Die Kapriolen der VW-Aktie und die eindeutig zweideutige Aussendung aus dem Hause Porsche vom Sonntag veranlaßten die Jungs und Mädels hinter der FTD-Kolumne “Das Kapital” zu einem launigen Beitrag, der in folgender Passage gipfelte:
“Was steht im Kleingedruckten der Verträge, die Porsche mit den Banken schloss, von denen es die cash gesettelten Kaufoptionen erwarb? Könnte Porsche etwa – in diesen Zeiten nicht unvernünftig – tatsächlich nur die Differenz zwischen aktuellem und Ausübungskurs einstreichen und die Banken auf den VW-Aktien sitzen lassen? Ist das ein weiterer Grund für Porsches Interesse an einem hohen VW-Kurs? Angenommen, Porsche geht auf 50 Prozent und lässt sich “nur” die restlichen 24 Prozent der Optionen bar ausbezahlen. Das entspräche selbst bei einem Kurs von 300 Euro noch 22 Mrd. Euro. Theoretische Folge: Ein, zwei weitere Banken gehen in die Knie, und dank Rettungspaket kommt letztlich der Steuerzahler dafür auf. Spätestens dann zieht der mit brennenden Fackeln ausgerüstete Mob nach Zuffenhausen. Aber das sollte Wendelin Wiedeking wissen.”
Wie bitte, der “mit brennenden Fackeln ausgerüstete Mob” ??? Und das in der Leitgazette der politisch-industriellen deutschen Elite? Potzblitz! Da sag ich nur:
Sind wir schon wieder soweit ???
Aber nein, jetzt seh ich gerade, das habe ich wohl grundsätzlich missverstanden. “Das Kapital” meinte wohl nur, dass sich die Damen und Herren Mobbies zu einem vorweihnachtlichen Laternen- und Fackelumzug nach Zuffenhausen aufmachen, wie es in der Adventszeit halt so üblich ist.
Jaja, ist ja auch ein schöner Brauch …















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Arsch auf Grundeis… nennt man das beim Pöbel…
http://www.youtube.com/watch?v=uJYqKKv2zks
Wir haben heute schon eine Adventslaterne gebastelt. Wirklich. Nur ist Zuffenhausen zu weit.
Ansonsten war mir das auch aufgefallen.
Mich wuerde auch interessieren, welche Banken die Partner von Porsche sind. Vermutlich gibt es aber noch viel mehr shorties, als nur die Porschepartner.
Mob? Ist nur noch eine Frage der Zeit. Nicht nur in Zuffenhausen wird es zur Winterzeit mollig warm werden. Geld für Georgien, Geld für Pakistan, Geld für jeden der fragt oder bedürftig erscheint – nur für das eigene Volk ist nichts da. Eine Misere, die vielen noch den Kopf kosten wird.
Man möge mir den Brückenschlag von Porsche zur hiesigen Politik verzeihen. Letztlich landen sie alle im gleichen Sack. Wünsche fröhliches Knüppeln.
Wenn Porsche tatsächlich so ein Ding gedreht und dabei die Herren der Welt aus dem Bankgeschäft vorgeführt hat, werde ich auf jeden Fall erst einmal laut herausplatzen – und dann überlegen, ob ich mir nicht auch eine Fackel besorgen soll.
Das mit dem Mob kann man sprachlich ein wenig abmildern. Der moderne Arbeitnehmer in der für ihn globalisierten Welt ist ja bekanntlich durch den Wegfall hinderlicher Gesetze sehr flexibel geworden. Darunter wird nicht nur Biegbarkeit verstanden, sondern auch räumliche Beweglichkeit, Mobilität genannt. Gestern abend gab’s einen Bericht zum mobilen Leben eines Leiharbeiters, da liess sich ein erster Eindruck von dieser neuen Lebensqualität gewinnen.
Mit der Abkürzung “Mob” könnten also jetzt. beinahe ehrenhaft, die Arbeitnehmer erfasst werden, die sich durch vorbildliche, globalisierte Mobilität auszeichnen und dabei durch angenehme Lohnzurückhaltung einen wesentlichen Beitrag zum allgemeinen Wohlstand leisten.
Einen Ehrenname sozusagen.
@Hermann Keske
Ja, mit “Mob” meinten sie zweifellos “mobil”, jetzt wo Sie das sagen, fällt mir das wie Schuppen von den Augen.
Und passt ja auch, weil dadurch, dass sie ihren schönen Umzug ins ferne Zuffenhausen machen, beweisen die guten Leute ja geradezu ihre “Mobilität”.
Ei, das hat “das Kapital” aber fein herausgearbeitet, bravo!
Ich hatte ja schon auf den schönen Artikel im “Kapital” hingewiesen. Es war dort nicht der erste über die Nase, die Porsche den Banken dreht. Weltweit beschäftigt man sich mit dem Thema, ziemlich neidisch auch in London. Die FAZ steuert eine Personalie und eine Mahnung bei:
http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E87275D0A89B24B87959D2B8E8BB2867F~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Ja, tausende freigesetzte “Leiharbeiter” werden wohl ihre Mob(il)qualitäten eher früher oder später voll entfalten. Und die hunderttausenden der Stammbelegschaften sollen auch gerade recht viel Freizeit, aber wohl nicht soviel Geld für Ferienreisen, haben. Ein Trip ins Ländle wäre aber bestimmt drin.
Mich ärgert eher seit Monaten, daß die Deutsche Börse selbst heute die Frecheit hatte, die Aktie nicht kurzerhand aus dem DAX zu suspendieren. Wenn das ihr Regelwerk nicht zuläßt, muß sie es ändern. Wir machen uns vor der ganzen Welt zum Pfeffi. Dax 4000, davon 2000 VW ? Denn die Indexfonds müssen zwangsläufig den Dreck kaufen, egal, was er kostet. Und damit haben sie für die Zukunft eine Bombe im Depot.
@Michael:
Das sehe ich nicht so. Zum “Pfeffi” macht sich die Deutsche Börse, wenn wegen jedem Pups in das Handelsgeschehen eingegriffen wird. Die Agierenden an den Börsen gerieren sich doch sonst immer als ganz harte Marktgläubige, dann müssen die das abkönnen.
Den momentan noch funktionierenden Aktienmarkt “abzuschalten” heißt, den Wert einer weiteren Assetklasse in den Bankbilanzen mit einem Fragezeichen zu versehen.
Gruß, Gojko.
Bislang ist alles halt noch recht lustig.Wenn allerdings die Weihnachtsferien zu Osterferien werden bei Mercedes wird es nicht mehr so lustig.Der Staat kommt wie vorrausgesehen jetzt von mehreren Seiten unter Beschuss:
-wachsende Zahl von “Freigestellten” , also höhere Zahlungen von Arbeitslosengeld und HARTZ IV
-sinkende Einnahmen bei der Sozialversicherung
-sinkende Steuereinnahmen
und dazu kommt eben noch das Bail out Paket für die hiesigen Banken
ganz und gar nicht abbringen läßt man sich von der Imperialsteuer wie Geld für Georgien, Mehr Truppen für Afghanistan und und…schlimm wird es wenn neben Osteuropa auch Griechenland,Italien oder Spanien einen Bailout reklamieren.
den Haushalt 2009 sollte man sich besser nicht ansehen ohne Kotztüte
Ich freue mich ja, dass Herr Wiedeking die Masters of the Universe in ihrem eigene Spielchen schlägt. Übrigens ja auch nicht zu ersten mal: http://www.zeit.de/online/2008/09/Querdax-Porsche. Mein Mitleid mit der Gegenpartei hält sich auch in Grenzen.
Falls jetzt sich doch noch ein Banker schämen muss, dann hoffe ich, das Wiedeking als guter Gläubiger ein Debt-for-Equity Swap macht. Dann könnte er der VW-Bank auch noch ein paar neue Geschäfte mitbringen.
Der Finanzkapitalmarkt hat ja seine Aufgabe, nämlich die Allokation von Finanzmitteln. Wenn wir die Börsen auf ihre eigentliche Funktion zurückführen wollen, dann müssten wir eigentlich nur einen Satz aus dem Gesetz streichen, darauf hat mich der St. Galler Ökonom Hans-Christoph Binswanger einmal hingewiesen, der ein sehr gutes Buch über die ökonomische Bedeutung von Goethes Faust geschrieben hat: Wir müssten nur den Satz aus dem Gesetz streichen, der die Haftung der Aktionäre auf das gezeichnete Kapital beschränkt. Wenn sie diesen Satz streichen, sind die Anteilseigentümer mit ihrem persönlichen Vermögen haftbar. Dann wird sich nur der mit einem Unternehmen verbinden, der daran ein echtes Interesse hat und es nicht nur für Spekulationszwecke missbraucht. Dann kommt auch der Kapitalbegriff in die Richtung, die ich oben angedeutet habe.
ähm die “Quäle” fehlt natürlich noch
https://www.grundeinkommen.de/18/08/2008/gespraech-goetz-werner-zum-bedinglosen-grundeinkommen-bge.html#comment-617
und ihr werdet erstaunt sein wie viele Themen, die hier xfach in allen möglichen Kommentaren angerissen und tw. vertieft wurden, sich dort wiederfinden allerdings aus einem völlig ungewöhnlichen Betrachtungswinkel.
Der Mob wird eher Minarette abfackeln, dafür sorgt schon die BLÖD-Presse.
Herr Wiedeking, so scheint es mir, ist der letzte wahre Anarchist. So deutlich hat bisher noch niemand die ganze Perversität des Marktes öffentlich gemacht.
Ich werde zumindest in einem stillen Örtchen ein Kerzlein für ihn entzünden.
WW wird der neue Held. Er hat genug Gespür für die Situation, um zu wissen, was zu tun ist. Mein Tip:
1. Keine deutschen Banken unter den Counterparties, allesamt angloamerikanische Hochfinanz (GS?
)
2. Den Großteil der vereinnahmten Milliarden verwendet er um Entlassungen zu vermeiden oder sonstige gute Taten
3. Er wird der neue Robin Hood
4. Er wird Bundeskanzler
5. Er hat einen Autounfall in einem VW Phaeton, mit 1000 km/h, 1000 Promille, nach dem Besuch einer seiner 1000 Lover (O-Ton Springer-Presse)
PS: Deutscher Industriekonzern mach Goldzahn Sucks platt…? So ein Tag, so wunderschön wie heute…
PPS: Wird D jetzt gleich wieder bombardiert?
@Alle
Bei aller hämischer Freude über Wiedekings “Fuck you!” an die Banker: seine Zockerei ist genauso pervers, wie das Hantieren der Banken mit CDOs, ABS und Co. Das kann man unmöglich gut finden. Porsche soll Autos bauen, nicht mit den Bankern blöd herumzocken.
@wgnx
Tja, gibt ja das Gerücht, dass Porsche Geld verdient, wenn es denn unbedingt sein muss auch mit Autos
Spaß beiseite: Für mich zeigt es nur die hässliche Fratze eines pervertierten Systems. Der ganze Derivate Mist gehört verboten, wie auch die gesamten Leerverkäufe. Aktien dienen der Unternehmensfinanzierung, nicht mehr und nicht weniger. Alles andere ist so ziemlich das unproduktivste was es gibt; wer Zocken will, soll nach Baden-Baden fahren.
Ansonsten meine Aussage zu Porsche: Wer hoch steigt, fliegt auch tief – früher oder später.
hut ab vor wendelin…
ich hoffe er hält das durch. und wenns den stuerzahler was kosten sollte, weil eine bank über die wupper geht: die rechnung zahle ich gerne. worüber beschwert sich eigentlich die elite? darüber das ein ausgeschlafener unternehmenschef die gegeelten bubis in ihren schlecht sitzenden nadelstreifen vorführt?? wiedeking führt die herrenriege vor und macht das im kleinen, was die banker im großen vorgemacht haben. ich drücke ihm jedenfalls die daumen, damit er für die porsche abtionäre eine traumrendite einfährt…. und dann hat er sich seine 100mios redlich verdient.
mfg
Denke eher, dass viele Leerverkäufer auf dem Falschen Fuss erwischt wurden. Letzen Monat wurden rund 15% VW-Stammaktien an Leerverkäufer ausgeliehen, zur Eindeckung steht aber nur ein Streubesitz von 5.9% gegenüber. Denn Niedersachsen hält 20.2%, Porsche insgesamt 74.1%.
Durch die Offenlegung der Beteiligung seitens Porsche sind sie wohl in Panik geraten und haben sich um den 3x kleineren Streubesitz – als im Umlauf befindende leerverkaufte Aktien – gestritten
Es kam in der Vergangenheit auch vor, dass nackte Leerverkäufe durchgeführt wurden, also ohne, dass tatsächlich eine Aktie ausgeliehen wurde.
Die Nummer, “Porsche kauft VW”, wird natürlich in die Geschichte eingehen. Und ich freue mich schon darauf, eines Tages in einem guten Lehrbuch genau nachlesen zu können, wer welche Schachzüge gemacht hat … und mit welchem geplantem und ungeplantem Erfolg.
Ich haben mich da nicht eigens eingearbeitet.
Es ist auch nicht mein Spezialgebiet.
Ich gehe davon aus, dass Porsche einen gewaltigen Spekulationsgewinn aus Optionen einstreicht (das hat ja nun mittlerweile Tradition in Europas bestem Hedgefonds).
Dieser wird trotz erheblicher Steuersenkungen des gefärbten Gnomes für die Unternehmen … auch erhebliche Steuerzahlungen von Porsche induzieren.
Die Freude an VW wird für Porsche “realwirtschaftlich” betrachtet wohl für einige Jahre sehr begrenzt sein … (“DeDe”). An die heilende Wirkung des Steuersenkungsprogramms für CO2-arme Neuwagen für kinderreiche Familien (sic !!!) der reudigen Polit-Schwachmaten bin ich nicht gänzlich überzeugt.
Andererseits weiss ich aus eigener Erfahrung, dass es in der VW-Gruppe gewaltige “Rationalisierungspotenziale” gibt … und das Produktions-Know-How der Porsche-Consultants hat ein hohes Ansehen …
Time will tell …
Ministerpräsident Christian Wulff sagte: “Angesichts der weltweiten Herausforderungen ist es ein Segen, dass die Volkswagen AG mit der Porsche AG und dem Land Niedersachsen zwei verlässliche, stabile Aktionäre hat. Diese haben eine gemeinsame Vision für Volkswagen im weltweiten Wettbewerb der großen Automobilunternehmen.”
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,473670,00.html
Man kann davon ausgehen, daß die Staatskanzlei in Hannover keine Kontakte nach Pullach hat. Daher wird sie nicht wissen, ob es deutsche oder ausländische Banken sind, die für die Optionen zahlen müssen.
Und wenn das Land Niedersachsen seine Aktien plötzlich verkaufen würde, um dem Landesvolk das Vermögen nutzbar zu machen, wäre die Kursexplosion bald vorbei. So explodieren vielleicht Banken: im Inland oder Ausland ?
(und die Banken finanzieren Autokonzerne: im Inland oder Ausland ?).
wiwo berichtet von Londoner Hedge Funds, die durch die Lehmann-Pleite rasiert wurden – dabei spielt auch VW eine Rolle:
[...] Für die City könnten die Konsequenzen dramatisch sein. „Seit dem Zusammenbruch von Lehman lagern Hedgefonds ihre Depots in die USA aus“, sagt der Branchen-Insider. Das Problem für den Aktienmarkt: 20 der 65 Milliarden Euro hatten viele der 1.300 betroffenen Kunden für Leerverkäufe deponiert – also für Wetten auf fallende Kurse (Short-Spekulationen). Dieses Kapital sitzt nun bei der Lehman-Tochter zwangsweise fest. John Hempton, Gründer des Hedgefonds Bronte Capital, sieht dies als Ursache dafür, dass manche Kurse verrückt spielen und gegen den Trend stark steigen. Denn Short-Positionen bei Lehman seien plötzlich – koste es, was es wolle – geschlossen worden, indem die Bank bestimmte Papiere gekauft hat, bei denen Kunden auf fallende Kurse gewettet hatten. [...]
… aber jetzt kommts:
[...] Die eingefrorenen Milliarden der Spekulanten sind wohl weg. Denn die Hedgefonds-Manager haben ihr Kapital den Banken nicht nur als Sicherheit für die eigenen Geschäfte übergeben, sondern dazu gleich noch eine Blanko-Verfügung unterschrieben. Lehman durfte die in London deponierten Aktien als Sicherheit für eigene Bankgeschäfte nutzen. In den USA wurde dies 1934, fünf Jahre nach dem Crash von 1929, verboten. [...]
http://www.wiwo.de/finanzen/londoner-hedgefonds-zahlen-zeche-fuer-lehman-pleite-375265/
Viel aufgeregte Freude über “Porsches Schachzug”, aber kaum einer, der darüber nachdenkt, was hier gelaufen ist und was es bedeuten könnte.
1) Porsche möchte in großem Umfang VW-Aktien kaufen, und zwar möglichst billig – es macht ja schließlich wirtschaftlich keinen Sinn, teuer einzukaufen, noch dazu auf Kredit. Also wird man zunächst einmal versuchen, über den Erwerb von Call-Optionen einen möglichst günstigen Einkaufspreis zu fixieren. Der Einkauf der Call-Optionen muß so behutsam wie möglich vorgenommen werden, denn sobald sich herumspricht, daß Call-Optionen in großem Umfang nachgefragt werden, steigt ja der Preis bzw. Aktienkurs.
2) Die Banken bzw. sonstigen Kontrahenten, die die Call-Optionen verkaufen, erhalten dafür zunächst mal eine Prämie. Natürlich müssen sie als Stillhalter darauf achten, sich rechtzeitig mit Aktien einzudecken, falls der Aktienkurs eine gewisse Schwelle übersteigt. Ein ganz normales, alltägliches Geschäft.
3) Sobald Porsche die gewünschte Anzahl an Call-Optionen hat, ist der Einkaufspreis für Porsche nach oben fixiert – ein steigender Aktienkurs ändert daran nichts.
4) Auch Porsches Kredit dürfte begrenzt sein. Mit 10 Mrd EUR kann man z. B. 200 Mill Aktien zum Kurs von 50 kaufen oder 100 Mill Aktien zum Kurs von 100. Das sind ungefähr 68% – 34% der Stammaktien von VW. Mehr geht nicht.
5) Porsche kauft nun also Aktien zu einem über Call-Optionen fixierten Preis. Ob der Aktienkurs steigt, hängt ganz davon ab, wie der Markt auf diese Nachfrage reagiert. Die Call-Optionsverkäufer haben sich im Falle eines steigenden Aktienkurses hoffentlich rechtzeitig mit Aktien eingedeckt – sonst wird der Optionsverkauf ein Verlustgeschäft für sie.
6) Steigende Aktienkurse führen bei Porsche zu einem Buchgewinn des Aktienbestandes – von dem man aber nichts abbeißen kann. Man müßte die Aktien wieder verkaufen, um den Buchgewinn zu realisieren. Verkaufen will Porsche die Aktien aber nicht, denn sie wollen ja die Macht über VW.
7) Im Markt tummeln sich Spekulanten. Die einen setzen auf steigende Kurse, die anderen auf fallende. Je nachdem, wie sich der Aktienkurs entwickelt, machen die einen Gewinn und die anderen Verlust – es findet eine Umverteilung zwischen den Spekulanten statt. Für Porsche und die Call-Optionsverkäufer ist das neutral.
9) Wir haben nun offenbar eine Marktsituation, in der eine große Zahl an Spekulanten auf fallende Kurse gesetzt hat. Wenn alle auf eine Sache setzen, geht es meistens schief. Und die Lehman-Pleite dürfte der (technische) Sargnagel für die Shortseite gewesen sein. Positionen mußten glattgestellt werden und es setzte ein Lawineneffekt ein. Die Bekanntgabe von Porsche über den Besitz von Call-Optionen dürfte eine weitere, noch größere Panik-Lawine ausgelöst haben.
10) Für Porsche war diese Entwicklung ein glückliches Geschenk des Zufalls, ein “Windfall Profit” – es hätte auch anders kommen können und die überzählig gekauften Call-Optionen hätten aufgrund fehlender Marktdynamik keinen Wert gehabt.
@ Chrsitian Wagner #18
“Der ganze Derivate Mist gehört verboten, wie auch die gesamten Leerverkäufe.”
Wann i, vastehst, wos z’redn hätt – i schoffat ollas o!
Wenn z. B. ein Bauer sich gegen mißliche Preisentwicklungen absichern und seine Ernte im voraus auf Termin verkaufen möchte, so braucht er 1) einen Spekulanten, der mit ihm dieses Termingeschäft abschließt, d. h. der Spekulant übernimmt das Risiko einer ungünstigen Preisentwicklung. Außerdem verkauft der Bauer etwas, das er noch gar nicht hat, nämlich seine Ernte, die er erst ein paar Monate später einbringt – es handelt sich also 2) um einen Leerverkauf.
Bauer und Spekulant schließen dieses Geschäft freiwillig ab, weil sie sich beide davon einen Nutzen versprechen – der Bauer einen festen Preis und der Spekulant einen Transaktionsgewinn. Und dieser ganze “Mist” gehört verboten? Ja, verbieten wir alles: Das Geld, den Kredit, die Geschäftemacherei, überhaupt alles….
“Ja, verbieten wir alles: Das Geld, den Kredit, die Geschäftemacherei, überhaupt alles….”
Wäre eine kluge und gute Idee. Könnte man sich wieder aufs Leben konzentrieren.
Have fun
Otaku
@wgn
Also das war jetzt keiner, oder?
Wiedekings Zockerei ist natürlich nicht vergleichbar mit den Bankern. Es handelt sich um ein in sich schlüssiges und begrenztesProjekt mit einem Ziel. Alles andere als uferlose Zockerei im Namen des Mammon.
Das Wachstum der Autobauerei ist sehr begrenzt, wenn nicht für die nächsten Krisenjahre gerade für Hersteller teurer Autos stark negativ. Das weiß ja auch Wiedeking. Soll er die Hände in den Schoß legen und den Niedergang abwarten?
Was macht er also mit dem anvertrauten Kapital und den unternehmerischen Möglichkeiten?
Klar, da können vielleicht Banken über die Wupper gehen. Aber er sichert die Kasse eines großen Industriekonzerns am Standort D. Da ist die Kohle doch besser aufgehoben als am Kapitalmarkt.
Nun kann ich schlecht beurteilen, wie der kleine Konzern den großen managen soll und kann, aber er ist trotz allem keine Heuschrecke, die nur die Kohle abgreifen will und sich verpisst.
_ _ _ _ _
Ich schätze Euren Blog sehr. Mein Wunschthema für die Zukunft wäre eine Beleuchtung des Zusammenhangs zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft. Fragen nach Sättigung und Grenzen des Wachstums hat man in den letzten Jahren nicht hören wollen. Anstelle dessen hat man die Nachfragean allen Enden auf Pump aufgepumpt.
@Wgnx
Bei aller hämischer Freude über Wiedekings “Fuck you!” an die Banker: seine Zockerei ist genauso pervers, wie das Hantieren der Banken mit CDOs, ABS und Co. Das kann man unmöglich gut finden. Porsche soll Autos bauen, nicht mit den Bankern blöd herumzocken.
Du bist aber auch Konservativ Autos kaufen nicht nur Autos die bauen sich auch noch selbst.Ok ich habe übertrieben die wachsen an Bäumen wie die Wurst im Kühlregal…
@ hyperinflation
“Wir müssten nur den Satz aus dem Gesetz streichen, der die Haftung der Aktionäre auf das gezeichnete Kapital beschränkt.”
Und konsequenterweise schaffen wir im gleichen Atemzug auch noch die GmbH ab und lassen die komplette Wirtschaft auf oHG-Basis laufen. Dann passiert zwar nicht mehr viel, aber der Geldwert ist gesichert. Lol!
VW ist doch ein kleiner Fisch, viel interessanter ist der Bail Out für Osteuropa + PIGS + Türkei+Argentinien+Pakistan+Island
noch interessanter wird es wenn man dann die Forderungen der deutschen Gläubiger hier mal zusammenzählt …
Was sind dagegen die läppischen plus/minus 15 Millarden bei Deals mit der VW Aktie…Peanuts…kriegt der Bullenhai sowieso
jetzt werden erstmal wieder die” Mutigen” die ins Wasser gehen einkassiert…liegt noch genug Geld zum verbrennen herum
Mit den Zinssenkungen der EZB/FED geht der zug jetzt wohl endgültig in Richtung Hyperinflation
Allein wenn man sich die Bilanz der FED mal so ansieht…Kerzen überall
ja is denn heut scho Weihnachten ?
“Spare beizeiten, so hast Du in der Not !”…
…ist heute UNSINN ! Nochmals groß: UNSINN !
Dieser Spruch kommt aus einem vergangenen Jahrhundert, als es noch Gold-basiertes Geld gegeben hat. Da konnte man tatsächlich mit einen Strumpf oder einer Badewanne voll Talern für´s Alter sparen.
Und unsere Mitmenschen sparen weiter auf das so sichere Sparbuch ( hallo BAYERN LB ):
http://www.ad-hoc-news.de/Deutsche-legen-wieder-mehr-Geld-beiseite–/de/Wirtschaft-Boerse/19793505
, statt selbst als Unternehmer ihr Geld zu investieren.
Wir brauchen mehr Binnenkonsum ! Mehr Party im Inland, wie in USA / Island / UK. Riesenräder in die Innenstädte, Autofahren ab 16, bessere Nebenstrassen auf dem Land, mehr steuerlich absetzbare Geschäftsessen. Holzbeheizte Hallenbäder, Radwege, Bahnhöfe, usw. Autobahnen ! (“Autobahnen geht gar nicht” ?!). Und auch die inländische Rüstungsindustrie kann den Binnenkonsum stärken.
Und der Gabriel kriegt einen zweiten, grossen Kühlschrank. Er ist Vorbild für den Binnenkonsum. Und einen privaten Koch als steuerlich wirksame Haushaltshilfe.
BINNENKONSUM ! Und der DGB hat Recht, ein Konjunkturprogramm zu fordern. Mit Nutzen im Inland, und in Bereichen, die im Inland Beschäftigung bringen:
Auto, Hausbau, Dienstleistungen.
Die letzte Steuerreformen setzten falsche Anreize. Zwar wurden Sparerfreibeträge gesenkt und so das Sparbuch weniger attraktiv, andererseits mit der Abgeltungssteuer die Aktieninvestition gegenüber Anleiheninvestition geschwächt. Und warum Mieteinnahmen voll versteuert werden müssen, Immobilienfonds aber nur mit 25 % bleibt rätselhaft.
Falsch waren die Abschaffung der Eigenheimzulage, Abschaffung Kilometerpauschale, verlängerte AfA. Der Staat muss Anreize setzen, damit die Bürger Geld ausgeben.
Leider bleibt der Verdacht, daß es im Steuerrecht nur darum geht, kurzfristig Einnahmen für den Staat zu schaffen. Wenn der Staat Geld braucht, soll er Schatzbriefe verkaufen.
Vorbild Greenspan:
It´s the credit, stupid. We need change in Germania.
@weissgarnix
” Porsche soll Autos bauen”
Falsch.
Porsche ist ein Unternehmen und soll Rendite erwirtschaften.
Denn so steht es geschrieben in allen heiligen Büchern der Ökonomie und des Kapitals und der freien Marktwirtschaft. Und so will es auch jeder der Geld anlegt ( und sei es auch nur ein Sparbuch ) seit dem Beginn aller Zeiten.
Nokia hat auch mal mit der Herstellung von Gummistiefel angefangen. Der Sprung zum Handy hat sich nicht aufgedrängt.
“…ist heute UNSINN ! Nochmals groß: UNSINN !”
genau , unser Vorbild ist das Flodderland…
na ja wenigsten hätte man dann etwas von der Kohl gehabt die jetzt eh weg ist…
also laßt uns nochmal ordentlich feiern
Party on Wayne…
@staph.aureus:
“Wir brauchen mehr Binnenkonsum ! Mehr Party im Inland, wie in USA…”
Ist das jetzt ernstgemeint? Wie es den Party-Nationen geht, sieht man doch momentan recht deutlich.
Wir brauchen NICHT mehr Konsum von dem immergleichen Scheiß. Wozu jede Woche neue Klamotten? Oder alle halbe Jahre einen neuen Fernseher?
Daß die Deutschen nicht shoppen bis zum Umfallen kann man nämlich auch als Klugheit interpretieren: die Industrie soll gefälligst INNOVATIONEN anbieten, dann werden die Leute auch kaufen. Das Handy war so etwas. Für einen guten eBook-Reader würde ich locker 500EUR auf den Tisch legen, es gibt aber nur Schrott. Aber im Moment: Die hundertste Sorte Klopapier zu bewerben, was soll das?
Wenn schon Geld ausgeben, dann für Investitionen in die Zukunft. Also, das Geld was wir haben nicht verfressen, sondern damit etwas Werthaltiges erschaffen, was unser Land weiterbringt. Neue Unis, mehr Lehrer, von mir aus Elektroautos, ein “Internet der Dinge”(eine Art “Rohrpost”), was weiß ich. Dafür ein Ministerium einsparen oder auch zwei.
M.a.W.: Demand-Side-Dudes ja, aber der “richtige Demand”.
Gruß, Gojko.
@L.H.Osswald
Party, wie Marc Faber es sieht (17.10.2008):
http://www.news.com.au/dailytelegraph/story/0,22049,24506965-5014114,00.html
zum Thema Binnenkonsum:
Wenn wir das Geld bei WalMart ausgeben, geht es nach China.
Wenn wir es an der Tankstelle ausgeben, geht es nach Arabien.
Kauft Computer, und das Geld geht nach Indien.
Früchte und Gemüse, und Mittelamerika profitiert.
Kauft ein gutes Auto, und das Geld geht nach Deutschland.
Und wenn unsinniger Mist gekauft wird, geht das Geld nach Taiwan, und die amerikanische Konjunktur profitiert davon nicht. Der einzige Weg, um Geld im Land zu lassen, sind Nutten und Bier “since these are the only products still produced in US”
Marc Faber: “I’ve been doing my part”
Also, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger:
leitet das Geld nicht an die osteuropäischen Gastarbeiterinnen in gewissen Stadtteilen. Macht es selber, und macht es mit: die Dinger werden auch in Inland produziert.
@gojiko:
Schulen und Bildung sind richtig. Sagt auch der DGB.
Elektroauto: genau der richtige Vorschlag. Bosch, Siemens,Daimler.
Schnelles Internet: ganz genau richtig. ADVA Optical.
ebook reader: Geld geht nach Taiwan.
Handy: Geld geht nach Finland/China. Leider. Fehler von Siemens.
Und Riesenräder: vielleicht Thyssen ?
Schulen und Bildung:
Liebe Lehrer und Professoren,
bitte keine Volvo oder Saab. Und keine Öko-Wolle aus Neuseeland. Und Urlaub auf Rügen oder im Allgäu. Auch wenn dort die Umsatzsteuer auf´s Hotel zu hoch ist.
@gojiko/@staph.aureus
Leider zu spät.
Game over.
http://assets.panda.org/downloads/living_planet_report_2008.pdf
Meine Meinung hierzu :
http://otaku1612.wordpress.com/2008/10/29/endgame-nun-aber-wirklich/
Have fun
Otaku
@staph.aureus #36+#37
Was Du hier einforderst , nennt sich Merkantilismus.
War mal ne Riesennummer, im 18. Jahrhundert.
Aber man soll nicht spotten: seinerzeit gings uns wenigstens noch richtig gut.
@Frankie Bernankie #39
Genau, und der groesste Merkantilist war F.W. I von Preussen (Soldatenkoenig).
Er hinterliess seinem Sohn Fritz II, eine prall gefuellte Staatskasse mit der der alte Fritz den 7jaehrigen Krieg cash finanzieren konnte.
(Naja, die Steuern musste er schon ein bischen erhoehen)
ein “Internet der Dinge”(eine Art “Rohrpost”), was weiß ich. Dafür ein Ministerium einsparen oder auch zwei.
http://www.cargocap.de/
will aber niemand bauen… müssen es wohl erst die Chinesen oder Inder machen…
@Soldatenkeonig
“Genau, und der groesste Merkantilist war F.W. I von Preussen (Soldatenkoenig). Er hinterliess seinem Sohn Fritz II, eine prall gefuellte Staatskasse…”
Nein, F.W. I war eine grosse Figur des 18. Jahrhunderts , aber kein grosser Merkantilist.
Die grössten Merkantilisten waren die Franzosen, Engländer und Spanier, in personae der französische Finanzminister Colbert, Ludwig der XIV, Robert Walpole, die spanischen Felipes.
Der größte preussische Merkantilist war Fritze II. , ob der eine prall gefüllte Staatskasse hinterlassen hat, weiss ich nicht.
Marc Faber empfiehlt:
“The only way to keep that money here at home is to spend it on prostitutes and beer, since these are the only products still produced in US.”
ok laßt uns die Volkswirtschaft retten…ich bin dabei..
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/WWF_climate_change_science_paper_deutsch_final_01.pdf
hier was leckeres zum Lunch
off topic mehr zum grossen thema peak Mensch…
@ Freddie Bernankie #43
Das ist eine Frage der Wichtung. Allgemein wird unter Merkantilismus eine durch massive Staatseingriffe in die Wirtschaft gekennzeichnete Wirtschaftspolitik verstanden.
(Für mich ist derjenige der Groesste, der dies am perfektesten realisiert hat – und das war Friedrich Wilhelm I)
Der alte Fritz hat “nur ” das verfeinert, was ihm sein Papa hinterlassen hat.
Interessant ist auch im Hinblick auf die heutige Zeit, daß FW I von seinem Vater F I einen völlig maroden und verschuldeten Staat übernommen und diesen innerhalb von ca. 25 Jahren zu einem modernen und SOLVENTEN Staat geformt hat.
(OK- unter permanenten Einsatz seines Krückstocks)
Literaturempfehlung
Sehr faktenreich und amüsant zu lesen:
Wolfgang Venohr : Der Soldatenkönig – Revolutionär auf dem Thron
@otaku
Game Over ? Sei kein Spielverderber. Jetzt wird erstmal gespielt:
DSDSDSD Deutschland sucht den SuperDemandSideDude
Game over kommt erst später.
Nach game over: please insert coin.
Dann geht das Spiel von vorne los.
@LH Oswald und alle besten Papi´s der Welt:
aufpassen, “Use condoms, funny commercial”:
http://de.youtube.com/watch?v=luZ_-E0PlXs&feature=related
@Frankie Bernankie:
Merkantilismus: “Allgemein wird unter Merkantilismus eine durch massive Staatseingriffe in die Wirtschaft gekennzeichnete Wirtschaftspolitik verstanden.”
Ob wir alle im Lauf der Jahrzehnte betriebsblind geworden sind ?
Merkantilismus ist doch die hiesige Wirtschaftsform. Sind denn unsere vielfältigen Steuern, Abgaben und Regelungsnormen nicht alltägliche massive Staatseingriffe ?
In seeligen biblischen Zeiten sorgte der Mensch für sich und seine Familie, und der Staat war mit dem “Zehnten” zufrieden.
Pecunia non olet: und munter wurden immer neue Steuern erfunden, und auch wieder abgeschafft. Mahlsteuer, Schlachtsteuer, Hockersteuer, Strassenreinigungsgebühr, …
alles subtile Formen des Merkantilismus, die alle irgendwelche Arbeitsplätze schaffen in einer Welt, die nicht mehr ausschliesslich auf “Jäger und Sammler” angewiesen ist.
Und zu Preussen und der vollen Staatskasse: gleichgültig wie voll die Staatskasse war. Ab 1871 bis 1876 wurde eine Währungsreform durchgeführt. Nicht schlagartig, sondern in mehreren Einzelschritten. Aus einem Handelsraum mit vielen kleinen Ländern und mehreren parallelen Währungen wurde ein Binnenraum mit einer Währung. Banken wurden grösser oder gingen unter. Die Bevölkerungsmassen wurden mit Sozialgesetzen beruhigt.
Diese Währungsreform wurde im norddeutschen Geltungsbereich des preussischen Talers als Entwertung empfunden. Besitzer der süddeutschen Gulden sahen das anders.
Mark Twain soll gesagt haben: Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Ab 15.11. wird die Welt vermutlich neue Reime hören.
@ Leffe
” Mein Wunschthema für die Zukunft wäre eine Beleuchtung des Zusammenhangs zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft. ”
na dann lies mal das hier
http://www.shaker-media.de/shop/978-3-940459-22-0
danach siehst Du klarer
@staph.aureus #47
//Und zu Preussen und der vollen Staatskasse: gleichgültig wie voll die Staatskasse war. Ab 1871 bis 1876 wurde eine Währungsreform durchgeführt ….
Tja, Deutschland war eben zu gross für Preussen. Haben die letzten Könige auch gewusst bzw. instiktiv geahnt. Der eine hat die Kaiserkrone als Reif aus Dreck und Lettern zurückgewiesen, der andere hat beim Aufsetzen geheult.
//Ob wir alle im Lauf der Jahrzehnte betriebsblind geworden sind ?
Merkantilismus ist doch die hiesige Wirtschaftsform.
Da gebe ich Ihnen völlig recht. Nur unsere “Merkelantisten” sind auf Grund der Architektur der parlametarischen Demokratie nicht der Weizen sondern die Spreu.
Tatsache aber ist, dass genau die Geldmengenerweiterung der Motor für die rasante weltweite Entwicklung der letzten 40 Jahre war?
Wenn inzwischen heute sogar eine geldmengenexplosion als etwas angeblich ökonomisch sinnvolles interpretiert wird, dann veranlasst mich diese völlig neue these zu einigem nachdenken.
Weil nichts in unserer kapitalistischen auf kredit/tilgung beruhenden wirtschaft netto, also einzeln existieren kann,ist logischerweise alles zweimal vorhanden.
eine einzahlung ermöglicht eine auszahlung, eine einnahme eine auszahlung, der schuldner hat seinen gläubiger, ein guthaben ist immer so hoch wie eine dagegenstehende schuld.
Damit ich bei meiner analyse nicht den faden verliere….
also, es ergibt sich daraus selbstverständlich, dass auch unsere gemeinsamen staatsschulden zweimal gebucht sind. Unsere gemeinsamen schulden entsprechen unserem gemeinsamen guthaben.
Daraus ergibt sich zwingend, dass die virtuelle geldmengenexplosion als guthaben ohne tatsächliche deckung durch eine entsprechende wirtschaftsleistung nach den unbarmherzigen gesetzen der ökonomie genauso virtuelle guthaben geschaffen hat.
Im prinzip und auch de facto und dejure nichts also nichts außer einer illusion.
Was nun????
@staph.aureus
Merkantilismus: “Allgemein wird unter Merkantilismus eine durch massive Staatseingriffe in die Wirtschaft gekennzeichnete Wirtschaftspolitik verstanden.”
Ich hab das nicht gesagt, da leg ich jetzt schon Wert drauf,das war der verehrte Kollege Soldatenkoenig.
Ich stimme dieser Definition auch nicht zu, denn unter Merkantilismus versteht man vielmehr das immerwährende Streben von Nationalstaaten nach einem Aussenhandelsüberschuss. Man betrachtete das Welthandelsvolumen als konstant, was bedeutete , daß man sein Handelsvolumen nur erhöhen könne wenn man es anderen Staaten wegnimmt.
Deshalb auch die vielen Kriege und überhaupt das ganze Raubstaatentum in dieser Zeit.
Im 19. Jahrhundert waren schon längst Hume, Ricardo und vor allem Smith über den Merkantilismus hinwegmarschiert.
@LeeHarveyOSWALD #31
>”viel interessanter ist der Bail Out für Osteuropa + PIGS + Türkei+Argentinien+Pakistan+Island”
Argentinien gehört nicht in diese Aufzählung, da es den Anlegern einfach die leeren Taschen zeigt.
Ansonsten dient der “Bail Out” ja nicht den genannten Ländern, sondern deren Gläubigern in der “Ersten” Welt, ist also de facto ein umleiten von Steuergeldern an die “Reichen” mit dem Umweg “Dritte” Welt.
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@staph.aureus #47
> “In seeligen biblischen Zeiten sorgte der Mensch für sich und seine Familie, und der Staat war mit dem ‘Zehnten’ zufrieden.”
Mehr wäre bei der damaligen Produktivität wohl auch kaum herauszuholen gewesen.
Nur mal so zum Nachdenken: um den Grundbedarf an Waren herzustellen, genügt heute ein winziger Bruchteil der Bevölkerung. Um das Überleben des “Rests” zu sichern, gibt es vier prinzipielle Möglichkeiten:
1. die Arbeitenden geben “solidarisch” den überwiegenden Teil ihrer Produktion an die Bedürftigen ab,
2. die Gesellschaft “erfindet” genug unproduktive Tätigkeiten (z.B. Bürokratie, Anwälte), die von den Arbeitenden zwangsweise nachgefragt werden müssen,
3. der Staat holt sich über Steuern und Sozialabgaben einen Teil der Arbeitsleistung und verteilt sie,
4. die Bedürftigen “bedienen” sich selbst.
Die letzte Variante begünstigt dann wieder den Punkt zwei, Stichwort: private Wachdienste, Schmiede, Versicherungen.
@digo
da würde ich aber auf jeden Fall 5. bevorzugen!
http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen
@Digo
“Nur mal so zum Nachdenken: um den Grundbedarf an Waren herzustellen, genügt heute ein winziger Bruchteil der Bevölkerung. ”
Ich habe nachgedacht, scheitere aber schon am Begriff “Grundbedarf an Waren”. Ich kann diesen nicht qualifizieren und quantifizieren.
Kannst Du mir helfen?
@26
jeder Bauer der seine Ernte im voraus verkauft,
sichert sich schon selber dadurch ab, das er nur eine
bestimmte Menge seines Erntertrages verkauft.
Er käme sonst in Probleme die Menge zu liefern
und müsste das Produkt ( Ernte) womöglich teuer
zukaufen.
@hyperinflation #53
> “da würde ich aber auf jeden Fall 5. bevorzugen!”
Fürwahr, daß göttliches Manna in Form eines Grundeinkommens vom Himmel fällt, hatte ich glatt vergessen.
—–
@Frankie #54
> “Ich habe nachgedacht, scheitere aber schon am Begriff ‘Grundbedarf an Waren’. Ich kann diesen nicht qualifizieren und quantifizieren. Kannst Du mir helfen?”
‘Grundbedarf’ ist alles Lebens-notwendige, im wesentlichen: Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
Nun mag man sich vielleicht darüber streiten, ob die sprichwörtliche Schüssel Reis am Tag schon den Grundbedarf deckt, oder wieviele Designerschuhe es denn pro Jahr sein müssen, aber unter dem Strich sind bei Einsatz moderner Technologien weniger als 5% der Bevölkerung nötig, um das alles herzustellen.
Rechnen wir die über den Grundbedarf hinausgehenden Waren und Dienstleistungen dazu, dann kommen vielleicht weitere 10% der Bevölkerung in Lohn und Brot.
Die entscheidende Frage ist also, wie man diese “Leistungsträger der Nation” dazu bringt, den größten Teil ihres Arbeitsertrages abzugeben…
#Masterofdisaster
That’s it. Als langjähriger Beobachter kann ich nur beipflichten: Kein schlauer Bauer (die gibt’s übrigens des Öfteren) verkauft seine Ernte komplett zum Erntetermin. Abwarten und kassieren ist das allgemeingültige Credo.
Übertragen heißt das, dass die einbrechende Quote der ‘Letter of credits’ mit Verzögerung (Januar ? ) der ‘Globalismus Bauer’ -das ist der internationale Warentransfer- uns gnadenlos treffen wird.
@digo
“Grundbedarf an Waren”
Also z.B. Automobil ist demzufolge kein Grundbedarf, und Waschmaschine auch nicht, seh ich das richtig?
Kanalisation?
Aspirin?
Agrumen-Verzehr im Winter?
HiFi? oder Opernbesuch?
Wergwerfwindel?
Internet?
Ich bin noch nicht so richtig schlau geworden mit dem “Grundbedarf”.
@digo
Respekt! man merkt die intensive Beschäftigung mit der Thematik
(eine ms?) und völlig vorurteilsfreie Reflexe …
deswegen ist mir auch überhaupt nicht Bange das die wenigen die auf Grund von Automatisierung noch Arbeit haben können,
mit links den Rest versorgen …
Blühende Landschaften …
und Ihr Geld ist sicher (O-Ton Duo Inferal)
schließlich ist das Geldsystem wie oft schon zwangsweise kollabiert?
Und keine Sorge wenn man gedanklich zum Thema Arbeit/Besteuerungsgrundlagen immer
noch Ende des 18ten Jahrhunderts feststeckt, ist man ja in guter Gesellschaft von Politikern&Beamtendenke
https://www.grundeinkommen.de/18/08/2008/gespraech-goetz-werner-zum-bedinglosen-grundeinkommen-bge.html#comment-617
…
Werner: Sie machen mit dieser Frage ein großes Fass auf. Wir müssen grundsätzlich an unseren Kapital- und Eigentumsbegriff ran.
Grundsätzlich gilt: Kapital kommt vom lateinischen Wort “caput” und meint “Haupt” oder “Kopf”. Angemessen übersetzt ist damit also eine Fähigkeitenakkumulation gemeint. Kapital bzw. Geld ist ja nur der äußere Ausdruck der Fähigkeit, mir die Leistungen anderer verfügbar zu
machen. Tue ich das, um sie zu konsumieren, sind darauf Steuern zu zahlen. Tue ich das aber, um damit Güter und Dienstleistungen wieder für andere Menschen herzustellen, dann sollte dies unbelastet bleiben,
denn ich tue es immer realwirtschaftlich für andere. Das aber nur unter der Voraussetzung, dass ich wirklich investiere, um damit etwas zu produzieren, und nicht das Geld ohne realwirtschaftliche Investition an den Börsen vagabundieren zu lassen. Die Börsen haben zwar ihre Funktion in der Kapitalallokation, die jüngsten Entwicklungen an den Börsen lassen jedoch zunehmend die Frage aufkommen, ob diese nicht auf andere Weise besser organisiert werden müssten. Und diese negativen Funktionen der Börsen würden ein BGE und
die Mehrwertsteuer endlich richtig deutlich werden lassen.
…
@Frankie #58
> “Also z.B. Automobil ist demzufolge kein Grundbedarf, und Waschmaschine auch nicht, seh ich das richtig?”
> “Kanalisation? Aspirin? Agrumen-Verzehr im Winter? HiFi? oder Opernbesuch? Wergwerfwindel? Internet?”
Fällt nicht unter Grundbedarf, da verzichtbar.
Warte es einfach ab. Wenn sich die Rezession so entwickelt, wie einige an die Wand malen, dann schält sich schnell heraus, welche Waren zum Grundbedarf gehören.
–
@hyperinflation #59
> “Respekt! man merkt die intensive Beschäftigung mit der Thematik (eine ms?) und völlig vorurteilsfreie Reflexe …”
Das Thema ist mir keineswegs neu.
> “deswegen ist mir auch überhaupt nicht Bange das die wenigen die auf Grund von Automatisierung noch Arbeit haben können, mit links den Rest versorgen …”
Warum sollten sie das tun?
Mit welcher Begründung willst Du diese Minderheit dazu zwingen, all die “Faulenzer” mit durchzufüttern?
> “Werner: Sie machen mit dieser Frage ein großes Fass auf. Wir müssen grundsätzlich an unseren Kapital- und Eigentumsbegriff ran.”
Das bringt überhaupt nichts, denn der springende Punkt ist nicht das Kapital (das kann man übrigens nur einmal “verkonsumieren”), sondern die mit Hilfe dieses Kapitals erzeugten Produkte.
Denn selbst wenn man das Produktivkapital verstaatlichen würde, bliebe – zumindest auf dem gegenwärtigen Stand der Technologie – immer noch das Problem, wie man eine bestimmte Anzahl Menschen dazu bringt, sich die Finger “dreckig” zu machen, während der Nachbar in der Sonne liegt.