Hilfe für Piroschka

by f.luebberding on 29. Oktober 2008

Heute nacht hat Ungarn in einer konzertierten Aktion vom IWF, der EU und der Weltbank einen Notkredit in Höhe von 20 Mrd. Euro bekommen. Nun war dieser drohende Staatsbankrott abzusehen. Ungarn ist kein Einzelfall. Die Staaten am Rande des Abgrunds sind Legion: Island, Pakistan, Weißrussland, Ukraine, das Baltikum. Die Liste kollabierender Staaten ist damit keineswegs zu Ende. Diese Länder haben ein gemeinsames Merkmal: Eine hohe Auslandsverschuldung. Nach dem Zusammenbruch der internationalen Kreditmärkte können sie sich am Markt nicht mehr refinanzieren – und werden zudem von den Auswirkungen der Rezession heimgesucht. Eine steigende Verschuldung korrespondiert mit sinkenden Einnahmen. Wie lange der IWF in seiner bisherige Struktur Hilfe leisten kann? Es wird schon lange gespottet, er könne gerade einmal die Löhne seiner Mitarbeiter zahlen.

Aber der Fall Ungarn wird interessante Erkenntnisse vermitteln. Es geht um die politischen Auflagen für die Heimat Piroschkas. Laut FAZ habe sich Ungarn dazu verpflichtet, “die finanzielle Stützungsaktion durch ein politisches Programm zu flankieren, das für mehr Wachstum sorgen und den Staatshaushalt konsolidieren soll. Ungarns Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany hatte die Finanzhilfe als notwendig bezeichnet, damit der Staat seinen finanziellen Verpflichtungen noch nachkommen könne.” Mit dem Rettungspaket solle das Vertrauen von Investoren wieder hergestellt werden und Ruhe in den von Turbulenzen erschütterten ungarischen Finanzmarkt einkehren, so die FAZ.

Eine interessante Aussage. Das “Vertrauen der Investoren” ist erschüttert – nicht das Vertrauen in die Investoren wie es wohl angesichts dieser weltweiten Katastrophe die richtige Aussage wäre. Vor allem müsste man fragen: Welche Investoren wohl noch in Ungarn investieren können? Die Hedgefonds, die gerade bei VW ihr Waterloo erlebt haben? Außer Staaten und internationalen Organisationen kann niemand Ungarn helfen. Zudem ist der IWF geprägt von den Irrwegen seiner jüngeren Geschichte. In den 90er Jahren war er nämlich zu einer Art Ersatzregierung geworden. Seine Kredite waren gebunden an massiven Auflagen, die die politische Handlungsfähigkeit der betroffenen Regierungen praktisch außer Kraft setzten. Es galt der Washington Consensus. Der IWF agierte unter einer Prämisse: Marktöffnung. Nach innen durch Privatisierung und Abbau staatlicher Subventionen. Nach außen durch Öffnung für ausländische Investoren und rigide Weltmarktorientierung. Der IWF degenerierte zu einer Filiale der Wall Street. Er sollte jeden Winkel der Erde dem Finanzkapitalismus zugänglich machen – und getreu diesem Motto hinterließ er ökonomische Schneisen der Verwüstung.

In der Asienkrise 1997/98 war das Versagen des IWF politisch thematisiert worden – und nicht mehr nur von Außenseitern. Zu einem der wichtigen Kritiker des IWF wurde Joseph Stiglitz. Und die Welt erlebte in Malaysia eine Premiere: Der ASEAN Staat verweigerte die Hilfe des IWF – und ist damit hervorragend gefahren. Er setzte nicht auf das “Vertrauen der internationalen Investoren”, sondern führte rigide Kapitalverkehrskontrollen ein. Malaysia konnte aus eigener Kraft die von den Finanzmärkten ausgelöste Krise meistern.  

Für den IWF wurde Malaysia zum Fiasko. Es begann sein Abstieg mit einem deutschen Präsidenten an der Spitze. Der IWF durfte nur noch selten “helfen”. Jeder fürchtete sich vor einer Hilfe, die außer Abhängigkeit vor allem Massenarmut bedeutete. Und ohne die Kredite konnte sich der IWF nicht mehr refinanzieren. Seitdem gilt er als ein Sanierungsfall. Das hat sich jetzt geändert. Der IWF soll eine neue Rolle bekommen. Und damit kommen wir zu Ungarn.

Hier wird sich zeigen, ob der IWF seine Rolle als williger Vollstrecker der Interessen von Finanzinvestoren fortsetzt – oder er im ursprünglichen Geist seines Erfinders John Maynard Keynes arbeitet. Nämlich internationale Ungleichgewichte auszugleichen – anstatt auf das Vertrauen sogenannter Investoren zu setzen. Wird der IWF Ungarn auf die eigenen Beine helfen? Oder soll der mitteleuropäische Staat der Wurmfortsatz einer gescheiterten Globalisierungsstrategie bleiben?

Hilfe für Piroschka? Die Benutzung verbrannter Begriffe lässt nichts Gutes vermuten. Aber wir sind ja Optimisten.

 

 

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Fragwürdige Hilfe vom IWF | NIGHTLINE
29. Oktober 2008 um 15:28
NachDenkSeiten - Die kritische Website » Hinweise des Tages
30. Oktober 2008 um 09:42

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1 H. Schmidt 29. Oktober 2008 um 13:14

Volle Zustimmung zu dieser Einschätzung!

Ich denke der Bremsweg für das über Jahrzehnte gepflegte neoliberale Denken (der sogenannten “Eliten”) ist ziemlich lang und hält noch so weit an bis in den den industriellen Kernländern eine echte Depression mit den entsprechenden politischen Verwerfungen angekommen ist. Dann wird es für diese Denke entweder ein Stopp kurz vor oder viel wahrscheinlicher einen durch die Betonmauer der Realität geben.

Grüße

H. Schmidt

2 bluedet 29. Oktober 2008 um 13:25

Lieber f. Lübberding,

es gibt derzeit keinen Grund für Optimismus. Er ist ebenso wie Pessimismus völlig fehl am Platz. Der Karren ist nicht in den Dreck gefahren worden, sondern schleudert gerade. Es besteht höchste Lebensgefahr. In solch einer Situation ist für Optimismus kein Raum mehr. Es muss in einem irrsinnigen Tempo bei wechselnder Richtung gegengesteuert werden. Es findet ein Überlebenskampf der Finanzwelt statt, der langsam aber sicher die Realwirtschaft in den Strudel zieht.

Am Ende wird die faktische, moderne Versklavung breiter Bevölkerungsschichten stehen, die schon längst begonnen hat und sich massiv beschleunigen wird. Der Mensch darf leben, um zu arbeiten. Er wird unter hohem Stress stehen, weil er sein Einkommen für sich und seine Familie verdienen muss. Es ist bald vorbei mit ordentlichem Lohn verbunden mit angstfreiem Leben.

Die Finanzkrise wird nicht dazu führen, dass der Kapitalismus gezügelt wird. Er wird dazu führen, dass der einfache Bürger von Geldgebern abhängiger werden wird als jemals zuvor. Es ist allenfalls für diese Situationsbeschreibung angebracht, optimistische Lebensmodelle in diesem “Sklavendasein”, welches die breite Masse ereilen wird, für sich zu entwickeln.

Die Finanzwelt wird nach dieser Krise mehr Macht haben als jemals zuvor.

Pessimistische Grüße

3 Frankie Bernankie 29. Oktober 2008 um 13:28

Wie schrieb ein kluger Kopf schon vor Jahren:

IWF:

Unterhaltsames Brettspiel in der Tradition von „Monopoly“ oder „Risiko“. Es geht dabei darum, in Not geratene Volkswirtschaften durch geschicktes Taktieren vor der Gesundung zu retten. Über Würfeln gelangt man auf Felder, die zum Ziehen von Ereigniskarten berechtigen: „Staatsausgaben senken!“, „Handelsschranken abbauen!“, „Märkte öffnen!“ etc. Ist dann die Infrastruktur der betroffenen Volkswirtschaft endgültig ruiniert, gibt’s auch schon mal einen Kredit.
Bei Pasch darf noch mal gewürfelt werden.

4 Nanuk 29. Oktober 2008 um 13:29

“Die Finanzwelt wird nach dieser Krise mehr Macht haben als jemals zuvor.”

So schaut es aus…
Das ist ein nicht zu leugnendes Faktum.
Allerdings nur für 1-2 Jahrzehnte weil dann das Massensterben beginnt…

5 otaku 29. Oktober 2008 um 13:54

Optimist. Bis zur ersten Milliarde Toten gebe ich 5 Jahre. Wenn es “gut” läuft…

6 EuroOptimist 29. Oktober 2008 um 13:57

Apropos “Washington Consensus”: Wo kommen eigentlich die 18% Zinsen her, die Island gerade verhängt hat? Das erinnert doch auch sehr an den alten “policy mix”, aber man traut ja seinen Augen nicht mehr, wenn man so etwas liest: 18%.

7 mhh 29. Oktober 2008 um 14:31

Kurt Tucholsky schrieb 1930 in seiner Wochenzeitschrift (Mitherausgeber) “Die Weltbühne”:

Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los, den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft es hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?

Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja – nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:

Dann wird ein bisschen Krieg gemacht!

Und der rechtspolitische Sprecher der Linken darf seit heute Kommentare im Tagesspiegel schreiben – Bundeswehr im Inneren ist auf dem Weg – nun nimmt man sich das BKA vor (und keiner bekommt es unter dem Schock der Finanzmarktkrise mit). Auch er sagt man müsse auf die Straße:

Sie wollen Krieg

Auszug

“Schon vor der Sommerpause einigten sich die Kabinettsmitglieder Schäuble und Zypries auf einen Entwurf zur Änderung des BKA- Gesetzes, der kürzlich durch die erste Lesung schlüpfte, ohne ein nennenswertes Maß öffentlicher Empörung auszulösen…

… Dabei ist es für Geheimdienste kennzeichnend, dass sie fast alles wissen, aber nicht alles dürfen, während die Polizei fast alles darf, aber nicht alles wissen soll. Dieses Trennungsgebot ist eine zentrale Lehre aus den Erfahrungen der NS-Zeit. Diese Lehre fällt mit dem neuen Gesetz: das BKA soll alles wissen und alles dürfen.”

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/BKA-Gesetz;art141,2647727

Dazu ein Interview wie die CIA in den letzten Jahren zum Staat im Staate wurde:

Über Hegel, Geheimdienste und Drogenhandel
http://www.hintergrund.de/index.php?option=com_content&task=view&id=244&Itemid=63

Per Schock-Therapie (Naomi Klein) werden Rechtsstaat und der Rest an Demokratie ausgehebelt. Wie sagte Lafontaine zwei Beiträge zuvor?

Das ist nicht nur eine Wirtschaftskrise…

8 doc del oro 29. Oktober 2008 um 14:45

Soso, der IWF soll also “internationale Ungleichgewichte ausgleichen” – na bestens, da ist er wieder, der sozialistische Umverteilungstraum, jetzt auch weltweit, man sollte doch gleich sagen “Internationale Solidarität”!
Kann mich noch gut an die verkifften Hirne erinnern, die seinerzeit “gegen IWF und Weltbank” krakelend duch die Straßen marodiert sind. Selbstverständlich müssen die Kredite an Pleitestaaten vorbehaltlos gewährt werden, man muß schließlich das kulturelle Selbstbestimmungsrecht dieser Völker respektieren, ist ja klar. Und wenn Diktatur, Korruption, Planwirtschaft, Schandjustiz und Vetternwirtschaft zur Kultur des Regimes gehören, fein, aber daran darf man doch einen Kredit nicht scheitern lassen. Oder gar das Abschaffen vorgenannter Errungenschaften als Bedingung daran knüpfen, das wäre politisch völlig unkorrekt.
Jetzt also Ungarn.
Egal, auf die 20 Mrd. kommt’s jetzt auch nicht mehr an, wer das alles mal zahlt, darüber macht man sich später Gedanken.
Ungarn, da fällt mir doch was ein, dieser Ferenc Gyurcsany, hatte der nicht vor der Wahl 2006 sein Volk nach Strich und Faden belogen? Klar, daß man mit so einem Zeitgenossen per Handschlag Kredite vereinbaren sollte, der “Internationalen Solidarität” halber, natürlich ganz ohne Bedingungen.

Gucken wir abschließend noch in Wikipedia:
“Gyurcsány ist Mitglied der Sozialistischen Partei Ungarns (Magyar Szocialista Párt – MSZP). (…) Er betreibt auch ein Bauxitaufbereitungswerk und ist Eigentümer mehrerer Liegenschaften, darunter des Budapester Klubs der Parlamentsabgeordneten und der ehemaligen Ferienanlage der ungarischen Regierung in Balatonőszöd am Plattensee. Diese letztgenannten Unternehmen erwarb er auf sehr umstrittene Weise. Mehrfach wurde nachgewiesen, dass seine Ankäufe zwar mittlerweile wegen Verjährung nicht mehr juristisch angreifbar sind, dennoch ethisch mehr als fraglich sind. Das Zustandekommen seines Privatvermögens, und des Vermögens seiner Unternehmen hauptsächlich aus ehemaligem ungarischem Staatsbesitz ist nicht hinreichend geklärt worden. Bezeichnend hierfür ist besonders der Erwerb eines Teils der oben genannten ehemaligen Ferienanlage der ungarischen Regierung in Balatonőszöd am Plattensee durch ein Unternehmen Gyurcsánys zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis, gezahlt in elf Raten von 1994–2004. Diese Immobilie hat sein Unternehmen gleichzeitig für einem sehr hohen Betrag an den ungarischen Staat rückvermietet, wobei die Miete den Kaufpreis mehr als deckte.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Ferenc_Gyurcs%C3%A1ny

9 Frankie Bernankie 29. Oktober 2008 um 15:36

@doc del oro

Kleiner Tipp:
sich nie auf Wikipedia-Biographien von noch aktiven Politikern stützen. Nichts wird mehr manipuliert wie diese Einträge. Da kannst Du morgen schon was völlig anderes lesen.

10 hyperinflation 29. Oktober 2008 um 15:37

Wertlose guthaben sind nicht mehr einbringlich. Z.b. anleihen von lehman brothers oder von anderen banken.

staatsanleihen sind guthaben und forderungen deswegen, weil man diese gegenüber irgedjemanden einfordern kannst, ähnlich

wie bei lehman brothers nicht mehr einbringlich, denn du forderst dein guthaben von dir selber, weil du staatsbürger,

also schuldner und guthabenbesitzer in einer person bist. diese nicht einbringlichen guthaben sind es, die uns und
unsere kinder um die zukunft bringen und deshalb durch einstellen der immensen und uns dadurch erdrosselnden
zinszahlungen for nothing erklärt werden müssen.

Wenn man sich mit diesem thema tiefer beschäftigen möchtest, dann verweise ich auf die beiden bremer professoren gunnar
heinsohn und otto steiger.
Diesen beiden ist es zu verdanken, dass mit den üblichen theoretischen quatsch der sich modern gebenden
wirtschaftswissenschaften aufgeräumt wurde, denn sie konnten beweisen, dass jede geldwirtschaft nur aus
schuldverhältnissen erklärbar ist und auch historisch so entstanden ist. Sie haben damit praktisch die ökonomie
revoltioniert und unsere bisherigen cracks der ökonomiezunft zu idioten gemacht.

Die wahrscheinlich wichtigste aussage in heinsohns bahnbrechendem buch
Privateigentum.Patriachat, Geldwirtschaft lautet.

Die zinspflichtigkeit von kreditnehmern ist die entscheidende grundlage der geldwirtschaft.
Wirtschaft kann nur aufgrund eines zugrundeliegenden schuldverhältnisses ablaufen.
Und wenn dies nicht fristgemäß erfüllt und dadurch aufgelöst wird, ist alles andere sinnlos und bedeutungslos.
Deshalb ist der sinn menschlichen wirtschaftens immer nur die flucht vor dem persönlichen untergang.

alles andere ist verschönerndes beiwerk für ein erträgliches oder sogar schönes materielles leben in wohlstand.

Das grundprinzip des kapitalismus bleibt, wir leisten, um nicht unterzugehen, und unterliegen damit einem ständigen

druck, dem debitismus.nur dieser erzeugt den zwang, andere zum schuldenmachen zu verführen, denn die erzeugnisse dieses

kapitalismus sind nur deshalb so unglaublich begehrenswert, weil sie andere erfolgreich zum kauf auch auf kredit
überzeugen müssen. ( siehe vance packard, die geheimen verführer)
wer also am üblichen wirtschaftssystem teilnimmt, indem er sich verschuldet (z.b.hauskauf)wird er sich unter

leistungsdruck setzen und seine existenz aufs spiel setzen. Wenn einige aussteiger dies nicht tun, dann werden andere
umso riskanter leben. es kommt auf eine möglichst hohe summe an. kaufen ist heute lediglich das andere wort für schulden
machen und wird damit zu einem kettenbriefsystem, bei dem lediglich die frage offen bleibt, wann diese kette reißt.

11 Unwissender 29. Oktober 2008 um 15:40
12 Nixda 29. Oktober 2008 um 15:44

@f.lübberding: “Wie lange der IWF in seiner bisherige Struktur Hilfe leisten kann?”

Sehr lange. Der IWF kann nämlich Geld drucken. Sogar in harten Währungen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderziehungsrecht

13 weissgarnix 29. Oktober 2008 um 16:09

@hyperinflation

>Wenn man sich mit diesem thema tiefer beschäftigen möchtest, dann verweise ich auf die beiden bremer professoren gunnar
heinsohn und otto steiger.
Diesen beiden ist es zu verdanken, dass mit den üblichen theoretischen quatsch der sich modern gebenden
wirtschaftswissenschaften aufgeräumt wurde, denn sie konnten beweisen, dass jede geldwirtschaft nur aus
schuldverhältnissen erklärbar ist und auch historisch so entstanden ist. Sie haben damit praktisch die ökonomie
revoltioniert und unsere bisherigen cracks der ökonomiezunft zu idioten gemacht.

Heinsohn und Steiger haben in diesem Blog ja ohnehin einen Ehrenplatz. Aber ganz ehrlich: auf den Trichter mit dem “Kredit” kamen lange vor ihnen, nämlich in den 20ern und 30ern die Herren Knapp und Keynes. Das Verdienst von H/S liegt eher darin, die besondere Rolle des “Eigentums” herauszustreichen, was ich in diversen Beiträgen auch thematisiert habe, zuletzt in diesem Beitrag:

http://www.weissgarnix.de/?p=634

14 Nanuk 29. Oktober 2008 um 16:10

Herrschaft als geregelte Macht braucht Legitimation. Ich kann diese Legitimation zur Zeit nicht erkennen. Auf jeden Fall ist das eine politische Frage.

Dann erkläre mir mal wie Hitler bis zu schluss an der Macht bleiben konnte…
Legitimiert durch Gewalt mein lieber Polizei undTerror…
Es gibt noch tausende von System erhaltende Maßnahmen diese werden jetzt sogar exterretorial durchgeführ das heist ausserhalb des Rechts und ohne Parlamentarische Legitimation.Warten sie mal ab mein lieber was der Weltfinanzgipfel so bringen wird…
Vor allem versuche mal dein Recht einzuklagen wenn die etwas beschliessen was nicht Verfassungskonform ist vor welchem Gericht denn und mit welchen Sanktionen?

Beim Seerecht ist das völlig anders da gibt es ein Internationales Gericht bei Finanzen habe ich noch niemanden darüber reden hören sie etwa Herr Lübberding.

Ausser vieleicht Helmut Schmidt nach der 20zigsten Priese Tabak und der 12 Zigarette in einer lustigen Kuschelrunde.

15 hyperinflation 29. Oktober 2008 um 16:23

@wgn
sry ich kenn die Seite noch nicht auswendig
hmm
ich glaube aber wir gehen da erhaublich auseinander (wenn ich dich nicht falsch verstehe)
denn ich schließe daraus das Geldwirtschaft prinzipiell auf Dauer
nicht funktioniert (Kettenbrief)

—-

Zunächst müssen wir m.e. dem debitismus, dem ökonomischen anfang allen wirtschaftens und dem damit erreichten
wohlstand,aus überzeugenden gründen sehr positiv gegenüberstehen.

erst wenn wir dies verstanden haben, erkennen wir damit, dass es die an den universitäten gelehrte tauschwirtschaft nie
gegeben hat und nie geben wird, den tauschen bedingt einen überschuss, den man dann erst gegen andere überschüsse
tauschen kann.

Der zwang, erst einmal überschüsse zu erwirtschaften, beruht jedoch z.b. am anfang der sesshaft gewordenen
stammesgesellschaften und deren idividualisierung erst auf einem damit notwendig gewordenen vorsorgedenken. d.h. der
urbauer musste, als abtragung der urschuld sich und seiner familie selber gegenüber ( am leben bleiben zu müssen) mehr produzieren als er selber unmittelbar zum leben braucht, denn er muss neben einer harten winterzeit mit fehlernten usw. kalkulieren.

Erst derartige überschüsse ermöglichten das verleihen von eigenen erzeugnissen gegen eine risikoprämie, dem sogenannten
zins in form von naturalien oder sonst etwas. Erst damit kam der zins in die welt und damit der zwang des kreditnehmers
entweder zu leisten oder seine freiheit zu verlieren. Die voraussetzung von schulden machen ist deshalb immer erst ein
eigentum, dass beleihbar ist, oder überschüsse, die ich verleihen kann.

Tatsächlich wollen menschen nicht tauschen, z.b. eine rote glaskugel gegen eine gelbe, sondern etwas besitzen. Wenn sie
etwas tauschen, d.h. sich von etwas trennen, dann meist in dem gefühl, etwas wertvolleres gegen etwas minderwertigeres zu
bekommen.

Deshalb war m.e. allein der zins die erste ursache der entstehung von kultur, der schrift, ( z.b. die kerben auf dem
kerbholz als erinnerung einer schuld) die gesetze zur klärung von streitigkeiten usw. und das sogenannte geld als
schuldschein,( wechsel etc.) das heist einer verbrieften schuld, für die jemand anderes zu bürgen hatte.
So wie es übrigens heute noch ist. Denn jeder geldschein ist nichts anderes als eine umlauffähig gemachte schuld.

Deshalb auch die bezeichnung banknote ( banknotiert) mit mindestens 2 gewichtigen unterschriften der jeweiligen
notenbankpräsidenten usw.

Mal etwas vereinfacht,wenn du lust hast morgen neues geld entstehen zu lassen, dann brauchst du z.b. nur meinen wechsel
anzunehmen.

Weil du damit vermutlich bei deinem bäcker oder barbier damit nicht zahlen kannst, weil die beiden mich nicht kennen,
gibst du den wechsel zum diskount zur bundesbank.
diese erst macht den wechsel mit banknotierten scheinen umlauffähig, damit ist jeder neue geldschein zunächst nur ein
ganz ordinärer neuer schuldschein. Wenn dieser schein bei dir in der tasche so schön knistert, zerbreche ich mir den
kopf und versuche den zwang zu tilgung meiner schuld nachzukommen.

Dies erklärt übrigens auch wunderbar, warum alles geld und alle sogenannten reserven, z.b. devisenreserven nichts weiter
als schuldscheine sind und sein können.

16 Sven 29. Oktober 2008 um 18:00

@7: “Und der rechtspolitische Sprecher der Linken”

Der Vollständigkeit halber sei ergänzt: Hess Neskovic ist nicht irgendwer, sondern ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof.

Die Ergänzung soll nur dem besseren Verständnis dienen und um seiner Anmerkung mehr Gewicht zu verleihen…

17 mylli 29. Oktober 2008 um 18:13

@ otaku

bei ungefähr 7Mrd. Menschen mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 35 Jahren sterben in 5 Jahren eh eine Milliarde.

18 king balance 29. Oktober 2008 um 18:42

Wer finanziert denn den IWF ? Die bankrotten USA oder die bankrotte EU ? Russland? China? Indien? Mit was denn eigentlich? Klopapier (Geldmenge vs. Werte)? Die aufgehäuften Schulden übersteigen mehrmals die BSP’s der ganzen Welt.

Diese Beträge schulden ausländische Gläubiger den Banken in der BRD:
* Österreich: 126 Mrd.
* Frankreich: 266 Mrd.
* Island: 21 Mrd.
* Irland: 214 Mrd.
* Italien: 279 Mrd.
* Luxemburg: 162 Mrd.
* Holland: 188 Mrd.
* Spanien: 311 Mrd.
* Schweiz: 75 Mrd.
* Großbritannien: 769 Mrd.
* USA: 787 Mrd.
* Cayman Islands: 193 Mrd.

Die Banken in der BRD haben mit Stand Juni 2008 fast 4,6 Billionen Dollar offene Kreditforderungen.
http://www.wahrheiten.org/blog/2008/10/28/unglaubliche-4598-mrd-dollar-kreditforderungen-deutscher-banken-im-ausland/

Man weiss nicht, ob man darüber lachen oder weinen soll…
Dann hört man von Prof.(Un)Sinn sagt:
Der böse, böse anonyme Systemfehler im weltweiten Finanzsystem hat dieses Finanz- Debakel verursacht!!! Hallo?
Nicht der Dieb ist schuld, sondern der Bestohlene!

Angela Merkel sagte 2004: „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer steht für uns nicht zur Debatte. Im Gegenteil.“ Ein Jahr später war in der „FAS“ zu lesen: „Merkel verteidigt die geplante Mehrwertsteuererhöhung.“ Wie nennen Sie das?

Es gehört zum Kategorialen des Politischen, dass es Wahrheit und Lüge schon vollkommen entzogen ist. Franz Müntefering hat ganz ehrlich gesagt: „Ich finde es nicht gerecht, dass wir immer an Wahlkampfaussagen gemessen werden.“ Der Sozialdemokrat verlangt also von mir, dass ich alle seine Sätze im Wahlkampf von vornherein als Lügen behandle. Tue ich es nicht, fühlt er sich von mir beleidigt.

Bitte, Wahlen sind die Basis der Demokratie!

Und lügen zu können, gehört zu Kernkompetenz des Politikers. Er muss permanent lügen. Er hat eine Geliebte, aber er ist ihr nie begegnet. Er unterschreibt den Koalitionsvertrag mit dem Ausstieg aus der Atomkraft, aber er möchte die Laufzeit der Kraftwerke verlängern. Die Zahl der Insolvenzen steigt, aber er sieht die Wirtschaft brummen. alles lesen–> clickme

Nun meine Sympatie geht ganz klar zur Pornodarstellerin da bekommt man wenigstens was geboten für sein Geld.

Quelle: tagesspiegel.de Von Voltaire bis zum Papst, von Hannah Arendt bis zu Angela Merkel, vom zähen Steak bis ins Ehebett: Roger Willemsen über das Prinzip Lüge.

19 Schoerner 29. Oktober 2008 um 19:29

Der IWF ist ein Instrument, um Staaten in die verstärkte Abhängigkeit der globalen Hochfinanz zu treiben und über die Gewährung von Krediten Einfluß auf die innerstaatliche Wirtschaftsorganistion zu nehmen, in dem Sinne, daß der Sozialstaat abgebaut bzw. zerstört, der Primat der Politik gegenüber dem Kapital abgeschafft wird und die Ressourcen für die Hochfinanz verfügbar gemacht werden.

Der IWF ist weiters ein Instrument, um das Fractional Reserve Banking immer weiter und fester zu etablieren.

Wer vom IWF nachhaltige Hilfe erwartet, kann auch den Bock zum Gärtner machen.

20 otaku 29. Oktober 2008 um 19:40

@mylli
BITTE nicht noch einmal Haare unter dem Mikroskop spalten diese Woche, das hatte ich schon einmal ds brauche ich nicht nochmal. Was ich sagen wollte war klar oder ?

Falls nicht : Auch gut ;-) .

Have fun
Otaku

21 staph.aureus 29. Oktober 2008 um 21:37

Notkredit über 20 Milliarden, damit Ungarn seinen Zahlugsverpflichtungen nachkommen kann.

Wer hat diese Zahlungsansprüche ? Und wie wird Ungarn Wachstum organisieren, um den Kreditanforderungen gerecht zu werden ?

Zum Beispiel so:
“Daimler will in Ungarn mit Autowerk 2.500 Arbeitsplätze schaffen”
http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/osteuropa/348354/index.do

Cui bono ? Atque cui boni ?

Investitionssumme 800 Mio €,
Ungarn zahlt Subvention von 20 Prozent, macht 160 Mio. €

Vertreter der ungarischen Regierung und des deutschen Daimler-Konzerns haben am Montag in Budapest ein Abkommen unterzeichnet, demzufolge der deutsche Automobilhersteller in Kecskemet, 80 Kilometer südlich von Budapest, ein neues Pkw-Werk errichten wird. Insgesamt wird Mercedes 800 Mio. Euro investieren und von 2012 an 2.500 Arbeitsplätze schaffen.

“Die Entscheidung des deutschen Unternehmens war bereits im Juni bekanntgegeben worden. In Kecskemet sollen nach Aufnahme der Fertigung über 100.000 Fahrzeuge der A- und B-Klasse sowie späterer Nachfolgemodelle der Kompaktklasse vom Band laufen.

Für Ungarn handelt es sich um das größte einzelne ausländische Investitionsvorhaben seit der Wende vor 19 Jahren. Bereits im Juni hatte die Regierung angekündigt, es mit allen Mitteln zu unterstützen, die gemäß EU-Regeln zu Gebote stehen. Nach Ansicht von Experten könnten diese Subventionen bis zu 20 Prozent der Investitionssumme ausmachen.”

http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EE8289DA08B9240CAAB750905CA9C7B7C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

22 ~ Halbgott ~ 29. Oktober 2008 um 21:41

@ wgnX

“Diesen beiden ist es zu verdanken, dass mit den üblichen theoretischen quatsch der sich modern gebenden
wirtschaftswissenschaften aufgeräumt wurde, denn sie konnten beweisen, dass jede geldwirtschaft nur aus
schuldverhältnissen erklärbar ist und auch historisch so entstanden ist. Sie haben damit praktisch die ökonomie
revoltioniert und unsere bisherigen cracks der ökonomiezunft zu idioten gemacht.”

= > … DUMMES, unqualifiziertes Geseier !!!

= > … ihr (“Debitisten”) habt KEIN Verständnis für das Wesen des Geldes ! Keine Geldwerttheorie ! (wenn man überhaupt gar nicht begriffen hat, was geld ist, dann kann man seine Existenz freilich unbekümmert verleugnen … )

= > … ihr habt kein Verständnis von der Realwirtschaft. Insbesondere auch keine KAPITALtheorie. Schreibtischtäter. Genauso wie die Keynesianer.

= > … das führt dann unter anderem auch zu derart grenzdebilen Vorschlägen zur Vollbeschäftigungspolitik … wie Hartz4+1Euro-Kindermädchen für Bestandsreiche … die dann der Staat, also die werktätigen Steuerzahler selbst bezahlen. Haarsträubend.

= > … ähnliche “Staatswirtschaft” erhoffst Du (und Frank L. sowieso ) Dir jetzt offensichtlich für die Gesamtwirtschaft und gar die Weltwirtschaft. Da wirst Du noch Dein blaues Wunder erleben … so oder so …

= > … Eure “historischen Beweise”, dass “Im Anfang” (also wohl gleich nach der “Urschuld”) der “Kredit” war und nicht das “Geld” beschränken sich offenkundig auf die Bibel (sic!!!). Das ist doch jenes Werk, in dem auch übers Wasser gegangen wird … ohne darin zu versinken, oder ?

Kopfschüttelndes retroliberales Beileid,
~HG~

PS:

- meine rüde Kritik betrifft übrigens NICHT (KAUM) die Beiträge von “dottore”, die ich im DGF seit einer Weile mitlese. Wenn ich’s richtig mitbekommen habe, hält er einen “sauberen, anständigen” Kapitalismus für möglich – genau wie ich. Der “Kapitalismus”, der gespielt wurde (von einer kriminellen Raubbänker-Mafia und ihren Politnutten) glich/gleicht in der Tat dem “Debitismus” als Kettenbrief. Aber das lag eben daran, dass keine regulierende Geldpolitik stattgefunden hat.

- am Ende kann man natürlich immer mit “Politik” bzw. “Machttheorie” argumentieren … und so alle ökonomischen Grundgesetze (temporär) hinwegfegen.

- Ich würde mir wünschen, dass Du mal einen Zusammenfassung der debitistischen “Machttheorie” machst. Quasi als Fortsetzung der wgnx’schen “Debitismus”-Lectures”.

- Ohne Ironie … ich vermute, dass das das Beste am ganzen “Debitismus” ist. Und in 2009/2010 ist ein kleines historisches Fenster offen … in dem man die Welt vielleicht verbessern kann. Die Chancen stehen allerdings besser, dass sie sich nochmals dramatisch verschlechtert. “Machttheorie” ist in diesem Zusammenhang nicht unbedeutend … also los.

23 duvet-dayz 29. Oktober 2008 um 22:04

Dass der IWF dringenst neue Aufgaben / Orientierung braucht und schon seit Jahren haenderingend danach sucht, kann man vielleicht schon an dem UN internen Spitznamen Tuerkei Fonds erkennen, da seit einigen Jahren das einzige nennenswerte Engagement dieser Organisation in Krediten an die Tuerkei bestand.

24 Jens Tramann 29. Oktober 2008 um 22:31

Das Kürzel “IWF” steht – so ein alter Börsenwitz bereits aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts – für Internationales WährungsFiasko. Der IWF ist ein Überbleibsel aus der Bretton-Woods-Ära, die ja bekanntlich bereits 1971 mit der Verabschiedung von der Dollar-Gold-Konvertierung ihr Ende fand.

Warum so ein Relikt aus einer vergangenen Ära im Gefolge der Finanzkrise wieder “Leben eingehaucht” werden soll, ist mir schleierhaft. Denn das IWF mit seiner neo-liberalen Grundausrichtung hat ja nicht unwesentlich zu den heutigen Problemen mit beigetragen. Das wäre in etwa so, als wenn man “den Bock zum Gärtner machen wollte”.

Ich denke nur der Übergang zu einem System fester Wechselkurse zwischen den wichtigsten Währungsblöcken (USD, Euro, Yen, Renimbi) flankiert durch strikte Beschränkungen für Budget- und Leistungsbilanzdefizite der einzelnen Staaten könnte da Abhilfe schaffen. Auch Gold als Teil der Währungsreserve von Zentralnotbanken müsste dabei wieder eine höhere Bedeutung erlangen (“Ankerfunktion” von Gold, da nicht beliebig reproduzierbar).

Aber leider ist dies nicht zu erwarten, denn es fehlt den wichtigen Industriestaaten wie den USA, aber auch Europa einfach an dem Mut, die hierzu erforderlichen unpopulären Maßnahmen auch politisch zu vertreten. Und ehrlich gesagt, haben wir uns doch schon über Jahrzehnte an die angeblichen Segnungen des Fiat-Money-Systems mit seinem Hang zu einem ständigen Anwachsen der Verschuldung gewöhnt, dass wir uns ein System von “Sound-Money” wie z. B. einem Gold- oder zumindest einen Golddevisenstandard mit seinen Restriktionen für Budget- und Leistungsbilanzdefizite der einzelnen Staaten gar nicht mehr vorstellen können.

Im Ergebnis wird es daher bei diesem Währungsfiasko bleiben, mit unabsehbaren Folgen für das Weltfinanzsystem. Aber daran tragen wir als Wähler auch ein gehöriges Maß an Mitschuld. Denn die Mehrheit möchte offenbar nur Politiker, die den Wählern möglichst nichts abverlangt und soviel als möglich verspricht.

25 staph.aureus 29. Oktober 2008 um 22:53

geflügelter Halbgott, du hast recht:
man kann auch anständig leben, arbeiten, wirtschaften.

Erich Kästner:”Der Mensch ist nicht schlecht, nur die Leute sind es.”

Erich Miehlke: “Wir sind nicht gefeit leider, dass auch mal ein Schuft noch unter uns sein kann, wir sind nicht gefeit dagegen, leider.”

Und um deine starken Worte noch zu verstärken:
Die Investment-Banker verteidigten die Grenzen des Kapitalismus, sowie die DDR-Grenztruppen die Grenzen des Sozialismus verteidigten: alles legal, wenn der Blickwinkel stimmt. Und in den Grenzbereichen wird es gerne extrem.

Und nun: wie will der Halbgott das irdische Volk dazu bringen, alte Verhaltensmuster abzulegen ? Internierungslager im Dorf-Tante-Emma ? Kapitalismus back to basics ?

Das Spiel scheint jetzt anders gespielt zu werden. Volle Kanne Gutes, Liquides, Sterntaler !

Kalauer: die 20 Mrd für Ungarn sind Mercedes-Stern-Taler !

Nach diesem Spiel kommt dann : Game Over, insert coins !
Und der Drück auf die Reset-Taste.

Aber wann, bleibt unsicher. Je mehr Spieler bei Mensch-ärger-dich-nicht-über-bailouts mitspielen, desto länger dauert das Spiel. Schmeissen und geschmissen werden, fiat-money-Geld schei..sen und angeschi..sen werden.

26 staph.aureus 29. Oktober 2008 um 22:59

@Jens Tramann:

“Aber daran tragen wir als Wähler auch ein gehöriges Maß an Mitschuld. Denn die Mehrheit möchte offenbar nur Politiker, die den Wählern möglichst nichts abverlangt und soviel als möglich verspricht.”

Völlig korrekt. Im Grunde will der Wähler, dass der Staat ihm das Geld aus der einen Hosentasche zieht, und ihm in die andere Hosentasche steckt. Und ihn dabei ein wenig an den Eiern krault.

27 staph.aureus 29. Oktober 2008 um 23:15

@Halbgott

Der ist für Dich: “Sauberer, anständiger Kapitalismus”

Wer Scheisse baut, wird gefressen:
http://flierswelt.files.wordpress.com/2008/04/cartoon_flierswelt_266.gif

“Und in 2009/2010 ist ein kleines historisches Fenster offen”

Ja, das Fenster ist offen:
http://www.investors.com/editorial/cartoons/IMAGES/CARTOONS/toon100908.gif

28 edicius 29. Oktober 2008 um 23:39

@halbgott
= > … ihr (”Debitisten”) habt KEIN Verständnis für das Wesen des Geldes ! Keine Geldwerttheorie ! (wenn man überhaupt gar nicht begriffen hat, was geld ist, dann kann man seine Existenz freilich unbekümmert verleugnen … )
Das “Wesen des Geldes” – was ist das denn jetzt wieder für halbgöttliche Metaphysik? Da man das apokryphe Werk des Hrn Lechner, die offenbar einzige Quelle derartiger Erkenntnis, ja nicht mehr lesen kann, wärst du jetzt mal als Jünger selber dran, die Erkenntnisse des Meisters weiterzugeben. Tust du aber nicht, sondern ätzt mal wieder und weiter nur albern rum.

= > … ihr habt kein Verständnis von der Realwirtschaft. Insbesondere auch keine KAPITALtheorie. Schreibtischtäter. Genauso wie die Keynesianer.
Schreibtischtätern ein Fehlen von Theorie vorzuwerfen ist immerhin interessant. Aber du gehörst doch selber zu dieser Kategorie, und solltest dich statt “Halbgott” passender “Halbaffe” nennen. Dein hochtrabendes Geschwätz ist einfach nur noch nervtötend.

29 mhh 29. Oktober 2008 um 23:48

“Damals wurden die Mahner und Warner aus Bequemlichkeit gerne überhört”, Zitat des Sprechers einer Doku über die Entstehung von Hitler-Deutschland heute auf Phoenix.

Paul Krugman – frischgebackener Nobelpreisträger – ist der Meinung eine harte Rechte wäre am Werk, die Klassenkampf von oben betreibe. Ruhig nochmal lesen und kurz drüber nachdenken. Nobelpreisträger und harte Rechte. Na, und wo ist die am Werk?

Und woher kommt die Finanzkrise? Von wem wurde sie forciert? Was faselt Steinbrück von idelogistischen Sippen in Wirtschaftseliten? Erzählt immer wieder von Staatsfonds, stellt aber die chinesischen als Verlierer hin? Warum will Sarkozy Schlüsselindustrien verstaatlichen? Was schwurbelt der Konservative (!) Sarkozy vom “infamen Angriff auf unseren Kapitalismus”? Warum nennt die FAZ Cheney ein “Monster”? Warum gibt das Bush-Regime 1,8 Milliarden für Medien-Kampagnen in Deutschland aus? Wie ist eigentlich die amerikanische Notenbank aufgebaut und welche Rolle spielt der Dollar an den Finanzmärkten? Welche Rolle spielten Lobbyisten in der deutschen Medienlandschaft? Warum will Westerwelle jetzt Löhne erhöhen und gibt das bei einem Unternehmertag bekannt?

Fragen über Fragen…

Hitler darf übrigens auch unbehelligt als Monster bezeichnet werden in diesem Lande…

30 marktlöwe 30. Oktober 2008 um 01:22

#mhh
Warum gibt die Regierung 400 Milliarden Steuergelder für Banken aus ?
Da sind die 1,8 Mrd Medienkampagnie nichts dagegen…
ENDSPIEL im Finanzdschungel ist angesagt: Die Wenigen, die es immernoch nicht kapieren, sind Vertreter des ‘political correctness’. Im überbordenden Übereifers gleichen sie den
’shortern’ gegen Porsche: Sie verspielen ihren Arsch gegen Hoffnungen auf’s Nirwana.
Die Hilfen sind keine Rettungen der Banken, Firmen etc..
Es sind RETTUNGEN FÜR POLITIKER.
Nicht wirklich, wie wir wissen, nicht wirklich.

31 mhh 30. Oktober 2008 um 01:58

Keine Ahnung. Wenn aktuelle linke Regierungssprecher über das BKA-Gesetz Gast-Kommentare im Tagesspiegel (Holtzbrinck ist kein so schlechter Verlag) schreiben (und glauben Sie mir, bisher hat hat man dort für Anzeigen Geld verlangt). Der Typ vergleicht das Gesetz mit… Lesen Sie selbst:

as Trennungsgebot, auf das die alliierten Militärgouverneure Deutschland im sogenannten Polizeibrief verpflichtet haben, wird endgültig aufgegeben. Nach diesem rechtsstaatlichen Prinzip müssen Polizei und Geheimdienste organisatorisch und in ihren Befugnissen voneinander getrennt sein. Dabei ist es für Geheimdienste kennzeichnend, dass sie fast alles wissen, aber nicht alles dürfen, während die Polizei fast alles darf, aber nicht alles wissen soll. Dieses Trennungsgebot ist eine zentrale Lehre aus den Erfahrungen der NS-Zeit. Diese Lehre fällt mit dem neuen Gesetz: das BKA soll alles wissen und alles dürfen.

„Es gibt keine Gerechtigkeit. Es gibt nur Grenzen“, hat Albert Camus geschrieben. Diese Grenzen setzt das BKA-Gesetz nicht. Es füllt keinen rechtsfreien Raum, wie es rechtsstaatliche Gesetze tun, sondern schafft einen rechtsfreien Raum. Es billigt dem BKA die Definitionsmacht über seine eigenen Eingriffsvoraussetzungen zu. Kriminalbeamte allein entscheiden, ob, wann und mit welchen Mitteln ihr Einsatz erforderlich ist. Dieser polizeilichen Entgrenzung soll nun die soldatische folgen: Auch die Bundeswehr wird über den Rubikon getrieben.”

http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/BKA-Gesetz;art141,2647727

In diesen Tagen überlegt die WAZ-Gruppe der DPA zu kündigen. Angeblich um zu sparen. Aber wer macht die viele Arbeit? Die waren doch sonst so Ergebnisorientiert. Was unabhängiger Qualitätsjournalismus? Zur Not würde ich dann auch paar 100 Kilometer fahren um mir eine WAZ zu holen und 10 Euro für eine Zeitung bezahlen….

32 Frankie Bernankie 30. Oktober 2008 um 09:19

@mhh

” Wie ist eigentlich die amerikanische Notenbank aufgebaut”

Das würde mich jetzt interessieren. Wissen Sie da Näheres? Oder einen link?
Der Rest Ihres Beitrags ist allerdings, verzeihen Sie bitte, das übliche nachmitternächtliche Verschwörungsgeraune.

33 LeeHarveyOSWALD 30. Oktober 2008 um 10:45

So wie man den IWF kennt wird er ein rauchendes Trümmerfeld hinterlassen.Pensionen und Gehälter zu kürzen ist der beste Weg eine Volkswirtschaft zu ruinieren.

“Er verpflichtet aber Überschuss- und Defizitländer zu einem Systemkonformen Verhalten.”

na ja , sowas wäre ja auch zu begrüßen allerdings hieße dass dann das die USA und andere Sünder anfangen ihre Schulden abzutragen.Aber das wollen sie nicht.Sie wollen weitermachen wie bisher.

Wie weit kommt Ungarn mit 20 Millarden ?

34 Peter Sonnabend 30. Oktober 2008 um 13:15

Wenn man die nachfolgende Meldung richtig interpretiert,
hat der IWF nichts aber auch garnichts dazu gelernt-
Das stimmt mich für die (kurzfristige) Zukunft des Finanz – Systems sehr skeptisch.

“IWF verschreibt der Ukraine Rosskur:
Das Ministerialkabinett, die Zentralbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) erreichten eine Einigung bezüglich der Bedingungen für den Erhalt eines Darlehens in Höhe von 16,5 Mrd. $ durch die Ukraine. Wegen dieses Kredites hat sich die Ukraine verpflichtet zwei Jahre lang die sozialen Standards nicht zu erhöhen, mit dem Verkauf von Ackerland zu beginnen, den Gaspreis für die Bevölkerung zu erhöhen, die Steuern zu senken und die Unterstützung der Grywnja zu senken. Experten vermuten, dass die Befolgung der IWF Empfehlungen zu einer “Schocktherapie” für die Wirtschaft des Landes wird,……….”

http://www.ukraine-nachrichten.de/index.php?id=832

35 mhh 30. Oktober 2008 um 15:12

@Frankie

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2314

Allerdings hat dieser Herr gleich in eine gewisse Richtung recherchiert und zieht seine Schlüsse. Wenn sie von vorne beginnen wollen empfehle ich die einschlägige Literatur zum Thema

36 Frankie Bernankie 30. Oktober 2008 um 16:19

@mhh

Ich danke Ihnen!

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