Würden Katzen wirklich Whiskas kaufen?

by weissgarnix on 8. November 2008

Unreligiöse Menschen wie ich lesen am Wochenende die “Welt”, weil das gibt uns Gelegenheit, auch ein paar mal hintereinander “Oh mein Gott!” auszurufen. Insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen die rechte Agitprop-Truppe des Springerverlags natürlich Morgenluft schnuppert, wenn selbst auf links-liberalen Titelseiten bereits der “Linke Putsch in Hessen” thematisiert wird.

Dennoch ist die heile Welt der “Welt” nicht mehr vollkommen, seit sich das amerikanische Volk erdreistete, unser aller Freund George Walker, dem ex-Welt-Chefredakteur Wolfram Weimar dereinst auf der Titelseite bekanntlich ein devotes Ständchen à la “Hello Mr. President, we love you” darbrachte, nicht durch Parteifreund und Militär-Macho John McCain abzulösen, sondern durch den doch eher zivil daherkommenden Barack Obama. “Mensch, die Ypsilanti konnten wir doch auch in Grund und Boden schreiben”, sagte man sich resignierend, “warum ist das den US Medien nicht auch bei Obama gelungen?”. Tja, warum? Da ich zu exakt der Zeit in USA weilte, als Barack Obama seine Formulierung von den “bitter people” gerade von so aufrechten Patriotensendern wie “Fox-News” Länge mal Breite um die Ohren gehauen bekam, scheint mir die Frage durchaus berechtigt.

Doch die “Welt” hat, wie bereits zum Thema “Hessen”, die richtige Antwort parat: das Internet ist schuld! Ja, genau, das Internet. Meint zumindest Kommentator Ulrich Clauss in seinem heutigen Beitrag “Im Schleppnetz der Freiheit“. Ich gebe zu, die Überschrift ist nicht unoriginell, und hat mich sehr intensiv zum Denken angeregt. “Schleppnetz der Freiheit”, was zum Teufel soll das heissen? Aber ich reflektierte, rationalisierte und reagierte, et voilà, nachfolgend das Ergebnis:

“Schleppnetz”, das weiss heute jedes Kind, ist nichts Gutes. Schleppnetz ist Pfui!, Schleppnetz ist böse, weil darin verfangen sich bekanntlich jedes Jahr Zigtausende Delphine, Wale, Haie, Schildkröten und sonstiges Getier und gehen hernach elendiglich zugrunde. “Schleppnetz” geht eigentlich gar nicht, doch haben Goebbels und die ganze übrige NS-Bagage diesen Begriff nie verwendet, daher eignet er sich grandios als taktisches mediales Geschütz, ohne dass man Proteste aus jüdischen oder anderen Kreisen befürchten müßte. Außer von Greenpeace vielleicht, aber who gives a shit?

Schleppnetze haben darüberhinaus auch für die kommerziellen Fischfänger die unangenehme Eigenschaft, dass sie immer recht viel “Beifang” enthalten, auf den man es eigentlich gar nicht abgesehen hatte. Eben besagte Delphine und Schildkröten, und aus Sicht des industriellen Fischfangs ist das weniger eine Frage der Moral, sondern der Produktivität, selbigen so rasch wie möglich wieder loszuwerden.

Das vorausgeschickt, kann man sich also ungefähr zusammenreimen, was der Autor uns wohl mit dem Titel “Schleppnetz der Freiheit” sagen will, nicht wahr? Und das bekundet er denn auch gleich zu Beginn seines Kommentars, indem er schreibt:

“Unter einer dünnen Schicht redaktionell abgesicherter und namentlich verantworteter Marken-Informationsangebote besteht der weitaus größte Teil der Internetinhalte aus anonymem Meinungswissen, Gerüchten, übler Nachrede und mehr oder weniger professionell organisierter Desinformation.”

Ja, genau. Wobei man natürlich gleich einschränken muß, dass das Schleppnetz von unserem Ulli schon ein ziemlich ausrangiertes sein muß, weil wenn da der “weitaus größte Teil” nur Beifang ist, mein Gott (ihr seht, es wirkt bei mir noch immer!), dann kann das ja nur ein ziemlich kaputtes Netz sein. Das taugt ja eigentlich dann zu gar nix mehr, statt lecker Thunfisch und Makrelen nur Delphine, Schildkröten und anderes Zeugs  … Aber OK, von einem Redakteur kann man andererseits nicht verlangen, dass er bei der Wahl seiner Metaphern über die Techniken im industriellen Fischfang bescheid weiss, zumal in einem Verlagshaus, das sich ohnehin vorzugsweise nur mit journalistischem “Dynamit-Fischen” beschäftigt, und in dieser Hinsicht eine der größten Flotten Europas unterhält.

Lassen wir also mal die technischen Aspekte des Ganzen etwas beiseite, und gucken wir mal, was uns in obigem Satz da erneut für tolle Begriffe dargeboten werden. “Redaktionell abgesichertes Marken-Informationsangebot” finde ich zum Beispiel Klasse. Echt. Da ich lange im Markenartikelgeschäft zuhause war, erinnert mich das unweigerlich an “Erfahrene Züchter und Tierärzte empfehlen Pedigree Pal” oder “Zahnärzte empfehlen Kukident”. Und damit meint der Herr Clauss natürlich sich und seine Zunft, vulgo “die Journaille”. Die wären quasi die Qualitätskontrolle im medialen Markenartikelgeschäft, und deshalb wären die “Marken” gegenüber all dem anderen namenlosen Tand, der da in den Regalen steht bzw. im Internet herumgurkt, eben um den entscheidenden Schlag besser, sagt Herr Clauss. Und wir, die Medienkonsumenten, sollten uns da nicht so einfältig zeigen und es stattdessen unseren Haustieren nachmachen, weil “Katzen würden Whiskas kaufen!”. Alles klar? Gut.

Herr Clauss will aber nach diesem kurzen Exkurs in die bunte Welt des Marketings unbedingt wieder technisch werden:

“In der Summe sind die im Internet bereitgestellten Inhalte so authentisch wie das Stimmengewirr aus einer defekten Gegensprechanlage. Dabei kann durchaus Interessantes aus Privatwohnungen auf die Straße dringen – das einzige gesicherte Faktum ist aber lediglich die Faktizität des Geräusches selbst.”

Yo, das kennen wir natürlich aus dem richtigen Leben, nicht wahr? Wir stehen ja schliesslich alle für unser Leben gerne vor der Türsprechanlage eines Mehrfamilienhauses und lauschen andächtig, was denn da alles so auf uns eindröhnt. Ich für meinen Teil könnte das stundenlang machen, aber die Erfahrung lehrt: erstens kommt nix, weil die meisten Gegensprechanlagen eben dummerweise nicht defekt sind sondern ordnungsgemäß funktionieren. Und zweitens muß man, damit was aus dem Lautsprecher ertönt, immer erst auf irgendeinen der vielen Knöpfe drücken, bis es dann endlich mal heißt: “Hallo?”

Tja, und meine Erfahrungen mit dem Internet sind in diesem Punkt eigentlich genau die gleichen: ich kann stundenlang vor meinem Computer hocken, und auf meinen offenen Browser starren, bevor ich da nicht irgendein Lesezeichen oder einen Link anklicke und das dahinterstehende Angebot aufrufe, tut sich schlicht nix. Zero. Nada!

Um mal zu Clauss’ “Faktizität” zurückzukehren, nachdem wir unseren kleinen Kommunikationstechnikkurs hinter uns gebracht haben: diese besteht hier keineswegs nur im “Geräusch” selbst, sondern sie besteht insbesondere in dem Menschen, der vor dem Bildschirm sitzt, und in der Wahl seiner Informationsquellen in diesem Punkt voll “seinem Sein überantwortet ist”, um mal Herrn Heidegger die Ehre zu geben, der diesen schönen Begriff quasi erfunden hat. Die Auswahl des geeigneten Informationsangebots im Internet steht darin der Wahl der subjektiv “richtigen” Zeitung um nichts nach. Und wie im Internet gibt es auch bei den Tageszeitungen neben wenigen Perlen eine Menge sinnlosen Schrott, was Mitarbeiter ausgerechnet dieses Verlagshauses, das die “BILD” beherbergt, aber ohnehin wissen müßten.

Doch Clauss kommt zum Punkt:

“Die Instanzenfeindlichkeit des Netzes hat nun jüngst sogar ungeheure politische Wirkmacht befördert. Eine Schlüsselrolle spielten dabei sogenannte Blogs. Das sind Netzrubriken von Menschen, die glauben, irgendetwas Bedeutsames im Internet zu sagen zu haben, und die im amerikanischen Wahlkampf eine Schlüsselrolle bei der Meinungsbildung einer ganzen Nation spielten.”

Ja, gell? Diese “Blogger” sind doch schon ein ziemlich elendes Gesocks. Schreiben glatt Dinge, die keine Mainstream-Zeitung, die zuerst an die Werbekunden oder die politische Ausrichtung ihrer Verleger und dann erst an die Leser denken muß, je bringen würde. Und damit vielleicht auch noch richtig liegen! Soll ja in letzter Zeit vorgekommen sein, dass das unverantwortliche Geschreibsel dieser Leute so hässliche Dinge wie “Schleichwerbung”, “Medienzensur” oder “Verstrickung der Politik in die Kreditkrise” aufgedeckt hat. Wahrlich ungeheuerlich! Skandalös!

Und weil unser Ulli beim Abfassen solcher Zeilen bemerkt, dass damit Zeitungen, die ihrem eigentlichen Auftrag nicht mehr nachkommen, gar keiner mehr braucht, und die Leser das auch zunehmend schnallen, schreibt er sich in Rage:

“Obama konnte auf diese Weise Abermillionen von Menschen und ohne Umweg über den klassischen Journalismus erreichen.”

Ja, Potzblitz! Jetzt sind wir aber baff: der klassische Journalismus als “Umweg”. Das nenne ich mal “gesundes Berufsethos”, aber hallo! Erdreistet sich der Obama doch tatsächlich, seine Botschaft an die Massen nicht über zielgruppenspezifische, teure und ohnehin nur mit 3-wöchiger Vorreservierung zugängliche A-la-Carte-Restaurants abzusetzen, sondern entscheidet sich für das klassisch amerikanische Familien-Barbecue vor dem Baseball-Stadion und sagt “Kommt alle, einfach so wie ihr seid!” … Und alle kamen. Und McCain war daraufhin “Toast”. Und das kann unser Ulli halt überhaupt nicht ab, weil Ulli mag kein Barbecue in der Masse, der will schön gedeckte Tische und Speisen aus einer Küche, die garantiert 3x die Woche von der Lebensmittelpolizei und der Gewerbeaufsicht kontrolliert wird.

“Er umging mit seiner Informationsstrategie auch systematisch die klassischen Medien, indem er seine Botschaften über Internet-Blogs verbreitete, TV- und Radiosender also zwang, diese wiederum im Nachgang zu zitieren und damit die bislang übliche Kette der Informationsvermittlung zu umgehen.”

Tja, Herr Clauss, und was ist das Resultat? Ha? Präsident isser! Gewonnen hat er! Trotz Fox-News, Larry Kudlow und wie sie sonst noch alle heissen mögen, die versucht haben, ihm ans Bein zu pinkeln. Da war er halt unserer armen Andrea Ypsilanti den entscheidenden Schritt voraus! Vielleicht gibt es also für unsere politischen Hoffnungsträger da noch was zu lernen.

Und was folgt daraus?

“Klassische redaktionelle Verarbeitung und handwerklich regelgerechte Präsentation der Information war so erst möglich, wenn die “Information” längst verbreitet war.”

“Handwerklich regelgerechte Information?” What the f… are you talking about, Mister Clauss? – Ein Burger ist ein Burger! Wer zum großen Barbecue für Friends & Family lädt, der braucht keine langwierige Vorbereitung à la Paul Bocuse.

“Die Quelle wurde zum Sender selbst, professioneller Journalismus war nur in Gestalt einer Art Theaterkritik der “Blogosphäre” möglich.”

Warten wir es mal ab, lieber Ulli. Die Amis waren bekanntlich uns Europäern immer zeitlich voraus, und so wie die Dinge nun mal liegen, schlage ich vor, ihr speichert die Webadressen der markanten deutschen Blogs schon mal unter “Favoriten”.

“Das weltweite Bedürfnis nach Erlösung von der Bush-Administration hat offenbar Barack Obamas Medienstrategien bislang von kritischer Betrachtung verschont.”

OK, seien wir mal kritisch mit Herrn Obama: er hat gewonnen! Danke. Noch Fragen?

“Aber es ist eine sehr bedenkliche asymmetrische Publizistik, die von den Apologeten der digitalen Moderne da beklatscht wird.”

Ahhh, mein Lieblingswort, “asymmetrisch” … tja, heute ist halt alles irgendwie asymmetrisch, nicht wahr? Der Krieg, die Information, die Risikoverteilung, die Einkommensverteilung … und jetzt halt auch die Publizistik. Blogger wären demnach also die “El Kaida” des Medienjournalismus, wie hübsch.

“Mit dem Verlust jeder Filter- und Prüfungsautorität kommen dieser Art der Medienkultur auch alle Korrekturfunktionen abhanden: Dergestalt gesetzte Informationen sind zum Beispiel praktisch nicht mehr dementierbar.”

Tja, die gute alte “Filterfunktion”, was ist nur aus ihr geworden? Wohin, wohin driftet das Abendland ohne sie? Wenn plötzlich alles irgendwie bekannt wird, und zwar wirklich ALLES. Und  nicht nur das, was vorher den “Filter” durchlaufen hat. Und damit kommen “Korrekturfunktionen” tatsächlich abhanden, weil die simple Wahrheit ist nämlich die: “Katzen würden Mäuse jagen” und keinesfalls “Whiskas kaufen”!

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1 ~ Halbgott ~ 8. November 2008 um 16:57

( … der Text ist definitiv zu lang geraten … )

2 Die Blogs 8. November 2008 um 17:03

Das ist ein Problem, das Blogs haben. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leser ist geringer als bei Zeitungen und das Medium ist noch nicht geeignet zum unterbrechen und weiterlesen.

Sonst finde ich den Artikel wunderbar.

3 weissgarnix 8. November 2008 um 17:07

Form follows function.

4 ~ Halbgott ~ 8. November 2008 um 17:09

… inhaltlich habe ich aber nix auszusetzen …

5 suan 8. November 2008 um 17:25

first of all: compliments))
Das Problem der etablierten Medien, was immer das sein mag, ist die nackte Angst. Sicherlich wird dir, wgn, bei deinen Besuchen in den usa aufgefallen sein, dass seltsamerweise die “republikanischen ” Medien erheblich mehr Probleme mit den boesen blogger hatten / haben. Sicherlich mag das daran liegen, dass sich weltweit eine Verschiebung der “Machtansprueche” vollzieht. Bei uns gehen mittlerweile auch die ” Alten ” in das Internet – und ueberpruefen oft genug die “News” aus den etablierten Medien. Damit einher geht also ein Machtverlust. Und da wohl kaum anzunehmen ist, dass die Medien dies mit gottgegebenen Kopfnicken akzeptieren, wer verliert schon gerne Einfluss, werden wir noch viele dieser geistigen Erguesse diesseits und jenseits des Atlantiks erleben.
Aber ich bin ueberzeugt, je mehr gegen die boesen Blogger und das “Reich des Boesen ” (vulgo Internet ) polemisiert wird, desto groesser wird das Interesse, sich auch ausserhalb der etablieretn Medien zu informieren – und zu unterstuetzen.

6 Der Populist 8. November 2008 um 17:30

Wie links muss man sein, um “Die Welt” rechts zu finden?

(Jetzt käme als Antwort wahrscheinlich; “Wie rechts muss man sein, um Die Welt links zu finden?” Da schreib ich sie lieber gleich selbst.)

Abgesehen bin ich dankbar für jeden (auch dem ASV), der nicht in den dämlichen Obama = Messias-Chor einstimmt. Ist ja langsam nicht mehr zum aushalten, echt! Und das Erwachen der europä

7 Der Populist 8. November 2008 um 17:32

…ischen Lemminge wird ohnehin schon beizeiten folgen…

8 cassandra2008 8. November 2008 um 17:44

Blogger=Terroristen !?!

9 bluedet 8. November 2008 um 18:00

Blogs haben noch einen riesigen Vorteil im Vergleich zur Journaille: Die jeweiligen Betreiber müssen nicht die Beine breit machen, um ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern.

10 bluedet 8. November 2008 um 18:04

Aber eigentlich “müssen” die Journalisten ja gar nicht. Geld ist einfach sexy. Nanuk du weißt es doch noch: Der Trieb liegt immer noch dem Handeln und Denken des Menschen zugrunde.

11 Otto 8. November 2008 um 18:05

da hat @wgn mal was Richtiges formuliert:
Zitat:
Wahrheit ist nämlich die: “Katzen würden Mäuse jagen” und keinesfalls “Whiskas kaufen”!

****
Denn wenn sich die Journaille, speziell die Welt und die ihr angehörigen Blätter mit dem Spruch ‘Katzen würden Wh… kaufen’ als Qualitätsmerkmal sehen, so gibt nachfolgender Text ganz schön an, was da drin ist: Abfall! Wie auf dem Druckerzeugnis so in der Dose!

Katzen würden Mäuse kaufen
Die ideale Nahrung für eine Katze ist die Maus. Diese Feststellung mag vielleicht etwas einfach und belanglos klingen; ist sie aber durchaus nicht. Die wichtigste Erkenntnis, die jeder Katzenbesitzer daraus ableiten sollte, ist die Tatsache, dass Katzen reine Fleischfresser sind. Am artgerechtesten wäre also eine reine Rohfütterung ganzer Tiere, einschließlich vorverdautem Mageninhalts, Knochen, Sehnen etc., was aber für den durchschnittlichen Katzenhalter schwierig zu realisieren ist und eine genaue Kenntnis der Materie erfordert . Und mal ganz ehrlich: Welcher Tierfreund möchte schon Mäuse verfüttern? Die meisten werden folglich auf die Verfütterung von Fertignahrung angewiesen sein. Wenn man sich aber mal eine Dose Katzenfutter einer x-beliebigen Firma ansieht, ist man sehr erstaunt, darin so ziemlich alles zu finden – nur fast kein Fleisch!

Was ist eigentlich in der Dose?
Los geht es meist mit „Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen”. Das ist nichts anderes als: billige Schlachtabfälle, zerkleinertes Fell, Knochen, Federn, Schnäbel, Wolle, Urin und etliches mehr. Auch wenn die Katze in der Natur die ganze Maus frisst, ist das Verhältnis der einzelnen tierischen Bestandteile in der Dose nicht ausgeglichen, weil das für den Hersteller viel zu teuer wäre. Generell kann man sagen, dass der Fleischanteil daran immer sehr gering ist, und die „4% Huhn, Kaninchen etc.” bedeuten nichts anderes, als dass von diesen Abfällen 4% von entsprechendem Tier stammen. Diese Abfälle sind für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen, und fallen deshalb auch nicht unter die Bestimmungen der Lebensmittelindustrie. Auch wenn dies oft vehement bestritten wird, finden sich die verschiedensten Schimmelpilze in den Dosen, weil nicht alle verwendeten Kadaver immer ganz frisch sind. Diese Pilze werden zwar bei der Verarbeitung erhitzt aber beim Verfüttern oder Erwärmen des Futters können sie wieder aktiviert werden. Die Toxine davon bleiben erhalten! Außerdem werden natürlich auch kranke Tiere verarbeitet, so dass sich u.a. auch karzinogenes Gewebe in den Dosen befindet. Nicht sehr appetitlich und auch nicht sehr gesund! Auch sind dann Arzneimittelrückstände darin.
Normalerweise würde eine Katze dieses Zeug nicht anrühren, aber die zugesetzten Fette (Abfallfette, z.B. altes Bratfett), die Geschmacks- und Konservierungsstoffe und der zugesetzte Zucker lassen die Katze ihren Ekel vergessen. Dann wird es richtig kritisch. Als nächstes stehen „pflanzliche Nebenerzeugnisse” und „Getreide” auf dem Plan. Darin enthalten sind unter anderem zerstoßene Erdnussschalen, Getreideabfälle aller Art und vor allem viel Soja, denn das ist schön billig. Diese Inhaltsstoffe sind völlig widernatürlich, denn Katzen benötigen überhaupt keine Kohlenhydrate, und ihr Darm ist viel zu kurz, um diese vollständig aufzuschließen. Das große Problem bei der Sache ist folglich, dass Katzen diese Kohlenhydrate und pflanzlichen Eiweiße, z.B. aus Soja, nicht verdauen können!!!! Lediglich die in Reis enthaltenen Kohlenhydrate bilden eine Ausnahme und können wenigstens teilweise aufgeschlossen werden. Wird dem Körper der Katze pflanzliches Material zugeführt, muss es dieser als „Sondermüll” verarbeiten, wobei lebenswichtige Organe wie Niere und Leber übermäßig strapaziert werden und somit ziemlich früh ausgemergelt sind. So stirbt dann auch jede 2. Katze an Nierenversagen, und solche Organschäden entstehen sehr häufig durch Ernährungsfehler! Ein hoher Anteil an pflanzlichen Inhaltsstoffen begünstigt außerdem die Bildung von Harnsteinen, weil er dafür sorgt, dass der Harn basisch wird. Fleisch wiederum macht den Harn sauer und verhindert so die Bildung von Harnsteinen. Dies gilt nicht für ältere Katzen und Katzenwelpen, die von Natur aus einen sehr sauren Harn haben.
Zum Schluss findet man noch eine besondere Überraschung in der Dose: Zucker! Dieser schädigt nachweislich den Organismus der Katze und verursacht Zahn- und manchmal auch Bauspeicheldrüsenprobleme. Zudem fördert er die überproportionale Vermehrung von Pilzen im Darm, was dazu führt, dass die Darmflora aus dem Gleichgewicht kommt, der Organismus belastet wird und außerdem fortan ein Großteil des der Katze zugeführten Futters der „Ernährung” der Pilze zugute kommt, und nicht Ihrer Katze. Übrigens: Ob „Zucker” oder „Karamell” auf der Dose steht, ist unwichtig. Karamell ist nämlich auch ein Zuckerderivat und hat dieselben Gesundheitsschäden zur Folge!

Verdummung im Supermarkt
Leider werden die Tierbesitzer nicht über die Zusammensetzung aufgeklärt, sondern mit netten Bildchen von süßen und zufriedenen Katzen ruhig gestellt, die von der Dose und vom Fernseher prangen. Ob man nun die Firma x, die Firma y oder die Firma mit den lila Aufklebern kauft, ob die Dose schlicht ist oder das Futter in kleinen, teuren 100-g-Schälchen oder Tütchen daherkommt, ob es sich als Ragout, Geschnetzeltes oder Häppchen in Gélé tarnt; der Großteil der Futtermarken kommt aus derselben Fabrik ein und desselben Herstellers – und der hat als Ziel die Optimierung seiner Bilanz und nicht die Gesundheit unserer Katzen. Fast alle genannten Inhaltsstoffe, einschließlich Zucker, sind billige Rohstoffe, die die Dose füllen, ohne der Katze auch nur ansatzweise von Nutzen zu sein. Hinzu kommen noch Konservierungsstoffe, die meist unter dem Deckmantel „EWG-Zusatzstoffe” laufen und Krebs auslösen können. Hier wird deutlich, dass der Tierbesitzer bewusst im Unklaren gelassen wird.

Wie unterscheidet man gutes von schlechtem Futter?
Es gibt 2 einfache Methoden, gutes von minderwertigem Futter zu unterscheiden. Erstens: Jedes Futter, das im Supermark erhältlich ist, ist minderwertig. Zweitens: Je geringer die Menge an Futter ist, die die Katze zur Sättigung ihres Nährstoffbedarfs benötigt, desto hochwertiger ist es. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Bei den in Supermarkt erhältlichen Produkten erfährt man, dass eine „durchschnittlich große Katze (4 kg)” täglich 425 g benötigt. Von einem hochwertigen Futter benötigt dieselbe Katze plötzlich nur noch 156 g. Diese Differenz von 269 g kommt durch die billigen Füllstoffe zustande. Dasselbe gilt für billiges Trockenfutter. Auch hier wird mit Füll-, Farb- und Aromastoffen gearbeitet. Von einem billigen Trockenfutter braucht man täglich ca. 110 g, und von einem hochwertigeren nur 60 – 70 g. Der Grund, warum Ihre Katze trotzdem das billigere Futter lieber mag, ist, dass die minderwertigen Zutaten mit Geruchs- und Geschmacksstoffen versetzt werden und außerdem jede Menge Zucker zugeführt wird, auch wenn die Futtermittelindustrie natürlich andere Argumente für die Beliebtheit ihrer Produkte anführt.
Daran gewöhnen sich die Katzen natürlich und werden regelrecht süchtig danach. Deshalb lehnen sie hochwertiges Futter zunächst oft ab, weil die Suchtstoffe darin fehlen.

Die Vorteile hochwertigen Futters
Einige Premium-Futtermarken wählen ihre Inhaltsstoffe so aus, dass sie weitgehend den natürlichen Nahrungsgewohnheiten der Katze entsprechen. Diese hochwertigen Futtermarken sind sowohl als Nass- wie auch als Trockenfutter erhältlich. Für hochwertiges Futter haben Sie nicht mehr Kosten als für minderwertiges. Es erscheint auf den ersten Blick teurer, aber da Sie nicht dieselbe Menge brauchen, wirkt es sich finanziell nicht aus. Im Gegenteil, es kommt Sie sogar günstiger, denn Sie sparen auch noch „ am anderen Ende”. Weil alle Inhaltsstoffe voll verdaulich sind, haben Sie weniger Kot und somit einen geringeren Verbrauch an Katzenstreu. Durch die Hochwertigkeit der Inhaltsstoffe haben sie keine Niere und Leber belastenden pflanzlichen Abfallprodukte. Außerdem läuft Ihre Katze weniger Gefahr, an Erkrankungen der Harnwege zu erkranken, weil weniger Flüssigkeit mit dem Kot über den Darm und somit mehr Flüssigkeit durch die Harnröhre ausgeschieden wird, die dabei „gespült” wird und somit der Bildung von Harnsteinen vorgebeugt werden kann. Dies gilt für die Ernährung mit hochwertigem Nassfutter genauso wie für die Ernährung mit hochwertigem Trockenfutter.
Trockenfutter hat den großen Vorteil, dass es hygienischer ist und den Kaumuskeln gut tut. Allerdings muss man darauf achten, dass die Katze ausreichend trinkt (am besten sofort nach dem Essen), weil sonst wiederum die Nieren belastet werden!! Die meisten Katzen lassen sich durch eine Katzentränke wie z.B. den „Freshflow”, welcher eine natürliche Quelle simuliert, gut zum Trinken animieren. Andere nehmen vermehrt Wasser auf, wenn dieses einen Schuss Milch enthält. Wird bei ausschließlicher Trockenfuttergabe nicht darauf geachtet, dass das Tier nach dem Essen ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt kann es zur latenten Dehydration (Austrocknung) kommen. Darum macht es auch Sinn, nicht ausschließlich Trockenfutter zu verabreichen, sondern die Nahrung um ein hochwertiges Nassfutter zu ergänzen und dieses zusätzlich mit etwas Wasser anzureichern.

Hochwertige Futtersorten sind auf das Alter und die „Lebenssituation” der Katze abgestimmt. Ein Menschenbaby hat ja auch andere Ernährungsbedürfnisse als ein Rentner, und ein Hochleistungssportler braucht mehr Energie als ein Bewegungsmuffel. Dasselbe gilt auch für Katzen. Zum Abschluss nennen wir noch einige Futtersorten, die dem Supermarktfutter deutlich vorzuziehen sind: Precept, Vet-Concept, Cat Exclusiv, California Natural, Hill´s, Royal Canin, Innova, Felidae, Pro Nature und mit Abstrichen auch Almo Nature, Leonardo, Animonda / Integra, Schmusy oder Miamor. Ich empfehle grundsätzlich HILL’s, Happycat. Von den im Supermarkt erhältlichen Sorten Nassfutter ist wohl das Lux von Aldi noch das „Beste”, weil es zumindest auf die Beigabe von Zucker verzichtet.

Leider gibt es unseres Wissens nach kein einziges unbedenkliches Trockenfutter über einen Supermarkt zu beziehen (besonders im Hinblick auf die drohenden Harnwegserkrankungen durch zu hohe Magnesiumanteile). Am besten ist es natürlich, von Anfang an gesunde Nahrung zu verfüttern, aber auch wenn Ihre Katze schon älter ist: Eine Umstellung lohnt sich immer, und Ihre Katze wird es Ihnen mit einem langen, gesunden Leben danken!

Qelle:

Tierhilfe Kassel e.V. Postfach 100763 34007 Kassel http://www.cat-care.de

Gruss
Otto

PS: Habe ich auf unserer HP schon lange ins Netz gestellt.

12 McShorty 8. November 2008 um 18:07

Hallo Weissgarnix,

großes Lob für den Beitrag und das Thema. War mal fällig.
Wehret den Anfängen kann ich nur sagen! Erst die Blogs weg, dann…endet irgendwie alles in Lagern. (mal wieder PCM lesen!)
Virtuelle Haue gibts von mir, weil Du Dir das Schmierenblatt auch noch gekauft und somit den Springerladen finanziell unterstützt hast. Nächstens borgst Du Dir den Dreck bitte vom Nachbarn oder gehst in der Bücherei lesen. :-)

Tja, die große Frage istz ja nun wer hat den längeren Atem? Wer kriegt wen zuerst fertig gemacht. Blogger sind ja wohl low-budget Verantstaltungen, oder? Wie wärs wenn Du als Mann der Zahlen mal einen Blick in die Springerbilanz wirfst und schaust wie der cash-flow so aussieht? Wie lange halten die durch wenn NIEMAND mehr deren Schund kauft? Natürlich nur aus Gründen wie vergessen “Zeitung zu kaufen”, “kein Kleingeld dabei”, “eh keine Zeit zum Lesen” usw. Für die Jüngeen unter uns, googelt mal nach Greenpeace und Brent Spar (hoffe ist richtig so).
OK, trifft dann auch Unschuldige-sorry heisst ja heute neu-Welt-sprech Kollateralschaden, aber der Zweck heiligt ja (manchmal, wie lernen von den Amis) die Mittel.

MMn sind die in ein paar Wochen dann ganz kleinlaut und wir sind den Dreck los. Der Claussi wird den Tag noch verwünschen an dem der diesen Artikel geschrieben hat.
Immer nur in Blogs meckern ist eine Sache, mal was an der Front unternehmen halt was komplet anderes. Immerhin geht es hier um die neue Form UNSERER Meinungsfreiheit. Und da wir bekanntlich ja immer noch in einem System leben, indem man mit Geld ne Menge ausrichten kann, können wir die nur so packen und fertig machen.

Paß auf Dich auf und Gruß,
McShorty

13 Hermann Keske 8. November 2008 um 18:12

Sehr schön.

Das Unbehagen an der asymmetrischen Publizistik des Herrn Clauss, der nun leider nicht mehr so richtig filtern kann, scheint mir sehr verständlich. An seiner Stelle würde ich mich auch unbehaglich fühlen – zum einen wegen des Umstandes, dass ich nichts mehr richtig wegfiltern kann, zum anderen wegen des noch viel lästigeren Umstandes, dass professionelles Filtern nach althergebrachter Weise einen Schuss in den Ofen darstellen kann – wenn nämlich dem Filternden das Weggefilterte um die Ohren gehauen wird.

Einen Aspekt hat der Herr scheint’s noch nicht genügend aufgegriffen. Die Asymmetrie des Internets mit seinen qualitativ tatsächlich sehr unterschiedlichen Beiträgen hat eine höchst lästige Nebenwirkung: Die Adressaten der professionellen Filterung gewöhnen sich wieder an, Texte und Informationen kritisch zu lesen.

Was für eine Erschwernis professioneller Nachrichtenaufbereitung! Die Leute erdreisten sich, danach zu fragen, ob die Nachricht denn richtig und vollständig ist. Sie wollen es wissen und finden es heraus.

Wenn das keine Katastrophe ist für den filternden Journalismus, was dann?

14 fitz oblong 8. November 2008 um 18:50

…Witzig und pointiert, und keineswegs zu lang. Auch wenn ich nicht immer einer Meinung bin, lese die allermeisten Kommentare von Wgnx echt gern und mit einem Schmunzeln im Gesicht.
Ich halte jedoch Obama für eine Marionette der “Eliten” , für ein wirklich sehr gefährliches ausführendes Organ, der Wolf im Schafspelz sozusagen.
Diese mediale Vorgehensweise bedeutet für mich nur eines, das Auge Saurons richtet sich auf die bisher vernachlässigten verbreitungs-Strukturen des Webs und was das für die “Freiheit” im Netz bedeuten dürfte, kann sich wohl jeder auch minderbegabte zumindest rudimentär vorstellen.

15 Scio-nescio 8. November 2008 um 19:07

“Die neuen Idiotae” Dr. Bernd Graff
War in der SZ im Dez. 07 auch Thema.
http://tinyurl.com/3ym77d

16 Freizeichen 8. November 2008 um 19:16

Eine Sternstunde blogosphärischen Ergusses!

Danke, ach wie schön ist es, solche Analysen zu lesen! Aber das interessante daran ist ja die Tatsache, dass sich diese Kerle in ihrer Überheblichkeit selbst entlarven.

Man muss sich nur einmal diesen Artikel von Claussen asymetrisch betrachten (sprich: herauskopieren und Satz für Satz durchlesen), dann kommt man im Grunde genommen sehr leicht drauf.

Aber einer muss sich ja die Arbeit antun. Danke, weissgarnix

17 mhh 8. November 2008 um 19:17

@wgn

Vielen Dank für den klasse Beitrag.

Ulrich Clauss hat sich beim aufmerksamen Leser allein mit “Filterfunktion” selbst entlarvt.

Sag jetzt aber bitte nicht, dass du die Welt auch noch kaufst?

18 Michael 8. November 2008 um 19:17

Gestern standen wir vor dem Abgrund. Heute sind wir einen Schritt weiter. … Falls Obama, was zu erwarten ist, die Kriege in Irak und Afghanistan nicht beendet, sind die Amis hondert Prozent Toast. Der Grill ist heiß. Selbst wenn sich noch ein paar Trolle finden, die sich freuen würden, jetzt mitspielen zu dürfen. Diese Chance aber auch.

Obama wurde gewählt, weil es ziemlich vielen Amis dreckig geht. Es geht ihnen dreckig, weil sie mit “Whiskas” gefüttert wurden, statt Mäuse zu jagen. Die Folgen sind Fakt. Das Finanzsystem ist Toast, die Autobauer sind es auch. Die übliche Lösung heißt Krieg anzetteln, nicht beenden. Feind gesucht. Haltet uns bloß die Voodoo-Master vom Hals.

Systemsetup.

19 Bernhard aus Frankfurt 8. November 2008 um 19:26

@Otto: Auch ich kenne mich aus, hatte früher selber welche, ist aber nicht Thema hier. Trotzdem eine aktuelle Katzenrandnotiz: Kaisimir heißt er, der Kater von der direkten Nachbarin meiner Freundin, der meine Freundin sehr gerne und öfters “besucht”:

Das Handy verpackt meine Freundin in einen Waschlappen, um die Lebenserwartung des Handy zu verlängern; denn Kasimir ist ein besonders ausgebildeter Handy-Jäger, der besonders Handy mit Schnüren dran (Headsets) gern von einem versteckten Katzenhochsitz, den meine Freundin nicht immer im Blick haben kann, Jagd.
2. Kasimir liebt Fisch, Geflügel und lebende Vögel. Da sind Mäuse richtig langweilig. Wenn mal Kasimir zu Besuch ist, sollte man die Küche geschlossen halten, wenn man kocht – auch wenn nicht gerade Fisch oder Geflügel zubereitet wird.

Über Kasimir könnte man ein eigenes Weblog schreiben, das wäre mir aber zu langweilig. So und jetzt zum Kern meines ergänzenden Kommentars – Es wird jetzt sehr ernst:

Also, Huntington hatte Recht, es gibt einen “Kampf der Kulturen.” Aber der Feind ist nicht China oder der Islam. Der Feind, der uns angreift, ist ein anderer. Das ist die einseitige Medienindustrie, die ihr Meinungsmonopol gefährdet sieht, und deshalb uns Blogger angreift. Und bei dem Welt-Artikel handelt es sich um einen solchen Angriff. Es geht um die Macht, die Meinungshoheit und wenn es nur die Meinungshoheit an den Stammtischen ist. Da ist denen kein Blödsinn blöd genug. Und der 11. November naht, ob da die Welt zur großen Form aufläuft?

Und noch etwas, das Bewertungstool auf der Webseite, da wo der Artikel von Ulrich Clauss steht, ist irgendwie defekt. 13 Leute haben bisher abgestimmt und 95% der Stimm-Klicks bewerten den Artikel als nicht-lesenswert. Ich bin gespannt, wann die Welt-Kulturkämpfer das Bewertungstool repariert. Wer solche Artikel schreibt, dem ist manches zuzutrauen.

Gruß
Bernhard

PS: Vorgestern war der zehnte Todestag von Niklas Luhmann.

20 Bernhard aus Frankfurt 8. November 2008 um 19:29

Nachtrag: Leider gibt es bei Weissgarnix keine Korrekturmöglichkeit. Deshalb bitte ich, die vielen Grammatik- und Rechtschreibfehler zu entschuldigen.

Schönes Wochenende

21 Aucheiner 8. November 2008 um 19:38

Interessant… was bei dir religiöse Schübe verursacht, beschert mir nur Brechreiz.

22 mhh 8. November 2008 um 19:40

@ Michael

Es deutet viel darauf hin, dass Sie Recht haben. Leider.

Was mich traurig stimmt: Bei vielen Menschen, die sich für “Demokraten” halten sollten längst alle Alarmglocken schrillen. Ich höre immer nur: “das war doch schon immer so”. Nein – es war noch nie schlimmer.

Aber hinsehen könnte ja Angst machen….

23 mhh 8. November 2008 um 19:50

@Berhard

Die Medien sind nicht der Ursprung. Kennen sie den Spruch: “Jeder ist käuflich, es kommt nur auf den Preis an?”

Einige Weltkonzerne haben nicht nur mehr Umsatz als einige Industrieländer als Bruttosozialprodukt angeben – sie haben auch mehr Macht. Ist doch nichts worüber man sich wundern muss, “Geld regiert die Welt”!

Nun kommen die Interessen ins Spiel. Manch einer steht auf Krieg, andere mögen alternative Energien nicht, der Nächste ist eher an kranken als an gesunden Menschen interessiert.

Was alle gemeinsam haben: Sie mögen den schlanken Staat, damit ihnen niemand die Geschäft(-stideen)e verdirbt. Außerdem wollen sie keinen Herrscher neben sich haben. Da braucht es nichtmal Verschwörungstheorien um darauf zu kommen. Man versteht sich eben auch ohne sich vorher im Geheimen zu verabreden…

24 otaku 8. November 2008 um 19:56

Heidegger….
Jetzt wird es klein bunt und komisch…
Mensch WGN ich habe noch nicht mal die Antwort auf die fragen von letzten Artikel fertig und du kommst schon mit Heidegger um die Ecke…
Wo soll das alles noch hinführen ;-) ) ?

Blogger sind doch alles Schmierfinken und Terrorkisten da kannst doch nicht mir Pfuelosphie daherkommen, geht ja gar nicht das…

Have fun
Otaku

25 Alex 8. November 2008 um 20:02

Musste gerade lesen, dass es ja noch viel schlimmer ist: Es betrifft nicht nur die Blogs, sondern das ganze “Web 2.0″! Nicht nur werden die ganzen hochbezahlten Profis arbeitslos, es verblödet uns auch noch:
http://www.golem.de/0811/63435.html
Aber das er das ausgerechnet auf seinem Blog veröffentlich, entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie…

26 der pommer 8. November 2008 um 20:25

erstklassiger Artikel von weissgarnix !!!

für die Kommentare kann er ja nichts

27 mhh 8. November 2008 um 21:02

Attac macht neuerdings Kinospots! Der Erste läuft u.a. im Vorprogramm des neuen Bond, aber auch bei Let´s make Money…

http://de.youtube.com/watch?v=Mi-Q7bXeWcU

28 Digo 8. November 2008 um 21:12

Streichen wir doch einfach mal die 90% Spam aus Clauss Artikel ‘raus. Dann wird er gleich viel lesbarer:

“[Obama] … umging mit seiner Informationsstrategie auch systematisch die klassischen Medien [...] Die Quelle wurde zum Sender selbst [...] Dergestalt gesetzte Informationen sind zum Beispiel praktisch nicht mehr dementierbar.”

Diese Erkenntnis ist in der Tat bemerkens-wert.

Also lieber Obama: Dein Sendungsbewußtsein in allen Ehren, aber wenn Du so weitermachst, dann sägst Du Dir den Ast ab, auf dem Du sitzt, schließlich gehört das Dementi zu den Grundübungen jedes ernsten Politikers.
Und professionelle Dementis benötigen eben die “Filter- und Prüfungsautorität” des “professionellen Journalismus”. Stell’ Dir einfach vor, Helmut Kohl hätte sich seinerzeit nach dem Skandal um den verunglückten Göbbels-Vergleich damit herauszureden versucht, er sei zu zeitig auf die ENTER-Taste gekommen — undenkbar!

29 Freizeitintellektueller 8. November 2008 um 21:17

>Unreligiöse Menschen wie ich lesen am Wochenende die “Welt”, weil das gibt uns Gelegenheit, auch ein paar mal hintereinander “Oh mein Gott!” auszurufen.

Das ist mit Abstand der coolste Satz, den ich je von einem Autor gelesen habe. Erinnert entfernt an Charles Bukowski, und ich verneige mich vor jemand, der solche Assoziationen herstellen kann.

Der Spruch vom Springerschen “Dynamitfischen”, während die eigenen Autoren noch vom Schleppnetz schreiben, hat ebenfalls eine Wortgewalt, dass mein Monitor zitterte …

Bin schwerstens beeindruckt. Ich wollte eigentlich auch ein Blog anfangen, aber jetzt wo ich sehe, welche Größen da bereits den deutschen Sprachraum beackern, kann ich das auch gleich bleiben lassen.

weissgarnix = Pflichtlektüre!

30 weissgarnix 8. November 2008 um 21:25

@Freizeitintellektueller

Danke. Mach ruhig deinen Blog. @Halbgott würde dir nämlich entgegnen: “Schreiben kann er ja vielleicht, aber wir brauchen dringend noch Blogger, die was von Wirtschaft verstehen …”

31 mhh 8. November 2008 um 21:26

@ Digo

Oh und wie das dementiert werden kann und auch wird. Falls es wirklich falsch ist.

Vor kurzem geisterte ein falsches Tucholksky-Gedicht durchs Internet. Die FAZ hat das aufgegriffen und berichtigt.

Und unterschätzt nicht die Mehrzahl der Internet-User. Ich glaube schon, dass die Meisten zwischen Blog und Medienjournalismus unterscheiden können…

32 mhh 8. November 2008 um 21:27

@ wgn gugg mal den attac-spot:

http://de.youtube.com/watch?v=Mi-Q7bXeWcU

Bissl übl, nicht wahr?

33 Cylo 8. November 2008 um 21:38

Dieser Artikel hätte von einer, um ihren schwindenden Einfluss in Deutschland besorgten, Frieda Springer und ihrer Freundin Liz persönlich stammen können.

Danke für diesen Fund.

34 J.Kramer 8. November 2008 um 21:48

Ja, ja, die Marke.

Das emotionale Aufladen eines klapprigen Weltbildes.

Die gute Marke: Zahlt Millionen Steuern und schafft Arbeitsplätze.
Nebenbei finanziert die gute Marke auch noch Gewerkschaften, die selbstlos der guten Marke den Mindestlohn erspart:
Springer`s PIN Markendebakel :-)

35 DkU 8. November 2008 um 22:00

Wieder eine Granate. Sehr guter Artikel, treffend.

Bitte sei doch so nett, und teile deine Artikel mit weitaus mehr Leuten, stelle sie bei netnewsglobal (als Link) mit ein.

http://www.net-news-global.de/

Oben rechts unter dem grauen Balken ist der Postkasten.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag. :)

36 J.Kramer 8. November 2008 um 22:00

Eine ganz große, tolle Marke: Die FED.
Ein Musterbeispiel, wenn es um Transparenz, Ehrlichkeit, Seriosität geht

Bloomberg fragte jüngst bei der guten Marke FED an, wie denn die ausgegebenen 1,5 Billionen Dollar besichert seinen.

Die gute Marke verweigert die Aussage:

http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=newsarchive&sid=aKr.oY2YKc2g

Merke: Auch eine gute Marke ist sich nicht zu schade, Schrott in Zahlung zu nehmen. Ich werde mein WELT Abo jetzt mir Lehmann-Zertis bezahlen.

37 egghat 8. November 2008 um 22:24

Asymetrisch finde ich auch cool.

Was ist denn im Gegensatz zum angeblich asymetrischen Internet so unglaublich symetrisch daran, wenn gaaaaanz wenige unglaublich clevere Journalisten für gaaaanz viele Leser schreiben.

Wobei gaaaanz viele im Fall der Welt ja eh nicht wirklich zutrifft …

38 soldatenkoenig 8. November 2008 um 22:35

@wgn

ein wunderschönes Essay.

Vielleicht könnte man dieses noch etwas abrunden, indem man nicht nur Springer ins Visier nimmt, sondern z.b. mal den DDVG

Dies ist glaube ich das einzige SPD-Konstrukt, was dieses Jahr die Partei beglücken kann, so mit round about 9 Mill.

Ansonsten möchte ich zu Obama anmerken, daß für den deutschen Michel spätestens dann die Euphorie vorbei ist, wenn er merkt, dasß er das Portemonnaie aufmachen muß.

39 mhh 8. November 2008 um 22:44

http://www.bpb.de/files/IMH3WQ.pdf

Das da oben ist ein Flugblatt der Weißen Rose. Sollte man in diesen Tagen mal lesen. Aber Vorsicht: man könnte sich angesprochen fühlen…

40 Digo 8. November 2008 um 23:02

@mmh #33

> “Oh und wie das dementiert werden kann und auch wird. Falls es wirklich falsch ist.”

Eine persönliche, direkt (sozusagen “live”) gemachte Aussage läßt sich schlecht dementieren, siehe den Wirbel um Wulff.

41 larifarimausetot 8. November 2008 um 23:42

bemerkenswert: die dreistigkeit, mit der springers mietsklaven und johurenailisten die welt für sich in anspruch nehmen: ihresgleichen glauben wirklich im namen ihres herrn bestimmen zu dürfen, wo es lang geht: das ist der alte adelsdünkel, der da unter der demokratischen tarndecke vorblitzt: da winkt der truchseß waldburg den bauern von heute zu, roman herzog heißt sein zaunpfahls

42 fnord 9. November 2008 um 00:08

Der Zaunpfahl ist aber jetzt der beliebte Herr Sparkassendirektor H. Köhler! Mein ja nur.

Dreht es mal um: “Die Instanzenfreundlichkeit der Qualitätspresse hat nun jüngst wieder sogar ungeheure politische Wirkmacht befördert. Eine Schlüsselrolle spielten dabei sogenannte Kampagnenjournalisten. Das sind Menschen, die glauben, irgendetwas Bedeutsames auf bedrucktem Papier zu sagen zu haben, und die im hessischen Nachwahlkampf eine Schlüsselrolle bei der Meinungsbildung …” usw. usf.

43 Sandman 9. November 2008 um 00:46

klar macht es das netz leichter, nonsense zu verbreiten. aber immerhin hat die BILD da kein monopol.

44 ~ Halbgott ~ 9. November 2008 um 01:23

@ weissgarnix

… drüben ( http://www.weissgarnix.de/?p=678 ) habe ich noch mal ein bisschen gegen den längst völlig wehrlos am Boden liegenden Keynes nachgetreten … :-) ))

… kannst ja mal nachgucken, ob Du da noch irgendetwas wiederbeleben kannst (oder überhaupt noch willst) …

45 larifarimausetot 9. November 2008 um 02:33

@fnord

logo, bei herzog war es halt nur besonders auffällig: mit dem köhler wedelt die merkel. preisfrage: wer lässt die merkel den wackeldackel machen, dessen schwänken wir folgen wie das kaninchen dem schaukeln der schlange?

46 Nanuk 9. November 2008 um 09:27

Asymetrisch

Die ganze Welt ist Asymmetrisch.
Pflanzen, Tiere, Steine und das ist gut so.Aber Autoritäre Charakter und kontroll Freaks können damit einfach nicht leben.Für sie ist eine Ordnung das wichtigste alles muss geordnent werden. Dabei steck die Schönheit und die Symmetrie in Chaos.Nichts ist schöner als im Chaos Symmetrie zu entdecken.Aber Dinge Symmetrisch zu Formen ist langweilig.

Zulassen von Symmetrie nicht erschaffen.

47 Nanuk 9. November 2008 um 09:29

Gibt es etwas das langweiliger ist als das ich behaupte sogar es ist Tod
http://newmedia.idv.edu/thema/farben_2/bild/dreieck.gif

48 Nanuk 9. November 2008 um 09:43

@Bernhard aus Frankfurt
Nachtrag: Leider gibt es bei Weissgarnix keine Korrekturmöglichkeit. Deshalb bitte ich, die vielen Grammatik- und Rechtschreibfehler zu entschuldigen.

Ich werde mir ihre Kommentare ausdrucken und die Fehler rot anstreichen… Soll ich ihnen dann die Korrektur gelesenen Kommentare zu kommen lassen.
:)

49 EuroOptimist 9. November 2008 um 10:15

Blogs sind böse und von schlechter Qualität. Komisch, dass das in der WELT niemand behauptet hat, als die Blogs George Bush unterstützt haben. Damals waren sie das Mittel, um die “linkslastigen Mainstream-Medien” zu umgehen. Authentizität? Wahrheitsgehalt? Waren keine Fragen, wenn die CIA in Bagdad oder Beirut ein Blog aufgemacht hat, um die wahre Meinung des einfachen Arabers in die Welt hinauszutragen. Und der war natürlich ein glühender Anhänger von Dick Cheney und Tony Blair.

50 sh 9. November 2008 um 10:52

Angesichts des wesentlich größeren “Werbe”-Etats von Obama gegenüber McCain finde ich es etwas kühn zu behaupten, Obama hätte wegen der Bloggerszene gewonnen und gegen die etablierten Medien. Vor allem auch wenn man sich die Liste der größten Spender und deren Spendenbeträge anschaut.

Mir erscheint vielmehr, daß Obama gewonnen hat WEIL die (Mehrheit) “Eliten” das so wollten, nicht gegen sie. Aus Sicht dieser Eliten bekommt der Obama-Slogan “Yes, we can” eben durchaus noch einen Inhalt.

Jedenfalls sollten wir uns keiner Illusion hingeben durch die Wahl hätte sich Bedeutsames inhaltlich geändert. Im Westen nichts Neues!

51 Flow ErLeben 9. November 2008 um 11:36

Hervorragend, im wahrsten Sinne des Wortes!

Lieber wgn,
ich möchte diese Gelegenheit (bei einem Beitrag zum Thema Blogs und Mainstremmedien) für meine große Anerkennung, Lob und Freude über dein/euer Weblog nutzen!
Es ist bei den allermeisten Einträgen eine wahre Freude, die rhetorische Brillanz und geistreichen Witz vorzufinden, die selbst den allermeisten Berufsschreiberlingen zu fehlen scheint! Und das zu Themen die für mich als sehr interessierten Fachfremden bisher ausschließlich über

‘die Mainstream-Zeitung, die zuerst an die Werbekunden oder die politische Ausrichtung ihrer Verleger und dann erst an die Leser denken muß’

zugänglich waren. Dabei scheint mir das wichtigste der Eindruck, hier eine kenntnisreiche, glaubwürdige und vor allem kritische Ergänzung zu den gleichgerichteten und Interessensabhängigen Mainstreammedien und deren Meinungsmacher vorzufinden!!!

Vielen Dank dafür und ich wünsche euch weiterhin alles an Freude am schreiben und der kritischen Auseinandersetzung!

In diesem Sinne lg aus Wien, euer
Flow ErLeben

P.S.:Aufmerksam geworden auf den Blog bin ich durch einen Link im derstandard.at Forum zum Eintrag “Da kömmt noch (viel) mehr!”

52 Nixda 9. November 2008 um 11:49

Mr Darwin, may I introduce Mr Clauss, “Die Welt” newpaper, Germany.

Mr. Clauss – Mr Darwin.

53 Daniel B. 9. November 2008 um 12:00

Obama “hat mit Hilfe des Internets/der “Mainstreammedien”/der Eliten/der Minderheiten… gewonnen”. So sucht sich jeder seinen Grund heraus und erklärt dann damit die Welt. Auch wenn es viele offensichtlich nicht glauben können oder wollen: Es gibt viele Gründe dafür, dass der Kandidat der Demokraten die Wahl gewinnen konnte, ja unter den gegebenen Umständen eigentlich sogar musste und die Koalition von Wählern und Förderern, die dabei zusammenkam ist keineswegs auf einen einfachen Nenner zu bringen. Wäre in einem Zweiparteiensystem auch sehr erstaunlich.

Und wenn man die Medienberichterstattung auch in den USA verfolgt hat, ist es ziemlich albern zu behaupten, die traditionellen Medien hätten die Wahl Obamas zu verhindern gesucht. Da gab es nicht mal annähernd eine ähnliche “Einheitsfront” wie im Falle deutsche Medien vs. Ypsilanti. Die US-Medienlandschaft besteht nicht nur aus Fox News, WSJ und durchgeknallten Radiotalkshows.

54 weissgarnix 9. November 2008 um 12:47

@sh

Natürlich hast du recht: Obama führte in Wahrheit eine gnadenlose Materialschlacht, mit noch nie dagewesenem Etat, auch und prinzipiell über die etablierten Medien. Diese erwiesen ihm ja auch durchaus ihre ausdrückliche Referenz, von den üblichen Verdächtigen à la “New York Times” bis hin zum englischen “Economist”.

Daher hätte ich in obigem Beitrag auch einfach schreiben können: “Clauss redet Scheisse!” … das wäre aber dann kein so schöner Text geworden.

55 Paul Pretzel 9. November 2008 um 12:59

Das mit der Filterfunktion ist nichts neues, das ist die Maginot-Linie der Edelfedern, und der, die sich dafür halten.

Wahrscheinlich hat jetzt auch Herr Clauss begriffen, dass die Zeitungsverleger in den US of A sich ziemliche Gedanken über ihr Produkt machen. Die sind eben daran, sich die Frage zu beantworten, was denn die Zukunft des Mediums Zeitung ist. Und, was man hört, die Antworten fallen schlecht aus für die Zeitung, ganz schlecht. Welche glauben, dass es damit in ein paar Jahren zu Ende sei.

Ist es da ein Wunder, dass Herr Clauss Angst hat?

Verdammte Angst davor, dass die Witwe Springer etwas anders tickt, als ihr von uns gegangener Göttergatte. Der war stolz darauf, Eigentümer einer defizitären Tageszeitung und einer defizitären Wochenzeitung zu sein. Es war ihm gleichgültig, ob es ihn richtiges Geld kostete. Wichtig war ihm allein, seine Meinung in die Kioske der Republik zu bringen.

Frau Springer gilt da als pragmatischer, rechenhafter. Die hat sich am Ende diese Frage nicht nur gestellt, sondern auch schon beantwortet:

Die Boulevardzeitung wird weiter das Medium der funktionellen Analphabeten bleiben, und diese werden nicht weniger.
Die Abonnementszeitungen sind mittelfristig tot, also brauche ich nicht mehr in Qualität zu investieren, cash cow hiess das mal. Das ist doch jetzt schon nichts als Umverpackung für die beigelegte Reklame.
Die überregionalen Zeitungen sind der Schnee von gestern, deshalb gehen die meinem Mann so teuren journalistischen Flaggschiffe als erstes über den Jordan, vielleicht kann ich die noch der ddvg aufs auge drücken, dann kann der Clauss zeigen, dass er auch für die Sozis schreiben kann, der Schmock!

In Zukunft werden noch mehr in der Branche Angst kriegen, denke ich einmal.

56 Paul Pretzel 9. November 2008 um 13:04

@ Otto

Danke, gute Hinweise.

57 Max Risk 9. November 2008 um 13:15

Von “bluedet { 08.11.08 at 18:00 } ”

Blogs haben noch einen riesigen Vorteil im Vergleich zur Journaille: Die jeweiligen Betreiber müssen nicht die Beine breit machen, um ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern.

BLOGS, sie stehen breitbeinig mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen, weil die anderen (Clauss), die das nicht können/ dürfen/wollen, dann zwischen den Beinen der BLOGS durchkriechen, um dahin zu gelangen, wo die Sonne niemals hinscheint …

58 weissgarnix 9. November 2008 um 13:23

@Paul Pretzel

Ja, da ist sicher was dran. Aber den “Anspruch” des Verlegers Axel Springer verwirklichte das bürgerliche Flaggschiff des ASV “Die Welt” auch noch um 2002 herum, als sie noch kolportierte 40Mio Euro Miese pro Jahr machte. Ich hatte damals Gelegenheit, den Chefredakteur Wolfram Weimar mal in kleinem Kreis zu fragen: “Warum leistet sich ein Verlagshaus so einen Cashburner?”. Und die Antwort ging schnurgerade in besagte Richtung: “Wegen des eigenen verlegerischen Anspruchs!”

Das war der Welt-Mannschaft übrigens auch immer schon klar, und die Titelseite der “internen Sonderausgabe”, die sie als Jux anläßlich der Ernennung von Mathias Döpfner zum ASV-Chef im Oktober 2000 auflegten, zierte wohl nicht zufällig das Döpfner’sche Konterfei in einer Bildmontage als “Papst Mathias der Erste”.

Ein paar hundert Private Equity-Millionen und unternehmerische Fehlgriffe später, ist natürlich auch beim ASV nichts mehr so, wie es früher mal war, was man u.a. auch an der zunehmend lausigeren Qualität der “Welt” beobachten kann.

59 gelegentlich 9. November 2008 um 13:39

Danke, weissgarnix, für diese Interpretation.

Nicht ohne Grund bezieht sich die ,,Welt” aber auf die USA. In Deutschland sind wir, leider, ziemlich hintendran damit. Das erste Ereignis, welches mir einfällt, das durch das Internet ,,gestört” worden ist, war der Putschversuch in Venezuela. Damals wurden meiner Erinnerung nach die ganzen vorab (!) von/über die CIA gelieferten ,,Berichte” (die auch die Medien Westeuropas versorgt hatten), von Internet-Nutzern vor Ort sofort widerlegt. Die geplante offizielle Sprachregelung ging spektakulär baden.

In Deutschland gab es einen ersten riesigen Kampagnen-Aufmarsch bei den letzten Bundestagswahlen. So etwas hatte ich persönlich noch nie erlebt. Es war ein Printmedium, die taz, in Form eines Artikels von Tom Schimmeck betitelt ,,Arschlochalarm”, der aufzeigte, wer dort wo wie gedreht und gefummelt hatte. Das Resultat war eine Riesenblamage der etablierten Medien.

Seitdem gibt sich langsam aufbauenden informellen Einfluß bei dem m.E. besten politischen Blog, den NachDenkSeiten von Albrecht Müller. Eine wunderbare tägliche Lesehilfe, die enorm Zeit spart, schön recherchiert, wo die Zeit es zuläßt, Quellen aufbereitet, deren Auffinden sonst Stunden kosten würde – und die persönliche Meinung der Autoren ist stets glasklar erkennbar. Der Leser kann sich seinen Teil denken. Ich vermute, dass dieser Blog einen erheblichen Anteil daran hat, dass diese Bahnprivatisierung in der SPD (deren Wortbruch in diesem Punkt kein Printmedium skandalisiert!) nicht mehr vermittelbar ist.

http://www.zeit.de/2008/46/Habermas?page=all

,,Habermas: Aber es gibt verletzbare Lebensbereiche, die wir den Risiken der Börsenspekulation nicht aussetzen dürfen; dem widerspricht die Umstellung der Altersversorgung auf Aktien. Im demokratischen Verfassungsstaat gibt es auch öffentliche Güter wie die unverzerrte politische Kommunikation, die nicht auf die Renditeerwartungen von Finanzinvestoren zugeschnitten werden dürfen. Das Informationsbedürfnis von Staatsbürgern kann nicht von der konsumreifen Häppchenkultur eines flächendeckenden Privatfernsehens befriedigt werden.”
Habermas ist zu optimistisch. Das zeigte gerade die Ypsilanti-Kampagne fast aller Printmedien, selbst Süddeutsche (in den Kommentaren), FR (mit einer einzigen Ausnahme:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1625839_Von-wegen-Ge
wissensfrage.html) und sogar die taz. Die unverzerrte politische Kommunikation ist zur Zeit ohne Blogs nicht mehr möglich. Sie sind oft schneller als selbst dpa. Ein Beispiel:
da reichte ein ,,insider_aus_hessen” gestern gegen Uhr die Nachricht herüber, dass Ypsilanti und Schaub nicht antreten werden, was die Anderen gegen 17 Uhr brachten.
Ich denke dass es die Blogs waren, die die Märchenstunde ,,Gewissen” beendeten und selbst dem nicht an Politik Interessierten langsam aber sicher vermitteln werden: das hier war eine dreckige Intrige von einigen Strichern…

60 ergo sum 9. November 2008 um 13:53

“Ohne Umweg über den klassischen Journalismus” hat es dieser böse Obama also geschafft. Kein Wunder, dass Claussen pikiert ist. Der ach so gut informierte klassische Journalismus (sprich “Welt”) hatte ja noch vor einem Jahr mit absoluter Sicherheit “Die unvermeidliche Hillary” zur Präsidentin gekürt.

61 Anna 9. November 2008 um 14:10

“Mit dem Verlust jeder Filter- und Prüfungsautorität kommen dieser Art der Medienkultur auch alle Korrekturfunktionen abhanden: Dergestalt gesetzte Informationen sind zum Beispiel praktisch nicht mehr dementierbar.”

Selten zeigen sich die Propaganda-Medien so nackt, wie in diesem Fall.
Ein erfrischender Beitrag von wgn

62 LeeHarveyOswald 9. November 2008 um 14:36

Klassische Medien wie Spiegel, Süddeutsche, FAZ etc. ließt man doch sowieso nur unter Filter, stetig sich seinen eigenen Teil denkend.Dass diesen Mediennutten die freie Meinung ein Dorn im Auge ist dürfte bekannt sein.
Siehe Georgien: Da verhielten sich die Deutschen ganz anders als von oben medial verordnet, man wollte sich einfach nicht gegen die Russen aufhetzen lassen.Zu Recht wenn ich mir so die NYT von gestern reinziehe…
Blogs sind die Keimzelle einer neuen Widerstandsbewegung, die Medien müssten ihre Rolle wieder erfüllen.Wenn ich wirklich mal was nicht Mainstream lesen will muss ich schon zur Deutschen Stimme oder Jungen Welt greifen…
Dank Blogs konnte ich gottseidank mein Vermögen vermehren statt erhalten.Wo ließt man was von Peter Schiff oder Ron Paul im Mainstream ?

Diese Bande macht mich nur noch wütend…

63 gelegentlich 9. November 2008 um 14:58

Es tut mir leid,
hier
,,da reichte ein ,,insider_aus_hessen” gestern gegen Uhr die Nachricht herüber, dass Ypsilanti und Schaub nicht antreten werden, was die Anderen gegen 17 Uhr brachten.
hatte ich die Uhrzeit vergessen. Es muß heißen:

…gestern gegen 11 Uhr…

Und der Rest der Aussage von ,,insider_aus_hessen” paßte auch zu dem, was später kam.

Bei allem Lob der Blogs sollte man aber nicht vergessen: es gibt solche und ,,solche”. Man muß um einige Spinner herum lesen. Und manchmal bringen Leute in bester Absicht ihre Ideologie auf den Begriff, weil sie sich dazu provozieren lassen, sie zu Ende zu denken.
Man besichtige also mal ,,Liberale” – Referenzprojekt: Chile (Pinochet). Sobald es kontrovers gibt entsteht Schaum vor dem Mund und man denkt an Berufsverbot.
Na ja, weil selbst ein Zentralorgan der Neoliberalen wie die ZEIT eine solche Grabrede
Es tut mir leid,
hier
,,da reichte ein ,,insider_aus_hessen” gestern gegen Uhr die Nachricht herüber, dass Ypsilanti und Schaub nicht antreten werden, was die Anderen gegen 17 Uhr brachten.
hatte ich die Uhrzeit vergessen. Es muß heißen:

…gestern gegen 11 Uhr…

Und der Rest der Aussage von ,,insider_aus_hessen” paßte auch zu dem, was später kam.

Bei allem Lob der Blogs sollte man aber nicht vergessen: es gibt solche und ,,solche”. Man muß um einige Spinner herum lesen. Und manchmal bringen Leute in bester Absicht ihre Ideologie auf den Begriff, weil sie sich dazu provozieren lassen, sie zu Ende zu denken.
Man besichtige also mal ,,Liberale” – Referenzprojekt: Chile (Pinochet). Sobald es kontrovers gibt entsteht Schaum vor dem Mund und man denkt an Berufsverbot.

http://83273.homepagemodules.de/t1619f14-Zettels-Meckerecke-Ypsilanti-in-der-Falle-4.htmlSubmit 681

Na ja, wenn selbst ein Zentralorgan dieser quasireligiösen Weltanschauung, die Zeit, schon eine Grabrede darauf hält:

http://images.zeit.de/text/2008/43/Zukunft-des-Neoliberalismus

… dann verzeiht man die angespannten Nerven und die unappetitlichen Verhaltensweisen.

64 sh 9. November 2008 um 15:07

was ist denn eigentlich mit unserem (DE) Minister für Staatssicherheit Schäuble los? Wirklich enttäuschend: seit seine Fingerabdrücke im Netz herumgingen hört gar nichts mehr von ihm. Dabei wäre es doch jetzt mal an der Zeit diese ganzen Blogs unter “journalistische Qualitätskontrolle” zu stellen.

65 Michael 9. November 2008 um 15:29

Nicht, daß die Filter dieser Meinungsmacher durchsickern gelassen hätten, daß FoxNews berichtete, eine auf “Piratenjagd” vor Somalias Küste befindliche Fregatte der Deutschen Bundesmarine (auch noch die Karlsruhe, Sitz des Bundesverfassungsgerichtes) hätte sich in einen kuwaitischen Hafen (liegt das gegenüber Iran?) “verirrt”. Golf von Tongking 2.0 ?

Medienmonopol, ganz klar zu definierende Kreise, “Meinungsmacher”. Die Theorie (Idee) wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift. Verschwörungstheorie, Bilderberger, Medienvertreter. Internetüberwachung im “Krieg gegen den Terror”.

Bekannterweise asymmetrisch.

ergo sum “Kein Wunder, dass Claussen pikiert ist.” ja

66 hartmut 9. November 2008 um 15:54

ja ja unser liebes weissgarnixle hat wieder was geschrieben. Da schau her. Unser aller Freund weissgarnüscht. Der Gute.

67 ~ Halbgott ~ 9. November 2008 um 16:36

@ alle Interessierten bezüglich Angebot vs. Nachfrage (Say vs. Keynes)

… ich habe hier mal einen kleinen …

Workshop für Selbstdenker

… entwickelt !

http://s9.directupload.net/file/d/1608/llmpjr3p_pdf.htm

=> … da kann j eder überprüfen, ob er die Grundlagen der Realwirtschaft verstanden hat.

Nix zu Danken,
~ Halbgott ~

68 Tarantoga 9. November 2008 um 16:40

In dem “Kampf” Blogs/Internet vs. etablierte Medien müssen wir uns nur auf den Markt verlassen um dem Sieg des Internets zuzuschauen.

Die etablierten Medien verlieren an allen Ecken Marktanteile und man darf wohl prognostizieren, dass die klassische Zeitung längst kein funktionierendes Geschäftsmodell mehr hat. Wer will schon Geld dafür bezahlen sich mit Propaganda füttern zu lassen?

In Zukunft werden für alle die Kriterien guter Informationsquellen des Internets gelten: Wo man gute Information und interessante Meinungen bekommt, da ließt man auch in Zukunft wieder, alles andere muss man nichtmal zur Kenntnis nehmen.

69 ~ Halbgott ~ 9. November 2008 um 16:54

Davon abgesehen muss man WeissgarniX zu …

“Würden Katzen wirklich Whiskas kaufen?”

… natürlich unbedingt gratulieren !!

=> … der Artikel belegt in der Blog-internen “ewigen Bestenliste” Platz Nummer zwei – gleich hinter …

“Die Elite rettet sich selbst”

http://www.weissgarnix.de/?p=620

… in dem wgnX den korrupten Deppen-Staat enttarnt … und sogar Ross & Reiter nennt !!!

70 ~ Halbgott ~ 9. November 2008 um 16:55

( ~ Halbgott’s ~ … Kommentare laufen natürlich “ausser Konkurrenz” … )

71 Michael 9. November 2008 um 18:11

~ Halbgott ~
Natürlich sind halbgöttliche … konkurrenzlos.

Da nun mal ohne die Finanzwirtschaft 70% der HDAX-Unternehmen mehr als 50% ihres Umsatzes und Gewinnes im Ausland generiert haben, interessieren die grauen Kurven nicht so sehr, wenn eine weltweite Rezession ansteht. Das sind die Kandidaten für maximales Aktienelend. Das ist die praktische Anwendung.

Ich werde dem “besten Papi der Welt” zu einem definierten Zeitpunkt mal richtig schön debitistisch schreiben, wie man seinen Kindern die Börse erklärt. :-)

Ross & Reiter waren schon immer klar. Nur, daß der lahme Klepper nun zum Rennpferd werden soll, ist wohl etwas zu viel verlangt. Er hat einfach zu wenig Zuckerwürfel gekriegt, als das er jetzt was darstellen könnte. Er wurde nicht nur etwas zu lieblos behandelt.

;-)

72 sh 9. November 2008 um 18:35

@ Halbgott, Posting 70
ich weiß die Lösung!!!!
Allerdings kann ich nirgends die Angabe zur Bezahlung finden, die man doch sicherlich bekommt, wenn man die Mühen und Kosten auf sich nimmt, die Lösung an die angegebene Fax-Nr zu senden (von der anstrengenden geistigen Beschäftigung mit diesem so immens schwierigen Problem gar nicht zu reden).
Das ist doch marktwirtschaftlich gedacht, oder?

73 AB 9. November 2008 um 18:51

>>dass das Schleppnetz von unserem Ulli schon ein ziemlich ausrangiertes sein muß, weil wenn da der “weitaus größte Teil” nur Beifang ist, mein Gott (ihr seht, es wirkt bei mir noch immer!), dann kann das ja nur ein ziemlich kaputtes Netz sein.<<

Leider nein, laut Greenpeace machen z.B. in der Shrimpfischerei die Beifangmengen bis zu 90 Prozent vom Fang aus!

http://oceans.greenpeace.org/de/unsere-ozeane/beifang

74 marktlöwe 9. November 2008 um 19:36

Interessant finde ich Ron Pauls Einlassung über die Kandidaten: Beide sind vom Establishment ausgewählt worden und OBSAMA zum Gewinner gekürt schon lange vor der Wahl: Next war in africa.

@71
Ich habe keine Lust eine Parallele zu faxen und auch kein Paralleluniversum.

75 Tobias 9. November 2008 um 21:56

Schöner Artikel, merci.

76 Thelonious 9. November 2008 um 23:39

Es ist schon ein Kreuz mit diesem Blog. Elegische Kommentare verschwinden einfach so im digitalen Nirvana, weil der Spamfilter es so will. Filterfunktionen gibt es leider überall.
Dieses mal war ich jedoch schlauer und habe vorher den Text abgespeichert. 
Zu dem Artikel gibt es vieles zu sagen, aber ich will mich kurz fassen. Er ist Klasse. Trifft jedoch nicht ganz den Kern der Sache. Als ehemaliger Journalist habe ich zwar schon lange den Glauben in den Berufsstand verloren (bis auf wenige Kollegen, die sich wirklich bemühen gute Arbeit zu leisten) doch nicht in den Sinn des Journalismus. Wenn die Damen und Herren in den Redaktionen endlich einmal wieder ihren wahren Beruf ausüben würden, hätten sie zwar keine Freunde mehr, doch die Gesellschaft hätte einen Gewinn davon.
Hier in deinem Blog treiben sich hochgelahrte Damen und Herren herum, die imstande sind eine Bilanz zu sezieren, sie zu verstehen und zu interpretieren. Sie haben eigene Ideen entwerfen Konstrukte vom idealen Staat und werfen sich die Argumente um die Ohren. Alleine schaut euch um. Wenn ihr nicht gerade in der großbürgerlichen Siedlung lebt in der man ohne Habilitation keine Wohnung bekommt, so werdet ihr feststellen, dass eure Nachbarn nicht unbedingt auf diesem Niveau diskutieren können. Diese Leute brauchen keine Fachbücher, sondern Zeitungen – und zwar gute. Zeitungen, die Informationen beschaffen und Zusammenhänge erklären. Zeitungen, die kommentieren. Zeitungen, die einen Blick in die Welt eröffnen (damit meine ich nicht die Blut und Hoden Seiten).
Wie viele Leute besitzen gar keinen Zugang zum Netz. Entweder weil sie nie den Umgang mit dem Computer erlernten oder weil sie schlicht und einfach kein Geld für die dicke Standleitung haben? Was bleibt sind die konventionellen Massenmedien. Die sind schlimm genug.
Noch ein Wort zu den Blogs. Wie bei den verschiedenen Zeitungen oder Fernsehsendern gibt es hier gute und schlechte. Nur das Gefälle ist wesentlich höher. Selbst eine Bildzeitung wird durch manche Blogs, vor allem aus der rechtsradikalen Szene, mühelos unterboten. Und hier sind wir schon beim Problem: Ein Blog transportiert zuerst eine Meinung und dann eine Nachricht.
Bei wgnx und F. Lübberding ist es nicht anders. Beide jedoch bringen ihre Meinung auf hohem fachlichen und sprachlichen Niveau zum Ausdruck. Das verdient Respekt und ist einfach verdammt guter Journalismus – nur leider noch immer die Ausnahme.

Aber euch beiden vielen Dank.

77 mhh 10. November 2008 um 03:11

@Thelonious

Blogs transportieren auch Nachrichten, vor allem die, die konventionelle Medien nicht wirklich aufgreifen wollen. Manchmal tun sie es auch erst nach den Blogs, aber sehr sporadisch und oft verschämt.

Ein Beispiel “auf hohem fachlichen und sprachlichen Niveau” gefällig?

Bitte sehr:

http://www.weissgarnix.de/?p=620

78 Hijo del Agobio 10. November 2008 um 06:22

Lustig,

habe mir auf der WELT-Seite mit dem Artikel von Ulrich Clauss mal die Bewertung durch die Leser angesehen:

Ganze 2% finden “Im Schleppnetz der Freiheit” interessant.

98% finden das Gegenteil!!!

Sind das alles WGN-Leser gewesen oder auch leibhaftige WELT-Leser?

79 BB 10. November 2008 um 10:25

Der oben erwähnte Ex-Welt-Chef-Redakteur Wolfram Weimar ist jetzt wohl durchaus passend Chefredakteur von Cicero, dem Magazin für politische Kultur (ROFL). Und der hat hier gerade ein schönes Beispiel für Qualitätsjournalismus produziert:

http://www.cicero.de/259.php?kol_id=10790

Dort hat er den Fall “Ypsilanti” in philosophische Kontexte gestellt und ist zu dem Schluss gekommen:

“Es gibt aber auch eine Lektion für die politische Ethik im Land: Kant ist stärker als Nietzsche.”

Ich hab mich schlapp gelacht über soviel Dummheit und Selbstaufblähung. Da hat er sich aber ein bisserl arg überhoben, dieser Latte-Machiato-Chefe-Journalist.

Hier noch sein absurdes Fazit:

“Fortan wird keine Person und keine Partei es mehr so schnell wagen, mit Nietzsche an die Macht zu kommen.”

Was hat der Mann wo gelernt, das ihn als Qualitätsjournalist auszeichnet? Wahrscheinlich auf der RTL Journalistenschule: Die Nutzung von bildungsbürgerlichem Häppchenwissen zur Diffamierung politisch Andersdenkender auf der Grundlage einer Wikipedia-Recherche.

80 Nanuk 10. November 2008 um 12:55

“Fortan wird keine Person und keine Partei es mehr so schnell wagen, mit Nietzsche an die Macht zu kommen.”

lol wir lernen nochmal Schopenhauer bevor wir Nietzsche in den Mund nehmen und besudeln…
Wie war das nochmal mit der Herrenmoral… lol

81 delphin 10. November 2008 um 15:51

Ja, weissgarnix,

da geht sie hin die klassische Medienkontrolle. Da haben unsere Konzerne erst mal Milliarden ausgegeben um die Medienlandschaft nach ihren Wünschen zu formen (siehe zuletzt Spiegel, Zeit) und jetzt kommt einfach ein Neues Medium um die Ecke. Unkontrolliert, schwer beeinflussbar, schwer manipulierbar, leicht erreichbar, gebaut aus der reinen Essenz des Kapitalismus – Angebot und Nachfrage. Ein Prinzip nach dem die Presse immer weniger funktioniert, sie schreibt immer mehr an der Realität und damit an den Interessen Ihrer Leser vorbei.

Ich hoffe jedenfalls, einem Herrn Joffe der es tatsächlich schafft den Beschuss einer mittelgrossen Stadt in Georgien fast ganz zu ignorieren und als Unwichtig abzutun, um dann umso stärker, die sich daraus entstandenen Konsequenzen zu geiseln, brechen die Leser möglichst schnell weg.

Vielleicht schaffen es die Menschen – denn diese kommunizieren schlussendlich im Internet – den Medien etwas mehr Wahrhaftigkeit -einzubläuen. Nötig ist es.

Prima Artikel, auch wenn bei der ‘Welt’ selbst natürlich Hopfen und Malz verloren ist. Der dortigen Redaktion haben sie entweder das Rückrat bereits komplett abgekauft oder es ist von Natur aus verwachsen. Nicht jeder hat den Mumm für seine Überzeugungen einen warmen Platz am Ofen sausen zu lassen.

82 EuroOptimist 10. November 2008 um 18:01

Um die Qualität des Journalismus mal im Kleinen zu untersuchen, werfen wir einen längeren Blick auf einen deutschen 1A-Immobilienmarkt und vergleichen eigene Recherchen mit den Artikeln in den Wirtschaftsteilen. Fazit: die offensichtliche Flaute im realen Markt spiegelt sich nicht wieder. Nur wer ganz genau zwischen den Zeilen liest, versteht, was los ist. Wenn die Krise in den Wirtschaftsteilen ankommt, ist die Talsohle vermutlich schon erreicht. Warum ist das so? Kein Immobilienprofi hat ein Interesse an sinkenden Preise und der Beschleunigung des Abwärtstrends durch Publicity. Die Zeitungen hängen aber im Geld- und Informationsfluss an den etablierten Akteuren. Weil Redakteure aber auch nicht unbedingt lügen wollen, gilt es die Artikel ganz genau abzuklopfen.

83 Ich 10. November 2008 um 22:19

Ich glaube nicht, dass Blogs so schnell die normale Zeitung abloesen. Viele Aeltere Menschen werden bei der Zeitung bleiben. Blog sind haeufig zu speziellen Themen, haben gar nicht den Anspruch aus allen Bereichen nachrichtenwuerdiges auch tatsaechlich zu berichten. Auch juengere in meinem Bekanntenkreis lesen daher z.B. jeden Tag SPON. Viele Blogbeitraege – auch hier – referenzieren die etablierte Journaillie.
Vermutlich wird es weniger Zeitungen geben, aber das Ende des bezahlten Journalismus wird es in absehbarer Zeit sicher nicht geben.
Ulrich Clauss kennt Blogs wahrscheinlich nur vom Hoerensagen. Erkennt daher weder Funktion, noch Hintergrund vieler Blogger. Vielleicht verwechselt er auch die direktere, weniger Kompromissbereite Sprache, die in vielen Blogs gewaehlt wird, mit Inkompetenz in der Sache. Zum Journalismus scheint mir wie zum Bankgeschaeft zu gehoeren, sich einen serioesen Anstrich zu geben.

84 Tobias 10. November 2008 um 23:31

Guter Artikel zum Thema:
http://www.iht.com/articles/2008/11/09/technology/carr.php
“Electoral triumph built on a Web revolution” im Herald Tribune von heute.

85 Schoerner 10. November 2008 um 23:44

HAHAHA!
Da trieft dem Redakteur ja förmlich der Geifer aus seinem Mund, daß es nun eine immer bedeutendere Alternative zu dem Meinungseinheitsbrei der westlichen Regimemedien gibt, die zu 90% all ihre Infos von ganzen fünf Nachrichtenagenturen beziehen – alle prowestlich, und deshalb objektiv und seriös, versteht sich.

Desinformation in der Zeitung, wo kommen wir da hin! Die irakischen “weapons of mass destruction” sind also doch wahr?
Und Achmadinedschad hat nun also doch gesagt, daß Israel von der Landkarte getilgt werden müsse und es ist doch keine absurde und falsche Übersetzung die ständig wiederholt wird?
Und hat die westliche Presse etwa tatsächlich die Aufklärung über die massiven Shortspekualtionen gegen die Münchner Rück vor dem 11. September gefordert?

Einfach nur erbärmlich, wie sich die Journaillie echauffiert ohne daß sie erkennt, daß sie längst ohne Kleider dasteht.

Tja, es ist eine wahre Freude zu sehen, wie die Meinungsdominanz der vorgegaukelten Meinungsfreiheit im Westen unter dem Siegeszug des Internets mehr und mehr ins Hintertreffen gerät.
Wer wirklich wissen will, was in der Welt los ist, besucht alternative Wirtschafts-Blogs, russische Nachrichtenagenturen und verbotene Seiten und bildet sich so eine wirklich eigene Meinung, weil er jeweils beide Seiten hört.

Daß das der westlichen “freien Presse” ein Dorn im Auge ist, ist allein schon Beweis genug dafür, daß es sich um eine gigantische Lüge handelt. Allerdings so raffiniert gemacht, daß es etliche Jahrzehnte und des Internets bedurfte, sie zu durchschauen.

Beträchtliche Anstrengungen hat das Regime schon unternommen, mißliebige Seiten zu kriminalisieren und zu sperren, aber jetzt, wo in der Weltrezession dem westlichen Regime endlich der Meinungswind an die Wurzel bläst, dort wo das Geld erzeugt wird, bedürfe es weiterer Einschränkungen, denn einen Weißgarnix-, mm-News-, Querschüsse-Blog kann man schwerlich ins Nazi-Eck stellen. Auch Pädophilie wird sich schwerlich konstruieren lassen.

Dann dürfen wir mal gespannt sein, was sich das Regime einfallen lassen wird, der Meinungsvielfalt einen prowestlichen Maulkorb zu verpassen. Aber so wie es aussieht, wird man sich sputen müssen, denn das legalisierte Pyramidenspiel namens westlicher Kapitalismus scheint im Moment schneller zu kollabieren, als weitergehende Zensurprogramme umgesetzt werden können. :P

86 mylli 11. November 2008 um 08:36

@ Schoerner

Wenn mit dem Ende des Pyramidenspiels ein Ende der Zensurprogramme, der menschenverachtenden Unterdrückung und des gnadenlosen Wettkampfs kommen würde, dann nichts wie auf den Müllhaufen der Geschichte damit.

Aber ich befürchte, am Ende des Kapitalismus wartet nicht die freie Gesellschaft mit dem großen Miteinander, sondern die Grenzen zwischen Oben und Unten, Macht und Ohnmacht werden betoniert und vererbt.

87 Dagger 11. November 2008 um 13:49

Das finde ich mal eine sehr gute Antwort auf das Etablierte, Festgefahrene. Weiter so.

88 Daniela 11. November 2008 um 14:22

Danke für diesen Beitrag. In sich mindestens genauso polemisch wie der Artikel, aus dem zitiert wird, aber ich habe mich sehr gut unterhalten :-)

89 doc del oro 12. November 2008 um 11:51

Klasse, da hat WGN ein journalistisches Non-Event genutzt, um in dem ihm eigenen unnachahmlichen Sprachwitz seine Meinung über den ASV auszubreiten.
Sehr schön. Habe wirklich schallend gelacht.

Blöderweise hat Clauss durchaus recht. In Zeiten von “Verbreiterhaftung” und ähnlichen Fußfesseln für die kommerzielle Journaille muß er als ASV-Verantwortlicher nun mal mehr denn je aufpassen, was er schreibt, ohne seinen Verlag ins finanzielle Desaster zu treiben. Und sich dann noch Vorhaltungen gefallen lassen, sein Medium sei den ach-so-flexiblen und aktuellen Bloggern hoffnungslos unterlegen. Ungleiche Spieße, that’s life. Aber aufregen darüber darf er sich doch schon mal, oder?

WGN, Dein Blog ist sicherlich schon so etabliert, daß Du die Aust’schen Anwaltshorden fürchten mußt, da brauch ich Dich hinsichtlich “Verbreiterhaftung” nicht zu belehren. Das gilt natürlich auch für weitere “etablierte” (Huch, Schimpfwort) deutsche Blogs, Spiegelfechter etc., Ihr müßt aufpassen, was Ihr schreibt. Der größte Teil der unregulierten Meinungsverbreitung im I-net ist aber so zerklüftet und finanzschwach, daß sie für die Anwaltshorden schlicht zu uninteressant sind, und können ihren Stuß daher ziemlich ungefährdet verbreiten.

Ich werde daher auch weiterhin mein Informationsbedürfnis primär aus den etablierten Medien stillen (hoppla, selbst SPON gehört dazu ;o) und mir Blogs allenfalls ergänzend anschauen, immer mit dem Alarmsignal “Vorsicht, unrated” im Hinterkopf. Auch wenn Ihr häufig recht habt und mir diese Art des investigativen Privat-Journalismus schon gute Dienste für’s Privat-Depot geleistet hat.

Btw, Du solltest Dir trotzdem die Clauss’schen Worte

“besteht der weitaus größte Teil der Internetinhalte aus anonymem Meinungswissen, Gerüchten, übler Nachrede und mehr oder weniger professionell organisierter Desinformation”

trotzdem gut merken. Beim nächsten Mal, wenn wieder ein westlich-russischer Stellvertreterkonflikt irgendwo entbrennt oder es mal wieder um die Regierungsfähigkeit der “demokratischen” SED/PDS/Linkspartei geht, komme ich drauf zurück !

90 weissgarnix 12. November 2008 um 12:26

@Doc del Oro

>Das gilt natürlich auch für weitere “etablierte” (Huch, Schimpfwort) deutsche Blogs, Spiegelfechter etc., Ihr müßt aufpassen, was Ihr schreibt.

You are slightly missing the point, mein Bester. Weil der ist nämlich: ich wie auch diverse andere PASSEN AUF, was sie da schreiben. Recherchieren, betrachten die Facts aus diversen Blickwinkeln, verlinken immer die Quellen. Das ist gewissermaßen meine zweite Natur, und diverse andere Schreiber halten das nicht anders.

Clauss mache ich zum Vorwurf, dass er das stilistisch marginalisiert, indem er seine “Schleppnetz”-Analogie plötzlich mit dem Obama’schen Wahlkampf verknüpft. “Eine Bande sorgloser Schreiberlinge hat Obama zum Wahlsieg verholfen, während der die “Qualitätsmedien” bewußt knapp gehalten hat”, das ist die Botschaft seines Leitartikels.

Wenn daher er, der Spiegel, die Welt oder sonst jemand der Meinung sind, daraus ergäbe sich für sie ein Klagegrund, dann sage ich nur: Be my guest!

91 KurtKiesel 12. November 2008 um 14:13

“Die Instanzenfeindlichkeit des Netzes hat nun jüngst sogar ungeheure politische Wirkmacht befördert. Eine Schlüsselrolle spielten dabei sogenannte Blogs. Das sind Netzrubriken von Menschen, die glauben, irgendetwas Bedeutsames im Internet zu sagen zu haben, und die im amerikanischen Wahlkampf eine Schlüsselrolle bei der Meinungsbildung einer ganzen Nation spielten. (…) Obama konnte auf diese Weise Abermillionen von Menschen und ohne Umweg über den klassischen Journalismus erreichen.”

Das sind die dümmsten und falschesten Sätze, die ich bislang zu diesem Thema gelesen habe. Der gute Herr Clauss scheint ja überhaupt nicht den blassesten Schimmer von den USA zu haben. Beispielsweise welche Rolle ein gewisser Matt Drudge mit seinem Drudge Report in den letzten republikanischen Wahlkämpfen gespielt hat. Matt Drudge ist ein rechtskonservativer amerikanischer Blogger, der mit seinen Nachrichten jahrelang die Themen für Tage und Wochen in den “offiziellen” Medien “gesetzt” hat – mittlerweile scheint sein Einfluss zu schwinden (wen’s interessiert: http://mediamatters.org/columns/200810210005) – und der es damit zu ansehnlichem Wohlstand gebracht hat.

Der “liberale” Blogger Glenn Greenwald, inzwischen auf salon.com zu lesen, schrieb über Matt Drudge:

“ABC News Political Director Mark Halperin and The Washington Post’s former National Politics Editor John Harris, who provided this description in their recent book about how their national media world operates:

>Matt Drudge rules our world . . . With the exception of the Associated Press, there is no outlet other than the Drudge Report whose dispatches instantly can command the attention and energies of the most established newspapers and television newscasts. So many media elites check the Drudge Report consistently that a reporter is aware his bosses, his competitors, his sources, his friends on Wall Street, lobbyists, White House officials, congressional aides, cousins, and everyone who is anyone has seen it, too.<

This is why our political process has been so broken and corrupt. The worst elements of what has become the pro-Bush right wing have been shaping and driving how national journalists view events, the stories they cover, and the narratives they disseminate.

What kind of government and political system — what kind of country — is going to arise from a political landscape shaped by the likes of Rush Limbaugh, Matt Drudge, Sean Hannity, Fox News, Michelle Malkin, and their similar right-wing appendages in talk radio, print and the blogosphere? Allowing those elements to dominate our political debates and drive media coverage guarantees a decrepit, rotted, and deeply corrupt country. That is just a basic matter of cause and effect. (…) The last two presidential elections were overwhelmed by the pettiest and most fictitious “controversies” (things like Al Gore’s invention of the Internet and Love Story claims, John Kerry’s windsurfing and war wounds, John Edwards’ hair brushing and Howard Dean’s scream), and our discussions of the most critical issues are continuously clouded by distortive sideshows concocted by this filth-peddling network. Their endless lynch mob crusades supplant rational and substantive political debates, and the most wild fictions are passively conveyed by a lazy and co-opted national media”

(Wen’s interessiert: http://glenngreenwald.blogspot.com/2007/02/significance-of-edwards-story.html).

Der Rest des Geschreibsels von Herrn Clauss scheint mir nichts anderes als ein Ausdruck purer Angst vor dem “effektivsten Entmachtungsverfahren” zu sein: dem Wettbewerb, der natürlich dann immer etwas ganz ganz Böses ist, wenn er die eigenen Pfründe bedroht.

92 Sulukol 13. November 2008 um 21:36
93 marcel 9. Dezember 2008 um 14:21

sehr geehrter herr weißgarnix,

…tja – genau so isses!
weiter so.

gruß

marcel

94 CLASSICMIND 8. Januar 2009 um 00:15

Die in den nächsten 2 Jahren eintretenden globalen Veränderungen im Weltfinanzsystem können, historisch betrachetet, mindestens als gleichbedeutund mit den Ereignissen der französische Revolution betrachtet werden. Hat man in den vergangenen Jahrhunderten die Gleichheit vor Gott und die Gleichheit vor dem Gesetz erlangt, wird nun die Gleichheit vor dem Geld erreicht werden. Konkret bedeutet dies, dass leistungslose Einkommen in Form von Spekulationsrenditen und Zinsgeschäften, wie im Zuge des herrschenden “Ökonomischen-Absolutismus”, überwunden sein werden. Niemand wird nach dem Ende des bereits begonnenen Weltwirtschaftskollaps die auf einfachen Grundrechenarten basierenden Sachverhalte leugnen können, dass die künstlich erzeugten Geldvolumina ( Zinses Zins etc.), mehr als nur einen Globus benötigen, um ihre reale Bedienung als Anlagekapital zu gewährleisten. Die glückliche Tatsache, dass die Welt sich nicht mehr in ideologischen Machtblöcken gegenübersteht und somit ein entsprechendes Kriegsszenario als bewusstseineindämmendes Moment funktioniert, gibt uns allen die Vorraussetzungen für ein länger als 70 Jahre andauerndes Erinnerungsvermögen, um das Finanzsystem ein für allemal zu reformieren. Somit wird die Krise mit allen zu erbringenden Opfern ein tatsächlicher Garant für die hoffnungsvolle Weiterentwicklung der Menschheit zum Guten.

95 ~ hAlBgOtT ~ 21. Juni 2009 um 17:31

Wer hätte das gedacht:

Die pseudo-investigativen Nachrichten-Sprechpuppen der diversen “Aktuelle Kamera”-Formate der Staatssicherheits-Rundfunkstationen ARD und ZDF werden vom transatlantischen Bankster-Syndikat bezahlt !

Mensch, Mensch, Mensch ! Hat das was damit zu tun, dass böse Buben im bösen Internet immer öfter das hässliche Wort “Medienhuren” verwenden ?

Anfrage eines GEZ-Sklaven an das ZDF:
Wenn man schon privat gesponserte Sprechpuppen einsetzt, kann man dann bitte den z.Zt. in Deutscheland stationierten US-Auslandskorrespondenten Klaus Kleber beim “heute-journal” absetzen und durch Andrea “Kiwie” Kiewel ersetzen ? Andrea hat wenigstens mehr Drive und Körbchengroesse DD; ausserdem hat sie angesichts der nun aufgeflogenen faschistoiden Mega-Sauerei bei den ehrenwerten Nach-Richten-Sprechpuppen eine vollständige Wiederherstellung ihrer Reputation und eine angemessene Entschädigung verdient. Was ist man über die hergezogen, obwohl sie nur vergleichsweise harmlose Schleichwerbung für offensichtlich wirklungslose Diätprodukte gemacht hat ? Bei der ARD-Variante der “Aktuellen Kamera” würde ich mir Eva Hermann wiederwünschen; das ist noch eine Frau, die selbst denkt.

Retroliberale Grüsse,
~ HG ~

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