Meine Erwartungen an das elitäre Polit-Trüppchen namens “G7″ waren bekanntlich noch nie sehr groß. Im April diesen Jahres hatte ich ihnen anläßlich ihres letzten Treffens in Washington den launigen Beitrag “Die Glorreichen Sieben (G7) reiten wieder” gewidmet, und in Anlehnung an die Helden meiner Kindertage ein wenig hollywoodesque Verklärung betrieben.
Aktuell tagen unsere wackeren Streiter für finanzielle Ordnung und Stabilität erneut in Washington, doch wie es halt mit Hollywoodschinken immer so ist, die Fortsetzung ist kaum je besser als das Original. Und leider gilt das auch für diesen Streifen. Zumal, eher untypisch für Monumentalepen dieses Kalibers, das Ende bereits nach den ersten 30 Minuten absehbar ist: die Helden sind untereinander uneins, suchen den Kampf nicht im Team, sondern im Alleingang und drohen deshalb von den im Hinterhalt lauernden Banditen aufgerieben zu werden. Aber immerhin, gleich nach dem Vorspann präsentiert man uns eine neue Geheimwaffe: “MazVsM”. Was das bedeutet? – “Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“. Welche das genau sind, verraten uns die G7 leider mit keiner Silbe, außer dass sie “dringendes und außergwöhnliches Handeln” beinhalten werden. Damit nimmt das Drehbuch leider einen eindeutigen dramaturgischen Kurs, der nichts Gutes erwarten läßt: die politische Elite der industrialisierten Welt hat nach wie vor keinen blassen Schimmer, was gegen die Bankenkrise zu tun wäre. Von einem konkreten “Konzept” ganz zu schweigen. Stattdessen gibt es wie üblich Allgemeinplätze satt.
Die Reaktionen der Ökonomenzunft sind deshalb auch alles andere als positiv. Paul Krugman in seinem Blog: “Ich glaube, die Finanzminister haben diese Prüfung nicht bestanden, oder bestenfalls mit 4 minus”. Oder Dani Rodrik: “Hoffentlich haben sie noch eine positive Überraschung für uns parat, sonst sind wir alle Toast.” Und last but not least Willem Buiter, ebenfalls per Blog: “Die G7 haben lediglich das absolute Minimum geliefert, um ihr Washingtoner Meeting nicht als Totalausfall gelten lassen zu müssen. Nennen wir es daher nur eine “Enttäuschung” und eine “verpaßte Gelegenheit”.
Gleichwohl nennt sich das Pamphlet der G7 hochtrabend “5 Punkte Plan”. Der österreichische Standard war so freundlich, diesen mundgerecht zu präsentieren:
- Die G-7 wollen entschlossen handeln und alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um wichtige finanzielle Institutionen systematisch zu unterstützen und ihren Zusammenbruch zu verhindern.
- Die G-7 wollen alle nötigen Schritte unternehmen, um die Kreditströme und den Geldmarkt wieder in Bewegung zu bringen und sicherzustellen, dass Banken und andere Finanzinstitutionen breiten Zugang zu Liquidität und Refinanzierung haben.
- Die G-7 wollen sicherstellen, dass Banken und andere große Finanzhändler aus öffentlichen und privaten Quellen ausreichend frisches Kapital bekommen, um das Vertrauen wiederherzustellen und ihnen zu ermöglichen, weiterhin Kredite an Privatpersonen und Unternehmen zu vergeben.
- Die G-7 wollen sicherstellen, dass die jeweiligen Spareinlagenversicherungen und Garantieprogramme belastbar und beständig sind, damit Kleinsparer weiterhin Vertrauen in die Sicherheit ihrer Einlagen haben.
- Die G-7 wollen, wo nötig, Maßnahmen ergreifen, um den Hypothekenfinanzierungsmarkt wieder anzukurbeln. Dazu seien eine akkurate Bewertung und transparente Offenlegung von Vermögenswerten sowie die Einhaltung hoher Bilanzierungsstandards nötig, heißt es.
Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: ich finde das supie, was die G7 da alles “wollen”. Wesentlich spannender, weil für die Zukunft der Weltwirtschaft entscheidend, ist jedoch die Frage: “Wie machen Sie das?” Den G7-Finanzministern geht es da nicht wesentlich anders als meinem 6-jährigen Sohn, der seine Eltern keine Sekunde im Zweifel darüber läßt, was er alles “will”. Nur weiß mein Sohnemann, sehr zu meinem Mißfallen wohlgemerkt, in aller Regel ganz genau, was er tun muß, damit er das gewollte auch tatsächlich “kriegt”. Damit scheint er Steinbrück und Konsorten den entscheidenden Schritt voraus zu sein.
Aber noch ist bekanntlich nicht aller Tage abend, das Ende des Films noch gute 20min entfernt. Peer Steinbrück erzeugt künstlich Spannung, indem er für Montag ein konkretes “Rettungspaket” ankündigt, über das der Bundestag dann auch ratzfatz beschliessen soll. Hoffen wir, daß das tatsächlich die positive Wende in unserem Movie darstellt, ab der die Banditen ins Hintertreffen geraten, und nicht bloß wieder eine wirre Wendung in einem Zick-Zack-Drehbuch. Das hatten wir nämlich schon zu genüge, das erschöpfte Publikum möchte jetzt nur noch eins: ein Happy End!















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Wichtig wäre es doch wohl, Leerverkäufe endlich dauerhaft zu verbieten. Man hat ja am Freitag gesehen, zu was die erneute Erlaubnis für Leerverkäufe (Short selling) geführt hat.
Ebenfalls müssten die Credit Default Swaps zwischen den Banken endlich gegengerechnet werden. Angeblich gibt es ja CDS im Umfang von ~75.000 Mrd. USD. Oftmals jedoch haben 2 Banken untereinander für verschiedene Geschäfte mehrere solcher CDS laufen, mal als Sicherungsnehmer, mal als Sicherungsgeber.
Diese müssen jetzt dringend neu verhandelt werden, unabhängig davon, ob das Ausfallrisiko bei Deal A vllt. ein wenig höher als bei Deal B ist oder die Konditionen und Laufzeiten abweichen. Was zählt ist nur, dass das aufgeblähte, künstliche Volumen heruntergefahren wird. Und wenn diese 1:1-Beziehungen vereinfacht wurden, kann man dann auch daran gehen, die aus vielen solcher CDS geschnürten Pakete neu zu bewerten und rückabzuwickeln.
Ein weiterer Punkt, den ich mir vorstellen könnte (bringt kurzfristig aber natürlich nichts) ist die Aufwertung des chinesischen Yuan. Nur durch dessen künstlich niedrig gehaltene Bewertung haben die USA ein derart hohes Handelsdefizit, selbst wenn dies nicht der eigentliche Auslöser der Krise war.
Naja, und dann gibt es Steuerschlupflöcher wie Liechtenstein, die Schweiz, Cayman-Inseln usw., die ebenfalls ausgehoben werden müssen uvm.
Hmm, bloss blöd, dass wir mal nicht eben auf Stop drück können, um das Chaos aufzuräumen…
gestern hat es einen Kommentar von mir zerissen oder wurde er gelöscht??
Wie auch immer hier passt mein Fragekommentar vielleicht ohnehin besser her:
Welche Optionen haben unsere Glorreichen Sieben? Wenn ich keinen Gedankenfehler begehe gibt es im Grunde zwei Varianten:
1. Variante: Die Verstaatlichung der gigantischen Billionen Luftvermögen.
Konsequenzen:
a, Die Staaten/Steuerzahler brauchen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte um diese unvorstellbar grossen Summen abzutragen, bzw. die Zinszahlungen auch nur einigermassen in den Griff zu bekommen.
b, Auf Jahre hinaus wird die Wirtschaft leiden, da Dinge bezahlt werden müssen die schon lange in Exzessen verfrühstückt wurden
c, Vermutlich wird das Zinsnievau gegen Null laufen um alles eingermassen bezahlbar zu halten, so wie in Japan schon seit vielen Jahren. Neue Blasenbildungsgefahr!
Die Gewinner: Die Besitzer der Luftbillionen
Die Verlierer: Der Steuerzahler
2. Variante: Abwertung aller Geldvermögen/Schulden um den Faktor 1/x.
Konsequenzen:
a. Die Luftblase würde erheblich kleiner und leichter in den Griff zu bekommen sein
b,Die Wirtschaft hätte entsprechend weniger Bürden abzutragen
c, Die Zinsen blieben auf einem sinnvollen blasenvermeidendem Niveau.
Verlierer: Gläubiger, Geldvermögensbesitzer.
Gewinner: Schuldner, sowie die Steuerzahler.
Da die Macht vorwiegend in den Händen von vermögenden Zeitgenossen ist hat Variante 2 keinerlei Chance.
—-
Wenn man allerdings den aktuellen Aussagen glauben darf, wollen unsere Clowns Geld zur Verfügung stellen, ganz und gar ohne Beteiligung am Grundkapital der Banken:
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2008/10/2008-10-11-sakozy-merkel.html
Vielleicht reicht ja die von Köhler geforderte Entschuldigung:
http://afp.google.com/article/ALeqM5i_HEeFF6471emuQTBntYQdAbDK9g
Vielleicht gar analog zum arabisch antiken Scheidungsrecht. Ich entschuldige mich, ich entschuldige mich, ich entschuldige mich…schon sind die Schulden weg. Werde ich dann gleich am Montag bei meiner Bank probieren, mal sehen ob ich meinen Hauskredit so wegbekomme?
happy end wird wohl nicht kommen – hat man bei dem gesalbader im gefuehl , denn das klingt ja genau nach dem zeug was immer geredet wird, wenn alle zuege abgefahren sind…. aber gut vorsaetze falls es ein naechstes mal geben sollte – bewahre.
viel wahrscheinlicher ist doch , dass mit dem vote zum bailout im kongress die tage der dollar endgueltig versenkt wurde … die USA sind pleite – weiss doch jeder, und jetzt werden die anderen eingeweiht wie ‘s weitegehen soll. dass die damen und herren da in brainwashington nur kaffee getrunken und gute vorsaetze gefasst haben , kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen. paulson hatte die doch sicher nur zum briefing da … da liegt einiges offiziell unerwartetes in der luft … vielleicht das ?
Hui, jetzt soll Deutschland auch seinen eigenen riesigen Bailout-Plan bekommen: 400 Mrd will Angie locker machen um deutsche Banken zu stützen. Flott. Das ist die Hälfte dessen, was die USA springen lassen.
Ob echt irgendeiner auf dieser Welt wirklich glaubt, dass Deutschland sich das auch leisten kann?
Ich glaube, das mit “Toast” trifft es. Leider. Ach ja – dann kann ich ja jetzt frühstücken gehen.
Sonntagsgruß
Hellas
“Happy End” ist gut – ist es wirklich ein Happy End, wenn wir dieses System retten, das Gier zur obersten Maxime erklärt und wo nichts so heilig ist wie das Geld?
Wo man auch nicht im geringesten bereit dazu ist, sich zu ändern oder anzupassen (siehr G7-Treffen), weil man sowie meint, man weiß alles besser? Wenn ich mir allein schon diese ganzen Figuren angucke. Am liebsten ist mir unser Wirtschaftsminister. Zum Glück hält er sich im Hintergrund, aber er kann ja auch nicht anders.
Ich will dieses ganze Finanzsystem gar nicht retten, es setzt die völlig falschen Prioritäten und Anreize – ich will nur ein Chaos vermeiden, aber wenn man sich anguckt, wie alleine dieses Treffen lief, wüßte ich nicht, wie das geschehen sollte.
Meine voreilige Ankündigung vom Freitag, dass nächste Wochen die Börsen geschlossen seien, nehme ich (erbost und kleinlaut) zurück – ich hatte doch tatsächlich Hoffnung in dieses Treffen gesetzt, wie NAIV von mir (ob eine Schließung grundsätzlich positiv ist, sei dahin gestellt, ich wollte bloß ein SIgnal!).
Im Anschluss an diese Krise sollten wir uns auch mal Gedanken machen, ob wir uns viele dieser Leute in führenden Posiionen wirklich leisten können. In der Privatwirtschaft wären die alle wegen Ahnungslosigkeit, mangelnder Eignung und miesem Krisenmanagement längst gefeuert worden. Und ich verliere langsam die Geduld mit diesen Leuten.
Bei uns greift die Krise schon um sich, sie ist längst in der Realwirtschaft angekommen (an meinem Arbeitsplatz z.B.) und die faseln und faseln.
Ach, ich könnte noch so viel schreiben – aber ich lass euch jetzt …
Einen schönen Sonntag
Terekest
fuck Finanzsystem
Auf http://www.faz.net ist seit heute ein Interview mit H.W. Sinn zu lesen..mich würde mal interessieren, was ihr davon haltet…
gruß
A.
So !
= > … dann ist jetzt also mit wgnX sogar der letzte der Optimisten … von Board gegangen !
=> … dann dümpeln wir ja jetzt alle gemeinsam … im Meer der Liquidität … in dem sich nichts mehr bewegt … obwohl die Wellen immer höher und höher schlagen …
… Übrigens … in der wie immer bestens informierten Info-Illustrierten für Soziologiestudenten … kann man heute schon erfahren … was das Problem gewesen ist:
“NOT! HALT!
Wer stoppt den freien Fall des freien Marktes?”
http://www.spiegel.de/static/epaper/SP/2008/42/ROSPANZ20080420001-312.jpg
= > … könnt ihr zwischen den Zeilen lesen ? … es kommt gleich zweimal das Wort “frei” darin vor ! … der böse böse Markt sogar nur einmal ! … es ist also die FREIHEIT gewesen, die uns das alles eingebrockt hat !
= > … zum Glück haben wir kompetente und tatkräftige Politiker, die das Übel der FREIHEIT jetzt radikal angehen und im Kern vernichten werden.
@Halbgott
Ja, und erstaunlicherweise hocke ich wohl in einem kleinen Boot gemeinsam mit Ben Bernanke, wer hätte das jemals gedacht? Beide wohlwissend, dass es eigentlich Mittel und Möglichkeiten gäbe, aber den Regierungen dabei zusehend, wie sie es nach und nach versemmeln.
Ich hoffe, unser Freund Ben ist festen Gemüts. Das nochmal auf seine alten Tage erleben zu müssen, als “greatest scholar of the great depression” hätte durchaus das Zeug, ihn suizidös zu stimmen und ins Meer zu den Haien springen zu lassen …
Gut, was da verkündet wird, sind Willensbekundungen. Aus keiner einzigen kann ich ableiten, daß die Wurzel des Übels erkannt wurde. Aber, die seit Jahren verabschiedeten Gesetze zeigen, daß nur dumm getan wurde. Die Probleme waren bekannt und sollen auf dem Buckel der Mehrheit gelöst werden. Vor Wahlen in 2009 ein extrem schlechter Einfall.
Für uns bedeutet es, daß deutsche Finanzinstitute real für beliehene Spareinlagen der “Rentenversicherung” in Größenordnungen wertlose US – Papiere gekauft haben. Was da schlicht heißt, es wird ein ziemlicher Haufen “Geld” erschaffen werden. Die Renten sind “sicher”, nicht aber der Geldwert. Bekannt als Inflation.
Ist bekannt, die Gesetze dazu sind lange verabschiedet. “Terrorkrieg” ? Nö, berechtigte nackte Angst vor dem eigenen Volk. Das hebt offenbar in Größenordnungen sein Geld von der Bank ab. Ein etwas höherer Bargeldbestand in der Haushaltskasse ist schon nicht verkehrt.
Bitte keine Schuldzuweisungen, die Banken taten ganz genau das, was ihre Kunden von ihnen wollten. Sie wollten auf Lebensversicherungen 8 % Rendite, sie wollten Tagesgeld zu sensationellen Konditionen, sie wollten ohne Aktien zu kaufen steigende Kurse. Sie wollten Kredite zu niedrigsten Zinsen. Daß all dies seinen Preis haben muß, sollte jedem Schwachsinnigen einleuchten.
Der Preis hieß Sozialabbau, Millionen Arbeitslose, Globalisierung. Und der war ganz offenkundig zu niedrig. Also fliegen Aktien und Anleihen in den Markt. Der Spread zwischen den Renditen der Unternehmens- zu Staatsanleihen ist > 3 %, signalisiert eine brutale Baisse der Aktien. Inzwischen ist sogar eine Untertreibung zu vermuten, aber Baisse heißt, ein Verkauf löst den nächsten aus.
Die G(?lorreichen) 7 brauchen garnichts beschließen. Die Probleme wurden bereits verstaatlicht, dem Steuerzahler übergeholfen. Die Banken “gerettet”, der Steuerzahler zahlt für seine Gier das, was er zu viel kassieren wollte. Diejenigen, die solide gehaushaltet haben, werden meist die Gewinner sein. Panik ist unangebracht. Die Konjunktur wird vor allem durch den Finanzsektor einbrechen, die Realwirtschaft wird sich durch den schwächeren Euro positiv entwickeln, was durch die Debakel der Geldleute negativ übertüncht wird.
Der Zauber kann schon noch ein Jahr dauern, aber ich werde zunehmend optimistisch. Im schlechtesten Fall fliegt uns das Finanzsystem um die Ohren, nun weniger gut, aber es war seit Jahrzehnten eigentlich nicht mehr praxisgerecht. Ich würde unterschreiben, daß sich viele Finanzjongleure als Toast wiederfinden. Aber am Ende werden die Bären vor der Börse ihre Dienste als Schuhputzer anbieten.
In diesem Sinne. Schönen Sonntag. Michael
p.s. @Aurelius: von Sinn, keine Frage, braucht man nicht erst lesen, um von dem eine Meinung zu haben. Er hat keine Ahnung. Elender Zweckpessimist und Aufschwungslügner.
pakeha:
Ich nutze die Möglichkeit des short sellings regelmäßig. Sie ist a) eine gute Möglichkeit, überzogene Aktienkurse wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen, und b) eine Strategie zum hedgen von Long-Positionen.
Wieso sollte das short selling die *Ursache* der Kurseinbrüche am Freitag gewesen sein? Woher wissen sie das? Weil es vorher mit dem Verbot seit dem 20.9. nur aufwärts ging? Wohl nicht, aber es muss ja immer den einen Grund geben, immer ein Schuldiger gefunden werden.
Und das Volumen der ausstehenden CDS ist in H1 2008 von 62 auf 54 Billionen USD gesunken: http://www.tradersquest.de/2008/09/25/der-markt-fuer-credit-default-swaps-schrumpft-zum-ersten-mal/
Halbgott, der Markt ist alles andere als frei. Wie weit die Interessenskonflikte gehen sieht man daran, dass Goldman Sachs nun mit punktgenauem Timing genau vor der Wahl von den Kongressmitgliedern die USA übernimmt. Ein vom Kongress abgesegneter Staatsstreich, und King Henry wird sich bald krönen lassen.
@Olaf
“Halbgott, der Markt ist alles andere als frei. ”
= > … ich weiss. Das war auch hoch ironisch gemeint.
= > … Der Spiegel jedoch fördert vorsätzlich die Meinung vieler (zu recht) verängstigter Fachfremder, dass der (vorgeblich) “freie Markt” schuld am Desaster ist …
= > … Und nicht etwa … unfähige und korrupte Politiker, Geldpolitiker und clevere aber skrupellose Bänker und deren Hintermänner. Man braucht halt einen “Schuldigen” den man hängen kann … um seine eigene Haut zu retten …
Ah, OK. Habe vermutlich zu wenig Kaffee drin und die Betriebstemperatur noch nicht erreicht…
Die Lösung ,bzw. eine “Abfederung” ,der Krise wäre doch so einfach..
“Die glorreichen Sieben” sollten sich einfach die neuste Rede von Roubini anschauen und dann danach handeln.
http://www.rgemonitor.com/blog/roubini/
P.S.. vielleicht geht ja bald etwas voran..!War der Herr mit der Glatze (im Video) nicht Herr Paulson, der nach Ideen zur Krisenbewältigung sucht…??
weico
Meine erste Wortmeldung. Im Oktober 2004 sah die Bundesbank in Credit Default Swaps eine Möglichkeit für unsere Banken, ihr Kapital multipler einzusetzen.
Inzwischen sollen die – offenbar unverbrieften – CDSs ein Volumen von 75.000 Milliarden Dollar erreicht haben. Allein über Lehmann schweben einzufordernde im Wert von 400 Milliarden. Was passierte, wenn man alle existierenden CDSs zu illegalen Spielschulden erklärte, die gesetzlich nicht einklagbar wären?
Warum sind denn eigentlich alle so heiß drauf, die Börsen zu schließen? Da ein Markt, der noch funktioniert und der soll auch schleunigst dichtgemacht werden? Hielte ich für völlig falsch.
Wenn ich es richtig verstehe ist eines der Hauptprobleme das gestörte Vertrauensverhältnis der Banken was wiederum darauf zurückgeht, daß für etliche “Assets” einfach keine Marktpreise mehr gestellt werden.
Also bitte: nicht noch mehr Intransparenz durch Börsenschließung.
Gruß, Gojko.
P.S.: im Frühjahr 2003 stand der DAX irgendwo bei 2500 Punkten – und das Geheule war nicht mal halb so groß.
Die einzige Rettung für die Realwirtschaft bestünde darin, den Banken die Kündigung von Krediten und Hypotheken zu verbieten, solange sich ein Unternehmen nicht in der Insolvenz befindet. Auslaufende Kredite sollten von neu zu gründenden staatlichen Banken zu den alten Bedingungen verlängert und dann nach üblichen Bankregeln kontrolliert werden.
Rein psychologisch und bio-energetisch betrachtet, besteht die Lösung aller Probleme darin, einfach so zu tun als sei nichts geschehen. Die Finanzhaie können sich gegenseitig Flossen und Kopf abbeißen.Es müssten nur die Bilanzierungsregeln geändert, die Aufräumarbeiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen und die Masse ins Koma versetzt werden. Und überhaupt: Die Sparkassen sind doch sicher! Die Inflation war schon immer da! Verläuft nund halt kaum spürbar schneller. Gebt endlich Ruhe, schlaft weiter.
@Halbgott
dass der (vorgeblich) “freie Markt” schuld am Desaster ist …
= > … Und nicht etwa … unfähige und korrupte Politiker, Geldpolitiker und clevere aber skrupellose Bänker und deren Hintermänner. Man braucht halt einen “Schuldigen” den man hängen kann … um seine eigene Haut zu retten …
Den freien Markt kann man aber nicht hängen, die von Dir benannten Figuren jedoch schon. Die Anwendung der Freiheitsrhetorik ist in diesem Kontext einfach nur Blödsinn. Wir haben im Merzschen Sinn mehr Kapitalismus gewagt, mehr Steuerfreiheit und weniger Sozialbindung des Eigentums, und es hat – wie zu erwarten war – zunächst mehr Supergewinne und dann mehr Superpleiten gebracht. Natürlich ist der freie Markt nicht frei – sonst lebten wir noch in Höhlen -, aber er war zuletzt freier als zu Zeiten der sozialen Marktwirtschaft. Ebenso kann man nicht den Umkehrschluß ziehen, dass jede Regulierung gut sei, da Regulierung selbstverständlich die Marktförmigkeit der ökonomischen Aktivität eliminieren oder auch schlicht der Sicherstellung von Oligopolen und ökonomischen Privilegien dienen kann. Letzteres tat jene Variante der Regulierung, die begrifflich als Deregulierung getarnt wurde und mehr Freiheit für wenige mit weniger Freiheit für viele kombinierte.
Halbgott, ich bin absolut bereit, meinen Platz in der ersten Wurfreihe beim Spektakel der Steinigung der Hintermänner an Dich abzutreten. Das Recht auf resozialisierenden Strafvollzug gönne ich denen, die möglicherweise der Korruption überführt werden, durchaus.
Aurelius
Der Herr Sinn – er hat schon alles immer gewusst … . Die Medien sind Schuld und es herrscht Hysterie … aber gleichzeitig die größte Krise seit 1929. Also haben die Medien und die Hysterie eine Krise in dem Ausmaß ausgelöst. Dass dieser US Finanzmarkt der eigentliche Motor des Aufschwungs der vergangenen Jahre gewesen ist … . Kein Wort bei Herrn Sinn. Er weiß nicht, was passiert und will es auch nicht wissen, weil dann müsste er sich einen neuen Job suchen … . Und in seinem Alter ist er nicht mehr vermittelbar.
Er ist irrelevant. In einem Jahr ist er vergessen.
“Was passierte, wenn man alle existierenden CDSs zu illegalen Spielschulden erklärte, die gesetzlich nicht einklagbar wären?”
Die Bilanzen einiger Institute würden schlecht aussehen – aus denselben Gründen, aus denen derzeit die Bilanzen einiger Institute schlecht aussehen. Der Vorschlag ist also absolut korrekt, wäre aber vermutlich nur im Zusammenhang mit einem bank holiday umsetzbar. Praktisch gesehen ist es ja so, dass nächstes Jahr eine Clearingstelle für standardisierte CDS den Betrieb aufnehmen soll. Damit wäre das mark-to market-Problem für standardisierte Produkte gelöst. Aber dann gäbe es immer noch OTC-Produkte. Selbst im gegenwärtigen Chaos-Stadium ist hier von einem freiwilligen Verzicht der Jongleure bisher nicht die Rede. Und ein standardisierter Markt ohne OTC-Produkte wird wahrscheinlich ganz von selbst implodieren.
@Lübberding
“Dass dieser US Finanzmarkt der eigentliche Motor des Aufschwungs der vergangenen Jahre gewesen ist”
Das nützt aber nichts. Es war ein fehlallozierender Aufschwung. Wenn also ab Montag alles in Butter wäre (den G7-Movie lassen wir mal ganz außen vor – ein Distinktionsmerkmal der besseren Produktionen soll ja eh sein, dass sie dem Zuschauer ein happy end verweigern, und die Sprache des Kommuniques deutet qua parodistischer Selbstkarikatur fast ein Gelingen filmkünstlerischer Ambitionen an) -, wenn also ab Montag alles in Butter wäre, bliebe das Fehlallokationsproblem. Edwards von der SG hat uns versprochen, dass das US-Zahlungsbilanzdefizit binnen eines Jahres verschwindet. Aber er hat klargemacht, dass er dies mit der Rückabwicklung des Aufschwungs verbunden sieht.
Im übrigen finde ich die Aussicht, dass regierungsamtlicher Bastard-Keynesianismus den originären Keynesianismus möglicherweise für Jahrzehnte beerdigt, nicht so entzückend. Das intellektuelle Ösistan sieht dies nur deshalb anders, weil es sich in dem Irrglauben befindet, es werde infolge dieser Entwicklung territoriale Zugewinne verbuchen können.
Hallo Weissgarnix,
zunächst mal Gratulation zu dem tollen Blog und Deinen immer informativen und von großer Sachkundigkeit zeugenden Kommentaren.
Ich habe eine Vermutung und mich würde Deine Eisnchätzung interessieren:
Fakt ist: Der Finanzmarkt wurde in den letzten Jahren mit Schrottpapieren geflutet (Hypotheken & CDS).
Fakt ist weiters: Jene, welche diese Schrottpapiere erfunden haben, waren nur ganz wenige und das ganze ging von einem winzigen Kreis aus.
Ich unterstelle: Daß jene, die das erfunden haben, nicht dümmer waren, als jeder, der 1+1 zusammenzählen kann und gerade denken kann.
Folgerung: Das böse Erwachen war für die Initiatoren abzusehen.
Folglich erleben wir gerade Dinge, welche im großen und ganzen für diese Kreise NICHT überraschend kommen.
Interessanterweise wird die nun stattfindende Diskussion aber nicht offen geführt, sd. es wird nur ein einziger Lösungsweg diskutiert: wie erhöht man die internationale Verflechtung.
Vielleicht kennst Du ja die Methodik “Problem – Reaktion – Lösung”: man erzeugt selbst das Problem, wartet auf die Reaktion, bzw. greift ein wenig steuernd dabei ein und präsentiert dann die von Anfang an angestrebte Lösung.
Auf dem US-Dollarschein steht das etwas prägnanter: Ordo ab chao.
Ziel ist m.E. der nächste Schritt zur Weltregierung.
In dem jetzt einsetzenden Zusammenbruch des Marktes unter den Schrottpapieren, wird m.E. durch die Verstaatlichung der Banken von den Initiatoren, die in den letzten Jahren Milliarden an Gewinnen und Prämien für die Blase eingefahren haben und sie längst ins Trockene gebracht haben, der ruinierte Finanzmarkt dem Steuerzahler umgehängt.
Das auch noch als Rettungspaket zu verkaufen, ist nicht minder genial, wie der Coup an sich.
Wenn die Krise eine echte, überraschende wäre, dann würde m.E. eine offene Diskussion stattfinden:
1. Woher nahmen die Derivate ihren Ausgang?
2. Beschlüsse zur Haftung und Verantwortung aller daran Beteiligten.
3. Grundsatzdiskussion um das Finanzystem, bzw. warum es instabil ist -> Abschaffung des Fractional Reserve Banking!!!
Diese Diskussionen werden überhaupt nicht geführt.
Wenn es angeblich nur ein Liquiditätsproblem bei den Banken gibt – wie ja behauptet wird – und nicht, daß der Finanzmarkt eine einzige Riesenblase ist (und deshlab die Banken einander gar nicht vertrauen KÖNNEN, weil sie um die 63.000-MRD CDS-Bombe bescheid wissen, und keine Ahnung haben, auf wie vielen Bomben sie selbst und das Gegenüber sitzen) die deflationär am platzen ist, warum wird eine Verstaatlichung vollzogen?
Welcher angebliche Befürworter des freien Marktes verstaatlicht ein Unternehmen, nur weil es Liquiditätsprobleme hat? Inwiefern löst eine Verstaatlichung ein Liquiditätsproblem? Ein Eigentümerwechsel ist ein Eigentümerwechsel, mehr nicht!
Meine Frage:
Warum gehen die Notenbanken nicht einfach her, und substituieren den Interbankenmarkt, bis dieser wieder funktioniert?
Dazu ist keine Verstaatlichung notwendig. Die Notenbanken können Geld ohne Ende den Banken zur Verfügung stellen.
Deine Meinung als Mann vom Fach würde mich zur m.E. vorgeschobenen Liuquiditätsproblematik wirklich interessieren.
@Schörner
1) Kalkuliertheit des Gesamtverlaufs kann man nicht ernsthaft unterstellen. Selbst ein Isaac Newton war der Meinung, er müsse an der South Sea Bubble verdienen können.
2) Natürlich ist Verstaatlichung eine von mehreren möglichen Lösungen eines Liquiditätsproblems.
3) Die Substituierung des Interbankenmarkts ist doch der bisher dominante Lösungsansatz. Auf Dauer ist es aber ein inflationärer Ansatz. Würde der Derivatemarkt nicht implodieren (was er wohl de facto tun wird), dann könnte der Tag des Wieder-Funktionierens des Interbankenmarkts der Sankt-Nimmerleinstag werden.
Zum Vertrauenkönnen:
Natürlich könnten die einander vertrauen, wenn sie
1) nicht entweder ihren eigenen Zahlen nicht trauen könnten,
oder
2) nicht immer noch auf der Jagd nach Beute wären und auf die Gewährung von Vertrauen erfolgsfördernd verzichteten – siehe JPM, BofA, Wells Fargo. Oder auch die Nummer, wie Holland ABN AMRO wieder heim ins Deichreich geholt hat.
Der Titel des Films lautet “Dantes Peak” gefolgt von Highlights aus “Titanic”….
aber weißgarnix kann den Staat gleich mit ruinieren…nur zu
@Schörner:
Schön gesprochen, dass sind die rationalen Ansätze, die ich mir wünsche. Panik allein hilft niemandem. Klar, dass wir hier nicht die Verantwortlichen sind (hey, ich selbst hatte noch nie einen Kredit oder Aktien!), aber dann nur auf den Untergang hinzuarbeiten und allgemein Hiobsbotschaften zu verkünden und Gerüchte aufzubauschen, ist auch ziemlich sinnlos.
Zur Frage:
Genau das soll mit der Garantie der Bankkredite für einen bestimmten Zeitraum geschehen. Von staatlicher Seite werden die Bankkredite garantiert und wenn Bank A jetzt auf dem Interbankenmarkt Geld kurzfristig anfragt, dann können Bank B und Bank C Geld geben, da sie wissen, dass eine Garantie dafür besteht.
Es ist ja in Dtl. (zumindest jetzt) nicht so, dass kein Geld da wäre, sondern es fehlt an Vertrauen zwischen den Banken. Deswegen ja das Problem mit der Hypo Real Estate, kurzfristig war halt kein Geld verfügbar. Ob unsere Regierung in der Lage ist, schnell konkrete Schritte einzuleiten, ist aber eine ganz andere Frage.
@pakeha
Es ist ja in Dtl. (zumindest jetzt) nicht so, dass kein Geld da wäre, sondern es fehlt an Vertrauen zwischen den Banken.
So, so. Die Banken vertrauen sich nicht. Hm. Schön. Denn muß man sein Geld vom Konto abheben. Damit die lernen, wer hier wem vertraut.
No comment:
http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/10/12/in-the-long-run-we-are-all-dead/
@pakeha:
Was für “Schritte” soll eine Kreditgarantie erfordern? Die wird einfach ausgesprochen, und da die Briten vorgeprescht sind, gibt es daran eigentlich schon keinen Zweifel mehr.
Aber es gibt eben auch das Problem, dass das Geld in eine Richtung gelenkt werden soll, wo es nicht zwingend hingehört. Das Problem mit Konkursen ist halt immer, dass kurzfristig kein Geld verfügbar ist. Man kann nicht temporäre Kreditgarantien aussprechen und derart den Kalender in Epochen einteilen, in denen Pleiten erlaubt sind, und solche, in denen sie verhindert werden.
In the short run, some of us can´t get buried (Krugman)
“Es ist ja in Dtl. (zumindest jetzt) nicht so, dass kein Geld da wäre, sondern es fehlt an Vertrauen zwischen den Banken.”
= > … natürlich FEHLT es an “GELD” !
( … die Geld- & Kreditschöpfung des int. Bankensystems hat den realwirtschaftlichen Output der Produktionssysteme deutlich & nachhaltig überholt … )
= > … und eben WEIL die Banker DAS genau wissen … fehlt es Ihnen an gegenseitigem Vertrauen
… irgendjemand muss jetzt Verzichten ! … ratet mal WER das sein soll/wird ?
Göttliche Grüsse
PS:
… nur mal so zur Info:
… die gleiche Problematik fehlender realwirtschaftlicher Entsprechung besteht auch in den Renten- und Pensionssystemen und in der allgemeinen Staatsverschuldung!
… Papier ist eben geduldig, das wissen die Politclowns ! … Menschen hingegen verlieren irgendwann die Geduld … und dann wirds ungemütlich …
@Thomas Kolb:
Habe mir Deinen Link durchgelesen. Wenn das der “beste Artikel, den ich seit langem gelesen habe” ist, dann oje.
Das Ganze riecht verdammt nach “Frontrunning”, also Leute in marktenge Aktien reinlocken, in die man sich selber vorher preiswert eingekauft hat.
Gruß, Gojko.
Staatliche Eingriffe sind nichts schlimmes- im Gegenteil die volkswirtschaftliche Theorie benennt sogar zwei Fälle in denen der freie Markt nicht zu einem optimalen Ergebniss führt und ein Eingreifen des Staates die Efizienz fördert. Nähmlich immer dann wenn es zur übermäßigen Konzentration von Marktmacht oder externen Effekten kommt.
Die überhöhte Risikobereitschaft der Banken ist ein Fall eines negativen Externen Effekts. Die Banken kalkulierten die Kosten für das Gesamtsystem nicht ein und “fragten” entsprechend ein für den Gesamtwohlstand ineffzient hohes Risiko nach. Der Staat hat die Verpflichtung Regularien zu schaffen die diese art der externen Effekte unterbindet.
Das hat nix mit links sein zu tun, sondern steht in jedem standardlehrbuch der vwl – schade dass diesbezüglich in den letzten zwölf monaten nix passiert ist, denn die Regulierung(vorrausgesetz sie ist gut gemacht) ist mehr als Kosmetik – sie behebt die Ursachen
@Schörner:
Die Theorie der CDS-basierten Verfielfachung der Verchuldungen und der damit gestiegenen Geldmenge möchten unsere werten Regierungen nicht diskutieren, da es ihr Fehler war!
Die Geldschöpfung war in Zeiten von Basel I immer an den Sicherheitenkatalog der BIZ gebunden und sah eine Forderungsabsicherung durch CDS als aktivischen Wert nicht vor.
Mit Basel II wurde diese Reglementierung durch die BIZ beseitigt. Fortan wurden CDS als Sicherheiten zur Kreditvergabe (Geldkreierung) verwendet. Zwar stellen sie ausserbilanzielle Kontrakte dar, finden ihren Weg durch den Ansatz des Rückzahlungsbetrages des Kredites aber in jede Bilanz der CDS-nehmerischen Banken
Hier die Liste der global, führenden CDS-Dealer:
http://www.isda.org/2008tembeccdsprot/tembecprot_dealers.html
Ich stimme dir zu. Dieses Problem war bekannt, jedoch nicht von Staaten ausgelöst. Erst durch die Reglementierungen der BIZ entstand die Möglichkeit der CDS-basierten Geldkreierung.
Sehr Informativ dazu: http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2008/10/cds-in-aktion.html
Rhetorische Frage: Hatten die Staaten Basel II erfunden oder waren es die obersten Finanzkreise?
~ Halbgott ~
… irgendjemand muss jetzt Verzichten ! … ratet mal WER das sein soll/wird ?
Jaaa, wer soll/wird das denn wohl sein, wenn er vorher sein Geld vom Konto abhebt ?
Wenn er seiner Bank, seinen wundervollen global players und seiner Regierung nicht mehr vertraut. Also, bevor dieses Vertrauen nicht wieder hergestellt ist, wird wohl der Bundesfinanzminister Haushaltsprobleme kriegen. Wie tönte es noch vor wenigen Wochen durch die Medien ? Ha.
Steuern rauf für die obere Mittelschicht und Oberschicht. Die können ihr Geld sowieso nicht ausgeben.
Steuern unverändert lassen für die mittlere Mittelschicht.
Steuern runter und Schecks für die untere Mittelschicht und Unterschicht.
Nur so kommt Geld in die Realwirtschaft.
Das Aufpäppeln von ein paar Millionen Hartz-4 Empfängern, Kraftfahrern, Putzfrauen, Bau-Subunternehmern, Lehrern, Soldaten, Beamten bringt Leben in die Bude.
Allein der Motivationsschub von unten wäre gewaltig.
Ein Abstieg der Fettaugen da oben von S-Klasse auf E-Klasse ist zu verschmerzen.
Ach so, noch was:
Staatsknete für Firmengründer, no questions asked.
5 Jahre keine Steuern (EKSt, GewSt.)
Eventuelle Mitnahmeeffekte würden in der Realwirtschaft landen, also kein Problem.
Aber Glos wird sowieso etwas machen müssen, um die Konjunktur anzukurbeln. Hauptsache die Staatsknete führt zu Konsum/Investition.
Sicherheit ist ein Grundbedürnis. Ich meine, wir erlangen Sicherheit durch Verständnis der Situation, um daraus einen wahrscheinlichen Verlauf für die Zukunft zu erahnen. Darum ringen wir hier. Tragischerweise sind in Zeiten der Paradigmenwechsel, wenn bisher sicher geglaubtes nicht mehr stimmt, prinzipiell keine Voraussagen möglich. Die Menge der Einflüsse ist zu groß, die Faktoren nicht übersehbar, zumal die Menschen nicht nur subjektiv rational sondern auch noch subjektiv emotional handeln. Dies wird auch hier im Blog klar.
Trotzdem, mein common sense sagt mir: Der Staat, alle betroffenen Staaten, werden ausreichende und wenn nötig tiefgreifende Maßnahmen treffen, um eine Deflation im Rahmen des Deleveraging zu vermeiden. Deswegen auch eine Teilverstaatlichung der Banken, auch eine Totalverstaatlichung für kurze Zeit (wie in Island) wäre möglich. Man folge dem “Cui Bono”. Der Staat hat ein paar Schulden und muss für den Zinsdienst einen satten Teil der Steuer aufwenden. Wenn die Zahlen gleich bleiben (also keine Währungsreform) und sich der Staat nicht für zahlungsunfähig erklärt, muss er wohl oder übel den Steuerzufluß aufrecht erhalten, mit möglichst immer größeren Zahlen. Ansonsten stiege der Anteil der Schuld im Vergleich zu den Einnahmen zu sehr, was wiederum zur Zahlungsunfähigkeit führte. Also wird der Staat wenn nötig massiv eintreten. Da wird auch die Notenbank nichts anderes wollen (Die ja eh imEurosystem bei 2% Inflation schon Geldwertstabilität sieht) . Und versuchen zu inflationieren, so sehr es geht. Sollte ein Argument für Gold und Aktien auf Seiten der Investoren sein.
Weiter halte ich ein System ohne die wiederkehrenden Verwerfungen mit Neuanfängen nicht möglich, wie es wohl auch Rodrik im von weissgarnix verlinkten Blog sieht.
Die Kirche übrigens gehört zur Oberschicht:
…”Der Kölner Generalvikar Feldhoff bekannte sich einst offen zu einer möglichst gewinnorientierten Anlagepolitik. “Ethische Gesichtspunkte” bei der Geldanlage lehnt er ab: “Geld ist Macht. Sollte es jemand leugnen, müßte man prüfen, ob er wegen mangelnder Eignung und Heuchelei zu entlassen ist.”
Um dem «verantwortungslose Finanzgebaren» von Bankmanagern frühzeitig Einhalt zu begieten, hatte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg denn auch richtig Geld bei der inzwischen zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers angelegt. 4,3 Millionen Euro wurden in Lehman-Zertifikate gesteckt, die somit nicht mehr an die Ärmsten der Armen verschachert werden konnten. Auch der Papst schloß sich an: Kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, in der der Pontifex aus Bayern die Strafe Gottes für die Gier der Menschen sieht, schichtete die Kurie ihr Depot um: Rom kaufte rund eine Tonne Gold und machte damit innerhalb von drei Wochen 3,5 Millionen Euro Gewinn. Ganz ethisch, selbstverständlich. Ohne dass jemand darunter leidet oder gar ein Armer die Zeche zahlen muss.”….
@ j.Kramer
“Staatsknete für Firmengründer, no questions asked.
5 Jahre keine Steuern (EKSt, GewSt.)
Eventuelle Mitnahmeeffekte würden in der Realwirtschaft landen, also kein Problem.”
= > … kleines Spässchen gemacht, was ?
= > … ich würde sofort eine Firma aufmachen ! … und ich kann Dir sagen, dass Exxon Mobile dagegen eine kleine Klitsche wäre, im Vergleich zu dem Kapitalbedarf, den ich beim “Staatsamt für Unternehmer” anfordern würde
( … es wäre damit zu rechnen, das im verlauf der Jahre andere ebenfalls auf die Idee kommen würden und mein Geschäftmodell nachahmen wollen … )
Wann gedenkt man den jetzt eigentlich, uns über unser weiteres Schicksal zu informieren ?
… ist irgendwie wie Weihnachten. Ich kann die Bescherung kaum erwarten
Hehe, Halbgott (warum nicht gleich Vollgott?)
So war das nicht gemeint.
Stärkt die Kleinen, die Großen sollen selbst klarkommen, ist das Motto.
Thema Schicksal:
Der Markt will wissen, was die heiligen Staatslenker konkret zu tun gedenken.
Ergo: Es wird weiter runtergehen, denn “wollen” reicht nicht.
Am liebsten wär`s den Markten, sie selbst könnten regieren.
@~ Halbgott ~
Du hast wieder nicht richtig zugehört.
Es wurde ein staatlicher Gesundheitsfonds geschaffen. Und die “Kassenbeiträge” steigen zum 1.1.2009 von heute rund 14,5 % auf 15,5 %. Und was meinst du denn wieviel davon für deine medizinische Betreuung, Medikamente und schlimmstenfalls Krankenhausaufenthalt bereitgestellt würde ?
Damit haben unsere Herzallerliebsten über die übliche Abzocke versicherungsfremder Leistungen schon mal die Kosten für die “IKB-Rettung” drin. Nun, die etwas strengere Anwendung von Bußgeldern könnte noch die eine oder andere gerunnte Sparkasse in Kleinkleckersdorf retten. Und mit noch ein paar Klimaabgaben ließen sich die Kosten für die KfW- und LB-Fehlleistungen reinholen. Außerdem hat die KfW schon mal die Zinsen für Studentenkredite auf 7 % erhöht.
Demzufolge hat ein Bundeswertpapier mit Zinsen unter 7 % zur Zeit eine Negativrendite. Wie jeder andere festverzinsliche Titel auch, aber zur Zeit sind 7 % bei Unternehmensanleihen kein Hit. Attraktiver sind einige Ölkonzerne, deren Dividendenrenditen auch bei 7 % liegen. Die zahlen erfahrungsgemäß sehr zuverlässig, wie eine Reihe Industriewerte auch. Den nächsten crash vom Kaliber letzter Woche brauchen wir dieses Jahr ja wohl nicht mehr befürchten.
@J.Kramer
wär nicht schlecht, glaube aber nicht. Dann würde der Saftladen ganz schnell unter Null stehen und alle bekämen mit, was da wirklich passiert. Ergo, wette dagegen, technisch verursachte Bärenmarktralleye.
Michael,
solange der Markt nicht weiß, wie groß die Blase (Werthaltigkeit der Assets) ist, wird er auf Teufel komm`raus die Teilnehmer quälen.
Bärenmarktralleys sind immer drin, klar.
Im Sentiment sieht es noch zu positv aus. Viele glauben, dass es jetzt wieder hoch geht. Das verheißt nichts Gutes.
@J.Kramer
Durchaus richtig, deshalb auch nur Bärenmarktralleye. Das sind ja einfach nur noch fürchterliche Zockerbuden, die mit allerlei Derivaten auf- und niedergeschaukelt werden. Die dabei bestimmenden Größen schienen mir Momentum und MACD zu sein. Umsatz bestimmt.
Wenn die Banken nicht “gerettet” würden, wäre ich für die Börse als Börse optimistisch, aber so ist sie nur eine Geldabkassiermaschine für “Fondssparer”, “Rentensparer” und die Wenigen, die sich alle paar Wochen rein- und mit stop-loss – 10 % rausjagen lassen. Danach wieder einsteigen, wiederholen das, bis sie blank sind. Die sind also wohl raus.
Das noch niemandem aufgegangen ist, dass die Banken genau wissen was los ist : die gesamte Weltwirtschaft ( und auch die meisten Staatshaushalte) sind doch nur noch auf Kredit gebaut. Und den Banken ist schon längst klar, dass grosse Teile dieser Kredite niemals zurück gezahlt werden können. Der Schein der Solvenz ist nur über ständig steigende Assets haltbar gewesen. Ohne Immo-Blasen wäre die Überschuldung breiter Bevölkerungsschichten unabwendbar offensichtlich gewesen.
und ohne Kreditgetriebenem Boom wäre auch die Solvenz der öffentlichen Haushalte klar ersichtlich gewesen. Der Trick bestand darin, den Leuten zu suggerieren, trotz massiver staatlicher Abgaben, könnt ihr euch trotzdem noch was leisten : nämlich auf Kredit. Und diese Kredite platzen jetzt. Und diese platzenden Kredite sind die eigentliche Ursache der aktuellen Krise. Kredite können nur durch echtes, aus Arbeit enstandenem Geld getilgt werden. Und hier muss ich Halbgott recht geben : es fehlt Geld. Geld, dem bereits erfolgte Leistungen entgegenstehen.
NACHTRAG
Im Guardian schreibt Will Hutton, Lehmann könne durch seine Pleite die 110 Mia in Bonds und die 440 Mia an CDS, die man ausgegeben hatte, nicht einlösen. Am Freitag seien die 440 Milliarden “duds” (Blüten, Blindgänger) zu acht Prozent des Nominalwertes versteigert worden. Das risse ein Loch von 414 Milliarden auf, vor dem jetzt die ursprünglichen Zeichner der Kontrakte stünden.
Diese 414 Mia machen weniger als ein Prozent der ausstehenden Kontrakte aus. Wie groß können die Löcher noch werden?
Oder wir spielen alle das neue super geile Brettspiel:
Bankenkrise!!!
Kein Risiko, dafür sorgt das Spielfeld Staat
http://www.sharewise.com/videos/297
Michael (#46)
= > … gut gedacht!
= > … Aber wenn mich nicht alles täuscht nicht ganz zu Ende gedacht …
= > … naja, wir werden sehen …
a) … entweder Weltuntergang – demnächst in diesem Kino
oder
b) … Wiederauferstehung der Sterblichen
= > … Allerdings möchte ich allen Sterblichen die Warnung aussprechen, dass dies kein Hollywood-Streifen ist … sondern das Wahre Leben !!! … Euer einziges …
= > … hättet ihr halt mal die Besten aus Eurer Mitte zu Euren Führern auserwählt … und nicht die Ihr jetzt habt – nämlich welche aus dem letzten Pentil. Mit denen könnte es nämlich wirklich schwierig werden …
@Halbgott #50
Die Masse der Sterblichen wählt sich am liebsten Fürhrer, die genauso beschränkt sind wie sie selbst.
@~ Halbgott ~
Übermorgen sind Außerirdische vorangemeldet, nach dem das mit der Kompression im Schwarzen Loch noch weiter geübt werden muß. Immerhin, der Schwarze Schwan ist perfekt zum Schwarzstorcch geworden. Wir können ja noch zwei drei Tage den grausigen Klängen aus den Handelssälen der Börsen lauschen. Als Normalsterblicher stünde ich dem Weltuntergang nicht so optimisisch gegenüber, also Plan B.
@H.K.Hammersen
Natürlich muß Geld fehlen, wenn man mehr ausgibt als man einnimmt. Das ist im Geldsystem an sich schon so vorgesehen, bekannt als Zins und Zinseszins.
Nur eben derartig gehebelt und globalisiert eigentlich nicht.
Demzufolge führt auch nichts daran vorbei, das Geldsystem zu ändern. Was da nichts weniger als “nur” die Infragestellung des Dollars als Weltreservewährung ist. Denn folge ich den Vorschlägen von IWF und Weltbank anläßlich früherer Überschuldungskrisen, hätten die vorschlagen müssen, den Dollar 50 % abzuwerten. Aber diese Hin- und Herwerterei bringt es nicht. Sie hat all die Krisen seit 1971 nicht verhindert. Wer global handeln will, muß mit einem variablen globalen handelsgewichteten Währungskorb operieren. Die Gewichte werden meinetwegen zweimal täglich durch Fixing bestimmt. Damit wäre der derivative Devisenmarkt ebenfalls beerdigt.
Allerdings ist die derzeitige “Krise” keine Krise an sich sondern nur Arbeitsverweigerung der Banken. Und ich möchte Frau Kanzlerin durchaus motivieren, auch den Preis für die “Bankenrettung”, den die Gauner zu zahlen haben, deutlichst zu beschreiben. Es könnte nämlich sonst irgendwann fatal für den Schuldner Staat werden.
@Michael #52
Wenn Kredite nicht an Personen und Institutionen vergeben würden, die ihre Schulden niemals tilgen können oder wollen, wären die Zinsen bei null und die Globalisierung hätte zu sinkenden Preisen (null Inflation) geführt. Der Lohn des Sparens wären die späteren niedrigeren Preise gewesen.
@Nico
Bankenkrise war gestern. Jetzt spielen wir “Wetten, dass?”, die Staatsclowns wetten dass man ihnen die Dinge glaubt, welchen man den Bankern laengst nicht mehr abnimmt….
@H.K.Hammersen
Der Lohn des Sparens waren Billigimporte und zwei Millionen (bereinigt um die Importe aus Rußland und der Ukraine importierten Deutschen) Arbeitslose, weitere Millionen Vorruheständler und somit explodierende Sozialkosten und -abgaben.
” Das risse ein Loch von 414 Milliarden ”
Das deutsche Hilfpaket beträgt 400 Millarden Euro , also nur geringfügig mehr.Die Summen sind einfach jenseits von gut und böse.Man stelle sich das vor : 2 Bundeshaushalte nur für die Bankenrettung…
unglaublich…
@OswaldSpengler
nun warten wir gespannt auf den Preis, den die Arbeitsverweigerer zu zahlen haben. Ist der nicht hoch genug, werden meine Ersparnisse zu Bargeld, in Schweizer Franken.
@Oswald Spengler
“2 Bundeshaushalte nur für die Bankenrettung…”
Da wird die Frage in den naechsten Tagen aufkommen, woher die Regierungen eigentlich die Mittel nehmen wollen, fuer ihre Garantien, Fonds, Kapitalmassnahmen…. Zumal die Rezession die Haushalte noch zusaetzlich doppelt belasten wird (niedrigere Einnahmen, und hoehere Ausgaben).
Gute Chance, dass nach der Insolvenz des Finanzsystems im Zeitraffer nun die Staatsbankrotte im schnellen Takt nachfolgen. Die letzte Woche hat immerhin schon einmal einen Vorgeschmack gebracht, wie zackig das ablaeuft, wenn die Meute erst einmal Lunte gerochen hat und versucht, auf den Ausgang zuzulaufen…
Die Lehmanpleite war ein erster Kardinalfehler. Die Weigerung, das weltweite Finanzsystem jetzt zu nationalisieren und das Tagesgeschaeft (Einlagen, Interbankenhandel, Kreditvergabe) per Dekret wiederherzustellen, sowie gleichzeitig dabei die faulen Aepfel unter einem Informationsschleier von innen abzuwickeln, ist der zweite Kardinalfehler…..they are still dreaming….
Im Januar hielt ich die Krise noch fuer theoretisch beherrschbar:
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=6663
Jetzt denke ich, the jury is out. Das wird nichts mehr.
****Zitat Michael****
Und ich möchte Frau Kanzlerin durchaus motivieren, auch den Preis für die “Bankenrettung”, den die Gauner zu zahlen haben, deutlichst zu beschreiben.********
Das denke ich nicht, denn nicht umsonst hat die DB ihr UBoot, den Staatssekretär Asmussen da drin im Finanzministerium!
Die Merkel ist dumm was diese ganze Chose angeht, der Steinbrück überfordert, nur der Asmussen ist eiskalt!
Der wird schon richten, das der Steuerzahler möglichst viel für seine und die anderen Banken spendiert! Das Ganze wird dann schön verpackt, die Merkel und der Köhler werden salbungsvolle Reden halten und das dumme Volk (ich sehe es ja in meiner Nachbarschaft: Die Merkel macht das aber toll!) versteht nichts!
Gruss
Otto
@Michael:
“..werden meine Ersparnisse zu Bargeld, in Schweizer Franken.”
Schweiz… war das nicht das kleine Land mit dem großen Problem namens UBS (Bilanzvermögen: 400% des BIP) ?
Siehe Grafik hier:
http://www.weissgarnix.de/?p=590#comments
Gruß, Gojko.
@felix
was die Lehman-CDS betrifft, so gibt es zumindest von dieser Front heute gute Nachrichten:
http://www.nakedcapitalism.com/2008/10/dtcc-claims-lehman-credit-default-swap.html
Gruß
Hellas
@gojko
Ist die UBS “gerettet” worden ? Die haben kein Eigenkapitalproblem, das was sie hatten, hat freundlicherweise ein Staatsfonds reguliert. Zu netten Freundschaftszinsen von 9 %. Was eben “Freundschaft” unter Bankern ist. Darüber stimmen die Eidgenossen bestimmt ab. Außerdem sollte man die Fluchtgelder in der Schweiz nicht unterschätzen. Da dürften nebenbei schon 30 % der Ersparnisse Deutschlands, Italiens und Frankreichs liegen, nicht etwa als “Schwarzgeld”, sondern regulär. Ich vertraue echten Demokratien, bevor ich zur Tat schreite, warte ich aber auf den Preis, von dem Otto meint, er würde nicht verkündet. Ansonsten wird meine immerhin unter Verzicht auf Zinsen, Geldwandlung, auch nun wirklich völlig bedeutungslos sein, gegen Frau Kanzlerins 414 Mrd. € ein totales Nichts.
Ich würde für Arbeitsverweigerung gefeuert. Wenn Banker, die real nicht den Dreck unter dem Fingernagel besitzen, frech werden, hat das seinen Preis.
***Zitat Michael****
Ich vertraue echten Demokratien, bevor ich zur Tat schreite, warte ich aber auf den Preis, von dem Otto meint, er würde nicht verkündet.*******
nein, ein Missverständnis! Natürlich wird verkündet, sehr viel sogar, aber so, dass es der ‘einfache Mann’ nur begrenzt versteht!
Er wird sich freuen, etwas für die liebe Merkel und sich selbst zu tun. Sie hat ja gesagt, dass dieses alles nur für die guten, lieben Steuerzahler ist! Das es weitergeht, für die sicheren Renten usw.
Ich bin gespannt auf weissgarnix und dottore wenn das ganze Paket zerpflückt wird!
Gruss
Otto
Natürlich kann die EZB soviel Geld drucken, wie die Leute abheben wollen, oder die Banken halt brauchen für ihre Exzesse, nur kann die Bundesregierung das eben nicht mal so anordnen.
Und selbst wenn die EZB all das Geld drucken würde, so könnten die Leute das Geld zwar abheben, sich aber dafür kaum etwas kaufen, denn es gäbe einfach zu den gegenwärtigen Preisen viel weniger Waren als Geld. Ändern würde sich das erst nach einer Hyperinflation.
Zitat der Bundesmerkel: “Wir haben uns auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt, was den Instrumentenkasten angeht”, erklärte die Kanzlerin nach einem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in der französischen Hauptstadt.”
Google liefert 11000 Treffer zu “Instrumentenkasten” (ohne Merkel 9320) – das ist nicht gerade üppig. In 1996 wurde bereits von einem Instrumentenkasten der EZB geredet. Mal im Ernst: das ist doch dummes Geschwätz. Ich bin – ähmmm – erstaunt, daß die Kanzlerin jetzt, hier und heute in dieser Situation nichts bessere zu tun hat, als verbale Nebelkerzen zu werfen.
Was sollte Sie auch anderes machen? Die Leute gleich in Panik stürzen? Den Märkten ein konkretes Signal geben? Politische Äußerungen sind heute wohl sehr schwierig.
Allerdings habe ich kaum Hoffnung, das sich hinter dem weichgespülten, politischen Geschwafel irgendwas sinnvolles im Hintergrund verbirgt. Politiker zeichnen sich eher dadurch aus, dass diese moderieren und alles in schöne Worte packen können. Aber von Sachfragen Ahnung haben und konkrete, sinnvolle Entscheidungen fällen, ist deren Stärke nicht. Ein Volks-CDO quasi, so ein Politiker.
@joerg, #2:
ich finde, du hast das sehr gut zusammengefasst. zusätzlich muss man vielleicht noch beachten, dass von der 1. variante diejenigen profitieren, die von ihrer rente und ihren ersparnissen leben oder zumindest schon einige rücklagen gebildet haben, während die 2. variante der jungen bevölkerung zugute käme, die ihre roundabout 30 arbeitsjahre noch vor sich haben und über eher wenige rücklagen verfügen. ein kurzer blick auf das demographische bild unserer gesellschaft lässt hier natürlich auch klar erkennen, welche variante auf die mehrheit hoffen darf.
@Miesespeter
Ich schätze Ihre Analysen sehr.
Sie erscheinen mir sehr fundiert.
Die Ergebnisse Ihrer Überlegungen stimmen mit meinen weitestgehend überein … und genau das macht mir Sorgen !!!
= > … denn das bestätigt mir quasi von unabhängiger Seite, dass es wirklich schlimm aussieht … wg. “Die letzte Welle” !
= > … was die “400 Mrd.” angeht … vermute ich, dass die Raubbänker IHR eingeredet haben, dass davon “kein Euro wirklich abgefordert wird”, sondern das “nur Sicherheitsgarantien sind, die kurzfristig aber nur temporär erforderlich sind … damit alles wieder so läuft wie vorher …”
( … darauf deutet jedenfalls der treudoofe Gesichtsausdruck hin, wenn SIE uns über derlei Dinge informiert … )
= > … offenkundig wollen die ernsthaft alles weiterlaufen lassen … nachdem sie ein paar hundert (überwiegend fiktive) Steuermilliarden in die Kernschmelze geworfen haben … also nur weisse Salbe draufgeschmiert haben. Dazu ein paar Bilanztricks …
= > … aber ABWICKELN wollen sie die Zombie-Kredite offenbar weiterhin nicht und das ist FATAL !! … auf diese Weise haben sie das int. Währungssystem schon in Plasma verwandelt! … als nächstes kommt die Realwirtschaft dran !!!
= > … was mich irritiert ist, dass die Raubbänker doch eigentlich wissen müssten, dass sie selbst in allerhöchster Existenzgefahr sind, wenn die Ordnung kollabiert. Und das die Ordnung irgendwann kollabiert, wenn man alles einfach laufen lässt müsste denen doch auch klar sein ?
= > … was halten Sie von meiner These, dass hinter der Krise ein Anschlag auf das Leben des Euro steckt, aus dessen Untergang mindestens eine “verloren Dekade” für Europa resultieren würde ?
= > … das Wort …
… “RAUBBÄNKER” …
= > … als zeitgenössische Analogie zum vergleichsweisen Kavaliersdelikt-Begeher “BANKRÄUBER”, gebe ich übrigens für die allgemeine Verwendung frei … und bitte um regen Gebrauch !
= > … Ist zwar mein geistiges Eigentum, aber in diesem Desaster muss man auch geben können. Insbesondere gilt es auch, eine offensive Gegenöffentlichkeit aufzubauen …
Tja, meine Lieben, hier ist die Ökonomie, Scheinwissenschaft, Wissenschaft des Geld-Scheins, mal wieder zu Ende. Politik ist gefragt, war sie eigentlich immer, die “ökonomischen Sachzwänge” ein politisches (!) Phantasma. Rein ökonomisch gibt es hier keinen Ausweg mehr, die Ökonomie kennt sowieso nur eine Richtung: renne mit der Herde, also Gier oder Angst, tertium non datur. Zu dem Thema gibt’s ein hübsches Büchlein voller imposanter Formeln, “inefficient markets” heisst das Heftchen. Ganz schlüssig, aber eben – ausser dem Formelwirrwar – wieder nur gesunder Menschenverstand. Das Büchlein erklärt, warum Spekulation nicht effektiv sein kann, im Sinne effizienter Märkte, also die ganze Friedman-Nummer nicht funktioniert.
Aber egal. Halbgott und Miesespeter sehen die Sachen ganz richtig, und erwischen den Punkt doch nicht. Denn der liegt jenseits der Ökonomenlogik.
… was ich mich schon seit über einem Jahr frage … , edicius, ist warum man von der Seite der irrationalen, (partei-)ideologischen fachfremden Kapitalismuskritiker immer nur Genörgel hört, nie aber irgend etwas Konstruktives.
… das ist übrigens ein Vorwurf , den man MIR gelegentlich macht. Aber imVergleich zur angeführten Art, bin ich ein echter Weltenretter.
@Halbgott
Ich schaetze Ihre Beitraege ebenfalls, danke an dieser Stelle fuer die interessanten Denkanstoesse.
Dass hinter der Krise ein Anschlag auf den Euro steckt, vermag ich nicht recht zu glauben. Welcher Spiler wuerde solche Risiken eingehen, fuer so ein mickriges Resultat? Zumal der Bestand des Leitwaehrungsstatus des Dollars nach dieser Krise keineswegs in trockenen Tuechern ist.
Eine verlorene Dekade scheint mir unter den gegebenen Umstaenden mittlerweile der bestmoegliche Outcome. Allerdings scheint das politische Personal abermals allen Vorurteilen gerecht werden zu wollen, so dass es naiv scheint, das bestmoegliche Outcome in irgeneiner Situation zu erwarten.
Fuer den Oktober daher auf meiner Leseliste: ein paar Buecher ueber die Great Depression. Es sieht nach einem Rerun aus, und ich muss noch lernen, wie man das am besten spielt.
Der Bullenhai kann sich freuen ….es kommt heute Frischfleisch ins Wasser…
@OswaldSpengler
Nee, das war ne Harpune.
Liebe Freunde ,
es geht doch gar nicht darum das Übel an der Wurzel zu bekämpfen.Es geht einzig und allein darum ,daß die Finanzhaie neue Billionen erhalten.Steuergeld selbstverständlich.Und damit die Summe möglichst hoch ausfällt muß die ganze Welt eingebunden werden.Die Politiker haben am Freitag ihre Lektion erhalten.Jetzt sind sie bereit die Kohle rauszurücken.Die Staaten geben ein Mehrfaches der Jahresbudgets aus..Und damit auch jeder Sparstrumpf geleert wird ,wird den armen Tröpfen vorgegaukelt ihr GEld wäre in der Bank sicherer als unter der Matratze.Am Ende steht der Staatsbankrott.Die Haie haben Alles.
@imperator
“.Die Staaten geben ein Mehrfaches der Jahresbudgets aus..”
Daß ich nicht lache. Nicht “die Staaten”, sondern nur wir.
Die Amis hingegen machen gerade mal 700 Mrd. $ locker. Zur Erinnerung: der Militärhaushalt der USA beträgt 612 Mrd. $. Pro Jahr!
Alles Realwirtschaft und noch dazu öffentlicher Dienst.
Wenn man da mit 700 Mrd. einen ganzen Kapitalismus retten kann, dann das ist ja geradezu ein Schnäppchen.