krise, aber nicht aus den Gründen, die uns die Autoren vermittelten. In dem Aufruf wird die Exzesse auf den Finanzmärkten gar nicht erwähnt. Übrigens auch nicht die Kritik an der Geldpolitik der FED oder das Regulierungsversagen der Politik – wie das konservative Ökonomen heute als Krisenanalyse anbieten. Die Geldpolitik und der Finanzmarkt interessierten unsere Experten gar nicht:

“Als Hochschullehrer für Volkswirtschaftslehre warnen wir eindringlich davor, Illusionen zu erzeugen und damit die Akzeptanz notwendiger Reformen zu untergraben. Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der gewählten Volksvertreter, der Versuchung einfacher Lösungen zu widerstehen und statt dessen ungeschönte Antworten auf die drängenden ökonomischen Fragestellungen zu geben.”
Sie gaben keine Antwort – vor allem nicht auf ”drängende Probleme”. Und sie propagierten einfache Lösungen und erzeugten Illusionen. Es ist deprimierend, das kollektive Versagen einer Zunft diagnostizieren zu müssen. Die auch noch – was für eine delikate Formulierung – “an das Verantwortungsbewusstsein der gewählten Volksvertreter” appellierte, nämlich ihrem Rat zu folgen. Dafür gibt es aber eine Erklärung. Ihr Verständnis von Globalisierung als  Standortwettbewerb.
 
Die öffentliche Diskussion zum Thema Globalisierung in Deutschland wird leider häufig in einseitiger Art und Weise geführt. … . Die vertiefte internationale Arbeitsteilung ist – nur vergleichbar mit dem technischen Fortschritt – der zentrale Motor zur Steigerung unseres Lebensstandards. … . Eine zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe besteht darin, diese positiven Effekte der internationalen Arbeitsteilung zu vermitteln und durch einen schnelleren Strukturwandel dafür zu sorgen, dass Wachstum und Wohlfahrtsgewinne in möglichst großem Umfang realisiert werden können.”
Diese Aussage ist falsch wie wir heute wissen. Der zentrale Motor dieser Globalisierung war eine Arbeitsteilung, die mit den USA im Zentrum gigantische Kreditpyramiden aufgetürmt hat. Damit konnten mehr als zehn Jahre lang alle drängenden Probleme – wie etwa die schiefe Vermögens- und Einkommensverteilung - ignoriert werden. Davon ist aber bei diesen Ökonomen nicht ein Wort zu lesen gewesen. Nun geht es hier nicht um Besserwisserei. Wer auf dem Rathaus war, ist bekanntlich klüger. Aus Fehlern kann man lernen – auch aus heute peinlichen Appellen. Aber von diesen hundert Ökonomen hat meines Wissens noch keiner ein Wort darüber verloren, welchen Unsinn er noch vor kurzem in diesem Hamburger Appell vertreten hat. Keiner hat dieses Versagen – und es ist historisch zu nennen – bisher selbstkritisch reflektiert. Es ist an der Zeit, das zu ändern. Und es wird sich doch wohl noch ein Aufrechter finden, der damit beginnt.

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1 Beate November 13, 2008 um 19:31

Das jüngste Gutachten des Sachverständigenrates fordert weiteren Sozialabbau und eine Senkung des durchschnittlichen Lohnniveaus.

2 Karl November 13, 2008 um 20:09

Die nehmen nichts zurück. Einige der Herren sind meine Professoren und auch wenn ich nicht VWL studiere kommt man ja doch nicht um ein paar Vorlesungen rum. Und was so in den Vorlesungen gesagt wird und was nicht gesagt wird, ist im Kern immer noch das gleiche wie der Hamburger Appell.

Ich bin mir – wenn ich nach den Bemerkungen gehe, die am Rande fallengelassen werden – auch nicht sicher, ob die Herren VWL Professoren überhaupt schon realisiert haben, daß es eine Krise gibt und – falls sie es getan haben – weshalb.

3 sinthomat November 13, 2008 um 20:17

Ein weiterer peinlicher Appell von Wirtschaftswisenschaftlern war der Hohenheimer Aufruf. Leider hat sich niemand dran gehalten, sonst wäre uns die Rezession erspart geblieben.

Ein weiteres Fundstück, wenn auch nur ein Detail: Die Wirtschaftsweisen hatten ja im Gutachten vom Mittwoch nicht nur das Wachstum der kommenden Quartale prognostiziert, sondern auch für das 3. Quartal ’08. So wie ich die Grafik auf Seite drei ihres Berichts verstanden habe, sollte das 0,0% sein. Am nächsten Tag, also heute, wurden dann die entsprechenden Zahlen vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. _Leider_ etwas daneben, und 0,0 statt -0,5 scheinen mir für die Prognose eines bereits abgelaufenen Quartals dann doch recht deutlich.

Einen Tag alt und schon Makulatur. Ein Hoch auf unsere Wirtschaftsexperten.

4 f.lübberding November 13, 2008 um 20:19

sinthomat

Wirklich peinlich.

5 mhh November 13, 2008 um 20:21

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/kommentare/?em_cnt=1628793&

Die geölten Marktschreier

Die INSM hat ihre Kampagne, so scheint es, leicht abgeändert.

6 AxOx November 13, 2008 um 20:30

Aus diesem professoralen Manifest, wie zitiert:
“Eine zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe besteht darin .. dass Wachstum und Wohlfahrtsgewinne in möglichst großem Umfang realisiert werden können.”

f.luebberding dazu:

“Der zentrale Motor” waren “gigantische Kreditpyramiden”, die “aufgetürmt” wurden, womit “mehr als zehn Jahre lang alle drängenden Probleme – wie etwa die schiefe Vermögens- und Einkommensverteilung – ignoriert werden” konnten.

Ja, das sollte jedem denkenden Menschen einleuchten…

Weiter:
“Davon ist aber bei diesen Ökonomen nicht ein Wort zu lesen gewesen.”

Eigentlich doch klar, warum nicht. Auch wenn die es gewusst oder geahnt hätten – im Manifest wird ja als erste “zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe” die “positiven Effekte der internationalen Arbeitsteilung zu vermitteln” gesehen…
Von kritischer Aufkärung oder gar wissenschaftlicher fundierter Kritik war im Manifest keine Rede gewesen…

Unter Punkt 9 im Manifest dann unfreiwillige Ironie?
“So wird die Forschungstätigkeit in Deutschland in wesentlichen Zukunftstechnologien durch rigide
staatliche Vorgaben behindert …”

Und wenn dann lamentiert wird, wie schon im allerersten Satz…

“Die wirtschaftspolitische Debatte in Deutschland wird verstärkt von Vorstellungen geprägt, die einen erschreckenden Mangel an ökonomischem Sachverstand erkennen lassen.”

Ja, woran das dann wohl liegen mag?

7 Michael November 13, 2008 um 20:32

@sinthomat
Ja, die haben überhaupt nix verstanden. Vor allem nicht, daß die und ihresgleichen durch schwachsinnige Theorien die Krise möglich gemacht und mitverursacht haben. Wachstum = Kreditvergabe = Wohlstand ???

8 Hermann Keske November 13, 2008 um 20:34

Es waren, wenn ich mich recht erinnere, 252 Volkswirte, die den Appell unterzeichnet haben.

Straubhaar betreibt auch in seinem SPIEGEL-Beitrag immer noch und nur seine Meinungsmache im Sinne unserer feinen Institutionen von der Sorte INSM oder Bertelsmannstiftung. Immerhin hat er gerade die Binnennachfrage entdeckt:

Die beste Politik, um ein langes Abgleiten in eine starke Rezession zu verhindern, ist eine Politik, die den privaten Konsum und die betrieblichen Investitionen stärkt. Es ist eine Politik, die für mehr Kaufkraft in der Bevölkerung sorgt.

Im ersten Satz ist noch von beidem die Rede, von Konsum und von betrieblichen Investitionen, im zweiten Satz geht es dann doch um die Kaufkraft der Bevölkerung, also um die Förderung des “schädlichen” Konsums, wie Sinn das nennt.

Aber es geht natürlich nicht um höhere Löhne. Dazu hat Straubhaar die “gesellschaftliche Verantwortung” zu loben, die er bei den Tarifpartnern bei moderaten Lohnerhöhungen erkennt (Gott sei Dank haben die Metall-Unternehmer ihre gesellschaftliche Verantwortung erkannt und nur moderate Zugeständnisse gemacht, möchte man sagen. Wir sind ihnen für diese Uneigennützigkeit doch sehr verbunden). Straubhaar kommt uns statt mit höheren Löhnen mit der schönen Formel von “mehr netto”, meint also, die Kaufkraftsteigerung der Bevölkerung sollte tunlichst der Staat (also die Bevölkerung selbst) durch sinkende Steuereinnahmen bewirken. Auf die Idee, Einschnitte in die spektakuläre Vermögensanhäufung einiger weniger Unternehmer und Vermögensbesitzer könnten mal vorab dafür sorgen, dass der Staat nicht noch weiter verarmt und noch handlungsunfähiger wird, kommt Straubhaar selbstverständlich nicht. An eine Neujustierung der Einkommensverteilung ist nicht gedacht, die soll so bleiben, wie sie gerade erreicht worden ist.

Straubhaar hat auch eine solide Vorstellung von oben und unten. Wenn er vorschlägt, jedem Steuerzahler Barschecks von zweimal 100 € auszuhändigen, dann meint er Lohn- und Einkommenssteuerzahler und hat Niedriglöhner, Teilzeitbeschäftigte, Leiharbeitnehmer, Rentner – kurz, den ärmeren Teil der Bevölkerung – aus den Fördermassnahmen ausgeklammert, obwohl dieser Bevölkerungsanteil von zwischen 25 und 30 Millionen Bürgern selbstverständlich auch Steuern zahlt, nämlich die vielfachen indirekten Steuern,vor allem die Mehrwertsteuer.

Von Straubhaar ist nicht zu erwarten, dass er seine eigene Arbeit kritisch reflektiert und sich mit eigenen Fehlern beschäftigt. Er setzt ungerührt fort, was er immer schon getan hat, nämlich “wissenschaftliche” Lobbyarbeit für Unternehmerinteressen. Was interessiert ihn sein Geschwätz von gestern? Wenn wir heute gerade dringend Binnennachfrage brauchen, damit die Geschäfte sich ordentlich entwickeln können, dann sind wir heute eben für die Binnennachfrage nach Konsumgütern. Die Kosten soll bitte der “Staat” aufbringen, an der Vermögens- und Einkommenssituation der Unternehmer und Vermögenseigner darf sich nichts ändern.

Wenn der Export gerad nicht mehr so recht läuft, dann muss eben der Staat mal ein bisschen für die Binnennachfrage tun – wie soll man sonst anständige Gewinne einfahren?

Und dann geht ihm noch dieser Satz über die Lippen:

Noch kann das Parlament dafür sorgen, dass das Konjunkturprogramm seinem Namen gerecht wird und der Konjunktur und damit dem Wohle aller und nicht nur den speziellen Interessen einzelner Gruppen dient.

Das nenne ich gelungen, Entweder ist Straubhaar doof (mir fällt kein passenderes Wort ein) oder von einer solch bodenlosen Frechheit, dass es einem die Sprache verschlägt.

9 hacedeca November 13, 2008 um 20:34

Deutsche müssen global-liberal sein!

Sie haben kein Commonwealth und überhaupt kein informelles Empire und leben vom Export.

Eine Steigerung der Binnennachfrage, die sich dann auf rumänische Autos, japanische Elektronik und italienische Spaghetti erstreckt, ist so gesehen also eine sehr suboptimale Faktorallokation. Sieht man ja am Vorbild Amerika – die hatten bis vor kurzem durch die wirklich kreative Geldpolitik eine sehr schön angekurbelte Binnennachfrage.

10 Matte November 13, 2008 um 20:39

Ohne die Kritik an diesen Hochschulidis schmälern zu wollen, aber ich finde es auffällig, dass dieser Blog nur die Meinungen und Artikel anderer kritisiert.
Ist das das Konzept?
Irgendwie kommt hier nix eigenes rüber.
Man könnte fast denken, das hier vielleicht alle Hochschullehrer sind(oder mal werden wollten).

11 Juergen November 13, 2008 um 20:40

Ein weiterer Aufruf in dieser an Aufrufen wahrlich nicht armen Zeit:

http://www.sozialemarktwirtschaft.eu/Der_Jenaer_Aufruf.5245.0.html

12 AxOx November 13, 2008 um 20:55

Betreff: “Hohenheimer Aufruf zur Finanzkrise”
(von sinthomat, post 9)

“peinlich”

Aus diesem “Aufruf”:
“..eine … Wirtschaftskrise entsteht hierdurch erst dann, wenn Banken, Unternehmen, Politik, Medien und Bürger daran glauben …”

Wirtschaftswissenschaften sind also make-belief, mithin also Esoterik?

Das letzte aus dem “Aufruf”:
“Schließlich müssen wir Bürger Geduld haben. …dürfen wir darauf vertrauen, dass die von Politik, Banken, Verbänden und Unternehmen ergriffenen Maßnahmen helfen und unser Wirtschaftssystem zudem über ausreichende Selbstheilungskräfte verfügt.”

Amen.

13 Clovis November 13, 2008 um 21:06

nen Abend Matte,

Sie meinen in diesem Blog komme nix eigenes rüber? Nun ja eigen ist es nicht, aber rüber kommt schon was. Es ist halt der übliche alte Sozialismuskitsch: Nimm den Reichen was weg und gib’s den Armen. Das ist insbesondere Genossen Lübberdings Interpretation des sog. Debitismus, den man sich in älteren Beiträgen zu Gemüte führen kann.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,
Clovis

14 daniel November 13, 2008 um 21:21

Ich war so frei und habe den Siegener Profs den Link zu diesem Artikel zugeschickt, mit der Bitte, sich zu schämen.

15 Beate November 13, 2008 um 21:24

@hacedeca

Die Deutschen sollten bei der Konferenz zur Stabilisierung der Finanzmärkte, die Keynesche Forderung durchsetzen, das Länder die pernament Handelsbilanzüberschüsse erwirtschaften Strafsteuern an den IWF zahlen müssen.
Und das aus Eigeninteresse. Arbeitszeitverkürzung ist machbar.

@AxOx

Was müßte geschehen, damit eine Forschung gefördert würde, die sich zum Ziele setzte, die gewöhnliche Gebrauchsdauer von Konsumgütern zu verdreifachen.

16 ~ Halbgott ~ November 13, 2008 um 21:47

@ Frank Lübberding !

… Du betreibst wieder üble Desinformation !

“Die Geldpolitik und der Finanzmarkt interessierten unsere Experten gar nicht.”

=> … DU hast aber stets vor zu niedrigen Leitzinsen und zuviel Kreditschöpfung gewarnt, nicht ?

=> … DU hast stets darauf hingewiesen, dass erstens der Kollaps eines solchen überschuldeten Finanzsystems unvermeidbar ist. Ausserdem hast Du darauf hingewiesen, dass die Politik des billigen Geldes die Exportwirtschaft begünstigt ?

=> … DU hast auch eine Antwort darauf, wie die deutschen Löhne, obwohl bereits die höchsten in der Welt, munter weiter steigen können. Auch und gerade nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der uns, ob wir wollen oder nicht, die zusätzliche Teilnahme von 4 Mrd. neuen Teilnehmern an der Veranstaltung “Globale Marktwirtschaft” gebracht hat ?

=> … DU hast auch immer vor der gemeingefährlichen Schuldenauftürmung durch die Schröder-Sozis gewarnt ?

=> … neee, frank ! Sorry ! … das ist Bullshitt!

=> … der Professor, bei dem ich die Grundlagen der Volkswirtschaft gelernt habe steht übrigens auch auf der Liste …

+ er hat im Gegensatz zu Dir und den anderen Demand-Side-Dudes vor der Greenspanschen Geldpolitik schon Ende der 90′er eindringlich gewarnt !

+ er hat auch vor der zu frühen Einführung des Euro gewarnt. Zu recht, wie sich nun herausstellt.

+ ich muss sagen, er hat 1000 mal mehr Ahnung von Wirtschaft, als Du der wgnx und Robert von H. zusammen … ;-)

… aber der Blog entartet ja zunehmend zum Frust-Blog der Linkspartei-Aktivisten ! … und natürlich derer, die immer noch glauben, die SPD könne noch mal wiederauferstehen …

17 AxOx November 13, 2008 um 21:58

@Beate..

Es müsste sich für die Unternehmen *lohnen* Produkte zu entwickeln, die – wie vorgegeben – dreimal so haltbar wären …

Und wann lohnt es sich?
Wenn die Leute mehr auf ihr Geld achten müssten…? Und nicht mehr so reich sind, um schlechte Qualität zu erwerben (frei nach diesem hübschen Spruch).

18 imperator November 13, 2008 um 22:01

Es sollte sich schon rumgesprochen haben ,daß man jeden” Experten”für jede Aussage -ohne jede Ausnahme – kaufen kann.So natürlich auch die Verfasser des “Hamburger Appells”.
Die interesssieren sich für das Geschwätz von gestern nicht mehr .Morgen behaupten Sie das Gegenteil ,wenn jemand dafür bezahlt.

19 f.lübberding November 13, 2008 um 22:08

Hermann Keske

252 haben unterschrieben. Na sowas aber auch.

Clovis

Genosse Lübberding hat gar keine Debitismus Interpretation. Er ist nämlich gar kein Debitist.

Matte

Also Weissgarnix macht fast jeden Tag einen konstruktiven Vorschlag. Das sollte man zu unserer Ehrenrettung einmal erwähnen. Weissgarnix hat schon auf die Probleme der HRE hingewiesen als der Bundesfinanzminister noch gar nicht ahnte, dass es überhaupt ein Problem geben könnte.

WI-ING

Also wenn ich das mit der Unterschrift Deines Lehrers geahnt hätte … ich hätte das gar nicht geschrieben … . Und das mit den Linksparteiaktivisten. Also damit können weder Weissgarnix, noch ich gemeint sein. Die anderen sollten sich, wenn sie denn da sein sollten, outen … . Und wer mir einen Tipp gibt wie denn die SPD wiederaufstehen kann, der bekommt von mir … ein Eis.

20 Nanuk November 13, 2008 um 22:12

Oh 2005 soll ich mal in die Bücher gucken wieviel Umsatz ich da gemacht hab…
Ne lieber nicht sonst wird es oberpeinlich für die Herren Wissenschaftler…

21 imperator November 13, 2008 um 22:14

Zu den Verfassern des Hohenheimer Appells :
Offenbar handelt es sich um die Astrologische Zentralabteilung.
Wenn die Banken ihre Risiken offenlegen sind sie sofort pleite

22 AxOx November 13, 2008 um 22:27

@ ~ Halbgott ~, posting 23

“=> … der Professor, bei dem ich die Grundlagen der Volkswirtschaft gelernt habe steht übrigens auch auf der Liste …

+ er hat im Gegensatz zu Dir und den anderen Demand-Side-Dudes vor der Greenspanschen Geldpolitik schon Ende der 90′er eindringlich gewarnt !”

Und wieso steht im Aufruf nichts – aber auch gar nichts – bezüglich der Verirrungen einer staatlichen bzw quasistaatlichen Wirtschafts- und Finanzpolitik? Wie konnte er nur sowas Unvollständiges unterschreiben?

23 marktlöwe November 13, 2008 um 23:13

Ich erinnere mich noch, wie ich mich über diese (Anzeigen-) Kampagne ärgerte: schon damals war es eine Aussage gegen jeglichen gesunden Menschenverstand. Gerade so, als ob die Wirtschaft im virtuellen Raum der Wissenschaft seine Vollendung finden würde…
Es befriedigt mich zutiefst, nach relativ wenigen Jahren, diese VERSAGER der Volkswirtschaft auf der Anklagebank zu sehen !
Wenn sie keine staatlichen Garantieeinnahmen hätten, wären sie schon längst H IV, ich hoffe sehnlichst, dass nur dort die Zukunft dieser ANDERSARTIGEN ist: Im Nirwana, da spielen Lügen keine Rolle mehr.

24 ~ Halbgott ~ November 13, 2008 um 23:14

@AxOx

… ich habe den Appell eben mal kurz überflogen …

Was die Geldpolitik angeht, haben leider selbst die meisten VWL-Professoren KEINE Ahnung (unglaublich aber wahr … sie glauben tatsächlich, man könne die Inflation anhand des Preisniveaus eines Warenkorbes messen). Dieser Bereich wurde also offensichtlich ausgespart, um eine möglichst grosse Zahl an Unterschriften zu haben …

DIe stetige Aufschuldung der Schröder-Sozis wird zu recht kritisiert.

Der Appell befasst sich im Kern mit REALWIRTSCHAFTLICHEN REFORMEN. Und diese werden auch die nächsten Dekaden ganz oben auf der Agenda stehen. Die Frage ist ungelösst, wie Deutschland, bekanntlich ein Rohstoffarmes Land, sein Wohlstandsniveau halten kann ! … meine meinung ist, dass es sich mittelfristig halbieren wird ! … ohne Reformen wird es noch schlimmer …

Die einzige Reform, die stattgefunden hat, war Hartz4. HIV war im Kern richtig und hat auch einige hundert tausend neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Umsetzung war gewohnt dilettantisch und das ganze kam 10 Jahre zu spät. Die Löcher in der Rentenversicherung werden uns noch Jahrzehnte belasten …

Weitere essentielle Punkte einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik werden genannt: etwa das Bildungswesen. Lustig der Hinweis auf mehr “Fleiss” statt mehr Geld :-) ) … ich teile zwar diese Ansicht, würde es aber auch begrüssen, wenn man den PRofs Geld kürzt und auf Kompensation durch Fleiss dringt …

Der Appell trägt allerdings auch die Handschrift von interessierten Kreisen der Unternehmerschaft ! … die steuerliche Umverteilung der Schröder-Sozis von unten nach oben war einfach nur dreist ! … sie ist unbedingt zu korrigieren ! … ich rede von steuerlicher Umverteilung von den Unternehmen bzw. reichen Privatiers zum Staat bzw. Armen (insbesondere Kindern) in Höhe von mind. 50 Mrd. EUR p.a. …

25 Juergen November 13, 2008 um 23:18

@halbgott

Die einzige Reform, die stattgefunden hat, war Hartz4. HIV war im Kern richtig und hat auch einige hundert tausend neue Arbeitsplätze geschaffen.

Was ist der Kern und für die Behauptung HIV hätte Arbeitsplätze geschaffen hätte ich schon gerne Belege.

26 edicius November 13, 2008 um 23:34

@halbgott

Alles gut&schön&richtig.
Aber den hier:
die zusätzliche Teilnahme von 4 Mrd. neuen Teilnehmern an der Veranstaltung “Globale Marktwirtschaft” gebracht hat ?
kannst du zu Fragen der Lohnhöhe mal stecken lassen.
Die Zunahme von 4Mrd Teilnehmern wäre ja eine grandiose Gelegenheit für Wachstums- und Wohlstandsmehrung. Sagst du auch selber: das Kapital wurde fehlgeleitet. Zustimmung.

Aber diese Lohngeschichte: Für chinesische Löhne würde hier niemand arbeiten KÖNNEN, weil er dann nämlich verhungerte. Und die Chinesen können das nicht deshalb, weil sie weniger essen müssen, sondern weil das Essen in China viel weniger kostet.

Kurz&gut: Globalisierung, das ist im wesentlichen die vollkommen unmarktförmige Ausnutzung von Disparitäten: chinesische Kosten- aber euroamerikanische Preisstrukturen. Das ist NICHT dein “System des sozialen Ausgleichs”, sondern das System der globalen Ausplünderung. Rechnung folgt.

27 racoon November 13, 2008 um 23:38

ich hab mich ja darauf Wetten getraut dass der für seine Auftragsstudien bekannte Linzer Univ. Prof. S cheider auch dabei ist. Bingo !!

Und was erfahren wir von ihm in seiner letzten Presseaussendung von Ende Oktober 2008:

Oberösterreichische Banken sind gut aufgestellt.

http://www.finanz-journal.at/banken-in-oberoesterreich-gut-aufgestellt/

Ich tip schon einmal auf seine nächste Auftragsstudie:

“Angstsparen und Konsumverweigerung als eigentliche Ursachen der Massenarbeitslosigkeit: Weltwirtschaftskrise in Wirklichkeit Konsumenteninduziert”

P.S.: Im nächsten Monat steht dann in der Krone “Erster verurteilter Panikblogger: Ein Österreicher!!”

28 edicius November 13, 2008 um 23:39

und noch was zum Thema Arbeit/Lohn:

Arbeit, Boden (Natur) und Geld sind keine Waren.
Warum? Weil sie weder beliebig vermehr- oder verminderbar sind, noch für den Markt produziert werden.
Nur was Marktgesetzen auch folgen kann, kann marktförmig organisiert werden.

29 marktlöwe November 13, 2008 um 23:51

Halbgott hat versagt:
“HIV war im Kern richtig und hat auch einige hundert tausend neue Arbeitsplätze geschaffen. ”
Mit Verlaub: das ist ein Schmarrn.
Die Beschäftigten haben mehr Steuern bezahlt, damit ihre entlassenen Kollegen nicht verhungerten.
SO funktioniert Wirtschaft nicht ! (Der Rest war ein Statistikbetrug über sinkende Arbeitslose.)
Die wegrationalisierten Arbeitsplätze sind nicht die Zukunft unserer Volkswirtschaft. Wir verschenken unser Wissen, unsere humanitäre Kultur und unsere Zukunft und behaupten auch noch in völliger Perversion, das sei nützlich ?!
Nein !
Unser zwergenhafter Binnenmarkt, der einige Exportwirtschaftler reich werden läßt, führt zur Verarmung ganzer Wirtschaftszweige im Inland.
Einer Bananenrepublik würdig ist das und auch das fehlende Verständnis für eigene Interessen.
Das würde einem Engländer oder Franzosen, z.B., nicht einfallen…

30 Sven November 13, 2008 um 23:54

@HalbGott

Zitat: ” …wie die deutschen Löhne, obwohl bereits die höchsten in der Welt…”

Mit Bitte um Beleg. Oder um Eingeständnis einer sinnfreien bis propagandistischen Behauptung. Und bitte keine Einzelfälle…

31 Unwissender November 13, 2008 um 23:58

Was da draussen an den Finanzmärkten und in der Wirtschaft abläuft, ist ein bisher einmaliges Experiment mit höchst ungewissem Ausgang!

Die Regierungen und Notenbanken wollen ein abruptes Ende des größten Neuverschuldungszyklus aller Zeiten mit – allen – Mitteln verhindern. Der WGX als führender Buchhalter dieses Blogs kann das im Detail natürlich besser vermitteln als ich. :- )

Überaus peinlich ist dann in diesem Zusammenhang, dass die von so “honorigen” Volkswirten und Profs. beratenen deutschen Banken – und hier erlangt der Begriff “stupid german money” eine neue Dimension – sich von cleveren Wallstreet-Kollegen über den Tisch ziehen ließen und dreistellige Mrd.-Beträge in sub-braine Anleihen schlechtester Bonität investierten. Wow!
Das hätte ich kaum besser machen können. :-) )

Bankmanager in Kombination mit Volkswirten, wenn das der deutsche Michel alles so durchschauen würde, zum Glück nicht!

Da werden wohl noch einige Appelle nötig sein, jedoch an die Herren Volkswirte – befürchte ich?

32 Unwissender November 14, 2008 um 00:09

@racoon

Sei nicht traurig!

Deinem Linzer Prof. verzeihen wir mal.

Dieses idyllische Alpenland hat ja zum Glück noch die alte Wiener Schule der Nationalökonomie hervorgebracht – und den Weissgarnix natürlich! :-) ))

33 Clovis November 14, 2008 um 00:34

Genosse lübberding,

Du bist kein Debitist?

Um so trauriger, das ist das einzige an diesem Blog, das wissentschaftliche Dignität beanspruchen könnte.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,
Clovis

34 KurtKiesel November 14, 2008 um 00:38

@ edicius # 35

100% Zustimmung. Interessant ist, dass die jetzige Krise ihre Ursachen in Boden- (US-Immobilien)- und Geld-Blasen hatte. Wenn beide (Boden/Geld) als Waren behandelt werden, handelt es sich schon definitionsgemäß dabei um Bubbles – eben mangels Wareneigenschaft. Und beide hängen zusammen, denn niedrige Zinsen führen sowohl zur Kreditvermehrung als auch zu steigenden Immobilienpreisen. Wie Wi-Ing im älteren Thread treffend bemerkt, führt dies nicht zu einer höheren aggregierten Nachfrage, weil an anderer Stelle Nachfrage “wegfällt”, die nun stattdessen nicht befriedigt werden kann. Zwar können die unmittelbaren Nutznießer solcher Geldvermehrung und Assetpreis-Inflation ihren Konsum ausweiten. Doch bedeutet dies, dass andere für sie arbeiten müssen und dabei weniger zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse erhalten. Der Gesamt-Wohlstand wird dadurch nicht erhöht. Er geht sogar zurück, weil die Arbeitsteilung verfälscht und untergraben wird.

35 Bernhard aus Frankfurt November 14, 2008 um 00:40

@12 (mhh):

Ähmm, ich habe mir den Hohenheimer Aufruf durchgelesen. Ich weiß nicht so recht. Mein Eindruck war, da sind einige aber ganz schön naiv und wissen nichts (AxOx: 100% Zustimmung) vor der Ursache der Systemkrise. Die Finanzkrise ist doch bloß der Auslöser. Es wird Zeit, dass mehr Wissenschaftlichkeit in das Gedankengebäude der Wirtschaftswissenschaftler einzieht. Religion, teilweise komplexe Mathematik enthaltend, bleibt Religion oder vielmehr Herrschaftsideologie.

@Speziell an Wi-Ing: Die vier Hauptsätze der Thermodynamik sind doch ein Pfund. So etwas gibt es in den Wiwi nicht, oder sehe ich das falsch?

Wenn wir schon verlinken: Man vergleiche http://www.frankfurter-zukunftsrat.de/Anspruch/ – Rückwärtsgewandheit, ist – egal wie verpackt – ein Fortschritt. Nur in die falsche Richtung. Hier ein Beispiel, was Die fordern: “Demokratie (Anpassung der Politik an an den globalen Wettbewerb).” Ob das der Verfassungsschutz weiß?

mhh, Sie schrieben in http://www.weissgarnix.de/?p=685#more-685, #34, Sie hätten kein Weblog. Falls Sie sich austoben wollen, können Sie gern im meinigen mitschreiben.

Schönes Wochenende + Grüsse aus Frankfurt,
Bernhard

36 edicius November 14, 2008 um 00:58

@kurtkiesel
Es wäre geradezu erstaunlich, wenn es nicht auch eine “Arbeit-Bubble” gäbe. Und ich denke, die gibt es. Geld (Carry-Trades etc etc) und Arbeit (“Lohnkosten”) wurden als global(isiert)e Waren behandelt, obwohl sie es nicht sind, nicht sein können und auch nicht sein sollten.
Eigentlich geht es jetzt darum, dass die Profiteure dieser Abläufe nicht auch noch die Nutznießer der daraus resultierenden Krise werden.
Denn dann ist hier wirklich Schluß – und auch ich könnte daran nichts mehr falsch finden.

37 Beate November 14, 2008 um 01:24

@Halbgott 31

Warum hat der Euro aufgewertet? Die Löhne , besonders die Lohnnebenkosten, sind in Deutschland zu hoch. Der Euro hätte abwerten müssen.
Damit der Euro sinkt und unsere Autoindustrie gestärkt wird müssen wir Hartz IV verdoppeln. Nur so läßt sich das durchschnittliche Lohnniveau anheben. Die Gemeinden und Städte sollten zur Finanzierung hierfür die Abfallgebühren pro Jahr um 50% erhöhen. (Auch in China produzierter Abfall würde teurer, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie.) Da Besserverdienende mehr Müll produzieren brauchen wir nicht die FDP zu fragen, ob der Spitzensteuersatz auf 70% erhöht werden soll. Umverteilung von oben nach unten garantiert. Nebeneffekt Deutschland rettet die Welt. Da die Produkte dadurch teuerer werden, erhöht sich deren durchschnittliche Gebrauchsdauer um das 10fache. Der Weltkrieg um Ressourcen wurde vermieden.

38 edicius November 14, 2008 um 01:35

Als Hochschullehrer für Volkswirtschaftslehre warnen wir eindringlich davor, Illusionen zu erzeugen

Immerhin: Sie warnen vor sich selbst.

39 J.Kramer November 14, 2008 um 02:29

Interessant an den Appellen für “mehr Flexibilität” auf dem Arbeitsmarkt, also Hire and Fire, ist der blinde Fleck in der Argumentation:

Wenn Hire and Fire so toll für uns alle ist, warum verzichten dann nicht die Merzes, Sinns etc. freiwillig auf einen Teil ihres eigenen Gehalts/Tantiemen/Boni ? Wer es besser weiß, sollte als erster handeln.

Interessant wäre einmal, all diese Widersprüche, die so unausgesprochem im Raum stehen, zu sammeln und irgendwo zu veröffentlichen.

40 Joe the Plumber November 14, 2008 um 02:46

Extrablatt: Meister schafft noch mehr Vertrauen:

http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll450.html

41 Ich November 14, 2008 um 03:00

@edicius
Für chinesische Löhne würde hier niemand arbeiten KÖNNEN, weil er dann nämlich verhungerte. Und die Chinesen können das nicht deshalb, weil sie weniger essen müssen, sondern weil das Essen in China viel weniger kostet.
Der Kausalzusammenhang ist umgekehrt. Weil hier niemand für chinesische Löhne arbeitet, kostet das Essen mehr. Würde das nicht weitgehend durch höhere Produktivität in den allermeisten anderen Bereichen ausgeglichen, würde auch einfach real China enorm aufwerten.

@Beate,
Lohnsteigerung + Euroabwertung heben sich in erster Ordnung gegenseitig auf. Wenn die Währung abwertet, wegen hoher Inflation, wertet sie eben real nicht ab.
Das Problem scheint eher zu sein, dass Wechselkurse und Produktpreisänderungen teilweise entkoppelt sind. Daher kam ja auch der Vorschlag auf, eine Art neues Bretton Woods aufzulegen, womöglich nicht mit starren Wechselkursen, aber mit Abfederung von allzu großer Volatilität.

@f.lübberding,
haben sie irgendwo schon mal im Detail dargelegt, wie Ungleichheit in D zur Finanzkrise geführt haben soll? Ich halte das schlicht für hahnebüchen. Die Hauptschuldigen neben der Bankenaufsicht sitzen in Washington. Würde Einkommensungleichheit tatsächlich zu Konsumschwäche führen, dürften die USA von allen entwickelten Ländern das größte Nachfrageproblem haben. Deutschland müsste relativ zu Ländern wie Frankreich oder Italien Nettoimporteur sein. Ich bin ein Anhänger des kritischen Rationalismus. Die These, die Finanzkrise hinge an Arbeitsmarktreformen in Deutschland ist nicht zu halten, wenn nicht ein überzeugender Mechanismus offengelegt wird, der auch für andere beteiligte Länder – China, das den größten Teil des US Konsums finanziert, Japan, aber eben auch Europa – einigermaßen funktioniert. Die Ideen von Halbgott, dass der niedrige Zins in den USA wichtig war, kann relativ leicht die Verbreitung erklären. WGN hat mal als wichtigstes Element die Verbriefung genannt. Auch das scheint evident, da ohne Verbriefung der Transmissionskanal verstopft wäre. Spanien, als Test, hat eine restriktivere Bankenaufsicht und ist daher von dieser Krise bisher weniger betroffen.
Die Idee, ohne Nachfrage aus den USA wäre es mit der deutschen Wirtschaft ewig bergab gegangen halte ich auch keineswegs für erwiesen. Dann wäre das Geld eben an Menschen in Deutschland zu niedrigeren (langfristigen) Zinsen verliehen worden. Vielleicht auch nicht, aber wenn schon die Vergangenheit so schwierig zu erklären ist, ist eine Counterfactual Analyse doch eher noch schwieriger. Wenn ich recht habe, hätten uns die USA aber keinen Gefallen getan, sondern uns eher eins ausgewischt mit ihrem Importrausch.

42 joerg November 14, 2008 um 05:29

Immer grössere Konsumgüterberge werden für immer weniger zahlungskräftige Menschen produziert. Um das Rad am Laufen zu halten schlage ich vor, dass die Schicht bei der sich das erwirtschaftete Kapital konzentriert die Dinge kauft die sich die unterkapitalsierte, überschuldete Masse nicht mehr kaufen kann. Auf los gehts los, jeden Monat ein neuer Mercedes, zwischendurch mal ein paar Opel und nicht vergessen den Flachbildfernseher in jeden Zimmer einschliesslich Toilette. Am Jahresende dann alles zum Recyclinghof und dann wieder von vorn.

Andere Idee? Mir fällt nix ein.

Cheers

Jörg

43 SD6 November 14, 2008 um 06:55

@Ich
“haben sie irgendwo schon mal im Detail dargelegt, wie Ungleichheit in D zur Finanzkrise geführt haben soll?

Die Ideen von Halbgott, dass der niedrige Zins in den USA wichtig war, kann relativ leicht die Verbreitung erklären.”

Ich hoffe es wirkt nicht unhöflich wenn ich kurz darauf eingehe, aber ohne Kredit-ohne-Grenzen wäre der American Way of life doch gar nicht mehr möglich gewesen.
Die Hypotheken und Kreditkarten waren/sind eine Lohnergänzung die von der Weltgemeinschaft getragen wird für die ärmeren Teile der US-Bevölkerung.
So war dann für die Unterschicht ein halbwegs vernünftiges Leben drinn, die Mittelschicht konnte sich sogar ein bisschen Luxus leisten.
Also entweder findet man auch zukünftig irgendwelche ausländischen Trottel die Joe the Plumber finanzieren, besorgt sich das Geld bei der eigenen Oberschicht oder man erklärt dem kleinen US Bürger einfach das der gewohnte Lebensstandard nicht mehr bezahlbar ist und man sich damit zufrieden geben muss das dieser von nun an stellvertretend von anderen Bürgern für einen übernommen wird.

44 hacedeca November 14, 2008 um 08:25

@ Beate, Nr. 22

“Die Deutschen sollten bei der Konferenz zur Stabilisierung der Finanzmärkte, die Keynesche Forderung durchsetzen, das Länder die pernament Handelsbilanzüberschüsse erwirtschaften Strafsteuern an den IWF zahlen müssen.”

Mal abgesehen davon, daß eine weitere Steuererhöhung in Deutschland sicherlich nicht so dringend gebraucht wird, von welcher Arbeitszeitverkürzung sprichst Du anschließend? HartzIV?

Zudem: Strafsteuern sollten eher die zahlen, die mehr verbrauchen als herstellen und darob ein Außenhandelsdefizit haben! Ach, das tun sie ja, indem sie langfristig in die Bredouille geraten. Na, dann ist ja alles gut!

Gut dagegen ist nicht, daß Deutschland von seinen Exportüberschüssen kaum profitiert. Aber dies hat politische Gründe, wie die Stützung des amerikanischen Imperiums, das EU-Engagement auch über den Euro, in welchen man notorische Betrüger wie die Griechen aufnahm etc.

45 Nanuk November 14, 2008 um 09:07

@Joe the Plumber

“Krise in den Köpfen der Verbraucher” – Krise in der Psychologie. Die Frage, wie man auch sprachlich mit der Krise umgeht, ist die Frage wie schnell und ob wir überhaupt aus der Krise herauskommen.

Da ruft jemand nach Propaganda…

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4c/Poster13.jpg/300px-Poster13.jpg

so und jetzt alle Mann an die Maschinen zum Wohle des Volkes…
und zum Kampf für die Internationale Solidarität…
Von Chinesen lernen heist siegen lernen.
http://www.news.ucdavis.edu/photos_images/news_images/04-2008/chinese-poster_lg.jpg

46 weissgarnix November 14, 2008 um 09:08

@Beate, #22

Stimme prinzipiell zu, zumal Keynes ja auch meinte, eine zu starke internationale Verflechtung der Wirtschaft würde – gepaart mit den üblichen Nationalismen – eine latente Gefahr für den Frieden darstellen. Und wie etwa die USA-China-Debatte der letzten Jahre zeigt, hatte er damit ja durchaus recht.

Das Problem, das ich allerdings mit dem Vorschlag zur Arbeitszeitverkürzung sehe ist, dass das in einer primär exportorientierten Wirtschaft unweigerlich zu Arbeitsplatzverlagerung und damit -losigkeit führen würde. Mann könnte sicherlich, den politischen Willen mal vorausgesetzt, kurzfristig den Umstand ausnutzen, dass Firmen aktuell wenig investieren, daher kaum große Werksschliessungen in D und Neuaufbau in Tianjin finanzieren werden wollen. Man könnte sie daher kurzfristig zwingen, die Löhne zu erhöhen. Ja, man könnte sogar diese Maßnahme damit flankieren, dass Verlagerungen ins Ausland mit einer Art “Fluchtsteuer” belegt werden. Hätte kurzfristig sicher alles einen gewissen belebenden Effekt.

Das Problem ist nur: langfristig wäre das tödlich. Man kann Beschäftigung nicht “erzwingen”, man kann Investitionen nicht erzwingen. In einem Umfeld wie dem vorstehend beschriebenen würde daher beides woanders stattfinden, in Indien, Thailand, China oder wo auch immer. In meinen Augen ist das der direkte Weg ins Disaster oder alternativ in den Kommunismus. Letzteres bekanntlich nicht my cup of tea, aber fein, das mögen andere anders sehen.

Das Rezept für Deutschland ist eigentlich total simpel. Es ist sogar so simpel, dass man schreien könnte, wenn man so einen derartigen Nonsense wie die diversen “Appelle” liest: wir brauchen Investitionen in den deutschen Binnenmarkt! Und wenn die aus dem Privatsektor nicht kommen, dann muß eben der Staat dafür sorgen. Gelegenheiten dazu galore, alle in diesem Blog bereits ad nauseam aufgezählt. Der deutsche Binnenkonsum muß auf ein deutlich höheres Niveau gehoben werden, einmalig sozusagen, auf dem er ausreichend Gewinnmöglichkeiten generiert, um auch für Investitionen des Privatsektors wieder interessant zu werden. Dann fliessen die Investitionen des Staates à la longue auch wieder über deutlich höhere Steuern zurück.

Das könnte man sich, meiner bescheidenen Meinung nach, ohne weiteres 200-300Mrd kosten lassen, ohne dass auch nur irgendwo ein Sack Reis umfällt.

Aber leider: der ökonomisch-politische Zeitgeist will es anders. Was ich da gestern bei Maybritt Illner gesehen habe, lässt mich schier verzweifeln. Ich sagte noch vor kurzem im Radio “So blöd können die Politiker doch gar nicht sein” … doch, sie sind es!

47 weissgarnix November 14, 2008 um 09:15

@Alle

Das Problem, das meines Erachtens in Deutschland aktuell noch die Sicht vernebelt ist, dass es den meisten Leuten noch viel zu gut geht. “Krise? Ach ja, da war doch was in der Zeitung …”.

Ich bin ziemlich überzeugt, dass sich das schlagartig ändern wird, sobald die ersten großen Industriebetriebe in D den Laden dicht machen und die Arbeitslosigkeit wieder ein paar Millionen in die Höhe schnellt. Bis dahin wird es nicht mehr allzulange dauern, wenn man den letzten News aus dem Lager von Euler-Hermes, Creditreform und anderen Kreditversicherern Glauben schenkt …

Dann wird sich vermutlich auch an der politischen Debatte was ändern.

48 Nanuk November 14, 2008 um 09:18

@wgnx
Wenn das passiert gehen die Deutschen auf die Strasse glaubs mir ich bekomme jeden Tag mit wie sauer die normalen Leute auf Banken und Staat sind es kocht es fehlt nur noch ein Funke.

49 racoon November 14, 2008 um 09:31

@unwissender

Zitat: ” Deinem Linzer Prof. verzeihen wir mal. Dieses idyllische Alpenland hat ja zum Glück noch die alte Wiener Schule der Nationalökonomie hervorgebracht – und den Weissgarnix natürlich! :-) ))”

Ja das kompensiert vieles! Und mein Linzer Prof ist ja eigentlich ein BRD-Import. Menschlich ist er übrigens völlig in Ordnung und wird von seinen Studies auch sehr geschätzt.

Net dass wir jetzt eine Professren-Hatz da lossbrechen. Aber wer sich so offensichtlich in der Politik-Beratung profilieren möchte und öffentlich exponiet wie die Hamuger-Appellierer soll auch einiges an Kritik einstecken können.

50 Hermann Keske November 14, 2008 um 09:48

@ Halbgott # 31

Du schreibst:

Die einzige Reform, die stattgefunden hat, war Hartz4. HIV war im Kern richtig und hat auch einige hundert tausend neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Umsetzung war gewohnt dilettantisch und das ganze kam 10 Jahre zu spät. Die Löcher in der Rentenversicherung werden uns noch Jahrzehnte belasten …

Mal ganz ohne Polemik, ohne Hohn und Spott: Auf welchem vielleicht empirisch belegbaren Weg hat Hartz-IV Arbeitsplätze geschaffen? Geht es bei dieser Aussage, die man ja öfter lesen kann, um diesen mechanistischen Zusammenhang von sinkenden Löhnen und steigender Nachfrage nach Arbeit? Dann müsste Hartz-IV lohnsenkende Wirkung gehabt haben. Ist das so und wie hat es funktioniert?

Ich habe meine Zweifel an der These schon deswegen, weil wir – die Zahlen sind ein paar Wochen alt – von 1,5 Millionen weggefallenen regulären (Vollzeit, sozialversicherungspflichtig, ausreichend für eine Familie) Arbeitsplätzen hören und von 2,6 Millionen neuen atypischen Arbeitsverhältnissen (Teilzeit, Leiharbeit, Niedriglohn). Da kommt der Verdacht auf, wir hätten es gar nicht mit neuen, sondern lediglich mit geteilten Arbeitsplätzen zu tun (sehr allgemein gedacht, nicht gerade im Detail).

Oder ist in der Behauptung von den Arbeitsplätzen enthalten, Hartz-IV habe durch die Absenkung der Zumutbarkeitsgrenze und verschiedene Sanktionsmöglichkeiten dazu geführt, dass die Hilfebezieher sich stärker als bisher um Arbeitsplätze bemühen und nun auch Arbeiten annehmen, die sie vorher für unzumutbar angesehen haben? Das wären dann nicht unbedingt neu geschaffene Arbeitsplätze, sondern nur die bessere Belegung bereits vorhandener Arbeitsgelegenheiten.

Also noch einmal – mich interessieren empirische Befunde, die einen kausalen Zusammenhang begründen könnten, nicht die markttheoretischen Begründungen. Vielleicht gibt es dazu ja etwas, was man nachlesen könnte. Es gibt vielleicht unter den Blog-Schreibern jemanden, der dazu etwas weiss.

@ Lübberding # 26

Haben Sie meinen Zahlenhinweis als Kritik oder Belehrung aufgefasst? Dann hätten Sie mich missverstanden. Ich finde die hohe Zahl insofern bedeutsam (und erschreckend), als sie zeigt, wieviele Ökonomen in Deutschland diesen politischen Schrott mitzutragen bereit sind. Die Meinungsmanipulation findet auf einer breiten Basis statt.

51 Nanuk November 14, 2008 um 09:50

@Wgnx
Schau mal ob du die Ip adressen in deinen Logfiles findest dann weist du ob du beobachtet wirst…
:)

https://secure.wikileaks.org/wiki/T-Systems_BND_network_assignments,_13_Nov_2008

52 Caspar Hauser November 14, 2008 um 09:55

@ Nanuk

Warum sind die Leute denn jetzt noch nicht auf der Straße? Es gäbe genug Gründe, um auf die Straße zu gehen.

Die Leute sind aber verwöhnte, Privatfernsehen guckende, gutgläubige Bildzeitungsleser. Und sollte sich da doch etwas ändern, dann gibt es ja noch den Repressionsapparat – inkl. BKA-Gesetz und Bundeswehr im innern.

Denk ich an Deutschland in der Nacht…

53 Mammut November 14, 2008 um 10:09

@Halbgott

die ALGII-Reform hat Arbeitsplätze geschaffen? Nur wenn man das window dressing in der Arbeitslosenstatistik für bare Münze
hält. Die pseudo-Selbständigen, die Arbeitslosen in der Maßnahme sind doch gar nicht erfasst.

Was hat sich denn an den Ursachen der Langzeitarbeitslosigkeit geändert? Die Schule verlassen nachwievor zu viele junge Erwachsene ohne ausreichende Fähigkeiten.

Was wäre den eine Reform im Bereich der Langzeitsarbeitslosigkeit? Deinen entrückten Lehrern ist zwar schon aufgefallen, daß die Marktteilnehmer sich selbst organisieren. Dann haben sie sicherlich auch bemerkt, daß Gruppen von Studenten vor ihnen sitzen und sie können sich vielleicht daran erinnern, daß sie ihre Bildung ebenfalls in Gruppen erhielten. Menschen erreichen viel, wenn sie in Gruppen zusammenarbeiten. Nur, wenn Menschen arbeitssuchend sind, scheint das nicht zu gelten.

Wäre eigentlich naheliegend, daß man daran denkt, das im Prozess von der Arbeitslosigkeit erst zur Erwerbssuche, dann zu Erwerbsfindung ein Rückhalt durch andere Menschen, durch eine Gruppe von Menschen, die ähnliche berufliche Lebenswege anstrebt, ebenfalls eine ganz vernünftige Sache wäre. Kurz eine Selbstorganisation der Arbeitsuchenden, in Form von Selbsthilfegruppen die einen, in Form von Unternehmen der Erwerbssuche die Anderen. Stattdessen sitzt ein Arbeitssuchender vor einem staatlichen oder privaten Kümmerer. Eigenartig, bei den Arbeitssuchenden wird die Selbstorganisation nicht gefördert. Warum wohl?

Wird das gegenseitige Kennenlernen von Arbeitssuchenden durch die Arbeitsagenturen gefördert. Im Gegenteil, es wird strikt unterbunden. Das soll von Vorteil sein?

54 Nanuk November 14, 2008 um 10:13

Und sollte sich da doch etwas ändern, dann gibt es ja noch den Repressionsapparat – inkl. BKA-Gesetz und Bundeswehr im innern.

Weil kein Gesetz keine Repression Menschen aufhalten kann das geht einfach nicht.Da must du schon grossflächig mit Gewehren aufmarschieren oder Angst und Schrecken verbreiten.

55 Eclair November 14, 2008 um 10:21

@ Ich

“Würde Einkommensungleichheit tatsächlich zu Konsumschwäche führen, dürften die USA von allen entwickelten Ländern das größte Nachfrageproblem haben.”

Aber genau das kriegen sie doch gerade, nachdem die seit 25 Jahren stagnierenden Masseneinkommen nun nicht mehr durch Schuldenaufbau infolge von Vermögenswertblasen (HG würde sagen, ‘perpetuierte Geldillusion’) ausgeglichen werden können.
Und in Deutschland war es eben die Exportnachfrage, die herhalten musste. Was ja auch in der Qualifizierung des 1. Sinnschen Gesetzes in Ordnung ist: Konsum ist volkswirtschaftlich schädlich, es sei denn, er kommt aus dem Ausland.

Nun haben die Chinesen verstanden, dass ihnen gerade schwer die Absatzmärkte wegbrechen, und setzen flugs auf massive Stärkung der Binnennachfrage. Ob das Umswitchen so schnell gelingt, wird man sehen, aber die ‘Kommunisten’ der KP haben jedenfalls das Problem erkannt. Die deutschen ‘Marktwirtschaftler’ dagegen scheinen immer noch zu glauben, dass es für ein Land, das 46% seines BIP durch Verkauf von Gütern ins Ausland erwirtschaftet, kein Problem ist, wenn das Weltwirtschaftswachstum von über 5% im Jahr auf null zurückgeht. Wenn man Steinbrück zur Zeit hört, kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln über so viel geballte Dummheit.

Und wer nach der Erfahrung in Deutschland seit 2001 immer noch nicht glaubt, dass wachsende Einkommens- und Vermögensungleichheit negative makroökonomische Folgen hat, dem ist einfach nicht zu helfen. Selbst die Bundesbank hat schon vor Jahren zugegeben, dass die Umverteilung zugunsten vermögenderer Haushalte die aggregierte Sparquote erhöht und damit die Erholung der privaten Konsumnachfrage behindert hat.

56 weissgarnix November 14, 2008 um 10:24

@Nanuk

Danke, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die sich für den Lübberding und mich interessieren. Außer natürlich, sie wollten was in Sachen Wirtschaft und Gesellschaft lernen.

Ich hätte jedenfalls keinen Stress damit. Jeder darf hier mitlesen, auch der BND.

57 VolkswirtBLN November 14, 2008 um 10:30

@ Halbgott, Frank Lübberding

Dies ist wohl der beste Kommentar (#23), den ich bisher hier im Forum von Halbgott gelesen habe! Glückwunsch und volle Zustimmung!

Dieser Aufruf war richtig!

Dieser Aufruf kam zu einer Zeit, in der die Reformwilligkeit mit dem einsetztenden Aufschwung wieder erlahmte und leider ist seither das simple Verwalten der Republik mittels des kleinsten gemeinsamen Nenners erneut an der Tagesordnung. Zeit, die dieses Land verloren hat. Zeit, in der das Staatsdefizit in einen Überschuss umgewandelt hätte werden können und uns das Polster gegeben hätte, die kommende Krise besser zu überstehen. Aber diese Chance in einem der stärksten Aufschwünge wurde fahrlässig vergeben und dem bequemen Weg der Neuverschuldung geopfert.

Stattdessen wurde über die Einführung von Mindestlöhnen und Grundeinkommen in der Politik diskutiert, für die es keine belegten positiven Effekte für den Arbeitsmarkt gibt, eher im Gegenteil. Und vor allem aus dem linken Lager kam während der ganzen Zeit der Ruf nach niedrigen Zinssätzen durch die EZB. Was für ein geballter ökonomischer Sachverstand einem da jeden Tag aus der Politik entgegenschlägt.

Nun ist nach 2001 der nächste Abschwung da und an Reformen ist außer H4 nicht viel passiert. Leider. Die Unternehmen sind dabei eine wahrhaftige Vollbremsung hinzulegen, deren Folgen uns noch gar nicht bewußt sind.

Ich muss leider feststellen, dass dieser Blog nach seinem guten Start und seinen spannenden wirtschaftlichen Themen und Diskussionen zu einem Besprechungskreis von schlechten oder vermeintlich schlechten Meinungen aus Gegenwart und Vergangenheit geworden ist. Von sachlicher Auseinandersetzung mit dem Thema Wirtschaft ist momentan hier nicht übriggeblieben.

Das einzig peinliche ist die selbstgerechtigkeit des Autors dieses Postings, mit der er einem großen Teil der Hochschullehrerschaft der Volkswirtschaft in Deutschland zu Diletanten zu degradieren versucht…

58 otaku November 14, 2008 um 10:33

@wgn
Hör doch, sorry , mal auf mit dem Geschwätz.
OK wir brauchen Binnennachfrage, am besten EU weit.

So weit so gut.
ABER solange Leute wie du lieber Aktien kaufen statt wie ich bereits mehrmals erwähnte Kleinunternehmertum anzuschieben, die dann wieder Arbeitsplätze und so weiter….

Reden ist einfach , bein handeln haperst dann, da helfen auch keine Interviews. Das ärgert mich zu Tode. Mit 150.000 x 10.000 Euro könnte man langfristig bei 50 % Erfolgsquote 300.000 wettbewerbsfähige Arbeitsplätze schaffen.

Aber vertrauen in Papier ist ja grösser als in Mensche, scheiß drauf was interessiert mich die IG Chemie in Ihrer heutigen Form…

Würden alle Leute mit deinem Einkommen wirklich was tun außer zu reden, hätten wir keine Probleme.

IMHO.

Was übrigens auf alle mit Einkommen über 3 Kiloeuro zutrifft.
Aber man braucht ja unbedingt NOCH nen 160 cm Glotzkasten oder ähnlich sinnvolles, Zum “Leben”.
Prost.

Wollte ich nur mal angemerkt haben.

Otaku

59 mylli November 14, 2008 um 10:48

@ otaku

Volle Zustimmung, aber der Entzug ist für die Priviligierten einfach zu schmerzhaft.

Have answers,
mylli

60 f.lübberding November 14, 2008 um 11:02

Hermann Keske

Nein. Weder als Kritik, noch als Belehrung, obwohl beides völlig in Ordnung ist. Ich hatte nur nicht mehr in Erinnerung, dass es sogar über 250 Hochschullehrer gewesen sind. Meine Antwort war sarkastisch gemeint gewesen – und Ihr Hinweis mehr als berechtigt.

61 suann November 14, 2008 um 11:52

Nur zum Nachdenken:
Hier wird immer von “Wissenschaftlern ” in Zusammenhang mit der Volkswirtschaft geschrieben.
Von Wissenschaft kann nur dann gesprochen werden, wenn ein ein bestimmter Zustand,der unter gleichen Bedingungen, mit gleichen Methoden zu immer den gleichen Ergebnissen führt.( Mathematik, Biologie )
Also KANN VWL nie eine Wissenschaft sein!
Für mich ist dieser Begriff, der sich leider allgemein durchgesetzt hat, das klassische Beispiel, wie mit Sprache manipuliert werden kann.
Deshalb nehme ich die Aussagen von ” Moechtegern-Wissenschaftlern ” zur Kenntnis, aber nicht ernst .

62 f.lübberding November 14, 2008 um 12:07

Volkswirt BLN

Ihre Anmerkungen sind wichtig. Denn genau darum geht es ja: Eine Debatte. Allerdings finden Sie nicht den richtigen Zugang zum Thema. Erlahmender Reformwille. Blosse Verwaltung. Nur Einführung von Hartz IV. Lauter nette Anmerkungen, aber leider kein einziges Argument. Die deutsche Volkswirtschaft und Gesellschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren in fast allen relevanten Sektoren fundamental verändert. Jenseits dessen, ob man das für richtig oder falsch hält, es ist schon bezeichnend, dass dieser Wandel nicht mehr wahrgenommen wird. Soll ich das jetzt durchdeklinieren? Etwa im System der Arbeitsbeziehungen? Vom Pforzheimer Kompromiss über die Einführung eines Niedriglohnsektors bis zur Deregulierung etwa im Kündigungsschutz. Oder für die sozialen Sicherungssysteme? Ob das nun die Arbeitslosenversicherung betrifft (etwa nur die Zumutbarkeitsregeln) oder die Rentenversicherung? Soll ich die systematische Verschiebung des staatlichen Steueraufkommens zugunsten der indirekten Steuern beschreiben? Die Senkung der direkten Steuern im Gegenzug durch Entlastungen für die Unternehmen? Oder das etwa auf die Erhebung von Steuern gleich ganz verzichtet worden ist – etwa bei der Vermögenssteuer? Wenn nichts passiert ist: Wie erklärt sich eigentlich der historisch beispiellose Absturz der Lohnquote? Und der gleichfalls beispiellose Anstieg des Anteils der Einkommen aus Gewinnen und Vermögen? Wenn nichts passiert ist: Wie erklärt sich der rapide Einkommensverlust bei Rentnern und anderen Beziehern sozialer Leistungen? In den vergangenen 60 Jahren hat es das nicht gegeben. Dort ist man mit dem Abbau von Anwartschaften soweit gegangen, dass selbst Durchschnittsverdiener nur noch mit Mühe einer Rente knapp über der Grundsicherung erwarten können. Und wie erklären Sie sich eigentlich, dass mittlerweile – wie gestern zu lesen – jeder zweite Arbeitsvertrag befristet ist? Unflexible Arbeitsmärkte sehen anders aus.

Und zum Schluss: “Die Unternehmen sind dabei eine wahrhaftige Vollbremsung hinzulegen, deren Folgen uns noch gar nicht bewußt sind.”

Ja wie ist es denn zu dieser Vollbremsung gekommen? Weil die Renten zu hoch sind? Oder es immer noch zu viele unbefristete Arbeitsverträge gibt? Oder der Hartz IV Regelsatz nicht gekürzt worden ist? Oder die Renten? Das müssen Sie uns erklären, wenn Sie ernsthaft diskutieren wollen – und nicht Sprechblasen ablassen. Und genau das ist meine Kritik an den Unterzeichnern des Aufrufs. Sie haben die Gründe, die zur heutigen Vollbremsung führen, noch nicht einmal thematisiert. Das wollen Sie ja offensichtlich auch nicht – und Ihre Vorstellung, die Staatsfinanzen als eine Art Sparbuch zu betrachten, nehme ich einmal als Scherz. Im übrigen hat selbst die OECD gestern den Handlungsspielraum des deutschen Fiskus herausgestellt – von wegen er sei nicht handlungsfähig.

“Das einzig peinliche ist die selbstgerechtigkeit des Autors dieses Postings, mit der er einem großen Teil der Hochschullehrerschaft der Volkswirtschaft in Deutschland zu Diletanten zu degradieren versucht… .”

Keineswegs. Ich degradiere niemanden. Das besorgen manche Ökonomen ganz von selbst.

Gruss

f.lübberding

63 weissgarnix November 14, 2008 um 12:09

@VolkswirtBLN

>Von sachlicher Auseinandersetzung mit dem Thema Wirtschaft ist momentan hier nicht übriggeblieben.

Ich habe eigentlich eher den gegenteiligen Eindruck: wir nähern uns langsam aber sicher des Pudels Kern.

Das hier alle VWL-Professoren in Pausch und Bogen zu Volldeppen erklärt werden würden, stimmt schlicht und ergreifend nicht. Dass aber typischerweise diejenigen Mainstreamer, die Meinungsführerschaft genießen und sich wie oben gezeigt entsprechend energisch geäußert haben, damit auf dem Holzweg waren, wird man ja wohl noch sagen dürfen. Das mag einzelne Vertreter und ihre Fans in ihrer Ehre kränken, aber wen interessiert das?

64 sinthomat November 14, 2008 um 12:26

Ich hab’ auch den Eindruck, dass eine ernsthafte Diskussion über Wirtschaft und Optionen in der Wirtschaftspolitik gerade erst überhaupt erst möglich möglich wird, nachdem die entsprechenden Diskussionen in den letzten Jahren sowohl eingefahren als auch im Grunde eingleisig waren, und das nicht erst seit der großen Koalition.

Allerdings sollte man nie überrascht sein, wenn die deutsche Diskussion dann nicht ein theoretisch mögliches Niveau erreicht. Vielleicht gibt’s auch nur “Heuschrecken 2.0″ oder “Von Reagonomics lernen heißt siegen lernen 5.0″, Vortrag von Dr. Guido Westerwelle.

Aber sein wir mal optimistisch. Zumindest was die Diskussion angeht.

65 sinthomat November 14, 2008 um 12:27

(Bitte um Entschuldigung für die Flüchtigkeitsfehler, bin nebenbei beschäftigt. Werde mich bessern.)

66 weissgarnix November 14, 2008 um 12:33

@suann

>Also KANN VWL nie eine Wissenschaft sein!

Das ist auch mein Credo. VWLer sind im Grunde alles “Geschichtenerzähler”, daher fühle ich mich als Österreicher auch kompetent. Weil im Geschichten erzählen sind wir Ösis bekanntlich Weltmeister …

Der von Halbgott so verehrte Ludwig von Mises hatte übrigens mit seinem Schüler Friedrich August von Hayek ziemlich intensive Debatten darüber, wieweit sich Politische Ökonomie “anekdotisch” vollziehen dürfte, sprich mehr auf empirischen Erkenntnissen als auf reiner Theorie beruhen dürfe. Der gute Fritzi Hayek erklärte nämlich kurzerhand den “homo oeconomicus” und diverses andere theoretische Bruhaha zur “Folklore”, und das war dann dem ollen Mises doch des Radikalen ein wenig zuviel.

Alles schon mal dagewesen, alles nichts neues.

67 Nanuk November 14, 2008 um 12:40

Ich will hier auch mal darauf hinweisen welche Folgen das Geschwätz hat ein Freund von mir hat erst vor kurzem ne neue Lagerhalle gebaut jetzt steht er und der Absatz bricht weg.

All so spässe ergeben sich aus dem Geschwätz. Die Leben doch nicht im luftleerem Raum die posaunen ihre angeblichen Weisheiten in den grossen Zeitungen herraus und hinter her sagen sie ja so haben wir das nicht kommen sehen und mein Kumpel bekommt keine 500 Milliarden in den … geblasen ich verlasse mich auf sowas nicht hab ich noch nie. Er hat es getan und jetzt steht er da…
Die Emails die er mir schrieb als das Rettungspaket durch ging sind nicht Jugendfrei…

68 John Wilkes Booth November 14, 2008 um 12:45

Was will der Volkswirt aus BLN denn eigentlich ?

Dass frag ich mich gerade ! Niedrigere Löhne ? Chinesische Löhne ? Überhaupt keine Löhne ? Keine Gewerkschaften ? Keine Streiks ? Wurde die weltweite Depression gar deswegen ausgelöst weil Hartz V nicht eingeführt wurde ? Oder liegt es vielleicht an der dümmsten Idee der letzten 60 Jahre, also der einseitigen Exportausrichtung der BRD Wirtschaft ? Fragen über Fragen…

“dieses Postings, mit der er einem großen Teil der Hochschullehrerschaft der Volkswirtschaft in Deutschland zu Diletanten zu degradieren versucht…”

Kann mich ja auch irren aber bis auf wenige Ausnahmen habe ich V-O-R der Weltwirtschaftskrise nichts aus der erlauchten C3 Gilde vernommen.Im Gegenteil.Wenn ich mir die Statements so rekapituliere bis zum Sommer 2008 wird es nur noch peinlich.

Wer wenn nicht diese Gilde hätte es sehen müssen,wofür verdammt verdienen die ihr Geld ?

Die Kritik ist berechtig und ist noch viel zu mild ausgefallen.
Die Masse der VWL Proffessuren sind offensichtlich falsch vergeben worden.Man kann es kaum fassen dass in diesem Fach soviel Inkompetenz geduldet wird.In meinem Fach könnte man sich derlei nicht erlauben.

Selbstgerechtigkeit…?! Oder die fehlende Bereitschaft zuzugeben sich grundlegend getäuscht zu haben ?

69 Caspar Hauser November 14, 2008 um 12:50

@ susann

Mathematik ist keine Wissenschaft – sieht sich auch selbst nicht als Wissenschaft.

70 Handwerker November 14, 2008 um 13:07

Die Formulierung gefällt mir !
So begreifen es aber die meisten nicht.
Es ist einfach das Phänomen des nicht Verstehens,
das großflächig vorhanden ist.
Halbgott spricht auch vom Deppenstaat.
Damit zumindest hat er ganz sicher Recht !!!

Was wird mathematik sein, eine der vielen? Formen um Quantitative Vorgänge mit Computern darzustellen ?
Ich betone, habe nichts dazu gegoogled.
Mir ist gerade das sogenannte “Mathegenie” durch den Kopf gegangen, für den Zahlen Farben sind.. oder so ähnlich.
Und der unvorstellbares rechnen kann.
ich kann Mathematik auch nicht leiden,
aber das liegt an der Qualität der Lehre.

71 AAAA November 14, 2008 um 13:09

Ich empfehle dazu den Karlsruher Appel:

http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/hamburgerappell.htm#5

72 fnord November 14, 2008 um 13:20

“Mathematik keine Wissenschaft”- ui ui – erzähl das mal lieber keinem Mathe-Prof.!

73 fnord November 14, 2008 um 13:32

@Hermann Keske
“…Dann müsste Hartz-IV lohnsenkende Wirkung gehabt haben. …” Nach einem der ganz großen seiner Zunft, Hans-Werner aus München, ist das tatsächlich so, denn Hartz-IV hat den “impliziten Mindestlohn des deutschen Sozialsystems gesenkt und dadurch “ein Job-Wunder erzeugt”.

74 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 13:59

@ Sven (#37)

“Zitat: ” …wie die deutschen Löhne, obwohl bereits die höchsten in der Welt…”
Mit Bitte um Beleg. Oder um Eingeständnis einer sinnfreien bis propagandistischen Behauptung. Und bitte keine Einzelfälle…”

=> … Sven, wenn Du ausserstande bist einen Link zu bedienen, kann ich Dir auch nicht helfen !

=> … Grundkenntnisse über das dt. Lohniveau im internationalen Vergleich sollten eigentlich bei allen vorhanden sein, die hier gross das Maul aufreissen !

=> … also Sven, besser Dich bitte !

Retroliberale Grüsse

PS:

… den Link habe ich zB hier geposted

http://www.weissgarnix.de/?p=690 BEITRAG #76

75 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 14:05

Hier noch mal der Link …

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2005/11/23/abwertungswettlauf-via-lohnstuckkosten_22

… ich habe für die Belegung MEINER Behauptung extra die Zahlen eines (pseudo-)linkem Neo-Keynesianers genommen. Kapitalismusversteher Robert von Heusinger ist heute Chef der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Rundschau …

… ein bisschen Spass muss sein :-) )

76 Nanuk November 14, 2008 um 14:20

Halbgott benötigt wieder eine Realitäts überprüfung…

2% sind bei mir Lohnkosten… ob das jetzt 3% sind oder 2% ist mir sowas von egal… da brech ich mir keinen Zacken aus der Krone… und das geht vielen so auch wenn sie etwas anderes erzählen.Billiger Strom gute günstige Infrastruktur siehe Bahn bringt mir viel mehr und wer jetzt Atomkraft sagt dem sag ich Taschenrechner.

77 fnord November 14, 2008 um 14:22

@~ HG ~
Da steht aber nunmal irgendwie genau das Gegenteil, oder nicht? Mal so ganz pauschal gesagt steht da allerdings vor allem, dass immer wieder unsauber argumentiert wird, nämlich willkürlich ein Faktor herausgegriffen wird – so nach dem Motto, mit den richtigen Zahlen kann man alles belegen.

78 Eclair November 14, 2008 um 14:45

Hätte da auch ein paar Arbeitskostenzahlen, Quelle Eurostat

http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2007_13_4-5.pdf

79 John Wilkes Booth November 14, 2008 um 15:29

“wer jetzt Atomkraft sagt dem sag ich Taschenrechner.”

n eben…

aber für unsere Hysteriker kommt Strom aus der Steckdose…

aber zumindest können wir jetzt mit CO2 Zertifikaten handeln

80 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 15:41

@Nanuk benötigt wieder eine Realitäts überprüfung…

“2% sind bei mir Lohnkosten… ob das jetzt 3% sind oder 2% ist mir sowas von egal…”

=> … schön für Dich, Nanuk !

=> … und ? … meinst Du, dass Du damit repräsentativ für corporate germany bist ?? … HYBRIS ?!?! BLASPEHMIE ?!?! :-) )

=> wir können ja mal den wgnx in’s Archiv schicken, er solle uns eine Statistik für den Lohnkostenanteil Deutschelands heraussuchen …

81 fnord November 14, 2008 um 15:53

~ …. und was ist, wenn wir den Wettlauf mit den Chinesen um die niedrigsten Löhne gewonnen haben?

~ …. kommt dann das Paradies auf Erden?

~ …. oder die Halbgötterdämmerung?

82 Mammut November 14, 2008 um 16:09

Statistik für die Lohnquote?

Auch der Anteil der Löhne an der Wirtschaftsleistung ist in Deutschland überdurchschnittlich schnell gesunken – zwischen 1995 und 2005 von 59,8 auf 56,7 Prozent des BIP. In den OECD20 ging die Lohnquote im gleichen Zeitraum von 61,6 auf 59,6 Prozent des BIP zurück

OECD-Beschäftigungsausblick 2007 — Die deutsche Situation im http://www.oecd.org/dataoecd/53/31/38865466.pdf

aus OECD Employment Outlook 2007.

83 Hermann Keske November 14, 2008 um 16:23

@ fnord # 90

Da müssen wir nun die Wissenschaft befragen, die mit der hohen Trefferquote bei Prognosen.

Die Krone dieser Wissenschaft aus München liefert die Erklärung: Sinkende Löhne bedeuten steigende Unternehmensgewinne. Wenn die Unternehmensgewinne gestiegen sind, finden es die Unternehmer attraktiv, ihren Arbeitnehmern neue Maschinen zu kaufen, damit sie – die Unternehmer – noch mehr Gewinne machen können.

Durch den Kauf von Investitionsgütern wird Binnennachfrage generiert (natürlich nur, wenn man im Inland kauft), und zwar soviel mehr, wie durch die Lohnsenkungen weggefallen ist. Da Konsum eher schädlich ist, wird der Idealzustand erreicht, wenn die Konsumgüternachfrage sich eher bei Null einpendelt (Lohnniveau etwa eine Tasse Reis pro Tag). Wir erleben dann das kapitalistische Paradies nach Münchner Berechnung: Wir stellen nur noch Investitionsgüter her.

So soll es sein. Angesichts der Globalisierung und der naturgesetzlich-wissenschaftlichen Erfordernisse kann es nur in die Katastrophe führen, wenn wir uns gegen die Zwänge der Ökonomie wehren wollen.

Der Markt wird es schon richten. Richtig verstandener Kapitalismus macht sorgenfrei – es kommt ja alles sowieso nach den Gesetzen des Marktes und des gesunden Gewinnstrebens.

Georg Schramm sagt, “Sinn” sei der Künstlername.

Der sieht das entschieden zu optimistisch.

84 chirp November 14, 2008 um 16:42

@Halbgott Nr. 31

…soweit ich weiss, wurde durch die Einkommensteuerreform unter Schroeder von Unten nach Oben und nicht umgekehrt verteilt. Jmd. mit einem Einkommen von 1,000,000 hat heute nach Abzug der Steuer 100,000 mehr… Belege nur in Papierform…

85 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 16:45

@ fnord

“~ …. und was ist, wenn wir den Wettlauf mit den Chinesen um die niedrigsten Löhne gewonnen haben?
~ …. kommt dann das Paradies auf Erden?
~ …. oder die Halbgötterdämmerung?”

=> … das ihr unakademischen Amateure immer so furchtbar, fast schon auf kindische Art und Weise, unsachlich seid !

=> … Reality-Check:

Arbeitskosten (p.h.) in D: ca. 27,50 EUR
Arbeitskosten (p.h.) in CHN: ca. 1,00 EUR
( … aus dem Kopf !)

=> … und jetzt kommst Du mit “Wettlauf mit den Chinesen um die niedrigsten Löhne” ???

=> … mal im Ernst, dass ist doch irgendwie doofe, oder ?

=> … meine Frage ist, wie ihr Euch das vorstellt, dass bei uns die Löhne stetig weiter steigen, angesichts 4 Mrd. Leute Konkurrenz, die eben bis zu 96% billiger ist. Und jetzt kommt mir nicht wieder mit der “Produktivität”, denn selbst nach Verrechnung bleibt noch ein riesiges “Gap” !!!

86 Mammut November 14, 2008 um 16:54

Average Wage of On-Duty Staff and Workers in Urban Units Went up in the First Three Quarters
http://www.stats.gov.cn/enGliSH/newsandcomingevents/t20081030_402513185.htm

Halbgott, du verfügst nicht über die neuesten Zahlen

Natürlich bleibt ein gap, in vielerlei hinsicht

87 Nanuk November 14, 2008 um 16:55

@halbgott
=> … und ? … meinst Du, dass Du damit repräsentativ für corporate germany bist ?? … HYBRIS ?!?! BLASPEHMIE ?!?! :-) )

ja bin ich ich glaub ich rede mehr mit Unternehmern als du.

@John Wilkes Booth

Atomstrom ist der teuerste Schrott den es gibt die Entsorgung muss ich nämlich mit Steuergeld bezahlen und meine Kinder und meine Enkel Urenkel und wer da sonst noch so alles in ein paar Millionen Jahren das Licht der Welt erblickt.

88 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 17:01

@ chirp

Sie schreiben …
“…soweit ich weiss, wurde durch die Einkommensteuerreform unter Schroeder von Unten nach Oben und nicht umgekehrt verteilt. Jmd. mit einem Einkommen von 1,000,000 hat heute nach Abzug der Steuer 100,000 mehr… Belege nur in Papierform…”

… ich schrieb (31):

“… die steuerliche Umverteilung der Schröder-Sozis von unten nach oben war einfach nur dreist ! … sie ist unbedingt zu korrigieren ! … ich rede von steuerlicher Umverteilung von den Unternehmen bzw. reichen Privatiers zum Staat bzw. Armen (insbesondere Kindern) in Höhe von mind. 50 Mrd. EUR p.a. …”

=> … WO ist der Widerspruch ?

=> … ich kritisiere ja stets die “Politik” der Schröder-Sozis. Das einzig gute (neben der Irak-Krieg-verweigerung freilich) … war die Abschaffung der Luxus-Arbeitslosigkeit durch Hartz4. Technisch gewohnt dilettantisch und 10 jahre zu spät, aber immerhin.

=> … die Reformen hätten da eben aber auf keinen Fall aufhören dürfen !! … und wenn ich Reformen sage, meine ich keineswegs nur die, die die unteren Gesellschaftsschichten betreffen. Im Gegenteil: die Unterschicht und die Mittelschicht hat schon vieles zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beigetragen, jetzt wäre mal die Oberschicht an der Reihe, die ausgerechnet von der SPD ausgespart wurde!

=> … Schröder hat das Geld, dass er unten eingespart hat der Oberschicht unmittelbar durch diverse Steuergeschenke angedient !!!

=> … m.E. war eine “Marionette” am Werk … mit dem Doppel-Auftrag :

1.) ” Direkte Umverteilung von unten nach oben!”
2.) “Zerstörung der SPD!”

… man war erfolgreich !

… und jetzt sind mit Pinocchio-Münte & Steini die Schröder-Sozis wieder an der Macht, um ihr Werk zu vollenden. Rest in Peace – tote Tante SPD !

89 Mammut November 14, 2008 um 17:02

@Halbgott

gerade die Qualifizierten des Westens sind zu teuer. In innovationsintensiven neuen Technologien sind überwiegend Qualifizierte aktiv. Zwar verdienen die Qualifizierten auch in China und Indien recht gut, aber das liegt auch daran, daß die ganze Belegschaft innerhalb eines Jahres wechselt. -Das gilt auch für die gering Qualifizierten. Außer die Löhne steigen signifikant oder man bietet Weiterbildungen. Die dann genutzt werden, um mit dem Know-How in Ausbildung und Praxis Konkurrenzunternehmen aufzubauen

Wenn die Belegschaft innerhalb eines Jahres wechselt, entstehen einerseits Einarbeitungskosten, andererseits Verluste durch den Weggang der eingearbeiteten Belegschaft. Weiterhin hast du Qualitätsprobleme in der Produktion und in der Projektleitung. Damit relativiert sich dein Lohnkostenvorteil schon erheblich. Du unterschätzt erheblich die Wasserkopfkosten eines westlichen Leitung über einer chinesischen Produktion.

90 Juergen November 14, 2008 um 17:06

@halbgott

=> … meine Frage ist, wie ihr Euch das vorstellt, dass bei uns die Löhne stetig weiter steigen, angesichts 4 Mrd. Leute Konkurrenz, die eben bis zu 96% billiger ist.

Der Altenpfleger in China konkurriert nicht mit dem Altenpfleger in Deutschland. aber, naja, vielleicht schicke ich meine Eltern ja später mal nach China ins Heim, weils billiger ist ;)

In Deutschland sind die Löhne in den Bereichen am niedrigsten, die sich nicht ins Ausland verlagern lassen. Alles was an Niedriglohn-Jobs verlagert werden konnte wurde weitestgehend bereits verlagert.

Und komischerweise kommen auch wieder welche zurück:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/832462/

Lohnerhöhungen werden die Export-Wirtschaft nicht umbringen und wenn die Leute dann mal wieder ins Restaurant essen gehen oder ihre Liebsten mit einem Blumenstrauß beglücken freut sich die Binnenwirtschaft (Nachfrageseitenargument;))

91 Nanuk November 14, 2008 um 17:07

=> … meine Frage ist, wie ihr Euch das vorstellt, dass bei uns die Löhne stetig weiter steigen, angesichts 4 Mrd. Leute Konkurrenz, die eben bis zu 96% billiger ist. Und jetzt kommt mir nicht wieder mit der “Produktivität”, denn selbst nach Verrechnung bleibt noch ein riesiges “Gap” !!!

Die Chinesen sind zu doof meine Produkte herzustellen ich verkaufe im übrigen auch nichts an Chinesen weil die klauen.Genau wie ich nichts an Japaner verkauft habe als die noch als Diebe unterwegs waren und sollte es doch mal passieren kommt der Patentanwalt und haut ihnen die Hucke mit klagen voll.Damit wir man zwar nicht schnell reich hat aber länger was davon.Ich betreiben mein Persönlichen Protektionismuss.

92 Michael November 14, 2008 um 17:08

@~ Halbgott ~
Du liegst bei diesem Thema falsch. Durch Hartz IV wurden keine nennenswerten Arbeitsplätze geschaffen. Das Gegenteil trifft zu, es wurden viel mehr befristete Stellen geschaffen, es wurden Stellen mieserabelster Qualität geschaffen, wer einen festen Arbeitsplatz hat, muß im wahrsten Sinne des Wortes kämpfen bis aufs Messer. Wer hier unter die Räder kommt, kann überlegen, ob er nur sich umbringt, oder… . Unsere publizierten Arbeitslosenzahlen sind unvollständig. Wir mögen mittelprächtige Lohnstückkosten haben, gewiß nicht die höchsten. Und die Gehälter kommen ganz gewiß nicht unter die G20. Das sind die knallharten Fakten.

Diese feisten verbeamteten Kreaturen von Professoren haben vermutlich nicht so recht nachgedacht, was sie da lehren. Sie werden auch selbst nicht betroffen sein und ihre Zöglinge schon in irgendeinem Amt unterbringen, falls die zu doof sind, wirklich was zu leisten.

Außerdem, und das sehen diese Reformprofessoren nicht: Wenn wir hier mit Arbeitsmarktflexibilisierung und sonstwas US – amerikanische Verhältnisse einführen wollen, müssen wir das auch richtig tun. Keine Halbheiten bitte.

Das heißt, erstens die Steuern würden drastisch gesenkt. Dann klappt es mit der statistischen Zahl “Lohnstückkosten” viel besser.

Zweitens, es gäbe keine Pflichtsozialversicherung, an der der Arbeitgeber beteiligt wäre. Er würde um seinen Anteil die Gehälter erhöhen und jeder würde eine individuelle Versicherung abschließen müssen. Das würde nämlich zu erträglichen Sozialkosten führen, die sich inzwischen aus KV, RV, Ökosteuer, Pflegeversicherung, Arzeneimittel- und Praxisgebühren zusammensetzen. Unser Sozialsystem ist indiskutabel teuer. Eine Aspirin von Bayer kostet in Tschechien einen Bruchteil des hiesigen Preises. Reform bitte !

Nun kann man anführen drittens viertens fünftens, ich muß mich um qualifiziertere Themen kümmern, z.B. mein Gebiet, die Börse.

Entweder wir sind ein Hochlohnland, mit hohen Preisen oder ein Niedriglohnland, mit niedrigen Preisen. Derzeit sind eindeutig die Preise nicht den Löhnen angemessen. Entweder fallen die Preise oder steigen die Löhne.

Die “Reformen” sind bisher gründlich daneben gegangen, weil hier einfach keine US-amerikanischen Verhältnisse herrschen. Wir wollen sie auch nicht. Ich bin zwar kein Beamter, aber diese US-Verhältnisse hießen, wir müßten 75 % des öffentlichen Dienstes privatisieren oder entlassen. Das US-System ist doch einfach Müll, auch wenn der $ mal “aufwertet” und das sich noch mindestens bis 2009 fortsetzt.

Zusammengefaßt, entweder wir wollen Sozialwirtschaft oder Marktwirtschaft, entweder Umlagefinanzierung oder Kapitalmarktfinanzierung.

Mir hallt noch der Klang von Steinbrücks internationalem Konjunkturprogramm im Ohr. Dazu kann ich nur sagen NEIN, nicht Kredite, wir wollen NETTO. Die Unternehmen, die Banken sowieso und die Arbeitnehmer auch.

Man kann nicht auf der einen Seite von Konjunkturprogramm faseln und auf der anderen Seite von den Banken eine höhere Eigenkapitalquote und sonstwelche Kontrollen fordern. Das widerspricht sich einfach nur.

sozialismusunverdächtiger Gruß Michael

93 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 17:17

@mammut

“Du unterschätzt erheblich die Wasserkopfkosten eines westlichen Leitung über einer chinesischen Produktion.”

=> … ich gehe davon aus, dass die Chinesen das auch irgendwann merken und auf den Wasserkopf aus/in Europa verzichten …

94 Nanuk November 14, 2008 um 17:21

@halbgott
=> … ich gehe davon aus, dass die Chinesen das auch irgendwann merken und auf den Wasserkopf aus/in Europa verzichten …

Ja die Chinesen haben tausende Werke in Europa mir wird angst und bange…

95 Ich November 14, 2008 um 17:30

@SD6,
Der erste Teil ihrer Erklärung bezieht sich auf die USA, erklärt einen Mechanismus, wie Ungleichheit in den USA dort zu einem starken Wachstum der Kredite geführt hat. Er erklärt nicht, warum die USA netto Kapital importiert haben. Es hätten ja auch einfach die Reichen in den USA die Kredite für die Armen finanzieren können. Haben sie aber nur zum Teil. Auch die Reichen (zumindest viele) haben in den USA ihr Geld wie verrückt ausgegeben.
In Deutschland gab es nicht auch nur ansatzweise eine solche Entwicklung. Es wird viel viel mehr gespart, als Konsumkredite aufgenommen werden. Wir sind ja direkt vor allem über die Kreditvergabe in die USA, indirekt durch den Einbruch der Wirtschaften in die unsere Exporte gehen betroffen.

@Eclair
“Und in Deutschland war es eben die Exportnachfrage, die herhalten musste.”

Deutschland ist beim Einkommen in Europa eines der Länder mit der geringsten Einkommensungleichheit unter den großen Ländern. Frankreich, Italien, GB haben alle ungleichere Einkommensverteilungen, sind aber allesamt Nettoimporteure. Japan ist unter allen großen Ländern das mit Abstand das, mit der geringsten Einkommensungleichheit, riesiger Nettoexporteur. In einem anderen Thread wurden mal Sparquoten verlinkt. Es besteht eine Korrelation, aber bei weitem nicht von 1 zwischen Sparquote und Nettoaußenhandel.

“Selbst die Bundesbank hat schon vor Jahren zugegeben, dass die Umverteilung zugunsten vermögenderer Haushalte die aggregierte Sparquote erhöht und damit die Erholung der privaten Konsumnachfrage behindert hat.”
Wenn die Bundesbank sich bei ihren anderen Volkswirtschaftlichen Empfehlungen irren kann, dann ja wohl auch hier. Es gibt wesentlich überzeugendere Gründe, Euroeinführung (und da dürfte es bei der Bundesbank vielleicht ein Denk, zumindest aber ein Sag-Verbot geben), Demographie (enger Babyboomer Peak – anders als z.B. in den USA, geringe Kinderzahl, keine deutschsprachigen Kolonien (anders als alle unsere westlichen Nachbarn)), entwickeltes Land (anders als die meisten östlichen Nachbarn), kulturelle Prägung (Ablehnung von Konsumismus/”American way of live”, allgemeine Geringschätzung, wenn nicht gar häufig Verachtung von Protzertum (sehr ausgeprägt in Entwicklungsländern, aber auch den USA), Zukunftspessimismus/Angstsparen, Verschuldung als großes Übel), Struktur der Wirtschaft (Maschienenbau war die letzten Jahre in den Schwellenländern halt sehr gefragt; wenn jetzt China Konjunkturprogramme fährt profitiert vielleicht auch mal die Konsumgüterindustrie bei unseren westlichen Nachbarn), Unwilligkeit der Banken irgendwie augenscheinlich riskante Kredite zu vergeben, also lieber AAA Subprime aus Amerika als hier jemandem seine Expansion oder eine Neugründung zu finanzieren.

Mehr Geld für HIV, Rentner, oder Leute mit sehr geringem Einkommen würde wohl sicher zu mehr Nachfrage führen. Bei einem Metaller mit 50000 Euro Einkommen wäre ich mir nicht so sicher, ob das zusätzliche Geld eher ausgegeben wird, als wenn es z.B. im Unternehmen verbleibt. Der wird sich auch Überlegen, dass er das Geld besser in 20 Jahren ausgibt als heute, angesichts der krassen demographischen Änderung, auf die wir ab 2020 zu steuern, und die, falls nicht ziemlich heftige politische Änderungen kommen, zu sehr geringen Renten führen werden. [Einfach die Rentenbeiträge zu erhöhen ohne parallel Leuten, die gerade ihr Geld für was anderes brauchen (Kinder, Haus,...) anderweitig zu helfen wird tatsächlich in eine Katastrophe münden.]
Auch Geld was ins Ausland verliehen wird schafft Nachfrage. Warum sonst sollte es sich jemand leihen, wenn er nichts kaufen will. Und im Moment sprechen wird ja allerortens kolportiert, dass Unternehmen, die sich was leihen wollen, schlechte Bedingungen hinnehmen müssen, nicht dass Banken, die gerne verleihen wollen, niemanden finden, der sich für 0,01% Zinsen verschulden will.

96 Ich November 14, 2008 um 17:35

@Michael,
in den USA arbeiten relativ zu Bevölkerung mehr Leute im öffentlichen Dienst als in Deutschland. Stand vor nem halben Jahr oder so mal in nem Artikel in der FTD.
Natürlich dürften die Beschäftigten in den USA disproportional mehr im Militär sein, aber auch total simple Aufgaben, wie Pförtner gibts da noch eher als bei uns, wo dann eher ein elektrisches Sicherheitssystem eingeführt wird, als einen Pförtner hinzustellen.

97 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 17:47

@nanuk

“Ja die Chinesen haben tausende Werke in Europa mir wird angst und bange…”

=> … wäre mir neu. Erzählen das die Unternehmer mit denen du sprichst ? … nein, glaube du hast mich nicht verstanden.

98 Bernhard aus Frankfurt November 14, 2008 um 17:50

@Jürgen, #99, und @HG, 103

Lohnerhöhungen werden die Export-Wirtschaft nicht umbringen und wenn die Leute dann mal wieder ins Restaurant essen gehen oder ihre Liebsten mit einem Blumenstrauß beglücken freut sich die Binnenwirtschaft (Nachfrageseitenargument;))

Und bei den Chinesen gibt es genug andere bürokratische Monster. Dort funktioniert ein Schmiermittel. Der Genuß dieses Schmiermittels hatte doch vor kurzem einen OB in China den Kopf gekostet. Was ist mit der Umweltverschmutzung in Ch.? Was ist mit den alten Staatsbetrieben im NO Ch.s? Beides sind Geldvernichtungsmaschinen. Aber das letztere ist auch ein Bürokratiemonster, oder täusche ich mich.

Wichtiger als das ist die Tatsache, dass China endlich mal seine Währung bedeutsam aufwertet. So eine Verzerrung ist auch für China auf Dauer schädlich. Die vielen Dollars in der chines. Schatzkammer: importierte Inflation bei gleichzeitiger Massenarmut. Die ch. Löhne werden sich etwas relativieren, wenn Die endlich mal aufhören über Währungsdumping die Wirtschaft zu subventionieren. Also Ch. hat auch so seine großen Anpassungsprobleme…

Nebenbei: wir sind off topic.

99 Nanuk November 14, 2008 um 17:52

och halbgott ich hab keine lust mich mit dir rum zu ärgern dafür ist meine zeit zu kostbar…

und über politische Stabilität in Vielvölkerstaaten habe ich jetzt erst recht keine Lust zu reden

100 Juergen November 14, 2008 um 17:59

@Bernhard aus Frankfurt

“Nebenbei: wir sind off topic.”

Nee, sind wir nicht, denn darum – die Arbeitskosten – geht es ja auch in dem Hamburger Appell ;)

siehe

3. Deshalb sind die Arbeitskosten ein Schlüssel zur Überwindung der deutschen Wachstumsschwäche. Wer behauptet, Deutschland könne und müsse ein Hochlohnland
bleiben, handelt unredlich oder ignorant.

Außer Halbgott gibts in dieser Diskussion aber nur unredliche Ignoranten ;)

101 Nanuk November 14, 2008 um 18:04

Außer Halbgott gibts in dieser Diskussion aber nur unredliche Ignoranten

Darum hab ich ein dickes Konto und er nicht.Sturheit ist gut fürs Geschäft darum benutzt man auch Esel zum arbeiten und Pferde für Paraden. :)

102 fnord November 14, 2008 um 18:32

@ ~ HG ~
Sie dürfen sich gerne auf chinesischen Lohnniveau begeben und gern auch glauben, das wir damit konkurrieren können. Ferner dürfen Sie mich gern zukünftig “Herr Dr. fnord” nennen.

Unakademische Grüsse!

PS: Mit einigem, was Sie hier ablassen, gebe ich Ihnen ja gerne Recht, aber das mit den Löhnen, da kann ich einfach nur “ROFLN”.

103 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 18:35

@ KurtKiesel (#41)

… danke, dass Sie meine Argumentation bezüglich des reinen UMVERTEILUNGS-CHARAKTERS von (übermässiger) Geld- & Kreditschöpfung verstanden haben. Die von den Keynesianern propagierte Nachfrage-Steigerung findet REAL gar nicht statt.
Es kommt leider allgemein eher selten vor, dass das jemand versteht :-(

=> … dabei war GENAU DAS das lukrative GESCHÄFTSMODELL der Investment-Banken !!!!

=> … das CASH kam (in)direkt aus der Notenbank ! … NUR SO waren BRANCHENWEIT EK-Renditen von über 20% möglich …ohne dabei irgendeine Leistung zu erbringen !!!

= > … und ich wette meinen Goldschatz darauf, dass sie dieses Geschäftsmodell in leicht modifizierter Form wiederbeleben wollen. Nur dann macht auch das DB-Investment von wgnX Sinn …

104 Michael November 14, 2008 um 18:39

@Juergen
Falsch, Deutschland ist kein Hochlohnland mehr. Ignorant, weitere Adjektive lasse ich lieber weg.
http://www.jjahnke.net/europatest.html

:-(

105 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 18:42

@ Herr Dr. fnord

“Sie dürfen sich gerne auf chinesischen Lohnniveau begeben und gern auch glauben, das wir damit konkurrieren können. ”

=> … ist es so schwierig zu verstehen ??

=> … wir sind um den Faktor 27 von “chinesischen Löhnen” entfernt !!! … es besteht KEINE Veranlassung von einem “chinesischen Lohnniveau” oder “Wettlauf” zu reden !!

106 fnord November 14, 2008 um 18:51

@Lieber Halbgott
~ das habe ich auch nicht behauptet, das es dieses Niveau hier gibt
~ aber Sie glauben offenbar, das wir damit konkurieren können?

107 fnord November 14, 2008 um 18:53

..na gut, gib mir ein paar sss…

108 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 18:56

@edicius

“Eigentlich geht es jetzt darum, dass die Profiteure dieser Abläufe nicht auch noch die Nutznießer der daraus resultierenden Krise werden.”

=> … GANZ wichtiger Punkt !!!

=> … deswegen ja auch mein Aufruf zu einem “Satisfaction-Act” !!! … der die “ungerechtfertigte Bereicherung” der Bankster im Rahmen einer “Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit” rück-abwickelt !!!

=> … denn sonst IST der Gesellschaftvertrag “TOAST” !!! .. ich berichtete bereits darüber …

109 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 19:03

@edicius

“Kurz&gut: Globalisierung, das ist im wesentlichen die vollkommen unmarktförmige Ausnutzung von Disparitäten: chinesische Kosten- aber euroamerikanische Preisstrukturen. Das ist NICHT dein “System des sozialen Ausgleichs”, sondern das System der globalen Ausplünderung. Rechnung folgt.”

=> … ja sicher ! … aber so war es immer !!

=> … auch die Ausplünderung wirkt in RICHTUNG SOZIALER AUSGLEICH !!! … we call it “The Invisible Hand of God” ;-)

=> … immerhin hat sich die Sklaverei im laufe der Jahrhunderte deutlich reduziert. Die Lebenserwartung hingegen ist in allen teilnehmenden Staaten (Kapitalsimus PLUS Demokratie!) … deutlich gestiegen !

110 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 19:08

@ Bernhard aus Frankfurt

“@Speziell an Wi-Ing: Die vier Hauptsätze der Thermodynamik sind doch ein Pfund. So etwas gibt es in den Wiwi nicht, oder sehe ich das falsch?”

=> … hatten wir auch schon oft:

Thermodynamik … ist Pipifax im Vergleich zur Wirtschaftswissenschaft !

… der Untersichungsgegenstand ist viel komlexer und dynamischer !!! Interaktion von 6 Mrd. Menschen !!!

… NATÜRLICH sind Prognosen von WiWis nochmals viel schwieriger als Klima-Prognosen fürs nächste Jahrtausend ! … und daher oft falsch ! … logisch !!!

111 fnord November 14, 2008 um 19:13

~ “Gods Hand”: Womit wir bei der Religion sind – NICHTS anderes!
~ Sie überschätzen Ihr Fachgebiet etwas…

112 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 19:20

@ ICH

“Die Ideen von Halbgott, dass der niedrige Zins in den USA wichtig war, kann relativ leicht die Verbreitung erklären. WGN hat mal als wichtigstes Element die Verbriefung genannt. Auch das scheint evident, da ohne Verbriefung der Transmissionskanal verstopft wäre. Spanien, als Test, hat eine restriktivere Bankenaufsicht und ist daher von dieser Krise bisher weniger betroffen.”

=> … WGNX hat … unrecht :-)

=> … erinnern wir uns an den Milleniums-Boom ! … mit anschliessendem “Bust” ! … damals waren es die AKTIEN in die die überschüssige Liquiditäts-Schöpfung gegangen ist !!

=> …wgnX selbst hat in seinen Debitismus-Lectures mal angeführt, dass schon die Tulpen-Blase ein vergleicharer Boom & Bust -Zyklus war ! … da hat er recht gehabt … und widerspricht sich selbst in seiner Krisen-Begründung “Verbriefung” !

113 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 19:24

Nachtrag:

” Spanien, als Test, hat eine restriktivere Bankenaufsicht und ist daher von dieser Krise bisher weniger betroffen.””

=> … Spanien … hat vermutlich trotzdem Ärger. Die Euro-Liqui, Spanien war ja ein Hauptnutzniesser des durch den Euro günstiger gewordenen Zinsniveaus, ging in die Bauwirtschaft. Viel Fehlinvestitionen …

114 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 19:34

@weissgarnix { 14.11.08 at 09:08 }

“Das Problem ist nur: langfristig wäre das tödlich. ”

= > … So sehen Sieger aus ! Sha la la la !

=> … habe ich endlich den Keynes-Zombie in Dir gepfählt !!!

:-) x :-) x :-) x :-) x :-) x :-) x :-) x :-) x :-) x :-) x :-)

PS:

… mach Dir nix draus ! … denn … in the long run, we are all dead !!!

115 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 19:46

@weissgarnix

“Das Rezept für Deutschland ist eigentlich total simpel. Es ist sogar so simpel, dass man schreien könnte, wenn man so einen derartigen Nonsense wie die diversen “Appelle” liest: wir brauchen Investitionen in den deutschen Binnenmarkt! Und wenn die aus dem Privatsektor nicht kommen, dann muß eben der Staat dafür sorgen. ”

=> … nur das ich nicht falsch verstanden werde:

=> … Ich habe nichts GEGEN mehr Binnenkonsum/-Investitionen.
Ich kann nur nicht das ewige Rumhacken auf den Exporten ertragen. Wir sind als Hitech-Land nunmal ein klassisches Exportland.

=> … Sicher ist das Verhältnis im Aussenhandel etwas aus den Fugen geraten. Die Ursachen der Finanzkrise sind dafür verantwortlich, aber es war auch schlicht eine kurze Phase innerhalb der Globalisierung ! … in zehn Jahren werden sich einige den für immer verlorenen Titel des “Exportweltmeister” zurückwünschen !!!

=> … Deine Credo für den Staat als Retter ist wie immer zu kurz gedacht und falsch ! … eine wichtige Ursache für die Aussenhandelsstruktur ist nämlich der korrupte Deppen-Staat an sich !!! … jetzt gibts wieder Staatszuschüsse für die PKW-Branche !!!

116 mammut November 14, 2008 um 20:17

Thermodynamik … ist Pipifax im Vergleich zur Wirtschaftswissenschaft !

Ja, das ist sogar richtig. Deswegen ist ein Ingenieur auch viel vorsichtiger mit solchen Systemen und überlegt sich
mit welcher Veränderungsgeschwindigkeit man Größen verändert. Weil er weiss, wie schnell ihm ein Reaktor bei zu hohen
Änderungsgeschwindigkeiten um die Ohren fliegt. Ökonomen verfügen nicht über diese Erfahrung.

117 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 20:29

@ suann & wgnX

“Hier wird immer von “Wissenschaftlern ” in Zusammenhang mit der Volkswirtschaft geschrieben.
Von Wissenschaft kann nur dann gesprochen werden, wenn ein ein bestimmter Zustand,der unter gleichen Bedingungen, mit gleichen Methoden zu immer den gleichen Ergebnissen führt.( Mathematik, Biologie )
Also KANN VWL nie eine Wissenschaft sein!”

=> … trifft auch für die Wirtschaftswissenschaft zu ! … unter sonst gleichen Umständen (CETERIS PARIBUS !!) … etwa aller 6 mrd. Menschen … passiert auch das gleiche !!! … schade nur, dass die Zustandsidentität aller Systemelemente statistisch nur alle 78675,334 Myriaden Jahre vorkommt … in der Zwischenzeit versuchen wir WiWis uns mit “Ähnlichkeiten” und fraktalen Mustern zu amüsieren … :-) )

=> … die Geistes- und Sozialwissenschaften haben einen anderen Charakter als die Naturwissenschaften.

=> … Ihr Untersuchungsgegenstand ist um Grössenordnungen komplexer und dynamischer. Noch dazu ist er nicht dinglich fassbar, sondern schwebt oftmals über den Metaebenen. Ich kann nichts dafür … beschwert Euch beim Voll-Gott !

=> … wer meint, etwa die Religionswissenschaft, die Philosophie, die Pädagogik, die Soziologie oder die Wirtschaftswissenschaft seien keine “Wissenschaft”, der sollte mal an der Erweiterung seines möglicherweise beschränkten Horizonts arbeiten …

=> … ich kenne übrigens viele Ings. die diesen fundamentalen Unterschied erkennen und respektieren. Ings sind ja keine blöden Leute … bin ja selber einer …

http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft

118 Juergen November 14, 2008 um 20:37

@halbgott

nicht zu vergessen die Klimaforschung. Klima kann man nur modellieren, aber nicht experimentell untersuchen.

(Natur-)Wissenschaft ist das trotzdem, auch wenn man ob der Prognosen nicht in Panik ausbrechen sollte.

119 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 20:46

@mammut

“Änderungsgeschwindigkeiten um die Ohren fliegt. Ökonomen verfügen nicht über diese Erfahrung.”

=> … Du hast halt keine Ahnung von Wirtschaft! … denn aus dem o.g. Grund raten wir Ökonomen dem korrupten Deppen-Staat ja auch immer … die Finger weg zu lassen … und den Markt machen zu lassen !

=> … stattdessen panscht der Staat auf Anraten der Demand-Side-Dudes dauernd rein ! … verfälscht auf Anraten der Keynesianer den Geldwert und die wichtigste Regelgrösse, den Zins !

=> … ausserdem begünstigt er ständig die Branchen, die den Politclowns am meisten zustecken: die Finanzmafia, das Energiekartell, die Autobauer, die Exportwirtschaft generell, die Pharmalobby usw.

120 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 20:54

Ja @Jürgen Du siehst das richtig.

Es ist eine Aufgabe, ein stimmige Klima-Prognose für die nächsten 100 Jahre auszubaldowern …

Es ist eine ungleich komplexere und schwierigere Aufgabe eine BIP-Prognose für die nächsten 100 Jahre auszubaldowern … ( zumal die Klima-Prognose darin miteinfliessen müsste … mit einem gewicht von aprox. NULL !!!)

=> … man kann natürlich als lesser mortal auch sagen:

“Hey da bleibe ich lieber bei dem was ich schon kann, beim kleinen 1 x 1, und schimpfe mich dann aber grossspurig einen “Wissenschaftler” …”

121 fnord November 14, 2008 um 20:56

@Lieber Halbgott
Wie misst Du “Komplexität”, oder “Dynamik”. Nenne uns die Metrik! Das mag zwar alles sehr eloquent daher kommen, aber ist das auch stringent? Du springst vom Hundertstel ins Myriadische, was soll das beweisen? Das die Natur selten linear ist? Welch’ Erkenntnis! Was soll der “Markt” sein, der “Liebe Gott”?

122 mammut November 14, 2008 um 20:58

Ihr Untersuchungsgegenstand ist um Grössenordnungen komplexer und dynamischer

Niedlich, eines meiner Steckenpferde sind technische Unglücksfälle, habe ja selbst eines miterlebt.
Wenn du einmal erlebt hast, was Wasserdampf oder eine Staub-Luft-Mischung anrichten kannst, dann hast du Respekt. Respekt vor schnellen Veränderungen. Diesen Respekt haben die Herren Ökonomen nicht.

Ich kann mich einen bekannten Ökonomen außer Dienst aus Kiel erinnern, du wirst wissen, wenn ich meine, der sich den wirtschaftlichen GAU herbeiwünschte, um die Reformen durchzusetzen. Das war 2005. Den GAU hat er nun. Ob er schon zufrieden ist?

Wie kann man Ökonomen mehr Gefühl für Risiko beibringen. Da wären zum Beispiel organischen Aluminiumverbindungen.
Ein Teelöffel reicht. Vor der Füsse geknallt, vergessen sie es ihr ganzes Restleben nicht.

123 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 21:04

@ Jürgen & Hermann Keske

„Was ist der Kern und für die Behauptung HIV hätte Arbeitsplätze geschaffen hätte ich schon gerne Belege.“

= > … Null Problemo! … seit 15.3.2003 muss der Arbeitgeber bei allen Neueinstellungen auf einem Formblatt für die A-Agentur in D (DIN 24323553-ABM), sowie auf einem weiteren Formblatt für die EU (EU-65455435342344) , den Grund für die Einstellung niederschreiben. Diese Daten werden dann in speziell dafür eingerichteten Behörden auswertet.

= > … diese Auswertungen haben ergeben, dass 358.878 neue Arbeitsplätze durch Hartz4 entstanden sind. Kann jeder bei destatis selbst nachlesen.

= >… nein. Im Ernst, dass weißt Du genauso gut wie ich, dass es „BEWEISE“ etwa im Sinne der „Vollständigen Induktion“ in der Mathematik, in der Wirtschaft nicht gibt und nicht geben kann! … genau diese Diskussion hatte ich vor einem halben Jahr mit Frank Lübberding & Hermann Keske schon im Herdentrieb.

= > … ich plädiere in dieser Angelegenheit also für die Verwendung des guten, alten „Gesunden Menschenverstandes“: … die deutlichen Leistungskürzungen werden zweifellos einige Arbeitslose wieder motiviert haben einen Job anzunehmen. Auch auf niedrigerem Niveau oder schlechteren Bedingungen.

= > … Meine SCHÄTZUNG lautet: 200k bis 400k neue Jobs durch Hartz4. Der Grossteil der neuen Arbeitsplätze in den letzten Jahren ist m.E. hingegen nur durch die brummende Weltkonjunktur entstanden !!! … haben die Politclowns also überhaupt nix mit zu tun !!!

= > … klar sind die Jobs nicht „hochwertig“ und nicht „angenehm“ ! … aber wir werden in Zukunft immer weniger die Wahl haben !!

@ Hermann Keske
„Da kommt der Verdacht auf, wir hätten es gar nicht mit neuen, sondern lediglich mit geteilten Arbeitsplätzen zu tun „

= > … JA ! … da hast Du natürlich einen Punkt ! … natürlich gab es Mitnahmeeffekte ! … und es kann sogar sein, dass netto gar keine Arbeitsplätze wirklich „neu geschaffen wurden“ … aber das dafür dann mit Sicherheit der zusätzliche ABBAU von Arbeitsplätzen verhindert wurde !!

= > … das Entscheidende ist, Hermann, dass für uns die fetten Jahre vorbei sind ! … sie waren das Resultat einer ökonomischen Welt, die jetzt nicht mehr besteht. Die Globalisierung ist irreversibel und so tun , als gäbe es sie nicht verschlimmert die Situation zusätzlich …

124 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 21:08

@ dr fnord

“Wie misst Du “Komplexität”, oder “Dynamik”. Nenne uns die Metrik! ”

=> … warum soll ich für Dich denken ?

=> … aber mit dem “eloquent” hast Du schon recht !

125 fnord November 14, 2008 um 21:10

@Lieber Halbgott
Sie sind ziemlich nackt, oder?

126 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 21:16

@mammut

“Wie kann man Ökonomen mehr Gefühl für Risiko beibringen. Da wären zum Beispiel organischen Aluminiumverbindungen.
Ein Teelöffel reicht. Vor der Füsse geknallt, vergessen sie es ihr ganzes Restleben nicht.”

= > … R I S I K O ???????

=> … die guten Ökomonen warnen schon lange, lange Zeit vor dieser Subbrain-Krise …

=> … sie warnen auch davor, dass nach dem Zusammenbruch der Banken und des Kapitalmarktes … die Realwirtschaft zusammenbricht.

= > … und das nach der Realwirtschaft … der Rechtsstaat zusammenbricht … danach die Demokratie & die Freiheit … danach dann der (Welt-)Frieden !!!!

=> … Mammut, da kannst Du Dir doch Dein armseeliges “Teelöffelchen organische Aluminiumverbindungen” in den Hintern stecken, oder ?

127 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 21:22

@Lieber Halbgott
Sie sind ziemlich nackt, oder?

=> … SCHWUL ? … oder was ???

=> … Nein, ich mache hier nur kein Kinderprogramm, dr. fnord.

128 Juergen November 14, 2008 um 21:28

@halbgott

= > … Meine SCHÄTZUNG lautet: 200k bis 400k neue Jobs durch Hartz4. Der Grossteil der neuen Arbeitsplätze in den letzten Jahren ist m.E. hingegen nur durch die brummende Weltkonjunktur entstanden !!! … haben die Politclowns also überhaupt nix mit zu tun !!!

sehe ich genauso. Und man sollte auch bedenken, dass HIV (tolle Abkürzung) auch Mehrkosten bei den Unternehmen schafft. Um Sanktionen zu vermeiden müssen Empfänger eine von der Agentur vorgegebene Anzahl an Bewerbungen verschicken (eine der staatlichen Zwangsmaßnahmen). D.h. sie schreiben Bewerbungen auch wenn sie gar nicht für den Job geeignet sind. Nicht der Arbeitnehmer entscheidet welche Bewerbung sinnvoll ist sondern die Agentur wieviel Bewerbungen “sinnvoll” sind. Hast Du mal überlegt welchen Mehraufwand das für die Personalabteilung der Unternehmen bedeutet.

Zwang ist doch immer die schlechteste Wahl staatlicher Eingriffe

129 Bernhard aus Frankfurt November 14, 2008 um 21:30

@Halbgott, #121

Wie kann man mich nur so mißverstehen. Das mit den Hauptsätzen war eine Spitze zur Wissenschaftlichkeit der Wiwi. Anders gefragt, gibt es ein Theorem in den Wiwi, dass wirklich auf tatsächlichen Erfahrungswerten beruht. Mir fällt nur Widerlegtes ein. Und die Hauptsätze der Thermodynamik sind bislang nicht widerlegt worden. Aller klar?

Ich glaube, ich werde mich mal in meinem Weblog bis Weihnachten zu ein paar Wiwi-Grundlagen auslassen, falls ich das in meinem Gedächtnis behalte.

Tsss…..

130 fnord November 14, 2008 um 21:32

@Lieber Halbgott
Ich kenne Ihre Vorbehalte gegen Homosexuelle nicht, aber wenn der Markt alles regelt, werde ich zur Not sogar schwul. Und jetzt weiter im Kinderkanal…. Aber ausser Bullshit erwarte ich von Ihnen eh nichts mehr, denn eins ist sicher: Sie haben entschieden zu viel Zeit, um Ernst genommen zu werden. Sie sind nackt, weil Sie eine Bullshit-Maschine sind. Nicht mehr und nicht weinger.

131 fnord November 14, 2008 um 21:34

Die Schwulen nennen das “Turing-Maschine”. O.k., war ein Witz!

132 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 21:35

@ juergen

“Der Altenpfleger in China konkurriert nicht mit dem Altenpfleger in Deutschland. ”

=> … das Argument kommt auch immer wieder. ist aber leider nur auf den ersten Blick richtig.

“Was die Weltwirtschaft angeht, so ist sie verflochten.”
(Kurt Tucholsky)

=> … sobald eine Wirtschaft die Grenzen öffnet sind alle Systemelemente mit allen verknüpft ! … manche unmittelbar … andere mittelbar … über die Einkommen iherer Kunden … oder über Steuern … oder über Rohstoffverfügbarkkeit … oder .. oder .. oder …

133 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 21:45

@ bernhard

“Wie kann man mich nur so mißverstehen. Das mit den Hauptsätzen war eine Spitze zur Wissenschaftlichkeit der Wiwi. Anders gefragt, gibt es ein Theorem in den Wiwi, dass wirklich auf tatsächlichen Erfahrungswerten beruht. Mir fällt nur Widerlegtes ein. Und die Hauptsätze der Thermodynamik sind bislang nicht widerlegt worden. Aller klar?”

= > … liess Dir mal 128 und 131 durch ! … vielleicht ist bei Dir dann alles klar ! … wenn nicht, solltest Du dir einen einfacheren Blog suchen … vielleicht ein Forum zu den Klingelton-Charts oder so …

“Ich glaube, ich werde mich mal in meinem Weblog bis Weihnachten zu ein paar Wiwi-Grundlagen auslassen, falls ich das in meinem Gedächtnis behalte.”

=> … glauben kannst Du was Du lustig bist. Wenn Du meinst dich in Deinem Blog zur Wirtschaft eklären zu müssen, wäre es vorteilhaft, wenn Du VORHER mal ein Buch darüber liest …

http://www.amazon.de/Wie-funktioniert-das-Wirtschaft-heute/dp/3411088745

134 Juergen November 14, 2008 um 21:57

@halbgott

=> … sobald eine Wirtschaft die Grenzen öffnet sind alle Systemelemente mit allen verknüpft !

aber es wird immer Dienstleistungen geben, die am besten von den Menschen in unmittelbarer Umgebung verrichtet werden, egal wie verknüpft die Wirtschaft sein wird.

Und das gilt nicht nur für Dienstleistungen.
In dem Zusammenhang hab ich schon so einige Diskussionen geführt. Der Biotechnologe sagt: Es gibt auf der Welt Vitamin A Mangel, also entwickeln wir mit Milliarden-Aufwand eine Reissorte, die Vitamin A in ausreichender Menge enthält. Der Koch fragt: Warum ernähren sich diese Menschen nicht abwechslungsreicher. Und der Landwirt fragt: Die haben in ihren Ländern teilweise gute Böden. Also warum zeigen wir denen nicht, wie sie diese produktiver nutzen können?

135 mammut November 14, 2008 um 22:09

Halbgott

das ist ein Tsunami, der dich wegspülen wird. Da helfen dir auch keine Ökonomiekenntnisse. Das ist das, was Ökonomen fehlt, das Überleben einer gefährlichen Situation. Nicht auf dem Papier, in der Realität. Wenn so ein Labor mal hochgeht, weil eine kochende Lösung außer Kontrolle gerät. Oder eben ein Teelöffel mit explosiven Inhalt.

Wie ist das nun mit dem big bang Ökonomen aus Kiel? Den mußt du doch kennen. Der Herr war im Sachverständigenrat.

136 Bernhard aus Frankfurt November 14, 2008 um 22:15

@Halbgott, #144

Das mein letzter Kommentar heute, Ehrenwort.

Mein Frage ist immer noch offen: Gibt es ein Theorem in den Wiwi, dass wirklich auf tatsächlichen Erfahrungswerten beruht? Halbgott, erbitte Beispiel.

Du empfiehlst: http://www.amazon.de/Wie-funktioniert-das-Wirtschaft-heute/dp/3411088745 . Danke.

Ich empfehle, quasi als Konter:
– G. Kortüm, Einführung in die Thermdynamik.
- A. Stobbe, volkswirtschaftliches Rechnungswesen.

So, langsam wird es mir zu kindisch; lassen wir die Diskussion, außer Du findest ein gleichwertiges Wiwi-Theorem. Ansonsten bestätigst Du mir ein Vorurteil.

Gruß aus Frankfurt,
Bernhard

137 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 22:23

@mammut

… verschone mich bitte mit den “Ökonomen” aus dem Sachverständigenrat ! … falls Du es selber nicht merkst:

=> … DAS SIND KEINE ÖKONOMEN ! … DAS SIND TV-MUPPETS !!!

=> … ausgesucht von Gerhard Schröder und Co. ! … die kriegen geld fürs Auftreten und kuschen und dafür die Wirtschaftswissenschaft lächerlich zu machen !

=> … ihr neuester Vorschlag: “Baut Autobahnen !!” …merkst Du was ??

=> … ich selbst sass mal in Vorlesungen von Kromphardt und von Gustav Horn ! … vielen Dank, ich habe schnell gemerkt dass die keine Ahnung von Wirtschaft haben …

138 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 22:32

@ Bernhard aus Frankfurt

… nur damit Du endlich den Schnabel hälst:

“Jede (Hyper-)Inflation endet in der Deflation”

=> … ansonsten hast Du leider meine Beiträge nicht verstanden !

…hier kopiere ich Dir noch mal eine relevante Schlüsselstelle rein:

“=> … trifft auch für die Wirtschaftswissenschaft zu ! … unter sonst gleichen Umständen (CETERIS PARIBUS !!) … etwa aller 6 mrd. Menschen … passiert auch das gleiche !!! … schade nur, dass die Zustandsidentität aller Systemelemente statistisch nur alle 78675,334 Myriaden Jahre vorkommt … in der Zwischenzeit versuchen wir WiWis uns mit “Ähnlichkeiten” und fraktalen Mustern zu amüsieren … :-) )

=> … die Geistes- und Sozialwissenschaften haben einen anderen Charakter als die Naturwissenschaften.”

=> …Reiss Dich halt mal zusammen und gib Dir ein bisschen Mühe !

(… Hirn kann ich leider nicht “posten” …)

=> … und lass den Quatsch, Dich mit “Thermodynamik” profilieren zu wollen ! … falls Du es nicht mitbekommen hast, ich bin Wi-Ing … und habe Thermodynamik studiert.

139 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 22:45

@ Jürgen

“aber es wird immer Dienstleistungen geben, die am besten von den Menschen in unmittelbarer Umgebung verrichtet werden, egal wie verknüpft die Wirtschaft sein wird.”

=> … ich habe während meines Studiums in der Potsdamer Strasse in Berlin gewohnt. In der Nähe ist ein bekannter STrassenstrich. Jetzt werden dort Nutten aus Rumänien per Bus angekarrt und drücken die Preise für einheimische Nutten auf 15 EUR und weniger … Soviel zur Interdependez von Dienstleitungsmärkten !

http://209.85.135.104/search?q=cache:yQjQZxQenVsJ:www.boulevard-der-baenke.de/bdb_kont/bdb_presse/p_them/p_prost/Berliner_Zeitung_11_Oktober_2007.pdf+potsdamer+strasse+rum%C3%A4nien+wegert+spiegel&hl=de&ct=clnk&cd=3&client=opera

140 mammut November 14, 2008 um 22:47

Zu deinen vielen nicht zuletzt von dir selbst gerühmten Vorzügen scheint Geschichte nicht zu gehören. 1990 war ein anderer Kanzler. Ich meine den diesjährigen Hayek-Preisträger Horst Siebert

Wi-Ing und Thermodynamik? Das wäre ja dann Schwerpunkt technische Chemie. Ein Chemiker argumentiert anders

141 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 22:49

@ Bernhard aus Frankfurt

= > … eins noch:

Wenn ich es richtig in Erinnerung hab, bist Du JURIST !

… willst Du ernsthaft – ALS JURIST – hier Vorträge über WISSENSCHAFTLICHKEIT halten ?????

142 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 22:57

@ mammut

… wenn Du ein Problem mit Wi.Ings hast, dann diskutier das bitte mit Helmut aus :-)

… wie hiess damals noch dieser schräge Prof. in Technische Wärmelehre im Grundstudium ? … Prof. Manske ? .. kann das sein ? … die Vorlesungen waren unterirdisch schlecht !! … ich war nur zwei drei mal da … und hab die Prüfung durch Lehrbuch-Lesen bestanden …

=== > ich mach jetzt Feierabend !! … lustig wars !!! … wenn nur die Deppen nicht wären :-) ))

Gute Nacht!

143 mammut November 14, 2008 um 23:05

Halbgott

deine technische Ausbildung war ein Teil meiner technischen Grundausbildung. Wir hatten die gleichen Prüfer. Wenn das nicht verbindet.

Lästere nicht über Hans Hermann. Du must erst einmal beweisen, daß du nach einem Schlaganfall weiter arbeiten kannst.

Glückauf und Glückzu

144 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 23:09

@ weissgarnix

“Das ist auch mein Credo. VWLer sind im Grunde alles “Geschichtenerzähler”, daher fühle ich mich als Österreicher auch kompetent. Weil im Geschichten erzählen sind wir Ösis bekanntlich Weltmeister …”

=> … Ja und noch dazu bist Du ja “Micky-Maus-Accountant” … na wenn das nichts wissenschaftliches ist !

=> … das Credo der Micky-Maus-Accountants:

“Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt! ”

( … Du machst aber einen fehler, wenn Du das einfach auf die Makro überträgst … )

145 ~ Halbgott ~ November 14, 2008 um 23:18

@ mammut

nö … es liegt mir fern, über Schlaganfallgeschädigte zu lästern

… gut ein paar derbe Scherze gingen damals schon um ;-) … aber er war ja wohl auch wirklich kein angenehmer Prüfer ! … von wegen “Malen sie mal einen zug an die Tafel! … der ist jetzt für sie abgefahren ! ” :-) ))

Pass auf mammut, ich meine es ja nicht böse, … wenn du einen Hass auf Wi-Ings hast … habe ich dafür durchaus ein gewisses Verständnis :-) … aber es gibt solche und solche ! … geh halt mal zu diesem Lehrstuhl …

http://anna.ww.tu-berlin.de/~intWB/

… da werden Dir alle Deine Fragen beantwortet ! … ein ganz ausgezeichneter Lehrstuhl !!

146 mammut November 14, 2008 um 23:30

Halbgott

wer ein Halbgott ist, erweisst sich erst im Beruf. Wi-Ings glauben, sie waren es schon vorher.

Malen sie mal einen zug an die Tafel! … der ist jetzt für sie abgefahren
Hans Hermann als Prüfer wie er leibt und lebt, ganz privat ein feiner Mensch. Trotz der Härte. Die Situation war realistisch.

147 Tarantoga November 15, 2008 um 00:27

@Halbgott, Juristerei

Unterschätze mal nicht die Juristerei und ihre Bedeutung. Im Gegensatz zu allen anderen Wissenschaften stochern Juristen nicht im Nebel und versuchen verzweifelt Modelle zu bauen, die die Realität abbilden. Bei Juristen schaffen die Theorien Realitäten. Wenn Du der Halbgott bist, dann sind Juristen Götter.

Ohne § 903 BGB, seine Interpretation und Durchsetzung hat das alles hier keine größere Relevanz als Klingeltoncharts. :P

148 ~ Halbgott ~ November 15, 2008 um 01:00

@ Tarantoga

“Wenn Du der Halbgott bist, dann sind Juristen Götter.”

=> … naja …also … NEIN ! :-)

=> … ich durfte ja auch mal reinschnuppern in’s BGB & HGB. War ganz lustig … aber intellektuell anspruchslos … halt ein Pasuen-Programm.

=> … die Juristerei ist billiges Menschenwerk. Nur von sehr temporärer Natur … nichts bricht im g.o. schneller zusammen als die Gesetze der Sterblichen !!!

149 ~ Halbgott ~ November 15, 2008 um 01:03

@ mammut

“wer ein Halbgott ist, erweisst sich erst im Beruf. Wi-Ings glauben, sie waren es schon vorher.”

=> … da hast Du mal recht ! … Wi-Ings sind zu schade zum arbeiten !

150 Tarantoga November 15, 2008 um 01:12

@Halbgott

Tatsächlich kommen all die hier diskutierten Probleme nur daher, dass absolut niemand das intellektuelle Zeug zu haben scheint, diesen § 903 BGB so neuzuformulieren, dass die Probleme der Kapitalakkumulation beseitigt werden können ohne die Selbstorganisationskräfte des Kapitalismus zu beseitigen. Denn letztere sind das einzig Bewahrenswerte am Kapitalismus.

151 Bernhard aus Frankfurt November 15, 2008 um 03:26

@Halbgott, #149

#149 – Zitat “Jede (Hyper-)Inflation endet in der Deflation” “.

Nach der ‘Inflation 1923, wurde da der Stand von 1904 oder 1914 – kaufkraftmäßig gesehen – erreicht?

Meinst Du, dass das wirklich ein Theorem, so eine grundlegende Aussage (Erfahrungsgrundsatz), auf die sich ein Gedankengebäude stützt, ist? Oder doch eher eine Folgerung/Binse?

Egal, was Du antwortest – Ich gebe auf, Du hast gewonnen.

#152 -Zitat “… willst Du ernsthaft – ALS JURIST – hier Vorträge über WISSENSCHAFTLICHKEIT halten ?????

Um Verwechslungen mit anderen real existierenden Personen, die zufällig wie ich den gleichen Vornamen haben, vozubeugen, ist mein Nickname bei Weissgarnix etwas länger ausgefallen. Du sitzt einer Verwechslung auf.

Mit großer Juristerei kann ich Dir daher nicht dienen, leider. Dafür hatte ich irgendwann einmal in grauer Vorzeit einen Teil des staubtrockenen Kortüms gelesen. Ich dachte, ein Wi-Ing wie Du hätte den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Dem war aber anscheinend nicht so.

Nicht hier, woanders. Andere zu nerven möchte ich vermeiden.

Wir werden immer mehr o. T….

152 Bernhard aus Frankfurt November 15, 2008 um 03:29

@mammut: glückauf und -zu, ist das nicht Clausthal-Z. ?

153 SD6 November 15, 2008 um 06:47

@Ich
“Der erste Teil ihrer Erklärung bezieht sich auf die USA, erklärt einen Mechanismus, wie Ungleichheit in den USA dort zu einem starken Wachstum der Kredite geführt hat. Er erklärt nicht, warum die USA netto Kapital importiert haben.”

Tja, warum legt Omma Frieda ihr Erspartes in Lehman CDS an?
Dummheit, Gier, Unwissen?

“Es hätten ja auch einfach die Reichen in den USA die Kredite für die Armen finanzieren können. Haben sie aber nur zum Teil. Auch die Reichen (zumindest viele) haben in den USA ihr Geld wie verrückt ausgegeben.”

Wieso Geld der heimischen Wirtschaft in die Hand drücken wenn man mit Hebeln auf bis zu 20% EK-Rendite kommt – warum dann noch Geld “normal” verleihen bzw. investieren?
Wir konnten doch in den vergangenen Jahren beobachten das Kapital dahin fließt wo es am meisten “arbeitet” und nicht wo es gebraucht wird um Werte zu schaffen (soviel zur optimalen Allokation von Knappheitsgütern im Kapitalismus).

“In Deutschland gab es nicht auch nur ansatzweise eine solche Entwicklung. Es wird viel viel mehr gespart, als Konsumkredite aufgenommen werden. ”

Warum denn?
Weil solcher Art Kreditaufnahmen in Dt. überhaupt nicht möglich sind.
Natürlich ist die Sparquote in Deutschland, im Gegensatz zu USA, höher, nur haben wir hier mittlerweile das Problem das ein großer Teil der dt. Volkswirtschaft nichts sparen KANN.
Es bleibt am Ende des Monats nichts übrig was man zurücklegen könnte.
Der Ausweg ist entweder brutalstmögliches Sparen -> Wohlstandsverzicht oder die Überschuldung z.B. mittels Konsumkrediten.
Das auch das nicht funktioniert zeigt die zunahme an Privatinsolvenzen.
Das die Oberschicht dann umso geiziger mit dem vorhanden Einkommen umgeht macht die Sache nicht besser.

Die USA zeigen uns also sehr anschaulich wo es hin geht wenn sich die Politik nicht langsam bewegt und handelt.

“Wir sind ja direkt vor allem über die Kreditvergabe in die USA, indirekt durch den Einbruch der Wirtschaften in die unsere Exporte gehen betroffen.”

Ja, das ist in der Tat ziemlich dumm für uns gelaufen.
Wir sollten uns dementsprechend 2009 bedanken.

@Halb-Mensch
“Standortdebatte 1:27″

Warum höre ich hier eigentlich immer nur was von Lohnkosten?
Was kostes z.B. eine kWh in Deutschland und was in China?
Warum fordert ein Thumann oder ein Henkel nicht das die benachteiligten deutschen Unternehmen doch der Wettbewerbsfähigkeit wegen ihre Industrieabfälle in den nächstgelegen Fluss oder Wald verklappen dürfen.
Oder wenigstens in einen brandenburgischen Baggersee.

Diese tausenden von Unweltauflagen, die gibts in China gar nicht.
Soll doch die Bachforelle auch mal was für den “Standort Deutschland” tun und verzicht üben!

Von den genannten Lohnkosten von 1€/h, das dürfte der Stand 2006 sein, für einen ungelernten Wanderarbeiter bzw. eine kleine Fliessbandameise von denen die meisten mittelfristig von Maschinen ersetzt werden.
Facharbeiter, vorallem solche die auch selbstständig kontrollieren das sie ein Auto mit 4 Rädern und nicht mit 3 ausliefern, dürften erheblich darüber liegen.

Davon abgesehen hat China – die ganze Welt eigentlich, die gleichen Probleme wie Deutschland, viele ungelernte Arbeiter die zukünftig nicht wirtschaftlich verwertbar sind.
Im Grunde gehts denen noch viel dreckiger als uns, weil die Anzahl von Ungebildeten zu Gebildeten noch höher ist als hier.
China z.B. hat, man mag es kaum glauben, ein NOCH schlechteres Schulsystem als das deutsche.
Ich denke der Umstand das im Land des Lächelns zur Zeit die Insolvenzanträge in Stückzahlen gedruckt werden wie man es sonst nur von Dollar-Scheinen erwartet sagt einiges über unsere Konkurrenz aus.

Wieso gibt es also diese wahnsinnige Panik was den Wirtschaftsstandort angeht?
Das uns bzw. weiten Teilen der Erdbevölkerung durch techn. Fortschritt die Arbeit ausgeht ist wohl eher das Problem um das man sich kümmern müsste.
Aber man träumt lieber weiterhin von Vollbeschäftigung, Wettbewerb, irgendwelchen diffusen Chancen zum Einstieg in den Aufstieg und ignoniert die Realität.

154 mammut November 15, 2008 um 09:26

Diese tausenden von Unweltauflagen, die gibts in China gar nicht.

Richtig, aber bedenke, Dreckwasser kann nur einmal benutzt werden. Von dem, der es verdreckt hat. Danach ist es weder Brauch- noch
Trinkwasser für einen langen Flußabschnitt. Gleiches gilt für die verdreckte Luft. Als ich das erste Mal im integrierten Stahlwerk war, waren vor dem Lufteintritt der Gebläse
dicke Filterschichten. Warum wohl? Um die Gebläse zu schonen. Der Dreck, den andere verursachen, schadet nicht etwa nur der Natur und der Bevölkerung
sondern mittelfristig auch der Industrie. Das werden die Chinesen erst zu spät verstehen
Einige Technologien, die wirklich High-Tech sind, können in einer verdreckten Umgebung gar nicht hergestellt werden.

155 Hermann Keske November 15, 2008 um 09:29

@ Tarantoga # 161

Tatsächlich kommen all die hier diskutierten Probleme nur daher, dass absolut niemand das intellektuelle Zeug zu haben scheint, diesen § 903 BGB so neuzuformulieren, dass die Probleme der Kapitalakkumulation beseitigt werden können ohne die Selbstorganisationskräfte des Kapitalismus zu beseitigen. Denn letztere sind das einzig Bewahrenswerte am Kapitalismus.

Wo sehen Sie ein Problem im § 903 BGB? Die Regelung (keine Legaldefinition!) enthält doch schon alles, was man braucht, erst recht in Verbindung mit Art. 14 1,2 GG (1). Der Fans des geheiligten Eigentums verkennen regelmässig, wie eingeschränkt dieses angeblich beinahe heilige Recht in Deutschland schon ist. Man braucht § 903 BGB nicht zu ändern, man muss nur von den gesetzgeberischen Möglichkeiten Gebrauch machen und dies vor allen Dingen wollen . Mit einer wohltemperierten Vermögenssteuer und einer knackigen Erbschafts- und Schenkungssteuer könnte man ganz sicher und verlässlich unerwünschte Kapitalakkumulation verhindern.

Wenn man sich jetzt das Geeiere um die Erbschafts- und Schenkungssteuer ansieht, kann man allerdings Zweifel daran haben, dass unsere Volksvertreter willens und in der Lage sind, ihre Möglichkeiten zu nutzen. Es genügen einfache Mehrheiten, es ist keine Verfassungsänderung nötig – wir müssten mal für eine Legislaturperiode geeignete Volksvertreter wählen, dann ginge es schon.

Nebenbei: Es wäre längst geboten, die etablierten Gelddynastien zu entmachten, sie stellen längst eine ernsthafte Gefahr für die demokratische Grundordnung dar. Die Bertelsmann-Stiftung und ihre Aktivitäten stossen uns mit der Nase darauf, und niemand will es sehen.

Sie glauben an die Selbstorganisationskräfte des Kapitalismus? In der Tat wird er sich wohl immer wieder neue organisieren, aber man kann schon füglich bezweifeln, dass die neuen Organisationsformen uns besser gefallen als die vorangegangenen. Aber das ist ein zu weites Thema.

Also, an den gesetzgeberischen Möglichkeiten fehlt es nicht, es fehlt nur am Willen.
_________________________________________________________

(1) Artikel 14 GG

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. . . . .
(3) . . . .

156 ~ Halbgott ~ November 15, 2008 um 11:50

@Bernhard aus ffm

“Nach der ‘Inflation 1923, wurde da der Stand von 1904 oder 1914 – kaufkraftmäßig gesehen – erreicht?”

=> … Was “Inflation” und “Deflation” sind, davon hast Du halt keine Ahnung ! …

“Meinst Du, dass das wirklich ein Theorem, so eine grundlegende Aussage (Erfahrungsgrundsatz), auf die sich ein Gedankengebäude stützt, ist? Oder doch eher eine Folgerung/Binse?”

=> … Sorry, Bernhard … ich kann Dir nicht helfen !

… Wenn Du es nicht verstehst, … was soll ich machen ? … ich kann es ja nicht in Dich reinprügeln, oder ?

… Liess Dir halt nochmal #128 durch ! … wieder und wieder ! … vielleicht geht Dir doch eines Tages ein Licht auf … weiss man ja nie.

” Ich dachte, ein Wi-Ing wie Du hätte den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. ”

=> … was soll man bei Dir verstehen ? … dass Du versuchst WiWi-Kenntnisse vorzutäuschen ??

“Egal, was Du antwortest – Ich gebe auf, Du hast gewonnen.”

=> … ist mir schon lange klar !

157 Tarantoga November 15, 2008 um 12:10

@Hermann Keske, #166

Genau das meine ich nicht, das kann jeder Trottel. Das Problem bei der von Ihnen beschriebenen Methode ist, dass der Staat direkt eingreift (und abgreift) und in der Folge selbst die Neuverteilung vornimmt. Dabei wird das Prinzip der Selbstorganisation aufgehoben und durch die bekannten und korrupten Staatsverteilungen ersetzt.

Meine Frage ist, wie man das schaffen kann ohne dass der Staat und seine Bürokratie eine Neuverteilung vornehmen müssen, allein indem man eine intelligente Beschränkung oder nur Änderung der Möglichkeiten des Eigentümers vornimmt.

158 Hermann Keske November 15, 2008 um 12:23

@ Tarantoga # 168

Und mit Trottel meinen Sie mich? Na schön.

Wenn Sie nach einer Abänderung des § 903 BGB fragen, dann fragen Sie aber schon nach dem Staat, oder? Oder denken Sie an eine Änderung des Eigentumsrechts durch den Markt?

159 Tarantoga November 15, 2008 um 12:42

@Hermann Keske

Nein, ich meinte nicht direkt Sie, sondern die Verantwortlichen für die Ausgestaltung des Sozialstaats wie wir ihn kennen. Denn diese haben es selten fertiggebracht wirklich an den Stellschrauben zu drehen, sondern haben in der Regel die Umverteilung durch Staatshaushalte gewählt.

Eine Änderung des Eigentumsrechts durch den Markt ist schon tatsächlich undenkbar, denn ohne Eigentumsrecht gibt es gar keinen Markt.

160 Tarantoga November 15, 2008 um 13:15

Ich nenne mal ein paar Beispiele, die zumindest in die von mir gedachte Richtung gehen (auch wenn ich darin nicht den großen Wurf sehe):

- Pfändungsgrenzen in der ZPO
Sie können noch so viele Ansprüche und Titel gegen jemanden haben, was nach §§ 850ff. ZPO unpfändbar ist, bekommen sie nicht. So wird gewissermaßen das Existenzminimum dem Zugriff der Gläubiger entzogen, das Eigentum findet seine Grenzen.

- Immobilienfinanzierung in den USA
Der Schuldner haftet dort (anders als hier) nicht mit seinem gesamten Vermögen, sondern nur mit der Immobilie. Wenn der Schuldner den Schlüssel an die Bank schickt, ist die Sache erledigt.
Stellen Sie sich mal vor, wie es heute in den USA aussähe, wenn bei den ganzen Immobilien in Zwangsversteigerung die Leute wirklich alles verloren hätten.

Ich halte die Sache wie gesagt für extrem kompliziert, weil am Eigentum so viel hängt. Aber wenn es z.B. gelingen könnte, so etwas wie das Pareto-Optimum direkt in das Eigentum einzubauen, dann gäbe es schon etliche Probleme weniger.

161 Juergen November 15, 2008 um 13:27

@Halbgott 150

=> … ich habe während meines Studiums in der Potsdamer Strasse in Berlin gewohnt. In der Nähe ist ein bekannter STrassenstrich. Jetzt werden dort Nutten aus Rumänien per Bus angekarrt und drücken die Preise für einheimische Nutten auf 15 EUR und weniger … Soviel zur Interdependez von Dienstleitungsmärkten !

Das Beispiel ändert doch an meiner Aussage nichts, die ist ja nicht ohne Grund so allgemein gefasst. Mal agesehen davon, dass mit steigendem Wohlstand in Rumänien, z.B. wenn Nokia dort ein Werk aufmacht tendenziell weniger Damen zum Geld verdienen nach Deutschland kommen werden. Der Freihandel mit den Osteuropäern kommt ja auch beiden Seiten zugute, z.B. wenn die Polen zum Einkaufen nach Deutschland kommen.

Meine Mutter ist während des Ungarn-Urlaubs auch immer zum Friseur gegangen, weils halt billig war. Wir im lieblichen Taubertal haben schon seit Jahren Rumänische Saison-Arbeiter für die Weinlese. Die auch schon ihre Arbeitgeber in ihr Heimatland eingeladen haben. Da muss man nicht gleich mit Nutten kommen um die Interdependenz der Märkte zu verdeutlichen ;)

Wenn ich Dich recht verstanden habe, dann ist es ja sowieso sinnlos in einen Wettlauf um die niedrigsten Löhne einzutreten, weil wir da hoffnungslos unterlegen sind. Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit eben anders sichern. Es ist halt einfach peinlich, die Arbeitslosigkeit in Deutschland alleine auf die Lohnkosten zurückzuführen, wie es ein Herr Sinn z.B. tut.

162 GEORG November 15, 2008 um 15:04

Die Krise auf dem US-Immobilienkrise hat allenfalls geringe Auswirkungen auf die Konjunktur in Deutschland und Europa, so die Einschätzung des DIW Berlin. Selbst wenn das US-Wachstum infolge der Krise um einen Prozentpunkt geringer ausfallen sollte, würde dies für die Eurozone nur 0,1 Prozentpunkte Wachstum kosten. „Wir erleben an dieser Stelle, welche positiven Effekte es hat, dass in der Weltwirtschaft neue Kraftzonen entstanden sind,“ sagte der Konjunkturexperte des DIW Berlin Dr. Stefan Kooths. „Derzeit ist für die deutsche Volkswirtschaft auch nicht erkennbar, dass sich die Verspannungen auf den Interbankenmärkten negativ auf die Kreditvergabe an Unternehmen außerhalb des Finanzsektors übertragen könnten.“ Tja was stört mich mein Geschwätz von Gestern , hauptsache wissenschaftlich

163 Michael November 15, 2008 um 16:03

@Juergen
Es ist halt einfach peinlich, die Arbeitslosigkeit in Deutschland alleine auf die Lohnkosten zurückzuführen, wie es ein Herr Sinn z.B. tut.

Ja, welche Ursache gäbe es ? Eine extrem einfache. Die USA zetteln immer mal einen Krieg an, den sie von ihren Stiefelleckern möglichst mit bezahlen lassen wollen. Folgerichtig “wertet” der Dollar ab. Somit haben alle die, die eine relativ stabile Nichtdollarwährung besitzen, ein Problem. Dazu biete ich an, daß nun die Japaner ihren Yen froh und munter wegen “Deflation” tief gehalten haben. “Deflation” würde aber “Aufwertung” bedeuten, gegen die Inflationswährungen. Und dazu haben (bitte Zahlen nachsehen) die Chinesen bereits vor 2000 ! den Yuan Renmimbi 40 % gegen den $ ! “abgewertet”. Wenn der dann noch zwischen 20 und 60 % gegen den € abwertet, haben wir ein Problem.

Natürlich können wir da NUR wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir entweder
a) die Löhne und Einkommen ins Bodenlose absenken [modern art of homo economicus, wer ist der Dümmste im ganzen Land; Sinn&co. ?],
b) die Realwirtschaft zu Billigheimern auslagern [wurde verbrochen],
c) Handelsbarrieren gegen offenkundig unrealistische Wechselkurse von Fremdwährungen (Zölle) [-> kaum umsetzbar] und
d) inflationieren [sehr realistisch möglich].

All diese Sozialabbau – “Reformen” zur Einkommensdrückung lösen das Problem niemals. Jeder angezettelte Amikrieg müßte einfach eine nicht in den Staatsschulden bilanzierte Steuergutschrift für jeden Kontoinhaber auf sein Hauptkonto zur Folge haben. Aber ich lasse mich natürlich gerne von Ökonomen für dumm verkaufen.

Irgendwo schrieb jemand, die Amis hätten mehr Angestellte im öffentlichen Dienst als wir. Glaube ich nicht: Professoren(innen), die meisten Krankenhausangestellten, Kindergärtnerinnen, Leherer(innen), ÖPNV, Müllabfuhr, Stadtwerke … und was sonst noch alles, das sind hier zu großen Teilen öffentlich Angestellte. Zum Teil sogar verbeamtet (das sind keine hoheitlichen Aufgaben, also unberechtigtes Sozialkostensparmodell zu Lasten der Zukunft). Dagegen wären Post, Bundesbahn und Telekom sehr wohl hoheitliche Aufgaben, bei denen sich der Bund auf Kosten der Aktionäre aus seinen Pensionsverpflichtungen schwindeln will, die sind tatsächlich schwindelerregend. (Dagegen ist sogar das laufende Finanzmarktdesaster eine regelrechte Lappalie. LOL)

Aber, wir können uns auch in diesem Blog gegenseitig nach Herzenslust zerfleischen. Es ändert absolut nichts an den Fakten.

164 ~ Halbgott ~ November 15, 2008 um 17:37

Lustige Dinge geschehen dort unten auf dem Planet der Affen !

So trägt es sich zu, dass ein pathologisches Sozi-Obergrossmaul selbiges mal wieder weit aufreisst, um die Abschaffung des “Rates der 5 Weisen” zu fordern.

An der Forderung in der Sache ist nichts auszusetzen.
Im Gegenteil, echte Ökonomen fordern schon lange, dass diese TV-Muppets mit ihrer Existenz nicht weiter auf Steuerzahlerkosten die Wirtschaftswissenschaft beleidigen dürfen.

Dass es die Repräsentanten des korrupten Deppen-Staates selbst waren, die sich diese Auswahl an Pseudo-Weisen nach Parteibuch und Ideologiezugehörigkeit zusammengestellt haben, dass verschweigt der herzschwache Herr mit dem Eierkopf und dem Walross-Schnautzer lieber, um grössere Aufregung zu vermeiden.

Die Aufgabe der “Fünf Weisen” bestand darin – darüber herrscht wohl allgemeiner Konsenz – von den Politclowns einmal im Jahr am Nasenring durch die Medien-Arena gezogen zu werden. Der Vorteil für die Politclowns lag darin, dass das Volk auch mal über andere Lachen konnte, nicht immer nur über sie. Als Bezahlung für diese Maso-Dienste gab es für die akribisch nach Gesinnungs-TÜV Auserwählten, ein Forschungsinstitut mit Untergebenen und die zusätzlich Nebenverdienstmöglichkeit als gewerbsmässiger Talkshow-Gast. Manche machen eben für Geld alles – vor allen Dingen, wenn man sonst nichts kann.

Klar, was jetzt dringend gebraucht wird, sind Sündenböcke!!
Leute die gegenüber dem x-fach verarschten Volk den Kopf für die wirklich Verantwortlichen in der Politik hinhalten müssen.

Unter den Verantwortlichen sind in Deutschland übrigens vor allem Sozis von der Schildbürger-Partei-Deutschlands zu finden: Asmussen, Welteke, Eichel, Steinbrück, Pinocchio-Münte und natürlich der Kanzler-Imitator aus Niedersachsen ! Auch Struck selbst war ja als Minister und Fraktionsvorsitzender stets über alle schädlichen Gesetze informiert und hat sie selbst organisiert oder gar mit unterzeichnet. Meine Forderung lautet daher, auch konsequent sein und auch Peter Struck selbst und mit ihm seine Partei, die in meinen Augen eher eine „organisatorische Brutstätte für Inkompetenz und Misswirtschaft“ ist, abzuschaffen.

Aber die hektische Suche nach möglichst wehrlosen Sündenböcken wird nicht nur von den selbsterklärten “Politischen Eliten” am stinkenden Kopfende des korrupten Deppen-Staates betrieben.

Nein. selbst kleine Partei- bzw. Ideologiesoldaten von der Basis bemühen sich in diesen Tagen nach Kräften, das selbst ideologisch mitverschuldete Desaster für sich auszunutzen und das Halali zur Jagd auf den erkenntnistheoretischen Klassenfeind zu blasen.

Bestes Beispiel hierfür ist der oberpeinliche Artikel von Frank Lübberding “Peinliche Appelle”, indem er den ebenso grotesken wie intellektuell halsbrecherischen Versuch unternimmt, die internationale Kredit-Krise, die zweifelsfrei durch eine zu expansive Kreditvergabe vor allem in den USA verursacht wurde, einer Riege von dt. VWL-Professoren anzuhängen, die sich im “Hamburger Appell” für eine unvermeidbare, angemessene und kontrollierte realwirtschaftliche Anpassung an die neue geopolitische Realität der “Globalisierung” und die Demografie ausgesprochen haben.

Pharisäerhaft, nein, eigentlich sogar selbstverachtend, ist insbesondere Frank Lübberdings Lemming-Argument, die angeklagten Professoren hätten “… keine Kritik an der Geldpolitik der FED oder am Regulierungsversagen der Politik …” geübt.

Zwar muss man in der Tat im Nachhinein selbstkritisch eingestehen, dass die unterzeichnenden deutschen Professoren damals gut beraten gewesen wären, zeitgleich einen zweiten “Hamburger Appell” zu schreiben, mit dem Gegenstand der heftigen Kritik an der us-amerikanischen Geldpolitik und diesen an die Regierung der USA, in das „Weisse Haus“ nach Washington zu senden. Diesbezüglich muss man Frank Lübberding sicherlich recht geben.

Noch viel schwerwiegender als diese Unterlassungssünde deutscher Professoren, den mächtigsten Mann der Welt, Präsident George W. Bush, und den Master-o’-Disaster, FED-Präsident Greenspan, über ihre Fehler nicht explizit offiziell belehrt zu haben, müssen aber die keynesianischen Wadenbeisser vom Format eines Robert von Heusingers oder eines Frank Lübberdings kritisiert werden, die alle mahnenden Stimmen (insbesondere auch von Professoren auf der besagten Unterschriftenliste), die vor der inflationären Geldpolitik stets gewarnt haben und von der EZB einen restriktiveren währungspolitischen Kurs gefordert haben, immer als gemeingefährliche „Konjunkturerwürger“ medial stigmatisiert haben, die den Kapitalismus in seiner vermeintlich „modernen“ Form der „Geldwirtschaft“ nicht verstanden hätten.

Man kann es in diesem Zusammenhang gar nicht oft genug wiederholen: Keynesianer wie Frank Lübberding, haben nicht nur NICHT vor der fatalen Geldpolitik Greenspans gewarnt, sondern im Gegenteil stets Beifall geklatscht und Cheerleader-Tänze aufgeführt! Den vermeintlich restriktiven Kurs der EZB haben sie stets verteufelt! Noch im Jahr 2006 sprach man von viel zu geringer Kreditvergabe, durch viel zu hohe Leitzinsen und bescheinigte dem staunenden Publikum „DEFLATION“ !!!

Woher in diesem Lager der „nachfrageorientierten Ökonomie“ nach wie vor der Wind weht, offenbart beispielhaft der jüngste Zeitungs-Artikel von Heiner Flassbeck, der wohl die prominenteste unter ihren populären Trash-Ikonen personifiziert: Da wird gefordert, die rudimentären und wie sich herausgestellt hat, völlig unzureichenden Maastricht-Regeln zur Sicherung der Währung, weiter drastisch aufzuweichen und das Geld endgültig den wahlkämpfenden Politclowns zur freien Verfügung zu überlassen. Als Vorbild für die Gestaltung eines zukünftigen Geldwesens nennt Flassbeck ausgerechnet die us-amerikanische FED, deren Totalversagen zwischenzeitlich sogar den meisten Fachfremden bekannt geworden sein dürfte.

Nun mag man Frank Lübberding bezüglich seiner „einseitigen Schuld-Allokation“ zunächst gutwillig nur einen, wenn auch gravierenden, „Lapsus“ in der journalistischen Sorgfaltspflicht unterstellen. Spätestens aber mit dem Satz-Fragment „… wie das konservative Ökonomen heute als Krisenanalyse anbieten.“, wird dem in Textverständnis geschulten Leser klar, dass es dem Autor nicht um die Wahrheit, sondern um vorsätzliche Falschdarstellung geht. Denn da er sich schon einige Jahre, vorzugsweise in Medien mit „linkem“ Selbstverständnis, um zielgruppengerechte Aufklärung um das ökonomische Zeitgeschehen bemüht, ist ihm natürlich voll bewusst, dass die vom ihm als „konservativ“ titulierten, echten Ökonomen im Gegensatz zu den Voodoo-Ökonomen der keynesianischen Konfession, nicht erst wie von Lübberding behauptet seit „heute“ vor dem lethalen Zerstörungspotential der inflationären Geldentwertung warnen, sondern letztlich schon seit den 20’er und 30’er Jahren des letzten Jahrhunderts. Auch in diesem aktuellen „Boom & Bust“-Zyklus der Gegenwart warnten sie schon seit gut und gerne einer Dekade vor der drohenden Gefahr; des „Maestro“ Greenspans „Bubblenomics“ sind schon lange Haupt-Kritikpunkt aller währungspolitisch gebildeten Menschen. Wir sind allerdings nur ein sehr kleines, exquisites Häufchen und werden von der medialen Übermacht der Demand-Side-Dudes trotz heldenhaftesten Freiheitskampfes immer wieder an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt.

Genau dieses scheint mir auch der Zweck von Frank Lübberdings Übungen zu sein. Operatives Ziel ist es wohl, das in Politik, Medien und zunehmend auch im Volk beliebte (und für den Bereich der (vermeintlich) „nachfrageorientierten“ Ökonomen auch durchaus berechtigte) „Ökonomen-Bashing“ zu erweitern und durch derart desinformative Beiträge nach und nach eine Pogrom-Stimmung gegen wirklich Wirtschaftskundige aufzubauen.
Frank Lübberding setzt dabei mit seinem Artikel auf das durchaus clevere Kalkül, dass es dem BILD-Zeitungleser in der Realwelt entsprechende Pendants auch in der jüngst von Weissgarnix vielleicht etwas über den Klee gelobten Bloggosphäre gibt.

Die strategische Zielsetzung dürfte sein (wenn man mal vom potentiellen persönlichen Motiv des ideologiegetriebenen Hasses auf (Anders-)Denkende absieht), die Schuld der Verantwortlichen der eigenen Partei auf die Ökonomen abzuwälzen und so ihre Bestrafung zu vermeiden, die Ökonomen nachhaltig in der Bevölkerung zu desavouieren und anschliessend dann freie Bahn zu haben, endlich den seit Jugendtagen ersehnten Sozialismus einführen zu können.

Die Veranlagung zur demagogischen Agitation saugt der kleine Marxist schon mit der Muttermilch auf.

Retroliberale Grüsse,

ein Ökonom der schon seit Jahren vor der kriminellen/keynesianischen Geld- & Kreditwucherung gewarnt hat.

165 Scio-nescio November 15, 2008 um 19:02

@Halbgott
Keine Aufregung, Rahmstorf und Schellnhuber werden bald folgen…….wenn die naechste Eiszeit da ist. :-)

166 Hermann Keske November 15, 2008 um 20:15

Den Hamburger Appell als irgendwie honorige Veranstaltung darzustellen, das ist schon ein echtes Gaunerstück. Da fällt mir der Unterkiefer herunter.

Wie war doch die schlichte Botschaft? Die Wissenschaft gebietet die Fortsetzung der Reformpolitik. Zu hohe Lohnkosten gefährden nach wie vor das Wachstum und den Wohlstand und überhaupt. Weitere, schmerzhafte Einschnitte vor allem im sozialen Bereich sind unerlässlich.

Die Wissenschaft sagt uns ausserdem, sinkende Löhne führen zu steigenden Unternehmensgewinnen, die führen zu höheren Investitionen und sorgen auf diese Weise auch für die Binnennachfrage (die natürlich eigentlich gar nicht steuerbar ist, wie man am Anfang des Appells erklärt).

Schaun wer mal. Die Vermögens- und Unternehmenseinkünfte habe sich doch sehr angenehm entwickelt. Während die Lohneinkünfte von 2000 bis 2004 von 1100 auf 1137 oder 3,36 % für den ganzen Zeitraum gewachsen sind, sind die Vermögenden und Unternehmer doch etwas günstiger gefahren. 2000 waren es mal gerade 424 Milliarden, 2004 doch immerhin schon mal 535 Milliarden oder Stücker 26 % mehr – das war doch schon mal was und hat sich in der Folgezeit noch phantastisch steigern lassen. Die Reformen waren höchst angenehm wirksam.

Und wie war’s mit den Investitionen, also mit der Wissenschaft und ihren Gesetzen? Wunderbar. Die Bruttoinvestitionen betrugen 2000 noch 442 Milliarden, bis 2004, als die Unternehmer und Vermögenden ihr Einkommen schon um 111 Milliarden € für das Jahr steigern konnten, da waren sie der Wissenschaft zum Trotz gefallen, auf 387 Milliarden oder um über 12 %.

Wie war das 2005, als der Appell verfasst wurde? Waren den 252 Unterzeichnern die Zahlen unbekannt? Wirtschaftswissenschaftler ohne Kenntnis der Wirtschaftszahlen? Wussten sie gar nicht, wovon sie reden?

Oder haben sie unter der Vortäuschung von “Wissenschaftlichkeit” die Öffentlichkeit vorsätzlich belogen? Sind sie einfach schmierige, verlogene Lobbyisten?

Die Öffentlichkeit scheint sich ihre – zutreffende – Meinung gebildet zu haben.

Das Volk der Mainstream-Ökonomen soll man zum Teufel jagen. Sie sind nicht, ganz und gar nicht, von Politclowns als Sündenböcke auserwählt, sie haben sich selbst als Hohlköpfe oder als Lügner präsentiert.

Der Hamburger Appell ist eine Schande für die Wissenschaft. Gut, dass darauf wieder einmal hingewiesen worden ist.

167 GEORG November 15, 2008 um 23:04

Liebe Leute , je länger die Beiträge je weniger liest man sie. Ich war mal Student: Erste Regel : Kurz fassen

168 ~ Halbgott ~ November 16, 2008 um 00:30

@ Hermann, Du hättest Buchhalter werden sollen !

… Du kannst zwar notdürftig mit Zahlen umgehen, aber nicht die hinter ihnen stehenden Zusammenhänge geistig erfassen. Das sind optimale Vorraussetzungen für eine gehobene Position im Internationalen Micky-Maus-Accounting !

( … was ist von der Vorstellung zu halten, dass die Arbeitslosenzahlen sich OHNE die Reformmaßnahmen weiter verschlechtert hätten, dass die Investitionen OHNE die Reformmaßnahmen noch geringer ausgefallen wären ? … Denken ? … )

( … dass die Schröder-Sozis durch diverse Steuergesetzänderungen und sonstige Maßnahmen zusätzlich und auf “eigene Faust” eine brutalstmögliche Umverteilungspolitik von unten nach oben, JENSEITS der Empfehlungen des “Hamburger Appells” gefahren haben, habe ich schon oft genug entschieden kritisiert und verlange Redistribution … )

169 SD6 November 16, 2008 um 03:19

Von rigorosen Umverteiligungsaktionen via Vermögungssteuer oder Erbschaftssteuer erhöhen steht im HH-Appell nur nichts, oder gibt es da noch einen kleingedruckten Anhang den ich überlesen habe?
Da war zwar immer wieder die Forderung mit dem mehr “netto vom brutto”, das sollte aber durch “sparen” im Sozialbereich finanziert werden.

Und nochmal, warum muss in Deutschland auf Teufel komm raus der Arbeitsmarkt reformiert werden mit dem Ziel gegenüber anderen Ländern wettbewerbsfähig zu sein, wenn die potenzielle Konkurrenz genau die gleichen Probleme hat mit denen sie ebenso wenig fertig wird?
Erklär mir also warum wir, also die Masse der Menschheit, letztlich ohne irgendeinen Gewinn noch mehr Arbeiten müssen um noch weniger zu verdiehnen weil einige wenige Workaholics und Gierschlunde der Meinung sind das da effizienztechnisch noch was drin ist.

170 equityshark November 16, 2008 um 10:57

@ Halbgott
deine retroliberalen Ergüsse sind echt erheiternd, nur die Sozialisten-Phobie solltest Du noch etwas mehr pointieren, erhöht den Spassfaktor und niemand merkt, dass Du in der realen Welt offenbar mit massiven Problemen zu kämpfen hast ;-)

171 Michael November 16, 2008 um 13:47

@ Halbgott
für dein Alter weist du irgendwie eine Reihe Merkmale auf, die man erst sehr viel später erwarten sollte…. Nimm doch bitte zur Kenntnis, daß hier keine nennenswerten qualitativ hochwertigen Arbeitsplätze geschaffen wurden. Wo keine Investition, da kein ernstzunehmender Arbeitsplatz. Aus den Zahlen von H.Keske ergibt sich eine Debilanz. Es wurden Arbeitsplätze geschaffen, mit den zusammengegeizten Ersparnissen der Michels. In China, in Indien, in den USA und ein paar in Osteuropa. Die gehen in der jetzigen Rezessionsrunde komplett verloren.

Ich will und kann die Welt nicht verbessern, aber deine geistigen Auswürfe müßtest du von ideologischen Barrieren befreien. Sicher sind die heutigen Sozis, mit dir gemeinsam, Goldfeinde. Du nennst dich … liberal, Sozi ? Marktversteher ? Kapitalismusversteher ? Oder Proffessorensöhnchen in irgendeiner staatsfinanzierten “Denkfabrik” ?

P.s.
Denn wenn ich den Behauptungen der deutschen Banken folgte, Fonds, Aktien, Versicherungen … wären Geld, dann hätten die Ersparnisse der Bundesbürger bisher um rund 500 Mrd. € abgenommen (Ausgangswert 4,6 Bill. €, Bankenverband Dez. 07). Es ist eine Geldspirale, eine Feder, und die zieht sich jetzt gnadenlos zusammen. Wenn Geld gleich Kredit, dann Gewinn einerseits gleich Schulden andererseits. Wenn Schulden ausfallen, dann Gewinn futsch, also Geld futsch.

Neue Schuldner für neue Gewinne gesucht. Angebot “Klimawandel” und Geld für den “Zentralrat”. (Oder was sollte das Gekläffe letztens, wenn die Wall St. und City of London hyperventilieren, fehlen in einem Ländle die Steuereinnahmen, richtig ? Da helfen wir doch gerne Frau Kanzlerin, oder ? Nur ich nicht freiwillig.).

172 Frankie Bernankie November 16, 2008 um 22:03

Kein Wunder , daß sie in China 27mal billiger arbeiten als bei uns.
Unsere gut ausgebildeten Akademiker bloggen ja lieber bis der Arzt kommt, anstatt daß sie mal was wegschaffen.

173 Bernhard aus Frankfurt November 17, 2008 um 23:45

@Halbgott #167,

Lieber Gross-Entertainer des Weissgarnix-Blogs, lieber Spezialist für BWL, VWL und Ökonomie sowie Wirtschaftswissenschaften im Allgemein als auch im Besonderen, bitte sachlich bleiben:

Du schriebst, jede Hyperinflation/Inflation endet in eine Deflation.

Meine kleine Kritik/Widerlegung:
–> kein Theorem, weil kein Ehrfahrungssatz und meines Erachtens nach außerdem widerlegt, praktisches Beispiel: Ende der Reichsmark (Inflation-Hyperinflation), Währungsreform Ludwig Erhards, Deutsches Wirtschaftswunder (DM-Inflation).

Die Währungsreform ist eine Zäsur, sozusagen ein singuläres Ereignis. Und damit wohl keine Deflation.

Schöne Grüsse ins Halbgottsche Wolkenkuckucksheim

Gruß aus Frankfurt,
Bernhard

174 Realist November 19, 2008 um 10:18

Im Hamburger Appell wird doch lediglich dafür plädiert, dem Wahlvolk nicht zu versprechen, man könne die Globalisierung zurückdrehen. Außerdem wird das Positive an der Globalisierung herausgestellt. Was ist daran falsch? Was ist daran – auch aus heutiger Sicht – verwerflich? Der Text ist unverändert richtig.

Ich finde es realitätsfern, sich gegen die Globalisierung zu stemmen und sie als falsch hinzustellen. Wir leben sie doch längst alle, genießen die günstigen Preise und finden die Situation prima! Wir selbst haben doch den Bankberater nach möglichst ertragreichen Anlagen gefragt und wollen gerne viel verdienen. Es sind nicht DIE undfähigen Manager und nicht DIE böse Globalisierung. Wir wollen es doch selber so, es ist doch systemimmanent und menschlich. Niemand will zurück zu den Grenzzäunen und Handelsbeschränkungen, niemand will den teuren (im Inland hergestellten) Computer. Das muss man doch mal einsehen können!

175 ~ Halbgott ~ November 19, 2008 um 13:47

@ Bernhard, den “Pilzfreund” aus FFM

“Meine kleine Kritik/Widerlegung:
–> kein Theorem, weil kein Ehrfahrungssatz und meines Erachtens nach außerdem widerlegt, praktisches Beispiel: Ende der Reichsmark (Inflation-Hyperinflation), Währungsreform Ludwig Erhards, Deutsches Wirtschaftswunder (DM-Inflation).

Die Währungsreform ist eine Zäsur, sozusagen ein singuläres Ereignis. Und damit wohl keine Deflation.”

=> … dumm halt nur, dass Du nicht den blassesten Schimmer davon hast, was “Inflation” und was “Deflation” ist, gell ?

=> … meinst Du etwa in 1923 herrschte Hochkonjunktur in D ? Wenn Du ein bisserl denken könntest, würdest Du erkennen, dass die Wirtschaftsleistung stark runtergekommen ist, wie es eben immer ist, wenn die (Hyper-) Inflation in Deflation umschlägt ! … denn ohne echtes Geld, gehts halt nicht ! Q.e.d. !!!

=> … damals war man in aber in der Tat cleverer und hat eine schnelle Währungsreform durchgezogen ! … heute lässt man sich Zeit, um das Krepieren der Weltwirtschaft schön langsam und schmerzvoll zu zelebrieren ! … weissgarnix serviert dazu dem Patienten Heisse Milch mit Honig und Bernanke, Paulson, Merkel und Steinbrück schmieren weisse Salbe drauf … bis der Herzstillstand eingetreten ist.

… Berni, warum bleibst du nicht beim Pilzesammeln ??? … damit kennst Du Dich hoffentlich besser aus ! … nicht dass Du in Deiner lächerlichen pseudo-intellektuellen Überheblichkeit vom Fliegenpilz naschst …

Have Fun !!

PS:

… Berni, wie wäre es, wenn Du uns mal ein wissenschaftliches “Theorem” mit “Erfahrungssatz” aus der Philosophie, Soziologie oder Pädagogik beschaffst ? ? ? … Du Pseudo-Schlaumeier, Du !

… ich schrieb Dir bereits in #128:

“=> … die Geistes- und Sozialwissenschaften haben einen anderen Charakter als die Naturwissenschaften.”

u. v.a.m. !!

… wenn Du nicht lesen kannst, ist das nicht mein Problem !

176 ~ Halbgott ~ November 19, 2008 um 14:02

@ Michael

” Nimm doch bitte zur Kenntnis, daß hier keine nennenswerten qualitativ hochwertigen Arbeitsplätze geschaffen wurden. Wo keine Investition, da kein ernstzunehmender Arbeitsplatz. ”

=> … Yep! … es geht auch nicht unbedingt um “mehr” Arbeitsplätze, sonder um weniger “weniger” Arbeitsplätze. Es geht auch nicht um “hochwertige” Arbeitsplätze, sondern um ÜBERHAUPT Arbeitsplätze !

=> … ich wiederhol’s nochmal: DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI !!!

=> … der in Deutschland historisch bekannte Wohlstand ist VORBEI ! … er KAM aus dem Aussenhandel ! … dem Export ! … Deutschland konnte vor dem Mauerfall und vor dem Internet seinen Wissensvorsprung zu hohen Margen vermarkten! … diese Marge sinkt drastisch ! … Realeinkommen in den letzten 10 Jahren KONSTANT ! … Null-Wachstum ! … jetzt “deflationieren” die Realeinkommen !!! … da könnt ihr Nominallohn-Erhöhungen veranstalten, wie ihr lustig seid !

“Aus den Zahlen von Hermann Keske ergibt sich eine Debilanz. ”

=> … JA, unbedingt ! … das liegt an Hermanns Naturell !!!

Grüsse

177 Hermann Keske November 19, 2008 um 16:57

@ Halbgott # 187

“Aus den Zahlen von Hermann Keske ergibt sich eine Debilanz. ”

=> … JA, unbedingt ! … das liegt an Hermanns Naturell !!!

Nee, nee – es liegt einfach an den Zahlen und daran, dass ich lesen und sogar mit Quantitäten umgehen kann (woran es bei Ökonomen doch gerade fehlt.)

Nee, Metaphysik is nich – Kopfrechnen reicht.

178 edicius November 19, 2008 um 17:55

@halbgott
… diese Marge sinkt drastisch ! … Realeinkommen in den letzten 10 Jahren KONSTANT !
Ach ja? Und die Gewinne? Sind die wg besagtem Margenverfall auch konstant, oder gar gefallen?
Neenee: halbgöttliche Fehldiagnose. Bleib’ lieber bei deinem Umverteilungstheorem – da bist du weit näher an der Wirklichkeit dran. Nur sind natürlich die Schröder-Sozen nicht die einzigen Umverteiler gewesen – sie waren nur ergänzende Hilfskräfte.

179 Hermann Keske November 20, 2008 um 10:00

@halbgott

Realeinkommen in den letzten 10 Jahren KONSTANT !

Hilft diese Mitteilung im Bezug auf den Hamburger Appell? Wohl weniger. Die Zahlen nach 2004 können den intellektuellen Leuchten der hehren Wissenschaft kaum vorgelegen haben. Im Zeitraum von 2000 bis 2004 jedenfalls waren die Löhne real rückläufig – die Verteuerung des Warenkorbs war doppelt so hoch wie die Lohnsteigerung nominal.

Aber schön, von 1998 bis 2007 waren die Reallöhne nur ganz leicht rückläufig, 14,63 % Teuerung, 14,44 % Lohnsteigerung nominal. Werfen wir einen ergänzenden Blick auf die die Steigerung der Gewinne, dann stellen wir fest, dass sie sich in diesen zehn Jahren um 48,6 % steigern liessen ( in dem Zeitraum, den ich für die Beurteilung des Appells genommen hatte, waren es nur 26 %)

Na, wenn da nicht die dringend gebotenen Reformen zugunsten der Anbieter förmlich ins Auge springen, als unbezweifelbare wissenschaftliche Notwendigkeit, dann muss man doch schon blind sein, nicht wahr? Blind und blöd.

Sie nennen sich Wissenschaftler. Und schämen sich bis heute nicht.

180 ~ Halbgott ~ November 24, 2008 um 00:11

@edicius

“Ach ja? Und die Gewinne? Sind die wg besagtem Margenverfall auch konstant, oder gar gefallen?”

0> … Gründe für die Gewinne:

- Gewinne sind Residualeinkommen und unterliegen daher prinzipiell relativ starken Schwankungen ! … denkt an die legendäre 25%-EK-Rendite !! … von der ist auf eine Dekade keine Rede mehr … nicht mal mehr von Euch Kapitalismuskritikern …

- es war nur eine kurze Phase der Globalisierung, in der Deutschland stäker profitierte. Das ist jetzt vorbei.

- Umverteilung durch Inflation
- Umverteilung durch Steuerpolitik der Schröder-Sozis
- Umverteilung durch mangelnde Ordnungspolitik der Schröder-Sozis

usw, usw, usw …

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