Man müsse alles tun, um die Realwirtschaft in der aktuellen Finanzkrise zu stärken. So Bundeskanzlerin Angela Merkel zur konzertierten Aktion der Zentralbanken. Wahrscheinlich hat es noch keine Zinssenkung gegeben, die auf den Aktienmärkten schon nach zwei Stunden wieder verpufft ist. Das Kernproblem ist die Wirkungslosigkeit der Geldpolitik. Die Milliarden, die die Zentralbanken und die Regierungen zur Stabilisierung des Finanzsystems aufwenden, versickern in einem Sumpf aus bilanzieller Vergangenheitsbewältigung und täglich neuen Hiobsbotschaften aus der Realwirtschaft. Der Entschuldungsprozeß ist schneller als die Regierungen mit ihren Instrumentarien handeln können. Sie hecheln den Märkten hinterher – und sind dann überrascht, wenn schon kurze Zeit später neue Dramen auf den Spielplan stehen. Wer hätte noch vor drei Wochen gedacht, dass der deutsche Pfandbrief kollabieren könnte?
Die Politik macht vor allem einen Fehler: Sie sieht auf die einzelnen Dramen – und verliert so den Überblick. Da verstaatlicht Gordon Brown die britischen Banken mit ungeheuren Summen – und was passiert? Nichts. Es entwickelt sich kein neues Vertrauen. Die britische Wirtschaft ist weiterhin im Sturzflug. Wahrscheinlich werden sich in den nächsten Tagen schon die ersten Stimmen melden, die diesen historisch einzigartigen Schritt als unzureichend betrachten werden.
Es ist ein Desaster, wenn die Politik nicht endlich entschiedene Maßnahmen trifft, die dem Charakter dieser Krise gerecht werden. Es ist sinnlos sie mit den tradierten ökonomischen Vorstellungen zu betrachten. Diese Krise ist einzigartig. Was macht diese Einzigartigkeit aus? Zum einen die bekannten Auswirkungen der Finanzkrise: Wir befinden uns in einem atemberaubenden Entschuldungsprozeß – aber ohne Insolvenzen im Finanzsystem. Hier werden Fassaden aufrecht erhalten. Jeder fürchtet den Medusenblick, wenn er hinter die Fassaden sehen muss – und nur auf rauchende Trümmer blickt.
Matrix war durchaus prophetisch.
Diese Angst vor dem Blick hinter die Fassaden lähmt die Politik. Sie will sich das totale Desaster nicht eingestehen, weil sie die Folgen fürchtet. Und nur deshalb haben wir eine Situation, wo die Realwirtschaft vom Finanzsystem in den Abgrund gezogen wird. Es ist keine klassische Konjunkturkrise oder Rezession. Sie sieht nur genauso aus – verläuft aber viel schneller. Das Problem ist die veränderte Erwartungshaltung von Unternehmen und Konsumenten. Der Zusammenbruch der Finanzmärkte hat die gewohnten Funktionsmechanismen der Marktwirtschaft lahm gelegt. Wie werthaltig sind noch meine Investments? Was bleibt von der Altersvorsorge übrig? Solche Fragen stellen sich heute alle Bürger dieses Landes. Damit ist die Kalkulierbarkeit von Investitions- und Konsumentscheidungen zerstört worden. Niemand kann sich mehr in diesem dysfunktional gewordenen Regelungssystem orientieren. Wir sind über Nacht erblindet. Was passiert dann? Der Blinde stolpert, stößt sich den Kopf und gerät in Panik. Jeder sollte in die diversen Börsenforen schauen. Lauter Anleger, die nach Orientierung suchen: Die einen holen ihr Geld von der Bank. Die anderen gehen long. Nur alle haben das Gefühl zur Zeit keine sinnvollen Entscheidungen mehr treffen zu können. Das ist das Problem.
Das führt bald zu einer Schockstarre im System. Das ist die aktuelle Bedrohung – nicht mehr die breit diskutierte Finanzkrise. Schocks führen zur Regungslosigkeit – und das wäre der Tod der Marktwirtschaft. Sie lebt von Millionen Entscheidungen, die Unternehmen und Konsumenten jeden Tag treffen. Wegen der Zerstörung des marktwirtschaftlichen Regelungssystems treffen alle eine individuell rationale Entscheidung: Sie tun gar nichts – außer zu sparen und sich auf schlechte Zeiten vorzubereiten. Was immer der Einzelne darunter versteht. Die Finanzkrise führte damit zu einer fatalen Konsequenz: Den Zusammenbruch des volkswirtschaftliche Kreislaufsystems.
Das muss die Politik verhindern. Sie hat auch die nötigen Instrumentarien dafür. Darüber wird noch zu diskutieren sein. Wenn die Bundeskanzlerin diese Einsicht mit dem Satz von der ”Stärkung der Realwirtschaft” gemeint hat, wäre das ein Anlass zum Optimismus. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass die Politik schon die richtige Diagnose stellt. Noch macht sie sich vor allem darum Gedanken wie denn die Rehabilitation des Patienten namens “Kapitalismus” aussehen kann. Was wir aber brauchen ist einen Notarzt. Und zwar schnell.




















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wir brauchen einen anderen patienten.
Hi,
ich stimme dem oben gesagten völlig zu.
Es traut sich keiner, hinter die Kulissen zu schauen.
Und das auf vielen Ebenen.
Genau das hat uns ja überhaupt in diese Lage gebracht.
Auch weil kein Anleger wirklich hingesehen hat, was er mit seiner Einlage denn verursacht.
Also keine Verantwortung dafür übernommen hat, was geschieht.
Und da diese Spekulationen in Wahrheit höchst schädlich für den Volkskörper sind und wie Parasiten, die Symbiosen vortäuschen, sich vom Volksblut ernähren, ist es jetzt zusammengestürzt, das Lügengebäude.
Und weil’s einfach mehr kracht, wenn ein großes Haus kollabiert, als ein Zelt, wackelt jetzt alles so. Weil sich dieses missbrauchte Bankenwesen so tief in die Strukturen eingegraben hat.
Was den Vergleich mit dem einstürzenden Haus angeht, so muss ich, so er der wahre Drahtzieher von 9/11 war, Bin Laden ja fast prophetische Sicht unterstellen.
Und bei dem, was hier abläuft, verdienen einige wenige Unsummen. Weil keiner ernsthaft fragt, wohin genau denn das ganze Geld auf einmal hin ist. Dorthin sollten wir unsere Aufmerksamkeit lenken, wo das ganze Geld hin ist. Wer jetzt verdient daran, und was er die Jahre zuvor getan hat.
Ich kann mir vorstellen, dass dann all jene, denen wir jetzt die Krätze an den Hals wünschen, auch nur als missbrauchte Würsteln dastehen…
Nur was soll der Arzt machen?
Ich habe ja eine Idee vorgestellt, nur scheine ich einer von drei Leute weltweit zu sein, die die Staatsgarantie von Irland gut finden. Vor allem, weil sie sofort wirkt.
http://egghat.blogspot.com/2008/10/warum-der-irische-rettungsplan.html
Mir fällt nix besseres ein. Die 700 Mrd. Rettung in den USA fängt nicht an zu wirken. Die UK Lösung heute ist besser. Die Zinssenkung war IMHo nur psychologisch wichtig. Außer Irland und UK sehe ich aber nirgendwo angemessene Reaktionen. Der Rest pennt und/oder verleugnet oder rennt panisch rum und versucht die Brände zu löschen (brauche ich nicht weiter auszuführen, ist oben sehr gut beschrieben).
Die beste Analyse, die ich gelesen habe, seit das grosse Zähneklappern begann!
Dies ist ein Polsprung und alle Kompasse spielen nun verrückt.
Es erinnert mich ans Einsiedler Welttheater – eine prophetische Aufführung…
In Europa müsste man den Müll aus den Bilanzen hebeln. Subprime liegt ja hier nur in Form von Papieren rum.
1: Einen Fonds aufmachen,
2: Jedem Anbieter anbeiten, seinen Müll reinlagern zu können.
Die Dinger sind eh zumindet zum Teil abgeschrieben (wenn ich den CoBa GB von 2007 in der Schnelle richtig kapiere, sind die ABS Ende 2007 schon fast abgeschrieben gwesen).
3: Dann schießen die Banken eine Finanzierung des Fonds rein
a: (Geht wohl nicht anders) Einen Teil deckt der Staat über eine Bürgschaft / Garantie ab
4: Dann siehe Großbritannien, Eigenkapitaleinschuß sofern notwendig (gegen Vorzugsaktien), also Rekapitalisierung bei Bedarf.
Dann wären zumindest die Bilanzen erstmal soweit sauber, dass man das normale Geschäft wieder aufnehmen könnte. Oder anders gesagt: der Kontrahent weiß, dass die Bank morgen noch existiert. Folglich müsste dann der Interbankenmarkt wieder langsam ans Laufen kommen.
Das könnte man langfristig auch einigermaßen neutral für den Steuerbürger gestalten. Die Dinger sind ja bis auf 20% (?) abgeschrieben, vermutlich werden die aber eine höhere Tilgungsquote aufweisen als derzeitig im Wert ausgewiesen.
(wenn dem nicht so ist, wären primär die USA eh am Ende, weil da ja da der Großteil der Problempapiere herkommt)
Wenn der Staat logischerweise eine Bürgschaft übernimmt, sollen nicht nur die Banken, sondern auch der Staat einen Teil der Gewinne erhalten. Wie man das dann im Einzelnen verteilt, ist eine zweite Sache, soweit sollten die mathematisch noch fähig sein. So was kann am Ende sogar noch als “gut” für den Staat und die Allgemeinheit sein.
Der Knackpunkt in Europa ist zur Zeit einfach der tote Interbankenmarkt. In den USA liegen die Probleme ein wenig anders.
Egghat
“Der Refinanzierungsmarkt ist fast komplett ausgetrocknet. Wenn das so bleibt, wird eine Bank nach der anderen (und irgendwann der Rest der Wirtschaft auch) Refinanzierungsprobleme bekommen und gerettet werden müssen.”
Alles richtig, wenn auch dieses irische Vorgehen den Akteuren bald auf die Füße fallen wird. Sobald nämlich jeder weiß, dass die Einlösung der Garantie unmöglich ist. Sie funktioniert nur, wenn sie nicht eingelöst wird. Es braucht nur noch eine Kleinigkeit, damit die Politik als letzter Akteur ihre Glaub- und Handlungsfähigkeit verliert. Diese Strategie des Versteckens ist fatal: Wenn die Unsicherheit über die Zukunft der Assetmärkte in Gewißheit über den Wertverfall umschlägt, ist alles zu spät. Dann findet der Kollaps statt. Man suggeriert bis heute, dass es keine gravierenden Einschnitte geben wird. Die Fassade wird als Substanz verkauft. Jeder von uns weiss, dass das Unsinn ist. Die US Pensionsfonds meldeten heute einen Verlust von 2 Billionen Dollar. Alle Lebensversicherungen und Riesterrenten werden substantiell an Wert verlieren. Die Zukunftsplanungen werden sich schmerzhaft an die neue Welt nach dem Finanzkapitalismus anpassen müssen. Gerade die wohlhabende Mittelschicht wird das zu spüren bekommen.
Und hier fängt das Problem mit dem Interbankenmarkt an. Die Banken als der Schwanz können nicht funktionieren, wenn der Hund namens Realwirtschaft tot ist. Und der wird elendig krepieren, wenn man sich weiterhin nur der Vergangenheit und dem verschwundenen Vermögen widmet. Niemand überlebt ohne Zukunftsperspektive. Und die wird nicht vermittelt.
Die Politik meint, sie müsste den Finanzmarkt wiederbeleben, damit die Realwirtschaft keinen Schaden erleidet. Es ist genau umgekehrt. Sie muss die Realwirtschaft am Leben erhalten, damit der Finanzmarkt wieder belebt werden kann. In Deutschland ist das eigentlich gar kein Problem. Unsere Sparkassen und Volksbanken sind noch funktionsfähig. Sie werden aber auch in den Abgrund gestoßen, wenn die Politik Erwartungen weckt, die sie nicht einhalten kann. Denn dann werden die Leute mit der Schockstarre reagieren.
Darauf wollte ich hinweisen.
r3d3
Technisch eine gute Variante. Ich bezweifle nur, dass wir überhaupt noch die Zeit haben für ein solches Verfahren.
Ich habe auch einige Ideen, was man machen könnte. Dazu aber später mehr. Mich interessiert erst einmal, ob die Leser die Analyse teilen.
Kurz gefasst steht da so was wie “alles ist schrecklich, und die Politik hinkt hinterher”. So weit schoen und gut, aber auch ohne Neuigkeitswert. Die Frage ist: was soll die Politik (der Notarzt) jetzt machen??
In einem Kommentar steht dann noch “Die Politik meint, sie müsste den Finanzmarkt wiederbeleben, damit die Realwirtschaft keinen Schaden erleidet. Es ist genau umgekehrt. Sie muss die Realwirtschaft am Leben erhalten, damit der Finanzmarkt wieder belebt werden kann.”
Wenn dies heissen soll dass die Finanzkrise lediglich eine (von ihr unabhaengige) realwirtschaftliche Krise antizipiert — und einen anderen Reim kann ich mir darauf nicht machen — dann scheint mir das sehr falsch. Wir erleben einen sytemtischen und sich selbst verstaerkenden Run auf das privatwirtschaftliche Zahlungssytem, der sich laengst verselbstaendigt hat.
Oberste Prioritaet der Politik muss deshalb sein, das Zahlungssystem am Leben zu halten, und sei es durch (temporaere) Verstaatlichung. In Europa heisst dies mAn
(i) dass die EZB den Interbankmarkt garantieren und moeglicherweise eine Refinanzierungsfazilitaet fuer nicht-Finanzunternehmen einrichten muss, und
(ii) dass die Eurozonen-Regierungen die Verbindlichkeiten der EZB garantieren. Zumindest das werden sie ja wohl noch schaffen.
Also was jetzt tun? Schwächelt die Realwirtschaft, muss man sie wohl stützen. Bisher werden aber nur die Banker gestützt, die Hüter des fiat money, die Versager. Die Realwirtschaft ist derzeit mit ersten schwachen Böen konfrontiert. Vorboten eines Sturmes. Ist es für deren Rettung richtig, den Konsum zu stützen und zwar mit Unsummen unter Inkaufnahme einer exorbitanten Verschuldung und stark anziehender Inflation? Wahrscheinlich ist dies tatsächlich der Weg, oder? Ich bin kein Experte. Wie aber kriegt man sonst die Finanzkrise/Schuldenkrise in den Griff? Die damit verbunde Inflation bedeutet auch eine Entschuldung. Den Preis werden wir bezahlen müssen. Das Alt, ersabsicherungssystem wird sehr schnell ausschließlich ein Sozialhilfesystem werden und viele werden noch weniger verdienen. Dennoch kontrollierte Inflationierung oder eine Währungsreform muss wohl das Ergebnis dieser Krise sein, wenn die Wirtschaft nicht zusammenbrechen soll. Wie seht ihr das?
Vielen Dank für exzellenten Artikel.
Ein Teil der älteren Sparkassen- und Volksbank-Kunden scheint mir derzeit aber mit leicht hypnotisierten Blick die Flucht in Sachwerte (Hausrenovierungen, Möbel usw. ) zu erwägen, “bevor das Geld kaputt geht”.
Hi,
in diesem Blog lerne ich wirklich viel. Von VWL oder BWL habe ich nicht den blassesten Schimmer. Dank Weissgarnix und der Runde geht mir aber doch da und dort ein Lichtlein auf – ich lese seit Beginn mit.
Als psychologisch Versierter betrachte ich die Szene noch von einem anderen Standpunkt. Hat die Politik tatsächlich die Mittel? Die Crux scheint mir zu sein, dass niemand weiß, wie man Vertrauen aufbaut. Wenn Kanzlerin und Steinbrück die Sicherheit der Konten versprechen, kann das leicht das Gegenteil von vertrauensbildender Maßnahme sein, denn hier sprechen ja schließlich Politiker und die Botschaft scheint angesichts der im Laufband eingeblendeten Schlagzeilen und eiligen News durchschaubar. Wenn die Notenbanken die Zinsen senken zeigt mir auch das nur, dass die Bude brennt. Wenn die Banken sich gegenseitig nicht vertrauen, die doch viel mehr von der Materie verstehen, warum sollte ich das tun?
Vertrauen entsteht durch gute Erfahrungen gaaaanz langsam. Und je einfacher etwas zu verstehen ist, desto leichter kann man Vertrauen fassen. Und Verständnis wäre insgesamt auch sinnvoll.
Schon “Geld” ist für einen zwar studierten und halbwegs vernunftbegabten und professionell arbeitenden Menschen wie mich kaum zu verstehen. Und für keinen meinen akademischen Freunde.
Das Prinzip von Kapitalismus, freien Märkten und Wettbewerb leuchtet mir ein. Ich würde darauf plädieren, Geld zu privatisieren. Der Ansturm (wohl insgesamt nur weniger) auf Gold scheint mir genau dem auch zu entsprechen: Sie entscheiden sich für anderes Geld. Außerdem sollte die Höhe der Teilreserve, die Banken behalten müssen, offen im Wettbewerb stehen. Es geht darum, dass möglichst viele Leute verstehen, wie Geld funktioniert, dann gibt das eine Entscheidungsgrundlage und ein Regulativ.
Unklar ist mir, wie die alle paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte anstehende Umverteilung des Reichtums von wenigen in wieder mehr Hände ohne große Krisen, Revolutionen oder gar Kriege durchgeführt werden könnte.
ach Lübberding…
Schau dir doch mal die Märkte heute an abgesehen von meiner Erkältung die nicht gerade marketmoving ist, ist seit heute die Welt wieder eine andere schau dir doch mal die 10 jährigen an oder die 30 jährigen kapitulation beim Deflations Trade würde ich mal ganz vorsichtig in die Runde werfen.
Steeper yield curve means monnies for banks…
Aber pssst nicht dem Peer erzählen…
Kaspar
Na ja, ob das ohne Neuigkeitswert ist, wage ich dann doch zu bezweifeln … . Es geht nicht darum, dass die Finanzkrise lediglich eine realwirtschaftliche Krise antizipiert. Wer erzählt das? Hier realisieren die Akteure in der Realwirtschaft (Konsumenten, Unternehmen) erstmals die Krise im Finanzsystem. Und das in einem erstaunlichen Tempo. Man muss sich hier nur einmal mit Otto und Erna Normalverbraucher unterhalten. Es ist erschreckend, glauben Sie es mir … . Das bekommt man vielleicht in Washington nicht mit. Und ich habe mir gut überlegt, was ich hier schreibe. Aber das hätte ich mir ja sparen können – ist ja ohne Neuigkeitswert … .
Nur das Problem ist, dass die Finanzkrise keine Ökonomendebatte oder die Angelegenheit von ein paar Freaks ist wie noch im letzten Jahr. Die Finanzkrise bestimmt zunehmend das Handeln von Menschen, die von Ökonomie überhaupt keine Ahnung haben. Und die ganz bestimmt nicht wissen, was denn ein Topökonom wie Kaspar darunter versteht, wenn er folgendes schreibt:
“Wir erleben einen sytemtischen und sich selbst verstaerkenden Run auf das privatwirtschaftliche Zahlungssytem, der sich laengst verselbstaendigt hat.
Oberste Prioritaet der Politik muss deshalb sein, das Zahlungssystem am Leben zu halten, und sei es durch (temporaere) Verstaatlichung. In Europa heisst dies mAn
(i) dass die EZB den Interbankmarkt garantieren und moeglicherweise eine Refinanzierungsfazilitaet fuer nicht-Finanzunternehmen einrichten muss … .”
Tatsächlich eine Nachricht ohne Neuigkeitswert. Die versteht nämlich niemand. Auch nicht der Bundesfinanzminister, fürchte ich. Höchstens Dieter Wermuth. Nur welche Folgen hat wohl ein solcher run auf das “privatwirtschaftliche Zahlungssystem”? Für die Realwirtschaft zum Beispiel? Aber das ist ja ohne Neuigkeitswert … .
Ansonsten gibt es keinen Grund zur Weltuntergangsstimmung. Das Leben ist noch immer weiter gegangen, sagt man wohl in Köln. Nur wie das Leben weiter geht, könnte zum Problem werden. Vor allem für Nichtökonomen. Und darüber dürfen auch Ökonomen einmal nachdenken.
Schönen Gruss
Frank Lübberding
@ r3d3
In Europa müsste man den Müll aus den Bilanzen hebeln. Subprime liegt ja hier nur in Form von Papieren rum.
1: Einen Fonds aufmachen,
2: Jedem Anbieter anbeiten, seinen Müll reinlagern zu können.
Die Dinger sind eh zumindet zum Teil abgeschrieben (wenn ich den CoBa GB von 2007 in der Schnelle richtig kapiere, sind die ABS Ende 2007 schon fast abgeschrieben gwesen).
3: Dann schießen die Banken eine Finanzierung des Fonds rein
a: (Geht wohl nicht anders) Einen Teil deckt der Staat über eine Bürgschaft / Garantie ab
4: Dann siehe Großbritannien, Eigenkapitaleinschuß sofern notwendig (gegen Vorzugsaktien), also Rekapitalisierung bei Bedarf.
MAn trifft dies das Wesen der Sache punktgenau und arbeitet die notwendigen Schritte exzellent heraus. Kompliment.
Trotzdem ein bisschen kleinliches Gemaekel:
Zu 2: wenn die Dinger schon abgeschrieben waeren, koennte man sich 1-3 sparen
zu 3: die Finanzierungsanteile am Fonds festzulegen wird die Krux sein. Das TARP verwendet reverse auctions (Verkaeuferautkionen). Gute Idee?
zu 4: wie einige Diskutanten (Kiesel, Keske) bei Herdentrieb herausgearbeitet haben fehlt fuer einen oeffentlichen Eigenkapitaleinschluss in Deutschland schlicht die Rechtsgrundlage — und in anderen Euro-Staaten wohl auch. Die muss also erst geschaffen werden.
Aber vor alledem kommt die Stabilisierung und Sicherung des Zahlungssytems.
Gruss,
HK
Lebenslustig
Als Hinweis:
http://blog.zeit.de/herdentrieb/2008/10/02/strategie-in-rettungsaktionen_366#comment-48517
@ Luebberding
zunaechst bitte ich Sie um Entschuldigung, ich wollte Sie nicht vor den Kopf stossen (schaffe das durch unbedachte Wortwahl leider immer wieder, nicht nur bei Ihnen).
Was ein Run auf das Zahlungssytem bedeutet brauche ich Ihnen ja nicht erklaeren: den Zusammenbruch des Kreditwesens. Und damit eine realwirtschaftliche Implosion. Deswegen muss die Gewaehrleistung des Zahlungssytems mAn die allerhoechste Prioritaet haben, und wenn die Zentralbank explizit das Ausfallrisiko uebernimmt (was sie de facto zum erheblichen Teil ja schon tut).
Der zweite Schritt ist dann ein Bilanzen-Entmuellungs- und Rekapitalisierungsplan a la r3d3.
Gruss,
HK
@ r3d3
Noch einfachere Lösung:
1. Einen Fond mit 2 Euro eigen Kapital gründen
2. Depfa Bank von HRE für 1 Euro abkaufen
3. Zu Konkurs gehen
Wo ist das Problem? Ich sehe nur Chancen!
Und damit ist nicht gemeint, sich jetzt das Depot mit vermeintlich günstigen Aktien bis unters Dach vollzuladen.
Vielmehr erhoffe ich mir, quatsch, ich fordere das augenblickliche Verschwinden dieses unsäglichen Überflusses, der Völlerei und der ignoranten Raffgier in breiten Teilen der Bevölkerung.
Es war am Ende doch einfach nur noch widerlich, wie jeder dahergelaufene Lümmel geradezu zwanghaft einen auf dicke Hose machen musste. Die hochglanzpolierte Karre (von der Bank “subventioniert”), den obercoolen Gesichtsausdruck vorm Spiegel trainiert. Wohlgemerkt, keine geschlechterspezifische Angelegenheit, die holde Damenwelt stand den turbopotenten Lackaffen hierbei stets eifrig zur Seite. In der Glotze war es ja zu sehen, wie im heiligen Land des bedruckten Papiers die Milch in Strömen fließt, das Beste eben gerade gut genug.
Ich werde sie nicht vermissen! Wir brauchen einen Neustart, dieses System muss scheitern, aber zackig! Gerne auch einhergehend mit ein, zwei Jahren Bohneneintopf aus der Feldküche. Die Welt des 21. Jahrhunderts verdient etwas Besseres, als den schnöden Tanz ums goldene Kalb. Wir können uns das auch gar nicht mehr leisten!
@edicus
Nö,eine neue Krankenkasse…
Martin
Privat oder gesetzlich?
@ krankenkasse
Na, Privat ist doch jetzt out…
@f.lübberding
Herrlich ! Danke für den Lacher !
Ich bin für ein neues Verfassungsorgan: die ‘Pecuniative’.
Man sollte sich schon mal überlegen, warum jeder Mist geregelt wird, die Lebensgrundlage der Bevölkerung aber der Willkür ausgesetzt wird…
Gruß! martin
Bin durch Zufall auf diesen Blog gestoßen, und staune – nein – freue mich sehr, einen so guten deutschsprachigen Wirtschaftblog gefunden zu haben. Das geht auch an die Kommentatoren.
Ich bin ganzbaff.
Ich schreibe, weil “Lebenslustig” etwas bemerkenswertes geschreiben hat:
“Schon “Geld” ist für einen zwar studierten und halbwegs vernunftbegabten und professionell arbeitenden Menschen wie mich kaum zu verstehen. Und für keinen meinen akademischen Freunde.”
Ich finde daß es ganz einfach ist, das derzeitige Geldsystem (fiat money) zu verstehen. Nur wird das NIEMALS auch nur angesprochen von den Massenmedien. Von Schulen wollen wir gar nicht reden!
Von wem war das Zitat (sinngemäß): Wenn die Menschen verstehen würden, wie das Geldsystem funktioniert würden sie uns am nächsten Baum aufknöpfen. ???
Es gibt einen Film auf Deutsch, der “Lebenslustig” und seinen studierten Freunden helfen könnte. Auf English gibt es zahlreiche: In debt we trust, Creature of Jeckyll Island und und und. Auf Google Video nach “fiat money” suchen und finden.
Hier der Link zu “Fabian – Gib mir die Welt + 5%”
http://tinyurl.com/44bx6c
Danke für die tolle Arbeit hier !
Hallo Frank Lübberding,
wiederum ein angenehm “flutschiger” Text.
Und inhaltlich überaus treffend. Du beschreibst auf die wohl bestmögliche Weise den Zustand den wir jetzt haben.
Errinerst Du Dich daran, dass ich im Herdentrieb schon im letzten Jahr in Kommentaren zu Heusinger, seine “Deflation” von der “ECHTEN” Deflation abgegrenzt habe ?
Die haben wir jetzt (H. hat ja schon damals dauernd von Defla gefaselt).
Meine Definition von Inflation ist ja bekanntlich “… zuviel Geld” und die Deflation analog “… zu wenig Geld”.
Jetzt haben wir die Mutter aller Deflationen:
= > … nämlich die … Totale Abwesenheit von Geld !!!!!
= > … alles Geld ist … FUTSCHIKADO ! … oder wie ich vor Tagen schrieb … PLASMA !!!! … und zwar nicht nur die Weltleitwährung, sondern auch gleich alle potentiellen Nachfolger dazu …
Wichtig:
… das dramatischste ist regelmässig gar nicht der Verlust der Zahlungsmittel-Funktion des Geldes (selbst in zimbabwe wird ja noch mit geld bezahlt) oder der Wertaufbewahrungs-Funktion.
Sondern – wie in Deinem Artikel grandios beschrieben – schlicht die anderen Geldfunktionen … insbesondere als “Wertstandard” und “Recheneinheit”. Wie soll ein Unternehmer Kalkulieren … ohne Wertstandard & Recheneinheit ??? Er laässt es bleiben.
Wie wir dahin gekommen sind … habe ich Dir auch schon oft mitgeteilt. Der Lehrsatz meines Lehr-Meisters lautet ja:
= > … Jede Inflation, die erst einmal das Stadium der Hyperinflation erreicht hat, endet in der Deflation !
( … was ich an diesem Lehrsatz so liebe ist, dass er in einem Satz im Grunde das ganze Wesen des Geldes erfasst !! … )
Die Inflation fand statt (zunächst überwiegend als Asset-Inflation) in den Jahren von der “Irrational Exuberance” (1996) bis 2006. Ähnlich lange dürfte die fatalste aller Deflationen dauern …
Aber … frohe Kunde … gestern haben die Stimmen aus der Ewigkeit mit mir gesprochen … und ich habe plötzlich die einzige Lösung des Problems erkannt !!! Merkelas Rede war der entscheidende Katalysator !!!
Vielleicht kannst Du Dir meine Argumente mal kurz anschauen … querlesen reicht, da es eher eine Art “Brainstorming” aus einem mit hellem Hefeweizen erzeugten, trance-artigen Zustand heraus ist …
http://www.weissgarnix.de/?p=581 (… weit unten )
Im Kern geht es darum, dass unbedingt ein sofortiger Frontal-Angriff auf das URSÄCHLICHE PROBLEM, nämlich die schon ex-ante ökonomisch gegenstandslosen Zombie-”Kredite” (aus dem Hause Greenspan & Co) erfolgen muss und diese SOFORT erschlagen werden müssen …
… aber unsere Regierung … genau das Gegenteil vor hat und wie gewohnt alles mit AUSSITZEN-WOLLEN und LÜGEN bewältigen will. Genau das aber unser aller sicherer Tod sein wird !!!
Merkela hat’s ja gestern verkündet:
Nichtstun/Aussitzen und Lügen … und … “Weisse Salbe” … auf alle Probleme schmieren (Bilanzmanipulation, Zinssenkungen, Steuersubventionen, usw. )
Genau das führt in’s Verderben (siehe Japan)
Die Vorstellungen von wgnX & Heinrich Kaspar … sind ebenfalls irreführend und fatal. Sie wollen die Zombie-Kredite “isolieren” und in einen Fonds sperren … aber AM LEBEN ERHALTEN !!!
= > DAS … darf NICHT sein! … denn diese Kredite sind das “MONSTER” … und wir müssen sie töten, bevor sie uns töten !
Ich bin aber ein kompromissfähiger Mensch … wgnX & Kaspar können die Zombies in einem ersten Schritt … in einem Fonds konzentrieren … und wenn sie es dann nicht übers Herz bringen …
= > … sollen sie mich rufen … und der ~ Halbgott in Rage ~ … wird mit seiner rostigen Eisenstange vorbeikommen … und solange auf die Zombie-Kredite einprügeln … bis nichts mehr zuckt !
= > SO … sollte es geschehen !!! … und nicht anders !
Grüsse
Also, falls es – außer Halbgott natürlich – noch nicht alle mitbekommen haben, nochmal gaaanz laaangsam zum mitschreiben:
bei allem Respekt für die Arbeit von weissgarnix – und seinen akademischen Mitstreitern auf dieser website – sein neuer thread sagt eigentlich alles:
“Das Spiel ist aus”!
Außer den bisher hier sehr ausführlich aufgeführten Argumenten noch das, wass Euch das “Geld” dazu sagt:
Gold in € = 670 ask, weiterhin alltime-high !
Gold-Leaserates steigen rasant an.
Alles andere steht ja eh schon in der main-stream-presse.
Alles Gute und viel Glück!
Euer Unwissender
WI-ING
Das wollte ich Dir schon gestern mitteilen. Deine Analyse ist zupackend. Jenseits dessen, ob man nun der retroliberalen Krisenerklärung zustimmt oder nicht. Ich halte nun einmal nicht Greenspan für die Ursache des Problems. Aber zur Zeit ist das nicht die entscheidende Frage. Es geht nur darum wie wir jetzt handeln. Dabei sind die sonstigen Unterschiede irrelevant. In der USPD waren 1917 Bernstein und Kautsky – die Protagonisten des Reformismusstreits. Die ideologischen Unterschiede blieben – man war sich aber einig in der Ablehnung der kaiserlichen Kriegskredite.
Tatsächlich ist die Idee – Erschlagen des Kreditmülls, notfalls auch mit der Eisenstange (rostig) – bestechend. Es gibt nur ein Problem: Wie erschlage ich einen Kredit? Das Bild ist also nicht schief, es bringt das Problem zum Ausdruck … . Eine Radikalkur – totale Abschreibung des Kreditmülls – wird so nicht durchsetzbar sein. Aber man muss den ersten Schritt machen. Der ist entscheidend – und wird eine Dynamik in Gang setzen. In der Abrüstungsdebatte nannte man dieses Verfahren früher Gradualismus. Den ersten Schritt beschreibt morgen früh Heusinger in der FR – das habe ich gerade gepostet. Man muss dafür sorgen, dass dieser Schritt auch gemacht wird. Und das ist ein politischer Kraftakt.
Übrigens: Kautsky und Bernstein waren sich zwar einig – nur ändern konnten sie nichts … .
Ich stimme Ihrer Analyse im Blogbeitrag zu. Als Nichtökonom aber Kaufmann sehe ich eine eigentlich einfache Lösung: es muß die Verantwortung übernommen werden, wie es der wirkliche freie Markt verlangt, und das heißt, es muß Pleiten geben unter den Banken, viele Pleiten. Genau die Entschuldung, die es immer gibt, wenn jemand über seine Verhältnisse lebt: seine Kreditoren, die das ermöglichten und zuließen müssen ihren Einsatz abschreiben. Damit dadurch aber nicht der ganze Zahlungsverkehr und das System zerbricht, müssen die Banken vorläufig verstaatlicht – und dann aus einer Hand abgewickelt werden. Nicht entschädigungslos, sondern gegen schlichte Besserungsscheine. Nur so können die faulen
Kredite ausgesondert und vor allem die reinen Luftgeschäfte beendet werden. Um in ihrem Bild zu bleiben, die Fassaden müssen geordnet abgerissen und nicht umgestoßen werden, stehen bleiben sie ohnehin nicht. Es ist besser, die Eigentümer der Banken bluten zu lassen, als alle unschuldigen Bürger. Aber dazu bräuchte es jemanden wie Helmut Schmidt nach der großen Flut in Hamburg am Ruder. Was die Politik bis jetzt macht, den Schein wahren, ist billig, so billig wie das Einlagesicherungsversprechen, von dem jeder weiß, daß es im Ernstfall nicht zu halten ist. Nicht Worte, Taten tun Not. Aber ob das unsere Parteiapparatschikriege schafft?
Ich glaube, meine Nachbarn haben heute entnervt Ihre Konten geräumt und palettenweise Dosenfleisch und Briketts gekauft. So´n Quatsch.
Irgendwie bin ich aber auch schon ganz kribbelig…
“Wie erschlage ich einen Kredit?”
= > … NO MERCY !!! … hier ist das brutalstmögliche Primat der Politik gefragt !!! … auf das sich die Politclowns so gerne berufen.
= > … … in dubio contra reo !
… hier geht es mal wirklich nicht um “Soziale Gerechtigkeit” … es geht darum das Handlungsmoment zurückzugewinnen und schnellstmöglich “kurzen Prozess” zu machen. Etwa wie bei der Wiedervereinigung. Für “optimale Lösungen” ist jetzt echt keine Zeit mehr.
= > … es gilt auch insbesondere, KEINE übermässige “Rücksichtnahme” auf … unsere amerikanischen oder europäischen Freunde zu nehmen. Die Amis tragen die Hauptschuld und waren der Profiteur des Verbrechens. Und was Europa angeht, so ist bekannt, dass alle “Verlagerungen auf die europ. Ebene” … gleichbedeutend mit “Lethaler SKlerose” sind.
= > … wenn in dieser Sache ein Land tatsächlich mal mit Mut und Entschlossenheit isoliert handeln würde … und sich erste Erfolge abzeichnen … würden die europäischen Kollegen schnell nachahmen …
“Das Bild ist also nicht schief, es bringt das Problem zum Ausdruck … . Eine Radikalkur – totale Abschreibung des Kreditmülls – wird so nicht durchsetzbar sein.”
… Der Staat, mit all seinen Hiwis, ist ja in dieser Krise zunehmend desperat und regelbrechend … bei der homöopathischen Behandlung von Symptomen mit Weisser Salbe “Placebo forte”.
… Nur gegen das URSÄCHLICHE PROBLEM geht er nicht vor – totales Muffensausen !! … oder/und NULL Durchblick.
… hierzulande womöglich das Geschick von überaus gut vernetzten Merkel-Flüsterern … zB von einer Deutschen Bank …
… eine der wenigen Stärken von Merkela ist aber eben, dass sie bis jetzt immer noch rechtzeitig gerafft hat, welcher ihrer Merkel-Flüsterer in Wahrheit der Feind im eigenen Lager ist … das wäre eine Hoffnung …
@Halbgott,
Brown hat ja heute Massnahmen angekuendigt, die man in ihrem Umfang (also Garantie des Zwischenbankenleihens, auch n TARP, Kapitalinfusion) insgesamt ca. 30% des GB Sozialprodukts ausmachen. Einen Teil davon wird auch realisiert werden muessen als Staatsschulden (Kapitalinfusion). Das ist dann ja wohl zumindest in der Dimension das, was man mit Mut und Entschlossenheit isoliert gehandelt nennen koennte.
Go Gordon…
… … in dubio contra reo !
Gut gebrüllt hat er da, der Löwe auf unserem Affenplaneten!
In der Tat: Banken, die Liquidität nicht verteilen sondern horten, die die eigene Geschäftsgrundlage (aka “Vertrauen”) infrage stellen, die braucht keiner. Die sollte man mitsamt ihren Gläubigern hopps gehen lassen und nicht mit Billionen aus einer Sch… rausreiten wollen, die dafür viel zu tief ist, und überdies von den falschen bezahlt werden müsste.
Statt dessen die “Liquidative”, Zentral- und Notenbank, und – hierzulande ja vorhanden – genossenschaftliches Sparkassenwesen. Demnächst wird auch Angela merken, dass ihr hier ein Spiel aufgedrückt werden soll, das sie nur verlieren kann, so schlau ist sie wohl schon.
Keinen Realwirtschaftler sollte der aufgetürmte, aufgehebelte, aufgeblasene Derivatemüll an seinen Aktivitäten hindern dürfen. Dahin abschreiben, woher er gekommen ist: aus dem spekulativen Nichts – und dafür sorgen, dass Geld und Kredite in die Realwirtschaft weiterfliessen. Und erzähle mir keiner, das sei ja alles viel zu “systemisch interdependent”. Ist es nicht. Man weiss sehr genau, wer die virtuellen Werte in den Büchern hat, und auch, warum er sie dort hat und wie sie da hingekommen sind.
Das System ist endgültig in der Kernschmelze!Es gibt Artikel zur Krise, die man einfach gelesen haben muß!
Das ist einer davon:
“Jetzt bricht das völlige Chaos aus!!” auf ” das-bewegt-die-welt.de “!!!
Und hier warnte man schon vor Monaten genau richtig vor den aktuellen Ereignissen!!
Als Hinweis ein FAZ Artikel von heute:
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E9B07388F3D3442C99AD6F61BE7989CA6~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Vor zwei Wochen hat die Dame in London noch anders agumentiert.