HRX – Da kömmt noch (viel) mehr!

by weissgarnix on 29. September 2008

Die Medien sprechen von rund 35Mrd Euro, die jetzt aufgewendet werden müssten, um den Geschäftsbetrieb der Hypo Real Estate (HRX) kurzfristig aufrechterhalten zu können. Wir jedoch wagen einen kurzen Blick in die hinteren Seiten des jüngsten Quartalsberichts der HRX, um uns zu vergewissern, dass da noch ganz andere Summen als Risiko im Raum stehen: kurzfristig mindestens 184Mrd Euro!

Banken und Kreditinstituten schuldete die HRX per 30. Juni demnach imposante 128Mrd Euro, davon 43Mrd bereits fällig, sowie weitere 71Mrd im Laufe der nächsten 9 Monate.

HRE Verbindlichkeiten gegenüber Banken (Quelle: HRE, Bericht Q2 2008)

Ihren Kunden schuldet die HRX auch ein paar Mark, nämlich runde 5Mrd, die aktuell fällig sind, sowie weitere 6Mrd Euro, die in den nächsten 9 Monaten fällig werden.

HRE Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Quelle: HRE Q2 2008)

Und schließlich hat die HRE – wie jede andere smarte Bank in Zeiten wie diesen – natürlich auch einen Haufen Schulden in verbriefter Form: schlanke 20Mrd, die aktuell fällig sind, sowie weitere 39Mrd, die in den nächsten 9 Monaten zur Tilgung anstehen.

HRE - Verbriefte Verbindlichkeiten (Quelle: HRE Q2 2008)

Wollen wir zum Abschluß also mal rekapitulieren:

  • Stand heute fällig: 68Mrd Euro
  • In den nächsten 9 Monaten fällig: 116Mrd Euro
  • In den nächsten 5 Jahren fällig: 79Mrd Euro
  • Danach fällig: 85Mrd Euro
  • Summe: 350Mrd Euro

Wer die HRX per “Bailout” retten will, muß sich also zumindest mal darüber den Kopf zerbrechen, wo er kurzfristig 68Mrd Euro herbekommt, entweder über die Verwertung von Vermögenswerten (zu welchem Preis?) und/oder Refinanzierungsmaßnahmen (wer leiht der HRX jetzt noch was?). Und in den nächsten 9 Monaten das gleiche nochmal, für weitere 116Mrd. Hört sich nach einer ziemlichen “Herausforderung” für unsere “Retter” an, wenn ihr mich fragt.

Na, Peer, wie schau ma aus?

{ 16 trackbacks }

Hypo Real Estate kann Steuerzahler Unsummen kosten: 26,6 Millarden Euro « Analyse + Aktion
29. September 2008 um 11:57
die aktuellsten meldungen zur bankenkrise - Seite 206 - Erwerbslosen Forum Deutschland (das Forum)
29. September 2008 um 13:16
Bänker zu blöd zum lesen? | + Blog`N`Roll +
4. Oktober 2008 um 23:18
Luschen & Nieten in Nadelstreifen « Analyse + Aktion
5. Oktober 2008 um 01:05
Sparer! Es wird brandgefährlich! Rettet Euer Geld! « Analyse + Aktion
5. Oktober 2008 um 15:20
Gedanken zur Finanzkrise - Wurstsalat
6. Oktober 2008 um 16:49
Frech, frecher, am frechsten | + Blog`N`Roll +
8. Oktober 2008 um 17:38
Hilflosigkeit und Goldrausch | kopfzeiler.org
8. Oktober 2008 um 19:50
classless Kulla » Blog Archive » Diese miese fiese Krise!
9. Oktober 2008 um 15:44
Die Nachrichten der Woche | Dr. Ecksack & B. A. Dass - Die Expertenrunde
31. Januar 2009 um 17:28
chefarztfraulicher:beobachter » Denken hilft, nützt aber nicht so richtig.
15. Februar 2009 um 12:00
Remote Control » Jetzt wollen alle an die Zitze.
19. Februar 2009 um 22:48
HRE oder wenn sich Experten irren — WEISSGARNIX
6. Juni 2009 um 15:55
chefarztfraulicher:beobachter » HRE-Gläubiger - wer unser Geld bekommt (undankbares Pack)
15. August 2009 um 11:16
+ BLOG’N'ROLL + » Blog Archive » Qualitätsjournalismus am Beispiel der Hypo Real Estate
16. August 2009 um 19:00
Qualitätsjournalismus am Beispiel der Hypo Real Estate « web-kultur-ffo
17. August 2009 um 15:16

{ 57 comments… read them below or add one }

1 OswaldSpengler 29. September 2008 um 10:52

“Na, Peer, wie schau ma aus?”

Lustig wird erst der Bail out für die Deutsche Bank…dann rauchst…

und jetzt komme mir bloß keiner mit dass wäre nicht möglich …

:-)

2 H.T 29. September 2008 um 10:53

Es wird auch einige große Gläubiger geben und wenn man wirklich einen Konkurs durchzieht, dann hat man ein perfektes Dominospiel.
Das eigentliche Problem werden die größeren Gläubiger hinter HRE sein…

3 weissgarnix 29. September 2008 um 10:56

Angesichts dieser Größenordnung darf es schlicht keinen “Bailout” geben!

Diese Bank gehört samt und sonders verstaatlicht und korrekt abgewickelt. Den Aktionären darf dabei noch nicht mal 1 einziger Cent bleiben!

4 sh 29. September 2008 um 10:57

was ist die Schlußfolgerung? Ist die Bank nun insolvent oder nur illiquide? Das ist ja wohl eher die entscheidende Frage und sie bleibt offen. Zugegeben, sie vermutlich derzeit schwer zu beantworten, da Werte inzwischen extrem zeitabhängig sind.
Bei reiner Illiquidität ist eine Überbrückung ok, ansonsten hat der Herr Paulson jetzt scharfe Konkurrenz um die Titelseiten durch unseren uns lieb und vor allem teuren Finanzminister bekommen.

5 weissgarnix 29. September 2008 um 11:02

@sh

Für die HRE – wie für jede andere Bank auch – ist das in einem derartigen Stadium absolut das gleiche. Die HRE ist so gut wie tot.

Der Steinbrück wird sich noch warm anziehen müssen, das kann ich Euch jetzt schon verraten. Möchte mal sehen, was er jetzt macht, angesichts der Zahlen, die da im Raum stehen.

Ich wiederhole mich: angesichts der Größenordnungen ist ein Bailout absolut inakzeptabel. Die HRE gehört komplett in Staatsbesitz übergeführt und dort liquidiert. Ein Bailout nach klassischem Muster wäre ein Skandal!

6 f.lübberding 29. September 2008 um 11:03

Weissgarnix

“Die neue Kreditlinie verwirklicht einen weitreichenden und innovativen Ansatz, mit dem wir unsere Finanzierungsstruktur so anpassen können, dass sie den derzeitigen Fehlfunktionen an den internationalen Geldmärkten gerecht werden. Die Hypo Real Estate Group wird diese Geldmärkte auf absehbare Zeit nicht mehr in Anspruch nehmen müssen.” Zitat Süddeutsche.

Das erzählte der Herr Funke von der bankrotten Bank. Coba hat auch ihre Refinanzierung für 2008 gesichert. Heute morgen erklärt.

” So schrieb die Europäische Zentralbank (EZB) zusätzlich zu ihrem mittlerweile regulären Devisenswap-Tender über 30 Mrd USD eine spezielle Refinanzierungsoperation aus, bei der es kein festgelegtes Volumen gibt.” Zitat FAZ.

Ein total innovatives Instrument … . Es war doch etwas merkwürdig, das ausgerechnet die halbtoten Coba und DB es sich leisten können sollen, der HRE einen Kredit in dieser Höhe zur Verfügung zu stellen. Beide Banken sind wie JPM in den USA nur noch die Duchlauferhitzer der ZBs. Wobei es bemerkenswert ist, dass dieser Duchlauferhitzer selber schon ein Nadelöhr zu sein scheint. Denn einerseits wird über eine Staatsgarantie geredet – die kann es aber nur für Kredite anderer Banken geben. Andererseits aber von einer Übernahme des Kredits in Höhe von 25 Mrd. Euro. Außerdem haben wir jetzt offenkundig via FTD die Erkenntnis, dass auch der Pfandbrief hoch spekulativ ist … . Wahrscheinlich gilt bald auch der Brötchenkauf als Spekulationsgeschäft. Im übrigen wird so getan als wäre nur die Depfa das Problem. Wenn sie ein systemisches Risiko ist, soll sie der Bund wiederverstaatlichen. Für ein Appel und ein Ei mit Salz.

In Wirklichkeit ist die HRE auch ohne Depfa Pleite ein hoffnungsloser Fall. Sie ist als größter Gewerbeimmobilienfinanzierer mit Sicherheit in allen europäischen Immo-Bubble-Staaten investiert. Also die ALT HRE Pleite gehen lassen und Depfa verstaatlichen, wenn es nötig sein sollte. Das kann ich aber nicht beurteilen.

Ansonsten ist diese Aktion offensichtlich im Kontext zu Fortis/Benelux und B&B/GB zu sehen. In vier Wochen gibt es keine privaten Banken mehr. Das sind rauchende Ruinen

Ach ja auch in dem Hedgefond Island gibt es eine Verstaatlichung. Aber das Bankensystem ist einfach zu groß, um von diesem Staat in der Größe eines deutschen Landkreises gerettet zu werden.

http://ftalphaville.ft.com/blog/2008/09/29/16423/another-nationalisation/

7 Hellas 29. September 2008 um 11:06

dpa-Eilmeldung von gerade eben:

Nach Angaben des Finanzministeriums wird keine Verstaatlichung der
Hypo Real Estate angestrebt. Sollte die 35-Milliarden-Bürgschaft auf
Grund von Verlusten in Anspruch genommen werden, entfielen in einem ersten Schritt von den dann 14 Milliarden Euro 60 Prozent auf die
Privatbanken.

Einen zweiten Teil müsste der Bund allein tragen. Sinn
der Maßnahmen sei die geordnete Abwicklung der Hypo Real Estate.

8 f.lübberding 29. September 2008 um 11:17

“Sinn der Maßnahmen sei die geordnete Abwicklung der Hypo Real Estate.”

Tatsächlich? Kaum zu glauben … . Wann wickeln wir denn den Rest ab … ?

9 Hellas 29. September 2008 um 11:27

Teil 2 der dpa-Meldung

Nach Darstellung des Bundesfinanzministeriums ist die Rettung der Immobilienfinanzierer das derzeit einzige zu lösende Problem in diesem Bankensegment. Es gehe um keine andere Realkreditbank, sagte Ministeriumssprecher Torsten Albig. Das deutsche Finanzsystem und die Bundesregierung seien gewillt, handlungsfähig und schnell zu reagieren. Weitere Probleme darüber hinaus zeigten sich derzeit nicht.

Wer solche Volksvertreter hat, braucht echt keine Feinde mehr

10 Paul Lanon 29. September 2008 um 11:33

Verwechsel ich da jetzt Mio mit Mrd?

11 f.lübberding 29. September 2008 um 11:46

Nur als Hinweis

http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=85461036

Nur damit es auch der letzte Zocker bemerkt: HRE ist Konkurs und der Kredit wir nur gewährt, weil der Zusammenbruch der Bank weitere Auswirkungen gehabt hätte. Die Aussagen von Steinbrücks Pressesprecher Albig sind eindeutig und unmissverständlich:

“Steinbrücks Sprecher Torsten Albig sagte auf einer Pressekonferenz in Berlin, Ziel sei eine “geordnete Abwicklung” der HRE. “Wir beabsichtigen keine Verstaatlichung der Hypo Real Estate”, hob er hervor. Wie die Abwicklung erfolge, liege in der Verantwortung der HRE und der privaten Banken.

Inwieweit der Haushalt belastet werde, sei nun nicht abzusehen. “Niemand vermag vorauszusagen, ob die Abwicklung der HRE ohne solche Verluste möglich ist”, sagte Albig. Der Bund verfüge noch über einen ausreichenden Bürgschaftsrahmen.”

Es muss also ein Insolvenzantrag erfolgen – oder eine Übernahme.

12 OswaldSpengler 29. September 2008 um 12:03

Haben die Herren Ökonomen hier im Forum schon mal den Bail out für die DB durchgerechnet ?

13 weissgarnix 29. September 2008 um 12:22

@Paul Lanon

>Verwechsel ich da jetzt Mio mit Mrd?

Schön, dass Du Deinen Humor behalten hast …

14 Mitmacher 29. September 2008 um 12:53

na na – wer wird denn gleich. Alles in Butter (sagte der hochverschuldete Hartz-IVler als er einen neuen Dispo Kredit bekam):

+++ Hypo Real Estate sieht Bestand gesichert +++

[12.37 Uhr] Die Hypo Real Estate sieht ihren Bestand durch das milliardenschwere Rettungspaket der Banken als gesichert an. Von einer Abwicklung des Unternehmens könne keine Rede sein, sagte ein Sprecher am Montag in München. Vielmehr gehe es darum, die Refinanzierung des Konzerns wieder auf ein solides Fundament zu stellen. Das Finanzministerium hatte in Berlin gesagt, es gehe um eine “geordnete Abwicklung” der Hypo Real Estate und mit dieser Aussage Verwirrung ausgelöst.

15 Nixda 29. September 2008 um 13:01

Gemach, gemach!

Bisher sind nur Staatsgarantieen auf Kredite der HRE ausgesprochen worden, es werden auch keine Gelder fließen, sofern die HRE nicht wirklich das zeitliche segnet. Die HRE wird sich mit den Bürgschaften (wahrscheinlich direkt bei der EZB) liquide Mittel verschaffen können.

@Wgn: Jetzt gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen Illiquidität der Bank und bilanziller Überschuldung. Wenn die HRE nur ihre Fristenspielchen nicht mehr unter Kontrolle hat, dann sollte die Rettung auf diese weise klappen. Nur wenn die Aktiva in der Höhe abzuschreiben sind, wie noch Eigenkapital vorhanden ist, nur dann geht es in den Bail-Out. Und das ist mit den obigen Grafiken nicht zu beurteilen.

16 Miky 29. September 2008 um 13:35

Schlichte Panikmache.

Ja, die Depfa/HRE braucht kurzfristig Geld. Geld, das ihr momentan kaum ein Marktteilnehmer leihen möchte und wenn, dann nur zu exorbitant hohen Zinsen.

Die Depfa/HRE braucht eine Refinanzierungsmöglichkeit ohne große Risikoaufschläge – moemntan traut sich nur der Staat, ihr eine solche zu geben.

So lange auf der Seite der Schuldner der Depfa keine massiven Zahlungsausfälle eintreten, gibt es keinen Grund, dass der Staat nicht mit “Überbrückungskrediten” auftritt, bis die Vertrauenskrise sich gelegt hat.

17 OswaldSpengler 29. September 2008 um 13:49

“Ja, die Depfa/HRE braucht kurzfristig Geld.”

ich auch…bekomm ich welches ? Bütte…..

18 Georg Löding 29. September 2008 um 14:13

Für die ersten 35 Milliarden könnte man 8.578.431 Hartz IV – Empfänger damit für ein Jahr ausbezahlen.

Skandalöste Korruption bei hellichtem Tageslicht, skrupelloses Pack! Nazigesindel. Die haben es ja nicht anders gemacht. Heute ist es nur pervider.

19 Miky 29. September 2008 um 14:21

Nur dass du das Geld von deinen Hartz IV Empfängern nicht wiederbekommen würdest – hier geht es um einen Kredit, den die Depfa/HRe zurückzahlen muss.

Erst denken, dann posten!

20 Reinhardt, Thomas 29. September 2008 um 14:22

Nicht so schnell mit den Pferden!

Wer sich schon auf die Analyse einer Bank einläßt … sollte dies vorsichtig tun!

Die genannte Vermögensstruktur der HRE ist für eine Bank nicht unbedingt ungewöhnlich.

Angenommen in einem kleinen Ort existiert eine kleine Volksbank.

Insgesamt 6000 Sparer haben dort 20 Millionen Euro auf Sparbüchern angelegt, die mit 2,0% verzinst werden.

Die Volksbank hat 3000 private Hausbauten finanziert, insgesamt für 100 Millionen. Für diese Finanzierungen berechnet die Volksbank 5,2% Zinsen.

Die fehlenden 80 Millionen hat sich die Volksbank am Geldmarkt (andere Banken, regionale öffentliche Banken, Bundenbanken) geliehen, im Schnitt für 4 Prozent.

Aufwand: 3,2 Mio Zinsen an Banken, 0,4 Mio Zinsen an Sparer, Gemeinkosten einschließlich Personalkosten 1,3 Mio
Erlöse: 5,2 Mio
Überschuss: 0,3 Mio

NIEMAND würde behaupten, dass diese Volksbank in Schwierigkeiten ist.

DENNOCH würde sich die Passivseite der Bilanz (Fremdkapital) genauso lesen, wie oben bei der HRE.

Da Sparbücher eine Fälligkeit von 3 Monaten haben, wären bei dieser Volksbank 20 Millionen Euro sofort oder kurfristig fällig.

Da am Geldmarkt die Laufzeiten stets kurz sind (manchmal nur Tage! siehe ECB) wären auch die kurzfristigen (sprich im selben Bilanzjahr fälligen) Verbindlichkeiten sehr hoch.

Damit wäre die Volksbank bankrott.

Dies stimmt aber so nicht, da diese Volksbank – wie alle Banken – sich regelmäßig neues Geld leiht. Solange die Bank wirtschaftlich arbeitet, ist dagegen ja auch nichts einzuwenden.

Ein Blick in die Bilanz bringe also wenig.

Wichtiger wäre da eine BWA … und eine Liste der neu einzugehenden Engagements. Dann könnte man eine Prognose erstellen, ob und bis wann die Bank liquide ist.

Bei einer Bank fällt die Quote des Fremdkapitals naturgemäß sehr hoch aus. Schließlich gehört das Geld, dass die Bank verleiht, in aller regel nur zu einem Bruchteil selbst.

Horrido!

21 OswaldSpengler 29. September 2008 um 14:25

“hier geht es um einen Kredit, den die Depfa/HRe zurückzahlen muss.”

kriegste wieder die Kohle , ich versprechs…

müssen ist gut…können ist der Punkt…

Neulich im Bankenviertel…

Eh Alter haste mal ne Millarde Euro?

22 Georg Löding 29. September 2008 um 14:32

@ Micky
wer glaubt denn da noch an Rückzahlungen?

Der Bürger zahlt immer die Zeche!
Schauste mal die Geschichte von 1913 bis 1945 an;
schauste mal die Argentinien-Kriese ab 2000 an:

Banken dran =
Job weg, Geld weg, Gold weg, Haus weg, Vermögen weg,
Essen weg, Freiheit weg;
Radikale dran: Leben weg!

23 weissgarnix 29. September 2008 um 14:36

@Thomas Reinhardt

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten: auf die HRE hat ziemlich offensichtlich ein “Run” stattgefunden bzw. findet der gerade statt. Insoferne interessiert die Vermögensstruktur zunächst mal nur insoweit, als damit Liquidität für die Bedienung von fälligen Schulden geschaffen werden kann.

Und wie ich oben schon sagte: aktuell sind rund 65Mrd fällig, demnächst weitere 119Mrd. Wenn die HRE ausreichend liquide Assets hat, um das zu decken, fine by me, nur frage ich mich dann, warum überhaupt der “Bailout” nötig gewesen wäre?

Falls sie diese Liquidität in den Assets aber nicht hat, dann sollten diejenigen, die sich jetzt ans Liquidieren der HRE machen, sich vergegenwärtigen, wieviel liquide Mittel sie binnen eines Jahres auftreiben müssen, nämlich knapp 185Mrd Euro.

24 bluedet 29. September 2008 um 15:13

Die Formel lautet:

Vertrauen weg, zur Fälligkeit Geld weg = Pleite + Bürgschaft und Zuschüsse von Staat und and. Banken = Pleite geschoben und hoffen auf bessere Zeiten.

Tja, es braucht nicht mehr sehr viel in Deutschland und das nationale Volksvertrauen in deutsche Banken ist weg. Dann endet die Formel wohl schon bei – = Pleite und zwar landesweit.

25 f.lübberding 29. September 2008 um 15:52

Weissgarnix 26

Das ist genau der Punkt. Hier redet jeder davon, es handele sich um eine Liquiditätsklemme wegen der zusammengebrochenen Kreditmärkte. Wenn das so sein sollte, kann die HRE zur EZB gehen und sich dort die entsprechende Liquidität besorgen. Warum ist das ab Samstag abend nicht mehr möglich gewesen? Da scheint nun Kai aus der Kiste als Problem aufgetaucht zu sein … . Dann wurde angeblich ein sogenannter “virtueller Interbankenmarkt” installiert. Keine Ahnung was das sein soll. Leitet den Mr. Reeves? Gibt es den auch für Fortis?

Auf jeden Fall kann die HRE nicht-virtuell ihre Verpflichtungen nicht mehr erfüllen. Also wenn es nun nicht nur um erstklassige Pfandbriefe oder Wasweissich handeln sollte, sondern um nicht ganz so erstklassigen Müll. Wo ist der nun angefallen: Bei der Depfa oder der HRE? Und wenn er bei der Depfa angefallen ist, was macht das Zeug bei einem sogenannten Staatsfinanzierer?

Oder sollten über die Depfa die Löcher in dem Schwarzen Loch namens Gewerbeimmobilien gestopft werden? Es ist doch äußerst seltsam, dass wirklich alle von einer gesunden HRE ausgehen – und dass obwohl man in Deutschland kaum Geld verdienen konnte. Und die Märkte, wo man in der Vergangenheit Geld verdienen konnte, samt und sonders kollabiert sind. Komisch: Ausgerechnet die HRE soll davon nicht betroffen gewesen sein?

Und dann zum Sprecher des Bundesfinanzministers. Er hat ja seine frühere Aussage zurückgezogen. Kein Wunder: Denn wenn der Bund die Bank nicht verstaatlicht, kann er ihr schlecht Vorschriften für ihre Geschäftspolitik machen. Wir sind ja nicht in der Planwirtschaft. Allerdings: Wenn der Bund etwas über eine gravierende Schieflage der Bank weiß, die nicht durch irgendwelche nicht nachvollziehbaren Kreditbürgschaften verhindert werden kann, ist ein Insolvenzantrag oder die Übernahme zwangsläufig. Insofern hat er heute auch ein gewisse rechtliche Verantwortung übernommen – oder nicht, Herr Albig?

Also im Gegensatz zu den anderen heutigen Fällen, ist HRE an Intransparenz und Chaos nicht zu überbieten. Da ist ein Bank zahlungsunfähig und macht ungerührt weiter, während das Bundesfinanzminsiterium die Abwicklung ankündigt und von einer riesigen Gefahr für den deutschen Finanzmarkt redet – um das später zu dementieren. Die riesige Gefahr soll seltsamerweise den Künsten des amtierenden HRE Vorstands überlassen bleiben. Gleichzeitig hat diese Bank laut Medienberichten nur ein kurzfristiges Liquiditätsproblem – und werden von den gleichen Medien 25 Mrd. Euro schon einmal propylaktisch in den Wind geschrieben. Der Widerspruch scheint aber niemanden zu stören.

Also ganz ernsthaft. Das ist nicht der virtuelle Interbankenmarkt. Das ist Matrix 4. Wie kann das Steinbrück verbuchen? Unter Filmförderung.

26 Nixda 29. September 2008 um 16:22

@f.lübberding:
“Wenn das so sein sollte, kann die HRE zur EZB gehen und sich dort die entsprechende Liquidität besorgen. Warum ist das ab Samstag abend nicht mehr möglich gewesen?”

Konnte sie wahrscheinlich nicht, weil sie keine geeigneten Wertpapiere zur Sicherheitshinterlegung bei der EZB hatte. Kreditfoderungen an Häuslebauer gehen da normalerweise nicht.

Bei der Bundesbank gab es noch die Möglichkeit sich durch Hinterlegung von Wechseln gegen den Diskontsatz refinanzieren zu können. Hier dürfte etwas ähnliches passieren: Durch die Bürgschaft hat die HRE wahrscheinlich etwas in die Hände bekommen, was die EZB als Sicherheit anerkennt, und kann damit systemkonform die benötigte Liquidität bereitstellen.

27 f.lübberding 29. September 2008 um 16:42

Nixda

“Normalerweise” – zur Zeit ist gar nichts normal … . Nur das ändert nichts. Denn wenn die HRE nur noch Müll in den Büchern hat, ist sie insolvent. Wenn sie erstklassige Sicherheiten bieten könnte, wäre der Schritt – seit vergangenen Donnerstag – überflüssig gewesen.

Steinbrück hat übrigens noch einmal ausdrücklich betätigt, dass es an diesem Donnerstag um die Abwicklung der Bank gegangen ist. Gerade im Radio gehört. Er hat also die Aussagen seines Pressesprechers gerade noch einmal bestätigt. Wenn ich das richtig verstanden habe, hatte der das vorher noch dementiert. Ist das jetzt das Dementi vom Dementi? Oder war es kein Dementi, sondern eine bloße Relativierung? Oder soll die HRE jetzt wieder Insolvenz anmelden? Oder wird die HRE restrukturiert – und vielleicht nach Aufgabe des Bankgeschäftes zu einem Zeitungskiosk?

Also wirklich – diese Kommunikationsstrategie ist ambitioniert.

28 Goldfinger-II 29. September 2008 um 16:44

@Thomas Reinhardt

Ihre imaginäre Volksbank wäre gut beraten, sich nicht auf das “System Münemann” einzulassen (Plötzlich mußte der Münchener Finanzmakler nämlich 10 bis 11 Prozent Zinsen für Mittel bezahlen, die er der Industrie zu Zinssätzen um 6 Prozent fest zugesagt hatte. Von Vierteljahr zu Vierteljahr — so holte er von den öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten und den Versicherungen das erforderliche Geld herein — mußte er höhere Zinsen bewilligen. – Zitat: Die ZEIT vom 30.01.1970 Nr. 05 – nachzulesen unter: http://www.zeit.de/1970/05/Zinsen-koennen-toedlich-sein?page=all)

Grundlage jedes seriösen Bankgeschäftes ist -neben der Nutzung des “Bodensatzes”- die weitgehend fristenkongruente Refinanzierung (z.B. durch Pfandbriefe – also das Geschäft, das der DEPFA ihren Namen gab). Zinsspekulanten, die aus kurz lang machen wollen müssen dauerhaft scheitern – wie ein Spieler, dessen Glückssträhne irgendwann endet. Da aber alle (Mit-)Spieler darauf vertraut haben, dass die Zentralbanken weiterhin eine Politik des billigen Geldes fahren werden (und für manchen Dealer Hochzinsperioden genauso Geschichte sind wie das Römische Reich deutscher Nationen), haben sie dieses im Grunde dumme Spiel fortgesetzt – anstatt ihr Privileg (nämlich die Emission von Pfandbriefen) zu nutzen.

Und hier kommen wir vermutlich zu des Pudels Kern:
Wäre HRE/Depfa in die Pleite gerauscht, hätte der deutsche Pfandbrief unendlichen Schaden genommen. Das musste um jeden Preis verhindert werden.

Nun können wir nur hoffen, dass es tatsächlich “nur ein Liquiditätsproblem” ist und die DEPFA nicht eine “Sachsen LB Europe plc.” im anderen Gewande ist. Ich befürchte allerdings, dass F. Lübberding (# 27) die Sachlage richtig beschreibt – und dann wäre eine geordnete Liquidation das Gebot der Stunde.

29 Nixda 29. September 2008 um 16:56

@f.lübberding:

ich will gar nicht in Abrede stellen, dass die HRE möglicherweise echt Überschuldet ist. Nur müsste man die Assets in der Bilanz dazu einmal sezieren, die Fristenstruktur der Verbindlichkeiten ist da nicht wirklich erhellend.

Da Banken nicht unerheblich an der Fristentransformation verdienen, ist die Asymetrie der Fristen bei Aktiva und Passiva normalerweise (ja ich weiß, keine normalen Zeiten heute) weder ein Problem, und bei jeder Feld-Wald-und-Wiesen Bank üblich.

30 Goldfinger-II 29. September 2008 um 18:15

Da sich die Banken seit einigen Jahren mehr mit ihresgleichen beschäftigen (Interbankengeschäft) als mit ihren gewerblichen und privaten Kunden und – daraus resultierend – mittlerweile die Gefahren für eine einzelne Bank eher von anderen Banken drohen als vom Nichtbankensektor kommt mir eine fast ketzerische Idee.

Wäre es sinnvoll, das Interbankengeschäft sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite auf einen Prozentsatz der Bilanzsumme zu begrenzen – oder zumindest den Differenzwert zwischen Aktiv- und Passivpositionen?

31 Christian Wagner 29. September 2008 um 18:42

Bin ja mal gespannt, wann der Run auf die Bankschalter beginnt. Dann fällt das ganze Kartenhaus auseinander, mit einem riesen Rums….dann isses nicht mehr weit bis zu einem Sturm auf die Bastille (quasi reloaded).
Bin dann mal gespannt, wer dann schneller rennen kann: die sog. Leistungselite oder das abgehängte Prekariat.

32 Paul Lanon 30. September 2008 um 00:04

@ weissgarnix

Galgenhumor halt. ;)

Ob wohl bald die Zeiten anbrechen, wo ich für 5 Mrd Dollar ein Brötchen bekomme? Ich mein: Mehr sind die Hypothekenwertpapiere doch nicht wert, oder? Das nenn ich mal Hyperinflation.

33 Reinhardt, Thomas 30. September 2008 um 19:38

@Goldfinger-II u.a.

So “ketzerisch” ist diese Idee der Beschränkung bestimmter Refinanzierungsarten gar nicht. In den USA wird dies zur Stunde diskutiert und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit in ein Gesetz gegossen. Für die “Universalbanken” gibt es dort längst Beschränkungen.

In Deutschland haben wir dafür das KWG, das umfassende Berichtspflichten der Banken vorsieht (ob diese Berichte von den Sesselfurzern der Bundesbank gelesen werden, ist eine andere Frage) und auch das Volumen, das eine Bank – in Relation zum haftenden Eigenkapital – ausleihen darf, auf das 12,5fache beschränkt.

Dieser Satz war auch schon mal bei 18fachen.

Mit meiner “imaginären” Volksbank wollte ich nur aufzeigen, dass eine “Bilanzanalyse” hier überhaupt nichts bringt.

Im übrigen hätte sich diese Volksbank selbstverständlich bei einem Rückversicherer gegen Ausfälle abgesichert (zum Beispiel beim größten Rückversicherer der Welt, der Münchner Rück).

In anderen Ländern haben wir derart rigide Beschränkunden nicht.

Investmentbanken aus London beispielsweise (da habe ich persönlich einen guten Einblick) haben Kredite für das 60fache, teilweise 100fache ihres haftenden Eigenkapitals vergeben.

Dieses Investmentbanking ist auch die Wurzel allen übels.

Beispiel: Eine Investmentbank wittert gute Geschäfte in Osteuropa oder Asien, beispielsweise Kasachstan.

In Kasachstan gibt es viel Geld durch Bodenschätze (Erdöl pp.), sodass einige Unternehmen und auch einige Familien sehr reich sind.

Ein toller Markt .. klar dass dort Industrie und Gewerbe entsprechende Leistungen und Produkte anbieten wollen, damit die Milliarden der Besitzenden auch ausgegeben werden können.

Hier schlagen Investmentbanken zu, bieten mal eben 100 Mio Euro oder auch deutlich mehr an Kreditvolumen an, um bestimmte Projekte zu finanzieren und dies alles ohne Geld.

In Schwellenländern kann man schon mal 18% Zinsen verlangen …. und genau dies ist das Geschäft.

Diese Investmentbank schneidet dann das eigene Engagement in Stücke und refinanziert sich bei anderen Banken in Europa, USA oder anderswo. Natürlich nicht für 18% sondern für einen Bruchteil davon.

Investmentbanken sind also im Grunde nichts anderes als – sagen wir – Vertriebsfirmen, die bestimmte Märkte identifizieren und bewerten, Kredite anbieten, die dann als Konsortialkredit von einer Reihe von Banken gestemmt werden.

Da der Geldmarkt aufgrund der “Immobilienkrise” – die aus meiner Sicht nur die eigentlichen Systemprobleme zudeckt – zeitweilig leergefegt war, will heißen, die Investmentbanken konnten sich nicht mehr refinanzieren, entstanden die bekannten Probleme.

Die HRE ist aber keine Investmentbank. Im Grunde sind die Objekte (nicht wenige auch öffentlich-rechtlich), welche die Engagements der HRE besichern, solide.

Die “Hypo” hat in den letzen Jahrzehnten oft bewiesen, dass sie das Problem hat, inkompetente Entscheider beschäftigen zu müssen. Vielleicht nicht gerade ein Elefantenfriedhof für bewährte CSU Mitglieder wie bei der Bayerischen Landesbank, aber ähnlich.

Bei der HRE scheint doch das vordergründige Problem zu sein, zu den gegebenen (langfristigen) Engagements die entsprechenden (kurzfristigen) Refinanzierungen zu finden.

Insoweit könnten die Bundesbürgschaften hier wirklich weiterhelfen.

Ich hab’ mich für diesen Thread nur deshalb interessiert, weil ich der Meinung bin, dass man sehr sorgfältig prüfen sollte, ob man handfeste Argumente hat, bevor man zu Panik oder Häme greift.

Nachdem was ich weiß (und das wird auch nur ein Teil der Wahrheit sein), ist die HRE nicht überschuldet und verfügt im Vergleich zu anderen (zu Investmentbanken insbesondere) über ein eher solides und belastbares Geschäft.

Horrido

34 I.I.Oblomow 30. September 2008 um 20:58

@ Reinhardt, Thomas #22

“Bei einer Bank fällt die Quote des Fremdkapitals naturgemäß sehr hoch aus.”

Wenn ich es richtig gelesen habe, hat die HRE bei einer Bilanzsumme von 400 Mrd ein Eigenkapital von 4,7 Mrd, das zudem noch aus 2,5 Mrd immateriellen Werten besteht.

Mit anderen Worten: das Eigenkapital liegt in der Größenordnung von 1% der Bilanzsumme. Mich wundert, daß ein solcher Hebel überhaupt zulässig ist. Über die (In-)Stabilität solcher Hebel brauche ich wohl keine Worte verlieren.

35 BALLA 4. Oktober 2008 um 19:18

Da kommt noch VIEEEEEEEEEEEEEEL MEHR

Insider-Informatione zufolge belaufen sich die Verbindlichkeiten der HRE auf gigantische 1139 Milliarden Euro!

36 Neo 6. Oktober 2008 um 09:52

Hallo,
ich denke, die einzige Rettung für sauer erarbeitetes Einkommen ist die Investition in “angreifbares” Gold und Silber. Leider wird der Preis aber massiv unten gehalten, da die Machthaber nicht wollen, dass alle aus dem Papier flüchten. Erst gestern Abend konnte man auf RTL sehen, was da wirklich los ist am Goldmarkt. Alle wollen noch in Windeseile Ihre Ersparnisse retten – und recht haben Sie.
Viel Freiheit
Neo

37 StrangeGuy 6. Oktober 2008 um 11:58

@ # 35

richtig, genau so sehe ich das.

KLAR geht derzeit alles drunter und drüber. KLAR werden einige markteilnehmer verschwinden. aber schlussendlich wird sich alles wieder auf die gute alte substanzielle sicht beschränken. und da steht die hre auf einer – im vergleich gesehen – stabileren basis. zumindest hoffe ich das im sinne der hre-gläubiger (siehe #2).

und wer dieses “suchen nach schlechten nachrichten” auch weiterhin nicht lassen kann, sollte nicht vergessen, sein zahngold im garten zu vergraben – die bank, wo es im schließfach liegt, könnte zum zeitpunkt der abholung bereits weg sein. ;-)

ich hoffe nur, dass nicht irgendwann das schlechte wetter mit der krise in verbindung gebracht wird…

38 Franz Grieshaber 6. Oktober 2008 um 13:46

@Reinhardt, Thomas

Diese kleine Volksbank wäre aber eine echte Zockerbank und würde die jährliche Prüfung kaum überstehen. Kreditwesengesetz und eigene Satzung wären in gröbster Weise verletzt. Der Prüfungsverband würde sehr rasch handeln: Die Vorstände dürften sich neue Jobs suchen und das verbleibende (Finanzierungs-)Problem würde durch eine langfristige Refinanzierung der Zentralkasse gelöst. Fusion mit einer soliden Genossenschaftsbank nicht ausgeschlossen.

39 Hans Bahr 6. Oktober 2008 um 22:18

Mein Rat:
Kaufen Sie HRE-Aktien.
Nächst Woche sind Sie ein reicher Mann und brauchen sich nicht zu ärgern über Frau Merkel und ihre Politik!
HB

40 PeterJ 7. Oktober 2008 um 09:36

@Weissgarnix
Nachdem Deine Analyse bei HRE so goldrichtig war, müßte man doch die anderen Banken genauso unter die Lupe nehmen können um die weiteren Wackelkandidaten rauszufinden. Oder mache ich da einen Gedankenfehler?

41 weissgarnix 7. Oktober 2008 um 10:13

PeterJ

Ja, nur bei den “richtigen” Banken (die HRE ist eigentlich keine echte “Bank”) ist das sehr schwierig, weil die zu einem großen Teil über “Einlagen” finanziert sind. Die sind bekanntlich extrem kurzfristig, werden daher in den Bilanzen und Liquiditätsanalysen zu einem Gutteil als “täglich fällig” gezeigt, aber in der Realität natürlich nie in Summe abgehoben.

Einen “Run” mal außen vor, halte ich daher Läden wie etwa die Deutsche Bank liquiditätstechnisch recht sicher finanziert. Derartige Häuser sind weniger von Illiquidität bedroht, als wie von Überschuldung, etwa wegen weiterer signifikanter Abschreibungen auf das Kreditportfeuille.

42 PeterJ 7. Oktober 2008 um 11:19

@weissgarnix
Danke, habe ich verstanden!
“… zu einem Gutteil als “täglich fällig” gezeigt, aber in der Realität natürlich nie in Summe abgehoben.”
Das heißt aber in Konsequenz, daß solche Banken extrem verwundbar bei einem “Run” sind.
Ich beginne zu ahnen mit welcher Panik Politik, Wirtschaft und Banken eine solche Panik zu verhindern suchen. Das wäre dann wohl ein “Black Swan” Ereignis.

43 PeterJ 7. Oktober 2008 um 11:32

… ach ja, noch vergessen:
Könnte bedeuten, am Wochenende ging es primär gar nicht um HRE, sondern um die Gr0ßen und ihre Angst vor einem “Run”.

44 StrangeGuy 7. Oktober 2008 um 14:01

…naja, sagen wir so. ein ausfall der hre könnte schon ziemlich viele steine im großen dominospiel zu fall bringen. nicht nur die “großen” sind da mit im boot. man stelle sich die besagte “volksbank” als beispiel vor, die anlagen in hre-papieren hat. diese fallen aus, die volksbank fällt um und auf einmal in der name “volksbank” dahin. natürlich fällt die volksbank nicht komplett aus und die einlagen sind tatsächlich über den geno-weiten einlagensicherungsfonds abgedeckt. aber wenn in diesen zeiten eine volksbank in wirtschaftliche schieflage kommt und meinetwegen “fusioniert” wird, könnte das über die medien böse in die breite getragen werden. dann ist auf einmal jede volksbank betroffen, denn kunden differenzieren nicht, ob es sich um volksbank a oder volksbank b handelt. somit haben wir besagten “run” nicht nur bei den großen – dort auch – dann haben wir ihn im ungünstigsten falle überall. und dann prost!

45 Georg Grohs 8. Oktober 2008 um 15:23

Da stellt sich eine weitere Frage:

Sind alle Löcher jetzt tatsächlich entdeckt? Wenn nein, sollte man den Laden dicht machen. Wenn ja, gibt es die Alternative:

http://www.web-3-null.de/index.php/allgemein/ich-frage-mich-wie-bekloppt-sind-politiker-hypo-real-estate.html

Auf jeden Fall sollte der Staat die HRE nach einer eventuellen Rettung ausplündern und das Geld wieder reinholen – UNSER Geld.

46 HansO 17. Dezember 2008 um 18:10

Staatsanwaltschaft durchsucht Büros der Hypo Real Estate
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,597074,00.html

47 CLASSICMIND 8. Januar 2009 um 00:11

Die in den nächsten 2 Jahren eintretenden globalen Veränderungen im Weltfinanzsystem können, historisch betrachetet, mindestens als gleichbedeutund mit den Ereignissen der französische Revolution betrachtet werden. Hat man in den vergangenen Jahrhunderten die Gleichheit vor Gott und die Gleichheit vor dem Gesetz erlangt, wird nun die Gleichheit vor dem Geld erreicht werden. Konkret bedeutet dies, dass leistungslose Einkommen in Form von Spekulationsrenditen und Zinsgeschäften, wie im Zuge des herrschenden “Ökonomischen-Absolutismus”, überwunden sein werden. Niemand wird nach dem Ende des bereits begonnenen Weltwirtschaftskollaps die auf einfachen Grundrechenarten basierende Sachverhalte leugnen können, dass die künstlich erzeugten Geldvolumina ( Zinses Zins etc.), mehr als nur einen Globus benötigen, um ihre reale Bedienung als Anlagekapital zu gewährleisten. Die glückliche Tatsache, dass die Welt sich nicht mehr in ideologischen Machtblöcken gegenübersteht und somit ein entsprechendes Kriegsszenario als bewusstseineindämmendes Moment funktioniert, gibt uns allen die Vorraussetzungen für ein länger als 70 Jahre andauerndes Erinnerungsvermögen, um das Finanzsystem ein für allemal zu reformieren. Somit wird die Krise mit allen zu erbringenden Opfern ein tatsächlicher Garant für die hoffnungsvolle Weiterentwicklung der Menschheit zum Guten.

48 Hellas 27. Januar 2009 um 16:35

Überraschende (?) Wendung, wgn: Laut Reutersmeldung von eben (16.00 Uhr) prüft die Bundesregierung die Enteignung der HRE-Aktionäre nach Paragraf 14, Absatz 2 Grundgesetz. Reutersmeldung hier

http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELR24442320090127

Ein Dammbruch in Deutschland. Wie Flowers das wohl findet? Vielleich bedankt er sich und tritt dafür die HSH-Anteile in die Tonne.

Gruß

Hellas

49 weissgarnix 27. Januar 2009 um 16:50

Naja, erst mal abwarten. Wie man so einen Laden “entschädigungslos enteignet” kann ich der Bundesregierung übrigens in 2 Worten mitteilen, und das sogar völlig kostenlos:

“Pleitegehen lassen!”. Damit wären die Aktionäre sofort draußen.

Alternativ könnte man über einen debt-equity-Swap bisheriger oder neuer “Rettungskredite” den Laden ebenfalls zu annähernd 100% unter Kontrolle kriegen, weil die bestehenden Shareholders dabei gnadenlos verwässert würden.

50 Germanasty 19. Februar 2009 um 16:59

Wie heute in der Presse zu lesen, soll sich die Bilanzsumme der HRE nicht auf 400Mrd. sondern auf 1 Bln. EURO. Das ist doch fein, dass unsere Clowns in Berlin eine Bestandsgarantie für die HRE ausgesprochen haben. Da kann man dann noch schöne club deals mit amerikanischen Freunden tätigen, zahlen tuts eh der deutsche Steuerzahlen.

51 ToKatz 22. Februar 2009 um 23:25

Hallo,
weiß jemand mehr darüber, ob das mit der Billion stimmt und woher die zusätzlichen 600 Mrd. – ggf. außerhalb der Bilanz – “plötzlich” kommen?
Bislang ist darüber nix genaues zu erfahren außer einem kleinen Bericht in der Süddeutschen.
Bilanzkenner und andere Experten – ran an den Speck ;)
T.

52 zefix 25. März 2009 um 13:18

Der Immobilienfianzierer Hypo Real Estate wird immer mehr zu einem Fass ohne Boden. Dem Finanzministerium liegt nach stern-Recherchen ein geheimes Gutachten vor, wonach die Ausfallrisiken auf bis zu 60 Prozent der Bilanzsumme der HRE ansteigen könnten.

Das wären 235 Milliarden Euro.

http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/finanzen/:Geheimes-Gutachten-HRE-Risiken/658939.html

53 weissgarnix 25. März 2009 um 13:38

@zefix

Was, dann wären meine 185Mrd auch noch zu niedrig gewesen?????

Potzblitz…

54 Frankie 7. Mai 2009 um 17:13

Na, heute sind es vielleicht schon 230 Mrd Euro:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623190,00.html

55 Frankie 7. Mai 2009 um 17:14

@weissgarnix

und da gab es damals schon einen Aufschrei bei deinen 185 Mrd…….

56 Marion von Endlich 2. März 2010 um 23:42

Wir müssen uns dieses Geld dringend wiederholen!

57 unwissender 3. März 2010 um 00:07

Leave a Comment

You can use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>