Meine freundlichen Rechtsberater aus der internationalen Großkanzlei schicken mir gerade eben den Entwurf des “Finanzmarktstabilisierungsgesetzes” der Bundesregierung, samt diesem sehr instruktiven Schaubild des “Rettungspakets” in seiner vollen Pracht:















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Völlig einverstanden. Es fehlen Schaffung einer funktionierenden Banken- und Börsenaufsicht, die haben total versagt. Es fehlt, noch wichtiger, die Beseitigung der Ursachen. Nämlich das strikte Verbot von steuersparenden Auslandstöchtern sowie das Verbot und die Abwicklung der Zombie-Papiere. Aber da warten wir eben geduldig auf das nächste Desaster.
@Michael:
Ebenfalls völlig einverstanden. Gerade für die Credit Default Swaps braucht es eine internationale Clearing-Stelle. Diese muss nicht unbedingt einzelne Geschäfte ablehnen können, sollte aber stets einen Überblick haben, wer für wen mit welchen Summen mithaftet, so dass Risikoansammlungen jederzeit erkannt werden können.
In der Fussnote ist zu lesen: “Erwerb von Problemaktiva”
Bisher war davon noch keine Rede oder?
HAHAHA
Ich wäre eher für die völlige Abschaffung von Absicherungsgeschäften. Diese suggerieren eine Sicherheit und eventuellen Neukredit, der auf falschen Annahmen beruht.
Kapital verpflichtet und sich aus dieser Verantwortung rauszulügen, ist weniger sinnvoll. Und das sage ich, obwohl ich am Freitag einen sehr ordentlichen Gewinn mit ebensolchen Geschäften gemacht habe. Aber der Gewinn eines Einzelnen kann niemanden freuen, wenn die Allgemeinheit vor die Hunde geht.
@c.pire
Doch, das ist ein Teil des geplanten Maßnahmenpakets
Für SOWAS braucht es eine internationale Großkanzlei mit, ich schätze mal Stundenhonoraren ab 600 Euro aufwärts ?
Bist du dir da sicher ? Das man dich da nicht verladen hat ?
Sowas kriege ich auch hin, jetzt mal ernsthaft. Und dabei habe ich seit dem Studium nix, keinen Handschlag mehr in der Branche gemacht.
Ich komme aus dem staunenden Entsetzen gar nicht mehr raus….
Bitte, Bitte sag mir das das ein Joke ist….
Otaku
neben der Monetesierung der Kreditverbriefungen durch den Staat wird jetzt auch Bilanzfälschung (staatlich sanktioniert) als Mittel eingesetzt….oh ja jetzt habe ich Vertrauen…
sollte der Kickstart (va Banquespiel) nicht einsetzen sondern die real Wirtschaft in einer Rezession abgleiten werden ist die inherente Logik hinfällig.
Das Ganze ist also nicht viel mehr als tous ou rien – alle Jetons auf eine Zahl.
Die Folge ist eine hyperinflationäre sich selbst verschärfende Depression.
Handlungsfähigkeit des Staates eingeschränkt durch:
-fehlende Refinanzierungsmöglichkeit durch Verschuldungstitel
-sinkende Steuereinnahmen
-höhere Belastungen durch soziale Sicherungssysteme
Handlungsfähigkeit der Konsumenten eingeschränkt durch:
-Massenarbeitslosigkeit/Kurzarbeit/Betriebsferien
-Inflation der Währung/Kaufkraftverlust
-Sinken der Löhne
Realwirtschaft:
Einbrechen der staatlichen und privaten Nachfrage
Verteuerung von Importwaren/und oder Rohstoffen
fehlende Möglichkeit über den Kreditmarkt zu refinanzieren+
höhere Zinsen auf Fremdkapital
Finanzwirtschaft:
Abzug/Verringerung der Sichteinlagen durch Inflation
Zusammenbruch des Verbriefungsgeschäftes
Zusammenbruch des Kreditgeschäftes(Bildung,Autokredite,Reisekredite etc.)
Eliminierung der Level 1 Assets – Aktien
Einbruch bei der Eigenkapitalrendite durch Deleverage
weitere Ausfälle auf bereits in Besitz befindliche Assets
Misstrauen durch staatlich sanktionierte Bilanzfälschung
Vernichtung des Papiermarktes für Gold/Silber/Öl etc. Shortsquezze durch physische Lieferung
PS: Wer ein Geschäft machen will läßt sich Papiersilber und Gold phyisch liefern und verkauft an den Retailmarkt zu den gegenwärtigen Aufschlägen von +20 bis +30%
Kann mir mal einer sagen warum das Geld weiter in T-Bills fliest die waren vorhin mal im Plus jetzt unverändert??
@otaku
Die Großkanzlei beschäftige ich selbstredend für gänzlich andere Dinge, die ausschliesslich mit meinem Job zusammenhängen. Die waren nur so freundlich, mir das als Info zu schicken, sonst nichts …
@ Michael
” … Nämlich das strikte Verbot von steuersparenden Auslandstöchtern sowie das Verbot und die Abwicklung der Zombie-Papiere. Aber da warten wir eben geduldig auf das nächste Desaster.
= > … WoW ! … Du klingst ja schon fast so wie ein ~ Halbgott ~
~ Halbgott ~
bin aber für Aktien optimistisch, deshalb bitte nur fast, bin doch kein Ökonom gleich prozyklischer Pessimist, könnte mich ewiger Börsenlehrling nennen. Letzte Schandtat: vom Bullenhai eine Flosse zur Haifischflossensuppe verarbeitet. Seine Haifischgeschwister werden ihn zerfetzt haben.
“Arbeit, Wachstum, Wohlstand”, das hört sich an wie das Pfeifen im dunklen Wald, oder hat das ein pfiffiger Azubi mit Kabarettambitionen eingefügt?
Wer kann mir erklären, wie man verhindert, dass mit der Garantieerklärung im Hintergrund ab sofort schlecht gewirtschaftet wird? Z.B. hohe Risiken eingehen, um die Rendite zu steigern….und es gibt bestimmt noch mehr clevere Ideen. Dies ist doch eine Einladung an clevere Banker, ihr Unternehmen auf Staatskosten zu sanieren, und sich selbst gleich mit. Immer mit der Drohung im Hintergrund: Wenn wir das nicht dürfen, dann gehen wir eben pleite, und dann wird es für euch noch viel teurer, und das wollt ihr doch nicht, oder? Klingt für mich nach Fass ohne Boden.
Der Bundesfinanzminister bietet solchen Service auch:
Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Finanzmärkte und zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf die Realwirtschaft
Und wer das “Gesetz zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Stabilisierung des Finanzmarktes (Finanzmarktstabilisierungsgesetz – FMStG)” noch ein wenig kommentiert haben mag, schaut hier:
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3508
Retrosoziale Grüße
Wie wäre es einmal mit einer grundlegenden Betrachtung unseres Finanzsystems? Dieses “besser Regulierung”-Gequatsche führt zu gar nichts, nicht mal ins Nirwana, da hätte man wenigstens seine Ruhe…
Wo sind denn die VWL-Spezialisten, die mal erklären können, wie ein Bankwesen, dass im Mindestreservesystem Geld ausleiht (“schöpft”), welches nicht vorhanden ist, auf Dauer bestehen kann?
Und wie war das mit Zins und Zinseszins?
Wie war das mit ewig gebrauchten Nachschuldner?
Der ganze Subbrain-Mist ist doch nicht die Ursache, sondern ein Symptom dieses Systems!
Also Butter bei die Fische! Schöngeister, welche die Realität ausblenden werden demnächst ein bitteres Erwachen haben.
Als Krönung kann ich noch servieren, dass Münchau in der FTD zum Thema Staatsbankrott und Abverkauf von Staatsanleihen Meinungen vertritt, die man eher vom einem verpönnten Walter Eichelburg kannte…
@ Lebenslustig
sehe ich noch krasser als Sie: moral hazard findet nicht irgend wann in der Zukunft statt, etwa wenn sich die nächste Krise anbahnt, sondern jetzt. Ist übrigens schlicht nutzenmaximierendes Verhalten. Die Banken lassen sich gigantische Übernahmen der Konkurrenzinstitute vom Staat finanzieren, die unter “normalen” Umständen niemals zu realsieren wären. Da lassen sich kurzfristige Verluste doch locker verschmerzen, wenn sie später durch das Oligopol bei weitem ausgeglichen werden. Und dass nach der Krise Banken zerschlagen werden (auf Marktgröße too small not to fail), werden wir sicher nicht erleben.
man kann auch auf
http://www.bundesfinanzministerium.de
und dort findet man auch neben dem Schaubild den Text zur eingebrachten Gestzesvorlage!
@exfalsoquodlibet
~ Halbgotts ~ … Lexikon der populären Irrtümer über den Kapitalismus
Das Märchen vom “Zinseszins” als Sollbruchstelle des Kapitalismus
Nach meiner Beobachtung irren viele Fachfremde mit einer falschen Vorstellung vom “Zinseszins” durch den Nebel des Kapitalismus …
Rechenexempel (Stand: März 2008)
Umlaufrendite: 3,8 %
“Inflation”: 3,5 %
(Das ist die GEFÜHLTE Inflation. Also die von den Statistik-Spindoctors bei destatis gefühlte inflation, nach diversen Anpassungen in Richtung “unter, aber nahe bei 2%” … tatsächlich beträgt die Inflation z.Zt. wohl 5% – 10%)
Steuern auf Nominal-Zinsen: 50 %
Transaktionskosten 1%
genannter Nominalzins ist nur versprochener bzw. erwarteter Zins (Ausfallrisiko! -> Expost-Verzinsung nix … oder genauer: reale Vermögensverluste … keine Gewinne!
Es resultieren aus der “Anlage” in Anleihen jährliche Realverluste von ca. -3 bis -9% ! … hat sich was mit “Zinseszins” ! ! !
q.e.d. !
-> alle Währungen SIND Schwundgeld !
alle Währungen SIND Schwundgeld !
Das Muschelgeld nicht…
Frag mal die Japaner die haben eine menge Komplimentär Währungen das ist auch die einzige möglichkeit die Probleme zu lösen die Realwirt Schafe benutzen Muscheln und die Banken können weiter mit ihren Euros Zocken so schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe die Finanzmärkte sind ihr eigener Sumpf und die Realwirtschaft kann das machen was sie soll Menschen mit Waren und Dienstleistungen versorgen.
Ausserdem fördert sowas Klüngel und genau das brauchen wir.
Deshalb sagen wir, dass eine gut funktionierende Wirtschaft aus Yin-Wirtschaft und Yang-Wirtschaft besteht… Die bestehende Wirtschaft ist jedoch nur als Yang-Wirtschaft konzipiert… In diesem Sinne kann man die Lokalwährung als Yin-Wirtschaft verstehen… Die Yin-Wirtschaft und die Yang-Wirtschaft müssen ineinander greifen, und so wie das Blut im Körper zirkuliert sollte auch das Geld in der Wirtschaft zirkulieren.
Eiichi Morino
Na klingelt es Real und Finanzwirtschaft…
Man muss die Banker und Konzerne nur in dem glauben lassen sie kämpfen um das goldene Kalb… Für die meisten in den Vorstands Etagen sind das doch eh nurnoch Nummern in einer Exel Tabelle…
Der Witz des Tages: Gerade erklärt Merkelchen im Bundestag, der frühere Bundesbankpräsident (und heutige Freund und Förderer der INSM) eine Expertengruppe leiten soll, die Vorschläge für eine neue Finanzverfassung ausarbeiten soll. Ausgerechnet jener Tietmayer also, der schon 1996 vor den versammelten Staatsoberhäuptern und Ministern auf dem Zauberberg in Davos gesagt hat: “Ich habe bisweilen den Eindruck, dass sich die meisten Politiker immer noch nicht darüber im Klaren sind, wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden.”
Sieh an , neben der Inflation steigt auch noch die Arbeitslosigeit.Die Euphorie am Equity Markt ist auch schon wieder vorrüber.
http://www.telegraph.co.uk/finance/jobs/3200561/Unemployment-set-to-rise-to-1.75-million.html
http://www.telegraph.co.uk/finance/markets/3200760/London-shares-fall-as-bail-out-euphoria-gives-way-to-slowdown-fears.html
“Sieh an , neben der Inflation steigt auch noch die Arbeitslosigeit.Die Euphorie am Equity Markt ist auch schon wieder vorrüber.”
Die Aktien sind völlig uninteressant mittlerweile geht es um die langfristige Solvenz der USA anders ist die Zinskurve nicht zu erklären!Wir sind jetzt wohl an dem Punkt angekommen an den die ganze Sache “to big for government” geworden ist.
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