Die nackte Wahrheit in 11:06 Minuten

von weissgarnix am 24. Oktober 2008

Melde mich zurück aus Madeira, wo ich die letzten 7 Tage in einer Art Paralleluniversum zubrachte. Von Finanzkrise nämlich keine Spur, was nicht zuletzt daran lag, dass mein Blackberry zwar permanent “3G”-Netzqualität signalisierte, ich aber dennoch partout keine Internetverbindung herstellen konnte. Fernseher gab es in meinem Ferienhaus auf der Hochebene auch keinen, und die deutschen Zeitungen wollte ich mir ohnehin ersparen. Daher: hear no Finanzkrise, see no Finanzkrise, speak no Finanzkrise … hach, das Leben kann so wunderbar sein.

Kaum zurück, stieß ich bei der Abarbeitung des in 7 Tagen aufgestauten Googelns auf diesen kurzen  Clip von unserem Oskar. Und nicht, dass ich bei meinem Comeback ausgerechnet was von ihm oder seinen linken Compagneros bringen wollte. Aber besser kann man in 11 Minuten und ein paar Zerquetschten meiner Meinung nach einfach nicht zu Protokoll geben, wo den Hund die Flöhe jucken:

{ 247 Kommentare… Lesen Sie sie nachfolgend oder schreiben Sie einen }

1 Christian Wagner Oktober 24, 2008 um 11:36

Diese Rede kann ich zu 98% unterschreiben….ich hoffe nur, dass es nächstes Jahr bei der Wahl so richtig kracht!

2 OswaldSpengler Oktober 24, 2008 um 11:39

heute:Toba Event – schwarzer Freitag

PS: omg bald können wir hier das Banner der Arbeiter- und Bauernpartei einbinden…:-)

3 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 12:08

Nehmt den Reichen und gebt den Armen, das ist die Grundregel von Oskar & Co.

Leider gibt es dabei ein paar kleine Probleme:
-wir haben in D wenige Reiche und noch weniger Superreiche:
die sind in Mehrzahl ansässig in anderen Gebietes dieses Planeten

- daher wird man in der Mittelschicht abräumen, die ohnehin durch Steuerprogression gebeutelt wird. Der Handwerksmeister mit drei Angestellten wird zum Klassenfeind.

- “wackelige” Betriebe werden zu volkseigenen Betrieben. Damit werden Projektentwicklungen nicht mehr von Vorständen, sondern von Planungsabteilungen in Ministerien beschlossen. Funktioniert bestens, siehe Trabant-Produktion in Zwickau.

- Hausbesitzer werden keine Probleme mehr mit Hypotheken haben, weil sie die Häuser “freiwillig” an kommunale Hausverwaltungen übertragen. Klappt auch gut, und lässt der nächsten Generation viel Arbeit, die dann den Sanierungsstau beseitigen darf / muss.

- Renten sind sicher. Auch die Kaufkraft ist sicher. Unsicher ist lediglich, was in den Regalen steht.

- und Nacktscanner werden überflüssig. Stattdessen liegen alle in sozialistischer Gleichheit am Ostseestrand.

Viva la Rewolussion, Viva Oscar …

4 Christian Wagner Oktober 24, 2008 um 12:18

@staph.aureus

Bullshit! Nicht der Handwerksmeister wird zum Klassenfeind, sondern die paar wenige Großkapitalisten nebst ihren angestellten Vorständen, die meinen, die anderen sollen Wasser trinken und sie selbst Wein.
Immer dieses Gerede von Sozialismus und Kommunismus. VEB läuft dagegen gerade in USA!

5 weissgarnix Oktober 24, 2008 um 12:22

@staph.aureus

>Nehmt den Reichen und gebt den Armen, das ist die Grundregel von Oskar & Co.

Guter Einwand. Daher bin ich sub summa nach wie vor skeptisch hinsichtlich der Linken. Aber das schmälert ja nicht die Qualität des lafontainschen Vortrags im Link.

Zudem: Oskar und Co. vertreten ihre teils krassen Positionen ja als Opposition, nicht als Regierungspartei. Insoferne ist wohl davon auszugehen, dass sie sich also solche auch an einigen Stellen durchaus zurücknehmen müßten, und damit wären sie – zumindest für mich – dann eine durchaus akzeptable Alternative.

Der Wert von Lafontaine und Co. liegt meiner Meinung nach ohnehin nicht in ihrem Programm, sondern – ich schrieb es früher schon mal in einem recht langen Beitrag – in ihrer Funktion als Korrektiv für die beiden anderen Volksparteien.

6 Weltenbrand Oktober 24, 2008 um 12:24

There will be blood!

7 DkU Oktober 24, 2008 um 12:29

@ staph.aureus:

Es soll noch viel besser werden.

Diese Rede ist ja nur Populismus, auch wenn der Millionär hier recht hat. Sie hätte genauso von einem “Pösen Neonazi” gehalten werden können.

Der Wahrheit ist es schließlich egal wer sie ausspricht!

Das Ziel ist doch eine EUdssr im weiteren Sinne. Ein Staatsmoloch der die gesamte EU umfasst, und später mit anderen “Gemeinschaften” zu einem Weltstaat aufgebläht werden soll. Die Abschaffung der Nationalstaaten zugunsten einer Einheitswelt mit nicht mehr der Notwendigkeit einer wie auch immer gearteten “Demokratie”. Herrschaft der “Weltelite”, wie schon anno 1925 Coudenhove-Kalergi in “Praktischer Idealismus”, einem “Werk” zu “Paneuropa” beschrieb.

http://www.file-upload.net/download-1202982/PraktischerIdealismus.pdf.html

Dafür wurde diese Krise inszeniert.

Ordo ab chao! (Steht schon auf deinem grünen Klopapier)

Jaja, Verschwörungstheorie…, jaja. Die “Finanzkrise” ist vor 2 Jahren auch eine solche gewesen.

8 Reinhard Oktober 24, 2008 um 12:32

“in ihrer Funktion als Korrektiv für die beiden anderen Volksparteien.”

Ich mag die populistische Art und Weise der Herrn Lafontaine nun überhaupt nicht. Vor allem, da auch er selbst zur Gattung “Wasser predigen und Wein saufen!” zählt. Und der Anteil von inkompetenten Sesselfurzern ist in der Links-Partei min. genauso hoch wie bei allen anderen Parteien.

Dennoch werde ich nächstes Jahr mit verkniffenem Gesicht und knirschenden Zähnen mein Kreuzchen bei der Links-Partei machen. Weil ich es schlicht und einfach noch weniger fertig bringe, den Stift auch nur in die Nähe des Feldes der anderen Parteien zu bringen. Deutschland braucht so dringend eine laute, lärmende und unverschämte Opposition, damit die Regierung GEZWUNGEN wird, sich vernünftig (!) mit den drängenden Problemen auseinanderzusetzen, anstatt mit ein wenig Kosmetik und oberflächlichen Symbolaktionen den Schein zu wahren.

9 SUCRAM Oktober 24, 2008 um 12:33

@weissgarnix …welcome to reality.

“Der Wert von Lafontaine und Co. liegt meiner Meinung nach ohnehin nicht in ihrem Programm, sondern – ich schrieb es früher schon mal in einem recht langen Beitrag – in ihrer Funktion als Korrektiv für die beiden anderen Volksparteien.”

Deshalb sollten wir auch alle hoffen, dass sie schön in der Opposition bleiben und nicht in irgendeiner Koalition absorbiert und völlig neutralisiert werden.

Gruss

10 J.Kramer Oktober 24, 2008 um 12:42

So wie ich die PDS verstanden habe, sind die nicht gegen den Handwerksmeister. Den wollen die sogar eher stärker machen, ist er doch genauso Opfer der Großkonzerne wie der kleine Arbeiter und Angestellte

Das, was die Großen machen an Auslagerung, Fake-Gewerkschaften, Steuer”"optimierung” etc.pp., kann der kleine Handwerker nun mal nicht. Der investiert eher in seinen Betrieb, während die Großen am Roulettetisch sitzen und die Lohneinsparungen verzocken.

11 hyperinflation Oktober 24, 2008 um 12:45

Also, wenn ackermann bezogen auf seine bilanz als kenngröße ca. 0,25% gewinn erwirtschaftet, dann sind dies auf sein eigenkapital von 1% genau seine von jedermann verteufelten 25% eigenkapitalrendite.
Natürlich ist mir bewusst, das es eine rendite bezogen auf eine bilanzgröße faktisch nicht gibt.

trotzdem ist dieser vergleich gut, denn er zeigt, dass hier eine progromstimmung erzeugt werden kann, weil die bereits auf den strassen rasenden massen mit nichts als blödsinn gefüttert werden.

12 Christian Wagner Oktober 24, 2008 um 12:51

” Also, wenn ackermann bezogen auf seine bilanz als kenngröße ca. 0,25% gewinn erwirtschaftet, dann sind dies auf sein eigenkapital von 1% genau seine von jedermann verteufelten 25% eigenkapitalrendite.
Natürlich ist mir bewusst, das es eine rendite bezogen auf eine bilanzgröße faktisch nicht gibt.

trotzdem ist dieser vergleich gut, denn er zeigt, dass hier eine progromstimmung erzeugt werden kann, weil die bereits auf den strassen rasenden massen mit nichts als blödsinn gefüttert werden.”

Nein, das hat nichts mit Progromstimmung zu tun. Ob Bank oder Automobilzulieferer, bei beiden Gesellschaften haste diesen Bilanzteiler bzw. dann hieraus die EK-Rendite – und beides ist ne Frechheit. Bei ner EK-Rendite von 25% zB bei Stihl wär die Hölle los – ginge auch gar nicht, außer die Mitarbeiter würden Geld in die Firma mitbringen….nur ne Bank kann das – und das deshalb, weil sie ein Schneeballsystem betrieben hat.

13 equityshark Oktober 24, 2008 um 13:03

@ christian wagner

“Bei ner EK-Rendite von 25% zB bei Stihl wär die Hölle los – ginge auch gar nicht, außer die Mitarbeiter würden Geld in die Firma mitbringen….nur ne Bank kann das – und das deshalb, weil sie ein Schneeballsystem betrieben hat.”

na da staun ich aber! fast alle DAX 30 Unternehmen weisen in ihren Geschäftsberichten EK Renditen von 25% und mehr aus, die Energieunternehmen unison > 30%!

welcome to reality ;-)

14 PeterJ Oktober 24, 2008 um 13:08

Na ja, dDann doch erst mal ein herzliches Grüß Gott, wir haben Dich zwar vermißt, aber f.luebberding hat Dich als Beitragsschreiber und Blog Manager exzellent vertreten.
Beim Zurückkehren vom Paralleluniversum frage ich mich immer, ob wir nicht einer Realitätsverzerrung zum Opfer fallen, wenn wir sagen jetzt sind wir zurück im “Richtigen”.

15 Nanuk Oktober 24, 2008 um 13:24

“Beim Zurückkehren vom Paralleluniversum frage ich mich immer, ob wir nicht einer Realitätsverzerrung zum Opfer fallen, wenn wir sagen jetzt sind wir zurück im “Richtigen”

Ich sach doch immer Realität ist das was ich wahrnehmen.
Die Welt ist nur meine Vorstellung!
Realität gibt es garnüscht…

16 Chefarztfrau Oktober 24, 2008 um 13:28

Tja, die Linke …

Oskar-Kassandras Analyse ist brillant. Allein mit einem tauglichen Gegenentwurf hapert es. Da eine Regierungsbeteiligung auf Bundesebene aber eh’ erst in ferner Zukunft relevant wird, können die Leute sich viel Zeit lassen. Zur Korrektiv-Wahl drängt sich die Bande allerdings auf …

@ Christian Wagner: Derzeit sieht es immer noch so aus, dass die Wähler bei ökonomischer Gefahr konservativ wählen – weil die verstehen was vom Geld, ne? Zdf-Politbarometer http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/411324?inPopup=true

17 hyperinflation Oktober 24, 2008 um 13:32

Was mir nicht ganz klar ist warum überall an den Symptomen herumgedocktert wird und keiner den Mut hat ganze Systeme (oder zumindest große Bereiche daraus) in Frage zu stellen?

Diesbzüglich auch unverständlich auch das es scheinbar nur um Kapitalismus/Sozialismus geht und sich keiner vorstellen kann das es da noch ganz andere Wege geben könnte?

Mir ist nicht bekannt in weit Ihr euch mit der Thematik Arbeit/Einkommen und die Besteuerrung von menschlicher Arbeit, welche sinnvoller Weise immer weniger wird, bereits beschäftigt habt.

Wenn das Einkommen unmittelbar mit Arbeit verbunden wäre,
dann müssten die Maschinen die meisten Einkommen erhalten.
Es ist aber so, dass die Menschen, deren Arbeit sie übernehmen,
weiterhin ein Einkommen brauchen.

Teuer ist menschliche Arbeit, weil Menschen ein Einkommen brauchen und weil auf ihre Arbeit die Steuer erhoben wird.

Die Initiative anderer ist es, von der ich etwas habe.
Initiative aber kann ich nicht kaufen, sondern nur ermöglichen!

Wir haben ja eine total absurde Situation:
Zum einen zuviel Geld und Produktionsüberkapazitäten
fast überall… Zum anderen eine riesige Arbeitslosigkeit und unglaublich viele ungelöste Aufgaben.

18 otaku Oktober 24, 2008 um 13:45

@wgn
Kleine Notiz am Rande : Manchr muss mit sehr kleiner Geschwindigkeit durch Netz. Video geht da gar nicht. Also Transkription mitliefern, oder ganz weglassen. Weil aus den Kommentaren den Inhalt, geht gar nicht. Nur so als Idee und Hinweis.

Mfg
Otaku

19 Nanuk Oktober 24, 2008 um 13:55

@otaku
Kein dsl in Lapppland???

http://farm4.static.flickr.com/3051/2875310158_0cd1475da1.jpg

Wie hat der dann sein Bild hochgeladen?
Es reden wieder alle von Bodenbildung und Value Investment so wird das nix Jungs…

20 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 13:56

In die Hosen hat er sich geschissen, der Oskar. Als er verantwortlich war. Und im Berliner Senat war es nicht besser mit der SED/PDS/Linkspartei.

Gekniffen hat er vor der Verantwortung. Und er wird wieder kneifen

Er kann reden, nicht gestalten.

Und um gegen die Pogromstimmung zu reden, eine Rechnung:

Handwerksmeister, 3 angestellte Fach-Gesellen.
Investiertes Betriebskapital: EUR 80.000, davon 40.000 Kredit
Jahreseinkomme Geselle: EUR 30.000
Gewinn des Handwerkbetriebes v.St: EUR 60.000

Kalkulatorischer Unternehmerlohn: EUR 40.000

betrieblicher Gewinn somit: EUR 20.000

damit hat der Handwerksmeister eine Eigenkapitalrendite von 50 Prozent. Und ein entsprechendes Betriebsrisiko.

“Und wie ich die PDS verstanden habe, sind die nicht gegen die Handwerksmeister”… : abwarten ! der Sozialismus braucht zur “Blüte” etwas Zeit. Das hat nach 1949 auch einige Jahre gedauert.

Und so gesehen, sehe ich “blühende” Landschaften für D.

21 Nanuk Oktober 24, 2008 um 13:58

@staph.aureus

Angst jemand könnte fragen was du dazu beigetragen hast das es so viele Arme gibt?

22 Newbie Oktober 24, 2008 um 14:10

“als Korrektiv für die beiden anderen Volksparteien.”

Sorry, aber deine politischen Äußerungen sind zu 99% für die Tonne!

Der gewaltige Linksruck in der Parteienlandschaft hat viele unserer heutigen Probleme erst verursacht und da soll nun ausgerechnet ein von Kommunisten/Linksextremisten beherrschter Haufen als Korrektiv dienen?!

Ich fasse es nicht, doch die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger ja bekanntlich selber…

23 H. K. Hammersen Oktober 24, 2008 um 14:18

Daß selbst gut informierte wie WSGNX beginnen, den Linken auf den Leim zu gehen, stimmt mich bedenklich. Solange die Märkte die Informationen liefern, die die Mehrheit höhen wollen, sind fast alle Marktliberale. Sagen die Märkte aber etwas, was der Mehrheit nicht gefällt, wird die Marktwirtschaft verteufelt. Und im Moment geben die Märkte doch eine ganz klare Meinung über das Wirtschaftsgebaren der Mehrheit ab und korrigieren die Erwartungen, daß leistungsfreies Einkommen möglich ist. Und die Märkte geben auch ganz klar eine Antwort auf die Reaktion der Politik. Kurzer Blick auf die Börsenindizes genügt.
Wer sich darüber beschwert, daß Einkommen immer mehr in Richtung Kapitalbesitzer geht, sollte dafür sorgen, daß mehr Menschen Kapitalbesitzer sind. Wer aber lieber konsumiert anstatt Kapitalbesitzer zu werden, sollte sich nicht beschweren. Und wer als Sparer auf seinen Bank”berater”, der selber kein Kapital besitzt, hört, nur um sich nicht mit der vermeintlich langweiligen Materie der Kapitalbildung beschäftigen zu müssen, darf sich ebenfalls nicht beschweren.
Und die ach so zu kurz gekommenen Arbeitnehmer und Transferleistungsempänger. Niemand in D ist gezwungen zu – seiner Meinung nach – Dumpinglöhnen zu arbeiten. Sein Überleben ist auf jeden Fall gesichert. Ganz anders als in vielen anderen Ländern dieser Erde.

24 Nanuk Oktober 24, 2008 um 14:19

Der gewaltige Linksruck in der Parteienlandschaft hat viele unserer heutigen Probleme erst verursacht und da soll nun ausgerechnet ein von Kommunisten/Linksextremisten beherrschter Haufen als Korrektiv dienen?!

Ich bin Stock Konservativ von linksruck habe ich in Deutschland nix gemerkt?Vieleicht mal öfter zuhören was die alten uns mit auf den Weg gegeben haben. Bücher lesen hilft ungemein um nicht auf jeden Medialen und Politiker nonsense reinzufallen.

25 Exit Oktober 24, 2008 um 14:21

@Newbie

“Der gewaltige Linksruck in der Parteienlandschaft hat viele unserer heutigen Probleme erst verursacht und da soll nun ausgerechnet ein von Kommunisten/Linksextremisten beherrschter Haufen als Korrektiv dienen?!”

Lebst du in Nordkorea oder in der Klapse?

26 Newbie Oktober 24, 2008 um 14:28

@Exit

Geh’ zurück in deinen Antifa-Kindergarten und nimm’ den Pseudo-Konservativen Nanuk gleich mit…

27 Nanuk Oktober 24, 2008 um 14:30

“Geh’ zurück in deinen Antifa-Kindergarten und nimm’ den Pseudo-Konservativen Nanuk gleich mit…”

Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder angetan habt,
das habt ihr mir getan!
Matthäus 25,40

ups…

28 otaku Oktober 24, 2008 um 14:36

@nanuk( OffTopic )
Meistens sogar Glasfaser mit 100 MB/s ABER : Ich hier ganz weit draußen nicht mal Festnetz nur per EDGE im Netz. Solltest du 80.000 SEK übrig habe, ich nehme eine Investitionsanleihe für Glasfaser gerne auf. Soviel wollen die “#¤!”#¤ ( zensiert ) von Telia für 12 KM Leitung. BTW : Die meisten Sami und ich auch finden Lappland zu sagen ziemlich daneben… Das heißt Sapmi. Ich nenne dich ja auch nicht mehr Fritz oder Kraut… ( Das das bei den Schweden noch nicht angekommen ist , nun ja Historie )

Und das Bild ist nicht mal witzig. Ich kann dich ja such mal…
Aber da ich davon ausgehe das du weiblich bist , hast du gewisse Freiheiten…. ( Man könnte auch sagen Weiber nehme ich nur eingeschränkt ernst.. )

Have fun
Otaku

29 Nanuk Oktober 24, 2008 um 14:43

Otaku
Relax war doch nur ein Witz.
Das Bild ist im Nationalpark aufgenommen der hat da einfach so gesessen ohne Gewalt anwendung.Tja Bären verhalten sich auch nicht Politisch korrekt…
Wo soll das noch enden?
80.000
Wieviele Kunden?

30 staph.ylococcus Oktober 24, 2008 um 14:48

“Der Linksruck ist Schuld an der Krise, das liegt doch auf der Hand. Also eigentlich die Kommunisten. 1949. Oder so…”

Ein Hoch auf die ideologisch Gefestigten!

31 OswaldSpengler Oktober 24, 2008 um 14:53

“Der gewaltige Linksruck in der Parteienlandschaft hat viele unserer heutigen Probleme erst verursacht”

Ich seh es kommen, jetzt sind wir Sozialisten für die Finanzkrise verantwortlich…lol

32 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 14:56

@Nanuk

Frage zurück, nicht zynisch gemeint: was sind Arme ?

In vielen Diskussionen wird eine relative Armutsdiskussion verwendet, z.B. Einkommen kleiner 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Problem dabei: egal wie reich die Gesellschaft wird, die Armut bleibt erhalten, weil sie eben eine rechnerische Armut ist.

Nehmen wir einen Bauern in einem Dorf auf Madeira: ist der arm ? Er hat soviel wie seine Dorfnachbarn auch, und kommt im Leben zurecht. Somit ist er relativ nicht arm.
Absolut hat er dagegen vielleicht weniger EUR zur Verfügung als ein Leistungsempfänger in Mannheim. Also ist der Bauer doch arm, und der Leistungsempfänger ?

Und da kann man treue Linkspartei-Wähler fragen: in der DDR gab es keine Armut. Es gab lediglich nichts zu kaufen als Lohn für seine Arbeit.

Und in einem älteren Infoheft zur Sozialhilfe schrieb damals der Minister: Sozialhilfe ist in D so gestaltet, daß sie vor Armut schützt. Es kommt immer auf den Blickwinkel an, wenn man auf der Suche nach dem Paradies ist.

Und da sind wir wieder bei Oskar, der die umlagefinanzierte Rente suupii findet: Umverteilung nicht nur von halbarm zu ganzarm, sondern auch von jung zu alt, und von fleissig zu weniger fleissig, gemessen an Wochenarbeitsstunden.

Wenn das nicht wäre, dann wären unsere deutschen Nettolöhne höher. Grosser Haushaltsposten im Bundesetat: Renter-Subventionen.

33 Unfassbar Oktober 24, 2008 um 15:01

@newbie
“Der gewaltige Linksruck in der Parteienlandschaft hat viele unserer heutigen Probleme erst verursacht[..]. ”

Aber davon abgesehen: Von welchen Problemen sprichst du eigentlich?

Die duemmsten Kaelber halten sich gelegentlich selbst fuer klug….

34 f.lübberding Oktober 24, 2008 um 15:10

Hammersen

“Wer sich darüber beschwert, daß Einkommen immer mehr in Richtung Kapitalbesitzer geht, sollte dafür sorgen, daß mehr Menschen Kapitalbesitzer sind.”

Das ist auch geschehen in den vergangenen Jahren. Sie werden sich jetzt aber wundern, die Kapitalbesitzer aus der Mittelschicht: Lebensversicherungen, Riesterrenten, Börsenfonds etc. Von dem ganzen anderen Derivatezeugs gar nicht zu reden … .

Natürlich erzählt Lafontaine nichts anderes als Weissgarnix oder ich – in der Analyse. Das kann man auch in den USA oder GB lesen. Nur was hat das mit links oder rechts zu tun? Nichts. Wenn es regnet, regnet es halt … . Nur hat der Mainstream in den Wirtschaftswissenschaften, der Politik und den Medien etwas anderes erzählt:

Nämlich es wird immer die Sonne scheinen. Selbst wenn es einmal regnen sollte. Nun tobt an den Märkten Kyrill … .

Der Finanzkapitalismus war ein idiotisches System – ähnlich der Tulpenblase in den Niederlanden. Bald wird sich jeder fragen, warum das überhaupt möglich gewesen ist … . Das hat nichts mit diesen ganzen Debatten über Markt etc. zu tun. Es ist eben irre auf die antzipierte Wertsteigerung einer Tulpe ein ganzes Haus zu wetten … . und auf diesen Mechanismus hat Lafontaine schon 1998 hingewiesen. Das muss man ihm einfach lassen. Und es ist doch schon verlogen, wenn ihm ausgerechnet die Leute, die nichts ändern wollten, jetzt vorwerfen, er habe nichts geändert … . Er war politisch-taktisch ungeschickt, das habe ich auch immer an ihn kritisiert, aber das ist ein anderes Thema.

35 bluedet Oktober 24, 2008 um 15:12

Jetzt muss ich auch noch die Linken wählen! Mann, ich trau dem bunten Haufen nicht. Aber was soll ich sonst tun? Beten, oder was? Nee,du. Es ist wirklich die Korrektivfunktion der Linken, damit endlich mal eine ruckartige Richtungsänderung bei den Etablierten Parteien stattfindet. Aber ganz ehrlich: Ich glaub das Parteivolk und die Masse unserer Abgeordneten sind zu dumm und zu feige dazu.

Mir graust es vor dem, was da noch hochkommen wird. Ich bekomme langsam das GEfühl, dass unser schönes, ordentliches, heiles, feistes und etwas gestresstes Land langsam aus dem Ordnungsrahmen zu kippen droht und Unordnung in unser Leben bringt!

Oskar scheint der Einzige zu sein, der Klartext redet. Er wird noch viel zu wenig gehört. Es ist seine Zeit! Nun könnte die SPD langsam aber sicher zur Splitterpartei werden. Es ist vielleicht notwendig, damit ein sozialeres System seine Chance bekommt und der Tanz um das goldene Kalb nicht wie in den letzten Jahren das faktische Gebaren politischen Handelns bleibt.

Nur – kann ein Staat seinen Wohlstand erhalten, wenn er nicht die “traiditionellen” Anforderungen der Finanzmärkte erfüllt, mittanzt und beispielsweise die Löhne und Transferleistungen nicht absenkt? Gerade diese Frage ist muss zur wichtigsten Frage politisch Denkender überhaupt werden .Ich bin mir bei Beantwortung dieser Frage nicht sicher.

Das Wettbewerbsmodell und das sozialere Modell “Mehr für alle” könnte im Ergebnis zum gleichen Resultat führen, nämlich dem Zusammenbruch des sozialen und wirtschaftlichen Systems.

Hier kristallisiert sich eine echte Glaubensfrage heraus.

Es ist furchtbar. Gerade die Finanzmärkte, die die Demokratie unterhöhlt haben, dominieren nun mehr denn je das Geschehen international und national. Auf eine gewisse Art ist sie durch ihre eigene Krise mächtiger geworden denn je. Jetzt ist sie wirklich zu einem angsterzeugendes Monster mutiert. Ihr wisst doch: Angst macht unfrei. Beobachtet nur mal, wie euch dieses Thema fesselt, sei es nun Gier, die der Angst sehr nahe steht, oder sei es aus Besorgnis um euch selbst oder unsere Gesellschaft.

36 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 15:13

an die hier mitlesenden “Sozialisten”:

habt ihr denn eine Krise ? Nur die bösen Kapitalisten haben eine Krise.

Als Sozialist ist man kein Kapitalbesitzer, braucht also kein Sparbuch. Aktien geht gar nicht…

Grundbesitz ist auch verdächtig, optimal ist Miete in einer genossenschaftlichen Wohnung, die man solidarisch-gemeinschaftlich selbst gemauert hat.

Arbeit, Essen, Kleidung: kann man in Tauschringen organisieren und spart damit die kapitalistische Umsatzsteuer.

Oder sehe ich das sozialistische Weltbild falsch, und die “Sozialisten” sind in Wahrheit doch kleine Kapitalisten ?
So wie Oskar ?

37 Nanuk Oktober 24, 2008 um 15:16

Frage zurück, nicht zynisch gemeint: was sind Arme ?

Arm sind alle die nicht ihr Leben aus eigener Kraft meistern können Rentner die nicht von ihrer Rente leben können das sind Arme und zum Leben gehört mehr als fressen und fernsehen.Aber das werden die Materialisten sowieso nicht verstehen egal welche Farbe sie haben…

“von fleissig zu weniger fleissig”
Jeder so wie er kann…
Menschen wollen etwas tun wie oft noch niemand kann nichts tun!!!
Versuche es setz dich hin in einen dunklen Raum und tue nichts!
Es wird dir nicht gelingen da wirst du nämlich ein Fall für die Psychiatrie.

Menschen kommen in Isolationshaft auf ganz komische Gedanken die fangen an sich imaginäre Freunde zu suchen oder malen mit den Finger bis sie blutig sind.Ist nicht lustig was man bei totaler Isolation und ohne Interaktion so alles anstellt.

38 bluedet Oktober 24, 2008 um 15:17

Jetzt aber mal ganz abgedreht!

Könnte es sein, dass gesellschaftliche STrukturen einem Alterungsprozess unterliegen, der zwangsläufig zum Kollaps/Tod des jeweiligen Systems führt? Die Geschichte jedenfalls liese sich durchaus als Beweis für diese These nehmen. Dann würde politisches Handeln nur noch den Sinn haben, dass eigene Sterben und das Sterben einer gesellschaftlichen Struktur hinauszuzögern.

39 Michael Oktober 24, 2008 um 15:26

Berufspolitiker eben. Schön, daß auch einer mal unbequeme Wahrheiten sagt. Sicher ist, daß diese Krise nicht so dramatisch ist, wie dargestellt. Es ist aber ein sehr schönes Signal an die sogenannten “Volksparteien” über Demokratie nachzudenken. Es ist eine hervorragende Gelegenheit darüber nachzudenken, warum sowohl SPD als auch CDU mit beeindruckender Penetranz die Meinung der Mehrheit überhört hat. Ich denke auch, die Wahlen 2009 werden höchst interessant.

So eine nette fette Rezession würde mit ziemlicher Sicherheit im politischen Deutschland auf Kopf stellen. Neue Gesichter braucht die Politik, insbesondere die der SPD, falls sie noch mal über die 5%-Hürde will. :-)

Was die Aktienmärkte anbetrifft, solche Turbulenzen in so einer kurzen Zeit sind wirklich rekordverdächtig. Kein Boden in Sicht. Seit der Lehman – Pleite eine ungeheure Talfahrt. S&P500 und die Teilmenge DOW, aber auch FTSE100 kurz vor Durchschlagen der Tiefs von 2003. Der Nikkei ist schon nach unten durchgerauscht.

Nix mehr mit €-Stärke, CHF, JPY und $ legen zu. Beim CHF hätte ich das für logisch gehalten, aber $ und JPY sind wohl implodierende carrys. Interessant auch die Pfundschwäche. Das darf man schon mal als Herausforderung bezeichnen.

40 Nanuk Oktober 24, 2008 um 15:37

Oder sehe ich das sozialistische Weltbild falsch, und die “Sozialisten” sind in Wahrheit doch kleine Kapitalisten ?
So wie Oskar ?

Ich bin kein Sozialist ich glaube nicht an Materialismuss und nachdem sich der Kapitalismuss als letzte Trotzburg des Materialismuss gerade selbst zerstört können wir ihn jetzt endlich beerdigen?
Ich Spende auch einen Blumenkranz. ;) Wie unökonomisch von mir…

41 equityshark Oktober 24, 2008 um 15:44

“Wer sich darüber beschwert, daß Einkommen immer mehr in Richtung Kapitalbesitzer geht, sollte dafür sorgen, daß mehr Menschen Kapitalbesitzer sind.”

na da schau’n wir doch mal wieder auf die Fakten

http://www.dai.de/internet/dai/dai-2-0.nsf/WebMaskenformeln/54EE87F3DF6D2F15C1256AE200565875/$FILE/Fb_08_3_Zahl_D.pdf?openElement

knapp 10 Mio (von ca 82 Mio Einwohnern) Deutsche besitzen Finanzprodukte, schlappe Minderheit, der mehrheit der Deutschen geht das was an der Börse passiert am A…. vorbei ;-)

42 hyperinflation Oktober 24, 2008 um 15:53

ach und und der Rest ist nicht betroffen?

dann ist ja alles Bestens

wo legen noch mal Banken und Versicherungen (und sogar die Rentenversicherungsträger wie kürzlich bekannt wurde …) etc. die Spargroschen
der direkt Unbeteiligten an im Kellertresor?

43 Exit Oktober 24, 2008 um 15:57

Lieber Newbie

Ich verstehe, dass du enttäuscht bist von deinem Kapitalismus, und ich verstehe auch, dass diese Enttäuschung zu schweren Wahrnehmungsstörungen führen kann. Aber das Problem ist nicht die Frage: Kapitalismus oder Sozialismus? Das Problem sind und bleiben die Menschen und ein Trottel ist und bleibt ein Trottel, ganz egal, ob ein sozialistischer oder kapitalistischer Trottel. Womit ich nicht behauptet haben will, dass du ein Trottel bist, auch wenn es sich oben so angehört hat.

44 H. K. Hammersen Oktober 24, 2008 um 16:00

@f.lübberding #34

“Sie werden sich jetzt aber wundern, die Kapitalbesitzer aus der Mittelschicht: Lebensversicherungen, Riesterrenten, Börsenfonds etc. Von dem ganzen anderen Derivatezeugs gar nicht zu reden … .”

All diese Produkte wurden diesen Mittelschichtlern von anderen Mittelschichtlern verkauft. Nur haben die Verkäufer selbst keine Ahnung von dem, was sie verkaufen. Kapitalismus und Marktwirtschaft funktionieren. Aber eben anders, als sich die meisten Menschen das wünschen. Produktionsmittel sind eben begrenzt. Und der sparsame Umgang damit erfordert eben den vollen Einsatz. Die Mittelschicht beutet sich doch selber aus. Durch von ihnen selbst gewählte mittelmäßige Vertreter. Und meint, durch ihr Kreuzchen alle paar Jahre ihren Beitrag zur Demokratie geleistet zu haben.

Und um Kritik an mir gleich vorzubeugen. Ich bin in der Finanzbranche. Und meine Kunden als auch ich selbst waren Ende 2007 nahezu komplett aus Aktien raus. Und auch aus derivateverseuchten Geldmarkt- oder Rentenfonds.

Und ich bin Fraktionsvorsitzender einer freien Wählergemeinschaft in meine Heimatgemeinde.

Und ich habe zur Landtagswahl für die Freien Wähler kandidiert.

Und ich bin im BUND engagiert.

Und ich entstamme einer Arbeiterfamilie. Und habe trotzdem Abitur gemacht.

45 H. K. Hammersen Oktober 24, 2008 um 16:09

@equityshark # 41
“knapp 10 Mio (von ca 82 Mio Einwohnern) Deutsche besitzen Finanzprodukte, schlappe Minderheit, der mehrheit der Deutschen geht das was an der Börse passiert am A…. vorbei”

Irrtum. Die Mehrheit der Deutschen besitzt Kapitalversicherungen. Ein reines Finanzprodukt. Und so ziemlich das intransparenteste überhaupt. Dagegen sind Square-CDO´s kinderleicht zu verstehen. Aber die ahnungslosen Versicherungssparer haben über Jahrzehnte unsere Staatsdefizite finanziert. Deshalb auch das Steuerprivileg.
Aber mit Einführung des Euro war nicht mehr gewährleistet, daß diese Sparer ausschließlich das Deutsche Staatsdefizit finanzieren. Also konnte es abgeschafft werden.

46 equityshark Oktober 24, 2008 um 16:11

@ hyperinflation

“wo legen noch mal Banken und Versicherungen (und sogar die Rentenversicherungsträger wie kürzlich bekannt wurde …) etc. die Spargroschen der direkt Unbeteiligten an im Kellertresor?”

wer nichts hat, kann nichts zurücklegen :-(
mehr als 50% aller deutschen haushalte verfügen über ein frei verfügbares Einkommen von weniger als 150 Euro pro Monat,
50% aller deutschen Arbeitnehmer zahlen wegen zu geringer Löhne keine Einkommensteuer….

ließe sich beliebig fortsetzen

47 edicius Oktober 24, 2008 um 16:16

@HKH (#23)
Immer wieder lustig dieses Liedchen, das mir irgendwie bekannt vorkommt: “Der Markt, der Markt, der hat immer recht.”
Nix hat er zurecht mit Recht zu tun:
Und im Moment geben die Märkte doch eine ganz klare Meinung über das Wirtschaftsgebaren der Mehrheit ab und korrigieren die Erwartungen, daß leistungsfreies Einkommen möglich ist.
Märkte haben keine Meinung, bzw. ändern sie diese, wenn man schon in dieser Metaphorik bleiben will, mit den Erwartungen. (Gemerkt, wo hier der tautologische Denkfehler liegt, HKH?) Denn die genannten Erwartungen leistungsfreien Einkommens, die waren nicht weniger marktgetrieben als alles andere.
Ich wünschte mir nur, dass die gegenwärtigen Erfahrungen wenigstens dieses Gute mit sich brächten, dass man künftig von solchem Sch…..sinn verschont bleibt.

48 Michael Oktober 24, 2008 um 16:23

@equityshark

Es ist auch gut so, daß die Mehrheit der Deutschen dieses Mal nicht direkt so eingeseift wird, wie mit der Baisse 2000 – 2003, als die Banken die Aktionäre über den Tisch gezogen haben. Nämlich mit ihren kreditfinanzierten Heckenschützen aus Steueroasen. Heute kämpfen die selbst ums Überleben. Und wenn Bruder Joe meint, er müßte wohl so um die 40 % der vergebenen Kredite überdenken, sollten darunter weniger die an die inländische Industrie vergebenen als vielmehr die an die Freunde in den Steueroasen gemeint sein. Somit dürften bei DAX 1000 noch 10 “hedgefunds” übrig sein. Zielvorgabe. Und eine bundeseigene Deutsche Sparbank.

Im sonstigen vergißt du hier die Rettung der IKB, der Landesbanken. Das zahlt definitiv vollumfänglich jeder Steuerzahler. Und dann denke ich lieber nicht darüber nach, wo und wie das Geld all der Riester-Rentner denn so angelegt ist. In Anleihen der Landesbanken ? In Papieren von DEPFA ? Bei der IKB ? Bei der HRE ? JA, GENAU IN SOLCHEN INSTITUTEN WURDEN DIE FINANZMARKTBASIERTEN “VERSICHERUNGEN” ZUM GROSSEN TEIL “ANGELEGT”. Wem die Börse irgendwo vorbeigeht, das kann nur gut sein.

Aber jeder Steuerzahler zahlt, und zwar ganz andere als bisher genannte Beträge, wenn 50 % des US – Kreditmülls in Europa gelandet sind. Denn bestimmt waren Ableger deutscher Finanzinstitute in Steueroasen die gierigsten Blödmänner im Schnappen nach den Kredit – Müllhappen. Ich würde mich da gern täuschen, aber so wie ich diese A**kriecher kenne, sind sie vor lauter “Überliquidität” mit ihrem “starken €uro” den Amis schon zum Hals wieder rausgekommen. Es kann ja sein, daß die Banken sich nicht “vertrauen”, aber es gibt für die Bürger triftige Gründe weder Banken noch Regierung zu vertrauen. So wie es der rote Oskar mit einem Nebensatz schon andeutete.

49 Newbie Oktober 24, 2008 um 16:23

@Exit

Ich hatte hier mit mehr Qualität seitens der Besucher/Kommentatoren gerechnet, allerdings hätte ich diese Erwartungen auf den “Finanzsektor” beschränken sollen…

Zu meiner Person: In die “Kaste” der herrschenden “100.000″ hineingeboren, bin ich aktuell weder sozialistisch noch kapitalistisch denkend veranlagt.

Eine “echte” freie Marktwirtschaft ist das, wofür ich eintrete.

Ansonsten bleibt zu deiner Selbstanalyse nur zu schreiben, daß Einsicht ja bekanntlich oft der ersten Schritt zur Besserung ist…

50 Reinhard Oktober 24, 2008 um 16:29

“Ich hatte hier mit mehr Qualität seitens der Besucher/Kommentatoren gerechnet”

Nein, Du hast es auf einen netten Flamewar abgesehen, weil Dir langweilig ist, Du kleiner, knuddliger Troll Du :)

51 Nanuk Oktober 24, 2008 um 16:31

http://farm4.static.flickr.com/3010/2827822329_5d438af80d.jpg

Wie gut das ich das immer zur Hand habe…

52 Newbie Oktober 24, 2008 um 16:37

@Nanuk

Das mit dem Spray-/Gas-Einsatz gegen mich solltest du evtl. noch einmal überdenken; ich bin jüdischen Glaubens und halte nicht viel von Vernichtungsversuchen…

53 dito Oktober 24, 2008 um 16:43

@Reinhard

— Zitat:
Lafontaine … “Wasser predigen und Wein saufen!”
— Zitatende

*Das* ist das Schlimmste. (Siehe Lenin & Genossen: die fuhren auch Rolls Royce, während die Russen zu Millionen verhungerten.)

— Zitat:
Deutschland braucht so dringend eine laute, lärmende und unverschämte Opposition, damit die Regierung GEZWUNGEN wird, sich vernünftig (!) mit den drängenden Problemen auseinanderzusetzen …
— Zitatende

Vernunft, Reinhard, glaubst du wirklich an die Vernunft in der Politik?

Oder meinst du nicht auch, dass *alle* “Volks”parteien wetteifern werden, sich gegenseitig in Populismus und Demagogie zu übertreffen?

Der Oskar setzt nur die Messlatte, und die wird hoch liegen, denn er kann *alles* versprechen. (Der Sozialismus in spe war noch nie knausrig; der “real existierende” endet natürlich im Armenhaus.)

Und die anderen “Volks”parteien? Verfallen doch jetzt schon in eine posttraumatische Euphorie, weil sie einen Grund gefunden haben, weshalb der Staat nächstes Jahr *nicht* sparen muss.

Vae posteris!

dito

54 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 16:59

@Exit, Newbie

Jetzt geben wir uns wieder die Hand und vertragen uns, danke.

Trottel bleiben Trottel: in der Tat. Leider ein Versagen unseres Bildungssystemes. Da lernt man die Sporenbildung bei Moosen, nette Gedichte der Romantik und in Erdkunde ein wenig über dies und das.

Fehlendes Schulfach: Wirtschaftskunde !

(Und fehlendes Fach: Freiheitslehre.)

Da wundert es doch nicht, daß die Masse der Mitmenschen nicht versteht, daß unser Sozialsystem ein besseres Schneeballsystem ist. Die letzte Generation beissen die Hunde. Und deshalb verkauft der eine Mittelschichtbürger dem anderen Mittelschichtbürger irgendwelche Zertifikate, ohne die Grundlagen zu kennen. Wenn Schüler in einem kapitalistischem Staat im Rahmen sozialer Marktwirtschaft gebildet werden, dann sollte doch Finanzkunde/Kapitalismus auf dem Lehrplan stehen.

Der Oskar hat ja auch kein Problem mit dem Lehrfach Maximurks-Leninismus.

In Deutschland sind zu viele degeneriert, verlieren die Fähigkeit, sich um ihr Leben selbst zu kümmern. Sozialkunde-Unterricht in Hartz-4: lächerlich !

Und Steine legt man dem Rentner oder Arbeitslosen in den Weg, der sich etwas zu den Sozialleistungen hinzuverdienen möchte.

Wir sehen zur Zeit keinen Zusammenbruch des Kapitalismus. Er kotzt sich nur nach grosser Party aus. Und die USA werden anpassungsfähiger sein als Deutschland, um aus der Krise herauszukommen.

55 Exit Oktober 24, 2008 um 17:09

@Newbie
Ok, du hast mit mehr Qualität gerechnet. Dann versuchen wir’s doch einmal damit. Was ist deiner Meinung nach eine „echte“ freie Marktwirtschaft? Und vor allem, hast du so was Ähnliches schon mal irgendwo gesichtet?

@dito
„*Das* ist das Schlimmste. (Siehe Lenin & Genossen: die fuhren auch Rolls Royce, während die Russen zu Millionen verhungerten.)“

Und daran ist jetzt Lafontaine Schuld, oder wie?

„Vernunft, Reinhard, glaubst du wirklich an die Vernunft in der Politik?“

Vernunft ist per se ein seltenes Gut. Weshalb sollte sie in der Politik weiter verbreitet sein als im gewöhnlichen Leben?

56 Reinhard Oktober 24, 2008 um 17:14

„Vernunft, Reinhard, glaubst du wirklich an die Vernunft in der Politik?“

Wenn ich ehrlich bin, nein. Aber ich bin ein Optimist. Für mich geht jeden Morgen die Sonne auf und nicht nur Abends unter :)

57 dito Oktober 24, 2008 um 17:21

@Exit

“Und daran ist jetzt Lafontaine Schuld, oder wie?”

Bitte lesen: Von Schuld hat niemand gesprochen!
Wir (Reinhard und ich) sprachen von “Wasser predigen und Wein trinken”. Lenin ist ein analoges Beispiel. (Und hat die gleiche Farbe – vielleicht stört dich das ;-)

“Vernunft ist per se ein seltenes Gut. Weshalb sollte sie in der Politik weiter verbreitet sein als im gewöhnlichen Leben?”

Sancta simplicitas! Wäre sie doch in der Politik so weit verbreitet wie im gewöhnlichen Leben! Wir hätten weniger Probleme!

dito

58 f.lübberding Oktober 24, 2008 um 17:29

Hammersen

Weiss ich doch … Wir kennen uns doch schon lange.

Gruss

f.luebberding

59 Exit Oktober 24, 2008 um 17:46

@dito

“Wäre sie doch in der Politik so weit verbreitet wie im gewöhnlichen Leben! Wir hätten weniger Probleme!”

Wenn sie im gewöhnlichen Leben so weit verbreitet wäre, hätten wir andere Politiker, andere Banker, usw.

“Wir (Reinhard und ich) sprachen von “Wasser predigen und Wein trinken”. Lenin ist ein analoges Beispiel. (Und hat die gleiche Farbe – vielleicht stört dich das.”

Nein, das stört mich gar nicht. Ob der Wein trinkt oder nicht, hat nix damit zu tun, ob seine Analyse zutrifft oder nicht. M.a.W., dein (und Reinhards) Beitrag ist ein blosses Ablenkungsmanöver. Wenn hier nur Wassertrinker was beizutragen hätten, wäre hier bestimmt nicht viel los.

60 Reinhard Oktober 24, 2008 um 17:57

Meine Einlassung zur Person Lafontaines war nicht als Ablenkung zu seiner sehr zutreffenden Analyse gedacht. So habe ich es auch nicht geschrieben. Ich habe es nur als “Disclaimer” gebracht, dass ich wahrscheinlich nächstes Jahr die Links-Partei wähle, nicht, weil ich Oskar für so toll halte oder gar die DDR aus der Gruft holen will, sondern weil dies für mich eine reine Protestwahl ist.

Vielleicht ändert sich etwas, vielleicht nicht! Aber immerhin besser, als nur wohlfeile Worte in Blogs zu verlieren und sich gegenseitig mit Vorwürfen aus der Politikschublade des letzten Jahrtausends zu bombardieren.

61 Ich Oktober 24, 2008 um 18:06

Komm kaum noch mit längeren Posts durch den SPAM Filter

62 f.lübberding Oktober 24, 2008 um 18:19

Ich

Den Text kopieren und dann die Seite neu laden. Kein Witz: ich bleibe da auch hängen … .

Gruss

f.luebberding

63 Exit Oktober 24, 2008 um 18:24

@Reinhard

Es war nicht meine Absicht, Unfrieden zu stiften. Ich bin lediglich der Meinung, dass wir keine Zeit mehr haben für Polemik, Seitenhiebe oder Rechthabereien. Die Zeit wird nämlich langsam knapp. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass deine „Proteststimme“, wenn du sie dann überhaupt noch abgeben darfst, viel helfen wird. Ich habe hier schon einmal versucht, beliebt zu machen, eine lösungsorientierte Diskussion zu führen. Sollte es allenfalls doch so sein, dass Dummheit bei Politikerinnen und Politikern signifikant häufiger vorkommt als beim gemeinen Volk, dann sollte doch wenigstens Letzteres seine Restvernunft mobilisieren, um zu verhindern, dass wir in absehbarer Zeit nicht in den Strassen übereinander herfallen. Um das Eine gleich vorweg zu nehmen, ich kenne die Lösung auch nicht. Und das macht mich – zugegeben – ein bisschen kribbelig.

64 Michael Oktober 24, 2008 um 18:27

@Ich
das ist kein SPAM-Filter, da ist irgendwo der Befehl timeout=20000 (Millisekunden), oder sowas gesetzt. Einfach bei Fehleranzeige zurück, dann Seite “aktuelle Seite (im Browser) neu laden”, danach aber “submit”.

65 otaku Oktober 24, 2008 um 18:30

“Wir sehen zur Zeit keinen Zusammenbruch des Kapitalismus.”

Nein tun wir nicht ?? Na, dann ist ja alles gut und wenn demnächst auf diesem Bildschirm ein paar ( Millionen) Verhungernde an die Tür der Festung Europa/USA klopfen, wohlgemerkt mit Kanönchen aus den hier so gepriesenen Traditionsfirmen des DAX, dann hab ich wohl wieder mal zu viele ( der falschen Sorte ) selbst getrocknete Pilze konsumiert…..

Davon mal abgesehen kriegen die dummen Kapitalisten nicht mal mehr nen richtigen Börsenkrach auf die Beine gestellt, seit Tagen und Wochen wird nur um unvermeidliche rumgehamplet, anstatt gleich richtig Gas zu geben… Dax 3000, Dow 4000 , Ruhe wäre i Karton und man könnte endlich mit dem Aufräumen anfangen.

Nix wird mehr richtig gemacht, aber was soll man erwarten, Frauen als Kanzler, Dieter Bohlen als Vorbild und ne Jugend die nicht mal mehr ein großes Latinum machen muss wie ich zu meinem absoluten Entsetzen gestern erfahren musste.

Have fun
Otaku

66 Michael Oktober 24, 2008 um 18:34

@Reinhard
Du kannst die DDR noch life in MeckVorPomm, Dörfern und kleineren Städten erleben. Fahr vor der Wahl hin. Eine Entscheidungshilfe. :-D
@Exit
Bevor wir uns hier kloppen, werden Athen, Rom und Paris an allen Ecken brennen, denn uns geht es vergleichsweise gut. Wenn auch NIEMALS gut genug.

67 weissgarnix Oktober 24, 2008 um 18:35

@Hammersen und andere

Ich denke nicht, dass ich Lafontaine auf “den Leim” gegangen bin … zumindest noch nicht. In diesem Blog gibt es deutlich mehr kritische Beiträge zu den Linken als wohlwollende. Aber ich muß zugeben – und Lübberding beipflichten – dass er einer der wenigen ist, die sich wirklich all die Jahre hindurch treu geblieben sind. Und seine im verlinkten Video gemachten Aussagen unterschreibe ich jederzeit.

Zu der häufiger zu hörenden Aussage, nicht nur von Ihnen sondern auch diversen anderen, dass “der Kapitalismus bzw der Markt per se gut ist, aber die Leute halt schlicht nicht kompetent oder erfahren genug dafür sind, mit ihm auch vernünftig umzugehen” kann ich hingegen nichts anfangen. Die überwiegende Mehrheit der Menschheit ist in diesem Sinne “dumm” oder “träge”, aus welchen Gründen auch immer. Was wir daher brauchen, ist ein Wirtschaftssystem, mit der all diese Blödies was anfangen können, und nicht nur ausgewählte Eliten. Zumal die Kategorisierung in “blöd” und “Elite” hier ohnehin in höchstem Maße relativ ist, denn die aktuelle Krise wurde bekanntlich samt und sonders von Harvard- und Yale-Abgängern produziertm, auf Grundlage der Arbeiten von Nobelpreisträgern. Wer also hier der Doofie und wer der Schlauberger ist, bliebe im Detail noch durchzudeklinieren.

Einer der Leitsätze von Warren Buffett lautet bekanntlich, er investiere nur in Firmen, die auch von Dummköpfen geleitet werden könnten, weil nicht auszuschliessen ist, dass sie das eines Tages auch werden … diesen Leitsatz kann man 1:1 auf die Gesamtwirtschaft übertragen

68 Exit Oktober 24, 2008 um 18:36

@staph.aureus

„Leider gibt es dabei ein paar kleine Probleme:
-wir haben in D wenige Reiche und noch weniger Superreiche:
die sind in Mehrzahl ansässig in anderen Gebietes dieses Planeten.“

Das stimmt so nicht. Deutschland liegt gemäss Forbes auf Platz drei was die Zahl der Milliardäre betrifft. Zudem besitzen die 10 % Reichsten ca. 43 % aller Vermögen. Zugegeben, das ist nicht Weltrekord. Bei uns sind es 71 % und in den USA 70 %.

Mehr zu diesem Thema gibt es bei: http://www.meudalismus.dr-wo.de/

69 Exit Oktober 24, 2008 um 18:47

@Michael

„So eine nette fette Rezession würde mit ziemlicher Sicherheit im politischen Deutschland auf Kopf stellen.“

Ich weiss nicht, was du dir unter einer netten fetten Rezession vorstellst, aber ihr habt doch heute schon eine nette fette Arbeitslosenrate, wenn man alles zusammenzählt, was keinen anständigen Job hat. Mag sein, dass Athen, Rom und Paris zuerst brennen. Ich gebe aber nicht viel auf Berlin, wenn die nette fette Rezession sich alsbald in eine süsse kleine Depression verwandeln sollte.

70 Franciso d'Anconia Oktober 24, 2008 um 18:49

Lafontaine ist ein Demagoge der besonders üblen Sorte. Und die Mehrheit im Bundestag hat geklatscht als er den Taschenspielertrick mit der Oma die 25 % Zins auf ihr Sparguthaben will mit der 25 % EK-Rendite von Unternehmen verglich. Im Parlament scheinen auch betriebswirtschaftliche Analphabeten zu sitzen.

Was ich seit eh und je vermisse sind VORAUSSCHAUENDE Politiker. Wenn im Finanzausschuß Experten sitzten, dann hätte man längst das Kreditwesengesetz (KWG) und alle zugehörigen Verordnungen geändert (beim WpHG hat die MiFID ja viel gebracht), mindestens 20 % EK-Unterlegung von den Banken gefordert und durch geeignete Regeln mit laufender Prüfung sichergestellt, daß Banken eben solide wirtschaften müssen. Da genügt eben nicht die Monatsausweisverordnung für die Kredite, da muß eben die Werthaltigkeit der Assets laufend überprüft werden und Vorstand und Aufsichtsrat müssen viel stärker in die Haftung genommen werden. Wäre das jetzt so, dann hätten wir wenigstens in Deutschland keine Finanzkrise. Noch besser wäre es gewesen ein vernünftiges Geldsystem zu intstallieren. Einen guten Vorschlag gibt es ja seit langem: Prof. Dr. Friedrich-August von Hayek mit seinem Buch: “Entnationalisierung des Geldes” – Genau so könnte man es gestalten, aber dann hätten die Politiker keine Manipulationsmasse mehr, weshalb sie das nie so einrichten würden. Die Finanzelite der USA-Ostküste hätte da auch was dagegen und da bräuchte man dann eine deutsche Regierung mit starkem Rückgrat.

71 Reinhard Oktober 24, 2008 um 18:56

@Michael, 66:
Ich habe Verwandschaft dort. Ich kenne die Gegend. War schon unter der SED-Führung tot und erreicht mittlerweile fast schon untote Lebenszustände. Die Leute dort sind zweimal verarscht worden. Zuerst vom Kommuismus/Sozialismus und nun vom Kapitalismus. Ein Cousin ist Leiharbeiter “im Westen”, weil es zu Hause weit und breit keine Jobs gibt und haust hier wie ein bulgarischer Erdbeerpflücker, weil er fast alles Geld nach Hause schickt, damit Frau und Kind ein Auskommen haben. Und nein, hierher ziehen und hier leben ist nicht. Dafür reicht der Lohn nicht.

Deutschland im Jahre 2008. Haben wir’s nicht weitgebracht, hmm?

@Exit:
Nein, ich kenne “die Lösung”(tm) ebenfalls nicht. Aber immerhin erkennen wir, dass es mit “Weiter so” nicht getan ist. Was ja auch schon mal was ist :)

72 Nanuk Oktober 24, 2008 um 19:04

“Zu der häufiger zu hörenden Aussage, nicht nur von Ihnen sondern auch diversen anderen, dass “der Kapitalismus bzw der Markt per se gut ist, aber die Leute halt schlicht nicht kompetent oder erfahren genug dafür sind, mit ihm auch vernünftig umzugehen” kann ich hingegen nichts anfangen.”

Der Markt ist richtig der Mensch ist falsch gut dann löschen wir die Menschen aus und haben den perfekten Markt super idee oder?
Man muss die Dinge bis an die Wurzel verfolgen und schwups ist der Kaiser wieder nackt.

73 Ich Oktober 24, 2008 um 19:08

Zunächst mal danke für den Tipp, wie man mit dem SPAM Filter umgeht.

Nun was zu Lafontaine. Er sagt einige richtige und viele falsche Dinge. Die aktuelle Krise ist eine Krise des Bankensystems und der Kapitalmärkte, keine geistig-moralische Krise des Systems. Die Reformen über die all die Jahre in der Öffentlichkeit diskutiert wurden hatten doch wenig mit den Banken zu tun. Da gibt es kaum Wissen oder Interesse in der Bevölkerung, auch nicht bei den Unterstützern von freiheitlichen Regelungen etwa auf dem Arbeitsmarkt. Ich war schon immer einigermaßen an Wirtschaft interessiert, dennoch hatte ich nach dem Abi keine Ahnung wie Geld entsteht. Mein Vater ist Unternehmer, hat mehr als 60 Angestellte. Der glaubte auch lange Zeit, dass Geld einfach vom Staat gedruckt und verteilt wird. Das Wirtschaftssegment, welches für die aktuelle Krise verantwortlich ist, ist eines, welches von den aller allermeisten Leuten nicht mal ansatzweise verstanden wird. Es wurde meist einfach angenommen, dass Banken halt funktionieren und solide sind, dass das Geld, was aufm Konto liegt von der Bank vielleicht an lokale Unternehmer und Häuslebauer verliehen wird, oder vielleicht auch für die Auslandsexpansion von deutschen Unternehmen. Kaum jemand wird erwartet haben, dass deutsche Banken 20 Mrd. Euro nach Island mit seinen 300.000 Einwohnern verleihen.

Dieses System war aber auch nicht im Fokus der von linken angestoßenen Diskussionen. Lafontaine spricht denn auch über Rentenentwicklungen in der OECD, aber Dänemark ist doch von der Finanzkrise genauso betroffen wie Deutschland. Er spricht von Hartz IV und ähnlichem, aber er erklärt nicht im geringsten, wie das mit der Finanzkrise zusammenhängen soll, außer mit der allgemeinen pro-Markt Haltung. Der Markt funktioniert aber im Allgemeinen ausgezeichnet. Besonders dann, wenn Kunden verstehen, was sie kaufen, was bei den allermeisten Dingen einigermaßen der Fall ist. Viele der Sozialkürzungen hängen mit der Wiedervereinigung zusammen, einer weltweit einzigartigen solidarischen Leistung, die fast nie auch nur die geringste Anerkennung findet.

Natürlich könnte jemand versuchen, die hohen Außenhandelsüberschüsse verantwortlich zu machen dafür, dass unsere Banken ja irgendwohin Geld verleihen mussten. Aber das ist nur eine schwache Erklärung. Die Eurozone als solche hat keine Überschüsse. Trotzdem verleihen die Banken nach Amerika. Trotz hoher Sparneigung der Deutschen gehört die Mehrheit der DAX Konzerne Ausländern. Viele Deutsche hatten es lange schwer, an recht kleine Kredite zu kommen. Warum haben wir nicht überall Warmwasser Solaranlagen auf dem Dach, obwohl die sich rechnen? Natürlich heißt das, dass wir hier ein geringeres Überschuldungsproblem haben, aber eben auch, dass Geld lieber im Auslandsgeschäft verloren wird, als im Inland. Ich glaube daher, dass bei vielen deutschen Bänkern, besonders denen in öffentlichen Instituten, die Hoffnung bestand, mit dem Kauf von Krediten auch Verantwortung und Unternehmergeist einsparen zu können. Der große Hebel ist ein Zeichen dafür, dass zu viele eine Sicherheit gesucht haben, die es so nicht gibt, indem sie lieber Geld als Kredit verliehen haben, als als Eigenkapital. Merz hat recht, wenn er fordert “Mehr Kapitalismus wagen”. Das Bankensystem ist aber ein Spezialfall, so wie das Gesundheitswesen. Das ist schon seit … immer? kein normaler Markt. Trotzdem hätte sich niemand hingestellt und gesagt, es entspricht dem Ende des Kapitalismus, wenn wir nicht sofort reine Marktstrukturen in das Gesundheitswesen einführen.

74 Ich Oktober 24, 2008 um 19:16

@Reinhard,
die Ostdeutschen wurden nicht vom Kapitalismus verarscht. Den gab es da nie. Nach der Wende haben Westdeutsche Gewerkschaften mit Westdeutschen Arbeitgebern 1000% Lohnsteigerung für Ostdeutschland ausgehandelt. Damit waren die Ostdeutschen Betriebe allesamt nicht mehr Wettbewerbsfähig gegenüber den Westdeutschen.
Die Löhne in Ostdeutschland sind noch heute viel zu hoch, in Westdeutschland dagegen zu niedrig. Es ist nicht der Kapitalismus, der verhindert, dass Ostdeutsche und Westdeutsche zu Marktlöhnen arbeiten

75 Nanuk Oktober 24, 2008 um 19:21

“Der Markt funktioniert aber im Allgemeinen ausgezeichnet. Besonders dann, wenn Kunden verstehen, was sie kaufen, was bei den allermeisten Dingen einigermaßen der Fall ist.”

Nein eben nicht du weist nicht mal wie die Konservierungsstoffe in deinem Orangensaft funtionieren oder wie dein Handy funtioniert oder der Computer vor dem du sitzt.Weil du ständig Manipuliert wirst von PR Argenturen die dir das blaue vom Himmel erzählen.Das ist auch eines der Probleme die Ketten werden nicht erkannt die zusammenhänge zwischen Produktion und Ware…

76 Nanuk Oktober 24, 2008 um 19:22

Sie sollen auch garnicht erkannt werden.

77 otaku Oktober 24, 2008 um 19:30

“Besonders dann, wenn Kunden verstehen, was sie kaufen, was bei den allermeisten Dingen einigermaßen der Fall ist. ”

Um Himmelswillen wo hast du den DAS her ?

Soviel Lebenszeit gibt es gar nicht um das auch nur bei den alltäglichen derzeit üblichen Produkten annähernd zu verstehen.

Erkäre mir bitte eine “simple” Tiefkühlpizza obne mindestens 3 abgeschlossene Studiengängen, ein mehrjähriges Forschungsprojekt und die entsprechende Zeit. SElbst die entsprechenden Firmen geben zu Ihre Produkte/Produktfolgen nciht zu verstehen, da es zu Komplex ist und … was wohl….. zu viel kostet…

Dream on….

Have fun
Otaku

78 otaku Oktober 24, 2008 um 19:37

sorry für die Fehler, aber das PHP Script nervt, ich sitze im Dunkeln und langsam sollte mal jemand den Maschinenraum anklingen um die Soft auf den aktuellen Stand zu bringen, damit man editieren kann u.a.

Mein ja nur…

79 Ich Oktober 24, 2008 um 19:50

Tiefkühlpizza:

- Kann ich essen, dann hungere ich nicht
- wird i.A. im Backofen gemacht
- i.A. muss die Verpackung vor dem backen entfernt werden

Ich glaube das ist schon so ziemlich alle relevante Information.

80 Exit Oktober 24, 2008 um 19:53

@Ich

Merz hat recht, wenn er fordert “Mehr Kapitalismus wagen”.

Ok, mehr Kapitalismus? Das bedeutet – gemäss klassischer Definition – mehr Privateigentum und mehr Markt. Richtig? Heisst das, du verlangst mehr Privatisierung (DB & Co.) und mehr Deregulierung, dass der Markt seine heilende Kräfte entfalten kann?

81 otaku Oktober 24, 2008 um 19:57

@ich

Tust du jetzt nur so blöd oder bist du wirklich so dumm ?

Sollte das deine ehrliche Meinung sein, bitte tue allen einen Gefallen und bewerbe dich umgehend um den Darwin Award oder werde Mitglied bei VHEMT.

Genau an dieser Ignoranz werden wir draufgehen. Nur nicht denken..

Have fun
Otaku

82 Nanuk Oktober 24, 2008 um 20:00

“Ich glaube das ist schon so ziemlich alle relevante Information.”

Na währe da nicht das Problem das der Tomatenanbaufür die Sauce ganze Landstriche in Spanien verwüstet oder die Marokanischen Hilfsarbeiter an Pestiziden sterben damit du lecker essen hast.Steht alles nicht auf der Packung komisch oder?

83 gojko Oktober 24, 2008 um 20:01

@Franciso d’Anconia
“…als er den Taschenspielertrick mit der Oma die 25 % Zins auf ihr Sparguthaben will mit der 25 % EK-Rendite von Unternehmen verglich.”

Mir ist auch aufgefallen, daß er “Kapitalrendite” statt “Eigenkapitalrendite” sagte. Aber ist das wirklich so unseriös?
In einem anderen Forum (weiß nicht mehr genau wo) hat jemand die Eigenkapitalrendite so erklärt:

Du nimmst 1000 EUR und borgst Dir weitere 4000 von jemandem. Dann legst Du die gesamten 5000 zu 5% Zinsen an.
Ergibt eine Eigenkapitalrendite von 25%.
(der Einfachheit halber habe ich hier mal angenommen, daß man für die geborgten 4k EUR keine Zinsen zahlen muß – das ist natürlich Quark, es geht mir aber ums Prinzip)

Die von Lafontaine benannte Oma hätte also sehr wohl eine Rendite von 25% anpeilen können. Nur wäre aufgrund des Hebels eben auch das Risiko entsprechend hoch gewesen.
Deswegen finde ich schon, daß die Forderung einer Eigenkapitalrendite von langfristig 25% unrealistisch ist, und das darf eine rote Socke wie Lafo auch anmeckern.

Gruß, Gojko.

84 gojko Oktober 24, 2008 um 20:07

Und hier noch anläßlich des beginnenden Wochenendes ein Witz, den ich kürzlich im SPON-Forum gelesen habe.
Dürfte besonders den Öko-Weltuntergangspropheten (otaku?) das Herz erwärmen:

Treffen sich zwei Planeten..
Sagt der erste: “Hey Alter, lange nicht gesehen! Wie gehts?”
Darauf der zweite: “Schlecht! Ich glaube, ich habe Homo Sapiens!”
Meint der erste: “Nicht schlimm, hatte ich auch schon. Das geht vorbei.”

Gruß, Gojko.

85 Exit Oktober 24, 2008 um 20:12

Hier noch was zum Thema „Panik“:

Emmanuel Roman, of GLG Partners, said 25pc-30pc of the world’s 8,000 hedge funds would disappear “in a Darwinian process”, either going bust or deciding meagre profits are not worth their efforts.

“This will go down in the history books as one of the greatest fiascos of banking in 100 years,” said Mr Roman, who co-runs London and New York-based GLG, a former division of Lehman Brothers Holdings with assets of $24bn (£14.8bn). “There need to be some scapegoats, and the regulators are going to go hunt people. That will be good in the long run.”

His views were echoed by Professor Nouriel Roubini, a former US Treasury and presidential adviser known for his accurate prediction of financial crises, who estimated that up to 500 hedge funds would fail within months.

Both men were speaking at the same hedge fund conference in London on Thursday, and Prof Roubini said he would not be surprised if the US and other countries soon had to close their stock markets for more than a week to halt descent into “sheer panic”.

Quelle: http://www.telegraph.co.uk/finance/3247878/Thousands-of-hedge-funds-to-close-says-GLG-chief.html

86 Ich Oktober 24, 2008 um 20:19

Ich halte es für ziemlich irrelevant, ob die Bahn privatisiert wird oder nicht, solange die Politiker es nicht schaffen zu vermitteln, dass für Investitionen z.B. ins Schienennetz Geld da ist, für konsumptive Zwecke wie Rentenerhöhungen außerhalb der Formel aber nicht.

Bei großen Unternehmen mit leicht zu verstehenden Produkten spielt es keine Rolle für die Effizienz, ob ein Unternehmen privat oder staatlich ist. Bei Banken offensichtlich schon. Wären die Landesbanken privatisiert worden, wären zumindest für die ersten paar Millarden Verluste Aktionäre aufgekommen. So ist von Euro 1 an der Staat dran. Den Investment Teil der Landesbanken, der nicht der Finanzierung der deutschen Wirtschaft dient, sollte man also auf jeden Fall privatisieren.
Banken müssen natürlich mehr oder anders als bisher reguliert werden, aber an anderen Stellen gibt unnötige Einschränkungen der Vertragsfreiheit (siehe Antidiskriminierungsgesetz) oder auch Berichtspflichten (dutzenden Millarden Kosten), bei denen Stichproben anstatt durchgehender Berichte völlig ausreichen würden. Auch die Riesterrente könnte man ersatzlos aus dem Gesetz streichen, Hartz IVlern könnte man anbieten eine Pauschale auszuzahlen anstatt Miete und Energiekosten direkt zu bezahlen.

In erster Linie ist die Aufforderung mehr Kapitalismus wagen aber nicht an den Staat, sondern an die Bürger gerichtet. Sie könnten Unternehmerischer denken und sich eben z.B. eine Warmwassersolaranlage aufs Dach machen, anstatt ihr Geld zur Bank zu bringen.

87 Michael Oktober 24, 2008 um 20:19

@Ich
Es kommt nicht auf dein Elternhaus an, Beruf Sohn ?

Auf alles gehe ich nicht ein. Ist mir entschieden zu platt.

Der rote Oskar hat schon Recht. Es ist sehr wohl eine geistig – moralische Krise. Erstmal wurden von vorn herein kreditunwürdigen Lichtfiguren Häuser angedreht. Damit wurden zweitens die Preise hochgetrieben. Diese Hütten wurden dann auch noch beliehen. Und dieses Zeug in Wundertüten verpackt, geratet, gehebelt und an die Dümmsten der Dummen verkauft. Und wie wir aus Bundestagsdokumenten wissen, hat die Bundesregierung den Kauf von solchem Müll ausdrücklich empfohlen. Desweiteren sind IKB uns LB durchaus nicht der Kontrolle durch zuständige Organe entzogen gewesen. Der Bund hat gebilligt, daß niemand anders als öffentliche Geldhäuser in Steueroasen extrem riskante Geschäfte macht. Mit Steuergeldern spielt. Und jetzt will er sich als Retter hinstellen. Nee, er ist einer der HAUPTTÄTER, nicht die bösen Ackermänner. Nein, der Steuerbetrüger als Finanzminister. Der Steuerzahler zahlt doppelt. Und die Hehler sind seit jeher gleichwertig wie die Stehler.

Es gibt nur einen der zahlt, der Steuerzahler. Und der soll sich noch für dumm verkaufen lassen. Das ist wohl eine geistig – moralische Krise.

88 Nanuk Oktober 24, 2008 um 20:22

“In erster Linie ist die Aufforderung mehr Kapitalismus wagen aber nicht an den Staat, sondern an die Bürger gerichtet. Sie könnten Unternehmerischer denken und sich eben z.B. eine Warmwassersolaranlage aufs Dach machen, anstatt ihr Geld zur Bank zu bringen.”

Löse doch bitte mal zuerst das Pizza problem?

89 gojko Oktober 24, 2008 um 20:31

@Nanuk:
“Löse doch bitte mal zuerst das Pizza problem?”

Ich glaube, da gibt es kein Problem. Die Leute probieren die vorhandenen Pizzen aus. Kriterien: Geschmack, Aussehen, Preis. Diejenigen, die (subjektiv) gefallen, werden regelmäßig gekauft.
Sollten irgendwelche Gifte drin sein, werden die entsprechenden Produkte spätestens nach den ersten Todesfällen gemieden werden.

Ich denke schon, daß hier der Markt funktioniert.

Gruß, Gojko.

90 otaku Oktober 24, 2008 um 20:37

@gojko
ich bin ja allgemein aus bekannten Gründen der Allerletzte der sich über mangelndes Niveau beklagt , aber das fasse ich wirklich als ziemlich übele Beleidigung auf. Wollte ich nur erwähnen, insbesondere gegenüber einem Etwas das SPON liest aber sich nicht mal nen Realnamen leisten kann. Nur weil du zwischen deinen Ohren ein Vakuum kultivierst, gibt dir das noch nicht das Recht andere in Schubladen zu stecken. Und der Witz war schon alt als du wahrscheinlich noch nicht mal produziert warst. … Schade das es in Blogs keine Killfiles gibt..

91 Nanuk Oktober 24, 2008 um 20:44

@gojko
Ich glaube, da gibt es kein Problem. Die Leute probieren die vorhandenen Pizzen aus. Kriterien: Geschmack, Aussehen, Preis. Diejenigen, die (subjektiv) gefallen, werden regelmäßig gekauft.

Nicht die Pizza ist das Problem oder die Benutzung sondern die Folgekosten die sie erzeugt.
Die Umweltschäden und die Schäden an den Feldarbeitern.Du würdest natürlich die Pizza kaufen aber auch nur weil die Folgekosten nicht im Preiss enthalten sind.
Du bezahlst halt nicht den kompletten Preiss der Pizza sondern auf den Folgekosten bleibt die Allgemeinheit sitzen.
Ich glaube auch nicht das sich das Problem mit einer Ökosteuer Regeln läst weil es Verantwortlichkeiten abgibt derjenige der ein Produkt herstellt muss auch für die Folgen der Produktion und der Entsorgung aufkommen.Dann würde man auch den echten Preiss für eine Wahre bezahlen.

Bei Entsorgung wird das ganze sogar richtig pervers aber da müste ich jetzt ganz weit aushohlen.

92 Ich Oktober 24, 2008 um 20:48

@Michael,
darüber was passiert ist streitet doch gar niemand. Allerdings wurden die Kredite nicht in Deutschland, sondern in anderen Ländern vergeben.
Und “die Bundesregierung” ist in dem Fall vermutlich eine Hand voll Experten. Die meisten Bundestagsabgeordneten nicken nur ab, was einige wenige Spezialisten empfehlen und das sind nur eine Hand voll Leute. Das bedeutet doch nicht, dass jetzt alle, die in der Regierun oder im Bundestag waren, den Kauf des Kreditmülls für gut und richtig befunden haben.

Der Bund hat gebilligt, daß niemand anders als öffentliche Geldhäuser in Steueroasen extrem riskante Geschäfte macht.
Ja, deshalb ist ja auch Verstaatlichung für immer keine Lösung. Reguliert werden können Privatbanken genauso wie öffentliche Banken. Wenn die Regulierung versagt, sind die Staatsbanken genauso gefährdet wie die Privaten.

93 Ich Oktober 24, 2008 um 20:59

Nanuk,
gerade in dem beschriebenen Beispiel ist es aber so, dass die Folgekosten Sache des spanischen Gesellschaft wären, die eben überlegen muss, ob sie die Kosten dem Pizzahersteller in Rechnung stellen will oder es über alle Vorteile und Nachteile hinweg eben lieber so läßt wie es ist.
Zunächst mal funktioniert der Markt, da ich essen kann und der spanische Arbeiter Lohn bekommt. Bezüglich weiterer Verbesserungen, was schlägst du denn vor? Und bitte schön was, was der Pizzakonsument oder der deutsche Staat sinnvollerweise Umsetzen kann.

94 Ich Oktober 24, 2008 um 21:06

@Michael nochmal,

wenn du glaubst die meisten Leute wissen wie das mit der Geldschöpfung geht, dann geh doch mal auf die Straße und frag ein paar Leute. Gibt ein realisitischeres Bild, als wenn man einfach mal Leute beleidigt.

95 otaku Oktober 24, 2008 um 21:09

Reicht nicht im mindesten an die tatsächlichen Probleme heran :
Die Wurst verursacht Tote da zur Erzeugung Soja, meist Gen manipuliert verwendet wird der den dortigen Einwohnern zur Ernährung fehlt, was von IWF gefordert und gefördert wird, , dafür wird u.a. Regenwald gerodet, Folgen nicht erforscht von beidem, , die Folie ist nicht recycelbar und aus Erdöl, die enthaltenden Konservierungs- und Farbstoffe sind weder einzeln noch in Kombination auf Toxizität sowohl beim Menschen als auch in der Umwelt erforscht, der Energieaufwand beim kühlen ist höher als der Nährwert in Kalorien, die Backmittel stammen ebenfalls aus Gen manipulierten Bakterienkulturen, die Farbstoffe im Karton sind nicht mal nach den lässigen EU Richtlinien Lebensmittelecht, der Preis für selbigen Karton ist nur möglich weil zb. die Holzindustrie hoch subventioniert ist , die Transportwege der Einzelzutaten summieren sich locker auf den Erdumfang, und .. so hier höre ich auf aber selbst ich Depp könnte hier noch ca. 15 Din A 4 Seiten anfügen. Und das ist nicht mal der Anfang einer umfassenden Analyse…

Guten Appetit
Otaku

96 Exit Oktober 24, 2008 um 21:09

@Ich

Nein, darüber, was passiert ist, streiten wir nicht, nur darum, warum es passiert ist und wie es künftig zu verhindern ist, falls wir denn eine weitere Chance bekommen. Und wenn ich dich richtig verstanden habe, lautet dein Antwort: Mehr von demselben. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr darüber, dass du das Pizza-Problem nicht wirklich lösen kannst.

97 Nanuk Oktober 24, 2008 um 21:17

“gerade in dem beschriebenen Beispiel ist es aber so, dass die Folgekosten Sache des spanischen Gesellschaft wären, die eben überlegen muss, ob sie die Kosten dem Pizzahersteller in Rechnung stellen will oder es über alle Vorteile und Nachteile hinweg eben lieber so läßt wie es ist.”

Aber wenn die Spanier keine Tomaten mehr herstellen hast du nix zu essen. :)

Nein eben nicht weil die Gegenden unbewohnbar werden und wir dann die Spanier nicht verdursten lassen sollten es sei den du bist ein Unmensch…
Es ist Marktversagen weil der kurzfristige Profit über dem langfristigem steht wie so oft in letzter Zeit kommt einem doch bekannt vor oder?

Ich habe keine Lösung wenn ich eine hätte währe ich wohl ein gefeierter Mann…

Ich weiss nicht wie man Generationen übergreifendes denken in Gesetze fassen kann.Vieleicht muss es den Menschen einfach einleuchten oder wir müssen wie jetzt in eine Krise geraten damit wir anfangen nachzudenken.
Allerdings glaube ich das sich dein Vater sehr wohl Gedanken darüber macht wie er es schafft die Firma so zu führen das du auch noch was davon hast.

Es ist das Problem das die Folgen des handelns Anonym werden ab einer gewissen Grösse.Vieleicht müste man grosse Unternehmen einfach mehr besteuern als kleine oder sie zur not auch zerschlagen wie es zb Folker Hellmeyer vorgeschlagen hat bei den Banken.

98 Ich Oktober 24, 2008 um 21:22

@Otaku, Exit,
ihr müsstet für das Pizzaproblem erstmal eine bessere Lösung präsentieren. Unerwünschte Dinge aufzählen, super, und was mach ich jetzt mit dieser Information? Relevant ist die Info doch nur, wenn auch Konsequenzen daraus gezogen werden. Wenn ihr immer regional, saisonal, fair, und biologisch esst, prima, ich applaudiere. Aber das heißt doch nicht, dass alle anderen Leute das auch unbedingt machen müssen. Im übrigen ist den meisten durchaus bewusst, dass konventionelle Nahrung unter Bedingungen und mit Zutaten hergestellt wird, die man problematisch finden kann. Wie genau diese aussehen ist weitgehend irrelevant, wenn von den Details nicht abhängt, ob man stattdessen lieber ein höherwertiges Produkt kaufen würde.

99 Michael Oktober 24, 2008 um 21:24

@Ich
Falls Du dich beleidigt fühlst, wenn du die Ost – West – Karte zückst, mußt du dich nicht wundern, eine passende Antwort in einer Zeile abzukriegen. Denn das was du da abgesondert hast, war auch eine übelste Beleidigung. Wir leben im Jahre 19 nach dem Anschluß laut nicht mehr existierendem Artikel im Grundgesetz.

(Allgemein, der Solibeitrag hat mit dem Osten nichts zu tun, sondern ist eine “allgemeine Steuer” könnte also real abgeschafft werden. )

Natürlich weiß ich, daß die Masse der Leute, einschließlich gestandener Unternehmer, die es auch in meiner Familie gibt, keinen blassen Dunst haben. Weder von Geld, das sie möglichst raffen. Noch von Börse, die sie mit einer Gelddruckerei verwechseln. Und dann gucken sie wie ein paar Autos, wie sich die zusammen…. Ersparnisse in Luft auflösen.

Für Optimisten noch ein recht netter Link:

http://www.economagic.com/em-cgi/PW_MChartOmni.exe/save:economagic!LiborEC1m3m6m12m

100 Nanuk Oktober 24, 2008 um 21:28

Aber das heißt doch nicht, dass alle anderen Leute das auch unbedingt machen müssen.Im übrigen ist den meisten durchaus bewusst, dass konventionelle Nahrung unter Bedingungen und mit Zutaten hergestellt wird, die man problematisch finden kann.

Ja eben sie essen es aber trotzdem…
Das ist doch das Problem das wir zu lösen versuchen.Warum kauften die Banker obwohl sie es hätten besser wissen müssen trotzdem den Schrott?

101 Michael Oktober 24, 2008 um 21:30

Link 99 bitte mit markieren, dann strg c, in Kursor in die adreßzeile, strg v und enter, funktioniert sonst nicht.

102 otaku Oktober 24, 2008 um 21:30

Ganz einfach: Iss keine Pizza. Allgemein : Verzicht auf vieles. Reduktion in allem auch in der Population. No easy way out, sorry. Es wird sehr sehr weh tun, aber wenn wir überleben wollen… . andernfalls werden wir überlebt. Auf die eine oder andere Art und Weise…

Have fun
Otaku

103 snozin Oktober 24, 2008 um 21:34

Staubtuch
Staaaubtuuch! @Ich

Wisch!

104 Ich Oktober 24, 2008 um 21:41

@Nanuk,
meinen Vater habe ich nur erwähnt als ein Beispiel einer Person, die sich eigentlich mit Wirtschaft auskennt aber den Teilaspekt des Geldwesens nur sehr rudimentär verstanden hat. Also als Beispiel, dass im Bankwesen der freie Markt nicht funktioniert, weil die Kunden der Banken nicht verstehen, was ihnen da eigentlich wirklich angedreht wird.

Zur Pizza. Ja, langfristig krieg ich vielleicht keine Pizza mehr. Die Spanier aber auch nicht, deshalb hoffe ich doch, dass die sich darum kümmern. Ich denke nicht, dass Spanien ein so rückschrittliches Land ist, dass wir den Spaniern Vorschriften machen müssen, wieviel Wasser sie verbrauchen dürfen. Und selbst wenn sie so rückschrittlich wären, wäre es doch recht imperialistisch Vorschriften machen zu wollen. In jedem Fall ist Spanien nicht zu arm, als dass sie ohne unsere Hilfe zu einem solchen Verhalten erpresst werden. Es handelt sich auch um eine Demokratie, und wenn sie sich entscheiden Raubbau an der eigenen Zukunft zu betreiben, dann sehe ich nicht uns in der Verantwortung. Alternativen wie nur lokal zu essen gibt es natürlich, aber das ist leider recht aufwändig.

105 Ich Oktober 24, 2008 um 21:55

@Otaku,

Ganz einfach: Iss keine Pizza.
vermutlich ist aber nicht nur Pizza mit Problemen verbunden, würde mich doch sehr wundern. Mir ist schon bewusst, dass es weniger problematische Nahrung gibt, aber Pizzen haben halt auch Vorteile, wie, dass man sie einfach in den Backofen schieben kann, wenn man wenig Zeit hat, dass man sie längere Zeit vorrätig halten kann, wenn man nur einmal die Woche einen Großeinkauf macht, usw.
Und irgendwas muss man dann halt doch essen. Der Name “konventionelles Essen” besagt dann übrigens auch, dass es der Standard ist. Ich sehe eher spezielle Biosiegel als zusätzliche Info.

106 Nanuk Oktober 24, 2008 um 21:55

@Ich
Das ist genau das Problem das du dich nicht verantwortlich fühlst für raubbau in Spanien obwohl du mit verantwortlich bist weil du die Produkte kaufst.

Von Verantwortung kann man ja eben garnicht reden weil wir von PR Manipuliert werden wie ich schon sagte.Du kannst die Entscheidung garnicht fällen weil dir die Informationen fehlen und nochmal du sollst es auch garnicht du sollst kaufen und nicht denken.

Otaku ist da nicht so grosszügig der sitzt im Wald und sagt selbst schuld wenn ihr alle draufgeht. ;)

107 Nanuk Oktober 24, 2008 um 22:01

Und irgendwas muss man dann halt doch essen.

Niemand will dir die Pizza vermiesen es geht darum wie kann man dafür sorgen das alle Produkte die wir benötigen so hergestellt werden das sie möglichst wenig unserer Umwelt schaden und dabei noch arbeit für alle garantieren.Also allen ermöglichen zu Leben darüber muss man sich Gedanken machen weil sonst sind wir alle Toast so einfach ist das ;) jemand ne idee…
lol

108 Ich Oktober 24, 2008 um 22:03

@Michael,
ich weiß jetzt nicht wirklich, wovon du dich persönlich angegriffen fühlst. Auch wenn der Soli in ganz Deutschland erhoben wird, kannst du doch wohl nicht bestreiten, dass es insgesamt einen massiven fiskalischen Transfer von West nach Ost gibt. Ich finde das auch gar nicht schlimm und auch nicht beleidigend für Ostdeutsche. Die meisten können doch gar nichts dafür, dass sie in einem weniger effizienten Wirtschaftssystem leben mussten als die Westdeutschen und wie ich oben geschrieben habe, haben Westdeutsche bei der Wiedervereinigung dafür gesorgt, dass viele ostdeutsche Betriebe durch absurde Lohnerhöhungen unrentabel wurden, was zu hoher Arbeitslosigkeit und teilweise damit auch zur Notwendigkeit für die fiskalischen Transfers geführt hat.
Aber wenn internationale Vergleiche von Deutschland mit anderen Ländern angestellt werden, kann man doch auch nicht einfach die Wiedervereinigung vergessen.

109 Ich Oktober 24, 2008 um 22:06

@Nanuk
Niemand will dir die Pizza vermiesen
Doch Otaku. Der meint, die Lösung für das von dir beschriebene Problem ist, einfach keine Pizza zu essen – und hat im Grunde sogar recht.

110 mhh Oktober 24, 2008 um 22:31

Was man HEUTE nochmal lesen sollte:

http://de.rian.ru/analysis/20070213/60672011.html

Putins Rede in München am 10. Februar 2007.

111 Exit Oktober 24, 2008 um 22:33

@Ich

Märkte funktionieren nach Lehrbuch einfach ausgedrückt, wenn

a) Konkurrenz herrschte (also keine Monopole und ähnliches Zeugs),
b) die Märkte transparent,
c) Güter und Dienstleistungen vergleichbar,
d) die Marktteilnehmer in einem hohen Masse anpassungsfähig
d) und vernünftig wären (und sich eben beispielsweise nicht durch PR steuern liessen).

Aber selbst dann kommt es zu Marktversagen (z.B. siehe Pizza-Problem, Verteilungsfrage, öffentliche Güter, usw.).

Was die Verteilungsfrage betrifft, muss ich mich noch korrigieren. Die 10 % reichsten Deutschen verfügen natürlich nicht nur über ca. 43 %, sondern 63 % aller Vermögen. So viel zum Erfolg freier Märkte.

112 mhh Oktober 24, 2008 um 22:36

Dass das alles von der US-Regierung und der FED künstlich herbeigeführt worden sein könnte, glaubt hier wohl niemand?

113 Bernhard aus Frankfurt Oktober 24, 2008 um 22:44

Hmmm, your comment seems a bit spammy. We’re not real big on spam around here.

Please go back and try again.

Was soll der Käse?

Gern würde ich Kommentare verfassen. Und manchmal zwei oder drei Links, die hier interessant sein könnten, hinzufügen. Das geht nicht. Firefox 3.0 unter Ubuntu. Galeon unter Ubuntu!

Gruß aus Frankfurt-Bornheim
Bernhard

114 mhh Oktober 24, 2008 um 22:49

@Bernhard: Vielleicht solltest mehrere Beiträge schreiben – bei mir gings ja auch.

115 Bernhard aus Frankfurt Oktober 24, 2008 um 22:56

@mhh: ich habe eine eMail herausgehauen. Mal sehen ob ich eine Antwort kriege. Der Text steht auf dem Kriegsfuß mit dem Spamfilter. Ähmm: eher umgekehrt.

Mal sehen, was der Inhaber des Weblogs dazu meint.

Danke auch für den Tipp.

Gruß
Bernhard

116 Bernhard aus Frankfurt Oktober 24, 2008 um 23:00

Das Bildungsniveau hier ist sehr unterschiedlich. Ich habe ein paar Links, die zum Nachdenken anregen, was die Marktwirtschaft betrifft. Sachlichkeit nimmt ideologische Schärfe, so hoffe ich:

1. Joseph-Pfennig. Schon gehört? Ein Gedanke zu 5% Zinsen jedes Jahr, was es damit auf sich hat: vielleicht wird der Text jetzt zugelassen ohne Links – bitte bei Wikipedia nachschlagen.

2. Das Jubeljahr Bekanntermaßen wurde alle 50 Jahre alles auf Null gestellt: Hebräische Sklaven wurden frei gelassen, Alle Schulden erlassen usw… (A. T. / Kalmud) . Nach Prof. Bernd Senf diente das dazu, die Uhren auf Null zu stellen, um wegen der Zinseszinsentwicklung entstehende Spannungen zu entschärfen.
Link: vielleicht wird der Text jetzt zugelassen ohne Links – bitte bei Wikipedia nachschlagen.

3. Die Videos von Prof. Bernd Senf sich (durchaus kritisch) einmal ansehen. Die Wirtschaftsvideos werfen interessante Fragen auf. Zu den esoterischen Ansichten schreibe ich nichts, das soll jeder halten, wie er will. Hier die Webseite, die zu den Videos verlinkt {etwas langatmige Seminarvideos, bitte Geduld mitbringen}: vielleicht wird der Text jetzt zugelassen ohne Links – bitte googeln, der Mensch hat eine Webseite mit seinem Namen.

Mein Wirtschaftsweltbild hat sich in den Jahren verändert. Machen Sie sich selbst ihr Bild. Vielleicht ändert sich Ihres auch…

Ach so, wer das Faible für die Schulökonomie hat, für den habe ich hier einen besonderen Link:
http://hans-markus.de/finance/195/gliederung_finance/ Dieser Link ist für die etwas Anspruchsvolleren…

Gruß aus Frankfurt-Bornheim
Bernhard

117 Ich Oktober 24, 2008 um 23:07

@Exit,
Ja, aber es gibt auch einen Unterschied zwischen funktionieren und perfekt funktionieren. Gewisse Unvollkommenheiten führen nicht gleich zum Zusammenbruch. Und wenn man was gegen diese Unvollkommenheiten tun will, dann sollte man evolutionär, also mit kleinen Änderungen, deren Folgen man in etwa vorhersehen kann, und am besten auch wieder rückgängig machen kann, falls sich die Änderungen doch nicht so auswirken wie gewünscht, vorgehen, nicht revolutionär, also mit großen Änderungen, deren Folgen man realistischerweise nicht abschätzen kann.
Wenn der status quo mit nur kleinen Änderungen natürlich absehbar in den Untergang führt, muss man auch mal größere Änderungen riskieren, aber das ist nicht die Regel.
Freiheit hat auch einen Wert und es ist objektiv nicht möglich ohne seine Weltanschauung auf andere zu übertragen, ein vernünftiges Verhalten klar zu definieren. Die Forderung nach der Vernunft und der Ablehnung von Werbung kann ich mich daher nur in exzessivem Missbrauchsfällen schließen.

Die Verteilungsfrage ist nur dann ein Problem, wenn es eine soziale Frage ist, wenn das Einkommen, sei es selbst erwirtschaftet oder von der Gesellschaft zur Verfügung gestellt, nicht mehr für ein menschenwürdiges Leben reicht. Ich habe ja auch nicht gesagt alles was Lafontaine sagt sei falsch (die Riesterrente z.B. mag Lafo ja auch nicht), aber er übertreibt es und macht Entwicklungen für die derzeitige Krise verantwortlich, die es einfach nicht sind. Das ist in Deutschland ein spezieller Sektor, den nur wenige Leute verstanden und (de)reguliert haben. Die Nutznießer sind – nachdem es nun so prächtig daneben ging – eine handvoll Leute in Frankfurt und vor allem in London und Amerika. Die meisten Wohlhabenden in Deutschland haben ihren Reichtum nicht aus Geschäften auf dem internationalen Kapitalmarkt (obwohl das wahrscheinlich zuletzt auch schon ein paar waren).

118 mhh Oktober 24, 2008 um 23:13

Krugman: “Its a conspiracy – i tell you”

http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/10/22/its-a-conspiracy-i-tell-you/

Wenn sie diesen verdammten Nobelpreisträgern endlich den Mund und die Meinungsfreiheit verbieten würden, könnte ich noch ein paar Tage die “heile Welt” geniessen…

119 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 23:15

@wgn: Taktik hat funktioniert

dank Oskar aus der linken Tonne hat es hier eine lebhafte Diskussion gegeben, die zum einen den Sozialdemokraten Sorge bereitete über ihre zukünftigen Wahlerfolge,

und zum anderen ablenkte von den Bankern (!) , die mit renditegeilen Verbriefungen die Blase so richtig aufgepumpt hatten.

Weiter oben sah ich den Vergleich zwischen Finanzwelt und Gesundheitswesen. Durchaus zutreffend: in beiden Bereichen ist Vertrauen die Grundvoraussetzung für jede Tätigkeit, und beide Bereiche sind zwingend notwendig für die Allgemeinheit.

Und das Gesundheitswesen hat genug Skandale, die sehr schädlich waren, und viele Menschen lebenslang schädigten, genannt sei Contergan.

Gesellschaftliche Konsequenzen nach Contergan:
verschärfte Gesetze, strengere Zulassungsregeln, mehr staatliche Aufsicht.
Konsequenz für die Industrie: mehr Aufwand, mehr qualifizierte Mitarbeiter notwendig, bessere Produkte durch verbesserte Produktsicherheit, dadurch höhere Preise möglich und höhere Industriegewinne; und die Zahl der Betriebe und der Produkte nahm ab, der jeweilige Umsatz aber zu. Marktbereinigung.

Ähnlich war das Verhalten des Staates in den 1920´er Jahren bei der Einführung der Betäubungsmittelgesetze, nachdem in Grössenordnungen der Missbrauch, auch durch Fachleute, sichtbar wurde, der mit notwendigen, aber suchterzeugenden Mitteln betrieben wurde. Auch Kreditfinanzierungen können süchtig machen.

Im Lauf der Zeit wurden staatliche Anforderungen ausgeweitet, Produkthaftung und Dokumentationspflicht verschärft, so daß mittlerweile die Industrie freiwillig Produkte aus dem Verkehr zieht, wenn Probleme ersichtlich werden.

Grenzüberschreitender Warenaustausch wird begrenzt, weil grenzüberschreitende Kontrollen nur begrenzt durchsetzbar sind. Und es ist Illusion zu glauben, es gäbe allgemein freie Märkte. Gewisse Begrenzungen, staatlich oder durch die Unterschiede der Marktbeteiligten bedingt, gibt es in jedem Geschäftsfeld.

Deswegen werden wir nach Neustart des Systemes, den wir bald sehen werden, weniger Freiheit der Banker haben und mehr staatliche Mitwirkung. Staatliche Behörden werden grösser: wie sollte denn die BaFin mit 1.600 Mitarbeitern bislang die Überwachung von 2.100 Kreditinstituten, 630 Versicherungen, 700 Finanzdienstleistern und 80 KAG mit über 6.000 Fonds durchgängig sicherstellen können? Das internationale Mezzanine-Geschäft konnte da doch nur weitgehend unkontrolliert laufen.

Das Showbusiness hat Koks, und die Finanzwelt hat Verbriefungen. Damit war die heisse Party in Gang gekommen.
Und die Langweiler, die clean bleiben wollten, mussten draussen bleiben, und dürfen nun aufräumen.

120 hyperinflation Oktober 24, 2008 um 23:28

warum macht sich ein erfolgreicher Unternehmer solche Gedanken?

http://www.archiv-grundeinkommen.de/werner/Zwischenbilanz-zum-Grundeinkommen.pdf

121 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 23:42

@hyperinflation

Ziel der Grundeinkommen-These:

Sozialversicherungen komplett abschaffen und den Sozialstaat zm Platzen bringen.

Gleichzeitig Steuern senken für die Wohlhabenden, die ohne Sozialleistungen zurechtkommen.

Wer sein Geld nach Island bringt, findet diese free-lunch-Variante sicher auch optimal.

122 staph.aureus Oktober 24, 2008 um 23:45

Und wie man mit dem asset-management einer Bank so richtig auf die Plauze fällt, sieht man hier:

http://de.youtube.com/watch?v=HqLEpYzw1tc

Have fun !

123 mhh Oktober 24, 2008 um 23:49

Wie berechenbar der Mensch doch ist.

Gestern war ich in einer Spielothek und habe die gesetzlich vorgeschriebene Warnung gelesen. Damit es nicht zur Sucht wird… Die hätten einige Banker als Bildschirmschoner gebraucht.

Man nehme jegliche Regulierung aus den Finanzmärkten, vertraue auf die niederen Instinkte des Menschen…

Hat ja 1929 auch geklappt. In den 20ern wurde die Deregulierung jedenfalls ebenso zelebriert wie in den letzten Jahren.

Kürzlich habe ich ein Dokumentarspiel in schwarz/weiß mit Curd Jürgens aus der Jahre 1966 gesehen. Ich hab gedacht ich bin im falschen Film – das kam mir alles so bekannt vor…

124 mhh Oktober 24, 2008 um 23:51

Hab ganz vergessen:

hier über das Dokumentarspiel:

Zu den schicksalsschwersten Daten der Geschichte gehört der 25. Oktober 1929, der “Schwarze Freitag”. Die Weltwirtschaftskrise, die Verzweiflung und Selbstmord, Arbeitslosigkeit, Massenverelendung und politische Radikalisierung im Gefolge hatte, nahm mit dem New Yorker Börsenkrach an diesem Tage ihren Anfang. Im Mittelpunkt der Handlung steht der amtierende Präsident der New Yorker Börse im Herbst 1929, Richard Whitney. Im Auftrag der Großbanken unternahm er am Vortag des Zusammenbruchs noch einmal eine Stützungsaktion, die den Gang der Ereignisse nur für wenig mehr als eine Stunde aufzuhalten vermochte. In der Hauptrolle ist Curd Jürgens als Richard Whitney zu sehen. Ihm zur Seite stehen so profilierte Darsteller wie Dieter Borsche, Hans Christian Blech und Erik Ode.
Szenenbild: Erich Kesselhut

http://www.terminmarktwelt.de/cgi-bin/nforum.pl?ST=13812&F=47#newmsg

125 Guido C. Oktober 24, 2008 um 23:58

@119 staph.aureus

“Weiter oben sah ich den Vergleich zwischen Finanzwelt und Gesundheitswesen. ”

Das ist zwar eine Jahrhundertkrise,
doch der Betrug mit der Gesundheit ist der größte Betrug aller Zeiten.

126 mhh Oktober 24, 2008 um 23:59

http://de.rian.ru/analysis/20070213/60672011.html

Auch wenn ich nerve:

Putins Rede (München 2007) sollte jeder nochmal aus heutiger Sicht betrachten…

127 Pizzaboy Oktober 25, 2008 um 00:01

@nanuk, ich, otaku

“Iss keine Pizza” :

http://de.youtube.com/watch?v=YpJjAL2V3-M&feature=related

128 Gido´s Pfleger Oktober 25, 2008 um 00:11

@Guido C.

Betrug mit der Gesundheit: meinst Du das ?

http://de.youtube.com/watch?v=gMQPkzcM8WA&feature=related

129 hyperinflation Oktober 25, 2008 um 00:18

@121

was genau meinst Du ?

http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

schon mal in Ruhe alle Aspekte betrachtet oder nur Reflexartig nach einem Schlagwort geschnappt?

Ist natürlich ne Zumutung sich einernhalb h Zeit zu nehmen damit man auf theoretisch gleicher Erkenntnisbasis weitermachen könnte …

130 hyperinflation Oktober 25, 2008 um 00:21

was funktioniert den so toll in der aktuellen Umsetzung unsere “Sozialversicherungen” ?

Ein Zwangsumverteilungsladen mit schlecht möglichstem Ergebnis für den Ausgepressten

Wenn das Einkommen unmittelbar mit Arbeit verbunden wäre,
dann müssten die Maschinen die meisten Einkommen erhalten.
Es ist aber so, dass die Menschen, deren Arbeit sie übernehmen,
weiterhin ein Einkommen brauchen.

Teuer ist menschliche Arbeit, weil Menschen ein Einkommen brauchen und weil auf ihre Arbeit die Steuer erhoben wird.

Die Initiative anderer ist es, von der ich etwas habe.
Initiative aber kann ich nicht kaufen, sondern nur ermöglichen!

Wir haben ja eine total absurde Situation:
Zum einen zuviel Geld und Produktionsüberkapazitäten
fast überall… Zum anderen eine riesige Arbeitslosigkeit und unglaublich viele ungelöste Aufgaben.

131 joerg Oktober 25, 2008 um 00:38

@weisnix

arbeitet der beste Papi der Welt eigentlich mit stop-loss?

132 Rapheth Oktober 25, 2008 um 00:42

@ich

Die Tiefkühlpizza ist des Pizzabäckers Feind.

Wird nun eine Pizza an der Lohnsteuer vorbei von einer exportierten deutschen Maschine in Spanien produziert, weis keiner mehr wer was, wann wie gemacht hat und wer davon profitiert.
Der Prozess von „Erde zu Erde“ läuft dann nämlich anonym ab.
Der Maschine ist es egal ob die Pizza schmeckt oder gar gut ist – uns mittlerweile auch.

Das meinte wahrscheinlich Marx mit der „Entfremdung des Menschen vom Produkt “.

Der Name dürfte übrigends in nächster Zeit öfter fallen

133 Rapheth Oktober 25, 2008 um 02:18

Pizza vom Bäcker, Pizza vom Verkaufsstand, Tiefkühlpizza

Analog dazu: M 1, M 2, M 3

=>Die Geldmengen stehen in Wettbewerbsverhältnisen zueinander.

Die Produzenten (M 1)können niemals soviel Rendite erwirtschaften wie ein Bankensystem (M 2), das Endloskredite aus Staatskassen, die mäßige inflation als Geldumlaufsicherung anregen sollten, selbst verwertet (M 3).

siehe auch bei Hase und Igel v. FL

Liege ich da völlig falsch?

134 otaku Oktober 25, 2008 um 05:07

@pizzaboy
Na wunderbar. Erstens kann ich das nicht sehen, zweitens mal die AGBs dieses Ladens gelesen ? Wer YouTube benutzt ist ein Vollidiot. ( Ditto 99.99 Prozent der sg. Sozial Networks, was für eine Verarsche…. )

Den diese sagen aus alles was du da hoch lädst gehört YouTube.
Geile Geschäftsmethode. Würde ich so arbeiten säße ich Ruckzuck im Knast. Aber nun ja man muss nur genug Leute finden die lieber Bildchen gucken statt lesen und schreiben, dann klappt das schon… . Dekadenz wohin das trübe Auge blickt.

@Nanuk
Wir habe es in der Hand, zumindest einen grösseren Teil der derzeit lebenden das Überleben zu ermöglichen. Tun wir das nicht wie derzeit, sind wir im Wortsinne unmenschlich. Dann sollten wir abtreten. Der Evolution fällt schon noch was anderes/besseres ein. Kein Problem at all. Nur gut finden kann ich es nicht. Noch zu egoistisch. Ich arbeite dran.

@ich
Aha, du hast also keine Zeit. Erstaunlich. Wieso ? Weil du etwa Geld verdienen musst ? Wieso ? Sind wir wirklich schlechter dran als Neandertaler ? Die brauchten zum Nahrungserwerb incl. allem nötigen erwiesenermaßen ca. 4 Stunden am Tag. Der Rest war “Freizeit”. Das hat uns “Weiterentwicklung” ermöglicht.
Und nun haben wir uns so weiterentwickelt das wir gar nicht mehr verstehen was wir entwickelt haben. Großartig. Es sei an der Stelle mal daran erinnert das wir nicht intelligenter sind als besagter Neandertaler. Wir wissen nur mehr. Und was machen wir draus ? MacDonalds. Prima, dafür Millionen Jahre Entwicklung. Das kann es doch nicht sein…

@Rapheth
Sehr schön. Detailfehler außen vor, aber anschaulich. Ergo : Das Sytem ist fuern Arsch. Weg damit.

Have fun
Otaku

135 Paul Pretzel Oktober 25, 2008 um 09:05

1. Zur Person Lafontaine

Zunächst: Ich habe mir den Bogenpisser-Clip nicht angesehen. Denn:

Wenn ích den Herrn über Solidarität reden höre, dann denke ich daran, wie der selber seine Aufstieg in der SPD bewerkstelligt hat. Egal, was der zu kurz gewachsene Saarländer erzählt, für den gibt es auf der Welt nur einen Menschen, ihn selber. Alle anderen sind Mittel zum Zweck und so behandelt er sie auch.

Wenn ich den Herrn über seine Liebe zum und seinen Einsatz für den kleinen Mann reden höre, denke ich daran, wie er seinerzeit einen Sternekoch als Leibkoch eingestellt hat, und das damit rechtfertigte, ein Koch bedeute ihm mehr als ein Sesselfurzer. Damit hat er auch gleich gesagt, was er von seinen eigenen Leuten in der Verwaltung hält, gelebte Solidarität eben.

Wenn ich den Herrn über Wirtschaft reden höre – auf dem Gebiet hält sich der ehemalige Strassenbahner (ja, Vorstand Stadtwerke Saarbrücken, das war dein erster Job, den er über sein Parteibuch bekam, so war das damals im Saarland) für kundig, dann denke ich daran, was er als Ministerpräsident gemacht hat – Schulden, nichts als Schulden. Immerhin mit dem Erfolg, dass es auf absehbare Zeit das Saarland weiter geben wird, sechs Landkreise mit 1 Mio Einwohnern, die Bundesland spielen. Der erste von den Bonzen dort, der in etwa die wirtschaftlichen Kenntnisse hätte, die es braucht, eien Pommesbude zu führen, würde den ganz schnell abschaffen, den Wassserkopf, der solchen Figuranten wie Herr Bogenpisser eine gute Posten gibt.

Wenn ich den Herrn über die Bankenkrise reden höre, ja war er denn im Aufsichtsrat der KfW oder nicht? Man hat ihn nicht ausreichend informiert, nein sowas, die Bösen aber auch. Wenn er seien Sitzungsgelder nicht pünktlich erhalten hätte, hätte der Bogepisser schon gewusst, was er zu machen hat, aber so…

Eigentlich wäre die Person Lafontaine Gegenstand für einen klinischen Psychiater. Der könnte fachlich fundierte Aussagen darüber machen, inwieweit und auch welche Störungen der Persönlichkeit einer politischen Karriere förderlich sind.

Der Herr ist ein Karrierist, der geschickt die Fehler anderer für sich nutzt. Insofern steht ihm das weiland Haiderlein näher als irgend ein anderer. Der Bogenpisser ist nicht links, er ist Lafontaine. Der spielte schon die Ausländerkarte und kam damit durch, jetzt sind es die Bänker, die alle verhaftet gehören, immerhin, so bleibt uns zunächst einmal die Masche Lafo gegen Europa erspart.

Es gab einen Moment, in dem der Bogenpisser sein wahres Gesicht zeigte: Als der Möchtergern Helmut Kohl den Bundeskanzler Helmut Schmidt ablöste. Da trat der Bundskanzler nach seienr letzten Rede vom Pult ab. Der Bogenpisser satand hinter ihm, und konnte sich gerade noch beherrschen, Helmut Schmidt, einem guten und aufrechten Sozialdemokraten, nicht in den Hintern zu treten.

136 Paul Pretzel Oktober 25, 2008 um 09:18

2. Die Linke (West)

Zunächst: Ich rate jedem strebsamen jungen Mann, jeder strebsamen jungen Frau, die derzeit ein Studium absolvieren, dazu, eine Parteikarriere bei Die Linke (West) anzustreben.

Wenn in verschiedenen Blogs und Foren so lese, wer alles was alles wählen will, wird Die Linke (West) nach den nächten Wahlen deutlcih mehr Posten zu vergeben haben, als dafür qualifizierte Mitglieder vorhanden sind.

Um einigen Irrtümern über meine Aussage vorzubeugen:

Ich halte Die Linke nicht für links. Die reden vielleicht davon, aber die wissen auch, dass das Lenin´sche Konzept Kaderpartei (der führte seinerzeit einen Bürgerkrieg, den er auch gewann, von den Opfern vwie von den Tätern is keien Rede mehr, warum wohl nicht?) Kader ins Brot setzt, das sie anderswo schwerer bekommen.

Die WASG war eine Gründung abgelutschter Gewerkschaftler und Sozialdemokraten mit Karriereknick. Die sahen ihr Heil in der Fusion mit der Linkspartei, weil die im Osten sich nach Westen ausdehnen wollten, Geld spielte keien Rolle.

Die Linkspartei (West) wird in Zukunft die politikfähigen Gewerkschaftler und abgehalfterten Sozialdemokraten aufnehmen. Was für charakterliche Anforderungen dabei gestellt werden, zeigt die Personalie Lafontaine:

Solange er sie Rampensau gibt, darf der sogar die Versatzstücke der alten neuen Nazi-Denke transportieren. Links ist da gar nichts, Effekt alles.

137 Emma Oktober 25, 2008 um 09:23

Leute,
wie könnt Ihr es in vielen Beiträgen verteidigen wenn Menschen Kapital und Reichtum und Macht anhäufen ohne Grenzen. Diese beschaffen sich diese Dinge nicht durch eigene Leistung. Wenn die Klofrau ihre Arbeit nicht mehr tut steht auch irgendwann die Deutsche Bank still, genauso wie ein guter Chef vonnöten ist. Ist unter dieser Prämisse ein 300 – faches Gehalt des Chefs gerechtfertigt? Wer kann einen solchen Mehrwert erbringen? Kannst Du dir vorstellen, das jemand täglich, Jahr ein Jahr 300 mal soviel leistest, verantwortet usw. wie Du in Deinem Job?
Das ist nur schamlose Nutzung von Möglichkeiten derer die zufällig an der Quelle sitzen. Das ist genauso kriminell wie jede andere Straftat, denn es zerstört den gesellschaftlichen Frieden, sorgt für Wut und Aufruhr, es schädigt uns alle irreversivbel, zerstört die Grundlage unseres Lebens.

138 Michael Oktober 25, 2008 um 10:06

@joerg
Kein wirklicher Anleger, der noch alle Tassen im Schrank hat, arbeitet mit stop loss. Man kauft möglichst tief und hält. Und man kauft niemals Unterkante Oberlippe. Und man kauft bei Marktschwäche anteilig nicht so viele Aktien. Und man variiert Währungen. Und wer Dollarpositionen hat, sollte niemals ein Goldäquivalent vergessen. Verluste muß man je nach Charakter durch Zocken kompensieren. Und das bedeutet bei Debakel kaufen und ein paar Tage oder Wochen später verkaufen.

Ist doch ganz einfach. Nähmen wir einen Fonds, der wegen der seit 2006 sicher zu erwartenden Baisse 2007 den Aktienanteil auf 10 % reduziert hatte. Auch seine Aktien hätten im Schnitt 50 % Kursverlust. Auf seine Aktien und Anleihen kassiert er 4 % Dividenden und Zinsen. Er verliert in diesem Jahr ohne äußere Einwirkungen, nur in eigener Währung (mit CHF, JPY und $ wäre er besser) durch Kursverluste von Aktien und Anleihen um 7 %. Allerdings nur dann, wenn er nicht kreditfinanziert arbeitet. Oder aber reihenweise Anleger flüchten. Die flüchten aber genau dann, wenn er schlecht ist.

Demzufolge muß man anerkennen, daß sehr viele Fonds wirklich beeindruckend schlechte Leistung zeigen. Wer nun Freund von Fonds ist, variiert eben Anteile an Aktien- und Anleihenfonds. Das könnte ich aber heutzutage nicht empfehlen. Genausowenig wie x-beliebige Zertifikate. Nun gut da gibt es wohl noch Zwänge, die man als Uneingeweihter nicht wissen kann. Aber mit trivialen Dividendenpapieren und Anleihen, ebenso gewichtet, wäre man besser gefahren. Und immer neue Tiefststände sprechen für eine allmähliche Erhöhung des Aktienanteiles und Verringerung der Anleihen.

Es ist durchaus abzusehen, daß wir ein paar Tage seitwärts laufen und danach eine Bärenmarktralleye starten. Sollten die 2003-er Tiefs S&P500, DOW und co. in den nächsten Tagen nicht halten, kann ich mir aber ein Durchrauschen beim DAX bis 2200 in einem Ritt vorstellen. Für Anleger mit mittlerer und langer Sicht ist das jedoch unerheblich. Die weiter zu erwartenden Leitzinssenkungen deuten an, daß wir spätestens 2009 die Index-Tiefs von 2003 unterschreiten. Und damit wäre eine sehr lange Aktienbaisse, Typ Japan, eingeleitet.

Fakt ist, daß die USA schon seit Jahresanfang in einer Rezession stecken, die Banken belieben sich wieder zu vertrauen (dafür vertraue ich der Bank und der Regierung aber nicht mehr) und Aktien technisch beeindruckend überverkauft sind.

@Paul Pretzel
Er ist Demagoge und Populist. Das Schlimme ist, daß hier die Gewerkschaften und Volksparteien ihrer Namen nicht mehr würdig sind. Die Probleme sind in erster Linie Wirtschaftspolitik- und Finanzpolitik- verschuldet, mit der Rückkopplung Global Player, Banken und Exportorientierung. Hauptursache neoliberale Denkweise.

139 Paul Pretzel Oktober 25, 2008 um 10:25

emma,

Wenn die Klofrau ihre Arbeit nicht mehr tut steht auch irgendwann die Deutsche Bank still, genauso wie ein guter Chef vonnöten ist. Ist unter dieser Prämisse ein 300 – faches Gehalt des Chefs gerechtfertigt?

das entscheiden nicht die Beschäftigten bei der DeuBa, auch nicht der Betriebsrat oder die Gewerkschaft ver.di (die haben dafür ein paar nette Pöstchen im Aufsichtsrat, näheres dazu im Geschäftsbericht), auch nicht die Kunden der DeuBa oder gar die Wähler zum Deutschen Bundestag oder die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main, sondern die Hauptversammlung und das jedes Jahr aufs neue.

und, immer vorsichtig, wenn man mit dem Finger auf andere zeigt, Gustav Heinemann sagte dazu seinerzeit das Passende.

140 NoVo Oktober 25, 2008 um 10:29

@Paul Pretzel: Bogenpisser

Bogenpisser ist gut ;-)

Hat er nicht einfach das “moderne” Prinzip Politik&PR am besten verstanden?

Such Dir immer die grösste Welle und setz Dich ganz obenauf.
Aber nur am vollen Strand.

Bogenpisser mag die Beach Boys ;-)

141 Nanuk Oktober 25, 2008 um 10:35

d) die Marktteilnehmer in einem hohen Masse anpassungsfähig
d) und vernünftig wären (und sich eben beispielsweise nicht durch PR steuern liessen).

Eben und da das die bedingungen sind können unsere Märkte nicht Funtionieren.

Weil
A Menschen nur begrenzt anpassungsfähig sind
B Menschen eben nur Vernunft begabt sind und nicht per se Vernünftig.

Die Schlussfolgerung und die Gedanken die wir uns machen müssen, nochmal machen müssen! Wie kann man Märkte so bauen das sie Menschlich sind.

Die Pizza Lobby und die Gewerkschaft mit den zwei G habe ich jetzt mal aussen vor gelassn.Sonst müste man noch 30 Seiten schreiben und das noch ich habe nix gegen Pizzen das ist nur ein Beispiel von vielen.

142 samuiman Oktober 25, 2008 um 10:40

@ Paul Pretzel :

was soll die Aufzählung der Lafontainschen “Erwerbsbiografie” bringen ? Er ist halt ein Berufspolitiker ;-) Nur, das kannst Du drehen und wenden wie Du willst, kannst ihn gerne Demagoge nennen (sind das nicht alle Politiker ? ), er sagt in diesen 11 min sehr viel wahres. Aus diesem Grund ist er wohl für andere Politiker ein Nestbeschmutzer (von Wasser predigen & WEin saufen will ich garnicht reden). Bist Du so naiv oder einfach nur dumm, um nicht festzustellen, dass es in allen anderen Partei-Ställen genauso aussieht ? Die Hetze über die Linken ist auch lächerlich, was für Luschen sitzen denn bei den Liberalen, da kann auch jeder 2.Semester-BWl-Arsch eine hervoragend Partei-Karriere hinlegen. Träum mal schön weiter… Die ganzen Alt-Parteien sind nur noch verfilzt, das einzige, worüber sie sich bei den linken aufregen ist, je mehr von denen in den Bundestag einziehen, desto weniger bekommen sie zu fressen, war mit den grünen “Schmuddel-Kindern” in den 80´ern genauso und die sind sogar nach ein paar Jahren in die Regierung gekommen (auch wenn man dafür alle Ideale und die eigene Großmutter verkaufen muss, siehe Zustimmung z. Jugoslawien-Krieg).

Im Endeffekt läuft alles wieder nur auf die Verteilungsfrage hinaus. Und die Diskussion hatten wir bei wgx schon des öfteren ! Es ist genug vorhanden (an Reichtum), es muss nur gerechter umverteilt werden. Wofür Vermögen über 50 Mio-€ ? Kann man alle enteignen. An die Dummschwätzer-Fraktion der “Arbeit-muss-sich-lohnen” : jeder Unternehmer beutet seine Angestellten aus und generiert so Reichtum, die einen machen es humaner und angenehmer für ihre “Leibeigenen”, die anderen sind da unbarmherziger ! Willkommen im Neo-Feudalismus, die Namen ändern sich, die Zeiten nicht ;-) Bin übrigens offiziell auch Unternehmer, nur beute ich mich lediglich selber aus und dies eher nach dem Minimal-Prinzip :-D

143 weissgarnix Oktober 25, 2008 um 11:19

@Joerg

Nein. Aber ich arbeite mit variablen Anlagehorizonten. Aktien halte ich daher nur sehr langfristig (>10 Jahre) bzw selber überhaupt nicht mehr, sondern nur für meine Kinder.

144 Oswald Spengler Oktober 25, 2008 um 11:24

“arbeitet der beste Papi der Welt eigentlich mit stop-loss?”

aber sicher schließlich hat er das Buch zur Weltwirtschaftskrise gelesen und verstanden.Wenn nicht hat er sich ein Schließfach mit Zeitschloß besorgt dass nach 30 Jahren aufgeht.Wenn es die Bank oder das Unternehmen dann noch gibt wohlgemerkt.

“derzeit ein Studium absolvieren, dazu, eine Parteikarriere bei Die Linke (West) anzustreben.”

oh ja..wird mein zweites Standbein…Politkommissar

“In die Hosen hat er sich geschissen, der Oskar. ”

aber nicht doch, er hat gesehen dass der Karren metertief im Morast steht, warum schieben ?

“Nun tobt an den Märkten Kyrill … . ”

ne nicht Kyrill , dass ist die Tsunamiwelle des Toba Ausbruchs…
deswegen denkst du und andere hier auch ihr wärt hinter einem 10 m Deich (Rekapitalisierung) sicher…
jetzt kommt alles aufs Mal: Nanuks “gesunde” spanische Banken gehen jetzt in Argentinen baden,neben Argentinen sind Island – der komplette Ostblock(Ungarn,Weißrussland, Lettland etc.),Pakistan,Russland reif für den Staatsbankrott, dann kommt noch die Asienkrise 2.0 dazu und wenn ich mir die Bilanz der FED so ansehen uhhh da wird einem schwindelig…Bin gespannt wann der Bailout für die Autoindustrie, die Luftfahrindustrie kommt usw etc…jede einzelne Krise wäre wohl kein Problem aber alle zusammen….

“habt ihr denn eine Krise ? ”

nö ich bin sehr safe in Gold ,Silber und Schweizer Franken schon seit Ende 2006…eure Krise ist nicht meine Krise studier auf einen sicheren Beruf hin und mach nebenbei noch bei einer Partei Karriere…danke für die guten Möglichkeiten die sich mir jetzt auftun…

Gold Einkaufskurs: 475 Euro Unze
Gold jetzt : 650 -700 Euro per Unze

DAX/Gold damals: etwa 1:16
DAX/Gold heute: etwa 1:6

in der Übertreibungsphase ganz sicherlich 10:1, wenn die Leute merken dass Dollar = Crap with letters and numbers, in der Phase Währungsreform…dann sollte man allerdings zusehen dass man dann draußen ist…

“Die weiter zu erwartenden Leitzinssenkungen deuten an, daß wir spätestens 2009 die Index-Tiefs von 2003 unterschreiten”

oh ja, denke wir werden 2009 bereits die 1000 sehen , am Ende in einer Range von 500 bis 1000 Punkten, dass wird eine bitterböse Depression

145 Oswald Spengler Oktober 25, 2008 um 11:27

“Aktien halte ich daher nur sehr langfristig (>10 Jahre) bzw selber überhaupt nicht mehr, sondern nur für meine Kinder.”

vernünftig…aber dann ist gutes Stock Picking mit Glaskugel angesagt…

146 snozin Oktober 25, 2008 um 12:11

@ Pretzelpaule

Scheint mir, Du hast irgendwann irgendwo einsehen müssen, dass der besser ist als Du.

147 mhh Oktober 25, 2008 um 12:53

@Spengler

Ich finde im Moment gibt es als Mensch der iin Deutschland im heute und jetzt lebt wichtigeres zu tun als sein Geln in Sicherheit zu bringen.

Fakt ist, dass die Regierung der USA mit Fannie und Freddy sowie mit mit “Unterstützung der FED” ein Szenario geschaffen hat, dass mit 1929 von der Ursache her 100-prozentig zu vergleichen ist. Nur hatte man damals für einen Aktien- statt Immobilienboom gesorgt. Weitere Unterschiede: Heute haben Niedrigverdiener 20 Kreditkarten und heute kann man die Forderungen per CDS überall versichern oder “unter falscher Flagge (AAA) ans Ausland verscherbeln. Jeder Depp, der auch nur ein bißchen weiter denken kann als bis zur nächsten Kreuzung durchschaut das.

Wer denkt das sei “aus Versehen” passiert, denkt sicher auch man hätte “aus Versehen” den Irak angegriffen und keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Lest doch mal was P. Krugman in seinem letzten Buch über die Leute schreibt, die zur Zeit in den USA an den Schalthebeln der Macht sitzen…

http://www.zeit.de/2008/04/P-Krugman

Und dann resumiert mal was unser ferngesteuerter Hosenanzug samt “ein-amerikanisches-Problem”-Steinbrück so tun.

Ich muss jetzt erstmal kotzen…

148 Ich Oktober 25, 2008 um 13:00

@Otaku,
Ausbildung ändert durchaus auch die Intelligenz, und da glaube ich sehr wohl, dass wir dem Neandertaler was voraus haben, selbst wenn er genetisch ähnliche Begabung gehabt haben sollte.

Aber die Option so zu leben wie die Neandertaler ist ohnehin nicht da. Schon mal was von Malthus gehört? Der sagte im Grunde, dass Produktivitätsgewinne einfach nur zu mehr Bevölkerung aber nicht zur Verbesserung des Lebens einzelner führen. Stimmte in den letzten Jahrhunderten nicht mehr wirklich, aber zumindest Deutschland hat etwa die 100 fache Bevölkerung, die mit einer Jäger- und Sammlerlebensart hier leben könnte. Insofern ist das wohl kaum eine Option, wenn wir nicht kurzfristig die Bevölkerung um 99% reduzieren.

149 otaku Oktober 25, 2008 um 13:41

( sorry WGN, wenn dir das zu off topic wird, kill it )

Gähn.
Was erzähle ich den dauernd ? Es gibt mehr Menschen als Ressourcen. So einfach. Wir müssen gar nix reduzieren. Wir werden reduziert. So oder so, wenn wir uns nicht ändern. Und die Option ist da, platt ausgedrückt :

Mach es wie ich solange noch Platz da ist, man kann nicht alle retten, und hoffe das du weit genug von allem weg bist was denkbar ist, u.a. dem plündernden Mob in Großstädten ect. pp.

Wenn nix passiert haste ein schönes, einfaches, nützliches Leben, auch wenn du nur ein paar hundert Bäume gepflanzt hast, wenn es so kommt wie ich denke, dann hast du eine zumindest minimale Chance.

( Schaue dir bei Interesse mal die Geografie an wo ich sitze, mir fällt absolut nix ein was mich da umhauen könnte, während London, New York, Stockholm und Hamburg bereits Geschichte sind ) :-) . Beispielsweise.

Den wenn er kracht ist es zu spät, das erste was zusammenbricht ist die Infrastruktur. Mal überlegt was zb. in Berlin los ist wenn nur 5 Tage keine Versorgungsgüter per LKW und Bahn in die Stadt kommen ? Die Hölle möchte ich nicht erleben…. Spinnerei ja ja ich weis. ..

Hups, war da nicht ne Meldung das der Güterverkehr per Schiff aus Ostasien bereits weitgehend zusammengebrochen ist weil keiner mehr die Versicherungsprämien/Frachtrisiken bezahlen will ? Und das Island nur noch über Lebensmittelvorräte für höchstens 5 Wochen verfügt ? Tja , wenn die wie bisher auch nur die Vorreiter sind…

Aber hey das ist my Way der muss weder richtig noch Allgemeingültig sein. Nur nach meiner Meinung ist das sehr klug und das einzig richtige. Und ich hoffe sogar das ich nicht recht habe. Aber leider sieht es nicht so aus.

Malthus ist übrigens.. nun ja. Leicht angestaubt ;-) ) ?

Deine Beobachtung zur Intelligenz verkennt übrigens einige Fakten, kognitive und praktische Intelligenz beispielsweise sind 2 paar Schuhe. Wir sind NICHT intelligenter als Neandertaler.
Buchliste auf Anfrage….

Have fun
Otaku

150 staph.aureus Oktober 25, 2008 um 14:11

Interview mit Nobelpreisträger Joseph Stiglitz :

“Ganz konkret: Welche neuen Vorschriften können solches Zocken verhindern? Was wir zum Beispiel brauchen, ist eine Sicherheitskommission für Finanzprodukte. Wie bei den Medikamenten. In jenem Bereich mag das nicht perfekt funktionieren, sorgt aber immerhin dafür, dass die Pharmakonzerne nicht einfach Mittel auf den Markt bringen, die möglicherweise gefährlich sein könnten. Etwas Vergleichbares brauchen wir nun auch für die Finanzindustrie.”

Habe ich doch gesagt, verehrter Herr Professor, siehe oben Nr. 119.

http://www.bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Das-wird-die-schlimmste-Rezession-der-vergangenen-25-Jahre/story/13137734

151 mylli Oktober 25, 2008 um 14:49

@ otaku

OK, es gibt also zu viele von uns auf dieser Erde. Welche Anzahl ist den richtig? 0?

Konsequent gedacht: Wenn man jetzt den Stecker zieht, erlöst man alle noch ungeborenen Generationen. 6 Millarden Opfer jetzt, aber dafür eine unbegrenzte Zahl an nicht unglücklich in die Welt Geworfenen.

Ich bitte um Belege, warum die Neandertaler so intelligent waren wie wir jetzt.

Der verhungernde Mob ist mobiler als sich mancher Einsiedler wünscht, Mad Max lässt grüßen.

Selbst otaku braucht Versorgungsströme aus Asien, wenn er weiter online bleiben will, oder wird der nächste Computer aus selbst geblasenen Röhren gebaut?

152 Ich Oktober 25, 2008 um 15:38

Buchliste durchaus willkommen, wenn die Bücher nicht gerade auf Schwedisch sind.

153 Michael Oktober 25, 2008 um 16:27

@staph.aureus
Dann lies mal bitte folgenden Artikel bis zum Ende, beide Seiten:

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1618999_Als-Geldfortschritt-getarnter-Kreditbetrug.html

Wenn ich das richtig verstehe, heißt das allerdings “game over”. Nicht wegen irgendwelcher Wertpapiere, sondern wegen der neumodischen Funktionsweise des Geldes. Das würde nämlich Spareinlagen und Zentralbanken für die Kreditschöpfung überflüssig machen. Wertloser könnte “Geld” aber nun wirklich nicht sein. Also wirklich Gold statt Aktien, gut mal schärfer zielen.

Ein nationales Geldsystem ist diesem Finanzmonster nicht gewachsen. Es ist ein Fass der Danaiden. So einen Moloch muß man erschlagen. Indem man alle Offshorebanken dichtmacht. Und den offensichtlich kläglichen Rest mit großen Namen nur noch Geschäfte machen läßt, die von den Zentralbanken überwacht werden.

Warten wir mal ab, wie es die Wechselkurse der Hochzinswährungen weiter zerfetzt. Was da primär läuft, sind dann platzende carrys. Die hedgefunds reißen offenkundig alles in die Tiefe. Da ist natürlich nix mit Ralleye.

Jeder einzelne cent zur “Rettung” der Banken ist nach diesem Artikel eine Fehlinvestition.

Frohe Fahrt, Ziel: DAX – 1000.000. Da kriegt jeder Aktien gutgeschrieben. Jeder Arbeiter eines Unternehmens darf sich so an der Tilgung der Schulden seines Unternehmens beteiligen. :-)

154 ~ Halbgott ~ Oktober 25, 2008 um 16:42

@ Michael

-> Danke für den Link !

… is ja lustig Hankel im Heusinger-Blatt :-) ))

155 otaku Oktober 25, 2008 um 16:45

@mylli
Welche Anzahl welcher Tiere ist in einem funktionierenden Ökosystem richtig ? Genau die Anzahl die sich in selbigen versorgen kann ohne es oder die Nahrungskette zu zerstören.
Meine Schätzung liegt, Vorsicht Schock, bei 50 bis 100 Millionen, wobei das extrem hoch gegriffen ist. IMHO.
Aber das ist eine Nummer aus dem Bauch, nict verifizierbar.

Dein Konsequent gedacht ist so richtig ja. Glaub nur nicht das mir das in irgendeiner Hinsicht gefällt, oder das ich es nicht gerne anders hätte, oder aber irgendwie forcieren würde , im Gegenteil, aber es ist einfach wie es ist. Ohne Wertung. Inhuman bis zum umfallen aber nicht zu ändern. Es sei den wir verzichten alle freiwillig auf modernes Leben. Desto geringer der Ressourcenverbrauch desto mehr kann der Planet ernähren, ganz einfach.

Der soziale Prozess der Bildung von Gruppenstrukturen, Erfindung einfacher Werkzeuge und Waffen, Jagd, ect. pp. . Die Erfindung des Computer und die der z.b. des Speeres , Keule zur Jagd ist intellektuell gleichwertig.

Die siehst zuviel Filme. Der Mob kann heutigentags kaum noch 20 KM zu Fuß gehen, geschweige den selbiges bei Unterernährung, Panik, 20 Grad minus und Gepäck. Kicher. Der Mob, wenn, wird sich in den Städten und der näheren Umgebung austoben. Man darf nur kein attraktives Ziel bieten ;-) ).

Ich schätze und mag Computer aber ich brauche keinen. Sollte es so knallen wie ich befürchte, dann sind eine Axt nebst anderem weit, weit wichtiger und ich habe ganz andere Probleme als zu diskutieren ;-) ) . Ich kann zb. immer noch keine Mukkluks nähen oder Leder gerben, das ist ein echtes Problem.

Email für Buchliste ( kann etwas dauern) ?

Have fun
Otaku

156 Ich Oktober 25, 2008 um 17:05

@Otaku,
habe eine Mail-Adresse bei ‘website’ eingetragen. Ich teste gleich mal, ob das so funktioniert.

157 Ich Oktober 25, 2008 um 17:06
158 edicius Oktober 25, 2008 um 17:11

@Michael
Dank für den Link auch von mir! Das beste, einsichtigste und valideste, das ich bisher zum Thema lesen durfte.
(Sag’ mal: WIE FINDET man sowas? Hast du da besonders effiziente Suchbegriffe??)
Die Sache mit dem “Münzgewinn” hört sich erstmal schwer antiquiert an, aber wenn man drüber nachdenkt: der aktuelle Alias für “Münzgewinn” heisst wohl “Greenspan” – oder habe ich da was nicht verstanden?
Möge der Halbgott übernehmen…

159 ~ Halbgott ~ Oktober 25, 2008 um 17:40

@ Michael & edicius & alle …

= > … ich hoffe es ist Euch aufgefallen …

= > … Hankel … ist natürlich ein (bekannter) RETROLIBERALER :-) ))

“Damit bleibt der älteste Konstruktionsfehler des Finanzsystems erhalten: die getrennte Kontrolle von Geld und Kredit.”

Das Geld selber ist ein öffentliches Gut und wird seit einigen hundert Jahren vom Staat kontrolliert. Die im Staatsauftrag handelnden Zentralbanken garantieren den Gleichklang von Geld- und Güterproduktion – wenn auch nicht immer erfolgreich. Nur so lässt sich die Kaufkraft des Geldes einigermaßen stabil halten.

Dagegen erfreut sich die Kreditwirtschaft seit über zweitausend Jahren paradiesischer Freiheit. Die Bankwelt gewährt ihren Kredit in eigener Regie und Verantwortung. Ihr Kredit entsteht aus dem Handel mit Staats- oder Zentralbankgeld, das vertrauensselige Sparer bei den Banken einlagern. Sie, die Sparer liefern den Banken das Geld für den Kredit, die Banken transportieren es weiter.

Eigentlich sollte Banken nur die Spediteure sein. Doch in Wahrheit produzieren sie selber die Fracht, die sie liefern und gegen Zins verkaufen. Mit gutem Gewinn: Denn die Produktion des Gutes “Kredit” kostet nur einen Bruchteil seines Marktwertes”

… und so weiter und so fort. Nichts Anderes schreibe ich Euch seit Jahren !

= > … und dann noch dies hier:

“Hankel war Mitglied der SPD und lebt im Köln-Bonner Raum.”

= > … früher gab es in der Tat noch Sozis mit Hirn. Welche die erst ein Buch gelesen (und verstanden) haben, bevor sie gross die Klappe aufgerissen haben …

160 mhh Oktober 25, 2008 um 17:48
161 ~ Halbgott ~ Oktober 25, 2008 um 17:50

… den Hankel-Artikel sollten sich alle Keynesianer und alle Debitisten solange durchlesen … bis sie es verstanden haben.

… und wenn es Jahrzehnte dauert …

( … die Raubbänker (und auch ein Teil ihrer Zentralbänker-Nutten) … brauchen’s nicht lesen. Die haben’s schon in der Uni geblickt. Und so exzessiv ausgenutzt, dass es sie jetzt mit in den Tod reisst … )

162 weissgarnix Oktober 25, 2008 um 18:02

@Halbgott

Habe ihn mir durchgelesen und stimme von A bis Z zu. Der Hankel mag retroliberal oder sonstwas sein, aber es gibt wenig auf dieser Website, das nicht in genau in diesselbe Richtung weist. Herr Professor spricht denn auch völlig zurecht von einem Problem der ungezügelten “Kreditexpansion”, nicht der Geldexpansion … damit bewegt er sich grundsätzlich immer auf der richtigen Seite des Zauns.

163 staph.aureus Oktober 25, 2008 um 18:19

@Michael

Ebenfalls Danke für den link. Das bestätigt meinen Vergleich der Finanzindustrie mit der Pharmaindustrie.

Finanzderivate sind wie Arzneimittel auch komplexe Produkte, nicht augenscheinlich verständlich und in ihrer Funktion prüfbar. Aus Gründen der Produktsicherheit ist daher in den meisten Ländern der grenzüberschreitende, “freie” im Sinne von unkontrollierte Handel von Arzneimitteln verboten.

Dies ist ein Protektionismus, der im Wortsinne schützt vor Schäden des Verbrauchers, und nicht gedacht ist zum Schutz der Industrie, wie gern von interessierter Seite behauptet.

Die Probleme mit betrügerischen Arzneimittelfälschungen treten erst in Masse auf, seitdem der grenzüberschreitende Handel erlaubt wurde. Die USA beispielsweise sehen das Problem und erlauben Produktverkauf an Verbraucher innerhalb ihrer Nation,nicht aber grenzüberschreitend.

Und so könnte es mit Finanzprodukten auch sein: kontrollierter, registrierter und dokumentierter Handel innerhalb von Staaten, nicht grenzüberschreitend. Dann ist das Thema Off-Shore-Paradiese erledigt.

Finanzaustausch zwischen Staaten müsste dann auf der Ebene der nationalen Zentralbanken erfolgen. Wäre wirtschaftlich langweiliger, aber ein Sicherheitsgewinn.

@otaku:
es würde mich nicht wundern, wenn in näherer Zeit wieder mehr Menschen auf´s Land ziehen. Es wird sicherlich in brandenburgischen Dörfern ruhiger bleiben als in manchen Ecken von Berlin. In Krisenzeiten hat Landleben mit Hühnern und Apfelbäumen durchaus Vorzüge.

@Halbgott
Es gibt auch heute noch Sozi´s mit Hirn. Es ist lediglich schwieriger, diese zu identifizieren. Nachdem der Birnenkanzler aus der CDU eine sozialdemokratische Partei gemacht hatte und so den langjährigen Machterhalt sicherte, erfolgte Schröder´s “change” durch Doppelpass-Spiel im freigewordenen Spielfeld der “bürgerlichen” Partei.
Und die SPD heute definiert sich in ständigen Kompromissen zwischen den Forderungen des Kapitals und den nimmersatten Mündern der Leistungsempfänger. Diese Kompromissfähigkeit geht irgendwann verloren, und dann kann sie regenerien auf den weichen Bänken der Opposition, auf denen sich zur Zeit Oskar so behaglich räkelt. Der SPD-Nachwuchs hat Zeit, will vielleicht vorher Familie gründen. Und mit Genuss den Oskar im Morast strampeln sehen.

164 f.lübberding Oktober 25, 2008 um 18:25

Nur zur Info:

Hankel ist Keynesianer, hat auch eine gute Biografie über Keynes geschrieben. Er war schon seit dem Zusammenbruch von Bretton Woods ein Kritiker der völlig deregulierten Finanzmärkte. Er will tatsächlich den Banken Fesseln anlegen. Sein letztes Buch ist auch zu empfehlen.

Also keine Retroliberaler, ein kluger Kopf … .

Gruss

Frank

165 equityshark Oktober 25, 2008 um 18:30

nur zur Klarstellung: der Kern der Hankel Thesen ist nicht gegen Kreditschöpfung durch die Banken gerichtet, kommt nur darauf an, wofür die Kredite eingesetzt werden, für realwirtschaftliche Investitionen ist die Kreditschöpfung unerlässlich, für Glücksspiel sollte sie verboten werden

“Begleitet und “besichert” wurde diese Inflation der Vermögenspreise (asset inflation) von einer Emissionsflut neuartiger Finanztitel, den aus der Verbriefung der Bankschulden und -kredite hervorgegangenen Derivaten. Nur, warum sollten diese Derivate werthaltig sein? Hinter ihnen steht weder eine reale Wertschöpfung oder Sparleistung, sondern einzig und allein die Hoffnung, sie jederzeit am Inter-Bankenmarkt wieder verkaufen zu können. Wenn sich diese Hoffnung als Illusion erweist, sind sie so viel wert wie Midas’ verwässertes Münzgeld.
Der Rest ist, wieder einmal, eine Finanzkrise. Wie sehr der Rückgriff auf diese selbstgeschaffene Kreditmaschine die Bankenwelt um ihren Verstand gebracht hat, illustrieren diese Zahlen: 500 Billionen US-Dollar an Derivaten stehen 50 Billionen Welt- Bruttoinlandsprodukt gegenüber und 10 Billionen Welthandel (2007). Zehn beziehungsweise zwei Prozent dieser astronomischen Summen hätten ausgereicht, Produktion und Handel der gesamten Welt zu finanzieren. Der Überschuss galt dem aberwitzigen Versuch, Geld mit Geld zu verdienen statt mit Arbeit.”

hab’ ich doch schon mal gelesen “Geld arbeitet nicht” ;-)

166 Michael Oktober 25, 2008 um 18:41

Diesen Schrecken behandle ich erst mal mit Henkell Trocken.
Es empfiehlt sich also ganz einfach die Abkopplung der Offshore – Schattenbanken aller Art, wobei deren Papiere zu den Eigentümern zu liefern wären. Die Verstaatlichung der Privatbanken, falls es nun wirklich nicht zu umgehen ist. Und die Einrichtung einer Clearingstelle für diese Kredite, die zu börsengehandelten Papieren gemacht werden müßten. Was da heißt, das Problem ist mit der modernen Rechentechnik erst mal zu erfaßbar und zu lösen. Danach würden wir die tatsächliche Dimension erst mal erkennen. Was aber auch heißt, die Deutsche & co. sind im Zweifelsfall “zwangszuretten”. Damit man einen Überblick über die Architektur der Monsterbanken kriegt. Also Joe, wir erwarten, daß ihr euch “retten” laßt. Auf den Schrecken, der dann kommt, schon mal ein Prosit.

167 samuiman Oktober 25, 2008 um 19:11

wer mal einen schönen Film mit Prof. Hankel sehen möchte : hier ist ein sehr gutes Interview mit ihm :

http://www.secret.tv/artikel4939198/Der_Euro__Fluch_oder_Segen

168 mhh Oktober 25, 2008 um 19:17

@weissgarnix

Haben Sie sich mal Putins Rede angeschaut die ich verlinkt habe und wenn ja:

Ist es so unmöglich, dass die von der FED und der BUSH-Administration (Fanny & Freddie) forcierten Subprime-Probleme und die Verteilung von 20 Kreditkarten/Amerikaner als Ursache der Finanzkrise (zumindest das Ausmaß) wissentlich und vorsätzlich herbeigeführt wurden?

Es gibt in der deutschen Hochfinanz und in den Parteien einige “transaltantischen Brücken”.

Ich bin keiner der glauben will 9/11 sei ein “inside Job” gewesen.

Aber in Anbetracht der Ursachen von 1929 (Deregulierung und Aktienhype auf Kredit) würde ich als Staatsanwalt der USA Vorsatz unterstellen. Weil sie die Folgen von 29 mit 25% Obdachlosen auch wenn es 70 Jahre her ist in bester Erinnerung haben müssten.

Denken sie auch an den Abschiedsbrief des Hedge-Fonds-Managers und hier noch Madame Parlamentspräsidentin, hier kommt das letzte Reality Game. Lassen Sie uns Wall Street Rettungskauf spielen.

Regel Nr.1: Dränge zu einer überstürzten Entscheidung. Beginn das Spiel in der Woche vor einer regulären Tagungspause des Kongresses und nur 6 Wochen vor einer historischen Wahl, so dass Deine Gegner abgelenkt, unter Druck gesetzt, verwirrt und in Eile sind.

Regel Nr.2: Entwaffne die Öffentlichkeit durch Angst. Warne davor, dass das gesamte globale Finanzsystem kollabieren wird und die Welt in eine neue Grosse Depression stürzt. Kontrolliere die Medien genug um sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit nicht bemerkt, dass dieser Bail Out sie für Generationen verschulden wird und sie um Billionen von Dollar bestiehlt, die sie verdient haben und verdient haben zu behalten.

Regel Nr.3: Kontrolliere das Spielfeld und bestimme die Regeln. Verbirg vor der Öffentlichkeit und dem grössten Teil des Kongresses, wer diesen Deal arrangiert. Kommuniziere mit der Öffentlichkeit durch gezielte Verlautbarungen gegenüber Medieninsidern. Begrenze alle öffentlichen Kongressanhörungen. Kommuniziere mit dem Kongress über private Telefonkonferenzen. Vergrössere die politische Ängstlichkeit, indem Du mit jeder politischen Partei einzeln redest. Behandele Mitglieder des Kongresses herablassend, erzähl ihnen die Materie sei so komplex, dass sie sich auf diese paar Insider verlassen müssten, die wirklich wissen was gerade geschieht.

Regel Nr.4: Lenke die Aufmerksamkeit der Menschen ab und halte sie verwirrt. Manage den Nachrichtenkreislauf so, dass Kongress und Öffentlichkeit keine Zeit haben herauszufinden wer das umsichtige Bankensystem zerstört hat, welches Amerika in den 60 Jahren seit der finanziellen Kernschmelze in den 20ern so gut gedient hat.

Regel Nr.5: Behalte immer im Kopf – das Ziel ist die Privatisierung von Gewinnen für Einige und die Sozialisierung von Verlusten für Viele. Über 30 Jahre lang, in einem Finanzskandal nach dem anderen, haben die Spielführer der Wall Street Milliarden Dollar von ihren Gewinnen behalten und ihre Verluste den amerikanischen Steuerzahlern übergebürdet. Wenn dieser Bail Out in Kraft ist, beginnt ihr gieriges Spiel von neuem.

Mir sind auch zu viele Verschwörungstheoretiker im Umlauf, aber das ist immerhin eine gewählte Demokratin. Stellt euch mal vor sowas hätte einer von der SPD oder einer in der Opposition im deutschen Bundestag gesagt. Hier das Video der kompletten Rede auf youtube:

http://de.youtube.com/watch?v=S27yitK32ds

169 gojko Oktober 25, 2008 um 19:54

Soweit ich weiß konnten die Banken auch vorher schon das 9-fache der Einlagen als Kredit ausreichen, wenn sie denn wollten. Wollten sie aber gar nicht immer, da ja die Gefahr bestand, daß der Schuldner ausfiel(und dann Bank pleite). Also haben sie vorher geprüft, ob der Kreditnehmer auch kreditwürdig ist.
Deshalb finde ich, sind die Banken nicht nur “Spediteure”, sondern sinnvolle Regulierer der Inflation(ein bißchen “Geldpanscherei” braucht man ja wohl zum Wachstum) und bringen so einen Mehrwert ein.

Das war aber schon immer so, oder? Wieso ist jetzt die Globalisierung daran schuld(“Interbankenmarkt”)?

Kaputtgemacht hat diesen Regelmechanismus doch eher die Tatsache, daß man die Risiken nicht mehr bewertet , sondern per CDS auf alle verteilt hat, und sich die Banken somit die Bonitätsprüfung geschenkt haben.

Gruß, Gojko.

170 edicius Oktober 25, 2008 um 20:07

http://de.youtube.com/watch?v=S27yitK32ds
Wow!
“Just to the tires of their Mercedes”
That’s it.

171 mylli Oktober 25, 2008 um 20:09

@ otaku

So zwei, drei Millarden Menschen kann die Erde schon tragen, schätze ich. Vor 200 Jahren war es ja schon eine Millarde, und da war der Großteil der Welt noch nicht industrialisiert.

Egal ob wir von Bakterien in Brutkästen oder Kaninchen in Australien sprechen, keine Spezies reduziert sich freiwillig auf ein vernünftiges Maß. Überall wird exponentielles Wachstum versucht, das logistische kommt erst durch äußere Zwänge.

Ich schau wohl wirklich zu viele Filme, aber ich habe auch Vertrauen in den Mob. Wenn es wirklich hart auf hart kommt, dann wird er ungeahnt zerstörerische Kräfte freisetzen, da sind potenzierte CDOs ein Mailüfterl dagegen.

Wie sehr man Rudelverhalten und soziale Gruppenbildung mit der Intelligenz zum Computerentwickeln vergleichen kann, vermag ich nicht abzuschätzen. Genausowenig kann ich meine Intelligenz mit der eines Delphins vergleichen.

Eine Email-Adresse von mir: sondermylly@hotmail.com

172 mhh Oktober 25, 2008 um 20:11

@Gojko

Klar ist die Haftung das Problem. Aber jeder in dem Geschäft kannte seit Jahren diese Probleme und das Wörtchen “US-Immobilienblase”. Sogar die, die nicht direkt daran verdient haben. Man wusste auch, dass Blasen zu platzen pflegen.

Und trotzdem: Keiner hat auch nur ansatzweise was dagegen getan.

Im Gegenteil: Unsere Regierung hat den Handel mit diesen Papieren in den letzten Jahren erst ermöglicht.

173 gojko Oktober 25, 2008 um 20:17

@mhh:

Schon, aber der Kern des Problems die mangelnde Haftung ist, wieso schreibt Hankel dann:

“Aber erst mit der Globalisierung des Bankengeschäfts erreicht der Midas-Kult seine Vollendung. Im globalen Netzwerk der Bank-zu-Bank-Kredite ist die Kreditwirtschaft weder auf das Geld der Staaten und Zentralbanken als Mittel letzter Liquidität angewiesen noch auf den Sparer als Geldlieferanten.”

Kredite schöpfen konnten die Banker doch auch schon vor der Globalisierung.

Gruß, Gojko.

174 marktlöwe Oktober 25, 2008 um 20:52

Die Ernsthaftigkeit dieser Diskussion wird in der ‘Realen Welt’ bezweifelt: Politik und Management stolpert unisono durch die Gegenwart und kümmert sich nicht um Morgen. Jeder Aspekt, der drohende Gefahren in der Masse der Köpfe verbalisieren könnte, wird wortschöpferisch versaubeutelt zur Unverständlichkeit. Das halte ich für das eigentliche Problem: Geschätzte 97% der Bevölkerung verharrt un der absoluten Ahnungslosigkeit. Eine Bombenstimmung könnte da aufkommen mit Oskar als Gewährsamann für die Beste aller Zukunften.
Ein KfW-Vorstand als Retter – wer’s glaubt, wird selig.
Man sollte ‘Klarsprech’ machen und darüber diskutieren in aller Offenheit in den Massenmedien, und nicht die verklausulierte Pseudoinformation ‘rüberbringen’. Der Hass der Straße wird gewaltig sein, weil die existentiellen Ängste zurück zu Urgewalten führen wird. Die Frage ist, ob man bereit ist, die Konsequenzen daraus zu ziehen: Die Politik der letzten Jahrzehnte als Dollar – Imperialismus zu begreifen und die Kriege als hegemoniales Szenarium.
Ohne die Besinnung auf etwas Ethisches, ohne die Abschaffung des primitiven Reaganschen Gut-und-Böse-Denkens und die Erkenntnis, dass die Völker ein Recht auf Verschiedenheit ihrer Lebenswirklichkeit haben, wird die Welt im Chaos versinken.
Der Globalismus als Durchsetzung einer Lebensform ist gescheitert und sollte nicht im Armagedon beendet werden .
Lafontaine ist nicht der Arzt, Lafontaine sagt aber, wo der Leib verfault.

175 Michael Oktober 25, 2008 um 21:15

Mich freut es nicht, daß den Leuten etwas als “Aufschwung” verkauft werden sollte, was eine regelrechte Vakuumbombe war. Und diese … bilden sich noch ein, vom Steuerzahler “gerettet” werden zu müssen. Nein, da hört Demokratie wirklich auf. Unter allen “Blasen” die die Finanzgeschichte kennt, ist das die mit Abstand unverschämteste. Es ist die Blase einer verschwindend kleinen Kaste. Dahinter steht nichts. Deren Implodieren richtet bei uns einen Schaden an der historische Dimensionen hat. Nicht an sich. Sondern nur und erst durch die “Rettung”. Wir hätten sehr wohl die privaten Saftläden mit Konkursanträgen abfertigen können. Den Müll in Wall St. abkippen.

Die Retter gehören allerdings vor Gericht, das ist der größte Teil des Deutschen Bundestages. Und ich würde wirklich um besonders harte Urteile bitten, denn das kann nun überhaupt nicht zum Nutzen des deutschen Volkes gewesen sein.

Mir schiene es so, als ob alle etablierten Parteien für 2009 sehr schnell neue Gesichter bräuchten. Wir zahlen höchst ungern mit den mörderischen vergangenen 8 (“Reform-”) Jahren unseres Lebens und jetzt noch als Draufgabe bis zur Beerdigung, dafür, daß offenbar zahlungs- und kreditunwürdige US-Konsumenten hier ein Heiligtum sind, was mit höchst merkwürdigen Wechselkursen der Währungen jongliert wird. Laßt euch ganz schnell und beschleunigt was Positives einfallen Sportsfreunde der Politclownfraktion. Hier brennt jetzt die Hütte.

176 Unwissender Oktober 25, 2008 um 21:55

Es ist sehr interessant zu beobachten, wie einige Protagonisten dieses Blogs, welche sich vor einigen Wochen noch der Illusion freier Märkte und der Selbstheilung dieser hingaben, nun von der rasanten Entwicklung der Ereignisse ein- und überholt werden.

“Tapfere” Ökonomen wie Roubini, Shiller, Claus Vogt – um auch mal die weniger “berühmten” zu nennen -, beschmunzelte wie Leuschel und Faber sowie VV wie Grantham, Jens Erhardt -”Finanzwoche” -, Bert Flossbach und Mack & Weise aus Hamburg -schaut Euch mal WKN A0LEXD an, es gibt auch gute VV-Fonds für den Privatkunden -, haben seit langer Zeit auf das nun vor uns liegende hingewiesen!

Es bedarf keiner inflationären und wortgewaltigen Postings um das Kommende zu beschreiben. Ökonomisches Wissen und gesunder Menschenverstand – gepaart mit ein wenig Demut (auch wenns einigen hier schwerfallen wird) werden in den nächsten Jahren gefragt sein!

Wohl bekomms!

177 Michael Oktober 25, 2008 um 22:01

@Unwissender
Vergiss es. Wir sehen Fakten, aber zu magenkranken Pessimisten macht uns das nicht, trotz sehr seltener und diesen Mal sogar regelrechter Verärgerung. Börsianer bleibt Börsianer, der ist bevorzugt kein Ökonom. :-)

178 edicius Oktober 25, 2008 um 22:04

@Michael
Du sprichst mir aus der Seele:
Dahinter steht nichts. Ich war von Anfang an der Meinung, dass hier nichts Rettenswertes steckt, sondern nur eine weitere Runde der von-unten-nach-oben Verteilung, aka Bail-out, und dass man die geplatzten Gewinne und Werte und ggf. Institute dort abschreiben sollte, wo sie stehen und entstanden sind: in “den Büchern”.
Leider scheint das nicht zu gehen, sonst könnte man sich von den spekulativen Boni auch keine realen Ferraris kaufen. Aber diese “Rettungsversuche” werden sich als ihr genaues Gegenteil erweisen, nämlich als Untergangsbeschleuniger. Es sei denn, man entschliesst sich statt dessen tatsächlich zu einer Währungsreform, die diese “Bücher” und Buchwerte schlicht nihiliert: game over & reset.

Ich seh’ schon: aus mir wird noch ein Retroliberaler…. ein Halbgott wird und muss unser nächster EZB-Präsident werden!
Wo sind “die Blauen”? Ich wähle sie bei nächster Gelegenheit und erwarte die halbgöttliche Gunst für mein Bestreben nach einem wohldotierten Funkionärsposten! (mit Pensionsanspruch schon nach der 1. Legislaturperiode – andernfalls überleg’ ich es mir noch anders!)

179 Michael Oktober 25, 2008 um 22:13

@edicius
Ich bin wirklich verärgert, aber nicht grundsätzlich pessimistisch. Auf Retroliberal könnte ich mich innerlich einigen, aber nicht auf links. Nun gut, packen wir es an.

180 Unwissender Oktober 25, 2008 um 22:20

@Michael

“Börsianer bleibt Börsianer, der ist bevorzugt kein Ökonom.”
Ist mir bekannt, kenne genug und es wäre auch schlecht für die Deutsche Börse AG. Schmunzel!

Umgegehrt ist aber auch nicht gut – oder wie war das 1998 mit LTCM!

p.s.

Bin auch nicht magenkrank oder Pessimist.
Die Hosen haben jetzt andere voll!!

181 Michael Oktober 25, 2008 um 22:23

@edicius
game over & reset. Ja, das ist eine brauchbare Lösung.
@Unwissender
stehe besser als Jens Erhardt – Fonds, kämpfe aber erbittert mit Bullenhaien

182 Unwissender Oktober 25, 2008 um 22:44

@Michael

Jens Erhardt hätte für den Retail-Kunden mit dem Try Style Fund – Teil II-Fund – die Chance gehabt, auch die aktuelle Situation an den Märkten mit Bravour zu meistern. War aber nix!

Hohe Flexibilität ist bei den anderen Produkten nur begrenzt möglich, obwohl sie sich im Vergleich zur Konkurrenz noch tapfer schlagen.

Mack & Weise machen das wesentlich besser.
Aber nun genug, dass ist nicht der richtige Blog fürs Thema Fonds.

183 joerg Oktober 25, 2008 um 22:49

Bleibt die Frage warum die “interessierten Kreise” das Finanzsystem nicht lieber an die Kette legen, als durch dasselbige in den Abgrund gerissen zu werden? Die Schäfchen für den persönlichen Wohlstand sind ohnehin im Trockenen, warum also das Risiko eingehen vom “Mob” in der Villa erschlagen zu werden, oder bei einem radikalen Systemuntergang/Wechsel enteignet zu werden?

Blinde dummdreiste Gier? Oder kommt alles doch nicht so schlimm?

184 Michael Oktober 25, 2008 um 23:10

@joerg

Es kommt mit Sicherheit übel. Noch übler wird es, wenn gewissen Unsinns und Finanzministern nicht die sinnvollste Funktionsweise eines sehr breiten Klebebandes am eigenen Beispiel vorgeführt wird.

Aber, wie geschrieben, auch game over & reset ist eine ernsthaft anzudenkende Alternative. Das Ärgernis ist beträchtlich. Daß die Massen nur einfach blöde sind und sich mit einem Zumwinkel oder Ackermann abspeisen ließen, wage ich in diesem Fall anzuzweifeln. Neben der Tatsache, daß die ernsthafte Probleme damit hätten, sich dem Pöbel zum Fraß vorwerfen zu lassen.

Hier ist eine andere, auch nicht erfreuliche, Lösung zu erwarten.

185 hyperinflation Oktober 25, 2008 um 23:28

imho der neubeginn ( nach dem bankrott) könnte und wird, wenn er krzfristig und schlagartig ohne lange agonie des leidens und sterbens durchgeführt wird, für die freie marktwirtschaft, d.h. den reinen kapitalismus der durchbruch werden.

Voraussetzung wäre dann allerdings, dass allen staaten ( als reine Zwangsgemeinschaften) das Recht und die möglichkeit genommen wird, irgedwelche Schulden für irgendwelche Zwecke aufzunehmen. D.h. weg von der simplen einnahme/ausgaben ( schatzkistensystem)buchhaltung hin zu einer ordendlichen doppelten kaufmännischen buchhaltung.

Ein nur auf debitismus Schulden/Leistung beruhendes marktwirtschaftliches system ohne den übermächtigen korrupten falschspieler staat, der lediglich schulden aufnimmt und niemals tilgt, wäre dieses system auf sehr sehr lange zeit der garant für freiheit, wohlstand und wachstum. Wir müssen uns bei allen überlegungen zuerst klar darüber werden, dass der staat niemals die lösung sein kann, sondern immer nur die ursache unserer heutigen probleme.

186 Michael Oktober 25, 2008 um 23:58

@hyperinflation
Bei uns wäre keine Hyperinflation angesagt, eher sehr realistische Deflation. Denn wir bezahlen ja ganz real die Schulden der US – Konsumenten, mit Inflation und € – Abwertung. Das sind Ausgaben, ohne je zu erwartende Gegenleistung. Wobei der € meiner Meinung nach sehr stark überbewertet war, etwas mehr Schwäche heißt echter Aufschwung. Aber wir zahlen doppelt, nämlich mit einem auch noch inakzeptabel “starken” Dollar. Der Dollar in seiner Rolle als Weltreservewährung ist, beispiellos, gegen einen Währungskorb, in Frage zu stellen.

Nun lassen wir mal dem Staat seine Aufgaben. Es gäbe ja durchaus die Möglichkeit “Zentralbankgeld” in “Staatsgeld” umzufunktionieren. Ein Satz im Grundgesetz, eine Unterschrift. Nur, “Staatsgeld” wäre eben den Machenschaften von Politikern z.B. Nixon (Tricky Dick) ausgeliefert. Was haben wir in der gesamten Menschheitsgeschichte von denen zu halten ? Um den Staat bei seinen Machenschaften zu bremsen, müßte es eine Art “Deckung” haben, bevorzugt wäre es Gold. Damit wäre eine Kontrolle möglich, denn die vorhandenen Mengen und das Wachstum wären definiert. Das “Geld” und der darauf beruhende Kredit an sich ließen sich beliebig vermehren. Diese Art “Geld” paßt aber ausschließlich zu “Sparern”. Ich meinte also keinen festen Goldanker.

187 hyperinflation Oktober 26, 2008 um 00:06

@michael

zu $/€ mal auf http://system22.de/Marktkommentar2210.pdf

lesen.

was da m.E. zu kurz kommt ist die Gefahr eines Enteignungssozialismus in ganz Europa welche das “Kapital” scheinbar in USA für geringer erachtet ?

188 Michael Oktober 26, 2008 um 00:45

@hyperinflation
Ja, stimmt. Hatte Anfang des Jahres irgendwo (glaube zeitenwende.ch) geschieben, daß eine Fluchtmöglichkeit für Fonds (die im Markt bleiben müssen) japanische Aktien wären. Waaaas ? Nikkei auf Tief unter 2003 !!! Nun, aber nicht, wenn man das auf € – Basis sieht. Da nämlich plus minus Null, als Median, besser als jede andere Aktienanlage. Eben, implodierende carrys.

“Enteignungssozialismus”. Sozialismus ist ja Enteignung, er hat bekannterweise nicht funktioniert. Neuerdings Abwandlungen, und notgedrungen wohl auch in €uropa, Schweiz, England und USA. Da wäre ich aber noch zurückhaltend mit Kritik. Bisher schiene mir das den Ereignissen angemessen, gemessen am Ärgernis, zurückhaltend. Die Investmentbanken weltweit haben ein niemals vertretbares Rädchen gedreht. Wenn der Steuerzahler in unseren Breiten dafür zahlen soll, kassiert er eben auch die Dividende. Schiene mir logisch. Denn ohne die Hilfe des Steuerzahlers wäre die Investmentgesellschaft (Bank, Fonds, Versicherungen aller Art) erledigt. Sie hat Papierchen gekauft, die sie niemals hätte bezahlen können. Und zu allem Elend dreht noch der Wechselkurs gegen sie. Enteignung ist etwas anderes. Insofern ist “Staatshilfe” bei aller Verärgerung tatsächlich eine Unterstützung. Es ergibt sich nämlich die Forderung der “Helfer” nach a) einer Dividende Typ Buffet zuzüglich Mitbestimmung b) einem Zins Typ Staatsfonds Singapore oder c) der Staatsbeteiligung und -kontrollmehrheit Typ England. Das ist alles keine Enteignung, keineswegs Sozialismus.

189 mhh Oktober 26, 2008 um 00:56

Es gibt Alternativen fern vom Sozialismus, da sollte man sich aber 90 Minuten Zeit nehmen und nicht gleich reflexartig abwinken:

http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

auch ein EU-Berater Namens Jeremy Rifkin hat Visionen:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_seite=1

190 mhh Oktober 26, 2008 um 00:56

und wenn immernoch jemand glaubt die welt sei heil und in ordnung, der vergleiche mal die Berichterstattung von Süddeutsche und Bild über Jörg Asmussen:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/282/315175/text/

Was da passiert ist nicht gut für eine “Demokratie”.

Und das hat die BILD nach dem Artikel in der Süddeutschen veröffentlicht…

http://www.bild.de/BILD/news/standards/berlin-intern/2008/05/14/berlin-intern.html

191 hyperinflation Oktober 26, 2008 um 00:59

ich bin schon bei dir wenn der hiesige Steuerzahler nicht für inkompetenz, gier und unfähigkeit einer parasitären Minderheit aufkommen soll!

Tatsache aber ist, dass genau die Geldmengenerweiterung der Motor für die rasante weltweite Entwicklung der letzten 40
Jahre war?

Wenn inzwischen heute sogar eine geldmengenexplosion als etwas angeblich ökonomisch sinnvolles interpretiert wird,

dann veranlasst mich diese völlig neue these zu einigem nachdenken.

Weil nichts in unserer kapitalistischen auf kredit/tilgung beruhenden wirtschaft netto, also einzeln existieren kann,ist

logischerweise alles zweimal vorhanden.

eine einzahlung ermöglicht eine auszahlung, eine einnahme eine auszahlung, der schuldner hat seinen gläubiger, ein

guthaben ist immer so hoch wie eine dagegenstehende schuld.

Damit ich bei meiner analyse nicht den faden verliere….

also, es ergibt sich daraus selbstverständlich, dass auch unsere gemeinsamen staatsschulden zweimal gebucht sind. Unsere
gemeinsamen schulden entsprechen unserem gemeinsamen guthaben.

Daraus ergibt sich zwingend, dass die virtuelle geldmengenexplosion als guthaben ohne tatsächliche deckung durch eine entsprechende wirtschaftsleistung nach den unbarmherzigen gesetzen der ökonomie genauso virtuelle guthaben geschaffen hat.

Im prinzip und auch de facto und dejure nichts also nichts außer einer illusion.

Was nun????

Mein verschlag zur güte, wer etwas lust am untergang verspürt, kann sich die fortsetzung dieses spielchens mit namen
selbstillusionierung für sich bei einem guten glas wein genießerisch selber zu ende denken.

192 mhh Oktober 26, 2008 um 01:13

@hyperinflation

Die alles entscheidende Frage:

Das was sie als Guthaben und Schuld beschreiben nenne ich Gewinner und Verlierer.

Sind nicht die Falschspieler die Gewinner und gibt es nicht zu viele Verlierer, die gar nicht mitgespielt haben?

193 hyperinflation Oktober 26, 2008 um 01:24

natürlich gibt es massig “Verlierer” die eben in unserer Kleptokratur(Parasitendiktatur) nichts zu melden haben.
Da dieses System sich nicht um den Souverän kümmert! (Nicht als Aufruf für das schlechteste aller Systeme, den Sozialismus, verstehen.)

Gläubiger euer selbst!

Fast alles geld beruht auf die diskontierung von wertpapieren der öffentlichen hände oder aus derivaten daraus. dieser
sondermüll wird heute den notenbanken auf zeit gegen bares als sogenannte wertpapierpensionsgeschäfte angedient.

wenn theoretisch alle staatsschulden verschwinden würden, sei es durch tilgung oder wahrscheinlicher einen
bankrott,würde auch die gesamte auf staatstitel vorhandene geldmenge verschwinden.

Schupp die wupp hätten wir diese wunderbaren bundesanleihen nicht mehr und natürlich auch die dagegen laufenden
banknotierten noten, d.h. geld nicht mehr.

So ergreifend einfach ist wirtschaft. …

Den was folgern wir blitzschnell daraus???

richtig, wir werden den jetzigen zustand nicht nur erhalten, sondern durch erhöhungen der staatsschulden die dringend
benötigte geldmenge erhöhen, weil wir weder eine wahlmöglichkeit noch ander solvente schuldner neben unserem herzigen staat haben.

194 J.Kramer Oktober 26, 2008 um 01:26

Keep it simple:

Hoffen wir, dass es Stateside mit den Häuserpreisen bald wieder aufwärts geht.
Wenn bis dahin nicht zu allzu viele Hedge Funds implodieren und die Währungen der EX-Sowjetunionstaaten überleben, wird alles wieder gut.

Blöd nur, dass die Finanzierung der Ostbubble und des Lateinamerika-Hypes größtenteils von europäischen Banken finanziert wurde und deshalb unser Euro leidet.

Was wird schlimmstenfalls passieren? 1% Zinsen auf`s Sparbuch.

Bis dahin werden an den Börsen Erholungsrallys abverkauft werden.

195 hyperinflation Oktober 26, 2008 um 01:37

Hoffnung ist immer gut

http://www.goldseiten.de/modules/mylinks/visit.php?cid=1&lid=85789


Und das bedeutet, dass selbst im besten Fall, die Preise für Immobilien mittel- bis langfristig auf fast die Hälfte fallen müssen.

Erstens, einen Rückgang des amerikanischen Lebensstandards um 20% für all diejenigen hinzunehmen, die in den vergangenen 25 Jahren deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben, basierend auf Täuschungen, die durch das Währungssystem mit Papiergeld ohne Deckung genährt wurden.

Zweitens gleichzeitig die Kreatur auf der Jekyll-Insel (auch bekannt unter dem Namen “Zentralbanksystem”) dahingehend zu disziplinieren, das sie kein weiteres Geld mehr in Umlauf bringen wird, nur um damit die Blase bei den Anlagewerten weiter aufzublasen.

196 mhh Oktober 26, 2008 um 01:38

@hyperinflation:

Ich kann eben nicht ausschließen, dass es gewisse Herren gibt, denen ein “Staatsbankrott” und neue Staatsverschuldung nicht gefallen würde. Und die haben ganz offensichtlich auch hier in Deutschland noch viel Einfluß bei der Gestaltung der Zukunft…

Wieviel Einfluß sie in den USA haben, lese man bei Krugman nach.

Und wenn sie jetzt auf ZDF-Dokuchannel schalten sehen sie USA-kritisches Programm – das zweite Mal hintereinander (macht mir Hoffnung)……………..

197 mhh Oktober 26, 2008 um 01:41

@ hyperinflation

Und schauen Sie sich mal Ihren Marktbericht an: Der Typ versteht doch die Welt nicht mehr. Und es scheint einige Händler zu geben, die die Welt gerade nicht mehr so ganz verstehen…

198 J.Kramer Oktober 26, 2008 um 02:33

Man sollte fragen, ob die USA nicht gestärkt aus dem Desaster hervorgehen werden.
Oder: Wie beurteilt die CIA eigentlich die Geschehnisse?

Ansonsten erstmal weiter Krise: GODMODE schreibt:

“Seit 2 Wochen konsolidiert der Nikkei-Index die erste Sell Off Phase aus. Die Konsolidierung hat sich in einem mustergültigen Wimpel vollzogen. Ja genau, Wimpel hier, Wimpel dort, Wimpel überall. Im DAX, im DOW Jones, im S&P 500 Index, überall sieht man diese Wimpelkonsolidierungen, die einen weiteren Abverkauf der Märkte ankündigen. Wimpel sind keine Bodenmuster, Wimpel sind das Gegenteil eines Bodenmusters.”

199 J.Kramer Oktober 26, 2008 um 02:50

@Goldbugs

Wieso soll Papiergeld keine Deckung haben? 20.000 EUR sind z.B. durch einen neuen VW Golf gedeckt. Der Golf-Wert kann sich ändern wie der Gold-Wert. Gold ist auch nur Ware, vielleicht mit höherem Fetisch-Wert, mehr aber nicht.

Geld repräsentiert etwas, das ist alles. Geld selbst hat keinen Wert, es wird geschaffen durch Arbeit, nicht durch Gold.

Würde die Arbeit gerecht entlohnt werden, hätten wir die Krise jetzt nicht.

200 mhh Oktober 26, 2008 um 02:58

“Würde die Arbeit gerecht entlohnt werden, hätten wir die Krise jetzt nicht.”

Das wäre die beste Lösung – vorerst. Und dann denkt man mal darüber nach, was EU-Bertaer Rifkin über Arbeit in der Zukunft von den Konzernbossen gesagt bekommen haben will:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_seite=1

201 H. K. Hammersen Oktober 26, 2008 um 08:50

@mhh #200
Rifkin schwadroniert. Der technische Fortschritt erfordert immer mehr Hochspezialisierte. Um hochspezialisiert zu werden, müssen Menschen zu gewaltigen intellektuellen Anstrengungen bereit sein. Wer will diese Menschen dazu zwingen, die Früchte ihrer Anstrengungen mit den Anderen zu teilen. Und selbst wenn : die Masse der Menschen wäre nie mit dem von Oben zugeteilten arbeitsfreien Lebensstandard zufrieden. Und die Fähigkeit, außerhalb einer Erwerbstätigkeit sinnvolle und befriedigende Beschäftigung zu finden ist gerade abhängig von intellektuellen Fähigkeiten.

Vielmehr ist es so, daß die Mittelschicht verschwinden wird. Denn durch die Technisierung verschwindet der Bedarf auch an mittelmäßigen Fähigkeiten. Die ersten Rationalisierungsschübe haben einfache Arbeiten aus der Produktion verdrängt. Und jetzt sind die mittleren Arbeiten dran. Und die Mittelschicht spürt die Gefahr in der sie sich befindet. Deshalb auch die Unfähigkeit in D – allen politischen Lippenbekenntnissen zum Trotz – ein vernünftiges Bildungssystem auf die Reihe zu kriegen.
Das Einzige, was die Mittelschicht von der Unterschicht trennt, ist der Bildungsvorsprung. Und den will man mit allen Mitteln gegen die da Unten verteidigen. Denn wirklicher Besitz – im Sinne von Vermögen – ist in der Mittelschicht genau wie in der Unterschicht nicht vorhanden. Im Gegenteil : die Mittelschichten haben Kredite am Hals für ihre Statussymbole, die sie von der Unterschicht abgrenzen sollen. Wenn aber jetzt auch noch viele nur mittelmäßig begabte Mittelschichtkinder mit den begabtesten Unterschichtkindern- gefördert durch eine Bildungschancengleichheit, die diese Bezeichnung tatsächlich verdiente -, konkurrieren müßten, dann gute Nacht liebe Bildungsbürgermittelschicht.

202 Nanuk Oktober 26, 2008 um 09:01

“Das wäre die beste Lösung – vorerst. Und dann denkt man mal darüber nach, was EU-Bertaer Rifkin über Arbeit in der Zukunft von den Konzernbossen gesagt bekommen haben will…”

Mir hat immer noch niemand ein Ziel genannt wo soll das hinführen. Gut arbeiten wir alle nicht mehr was machen wir dann?

“Um hochspezialisiert zu werden, müssen Menschen zu gewaltigen intellektuellen Anstrengungen bereit sein. ”

und was machst du mit denen die nicht bereit sind oder noch dreister die nicht bereit sein wollen?

203 H. K. Hammersen Oktober 26, 2008 um 09:18

@Nanuk #202
“und was machst du mit denen die nicht bereit sind oder noch dreister die nicht bereit sein wollen”

Genau das ist das Dilemma der Politik. Die Politiker brauchen wirtschaftliches Wachstum, um durch Brot und Spiele die Massen ruhig zu halten. Wirtschaftliche Katastrophen haben immer die herrschenden politischen Klassen hinweg gefegt. Seltsamerweise aber nicht immer die wirtschaftlich Herrschenden. Nur in Russland – die späteren Kommunistischen Staaten zählen nicht, da hier die Waffen der UdSSR zu Hilfe genommen wurden – und die Menschen dort haben diese Entmachtung auch der wirtschaftlichen Eliten mit vielen Jahrzehnten Elend bezahlt.

204 joerg Oktober 26, 2008 um 09:49

@H. K. Hammersen

Ihre Definitionen der Schichten über die Intelligenz halte ich für sehr gewagt. Die Oberschicht definiert sich meiner Ansicht nach weitestgehend über den Besitz von Kapital. Die Schichten sind nach oben und unten nur bei extremen Intelligenzunterschieden zu durchbrechen. Oder andersherum , nur komplett grenzdebile werden trotz hohen Vermögens absteigen und nur sehr smarte Zeitgenossen werden von unten nach oben kommen können. Und diese Undurchdringlichkeiten werden immer mehr zementiert. Nee ich wehre mich gegen die These, dass in der Vermögensoberschicht die Intelligenz durchschnittlich höher sein soll, als in der Mittelschicht.

205 Nanuk Oktober 26, 2008 um 09:53

“Genau das ist das Dilemma der Politik. Die Politiker brauchen wirtschaftliches Wachstum, um durch Brot und Spiele die Massen ruhig zu halten. ”

Aber wie willst du das Problem lösen?

Es ist ja nicht so das unsere wirtschaftlichen Eliten ihre Hände in unschuld waschen könnten.Auch wenn mancher das gerne so aussehen lassen würde.Ihr Kommentar ist ja im ähnlichem geist die Politik auf die können wir verzichten aber die grossen wirtschafts Führer sind unersetzlich.

Ich glaube Menschen brauchen gar keinen Führer oder eine Elite und der Kommunismuss war Autoritärer als sich das mancher hier vorstellen kann.

206 Michael Oktober 26, 2008 um 10:05

Es geht nicht um Jammern, sondern um Problemlösung. Warum sollen bei Inflationierung Hauspreise fallen ? Die werden schon steigen. Die Eichelburgschen Konserven Typ Erascorant haben im Preis 25 % angezogen. Anschnallen, die Inflationsparty geht los. Unseren Volksvertreter haben auf “Rettung” entschieden, wohlan.

Sicher gibt es auch Gewinner. Das sind sogar ganz sicher die USA. Denn dort stehen die Hütten, während in Europa die Hälfte der unter normalen Umständen uneinbringbaren Schulden liegen. Die Amis haben also nicht für Preis 150% gebaut, sondern ihr Preis ist 75%. Wir wurden schlicht und auch gerechterweise für unseren “starken €uro” doppelt abgestraft. Für die “Haushaltskonsolidierung”. Für all diese sozialen Grausamkeiten. Wir hätten 5 Jahre lang Party feiern können.

Und wären jetzt ganz genauso in den Keller gerauscht, wie wir das jetzt auch tun. Die Lösung heißt Schließung der Offshorebanken, Lieferung der Papiere an ihre Eigentümer, Schaffung einer Handelsplattform für die ominösen CDO, handelsbilanzgewichtete Bewertung der Wechselkurse durch täglich mehrmals stattfindendes Fixing.

Wirtschaft: Wenn nun Joe’s Bank ihre Kredite 40 % zurückfährt heißt das, wenn ich oben zitierten Professor richtig verstehe, absolut nicht, daß die Realwirtschaft unter Kreditknappheit leiden würde. Was leidet, das sind allerlei Finanzprodukte. Da kann ich nichts kritikwürdiges dran finden. Panik ist unangebracht.

Wechselkurse: Die Korrektur war überfällig und sie löst sich wie immer in erratischen Bewegungen auf. Das ist für unsere Wirtschaft nicht wirklich schlecht. Ich dachte seit vier Jahren, ich wäre im falschen Film. War der richtige. Schön.

Zur Börse: Wimpel hin, Wimpel her. Kommt drauf an, ob es möglich ist, die Matadore, die dieses Chaos mit System veranstalten vom Markt abzunabeln. Es sind vernetzte Datenbanken und der vollautomatische Handel mit irgendwelchen Nummern, von denen behauptet wird, es wären Wertpapiere. Aber die Sportsfreunde suchen immer wieder Dumme für ihr Spielchen. Und in diesen Abgrund ohne nur ansatzweise erkennbaren Boden wirft niemand nur einen cent.

Für Otto Normalbürger stellt sich nur eine Frage, wie will er vermeiden, daß er sowas in fünf Jahren wiedererlebt ? Einfach, indem er die Partei des Finanzministers, der offenkundig gigantische Geldmengen zu Ungunsten des deutschen Volkes umverteilt hat, nie wieder wählt. Denn die Rechnung zahlt auf jeden Fall die breite Masse. Trotzdem stimme ich weder der Panikmache der Sinns noch den Flüchen des Finanzministers, die er mal hübsch gegen sich selbst richten sollte, zu.

Optimist zum Pessimisten: Wir werden betteln müssen. Antwort: Aber bei wem denn.

Schönen Sonntag noch

207 otaku Oktober 26, 2008 um 10:50

@mylli

Bei 2 bis 3 Milliarden vergleicht du Äpfel mit Birnen und versuchst daraus Orangengelee zu kochen :-) ).

Die Ansprüche waren wesentlich niedriger und vor allem das Überlebens Know How ohne oder mit minimaler Technik war höher. Dieses Wissen ist zu weiten Teilen verloren. Nimm mal den “modernen” industriellen Landwirt. Wenn der in traditioneller 3 Felderwirtschaft mit Brache und Pferden arbeiten soll, ist der völlig aufgeschmissen….

Die Reduktin ist Systemimmanent und muss gar nicht gewollt sein :
Gibt es zu viel Kaninchen, steigt die Anzahl der Wölfe und Füchse,. Solange bis ein harter Winter , Seuche oder ähnliches kommt. Den Karnickeln und Füchsen die dabei verhungern ist das sicherlich auch nicht recht…. Funktioniert nur nicht mehr seit wir meinen wir müssten Wölfe abknallen. Oder Haie. Oder was sonst als unangenehm angesehen wird oder wertvoll ist. ( Luchs, Biber, Spinne, Schlange ect. pp. ) Sowas idiotisches…

Von Rudelverhalten war keine Rede, soziale Gruppenbildung ist sehr differenziert zu betrachten., Bei Schimpansen gibt es was auf die Fresse wenn man sich nicht einsortiert, wir Homo sapiens defektus ziehen vor Gericht oder noch angesagter Lügen was das Zeug hält ( Hach sieht du heute wieder gut aus, denkend : Ächz, diese Schnecke hat sich wieder angemalt wenn ich Sie nackt unter die Dusche stelle, könnte ich meine Wohnung neu tapezieren.. ) Ich wollte mehr auf Werkzeuge ect. abheben.

Have fun
Otaku

208 Otto Oktober 26, 2008 um 10:59

@mhh und @ Hammersen………..

Rifkin schwadroniert sicher nicht! Ich komme aus dem Mittelstand und bin trotz Alters immer noch in der Entwicklung tätig. Deshalb besuche ich Messen, z.B. die Drives in Nürnberg oder Systems und Electronica in München (bin wieder am 12.11.08 dort).

Ich war vor Jahren zum ersten Mal in Nürnberg auf der Drives, mit meiner Frau, die technisch eine Null ist.
Das ist eine Spezialmesse zur Zusammenführung von Elektronik, Computertechnik und Starkstromtechnik; also genau das was die Automatisierung ausmacht, die Fabrik ohne Menschen (von Wartung abgesehen).
Ich habe dort meiner Frau das gezeigt und gesagt:
Hier siehst du die Arbeítslosen von morgen!

Ich selbst habe ja Maschinen konstruiert (zusammen mit einem Maschinenbauer) welche bestimmte Arbeiten schneller, kostengünstiger und mit 10% menschlicher Arbeitskraft machen.

Ich erlaube mir schon, im Gegensatz zu Theoretikern der BWL, zu beurteilen wie es in 10 Jahren auf dem Arbeitsmarkt aussehen wird ( wenn es so weitergeht, kein Krieg oder Naturkatastrofen kommen)

Die meisten hier sind ja Nichttechniker und können sich nicht vorstellen, was da, zum grössten Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit (kein Interesse, Verständnisprobleme) läuft!

Also, das was Rifkin da in der Stuttgarter Zeitung sagt kann ich 100% aus Sicht der Technik unterstreichen!
Gruss
Otto

209 Nanuk Oktober 26, 2008 um 11:04

So ich muss vieleicht nochmal Nachfragen welchen Sinn hat das was wir tun… Wofür bauen wir Maschinen? Warum gibt es Bagger?

210 H. K. Hammersen Oktober 26, 2008 um 11:08

@joerg #204
“Ihre Definitionen der Schichten über die Intelligenz halte ich für sehr gewagt.”

Wo habe ich die Schichtzugehörigkeit über Intelligenz definiert ?
Ich sprach von Bildung als Abgrenzung der Mittel- von der Unterschicht. Und dem Bestreben der Mittelschicht, sich die Unterschicht durch Bildungsausgrenzung vom Leibe zu halten.

Änderungen am bestehenden System können nur von der gebildeten Mittelschicht kommen. Solange aber die Mittelschicht nicht bereit ist, wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen (wir haben in D eine der geringsten Selbstständigenquoten weltweit) wird sich nichts ändern.

Ohne staatliche Eigentumsgarantien (auch und vor Allem an Produktionsmitteln) brechen Wirtschaftssysteme immer zusammen. Aber die Erzeugung von Produktionsmitteln ist immer mit Konsumverzicht verbunden. Und solange die Mittelschicht dazu nicht bereit ist, bleibt nur die reiche Oberschicht, um Produktionsmittel zu finanzieren. Mit dem Ergebnis, daß diese immer reicher wird.

211 Nanuk Oktober 26, 2008 um 11:11

Ist doch eine einfache Frage wo bleibt die Antwort?

212 otaku Oktober 26, 2008 um 11:20

Keinen. Wir sind.

213 H. K. Hammersen Oktober 26, 2008 um 11:21

@Otto #208
Daß die von Ihnen vorhergesagte techn. Entwicklung stattfindet, bezweifle ich nicht. Mein “schwadroniert” bezog sich auf die von Rifkin vorhergesagten gesellschaftlichen Entwicklungen. Um die technischen Systeme am Laufen zu halten benötigt man (wenige) hochspezialisierte Menschen. Und jede Menge technisch verfügbare Energie. Die Menschen, die in dieser Arbeitswelt nicht mehr zu gebrauchen sind, verbrauchen aber in ihrer erzwungenen Freizeit genauso viel Energie als würden sie arbeiten. Und ich bezweifle, daß die Spezialisten die Früchte ihrer Arbeit mit den nicht arbeitenden teilen werden.

214 Nanuk Oktober 26, 2008 um 11:37

Die Menschen, die in dieser Arbeitswelt nicht mehr zu gebrauchen sind, verbrauchen aber in ihrer erzwungenen Freizeit genauso viel Energie als würden sie arbeiten. Und ich bezweifle, daß die Spezialisten die Früchte ihrer Arbeit mit den nicht arbeitenden teilen werden.

Joa dann dauert es noch 2 Jahrzehnte und wir haben einen Bürgerkrieg…
Lustig oder?

215 mylli Oktober 26, 2008 um 11:43

@ arbeitslose Zukunft

Ein Spezialist, der eine automatische Fabrik am laufen hält, die täglich eine Million Kondome herstellt, muss die Früchte seiner Arbeit mit anderen teilen, da er die Früchte kaum selbst verkonsummieren kann.

Die Menschen werden schon dafür sorgen, dass die Arbeit nie ausgeht. Statt Millionen Feldarbeitern oder Fließbandarbeitern gibt es jetzt Millionen Anwälte, Steuer und Finanzberater, Lobbyisten usw. In Zukunft gibt es halt mehr Söldner, aber die Arbeit wird nicht ausgehen, leider.

216 mylli Oktober 26, 2008 um 11:45

verkonsummieren…

man, das ist peinlich. Da sieht man, woher ich komme.

217 Otto Oktober 26, 2008 um 11:49

@Hammersen…

richtig, Spezialisten! Aber 5-10 in einer Werkhalle, wo früher 1000 Menschen arbeiteten! Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie bei dem führenden Funkgerätehersteller in D in Berlin die Montagebänder voll Frauen sassen, meist Jugoslawinen; hunderte! Dann kam SMD, Bestückungsautomaten, Lötautomaten, Kabelbäume verschwanden und da waren plötzlich lange Maschinen mit 2 Mann zum programmieren und bestücken! Weniger Ausschuss, Prüfprogramme automatisiert.
Also von vielleicht 300 Montiererinnen waren nun 2 Mann übrig! Bei besserer Qualität!

Der Energieverbrauch sank auch! Keine Werktischbeleuchtung mehr, die neuen Automaten stromsparend.

Ich sehe auch nicht das Problem (längerfristig!) für die freigestellten Kräfte, wenn sich der Staat zu einer Art ‘Maschinensteuer’ durchringt. Es muss und wird kommen, denn die Lohnsummen sinken in Zukunft!

Ich sehe ja schon heute hier auf dem Land was da an sinnvollen ehrenamtlichen Tätigkeiten gemacht wird. Teilweise schon mit Unterstützung des Landkreises und der Gemeinde. Da ist noch der Zusammenhalt stärker als in der Grossstadt!

Wenn hier Gelder richtig vom Staat eingesetzt würden , die Menschen könnten dann das tun was zu einer persönlichen Befriedigung führen würde.

Hier wird und muss die Politik umdenken! Denen wird gar nicht anderes übrigbleiben um ein Chaos zu verhindern!

Ich erlebe es vielleicht nicht mehr, aber so in 25 Jahren denke ich werden die nachfolgende Generation staunen darüber, dass die Sozialversicherungen usw. auf die Lohnsumme bezogen wurden!
Gruss
Otto

218 Karl Oktober 26, 2008 um 11:49

Wer kauft denn die ganzen schönen Produkte der spezialisierten Elite, mit denen die ihr Einkommen erzielen und von dem sie nicht abgeben?

Damit ds so funktioniert müssen sie eben was abgeben. Und der Herr Rifkin weist ja nicht umsonst darauf hin, dass das nur funktionieren kann, wenn man sich von unserer Einkommensbemessungsgrundlage trennt.

219 mylli Oktober 26, 2008 um 11:52

@ otaku

In China habe ich einen haufen Leute gesehen, die noch ziemlich traditionell leben, allein das stellt schon die 50 bis 150 Millionen in den Schatten.

Auch bei westlichen Lebensstil mit entsprechendem Energieverbrauch verkraftet die Erde einige hundert Millionen Menschen mehr. Allein mit Wasserkraft aus Skandinavien und den Alpen kann man den Energieverbrauch von ein paar Dutzend Millionen decken, schätze ich.

Wenn der Sinn das Seien ist, ist dann das Seien von möglichst Vielen nicht der Endsinn?

220 otaku Oktober 26, 2008 um 12:01

@mylli
Denkfehler. Den in den letzten 200 Jahren sind die entsprechenden Ressourcen schon verbracuht worden. Und von wegen Wasserkraft. Ähm … welche Technik diue wie lange ohne Wartung funtioniert bracuht so ein Ding ? Kannste vergessen, viel zu viel Know How und Material nötig, woher sollen den die GEneratorn kommen wenn alles zusammenbricht ? Oder der Zemnet fuer den Beton ? Geht nicht.

Sinne. Nein. Die Masse macht es gerade nicht.
Und Endsinn gibt es nicht.
Eben sowenig wie Sinn.

Es habe das mal versucht das so zu erklären: ‘

“Du bist eine Heizung.”

Have fun
Otaku

221 mylli Oktober 26, 2008 um 12:11

@ otaku

Der Beton ist da, und das noch für Jahrzehnte, eher Jahrhunderte. Genausolange arbeiten die Generatoren. Warum sollte das Know How verschwinden? Es reichen ja ein paar Spezialisten von jeder Sorte, um das System am Laufen zu halten.

Die Erklärung versteh ich leider nicht. Heizung braucht man vielleicht noch in Schweden, aber bei mir im südlichen Österreich kaum mehr. Eine ins Wohnzimmer scheinende Sonne reicht meistens.

Wenn es nur ums aktuelle Sein geht, woher kommt dann noch zielgerichtetes Handeln?

What’s fun?
mylli

222 Unwissender Oktober 26, 2008 um 12:14

@Michael

“Der Optimist kann sich nicht vorstellen, welch Glücksgefühle des Pessimisten ihm entgehen!”

223 LeeHarveyOswald Oktober 26, 2008 um 12:21

“Die werden schon steigen. ”

Nominell logisch, aber nicht gegen “richtiges” Geld dass irgendwie vernünftig verankert ist.In der Depression ist der Shillerindex schonmal bis auf Werte um die 60 gefallen.Bedeutet das die Hauspreise locker um 50 % fallen könnten, wenn nicht mehr denn damals war Amiland nicht verschuldet und ein Land mit einer gewaltigen Realindustrie.Über Kredit lassen sich keine Häuser mehr kaufen und die Reallöhne fallen und fallen.GM, Ford,Chrysler, GE alle breits komatös falls ja falls es nicht zu einem großen Krieg kommt womit ja neuerdings auch Roubini rechnet…

224 LeeHarveyOswald Oktober 26, 2008 um 12:27

“20.000 EUR sind z.B. durch einen neuen VW Golf gedeckt.”

wä , willst du mich veräppeln…20.000 Euro sind deswegen “gedeckt” weil der VW Händler darauf vertraut dass diese 20.000 Euro auch von den Stadtwerken und seinen Angestellten genommen werden.

Vertrauen ist hier die Deckung.

Bei phyischem Gold braucht man nicht zu vertrauen, es liegt in der Hand und wurde mit viel Aufwand und harter Arbeit “erschaffen” … es ist kein Vorschuss auf eine Leistung sondern eine bereits erbrachte Leistung…

ganz einfach..

225 otaku Oktober 26, 2008 um 12:39

@mylli
Ein Wasserkraftwerk ohne Wartung hatte eine Lebensdauer von wenigen Jahren. Wenn überhaupt. Die Spezialisten sind die ersten die draufgehen, eben weil es Spezialisten sind. Aber lassen wir die Details mal außen vor.

Und Beton. Kicher.

Ich versuch mal so rum:

Wie definierst du dich ? Beweise mir das es dich gibt.
Ich sage : Dich und ich gibt es gar nicht.

Du bist eine Heizung. Wahlweise eine Gummiente.

Handeln ? Welches Handeln ? Handeln setzt ein Objekt und ein Subjekt voraus. Beides existiert nicht. Wie willst du da handeln, erst recht zielgerichtet ?

Fun :

Nach 9 Jahren des Studiums,
fand ich mich plötzlich kopfüber auf dem Boden wieder.

Als ich mich aufgerichtet hatte,
war in mir die Erkenntnis gereift :

Es gibt nichts, nichts zu sagen.

Sollte mich jemand fragen was Zen ist
und was es bedeutet,

würde ich diesen lächelnd
auf die leichte Brise und den hellen
Mond hinweisen.

Zhenru

Otaku

226 mylli Oktober 26, 2008 um 12:50

@ otaku

Ich leide, also bin ich.

227 Nanuk Oktober 26, 2008 um 13:06

Es ging hier garnicht um Lebensfragen sondern ganz allgemein warum Wirtschaft?Warum Maschinen?

228 otaku Oktober 26, 2008 um 13:25

@mylli
ACK.

@nanuk
Ja warum ? Gute Frage. Mit einem klitzekleine Nachteil : Sie enthält bereits die Antwort. Ist also so gar nicht zu stellen.

Aber runter von der Metaebene :

Mehr. Noch mehr. Am allermeisten.
Höher. Weiter. Schneller.
Macht. mehr Macht, am mächtigsten.
Ich ich ich und ganz am Schluss und als Erstes : ICH.

Deshalb Maschinen. Luxus
Wirtschaft , Konkurrenz, ect.

Beim Neandertaler hat das Sinn gemacht: Überleben.

Heute sollten wir weiter sein und es nicht mehr brauchen.
Sind wir aber nicht.

Im Grunde hauen wir uns heute noch für ein Stück Brot die Rübe ein. Dabei ginge es auch anders. Und Glücklicher…
ABer ICH ws verschenken ? NEIN.

Hanneman geh du voran…
Hoffnungslos. leider.

Bis sich ein anderes Denken durchsetzt muss wohl leider erst die ganz harte Lektion kommen.

Have fun
Otaku

229 gojko Oktober 26, 2008 um 14:05

@nanuk:
“Es ging hier garnicht um Lebensfragen sondern ganz allgemein warum Wirtschaft?Warum Maschinen?”

Der Punkt ist, das es “Lebensfragen” SIND, die man klären muß um die Frage “Warum Maschinen?” beantworten zu können.
Genauer gesagt die Frage: “Was ist der Sinn des Lebens?”. Und das ist eine harte Nuß, an der sich die Philosophen bisher die Zähne ausgebissen haben.

Also erst mal ganz platt: Maschinen deshalb, weil sie unsere Möglichkeiten erweitern. Sie nehmen uns schwere Arbeit ab (Bagger) oder schärfen unsere Sinne (Mikroskop).
Letztendlich schenken sie uns mehr Lebenszeit und Lebensqualität (wenn es richtig gemacht wird).

Was fange ich mit der “geschenkten” Zeit an? Hier kommt es drauf an, wie man die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet. Sieht man sich selbst nur als “Heizung” (also oben Essen rein, generiert Wärme, unten Fäkalien wieder raus), dann kann man sich den ganzen Maschinenaufwand natürlich schenken.
Die meisten sehen sich aber als mehr an als das. Der Mensch ist ja auch ein intellektuelles Wesen mit einem kreativen und intellektuellen Potential. Und dieses Potential wird durch Maschinen stark erweitert.
Übrigens ist es nicht erstaunlich, daß Menschen die sich und andere als “Heizung” sehen mitunter ein nicht zu erklärendes Faible für Zen oder Haikus entwickeln?

Gruß, Gojko.

230 Nanuk Oktober 26, 2008 um 14:16

Also erst mal ganz platt: Maschinen deshalb, weil sie unsere Möglichkeiten erweitern. Sie nehmen uns schwere Arbeit ab (Bagger)

Da hast du es doch und jetzt siehst du wie pervers das ganze geworden ist wir haben Maschinen die uns die Arbeit abnehmen und beschweren uns über Arbeitslosigkeit.Wir sind einfach reif für die Psychiatrie so einfach ist das wir unsere Gesellschaft ist irre.

Alles andere ist bla bla Produktionsmittel Wettbewerb Aktien alles nonsens…

“Übrigens ist es nicht erstaunlich, daß Menschen die sich und andere als “Heizung” sehen mitunter ein nicht zu erklärendes Faible für Zen oder Haikus entwickeln?”

Nein ist es nicht…

231 gojko Oktober 26, 2008 um 14:40

@nanuk:
“Da hast du es doch und jetzt siehst du wie pervers das ganze geworden ist wir haben Maschinen die uns die Arbeit abnehmen und beschweren uns über Arbeitslosigkeit.”

Überhaupt nicht pervers, sondern genau so sollte es sein. Wer will 12Stunden über den Kartoffelacker kriechen?
Das Problem ist doch nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die daraus resultierende Mittellosigkeit. Das ist aber ein Verteilungsproblem.
Ich bin zwar nicht der Meinung, daß die Zeit reif ist, aber langfristig führt kein Weg daran vorbei den Leuten ein Grundeinkommen zu zahlen.

Gruß, Gojko.

232 J.Kramer Oktober 26, 2008 um 14:42

Der Mensch ist nicht zur Arbeit geschaffen, sondern für das Leben an sich.
Wer glaubt, das Leben an sich sei Arbeit, hat irgendetwas nicht verstanden. :-)

233 otaku Oktober 26, 2008 um 15:05

@gojko
Das ist so schlicht nicht richtig.
Maschinen nehmen uns mindestens genau soviel Möglichkeiten wie Sie uns angeblich geben. Die zu beantworten Frage wäre :

Ist es das wert ?

Beispiel : Jemand der von Hand einen 300 Jahren alten Baum fällt, weis in der Regel was und wie und warum er es tut. Er weis jedes Brett das entsteht su schätzen und handelt entsprechend.

Jemand der mit einer Maschine von 30 Tonnen jeden Tag 5000 Bäume fällt, dem geht dieses Bewusstsein völlig verloren, er versteht überhaupt nicht mehr was er da tut. Nur so ist er überhaupt in der Lage diese Arbeit zu tun ohne Suizid.

Pure Verdrängung der Selbstzerstörung.

Das ist es nicht wert. Und um den Bogen zu schlagen :

100 Euro sind schwer verdientes Geld.
1000 Euro sind schon viel aber man kann es verstehen.
100.000 Euro sind mehr als die allermeisten Menschen vernünftig handhaben können.
1.000.000 Euro haben die Grenzen zum materiellen Fassbaren überschritten, es wird nur noch Blödsinn damit gemacht.
1.000.000.0000 Euro sind nur noch nackte Zahlen.
Unfassbar. Spielgeld. Zum jonglieren. Die daraus erwachsenden Konsequenzen sind nicht fassbar.

Gepaart mit Gier und Dummheit ist das genau das was passiert ist. Zuviel durch immer mehr. Erstickt an sich selbst um der Gier, des MEHR willens.

Oder : Mangelnde geistige Möglichkeiten/Fähigkeiten einer selbst ernannten Elite.

Hint: Warum wohl haben Leute die Ihre Geschichte sehr präzise über 5000 und mehr Jahre mündlich aufbewahren können die aus dem Gedächtnis 3000 Kilometer Küste aufzeichnen können ohne je dort gewesen zu sein, so das eine 80 Meter Insel darauf ist, kein Wort/Zahl für über 100 ? Das heißt bei den Inuit einfach sehr sehr viel ……

Wir sollten schleunigst von dem materiellen Dreck wegkommen und uns mal um unseren Geist kümmern. Dann könnte es mit dem Wohlstand für alle auch funktionieren.

Aber Leute die jeden Tag 18 Stunden meditieren sind ja unproduktiv. Die leisten ja nix…

Have fun
Otaku

234 Nanuk Oktober 26, 2008 um 15:11

Da hab ich ja ein Fass aufgemacht aber genau das sind die Fragen die wir in den nächsten Jahren beantworten müssen.

235 otaku Oktober 26, 2008 um 15:16

@gojko
Ich.

236 gojko Oktober 26, 2008 um 15:40

@otaku:

Stimmt, den Einsatz von Maschinen auch falsch machen. Beispielsweise wenn man sich durch sogenanntes “Zeitmanagement” per PDA/Blueberry mehr Streß macht, als sinnvoll ist. Man muß eben lernen, Maschinen/Technologien mit Gewinn einzusetzen.

Das Beispiel mit dem Baum sehe ich nicht so: ob der 300jährige Baum von Hand oder per Maschine gefällt wird kommt aufs gleiche raus. Am Ende sind es Bretter. Und zwar viel mehr Bretter mit viel weniger Schinderei.
Solange diese Bretter sinnvolle Verwendung finden und der Wald wieder aufgeforstet, sehe ich darin eine Befreiung für die Menschheit: viele Menschen brauchen nicht selbst in den Wald hotten, einen Baum fällen und sich daraus nen Schrank bauen. Wenn unter denen nur ein Einstein ist, kann der die so gewonnene Zeit besser nutzen und das bringt in Summe allen was.

Zu den Eskimos muß ich sagen, daß das Beispiel nicht überzeugt. Ob das mündliche Aufbewahren der Geschichte wirklich so präzise ist, läßt sich schlecht nachprüfen. (Außerdem, hatten die nicht so eine “Schrift”, bei der in einen Lederstreifen unterschiedliche Arten von Knoten aneinandergereit waren?)

Daß sie nur Zahlen bis 100 kennen belegt lediglich, daß es sich um eine primitive Kultur handelt. Die Erforschung der Natur zeigt erwiesenermaßen, daß sowohl sehr große als auch sehr kleine Zahlen ihre Berechtigung haben. Sieht man bei Naturkonstanten wie dem Planckschen Wirkungsquantum (sehr klein) oder der Entfernung zur Sonne (eher groß).
Und das Aufzeichnen der Küstenlinie ist, nun ja: Auswendiglernen.

Meditieren, warum nicht. Wenn die Maschinen inzwischen die Arbeit tun, gerne!

Gruß, Gojko.

237 otaku Oktober 26, 2008 um 16:04

Sorry der Schrott der heute maschinell produziert wird, das sind keine Bretter mehr sondern Müll.

Ich habe hier gut 400 Jahre alte Bretter aus Birkenholz 6 x 0,30 x 0,40 Meter , die sind wie neu. Und heute unbezahlbar. Weil es so große Birken nicht mehr gibt und statt dessen nur noch Presspappeschrott aus “Polarfichte” die es zwar auch nicht gibt, die man aber überall kaufen kann und die in Monokultur angebaut wird weil Sie schnell wächst.

Brett ist nicht gleich Brett.

Ich sag ja, verlorenes Wissen… Wie macht man ein gutes Brett ?
Ist nicht so simpel wie du denkst…

Und deshalb braucht man mehr Bretter weil sie wenn überhaupt nur noch 20 Jahre halten siehe Ikea Dreck, dafür braucht man mehr Bäume die schneller wachsen und gefällt werden müssen die mehr Maschinen…

Ohne auch nur einen Hauch Mehrwert zu schaffen, im Gegenteil…

Und Arktische Geschichte lässt sich äußerst präzise beurteilen, weil da nix, aber auch gar nix verrottet. Mammutfleich ist weit älter, kannst du heute noch problemlos essen.

Hehe endlich Physik. Werteste Gojko dafür braucht man keine großen Zahlen. Im Gegenteil. Die Formel kann man ohne EDV entwerfen, nachrechen lässt man dann die dumme Maschine, ich will nicht mit 20,.000 Nullen hantieren ;.-)).

Weder Plank noch Heisenberg noch Einstein noch Hawkings haben Ihre Modelle mit Computern entworfen. Im Gegenteil Chkankendar hat mal gesagt mit Rechnerhilfe fällt Ihm nie was ein…

Und die Primitive sind uns weit überlegen, da kannst du dir sicher sein. Ich möchte das nicht ausführen aber…

Eskimos ist übrigens eine ziemlich übele Beleidigung….

Have fun
Otaku

238 gojko Oktober 26, 2008 um 16:38

@otaku:
“..nachrechen lässt man dann die dumme Maschine”

So man sie hat. (q.e.d.)

239 Jörg Oktober 26, 2008 um 16:56

@Hammersen:
Bzgl. des Nicht-Teilen-Wollens der Früchte gibt es 3 Lösungen:
1) Es erweist sich als unwahr (Gates, Buffett, Philip Rosenthal, skandinavisches und ehemaliges deutsches Sozialmodell)
2) Es findet sich ein Putin, der die Oligarchen seines Landes um ihren Reichtum erleichtert – mit oder ohne Enteignung. Russland kann anscheinend derzeit “Mission accomplished” melden.
3) Die Oligarchen machen es wie weiland Thyssen und finanzieren eine Diktatur. Auch das ist nur ein Transitorium. (Natürlich wollen sie es nachher nicht gewesen sein.)

“die Menschen dort [in der UdSSR] haben diese Entmachtung auch der wirtschaftlichen Eliten mit vielen Jahrzehnten Elend bezahlt.”
Nein. Elend schon, aber nicht aufgrund der “Entmachtung der Eliten”, sondern aufgrund der späteren Nichtentmachtung der neuen Eliten. Neuere wirtschaftsgeschichtliche Arbeiten zeigen deutlich, dass die UdSSR einen gewaltigen wirtschaftlichen Entwicklungssprung bewerkstelligte, der mit einer Verelendung einherging, die etwa der von Friedrich Engels für das Manchester seiner Zeit beschriebenen glich. Später kam Stagnation, weil kein Post-WK2-Tauwetter jemals die Planmechanismen wegtaute, die beim Aufbau der Schwerindustrie zunächst funktioniert hatten, aber keine Konsumgüterindustrie ermöglichten. Wäre den USA mit Beibehaltung von Kriegsproduktionsplänen nach WK 2 ebenso ergangen.

“Aber die Erzeugung von Produktionsmitteln ist immer mit Konsumverzicht verbunden.”
Dafür gibt es keinen Beleg. Passivitätsverzicht schon, aber Konsumverzicht? Nicht in einem ernsthaften Sinn. Edison hat nicht darauf “verzichtet”, als Society-Löwe zu leben und den Gunter Sachs seiner Zeit zu geben. Und der Lebensunterhalt der ersten Ackerbauern mag vielleicht von jagenden und sammelnden Mitgliedern ihres Stammes quersubventioniert worden sein, aber wohl kaum um den Preis des Eigenkonsums der Jäger und Sammler. In Wahrheit geht es um Konsumerhöhung und/oder Kapitalakkumulation durch den Verzicht auf Ablenkungen oder Untätigkeit. Kein Existenzgründungsberater, der halbwegs bei Sinnen ist, wird einem Gründungskandidaten raten, sein Heil in abgesenkten Einkommenserwartungen zu suchen. Gesamtwirtschaftlich bliebe aber anzumerken, dass
Arbeitszeitverkürzungen – “lLabour disinvestment” – gerade bei sinkendem Grenzwertnutzen der Investition zusätzlicher Arbeitskraft aus Sicht des Arbeitnehmers eine Alternative zur Konsumsteigerung darstellen, zumal der Trend der letzten Jahrzehnte in vielen Industriestaaten durch eine massive Erhöhung des Arbeitsvolumens gekennzeichnet war. Entgegen seiner Selbsteinschätzung ist Kapital eben nicht immer zu erfolgreicher Selbstallokation in der Lage und wird der Alternativen von investiver Reallokation und Akkumulationsverzicht erst in einer solchen Konstellation gewahr.

240 Jörg Oktober 26, 2008 um 17:01

“eine Alternative zur Konsumsteigerung” hätte heissen sollen “eine Alternative zur maximalen Konsumsteigerung”

241 Jörg Oktober 26, 2008 um 17:35

Zum Thema “ecological footprint” und “maximal carrying capacity of planet earth” habe ich mal eine Literatursammlung gemacht. Die Angaben differieren ca. um den Faktor 100000. Im Ernst – sie gehen von 12 Millionen bei “optimal schonender Ressourcennutzung” (Name des Autors ist mir momentan nicht erinnerlich) bis zu 1 Billion (z. B. Cesare Marchetti).
Ich kann aber trotz gegenteiliger Versicherungen den Verdacht nicht unterdrücken, dass die Vision von 1 Billion Erdlingen auf der Annahme eines Evolutionsprozesses beruht, an dessen Ende 1 Billion Gehirne ohne Gliedmaßen platzsparend Seit´an Seit´ in Schälchen mit Nährlösung existieren, per protein computing ihre Maschinensklaven steuern und auf den erlösenden Moment warten, in dem ein Asteroid auf einer von ihnen nicht vorberechneten Flugbahn eintrifft, um endlich das Ende der traurigen Geschichte herbeizuführen.

242 mylli Oktober 26, 2008 um 18:03

@ Joerg

Danke für den Namen Cesare Marchetti, seine Überlegungen scheinen mir zumindest auf den ersten Blick nicht ganz abwegig zu sein, und man kann sogar noch in schönen 100qm Appartments leben.

Die Idee, die Gehirne Seit´an Seit´ in Schälchen zu legen, kann die Kapazität der Erde sicher noch um ein paar 10er Potenzen erhöhen, wenn nur für genügend Nachschub an Nährlösung gesorgt wird.

Langfristig kommen dann sowieso die mind files von Ray Kurzweil, dann wird es nichts mehr mit der Einwohnerzählung, und alles ist eins, oder so.

243 sevenredseven Oktober 26, 2008 um 22:08

bei unserer Inflation von fast 10% sind die genannten 25% doch ok?

244 DividendenJaeger Oktober 27, 2008 um 00:32

Das was Lafontain da anprangert ist ja nicht ganz falsch, bloß hat er keine Lösung anzubieten und die Probleme kennen die anderen Parteien auch.
Was unser Schlauberger aber nicht begreifen will ist, dass die Lösung lokal nicht möglich ist sonder nur dann, wenn die anderen Länder mitziehen und gerade die USA hat sich da immer quer gestellt.
Sowohl der Finanzmarkt als auch die deutschen Produkte unterliegen dem globalen Wettbewerb. Einseitige Restriktionen würden zu Investitionsstau und Kapitalabwanderung führen, dann wäre wir noch schlechter dran. Deswegen Gnade uns Gott, dass die Linken keine Regierungspartei stellen und ich halte es auch für falsch, Links mit der Absicht den etablierten einen Denkzettel zu verpassen zu wählen. Das hätte einen Linksruck zur Folge der nur schädlich wäre.
Statt dessen bietet sich gerade jetzt an der Schwelle zur Weltwirtschaftskrise die ideale Chance eine Mehrheit für Kapitalmarktrestriktionen zu gewinnen, so dass sich die Kapitalflüsse wieder mehr am realen Bedarf orientieren, so dass dieses pyramidale Geldsystem ein paar Jahre Länder durchhalten kann, denn die eigentliche Lösung ist auch das nicht.
Dazu wäre es nötig ein Regulativ einzuführen, dass die Schuldenexpansion an die reale Notwendigkeit zu koppeln aber wegen der Natur des Menschen ohne die Aussicht auf Gewinn zu unterbinden. Ein kaum aufzulösender Widerspruch.

Uns Angi war zum Wochenschluss fleissig in China tätig und hat die Jungs da drüber mal aufgeklärt. Rausgekommen ist dabei so eine Aussage wie diese (Quelle: http://www.nakedcapitalism.com/2008/10/china-launches-salvo-against-dollar.html):

“The United States has plundered global wealth by exploiting the dollar’s dominance, and the world urgently needs other currencies to take its place, a leading Chinese state newspaper said on Friday.

The front-page commentary in the overseas edition of the People’s Daily said that Asian and European countries should banish the U.S. dollar from their direct trade relations for a start, relying only on their own currencies.

A meeting between Asian and European leaders, starting on Friday in Beijing, presented the perfect opportunity to begin building a new international financial order, the newspaper said.”

Das ist schon hammerhart finde ich. Da werden die Amis mit Ihren Betrugsdollars im nächsten Monat bei der Weltkonferenz zu beissen haben. Allerdings haben die Chinesen auch muffen davor, dass sie Ihre US Treasuries eintüten können und ihnen der Umsatz wegbricht.

245 SD6 Oktober 27, 2008 um 05:04

“Was unser Schlauberger aber nicht begreifen will ist, dass die Lösung lokal nicht möglich ist sonder nur dann, wenn die anderen Länder mitziehen und gerade die USA hat sich da immer quer gestellt.
Sowohl der Finanzmarkt als auch die deutschen Produkte unterliegen dem globalen Wettbewerb. ”

Tja, typisches Gefangenen-Dilemma eben.
Die jetzige Krise bietet natürlich die Möglichkeit wenigstens das allernötigste im System zu flicken, eine wirkliche Lösung des Problems ist so nicht möglich.
Es bliebe also nur die Möglichkeit den untätigen Rest und Besitzstandswahrer zum handeln zu zwingen.
Wenn Angie die deutschen Banken hops gehen lässt, müsste das doch reichen um das Bankwesen weltweit zum Einsturz zu bringen.
Dann könnte man auch unfangreich reformieren.

246 imperator Oktober 27, 2008 um 10:13

@staph.aureus

auch wenns noch hundertmal falsch erzaehlt wird:
“wir haben sehr wohl Reiche!”
und nicht zu wenige, sindern genau die richtige Anzahl!

90% der Buerger halten 10% der Vermoegens und 10% halten 90% d.V. weltweit und in D. ebenso. Innerhalb der oberen 10% splittet es sich nochmal enrom auf wenige auf.

Geld verschwindet nicht, es wechselt den Besitzer!

Tobinsteuer und das weltweit zum Stichtag heute Anbetrachts der Krise eine ueberfaellige Massnahme!

Die Tobinsteuer trefft keinen Einzigen der Unterschicht keinen Einzigen der Mittelschicht, nur ganz ganz wenige der elitaeren Oberschicht!

Haetten wir wirklich eine Demokratie, dann gaebe es laengst eine Tobinsteuer.

Sie ist die demokratischste aller Steuern!

247 Oliver Janich Oktober 29, 2008 um 17:27

Ihr könnt die Reden von Oskar auch bei Adolf Hitler (NationalSOZIALISMUS) nachschlagen. Man muss nur “internationale Finanzmärkte” durch “Juden” ersetzen.
Das Problem sind nicht die internationalen Finanzmärkte, sondern die staatlichen Notenbanken und ihr Papiergeldsystem. Die einzige Lösung ist ein Goldstandard. Das sah übrigens auch Alan Greenspan so, bevor er Notenbankchef wurde:
http://www.parteidervernunft.de/2008/10/28/goldstandard/

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