Exzellenter Hinweis auf dem FT Alphaville-Blog zu einem möglichen Grund für die aktuelle Rally an den Aktienmärkten und eine generell zu erwartende, kurzfristige Erholung an den Börsen: die großen institutionellen Investoren fahren gerade ihr quartalsweises “Portfolio-Rebalancing”, was aktuell bedeutet: sie kaufen Aktien, und zwar bis zum Abwinken.
Warum? Ganz einfach:
Die “Asset allocation”, also die prozentuale Aufteilung des Portfolios auf verschiedene Anlageklassen, wie Aktien, Bonds, Rohstoffe, Private Equity oder Immobilien, wird zumeist einmal festgelegt und dann nur alle paar Jahre geändert. Und um diese prozentuale Verteilung des Vermögens auch laufend beizubehalten, werden einzelne Anlageklassen regelmäßig gekauft und verkauft, je nachdem, wie sich ihre Werte relativ zueinander entwickelt haben. Das geschieht meist quartalsweise und läuft ziemlich automatisch, häufig machen das die Fonds bzw. ihre Verwalter noch nicht mal selbst, sondern überlassen das speziellen “Rebalancing”-Dienstleistern.
Man kann sich das in der Praxis wie folgt vorstellen: angenommen wir beginnen mit 100Mio und wählen eine Aufteilung in 50% Aktien und 50% Bonds für das Portfolio (für viele Pensionsfonds in England zB nicht unüblich), und nach einem Quartal entwickeln sich Aktien mit -10% und Bonds mit +/- 0, dann hätten wir jetzt ein Portfolio von insgesamt 95, davon rund 53% in Bonds und 47% in Aktien. Um unsere geplante Asset allocation beizubehalten, müssten wir aber jetzt jeweils 47,5 (= 50% von 95) in Bonds wie auch Aktien halten. Ergo verkaufen wir 2,5 Bonds und kaufen 2,5 Aktien. Und so weiter, und so weiter, jedes Quartal aufs Neue.
Da in den letzten Monaten Aktien bekanntlich massiv eingebrochen sind und Sovereign Bonds teilweise kräftig zugelegt haben, spekuliert also FT Alphaville, dass aktuell im Zuge des Rebalancings massiv Aktien gekauft, und Bonds verkauft werden. Klingt in meinen Augen sehr plausibel.















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Die Banken könnten auch versucht sein, ihr Kapital nicht als Kredite zu vergeben, sondern Aktien zu kaufen: das hätte auf ihr Bilanzen vermutlich einen wesentlichen und positiven Einfluß.
Der Abverkauf der Bonds desavouiert gleichzeitig die Anstrengung der Staaten, den Banken beizustehen, einige Staatswährungen kollabieren bereits.
Möglicherweise haben große Bank -und Fondsmanager begriffen, dass die Endphase des Finanzsystems eingetreten ist und die Realwirtschaft nach einiger Zeit wieder wie Phönix aus der Asche steigen wird.
Wechselkursbereinigt stehen HDAX – 53 % jj, FTSE 100 – 45 %, Nikkei – 35 %, SP 100 -20 %. Von den rund 500 Aktien verzeichneten 50 meist geringfügige Kursgewinne.
Wer da 50%/50% fährt und länger hält scheint sehr mutig. Fast Geldmord. Das Hedgefondssterben wird wohl zum Jahreswechsel der “Kassenschlager”. Bedauerlicherweise zerlegt es alle Sektoren. Ich bin froh, mit außer Spesen nix gewesen, verlustfrei, fast raus (nur noch 20 % Aktien) zu sein.
Aber allgemein sind die erfreulichen Erholungen wohl dem bekannten Window-Dressing und dem Theater vor US – Wahlen zuzusprechen.
Der dritte Fakt ist eine Ralleye beginnend Ende Oktober, endend Anfang Dezember, die eigentlich beim DAX in den letzten Jahren nur 2000 ausgefallen ist. Dieses Jahr würde ich auch eine kümmerlichere Variante erwarten. Aber wenn VW ab nächste Woche kurzfristig befristet rausflöge, ergäbe das kurzfristig Chancen.
Trotz allem, die Liquidationen von Lehman – Derivaten gehen weiter. Die Abwicklung von 600 Mrd. sind nicht in 4 Wochen gegessen.
Ich kann mir – als wirtschaftlicher Laie – kaum vorestellen, dass alle ‘Großen’ die Schiene gleichzeitig fahren – noch dazu ohne die riskante Lage bei Aktien in das Portfolio einfließen zu lassen.
Kann mich bitte einer erhellen?
man fasst sich einfach nur an den Kopf, ohne zu überprüfen warum man etwas tut geht man aus Gewohnheit einfach mit den linearen Modellen der Vergangenheit ins Fegefeuer.Womit verdienen die Verantwortlichen eigentlich ihr Geld ? Jeder der halbwegs ein Hirn im Schädel hat geht jetzt aus Aktien heraus, egal was man früher so gemacht hat oder was üblich ist…
Baltic Dry am Crashen, Konsumentenvertrauen am crashen, Emerging Marktes am Crashen etc.pp.
man fasst es nicht…
@simon
Es ist nicht so. Die Allianz Leben fährt 10 % Aktienquote. Die übrigen Lebensversicherer werden mit ihren Risikomodellen zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sein.
Die Banken haben quasi nix, sondern Aktienderivate. Unter den Begriffen Zertifikate und manchmal Aktienanleihen, die auch Bankschuldverschreibungen sind.
Mag sein, daß einige Fonds derartige Aktienquoten fahren. Müssen sie vielleicht auch. Dann sind britische und €uro-Aktien nicht die erste Wahl. Da knallharte Dividendenpapiere. Also USA (höchst ungern) oder dollarähnliche Währungsgebiete.
@LeeHarveyOswald
Wirtschaftsdaten sind für Aktien eher unerheblich. Es kommt auf Geld an. Nur dieser Faktor ist mit Überschuldung von breiten Schichten, fallenden Immobilienpreisen und sinkenden Sparguthaben, fallenden Unternehmensgewinnen sowie steigenden Kreditkosten negativ. Und das ist absolut sicher auf absehbare Zeit auch die Zukunft der Aktienkurse. Zertifikate/”Aktienanleihen”/Inhaberschuldverschreibungen, Ausfallrisiko Banken, bei Eintreten Totalverlust.
Baltic Dry zeigt, den Asiaten und dem über alles geheiligten Exportweltmeister geht es an den Kragen. Das ist nur zu gerecht, denen die sich einbilden, die einen produzieren, die anderen konsumieren und könnten das sogar bezahlen eine Lektion der Superlative überzuhelfen. Gemeinhin wurden in solchen Lagen immer Kriege angezettelt. Siehe Enron & co. Bilanzbetrug, heute für Banken legal.
Mal sehen welchen “Grund” die CIA & co. dieses Mal finden. Vielleicht ein Präsidentenmord ???
Verehrte Fachgemeinde dieses blog´s,
gestattet eine Frage einer Finanzmikrobe zum Ende eines grünen Tages:
wie geht man mit Empfehlungen sogenannter Analysten um ?
Ein willkürliches Beispiel sei die britische Bank HBOS mit Analyse von Societe General. Da gab es in 2007 bei einem erwarteten KGV von 10.4 ein “Buy”, und nun in 2008 bei einem erwarteten KGV von 1.3 ein “Sell”.
http://www.aktienresearch.de/analysen/analysen_detail.asp?AnalyseNr=241867
http://www.aktienresearch.de/analysen/analysen_detail.asp?AnalyseNr=308376
@LeeHarveyOswald
“Jeder der halbwegs ein Hirn im Schädel hat geht jetzt aus Aktien heraus, egal was man früher so gemacht hat oder was üblich ist…”
=> … http://video.google.de/videoplay?docid=-363409574704299677
…deckt sich nicht unbedingt mit meinen Erfahrungen mit institutioneller Kundschaft. Das Rebalancing wird meistens durch ein Über- oder Unterschreiten von taktischen Bandbreiten ausgelöst. Normalerweise wird dann wieder zurück auf die Anlagestrategie (neutrale Position) ge- oder verkauft. Window-Dressing zum Quartalsende ist zu durchsichtig.
@staph.aureus
Die HBOS wird von Lloyds im Aktientausch 0,83 HBOS-Aktien = 1 Lloyds Aktie übernommen. Der derzeitige Faktor ist wohl um 0,5. Die HBOS – Aktionäre haben zugestimmt, Lloyds – Aktionäre mit dem “Eigenkapital” haben keine andere Wahl als zuzustimmen. Beide sind teilverstaatlicht, kurz nach der Dividendenzahlung hatte mein Depot mit Lloyds einen schweren Volltreffer abgekriegt. Ist inzwischen durch Einsatz aller Resernen bereinigt. Das heißt äquivalente Gewinne gemacht und raus. Aus meiner Sicht heißt HBOS Freibier, wann immer das eintritt !
Tschuldigung HBOS ist die geringer bewertete. Berechnungsbasis war seinerzeit Lloyds = 231 p. Hieße HBOS 192 p. Steht etwas unter 100 p.
Sollten einige Investoren wirklich so unglaublich einfach gestrickt sein, wie du es hier unterstellst, Weissgarnix, dann muss man einfach hoffen, dass die große Pleitewelle noch kommt.
Der Grund für diese Bewegung wird ein anderer sein. Vielleicht adaptive Modelle einiger Hedgefonds, welche nach großen Bewegungen in eine Richtung in der Vergangenheit eine Gegenbewegung erkannt haben und somit auf eine gewisse Markterholung aus den nun eingetretenen Mustern spekulieren (Annahmen, welche sich bei ausreichendem Volumen selbst erfüllen). Anderseits eventuelles ausstoppen größerer Shortpositionen. Ich meine, wozu haben Banken die Hoheit über Derivate UND Aktienpositionen? Es lassen sich noch andere Gründe finden. Aber an dein Szenario glaube ich nicht, bzw. hoffe ich nicht.
Was wird jetzt sehen, ist eine stinklangweile Korrektur, der Bärenmarkt bleibt.
Möglicherweise will Wallstreet ihrem McCain auf die Sprünge helfen, wer weiß.
Realwirtschaftlich sieht es derzeit düster, um nicht zu sagen zappenduster, aus. Die Auftragseingänge gehen rapide zurück, zumindest kriege ich das Grauen derzeit in der Chemieindustrie mit.
#halbgott
Der Beitrag ist nicht retroliberall….
Danke für’s know how, wo Wintershall und BMW herkommen.
Eher sozialliberall, wenn es sowas gäbe (Hahhrr …)
Jedenfalls wird das finale Szenario noch nicht verifiziert…
Die staatlichen Chaostruppen mutieren zur ‘Best-of ‘Show mit ungewissem Ausgang !
MfG!
Zumindest die Terroristen tun was für`s GDP von Gottes gelobtem Land:
“A surge in defense spending added 0.86 percentage points to GDP growth.”
Dean Baker, Co-Director of the Center for Economic and Policy Research in Washington, D.C.
@staph.aureus
Bei der Einschätzung von Ford und GM haben die Analysten auch ein Glanzstück abgeliefert. (Details: http://tinyurl.com/5wm3zd). Meine Meinung: Analysten können eine gute Hilfe sein, um sich eine Übersicht zu verschaffen. In Bezug auf konkrete Kauf-/Verkaufempfehlungen lasse ich mich NIE von ihnen beeinflussen. Bestenfalls könnte man sie als “Contrarian-Indikator” heran ziehen.
=@marktlöwe
“Der Beitrag ist nicht retroliberall….
Eher sozialliberall, wenn es sowas gäbe (Hahhrr …)”
=> … ja, wenn ich das Partei-Programm der “Die Blauen” klassifizieren sollte, würde ich es auch am ehesten als “liberal-sozial” bezeichnen …
“sozial-liberal” … gefällt mir überhaupt nicht. Es besteht die Gefahr, dass man das in irgendeiner Form mit den beiden unwürdigen Bestandsparteien “Schildbürger-partei-Deutschlands” (SPD) und der FDP verwechselt …
=> … was die Doku über die Quandts angeht … der Film ist in der Tat der Hammer. Wurde ja jetzt auch ausgezeichnet. Für den Investor ergibt sich der Hinweis, dass man auch in solchen Zeiten bestimmte Aktien haben sollte … auch wenn sie fallen. Es muss ja nicht gleich ein KZ auf dem Werksgelände sein …
“Danke für’s know how, wo Wintershall und BMW herkommen.”
@LeeHarveyOswald
” Jeder der halbwegs ein Hirn im Schädel hat geht jetzt aus Aktien heraus,”
Warum?Als Fundamentalist war ich fast 3 Jahre ziemlich blank, was Aktien angeht. Am letzten Freitag konnte ich nicht widerstehen und habe angefangen, kleinere Positionen an DAX-BlueChips zu kaufen. Auf dem Niveau kann das ein kleiner Fehler gewesen sein, es kann aber ein großer Fehler gewesen sein, nicht zu kaufen. Bisher habe ich keinen Fehler gemacht, und wenn mir die Kurse zu schnell zu hoch steigen, schlage ich sie mit Gewinn wieder los. Cheers EuroOptimist.
…”Auf dem Niveau kann das ein kleiner Fehler gewesen sein, es kann aber ein großer Fehler gewesen sein, nicht zu kaufen.”…
Genau dieses positive Sentiment teilen viele und ist der Kontraindikator auf steigende Kurse. Die Probleme sind mehrere Hausnummern größer als bei DotCom, und jetzt stehen wir gerade mal bei 5000 im DAX.
Leider wird wieder der kleine Anleger abgezockt, bzw. lässt sich abzocken.
Wir liegen alle falsch und haben keine Ahnung was wirklich passiert ist.
Aber wie es der Zufall so will habe ich gerade den wahren Grund gefunden :
http://maiklsnotizbuch.wordpress.com/2008/10/29/der-wahre-grund-der-weltwirtschaftskrise/
Have fun
Otaku
@ michael
Sorry, meine Frage war schlecht formuliert. Ich versuch’s nochmal:
Wenn alle ‘Großen’ gleichzeitig ihre Assets balancieren, dann hätte sich doch schon ewig eine starke Intermarkt-korrelation (ich nenn’s mal so, wie gesagt, Laie) ergeben.
Und darauf hätten sich doch sofort alle Chartanyalyse-gläubigen gestürtzt — zu Lasten der Institutionellen.
Das hätte also niemals lange funktionert.
Oder übersehe ich was?
Oder übersehe ich was?
Ja, das sähe ich auch so, da balanciert fast keiner Assets. Derivate sind geplatzt. Und platzen weiter.
Daneben sind es die Fonds, die Aktien gegen Gebühr für Leerverkäufe verliehen. Oder veroptionierten. Die Hedgefonds hatten Mittelabflüsse um 40 %. Damit sind viele so gut wie erledigt. Hier geht es für die, die Aktien verliehen hatten, um “Rette sich, wer kann.” Um die Sicherstellung der Papiere, die sie haben sollten, die aber bei Verleih an einen hedgefonds in der Konkursmasse verschwinden könnten. Die müssen schleunigst beschafft werden, bevor sie, wie ein paar Millionen UBS-Aktien mit dem Untergang von Lehman verschollen sind.
Wer keine Mittelzuflüsse oder cash hat, balanciert nicht. Und es macht auch für die, die Mittel haben, noch keinen Sinn die Portfolios umzuorientieren. Verlustpositionen nachkaufen, das macht keiner, der noch klar bei Verstand ist. Meinetwegen fix 5 % Bankaktien ? Die verlieren 50 %, also dieselbe Anzahl zukaufen ? Nö, Geldmord. Über Umorientierung könnte man frühestens 2009 genauer nachdenken. Dieses “Rebalancing” ist auf keinen Fall die treibende Kraft, dann würden sich die Branchen auch unterscheiden. Das tun sie nicht.
http://finance.google.com/finance
Dieser Anstieg ist aus meiner Sicht die Overtüre zum nächsten crash. Wohl spätestens Jahresende/ Jahreswechsel, vermutlich aber früher.
@Michael:
Die Methode macht durchaus Sinn!
Wenn man davon ausgeht, dass der Marktwert der verschiedenen Assets (inklusive Geld) in unbekannter und unvorhersagbarer Weise und Höhe hoch und runteroszilliert, funktioniert dieser “Rebalancing-Algorithmus” dennoch wie eine Art Pumpe, welche die Oszillationen des Marktes ausnutzt, um das eigene Vermögen zu vermehren, da man ein Asset immer verkauft, wenn es relativ teuer ist, und kauft, wenn es relativ billig ist. Eine rationale Anlagestrategie, für die man vielleicht sogar Mathematiker und Physiker begeistern könnte!
Im Moment gibt es halt Aktien und USA-Immobilien im Sonderangebot, also ist das Geld (im Vergleich zur Vergangenheit) recht teuer.
@Peterle
Jain.
Nein, der bestimmende Faktor ist die wirtschaftliche Zukunft der Volkswirtschaft. Wenn die Zinsen gesenkt werden, ist die garantiert schlecht. Die Unternehmensgewinne werden überwiegend sinken. Wenn jetzt im November und Dezember die Zinsen weiter gesenkt werden müssen, wirkt das nicht vor Q3 2009.
Ja, die Aktien wurden ja schon massiv runtergeprügelt. Aber wann kauft man Aktien ? Fonds müssen kaufen, Privatanleger aber nur dann, wenn sie möglichst hohe Gewinne erwarten können.
Ich habe mir so etwas, wie ein kleines Modell gebastelt. Darin sind einfach Wirtschaftsdaten mit Chartergebnissen logisch verknüpft. Das Ergebnis ist nicht so pessimistisch, wie es meinetwegen HappieYuppie zeigt. Aber im HDAX wären nur 2 Aktien ein Kauf, 50 eine Halteposition und der Rest zwischen reduzieren und verkaufen. Besser sähe es im FTSE 100 aus, aber, das Wechselkursrisiko ist realistisch. Auch im S&P100.
Warum sollte ich eine Aktie kaufen, die mit Halten geschätzt, auf der Basis bestimmt zu optimistischer Fundamentaldaten, die also wenig profitversprechend ist ? Warum sollte ein dem Kunden dienender (was fast unmöglich ist) Fondsmanager freiwillig Verluste auflaufen lassen ?
Rechne mal, es entsteht ein Verlust von 50 %, die Aktie fällt von 1000 auf 500. Nach dem Debakel steigen die Kurse jährlich 15 %. Wieviele Jahre willst du Verluste abarbeiten ? 5 Jahre nach Tief wären nur die Verluste abgearbeitet. Dazu kommen dann aber die jährlichen Inflationsverluste. Jedes Sparbuch, jeder Bundesschatzbrief ist eine bessere Alternative.
Dieses Balancieren kann man dann machen, wenn die Aktien stark gefallen sind, und auf Sicht von 6 Monaten Licht am Ende des Tunnels ist. Nur sollte das Licht keine entgegenkommende Lokomotive sein, die gerade die Banken zerschmettert hat. In meinem Modellchen wären aber unsere Banken, trotz der tiefen Kurse, nur ein Halten.
Und die Institutionellen verwenden wesentlich kompliziertere Modelle. Da sind dann weltweit die Aktienindizes korreliert mit den Wechselkursen und zusätzlich Anleihenindizes, Rohstoffpreisen und sonstwelchen Faktoren. Dazu, das ist das größte Problem, steht die Abwicklung zahlreicher Hedgefonds bevor. Das heißt, die verkaufen absolut alles. Das sind nennenswerte Beträge. Eine Trendwende ist leider noch nicht abzusehen.
Da ist nämlich der Fehler an “Fondssparplänen” und der Irrglaube man würde mit Aktien langfristig Durchschnittsrenditen von 7 % erzielen, das schaffen nur wenige. Mag schon sein, daß irgendwer behauptet, timing sei nicht wichtig. Das soll er mal mit seinem eigenen Geld spielen.
Als Kleinanleger habe ich vor Jahren mit der “Nachkaufmethode” die mit Abstand größten Verluste wegstecken müssen. Von den Aktien hat sich keine bis heute erholt. Es ist schon so, der Markt hat immer recht.
@Peterle
Einfaches Rechenbeispiel, meinetwegen Quartalsweise
1. Kauf 1000 verliert einmal -500 zweimal -250 dreimal -125 Rest 125
2. Kauf 1000 verliert einmal -500 zweimal -250 Rest 250
3. Kauf 1000 verliert einmal -500 Rest 500
Einsatz 3000, Rest 875, Trendwende jährlich 15 % Kurssteigerung
Nach 10 Jahren sind die Verluste abgearbeitet. In 10 Jahren hat die Inflation aber 25 % der Kaufkraft des Geldes “gefressen”, niedrig geschätzt.
Ich will ja hier nicht behaupten, dass man mit okkulten Formeln, mit Bilanzstudien, mit einfach einem guten “Händchen” für die Märkte nicht doch besser abschneidet als mit einer trivialen technischen Methode.
Ich persönlich weiss nichtmal ob der DAX morgen rauf oder runter geht, und bei der wirtschaftlichen Zukunft kann ich auch nix voraussagen, weder für mich persönlich noch für die Weltwirtschaft insgesamt, finde die Unterstellungen der Autobalancing-Methode aber im vergleich zu den schöngeistlichen Techniken äussert nachvollziehbar. Und was du im Abwärtsstrudel nachgekauft hast, hast du ja im Aufwärtstrend ja auch vorher verkauft gelle?
Wenn du davon ausgehst, dass Börsen schneller sinken als steigen, ist die Autobalancing-Methode sogar noch besser, weil man es leicht versäumt, während der Abwärtsbewegung nachzukaufen.
Und wer sagt eigentlich, dass dein Casino-Vermögen und der Spielerfolg zu JEDEM Zeitpunkt in EUR zu messen ist? Ist es nicht vielmehr so, dass wenn der DAX sich halbiert, der relative Casino-Wert von Geld sich verdoppelt haben könnte?
Bei einer Lebensspardauer von 40 Jahren finde ich das auf jeden Fall schon sehr mutig, zu vertrauen, dass sich die Heimwährung währenddessen nie verabschieden wird…
Kleinanlegern empfehle ich, ihr Geld einfach sofort auf den Kopf zu hauen, eine Spielstrategie mit Erfolgsgarantie!
@Peterle
Wenn alle ihr Geld sofort auf den Kopf hauen crasht die Wirtschaft in einer Hyperinflation. Wünsche viel Spaß dabei.
Mark von 1871 bis 1918, 1918-1923 Hyperinflation, (Rentenmark 1924-1925), Reichsmark 1925-1945, Ostmark 1949-1989, Westmark 1948-2002, Euro 2002-?, Gold xxxx v.Chr. bis heute.
Und irgend welche Methoden haben nichts mit finden zu tun, sondern mit ausgesprochen trivialen Berechnungen, die jede Tabellenkalkulation hinkriegt. Probiere es einfach.
Du hast den roten Oskar verlinkt ?
Ist das nicht der ex SPD- Genosse, der als er mal zeigen sollte, was er kann, weggerannt ist ?
Dumme Sprüche klopfen kann jeder.
@ J.Kramer
“Die Probleme sind mehrere Hausnummern größer als bei DotCom, und jetzt stehen wir gerade mal bei 5000 im DAX.”
Die Aktien, von denen ich spreche, stehen weit unter dem Niveau vom März 2003. Der DAX steht zwar bei 5000, aber ohne VW stünde er unter 4000.
@ J.Kramer
“Genau dieses positive Sentiment teilen viele und ist der Kontraindikator auf steigende Kurse.”
Dazu eine grundsätzliche Anmerkung: Um das zu beurteilen, braucht man wirklich eine quantitative und zuverlässige Statistik zum Stimmungsbild aller Anleger. Diese bekommt man kaum, weil Anleger ja grundsätzlich in Umfragen auch lügen können, um sich nicht ausforschen zu lassen.
Wenn man das Kontraindikator zu leichfertig einsetzt, kommt man irgendwann an den Punkt, wo man jede Meinung, insbesondere auch die eigene, zunächst einmal als Kontraindikator einstuft. Dann hat man nichts gewonnen:-)
Über die Aussichten von Aktien will ich mich mit Ihnen nicht streiten, weil ich mir dafür zu wenig sicher bin. Gerade diese Unsicherheit ist aber der Grund, warum ich inzwischen Aktien nicht mehr für ganz uninteressant halte, denn bislang war ich mir ziemlich sicher, dass Aktien fundamental überbewertet waren, und habe sie deshalb links liegen lassen.
Oh, tut mir leid mit dem “sofort” war das nicht-Sparen so ganz im allgemeinen gemeint, das war keine Sonderempfehlung für den aktuellen Zeitpunkt oder so.
Mit dem Oskar haben Sie schon recht, AUSGERECHNET dem Gerhard und seinen Milliadärsfreunden einfach so die Schlüssel zu überlassen und tschüss war schon ne ziemliche Scheißaktion damals!
Obwohl wenn man sich im Clip ansieht wie er mit hochrotem Kopf auf den Peer eindrischt, könnte man in Versuchung geraten zu glauben dass er sich da selbst auch nachhaltig drüber geärgert hat!
@Peterle
Schon verstanden. Aber, die nehmen sich alle nichts. Wer Politikern glaubt, betrügt sich selbst. Heute wieder ein schönes Beispiel aus Hessen. Wir müssen schon selbst sehen, wie wir zurechtkommen. Und in diesem Fall muß jeder für sich entscheiden, ob da Licht am Ende des Tunnels ist, oder ob ihm ein Dampfroß entgegenfaucht.
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